__MAIN_TEXT__
feature-image

Page 1

Jahresbericht

2020 Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur

«Abgesagt?» Ausgefallen. Verschoben.

«Angesagt!» Beliebt. Gefragt.


Inhaltsverzeichnis «Abgesagt? Angesagt!» 3 4

Impuls für neue Perspektiven in den Pfarreien

6 18 22 23 26 28

Editorial von Hans Hollenstein, Präsident Kirchenpflege «Abgesagt? Angesagt!» als heilsame Herausforderung für den Glauben «Abgesagt? Angesagt!» als Impuls für neue Perspektiven Im Dienst der Kirche: Arbeit, die man oft nicht sieht Jugendseelsorge: Was läuft, wenn nichts läuft? Seelsorge in Alterszentren: Zwischen Einsamkeit und Angst Pfarreiliche Soziale Arbeit: Solidarität trotz Krise Spitalseelsorge: Der Mensch ist mehr als seine Krankheit

Finanzen

43

Im Dienst der Kirche: Arbeit, die man oft nicht sieht Finanzen Der bereits erwähnte zusätzliche Beitrag für finanzielle Unterstützungen (zweimal Fr. 12 500) war eine wichtige Ergänzung zur langfristigen Finanzierung. Im Berichtsjahr wurden finanzielle Unterstützungen im Umfang von Fr. 224 000 (Vorjahr: Fr. 214 000) geleistet. Diese Mittel stammen zu 23 % von der Römisch-katholischen Kirchgemeinde aus den Kirchensteuern, 10 % aus dem CoronaFonds, 39 % wurden von Einzelpersonen gespendet oder als Opfer in den Gottesdiensten aufgenommen. 28 % kommen von verschiedenen Fonds und Stiftungen aufgrund von Gesuchen. Diese zu verfassen ist ein beträchtlicher Aufwand, da im Regelfall viele Angaben gemacht und umfangreiche Unterlagen eingereicht werden müssen.

Seelsorge in Alterszentren: Finanzierung: Zwischen Einsamkeit und Angst Ausgaben der Sozialdienste 2020

30 Erfolgsrechnung (nach Arten) 32 Bestandesrechnung 32 Investitionen (nach Dienstbereichen) 33 Erfolgsrechnung (nach Dienstbereichen) 33 Abschied der Rechnungsprüfungskommission 34 Sonderrechnung Jahrzeitfonds 35 Zusammenfassung Rechnung 2020

Tätigkeitsberichte der Ressorts und Kommissionen 36 Kirchenpflege und Verwaltung 37 Konstituierung der Kirchenpflege Legislatur 2018 – 2022 38 Delegationen 39 Kommissionen 39 • Bau- und Liegenschaftskommission 39 • Personalkommission 41 • Seelsorgekommission 42 • Jugendkommission 42 • Kommission für Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit 44 • Kommission für Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) 46 Die Katholische Kirche in Winterthur auf einen Blick

1 2 3 4

Namen und Kontakte

Impressum 23 % Kirchgemeinde Winterthur / Kirchensteuern 10 % Corona-Fonds 39 % Opfer, Spenden, Verschiedenes 28 % Fonds und Stiftungen / Gesuche

Finanzierung: Ausgaben der Sozialdienste 2020

Ausblick Das Leben vieler Menschen ist aktuell voller Unsicherheiten. Untersuchungen belegen, dass in der Schweiz in Kri-

Jahresbericht 2020 Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur | www.kath-winterthur.ch Druck: Mattenbach AG, Technoramastrasse 19, 8404 Winterthur | www.mattenbach.ch Gestaltung/Titelbilder: Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur, Laboratoriumstrasse 5, 8400 Winterthur | www.kath-winterthur.ch


Präsident Hans Hollenstein

3

Ein so besonderes Jahr war 2020, besonders für die Menschen in praktisch allen Lebensbereichen und ganz besonders für unsere Kirche. Ein Virus hat uns Distanz befohlen statt Nähe, Menschen wurden krank und starben, Ängste kamen auf um das Wohlergehen der Angehörigen und die Angst um den Arbeitsplatz machte sich breit. In dieser schweren Situation mussten die Kirchen geschlossen werden und der Kontakt fand mit Telefon und via Internet statt. Ostergottesdienste ohne Gläubige: ein bisher unvorstellbares Szenario! Genau jetzt war die Kirche besonders gefordert. Kein Rückzug, nein, ein besonderer Einsatz war gefragt, um den Auftrag auszuführen, einfach anders, kreativ. Ich freue mich, wie unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger und ihre Mitarbeitenden das kirchliche Leben aufrechterhielten. Mit Videobotschaften, mit Krankenbesuchen trotz allem und mit einfühlsamen Trauergottesdiensten, um den Hinterbliebenen beizustehen. Die Sozialdienste hatten besonders viel zu tun und halfen, zusätzliche Not zu lindern. Die Pfarreien organisierten Einkaufsdienste für ältere Menschen. So viel Gutes wurde getan. Unsere Mitarbeitenden und viele Freiwillige haben in dieser Situation Hervorragendes geleistet. Dies erforderte von allen ein hohes Mass an Einsatzbereitschaft und Flexibilität. Ich freue mich sehr über das grosse Engagement! Die Kirchenpflege konnte während einiger Zeit keine Sitzungen mit physischer Präsenz abhalten. Dank dem für ausserordentliche Lagen vorgesehenen Krisenstab gelang es, die Geschäfte trotzdem zu behandeln und auf dem Zirkularweg zu beschliessen. Zudem wurden die Legislaturziele verabschiedet und die Organisationsentwicklung wurde weitergeführt.

Editorial

Im Herbst bahnte sich die zweite Welle an. In zwei Pfarreien werden nun Gottesdienste per Internet übertragen und auf der Website sind Botschaften für unsere Gläubigen zu finden. Das Jahr 2020 hat viel Schweres gebracht aber uns auch kreativ werden lassen. Die Digitalisierung hat 2020 einen Schub erhalten. Diesen werden wir als Chance auch für die kirchliche Zukunft nutzen. Lesen Sie nun über das so besondere Jahr die folgenden Artikel. Ich danke sehr herzlich allen Mitarbeitenden und den vielen Freiwilligen, die so engagiert halfen, dieses schwierige Jahr zu überstehen. Freuen wir uns, dass eines Tages das Leben wieder unbeschwerter wird, blicken wir nach vorne! Dr. Hans Hollenstein, Präsident der Kirchenpflege


4

«Abgesagt? Angesagt!»

als heilsame Herausforderung für den Glauben Im Jahr 2020 sind viele gemeinsame Feiern in den Kirchen, besonders die höchsten Feste unseres Jahreskreises, weitgehend abgesagt oder massiv reduziert worden. Umso wichtiger ist es, sich zu fragen, was uns trotzdem persönlich tragen kann und darum angesagt bleiben muss. Auf der Suche nach solchen Ressourcen entdecken wir – mitten in allen Beschränkungen, die unsere gegenwärtigen Lebensbedingungen kennzeichnen – vielleicht sogar überraschend positive Seiten und eine unerwartet neue Nähe zur christlichen Glaubensbotschaft.

Wie ein Refrain hat uns das Leitmotiv «Abgesagt? Angesagt!» durch die lange Zeit der Pandemie begleitet. Erst mussten wir – als spürbarste Massnahme für uns als Glaubensgemeinschaft – ab Mitte März bis kurz vor Pfingsten damit leben lernen, dass überhaupt kein öffentlicher Gottesdienst in unseren Kirchen stattfinden durfte – auch keine Karwoche, kein Osterfest, keine Erstkommunion, keine Firmung, keine Taufen und Hochzeiten. Eine zuvor unvorstellbare Katastrophe! Einfach alles «abgesagt». Später sind unsere liturgischen Versammlungen zumindest stark limitiert worden. Doch auch das ganze Pfarreileben mit all seinen Aktivitäten, die normalerweise unterschiedliche Menschen zusammenführen, steht seither unter dem grossen Vorzeichen «abgesagt» oder wird allenfalls ins Digitale verschoben. Tiefes Empfinden der Zusammengehörigkeit In dieser lähmenden Situation ist die trotzige, sehr ernsthafte Frage berechtigt und menschlich dringend nötig: Was lassen wir uns nicht nehmen – selbst angesichts der an sich vernünftigen Weisung, viel Liebgewonnenes abzusagen? Was bleibt auch zu diesen aussergewöhnlichen Bedingungen unbedingt «angesagt»? Hier drei grundlegend positive Impulse dazu: Wir sollten erstens unter allen Umständen ein tiefes Empfinden der Zusammengehörigkeit lebendig erhalten. Dazu ist derzeit eine gewisse kreative Fantasie angesagt, da die gewohnten Treffen und Zusammenkünfte in der üblichen Form «abgesagt» sind. Wie bringen wir das Verbunden-Sein trotzdem zum Ausdruck? Bekanntlich hat Telefonieren einen hohen Stellenwert gewonnen, alle Online-Medien natürlich ebenfalls – aber auch ganz klassisch: Briefe schreiben, sich originelle Zeichen senden, sich kleine persönliche Geschenke oder andere sympathische Überraschungen ausdenken. Der spezifisch christliche Impuls dazu ermuntert uns zusätzlich, möglichst Menschen nicht aus unserem Beziehungsnetz

fallen zu lassen, die «draussen» sind, die nicht sowieso zu unseren Kreisen der gegenseitigen Kontaktaufnahme gehören. Biblisch gesagt: Wir sollen darauf achten, auch die «Zöllner und Sünder» einzubeziehen. Vielleicht erweitern wir in diesem Sinn bewusst unser persönliches Telefonverzeichnis. Quellen der Freude Jede und jeder von uns kennt zweitens trotz den gegenwärtig geltenden Restriktionen persönliche Quellen der Freude – oder entdeckt sie umso mehr! Klar: Manche Wege, uns Glück und Freude zu erschliessen, sind derzeit abgesagt. Nun können wir uns «defizitorientiert» darauf fixieren, was aktuell unerreichbar geworden ist, zum Beispiel ein passionierter Kinofan kann momentan diesem Hobby nicht frönen. Auch wer gern reist, ist seit Monaten in seinem Drang eingeschränkt. Deswegen braucht man nicht unbedingt unglücklich zu sein. Es tut uns allen gut, auf das zu schauen und bewusst das wahrzunehmen, was innerhalb der coronabedingten Begrenzungen an Handlungsspielraum «angesagt» ist, und diesen zu nutzen. «Ressourcenorientiert» heisst solches Vorgehen. Was tut uns jetzt – vielleicht gerade «trotzdem» – gut?

»

Was zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht?

»

Wir haben im Advent in der Kirche St. Peter und Paul die Frage «Was zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht?» auf einem Plakat gestellt, und zwar über einer leer stehenden Krippe, in der ein Spiegel angebracht war und Smileys zum Beschriften bereitlagen. Ein paar Dutzend Antworten sind eingegangen. Vielleicht regen uns diese Ideen bei der Suche nach Quellen der Freude an:


5

Begegnung mit einem lieben Menschen. Es Witzli in der Zeitung.  Ein spielendes Kind, ein verliebtes Paar – beides finde ich wunderbar.  Zwei alte Menschen, die Hand in Hand unterwegs sind.  Grossen Frust gehabt, bei Jesaja gelesen, dass mich Gott an meiner rechten Hand nimmt und mir hilft – tatsächlich durfte ich das noch heute erfahren.  Ein Tier im Wald.  Musik – Sonne auf dem Gesicht.  Die Freundlichkeit der Nachbarn.  Jeden Morgen, wenn ich noch halb verschlafen in den Spiegel schaue, lächle ich mir zu zum Beginn des Tages; ich will dankbar sein für das, was ich habe – es gibt so viele Menschen, denen es viel schlechter geht.  Frieden.  Wenn mein Mann und meine Kinder frech und fröhlich sind.  Das Meer.  Wenn ich spiele.  Wenn ich singe.  Wenn ich ein Geschenk bekomme.  Wenn ich in die Kirche gehe.  Netflix und Pizza.  Gutes Essen mit Freunden.  Pilze sammeln.  Das mache ich: Ich lächle alle an, was die Menschen schätzen. «In den Ketten tanzen lernen» lautete das Leitwort eines Treffens, das vor Jahren stattfand. Genau darum geht es auch heutzutage! Etwas davon klingt an, wenn Angehörige eines schwer kranken Verwandten erzählen, dass dessen Lebensqualität auf ein absolutes Minimum gesunken war, er aber doch noch gern und ausgiebig Mozart hörte – zum Glück wenigstens dies! Wer der Verheissung des Evangeliums folgt, wird sogar darauf vertrauen, dass wir es auch wagen dürfen, traurig zu sein, wenn es echten Grund dazu gibt. Vielleicht erfahren wir so heilsam, dass Weinen in Lachen, Trauer in Freude gewandelt werden kann. 

Ein offenes, weites Herz Bewahren wir uns drittens ein offenes, weites Herz, das grenzenlos mitfühlen kann. Physische Nähe ist ja gerade abgesagt und räumliche Distanz angesagt. Aber wir haben

in uns ein Vermögen, das solche Trennungen überwinden kann: die Empathie, die ein Gespür auch für entfernte Schicksale entwickelt und so aller Abgeschlossenheit – dem inneren Lockdown – wehrt. Gegen den weitverbreiteten Trend zur Globalisierung der Gleichgültigkeit können wir Menschen uns ohne Schranken und Barrieren berühren und bewegen lassen. Diese Gabe der universalen Geschwisterlichkeit ist mehr denn je angesichts von weltweitem Unrecht und Elend Not-wendend. Erzählt uns nicht Jesus das ermutigende Gleichnis vom barmherzigen Samariter, der einen verletzten Fremden am Strassenrand sieht, «Mitleid» mit ihm hat und Nächsten-liebend handelt? Medial sind wir zu einem globalen «Dorf» geworden – die ganze Welt geht uns an. Wer sich echt betreffen lässt, wird in wachsendem Mass mitempfindender Teil der einen Menschheitsfamilie, wie sie vom Schöpfungsgeheimnis her gewollt und angesagt ist. Die Pandemie hat uns alle auf eine Art ärmer gemacht. Wir erfahren nun ständig, dass wir nicht mehr einfach «Herr» über unser eigenes Leben sind, wie wir das in gesunden Tagen als selbstverständlich angenommen haben. Unser Dasein empfinden wir häufig beängstigend als unberechenbar. Unserem normalerweise selbstbestimmten Handeln sind neu massiv Grenzen gesetzt. Wir sind in einem bislang ganz ungewohnten Mass Abhängige und Angewiesene geworden. Doch entspricht dieses veränderte Lebensgefühl zu Corona-Zeiten nicht realistischer der wahren «Condition humaine», und wird durch die anhaltende Krisensituation nicht manche Selbsttäuschung von vermeintlich grenzenloser Autonomie und Verfügbarkeit unserem Schicksal gegenüber zu Recht als Illusion entlarvt? Vielleicht führt uns die gegenwärtige Notlage in die Richtung auf ein echteres und solidarischeres Mensch-Sein hin. «Abgesagt» wäre dann also der nur selbstbezogene, rücksichtslose Ego-Typ und «angesagt» der Mit-Mensch, der seine Verletzbarkeit als Weg zu geschwisterlicher Gemeinschaft und tiefer Verbundenheit erlebt. Möglicherweise hören wir so die Stimme Jesu mit neuen Ohren, wenn er uns ermutigt: «Selig, ihr Armen!»

Hugo Gehring, Pfarrer Pfarrei St. Peter und Paul


6

«Abgesagt? Angesagt!»

als Impuls für neue Perspektiven Das Jahr 2020 wird vielen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Auf die Frage, was sie am Tag vor dem Lockdown im März machten, kann auch jede und jeder noch heute genau sagen, was sie oder er machte. Und die Pfarreien? Zwar mit Ankündigung, aber dennoch ausgefallen sind Gottesdienste, Religionsunterricht und Treffen verschiedener Gruppen.

In dieser Zeit am häufigsten zu hören war das Wort «abgesagt». Plötzlich waren die Pfarreien vor eine neue Herausforderung gestellt. Der Kontakt mit den Gemeindemitgliedern abgebrochen oder wenn, nur minimalst möglich. Was nun? In den Winterthurer Pfarreien kam es nun auf Kreativität, Flexibilität und Spontanität an, die teils eine gewisse Planung voraussetzte. Damit verbunden die Frage: Wie können wir die Menschen aus unserer Pfarrei erreichen? Ihnen in dieser schwierigen, noch nie da gewesenen Art des Stillstands helfen? Ihnen nahe sein? Sie seelsorgerisch und den täglichen Bedürfnissen entsprechend betreuen und zur Seite stehen?

Die Pfarreien begaben sich auf ungewohnte Wege und schufen neue Perspektiven. Nach der Lockerung der CoronaMassnahmen waren neue Ideen und Angebote bereits etabliert oder erfreuten sich einer Beliebtheit, dass diese auf jeden Fall fortgesetzt wurden. Dank des Verständnisses und des Mittragens der Pfarreimitglieder entstanden aus «abgesagten» überraschend «angesagte» Projekte. Projekte, die viele helfende Hände zum Mitmachen motivierten. Aus dieser Vielzahl von Angeboten stellen die Pfarreien im Folgenden ihr bedeutsamstes Projekt vor. Lesen Sie ausserdem, was in den Pfarreien noch «angesagt» war.

Michael Kolditz, Pastoralassistent m. b. A. Pfarrei St. Peter und Paul

Pfarrei St. Peter und Paul «Angesagt!»: Online-Gottesdienste Als im März 2020 der erste Lockdown kam und damit auch der Beschluss, dass es keine öffentlichen liturgischen Feiern gibt, stand für uns von der Pfarrei St. Peter und Paul in Zusammenarbeit mit St. Ulrich fest: Wir wollen ein Angebot schaffen, das den Menschen in dieser unsicheren Zeit wenigstens ein kleines Stück Sicherheit und «Alltag», soweit dies in dieser Situation mit steigenden Fallzahlen möglich war, gibt. Ich weiss noch, wie ich die Begrüssung vom Ambo aus in die Kamera sprach und unsere «Online-Gottesdienste» am 4. Fastensonntag starteten. Natürlich gab es bei diesen Gottesdiensten ganz andere Herausforderungen als bei realen Feiern am Wochenende. Zentral wurden Fragen nach Urheberrechten von Bild, Noten und Ton sowie Aufnahme- und Bearbeitungszeiten des Videomaterials. Nicht nur die grossen Klick-Zahlen, die wir auf dem «YouTube»-Kanal verzeichnen konnten, bestätigten uns, dass dies der richtige Weg war, sondern auch die Rückmeldungen von den Gottesdienst-Teilnehmenden, mit denen wir telefonisch oder via Mail verbunden waren. In all den Feedbacks merkten wir die Freude über unser Angebot. Die Freude, dass ihre Kirche bei ihnen

zu Hause war. Die Freude für eine Stunde Normalität und Eintauchen in die Heimatkirche. Wie wurde dieses Mitfeiern genau zelebriert? Otto Dudle beschreibt es wie folgt: «Meine Frau und ich sitzen auf dem Sofa und blicken erwartungsvoll auf den Handy-Bildschirm. Es ist Palmsonntag, kurz vor 9.30 Uhr. Zum dritten Mal wird der Gottesdienst aus der leeren Kirche per Video in die Stube übertragen. Nie hätte ich mir vorgestellt, einen Palmsonntagsgottesdienst sowie die weiteren liturgischen Anlässe der Karwoche und die Sonntagsgottesdienste bequem zu Hause statt in der Kirche mitzufeiern. Was zuvor undenkbar schien, machte der Ausnahmezustand im Frühling 2020 möglich. In lebhafter Erinnerung bleibt mir der Gottesdienst von Himmelfahrt, der, übertragen aus dem Pfarrhausgarten, von Alphornklängen begleitet war. Am Bildschirm vermissten wir zwar das Erlebnis des gemeinsamen Betens und Singens. Dennoch fühlten wir uns – YouTube sei Dank – trotz Lockdown mit der Pfarrgemeinde verbunden.» Bei den Aufnahmen gab es klare Absprachen. Giovanni Schäfli war vom ersten Moment an sehr begeistert von dieser Idee. So schreibt er: «Diese Aufgabe hat mich von Anfang an


7

Was in St. Peter und Paul noch «angesagt» war: Gemeinsam mit Jugendlichen aus der zweiten und dritten Oberstufe und dem Firmkurs wurde eine Corona-Einkaufshilfe auf die Beine gestellt. Ein Angebot, dass in vielen Pfarreien vorhanden war. In der Osterzeit bot die Gruppe «Frauen am Abend» (FamA) einen speziellen Osterkerzen-Heimlieferdienst an. Dies stiess auf sehr grosse Begeisterung.

Hinter den Kulissen sorgten die Ton- und Filmprofis Michael Kolditz (li.) und Giovanni Schäfli (re.) für gute Vor- und Nachbereitung sowie einen reibungslosen Ablauf beim Videodreh.

fasziniert. Ich habe sie zugegebenermassen auch ein wenig unterschätzt. Glücklicherweise war Michael Kolditz für den ausgewogenen Ton verantwortlich, ich lieferte die Bilder. Die Gottesdienste wurden aufgenommen, bearbeitet und online gestellt. Für das Aufnehmen und die Nachbearbeitungen kam mir die jahrelange Erfahrung mit diesem Medium sehr gelegen. Neben der seriösen Übermittlung der Gottesdienste sollte auch das Auge auf seine Kosten kommen. Die Reaktionen beflügelten meinen spielerischen Umgang mit Bildern. Das war für mich der befriedigendste Teil der Aufgabe. Die beiden „T“s, Termin und Technik, setzten mich unter Dauerstress. Das ganz grosse Miteinander mit allen Beteiligten über diese Zeit war für mich ein starkes Erlebnis und wird mir unvergesslich bleiben. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Es war mir eine Ehre.» Natürlich gilt dies auch von unserer Seite. Als die Lockerungen Gottesdienste wieder ermöglichten, verabschiedeten wir uns mit dem gemeinsamen Pfingstgottesdienst. Durch die beschränkten Platzzahlen planten wir weiter, und so wurden grosse Feiern wie Erstkommunion und Firmung gestreamt. Dies ermöglichte den Angehörigen, die nicht kommen konnten oder durften, bei der Feier dabei zu sein. Für uns entstand so die Überlegung, eine Kamera fix zu installieren. Seit dem 3. Advent ist nun eine solche bei uns vorhanden und ermöglicht, jeden Sonntag den Gottesdienst in den Saal zu übertragen und jeweils einen Gottesdienst online zu stellen, um so alle, die nicht kommen können, zu erreichen. Aus den abgesagten Gottesdiensten ist ein angesagtes Streaming-Angebot entstanden. Text: Michael Kolditz, Pastoralassistent m. b. A., Pfarrei St. Peter und Paul | Foto: Giovanni Schäfli

Täglich stand ein Seelsorger in der Kirche für ein Gespräch zur Verfügung. Per Telefon, Mail und Videochat war das Team untereinander im Austausch und nahm mit Gemeindemitgliedern auf diesem Weg Kontakt auf. Für die Ministrantinnen und Ministranten wurde vom Pastoralssistenten von individuellen Rätseln bis zu selbst entwickelten Büchern über verschiedene Themen ein spezielles Angebot geschaffen, um den Kontakt mit den Minis aufrechtzuerhalten. Die Katechese stellte auf Home-Unti um: Die Kinder und Jugendlichen erhielten Post mit Aufgaben und Rätseln. Teilweise wurden die geschaffenen Kunstwerke der Kinder in die Gottesdienste eingebunden, oder es wurden Geschichten aufgenommen und per Video an die Kinder abgegeben. Leider fiel der Familien-Weihnachtsgottesdienst im klassischen Sinne aus. Stattdessen nahmen wir ihn im Voraus auf und spielten die Geschichte «D Wiehnacht isch abgseit» von Andrew Bond mit Playmobil-Figuren in der «Stopmotion»-Technik nach. Im Lockdown war es nicht möglich, Weihwasser zur Verfügung zu stellen. Aufgrund des grossen Bedürfnisses nach Weihwasser gibt es seit Herbst die Möglichkeit, Weihwasser mit nach Hause zu nehmen. Das Eltern-Kind-Feier-Team entwickelte einen Adventskalender und Bastelanleitungen zum Verzieren von Rechaudkerzen, jeweils mit einer schönen Geschichte umrahmt. Und die Chöre? Unser Chorleiter Hansueli Bamert überbrückte das Probeverbot mit Online-Probestunden. Über Videokonferenz konnte er mit Gesang und Klavierbegleitung bei den Chormitgliedern sein. Die Band «Al Catone» spielte hinter speziell gebauten Spuckschützen und musste infolge der Situation die Proben einstellen. Über Chats und andere Aktionen wurde der Kontakt gehalten.


8

Pfarrei Herz Jesu, Mattenbach «Angesagt!»: Ordnerdienst und Willkommenskultur Der Corona-Pandemie positive Züge abzugewinnen fällt schwer. Sie hat zu viele negative Auswirkungen. Dennoch hat diese ganz besondere Situation uns herausgefordert und neue Aufgaben gestellt. Um in den Gottesdiensten die Einhaltung des Schutzkonzeptes zu gewährleisten und den Menschen, die am Gottesdienst teilnehmen, zu helfen, sich zurechtzufinden, wurde es notwendig, Personen zu finden, die einen Ordnerdienst übernehmen. Keine leichte Aufgabe, geht es doch darum, die Menschen auf die Einhaltung von Regeln aufmerksam zu machen, Daten für eine mögliche Kontaktverfolgung aufzunehmen, Plätze anzuweisen und unter Umständen sogar Personen erklären zu müssen, dass sie wegen der vorgeschriebenen Höchstzahl an Teilnehmenden nicht in die Kirche eingelassen werden können. Finden wir für diese heikle Mission Freiwillige? Eine ernste Frage, die im Raum stand. Erstaunlicherweise blieb die Suche nicht ohne Erfolg. Es fanden sich Menschen, die mit Freude, Fachkenntnissen aus der Sicherheitsbranche und viel Engagement die Arbeit aufnahmen. Sie beziehen Posten im Eingang der Kirche, kontrollieren die Reservationen und die Zahl der Anwesenden, nehmen Kontaktdaten auf, weisen auf die Desinfektionsständer hin und helfen während des Gottesdienstes dabei, beim Kommuniongang und beim Ausgang den Einbahnverkehr einzuhalten. Ganz wichtig ist dabei: Sie sind wirklich «Freunde und Helferinnen».

Sie helfen, damit das Schutzkonzept in den Gottesdiensten der Pfarrei Herz Jesu umgesetzt werden kann.

Was für eine kurze Zeit geplant war, ist nun schon einige Monate Wirklichkeit, länger als erwartet. Viele Gottesdienstbesucher/innen schätzen den Einsatz der Ordnerinnen und Ordner. Sie werden nicht als eine Art Polizei wahrgenommen, sondern als Helfer/innen, die alle Eintretenden persönlich willkommen heissen und menschliche Nähe vermitteln in einer Zeit, in der wir notwendigerweise auf Distanz gehen müssen. Was bewegt L.W. dazu, jeden Samstag ihren Dienst zu tun? «Ich gehöre zur Risikogruppe. Als die Pandemie begann versprach ich Gott, dass ich mich regelmässig freiwillig in der Kirche engagiere, wenn ich vom Virus verschont bleibe. Ich bin bis jetzt gesund geblieben und es geht mir sehr gut.» C.F. wohnt nahe der Kirche und hat praktische Erfahrung im Sicherheitsdienst. Als wir im Forum zum Ordner-Dienst aufriefen, meldete sie sich sofort. Sie ist jedes Wochenende dabei und kennt inzwischen die meisten Leute. Ihre fröhliche Begrüssung steckt an, traurige Gesichter gibt es immer seltener. Sie freut sich über solche positiven Rückmeldungen: «Wir schätzen, dass sie so freundlich sind und diesen Dienst freiwillig machen.»

Die freiwilligen Helfer und Helferinnen vom Ordnerdienst nehmen ihre Aufgabe ernst und sind mit viel Engagement dabei.

Ebenfalls jeden Sonntag dabei ist A.K. «Ich komme jeden Sonntag in die Kirche. Es spielt mir keine Rolle, eine halbe Stunde früher da zu sein. Herausfordernd für mich ist, dass man hinter den Masken keine Mimik sieht. Ich versuche mit wenigen Worten herauszufinden, wie es den Leuten geht. Das interessiert mich.» Text: Klaus Meyer, Pfarrer Fotos: Pfarrei Herz Jesu


9

Pfarrei St. Josef, Töss «Angesagt!»: Pilgerheiligtum St. Josef Eine wachsende Zahl von Familien und Einzelpersonen aus unserer Pfarrei sind am Projekt «Pilgerheiligtum» beteiligt, das vor knapp vier Jahren in St. Josef ins Leben gerufen wurde. In diesem Kreis wandert das Pilgerheiligtum, ein 28 cm hohes Bild der «Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt», im Wochenrhythmus von Haus zu Haus. Die Weitergabe erfolgt nach der heiligen Messe am Sonntag. Neue Teilnehmer können jederzeit in den Kreis integriert werden. Trotz der fehlenden Gottesdienste während des Lockdowns im vergangenen Jahr, konnte die pilgernde Muttergottes die Pfarreimitglieder weiterhin besuchen: Das Bild wurde dann vor der Haustüre hinterlegt. Es ist schön, dass Maria die Menschen auf diese Weise miteinander verbindet. Die biblische Grundlage der Initiative ist die Stelle 1,39 ff. im Lukasevangelium: Maria, die Christus trägt, scheut nicht den mühevollen, langen Weg über das Gebirge in das Haus von Elisabeth und Zacharias, um ihrer ebenfalls schwangeren Cousine beizustehen. Sie grüsst, und Gottes Segen wird erfahrbar. Im Zeichen des Pilgerheiligtums geht die Gottesmutter über das Gebirge unserer Zeit: Hektik, Zeitdruck, Lockdown-Massnahmen, Einsamkeit und Angst sind Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind. So kommt Maria in unsere Häuser, zu unseren Familien, in unseren Alltag, um uns zu grüssen und die Nähe Gottes zu vermitteln. Bei uns zu Hause steht das Bild auf dem Esstisch. Maria und Jesus sind mittendrin in unserem Alltagstrubel und erinnern daran, uns einen kurzen Moment für Gott und füreinander zu schenken: ein kurzer Dank am Morgen, ein bewussteres Tischgebet vor dem Essen, ein Angelus-Gebet oder einfach ein kurzer, liebevoller Blick beim Vorbeigehen, um mit Jesus in Verbindung zu bleiben. Abends steht das Bild im Kinderzimmer, wo wir vor dem Schlafen- gehen ein Gesetz des Rosenkranzes miteinander beten.

Der Besuch der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt im Zeichen des «Pilgerheiligtums» lädt ein: • sensibel zu bleiben für die Kostbarkeit des Augenblicks. • Freiräume zu schaffen für die Begegnung mit Gott und untereinander. • die Herausforderungen des Alltags der Sorge Gottes zu übergeben. • das Leid des Lebens für andere zum Segen werden zu lassen. Die pilgernde Muttergottes verbindet Menschen aus unserer Pfarrei und auf der ganzen Welt und lässt neue Gemeinschaften wachsen. Das Hausgebet ist in über 100 Ländern verbreitet und etwa 30 Millionen Menschen nehmen daran teil. Sie alle dürfen erfahren: Maria geht den Weg mit uns. Sie führt uns zu ihrem Sohn, der das Licht der Welt ist. Seine Nähe, sein Licht, seine Kraft und seine Liebe, die unsere Seele durchfluten möchten, können gerade in den dunklen Zeiten der Corona-Pandemie zu einem besonderen Geschenk werden, wenn wir ihm nur die Türe öffnen.

Text und Foto: Pfarrei St. Josef

Was in St. Josef noch «angesagt» war: Leider hat das Coronavirus im Jahr 2020 unsere Pfarrei sowie die ganze Kirche ausgebremst. Trotzdem sind wir dankbar, dass die pastorale und soziale Arbeit in der Pfarrei weiter funktioniert hat. Allen Mitarbeitenden, den Freiwilligen, die ihre Freizeit für den Dienst an Kirche und Mitmensch einsetzen, und allen, welche die Anliegen unserer Pfarrei in ihr Gebet

einschliessen, sei von ganzem Herzen gedankt. Sie machen die Pfarrei St. Josef lebendig. Die Corona-Zeit ist für uns eine Einladung, aus einer anderen Perspektive auf die Kirche zu schauen. In St. Josef haben wir uns auf das geistliche Leben der Familien fokussiert, weil wir uns nicht persönlich treffen können. Die Hauskirche, die Familie, das


10

gemeinsame Gebet zu Hause machen die Pfarrei lebendig. Das Projekt «Pilgerheiligtum» wurde in St. Josef sehr herzlich angenommen. Das Bild der «Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt» hat die Herzen erobert. Aufgrund der Pandemie ist nur eine begrenzte Anzahl von Gottesdienstbesuchern erlaubt. Darum bieten wir zusätzliche Sonntags-Gottesdienste an. In dieser Zeit findet die Kinderkirche virtuell statt. Das Team bereitet einen Film für Kinder und Eltern vor. Vergessen wir nicht, dass die Pfarrei zu Werken der Barmherzigkeit berufen ist: So haben wir Einkaufshilfen organisiert und Lebensmittelpakete für hilfsbedürftige Menschen gesammelt und bereitgestellt. Diese Aufgaben haben die Pfarreimitglieder mit Liebe angenommen und dabei nie ver-

gessen, dass andere Menschen ihre Hilfe benötigen. Auch der gegenseitige Zusammenhalt, regelmässige Kontakte und freundliche Worte geben viel Kraft. Wir sind auch ganz besonders dankbar für die Veröffentlichung des Bilderbuches «Die Prinzessin von Töss», das von Monika Imhof geschrieben wurde. Ludmiła Tyminska-Widmer illustrierte die Geschichte. Das Buch nimmt grosse und kleine Leserinnen und Leser mit auf die Reise durch die Geschichte der Elisabeth von Töss. Grossen Dank an alle Menschen, für das Engagement in der Pfarrei St. Josef. Alle Tätigkeiten kann man hier aus Platzgründen leider nicht erwähnen. Vergelt's Gott. Jacek Jeruzalski, Pfarrer St. Josef

Pfarrei St. Marien, Oberwinterthur «Angesagt!»: Brot teilen Brot teilen oder Brot brechen ist eine alte Sitte im Nahen Osten. Es ist das Signal des Ranghöchsten, dass man mit dem gemeinsamen Essen beginnen kann. Dieses Ritual kennen wir Christen aus der gemeinsamen Feier der Eucharistie, die sich auf das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern bezieht. In diesem Zusammenhang stellt die Erstkommunion einen wichtigen Schritt des Hineinwachsens unserer Kinder in die Kirche dar. Die Feier mit aufgeregten, strahlenden Kindern ist jedes Mal ein Highlight. In diesem Jahr mussten wir aufgrund der Pandemie das grosse Fest absagen. Die Familien mit ihren Erstkommunionkindern waren enttäuscht und traurig. Hier könnte die Geschichte zu Ende sein – doch Not macht erfinderisch: Wir wagten den Versuch und luden die Kinder mit ihren Familien in kleinen Gruppen zum sonntäglichen Gottesdienst ein, um in reduziertem Rahmen das grosse Geheimnis des geteilten Brotes zu feiern. So zogen sich die Erstkommunionfeiern mit zwei bis sechs Kindern bis in den November. Schön war, dass die sonntägliche Gottesdienstgemeinde die eucharistische Mahlgemeinschaft generationsübergreifend erleben durfte. Die einzelnen Kinder wurden dankbar in die Mitte genommen – so, wie es sich Jesus wohl gewünscht hätte. Wie heisst es im Evangelium auf die Frage, wer der Grösste sei? «Und er nahm ein Kind

und stellte es in ihre Mitte…» Gleichwohl möchten wir diese coronabedingte Form der Erstkommunionfeier nicht schönreden. Wir freuen uns, wenn zukünftig am Erstkommunionstag wieder viele Kinder miteinander am Tisch des Herrn stehen dürfen. Biblisch betrachtet hat das Brotteilen noch eine weitere Komponente, nämlich sein Brot mit dem Hungrigen zu teilen (Jes 58,7). Diese hat im Corona-Jahr 2020 eine neue Note erhalten: Mitte März zeichnete sich ab, dass schweizweit tausende Personen zu Corona-Risikogruppen wurden und auf Hilfe angewiesen waren. Die Aufforderung, zu Hause zu bleiben, veranlasste uns, spontan am Projekt «Hilf-jetzt» teilzunehmen. Nicht nur Pfarreimitglieder erklärten sich bereit, für die Betroffenen einkaufen zu gehen oder Medikamente zu besorgen. Auch kirchenferne Menschen meldeten ihre Hilfe an. In dieser ungewöhnlichen Zeit zeigte sich, dass Not vielseitig sein kann. Es ist nicht selbstverständlich, dass beispielsweise alle Lernende für das Homeschooling genügend digital ausgerüstet sind. Über unser Pfarreiblatt «Chileturm» suchten wir daher ältere, funktionstüchtige Laptops. Der Erfolg war bisher bescheiden. Wir bleiben weiterhin dran. Gefährdete Personen, insbesondere ältere Menschen, leiden nicht nur unter der erhöhten Ansteckungsgefahr, son-


11

Taschen mit gespendeten Lebensmitteln werden einmal pro Woche nach Zürich zu Schwester Ariane vom Verein «incontro» gebracht. Dort gehen die Lebensmittelsäcke an Menschen, die Hilfe dringend benötigen.

dern auch an den Folgen des Alleinseins. Die psychischen Auswirkungen können ebenso gefährlich wie das Virus selber sein. Aus diesem Grund hat sich das Team überlegt, wie wir den Menschen in diesem doch schwierigen, und zum Teil sehr einsamen Jahr, eine Freude bereiten können. Die Idee, ein Weihnachtsessen persönlich zu bringen, war geboren. Ein Restaurant zeigte sich bereit, etwas Frisches zu kochen. So war die Umsetzung nicht mehr schwierig: Menschen, die gerne ein Essen für sich wollten, konnten sich bei uns melden oder jemand anderen angeben, dem sie dies gerne gönnen würden. Am 24. Dezember holten Teammitglieder die Essen im Restaurant ab und verteilten sie an die Interessierten in Oberwinterthur. Strahlende Gesichter und die grosse Freude der Beschenkten haben uns reich beschenkt. Dass die Not noch nicht vorbei ist, zeigt die Lebensmittelaktion für Bedürftige und Menschen auf der Gasse. Auch hier ist unsere Pfarrei aktiv geworden. Für den Verein «incontro» sammelten wir Lebensmittelsäcke. Die Solidarität der Pfarreimitglieder war und ist überwältigend! Auch hier werden wir weiterhin tätig sein. Der «Anhaltspunkt» im Neuhegi ist dafür neu verantwortlich. Hoffen wir, dass die Hilfsbereitschaft in unseren Pfarreien weiterlebt. So ist das Brotteilen nicht nur gemeinschaftsbildend, es ist ebenso segensstiftend! Text: Stefan Heinichen, Jugendarbeiter | Susanne Meier, Sozialarbeiterin | Stefan Staubli, Pfarrer Foto: Stefan Heinichen, Pfarrei St. Marien

Was in St. Marien noch «angesagt» war: Im Frühling 2020 durfte nicht nur kein Gottesdienst gefeiert werden. Unseren Katechetinnen und Katecheten fehlte ebenso der Kontakt zu den Unti-Kindern und deren Familien. Zu dieser Zeit beschäftigten uns, zusammen mit Pfarrer Stefan Staubli, die Gedanken, dass wir die zentrale Feier unseres Glaubens nicht gemeinsam feiern können. Durch die Arbeit im Homeoffice sind wir auf die Idee gekommen, sich zu Ostern auf eine alte Tradition zu besinnen: die urchristliche Hauskirche. Das Christentum begann nicht in Kirchen, sondern in häuslichen Feiern. Es stellte sich die Frage, wie man dies den Kirchengängerinnen und Kirchengängern nahe bringen kann. Daraus entstand eine Handreichung für die Kar- und Ostertage, die Einladung und Anleitung zugleich war. Schritt für Schritt werden die Tage der Karwoche aufgezeigt. Der tägliche Bibeltext wird begleitet von einem Gedanken und einer illustrierten Anregung für den Austausch sowie einem Ritual. So ist es möglich, sich zu den Wurzeln unserer Hauskirche zu begeben und mit wenig Aufwand die Ostertage auf besondere Art und Weise zu feiern. Die «Handreichung für die Kar- und Ostertage zu Hause» wurde im April 2020 in gedruckter Form an viele Haushalte verteilt und ist jedes Jahr verwendbar. Exemplare können online oder gedruckt bezogen werden. Die «Handreichung für die Kar- und Ostertage zu Hause»: Erarbeitet von Jeannette Suter und Stefan Staubli im Corona-Jahr 2020 unter Mithilfe aller Religionslehrer/-innen.

Text: Michael Weisshar, Gemeindeleiter, St. Marien


12

Begegnungsstätte Anhaltspunkt Neuhegi Digital ist «angesagt»! Es erübrigt sich zu erwähnen, dass die SARS-CoV-2-Pandemie und die daraus hervorgegangenen Konsequenzen auch das Begegnungszentrum «Anhaltspunkt» im Berichtsjahr geprägt haben. Die Zeit während des ersten Lockdowns von März bis Mai 2020 musste und konnte anders genutzt werden. Teamintern wurde das bestehende Angebot evaluiert. Um aber auch die Meinungen und die Wünsche unserer Besucher abzuholen, wurde eine grössere Online-Umfrage vorbereitet, die später im Jahr an die Empfänger unseres Newsletters versandt wurde. Der Rücklauf war erfreulich gross und aus den gewonnenen Einsichten wurde bereits einiges in Planung für «Nach-Corona»-Zeiten aufgenommen. Und der «Anhaltspunkt» wurde im Frühling 2020 digitaler! Einerseits wurde eine Strategie für den Auftritt in den Sozialen Medien erarbeitet und umgesetzt. Neben gelegentlichen spontanen Begegnungen im Quartier waren diese Plattformen eine gute Möglichkeit, mit unseren Besuchern in Kontakt zu bleiben, solange die Türen des «Anhaltspunkts» ganz geschlossen waren. Über die nun viel häufigeren Beiträge auf Facebook (anhaltspunkt. neuhegi) und Instagram (@anhaltspunkt_neuhegi) konnten auch neue und vermehrt jüngere Personen angesprochen werden, die dann im Sommer auch zu der einen oder anderen Veranstaltung kamen. Andererseits wurden einige Veranstaltungen per Videokonferenz durchgeführt. Speziell sei hier das monatliche «Café Philo» zu erwähnen, das im Berichtsjahr schlussendlich öfters im «virtuellen Raum» als vor Ort im Begegnungszentrum stattgefunden hat. Diese Online-Veranstaltungen konnten nicht zuletzt deshalb so erfolgreich durchgeführt werden, weil die meisten Teilnehmenden sich bereits seit mehreren Jahren im mehr oder weniger gleichen Kreis treffen und gut kennen.

Viele nahmen an den angebotenen Online-Veranstaltungen teil: Hier das Online-Café Philo vom 20. April 2020.

Nach dem Lockdown im Frühsommer war das Bedürfnis unserer Gäste nach Begegnungen und Gesprächen sehr gross. Da die Mittagessen wegen der engen Platzverhältnisse im «Anhaltspunkt» noch nicht durchgeführt werden konnten, wurden dafür die vormittäglichen Kaffeetreffs von normalerweise zweimal wöchentlich auf alle Werktage ausgedehnt. Diese und auch die wöchentliche «Tankstelle am Donnerstag» boten wieder die gewünschten Möglichkeiten für den zwischenmenschlichen Austausch und Gespräche über «Gott und die Welt» – und das Coronavirus. Unsere Besucher waren sehr dankbar für offene Ohren und ein oft auch längeres und tiefergehendes Gespräch. Im Sommerhalbjahr wurden neben den regulären Veranstaltungen auch Aktivitäten für Familien im Eulachpark durchgeführt, so ein Rallye-Parcours für Gross und Klein und der jährliche Kinderflohmarkt. Ab Herbst schränkten die erneut verschärften CoronaMassnahmen unsere Möglichkeiten wieder stärker ein. So mussten einige geplante bzw. bereits vom Frühjahr auf den Herbst verschobene Anlässe und Kurse wiederum abgesagt werden. Und die nun geltende Maskenpflicht machte vor allem den älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Bücherrunde und des Gedächtnistrainings Mühe, sodass diese Treffs schon bald wieder eingestellt werden mussten, ebenso das wöchentliche Meditieren, das mit Masken nur schwer möglich ist. Andere Aktivitäten konnten mit Flexibilität und Kreativität bis zum generellen Veranstaltungsverbot kurz vor Weihnachten weitergeführt werden. So wich zum Beispiel die Qigong-Gruppe für ihr wöchentliches Praktizieren in den Eulachpark oder in den sehr grossen Raum des Mehrgenerationenhauses «Giesserei» aus. In diesem turbulenten und von Unsicherheiten geprägten Jahr war auch der Kontakt zu unseren Freiwilligen schwierig. Da die meisten im Alter der «Risikogruppe» sind, stellten wir ihnen frei, ob sie sich weiterhin engagieren oder lieber eine Pause einlegen wollten. Aber auch die abgesagten Veranstaltungen – allen voran die nicht durchgeführten Mittagstische – reduzierten die Einsätze der Freiwilligen stark. Durch gelegentliche Telefonate oder Mail-Nachrichten, eine spontane Begegnung im Quartier oder einen gemeinsamen Spaziergang im Park konnte der Kontakt aufrechterhalten werden und den Freiwilligen etwas Abwechslung in den durch die Corona-Massnahmen eingeschränkten Alltag bringen. Ein Highlight und ein gemütliches Wiedersehen war für alle das alljährliche Freiwilligen-Essen, das «coronatechnisch» optimal Mitte September stattgefunden hat. Text und Foto: Barbara Winter-Werner, Anhaltspunkt Neuhegi


13

Pfarrei St. Laurentius, Wülflingen «Angesagt!»: Erwachsenenfirmung «New horizons...» Kurz vor dem Lockdown machte sich eine Gruppe von 11 Erwachsenen «auf den Weg zu neuen Horizonten», wie das Motto des Firmwegs hiess. Die Gruppe hätte unterschiedlicher nicht sein können: fünf Frauen und sechs Männer; vier Konvertierte und sieben Katholiken; drei Schweizer, vier Portugiesen, zwei Polen, eine Italienerin und eine Amerikanerin; im Alter von 21 bis 66 Jahren. So war die Gruppe im wahrsten Sinne des Wortes «katholisch».

Firmgottesdienst der Pfarrei St. Laurentius.

Nach den Lockerungen der Corona-Massnahmen konnten wir den Firmweg fortsetzen. Es wurde gebetet und Gemeinschaft gepflegt, die Bibel gelesen und unterschiedliche Themen diskutiert: Gott als Vater und Schöpfer; Jesus Christus, sein Leben, sein Evangelium, sein Sterben, seine Auferstehung; der Heilige Geist und die Kirche; unser Leben und Handeln als Christen; Leid, Sterben und ewiges Leben. Ursprünglich sollte die Erwachsenenfirmung am 10. Mai 2020 stattfinden, musste aber wegen des Lockdowns ausfallen. Beim neuen Termin, am 14. Februar 2021, konnten zwei aus der Gruppe leider nicht dabei sein. Sie werden die Firmung im September 2021 nachholen. Für die anderen neun Firmlinge war es eine schöne Feier mit Bischof Marian Eleganti. Zum Schluss der Predigt griff der Bischof zu seiner Gitarre und sang ein Marienlied. Das war sehr eindrücklich. Ein Firmling, der im Gottesdienst noch ge-

tauft wurde, schrieb mir folgende Nachricht: «Heute war für mich ein ganz besonderer Tag. Ich habe das Gefühl, erfüllt zu sein, und dass ich etwas erhalten habe, was mir all die Jahre über gefehlt hat.» Hört, hört... Für Bischof Eleganti war es auch ein besonderer Tag, wie er im Gottesdienst sagte. Es war wohl seine letzte Firmung, denn am Tag darauf akzeptierte der Papst seinen Rücktritt als Weihbischof. Marian Eleganti hatte 2019 gegenüber dem Papst seinen Amtsverzicht erklärt.

Was in St. Laurentius noch «angesagt» war: Wir nahmen jede Woche Gottesdienste auf und stellten sie auf die Homepage. So konnten wir gottesdienstlich in Verbindung bleiben. Für Jugendliche gab es kurze Videoimpulse. Die Katecheten haben den Kindern Post nach Hause geschickt, unter anderem mit einem Osterwettbewerb. Besonders schutzbedürftige Personengruppen konnten wir mit unserem neuen Projekt «Jugend hilft» durch Einkäufe und Botengänge unterstützen. Die CoronaKrise hat viele Menschen mit kleinen Einkommen finanziell stark belastet, sodass der Sozialdienst unserer Pfarrei rege angefragt wurde. Zudem organisierten wir eine Sammlung für ein Waisenhaus in Rumänien. Inzwischen gibt es die Aktion «Päckli spendet Freud», bei der Nahrungsmittelpakete an Bedürftige verteilt werden.

auf 40 reduzieren. Die Jugendlichen haben mit Masken bedient, die Toiletten wurden jede Stunde desinfiziert, der Raum jede Stunde gelüftet. Aber der Aufwand hat sich gelohnt! Mit dem Erlös konnte ein Brunnen in Äthiopien für über 1000 Menschen gebaut werden. Dies ist der siebte Brunnen, den unsere Pfarrei in den letzten vier Jahren realisiert hat. Damit konnten wir über 6000 Menschen zu sauberem Trinkwasser verhelfen.

Am 20. Oktober 2020 wurde das Benefiz-Dinner nachgeholt. Statt 80 Personen wie sonst, mussten wir wegen den Schutzmassnahmen die Anzahl der Gäste

Ich danke allen, die in dieser mühsamen Zeit das Leben der Pfarrei mitgestaltet haben. Die Worte reichen nicht aus, trotzdem: Danke, Merci, Grazie…

Auch Neues hatte Platz. So gab es nach vielen Jahren wieder eine Samichlaus-Aktion mit Unterstützung unseres Männervereins. Die Spenden von Fr. 671.50 gingen an ein Waisenhaus in Kamerun, das von unserem Priester Oscar Tassé mitbetreut wird (www.casadesanges.com).

Texte: Zeljko Calusic, Diakon und Gemeindeleiter, Pfarrei St. Laurentius | Foto: Pfarrei St. Laurentius


14

Pfarrei St. Ulrich, Rosenberg Briefkontakt ist «angesagt» «Corona» – dieses Wort begleitet uns seit Monaten und schränkt unser Leben ein. Was bedeutet das für unsere Arbeit? In unserer Pfarrei? Im Frühling konnten wir keine Gottesdienste feiern, keinen Religionsunterricht durchführen. Wir hatten keinen Kontakt zu unseren Pfarreimitgliedern. Vieles wurde abgesagt. Diese Absagen haben im Team einige Gedanken ausgelöst und die Frage: Wie können wir die Pfarreimitglieder am besten persönlich und schnell erreichen? Auch sind viele elektronisch nicht zu erreichen. So haben wir in einem Brief über Neuerungen und Änderungen, über Online-Gottesdienste, regelmässige Öffnungs- und Ansprechzeiten im Büro, über Einkaufsservice und vieles mehr informiert. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen separaten Brief. Das ganze Pfarreiteam war gefragt. Es wurde geschrieben, gedruckt und nach Strassen sortiert. Zudem stellten wir unsere Briefe persönlich zu. Mit Unterstützung unserer Söhne, Töchter – und die Ehefrau des Chefs half auch gerne mit. Was hat uns die Aktion gebracht? Es gab manche Begegnung über den Gartenzaun, manches Gespräch im Treppenhaus und auf der Strasse. Wir trafen Pfarreimitglieder, die wir noch nicht kannten. Die Menschen in Veltheim haben uns gesehen und dadurch hat St. Ulrich für sie ein Gesicht bekommen. Corona hat uns im Leben eingeschränkt, aber auch gezeigt, dass es andere Wege gibt, Kontakt zu halten. Das positive Feedback war gross: Unsere Pfarreimitglieder waren stets informiert und dankbar über den bestehenden Kontakt zum Team. Von Versand zu Versand lernten wir dazu. Wir merkten, dass es Menschen gibt, zu denen wir Kontakt haben, die aber offiziell nicht in unserem Einzugsgebiet wohnen oder katholisch sind. Auch sie sollten

einen Brief erhalten. Falls wir am Ende dennoch jemanden vergessen haben, war dies keine Absicht. Vor Pfingsten konnten wir den Brief mit dem schönsten Inhalt austragen: Die Lockerungen erlaubten uns, wieder Gottesdienst zu feiern. Wir wollten, wenn es witterungsbedingt möglich war, Gottesdienste im Freien feiern. Der Innenhof von St. Ulrich bietet sich hier gut an. Es war für uns alle berührend, mit welcher Freude dieses Angebot angenommen und wie viel Wertschätzung uns geschenkt wurde. Die Menschen, egal ob kirchenfern oder kirchennah, bemerkten, wie wichtig sie uns sind und wie wichtig uns der gemeinsame Austausch ist.

Gottesdienstfeier im Innenhof der Pfarrei St. Ulrich.

Wir haben erfahren, dass ein Brief immer noch gut ankommt, auch bei Kindern und jungen Menschen. Vielleicht ist ein Brief heutzutage sogar «etwas Besonderes» und erhält daher mehr Beachtung! Als Team sind wir durch diese Aktion näher zusammengerückt. Nicht physisch, da wir die Abstandsregeln pedantisch eingehalten haben. Aber in unserm Anliegen für die, denen St. Ulrich wichtig ist, gemeinsam etwas zu tun! Text: Rosalba Lauria, Sekretärin, Pfarrei St. Ulrich Foto: Giovanni Schäfli

Was in St.Ulrich noch «angesagt» war: Im Januar die ökumenischen Wochen und Bildungsanlässe, ganz normal, eine Freude wie immer! Besuch der Ausstellung «Hemmungen» in Bern an einem Samstag im März. Es war nichts mehr normal, es war der Samstag vor dem Lockdown. Im restlichen Jahr gab es Momente, die eine gewisse Normalität vermittelten: alle Anlässe, die im Freien stattfanden. Es ist ein grosses Glück, dass die Pfarrei St. Ulrich bewegungs- und wanderfreudig ist. So war die Freude gross, als wir in den Sommerferien mit unserm Sommerpriester Romuald, der seit über 30 Jahren

zu uns kommt, die traditionelle Wanderung durchführen konnten. Wir wanderten durch die Weinberge oberhalb von Weinfelden und wurden dort fürstlich verköstigt. Die Wirtin und der Koch freuten sich, dass eine so grosse Gruppe angemeldet war – etwas Normalität. Nach den Herbstferien war die Openair-Saison in St. Ulrich leider vorbei und die Einschränkungen wegen des Virus wurden Normalität. Heute ist unsere Kirche am Sonntag regelmässig voll, 50 Personen netto. Die Frage, wann wir endlich wieder rausgehen können, wird immer häufiger gestellt! Marcus Scholten, Gemeindeleiter, Pfarrei St. Ulrich


15

Pfarrei St. Urban, Seen «Angesagt!»: Musik in Zeiten von Corona – erfreuend und belebend Menschen brauchen Musik. Musik ist ein wesentlicher Teil der Liturgie und des Pfarreilebens – wegen Corona findet ab März 2020 nichts mehr statt. Was nun? Schnell entsteht die Idee, Videoclips «Musik und Wort» und «Orgelmusik St. Urban» zu drehen und ins Netz zu stellen. Die Reaktionen der Menschen: «Schön, euch wiederzusehen!» Gehaltvolle Gedanken, festliche Musik von Palmsonntag bis Ostern und Christi Himmelfahrt – ein besonderes Highlight von St. Urban lebt auf. Die Präsenz durch «Musik und Wort» weckt die Sehnsucht nach mehr Musik. «Wann ist Joachim an der Orgel? Darf ich dann in die Kirche, um seine Musik zu geniessen?» Auch Seelsorge und Sozialdienst bleiben auf Hochtouren aktiv: Anwesenheit im Pfarreizentrum, Telefonate, Mails – miteinander reden, zuhören, beraten, Unterstützung anbieten…. Ab Pfingsten sind Gottesdienste wieder möglich – live und mit Abstand. Musik- und bewegungsfreudige Menschen treffen sich ab Pfingsten in sehr kleinen Gruppen zu Tanz im Kreis mit klassischer Musik und Tönen aus aller Welt. Als musikalische und kreative Besonderheit werden die Balkongottesdienste zwischen Pfarreizentrum und Alterszentrum begeistert angenommen. Jedes Mal sind mehr Teilnehmende auf den Balkonen und an den Fenstern des Alterszentrums zu sehen, strahlend und winkend, der Musik applaudierend. SolistInnen mit Flöte, Akkordeon, Saxofon, Keyboard bereichern Gottesdienste und Anlässe, denn Singen ist leider seit Monaten öffentlich nicht erlaubt. Stimmungsvolles Arrangement zu «Tanz im Kreis».

Vorbereitungen zum Videodreh «Orgelmusik St. Urban».

Der Kinderchor probt freudig weiter, und auch der Kirchenchor sowie die Gruppe der KantorInnen dürfen in Kleinstgruppen proben. Zu Hause können sie mit Videoclips des Chorleiters für sich üben. Im goldenen Herbst ist die Freude gross: Konzerte sind erlaubt. Orgelkino, Jazzkonzert, Rhapsody in Blue – im Nu geplant und auf die Beine gestellt, und – oh nein – abgesagt. Livestream sei Dank darf man das weihnachtliche Jazzkonzert von Lyambiko daheim verkosten. Während der Adventszeit werden die Menschen über die Homepage mit Text und Musik des virtuellen Adventskalenders überrascht und auf Weihnachten eingestimmt. So kann die Musik von St. Urban in ganz verschiedenen Formen Menschen erfreuen, verbinden, Distanzen überwinden. Text und Fotos: Astrid Knipping, Seelsorgerin | Joachim Seefelder, Kirchenmusiker


16

Parrocchia MCLI San Francesco «Angesagt!»: Gemeinsam können wir es schaffen! Die Corona-Krise hat unser Leben von heute auf morgen auf den Kopf gestellt und tief greifende Veränderungen von Gewohnheiten, Ritualen und Glaubenspraktiken mit sich gebracht. Wie können wir miteinander in Verbindung bleiben, wenn vieles nicht mehr möglich ist, oder nur mit grossen Einschränkungen möglich war? Rasch mussten Antworten gefunden und die Pastoralarbeit den neuen Anforderungen angepasst werden. Wir verliessen vertraute Wege und betraten unbekanntes Terrain. Wir schufen virtuelle Räume, in denen über die räumliche Distanz hinweg neue Formen sozialer Begegnung möglich wurden. Dennoch, echte Begegnungen finden nur zwischen realen Menschen statt. Sie sind es, die virtuelle Räume mit Leben füllen, miteinander in Verbindung treten und emotionale Nähe schaffen können. Durch ungewohnte Formen der sozialen Begegnung gewann das Erzählen eine neue Bedeutung. Wir erzählten uns biblische Geschichten, über Gott und die Welt, oder unsere ganz persönlichen Geschichten. Mit aufrichtigen Worten reichten wir einander, im übertragenen Sinn, die Hand und erlebten Gemeinschaft. So stärkten wir das soziale Band, das uns zusammenhält. Während des Lockdowns und danach haben viele Pfarreimitglieder mit uns die Heilige Messe gefeiert, die sonntags live aus unserem Pfarreizentrum und der Kirche Herz Jesu übertragen wurde. Sie konnten zudem von zu Hause am Rosenkranz, der «via crucis» oder der eucharistischen

Anbetung teilnehmen und auf diese Weise gemeinsam im Gebet verbunden sein. Trotz der erzwungenen Distanz ist es uns gelungen, Nähe und Gemeinschaft herzustellen. Gemeinsam haben wir Kraft aus dem Wort Gottes geschöpft und auf das Licht vertraut, das in der Finsternis für uns leuchtet. 2020 hatten wir Zeit, unsere Beziehungen zu vertiefen. Per Telefon konnten wir die sozialen Kontakte pflegen. Gerade mit älteren Menschen, die besonders betroffen oder einsam waren, war der Austausch wichtig. Im Corona-Jahr galt unsere Aufmerksamkeit vor allem Personen, die leidvolle Erfahrung mit Krankheit, Tod und Trauer machen mussten. BetreuerInnen organisierten sich via Gruppenchat und blieben so in Kontakt mit ihren Mitgliedern. Online konnten religiöse Anlässe oder Bildungsveranstaltungen besucht oder einfach nur Gedanken geteilt werden. Unter dem Motto «Gemeinsam können wir es schaffen!» wurden unterschiedliche Angebote ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung von Freiwilligen stellten wir eine Nachbarschaftshilfe auf die Beine und konnten, neben spiritueller Begleitung und Telefongesprächen, Unterstützung beim Einkaufen oder Botengänge anbieten. Wir haben mit vielfältigen digitalen Formaten auf die pastoralen Herausforderungen reagiert. Welche dieser neuen Angebote sollen über die Corona-Zeit hinaus wirken? Welche wollen wir wieder loslassen? Wir sind aufgefordert, eine Ausgewogenheit zwischen herkömmlichen und digitalen Angeboten zu finden. Kehren wir zu dem zurück, was sich in der Vergangenheit bewährt hat und nehmen wir das Positive für die Zukunft mit, das wir in diesen herausfordernden Zeiten gelernt haben. Text: Don Carlo de Stasio, Pfarrer Parrocchia MCLI San Francesco Foto/Plakat: Parrocchia MCLI San Francesco

«Gemeinsam können wir es schaffen!»: Plakat mit Hilfsangeboten für italienischsprachige Mitchristen.


17

Verein VIWO: «Wenn ihr dieser Frau nicht helfen könnt, wer dann?» Wobis – jaok – binbanof – OW bis sie Schussel – Ich

Immer noch ist die Freiwilligenarbeit tragend für die VIWO,

komme deinen Haus – wasis das. Diese SMS kommen von

am meisten für die Begleitung nach dem Wohnungsbezug.

einer liebenswürdigen tibetischen Flüchtlingsfrau, die

Die Wohnungssuche läuft meist über die Geschäftsstelle.

nach einer berührenden Geschichte seit fünf Jahren in der

Diese war 2020 mit 50 Prozent besetzt. Trotz Corona

Schweiz lebt. In ihrer Heimat ging sie nie in die Schule,

wurden 18 neue Wohnungen gefunden. Damit ist die

verrichtete indes harte Feldarbeit. Die tibetische Schrift

Gesamtzahl der vermittelten Wohnungen auf 110 gestie-

kann sie nicht lesen, somit auch kein Wörterbuch. Eine

gen, in denen 333 Flüchtlinge leben. Rund die Hälfte

sprechende Übersetzungs-App für Tibetisch gibt es nicht.

kommt ganz ohne VIWO-Unterstützung aus. Andere

Aber das bezaubernde Lächeln der Frau und ihre lebhaften

Flüchtlinge haben wir bei Fragen rund ums Wohnen bera-

Gesten erlauben etwas Kontakt. Sie kam vor einigen Mo-

ten und vernetzt. Viel Arbeit hatten wir, um illegal vermie-

naten ins Büro, zeigte ihr Handy mit Zeilen eines Sozialar-

tete Wohnungen mit unzumutbaren Zuständen aufzude-

beiters: M. sucht eigene Wohnung, möchte aus dem Asyl-

cken, was zu mehreren Zeitungsartikeln und vermehrtem

container ausziehen. Am Telefon meinte der Sozialarbeiter:

Austausch mit der Stadt führte.

«Wenn ihr dieser Frau nicht helfen könnt, wer dann?» Zurzeit stellt die VIWO in 19 Fällen die Kaution, bei 15 Wohnungen haftet sie solidarisch, 18 Wohnungen mietet sie selbst. Eine einmalige Zusage der Glückskette von Fr. 48 000.– , verteilt auf zwei Jahre, erlaubt uns eine befristete zusätzliche Stelle, um anstehende Aufgaben aufzuarbeiten. Eine ehrenamtlich engagierte Betriebsökonomin erarbeitet mit dem Vorstand neue Strukturen, um die Last der VIWO auf mehr Schultern zu verteilen und in den nächsten Jahren einen guten Betrieb zu ermöglichen.

Text und Foto: Zita Haselbach So eine Situation ist nicht der Normalfall in der VIWO. Aber was ist schon Normalfall? Eine Familie mit traumatisierten

Die VIWO ist ein gemeinnütziger Verein und wurde 2015

Eltern oder mit einem schwerkranken Kind, das immer in

von der Katholischen Kirche in Winterthur gegründet. Zita

den dritten Stock getragen werden muss?

Haselbach ist Präsidentin der VIWO. Heute steht der Verein unter dem Patronat der Katholischen Kirche Winterthur

Die Wohnungssuche mit M. war nicht einfach. Zum Glück

und dem Verband der evangelisch-reformierten Kirch-

hatte sie schon etwas lesen und schreiben gelernt, nur

gemeinden der Stadt Winterthur, die den Verein, neben

verstand sie nicht, was sie von der Wandtafel abschrieb.

weiteren Spenden, finanziell mit je Fr. 15 000.– pro Jahr

Zur Wohnungsbesichtigung schrieben wir Buslinie, Halte-

tragen. Weitere Finanzen werden gesucht. Die Unterstüt-

stelle, Termin auf einen Zettel. Wenn wir einander dann

zung für die Wohnungssuchenden ist kostenlos.

doch nicht fanden, zeigte sie den Zettel lächelnd einem Passanten. Besser wurde es, als wir eine Person ihrer Muttersprache fanden, die am Telefon übersetzte. Nun lebt M. glücklich in einer kleinen Wohnung. Sie wollte sofort eine tibetische Flagge an die Wand hängen, betrachtete sie glücklich und meinte, jetzt möchte sie noch eine kleine Schweizer Fahne dazu. Es ist nur schwer vorstellbar, was es heisst, mit so eingeschränkter Sprache hier zu leben.

Geschäftsstelle: Wartstrasse 11, 8400 Winterthur E-Mail: viwo@bluewin.ch Tel.: 079 15 200 51 Konto: Raiffeisenbank Winterthur, Verein VIWO, 8400 Winterthur | Konto: 90-99200-4 IBAN: CH47 8148 5000 0079 3580 1 Spenden können bei der Steuererklärung abgezogen werden.


18

Im Dienst der Kirche:

Arbeit, die man oft nicht sieht Gewöhnlich beginnt eine Messfeier mit dem Einzug des Pfarrers und der Messdiener von der Sakristei an den Altar. Die Sakristei ist ein wichtiger Nebenraum der Kirche, in dem die liturgischen Gegenstände für den Gottesdienst aufbewahrt werden. Und wer hat Zutritt hinter die Kirchenkulissen? Alle, die einen liturgischen Dienst wahrnehmen, von Ministrantinnen über Lektoren und Organisten bis zu den Zelebrierenden. Dazu gehören auch die Sakristane und die Sakristaninnen, auch Sigristen/Sigristinnen genannt. Sie bereiten alles vor, was für die Feier gebraucht wird: die liturgischen Gefässe mit Hostien, Wein und Wasser für die Gabenbereitung, die liturgischen Bücher und Gewänder, Kerzen und Weihrauch und vieles mehr.

«Wenn mich die Leute fragen, sage ich meistens, ich bin der Sigrist.» Für Carlo Corazzolla aus der Pfarrei St. Peter und Paul war früh klar, dass er gerne Sakristan werden möchte. Der gelernte Schreiner arbeitet als Sakristan in dritter Generation. Schon sein Grossvater war in Italien im Sakristanendienst tätig. «Ich wusste immer, wenn die Stelle als Sakristan in der Pfarrei St. Peter und Paul frei wird, dann melde ich mich», berichtet er stolz. Schon seit seiner Jugend fühlt sich Carlo Corazzolla mit der Pfarrei verbunden. Heute kennt er jede Ecke der Kirche und weiss genau, wo Arbeiten anfallen. Gewissenhaft leistet er seit 30 Jahren Dienst in der Pfarrei und hält immer für alle ein Lächeln bereit. Die Entscheidung zum Sakristanendienst sei für ihn richtig gewesen, betont er. «Ich habe gerne Kontakt mit Menschen. Häufig komme ich in der Kirche mit Leuten ins Gespräch; man kennt sich und so auch die Geschichten der Leute.» Vor allem Offenheit sowie Freude an der Liturgie und am Pfarreileben sind, neben der Ausbildung, wichtige Fähigkeiten, die eine Sakristanin oder ein Sakristan auszeichnen sollte. Ein vielseitiger Beruf, der Flexibilität erfordert Zwischen 60 und 80 Gottesdienste finden in den katholischen Kirchen der Stadt Winterthur wöchentlich statt. Hauswarte und Sakristaninnen halten die Kirchen innen und aussen in Stand, bereiten die Liturgie vor und unterstützen die Seelsorgenden vor und während des Gottesdienstes. Sie organisieren den Blumenschmuck und sind zuständig für die technischen Anlagen in Kirche und Pfarreiräumen. Dazu zählt auch das pünktliche Läuten der Kirchenglocken. Sie kümmern sich weiter um die sachgemässe Aufbewahrung und Pflege der liturgischen Gewänder und Gegenstände. Neben dem Kirchengebäude besitzen die Pfarreien weitere Versammlungsräume, die für Veranstaltungen vorbereitet werden müssen. Daher ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Sakristanen, Seelsorgenden und Pfarreiteam wichtig. Die Arbeitszei-

ten der Sakristaninnen und Sakristanen sind oft unregelmässig, daher wird von ihnen eine hohe Flexibilität erwartet. Carlo Corazzolla liebt seine Arbeit und ist gerne im Hintergrund tätig: immer bereit, um mit handwerklichem oder technischem Einsatz zu unterstützen. Am besten findet er das selbstständige Arbeiten und die flexible Zeiteinteilung. Unangenehm sind für ihn die Präsenzzeiten am Wochenende: «Mit einem freien Wochenende pro Monat ist das herausfordernd für Familie und Freunde», betont er. Über den Dächern von Winterthur: Carlo Corazzolla im Glockenturm der Kirche St. Peter und Paul.

Eine Situation, die sich niemand hatte vorstellen können Nachdem der Bundesrat Mitte März 2020 die «ausserordentliche Lage» erklärt hatte, wurde das kirchliche Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Das Verbot öffentlicher Gottesdienste bedeutete: keine Osterfeiern, keine Erstkommunionfeiern, keine Firmungen, kein Religionsunterricht, keine Bildungs- und Vereinsveranstaltungen. Vieles war in Planung – und nun? Alles abgesagt. Ansammlungen von mehr als fünf Personen wurden


19

Susanna Partalov arrangiert den Blumenschmuck in Töss.

«Ich möchte eine schön geschmückte Kirche.» Susanna Partalov, Sakristanin St. Josef

verboten. Um in dieser speziellen Zeit das solidarische Miteinander zu bewahren, brachten einige Pfarreien die «Frohe Botschaft» in Form einfach gestalteter Gottesdienste zum Mitfeiern per Video zu den Gläubigen nach Hause. Für die Hauswarte und Sakristaninnen hat sich das Leben und die Arbeit im Corona-Jahr verändert. Das Schlimmste war, dass während des Lockdowns keine Gottesdienste mehr stattfinden konnten.

«Obwohl man Gott besonders nahe sein wollte, gab es keine Gottesdienste und Zusammenkünfte. Immerhin blieb die Kirche als Raum offen, dort fanden die Leute Ruhe und Trost.» Sarmad Yono, Sakristan St. Marien

Für alle war der Lockdown im Frühjahr ein Schock und die Absage der Gottesdienste ein absoluter Tiefpunkt. Es war das erste Ostern, an dem keine Messen und Andachten stattfinden durften. Trotz der offenen Türen blieben viele aus Angst vor dem Virus der Kirche fern. Der Gang durch die leeren Räume machte traurig. Spontane Begegnungen, ungezwungene Gespräche, lieb gewordene Rituale, all das fiel weg.

Eingängen aufgestellt werden. «Die Sicherheits- und Hygienemassnahmen mussten kurzfristig umgesetzt werden. Die Unsicherheit war gross. Wir hatten keine Erfahrung, wie eine Eucharistiefeier unter solch gravierenden Einschränkungen funktionieren soll. Da mussten wir ein paar Umwege in Kauf nehmen, bis alles gelaufen ist. Die Verwaltung hat uns in dieser Zeit mit der Organisation von Desinfektionsmittelspendern, Masken und Glaswänden sehr unterstützt», berichtet Carlo Corazzolla. Unsicherheit und Zweifel Schutzkonzepte an die örtlichen Verhältnisse anzupassen war das eine, die Regeln durchzusetzen weitaus schwieriger. Auch wenn das Verständnis für diese Massnahmen gross war, führten sie immer wieder zu Diskussionen, insbesondere wenn Leute wegen der begrenzten Personenzahl vom Gottesdienst ausgeschlossen werden mussten. Einzelne verzichteten in der Folge ganz auf den Gottesdienstbesuch. Das hinterliess oft ein schlechtes Gefühl oder Zweifel, ob das, was man tun musste, richtig sei. In diese Unsicherheiten mischten sich auch persönliche Gefühle der Hilflosigkeit und die Befürchtung, andere oder sich selbst anzustecken und zu gefährden.

«Leute wegschicken zu müssen tat mir weh.» Rony Ciuffi-Meshkoro, Sakristan St. Laurentius

Gottesdienste unter veränderten Bedingungen Die Erleichterung war gross, als Ende Mai wieder Gottesdienste gefeiert werden durften. Durch die vom Bundesrat sowie vom Bistum Chur vorgeschriebenen Schutzmassnahmen mussten viele Dinge in den Pfarreien neu organisiert werden, damit die Hygienevorschriften eingehalten und das Schutzkonzept umgesetzt werden konnte. Neue Schwierigkeiten entstanden: Es galt, Distanzregeln beim Sitzen, aber auch beim Eintritt und beim Verlassen der Kirche, zu gewährleisten. Türklinken, Sitze, Geländer und alle verwendeten Gegenstände mussten nach jedem Gottesdienst desinfiziert und Hygienestationen bei allen

Im Laufe des letzten Jahres dominierte das Virus unser Leben. Voll besetzte Kirchen an Weihnachten? In CoronaZeiten undenkbar. So übertrug die Pfarrei St. Peter und Paul an Weihnachten erstmals Gottesdienste im Livestream per Internet. Die Organisation sei nicht einfach gewesen und habe von verschiedensten Seiten viel Einsatz verlangt, so Carlo Corazzolla. Auch andere Pfarreien machten sich Gedanken über Online-Gottesdienste als Alternativlösung: Die italienischsprachigen Mitchristen konnten im ersten Lockdown die Sonntagsmesse aus ihrem Pfarreiheim live mitfeiern. Die Pfarrei St. Laurentius


20

Wir haben die Hauswarte und Sakristaninnen nach ihren Erfahrungen im Corona-Jahr 2020 gefragt. Es wird von ganz persönlichen Momenten im Alltag berichtet:

Das Labyrinth von St. Peter und Paul wird regelmässig gepflegt.

stellte die Gottesdienste der Osterzeit per Video online zur Verfügung. Kreativität und Einsatzbereitschaft machen es seit Dezember möglich, dass Live-Gottesdienste aus St. Peter und Paul über das Internet übertragen werden können. Die Pfarrei St. Urban bietet ebenfalls eigene Livestream-Gottesdienste an. Als die Gottesdienstfeiern in den Kirchen unter Einhaltung strenger Auflagen wieder möglich waren, musste viel Gewohntes zurückgelassen werden. Nicht alle sehen die Online-Gottesdienste als Alternative oder Ersatz. Für sie gehören die Gemeinschaft, der Friedensgruss und das Gemeindesingen dazu.

«Die ganze Corona-Zeit und alles, was an Veränderungen gekommen ist, hat uns als Team mehr zusammengeschweisst. In St. Peter und Paul haben wir uns gegenseitig unterstützt, um gemeinsam die neue Situation zu meistern. Das habe ich als schön empfunden», erzählt Carlo Corazzolla. Das Betreten einer schön geschmückten Kirche gehört für Susanna Partalov dazu. Während des Lockdowns legte sie noch mehr wert als sonst darauf, den Kirchenraum von St. Josef mit ihren selbst gemachten Blumengestecken freundlich und einladend zu gestalten. In St. Urban fanden vom Sommer bis Ende Oktober jeweils freitags für die Seniorinnen und Senioren des benachbarten Altersheims ökumenische Gottesdienste im Freien statt. Johnson Gopurathingal erfüllt es mit Stolz, wenn er von der grossen Freude der Bewohnerinnen und Bewohner erzählt, die von ihren Balkonen aus mitfeierten. Sehr schön waren auch die Gottesdienste, die während des Sommers in St. Ulrich im Freien stattfanden. Samuel Meshkoro hatte grosse Freude, diese vorzubereiten, auch wenn sie einen Mehraufwand bedeuteten. Dafür erhielt er viele positive Rückmeldungen. Sakristanen und Sakristaninnen sind still Schaffende im Hintergrund. Ihnen gebührt ein besonderer Dank und Anerkennung für die vielen Aufgaben, die sie in Kirche und Gemeinschaft leisten. Text und Interviews: Daniela Todesco; Stephanie Scharnitzki Fotos: Thomas Suter, Oliver Sittel

Es gab viel zu tun Die alltäglichen Aufgaben der Hauswarte und SakristaRony Ciuffi-Meshkoro, ninnen veränderten sich durch Corona. Während des Lockdowns wurde die Zeit für eine gründliche Hauswart und Sakristan Reinigung sämtlicher Räume oder für UmgeSt. Laurentius bungsarbeiten und neue Bepflanzungen genutzt. Auch das Streichen von Kirchen«Der Lockdown war ein Schock! Ich habe mich bänken und Wänden im Pfarreiheim einsam gefühlt, und in meiner Arbeit als Hauswart war ich gehörte dazu. Mit der Wiederaufnahme auch alleine. Das war beängstigend, da ich nicht wusste, wie es weitergehen wird. der Gottesdienste ab Ende Mai wurde Grundsätzlich ist das letzte Jahr aber gut gelaufen. Schwierig war die Umsetzung der die Arbeit aufwendiger und anspruchsSchutzmassnahmen. Mittlerweile ist dies schon Routine geworden. Das ist wichtig, voller. Nicht nur Kirche und Pfarreidenn ab dem zweiten Quartal feiern wir sonntags zwei statt einem Gottesdienst und zentrum, auch die Toiletten mussten dazwischen bleiben nur 15 Minuten zum gründlichen Desinfizieren. Trotz des zusätzlichen täglich gereinigt und desinfiziert Angebots hatten die Leute wenig Verständnis, wenn sie weggeschickt wurden, weil werden. Wegen der begrenzten die Gottesdienste auf 50 Personen begrenzt sind. Da gab es schwierige Situationen, Besucherzahl wurden zusätzliche Gottesdienste angeboten. Dazwischen musste jedes Mal gereinigt und desinfiziert werden.

die bei mir ein schlechtes Gefühl und Zweifel hinterliessen, ob ich etwas falsch gemacht habe. Ich möchte niemanden von der Kirche und dem Gottesdienst ausschliessen. Leute wegschicken zu müssen, tat mir weh.»


21

Toni Partalov, Hauswart und Sakristan Herz Jesu

Susanna Partalov, Sakristanin St. Josef

«Die neue Situation brachte viel Ungewissheit mit sich. Schlimm war, dass keine Gottesdienste mehr stattfanden.

«Da während des Lockdowns alle

Unter den Pfarreimitgliedern waren Ängste spürbar.

Gottesdienste und Anlässe abgesagt

Auch das Team hatte Bedenken, ob die Pfarreimitglieder nach dem Verbot der Gottesdienste wieder zurück in die Kirche kommen würden. Als Gottesdienste wieder erlaubt waren, gab es etliche Fragen bei den Kirchenbesuchern wegen der Schutzmassnahmen. Einige verzichteten deshalb ganz auf den Besuch beim Gottesdienst»

wurden, hatte ich viel Zeit für eine gründliche Reinigung sämtlicher Räume. Die Umsetzung der Schutzmassnahmen bedeutete mehr Arbeit. Nach den Gottesdiensten muss beispielsweise jeder Stuhl desinfiziert werden. Für mich ist es schwierig, als «Aufsicht» auf Maskenpflicht und Einhaltung der Distanzregeln hinzuweisen, da ich die Leute nicht verletzen möchte. Insbesondere, weil ich viele persönlich kenne. Sagen zu müssen ‹Es findet nichts statt› und die Leute wegschicken zu müssen ist nicht einfach. Obwohl es keine Gottesdienste gab, war die Kirche während des Lockdowns nicht leer. Im Gegenteil, es kamen mehr als sonst. Sie kamen, um zu beten und um Kerzen anzuzünden. Sie haben auch mit mir das Gespräch gesucht, da sich viele einsam fühlten. Während des Lockdowns habe ich die Kirche immer geschmückt. Die Blumengestecke

Sarmad Yono, Hauswart und Sakristan St. Marien

mache ich schon immer selbst. Ich möchte eine schön geschmückte Kirche.»

«Es war mein erstes Jahr als verantwortlicher Sakristan und Hauswart. Im Lockdown musste ich die Leute auf Abstand halten, alles desinfizieren und Abklärungen treffen, wenn neue Massnahmen angeordnet wurden. Das war nicht einfach. Der erste Lockdown war eine schwierige Zeit. Obwohl man Gott besonders nahe sein wollte, gab es keine Zusammenkünfte. Immerhin blieb die Kirche als Raum offen, dort fanden die Leute Ruhe und Trost. Es waren Gott sei Dank nie viele Leute gleichzeitig in der Kirche. Diese Leere tat mir im Herzen weh. Ohne Menschen konnten die Gebäude ihrem Zweck nicht gerecht werden. Insgesamt war das Jahr trotz allem ein gutes Jahr. In St. Marien gab es

Johnson Gopurathingal, Hauswart und Sakristan St. Urban «Während des ersten Lockdowns nutzte

keinen Corona-Ausbruch, obwohl viele Leute über die ganze Zeit sehr nervös waren.

ich die Zeit für Umgebungsarbeiten und

Aber wir sind gut durch diese Zeit gekommen. Aber die menschliche Nähe fehlte ein-

neue Bepflanzungen. Als im Juni Gottes-

fach. Manche Leute sind deswegen krank geworden. Besonders schlimm war

dienste unter strengen Abstands- und

es, wenn sie an Covid-19 erkrankten. Das hat uns alle sehr belastet.

Hygieneregeln stattfinden konnten, bedeutete

Ich denke, es braucht noch einige Zeit, bis es annähernd so ist

dies Mehrarbeit. Nicht nur das Pfarreizentrum,

wie vor der Pandemie.»

auch die Toiletten und Büros mussten täglich gereinigt und desinfiziert werden. Der Lockdown war eine sehr schwierige Situation

Samuel Meshkoro, Hauswart und Sakristan St. Ulrich «Es war eine unwirkliche und schwierige Situation, als plötzlich keine Gottesdienste

für mich. Plötzlich fand kein Pfarreileben mehr statt – unvorstellbar. Ich spürte auch die Sorge der Menschen vor der Krankheit und davor, wie es weitergehen sollte. Die Leute waren ängstlich und die Kirche leer. Keine Kinder, die spielten und lachten. Es war

mehr stattfinden durften. Für mich ein Schock:

traurig. Die Lebendigkeit und Freude waren nicht

die leeren Räume, die fehlenden Kontakte mit den

mehr da, es fehlte der Kontakt mit den Menschen.

Pfarreimitgliedern – sehr schlimm. Schwierig war

Obwohl die Kirche offen war, kamen kaum Leute.

zudem, dass einige Leute kein Verständnis hatten für

Ich machte mir Sorgen, dass ich mit einer eventuellen

die Situation. Es lag ja nicht in meinen Händen, etwas zu ändern.

Krankheit andere anstecken und gefährden könnte. Ich

Ich denke, die Leute hatten einfach Angst. Mit der Umsetzung von

war hilflos, wie es weitergehen sollte. Es gibt aber auch

Schutz- und Hygienemassnahmen gab es keine Probleme. Die

etwas, auf das ich und das gesamte Pfarreiteam stolz

ganze Situation wird von den Kirchenbesuchern

sind: die Livestream-Gottesdienste, die wir im letzten

so weit akzeptiert.»

Quartal erfolgreich umsetzen konnten.»


22

Jugendseelsorge

Was läuft, wenn nichts läuft? Eine andere Form von «Abgesagt? Angesagt!» ist gerade im Jugendbereich in dieser ganz speziellen Corona-Zeit spürund erfahrbar gewesen. Die Jugendtreffs mussten aufgrund der Bestimmungen geschlossen bleiben, obwohl es gerade in dieser Zeit wichtig war, für die Jugendlichen da zu sein.

So stellten die Jugendseelsorgerinnen und Jugendseelsorger ihre Arbeit von der Begleitung der Jugendlichen in den Treffs auf eine aufsuchende Jugendarbeit um: Jugendlichen an ihren Orten begegnen und für sie ein offenes Ohr haben. Für ihre Situation, ihre Sorgen, ihre Zweifel und Fragen da zu sein. Eine Arbeit, die den Jugendlichen zeigte, dass ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, gerade in diesen nicht einfachen Zeiten, für sie da sind und dass sie auf ihre Unterstützung zählen können.

und zu koordinieren. Neben diesem Austausch und der Unterstützung bei Projekten bot Oliver Sittel auch Livestreams über Facebook an. In einem Online-Treffen ging es um Impulse und Gedanken über die aktuelle Situation, verknüpft mit biblischen und persönlichen Bezügen. Dazu lud Oliver Sittel, vorwiegend in der ersten Lockdownphase, einmal wöchentlich ein. Diese bewusst eingesetzte mediale Begleitung war, gerade in dieser schwierigen Zeit, enorm wichtig.

Was war «angesagt»? Lager mussten entsprechend den Schutzkonzepten angepasst oder teilweise abgesagt werden. Sei es durch die entsprechenden Massnahmen der Lagerorte oder auch durch die Bestimmungen. Natürlich waren auch hier die Kommunikation und der Austausch mit den Jugendlichen bzw. vonseiten der Präsides mit den Leiterinnen und Leitern wichtig. Ein Austausch, der ein gemeinsames Gehen dieses ganz speziellen Weges möglich machte. Aus dieser Situation heraus entstand unter anderem die Idee, einen Foxtrail durch die sieben Kirchen in Winterthur zu machen. Gesagt, getan: So wurde statt des Lagers gemeinsam mit den Mini-Leiterinnen und Mini-Leitern im Pfarreiheim St. Peter und Paul der «Alban-Trail» ausgearbeitet – benannt nach dem Stadtheiligen von Winterthur. In einer Art Schnitzeljagd können auf dem «Alban-Trail» die sieben katholischen Kirchen in Winterthur besucht und Wissenswertes über die Heiligen erfahren werden. Natürlich gehörten auch gemeinsame Abschlüsse mit Spielen und das Essen unter CoronaBedingungen fest zu den Vorbereitungen dieser Aktion. Weitere Informationen zum «Alban-Trail» sind auf der Homepage der Pfarrei St. Peter und Paul zu finden.

Für die 1. und 2. Oberstufe wurden die Angebote der Situation angepasst. So fand der Kick-off-Anlass alternierend physisch und via Videokonferenz statt. Ziel war es, auch innerhalb des Jugendseelsorge-Stammes unter den gegebenen Umständen das bestmögliche Angebot für die Jugendlichen zu schaffen. So wollten alle in der Jugendarbeit Tätigen für die Jugendlichen da sein und ihnen in der Zeit helfend, motivierend und begleitend zur Seite stehen.

In vielen Pfarreien gestartet, von vielen Jugendlichen unterstützt, sind unterschiedlichste Formen der Nachbarschaftshilfe, die von Einkaufen über Botengänge bis zum Gassigehen und vielem mehr reichten, gelaufen. Die regionale Jugendseelsorgestelle «freiraum» war Anlaufstelle für Jugendliche und Verantwortliche der Jugendarbeit, um gemeinsame Aufgaben zu besprechen

Michael Kolditz, Pastoralassistent m. b. A. Pfarrei St. Peter und Paul


23

Seelsorge Seel sorge in Alterszentren Zwischen Einsamkeit und Angst

Die gesundheitlichen Folgen der Corona-Pandemie stellten die Altersheime auf eine harte Probe. Das Coronavirus forderte viel – auch im Hinblick auf die Einsamkeit der Bewohnenden. In diesen unsicheren Zeiten war Seelsorge nicht «abgesagt». Im Gegenteil, in den Seniorenheimen sind Seelsorger und Seelsorgerinnen «angesagter» als zuvor.

«Wie geht es meiner Zimmernachbarin? Sagen Sie ihr einen lieben Gruss von mir.» So wurde ich im Alterszentrum Rosental gegen Ende Jahr oft gefragt. Alle Bewohnenden waren über Wochen isoliert in ihren Zimmern, denn plötzlich waren die Hälfte der Seniorinnen und Senioren und viele Pflegende an Covid-19 erkrankt. Und es wurden noch mehr. Die Heimleitung und ihr Team setzten sich enorm ein, man half untereinander, es kam Hilfe von aussen. Zwischendurch brauchten auch wir gegenseitig Ermutigung: Leidende zu sehen und immer wieder Abschied nehmen zu müssen, tat weh. Belastend war auch die Sorge, Covid-19 aus dem Heim nach draussen zu schleppen. Ich kam noch nie so viel mit den Angestellten ins Gespräch. Bereits Anfang 2020 waren laufend neue und verschärfte Schutzmassnahmen eingeführt worden. Mitte März wurden die Alterszentren komplett abgeriegelt. Die Freiwilligen und die Aktivitäten fehlten. Niemand durfte nach draussen gehen. Ab dem 16. März wurden alle Gottesdienste abgesagt. Im Mail der Heimleitung stand hingegen: «Wir sind sehr froh, wenn ihr eure seelsorgerische Tätigkeit weiter wahrnehmt (vielleicht sogar ausbaut, wenn es geht) und die Bewohnenden einzeln besucht. Für sie ist die Situation jetzt sehr unangenehm, langweilig und teilweise beängstigend.» Die Bewohnenden waren sehr dankbar für jeden Besuch der Seelsorge. Oft hörte ich nur zu. Manche sprachen von ihren Sorgen und Ängsten, andere schauten dankbar oder nachdenklich auf ihr Leben zurück, sprachen ungelöste Knoten an. Nicht wenige sprachen vom Sterben. Wir hielten manche Klagen aus, und den Ärger über Meinungen von draussen, dass die Leute eh nicht mehr lange gelebt hätten. Immer wieder durfte ich auch mit Staunen erfahren, wie ruhig und gelassen viele sind – durchaus dankbar, dass sie schon so lange leben durften und sehr bewusst, dass irgendwann jedes von uns gehen wird. Da Besuche bei über hundert Bewohnenden Zeit in Anspruch nehmen, druckte ich

Wie haben Sie diese Zeit erlebt? Wie stark hat Sie die Situation dort belastet? Bei der Seelsorge ist menschliche Nähe sehr wichtig. Was hat Sie bewegt? Gab es in dieser schwierigen Zeit auch schöne Momente?

Abschied von 20 verstorbenen Bewohnern

Foto: Zita Haselbach

Liebe Zita Haselbach. Sie sind Seelsorgerin im Alterszentrum Rosental in Winterthur. In der akuten Corona-Phase im Frühjahr 2020 herrschte in Altersheimen Besuchsverbot.

Flyer mit Grüssen, Impulsen und farbigen Fotos. Erst kürzlich zog eine Frau das Bündel aus ihrem Nachttisch und sagte, sie würde noch jeden Abend einen Impuls lesen. Zu Ostern konnte ich in jedes Zimmer einen kleinen Topf Osterglocken bringen und viel Dankbarkeit erfahren. Zu Weihnachten war für viele die Isolation vorbei und sie durften zum ersten Mal wieder in den Speisesaal. Wir organisierten spontan eine Feier mit Lichtern, Krippe und Weihnachtsmusik. Aber es war hart, denn nun wurden die vielen Lücken erst sichtbar. So entstand der Wunsch, ruhig eine gemeinsame Abschiedsfeier zu gestalten. «Wir nehmen Abschied von Herrn E., von Frau O., von Frau T. … .» Zwanzig Namen, zwanzig Lichtlein. Es ging zu Herzen, zwanzig Mal tauchten ein bekanntes Gesicht und eine meist längere Geschichte vor uns auf. Nach der Feier sagte mir eine Bewohnerin: «Jetzt kann ich mich wieder dem Leben zuwenden.» Ich spürte noch nie so stark, wie sehr die Seelsorge in den Altersheimen geschätzt wird.


24

Liebe Helga Styger. Sie sind Seelsorgerin im Alterszentrum Neumarkt (AZN) in Winterthur. In der akuten Corona-Phase im Frühjahr 2020 herrschte in Altersheimen Besuchsverbot. Wie haben Sie diese Zeit erlebt? Wie stark hat Sie die Situation dort belastet? Bei der Seelsorge ist menschliche Nähe sehr wichtig. Was hat Sie bewegt? Die Seelsorge zu Corona-Zeiten war geprägt von besonderen Herausforderungen: immer informiert sein über aktuelle Schutz- und Hygienemassnahmen, Hände desinfizieren, sich für jeden Einsatz umziehen, regelmässige Absprachen mit der Standortleitung, was Besuchsverbot und Schutzmassnahmen im Konkreten für die Seelsorge bedeuten. Nicht nur Gottesdienstfeiern, alle Gruppenaktivitäten waren nicht mehr möglich und wurden schmerzlich vermisst. Da, wo Liebgewordenes und Lebenswichtiges wegfallen, sind Ängste und Unsicherheit gegenwärtig.

Foto: Helga Styger

Einzelseelsorge war noch möglich und mehr denn je gefragt! Das Tragen der Maske, trotzdem verstanden werden, Nähe aufbauen und nicht distanziert wirken, das war das grösste Problem. Ich war einfach froh, dass ich so wenigstens für die Bewohnenden da sein konnte. Durch die noch intensivere Zusammenarbeit mit der Pflege wurde ich als Seelsorgerin Teil eines grossen Ganzen. Seelsorge wurde so bunter und vielfältiger, ja noch lebensnaher. Das hiess aber auch einfach zuhören, trösten, ablenken, auffangen, Tränen trocknen, lachen, Gespräche führen, beten, ein Wort aus der Bibel vorlesen oder segnen. Besonders ergreifend und berührend war die menschliche Nähe beim Begleiten von Sterbenden und ihren Angehörigen, bei Trauerfeiern, trotz Schutz- und Hygienemassnahmen. Vor einer möglichen Ansteckung hatte ich trotz strenger Hygienevorschriften Respekt, aber nie Angst. Es war mir wichtig, da zu sein – da tritt die Angst in den Hintergrund. Und die Menschen waren und sind dankbar. Ich war selten so gefragt in meiner Aufgabe als Seelsorgerin. Ich blicke auf eine intensive, strenge aber auch bereichernde Zeit zurück. Es berührte mich immer wieder aufs Neue, wie das ganze Team im AZN die betagten Menschen in dieser anspruchsvollen und schwierigen Zeit liebevoll betreute. Ich bin nach wie vor gerne ein Teil dieses Teams, bei dem das Wohl und die Würde der Bewohnenden im Mittelpunkt stehen.

Es kam in Altersheimen zu vielen tragischen Schicksalen, Menschen starben ohne Begleitung, Familien durften nicht bei ihren Angehörigen sein. Gab es auch schöne Momente? Die Einschränkung der Kontakte zu den Angehörigen nahm vielen Bewohnenden das, was ihnen in ihrem Leben noch am meisten Freude machte. Traurigkeit und Depression griffen immer mehr um sich! Gerade da wuchsen Leitung, Pflegekräfte, ja alle Angestellten über sich hinaus. Wir investierten alles, um den betagten Menschen in einer einsamen Zeit Sicherheit, Liebe und Geborgenheit zu geben. Jeder versuchte an seinem Ort Tränen zu trocknen, Trost und Freude in den oft einsamen Alltag im Alterszentrum zu bringen. Trotz der konsequenten Umsetzung der strengen Regeln, der Quarantäne und Isolation, stand immer die Menschenwürde im Mittelpunkt. So war es möglich, dass immer auch ein frohes Lachen zu hören war. Die Bewohnenden rückten näher zusammen (trotz Distanz!), machten sich gegenseitig Mut: «Wir haben viel erlebt und geschafft im Leben, das packen wir auch noch», hörte ich nicht nur einmal. Ich habe oft Menschen erlebt, die ohne zu klagen die Einsamkeit der Quarantäne ertrugen. «Der Herrgott war ein ganzes Leben an meiner Seite, er ist auch jetzt da und lässt mich nicht allein.» Ein so starkes Gottvertrauen berührte mich tief! Was früher selbstverständlich war, wurde wieder neu geschätzt und dankbar angenommen. Dieses neue Bewusstsein erlebe ich immer noch: dankbar sein für Kleinigkeiten, für das, was wieder möglich ist, anstatt über das zu schimpfen, was im Moment nicht geht. Durch das gemeinsame Durchstehen dieser Grenzsituation, das Aushalten der Ohnmacht, ist ein neues Gemeinschaftsgefühl im Alterszentrum Neumarkt entstanden. Trotzdem sind alle froh, wenn wieder normale Zeiten anbrechen!

Lieber Salu Mathew. Sie sind als Vikar der Pfarrei St. Peter und Paul auch in Alterszentren tätig. In der akuten Corona-Phase im Frühjahr 2020 herrschte in Altersheimen Besuchsverbot. Wie haben Sie diese Zeit erlebt? Ich halte Gottesdienste in den Alterszentren Wiesengrund und Brühlgut. Beide Institutionen hatten ein Besuchsverbot. Daher bin ich nicht auf Besuch gegangen. Es war eine schwierige Zeit. Da ich im Pfarrhaus mit anderen Priestern wohne, war es mir ein Anliegen, niemanden im Haus mit Corona anzustecken. Im Altersheim trage ich immer eine Maske, reinige meine Hände und halte ausreichend Abstand. Die Hygienevorschriften waren für mich ungewohnt und auch befremdend. Besonders der Kontakt


25

zu den Bewohnenden hat mir gefehlt. Sehr belastend war und ist die Tatsache, dass wir uns nicht mehr die Hände reichen können. Die menschliche Nähe fehlt uns immer noch. Ich habe versucht, mit den Bewohnenden über Telefon Kontakt aufzunehmen und oft gemerkt, dass die Stimmung gedrückt war. Es hat mich sehr gefreut, dass wir den betagten Menschen die Gottesdienste aus St. Peter und Paul per Video über den Beamer zur Verfügung stellen konnten. So war es den Bewohnenden möglich, wenigstens ein kleines Stück Pfarrei-Alltag zu spüren.

Liebe Claudia Gabriel. Sie sind Seelsorgerin im Alterszentrum Oberwinterthur. In der akuten Corona-Phase im Frühjahr 2020 herrschte in Altersheimen Besuchsverbot. Wie haben Sie diese Zeit erlebt? Wie stark hat Sie die Situation dort belastet? Bei der Seelsorge ist menschliche Nähe sehr wichtig. Was hat Sie bewegt? Gab es in dieser schwierigen Zeit auch schöne Momente? Die Altersheimseelsorge war und ist trotz Pandemie nie abgesagt, eher angesagter als früher. Im ersten Lockdown habe ich mit den Bewohnenden einen engen Kontakt aufgebaut: Besuche, Spaziergänge im Park und kleine Andachten auf den Wohngruppen waren sehr erwünscht. Die Kleider- und Hygienevorschriften sowie die konsequente Handdesinfektion sind kein Problem für mich. Die Maskenpflicht erschwert jedoch die Kommunikation und der fehlende Händedruck, die fehlende Nähe, waren einschneidend. Erst dadurch ist mir bewusst geworden, dass Streicheln, eine Hand halten, ein Kreuz auf die Stirn zeichnen, zu wichtigen Kommunikationsmitteln der Seelsorge geworden sind. In der ersten Phase der Pandemie konnte ich mich frei im Haus bewegen, da wir keinen Covid-19-Fall hatten. Dieses Privileg habe ich nicht wirklich geschätzt, sondern als selbstverständlich angeschaut. Allerdings war die Zeit für mich psychisch sehr belastend, da ich grosse Angst hatte, das Virus ins Haus zu tragen. Dies besonders, weil ich auch noch im Spital arbeite. Daher schotte ich mich privat sehr ab, sehe meine Familie selten und bewege mich ungern an öffentlichen Orten. Zum Glück hat mein Ehemann grosses Verständnis dafür. Aktuell ist die Situation anders. Da wir Covid-19 betroffene Bewohnende und Pflegende hatten, durfte ich nicht mehr alle Wohngruppen besuchen. Tritt ein Fall auf, ist die Wohngruppe für mich lange Zeit nicht mehr erreichbar. Ich habe darum begonnen, Karten zu schreiben und zu telefonieren. Dies ist leider kein ausreichender Ersatz für den physischen Besuch. Dadurch habe ich

oft das Gefühl, die Bewohnenden im Stich zu lassen. Wenn ich die Meldung über einen Todesfall bekomme, ohne dass ich diese Person begleiten konnte, tut das weh. Generell gesehen ist die zweite Phase der Pandemie für mich schwieriger auszuhalten: Ich darf nur «gesunde» Wohngruppen besuchen, Andachten sind eingeschränkt und mit maximal vier Bewohnenden möglich. Ich bin angehalten, ausschliesslich Einzelgespräche durchzuführen. Dies ist schwierig, denn die Bewohnenden sitzen oft gemeinsam im Stübli. Aber Gruppengespräche sind nicht erlaubt, um allfällige Ansteckungsketten besser nachvollziehen zu können. So führe ich Buch über meine Besuche. Die Bewohnenden sehen kein Ende der belastenden Situation und haben teilweise grosse Mühe, die Einschränkungen zu akzeptieren. Ich spüre die Freude, wenn ich nach langer erzwungener Abwesenheit endlich wieder alle besuchen darf. Meine Karten und Telefonate während der Isolation werden geschätzt, bestehende Beziehungen dadurch enger. Insgesamt ist die Arbeit im Alterszentrum trotz allem sehr bereichernd!

Besondere Gottesdienste im Altersheim St. Urban Das Altersheim St. Urban, halbrund gebaut, bildet mit der katholischen Kirche St. Urban eine Art Innenhof. Es kam die Idee auf, in den Sommermonaten Gottesdienste im Altersheim-Hof anzubieten. Von Juni bis Oktober fand alle zwei Wochen eine ökumenische Feier statt. Die Glocken der Kirche St. Urban läuteten zum Hof-Gottesdienst. Die Liturginnen und Liturgen, Sänger/-innen und Musizierende standen im Hof und schauten zu den Bewohnenden auf den Balkonen des Altersheims. Eine frohe, besinnliche Atmosphäre trug uns durch die Feiern. Es nahmen auf dem öffentlich zugänglichen Hof auch Leute teil, die nicht im Altersheim leben. Von allen Seiten gab es viele positive Rückmeldungen. Und der Wunsch, an den ökumenischen Hof-Feiern auch im nächsten Jahr teilhaben zu dürfen. Was geschah in den Wintermonaten? Wegen der Corona-Massnahmen war eine gemeinsame Feier im Kirchenraum nicht möglich. Balkon-Gottesdienste konnten wegen Nässe und Kälte nicht stattfinden. Sollte auf die besinnlichen Feiern wirklich verzichtet werden? Bei der Idee, die Gottesdienste auf den vier Etagen des Altersheimes zu feiern, kam uns die Altersheim-Leitung sowie das Personal sehr entgegen. Herzlichen Dank! Jeden Freitag waren die Seniorinnen und Senioren zu einer 30-minütigen Feier mit Musik, Gebet, Bibel-Lesung und Kurz-Predigt eingeladen – alternierend katholisch oder reformiert. Eine feierliche, menschlich-nahe Stimmung stellte sich ein! In «normalen» Jahren findet eine Weihnachtsfeier für alle Bewohnenden des Altersheimes St. Urban statt. Ein festlicher Anlass mit Weihnachtsgeschichten, Violin-Quartett und einem Festessen. Und im Corona-Jahr? Gerade in schwierigen Zeiten sind gemeinsame Feiern wichtig: Halt gebend, aus der Einsamkeit holend, Perspektiven öffnend. Die letztjährigen Weihnachtsfeiern wollten genau dies vermitteln. So fand im Altersheim pro Etage eine Weihnachtsfeier statt. Da nicht gesungen werden durfte, wurden Weihnachtslieder vorgespielt. Beim Hören dieser Lieder gab es Tränen: nicht mit Familien-Mitgliedern singen zu können, machte traurig und das Gefühl von Isoliert-Sein wurde bewusster. Dagegen half unter anderem ein geschenkter Strohstern, der bei vielen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Peter Koller, Gemeindeleiter Pfarrei St. Urban


26

Pfarreiliche Soziale Arbeit Solidarität trotz Krise

Das Engagement der pfarreilichen Sozialarbeitenden im Spannungsfeld zwischen erhöhter Nachfrage nach Beratung, Unterstützung, neuen Projekten und abgesagten Anlässen.

Pfarreiliche soziale Arbeit hat sich im letzten Jahr bewährt Die Sozialarbeitenden reagierten flexibel auf die Herausforderungen durch die Corona-Krise, erarbeiteten sich Kenntnisse über neue Unterstützungsmöglichkeiten, passten ihre Angebote an, führten neue Projekte in Zusammenarbeit mit den Pfarreien und weiteren KooperationspartnerInnen durch und das Wichtigste: Sie waren immer für Hilfesuchende da und erreichbar. Die Katholische Kirchgemeinde Winterthur und die Vinzenzkonferenz St. Peter und Paul schufen schnell und unbürokratisch einen Fonds mit Fr. 25 000.– für finanzielle Unterstützungen. Dies führte zu zwei weiteren Höchstständen in der sozialen Beratung: Letztes Jahr wurden die pfarreilichen Sozialarbeitenden in 384 (2019: 376) Fällen tätig und wendeten Fr. 224 000.– (2019: Fr. 214 000.–) für die Unterstützung von Einzelnen und Familien auf. Soziale Beratung Wie alle anderen sozialen Einrichtungen mussten auch die pfarreilichen Sozialarbeitenden die Vorschriften des BAG befolgen und ihre Arbeitsabläufe anpassen. Das erforderte viel Organisationsgeschick. Bewährte Infrastrukturen entsprachen nicht mehr den Vorgaben, weshalb unter anderem die Sozialen Dienste der Stadt Winterthur nur telefonisch erreichbar waren. Da jede Mobilität im öffentlichen Raum zum Risiko wurde, beschränkte sich diese auf das Notwendigste. Damit stieg auch die Hemmschwelle für die Nutzung von Unterstützungsangeboten. Mit denen, die den Weg zu den Pfarreilichen Stellen für Soziale Arbeit fanden, stellten sich den Sozialberatenden aufgrund der ungewohnten Problemstellungen neue Herausforderungen und viele Fragen: • Wer ist bei Kurzarbeit oder Jobverlust für Ersatzzahlungen zuständig? • Welche Hilfskredite stehen für Soforthilfe zur Verfügung? • Welche psychosozialen Hilfestellungen und Perspektiven sind möglich?

• Welche Rahmenbedingungen gelten für das Beratungssetting? • Wie gehe ich mit dem Spannungsfeld zwischen Professionalität und persönlicher Betroffenheit um? Diese Fragestellungen erforderten ein Umdenken und innovative Lösungen. So wurde seitens der Hilfswerke und Behörden wirtschaftlich und sozial Benachteiligten eine unkomplizierte Corona-Soforthilfe ermöglicht. Die unbürokratischen Angebote von Caritas, Rotem Kreuz, der Katholischen Kirchgemeinde Winterthur und anderen erwiesen sich als äusserst stützend. Nach dem ersten lähmenden Schock suchten die Menschen vermehrt Hilfe bei kirchlichen Beratungsstellen im Quartier. Viele hatten finanzielle Probleme durch Kurzarbeit oder Stellenverlust. Die Anmeldung beim RAV und Sozial- amt oder die Hilfe durch einen Corona-Fonds dauerte oft zu lange. Viele Betroffene hatten dringende Rechnungen zu begleichen und Sorge, die Wohnung oder den sozialen Halt zu verlieren. Diese Existenzängste erfasste auch Menschen, die sonst gut über die Runden kamen. Für besonders Betroffene wurde die plötzliche Veränderung der Lebenslage auf vielerlei Ebenen des Alltags zu einer Überforderung und psychischen Belastung. Bei Tieflohn-Einkommen reichte der RAV-Betrag von 70 bis 80% des Lohnes nicht zum Leben. Unsere Beratungssettings mussten, zum gegenseitigen Schutz, laufend den geltenden Corona-Regeln angepasst werden. Es wurden Schutzkonzepte erarbeitet, die, wie in allen Lebensbereichen, die Begegnungskultur veränderten. Wo viel Wert auf zwischenmenschliche Beziehung gelegt wurde und wird, trennt nun eine Plexiglasscheibe und die Gesichter verschwinden hinter Masken. Die Beratung auf Distanz über technische Hilfsmittel erfordert seitens der Beratenden und KlientInnen eine hohe Anpassungsbereitschaft. Gespräche im Homeoffice per Telefon und E-Mail sind bei schon bekannten Personen


27

einfacher als bei Erstkontakten. Ist die Kommunikation aufgrund fehlender Deutschkenntnisse eingeschränkt, braucht es viel Geschick und Einfallsreichtum für die Verständigung. Trotz fehlendem persönlichen Kontakt zu den Klientinnen und Klienten hat das Homeoffice jedoch – zumindest in der Corona-Zeit – seine Praxistauglichkeit bewiesen. Rückblickend bleibt wegen Corona die Beratungstätigkeit anspruchsvoll, auch aufgrund der Komplexität der Fälle und dem erhöhten Bedarf an finanzieller Unterstützung. Um diesen erhöhten Bedarf an finanziellen Mitteln teilweise zu lindern, wurde ein Corona-Hilfsfonds geschaffen: Die Katholische Kirchgemeinde und die Vinzenzkonferenz der Pfarrei St. Peter und Paul leisteten zu gleichen Teilen je einen finanziellen Beitrag von Fr. 12 500.– an einen «Corona-Fonds», aus dem die pfarreilichen Sozialarbeitenden auf Antrag an die Koordinatorin Susanne Horak Beiträge für Klientinnen und Klienten erhalten konnten.

Mitarbeitende der Quellenhofstiftung kochten die Menüs und bereiteten sie zur Auslieferung vor. Von Montag bis Freitag übernahmen Freiwillige die Zustellung der Mahlzeiten an die Bezüger/-innen, die von verschiedenen sozialen Fachstellen gemeldet wurden. Zum Organisationsteam gehörten Marcel Mettler, Präsident der EAW (Evangelische Allianz Winterthur), Andi Kleeli, Mitglied Vorstand EAW und Gemeindeleiter Freie Christengemeinde Winterthur, Doris Oberli, Sozialarbeiterin der Pfarrei St. Peter und Paul, und Susanne Horak, Koordinationsstelle Pfarreiliche Soziale Arbeit der Katholischen Kirche in Winterthur.

Gemeinwesenarbeit Wo einst zwischenmenschlicher Austausch und Begegnung im Zentrum standen, mussten nun Anlässe abgesagt oder verschoben und bei Durchführung neue Abläufe geplant werden. Für die Sozialarbeitenden bedeutete dies Flexibilität und Spontanität. Besonders herausfordernd war es, in dieser Zeit mit den (ehemaligen) TeilnehmerInnen und den engagierten Freiwilligen in Kontakt zu bleiben. Projekte Initiativ, kreativ, kurzfristig und unbürokratisch wurden verschiedene Projekte und Kooperationen gestartet. Hier einige Beispiele: • Verschiedene Pfarreien engagierten sich bei der Aktion «hilf-jetzt.ch», bei der Nachbarschaftshilfe der Stadt Winterthur, bei der Jugendinfo Winterthur oder machten ein eigenes Angebot, um Nachbarschaftshilfe zu organisieren und zu koordinieren. • Lebensmittel von der Aktion «2 x Weihnachten» des SRK konnten von Klientinnen und Klienten in der Pfarrei Herz Jesu abgeholt werden. • Menschen mit kleinem Budget, die psychisch oder physisch beeinträchtigt, suchtkrank oder betagt sind und die sich selbst keine vollwertige warme Mahlzeit kochen können, erhielten in Winterthur vom 2. April bis 21. Mai 2020 täglich eine warme Mahlzeit. Es wurden total 1341 Mahlzeiten ausgeliefert. Das Projekt war eine Kooperation der Arbeitsgruppe Christlicher Kirchen Winterthur (ACKW) und der städtischen Abteilung Prävention und Suchthilfe.

Solidarität in der Corona-Krise: In sieben Wochen wurden 1000 warme Mahlzeiten ausgeliefert und dankend angenommen.

• Am 24.12.2020 brachten die Seelsorgeteams von St. Marien und Herz Jesu ein Weihnachtsessen zu Pfarreiangehörigen, Armutsbetroffenen und SeniorInnen nach Hause. • An der Adventsfeier für Menschen mit kleinem Budget der Pfarrei St. Peter und Paul, der reformierten Stadtkirche Winterthur und dem Treffpunkt Vogelsang durften die Teilnehmenden das Weihnachtsessen als Take-away mit nach Hause nehmen. Wir danken all unseren Projekt- und Kooperationspartnerinnen und -partnern und den engagierten Freiwilligen für die unkomplizierte, mitdenkende und handbietende Zusammenarbeit.

Text: Susanne Horak, Koordinationsstelle Pfarreiliche Soziale Arbeit und Freiwilligenarbeit Foto: Marcel Mettler, Evangelische Allianz Winterthur


28

Spitalseelsorge

Der Mensch ist mehr als seine Krankheit Der erste «Lockdown» im März 2020 bedeutete für die Patientinnen und Patienten im Spital: kein Besuch von Angehörigen, Freunden und Bekannten. Wer gar mit einer Covid-19-Ansteckung kämpfte, sah nur noch andere Menschen in Vollkörper-Schutzbekleidung. Allein blieben die Patientinnen und Patienten wie auch das Spitalpersonal mit ihren Ängsten vor dieser Krankheit und ihrer Unsicherheit im Umgang damit aber nicht: Die Spitalseelsorgenden waren für sie rund um die Uhr da. Die Spitalleitung hatte die Seelsorgenden gleich zu Beginn der Pandemie als systemrelevant eingestuft.

erfahrenen Bereichen wie zum Beispiel der Reinigung oder der Logistik, die Angst vor einer möglichen Ansteckung und die Unsicherheit im Umgang mit den Patienten das vorherrschende Thema gewesen.

«Plötzlich sassen wir alle im selben Boot», erinnert sich die Seelsorgerin Veronika Jehle. Als die Corona-Stationen im KSW eingerichtet, die Schutzmassnahmen eingeführt und das Besuchsverbot ausgesprochen wurde, sei dem gesamten Spitalpersonal von der Reinigungskraft bis zur Chefärztin bewusst geworden: «Es kann jederzeit auch mich treffen.» Diese «Wiederentdeckung der eigenen Verletzlichkeit» hätten sie zu Beginn der Pandemie auch im Team der Seelsorge sorgfältig diskutieren müssen, sagt Michael Eismann, Co-Leiter der Spitalseelsorge. Sie mussten das korrekte An- und Ausziehen der Schutzbekleidung üben und besprechen, wie sie auf der CovidStation vorgehen. Sorgendeponie für die Angestellten Da die Seelsorgenden über einen Pikettdienst verfügen und Erfahrungen mit Notsituationen haben, wurden sie gebeten, zusammen mit Ärzten, Psychologen und Pflegenden eine telefonische 24-Stunden-Helpline für die Spitalangestellten zu organisieren. Zu Beginn der Pandemie sei beim Personal, vor allem in den nicht medizinisch

In der zweiten «Corona-Welle», die Ende Jahr das Spital im wieder hochgefahrenen Normalbetrieb traf, war der Umgang mit der Pandemie zwar eingespielt. Doch innerhalb des Spitals mussten einige Stationen mit ihrer ganzen Infrastruktur umziehen, um Platz zu machen für Covid-Stationen. Gleichzeitig fiel eine beachtliche Zahl an Mitarbeitenden jeweils für einige Tage aus, weil sie sich in Quarantäne oder Isolation begeben mussten. Obwohl die Solidarität untereinander enorm stark gewesen sei, hätten die Spitalangestellten alle physischen und psychischen Kräfte mobilisieren müssen, um die tägliche Arbeit stemmen zu können. Gleichzeitig waren die Wahrnehmung und die Anerkennung in der Öffentlichkeit abgeflacht. «Die zweite Welle war ein Marathon fürs Spitalpersonal», sagt Michael Eismann. In der seelsorgerischen Betreuung wurden Erschöpfung und Motivation zu zentralen Themen. Den erhöhten Gesprächsbedarf bei den Angestellten führt Eismann nicht nur auf die verunsichernde Virus-Situation im Arbeitsumfeld zurück, sondern auch darauf, dass die Mitarbeitenden nach Ende ihrer Arbeitsschicht nicht wie gewohnt im familiären oder befreundeten Umfeld, im Verein oder an kulturellen Veranstaltungen abschalten konnten. Denn ausserhalb des Arbeitsplatzes herrschte ja auch eine Ausnahmesituation: Kinder zu Hause im Fernunterricht, Angehörige, die zur Risikogruppe zählen und Restaurants, Fitnesscenter und kulturelle Einrichtungen geschlossen.


29

Podcasts für sinnvolles Warten

Besuchende sind eine Brücke zur Normalität Auch bei den Patientinnen und Patienten stand Corona im Fokus, aber im Verlauf der seelsorgerischen Gespräche seien die allgemeinen Lebensthemen – die Ängste, Sehnsüchte, Beziehungen, Bedürfnisse oder die verpasst geglaubten Chancen und Gelegenheiten – wie eh und je in den Mittelpunkt gerückt, sagt Seelsorger Severin Oesch. Corona habe die Gespräche aber auch anspruchsvoller, dichter, komplexer gemacht, ergänzt Teamkollegin Rosmarie Wiesli. «Denn aus dem Bewusstwerden heraus, wie fragil das eigene Leben ist, resultieren Ängste und man stellt sich Fragen.» Dadurch, dass in der ersten Welle gar keine und seither nur sehr eingeschränkt Besucher kommen dürfen, ergäben sich oft lange, ungestörte, intensive Gespräche mit den Patientinnen und Patienten, konstatiert Veronika Jehle. Besuchende sind wichtig für die Kranken; sie sind wie eine Brücke zur Normalität, erklärt Rosmarie Wiesli. Wenn keine Aussenstehenden mehr zugelassen werden, «bekommen unsere Gespräche mit den Patienten eine höhere Brisanz». Den Fokus legen die Seelsorgenden in ihren Gesprächen nicht auf die Krankheit des Patienten, sondern auf umfassendere, gesamtheitlichere Themen, betont Severin Oesch. «Der Mensch ist mehr als seine Krankheit. Es gibt ein Heil fernab der medizinischen Gesundheit. Das ist uns wichtig in Erinnerung zu rufen.» Rosmarie Wiesli doppelt nach: «Es geht uns um ein erfülltes Leben, egal ob es für den Patienten fünf vor zwölf ist oder vier Uhr.» Kürzlich habe sie einen Palliativpatienten nach einem Sehnsuchtswunsch gefragt und er sagte, er wolle in ein sonniges Nachbarland verreisen. Als ihm im weiteren Gespräch bewusst geworden sei, dass ihn nicht nur die coronabedingten Grenzübertrittseinschränkungen sondern auch seine gesundheitliche Situation daran hindern könnten, habe er gesagt: «Oder ich

Spitalseelsorge im KSW «Wir sind für alle Menschen da, die leiden, egal welcher Konfession sie angehören und ob überhaupt», betont Diakon Michael Eismann. Das Team der Spitalseelsorge setzt sich aus katholischen und reformierten Theologinnen und Pfarrpersonen zusammen. Sie verstehen ihre Rolle als «barmherzige Samariter» und bieten Patientinnen, Patienten, Angehörigen und Spitalmitarbeitenden Gespräche an. «Wir bringen Zeit mit», erklärt Pfarrer Severin Oesch. Zeit, um in einem geschützten Rahmen über belastende Gedanken, Gefühle, Ängste, Sorgen oder auch

«Von der Kunst des Nichtstuns», «Der Apfel der Unsterblichkeit», «Halt dich nicht am Bootsrand fest» – So lautet eine Auswahl an Titeln von Podcasts (Höraufnahmen), die auf der Webseite der KSW-Spitalseelsorge angehört werden können. Spitalseelsorgende, Mitarbeitende des KSW und Jugendliche, die die Klinikschule besuchen, erzählen Geschichten oder berichten, was sie im Alltag erleben und was sie bewegt. Geplant waren die Podcasts, um künftig vor kaufe ein allem ambulanten Patientinnen und Patienten während Bänkli und einer Dialyse, einer Chemotherapieeinheit oder dem stelle es in die Ausruhen vor dem Nachhausegehen sinnvolle, in sich Abendsonne.» abgeschlossene Gedanken über dies und das Auch in der mitzugeben. Wegen des coronabedingten terminalen Phase Besuchsverbots hat das Team der Seelsorge das Projekt dann gehe es ums Leben, frühzeitiger realisiert. um ein erfülltes Leben, um

einen Platz an der Sonne, auch wenn es Plan B ist, erklärt die Seelsorgerin. Mit einer neuen Trauersituation konfrontiert «Wir werden in unserer Arbeit regelmässig auch mit Abschiednehmen vom irdischen Leben konfrontiert», sagt Michael Eismann, aber die Corona-Situation habe die Seelsorgenden in eine neue Rolle beim Trauerritual katapultiert. «Unsere Rolle ist es normalerweise, als eine Art Zeugen, als Vertreter des Glaubens die heilige Situation des Sterbens, diese Realität, auf eine andere Ebene zu heben.» Doch als die Angehörigen plötzlich nicht mehr zur Intensivstation zugelassen wurden, waren die Seelsorgenden auch stellvertretend für die Angehörigen beim sterbenden Menschen. Diese Doppelrolle habe sie zu Beginn der Pandemie, vor allem bei jüngeren Sterbenden, manchmal an die eigenen Belastungsgrenzen gebracht. Menschen sind anpassungsfähig Nach einem Jahr im Umgang mit dem Virus sei eine gewisse Normalität im Spital eingekehrt, sagt Severin Oesch. Die Angestellten vermittelten ein Gefühl der Zuversicht, dass sie die Krise «managen» können, und die vor einem Jahr noch gewöhnungsbedürftigen Verhaltensregeln betreffend Schutzmassnahmen haben sich bei allen eingespielt. «Ich bin positiv überrascht, wie anpassungs- und widerstandsfähig die Menschen geworden sind.»

Text: Regina Speiser | Foto: Kantonsspital Winterthur KSW Hoffnungen zu sprechen, Trost zu finden und Kraft zu schöpfen. Die Seelsorgenden führen auch Rituale aus und halten sonntags Gottesdienste ab, die per Video aufgezeichnet auf den Bildschirmen in den Krankenzimmern angeschaut werden können. Auf Wunsch vermitteln die Seelsorgenden auch Kontakte zu anderen Glaubensgemeinschaften. Das Angebot der Spitalseelsorge ist für Aufsuchende kostenlos und kann dank Kirchensteuerbeiträgen aufrechterhalten werden.


30

Finanzen

Erfolgsrechnung (nach Arten) in CHF

Aufwand Personalaufwand

Rechnung

Voranschlag

Rechnung

2020

2020

2019

14 208 303.681 15 144 700.00 14 479 991.65

Konto

3

8 973 792.85

9 008 600.00

8 787 501.70

30

135 215.55

142 600.00

146 468.30

300

7 316 961.31

7 271 000.00

7 151 223.97

301

56 618.85

53 400.00

53 250.45

304

Arbeitgeberbeiträge (AG)

1 378 231.89

1 422 500.00

1 305 874.58

305

Übriger Personalaufwand

86 765.25

119 100.00

130 684.40

309

Personalaufwand der Behörden und Kommissionen Löhne des Verwaltungs- und Betriebspersonals Zulagen

1 739 200.87

2 523 700.00

2 046 694.80

31

Material- und Warenaufwand

Sach- und übriger Betriebsaufwand

302 288.01

402 700.00

318 713.06

310

Nicht aktivierbare Anlagen

109 811.03

226 200.00

118 446.84

311

Ver- und Entsorgung Liegenschaften Verwaltungsvermögen

315 571.79

335 500.00

332 706.99

312

Dienstleistungen und Honorare

205 571.11

171 200.00

162 618.42

313

Baulicher und betrieblicher Unterhalt

376 070.50

620 500.00

462 545.19

314

Unterhalt Mobilien und immaterielle Anlagen

91 200.10

117 900.00

143 239.90

315

Mieten, Leasing, Pachten, Benützungsgebühren

60 898.55

43 000.00

58 697.55

316

227 889.36

397 200.00

321 578.31

317

–812.78

105 000.00

64 781.24

318

50 713.20

104 500.00

63 367.30

319

1 242 000.00

1 255 000.00

1 380 000.00

33

1 242 000.00

1 255 000.00

1 380 000.00

330

Spesenentschädigungen Wertberichtigungen auf Forderungen Verschiedener Betriebsaufwand Abschreibungen Verwaltungsvermögen Abschreibungen Sachanlagen

125 064.24

166 400.00

154 566.44

34

Zinsaufwand

Finanzaufwand

45 122.25

71 800.00

60 571.00

340

Liegenschaftenaufwand Finanzvermögen

33 776.24

49 600.00

48 740.69

343

Verschiedener Finanzaufwand

46 165.75

45 000.00

45 254.75

349

2 110 751.85

2 156 000.00

2 076 239.71

36

256 188.70

225 000.00

230 149.55

361

Beiträge an öffentliche Gemeinwesen und Dritte

1 854 563.15

1 931 000.00

1 846 090.16

363

Interne Verrechnungen

17 494.00

35 000.00

34 989.00

39

17 494.00

35 000.00

34 989.00

394

Ertrag

12 631 112.75

15 180 200.00

15 210 163.03

4

Fiskalertrag

Transferaufwand Entschädigungen an öffentliche Gemeinwesen

Kalkulatorische Zinsen und Finanzaufwand

11 883 002.20

14 329 100.00

14 200 042.60

40

Direkte Steuern natürliche Personen

8 365 440.84

10 926 968.00

8 558 838.87

400

Direkte Steuern juristische Personen

3 517 561.36

3 402 132.00

5 641 203.73

401

Entgelte

87 509.21

117 400.00

126 177.36

42

529.65

2 000.00

951.85

424

Benützungsgebühren und Dienstleistungen Erlös aus Verkäufen

4 600.00

0

9 391.75

425

82 379.56

115 400.00

115 713.16

426

0

0

120.60

429

856.00

1 800.00

1 759.00

43

856.00

1 800.00

1 759.00

439

601 129.59

654 900.00

614 513.12

44

30 019.79

80 200.00

46 888.96

440

Liegenschaftenertrag Finanzvermögen

166 243.80

168 900.00

168 933.16

443

Liegenschaftenertrag Verwaltungsvermögen

404 866.00

405 800.00

398 691.00

447

Rückerstattungen Übrige Entgelte Verschiedene Erträge Übriger Ertrag Finanzertrag Zinsertrag


31

Erfolgsrechnung (nach Arten) Rechnung

Voranschlag

Rechnung

2020

2020

2019

41 121.75

42 000.00

232 681.95

46

0

0

186 723.00

462

37 459.25

37 000.00

37 208.00

463

3 662.50

5 000.00

8 750.95

469

17 494.00

35 000.00

34 989.00

49

17 494.00

35 000.00

34 989.00

494

Total Aufwand

14 208 303.81

15 144 700.00

14 479 991.65

Total Ertrag

12 631 112.75

15 180 200.00

15 210 163.03

35 500.00

730 171.38

in CHF

Transferertrag Finanz- und Lastenausgleich Beiträge von öffentlichen Gemeinwesen und Dritten Verschiedener Transferertrag Interne Verrechnungen Kalkulatorische Zinsen und Finanzaufwand

Aufwandüberschuss Ertragsüberschuss

1 577 191.06

Konto


32

Bestandesrechnung in CHF

Bestand am 01.01.2020

Aktiven

20 976 558.81

Finanzvermögen

Bestand am

Veränderungen Abgang

31.12.2020

30 380 773.28 33 379 245.11

17 978 086.98

Zuwachs

Konto

1

8 556 558.81

16 580 773.28

18 337 245.11

6 800 086.98

10

Flüssige Mittel und kurzfristige Geldanlagen

1 097 277.27

1 619 043.96

1 457 730.40

1 258 590.83

100

Forderungen

3 876 101.03

14 810 833.02

16 795 419.20

1 891 514.85

101

84 095.51

150 896.30

84 095.51

150 896.30

104

201.00

201.00

107

Sachanlagen Finanzvermögen

3 498 884.00

3 498 884.00

108

Verwaltungsvermögen

12 420 000.00

13 800 000.00

15 042 000.00

11 178 000.00

14

12 420 000.00

13 800 000.00

15 042 000.00

11 178 000.00

140

Passiven

20 976 558.81

35 296 255.71

38 294 727.54

17 978 086.98

2

Fremdkapital

11 384 239.71

34 566 084.33

35 987 365.10

9 962 958.94

20

365 635.71

15 735 122.92

15 509 493.34

591 265.29

200

2 000 000.00

18 686 641.16

17 321 333.76

3 365 307.40

201

141 338.00

116 120.25

141 338.00

116 120.25

204

Aktive Rechnungsabgrenzung Finanzanlagen

Sachanlagen Verwaltungsvermögen

Laufende Verbindlichkeiten Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzungen Kurzfristige Rückstellungen Langfristige Finanzverbindlichkeiten Eigenkapital Bilanzüberschuss/-fehlbetrag

206 000.00

28 000.00

234 000.00

205

8 671 266.00

200.00

3 015 200.00

5 656 266.00

206

9 592 319.10

730 171.38

2 307 362.44

8 015 128.04

29

9 592 319.10

730 171.38

2 307 362.44

8 015 128.04

299

Investitionen (nach Dienstbereichen) in CHF

Rechnung 2020

Voranschlag 2020

Rechnung 2019

Konto

Ausgaben

Einnahmen

Ausgaben

Einnahmen

Ausgaben

0

0

250 000.00

0

0

0 3506

Planungskredit

0

0

250 000.00

0

0

0 5040.02

Total Investitionsausgaben

0

0

250 000.00

0

0

250 0

Total Investitions­einnahmen

0

0

0

0

0

0

Kirchliche Liegenschaften

Einnahmen

Kirchensanierung St. Laurentius

Nettoinvestition

250 000.00


33

Erfolgsrechnung (nach Dienstbereichen) in CHF

Rechnung 2020 Aufwand

Kirchen

Voranschlag 2020 Ertrag

12 698 501.68

Rechnung 2019

Aufwand

530 690.46 13 483 700.00

Ertrag

Konto

Aufwand

Ertrag

562 000.00 12 929 248.73

563 835.36

3

Behörden, Verwaltung, Pfarrei

2 726 291.47

69 890.29

2 791 500.00

74 700.00

2 711 082.71

83 981.40

3500

Gottesdienst

1 888 377.21

23 398.65

1 984 100.00

27 600.00

1 820 073.15

27 401.64

3501

Diakonie und Seelsorge

2 730 681.76

30 872.77

2 988 100.00

50 700.00

2 911 508.36

52 133.32

3502

Bildung

1 099 322.94

62.75

1 118 900.00

100.00

985 300.15

28.00

3503

Kultur

1 171 617.92

1 600.00

1 198 200.00

3 100.00

1 160 636.96

1 600.00

3504

Kirchliche Liegenschaften

3 082 210.38

404 866.00

3 402 900.00

405 800.00

3 340 647.40

398 691.00

3506

Finanzen und Steuern 1 509 802.13 12 100 422.29 1 661 000.00 14 618 200.00 1 550 742.92 14 646 327.67 Allgemeine Gemeindesteuern

–5 111.90

11 883 002.20

80 000.00

1 356 268.00

0

95 587.12

47 513.79

63 058.91 0

9

14 329 100.00

60 048.04

14 200 042.60

9100

1 341 100.00

0

1 284 607.00

186 723.00

9300

141 800.00

115 200.00

110 558.95

81 877.96

9610

166 243.80

98 100.00

168 900.00

95 528.93

168 933.16

9630

3 662.50

0

5 000.00

0

8 750.95

9710

Finanzierung der Kantonalkirche und Finanzausgleich Zinsen Liegenschaften des Finanzvermögens Rückverteilungen aus CO2-Abgabe

Total Aufwand / Ertrag

14 208 303.81 12 631 112.75 15 144 700.00 15 180 200.00 14 479 991.65 15 210 163.03

Ertragsüberschuss

Total

730 171.38

35 500.00

Aufwandüberschuss

0

1 577 191.06

0

0

14 208 303.81 14 208 303.81 15 180 200.00 15 180 200.00 15 210 163.03 15 210 163.03

Abschied der Rechnungsprüfungskommission 1.

Die Rechnungsprüfungskommission hat die Jahresrechnung und die Sonderrechnungen 2020 der Kirchgemeinde Winterthur in der von der Kirchenpflege beschlossenen Fassung vom 15.03.2021 geprüft. Die Jahresrechnung weist folgende Eckdaten aus: Erfolgsrechnung

Investitionsrechnung Verwaltungsvermögen

Investitionsrechnung Finanzvermögen

Bilanz

Gesamtaufwand

CHF

14 208 303.81

Gesamtertrag

CHF

12 631 112.75

Ertragsüberschuss / Aufwandüberschuss

CHF

–1 577 191.06

Ausgaben Verwaltungsvermögen

CHF

0.00

Einnahmen Verwaltungsvermögen

CHF

0.00

Nettoinvestitionen Verwaltungsvermögen

CHF

0.00

Ausgaben Finanzvermögen

CHF

0.00

Einnahmen Finanzvermögen

CHF

0.00

Nettoinvestitionen Finanzvermögen

CHF

0.00

Bilanzsumme

CHF

17 978 086.98

Der Aufwandüberschuss der Erfolgsrechnung wird dem zweckfreien Eigenkapital belastet. Dadurch vermindert sich der Bilanzüberschuss auf CHF 8 015 128.04. 2.

Die Rechnungsprüfungskommission stellt fest, dass die Jahresrechnung der Kirchgemeinde Winterthur finanzrechtlich zulässig und rechnerisch richtig ist. Die finanzpolitische Prüfung der Jahresrechnung gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.

3.

Die Rechnungsprüfungskommission beantragt der Kirchgemeindeversammlung, die Jahresrechnung 2020 samt Sonderrechnungen 2020 der Kirchgemeinde Winterthur entsprechend dem Antrag der Kirchenpflege zu genehmigen. Winterthur, 12. April 2021

Rechnungsprüfungskommission der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur Der Präsident: Werner Gabriel Der Aktuar: Gino Rothenbach


34

Sonderrechnung Jahrzeitfonds Einnahmen Zuwachs durch Stiftungen im Jahr 2020

St. Josef

200.00

Total

200.00

Kapitalertrag

856.00

1 056.00

Ausgaben Abgang an Stiftungen im Jahr 2020

St. Peter und Paul Herz Jesu

3 750.00 750.00

St. Josef

6 000.00

St. Marien

2 400.00

St. Laurentius

1 800.00

St. Ulrich Total Überweisung an Kirchengut gemäss Sonderrechnungsbestimmung Ausgabenüberschuss 2020

500.00 15 200.00 856.00

16 056.00 15 000.00

Bestand am Ende des Vorjahres

171 266.00

Bestand am Ende des Rechnungsjahres

156 266.00

Davon: Anteil St. Peter und Paul

62 500.00

Anteil Herz Jesu

27 623.00

Anteil St. Josef, Töss

25 215.00

Anteil St. Marien, Oberwinterthur

17 625.00

Anteil St. Laurentius, Wülflingen

9 700.00

Anteil St. Ulrich, Rosenberg

6 380.00

Anteil St. Urban, Seen

7 223.00 156 266.00

Winterthur, 15. März 2021 Römisch-katholische Kirchenpflege Winterthur

Der Ressortverantwortliche: Claudio Aquilina


35

Zusammenfassung Rechnung 2020 (nach Arten in CHF) Die Jahresrechnung 2020 der Katholischen Kirchgemeinde Winterthur schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 1 577 191.06 ab. Budgetiert wurde ein Ertragsüberschuss von 35 500.00. Die wichtigsten Abweichungen zum Budget 2020 setzen sich wie folgt zusammen: • Personalaufwand Die Personalkosten fallen 35 000 tiefer aus als budgetiert. Dies hauptsächlich, da infolge der Corona-Pandemie geplante Weiterbildungen nicht stattfinden konnten oder verschoben wurden. • Sachaufwand Insgesamt sind beim Sachaufwand rund 784 000 weniger Kosten angefallen als budgetiert. Dies infolge des Lockdowns, während dessen die Aktivitäten eine Zeit lang gänzlich eingestellt werden mussten, sodass für diese geplanten Anlässe auch keine Kosten angefallen sind. Die grössten Abweichungen betreffen dabei den Unterhalt der Liegenschaften mit 250 000. Ein Teil der Unterhaltsarbeiten wurde nicht ausgeführt, unter anderem der Fensterersatz an der Laboratoriumstrasse (alleine 160 000). Ebenfalls sind im Bereich Reisekosten und Spesen 170 000 weniger Kosten angefallen als geplant. Diese Minderkosten sind vor allem auf nicht durchgeführte Pfarrei- und Personalanlässe zurückzuführen. Weitere Budgetunterschreitungen sind wie folgt zu berichten: 50 000 weniger Büromaterial, 50 000 tiefere Kosten für Drucksachen und Publikationen, 50 000 tiefere Kosten für die IT, 50 000 weniger Auslagen für die Beschaffung von Mobilien für Büro und Liegenschaften sowie die Ver- und Entsorgung der Liegenschaften, 65 000 tiefere übrige Sachkosten. Zudem sind die vom Steueramt Winterthur abgerechneten Forderungsverluste von Steuern und Zinsen um 100 000 tiefer ausgefallen als geplant. • Finanzaufwand Die langfristigen Darlehen der Kirchgemeinde wurden mit einem Zinssatz von 0.60 % budgetiert. Effektiv konnten die Darlehen im Durchschnitt nochmals um 0.1 % tiefer verlängert werden. Der Aufwand für die Liegenschaften im Finanzvermögen liegt um 16 000 unter dem budgetierten Wert. • Transferaufwand Beim Transferaufwand handelt es sich um Beiträge an die Kantonalkirche, das Steueramt für den Steuereinzug, katholische Institutionen (z. B. Tel 143, VIWO etc.), Entwicklungshilfe im In- und Ausland sowie Beiträge an Jugendliche in den Pfarreien. Gesamthaft sind diese Beiträge um rund 45 000 tiefer ausgefallen als budgetiert. Von den budgetierten Beiträgen für die kirchlichen Gruppierungen und Vereine sind 100 000 nicht benutzt worden. Der Beitrag für den Synodalrat fiel infolge höherer Steuereinnahmen im Vorjahr 2019 um 15 000 höher aus. Die Entschädigung ans Steueramt für den Einzug der Steuern fiel ebenfalls wegen der höheren Steuereinnahmen im Jahr 2019 um 40 000 höher aus. • Fiskalertrag Die gesamten Steuereinnahmen 2020 sind um 2 446 000 tiefer ausgefallen, als sie uns vom Steueramt vor Beginn der Pandemie im August 2019 fürs Geschäftsjahr 2020 gemeldet wurden. Der Vergleich mit den gemeldeten Budgetwerten ist deshalb wenig aussagekräftig. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 sind 2020 von den natürlichen Personen gut 200 000 weniger eingegangen, von den juristischen Personen fehlen gegenüber dem Vorjahr aber 2 100 000. Dies hauptsächlich gemäss Auskunft des Steueramtes infolge Erledigung langjähriger Fälle aus den Jahren 2008–2018. • Entgelte Die Entgelte fielen um 30 000 höher aus, da auch bei der Pfarrei San Francesco MCLI weniger Kosten angefallen sind. Der Synodalrat hatte uns deshalb auch weniger Rückvergütung für diese Sachkosten zu leisten. • Finanzertrag Die Zinserträge auf Steuereinnahmen sind um 53 000 tiefer ausgefallen, als sie uns vom Steueramt Winterthur für die Budgetierung gemeldet wurden.

Winterthur, 5. März 2021 Claudio Aquilina, Ressortverantwortlicher Finanzen


36

Tätigkeitsberichte Kirchenpflege und Verwaltung Im Berichtsjahr 2020 traf sich die Kirchenpflege zu sieben ordentlichen Sitzungen. Während der ersten beiden Monate ging alles seinen gewohnten Gang. In den ersten zwei Sitzungen behandelte die Kirchenpflege die laufenden Geschäfte, welche vorgängig von den Kommissionen vorbereitet wurden. Ende Februar setzten sich Kirchenpflege und Seelsorgekommission an einer Klausurtagung Legislaturschwerpunkte und diskutierten Massnahmen zu deren Umsetzung. Am 16. März 2020 erklärte der Bundesrat angesichts eines neuartigen Virus namens Corona die «ausserordentliche Lage» und verhängte weitreichende und einschneidende Massnahmen. Es folgten Monate im Ausnahmezustand, mit spürbaren Auswirkungen auch für die Kirchgemeinde Winterthur. Die Sitzungen der Kirchenpflege und die vorbereitenden Bürositzungen fanden nicht mehr statt. Die Kirchgemeindeversammlung vom 2. Juni 2020 musste abgesagt werden. Die Mitarbeitenden der Kirchgemeinde arbeiteten sofern möglich im Homeoffice oder mit den nötigen Schutzmassnahmen vor Ort. Der Präsident, Hans Hollenstein, aktivierte den Krisenstab mit Vertretern aus Kirchenpflege, Seelsorgekommission und Verwaltung, welcher die Handlungsfähigkeit sowie den Informationsfluss sicherstellte. Für organisatorische und personalrechtliche Fragen standen der Leiter Finanzen und Administration, Thomas Suter, sowie die Verantwortliche Personaladministration, Manuela Zuber, zur Verfügung. Dank der sorgfältigen Vorbereitung in den Ressorts konnten die anstehenden Sach- und Finanzgeschäfte von der Kirchenpflege auf dem Zirkularweg beschlossen werden. Am 8. Juni 2020 nahm die Kirchenpflege ihre reguläre Sitzungstätigkeit wieder auf.

Die einzige Kirchgemeindeversammlung im Jahr 2020 wurde auf den 1. Dezember einberufen. Entsprechend lang präsentierte sich die Traktandenliste. Die Jahresrechnung 2019 der Kirchgemeinde Winterthur, der Jahresbericht 2019 sowie die Jahresrechnung 2019 der Kirchlichen Entwicklungshilfe wurden von der Versammlung eindeutig verabschiedet. Auch dem Budget 2021 mit einem unveränderten Steuerfuss von 16 Prozent stimmten die anwesenden Stimmberechtigten klar zu. Neben den Finanzgeschäften stand auch ein Wahlgeschäft auf der Traktandenliste. Thomas Winter wurde von der Versammlung einstimmig für die restliche Amtsdauer 2018 bis 2022 in die Kirchenpflege gewählt. Die zurückgetretenen Mitglieder der Kirchenpflege, Lucia Franzen und Cornel Widmer, wurden vom Präsidenten mit einem grossen Dank für ihr Engagement verabschiedet. Dieser Dank galt auch Don Carlo de Stasio, Pfarrer der italienischsprachigen Pfarrei San Francesco. Er hat Winterthur verlassen und ist seit 1. Januar 2021 bischöflicher Beauftragter für die Migrantenseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Die Verwaltung unter der Leitung von Thomas Suter nahm ihre Aufgaben in unveränderter personeller Zusammensetzung war: Sie führt die operativen Geschäfte von Kirchgemeinde und Kirchenpflege, bereitet die Geschäfte vor und setzt die gefassten Beschlüsse um. Die Kommunikationsbeauftragte Stephanie Scharnitzki ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Veränderungen, welche die Corona-Pandemie mit sich brachte, prägten unseren Alltag und den Umgang miteinander. Ein grosses Dankeschön allen, die unter erschwerten Bedingungen und mit grossem Einsatz mitgeholfen haben, das Leben in der Kirchgemeinde Winterthur am Laufen zu halten.

Daniela Todesco

Katholikenzählung per 31.12.2020 Veränderungen PP

HJ

TS

OW

WL

RB

SE

Total

gegenüber Ende 2019

Schweizer Niedergelassene

2 972

1 710

1 597

3 350

2 566

732

3 797

16 724

–383

Ausländer und Aufenthalter

1 081

627

1 009

1 698

1 438

225

1 537

7 615

–218

430

236

499

702

668

74

867

3 476

–69

Total

4 053

2 337

2 606

5 048

4 004

957

5 334

24 339

–601

Stand 31.12.2019

4 215

2 339

2 704

5 153

4 057

980

5 492

24 940

–162

–2

–98

–105

–53

–23

–158

–601

–3.8 %

–0.1 %

–3.6 %

–2.0 %

–1.3 %

–2.3 %

–2.9 %

–2.4 %

Davon Italiener MCLI

Legende PP – St. Peter und Paul HJ – Herz Jesu TS – St. Josef OW – St. Marien WL – St. Laurentius RB – St. Ulrich SE – St. Urban MCLI – Parrocchia San Francesco


37

Konstituierung der Kirchenpflege Legislatur 2018 –  2022 Kommissionen gemäss Art. 28 Ziffer 1 Kirchgemeindeordnung Finanzkommission RV Stv. Mitglied  / Abgeordneter Geldverkehrs­p rüfungskommission Beratend ohne Stimmrecht

Claudio Aquilina Bernadette Guillaume Matthias Gamper Thomas Suter

Personalkommission RV Stv. Mitglied

Loredana Lima Agnes Strupler Sabrina Quan

Bau- und Liegenschaftskommission RV Stv. Mitglied Mitglied

Cornel Widmer (bis 31.11.2020) Bernadette Guillaume Lucia Franzen (bis 31.07.2020) Matthias Gamper

Kommissionen gemäss Art. 28 Ziffer 2 Kirchgemeindeordnung Jugendkommission RV Stv. Mitglied Mitglied Mitglied / Vertreter Seelsorgekommission Mitglied / Vertreter Seelsorgekommission Mitglied / Vertreter kant. Jugendseelsorge Mitglied / Vertreter reg. Jugendseelsorge Mitglied / Vertreter Jugendseelsorge in den Pfarreien Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) RV Stv. Mitglied Mitglied / Vertreter Seelsorgekommission Mitglied / Pfarreivertreterin Mitglied / Pfarreivertreterin Mitglied / Vertreter Kirchgemeinde Pfarreipfleger/-innen PP – St. Peter und Paul HJ – Herz Jesu TS – St. Josef OW – St. Marien OW – St. Marien

Daniela Amolini Lucia Franzen (bis 31.07.2020) Heike Bausch Bernadette Guillaume Pfr. Klaus Meyer (bis 31.08.2020) Marcus Scholten (ab 01.09.2020) vakant Oliver Sittel Michael Kolditz

Hedi Blum Katharina Schirrmeister Daniela Amolini

Büro der Kirchenpflege Präsident:

Dr. Hans Hollenstein

Vizepräsident:

Peter Schnider, lic. iur. / RA

Ressortverantwortlicher Finanzen:

Claudio Aquilina

Ressortverantwortliche Personal:

Loredana Lima

Ressortverantwortlicher Bau und Liegenschaften:

Cornel Widmer (bis 31.11.2020)

Beratend ohne Stimmrecht: Leiter Finanzen und Administration

Thomas Suter

Beratend ohne Stimmrecht: Verantwortliche Kommunikation

Stephanie Scharnitzki

Kommission für Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit (KoSoFA) RV Daniel Frei Stv. Heike Bausch Mitglied Daniela Amolini Mitglied / Vertreter Seelsorgekommission Marcus Scholten Mitglied / Vertreterin Sozialdienste Doris Oberli Mitglied / Leiterin Koordinationsstelle für Soziale Arbeit Susanne Horak Subkommission Freiwilligenarbeit (SuFA) RV

Heike Bausch

Seelsorgekommission PP – St. Peter und Paul HJ – Herz Jesu TS – St. Josef OW – St. Marien – Vorsitz WL – St. Laurentius RB – St. Ulrich SE – St. Urban MCLI – Parrocchia San Francesco

Pfr. Dr. Hugo Gehring Pfr. Klaus Meyer Pfr. Jacek Jeruzalski Michael Weisshar Zeljko Calusic Marcus Scholten Peter Koller Don Carlo de Stasio

WL – St. Laurentius RB – St. Ulrich SE – St. Urban MCLI – Parrocchia San Francesco

Crista Schlegel Sabrina Quan Daniela Amolini Loredana Lima

Pfr. Jacek Jeruzalski Claudia Vogel Gabriella Burkart Thomas Suter

Katharina Schirrmeister Agnes Strupler Heike Bausch Lucia Franzen (bis 31.08.2020) Thomas Winter (ab 01.12.2020)


38

Delegationen Altersforum Winterthur

Vorstandsmitglied

Hedi Blum

CARITAS Zürich

Delegierter mit Stimmrecht

Daniel Frei

Datenschutzkommission Synodalrat

Delegierte

Sabrina Quan

«Die Dargebotene Hand»

Vorständin mit Stimmrecht

Heike Bausch

Interkulturelles Forum Winterthur

Beisitzer im Vorstand mit Stimmrecht

vakant

Kirchliche Fachstelle bei Arbeitslosigkeit (DFA)

Mitglied der Trägergruppe mit Stimmrecht

Daniela Amolini

Kirchlicher Arbeitskreis für Radio Top

Delegierte mit Stimmrecht

Stephanie Scharnitzki

Migrationsbeirat

Delegierter

Pfr. Alfredo Diez (reformiert)

Radio- und Fernsehgenossenschaft Zürich

Delegierte mit Stimmrecht

Stephanie Scharnitzki

Stiftung Altersheim St. Urban Winterthur-Seen

Delegierter (Vizepräsident)

Louis Borgogno

Stiftung «Solidarität Dritte Welt»

Delegierte mit Stimmrecht

Hedi Blum

Trägerverein «Treffpunkt Vogelsang»

Delegierter

Daniel Frei

Verein für Kinder- und Jugendarbeit im Gutschick

Delegierter

Pfr. Klaus Meyer

Delegierte

Heike Bausch

Verein Kath. Spitex Winterthur (Gemeindekrankenpflege)

Vorständin mit Stimmrecht

Katharina Schirrmeister

Verein Paulus-Akademie Zürich

Delegierte mit Stimmrecht

Bernadette Guillaume

Verein Shalom

Mitglied

Daniela Amolini

Verein Vinzenz Wohnen (VIWO)

Delegierter mit Stimmrecht

Marcus Scholten

Wochenendstube

Vorstand mit Stimmrecht

Pfr. Hugo Gehring


39

Kommissionen Bau- und Liegenschaftskommission Unterhalt kirchliche Liegenschaften Das Augenmerk wurde 2020 auf den Unterhalt und die Werterhaltung von Gebäuden und Umgebungen gelegt, insgesamt wurden Fr. 376 070.50 dafür ausgegeben. Dieser Betrag liegt im unteren Bereich der letzten Jahre und ist auf die grossen Sanierungsprojekte der letzten Jahre zurückzuführen. Die Gebäude präsentieren sich allgemein in einem guten Zustand. Das geplante Sanierungsprojekt St. Laurentius wurde aufgrund mangelnder Dringlichkeit bis auf Weiteres zurückgestellt. Finanzliegenschaften Die Finanzliegenschaften befinden sich in einem baulich guten Zustand. Auftretende Reparaturen werden sofort erledigt. Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten werden fortwährend ausgeführt. Alle Wohnungen und Garagenplätze sind vermietet. Mittelfristplanung Im Rahmen der Mittelfristplanung wurden die Ziele auch im Bereich Bau und Liegenschaften gesetzt. Die folgenden Schwerpunkte sollen gesetzt werden:

1. Der Betrieb unserer Gebäude obliegt heute den einzelnen Pfarreien, Synergien innerhalb der Kirchgemeinde werden bis heute wenig genutzt. Dies soll sich ändern. Ein über die Pfarreigrenzen hinausgehendes Betriebskonzept soll den Umfang und die Qualität der zu erbringenden Leistungen des technischen Unterhalts und des Sakristanendienstes regeln. Die benötigten Dienstleistungen sollen professionell und kostengünstig erbracht und Synergien konsequent genutzt werden. 2. Liegenschaften gehören zu den grossen Emittenten von klimaschädlichen Treibhausgasen. Auch der ökologischen Nachhaltigkeit unserer Gebäude kommt eine grosse Bedeutung zu. Wir werden bei anstehenden Sanierungen konsequent in nachhaltige Technologien investieren und fossile Energien mit nachhaltigen Energien substituieren. Dazu werden sukzessive bestehende Öl- und Gasheizungen durch Heizungen mit erneuerbaren Energien ersetzt. Der ökologische Fussabdruck soll durch gezielte Massnahmen verbessert werden, beispielsweise durch den Einkauf von «grünem Strom» und die Reduktion des Energieverbrauches.

Cornel Widmer

Personalkommission An ihren neun Sitzungen verabschiedete die Personalkommission zwei Anträge zur Anstellung von Mitarbeitenden mit befristeter Anstellungsverfügung. In eigener Kompetenz stellte die Kommission innerhalb des bewilligten Stellenplanes neue Mitarbeitende in den Bereichen Sakristanendienst und Katechese ein. Im Frühjahr war die Personalkommission aufgrund der Corona-Pandemie stark gefordert. Anfang März wurde ein Krisenstab einberufen, in welchem auch die Personalkommission Einsitz nahm. In regelmässigen Sitzungen analysierte das Gremium unter der Leitung des Präsiden-

ten der Kirchenpflege die Corona-Situation, leitete situationsgerechte Massnahmen ein und informierte bei Bedarf die Mitarbeitenden wie auch die Mitglieder der Kirchenpflege. Die Pandemie wirkte sich wie ein Katalysator auf den Wandel der Arbeitswelt aus. Sowohl die Verwaltung wie auch die Pfarrämter machten mobiles Arbeiten von heute auf morgen möglich. Sofern es der Betrieb zuliess, arbeiteten die Mitarbeitenden in den Lockdown-Phasen im Homeoffice. Für die Arbeit vor Ort wurde ein internes Schutzkonzept erstellt und entsprechende Schutzmassnahmen rund um die Arbeitsplätze wurden umgesetzt, um den Mitarbeitenden die Arbeit


40

möglichst sicher und flexibel zu ermöglichen. Die internen Schutzmassnahmen sowie die des BAG wurden von den Mitarbeitenden vorbildlich eingehalten. Die Kirchgemeinde als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber konnte aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen Lockdowns keine Kurzarbeit beantragen. Während der beiden Lockdowns erhielten die Mitarbeitenden das volle Gehalt. Sie wurden jedoch angehalten, trotz den wegen der Corona-Situation eingeschränkten Möglichkeiten allfällige Mehrzeiten abzubauen und geplante Ferien zu beziehen. Aufgrund der Pandemie mussten etliche Anlässe und interne Weiterbildungen verschoben und schlussendlich abgesagt werden. Unsere Sakristaninnen und Sakristane hingegen konnten noch wie geplant den Nothelferkurs absolvieren und ihr BLS-Zertifikat in Empfang nehmen. Unsere Lernende schloss im Sommer mit sehr guten Noten die Berufsschule sowie mit ausgezeichneten Leistungen ihre praktische kaufmännische Ausbildung ab. Im August startete unsere neue Lernende ihr erstes Ausbildungsjahr im Team St. Marien. Aufgrund einer personellen Vakanz wurde nebst dem Ausbildungsplatz für ein Pastoraljahr in der Pfarrei St. Ulrich ein weiterer in der Pfarrei St. Marien geschaffen. Dieser zusätzliche Ausbildungsplatz konnte im Sommer erfolgreich für ein Jahr besetzt werden. Einen Ausbildungsschwerpunkt setzte die Kommission im Bereich Katechese. Mit Blick auf kommende Pensionierungen in den nächsten zwei Jahren bewilligte die Kommission insgesamt fünf Weiterbildungsanträge für die Ausbildung zur Katechetin sowie zur Katechese-Assistentin.

Weiter befasste sich die Kommission mit der Erarbeitung des Personalbudgets, welches innerhalb des Gesamtbudgets 2021 von der Kirchgemeindeversammlung am 1. Dezember 2020 genehmigt wurde. In diesem Zusammenhang erfolgte aufgrund der generellen wirtschaftlichen Situation und der finanziellen Aussichten für die Kirchgemeinde der Beschluss, 2021 keine Lohnstufenerhöhung für das Personal zu gewähren. Die Kirchenpflege ihrerseits verzichtete auf 50 % der ihr zustehenden Behördenentschädigung. Zudem erfolgte per 1. November 2020 und bis auf Weiteres ein Personalstopp. Die Personalkommission befasste sich mit etlichen weiteren Geschäften. Erwähnt seien die Erarbeitung der Legislaturziele und deren Umsetzung im Bereich Personal, Lohnüberprüfungen innerhalb einzelner Berufsgruppen, Vergütungen von Mehrstunden und Zusatzdiensten, Stellenwechsel zwischen Pfarreien und Anpassungen von Anstellungen, Planung der Ausbildung sowie Betreuung der Lernenden, Aufgleisung von Coachings, die Arbeitsplatzbewertung der Sakristanen-/Hauswartstelle in der Pfarrei St. Urban, Vorbereitungsarbeiten für die Lohngleichheitsanalyse des Bundes sowie die rechtliche Beratung und Abklärung in komplexeren Personalfällen.

Loredana Lima


41

Seelsorgekommission Das Jahr 2020 war für uns alle ein ausserordentliches Jahr. Es lag nicht daran, dass ein neuer amerikanischer Präsident gewählt wurde oder die Leitung der EU-Kommission in Frauenhände überging. Sondern daran, dass die kleinste Form des Lebens, ein Virus, die Herrschaft über das öffentliche Leben weltweit übernahm. Dies zeigt uns auf, wie weit die Globalisierung schon Realität geworden ist. Auch wir als Katholische Kirche in Winterthur waren und sind immer noch von dieser Krise betroffen. Niemand von uns konnte sich daran erinnern, dass der Staat jemals das Feiern von Gottesdiensten verboten hätte. Doch Mitte März 2020 war es so weit: Der Bundesrat hat die ausserordentliche Lage ausgerufen und dazu gehörte ein Versammlungsverbot, das auch die Gottesdienste betraf. Da dieser Entscheid praktisch ohne Vorlauf getroffen wurde, mussten die Pfarreien sehr schnell reagieren. Was sie genau ausprobiert haben, ist in den Berichten aus den einzelnen Pfarreien aufgeschrieben. Für die Seelsorgekommission als verbindendes Gremium war eines schnell klar und vordringlich: Wir mussten in Winterthur einen Gottesdienst über das Internet anbieten, der ein Stück Heimat erstehen lässt. So wurde wöchentlich ein Sonntagsgottesdienst aufgezeichnet und den Gläubigen über den «YouTube»-Kanal der Kirchgemeinde zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise konnte von zu Hause über das Internet Gottesdienst aus Winterthur mitgefeiert werden.

Weiterhin musste die Seelsorgekommission lernen, wie man die gemeinsame Arbeit auch in Videokonferenzen koordinieren und fortführen kann. Doch trotz aller technischen Möglichkeiten wurde schnell klar, dass eine Videokonferenz ein echtes physisches Zusammentreffen nur zum Teil ersetzen kann. Dies ist auch der Grund, warum in ganz Winterthur sehr viele Veranstaltungen ausgefallen sind und warum wir immer wieder darauf warten, dass sich die ganze Lage grundsätzlich ändert und besser wird. Denn trotz funktionierender Schutzkonzepte dürfen in den Pfarreiheimen viele Veranstaltungen nicht mehr stattfinden. Ganz wichtig wurden in diesen Zeiten die Seelsorgerinnen und Seelsorger, die in Spitälern und Heimen oftmals die Einzigen waren, die einen Kontakt mit der Aussenwelt herstellten. Für sie galt das Besuchsverbot in diesen Institutionen nicht, da die Heime und Spitäler ihr Arbeitsplatz sind. Die Zusammensetzung der Seelsorgekommission (die Leitenden der acht Pfarreien sowie die Protokollführerin) ist schon über mehrere Jahre konstant. Wir trafen uns neunmal, entweder physisch oder digital, und waren vor allem damit beschäftigt, die neusten Vorschriften auf unsere Situation in den Pfarreien zu übersetzen. Darum konnten wir die Arbeit an den Legislaturzielen nicht so weiterführen, wie es ursprünglich geplant war. Wir werden unsere Retraite im Jahr 2021 dazu nutzen, weiter daran zu arbeiten.

Michael Weisshar, Präsident


42

Jugendkommission Die Jugendkommission beschäftigt sich grösstenteils mit pfarreiübergreifenden Aktivitäten und Projekten in den Bereichen Jugendarbeit, Jugendseelsorge und Seelsorge für junge Erwachsene. Das Ressort fördert die Jugendarbeit und Jugendseelsorge in den Pfarreien. Regelmässig finden Sitzungen zwischen der regionalen Jugendseelsorge und dem Jugendseelsorgestamm der Pfarreien statt. Programmgestaltung in Zeiten von Corona Wie in allen Bereichen unseres Alltags machte das Coronavirus auch vor der Jugendkommission keinen Halt und beeinflusste das Programm: Anlässe und Projekte mussten abgesagt oder verschoben werden. Der städtische Firm-Grossanlass «Winti-Spirits» fiel im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie aus. Das jährliche Ministrantenlager wurde auf das nächste Jahr verschoben. Die «Nacht der Lichter» musste aufgrund der strengen Vorgaben abgesagt werden. Zum Glück konnten die Kick-off-Anlässe in angepasster Form durchgeführt werden. Der zweite Oberstufen- Kickoff fand im September im Pfarreiheim St. Ulrich in kleinen Pfarrei-internen Gruppen mit einem entsprechenden Schutzkonzept statt, während der Kick-off für die erste Oberstufe in einen virtuellen Raum verlegt wurde.

Anstelle des Ministrantenlagers entstand, dank grossem Engagement des Vorbereitungsteams, der besondere Foxtrail «Alban-Trail». Weitere Informationen diesbezüglich finden Sie auf der Homepage von St. Peter und Paul. Nachbarschaftshilfe während der Lockdown-Phasen Während der Corona-Pandemie fanden sich Jugendliche und junge Erwachsene aus unterschiedlichen Kirchen zusammen, um aktive Nachbarschaftshilfe anzubieten. Die jeweiligen Pfarreien koordinierten und unterstützten das Engagement. Insgesamt waren zwischen 60 und 80 junge Erwachsene für ihre Mitmenschen aktiv. Der Jugendseelsorger Oliver Sittel rief zu Beginn des ersten Lockdowns einen Podcast auf Facebook ins Leben. Er lud damit junge Menschen zum Nachdenken und Mitdiskutieren ein und war auch Ansprechperson für persönliche Gespräche. Neues Projekt: ökumenisches Jugendkirchenzentrum in Winterthur In den nächsten Monaten möchte die Jugendkommission ein weiteres Projekt aufgleisen, welches jungen Erwachsenen in den Landeskirchen eine Heimat bieten will. Das Projekt wird weiter verfolgt.

Daniela Amolini

Kommission für Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit Wie es war, plötzlich ganz anders ist und werden könnte Die drei Zeitebenen haben uns letztes Jahr begleitet. Zu Beginn war es noch ein normales Jahr. Doch plötzlich war alles anders, auch uns hat Covid-19 betroffen, noch viel mehr unsere Klientinnen und Klienten. Neben dem steten Anpassen an die neue Situation haben wir uns auch mit der Zukunft beschäftigt: Wie kann die pfarreiliche soziale Arbeit möglichst viel bewirken? Was hat sich bewährt und was soll in Zukunft geändert werden?

Im Vordergrund stand aber die durch das Virus ausgelöste Krise: Auch wir mussten uns plötzlich anders organisieren und an die fundamental geänderten Gegebenheiten anpassen. Unter den vielen Initiativen, welche die Not, die Corona brachte, linderten, möchte ich zwei besonders hervorheben: • Kurzfristig hat die Katholische Kirche in Winterthur gemeinsam mit Partnern einen kostenlosen Mahlzeitendienst organisiert, der vielen Menschen in diesen speziellen Zeiten einen Lichtblick in den Tagesablauf brachte.


43

• Schon früh waren wir besorgt, dass es zu mehr Anfragen um Unterstützung kommen könnte. Nach einer ersten Phase, die fast unheimlich ruhig war, war es dann auch so. Wir vermuten, dass viele zuerst wie erstarrt waren und sich ob der neuen Realität zurückzogen, zuerst mit der veränderten Situation klarkommen mussten. Erst allmählich nahmen die Beratungen wieder zu, und das in der ganzen Palette, von finanziellen Problemen bis zu Gewaltsituationen in Familien. Wir sind sehr dankbar, dass die Katholische Kirche in Winterthur und die Vinzenzkonferenz von St. Peter und Paul schnell zusätzliche Gelder für Unterstützungsleistungen zur Verfügung gestellt haben. Diese ermöglichten es, in Notlagen unkompliziert und schnell zu helfen, immer nach seriöser Abklärung und Beratung. Freiwilligenarbeit Wir danken allen, die mit ihrem freiwilligen und unbezahlbaren Einsatz unsere Kirche zu dem machen, was sie ist. Einiges war im Berichtsjahr leider nicht möglich, dafür entstanden neue Initiativen. In verschiedenen Pfarreien gab es beispielsweise Nachbarschaftshilfen, die Einkäufe für andere machten. Und dank dem grossen Einsatz von Freiwilligen konnten Winterthurer Gottesdienste gestreamt werden. Wer hätte das Anfang des Jahres erwartet? Auch bereits bestehende Aktivitäten konnten weitergeführt werden, so haben die «WeitBlick»-Veranstaltungen den Freiwilligen wiederum geholfen, ihre Arbeit mit geflüchteten Menschen zu reflektieren und zu optimieren. Langjährige Aktivitäten Weiterhin begleiten wir Angebote wie den Treffpunkt Vogelsang. Er bietet gerade auch in der jetzigen Situation Unterstützung für Menschen am Rand der Gesellschaft. Im Berichtsjahr wurde alles vorbereitet, damit er ab 2021 unter einem Dach mit anderen sozialen Projekten seine wichtige Aufgabe weiterführen kann. Wir haben aber auch erlebt, dass das letzte Jahr für langjährige gute Angebote schwierig war. So musste der Chor Cantiamo (früher «Natürlich gemischt») seine Proben einstellen. Damit fehlt ein wichtiges Angebot zur Integration. Dank an unsere engagierten Sozialarbeitenden Unseren engagierten Sozialarbeitenden und der Leiterin der Koordinationsstelle danken wir für ihren grossen Einsatz und ihre Anpassungsfähigkeit an die immer wieder geänderten Rahmenbedingungen. Der Zusatzaufwand und die nötige Flexibilität sind nicht zu unterschätzen. Wir freuen uns sehr, dass das Team im vergangenen Jahr unverändert bestehen blieb.

Finanzen Der bereits erwähnte zusätzliche Beitrag für finanzielle Unterstützungen (zweimal Fr. 12 500) war eine wichtige Ergänzung zur langfristigen Finanzierung. Im Berichtsjahr wurden finanzielle Unterstützungen im Umfang von Fr. 224 000 (Vorjahr: Fr. 214 000) geleistet. Diese Mittel stammen zu 23 % von der Römisch-katholischen Kirchgemeinde aus den Kirchensteuern, zu 10 % aus dem CoronaFonds, 39 % wurden von Einzelpersonen gespendet oder als Opfer in den Gottesdiensten aufgenommen. 28 % kommen von verschiedenen Fonds und Stiftungen aufgrund von Gesuchen. Diese zu verfassen ist ein beträchtlicher Aufwand, da im Regelfall viele Angaben gemacht und umfangreiche Unterlagen eingereicht werden müssen.

Finanzierung: Ausgaben der Sozialdienste 2020

1 2 3 4

23 % Kirchgemeinde Winterthur / Kirchensteuern 10 % Corona-Fonds 39 % Opfer, Spenden, Verschiedenes 28 % Fonds und Stiftungen / Gesuche

Ausblick Das Leben vieler Menschen ist aktuell voller Unsicherheiten. Untersuchungen belegen, dass in der Schweiz in Krisen viele zuerst vom Ersparten leben, ihre Ausgaben reduzieren und erst spät Hilfe suchen. Dann, wann es manchmal schon schwieriger ist, wieder aus der Notlage zu kommen. Wir wollen auch im neuen Jahr da sein für Menschen, die finanziell oder wegen der Lebenssituation in Not sind, und sinnvolle Unterstützung leisten.

Daniel Frei


44

Kommission für Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) 2020 war auch für die Kommission für Kirchliche Entwicklungshilfe ein besonderes Jahr. Da wegen des Lockdowns während zwölf Wochen keine Gottesdienste stattfanden, blieb das Opferchörbli leer und die angkündigten Kollekten mussten zum Teil ganz gestrichen werden. Auch wegen der reduzierten Personenzahl in den Gottesdiensten waren die Kollekten kleiner als sonst. So zeichnete sich bald ab, dass der KEH weniger Geld für Projekte zur Verfügung steht. Glücklicherweise stimmten die Mitglieder der Kirchenpflege dem Kommissionsantrag zu, die budgetierten je Fr. 99 000.00 für Inland und Ausland zur Verfügung zu stellen und nicht, wie sonst vorgesehen, nur die Verdoppelung der KEH-Kirchenopfereinnahmen. Zu den drei üblichen KEH-Sitzungen führten wir zwei weitere für die Überarbeitung des KEH-Leitfadens durch und erstellten auch die Kollektenpläne für die acht Pfarreien. Insgesamt stand der KEH für In- und Ausland ein Betrag von Fr. 348 093.25 zur Verfügung. Konkret heisst das, fast Fr. 100 000 weniger als im Vorjahr (Fr. 441 754.30). Darin enthalten sind die Kirchenopfereinnahmen von Fr. 125 438.95 (Fr. 208 748.45), deren Verdoppelung durch die Kirchgemeinde aus den Steuergeldern und gemäss Beschluss der Kirchenpflege die Ausschöpfung des KEHBudgets von Fr. 72 561.05 sowie der Vortrag aus der Jahresrechnung 2019 von Fr. 24 654.30. Mit Fr. 203 300.00 unterstützten wir 37 Projekte im Ausland (Fr. 283 900.00 und 53 Projekte) und mit Fr. 113 000.00 genau 27 Projekte

im Inland (Fr. 133 200.00 und 27 Projekte), sowie inländische Institutionen mit kleineren Beiträgen. Der per Ende 2020 noch verfügbare Betrag von Fr. 31 793.25 wird auf die KEH-Jahresrechnung 2021 übertragen. Wie aus den Zahlen ersichtlich ist, konnten wir vor allem weniger Projekte im Ausland unterstützen. Mit schwerem Herzen musste ich Ende Jahr mehreren Projektantragstellern eine Absage machen. Bei den Auslandprojekten geht der grösste Betrag an Bildungsprojekte, gefolgt von Projekten im Gesundheitsbereich. Aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 wurden wir um Unterstützung angefragt: zum Beispiel Lebensmittel und Hygieneartikel für Notleidende in Bolivien oder Hilfe für Haushalthilfen im Nagaland (Indien), die ihren Job verloren haben. Bei den Inlandprojekten stand die Unterstützung der Integrationsprojekte an erster Stelle. Gerade die beiden folgenden Betriebe waren 2020 sehr gefordert, da sie im Gastronomiebereich tätig sind und während längerer Zeit schliessen mussten: das Arbeitsintegrationsprojekt von «stadtmuur», das Jugendliche auf eine Berufslehre oder den Arbeitsmarkt vorbereitet; der Trägerverein des Bistros Dimensione, der in seinem Betrieb die Integration von psychisch beeinträchtigten Menschen fördert. Im Namen der KEH-Kommission danke ich allen ganz herzlich, die sich durch Freiwilligenarbeit und Spenden auch in dieser schwierigen Zeit solidarisch zeigen.

Hedi Blum

Auslandprojekte nach Kategorien

Auslandprojekte nach Regionen

in CHF

in CHF

1

1

2

2 3

3

4

4

5

5

6

6 7

56 000 Bildung 53 500 Gesundheit 3 000 Flüchtlinge 28 300 Ökologie 24 400 Recht 38 100 Verschiedenes

Total: CHF 203 300

Eine detaillierte Spendenauflistung finden Sie auf www.kath-winterthur.ch / Behörden / Ressort Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH)

44 700 Afrika 48 300 Südamerika 8 000 Zentralamerika 28 000 Karibik 60 300 Asien 3 100 Europa 10 900 Weltweit

Total: CHF 203 300


45

Abrechnung über die Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) 2020 in CHF

Vorjahr

2020

Einnahmen Kirchenopfer

St. Peter und Paul

96 017.90

57 317.15

Herz Jesu

17 805.55

10 508.15

St. Josef, Töss

11 774.25

7 828.30

9 598.20

6 189.75

St. Marien, Oberwinterthur St. Laurentius, Wülflingen

19 796.80

11 211.90

St. Ulrich, Rosenberg

31 349.35

19 391.15

St. Urban, Seen Total Einnahmen aus Kirchenopfern

22 406.40

12 992.55

208 748.45

125 438.95

Ausland Vortrag aus Rechnung 2019

18 633.00

Opferertrag 2020

108 571.20

Beschluss Kirchenpflege vom 24.08.2020**

36 280.55

Beitrag Kirchgemeinde*

62 719.45

verfügbar

226 204.20

Inland Vortrag aus Rechnung 2019

6 021.30

Opferertrag 2020

16 867.75

Beschluss Kirchenpflege vom 24.08.2020**

36 280.55

Beitrag Kirchgemeinde*

62 719.45

verfügbar Total 2020 verfügbar

121 889.05 348 093.25

Zahlungen im Jahr 2020 Total Ausland

203 300.00

Total Inland

113 000.00

Total Ausgaben

316 300.00

somit per Ende 2020 noch verfügbar Anteil Ausland

22 904.20 8 889.05

Anteil Inland Total

31 793.25

* Die Kirchgemeindeversammlung vom 7. Januar 1971 beschloss als Beitrag der Kirchgemeinde die Opferverdoppelung bis max. 1% der einfachen Staatssteuer. * * Beitrag Kirchgemeinde insgesamt Fr. 99 000.00 wie budgetiert.


46

Die Katholische Kirche in Winterthur auf einen Blick

Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur

Urnenabstimmung

8 Pfarrer / Pfarreibeauftragte Voraussetzung: braucht Beauftragung durch den Bischof

7 Territorialpfarreien, 1 Personalpfarrei* St. Peter u. Paul St. Laurentius Herz Jesu St. Ulrich St. Josef St. Urban St. Marien *San Francesco MCLI

Kirchgemeindeversammlung

Kirchenpflege 17 Mitglieder Beratend: 8 Pfarrer/Pfarreibeauftragte, Leiter Finanzen/Administration, Kommunikationsverantwortliche

Rechnungsprüfungskommission 5 Mitglieder

Verwaltung

Geldverkehrsprüfungskommission

(inkl. Kommunikation)

3 Mitglieder

Ressorts/Kommissionen Bau und Liegenschaften

Finanzen

Jugend

Kirchliche Entwicklungshilfe

Personal

Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit Seelsorge


47

Namen und Kontakte Kirchenpflege – Stand 31. Dezember 2020 Präsident Mitglied Büro Dr. Hans Hollenstein

Vizepräsident Mitglied Büro Peter Schnider, lic. iur. / RA

Ressortverantwortliche Jugendkommission Mitglied Kirchliche Entwicklungshilfe Mitglied Soziale Arbeit und Freiwilligenarbeit Pfarreipflegerin St. Urban Daniela Amolini

Ressortverantwortlicher Finanzkommission Mitglied Büro Claudio Aquilina

Stv. Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit Ressort­­verantwortliche Subkommission Freiwil­­ligenarbeit Mitglied Jugendkommission Pfarreipflegerin St. Josef Heike Bausch

Ressortverantwortliche Kirchliche Entwicklungshilfe Hedi Blum

Mitglied Louis Borgogno

Stv. Jugendkommission Stv. Bau- und Liegenschaftskommission Pfarreipflegerin St. Marien Lucia Franzen (bis 31.07.2020)

Ressortverantwortlicher Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit Daniel Frei

Mitglied Finanzkommission Mitglied Bau- und Liegenschaftskommission Matthias Gamper

Stv. Finanzkommission Stv. Bau- und Liegenschaftskommission Mitglied Jugendkommission Bernadette Guillaume

Ressortverantwortliche Personalkommission Mitglied Büro Pfarreipflegerin Parrocchia MCLI Loredana Lima

Mitglied Personalkommission Pfarreipflegerin St. Ulrich Sabrina Quan

Stv. Kirchliche Entwicklungshilfe Pfarreipflegerin St. Peter und Paul Katharina Schirrmeister

Pfarreipflegerin St. Laurentius Crista Schlegel

Stv. Personalkommission Pfarreipflegerin Herz Jesu Agnes Strupler

Ressortverantwortlicher Bau- und Liegenschaftskommission Mitglied Büro Cornel Widmer (bis 30.11.2020)

Die Mitglieder der Kirchenpflege sind zu erreichen über das Sekretariat der Kirchenpflege:

Neu ab 01.12.2020: Thomas Winter, Pfarreipfleger St. Marien

Daniela Todesco Tel. 052 224 03 86 daniela.todesco@kath-winterthur.ch


48

Rechnungsprüfungskommission Präsident Werner Gabriel

Vizepräsidentin Rosemarie Schürmann

Geldverkehrsprüfung Angelika Kalbermatten

Mitglied Paul Reichmuth

Aktuar und Geldverkehrsprüfung Gino Rothenbach

Pfarreiübergreifende Angebote Regionale Jugendseelsorge Oliver Sittel Oberfeldweg 15 8408 Winterthur Tel. 052 202 53 92 oliver.sittel@ kath-winterthur.ch juseso@kath-winterthur.ch

Anhaltspunkt Neuhegi Pfarrei St. Marien Dr. Barbara Winter-Werner Ida-Sträuli-Strasse 91 8404 Winterthur Tel. 052 544 17 70 barbara.winter@kath-winterthur.ch

Koordinationsstelle Pfarreiliche Soziale Arbeit und Freiwilligenarbeit Seuzacherstrasse 1 8400 Winterthur Susanne Horak Tel. 052 269 03 87 susanne.horak@kath-winter­t hur.ch

Spitalseelsorge (ist der Röm.-kath. Körperschaft Kanton Zürich unterstellt) Kantonsspital Winterthur Katholisches Pfarramt Postfach 834 8401 Winterthur Leiter kath. Spitalseelsorge Diakon Michael Eismann Tel. 052 266 21 32 michael.eismann@ksw.ch

Klinik Schlosstal, ipw Katholisches Pfarramt Wieshofstrasse 102 8408 Winterthur Klinikseelsorger Diakon Martin Paulus Tel. 052 224 36 01 martin.paulus@ipw.zh.ch


49

Pfarreiliche Stellen für Soziale Arbeit Pfarrei St. Peter und Paul Tellstrasse 11a 8400 Winterthur Doris Oberli doris.oberli@kath-winterthur.ch Margrit Fässler margrit.faessler@kath-winterthur.ch Tel. 052 213 16 32 sozialdienst.peterundpaul@ kath-winterthur.ch

Pfarrei Herz Jesu Unterer Deutweg 89 8400 Winterthur Beatrice Rimml Tel. 052 235 03 77 beatrice.rimml@kath-winterthur.ch sozialdienst.herzjesu@ kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Josef Nägelseestrasse 46 8406 Winterthur Norbert Pfister Tel. 052 209 03 77 norbert.pfister@kath-winterthur.ch sozialdienst.stjosef@kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Marien Römerstrasse 105 8404 Winterthur Susanne Meier Tel. 052 245 03 77 susanne.meier@kath-winterthur.ch sozialdienst.stmarien@ kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Laurentius Wülflingerstrasse 181 8408 Winterthur Margarete Zani Tel. 052 224 03 77 margarete.zani@kath-winterthur.ch sozialdienst.stlaurentius@ kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Ulrich Seuzacherstrasse 1 8400 Winterthur Margrit Fässler Tel. 052 269 03 83 margrit.faessler@kath-winterthur.ch sozialdienst.stulrich@ kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Urban Seenerstrasse 193 8405 Winterthur Beatrice Helbling Tel. 052 235 03 87 beatrice.helbling@kath-winterthur.ch sozialdienst.sturban@ kath-winterthur.ch

Parrocchia MCLI San Francesco St. Gallerstrasse 18 8400 Winterthur Gabriella Prudenza Tel. 052 266 01 26 gabriella.prudenza@kath-winterthur.ch sozialdienst.sanfrancesco@ kath-winterthur.ch

Synodalen (Synode der Röm.-kath. Körperschaft Kanton Zürich) Claudio Aquilina

Louis Borgogno

Peter Schnider

Claudia Bamert

Pfr. Klaus Meyer

Verwaltung Römisch-katholische Kirchgemeinde Laboratoriumstrasse 5, 8400 Winterthur, Tel. 052 224 03 80, info@kath-winterthur.ch, www.kath-winterthur.ch Leiter Administration: Thomas Suter

Verantwortliche Personal­administration: Manuela Zuber

Verantwortliche Kommunikation: Stephanie Scharnitzki

Alle Angaben zu Behördenmitgliedern und Mitarbeitenden: Stand 31. Dezember 2020. Weitere Informationen zu den Pfarreiratspräsidien, zu fremd­sprachigen Missionen und Gruppierungen in Winterthur u. v. m.: www.kath-winterthur.ch


50

Pfarreien mit Gemeindeleitungen/Pfarreibeauftragten

St. Ulrich, Winterthur-Rosenberg Marcus Scholten, Pfarreibeauftragter Seuzacherstrasse 1, 8400 Winterthur Pfarramt 052 269 03 80 stulrich@kath-winterthur.ch

Baujahr 1971

St. Ulrich

Wülflingen

957 Katholiken

Altstadt

St. Peter und Paul 4 053 Katholiken

St. Laurentius 4 004 Katholiken Baujahr 1959

Bahnhof Winterthur

Töss St. Laurentius, Winterthur-Wülflingen Zeljko Calusic, Pfarreibeauftragter und Diakon Wülflingerstrasse 181, 8408 Winterthur Pfarramt 052 224 03 70 stlaurentius@kath-winterthur.ch

Herz Jesu St. Josef

2 337 Katholiken

2 606 Katholiken

Mattenbach

Baujahr 1913 St. Josef, Winterthur-Töss Jacek Jeruzalski, Pfarrer Nägelseestrasse 46, 8406 Winterthur Pfarramt 052 209 03 70 stjosef@kath-winterthur.ch


51

St. Peter und Paul, Winterthur Dr. Hugo Gehring, Pfarrer/Dekan Tellstrasse 7, 8400 Winterthur Pfarramt 052 269 03 70 peterundpaul@kath-winterthur.ch

St. Marien, Oberwinterthur Michael Weisshar, Pfarreibeauftragter Römerstrasse 105, 8404 Winterthur Pfarramt 052 245 03 70 stmarien@kath-winterthur.ch

St. Marien Baujahr 1868

5 048 Katholiken

Baujahr 1936

St. Urban, Winterthur-Seen Peter Koller, Pfarreibeauftragter Seenerstrasse 193, 8405 Winterthur Pfarramt 052 235 03 80 sturban@kath-winterthur.ch

Oberwinterthur

St. Urban 5 334 Katholiken Baujahr 1934

Seen Baujahr 1974

Baujahr 1906 MCLI – Missione Cattolica di Lingua Italiana Don Carlo de Stasio, Pfarrer St. Gallerstrasse 18, 8400 Winterthur Pfarramt 052 212 41 91 cpsf@kath-winterthur.ch Herz Jesu, Winterthur Klaus Meyer, Pfarrer Unterer Deutweg 89, 8400 Winterthur Pfarramt 052 235 03 70 herzjesu@kath-winterthur.ch

Die Pfarrei MCLI San Francesco umfasst Katholikinnen und Katholiken, die in den Bezirken Winterthur und Andelfingen wohnen.


Profile for Römisch-Katholische Kirchgemeinde

Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur Jahresbericht 2020  

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded