Rösli

«Menschen werden zu dem, was wir in ihnen sehen.»
Matthias Anderegg
«Aufgeben ist für mich keine Option!»
Hirsbrunner, Köniz
Rösli
«Menschen werden zu dem, was wir in ihnen sehen.»
Matthias Anderegg
«Aufgeben ist für mich keine Option!»
Hirsbrunner, Köniz
Gratis-Zeitschrift der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz
feg.ch 07-08/2023 | 117. Jahrgang erscheint 11-mal jährlich (Juli/August Doppelnummer)
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Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz Witzbergstrasse 7, 8330 Pfäffikon ZH 043 288 62 20 sekretariat@feg.ch | www.feg.ch
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Titelbild: Rösli Hirsbrunner (S. 22) Symbolbilder: envato.com, unsplash.com, istock
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Was uns beschäftigt | FEG Schweiz
Widerspiegle die Herrlichkeit Gottes | LFS
Jesus mehr vertrauen ... | LFS
Gottes Liebe erfahren und weiterschenken | Gemeindeporträt FEG Effretikon
Was in Beziehungen zu Kindern zählt | FEG Kinder
Catch fire! | Doxa Jugendevent
Jungschar Sense | BESJ
Warum sollte ich mich investieren? | Missionsrat
So ergeht es jedem, der die Bibel liest | Willisau
Vision EU
Gottes Liebesgeschichte | Leitung VS & VE
In den Rückspiegel g’schaut | Österreich
Tiefgehende Ermutigung | Österreich
Homeschooling | Polen
Vision global
Gegen vieles ist ein Kraut gewachsen | SAM global
Ermutige dein Gegenüber ... | Beat Abry Wenn Gott anders heilt | FEG persönlich Wettbewerb
Wendepunkte des Lebens
Termine | FEG Schweiz
Wasserbedarf-Rechner | LFS
Thomas Mauerhofer
Pastor FEG Altdorf («Chilä im griänä Hüüs»). Seit 17 Jahren verheiratet, drei Kinder (13, 12 und 10 Jahre alt).
t.mauerhofer@ gmail.com
... liest zurzeit «Finding the Right Hills to Die on» von Gavin Ortlund, «Come, Lord Jesus» von John Piper und hoffentlich bald wieder einmal einen Krimi von Alfred Bodenheimer.
... denkt zurzeit darüber nach, wie wir als Gemeinde die missionarische Kraft erhalten und aufbauen können.
... arbeitet an der nächsten Predigt und an einem weiteren Hochbeet im Garten.
... freut sich über die Kreativität seiner Kinder, über das Geschenk von Freundschaften, über seinen vielfältigen Beruf und über die Schönheit von Gottes Schöpfung, die im Kanton Uri besonders gelungen ist :-)
... fragt sich, wo Gott Türen für nächste Gemeindegründungen öffnen will – und wie wir in unseren Gemeinden Menschen mit der Liebe zu Gottes Wort anstecken können.
... hört zurzeit viel Klaviermusik (v.a. vom ältesten Sohn) und ab und zu eine Predigt von Tim Keller.
...wartet Ende Mai immer noch auf den ersten diesjährigen Salat aus dem Garten.
ist regelmässig an Vortragsübungen der Kinder, in den Bergen (im Sommer und Winter) und am Grill anzutreffen.
... wünscht sich mehr Gelassenheit, weniger Menschenfurcht und öfters Gottes Stimme klar zu hören.
Am 17. Mai 2023 stand eine weitere Sitzung der Leitung FEG Schweiz (LFS) an. Schwerpunkt war die Nachfolgeplanung Vorsitzender FEG Schweiz. Die LFS hat sich entschieden, die Nachfolgeregelung Vorsitzender FEG Schweiz mit einer Kommission zu ergänzen. Die paritätisch zusammengesetzte Kommission Leitung FEG Schweiz nahm ihre Aufgabe nach der Delegiertenkonferenz am 3. Juni 2023 auf. Damit wird der Weg geöffnet, auch Gemeinden ein Vorschlagsrecht für den Vorsitzenden zu ermöglichen und den Bund breiter bei der Entscheidungsfindung einzubinden.
Jeweils im Mai gestalten Jürg Buchegger und Reiner Bamberger eine einwöchige Retraite mit den neuen Kandidaten FEG Schweiz. In dieser Woche wurden Lernberichte ausgewertet und Fachgespräche geführt.
Die Anmeldezahlen an den theologischen Ausbildungsstätten sind für den Start der Ausbildung im September
in Vergleich zu den Vorjahren eher tief. Bitte betet um Berufungen.
Die Kommission Ehe und Familie (Michi Dufner und Andreas und Doris Bürki) führte Anfang Mai ein dreiteiliges Online-Erziehungsseminar durch. Ein Onlinekurs für Eltern mit dem Anliegen, ihre Kinder für Jesus zu gewinnen. Über 180 Personen nahmen daran teil. Herzliche Einladung auch zum Seminar «FutureMakers» – Erziehungsseminare für Eltern von Babys, Kindern und Teens vom 1.–3. September 2023 in Herbligen.
Jetzt ist Zeit für Jugendliche, sich zum Camp 23 vom 7.–14. Oktober anzumelden (www.feg-camp.ch).
Weiter haben wir den Quartalsabschluss ausgewertet und Schlüsse für das nächste Quartal gezogen. Wir sind sehr dankbar für die treuen Spender unserer Missionswerke. Danke, wenn ihr Vision Schweiz, Vision Europa und Vision Global weiterhin berücksichtigt!
Menschen werden sich daran erinnern, wie sie sich bei dir gefühlt haben. Natürlich wissen wir, dass Worte Gewicht haben. Wenn sie aber nicht auf fruchtbaren Boden fallen, sind sie bedeutungslos. Den Boden bereiten wir, indem wir die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln. Wenn diese sicht- und erfahrbar wird, werden Menschen offen für das Evangelium.
Erwartungshaltung von Perfektion können erdrückend sein. Die Definition «Exzellenz bedeutet, die Arbeit mit dem, was zur Verfügung steht, gut zu machen» bildet deshalb einen entlastenden Kontrast zu Perfektion. Ich werde da an die fünf Brote und zwei Fische erinnert. Es genügt, wenn wir das, was wir haben, ganz einbringen.
Alles andere dürfen wir dem Wirken Gottes überlassen.
matthias.anderegg @feg.ch
Diese Aufforderung hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe da nicht die plakative Aufforderung mitgenommen, sondern die Selbstreflexion, ob mein Umfeld dies so feststellen würde. Bin ich immer ein Spiegel der Herrlichkeit Gottes? Oder ist das situationsoder stimmungsabhängig? Layne Schranz, der Referent an der FEG Conference 2022 hat uns aufgefordert, nicht in Abhängigkeit unseres Gefühlszustandes zu agieren, sondern täglich neu die Entscheidung zu treffen Gottes Herrlichkeit zu widerspiegeln. Ich stimme deshalb der Aussage von Layne zu: «Menschen um uns herum müssen spüren, dass Jesus in uns lebt.»
Damit dies geschieht, ist eine eng gelebte Beziehung zu Jesus nötig. Menschen erinnern sich daran, ob sie sich bei mir angenommen und wertgeschätzt fühlen. Das gelingt, wenn wir Menschen so sehen, wie sie sein könnten, und nicht, wie sie jetzt sind. Menschen werden zu dem, was wir in ihnen sehen. Wenn wir Jesus in ihnen sehen, werden wir sie lieben können. «Widerspiegle die Herrlichkeit Gottes» ist für mich der Nährboden für Wachstum. Der tägliche Trainingsplan von Layne ist deshalb auch für uns von Wichtigkeit: «Um Gottes Herrlichkeit zu widerspiegeln, entscheide ich mich jeden Tag, wie Jesus zu sein.» Bist du bereit, diese Herausforderung anzunehmen? Ich bin überzeugt, dass damit nicht nur mein und dein Leben nachhaltig verändert wird, sondern auch deine Gemeinde und Menschen in deinem Umfeld enorm davon profitieren werden!
Die Kultur ist dabei wichtig. Versuchen wir es mit folgendem Bild: Die Vision ist, auf einen Berggipfel zu gelangen. Das System, das uns dahinbringt, ist die Seilbahn. Die Kultur ist das, was in der Gondel herrscht – sie ist entscheidend für die Personen, die nach oben fahren sollen.
Das Erleben in unseren Gemeinden kann frische Luft zu Menschen bringen. Deshalb benötigen wir eine gesunde Kultur. Unter folgendem Link werden verschiedene Faktoren erläutert, die diese Kulturveränderung fördern. Auch kannst du da das Referat von Layne Schranz nachschauen: bit.ly/43Dt053
In einem weiteren Punkt geht Layne auf Exzellenz ein. Die vielschichtigen Anforderungen an Leitende und die
Alle bisher erschienenen Teile der Serie sind hier zusammengestellt (QR).
Exzellenz bedeutet die Arbeit mit dem, was zur Verfügung steht, gut zu machen
«Menschen werden zu dem, was wir in ihnen sehen.»Mathias Anderegg Leitung FEG Schweiz Bereich Gemeindeentwicklung
... als wir sehen. Ein Geschäftsmann ruft mich an und fragt erstaunt: «Michi, ist es normal, dass mich der Pastor am Dienstag anruft, wenn ich am Sonntag nicht in der Kirche war?» Darauf antworte ich nicht. Ich frage stattdessen, was diese Frage bei ihm denn auslöse. Darauf der Mann: «Ich werde kontrolliert, ich werde überprüft, ich könnte vielleicht ein schlechtes Gewissen haben. –Habe ich aber nicht. Aber es impliziert, dass ich eigentlich im Gottesdienst hätte sein müssen…»
Ich versuche ihm zu erklären, dass der Pastor das vermutlich nicht aus den besagten Gründen tut, sondern, weil er «ein guter Hirte» sein möchte und zu seinen Schäfchen schaut. Darauf der Geschäftsmann, etwas spitz: «Ich bin doch kein Schaf! Wenn, dann bin ich ein Hirte…»
Kontern? Ihm den Kontext von Leiterschaft im Milizumfeld erklären? Ihm zeigen, wie gut wir Pastoren ausgebildet sind? Ihm zeigen, dass es nicht auf Daten, Zahlen oder Fakten allein ankommt, sondern auf die weichen, oft unbewussten, vielleicht auch bewusst verborgenen Faktoren?
Doch ich spüre, wie Jesus mir die Hand auf die Schulter legt und sagt: «Michi, fühl dich nicht angegriffen! Hör einfach zu! Stell Fragen, die seine Möglichkeiten aktivieren!» Also lasse ich das so stehen und frage: «Was müsste denn deiner Meinung nach der Pastor machen? Fragen, oder als Begründung für sein Telefon so argumentieren, damit du dich als Hirte wertgeschätzt fühlst?»
Michael Dufner LeiterNext Generation
FEG Schweiz
michael.dufner
@feg.ch
«Voilà», denke ich, «da haben wir das Problem!» Menschen mit Potential sehen sich nicht als Schafe, sondern als Hirten. Sie sind selbstbestimmt. Sie haben ein hohes Mass an Kompetenz. Sie sehen sich in ihrer Kompetenz (und Aus- oder Weiterbildung) oft den Pastoren überlegen.
Ich merke, wie meine Gedanken kreisen. Was ist dran?
Wie aus einer Pistole geschossen, als ob er nur darauf gewartet hätte, bis ihn jemand fragt, sagt er: «Er könnte fragen, was ich für die Woche brauche, damit meine Kirche dafür beten kann, damit sie mich in meinem Geschäft unterstützen kann.»
Wow! Mit dieser Antwort habe ich nicht gerechnet. Innerlich spüre ich, wie meine Haltung («alle müssen in die Kirche kommen») der Erkenntnis weicht, die Kirche sollte bei den Leuten sein, auch in ihrem Alltag.
Wenn Kirche kraftvoll im Alltag erlebt wird – wie selbstverständlich würde es werden, am Sonntag die Woche und was Gott getan hat zu feiern?
So frage ich um die Erlaubnis, dass ich dem Pastor diese Erkenntnis mitteilen darf. Der Geschäftsmann will aber selbst das Gespräch mit dem Pastor suchen.
Später erfahre ich, dass sich die Beziehung tatsächlich verändert hat. Die Gemeinde betet regelmässig für Geschäftsleute und fragt aktiv nach, wofür sie beten kann. Der Geschäftsmann hat durch diesen Anstoss erkannt, dass sein Geschäft auch Kirche ist: Er hat den Pastor eingeladen, in den Pausen einen Input zu halten – freiwillig für alle, die teilnehmen wollen. Die Lohnzahlung wird dadurch nicht eingeschränkt. Nach wenigen Monaten kommen die ersten Mitarbeitenden in den Gottesdienst. Sie kennen die Pastoren, die predigen, von ihren Pausen. Und so geht es auch nicht lange, bis die ersten eine Beziehung zu Jesus aufbauen.
Was sehen wir in den Leuten? Sehen wir Schafe oder zukünftige Hirten? Ich möchte Mut machen, Personen nicht nach unserer eigenen Wahrnehmung zu etikettieren. Ein Gespräch, ehrliche Fragen, ein ehrliches Hinsehen – und dann ein mutiges «Trotzdem». Trotzdem traue ich es Gott zu, denn er ist grösser als unsere Möglichkeiten. Den Menschen Raum zu geben heisst nicht immer, dass wir an den Menschen glauben, sondern dass wir an einen grossen Gott glauben. Wir können Menschen prägen und freisetzen, indem wir ihnen Chancen und Möglichkeiten geben und indem wir sie lehren, an einen grossen und mächtigen Gott zu glauben. Oder wir können den Menschen vermitteln, dass sie zuerst unseren Vorstellungen genügen müssen (Stichwort Bewährung). Aber dann werden wir immer mehr Menschen von uns stossen, statt sie anzunehmen und sie zu Jesus zu führen.
Mehr in einem Menschen sehen, als er selbst in sich sieht – das ist ein Schlüssel, um die Herzen der Menschen zu gewinnen und um unser Herz selbst zu entdecken. Eine weitere gute Möglichkeit ist, die Angst vor Fehlern abzubauen. Fehler machen ist nicht schlimm. Wir können daraus lernen. Nichts zu tun aus Angst davor, Fehler zu machen ist das Schlimme!
Wenn du in deiner Gemeinde Menschen hast, die …
1. positiv auf andere Menschen wirken: Dann rufe sie in die Jüngerschaft, leite sie an, lass sie ihre Gaben entdecken! Stärke sie in ihrer Leiterschaft! Menschen mit positivem Einfluss, mit Leben und
Charisma können deiner Gemeinde Schub geben. Ehre sie und setze sie für genau diese Aufgabe frei!
2. persönliche Werte leben und vertreten: Versuche, sie einzubinden. Nutze ihre Ansichten und beteilige sie an Prozessen. Es sind so wertvolle Mitarbeiter, die Werte vertreten. Sie wollen gehört werden, sie wollen mitdiskutieren. Stell sie nicht ab, sondern beziehe sie in Entwicklungsprozesse mit ein! Mach ihre Werte zu Werten der Gemeinde und überlege, wie sie zum «Fliegen» kommen!
3. produktiv sind, die anpacken, die etwas reissen können: Dann gib ihnen Aufgaben, in denen genau diese Kraft zum Tragen kommt – vielleicht in neuen Projekten, neuen Formen von Gottesdiensten, in neu entstehenden Gefässen und/oder Teams. Diese Menschen können mobilisieren. Sie wirken durch ihre starke Beziehungsarbeit und ihr Vernetzt-Sein in der Gemeinde als ein geistlicher Motor. Gib ihnen Treibstoff!
4. Potenzial haben: Du kannst es vielleicht nicht einordnen, aber du siehst, dass sie anders sind. Sie sind keine Schafe, sondern mehr als das. Wenn sie die drei ersten Punkte auch noch leben oder im Ansatz zeigen, dann ruf sie heraus aus der Masse! Setze sie an Positionen, wo sie sich einbringen können! Es werden Späne fliegen, es wird wild und unruhig, aber sie werden etwas in Bewegung setzen. Potenzial ist wie eine versteckte Kraft, die «raus» will.
Wo habt ihr als Gemeinde solche Personen? Nennt sie beim Namen!
Wie fördert ihr diese Personen? Wissen sie, was ihr in ihnen seht?
Wer ist für sie zuständig? (Unbedingt mitteilen! Mitarbeitergespräch.)
Wie gelingt es uns, die Menschen und ihr Potenzial freizusetzen, ohne direkt einen Arbeitszweig oder Arbeitsbereich zu besetzen? Oft suchen wir Menschen aufgabenbezogen, für ein Mitarbeiterteam, als Moderatoren oder Kleingruppenleitende. – Aber gelingt es uns auch, Menschen ohne Aufgaben in ihrem Potenzial zu fördern?
Am 2. September 1984 wurde die FEG Effretikon von der FEG Wetzikon gegründet. Gemeindegründung ist ein lohnendes Projekt. In den ersten Jahren herrschte unter einem apostolisch begabten Pfarrer Aufbruchsstimmung. Vieles lief nicht so geordnet ab, die Gemeinde war dynamisch und voller Leben. Der nächste Pfarrer war ein Evangelist. Da wundert es nicht, dass sich in der Gemeinde schon bald über 60 Erwachsene im Gottesdienst trafen. 1991 wurde die Gemeinde selbstständig und in die FEG Schweiz aufgenommen. Von jetzt an folgten vorwiegend lehrbegabte Pfarrer. Das führte zu Strukturen, dogmatischen Richtlinien und auch zu einem gemässigteren Wachstum. Es ist erfreulich, dass in der FEG auch lehrbegabte Pfarrer ein Herz für verlorene Menschen haben und so deren Rettung das zentrale Anliegen bleibt. Dem Heiligen Geist und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass die FEG Effretikon gesegnet ist. Gesegnet mit einem sehr schönen und zweckmässigen Gebäude, das das Potential in sich trägt, dass noch viele Menschen zum Glauben kommen können. Gesegnet mit durchschnittlich ca. 150 erwachsenen Gottesdienstbesuchern und bis zu 50 Kindern im altersgerechten Angebot. Die meisten Gemeindeglieder sind in einer Kleingruppe integriert und setzen ihre Gaben, Finanzen und ihre Zeit für den Bau der Gemeinde und Gottes Reich ein. Gesegnet mit einem Deutschunterricht, mit einer lebendigen 60+-Gruppe, einer Jungschar an vier Standorten, mit vielen Jugendlichen, vielen Projekten wie Gospelchor, Päckliaktion usw. Gesegnet mit Menschen, die etwas ausprobieren und manches auch wieder sterben lassen können.
Längst in der Gegenwart angekommen ist unsere Gemeindevision: «Gottes Liebe erfahren und weiterschenken». Das Leitbild, welches unseren Auftrag und unsere Werte kommuniziert findet man unter: https://www. feg-effretikon.ch/leitbild. Als Nachfolger von Jesus sind wir zuerst immer Beschenkte in und durch Jesus Christus. Wir sind durch ihn gerettet. Er versorgt uns mit allem, was wir brauchen. Er lebt in uns durch den Heiligen Geist. Aus diesem Beschenktsein heraus wollen wir Gottes Liebe weitergeben und den Menschen
um uns herum zum Segen werden. Das passiert vorwiegend durch das persönliche und auch gemeindliche Engagement von jedem einzelnen Gemeindeglied. Die Gemeinde steht auf drei Säulen. Diesen widmen wir unsere besondere Aufmerksamkeit: Das sind 1. unsere Gottesdienste. Wir zelebrieren wöchentlich um 10 Uhr und alle zwei Wochen zusätzlich um 19 Uhr einen Gottesdienst und erreichen durch diese zwei Veranstaltungen mehr Menschen, als wenn wir nur am Morgen einen Gottesdienst hätten. Die 2. Säule sind unsere Kleingruppen. Hier soll der Einzelne Gott und Menschen noch persönlicher als im Gottesdienst begegnen können. Dazu zählen wir auch unsere ganzen Kinder- und Jugendveranstaltungen, die erfreulicherweise oft grösser sind als eine Kleingruppe�� Die 3 Säule ist der Gebetsabend, der alle zwei Wochen stattfindet. Wir glauben an die zentrale Bedeutung des gemeinsamen Gebets. Es ist jedoch ein ständiger Kampf, diesen Glauben aufrechtzuerhalten und den Menschen aufzuzeigen, welch Segen darin verborgen liegt.
Somit blicken wir in die Zukunft. Wir sind überzeugt, dass Gott in Effretikon und Umgebung ein grosses Volk hat. Die ständige Herausforderung ist die Frage, wie wir die Gute Nachricht zu den Menschen bringen können. Unser Glaube besteht darin, dass Gott zu seinem Ziel kommt trotz der Schwachheit in meinem und im Leben der ganzen Gemeinde. Da gibt es physische und psychische Krankheiten, Zweifel, Streit unter Geschwistern, Scheidungen, Kinder, Ehepartner, die den Weg nicht mit Jesus gehen. Im Angesicht dieser Herausforderungen wird man klein und demütig. Wir haben es nicht im Griff. Aber, und das ist ein gutes «Aber», Jesus Christus hat alle Macht im Himmel und auf der Erde und er ist bei uns bis ans Ende dieser Welt. Darum wollen wir seinen Auftrag wahrnehmen, damit noch viele Menschen gerettet, zugerüstet und gesandt werden. Es gibt viel zu tun …
Stefan Kym pfarrer.s.kym@feg-effretikon.chwww.feg-effretikon.ch
Wir werden im Frühling 2024 eine klassische Evangelisation mit Beat Abry durchführen. So etwas in dieser Art und Grössenordnung haben wir seit Jahren nicht mehr gemacht. Die Gemeindeglieder, insbesondere die Mitarbeiter auf diese Woche zu fokussieren, dabei aber die Balance zum Gemeindealltag zu halten, ist eine Herausforderung. Weiter arbeiten wir intensiv an unserer Gemeindekultur. Das längerfristige Ziel dabei ist, die Liebe Gottes zu uns in einer solchen Tiefe zu entdecken, dass wir intuitiv für unseren Glauben einstehen und das Evangelium nach aussen tragen.
Cyrill SchneiderAm meisten begeistert mich unser Connect. Ein Abendgottesdienst, der von und durch die jungen Erwachsenen und Jugendlichen geprägt wird. Der Connect ist ein vollwertiger Gottesdienst am Sonntagabend, welcher 14-täglich stattfindet. Mit vollwertig meine ich, dass er ein Zeichen unser Mehrgenerationengemeinde ist. Ich freue mich, wenn Eltern mit ihren Teens oder Jugendlichen kommen. Nicht etwa, weil die Eltern wollen, sondern die Teens. Das fasziniert mich, weil die Predigt oft die gleiche wie im Morgengottesdienst ist. Selten wird sie speziell auf die jüngere Generation angepasst. Dafür ist das Setting anders. Es ist lauter, dunkler, spontaner und jünger als am Sonntagmorgen. Dadurch feiert unsere Gemeinde so zwei Gottesdienste, welche unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Nichts darf uns diese Sicht verschleiern!
«Kinder, die Gott jetzt schon sieht»: nach ihnen haben wir an dieser Stelle in einem Artikel im April Ausschau gehalten. Wer von euch hat seither im Kindergottesdienst oder durch eine Kinderwoche bereits neue Gesichter, neue Namen kennenlernen dürfen?
Wir spüren Gottes Herzschlag für Kinder in unserem Land weiter nach und fragen uns, was in unseren Beziehungen zu ihnen wesentlich ist. Gilt dies sogar weit über vermeintliche Grenzen hinweg?
Die FEG Kinder Herzschlag-Tour hat an zwei weiteren Orten Zwischenhalt gemacht. Auch in Olten haben sich Leitungspersonen aus unterschiedlichen Gemeinden getroffen. Beim kreativen Gestalten der Herz-Anhänger – sie erinnern jede/n von uns nach den Treffen an den gemeinsam geteilten Herzschlag Gottes für Kinder – entwickelte sich ein inspirierender Austausch. Gemeinsam etwas tun und dabei im Gespräch sein, Schönes und Schwieriges und in all dem Gottes Sicht für Kinder teilen, das ermutigt!
Gottes Liebe weiterschenken geschieht in Beziehungen. Bleiben wir beim Bild des Herz-Anhängers: Wenn die Schnur eine Beziehung darstellt, durch die du Gottes Liebe einem Kind (mit)teilst, dann stehen die Perlen daran für einzelne Begegnungen, Worte, Gebete, Geschichten, Erlebnisse. Oft ist es dir wohl nicht bewusst, ob ein Moment mit einem Kind von Bedeutung war oder
nicht. Vielleicht erfährst du es später mal: «Du hast doch damals ... und das war so wichtig für mich!» Das ist dann ein doppeltes Geschenk. «Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.» (Dietrich Bonhoeffer)
In der Freude verbunden
Nächster Halt: Nepal. Auch da geteilter Herzschlag Gottes, bei einem Besuch, an dem wir mit einem Team der Prisma Kirche eine Schulung zusammen mit Kinderund Teens-Mitarbeitenden unserer Partnerkirche gestalteten. Auch die Herz-Anhänger-Bastelei kam wieder zum Zug. Trotz etlicher kultureller Unterschiede –Jesus Christus, das Evangelium und dieser Vers verbinden uns stark: «Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern wir sind Mitarbeiter eurer Freude; denn im Glauben steht ihr fest.» (2. Kor 1,24). Wir dachten auch nach über gelebte Beziehung. Vielfältige Anregungen dazu gibt die Liste «150 Arten, wie du jungen Menschen zeigen kannst, dass sie dir wichtig sind» (siehe www.feg-kinder.ch/angebot/beziehung)
Beziehungsweise
Weiter geht es mit diesem Thema an der KiFOKonferenz am Samstag, 4.11.2023, in Aarau.
Bild links: Mitarbeitende unserer Partnerkirche in Nepal, anlässlich der Schulung im Kinderund Teensbereich
206 junge Leute, zehn interessante Workshops und viel Gemeinschaft – das und mehr gab es am diesjährigen Jugendevent DOXA am 7. Mai 2023 in den Räumlichkeiten der FEG Aarau in Schönenwerd. Einige Teilnehmende haben sich zum Anlass geäussert: «Das Doxa ist eine coole Mischung aus ‹Leute wiedersehen› und ‹Auftanken›.» «Es ist ermutigend, so viele junge Christen kennenzulernen. Im Studium ist man eher die Ausnahme.» Und sogar als «cooler Familienausflug» taugt das Doxa.
«Das Doxa ist cool, aber nicht einfach cool, weil es cool ist, sondern, weil Gottes Wort im Zentrum steht», so ein anderer Teilnehmer. Jemand drückte es so aus: «Es fühlt sich echt an, nicht fake. Es ist echte Gemeinschaft. Man ist mit anderen Jugendgruppen im Austausch.»
Am diesjährigen Doxa wollten wir neues Feuer fangen für Gott und den «Salz-und-Licht-Auftrag», den er uns gegeben hat. Unsere beiden Referenten, Simeon Bürki und Robin Stocker, zeigten uns am Beispiel einer Pizza, was Feuer fangen, was Erweckung bedeutet. Eine Erweckung braucht erstens verschiedene Zutaten (z.B. stehen die Zwiebeln für Tränen und Ehrfurcht vor Gott, die Pilze stehen für die Liebe untereinander, etc.), und zweitens braucht es das Feuer des Heiligen Geistes, den Pizzaofen.
Zippora Tönebön DOXA OK Mitglied, Werbung und Büchertisch. Ich freue mich auf Rückmeldungen.
zippora.toeneboen @gmail.com
Mehrere Befragte schätzten das Zusammentreffen mit anderen jungen Christen und fühlten sich durch den Austausch bestärkt im Glauben. Sie trafen Menschen, die sie gar nicht kennen und doch durch den Glauben an Jesus die gleiche Grundlage teilen. Aus Gesprächen mit verschiedenen Personen erlebten sie Horizonterweiterung und durften Denkanstösse mitnehmen.
Beide Referenten betonten, dass es kein «Rezept» gibt für Erweckung. Dennoch können wir etwas dazu beitragen, dass Gott das Wunder der Erweckung tut. Am Beispiel von früheren Erweckungen erklärten sie uns, dass das Suchen nach Gott im Gebet und gleichzeitig das Trauern über die eigene Sünde zu Erweckungen dazugehören. Oft war es auch nicht jemand allein, der betete und Mist ausräumte, sondern eine Gruppe von Christen, die gemeinsam und einmütig das gleiche Ziel verfolgten.
Im Abendreferat hörten wir die schlichten Worte von Gott: «Bittet, so wird euch gegeben.» (Mt 7,7). Liegt es uns am Herzen, dass Gott Erweckung schenkt? Wie sehr es uns auch am Herzen liegt (oder wie gut unsere Pizza auch ist) – dass Gott sein Feuer und seinen Geist schenkt ist ein Wunder in unserem wie auch in jedem anderen Herzen. Flehen wir Gott an, dass er sich über uns erbarmt und uns und den Menschen um uns herum Gnade schenkt!
Und: Der Countdown für das nächste Doxa läuft bereits!! Egal, ob das mit dem Feuerfangen so «funktioniert» hat, wie du es dir vorgestellt hast, sei nächstes Jahr am 4. Mai 2024 unbedingt wieder dabei.
Weitere Infos gibt es Anfang nächsten Jahres unter www.doxa-jugendevent.ch.
KIFO-KONFERENZ
04. November 2023 | Aarau www.kifo-konferenz.ch
Adonia-Junior-Chöre
Dieses Musical erzählt den zweiten Teil der bekannten biblischen Geschichte von Josef. Mitreissende Songs und eine spannende Story rund ums Thema «Vergebung» machen dieses Musical zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Lassen auch Sie sich von dieser biblischen Geschichte ansprechen und begeistern! Eintritt frei – Kollekte. Konzertstart jeweils Freitag, 19:30 und Samstag, 14:30.
Prägende Erlebnisse in der Natur, Freundschaften knüpfen und die lebensverändernde Botschaft von Jesus Christus stehen im Zentrum der Jungschar. Jungschar ist ein Freizeitangebot für Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren, wo die Leitenden Rücksicht auf die Interessen und das Alter der Kinder nehmen und sie ganzheitlich fördern. Bei der Jungschar Sense der FEG Düdingen dürfen wir reinschnuppern.
In diesem Semester sind wir mit einer interessanten Frau, Monika, unterwegs. Egal ob bei ihrem Umzug, dem Treffen von neuen Freunden oder bei neuen Erfahrungen, wir unterstützen sie bei ihren Herausforderungen und Problemen. So auch bei ihrer Berufswahl. Zu Beginn des Nachmittags erzählt uns Monika, sie sei auf der Suche nach einem neuen Job. Wir stellen aber leider fest, dass ihre Begabung weder beim Putzen noch als Kondukteurin und bestimmt nicht auf der Baustelle liegt.
Also machen wir uns gemeinsam auf zum Berufsberater. Die Kinder können ihr Bewerbungsdossier mit diversen Berufserfahrungen füllen, indem sie die gestellten Aufgaben zu den Berufen bewältigten. Ihr Können verbessern sie durch Excel-Aufgaben, Kochexperimente bis hin zur Holzbearbeitung. So lernen sie verschiedene Berufe kennen und erlangen auch noch Fähigkeiten in Erster Hilfe.
Monikas Lebensgeschichte hat grosse Ähnlichkeiten mit der von David aus der Bibel. Spannend, wie auch
wir noch Ähnliches erleben wie David vor vielen Jahren. Wir hören an diesem Nachmittag die Geschichte von Davids Berufswahl. Zugegeben, er wurde zum König gesalbt, und das ist wohl kein Beruf, den wir in der Schweiz heute ausüben können. Aber wie Monika hatte auch David manchmal Zweifel, ob er dieser Aufgabe gewachsen war. Wir lernen, dass Gott uns besser kennt als jede Berufsberatung. Er hat einen Plan für uns, denn er kennt unser Herz. Egal wie unlogisch es für die Welt aussieht, Gottes Weg ist immer der beste. So wurde David als Jüngster seiner Geschwister zum König gesalbt.
Nach dieser wundervollen Botschaft gibt es dann etwas Leckeres zu essen. Zum Abschluss spielen wir in der FEG ein grosses Verstecken. Es dauert ganz schön lange, bis wir alle Kinder wieder finden. Auf dem Schrank, unter dem Sofa oder auf den gestapelten Stühlen – die Kinder zwängen sich in jede noch so kleine Ecke, um nicht gefunden zu werden.
Gemeinsam testeten wir an diesem Nachmittag verschiedene Berufe für Monika. Wie wir an einem späteren Nachmittag erfahren, kaufte sich Monika eine Bar und arbeitete dort als Barkeeperin. Aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal … www.jungschisense.ch
Dies war eine der zentralen Fragen, die mir im Herbst 2017 durch den Kopf gingen, als ich für die Mitarbeit im Missionsrat der Vision Schweiz angefragt wurde. Natürlich fühlt man sich geschmeichelt über eine solche Anfrage – auch wenn es mir gleichzeitig ein Rätsel war, was genau mich für diese Aufgabe qualifizieren sollte.
gebackener Projektbegleiter für FokusKöniz wieder nach Hause. Das fühlte sich zwar leicht überfordernd an, gehört aber zu den wichtigsten Aufgaben des Missionsrates: Wir begleiten und betreuen unsere und die entsprechenden Gründungsarbeiten!
Warum also sollte ich meine Gemeindeleitung um Freistellung für diese Aufgabe bitten? Wozu meine Kraft und meine Zeit neben der Aufgabe als Pastor auch noch in die Vision Schweiz investieren? Ausschlaggebend für eine positive Entscheidung waren zwei Punkte:
1. Die Investition in eine übergemeindliche Arbeit wird nicht nur ein Geben sein, sondern auch ein Gewinn – sowohl für meine Gemeinde als auch für mich persönlich. So durfte ich das auch bereits im Rahmen anderer übergemeindlicher Betätigungsfelder erleben.
2. Die Gründung neuer Gemeinden faszinierte mich seit meinem Theologiestudium zunehmend. Hier bekam ich nun die Möglichkeit, ganz vorne mit dabei zu sein, mich engagieren zu können und gleichzeitig von den Profis zu lernen und für meinen eigenen Dienst zu profitieren.
So reiste ich Anfang 2018 zu meiner ersten Missionsratssitzung. Angekommen mit dem Mindset «Ich bin der Lehrling», ging ich drei Stunden später als frisch-
Unterdessen sind fünf Jahre vergangen, und diese «leichte» Überforderung zeigt sich immer wieder mal in unterschiedlicher Form. Wie setzen wir unsere Ressourcen weise und Gottes Willen entsprechend ein? Wo und wann können wir unter welchen Voraussetzungen ein neues Projekt starten? Wie gehen wir mit leidvollen Situationen in unseren Gründungsprojekten um? Auch wenn sich die Zusammensetzung des Missionsrates in den letzten fünf Jahren komplett verändert hat, sind doch das gemeinsame Ringen, Beten, Danken, Mitleiden und Vorwärtsgehen geblieben.
Matthias, Hans-Jörg und ich dürfen in der Begleitung unserer sieben Gründungsprojekte tätig sein, während unser neuestes Teammitglied, Ariane, sich ganz auf die Frauen unserer Gemeindegründer fokussiert. Und mit Silas dürfen wir den Leiter der Geschäftsstelle als Finanzverantwortlichen in unserer Runde haben. Jemand, der nicht einfach nur ein Herz für Zahlen, sondern ein mindestens genauso grosses Anliegen für den Bau neuer Gemeinden hat!
Hier investiere ich mich gerne weiterhin!
Luzern 1747: Dreissig Soldaten und vier Geistliche begleiten einen ausgemergelten Mann auf seinem letzten Gang. Am Galgen legen sie ihm ein Seil um den Hals. Danach wird er verbrannt und die Asche in die Reuss gestreut. Was war sein Vergehen?
Jakob Schmidlin wächst in armen Verhältnissen im Luzerner Hinterland auf. 1732 übernimmt er auf der Sulzig in Werthenstein einen Hof. Weil er zu wenig Gewinn bringt, lässt sich Schmidlin vom Kloster als Fuhrmann anstellen. Auf seinen Reisen als Weintransporteur lernt er Leute kennen, die sich in Privathäusern treffen, um über Gott und die Welt zu diskutieren. Schmidlin ist begeistert und kommt von seinen Reisen mit Bibeln, Gebets- und Gesangbüchern nach Hause. Auf seinem Hof gründet er ebenfalls eine Bibelgruppe.
Zwar besucht Schmidlin weiterhin die katholischen Gottesdienste, distanziert sich aber von deren Lehren. Deswegen wird er 1739 zum ersten Mal verhaftet. Der Prozess geht straffrei aus. Die Bewegung breitet sich im Luzerner Hinterland immer stärker aus. Bis zu hundert Personen nehmen an den Bibelstunden teil. Schmidlin wird zum zweiten Mal verhaftet und nach Luzern gebracht. Dort verhört man ihn, diesmal unter Folter. Wegen Teilnahme an nichtkatholischen Gottesdiens-
ten, dem Besitz «ketzerischer» Schriften und anderem mehr verurteilt ihn der Luzerner Rat zum Tod durch Erwürgen und anschliessender Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Sein Wohnhaus wird eingeäschert und eine sieben Meter hohe Schandsäule errichtet, auf der steht: So ergeht es jedem, der die Bibel liest. Über achtzig weitere Angeklagte müssen die Schweiz verlassen, kommen in Haft oder auf Galeeren.
274 Jahre nach diesem Geschehen müssen wir nicht mehr mit dem Tod rechnen, wenn wir im Luzerner Hinterland Bibelstunden anbieten. Unser Gebet ist, dass Menschen wie Jakob Schmidlin zum lebendigen Glauben an Jesus finden. Wenn Menschen die Bibel lesen, soll keine Schandsäule, sondern eine Segenssäule erkennbar sein! Marie-Louise und Klaus Aeschlimann übernehmen im Sommer die Gemeindegründungsarbeit in Willisau. Aeschlimanns sind dann pensioniert und arbeiten ehrenamtlich. Daniel Wunderli wird sich ganz in die FEG Emmen investieren, die die Arbeit in Willisau weiterhin unterstützt. Danke, dass ihr betet, dass dieser Wechsel gut verläuft und erste Gottesdienste Kreise ziehen. Übrigens kann man Klaus Aeschlimann für einen spannenden Vortrag oder Gottesdienst zum Thema «Der letzte Märtyrer der Schweiz» einladen (Flyer auf www.feg-emmen.ch/feg-willisau).
Ich habe noch nie ein Buch zweimal gelesen, ausser einem: die Bibel. Sie habe ich sicher schon weit über zehnmal ganz durchgelesen. Wenn ich diese Bibliothek von 66 Büchern zusammenfassen müsste, würde ich es so sagen: Es ist Gottes Liebesgeschichte zu uns Menschen. Gott liebt Menschen. Jeden Einzelnen. Immer und jederzeit. Leidenschaftlich und hingebungsvoll.
Ganz anders sehen das viele Zeitgenossen. Für sie ist es normal so zu leben, als gäbe es Gott nicht. Die Bibel ist das Buch, das sie als allerletztes in die Hand nehmen würden. Auf Facebook stellte jemand die Frage: Welches Buch sollte jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben gelesen haben? Manche nannten die Bibel. Die harmlosesten Kommentare lauteten: Die Bibel ist ein Märchenbuch. Die Bibel sollte unbedingt mehr gelesen werden: Wir brauchen mehr Atheisten! Die Bibel?
Ich sehe die Bibel so: Einst schuf der Mensch Gott «JESUS» in all seiner Pracht, doch dann haben ein paar Einzelne, mit Hilfe von Gott «JESUS», die Menschheit über Jahrhunderte zum Sklaven gemacht usw.
Uns beschäftigt immer wieder die Frage: Wie können wir diesen Menschen die Liebe Gottes zugänglich machen? In der Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen nimmt die Gemeinde eine zentrale Stellung ein. Sie ist geeignet, um Menschen und Gott zusammenzuführen. In der Gemeinde öffnet sich der Raum, in dem Menschen die Liebe Gottes erfahren und ihn kennen lernen können. Das ist der Grund, warum wir uns mit Leidenschaft in Gemeindegründungen in Europa investieren. Und genau dies können wir nur durch die Partnerschaft mit Ihnen. Ganz herzlichen Dank!
Das fragten sich Fankhausers, als sie über ihren Dienst in Floridsdorf nachdachten. Ich hoffe, sie haben ihren Artikel gelesen. Mich begeistert es, dass sie bei rund 160 Taufen dabei sein konnten. Da haben Menschen bekannt, dass Jesus ihr Leben nachhaltig verändert hat. Es lohnt sich, in das Leben von Menschen zu investieren und sogar ihre Ewigkeit mitzubeeinflussen.
Bis Ende Mai kamen CHF 376’000 für die Vision Schweiz und Europa zusammen. Dieses Geld wird investiert, dass Menschen Jesus kennen lernen und ihm nachzufolgen beginnen. Das lohnt sich, oder? Ich kann mir keine bessere Investition für Geld vorstellen. Menschen bekommen eine gute Ewigkeitsperspektive, indem sie in einer ewigen Beziehung zu Gott unterwegs sind und nicht verloren gehen. Genau das ermöglichen Sie mit Ihren Spenden und Gebeten. Ganz herzlichen Dank! Wie Sie sehen, hinken wir einiges hinter dem Budget her.
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Macht es Sinn, als Missionar in eine nicht mehr «taufrische» Gemeinde einzusteigen? Diese Frage hätte man am Beginn unserer Zeit in Floridsdorf mit Recht stellen können. Damals war die Gemeinde als eine der ersten in Ostösterreich daran, ein Haus zu bauen. Die Sache zog sich in die Länge und die damaligen Leiter standen kurz vor einem Burnout. Für Auftanken oder Seelsorge war schon lange keine Zeit mehr gewesen ... Ja, es hat Sinn gemacht!
Unsere Zeit in Wien-Floridsdorf war gefüllt mit vielen kleineren und grösseren Höhepunkten: Nachdem unsere Gemeinde über mehrere Jahre ihr Gemeindezentrum fast ohne Firmen gebaut hat, mussten wir den inneren Muskelkater verdauen, damit wir wieder fit werden. Schön, dass das Gemeindezentrum auch von vielen anderen Gemeinden und sogar für Kurse des Arbeitsamtes verwendet wird! Aber nach der langen Bauzeit mussten wir zuerst selbst wieder Tritt fassen. Nach dem äusseren Aufbauen also das innere Aufbauen!
Marchfeld
jmfegf@hotmail. com
Besonders wichtig dabei: die Gemeindefreizeiten – immer wieder. Dann auch Ehearbeit! In die Ehevorbereitung und -vertiefung haben wir viel investiert. Durch die jährlichen Einsätze mit ReachAut entwickelte sich die evangelistische Jugendarbeit Open House. Die grösste Freude und ein Vorrecht ist es, dass wir in dieser Zeit weit über 40 Tauffeste mit insgesamt über 160 Täuflingen feiern durften.
Schliesslich kamen noch sehr viele Flüchtlinge aus dem Iran und Afghanistan, für die ich wie ein Vater
geworden bin. Ich lehre sie im persischen Bibelkurs, begleite sie zu den Asylverhandlungen, helfe bei der Wohnungssuche und gebe manchen Rat.
Neben der Gemeindearbeit liegt es mir am Herzen, uns als (vielfach kleine) Gemeinden zu vernetzen und zu ermutigen. So habe ich viele Jahre die Gemeindeleitertreffen organisiert und die gemeinsamen «Horizonte»Gottesdienste für die gesamte Ostregion des Bundes Evangelikaler Gemeinden in Österreich (= 45% des ganzen Bundes) ins Leben gerufen. Etwas Besonderes für uns war es, Gemeindegründungsprojekte in der Umgebung zu unterstützen.
Nun führt uns Gott in ein neues Gemeindegründungsprojekt, noch weiter in den Osten, nämlich ins Marchfeld, fast an der slowakischen Grenze. Aber darüber beim nächsten Mal!
All dies haben die Spenden und Gebete von euch Schweizer Christen ermöglicht! Vielen Dank dafür!
Übrigens: Jedes Mal, wenn uns Leute aus der Schweiz besuchen und sich auch Zeit nehmen, einen Gottesdienst mitzuerleben, ist das für uns eine grosse Ermutigung!
Das Sommersemester an der Akademie für Kirche und Gesellschaft (AKG) hat mit der Lehrveranstaltung «Praktische Theologie als Disziplin» von Prof. Dr. habil. Peter Zimmerling begonnen. In den Pausen wurde gelacht, überlegt und weiter diskutiert. An der AKG zu studieren, bedeutet nicht nur, sich mit Glaubensfragen auseinanderzusetzen. Für die Studierenden bedeutet es auch, Teil einer sich gegenseitig ermutigenden und anspornenden Gemeinschaft zu sein.
Ich danke dem Herrn für die hoch motivierte Studentenschar an der AKG. Immer wieder bringen Studierende ihre Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck, dass sie sich hier in Gottes Wort vertiefen dürfen. Es ist mein Gebet und meine Hoffnung, dass sie unsere Räume als einen Ort des Segens erleben und hier für den Dienst in den Gemeinden gestärkt und zugerüstet werden.
Das Studium ist nicht nur eine intellektuelle Herausforderung. Die Auseinandersetzung mit dogmatischen Kernthemen, grundlegenden spirituellen Fragen und ethischen Dilemmata erfordert eine Reflexion der eigenen Werte und Überzeugungen. Ein anspruchsvolles Niveau ist dabei unumgänglich, um die eigene Position zu stärken. In diesem Prozess werden Studierende
herausgefordert, ihre Komfortzone zu verlassen und mit Hilfe der Bibel an ihren Grundüberzeugungen zu arbeiten.
Als Team der AKG ist es uns ein Anliegen, dass das Studium intellektuell anspruchsvoll und zugleich persönlich bereichernd ist.
Die Planung für das neue Studienjahr hat bereits begonnen. Bitte betet mit uns, dass sich in den nächsten Monaten Interessenten melden. Wir möchten sie schon jetzt ermutigen, vorab in einzelne Vorlesungen hineinzuschnuppern und sich so ein Bild vom Theologiestudium vor Ort zu verschaffen. Auch bestärken wir unsere Studierenden, dass sie Freunde und Bekannte, denen Gottes Reich am Herzen liegt, an die AKG mitbringen und so unser Angebot mehr und mehr bekannt wird.
Wir haben auch ein Kursangebot für alle, die sich in theologische Frage- und Hilfestellungen vertiefen möchten, ohne gleich mit einem Theologiestudium beginnen zu müssen. Noch vor dem Sommer starten wir mit der kirchlichen Weiterbildung. Lehrende der AKG kommen in die Gemeinden und gestalten Impulsabende mit angeleiteter Gruppendiskussion. Damit soll einerseits den Gemeinden gedient, anderseits auch Neugierde am Theologiestudium geweckt werden.
Vielen Dank für euer Interesse und eure Unterstützung! Danke, dass ihr mit uns die Begeisterung für ein innovatives Theologiestudium teilt, in dem Gottes Wort im Zentrum steht.
Für unsere Familie war das bis jetzt nie eine grosse Frage. Wir waren immer der Meinung, dass der Schulbesuch unserer Kinder die perfekte Gelegenheit bietet, neue Menschen kennenzulernen und das Evangelium weiterzugeben. Und wir glauben immer noch, dass es so ist. Viele der Menschen, denen wir dienen, sind ein direktes Ergebnis der Freundschaften, die unsere Töchter im Kindergarten, in der Schule oder auf dem Spielplatz geschlossen haben.
Von Zeit zu Zeit ist unser Familienleben als Missionar/Pastor jedoch weniger vorhersehbar als das einer Person, die einen «normalen» 8-Stunden-Job hat, so dass die Balance zwischen Familie und Arbeit ausser Kontrolle geraten kann. Infolgedessen haben wir festgestellt, dass der Dienst an anderen Menschen und das Streben nach ihrem Wohl manchmal auf Kosten des geistlichen Wohlergehens unserer eigenen Kinder geht.
Wie Sie in unserem letzten Artikel lesen konnten, wurde unsere ältere Tochter in ihrer Schule schikaniert und kam mit sexuellen Inhalten in Berührung. Gott hat uns mit einem Sabbatical und einer gesegneten Auszeit beschenkt, die uns eine neue Perspektive auf die Dinge zu Hause gegeben hat. Doch selbst wenn wir nun eine neue Perspektive haben, bleiben einige Dinge gleich: zum Beispiel das Umfeld in der Schule unserer Tochter. Manchmal ist es einfach schwierig zu wissen, ob die Geschichten oder Situationen, die unsere Kinder beschreiben, eine objektive und faire Darstellung der Ereignisse sind. Das weiss man erst, wenn man selbst dort war...
Die Gelegenheit, zu sehen, wie die Dinge wirklich sind, kam sehr schnell. Die Englischlehrerin meiner Tochter hatte sich den Arm gebrochen, und die Schule hatte fast zwei Monate lang nach einer Vertretung gesucht und konnte niemanden finden (Lehrer werden bei uns in Polen eher schlecht bezahlt). Da meine Frau Englischlehrerin ist, wurde sie vom Schulleiter angesprochen und gefragt, ob sie helfen könne. Meine Frau dachte, dies wäre eine Gelegenheit, mehr Lehrer, Eltern und Kinder kennen zu lernen, und beschloss darum, das Angebot anzunehmen.
Um es kurz zu machen: Die Geschichten, die unsere Tochter erzählte, erwiesen sich als wahr, und viele Situationen, die meine Frau miterlebte, waren einfach entsetzlich. Ist das Grund genug, sich für den Hausunterricht zu entscheiden? Die Bibel sagt in 1. Korinther 15,33: Lasst euch nicht täuschen: «Schlechte Gesellschaft verdirbt gute Sitten.» Wird der Glaube meines Kindes intakt bleiben, wenn es 8 Stunden am Tag mit Leuten verbringt, die fluchen und ständig über Sex reden? Wenn sie verspottet wird, weil sie sich nicht an diesen Aktivitäten beteiligt? Würde ihr Glaube das aushalten? Und sie ist doch noch ein Kind.
Die medizinische Versorgung hier in Kissidougou, Guinea, ist nicht vergleichbar mit derjenigen in der Schweiz. Immer wieder sind wir mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert, sei es bei den Mechanik-Lernenden in der Werkstatt von Emanuel, den Studierenden an der nahegelegenen Bibelschule oder Menschen in der Nachbarschaft. So habe ich mit der Hilfe einer einheimischen Person begonnen, Heilkräuter im Wald zu suchen und zu verarbeiten. Ausserdem habe ich einen Kräutergarten angelegt.
wünschen sie sich schon lange, denn Verschiedene von ihnen bekommen immer wieder Pflanzen als Heilmittel von uns, wie zum Beispiel Michel:
wintherthur@ sam-global.org
Es ist mir ein Anliegen, immer mehr Heilpflanzen, die Gott uns in der Natur gibt, zu kennen und verarbeiten zu können, um damit Krankheiten vorzubeugen oder zu behandeln. Hier wird die Behandlung mit Pflanzen oft von Geistheilern und Schamanen mit Ritualen ausgeübt. Davon distanzieren wir uns klar. Und selbstverständlich hat die Schulmedizin ihren Platz, aber wir finden, dass auch sie Gott nicht ersetzen darf. Vor einiger Zeit reiste ich mit drei anderen Personen in den Senegal, um an einem Seminar über natürliche Medizin in den Tropen teilzunehmen. Wir konnten viel Neues über die Pflanzen und deren Verarbeitung lernen. Anderes wurde aufgefrischt und es hat uns neu motiviert. Interessant war auch zu sehen, wie das Seminar organisiert wurde. Wir haben schon zahlreiche Kurse durchgeführt, jedoch noch nie während einer ganzen Woche. Als Nächstes kommen die Mechanik-Lernenden in den Genuss einer Schulung. Das
Bei der Ernte auf dem Reisfeld, das vom WerkstattTeam bebaut wird, war auch der grosse und starke Michel, ein Lernender im 2. Lehrjahr, mit dabei. Nach kaum zwei Stunden Arbeit ging es ihm immer schlechter. Bauchschmerzen und Übelkeit plagten ihn. Da erinnerte ich mich, dass ich eine Ageratum conyzoidesPflanze (Leberbalsam) gesehen hatte, und machte ihm ein Getränk daraus. Danach schlief er ein und arbeitete den ganzen Tag nicht mehr. Beim Zurücklaufen sagte er mir, dass es ihm viel besser gehe. Als wir zu den Autos kamen, sah ich die Lernenden lachen und laut und mit viel Gestik miteinander in Kissi, der lokalen Sprache, sprechen. Auf mein Nachfragen hin erklärten sie mir, dass Michel den ganzen Reis, der vom Mittagessen übriggeblieben war, weggegessen hatte. Eigentlich wäre die Idee gewesen, dass alle nach Arbeitsende noch etwas davon bekommen sollten. Doch da war nichts mehr übrig… Das fanden sie sehr lustig – und ich dankte Gott, dass Michel offensichtlich wieder gesund war!
Wenn du deinem Gesprächspartner den Heilsweg erklärst und du den Eindruck hast, dass er ihn verstanden hat, dann ermutige ihn, diesen Schritt zu Jesus bewusst zu tun. Allerdings dürfen wir unser Gegenüber auf keinen Fall zu einer Entscheidung für Jesus drängen. Er sollte auch nicht den Eindruck haben, dass er uns einen Gefallen tut, wenn er sich bekehrt. Er muss dieses innere Verlangen haben, weil es der Heilige Geist in ihm gewirkt hat.
Wenn er sich für Jesus entscheiden möchte, dann können wir ihm ungefähr Folgendes erklären: «Wenn du diese Entscheidung für Jesus jetzt treffen möchtest, dann können wir jetzt mit ihm reden. Du kannst so mit ihm reden, wie du mit mir sprichst. Es kommt nicht auf schöne Worte an.» Ermutige deinen Gesprächspartner, frei und laut zu beten! Nur in Ausnahmefällen ist es hilfreich, dass wir ihm ein Gebet formulieren, das er dann Satz für Satz nachspricht. *
Achte darauf, was der Mensch betet! Manchmal bittet er nicht um Vergebung seiner Sünden und lädt Jesus nicht ein, in sein Leben zu kommen. Sondern er bittet Jesus allgemein, ihm in seinem Leben zu helfen. Wenn das geschieht, solltest du ihm diesen Schritt zu Jesus noch einmal erklären und ihn dann bitten, gerade dafür noch einmal zu beten. Ermutige ihn, dass er diese Bitten ganz klar äussert. Ermutige ihn, dass er in diesem Gebet zu Jesus betet (nicht allgemein zu Gott).
Ich wünsche dir, dass du es erlebst, dass sich Menschen bei dir bekehren.
Dein Beat Abry(Fortsetzung folgt)
* Zum Beispiel, wenn er noch nie laut mit jemanden zusammen gebetet hat und darum grosse Hemmungen hat. Oder wenn jemand so aufgeregt ist, weil er das Gebet selbst formuliert, dass er zuletzt nicht mehr weiss, was er gebetet hat.
Wer Rösli Hirsbrunner begegnet, ist berührt von der sanften Stimme in wohltuend, rundem Berndeutsch und ihrer ganz speziellen Ausstrahlung. Es ist sofort klar, da steht ein Mensch mit Tiefgang vor mir. Sie ist heute 71 Jahre alt und eine treue Mitarbeiterin der Gemeinde Jesu. 16 Jahre EGW Bern, 30 Jahre Vineyard Bern und heute ein wichtiger Pfeiler in der Gemeindegründung von FokusKöniz.
Wer 1952 auf einem Bauernhof im Emmental geboren wird, wächst zwar in einer heilen Natur auf, aber auch in einer anderen Welt. «Ich war eine Express-Geburt, es hat nicht mehr gereicht ins Spital», lacht sie. Rösli ist das zweitälteste Kind von vieren. Als Kleinkind fällt ihr das Laufen schwer. Immer wieder fällt sie um, und es dauert drei Jahre, bis sie zu einem Arzt kommt. Vermutlich verursachte die schwere Hausgeburt eine Hüftschädigung. Bis zum Schulaustritt sind 7 Operationen nötig. «Immer wieder Operationen und tägliche Schmerzen gehörten zu meinem Leben – bis heute, aber aufgeben ist für mich keine Option.»
Zuerst wollen die Eltern Rösli gar nicht in die Schule schicken. «Ich hatte das Gefühl, dass sich meine Eltern für mich schämen. Ich aber habe beim Arzt um einen Platz in der Schule gekämpft.» So kann sie im Schulhaus Reutenen in die 1. Klasse mit gerade mal drei Schülern. Sie wird geplagt, ausgelacht und für dumm erklärt. Durch ihre Einschränkung kann sie nicht mitspielen, turnen und nie eine Schulreise geniessen. Oft kann sie sich nur mit Hilfsgeräten bewegen. «Ich war sowohl in der Familie als auch in der Schule die Aussenseiterin, und das hat meinem Selbstwert sehr geschadet.»
Obwohl im Elternhaus immer wieder über die «Stündeler» geschimpft wird, dürfen die Kinder in die Sonntagsschule. Dort fühlt sich Rösli sehr wohl. Sie taucht gerne in die biblischen Geschichten ein und sie hinterlassen
einen tiefen Eindruck. «Dort in der Sonntagsschule ist ein enorm kostbarer Same in mein Leben gelegt worden.» Manchmal darf Rösli bei der Sonntagsschullehrerin zum Mittagessen bleiben, besonders im Winter, wenn der Weg nach Hause zu mühsam ist. Sie lernt ein komplett anderes Familiensystem kennen und insgeheim wünscht sie sich: «Wenn ich doch so eine Familie hätte.»
Rösli hat den Wunsch, Lehrerin zu werden, was ihr leider verwehrt wird. Es folgt ein halbes Jahr Welschland und im Anschluss beginnt sie eine KV-Lehre in einer sozial tätigen Firma. 25 Jahre ist sie später bei Pro Infirmis als Sekretärin angestellt. Aber die Schmerzen dehnen sich zunehmend auf den Rücken und andere Gelenke aus. Mit 41 nach der 1. Rückenoperation ist Rösli nur noch zu 50 Prozent arbeitsfähig. Nach langem Kampf bekommt sie erst eine halbe, 10 Jahre später dann endlich eine volle Invalidenrente.
Während ihrer Ausbildung wohnt sie in einem christlich geführten Wohnheim. Eine Zeitlang geht Rösli mit einer Freundin regelmässig ins Berner Münster zum Gottesdienst. Dort hört sie gerne den Predigten von Walter Lüthi zu, diesem weit herum bekannten Pfarrer. Immer wieder besucht sie Sing- und Bibelwochen des BLB. Durch diese Verbindung wird sie ein Teil des EGW Bern und singt dort im Chor mit. An einer Evangelisation geht sie nach vorne und macht ihre Beziehung zu Jesus fest. «Ich war schon vorher ein Kind Gottes, aber jetzt habe ich es öffentlich festgemacht.»
Damals kommen die ersten Lobpreislieder in die Gemeinden und verursachen auch Spannungen. «Lobpreis hat mit mir etwas gemacht. Ich versuchte das in der EGW umzusetzen, aber es gab leider auch viel Kritik.» Es war Zeit, in die Basileia, heute Vineyard, Bern, zu wechseln. Dort hat Rösli in vielen Bereichen gedient und ist im Glauben gewachsen. Hauskreisarbeit, Gebetsdienst, Prophetieteam und am Schluss
noch 12 Jahre Deutschunterricht für Menschen aus allen Ländern. Ihr Wunsch, Lehrerin zu sein, erfüllt sich. Seitdem begleitet sie immer wieder auch Kinder fremdsprachiger Eltern beim Lernen.
Und wie geht Rösli mit der ganzen Heilungsbewegung um? Da hat sie ihren Weg machen müssen. Rösli erlebt endlose Gebete um Heilung, aber die Schmerzen bleiben. «Für mich waren die Konferenzen am schlimmsten. Ich bin irgendwann gar nicht mehr hingegangen. Da wurde alles ziemlich aufgebauscht, Druck gemacht und bei mir passierte nichts.» Rösli ist oft am Boden zerstört, stellt sich und ihren Glauben in Frage. Leider bekommt sie auf ihre Fragen keine Antworten. «Mir fehlte die Hilfestellung für Menschen, bei denen keine
körperliche Heilung passiert, und das waren viele.» Irgendwann benötigt sie psychologische Beratung, um aus dieser zusätzlichen Not herauszukommen. «Der Psychologe sagte mir, dass es nicht erstaunlich ist, dass sie viele Patienten aus diesen Kreisen haben. Er konnte mir helfen, die richtige Sicht zu bekommen.»
Rösli wird in ihrer Seele heil. 2018 ist es für Rösli Zeit, die Gemeinde zu wechseln. Der Weg in die Stadt wird immer mühsamer. Sie hört von der Gemeindegründung FokusKöniz, aber etwas hält sie zurück: «Ich hatte so ein verstaubtes und konservatives Bild von einer FEG im Kopf und war dann so positiv überrascht.»
Am Schluss meint sie zu mir: «Je länger ich meine Geschichte betrachte, umso mehr sehe ich, was Gott Gutes daraus gemacht hat!» Wenn das nicht ein Wunder ist!
Als Mehrgenerationengemeinde wollen wir die Beziehung zu Gott feiern und vertiefen, die Beziehungen untereinander stärken, und suchenden Menschen die Botschaft der Versöhnung bekannt machen. Für diese Aufgaben suchen wir Verstärkung!
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6.–8. November 2023
Pastorenkonferenz FEG Schweiz
25. November 2023
Delegiertenkonferenz FEG Schweiz
Wasser ist lebenswichtig. In der Vorbereitung auf eine Andacht zu Psalm 1,3 stiess ich auf den Wasserbedarf-Rechner*, mit dem ich meinen individuellen Bedarf berechnen lassen kann. Aber der Psalmist spricht von einem geistlichen Bedarf: «Der Gerechte ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht.»
Mir fiel auf, dass meine Aufgabe gar nicht darin besteht, «Frucht zu bringen», sondern «mit der Wasserquelle verbunden zu bleiben»! Verhindert wird das Fruchtbringen, wenn meine Verbindung zu Gott unterbrochen wird. Das «Wasser» für geistliches Fruchtbringen besteht im Eintauchen in Gottes Worte, verbunden mit dem Ausgiessen des Heiligen Geistes. Davon brauche ich jeden Tag. Daher will ich erwartungsvoll auf die Worte hören – und der Heilige Geist darf mein Leben prägen. Damit Früchte des Geistes wachsen (Gal 5,22–23).
Und: Es kommt auf den Standort des Baumes an. Am falschen Ort (Psalm 1,2: Spötter, Sünder) fehlt die Verbindung zum fruchtbringenden «Wasser». Das heisst: Fruchtbares Leben gedeiht mit guten Ratgebern und Gemeinschaft mit Mitchristen. Mein Umfeld, dem ich mich aussetze, prägt mich. Vieles lässt sich nicht beeinflussen (Familie, Nachbarschaft, Arbeitsplatz, …). Aber dort, wo ich die Freiheit habe, mit wem und womit ich mich beschäftige, will ich heilsame Beziehungen pflegen. Ich entscheide über meinen Umgang mit digitalen und gedruckten Medien und welchen Stellenwert christliche Gemeinschaft für mich hat.
Der Wasserbedarfsrechner lehrt mich: Für mein geistlich fruchtbares Leben ist der tägliche Wasserbedarf zentral. Ich kümmere mich nicht so sehr um «geistliche Frucht» als vielmehr um das Verbundenbleiben mit dem Wasser, mit Gottes Wort und Geist, die mich tränken. Und wo ich meinen «Standort» beeinflussen kann, wähle ich Menschen des guten Rates und schätze die Gemeinschaft mit Mitchristen.
* www.wasserbedarf-rechner.de
Jürg Buchegger-Müller Leitung FEG Schweiz juerg.buchegger@feg.ch