draußen
Felsenpanther auf dem Stüdlgrat Sechs Oldies treiben´s auf die Spitze Text: Fritz Hintermayer Fotos: Benno Krenslehner
„Fritz, du wirst heuer 80, und da muss eine o rdentliche Bergtour her“, sprach Slawomir und wir einigten uns auf den Großglockner über den Stüdlgrat. Ein Aufruf an die Felsenpanther ergab folgendes Team: Walter, Benno, Fritz (Grimme), Zoltan, Christa und ich. Bei der Trainingstour auf den Ankogel bildete sich ein sehr positiver Teamgeist heraus, den wir weitertragen wollten.
Die Felsenpanther auf dem Gipfel des Großglockners: müde, aber glücklich und ganz allein
Einem runden Geburtstag vorausgehende Überlegungen führen zu einem außergewöhnlichen Unternehmen: Sechs Bergfexe im Durch-
Am 20. August begann die Bergtour mit dem 800-Meter-Aufstieg zur Stüdlhütte auf 2800 Meter. Wir stiegen noch ein Stück in Richtung Stüdlgrat auf, um den Einstieg zu erkunden. 21. August, 6.30 Uhr, es geht los! Vor uns liegen 1000 Höhenmeter bis zum Gipfel. Beim Grateinstieg gibt es schon die erste Kompli kation: Zoltan, Walter und Grimme nehmen den direkten Weg, Grad 3. Ich will auf der sicheren Seite bleiben und führe Christa und Benno den einfacheren Anstieg. Dabei bricht mir gleich ein Tritt aus, später noch ein Griff. Das bewirkt ein extrem vorsichtiges und langsames Höher kommen. Als wir schließlich den eigentlichen Grat erreichen, sind die anderen über alle Berge. Beim Frühstücksplatz auf 3550 Meter können wir telefonieren und verabreden, dass die erste Seilschaft weiter oben (ziemlich lang) auf uns wartet. Bis dorthin übernimmt Benno die Führung, weil ich mit der Höhe zu kämpfen habe. Dann bilden wir die ursprünglich geplanten Seilschaften: Zoltan, Christa, ich und Walter, Grimme, Benno dahinter.
schnittsalter von 78 Jahren suchen und meistern eine ernste Herausforderung.
22 oben°
Es ist schon ziemlich spät, und so können wir die oft wunderschönen Formationen und Ausblicke nicht so richtig genießen. Der letzte Teil des Grates bietet noch einige technische
„Schmankerln“, die es früher einfach nicht gab. Gegen 19 Uhr erreichen wir endlich den Gipfel! Der grandiose Ausblick, die absolute Ruhe, das wäre wohl einladend gewesen zu einer längeren Gipfelrast. Aber die Sonne steht bedenklich tief und daher nichts wie Abstieg! Die Scharte, früher ein berüchtigter, s chmaler Firngrat, ist nur mehr ein Stück Erde. Zum Kleinglockner hinauf und dann hinunter zum Leitl geht es zügig von Stange zu Stange. Sehe ich richtig? Da steigt jemand auf! Ein Bergführer leitet eine „Mondscheinpartie“ auf den Glockner. Wir klettern in die Nacht hinein, zum „Leitl“. Wo früher der Schnee begann, gähnt jetzt eine finstere Höhle. Über felsige Schründe geht es tiefer. Da tauchen von unten Lichter auf, und schon sind einige freundliche, junge Bergführer da, die uns Labung und Hilfe a nbieten. Der „Mondschein-Bergführer“ hat sie angerufen und heraufgebeten. So kommen wir alle sicher über Felspassagen hinunter, die wir allein nur schwer gefunden hätten. Endlich erreichen wir den Schnee und sind gegen Mitternacht auf der Adlersruhe. Der Hüttenwirt empfängt uns hilfsbereit und verständnisvoll. Kurze Labung, Spendensammlung für die Bergführer und ab ins Lager. 22. August. Abstieg zur Stüdlhütte. Was f rüher ein harmloser Spaziergang war, besteht jetzt aus einem neu eingerichteten Klettersteig hinunter zum Gletscher. Der beginnt mit einer riesigen Spalte, darüber eine wackelige Holzbrücke. Schließlich erreichen wir heil die Stüdlhütte und beenden die Tour beschaulich und in bester Stimmung.