MoMent Extra-Ausgabe, das Jahresheft 2017/18 (Herbst 2018)

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SoMMErfESt 2018

Jahresheft 2017/2018

MoMent Extra-Ausgabe

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer Herbst 2018

Jahresheft 2017/2018

Jahresheft 2017/2018

der rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Dieses JAHReSHef t, R. David-Freihsl

Die „PäDAgogIScHe PRoVInz“; ein ort „DReIfAcHeR eHRfuRcHt“

T. Richter & L. Weiss . .

Impressum:

Medieninhaber, Verleger, Herausgeber:

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer mit freundlicher Unterstützung des VFWG (Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft)

Absender: 1230 Wien, Endresstraße 100 office@waldorf-mauer.at; moment@waldorf-mauer.at

Verlagspostamt: 1230 Wien

Zulassungsnummer: 13Z039641 M

MitarbeiterInnen: E. Alscher-Bassenheim, N. Berke, R. David-Freihsl, B. Födinger, P. Gluchi, M. Goss, K. Hruza, U. & M. Kaufmann, L. Kameš, T. Richter, K. Rudnicka, B. Schwenk, L. Weiss Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien, aus umweltfreundlicher Druckproduktion

2 _
Extra-Ausgabe
MoMent
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 3
. . .,
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 4 „ Auf KInDeR WIRKt das VoRbIlD, nicht die Kritik “, U. Kaufmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 5 ReSPeKt, B. Schwenk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 6 ReSPeKt – was für ein Wort! N. Berke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 7 ReSPeKt leben leRnen, Peter Gluchi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8 bl
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 9 Die
.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10 Die themen der Abschlussarbeiten der 8 . Klasse 2017/2018 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 1 1 10 .000, Ausschnitt aus der Abschlussarbeit v . lina Hammer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 1 2 Im RoSenHof, da steht jetzt so ein DIng . . ., K. Rudnicka . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 1 2 Pl A StIK – Segen oder fluch, Ausschnitt aus der Abschlussarbeit Philomena goss . . . Seite 1 3 Die 12 . Klasse 2017/2018 und ihre Abschlussarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14 Von DeR ScHule In DIe cHARtS, Kostprobe
von David tirnanić . . . Seite 16 AKtuelleS zum neubAu
Trierenberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schuljahr2017/2018 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 18 gewinn- und Verlustrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 20 eIn fInAnzIelleS Dé Jà-Vu, M. Kaufmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 21 blItzlIcHteR aus dem HoRt, L. Kameš . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 22 PRAKtIScH-KünStleRIScHe eRzIeHung, E. Alscher-Bassenheim . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 24 und nochmals bl ätteRRAScHeln, feuilleton 2, U. Kaufmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26 Diesmal berichten wir
ätteRRAScHeln, feuilleton 1, U. Kaufmann
1
Klasse 2018/2019
aus dem Referat
auf 113, L.

Liebe freunde der rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer!

„Respekt“ ist ein Thema, das unsere Schulgemeinschaft im kommenden Schuljahr und auch noch darüber hinaus begleiten wird.

Doch welche Art von Respekt ist gemeint? Schon im Englischen bietet sich bei diesem Wort eine Vielzahl an möglichen Deutungen an. Von der heute sehr beliebten Slang-Variante des „Hey, respect bro‘“ bis hin zum vehement eingeforderten „Respect“ im Lied von Aretha Franklin. Und auch im Deutschen reicht die Bandbreite vom achtungsvollen „Alle Achtung, Respekt!“ gegenüber einer hervorragenden Leistung –bis hin zum (bei entsprechendem Tonfall) eher altvaterisch-autoritären „Ich erwarte mir mehr Respekt von euch!“

Jener Respekt, um den es hier an unserer Schule nun geht, ist allerdings eher jener, der eine achtungsvolle Haltung seinem Gegenüber widerspiegelt; der einen Funken von Ehrfurcht gegenüber Menschen, Tieren oder auch Gegenständen beinhaltet.

Dies ist allerdings eine eher modernere Bedeutung, die bei diesem Wort mitschwingen kann. Zur Zeit der Gründung der Waldorfschulen hatte das Wort „Respekt“ gemeinhin noch eine eher einseitige Beziehung zu „Respektspersonen“, zur Obrigkeit, zur Autorität. Das waren die Amtsgewalt oder auch das Familienoberhaupt, denen man Respekt entgegenzubringen hatte.

foto- und Bildnachweis:

Seite 1, 3-7, 11, 17-18, 20-21, 28 Nadja Berke

Seite 8, 13, 22 Mark Peters

Seite 24-25 Elisabeth Alscher-Bassenheim

Seite 14-15 beigestellt durch 12. Kl. SJ 2017/18

Seite 10 Lothar Trierenberg

Seite 16 Richard Bointner

Dies war allerdings nicht das Bild, das Rudolf Steiner damals von der Menschheitsentwicklung zeichnete – also vom Menschen in Freiheit, der seine moralische Autorität in sich selbst entwickelt. Steiner sprach daher mehr von Ehrfurcht, weniger von Respekt. Und tatsächlich ist auch heute noch Ehrfurcht die wichtigste Grundlage für einen Respekt im modernen Verständnis.

Mehr zu diesem Thema bietet der Schwerpunkt zu Beginn dieses Jahresheftes. Ein Schwerpunkt, der mit unterschiedlichen und individuellen, sehr persönlichen Beiträgen teils auch heikle und kontroversielle Themen aufgreift – der aber vor allem als Auftakt und Anstoß zur weiteren inhaltlichen und konstruktiven Arbeit gedacht ist.

Herzstück ist – wie immer im Jahresheft – die Dokumentation des vergangenen Schuljahres. Mit Daten, Fakten und auch besonderen Beiträgen zur pädagogischen Entwicklung an unserer Schule.

Mit einem herzlichen Dank für den Einsatz beim Entstehen dieser Ausgabe wünscht viel Vergnügen bei der hoffentlich anregenden Lektüre

_ 3 Jahresheft 2017/2018
SoM MErfESt 2018
Roman David-Freihsl für das beteiligte Redaktionsteam

Die „päDAgogiSchE provinz“: ein or t „DrEifAchEr Ehrfurcht“…

tobias richter & Leonhard Weiss

1949 gab der Rudolf Steiner-Schulverein Wien zur Wiederkehr des zweihundertsten Geburtstags Goethes einen Nachdruck aus dessen Wilhelm Meisters Wanderjahre (2. Buch) heraus: Die pädagogische Provinz. Es war das zweite Heft einer „Baustein Schriftenreihe“. Elf Jahre zuvor hatten die Nazis die Schließung der Wiener Rudolf Steiner-Schule verfügt, und vier Jahre nach Kriegsende sollte doch eine Neueröffnung vorbereitet werden. Die Herausgeber hatten mit Bedacht gewählt. Geht es doch in diesem Kapitel u. a. um eine Frage, die für Goethe – wie auch für Rudolf Steiner bei der Konzeption seiner Pädagogik – von eminenter Bedeutung war:

„Wohlgeborene gesunde Kinder bringen viel mit; die Natur hat jedem alles gegeben, was er für Zeit und Dauer nötig hätte; dieses zu entwickeln ist unsere Pflicht. Öfters entwickelt sich’s besser von selbst. Aber eines bringt niemand mit auf die Welt, und doch ist es das, worauf alles ankommt, damit der Mensch nach allen Seiten zu ein Mensch sei. 1)

Was das sei, weiß der Protagonist nicht zu sagen. Schließlich rufen ihm die Umstehenden die Antwort zu: Die Ehrfurcht sei es, die allen fehle!

Darauf lässt Goethe den Pädagogen schildern, welche Schritte die Kinder bei der Erziehung zur Ehrfurcht zu vollziehen haben: Zuerst lernen sie die Ehrfurcht gegenüber dem Höheren kennen. Das ist das, was man wohl allgemein mit „Ehrfurcht“ verbindet und was die Grimms in ihrem Wörterbuch als Scheu gegenüber etwas zu Ehrendem beschreiben: „Die Vorstellung der Scheu wohnte ehmals schon dem einfachen êra bei, als sie schwand, wurde sie durch den Zutritt von Furcht hergestellt.“ 2) Ehrfurcht vor dem Schöpfer und Erhalter der Welt – auch vor den Eltern und sogar vor den Lehrern, meint Goethe…

Haben die Kinder sich im Empfinden und Praktizieren dieser Ehrfurcht bemüht, gilt es, die Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, zu erüben. Ungleich schwieriger, da es um all das geht, was die Erde an Freuden, aber auch an Schmerzen und Leiden bereithält. Hier wird deutlich, dass damit nur ein Anfang gemacht werden kann und die Übung darin ein Leben lang anhalten wird. Dann schließlich erwartet die jungen Menschen als große Herausforderung, Ehrfurcht gegenüber dem, was uns gleich ist, zu entwickeln.

Heute ist vieles uns gleich geworden – Grenzen, Ränge, Verhaltensformen, Hierarchien (um Gottes willen!) gelten nichts oder immer weniger: Barrierefreiheit – und wahrlich nicht nur für Rollstuhlfahrende – wird überall eingefordert. Auf diesem Feld

der allgemeinen und niederschwelligen Zugänglichkeit Ehrfurcht zu üben, ist schwer. Wir erleben es täglich – und schreiben dann ganze Hefte über Achtsamkeit, Wertschätzung und Ehrfurcht. Goethe hat einen methodischen Vorschlag gemacht, wie diese drei Ehrfurchten – aus deren Zusammentreffen übrigens „die oberste Ehrfurcht entspringt, die Ehrfurcht vor sich selbst“ 3) – gebildet werden können. Das Curriculum der Waldorfschulen versucht, diesen Vorschlag aufzugreifen und Raum zu geben für das, was Goethe „dreifache Ehrfurcht“ nennt –und was wir heute vielleicht eher als Formen der „Achtsamkeit“ bezeichnen würden: Achtsamkeit gegenüber Geistigem, Spirituellem (u.a. durch Heiligenlegenden, Jahresfeste, Weihnachtsspiel,…) , gegenüber der Natur (Ackerbauepoche, Gartenbau, Landwirtschaftspraktikum,…) und gegenüber anderen Menschen (Klassengemeinschaft, Theaterspiele, Orchester und Chor, Schulfeiern, Sozialpraktikum,…).

Getragen ist dieser Versuch von der Überzeugung, dass „die Gefühle, die der Lehrer hat, die allerwichtigsten Erziehungsmittel“ sind“ 4). Es ist die innere Haltung, mit der wir als Erwachsene – ob PädagogInnen oder Eltern – Kindern und Jugendlichen begegnen, welche in ganz besonderer Weise „erzieht“. Steiner hat daher das Bildungskonzept der Waldorfpädagogik u.a. unter drei Maximen gestellt: „Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen. In Liebe erziehen. In Freiheit entlassen.“ 5)

Obwohl nur in der ersten Maxime explizit von „Ehrfurcht“ die Rede ist, verweisen doch alle drei auf Haltungen der Achtsamkeit: gegenüber dem, was das Kind als seinen individuellen biographischen Impuls ins Leben mitbringt, gegenüber dem, was es im Moment des geteilten pädagogischen Prozesses zeigt und gegenüber dem, was der Heranwachsende als Potential seiner zukünftigen Entwicklung besitzt. Was bei Goethe räumlich beschrieben ist, wird damit zeitlich gefasst. Dimensionen einer pädagogischen Haltung der Ehrfurcht bzw. einer Haltung pädagogischer Ehrfurcht.

1 J. W. Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2. Buch, Bd 8, S. 154 Hamburger Ausgabe, DTV 1998

2 Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde. Leipzig 1854-1961. Online-Version vom 18.09.2018.

3 J. W. Goethe: a.a.O. S. 157.

4 R. Steiner: Meditativ erarbeitete Menschenkunde.

Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1994, S. 28.

5 R. Steiner: Notizbuch, Archiv-Nr. NB 242.

4 _ Respekt

„ Auf KinDEr WirKt das vorBiLD, nicht die Kritik “

gedanken zum thema von ursula Kaufmann

Lucifer und Ahasver im freien Fall durch Raum und Zeit, aus dem Himmel verstoßen, weil sie dem Menschen, des Herren Ebenbild, den Respekt verweigerten: herrlich, wie Stefan Heym die beiden Revolutionäre unter den Engeln ihre Auflehnung und Sicht auf den Menschen argumentieren lässt (nachzulesen in „Ahasver“ von Stefan Heym, Erstes Kapitel).

Was sich faszinierend provokant liest, wird im täglichen Umgang miteinander, noch dazu, wenn das Zusammentreffen in einer Schule stattfindet, die sich soziales Lernen auf das Banner heftet, mitunter recht herausfordernd – die Frage nach Respekt. Respekt hat ja vielerlei Facetten – „Ich habe vor großen Hunden unheimlichen Respekt“ heißt ja nichts anderes als „Ich habe Angst vor ihnen“. Darüber werden wir uns ganz schnell verständigen können, dass wir Respekt nicht in dieser Art, nämlich mit Angst verbunden, verstanden wissen wollen. Aber welche Antworten finden wir denn darauf, wie wir Kindern und Jugendlichen respektvollen Umgang beibringen wollen, wenn nicht (mit mehr oder weniger erfolgreichen) Repressalien?

Respektvoller Umgang hat mit Höflichkeit, Achtung und Wertschätzung, Anerkennung von Grenzen zu tun, mit Achtsamkeit meiner Umwelt gegenüber und der Fähigkeit, andere Sichtweisen einnehmen zu können. Dafür ist Empathie nötig, denn wofür ich weder Verständnis noch Mitgefühl aufbringe, damit werde ich auch nicht pfleglich umgehen. Und – je nach Lebensanschauung – auch mit Ehrfurcht (ein großes Wort!) vor dem innersten göttlichen Funken des anderen. All das führt dazu, dass ich mich nicht als Maß aller Dinge sehe, meinen eigenen Bedürfnissen nicht alles unterworfen wird, ich mir selbst und meiner Mitwelt wohlbalancierte Aufmerksamkeit entgegenbringe.

Rudolf Steiner legt dar, wie wichtig für das Kind in seiner Entwicklung nachahmenswerte Vorbilder sind, die es als natürliche Au-

toritäten anerkennt, um zu einem freien, bewussten und selbstgeleiteten Ich heranzuwachsen. Dies birgt einiges an Sprengkraft – denn im Endeffekt kommt es auf uns Erwachsene an, wie WIR leben. Worum WIR uns bemühen. Wie konsequent WIR in unserem Denken und Handeln sind. Was Gott sei Dank bei allem Anspruch nicht heißt, dass wir perfekt sein müssen in der Umsetzung unserer Ansichten und Werte. ABER: Wir müssen darum ringen – und das selbstverständlich ohne große Worte. Wir müssen uns als wahrhaft Suchende und Übende erweisen, wollen wir auf Kinder und Jugendliche positiv einwirken.

Und das ist verdammt unbequem. Denn dann lässt sich Respekt nicht nur einfach einfordern. Dann müssen wir uns bewusstmachen, wo wir unseren Sprösslingen und SchülerInnen zum Beispiel konsequent Grenzen setzen, weil wir uns auch selbst beschränken können. Dann lasse ich mich als Mutter nicht einfach bei einem Gespräch von meinem Kind rüpelhaft unterbrechen, sondern signalisiere ihm, dass ich wohl wahrnehme, dass es etwas möchte, es aber durchaus auch kurz warten kann. Wenn ich mich aber dann meinem Kind zuwende, dann hat es meine volle Aufmerksamkeit (und das Handy darf ruhig läuten, darum kümmere ich mich eben auch später) – dies nur als ein kleines Beispiel von vielen.

So verhält es sich mit der Authentizität und Integrität all unserer Handlungen (und Gedanken!). Da sind Eltern wie LehrerInnen gleichermaßen gefordert.

Wenn wir an Kindern ablesen, dass die Vorbilder, die sie in unserer Welt finden, nicht auf gewünschte Art und Weise wirken, dann sind wir umso mehr in unserer Ausdauer und bewusstem Verstehen um Zusammenhänge gefragt – sowohl in unserer Selbsterziehung wie auch im liebevollkonsequenten Begleiten der Kinder und Jugendlichen darin, wie wir Respekt umgesetzt sehen wollen.

In letzter Konsequenz wäre alles andere nichts deutlich Besseres als Lucifers verachtendes oder Ahasvers bedauerndes Herabblicken auf die Spezies Mensch. Und bestimmt kein Beitrag auf dem Weg zu einer besseren Welt (für’s Paradies wird’s aus jetziger Sicht noch nicht so bald reichen). •

_ 5 SoM MErfESt 2018 Respekt

rE SpEKt

nachgefragt bei unserem Schulwart und den Beitrag zusammengestellt hat Bettina Schwenk, Schülermutter aus der 3. Klasse.

Respekt ist keine frage des geschmacks; er ist die basis einer funktionierenden gemeinschaft . Respekt kommt vom lateinischen „respicere“ und bedeutet wörtlich „zurückschauen“, im übertragenen Sinne vor allem „auf Anerkennung oder Bewunderung beruhende Achtung“ (Duden) gegenüber Personen, Dingen und Leistungen. Das Gegenteil von Respekt ist Missachtung oder Missbrauch. Davon kann Schulwart Wolfgang Seyringer ein Lied singen: kaputte Türen, absichtlich verstopfte Klos, mit Fußtritten „verzierte“ Wände, „Gatschbrocken“ an den Schuhen… Er habe den Eindruck, manchen Schülerinnen und Schülern gehe es regelrecht darum, Dreck zu produzieren, ohne auch nur einen Gedanke daran zu verschwenden, wie es wieder sauber wird. Manchmal sei ein Klassenzimmer so verschmutzt, dass die Putzfrauen dort gar nicht ihrer Arbeit nachgehen können. Sonderlich gestört habe dies bis jetzt offenbar niemanden. Was sind die Gründe für solche Respektlosigkeit?

Herr Seyringer vermutet, dass es darum gehe, sich scheinbar „wichtig“ zu machen, „Paroli“ zu bieten, dass aber auch die Meinung vorherrsche, „den Schaden zahlt eh die Schule (bzw. die Eltern)“. Nach seinem persönlichen Maßstab verhalten sich übermäßig viele SchülerInnen respektlos gegenüber Lehrkräften und/oder Dingen. Es wäre daher dringend an der Zeit, dass Grenzen und Regeln eindeutig klargemacht wür-

den und auf deren penible Einhaltung geachtet werde. Dies stehe schließlich nicht im Widerspruch zu einer individuellen Selbstentfaltung und Erziehung zur Kritikfähigkeit.

Jetzt möge einer sagen, das Schulgebäude sei sowieso alt, es gäbe eben diese großen Fensterscheiben und Kugellampen etc. – aber das wäre ja noch ein weiterer Grund, besonderes Augenmerk darauf zu legen!

Den Ansatz sieht Herr Seyringer bei der Lehrerschaft, die dies den SchülerInnen vermitteln und selbstverständlich auch vorleben sollte. Sie müssten das klare Vorbild sein. Dabei sei natürlich auch die tatkräftige Unterstützung durch die Eltern gefragt. Es helfe nicht, wenn man nur Gespräche führe, aber kein Problemlösungssystem habe. Gewisse Achtsamkeiten müssten eingefordert werden, damit nicht das Gefühl entstehe, es hinge nur vom Willen der oder des Einzelnen ab. Ganz konkret wünscht sich Herr Seyringer, dass die Gangaufsicht für die – zugegebenermaßen teilweise verwinkelten – Bereiche (insbesondere des 2. Stocks) gewissenhaft durchgeführt wird.

Wir sollten dies zum Anlass nehmen, unser Verhalten und das unserer Kinder zu hinterfragen: Zollen wir Menschen und Dingen in unserer Umgebung den angemessenen Respekt? Denn: Respekt ist keine Frage des Geschmacks. Er ist die Basis einer funktionierenden Gemeinschaft. •

6 _ SoM MErfESt 2018
Respekt

rESpEKt – was für ein Wort!

Doch der Begriff kann so vieles bedeuten.

Diese kleine Sammlung an Zitaten soll einen Überblick schaffen, sodass sich jeder sein eigenes Bild machen kann.

„R-E-S-P-E-C-T

Find out what it means to me

R-E-S-P-E-C-T

Take care… TCB

Oh (sock it to me, sock it to me, sock it to me, sock it to me)

A little respect (sock it to me, sock it to me, sock it to me, sock it to me)

Whoa, babe (just a little bit)

A little respect (just a little bit)

I get tired (just a little bit)

Keep on tryin’ (just a little bit)

You're runnin’ out of fools (just a little bit)

And I ain’t lyin’ (just a little bit)

(Re, re, re, re) when you come home

(Re, re, re, re) 'spect

Or you might walk in (respect, just a little bit)

And find out I’m gone (just a little bit)“

– Aretha Franklin, Songwriter: Otis Redding

„Ehrlich und herzlich den gelten lassen, der uns nicht gelten lässt – höchste Noblesse!“

– Marie von Ebner Eschenbach

„Jeder soll als Person respektiert und keiner vergöttert werden.“

– Albert Einstein

„Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten noch vor dem Kaiser kriechen“ – Benjamin Franklin

„Freundschaft fließt aus vielen Quellen, am reinsten aus dem Respekt“ – Daniel Defoe

„Wenn wir nicht auf die Gefühle anderer achten, haben wir keine Richtschnur für unser Verhalten“

– Dalai Lama

„Wir haben eine solch große Idee von der Seele des Menschen, dass wir es nicht ertragen können, von einer solchen verachtet zu werden, und nicht in Achtung einer Seele zu stehen; alles Glück der Menschen besteht in dieser Achtung.“

– Blaise Pascal

„Die Ehrfurcht vor dem Leben....Denen, die sich im Beruf nicht als Menschen an Menschen ausgeben können und sonst nichts haben, um es dahinzugeben, mutet sie zu, etwas von ihrer Zeit und Muße zu opfern. Schafft euch ein Nebenamt , sagt sie zu ihnen, ein unscheinbares, vielleicht ein geheimes Nebenamt. Tut die Augen auf und suchet, wo ein Mensch oder ein Menschen gewidmetes Werk ein bisschen Zeit, ein bisschen Freundlichkeit, ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Arbeit eines Menschen braucht. Vielleicht ist es ein Einsamer oder ein Verbitterter oder ein Kranker oder ein Ungeschickter, dem du etwas sein kannst. Vielleicht ist es ein Greis oder ein Kind... Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die das kostbare Betriebskapital, Mensch genannt, haben kann! An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden! Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für Dein Menschentum findet. Lass dich nicht abschrecken, wenn du warten oder experimentieren musst. Auch auf Enttäuschungen sei gefasst. Aber lass dir ein Nebenamt, in dem du dich als Mensch an Menschen ausgibst, nicht entgehen. Es ist dir eines bestimmt, wenn du es nur richtig willst.“

gesammelt von nadja berke

_ 7 Respekt

rE SpEKt LEBEn LErnEn –

Eine glosse zum thema von peter gluchi

Respekt war einmal gemeinhin eine Einbahnstraße: von Jung zu Alt, von Frau zu Mann, von Mittellosen zu Besitzenden etc. Mittlerweile ist der Wunsch nach genauerer Abstimmung, wer wem Respekt-pflichtig ist, in unsere Gesellschaft gedrungen. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat dazu einen Kanal geöffnet, der „das Ringen um Respekt in der Gesellschaft als Kampf um symbolisches Kapital in bestimmten Gesellschaftsbereichen“ erklärt. Das Resultat der Eigenschaften, die ein Individuum auszeichnen, nennt er zusammenfassend „Symbolisches Kapital“. Nach den unterschiedliche Arten unterscheidet er im Sozialen persönliche Ressourcen wie Netzwerke und Kontakte; kulturell gesehen zählen Bildung, Titel (zum Beispiel ein Schulabschluss) und wertvolle Kulturgüter dazu, und natürlich spielt alles, was ich direkt in Geld umwandeln kann – also persönlicher Besitz – auch eine entscheidende Rolle.

Betrachten wir nun unsere Schule, wo sich unsere Kinder ja bewegen, treten Differenzen zutage, wer wem warum (keinen) Respekt entgegenbringt. Alter, Geschlecht und unterschiedliche Maßstäbe in den Familien beeinflussen dies naturgemäß. Auch von Freundeskreis zu Freundeskreis und ganz allgemein von kulturellem Milieu zu Milieu, von Land zu Land gibt es Unterschiede.

Der Reflex, es gebe ja Grundfeste des Respekts, ist hier natürlich angebracht. Die mutwillige Missachtung der Würde anderer Menschen und deren Arbeitsleistung – wie dies etwa gegenüber unseren Putzfrauen in einer teils schon an Schikane grenzenden Intensität praktiziert wird – übertritt jedenfalls unbestritten den „Spielraum“ des Respekts.

Warum tun das die Kinder? Sind sie sich im Klaren, dass unterschiedliches Symbolisches Kapital ihre Handlungen “intuitiv“ lenkt? Und ist es immer so klar und offensichtlich wie im Beispiel mit den Putzfrauen? Wie tief geht Respektlosigkeit, und wo sind die Grenzen bei diffizileren Konstellationen?

Im Allgemeinen sind doch bestimmte Eigenschaften oder Leistungen Grundlage für Anerkennung. Aber nicht alle werden gesamtgesellschaftlich in gleicher Weise als wertvoll betrachtet: Es gibt viele Leistungen, denen eine mindere Rolle zugeordnet wird. Zu ersteren zählen zum Beispiel, bezahlt zu arbeiten oder Zivilcourage zu zeigen. Zu letzteren gehören zum Beispiel unbezahlte Arbeiten,

die daheim, in sozialen Einrichtungen oder im Grätzel geleistet werden.

Natürlich besteht bei uns Konsens, dass beide oben genannten Bereiche Gründe für gegenseitigen Respekt sind. Vielleicht gibt es Personen, die letzteres „intuitiv“ als nicht respektabel „leben“? Wie wir wissen, wirkt ein (bloßes) Bekenntnis gegen Abwertung schwächer als unbedachte Gesten und gesetzte Handlungen, die Respekt mindern. Die Putzfrauen unserer Schule leisten jedenfalls bezahlte Arbeit – und dennoch mangelt es ihnen gegenüber an Respekt.

Was tun? Darüber zu reden ist eine Möglichkeit, was im Moment auch geschieht. Kann bei einem Ohr hinein- und beim anderen wieder hinausgehen. Einprägsamer als Worte sind Erfahrungen: die Erfahrung zum Beispiel, wie wertvoll die Reinigung oder Instandhaltung des Schulgebäudes ist, wenn (alle?) Schülerinnen und Schüler einer betreffenden Klasse in deren Freizeit – also etwa während der Mittagspause oder nach dem Unterricht – nach Anleitung der Putzfrauen und/oder des Schulwarts über mehrere Male deren Tagespensum verrichten dürfen. Aber vielleicht ist unseren jungen Menschen ja nur der Übermut, die bewusste Provokation, der Wettstreit im Coolsein im Wege. Denn in ihrem Innersten wissen sie ja, was sich gehört (auch Putzfrauen gegenüber).

PS: Dies ist eine Glosse (die zeigt, was mensch so denken kann) und keine Handlungsanleitung oder -aufforderung. Die Entscheidung über tatsächlich durchgeführte Maßnahmen oder Konsequenzen obliegen naturgemäß den Betroffenen und Verantwortlichen.

8 _ Respekt

BL ättErr A SchELn

feuilleton 1 vom 07.03.2018 von ursula Kaufmann

Liebe Elterngemeinschaft!

Feuilleton – das war ursprünglich eine Zugabe zu einer Zeitung, die „in betont persönlicher Weise die Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten des Lebens schildert und versucht, ihnen eine menschlich bewegende, erbauende Seite abzugewinnen“ (Claudia Mast, ABC des Journalismus). Das Feuilleton hat ein freies Format, behandelt dieses und jenes im Plauderton, besitzt daher im besten Fall Unterhaltungswert und hinterlässt dennoch Informationen zu Interessantem.

Ganz in diesem Sinne hat sich der SLKK vorgenommen, in unregelmäßigen Abständen Eindrücke und Gedanken aus der Konferenz- und Kollegiumsarbeit mit Ihnen zu teilen, damit Sie, liebe Eltern, sich ein immer lebendigeres und greifbareres Bild von der Schule machen können, der Sie Ihr Kind anvertrauen.

Heute – Darf‘s a bisserl mehr sein?

Was ist das Schöne an der Schule? Die Ferien, richtig. Wir alle freuen uns darauf, nutzen sie für Erholung, Reisen, Fortbildung, um lang Liegen-gebliebenes aufzuarbeiten… also alles, was auch Freude macht. Freude hält jung, macht uns zu angenehmen Zeitgenossen, ist ansteckend. Man kann also gar nicht genug davon verbreiten.

Ein Phänomen, das uns diesbezüglich jedoch immer häufiger beschäftigt, sind Ankündigungen (ja, oft nicht einmal Anfragen, sondern Ankündigungen!) von Eltern, dass sie ihr Kind ein paar Tage (’s darf auch schon mal eine Woche sein) vor oder nach Ferientagen vom Unterricht entschuldigen. Grund?

Die Ferien liegen heuer überraschend dort, wo sie liegen, und man hat mit anderem gerechnet; der Schnee ist erwartungsgemäß in der Woche vor den Semesterferien noch pulvriger, der Flug Mitte der Woche zeitlich viel besser und obendrein günstiger, das Singen der Wale zwischen Osterferien und Pfingsten besonders lieblich…

So nachvollziehbar uns das einerseits scheint, so wenig wollen und können wir das unterstützen. Denn wir haben einen Auftrag, den wir gern ernst nehmen: einen Bildungs- und Erziehungsauftrag.

Es besteht ja Schulpflicht in Österreich, ein oft missverstandenes Phänomen: nicht die Kinder MÜSSEN in die Schule gehen, sie DÜRFEN. Die Pflicht liegt bei den Eltern, den Kindern das zu gewährleisten. Wir PädagogInnen brauchen für unsere

Arbeit Übereinkünfte, die verlässlich halten. Das gibt nämlich den Kindern Sicherheit, die Möglichkeit, sich in gute Gewohnheiten einzufinden und Dinge zu erüben und zu lernen – eine Grundvoraussetzung, seinen eigenen Willen und somit die Grundlage für ein eigenständig geführtes Leben zu entwickeln. Denn Unpünktlichkeit, mangelndes Zeitmanagement, ewiges Dazwischenreden, keine Hausaufgaben, fehlende Unterlagen… gründen oft und oft in schwächelnden Willenskräften, seltenst in fehlenden kognitiven Fähigkeiten. Daher bieten wir auch viel an, um die Entwicklung eben dieser Willenskräfte zu fördern.

Wer Lust hat, sich mit der Sichtweise der Waldorfpädagogik auf dieses Phänomen zu beschäftigen, der tut es dem Kollegium nach und liest von Valentin Wember „Willenserziehung –60 pädagogische Angaben Rudolf Steiners“. Damit haben wir uns schon im letzten Sommer, in den Ferien und in unserer Konferenzwoche und darüber hinaus bis jetzt beschäftigt.

Ach ja, ferien – zum Schluss noch aus unserer Schulordnung: §7) "Beurlaubungen von Schülern können in dringenden Fällen auf schriftlichen Antrag der Eltern von der zuständigen Konferenz gewährt werden, bei längerer Dauer durch die zuständige Konferenz und (für den Pflichtschulbereich) den Stadtschulrat. Ein begründeter Antrag ist mindestens 10 Tage vorher einzureichen. Wird ein Erholungsaufenthalt für einen Schüler notwendig, ist eine ärztliche Bescheinigung beizufügen.“

„Darf’s a bisserl mehr sein?“ „Nein, danke, das ist für diesmal alles!“

Bis zum nächsten Blätterrascheln! •

_ 9
aus dem SLKK

Die 1. Klasse 2018/2019

Der 56. Jahrgang seit gr ündung der Schule.

Steckbrief

uRSulA boScH . . . . . . und die Kinder der 1 . Klasse am 1 . Schultag

Geboren: am 27. Oktober 1963 in der Schweiz

Familienstand: ledig

Schule: Primar-, Mittelschule und Gymnasium, Matura in Aarau

Ausbildung: Klavierlehrdiplom Konservatorium Bern, Sozialpädagogik SOS-Colleg Wels, Fernstudium Waldorfpädagogik Jena

Beruflicher Werdegang:

Klavierunterricht an verschiedenen Musikschulen, seit 1994 an der Freien Musikschule Wien

3 Jahre Eurythmiebegleitung an der Rudolf Steiner-Schule Pötzleinsdorf

10 Jahre Korrepetitorin Universität für Musik Wien

9 Jahre Betreuung und Lernunterstützung im SOS Kinderdorf Hinterbrühl

Ignàcio Coutinho-Altenburg

Constantin Czujan

Aurora Dehn

Timo Giannelos

Martha Herzfeld

Moritz Hofmann

Finn Horvath

Lina Horvath

Amalia Hutkova

Lesana Hutkova

Aliki Jacoby

Alba Kometer

Simon Kurz-Wagner

Lukas Lehner

Philip Luf

Dorotea Markovic

Julius Melchinger

Isidor Micksche

Leo Osterbauer

Luisa Persoglio

Alma Schaller

Elora Schibranji

Casimir Schluricke

Noa Schwartz

Marlena Stiegholzer

Luis Streimelweger

Mathias Tobler

Carolina Zbrozek

Anatol Zott

10 _ die 1. Klasse

Die thEMEn der ABSchLuSSArBEitEn der 8.

Klasse 2017/2018

Amelie Bengesser Entstehungsgeschichte Taekwondo

Paul Berke B ogenbau

Catriona Binder Tiergarten Schönbrunn

Carolyn Caemmerer Sehen wir mit den Augen oder dem Gehirn?

Benjamin Czech Viennahearts

Alexander Ebner Internet-Netzwerk

Valerie Födinger Angst – keiner will sie und doch brauchen wir sie

Philomena Goss Plastik – Segen oder Fluch?

Mateusz Habdank-W. Thermologie

Lina Hammer Kurzgeschichten

Jonah Hill Kaffee

Paul Kaufmann Modellbau

Raphael Krieger Hiphop

Sina Leser Fotografie

Nuria Moosbrugger Die Ukulele

Makhare Ninidze Musik – Einfluss auf unseren Körper

Lara Peska Massentierhaltung

Mia Scholz Hundeerziehung

Jakob Skerjanz Mondlandung

Natan Steinbach Computer-Hardware

Jana Svoboda Die Geschichte der Kosmetik

Julian Tesch Alle Dinge sind Gift – nur die Dosis machts

Anna Vogt Horsemenship

Samuel Wetter Le Maccine di Leonardo

Amelie Wolf Der Klimawandel

Lucia Wünsch Maskenbildner und Visagisten

_ 11 Abschlussarbeiten
der 8. Klasse
Die 1. Klasse im SJ 2010/2011 Die 8. Klasse im SJ 2017/2018

10.000

Ausschnitt aus der Abschlussarbeit von LinA hAMMEr, Schülerin der 8 Klasse (SJ 2017/18)

Zehntausende liegen nebeneinander. Sie formen eine Decke. Ich lege sie zusammen, aber manche brechen aus; manche wollen nicht. Ich streiche sie nach hinten. Ich will, dass sie in derselben Richtung, auf die gleiche Art liegen.

Es müssen Hunderttausende sein. Zigtausende sind falsch.

Ich führe sie zusammen, doch ein Haufen will nicht gehorchen. Ich nehme sie und lege sie zu den anderen; ich sehe, dass sie es nicht wollen. Sie wollen ausbrechen.

Ich ärgere mich und schiebe sie unter die anderen, damit die sie festhalten, aber sie ziehen sich hinaus.

Ich wickle sie ineinander und schiebe sie wieder fest unter die anderen. Sie fügen sich. Doch jetzt sehe ich eine andere Stelle, wo sich manche befreit haben.

Wie ich zu denen greife, lösen sich die ersten wieder.

Ich beginne von neuem.

Ich lege sie alle zusammen und führe sie ganz langsam und ganz fest nach hinten. Jetzt liegen sie alle perfekt da. Doch ich sehe viele kleine abstehen, die sich, egal wie oft ich sie führe, nicht lenken lassen.

Und die langen brechen auch wieder aus.

Ich lasse sie fallen und gehe ohne Zopf aus dem Haus.

im roSEnhof, da steht jetzt so ein Ding…

Die freichristliche Religionsgruppe hat sich dieses Jahr mitunter mit dem Thema Umweltschutz beschäftigt. Wir haben gemeinsam den Film "Plastic Planet" angeschaut, der uns unmissverständlich vor Augen führte, wie viel Plastik in den verschiedensten Formen produziert wird. Aber: Es wurde auch klar, wie bald und planlos das gerade eben produzierte Plastik auch schon wieder im Müll landet. Mittlerweile sind unsere Meere überfüllt von Plastikflaschen, -sackerln und allerlei Mikropartikeln, die unsere Fische als Nahrung zu sich nehmen. Es gibt sogar schon einen Müllkontinent, der von der UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur als Staat proklamiert wurde, um auf das weltweite Problem aufmerksam zu machen. Das sind traurige Bilder. Keine schöne Zukunft...

Was können wir also tun? Auch in unserer Schule werden Plastikflaschen angeboten, die nicht immer ordentlich in der dafür vorhergesehenen Recyclingtonne landen. Es gibt Berichte von SchülerInnen,

die täglich 2 l Plastikflaschen kaufen usw., sodass wir schließlich auf die Idee kamen, unseren hausinternen Konsum dahingehend einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dafür bauten wir einen transparenten Behälter, in den wir über zwei seitliche Öffnungen unsere leeren Plastikflaschen sukzessive werfen können, um das enorme Anwachsen einer Menge von Plastikleergut mit Fotos zu dokumentieren. So soll uns allen anschaulich vor Augen geführt werden, wie viele Plastikflaschen in der gesamten Schulgemeinschaft mehr oder weniger gedankenlos konsumiert werden. Uns war es zudem wichtig, ein Upcycling-Objekt zu kreieren. Kurz vor Weihnachten begannen wir damit, das Projekt mit Zeichnungen und Listen ganz genau zu planen, die konkrete praktische Umsetzung vorzubereiten und den Materialbedarf zu erheben. Die SchülerInnen überlegten gemeinsam, wer uns dabei unterstützen könnte, und schrieben Einladungen an diverse LehrerInnen. Frau Gössl-Hiesböck und Herr Seyringer waren die Einzigen, die diese

Einladung jeweils annahmen und uns in der nächsten Religionsstunde besuchten. Beiden leuchtete unsere Idee sofort ein, und sie sicherten uns ihre tatkräftige Unterstützung zu. Sobald es etwas wärmer würde, wollten wir mit der Arbeit beginnen. Bis dahin erstellten wir Konzepte und bereiteten den Gang durch die Klassen zwecks Aufklärung der MitschülerInnen vor. Diese Aufgabe wurde von SchülerInnen der 8. Klasse übernommen, welche unser Vorhaben schließlich kompetent vorstellten. Als das Wetter dann milder wurde, konnte die Arbeit endlich beginnen.

Mit Herrn Seyringer und Frau GösslHiesböck, die sogar ihre freien Tage mittwochs für uns opferte, suchten wir im Schulhaus nach geeigneten Materialien und besprachen Form und Größe sowie Design. Dann wurde in nur wenigen Stunden mit vereinten Kräften gebaut, geschraubt, gehämmert und Draht gespannt. Und da steht er nun, unser Turm – gut an der Wand im Rosenhof befestigt.

12 _ 8. Klasse

pLAStiK – Segen oder fluch

Ausschnitt aus der Abschlussarbeit von phiLoMEnA goSS, Schülerin der 8 Klasse (SJ 2017/18)

Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, da ich einmal von einer Insel aus Plastik hörte. Meine Vorstellung von einer solchen Plastikinsel war jedoch eine ganz andere als die Wirklichkeit: Ich hatte eher aufblasbare Inseln im Sinn, wie man sie im Schwimmbad verwenden kann. Die Wahrheit ist jedoch viel trauriger.

Zunächst hatte ich noch andere Themen, die mich interessierten… doch am Schluss entschied ich mich für das Thema „Umweltverschmutzung“, da ich hoffte, ich könnte durch das Referat auch anderen mitteilen, wie gefährlich Plastik eigentlich ist. Denn auch wenn es auf den ersten Blick praktisch, unkompliziert und billig wirkt: Wer genauer hinter die Kulissen blickt, erkennt in Plastik eine große Gefahr. Es wird auch noch in 1000 Jahren da sein – auch wenn wir es nicht mehr sehen können. Und es wird überall sein: in der Erde, in unseren Nahrungsmitteln, in uns selbst… und dort noch großen Schaden anrichten.

Das Beste wäre daher, wenn wir auf Plastik nach Möglichkeit verzichten. Jede und jeder von uns kann und muss bei sich

selbst beginnen, denn die Entscheidung wird schon beim Einkaufen getroffen: Muss ich wirklich dieses Shampoo kaufen, nur weil es so gut riecht? Brauche ich jene Hautcreme mit „Peeling-Effekt“ unbedingt?

Auch in der Mode haben wir viele Möglichkeiten, Plastik zu vermeiden, indem wir schicken Pullovern und Blusen aus Polyamid oder Polyester ausweichen und besser zu Kleidung aus Baumwolle oder Leinen greifen.

Wir können unser Getränk in Flaschen aus Glas oder Metall füllen, anstatt jeden Tag Limonade in PET-Flasche zu kaufen, und wir können uns überlegen, ob wir die Schokolade oder die Gummibärchen wirklich haben müssen oder doch besser darauf verzichten können.

Und... wir können uns hübsche Einkaufstaschen aus Stoff zulegen und zukünftig „Nein danke“ zu den in Kaufhäusern und Supermärkten angebotenen Plastiksackerln sagen.

Beginnen wir bei uns selbst, die Welt vor weiteren Tonnen Plastik zu bewahren! •

Zum einen ist er so stabil gesichert, zum anderen sollte er zusätzlich auch von oben befüllt werden können, damit sein volles Fassungsvermögen, die sprichwörtliche Luft nach oben, bis zum Schluss genützt werden kann.

Dieses Projekt ist unser kleiner Beitrag, um unser aller Konsumverhalten näher zu erforschen.

Natürlich fühlen wir uns verantwortlich, die Flaschen am Ende des Projekts gemeinsam zu entsorgen und den Turm wieder in seine Teile zu zerlegen, sobald er seinen Zweck erfüllt hat. Es geschieht leider manchmal, dass schnell etwas gebaut wird und später ohne Funktion achtlos im Keller landet. Uns hat jedenfalls die umfassende Notwendigkeit, quasi mehrfach zu recyclen, absolut überzeugt.

Wir sind DIE neue Generation, die achtsam ihre Umwelt gestaltet, die nicht wegsieht und die ihren Müll nicht liegen lässt.

Vielleicht gelingt es uns auch, aus den Plastikflaschen etwas Neues herzustellen… Wir werden sehen. Für praktische Mithilfe und kreative Anregungen sind wir dankbar. Gemeinsam bereitet die Arbeit mehr Freude!

If it´s not good for all, it's not good at all.

Wir sind gespannt, wie lange es dauern wird, bis sich der Turm füllt und ob sich die Schulgemeinschaft von unserer Idee anstecken lässt.

Die Freichristliche Religionsgruppe & Kamila Rudnicka mit der unentbehrlichen Unterstützung von Gabriele Gössl-Hiesböck und Wolfgang Seyringer •

_ 13 8. Klasse

Der 44. Jahrgang seit gr ündung der Schule Die 12. Klasse 2017/2018

Beginn im September 2006 mit Jörg Wohlmacher, ab SJ 2014/15 mit Stefan Albrecht

In der 12. Klasse waren ...

Kiyan Alaei

Camillo Arbter

Katharina Berg

Paul Böhm

Aurelia Caemmerer

Sandor Filipic

Leena Fleischmann

Fiona Füreder

Sofie Anna Gattinger

Valerie Gibiser

Naomi Hader

Florian Hye

Robyn Kovacs

Ines Mäutner

Clara Mayer

Antonia Peer

Fahime Rahimi

Valentin Rumetshofer

Leon Schadl

Ariane-Fiora Stella

Julia Svoboda

Rachel Nina Svoboda

David Tirnanić

Florian von Gässler

Fabian Weingartner

Jakob Wess

Die Klasse haben zu einem früheren Zeitpunkt verlassen:

Benedek Adam

Chab Lara-Antonella

Delfin Bianca

Engelbrecht Katharina

Fischer Adrian

Freuis Sion

Gatterer Luis Leon

Gattringer Pascal

Greiner Marlene

Gross Rebecca

Kudier Nabaa

Lernpeiss Lea

Libardi Lioba

Mohseni Alireza

Pelzl Marilou

Reifner Moritz Michael

Roninger Stephanie

Schattovits Rebecca

Schlauss Fiona

Weinfurter Laura

Wickl Valerie

Wittmann Bettina

14 _ die 12.
Klasse

Abschlussarbeiten der 12. Klasse 2017/2018

Alaei Kiyan

Regionalwährungen

Berg Katharina

Lipsway

Buch ohne Plan

Böhm Paul

Werkln, bis es klingt und tönt Instrumentenbau

Caemmerer Aurelia

Mit einem Atemzug

Apnoetauchen

Filipic Sandor

Die märchenhaften Geschichten des Universums

Fleischmann Leena

Pferde als Gesundheitsfaktor

Füreder Fiona

Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Hund

Gattinger Sofie Anna

Körpersprache in der Kommunikation mit Schwerpunkt auf Gesicht und Hände

Gibiser Valerie

Bühnenbild

Von der Idee zur Umsetzung

Hader Naomi

Rock around the clock

Ein Abriss von Rock'n'Roll bis Techno

Hye Florian

Vorsicht! Lebensgefahr! Hochspannung

Kovacs Robyn

Nadeln im Körper

Bodymodification

Mayer Clara

Ein Miteinander auf natürlichem Weg

Natural Horsemanship

Peer Antonia

Die (nicht immer) nackte Wahrheit Aktmalerei

Rahimi Fahime

Von der Faszination der Primzahlen

Rumetshofer Valentin Wir müssen reden!

Noch besser geht's, wenn man weiß, wie

Schadl Leon

Telepathie

Unsere unterentwickelte Fähigkeit der übersinnlichen Kommunikation

Stella Ariane

Hands On

Meine Zeit mit HRH Bentley R-Type

Svoboda Julia

Gesang

Einige Aspekte der menschlichen Stimme

Svoboda Rachel

Das Schmuckhandwerk

Tirnanić David

Von der Schule in die Charts

Rap als Ausdrucksform

von Gässler Florian

Von Pfeifen und solchen, die noch welche werden wollen

Weingartner Fabian

Guter Rad ist teuer

Vom Schrotthaufen zum Rennrad

Wess Jakob

Mein Segelboot

_ 15 ihre Abschlussarbeits-Themen

Mythos

von DEr SchuLE in DiE chArtS

DAviD tirnAniĆS 12.KL ASS-rEfEr At BEhAnDELtE DEn „r Ap ALS AuSDrucK SforM“. lesen Sie nachfolgend eine Kostprobe seines talents:

Unfruchtbarer Waldboden, Landzonen, Brandroden/ und das alles für das Drucken der Banknoten/ Naturvölker sterben, die Welt zerbricht in Scherben/ Wir träumen von dem Himmel, doch bringen die Hölle auf Erden/ Die Erde ist am Brennen, wir schenken ihr keine Erholung/ Mittelpunkt, Kim Jong-un, atomare Bedrohung/ Guck an diesen Tagen in den Himmel hinauf/ Du siehst die Wolken verschmelzen mit dem giftigen Rauch/ Den Zerfall der Erde können nicht mal hundert Mann verhindern/ Der Horizont färbt sich schwarz - nuklearer Winter/ Menschen wollen Geld haben – Pelz tragen – Benz fahren/ alles sehen und kennen auf der Weltkarte/ Wir leben in Frieden, der kaum noch hält/ und machen buntes Papier in einer grauen Welt/ Wir wollen nicht hinsehen, still leben, nichts geben/ Doch wenn wir weiter so machen, wird es bald Nichts geben/ Das Leben beißt zu wie das Maul einer Python/ Geld ist nur Papier, und der Frieden nur ein Mythos/ Wir schicken Raketen ins All/ und lassen unseren eigenen Planeten zerfallen/

Rap [ræp] (englisch rap „Plauderei, Unterhaltung“; englisch to rap „plaudern, schwatzen“) ist ein schneller, rhythmischer und markanter Sprechgesang in der populären Musik und Teil der Kultur des Hip-Hop.

To rap (deutsch: „klopfen“ bzw. „pochen“) deutet die Art der Musik und des Sprechgesangs an. Heute hat sich der Rap teilweise von seinen Wurzeln gelöst und wird auch in anderen Musikstilen eingesetzt, zum Beispiel in Pop, Eurodance, Crossover, Digital Hardcore und Nu Metal. Besonders im Bereich unkommerzieller Rap-Musik, wie dem sogenannten Untergrund-Rap, ist eine deutliche Abgrenzung zur ursprünglichen Hip-Hop-Musik erkennbar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rap | 05.09.2018, 11:13

16 _
aus
12.
der
Klasse

AKtuELLES zum nEuBAu auf 113

Wie Sie sicher bemerkt haben, haben Abriss und Neubau unseres Hauses „113“ noch nicht begonnen. Geplant war ein Baubeginn in diesem Sommer, aber durch die Einsprüche der Nachbarn hat der Baubescheid vorerst seine Gültigkeit verloren, und die Entscheidung liegt beim Wiener Verwaltungsgericht. Dort liegt sie immer noch, auch wenn die Frist für eine Bearbeitung schon lange verstrichen ist.

Trotzdem haben wir nach langem Abwägen entschieden, gewisse Vorbereitungen und Übersiedlungen bereits während der nunmehr vergangenen Sommerferien durchzuführen, damit im Falle eines Baubeginns – wann auch immer dieser stattfinden möge – alles schnell gehen kann.

Die Ersatzquartiere in der Maurer-Lange-Gasse wurden schon vor einiger Zeit angemietet und stehen auch weiterhin zur Verfügung. Der Kindergarten ist im Sommer aus dem Dachgeschoß in Räumlichkeiten der KarlSchubert-Schule übersiedelt, da ein spontaner Umzug während des Schuljahres zu viel Unruhe bringen würde. Der Hortcontainer steht jetzt schon im Rosenhof des Schlössels – dies vor allem, weil die Genehmigung für die Container nicht mehr verlängerbar war! Der Hortbetrieb findet aber vorläufig noch zur Gänze auf „113“ statt; die „Großen“ sind jetzt in den ehemaligen Räumen des Kindergartens untergebracht.

Auch die Handarbeit für die Oberstufe (Korbflechten, Weben etc.) ist bereits übersiedelt und findet jetzt im neu ausgebauten Dachgeschoß auf „100“ statt.

Nur die Übersiedlung der ersten vier Klassen steht noch aus, da wir zwar mit einer positiven Entscheidung rechnen, aber natürlich nicht mit Sicherheit wissen, ob und wann diese kommt.

Jedoch: Das Warten hat ein Ende! Am 12. September 2018 gab es ein sehr intensives und gutes Gespräch

mit der zuständigen Richterin am Verwaltungsgericht gemeinsam mit dem Projektleiter unseres Architekturbüros, Gordon Selbach, und Engelbert Sperl. Bei diesem Gespräch konnte der Richterin gegenüber gut dargelegt werden, warum wir genau dieses Projekt in dieser Form bauen wollen und müssen, und wie unsere Lage in der Schule derzeit ist. Die Richterin war sehr interessiert und auch sehr begeistert von dem Vorhaben, was wir als gutes Zeichen werten. Trotzdem wird es dazu noch einen Verhandlungstermin geben, da auch das Verwaltungsgericht ein ordentliches Verfahren einhalten muss, um eine solide Entscheidung zu treffen. Diese Verhandlung ist für den 28. September anberaumt, eine Entscheidung fix für den Oktober zugesagt. Jetzt heißt es also Daumen drücken, damit dieser Termin für uns erfolgreich ist!!

Sobald wir einen gültigen Baubescheid haben, wird der Auftrag an die Baufirma freigegeben, damit die Arbeiten zum ehestmöglichen Zeitpunkt beginnen können.

Für den Vorstand

Lothar Trierenberg

_ 17 SoM MErfESt 2018
Bau 113

Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im vergangenen Schuljahr

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

° im Kindergarten

Frau Birgit Bokorny

Frau Nina Chab

Frau Ursula Dotzler

Frau Beate Droppelmann

Frau Anja Herkommer

Frau Ursel Hielscher

Frau Silvie Hochwarter

Frau Christina Huber

Frau Chizuru Iwasaki

Herr Michael Knopp

Frau Jessica Melchinger

Frau Ute Reumann

Frau Esther Schmidt

Frau Martina Schmidt

Frau Cosima Schubert

Frau Milica Simovic

Frau Eva Sindelek

Frau Isabella Skarek

Frau Magdalena Sperl

Herr Michael Svoboda

Frau Claudia Tiedge

Frau Michaela Tobler

Frau Christine Zabransky

° im Hort

Frau Betsabeh Aghamiri

Frau Elisabeth Dragschitz

Herr Gerald Grestenberger

Frau Ursula Iragorri

Frau Lena Kameš

° in der Verwaltung

Herr Ewald Braunstein (Küche)

Frau Sandra Fessl (Küche)

Frau Susanne Genswein (Schulsekretariat)

Herr Gias Kazi (Küche)

Frau Jelena Milosevic (Reinigung)

Frau Sonja Mlineritsch (Schulsekretariat)

Frau Ulrike Nedved (Buchhaltung und Lohnverrechnung)

Herr Fred Samec (Küche)

Herr Wolfgang Seyringer (Schulwart, Haustechnik)

Frau Nermina Sisic (Reinigung)

° im Vorstand

Herr Stefan Albrecht (Kollegium)

Herr Heinz Genswein (Kollegium)

Herr Martin Kaufmann (Eltern, Kassier)

Herr Gerhard Rumetshofer (Eltern, Schriftführer)

Frau Karin Schadl (Eltern)

Frau Eva Sindelek (Kindergarten)

Herr Engelbert Sperl (Eltern, geschäftsführender Obmann)

Herr Lothar Trierenberg (Eltern)

Frau Rita Welte (Kollegium, Direktorin)

18 _
SoM MErfESt 2018

Schuljahr 2017/2018

° in der Pädagogik

Herr Stefan Albrecht (Musik, Chor, Orchester, Tutor 12. Kl.)

Frau Carina Allerberger (Mathematik, Darstellende Geometrie, Vermessungspraktikum, Tutorin 11. Kl.)

Frau Elisabeth Alscher-Bassenheim (Buchbinden, Kartonage, Handarbeiten, Schneidern, Landwirtschaftspraktikum)

Frau Julia Bayer (Musik, Musik - Chor)

Frau Christine Bolleter (Handarbeiten, Klassenlehrerin 4. Kl., Spielturnen)

Herr Jakob Butschle (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Ekaterina Chebova (Russisch)

Frau Ulrike Cibulka (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Sonia Maria Cruz Martinez (Spanisch)

Frau Stefanie Czellary (Handarbeiten)

Frau Christiane Dostal (Klassenlehrerin 6. Kl., Religion - freichristl. Unterricht)

Herr Holger Finke (Kunstgeschichte, Mathematik, Physik)

Herr Heinz Genswein (Werken, Physik)

Frau Marion Giannelos (Klassenlehrerin 5. Kl., Englisch)

Frau Olga Glazkova (Russisch)

Frau Gabriele Gössl-Hiesböck (Werken, Tischlern)

Frau Krishna Hader (Handarbeiten)

Frau Andrea Haensel (Biologie - Umweltkunde, Sport)

Frau Tanya Hanna (Eurythmie)

Frau Franziska Heller-Meixner (Biologie, Forstpraktikum, Chemie, Geographie)

Herr Manfred Hofer (Klassenlehrer 3.Kl., Spielturnen)

Herr Johannes Ickelsheimer (Chemie)

Frau Teréz Illés (Musik)

Frau Dagmar Jeserschek-Bubik (Religion - Christengemeinschaft)

Frau Ursula Kaufmann (Deutsch, Theaterprojekt, Religion - Ethik, Tutorin 10. Kl.)

Frau Angelika Kellner (Englisch, Französisch, Tutorin 9. Kl.)

Herr Alfred Kohlhofer (Bildhauen, Plastizieren, Tutor 11. Kl.)

Frau Welmoed Kollewijn (Eurythmie)

Frau Monika Kossdorff (Eurythmie, Heileurythmie)

Herr Wilhelm Kvasnicka (Bewegung und Sport)

Frau Laetitia Lernpeiss (Schulärztin)

Frau Margret Loy (Kunstgeschichte, Malen, Zeichnen, Geographie - Wirtschaftskunde, Tutorin 9. Kl.)

Herr Wolfgang Ludwig (Physik)

Frau Adinda Meijts (Schneidern)

Frau Eveline Myska (Forstpraktikum, Gartenbau)

Frau Barbara Pazmandy (Klassenlehrerin 7. Kl., Englisch)

Herr Mark Peters (Englisch)

Frau Andrea Reichtomann (Förderunterricht)

Frau Monika Rochla (Religion - röm.-kath. Unterricht)

Frau Kamila Rudnicka (Eurythmie)

Frau Christine Rumetshofer (Klassenlehrerin 8. Kl.)

Frau Micha Schuster-Szabo (Deutsch, Geschichte, Politische Bildung, Religion - freichristl. Unterricht)

Frau Maria Simeonova (Eurythmie - Begleitung)

Frau Valentina Sobol (Russisch)

Herr Alexander Erich Eugen Stadelmann (Informatik)

Frau Brigitta Svoboda (Klassenlehrerin 1. Kl., Religion - freichristl. Unterricht)

Frau Sabine Trierenberg (Sport, Spielturnen, Tanzen/Volkstanz)

Herr Paul Vallen (Russisch)

Frau Saskia Van Gijzen (Englisch)

Herr Leonhard Weiss (Philosophie - Psychologie)

Frau Rita Welte (Englisch)

Herr Jörg Wohlmacher (Klassenlehrer 2. Kl.)

Frau Margarete Wolleitner (Religion - Evang. Unterricht)

Herr Richard Wurm (Informatik, Mathematik, Philosophie - Psychologie)

_ 19 im
Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im vergangenen Schuljahr

Rudolf Steiner-Schulverein Wien-Mauer geWInn- unD VeRluStRecHnung

für den zeitraum von 1 .9 .2016 bis 31 .8 .2017 .

und in Ordnung befunden am 20.02.2018

Peter Dürhammer, Alexander Stadelmann

20 _
er träge € % Aufwände € % Elternbeiträge 1 .273.702,66 4 6,6% Personal 2 .159.460,91 78,9% Spenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134.631,78 4,9% Subventionen Stadtschulrat 1 33.064,78 4,9% S achaufwand 510.182,97 1 8,7% Förderung Unterrichtsmittel 10.304,96 0,4% Zuschüsse MA10 630.672,71 2 3,1% Mieten sonstige 1 5.749,92 0,6% Arbeitsmarktförderung 10.644,16 0,4% Mitgliedsbeiträge 1 1.176,98 0,4% Abschreibungen Div. Erlöse 30.929,01 1 ,1% -Sachanlagen, Gebäude 36.832,58 1 ,3% Zinserträge 25 7,75 0,0% -Betriebsausstattung 1 3.178,47 0,5% Erträge Vermietung 21.265,44 0,8% Summe Aufwände 2 .735.404,85 100,0% Versicherungserlöse 0,00 0,0% Erlöse Küche 1 34.856,50 4,9% Subvention AMA 2 .120,51 0,1% Subvention Forstprojekt 0,00 0,0% Subvention Bund 218.532,00 8,0% Subvention Nachmittage 87.000,00 3,2% Verlust 36.245,61 1 ,3% Summe Erträge 2 .735.404,85 100,0%
Gewinn / Verlust im Schuljahr 2016/17
geprüft
Rechnungsprüfer:
SoM MErfESt 2018

Ein finAnziELLES Dé Jà-vu …

Der Jahresabschluss des Schuljahres 2016/17 weist extreme Ähnlichkeiten zum Vorjahr auf: Wieder konnte der Verlust in einem sehr geringen Ausmaß gehalten werden, und an den wichtigsten Parametern der Finanzgebarung unserer Schule gab es keine relevanten Veränderungen. Das relativ gute Ergebnis konnte jedoch wiederum erst durch äußerst großzügige Spenden gegen Ende des Schuljahres sichergestellt werden.

Was sind diese „wichtigsten Parameter“? Auf der Ausgabenseite sind das jedenfalls die Personalkosten. Diese machen etwa 80 % der Gesamtausgaben aus, und eine leichte prozentuelle Veränderung in dieser Kategorie würde sich natürlich spürbar auf das Gesamtergebnis auswirken. Allerdings gibt es in diesem Bereich Rahmenbedingungen, die unseren (Einsparungs-)Spielraum merkbar begrenzen. Das sind einerseits die gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Anpassungen des Mindestlohntarifs, nach dem unsere MitarbeiterInnen ja leider nur entlohnt werden können. Und andererseits ist es uns natürlich wichtig, eine gewisse Qualität im Schulbetrieb zu sichern – und dafür ist es aus unserer Sicht unerlässlich, nicht nur das rechtlich absolut notwendige Minimum an Unterricht und Administration aufrecht zu erhalten, sondern auch pädagogisch und organisatorisch wertvolle Anforderungen zu erfüllen (damit sind etwa Klassenteilungen in verschiedenen Fächern, waldorfspezifische Fächer über den öffentlichen Lehrplan hinaus und Ähnliches gemeint). Gerade in diesem Bereich gibt es auch noch unzählige Wünsche und Ideen, die wir leider aufgrund der finanziellen Restriktionen

ohnehin nicht wie gewünscht anbieten oder entlohnen können. Dennoch haben es unsere PädagogInnen auch im Schuljahr 16/17 wiederum geschafft, den Schul- und Kindergartenbetrieb bei einer nur äußerst geringen Erhöhung der Personalkosten wunderbar weiterzuführen!

Auf der Einnahmenseite stellen die Elternbeiträge und diverse Subventionen (zusammen etwa 85 % aller Einnahmen) die wichtigsten Parameter dar. Die Schulbeiträge konnten im Schuljahr 2016/17 – auch unter Berücksichtigung der notwendigen Jahresausgleichszahlung – leider erneut nicht im erhofften Ausmaß gesteigert werden. Die Subventionen für den Kindergarten- und Hortbereich sind recht stabil und werden zwar langsam, aber zumindest regelmäßig valorisiert. Die Subvention des Bundes für den Schulbetrieb sinkt leider weiterhin Jahr für Jahr – vor allem, wenn man den Durchschnittsbeitrag pro gemeldetem Schulkind betrachtet. Daran konnten bisher alle politischen und rechtlichen Versuche nichts ändern.

Und würde es da nicht noch dieses spezielle Sahnehäubchen, nämlich die Spenden einiger großherziger Freunde unseres Vereins, geben, hätten wir das Schuljahr 2016/17 mit einem recht hohen Verlust von mehr als € 100.000,- beenden müssen (etwas höhere Aufwände – etwas niedrigere Erträge).

Dank dieser Geldgeschenke konnte der Verlust jedoch wiederum in dem für uns erhofften Rahmen gehalten werden und beträgt für den gesamten Verein nur rund € 36.000,-.

Und wer sich noch an die Erläuterungen zum Jahresabschluss des Vorjahres erinnert, der wird verstehen, warum ich von einem Déjà-vu-Erlebnis gesprochen habe – in Wirklichkeit hätte ich den Vorjahrestext mit copy & paste hier eintragen können und nur ein paar Zahlen geringfügigst abändern müssen. Daran sieht man, dass unser Verein doch eine gewisse Stabilität bietet; die finanziellen Rahmenbedingungen sind jedoch so eng gesteckt, dass uns einerseits nahezu kein Spielraum für Verbesserungen bleibt und uns andererseits der (auch nur teilweise) Ausfall einer Einnahmequelle rasch vor gröbere Probleme stellen würde.

In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an alle, die dazu beitragen, dass Schule, Hort und Kindergarten so erfolgreich arbeiten können: PädagogInnen, unsere Verwaltung (inklusive Reinigungskräfte und Haus-/Schulwart), BeitragszahlerInnen, SpenderInnen und all die freiwilligen MitarbeiterInnen, die unaufhörlich tatkräftig mitwirken!

_ 21
Gewinn / Verlust im Schuljahr 2016/17

BLitzLichEr aus dem hort

DIe ScHule ISt AuS … Die Hortkinder der 1. und 2. Klasse hängen ihre Sachen auf und kommen in den Raum, wo sie von Sissy und mir begrüßt werden. Sie setzen sich an die Tische, die schon liebevoll gedeckt sind, neben den besten Freund oder die beste Freundin. Aufgeregte Stimmen schwirren durch den Raum. Alle sind da! Die kleine Glocke ertönt, und langsam, langsam kehrt Ruhe ein. „Heute gibt es Backerbsensuppe und Germknödel!“ Es wird gebetet, und die Kinder holen sich tischweise nacheinander das Essen. „Für mich bitte mit viel Powidl!“ „Für mich bitte ohne Powidl!“ „Kann ich bitte nur Vanillesauce haben?“ „Gibt es noch ein bisschen geschmolzene Butter?“ „Sissy, kannst du mir bitte den Germknödel klein schneiden?“ „Wer möchte noch was zu trinken?“ Wer fertig ist, räumt ab – Besteck in die Wanne mit Wasser, Teller ins Wagerl, Glas aufs Tablett – und darf sich entscheiden, wie er die Zeit verbringen will. Manche gehen hinaus in den Schulhof, auf die Rutsche, klettern auf einen Baum. Einige zeichnen. Manche spielen Schule – davon können einige nie genug bekommen! Andere basteln. Manche ruhen sich in der Kuschelecke aus und schauen ein Buch an. Jetzt darf ausgeatmet werden, das, was am Vormittag erlebt und gelernt wurde, sich vertiefen und verfestigen. Die Eltern kommen, um die Kinder abzuholen – „Jetzt schon?! Ich bin aber beschäftigt!“

WIR feIeRn fAScHIng … Die Kinder werden von einer Hexe und einer Fee begrüßt. Lauter Tiere und Märchenwesen wuseln durch den Raum. Dann kommen noch die Handwerker und Romanfiguren dazu! Ein lustiger, aufgeregter und bunter Haufen. Ein paar Kinder werden als Mumien mit Klopapier eingewickelt, dann dürfen alle beim Topfschlagen mitspielen, und jedes bekommt ein kleines Geschenk. Zum Abschluss gibt es noch eine Krapfenjause für alle, und dann kehren die Tiere und Märchenwesen wieder in ihre Heimat zurück.

WIR MAcHen eInen AuSflug … Der ganze Hort geht nach Schönbrunn in den Tiergarten! Fast 60 Kinder wollen sicher da hin, durch den Zoo begleitet und danach wieder an ihre Eltern übergeben werden. Was man dafür braucht? Einen guten Plan, ein paar hilfsbereite Eltern, gute Nerven und viel Humor. Was man dafür bekommt? Einen ausgesprochen lustigen Nachmittag!

Im Detail sieht das so aus:

• Man informiere die Eltern rechtzeitig, dass die Möglichkeit zum Ausflug besteht.

• Man sammle das dafür erforderliche Geld ein.

• Man buche zwei Führungen durch den Zoo (Affen für die 1 .- und 2.-Klässler, Safaritiere für die 3.- und 4.- Klässler).

• Man frage die Klassen- und FachlehrerInnen, ob die Hort-

22 _ aus dem Hort

kinder am betreffenden Tag ein wenig früher aus dem Unterricht dürfen.

• Man stelle fest, dass man die falsche Führung gebucht und deshalb nur sehr wenig Zeit hat, um nach Schönbrunn zu kommen.

• An besagtem Tage teile man die Kinder in unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Farben auf und gebe ihnen einen hilfsbereiten Elternteil zur Seite. (Danke nochmals an dieser Stelle!)

• Man fahre nach Schönbrunn, ohne ein Kind zu verlieren.

• Man komme rechtzeitig an und habe sogar noch zehn Minuten Zeit, bevor die Führung losgeht.

• Man sorge dafür, dass alle Kinder in den Zoo dürfen (Wer hat eine Jahreskarte? Wer muss zahlen?)

• Man genieße die Führung bei gefühlten 35°C.

• Man finde einen Jausenplatz im Schatten, am besten an einem Ort, wo die Kinder sich austoben können.

• Man gehe in Kleingruppen durch den Zoo und treffe einander wieder zur Seelöwenfütterung.

• Man kaufe jedem Kind ein Eis („Höchstens 2€“ – „Meins kostet aber 2,30€“ – „Dann musst du dir ein anderes aussuchen“).

• Man gehe gemeinsam zum Ausgang, wo man einen Teil der Kinder abgebe und bringe den Rest sicher wieder nach Mauer.

• Man übergebe müde und glückliche Kinder an ihre Eltern.

• Man erfreue sich daran, dass man einen gelungenen und lustigen Ausflug hatte!

WIR MAcHen eIn HoRtfeSt … Jede Menge Kuchen und Knabberzeug für die Kinder; für die Eltern gibt es Kaffee und Kuchen. Es besteht die Möglichkeit zum Austausch, zum Kinder anmelden. Die Kinder – die „alten“ und die „zukünftigen“ – spielen gemeinsam in Garten und Hof; Eltern sitzen gemütlich in der Sonne, die wider Erwarten doch herausgekommen ist.

DeR letzte HoRt tAg … Nun heißt es Abschiednehmen von den 2.-Klässlern, die bald 3.-Klässler sind und deshalb zu Betsabeh dürfen. „Vergesst nicht, eure Fächer auszuräumen!“ „Habt ihr eure Wechselgewand-Sackerl eingepackt?“ „Genießt den Sommer!“ „Kommt gesund und fröhlich wieder!“

– Da gehen sie hin –

Was wird über den Sommer geschehen? Wie werden sie wiederkommen? Wir sind gespannt und freuen uns. Erstmal auf ein paar ruhige Wochen und dann auf die neue Hortgruppe!

_ 23 aus dem Hort
im tiergarten Schönbrunn

pr AKtiSch-KünStLEriSchE ErziEhung

Ein überblick – zusammengestellt von Elisabeth Alscher-Bassenheim

…und immer wieder erfüllt es mich mit Freude, wenn ich die SchülerInnen begleiten darf in ihrem Tun in den Fächern Korbflechten, Schneidern, Spinnen, Weben, Kartonage und Buchbinden.

In der Unter- und Mittelstufe heißt das noch „Hand-Arbeit“, und in der Oberstufe kann man schon die Berufszweige von der Namensgebung herleiten.

Diese Fächer sind darauf ausgerichtet, die Geschicklichkeit der Finger und Hände zu schulen. Genauigkeit ist gefragt, der gerade Schnitt mit Schere oder Stanleymesser, die genaue Linie mit dem gespitzten Bleistift. Nur so können die Werkstücke gut gearbeitet werden und bringen Befriedigung, Freude und Stolz beim Betrachten der fertigen eigenen Arbeit.

Zum Beispiel der Kartonage-Unterricht: Das ist ein Teil des Buchbindergewerbes. Grundstock ist die Graupappe, die zum Körper des Werkstückes wird, z.B. einer Flügelmappe, einer

Schachtel – mit oder ohne Deckel –, einem Fotorahmen. Das Zuschneiden der Materialien erfordert ein gewisses Geschick, das wir im Unterricht erüben. Daher ist diese Arbeit erst in der 12. Klasse angesetzt. Es werden immer ein gespitzter Stift und ein Lineal gebraucht; die rechten Winkel sind Voraussetzung für jedes gelungene Werkstück. Die seelischen Komponenten, die Farben, sind dann der Ausdruck, das Gewand, mit dem das Werkstück umgeben, eingekleidet, geschmückt wird.

Wir machen unser Schmuckpapier selber und erlernen dabei die Kleisterpapier-Technik. Die zähflüssige Farbe ermöglicht auf dem Papier das Vermischen und das Form-Geben, die Grafik. Mit einem Pinsel werden die Grundfarben Gelb, Rot und Blau auf das Papier aufgetragen und vor Ort so lange gemischt, bis eine Farbvariation entsteht, die gefällt. Dann kommt die Dreidimensionalität aufs Papier, indem man mit Kämmchen aus Karton den Kleister wieder „wegschabt“. Dabei entstehen gerade Linien, Wellen, Kreise, Kreuzungen… Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Nach Anfertigung einiger Papiere werden diese zum Trocknen aufgehängt, um im weiteren Arbeitsschritt auf das Werkstück aufgeklebt zu werden: der selbstgemachte Schmuck, das eigene Schmuckpapier.

24 _ aus dem PKE-Unterricht

Im Inneren einer Mappe oder Schachtel wird das Vorsatzpapier aufgeklebt, das farblich und funktionell zum Gegenstand passen sollte. Schachteln werden innen eher hell ausgekleidet, um einfach zu sehen und zu erkennen, was auf dem Boden der Schachtel liegt…

Ein weiteres Material ist das Buchbinderleinen, das die Kanten und Ecken schützt und verfestigt.

So gibt es nun drei Farbkomponenten: innen das Vorsatzpapier, außen das Schmuckpapier und zur Festigkeit das Buchbinderleinen, mit denen die SchülerInnen – wir – unser Werkstück gestalten können.

Aus dem Wählen, dem Erüben der Geschicklichkeit und dem Empfinden der eigenen Ästhetik entsteht dann das eigene Werkstück, das unausweichlich die eigene Gemütsverfassung widerspiegelt.

Es ist sinnvoll, sich mit der Wahl der Farben auseinanderzusetzen, da das Werkstück viele Jahre bestehen wird und oft mit Freude als Geschenk bei einem lieben Menschen seinen Platz findet.

elisabeth Alscher-bassenheim gab in den vergangenen Jahren den praktisch-künstlerischen epochenunterricht an unserer Schule Heuer ist sie in einem sabbatical year •

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und nochmals BL ättErr A SchELn

feuilleton 2 vom 21.06.2018 von ursula Kaufmann

Das zweite Feuilleton, liebe Eltern, soll Sie daran teilhaben lassen, wie es möglich wird, dass Ihre Kinder nächstes Jahr überhaupt wieder an diese Schule gehen können – denn selbstverständlich ist das nicht!

Heute – e xcellente träume

Heiß ist es, der Sommer lässt grüßen und Vorfreude auf die Ferien erblühen – da lässt sich doch in allen Farben träumen, nicht?! Meine Träume sind infiltriert von Spalten, Listen und Zahlen auf buntem Hintergrund – Excel lässt grüßen. Warum?

Es ist Deputatsfinalisierungszeit. Die Zeit, wo wir im Schulleitungskreis alles so unter den Hut bringen müssen, dass unsere Schülerinnen und Schüler nächstes Jahr wieder den umfassenden, gehaltvollen, fundierten Unterricht erhalten können, der einer Waldorfschule eben zu eigen ist. Sie ausmacht. Ihr das Prädikat „Waldorf“ vollinhaltlich erst zusprechen kann. Das mag rein technisch einfach klingen – ist sich ja heuer auch alles ausgegangen. Muss man ja nur auf nächstes Jahr übertragen. Ja. Im Prinzip schon. Nein. Gar nicht. Weil sich immer grundlegende Parameter ändern. Zum einen, wenn Kolleginnen oder Kollegen die Schule verlassen. Das betrifft heuer unsere Musikkolleginnen Julia Bayer und Teréz Illés. Das Leben ist unberechenbar – so kann es trotz großen Bedauerns auf allen Seiten eben doch bedeuten, dass etwas, was wunderbar und vielversprechend begonnen hat, wieder endet. Sechzehn Stunden Musikunterricht auf feinstem Niveau zu besetzen.

Elisabeth Alscher, die seit Jahren an der Oberstufe den handwerklichen Bereich unterrichtet hat, geht in ein Freijahr –Korbflechten, Schneidern für Burschen, Kartonage, Buchbinden, Spinnen, Weben erfordern geschickte Hände und freudige Praktikerinnen und Zupacker.

Richard Wurm wird sein staatliches Unterrichtspraktikum machen. An einer anderen Schule – das gilt nämlich nicht, wenn er es bei uns macht. Mathematik-Fachstunden in einer Klasse nicht besetzt, Informatik in einer anderen, Psychologie in einer dritten – wie berechnen wir das, statistisch, in Kombination, Variation oder Permutation? Weder Apple noch Windows bieten die Lösung.

Evi Myska muss auf ihre Gesundheit achten, unaufschiebbar. Damit spielt man nicht. Gartenbau in Vertretung zu besetzen – welche anpassungsfähige und blühfreudige Pflanze wird uns da zuwachsen?

Der Förderkreis braucht dringend jemanden, der die Zusammenschau, das große Organisatorische, die Kontaktstelle zu Kollegium und den Eltern verkörpern kann. EntwicklungsHelferin oder -Helfer gesucht, keine außergewöhnlichen Impfungen für Einsätze in Krisengebieten erforderlich, dennoch ein überaus stabiles Immunsystem und sonniges Gemüt. Und dann gibt es noch großartige Ideen, die uns seit Jahren begleiten und auf Umsetzung warten: eine Möglichkeit, einen Raum zu schaffen, wo Kinder kurzfristig hinkommen können, wenn das Geschehen in der Klasse zu viel wird. Wenn sie (oder die Klasse) Pausen brauchen. In diesem „Auszeitraum“ sol-

Der Klimawandel ist wirklich zum Heulen ...

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Unser umfangreiches Druckangebot orientiert sich an den umweltschonendsten Standards und besticht durch Qualität und persönliche Beratung. Überzeugen Sie sich selbst – bei einem köstlichen Frühstück in unserem Haus. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

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len sie liebevoll so begleitet und aufgefangen werden, dass sie ohne Brüche wieder in die Klasse zurückkommen können, wenn es wieder geht. Nun, für all diese Aufgaben werden Menschen gesucht, Inserate geschaltet, Telefonate geführt, Mails beantwortet, potentielle Kolleginnen oder Kollegen eingeladen. Wird das Fachkollegium gebeten, Gespräche zu führen, um zu sehen: Können wir miteinander? Werden die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt? Dann nochmals Gespräche im SLKK. Waldorfausbildung unabdingbar, fachliche Qualifikation sowieso. Mentorenschaft kann wer übernehmen? Noch eine Stunde dazu. Meldungen an den Stadtschulrat: Pflicht! Sonst werden uns Kolleginnen oder Kollegen nicht genehmigt. Excel-Listen mit allen Fächern in allen Ausformungen über alle zwölf Klassen, also Hauptunterricht inklusive Fremdepochen, Fachstunden, für jedes Kollegiumsmitglied, auch wenn es nur eine einzige Stunde gibt, eine Spalte, Formeln zu Teilungen, das Wissen, welche Stunden laut Lehrplanvergleich sein müssen. Achtzehn A4-Blätter zusammengeklebt zu einem riesigen Plakat, damit wir das auch auf Papier vor uns haben. Die drucken wir nur einmal aus, arbeiten dann am Papier und im PC parallel weiter. Einige von uns träumen in bunten Spalten und Feldern.

Kontrollarbeiten wie im Qualitätsjournalismus (Betonung auf Qualität, ich zitiere hier Hugo Portisch) – check, double check, check again. Ad libitum, mit jeder neuen Information. Und am Ende steht dann eine Gesamtstundenzahl.

Jetzt kommt der nächste Parameter ins Spiel: Während wir über den SLKK-Aufgaben sitzen, reden die Mitglieder der Elternbeitragsgruppe mit allen Eltern. Besprechen, welche finanziellen Ressourcen für das kommende Jahr zur Verfügung gestellt werden können, damit unsere Schule ermöglicht wird. Und auch da kommt nach unzähligen Gesprächen und Listen eine Zahl heraus. Diese beiden Kardinalzahlen besprechen wir gemeinsam mit dem Vorstand, der von allen Seiten mit Informationen versorgt wird, Vorausschauen erstellen muss, das Budget zu verantworten hat. Ob wir den Segen dazu bekommen, steht jedes Mal in den Sternen. Das sind die traum- und schlaflosen Vorsommernächte.

Wir alle wollen das Beste für unsere Schule, für die Kinder hier. Aber wie es seit Jahren halt so ist – wir können uns aus-

suchen, ob wir die Decke ein wenig mehr da hinzupfen, oder ein wenig mehr dort hin – sie ist einfach zu kurz. Oder zu schmal. Es geht sich nicht aus. Irgendwie geht es dann doch. Durch Menschen, die uns Zeit oder Geld schenken. Durch Einsparungen, die wir noch vertreten können. Durch Verschieben von guten Ideen zu Gunsten von absolut Notwendigem. Fallweise, in den letzten Jahren, auch durch solche Einsparungen, die uns immer noch schmerzen, die wir aber einfach aus finanziellen Gründen nicht rückgängig machen können. Aber es hilft auch nicht, Trübsal zu blasen, zu matschgern bringt auch wenig, weiter geht’s! Denn sobald die Deputate soweit überschaubar sind, wird bereits am Stundenplan gearbeitet: Der erste Teil ist der Zweitepochenplan der Oberstufe. Wenn klar ist, welche Gegenstände dieses Jahr da unterkommen (und das ändert sich zum Beispiel dadurch, dass Kolleginnen oder Kollegen im nächsten Jahr mit ihrer Klasse auf Reise sind, die Referatswoche betreuen oder ein Praktikum begleiten und daher nicht zur Verfügung stehen), dann wissen wir, was alles als Fachstunde gegeben werden muss. Gleichzeitig wird der PKE-Plan für die Oberstufe erstellt. Und der Hauptunterrichtsplan. Überschneidungen von Oberstufe und Unter-/Mittelstufe müssen berücksichtigt werden. Und wenn das alles feststeht, natürlich der große Gesamtstundenplan für alle zwölf Klassen. Mit allen Parametern, was wo parallel liegen muss, ja nicht gleichzeitig sein darf, welche Überschneidungen sich ergeben, was spät am Tag einfach von den Kindern nicht mehr aufgenommen werden kann… Religion ist ein Fall für sich – für neun Klassen stehen genau zwei Tage zur Verfügung, weil die Kolleginnen in teils vier Schulen eingesetzt werden (mit Gottes Hilfe darf man ihnen anscheinend etwas mehr zumuten); Religion in allen Konfessionen muss aber parallel liegen. Hier wird in bunten Kästchen geträumt, gestreift oder einfärbig.

Erste Entwürfe werden nach stundenlangen Klausuren von mehreren Kolleginnen und Kollegen und Gerhard Rumetshofer, der uns seit Jahren dabei unterstützt, ausgesendet. Von allen kontrolliert; oft muss alles nochmal umgestoßen werden, weil sich etwas so nicht machen lässt. Selten können

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Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 13Z039641 M

Impressum Seite 2

P.b.b.

Wünsche nach bestimmten Unterrichtstagen erfüllt werden, auch wenn das Deputat nur klein ist. Manchmal aber muss es sein, weil ansonsten das Fach nicht abgedeckt ist. Kompromisse auf allen Seiten sind nötig.

Der Stundenplan muss nochmals mit den Deputatslisten abgeglichen werden – unzählige Daten bedingen, dass Fehler passieren können; technische Gegebenheiten aus dem Stundenplan können Änderungen im Deputat bedingen. Die Arbeit daran ist zumeist so, dass man nur mit sich, vielleicht noch einem Kollegen und dem Computer in Klausur gehen kann, und zwar konzentriert für längere Zeit. Vorzüglich abends, Wochenenden nicht ausgenommen. Das ist nichts, was man zwischendurch erledigt.

Im besten Fall können wir jetzt bald sagen: G E S C H A F F T ! Vor den Sommerferien weiß jeder, wann er was unterrichten wird. Im Idealfall wissen wir auch, dass alle Fächer abgedeckt sind. Wir können in allen Klassen am ersten Schultag den Stunden- und Jahresplan austeilen; ab dem zweiten Tag läuft es. Das ist unser Anspruch an Professionalität. Nicht immer können wir dem Ideal gerecht werden, aber wir versuchen es. Immer.

Sie fragen, was wir sonst noch gerne tun?

Tja, neben diesen Kleinigkeiten unterrichten wir mit Herzblut, gehen auf dringlich einberufene Elternabende (das nicht immer gerne, gehört aber auch dazu), schreiben Zeugnisse und trinken Kaffee, essen wider besseres Wissen zu viel Schokolade, halten einander mit Zuspruch, Schmäh, Galgenhumor und manchen Umarmungen bei Kräften – und wenn wir hinausschauen, dann scheint da die Sonne! Fein, bald Ferien! Sommer, wir kommen, Hängematten auf!

P.S. Und ich freu’ mich schon auf die Zeitung mit der alljährlichen Sommerkolumne (nicht Qualitätsjournalismus, den findet man heutzutag’ seltener), wo ich dann les’, dass Lehrer sowieso viel zu wenig arbeiten und viel zu lang frei haben. Die brauch’ ich zum Anzünden beim Grillen und zum Gelsen - Erschlagen.

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• SoM MErfESt 2018
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