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Ausgabe 2.2021

Sanft operieren

Glück

Was uns glücklich macht

Robotergestützte Prostata-Therapie Seite 12

Schmerzen lindern

Schmerztherapie in Düren Seite 14

Schlafen im Sommer Ein- und durchschlafen trotz Hitze Seite 28


Geborgen sein - miteinander Wege gehen Wohnen in Harmonie für blinde Menschen und Senioren •

Individuelle Pflege und Betreuung durch qualifiziertes Personal rund um die Uhr

Unterstützung und Beratung in persönlichen Angelegenheiten •

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Das Anna-Schoeller-Haus liegt auf einem parkähnlich gestalteten Grundstück mit zahlreichen Sitzgelegenheiten und Ruhezonen. Es handelt sich um ein dreigeschossiges Gebäude mit drei Flügeln und gliedert sich in drei übereinanderliegende Wohnbereiche. Jeder Wohnbereich verfügt über Platz für 24 Bewohner, aufgeteilt auf 20 Einzelzimmer und zwei Doppelzimmer.. Wir befinden uns nahe dem Stadtzentrum mit einer Bushaltestelle unmittelbar vor dem Haus. Es ist nur wenige Gehminuten vom Dürener Krankenhaus entfernt. Ärzte,Apotheken, Geschäfte, Banken und die Post befinden sich in naher Umgebung und sind gut zu erreichen.

Ihr Ansprechpartner: Hausleitung Jörn Decker Roonstr. 8 52351 Düren Telefon 02421/398-2006 jdecker@rbv-dueren.de www.rbv-dueren.de


Liebe Leserinnen und Leser, gibt es ein Patentrezept fürs Glücklichsein? Das haben wir die Autorin Sabine Eichhorst gefragt. In ihrem Buch „German Glück“ findet sich zwar kein „Man nehme ...“, dafür aber viele persönliche Glücksgeheimnisse, die der Autorin bei ihrer „Reise durch ein unerwartet glückliches Land“ mit auf den Weg gegeben wurden. In unserer Titelgeschichte lüften wir einige dieser Geheimnisse und lassen Sie wissen, was die Forschung dazu sagt. Dass im Glückskosmos die Gesundheit einer der Fixsterne ist, steht außer Frage. Daher sind wir glücklich darüber, Ihnen auch in der neuen Ausgabe der InForm wieder viele Hinweise dazu geben zu können, wie Sie gesund bleiben oder wieder gesund werden. Zum Beispiel für alle, die unter Long Covid leiden, dem langen Schatten einer CoronaInfektion. Sie erfahren, wie Ihnen ein maßgeschneidertes Sportprogramm auf dem Weg zur alten Leistungsstärke helfen kann. Wenn von langen Krankheitsgeschichten die Rede ist, dann können Schmerzpatienten mitreden. Doch auch wenn die Schmerzen längst chronisch sind, lässt sich mit neuen Therapie-Ansätzen viel erreichen. Das Krankenhaus Düren bietet nun eine stationäre Schmerztherapie an, an der zahlreiche Disziplinen beteiligt sind. Die InForm stellt das Angebot vor und hat wie immer viele weitere Neuigkeiten aus dem Krankenhaus, dem die FAZ gerade bescheinigt hat, zu den besten Kliniken Deutschlands zu gehören. Eine kleine Hilfe auf Ihrem Weg zum Glück können vielleicht unsere wertvollen Ideen und Tipps zum Lesen, Erleben, Genießen und Wohlfühlen sein. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre!

Ihre InForm-Redaktion

In dieser Ausgabe Titelthema 4 Glück: Wenn das Leben tanzt Neues aus der Medizin 8 Rehasport bei Long Covid 10 Drehschwindel und seine Ursachen 12 Robotergestützte Prostata-Operationen 14 Schmerztherapie im Krankenhaus Düren 17 Was ist ...? Cluster-Kopfschmerz 18 Nacken, Schultern, Kopf entspannen Bleiben Sie gesund 20 Richtig tragen – Nacken und Kopf schonen 22 Arztpraxen im MVZ Rur 24 Auszeichnung fürs Krankenhaus Düren 25 Online-Veranstaltungen mit großem Erfolg 26 Training für die Patientensicherheit Service 28 Trotz Hitze gut schlafen 30 Fermentierte Nahrungsmittel 32 Upcycling in Düren 34 Sonnenaufgangswanderungen 35 Gewinnspiel

Impressum Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt Krankenhaus Düren gem. GmbH Roonstraße 30, 52351 Düren, Tel. 02421/300, Fax 02421/301387, www.krankenhaus-dueren.de Redaktion Christoph Lammertz, Leiter Kommunikation, Krankenhaus Düren; C. Dechamps, Text&PR, www.claudia-dechamps.de; Simone Harland, simone-harland.de Mitarbeit: Stephan Johnen Konzept, Layout, Bildredaktion und Anzeigenvertrieb Drei K Kommunikation, www.drei-k.de

Titelfoto: © bnenin/Adobe Stock

Editorial


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Titelthema

InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021


Titelthema

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Glück: Wenn das Leben tanzt Glücksschwein, Hufisen, Kleeblatt, Würfel

Gibt es Patentrezepte fürs Glücklichsein?

Glück ist ein weiter Begriff. Für manche Menschen liegt das Glück bereits in einer Tasse Kaffee und einem guten Buch, für die Glücksforschung bedeutet es im weitesten

Sinne Lebenszufriedenheit oder ein subjektives Wohlbe-

finden, das jeder Mensch anders wahrnimmt und für das

Foto: © picsfive/Adobe Stock

es unterschiedliche Auslöser gibt. Sabine Eichhorst, Journalistin und Autorin des Buchs „German Glück: Reise durch ein unerwartet glückliches Land“, bedauert, dass die deutsche Sprache im Gegensatz zur französischen keinen Unterschied macht zwischen dem Zufallsglück (französisch: chance) und dem Glück, das aus dem Inneren, aus der Tiefe kommt (bonheur). „Schlagsahne auf dem Kuchen, ein Lottogewinn und die große Liebe – all das fällt im Deutschen unter den Begriff Glück“, sagt Sabine Eichhorst. „Deshalb ist es auch so schwierig festzumachen, was Glück wirklich ist.“ Die Glücksforschung geht davon aus, dass Glück unter anderem genetisch InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

bedingt ist, aber auch durch äußere Faktoren bestimmt wird, etwa einem stabilen sozialen Umfeld und tiefen Bindungen. Und natürlich müssen auch die Grundbedürfnisse – ein Dach über dem Kopf und genug Geld, um davon leben zu können – gedeckt sein. Hormone, Gene und das Glück Wenn wir uns wohl fühlen, schüttet unser Körper eine Reihe von Hormonen aus: bei Umarmungen etwa das „Kuschelhormon“ Oxytocin, das zur Entspannung beiträgt. Auch Dopamin, das Motivation und Antrieb steigert, gilt als Glückshormon, ebenso Serotonin, das Entspannung und gute Laune fördert.


Titelthema

Die Forschung fand heraus, dass manche Menschen scheinbar von Haus aus ein größeres Potenzial zum Glücklichsein haben. Dafür ist vermutlich unter anderem ein Gen mit dem Namen SLC6A4 verantwortlich. Dieses Gen gibt es in zwei Varianten: einer längeren und einer kürzeren. Wem die „Langfassung“ vererbt wurde, hat bessere Chancen aufs Glück, weil durch SLC6A4 Serotonin an die Zellen weitergegeben wird – bei der langen Version mehr als bei der kurzen. Die Annahme, dass die Fähigkeit zum Glücklichsein zumindest zum Teil erblich ist, wird auch durch die Zwillingsforschung gestützt: Eineiige Zwillinge sind in der Regel ähnlich glücklich – unabhängig von ihrer Lebenssituation. Jeder ist seines Glückes Schmied? Ohne Genanalyse lässt sich natürlich nicht herausfinden, ob jemand ein größeres Potenzial fürs Glücklichsein hat als andere. Das ist jedoch auch nicht bedeutend. Denn wenn alle Grundbedürfnisse gedeckt sind (Essen, Trinken, Wohnung, Gesundheit,

eine ausreichende Schulbildung und ein ausreichendes Einkommen) können wir selbst einiges dafür tun, um glücklich zu sein. Dieser Ansicht ist jedenfalls die Glücksforschung. Das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ hat somit in einem gewissen Maß durchaus Wahrheitswert. Zu einem glücklichen Leben, zur Lebenszufriedenheit oder zum subjektiven Wohlbefinden tragen nämlich eine ganze Reihe weiterer Faktoren bei. Das zeigen jedenfalls zahlreiche Langzeitstudien, unter anderem von der renommierten Harvard-Universität. Beziehungen zu anderen: Das A und O fürs Glück Zum Glücklichsein gehören der Wissenschaft zufolge vor allem stabile, befriedigende soziale Beziehungen. Es ist dabei unerheblich, ob es sich um eine Partnerschaft handelt oder Beziehungen zu Familienangehörigen und Freunden. Menschen, die das Gefühl haben, sich bei und mit anderen aufgehoben zu fühlen, die die Fähigkeit haben, Bindungen zu anderen einzugehen, und eine Verbunden-

Gezielte Entspannung, zum Beispiel durch Yoga oder Meditation, baut Stresshormone ab und trägt damit zu einem zufriedeneren Leben bei.

heit zu anderen spüren, sind – so die Forschung – glücklicher. Das zeigt sich im Umkehrschluss leider auch daran, dass durch die Corona-Pandemie und den damit verbundenen gesellschaftlichen Einschränkungen der Bedarf an psychotherapeutischen Erstberatungen in Deutschland um 40 Prozent gestiegen ist. Mehr Menschen brauchen Hilfe – auch, weil sie sich allein fühlen. Das Fazit: Menschen brauchen andere Menschen, um glücklich zu sein. Erfüllung in den eigenen Aufgaben finden Erfüllende Tätigkeiten tragen ebenfalls zum persönlichen Glück bei. Jemand, der sich im Job an der richtigen Stelle fühlt und am besten noch einen Sinn in der eigenen Arbeit sieht, ist in der Regel zufriedener. Auch das Gefühl, etwas bewirken zu können, ist wichtig für das subjektive Wohlbefinden. Das gilt nicht nur für den Broterwerb, sondern auch für ehrenamtliche Tätigkeiten. Schicksalsschläge und das Glück Freud und Leid liegen nahe beieinander – auch dieses Zitat können vermutlich viele glückliche Menschen unterschreiben. Die Studie der Universität Harvard etwa zeigte, dass Menschen glücklicher waren, die aus Schicksalsschlägen lernten, ihre Gefühle über das, was ihnen widerfuhr, nicht verleugneten und ihre Emotionen zudem positiv kanalisierten. Zum Beispiel durch Sport, Meditation oder gezielte (therapeutische) Verarbeitung. Diese Erfahrung hat auch Sabine Eichhorst gemacht, die für ihr Buch mit Menschen in ganz Deutschland sprach, die sich als glücklich bezeichneten. Viele der Interviewten hatten es geschafft, selbst widrigen Umständen etwas Gutes abzugewinnen, sie meisterten schwierige Situationen so, dass sie dabei nicht in die Knie gingen. Eine Gesprächspartnerin erwähnte zudem, dass Glück auch eine Entscheidung

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Foto: © Irina L/pixabay.com

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Titelthema

Foto Kleeblatt: © Gaby Stein/pixabay.com, Porträt Sabine Eichhorst: © Paul Schirmweg/ Whitehall

sei: sich zum Beispiel für einen Menschen zu entscheiden und nicht zu warten, ob es hinter der nächsten Ecke nicht doch etwas Besseres gebe. Was kann ich für mein Glück tun? Eine „Regel“ fürs Glücklichsein lautet: Bleiben Sie aktiv! Beim Sport

Sabine Eichhorst, Autorin des Buchs "German Glück: Reise durch ein unerwartet glückliches Land", Ludwig Verlag (ISBN-13: 978-3453280892)

etwa schüttet der Körper ab einem bestimmten Zeitpunkt Glückshormone aus, ohnehin fühlt man sich besser, wenn man sich bewegt. Auch gezielte Entspannung, sei es durch Meditation, Yoga oder anderes, baut Stress und damit negative Gefühle ab. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, wenig Alkohol und dem Verzicht aufs Rauchen ist ein weiterer Punkt auf der Liste fürs Glück. Wichtig ist zudem, immer mal wieder zu lachen. Selbst ein zunächst erzwungenes Lächeln, so die Wissenschaft, hat einen positiven Einfluss auf die Laune. Oder vielleicht machen Sie es wie Sabine Eichhorst und befragen

Ihre Freunde und Bekannte zu deren persönlichen Glücksgeheimnissen? Die Bestsellerautorin sagt, die Gespräche zu ihrem Buch hätten sie glücklicher gemacht. Sie hätten ihren Blick erweitert und ihr bewusster gemacht, worin – wahrscheinlich – die Schlüssel zum Glück liegen.

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Neues aus der Medizin

Foto: © Anna Tarazevich/pexels.com

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Mit Rehasport zu alter Leistungsstärke Individuelle Angebote bei Covid-19-Langzeitfolgen Nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung berichten viele Betroffene über anhaltende Beschwerden: Atemnot, Herz-Kreislaufprobleme, chronische Müdigkeit, Leistungsschwäche, Gelenkschmerzen und neurologische Probleme gehören dazu. Nach schweren Verläufen mit einer langen Liegedauer sind oft auch orthopädische Probleme und Muskelabbau zu beobachten. Nicht zuletzt spielen zudem emotionale Belastungen eine Rolle. Diese Folgen der Corona-Erkrankung können zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit und der Lebensqualität führen. Experten raten daher zu passenden Sport- und Bewegungsprogrammen. Rehasportgruppen im Gesundheitszentrum des Krankenhauses Düren bieten eine gute Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit gezielt wiederaufzubauen.

ken und Bewältigungsstrategien für den Alltag. Bei neurologisch betroffenen Patienten stehen zudem auch ein sensomotorisches und kognitives Training sowie eine Schulung der Hirnleistungsfähigkeit mit auf dem Programm“, berichtet Christiane Kraft, Leiterin des Gesundheitszentrums im Krankenhaus Düren. „Wir bieten verschiedene Rehasportgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an, sodass wir Sie mit Ihren anhaltenden Beschwerden und Beeinträchtigungen individuell betreuen und Ihre Leistungsfähigkeit gezielt wiederaufbauen können“, erklärt die Sportwissenschaftlerin.

„Kursinhalte der Rehasportgruppen sind Bewegungstherapie, spezifisches Atemtraining, Entspannungstechni-

In einem ausführlichen Vorgespräch werde das individuelle Programm genau erarbeitet.

Montags und mittwochs steht Christiane Kraft zwischen 9 Uhr und 10 Uhr unter der Telefonnummer 02421301122 für Fragen zur Verfügung. Seit den Corona-Lockerungen finden die Kurse im Krankenhaus Düren wieder vor Ort statt. Aber auch OnlineLivestream-Trainings sind möglich.

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Neues aus der Medizin

Fragen zum Thema „Long Covid“ Lungenfachärztin Diana Friedrich arbeitet in der Praxis für Pneumologie im MVZ Rur (siehe auch S. 23). Wir haben mit ihr über Long Covid gesprochen. Frau Friedrich, in Ihrer Praxis sehen Sie aktuell häufiger Patienten, die nach einer überstandenen Corona-Erkrankung weiterhin über Beschwerden klagen. Welche „Long Covid“-Folgen haben die Patienten? Friedrich: Die Beschwerden sind vielfältig. Oft sind es eine weiter fortbestehende Luftnot oder Husten. Erschöpfungszustände sind auch häufig. Hinzu kommen bei manchen Patienten Herzbeschwerden oder Muskelschmerzen.

Wie kann diesen Patienten geholfen werden? Friedrich: Wegen ihrer Quarantäne waren viele Patienten während ihrer Covid-Erkrankung gar nicht beim Arzt, wenn ihre Symptome nicht so schwerwiegend waren, dass sie ins Krankenhaus mussten. Wenn einzelne Symptome dann anhalten, suchen viele den Kontakt zu einem Lungenfacharzt, um sich ärztlich helfen zu lassen. Das ist auch gut und richtig. Allerdings muss man sagen, dass wir noch am Anfang stehen, was die komplexe Behandlung von „Long Covid“ angeht. Es laufen intensive Studien, auf deren Basis eine Leitlinie erarbeitet wird.

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Ich gehe davon aus, dass es dann auch bald eine schwerpunktorientierte Post-Covid-Reha geben wird. Beim Lungenfacharzt haben wir unabhängig davon alle diagnostischen Möglichkeiten, um den lungenbezogenen Symptomen auf den Grund zu gehen und geeignete Therapien anzubieten.

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Neues aus der Medizin

Alles dreht sich! Drehschwindel und seine Ursachen

Plötzlich dreht sich die Welt, der Gang wird unsicher und das Gleichgewicht ist ge-

stört, man hat das Gefühl, im Stehen oder Sitzen Karussell zu fahren, oder es wird ei-

nem schwarz vor Augen: Schwindelgefühle kennen wohl die meisten Menschen. Oft tritt Schwindel bei Lageveränderungen auf, zum Beispiel beim schnellen Aufstehen oder bei raschen Bewegungen des Kopfs, geht dann jedoch rasch wieder vorbei. Treten Drehschwindelattacken, die unter Umständen auch mit einer Fallneigung einhergehen, häufiger auf oder dauern über einen längeren Zeitraum an, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen, um die Ursache zu ermitteln. Was liegt dem Drehschwindel zugrunde? Drehschwindel kann zahlreiche Ursachen haben. Weitere Beschwerden, die zeitgleich auftreten, können oft bereits

Rückschlüsse auf eine zugrunde liegende Erkrankung geben. So gehen mit der sogenannten Menière-Krankheit, die sich in der Regel mit starken Drehschwindelattacken äußert, die über mehrere Minuten, seltener über Stunden anhalten, häufig Schwerhörigkeit oder Ohrgeräusche, der sogenannte Tinnitus, einher. Auch Übelkeit und ein erhöhtes Fallrisiko sind bei dieser Erkrankung zu beobachten. Die Menge der Flüssigkeit im Innenohr nimmt zu, wodurch es zu Störun-

Foto: © kalhh/pixabay.com

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Neues aus der Medizin

gen des Gleichgewichtsorgans kommt, die zu den Schwindelattacken führen. Mediziner vermuten, dass entzündliche Prozesse die Ursache für die Menière-Krankheit sind.

Aus Liebe zum Leben

Abzugrenzen von der Menière-Krankheit ist die sogenannte vestibuläre Migräne. Diese Form des Migräne-Kopfschmerzes beginnt mit einem plötzlich auftretenden Drehschwindel, der häufig mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Im Anschluss kommt es oft zu heftigen Kopfschmerzen sowie in den meisten Fällen zu Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Treten jedoch keine Kopfschmerzen auf, kann diese Form der Migräne mit der Menière-Krankheit verwechselt werden. Hält der Drehschwindel dauerhaft an, kann eine Entzündung der Gleichgewichtsnerven vorliegen, zum Beispiel verursacht durch Herpes-Viren. Als Folge kann das Gleichgewichtsorgan in einem oder beiden Ohren ausfallen. Diese Erkrankung wird als anhaltender Drehschwindel oder Neuritis vestibularis bezeichnet. Sowohl bei der Menière-Krankheit als auch bei der vestibulären Migräne und beim anhaltenden Drehschwindel treten in der Regel zudem ruckartige Augenbewegungen, Nystagmus genannt, auf. Psychische Ursachen Psychische Probleme oder Erkrankungen wie Depressionen zählen ebenfalls zu den Auslösern von Drehschwindel, allerdings fehlen hier meistens Begleiterscheinungen wie Übelkeit. Auch ein Schlaganfall kann die Ursache für plötzlich auftretenden Drehschwindel sein, damit gehen jedoch häufig zusätzlich Lähmungserscheinungen oder Sehstörungen einher. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss sofort der Notarzt gerufen werden. Eine Entzündung des Innenohrs kann ebenfalls Drehschwindel hervorrufen, das Gleiche gilt für manche Medikamente oder Alkoholmissbrauch. Was tun? Die Behandlung von Drehschwindel ist abhängig von der Diagnose, die nicht selten interdisziplinär von verschiedenen Ärzten gemeinsam getroffen wird. Die Gabe von Medikamenten gegen den Schwindel, Antivertiginosa genannt, gehört fast immer zur Behandlung dazu. Auch ein Gleichgewichtstraining ist bei vielen Erkrankungen, die mit Drehschwindel einhergehen, angezeigt. Denn durch gezielte Gleichgewichtsübungen lässt sich unter anderem Stürzen vorbeugen. Ohnehin ist körperliche Aktivität bei Drehschwindel sinnvoll, da ein trainierter Mensch über eine bessere Koordination, Kraft und Ausdauer verfügt. Auf Alkohol sollten Menschen mit häufigem Drehschwindel zudem weitgehend verzichten. InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

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Neues aus der Medizin

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Christof Börgermann berichtet nach rund 70 Prostata-Operationen mit dem DaVinci-System von Ergebnissen, die „noch einmal um Klassen besser“ sind.

Foto: © Lammertz

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Roboterunterstützte Operationen Prostata-Patienten profitieren von DaVinci

Bei der Operation von Patienten mit Prostatakrebs blickt die Urologie im Krankenhaus

Düren auf eine Erfahrung von mehr als drei Jahrzehnten zurück. Mit Ergebnissen, die vor

allem auch in Hinblick auf den Erhalt der Kontinenz und der Potenz den Vergleich mit den renommierten Universitätskliniken nicht scheuen mussten, haben sich die Dürener Urologen einen sehr guten Ruf erworben.

Seit nun etwas mehr als einem Jahr nutzt der Chefarzt der Klinik, Priv. Doz. Dr. Christof Börgermann, bei der Prostataentfernung (radikale Prostatektomie) die Unterstützung

des robotischen Systems DaVinci. Und seine Bilanz nach rund 70 Operationen ist außerordentlich positiv. „Inkontinenz ist vielleicht die größte Sorge, die unsere Patienten InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021


Neues aus der Medizin

seit jeher vor dieser Operation haben. Wenn man aber auf das DaVinci-System zurückgreifen kann, werden selbst gute Ergebnisse noch einmal um Klassen besser“, berichtet der Chefarzt. Große Vorteile für die Patienten Durch die Entfernung des Prostatagewebes, das die Harnröhre umschließt und bis an den Schließmuskel heranreicht, könnten Strukturen, die für Kontinenz und Potenz wichtig sind, erheblichen Schaden nehmen, erklärt Dr. Börgermann. „Weil wir mit DaVinci viel feiner und genauer arbeiten können als bei der klassischen Methode, können wir der Angst der Patienten, bis zum Lebensende nass zu sein, aber hervorragend begegnen“, sagt der Chefarzt und weist auf die weiteren Vorteile hin, die bei allen Operationen mit dem DaVinci-System zum Tragen kommen: weniger Schmerzen, kleinere Wunden und damit auch kürzere Krankenhausaufenthalte. Das robotische System bietet den Ärzten an einer Konsole, mit der der Operateur den ganzen Eingriff steuert, hochauflösende 3D-Bilder des Operationsgebietes und ein dreifach vergrößertes Sichtfeld. Vier Roboterarme gelangen über kleine Einstiche in den Körper. An deren Ende befinden sich die Instrumente, die der Operateur mit einer 360-Grad-Bewegungsfreiheit von der Konsole aus führt. „Das ermöglicht uns die höchste chirurgische Präzision, die heute erreicht werden kann“, erklärt Dr. Börgermann, der aus seiner Begeisterung für das robotische System keinen Hehl macht. Unterstützung durch einen der führenden Experten im Bereich der DaVinci-Operationen Natürlich musste auch der erfahrene Dürener Operateur die neue Methode zunächst erlernen und trainieren. Dass er sich dazu die Unterstützung eines weltweit führenden Experten auf diesem Gebiet sichern konnte, habe sich als Glücksfall erwiesen, sagt Dr. Börgermann. Prof. Markus Graefen, Gründer und Leiter der Hamburger Martini-Klinik, war regelmäßig zu Gast im Dürener Krankenhaus, um DaVinciOperationen zu begleiten und die Dürener Kollegen von seiner großen Erfahrung mit roboterunterstützten ProstataOPs profitieren zu lassen. Das war für die Urologen des Dürener Krankenhauses besonders wertvoll und natürlich im besonderen Maße für die Dürener Prostata-Patienten, die sich dank des DaVinciEinsatzes nicht nur weniger Sorgen um den Erhalt ihrer Kontinenz, sondern auch um ihre sexuelle Funktionstüchtigkeit machen müssen. „Auch ohne Prostata ist ein gut funktionierendes Sexualleben möglich“, sagt der Chefarzt und betont: „Auch in dieser Hinsicht sind die Ergebnisse mit DaVinci deutlich besser.“ InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

Weil es zu Hause am schönsten ist WIR PFLEGEN SIE MIT HERZ UND VERSTAND – UND IN IHREN EIGENEN VIER WÄNDEN Sozialwerk Dürener Christen | Annaplatz 3 | D-52349 Düren T 02421 282334 | M info@mobile-dueren.de | Web: www.mobile-dueren.de

Unser Haus arbeitet bereits seit zehn Jahren eng mit Krankenhäusern, Ärzten, Heimen und Therapeuten im Raum Düren zusammen. Allgemeine Fußpflege: • Hornhautbehandlung • Warzenbehandlung • Behandlung eingewachsener oder eingerollter Nägel Medizinische Fußpflege/Podologie: • Durchführung von Anamesen • Doppler-Untersuchung an den Füßen • Postoperative medizinische Fußpflege • Medizinische Fußpflege bei Diabetikern, Blutern und Patienten, die z. B. mit Marcumar behandelt werden • Unterstützung der Mykosetherapie • Nageltherapie (Spangen und andere Methoden) • Behandlung von Verletzungen und Entzündungen an den Nägeln • Orthosenbehandlungen Unsere Praxis verfügt über die vorgegebenen Hygieneverordnungen und über modernste podologische Geräte und Instrumente. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns! Roonstraße 30 am Krankenhaus, Schwesternwohnheim 2. Etage 52351 Düren Tel./Fax: 02421 / 306395 fachpraxis.puenzeler@t-online.de

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Foto: © Lammertz

Neues aus der Medizin

Das Team der Schmerztherapie mit (von links) Dr. Patrick Schweigert, Dr. Stefan Hegemann, Martina Muhren, ­­Margret Kirschnik-­Stockhammer, Prof. Dr. Stefan Schröder, Natalie Fuchs und Hermann-Josef Mentgen.

Wenn der Schmerz am Steuer sitzt Rund 13 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Dies hat zum Teil schwerwiegende Auswirkungen auf Alltag, Psyche und die Lebensqualität. „Wir

erleben oft, dass der Schmerz am Steuer des Autos sitzt und der Patient geknebelt im Kofferraum liegt“, erklärt Oberarzt Dr. Stefan Hegemann sehr anschaulich, wie Patienten ihr

Leiden erleben. Dr. Hegemann und sein Team der Schmerztherapie im Krankenhaus Dü-

ren wollen dabei unterstützen, dass die Patienten wieder am Steuer sitzen und die Kontrolle über ihr Leben zurückerlangen.

Die Schmerztherapie im Krankenhaus Düren basiert auf drei Säulen. Im Akutschmerzdienst sind besonders qualifizierte und erfahrene Pflegekräfte, die Pain Nurses, auf allen operativen Stationen des Krankenhauses im Einsatz. Zu den Aufgaben des Akutschmerzdienstes zählt beispielsweise die sehr engmaschige Begleitung von Pa-

tienten nach Operationen. Über die einzelnen Methoden der postoperativen Schmerztherapie werden Patienten vor der Operation bereits im Narkose-Vorgespräch aufgeklärt. Häufig kommen im Rahmen der OPs „Schmerzkatheter“ zum Einsatz, mit denen gezielt bestimmte Körperareale nach einer Operation betäubt werden können. Während InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

Foto: © peterschreiber.media/Adobe Stock

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Neues aus der Medizin

Michael Staeven, 53 Jahre, Patient der Schmerzambulanz Immer mehr Tabletten, immer stärkere Tabletten. So lassen sich die vergangenen Jahre mit ungezählten Besuchen bei ganz unterschiedlichen Ärzten zusammenfassen. Keine Lösung auf Dauer, dachte sich Michael Staeven. Los ging es vor elf Jahren mit einem neuen Hüftgelenk. Doch bei der Operation gab es Komplikationen. Statt der erhofften Linderung setzten Schmerzen ein. Gegen die Schmerzen wurden Tabletten verschrieben. Der Beginn einer Abwärtsspirale, der sich Michael Staeven aktiv entziehen wollte. Zusammen mit seinem Hausarzt suchte er nach einer Alternative – und wurde in der Schmerzambulanz des Krankenhauses Düren fündig. „Der erste Schritt war der schwierigste“, sagt Staeven. Er habe sich selbst eingestehen müssen, dass der dauerhafte Konsum von Schmerztabletten nichts an den Ursachen ändert – und nur kurzfristig Linderung bringt. „Zu Hochzeiten habe ich mich wie weggebeamt gefühlt“, berichtet er. Doch der Schmerz kam immer wieder zurück, stärker, in kürzeren Abständen. Heute stellt er sich seinem Schmerz, mit klarem Kopf. „Mein Unwohlsein lag nicht an den Schmerzen, es lag an den Tabletten“, sagt Michael Staeven. Seit mehreren Jahren begleitet ihn das Team der Schmerzambulanz auf diesem neuen Weg, der anfangs durchaus eine Art Entzug war. Monat für Monat wurde die Dosis der Schmerzmedikamente reduziert, andere, besser dosierbare und zielgenauer einsetzbare Wirkstoffe ausgewählt. Begleitend hat Michael Staeven gelernt, den Bewegungsapparat zu mobilisieren, Schonhaltungen zu vermeiden. „Ich bin heute wieder viel aktiver, führe ein neues Leben – trotz der Schmerzen. Ich habe gelernt, mit ihnen zu leben, damit umzugehen“, berichtet er. Regelmäßig besucht er die Sprechstunde in der Schmerzambulanz. „Ich möchte allen Schmerzpatienten Mut machen, Alternativen zu suchen“, erklärt der 53-Jährige. Auch wenn es vermeintlich der einfachste und verlockendste Weg ist: Er ist froh, dass der Griff zur Tablettenpackung immer seltener geschieht.

dieser Zeit werden die Patienten engmaschig mindestens zweimal täglich durch den Akutschmerzdienst besucht und betreut. Die Pain Nurses behalten die Schmerzkatheter und den Heilungsverlauf im Blick und stehen den Ärzten des Teams beratend zur Seite, wenn es um die FestleInForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

gung der individuellen Schmerztherapie geht. Auf allen Stationen wurden Schmerz-Mentoren ausgebildet, die bei der Begleitung der Patienten unterstützen, die Umsetzung von vereinbarten schmerztherapeutischen Standards in allen Kliniken etablieren und somit eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Team der Schmerztherapie und allen Stationen des Krankenhauses bilden. Schmerz ist dabei nicht gleich Schmerz. Jeder Mensch hat ein anderes Schmerzempfinden, Vorerkrankungen können sich ebenso auswirken, wie die Besonderheiten der zum Teil hochkomplexen Behandlungsmethoden. „Jeder operative Eingriff führt zu Schmerzen“, sagt Dr. Stefan Hegemann – doch die Konzepte der Schmerztherapie sind genauso vielfältig wie die Patienten und deren Bedürfnisse. Hinzukommt, dass neben einer biologischen Ursache, beispielsweise einem Unfall, einer Fraktur oder einer Verletzung, auch psychologische oder soziale Dimensionen für das Empfinden von Schmerz verantwortlich sein können. Die seelische Gesundheit und Unversehrtheit des Patienten spielen dabei eine nicht minder wichtige Rolle. „Nicht jeder Schmerz hat eine körperliche Ursache. Aber jeder Schmerz ist echt“, betont der Experte. Um herauszufinden, was dem Schmerzempfinden zugrunde liegt, nehmen sich die Mitglieder des Teams daher auch viel Zeit, um mit den Menschen zu sprechen, alle möglichen Ursachen auszuloten. Es gibt auch eine spirituelle Dimension, die Schmerzen auslösen oder verstärken kann: Wenn das eigene Weltbild in der Folge von Gewaltakten wie Folter, sexuellen Übergriffen oder Kriegsauswirkungen aus den Fugen gerät und Menschen einen massiven Kontrollverlust erleben. „Wir sehen gerade bei aus Krisenregionen geflüchteten Menschen oft, dass solche Erlebnisse zu Schmerzverarbeitungsstörungen führen“, weiß der Oberarzt aus seiner täglichen Arbeit. Die Patienten beklagen dann häufig einen „Ganzkörperschmerz“. Die Schmerzambulanz Um die allgemeine schmerztherapeutische Versorgung der Menschen weit über den Kreis Düren hinaus zu verbessern, wurde bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten eine weitere Säule der Schmerztherapie im Krankenhaus Düren ins Leben gerufen: die Schmerzambulanz. Das interdisziplinäre Team aus Ärzten, Pflegekräften und Psychologen ist Ansprechpartner sowohl bei akuten als auch bei chronischen Schmerzen. 300 Patienten konnten bisher pro Quartal behandelt werden, aufgrund einer zu Beginn dieses Jahres für Dr. Hegemanns Kollegin Margret Kirschnik-Stockhammer ausgesprochenen zusätzlichen Ermächtigung sogar mittlerweile 600 Patienten pro Quartal. Mit Ausnahme von Aachen ist die Schmerzambulanz des Krankenhauses Düren die größte in der Region, über-

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Neues aus der Medizin

Marlies Korf, 78 Jahre, Patientin der Schmerzstation Als Kind wurde Marlies Korf von einem Lkw angefahren. „Mir wurde damals schon gesagt, dass ich mit Spätfolgen zu rechnen habe“, sagt die heute 78-Jährige. Doch die gebrochene Hüfte verheilte, Beschwerden gab es viele Jahre gar keine. Bis sich die Ereignisse überschlugen - und irgendwann der Schmerz ihr Leben bestimmt hat. Eine Arthrose im Knie, mehrere Operationen, Beschwerden in der Schulter und viele Arztbesuche: „Schmerzen ohne Ende“, beschreibt Marlies Korf die schlechten Tage. Gute, also schmerzfreie Tage, gab es nur noch äußerst selten. Daran änderten auch Medikamente und eine Reha kaum etwas. Auf der Suche nach einem neuen Therapieansatz entschied sich Marlies Korf für einen Aufenthalt auf der Schmerzstation im Krankenhaus Düren. „Wegen der Pandemie habe ich mich zunächst nicht getraut, aber Anfang Mai habe ich die Therapie gestartet“, berichtet die Seniorin. Ein Entschluss, den sie nicht bereut, denn die engmaschige medizinische und therapeutische Begleitung und Unterstützung hat ihr im wahrsten Sinne des Wortes geholfen, einen Schritt weiterzukommen. Heute geht sie wieder mit ihrem Mann spazieren und traut sich, jede Woche ein Stück mehr Wegstrecke zurückzulegen. „Die Therapie war wie ein Startschuss für mich. Ich traue mir selbst wieder mehr zu“, sagt sie. Langweilig wurde es während des Aufenthaltes an keinem der 15 Tage: Auf dem Programm standen Gruppengespräche, Ergo- und Physiotherapie und eine medizinische Begleitung bei der Neueinstellung der medikamentösen Schmerztherapie. Dabei habe sie viel gelernt – von der richtigen Körperhaltung bis zu Techniken, um auch mit Schmerzen mehr Lebensqualität zu erfahren. „Der Schmerz bleibt ein Begleiter. Aber er ist weniger geworden, bestimmt nicht mehr mein Leben“, bedankt sich Marlies Korf beim Team der Schmerzstation des Krankenhauses Düren.

wiesen werden die Patienten von Haus- und Fachärzten gleichermaßen. Die Bandbreite der Gründe für Schmerz ist riesig: Ein Löwenanteil, etwa 60 bis 70 Prozent, entfällt auf Rückenschmerzen, gefolgt von Schmerzen aufgrund von Gelenkverschleiß und Kopfschmerzen. Aber auch Tumorpatienten werden behandelt oder Patienten, die von komplexen Nervenschmerzerkrankungen betroffen sind, beispielsweise von einer Trigeminusneuralgie oder der „Gürtelrose".

„Oft bringen Patienten Berge von Akten und Befunden mit, blicken auf eine lange Krankheitsgeschichte zurück“, berichtet Dr. Hegemann. Das Team nimmt sich schon bei der Anamnese viel Zeit, um viele Details zu Erkrankungen aber auch zur Lebenssituation zu erfragen. Denn bei rund einem Viertel der Patienten liegt kein rein körperliches schmerztherapeutisches Problem vor. Der ganzheitliche Ansatz der Therapie ist daher zentrales Element der Schmerztherapie. Ein Ansatz, der auch die Mitarbeit der Patienten erfordert. „Schmerzmittel sind keine Drops, die man beliebig lutschen kann“, sagt Dr. Hegemann. Wer die Schmerzambulanz nur in der Hoffnung aufsucht, automatisch stärkere Medikamente zu erhalten, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit an der falschen Stelle. Die stationäre Schmerztherapie Die Schmerzstation ist die dritte Säule der Schmerztherapie im Krankenhaus Düren und das neueste Angebot für Patienten. Die Station verfügt über acht Betten, in denen Patienten 15 Tage sehr intensiv und engmaschig behandelt werden können. In diesem Rahmen können beispielsweise die Einstellung der Medikamente verbessert beziehungsweise neu vorgenommen werden oder neue Therapieansätze verfolgt werden. Neben täglichen Visiten gibt es Gesprächsangebote, Gruppen- und Einzeltherapie, Ergound Physiotherapie sowie ganz individuelle Angebote zur Linderung des Schmerzes und der Erforschung der Ursachen. Die Behandlung erfolgt dabei interdisziplinär, alle Fachgebiete des Krankenhauses sind mit einbezogen. Mit Dr. Patrick Schweigert hat ein versierter Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie die Stationsarbeit hier übernommen. „Ein Glücksgriff für das gesamte Team“, weiß Dr. Hegemann zu berichten. „Bei chronischen Schmerzen ist es schon ein Erfolg, die Schmerzen um 30 bis 50 Prozent zu reduzieren“, sagt Dr. Hegemann. Das mag auf den ersten Blick enttäuschend klingen, bietet aber dennoch die Chance, die Lebensqualität deutlich zu erhöhen und die eigene Mobilität erheblich zu steigern. Um wieder die Kontrolle über das Steuer zu erlangen und den Schmerz auf die Rückbank des Autos oder noch besser in den Kofferraum zu verbannen, gibt es viele Lösungsansätze, bei denen das Team der Schmerztherapie im Krankenhaus Düren Patienten unterstützen kann. Genauso wichtig wie die Expertise der Ärzte, Pfleger und Therapeuten ist in allen Fällen aber die Bereitschaft der Patienten, sich auf neue Ansätze einzulassen und mitzuwirken. Dr. Stefan Hegemann: „Wir können die richtigen Behandler für Sie sein, wenn Sie sich darauf einlassen oder, bildlicher gesprochen: Wer schwimmen lernen will, muss bereit sein, ins Wasser zu gehen.“ Termine können telefonisch unter 02421/301398 abgestimmt werden. InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

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Was ist...

Cluster Kopfschmerz

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Cluster – das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Ballung, Bündel oder Häufung. Das sagt bereits viel über den Cluster-Kopfschmerz aus: Bei dieser Form

des Kopfschmerzes häufen sich die Beschwerden zu bestimmten Zeiten. An manchen Tagen tritt der Cluster-Kopfschmerz mehrfach für eine Dauer von 15 bis 180 Minuten auf. Über einen Zeitraum von einem bis zu drei Monaten erfolgen die Kopfschmerzattacken dann oft regelmäßig, häufig zur immer gleichen Tagesoder Nachtzeit. Daran schließt sich meistens eine beschwerdefreie Zeit an.

verengt sich, das Augenlid hängt herunter oder schwillt an. Wenigstens eines dieser Symptome muss zusammen mit den Kopfschmerzen auftreten, damit ein Cluster-Kopfschmerz diagnostiziert wird.

Charakteristisch für den ClusterKopfschmerz sind plötzlich eintretende Schmerzattacken auf einer Seite des Kopfs, die in der Regel rund ums Auge beginnen und sich auf Stirn und Schläfen ausbreiten. Die Schmerzen sind meistens so heftig, dass die Betroffenen nicht wissen, wie sie mit ihnen fertigwerden sollen. Hinlegen können sie sich nicht, sie sind unruhig und müssen sich bewegen. Zu den starken Schmerzen kommen weitere Symptome hinzu: Die Bindehaut des Auges ist gerötet, das Auge tränt, die Nase läuft oder schwillt zu, im Gesicht und auf der Stirn schwitzen die Betroffen oft stark, die Pupille des Auges auf der Kopfschmerzseite

Die genauen Ursachen für den Cluster-Kopfschmerz sind bislang nicht bekannt. Die Behandlung zielt darauf ab, die Schmerzattacken zu vermeiden bzw. abzumildern. Bei einer Kopfschmerzattacke hat sich etwa die Inhalation von Sauerstoff bewährt. Auch Triptane, eine Wirkstoffgruppe, die auch zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden, oder ein Nasenspray mit dem örtlichen Betäubungsmittel Lidocain lindern die Symptome. Bei häufig wiederkehrenden Attacken werden Medikamente verordnet, die den Schmerzen vorbeugen sollen, zum Beispiel der Wirkstoff Verapamil, der üblicherweise zur Behandlung von Bluthoch-

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druck oder Herzrhythmusstörungen zum Einsatz kommt, oder Kortiko­ steroide (Kortison). Sinnvoll ist bei Cluster-Kopfschmerz die Behandlung in einer auf Schmerztherapie spezialisierten Klinik oder Praxis – vor allem, wenn die verordneten Medikamente nur unzureichend wirken oder die Schmerzen häufig wiederkehren.

Merzenicher Straße 33 • 52351 Düren In unserer Praxis behandeln wir alle logopädischen Störungsbilder. Gerne besuchen wir Sie auch zu Hause! Wir sind zusätzlich qualifiziert für Tracheostoma-Patienten; LSVT (Parkinson) und die Legasthenietherapie. Rufen Sie einfach an unter: 0 24 21/491 88 11 Oder mailen Sie: logopaedie@hoheiser-thiel.de Wir freuen uns auf Sie!!

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Serie "Begriffe aus der Medizin"


Neues aus der Medizin

Fit am Schreibtisch Nacken, Schultern und Kopf entspannen

Viele Stunden am Computer, lange Autofahrten, Stress und wenig Bewegung – unsere

Lebensweise zieht oft Nacken- und in der Folge Kopfschmerzen nach sich. Verantwortlich dafür sind in vielen Fällen Fehlhaltungen und Fehlbelastungen. So führt beispielsweise langes Sitzen mit nach vorn gebeugtem Kopf häufig zu Nackenschmerzen.

Fühlen sich Kopf und Nacken am Schreibtisch verspannt an, helfen kurze Bewegungspausen, die die Arbeit nur kurz unterbrechen und die Leistungsfähigkeit wieder erhöhen. InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

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Neues aus der Medizin

Auch das Schlafen auf einem falschen Kopfkissen kann Probleme mit Kopf und Nacken hervorrufen. Seelischer Stress, der uns im wahrsten Sinne des Wortes niederdrückt und als Last auf den Schultern liegt, löst ebenfalls manchmal Verspannungen und damit Schmerzen im Nackenbereich aus. Doch gegen diese Schmerzen lässt sich etwas unternehmen. „Schon kleine Veränderungen zum Beispiel bei der Sitzhaltung können Erleichterung bringen. Physiotherapeutische Übungen tragen dazu bei, die Anspannung im Nackenbereich zu lösen“, sagt Marian Was, Leitender Physiotherapeut im Krankenhaus Düren. Das A und O gegen Schmerzen im Nackenbereich ist Bewegung. „Wer sich regelmäßig bewegt – ganz egal, ob er spazieren geht, Fahrrad fährt, Yoga oder Gymnastik macht –, sorgt dafür, dass sich die Muskulatur im Nacken entspannen kann“, erklärt Marian Was. Er rät zudem dazu, am Schreibtisch regelmäßig kurze Bewegungspausen einzulegen – am besten jede Stunde. Denn gerade das Sitzen mit zurückgelehntem Rücken und vorgestrecktem Kopf am Computer belastet den Nackenbereich einseitig. Menschen, die sich unbewusst kleiner machen, als sie sind, leiden ebenfalls häufig unter Nackenschmerzen. Deshalb ist es so wichtig, auf die eigene Körperhaltung zu achten. Beim Sitzen sollten Menschen, die Probleme mit dem Nacken haben, ihr Augenmerk darauf legen, ihren Kopf und Nacken oben zu halten, also diesen Bereich praktisch in die Länge zu ziehen, statt mit dem Kopf mehr oder weniger in den Bildschirm zu „kriechen“. Immer mal wieder die Position zu ändern, ist ebenfalls sinnvoll. Hilfreich dabei sind höhenverstellbare Schreibtische, die es erlauben, zwischendurch im Stehen zu arbeiten. Doch auch ohne eine verstellbare Schreibtischplatte lassen sich bestimmte Tätigkeiten ohne weiteres im Stehen erledigen, Telefonieren zum Beispiel. Der Rat des Physiotherapeuten: „Damit Sie das Telefon nicht ans Ohr halten müssen, stellen Sie es einfach auf Freisprechen um oder nutzen Kopfhörer zum Telefonieren.“

Kleine Übungen für Kopf und Nacken Kurze Bewegungspausen entspannen bei der Arbeit am Schreibtisch den Nacken. Es gibt Übungen, die Sie problemlos im Sitzen durchführen können. Schultern kreisen lassen Heben Sie beide Schultern an und lassen Sie sie 10- bis 15-mal nach vorn kreisen. Dann machen Sie eine kurze Pause und lassen die Schultern nach hinten kreisen. Diese Übung können Sie jede Stunde einmal durchführen. Kopf beugen Beugen Sie den Kopf abwechselnd zur rechten und zur linken Schulter, jedoch nur so weit, dass es Ihnen keine Schmerzen oder Probleme bereitet. Diese Übung können Sie 5- bis 10-mal durchführen. Ballen Sie Ihre linke Hand zur Faust und legen Sie sie auf Ihr Brustbein. Halten Sie den Oberkörper aufrecht und beugen den Kopf nach vorn. Dann fassen Sie mit der rechten an den Hinterkopf, um den Kopf noch ein Stück weiter in Richtung Brustbein zu ziehen. Der Oberkörper bleibt dabei gerade. Rücken strecken Ballen Sie beide Hände zu Fäusten, dann strecken Sie zuerst den linken Arm in Richtung Zimmerdecke, senken ihn wieder, um danach den rechten Arm zur Zimmerdecke zu strecken. Führen Sie diese Übung einige Male durch. Für all diese Übungen gilt: Wird Ihnen dabei schwindelig, fühlen Sie sich unwohl oder haben Sie Schmerzen dabei, brechen Sie ab. Die Bewegung soll entspannen und keine Probleme verursachen. In vielen Fällen ist es sinnvoll, sich an einen Physiotherapeuten zu wenden, unter dessen Anleitung Sie Übungen lernen, die individuell an Sie und Ihre Bedürfnisse angepasst sind.

„Die schönste, größte und modernste Trauerhalle in der Stadt und im Kreis Düren.“ (Egon Frings)

Kommen Sie gerne vorbei und überzeugen Sie sich selbst!

www.haas-bestattungen.de InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

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Nacken und Kopf schonen Rucksäcke und Taschen­­richtig auswählen und tragen

Rucksäcke und Taschen sind unsere ständigen Begleiter. Um unsere sieben Sachen zu transportieren, wenn wir das Haus verlassen, bei der Fahrt ins Büro, beim Treffen mit Freunden, beim Einkauf, Wandern oder Radfahren – ohne Tasche geht fast nichts. Wird die Tasche oder der Rucksack jedoch falsch getragen, zu voll gepackt oder ist nicht auf den Träger zugeschnitten, sind häufig Nacken- und/oder Kopfschmerzen die Folge. Dabei ist es mit ein paar kleinen Tricks gar nicht so schwierig, Verspannungen und Schmerzen zu vermeiden. Der richtige Rucksack Rucksäcke sind praktisch. Man hat die Hände beim Tragen frei, auf dem Rad stören sie kaum und sie bieten in der Regel viel Platz. Kein Wunder, dass sie immer beliebter werden. Beim Kauf eines Alltagsrucksacks verschätzen sich jedoch viele. Sie wählen einen zu großen oder zu langen Rucksack, weil es viel zu transportieren gibt oder das Modell attraktiv erscheint. So sollten Frauen wegen ihrer im Vergleich zu Männern meist geringeren Rückenlänge einen kürzeren, dafür breiteren Rucksack

wählen. Das Volumen ist dann zwar in der Regel etwas geringer, doch der Tragekomfort größer. Wichtig ist auch, auf gepolsterte und selbstverständlich verstellbare Schultergurte und ein gepolstertes Rückenteil zu achten. Der Rucksack sollte sich dem Rücken anschmiegen. Wer stark schwitzt, sollte auf einen Rucksack mit Netzrückentragesystem zurückgreifen, damit die Luft zwischen Rucksack und Rücken zirkulieren kann. Auch ein gepolsterter Hüftgurt ist sinnvoll. Der Grund: Er verleiht zusätzliche Stabilität und stützt den Rucksack. Manche der sogenannten Daypacks verfügen zusätzlich über einen Brustgurt, der bei Damen oberhalb der Brust und bei Herren mittig über die Brust verlaufen sollte. Ein Rucksack für den Alltag sollte zudem mehrere Fächer haben. Das erleichtert nicht nur die Suche nach Gegenständen, sondern das Gewicht verteilt sich regelmäßiger. Bei nur einem Fach sinkt das Gewicht meist in der Mitte zusammen, wodurch Schultern, Nacken und Rücken stärker belastet werden. Die richtige Handtasche Handtaschen sind aus dem Leben der meisten Frauen ebenfalls nicht wegzudenken. Viele Frauen schwören auf große Handtaschen, um alle notwendigen Utensilien immer dabei zu haben. Das kann leicht dazu führen, dass die Handtasche zu schwer wird. Da Handtaschen, anders als Rucksäcke, meist auf einer Schulterseite getragen werden, kommt es häufig zu einer einseitigen Belastung und als Folge zu Verspannungen, Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt, dass Frauen an einem Arm nicht mehr als fünf Kilogramm tragen sollten. In jedem Fall sollte das Gewicht der Handtasche zehn Prozent des Körpergewichts nicht übersteigen. InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

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Advertorial

AWO Service Quartier Apartments fürs Alter

Selbstständigkeit, Gemeinschaft und Sicherheit. Das wünschen wir uns fürs Alter. Die Apartments des AWO Service Quartiers vereinen diese Bedürfnisse und bieten einen Ort, an dem wir ohne Sorgen leben können. Boris Hammerschmitt, Koordinator des Quartiers, gibt einen Einblick in die Anlage am Buchenweg 21 in Niederzier. Herr Hammerschmitt, was steckt hinter den Apartments fürs Alter? Mit unseren 10 barrierefreien Apartments möchten wir eine echte Alternative für Senioren schaffen, die sich mit den Sorgen des Alters nicht mehr auseinandersetzen möchten. Und was sind das für Sorgen? Irgendwann nicht mehr selbstständig zu sein, zu vereinsamen, unsicher zu werden und dann kein passendes Angebot zu finden. Das sind ganz natürliche Ängste, die irgendwann aufkommen. Wir möchten mit unseren Apartments die Leichtigkeit im Alter bewahren und ein sorgenloses Leben ermöglichen. Wie sieht der Alltag im Service Quartier aus? Das ist ganz individuell. Die Mieter leben selbstständig und gestalten ihren Tag, wie sie möchten. Ob allein oder gemeinsam. Im großen Gemeinschaftsraum mit moderner Küche können unsere Mieter schöne Stunden in Gesellschaft verbringen oder sich in ihrem Apartment zurückziehen.

Wie sind die Apartments ausgestattet? Jedes Apartment hat ein barrierefreies Bad, Platz für eine Küchenzeile und eine private Terrasse. Die Senioren können die Räume so gestalten, wie sie möchten. Es gibt genügend Platz für all die Lieblingsdinge, damit man sich schnell zuhause fühlt.

Alles, was wir uns fürs Alter wünschen

Was ist, wenn ich als Mieter mehr Unterstützung brauche? Auch dafür ist gesorgt. Das Schöne an unserem Service Quartier ist, dass unsere Pflegeund Betreuungsangebote der AWO bei Bedarf auch jederzeit in Anspruch genommen werden können. Dazu zählt zum Beispiel der ambulante Dienst oder auch die Tagespflege, die sich gegenüber unserer Apartments befindet. Worauf können sich Mieter bei Ihnen freuen? Ich denke, dass unsere Apartments und die Gesellschaft der anderen Mieter eine große Bereicherung darstellt. Das Gefühl von Sicherheit, Selbstständigkeit und Gemeinschaft wird hier garantiert. Sie interessieren sich für die Apartments des Service Quartiers? Dann vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin mit uns unter 02428 90589405 oder servicequartier@ awo-mittelrhein.de

Boris Hammerschmitt Ansprechpartner und Koordinator Telefon: 02428 90589405 servicequartier@awo-mittelrhein.de Buchenweg 21 • 52382 Niederzier

Mehr Informationen unter www.awo-servicequartier.de

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Neun Fach- und Hausarztpraxen Dr. Horst Kinkel ist neuer Ärztlicher Leiter im MVZ Rur

Das MVZ Rur, das Medizinische Versorgungszentrum des Krankenhauses Düren, ist fachärztlich und hausärztlich an unterschiedlichen Standorten in der Stadt und im Kreis Düren für die Patienten da. Seit diesem Frühjahr gehören neun Arztpraxen zum MVZ Rur. An der Tivolistraße in Düren unterhält das MVZ zwei Facharztpraxen. Die gastroenterologische Praxis wird von Dr. Horst Kinkel geleitet, der zuvor viele Jahre lang leitender Oberarzt in der gastroenterologischen Klinik des Krankenhauses Düren war. Dr. Kinkel ist auch Ärztlicher Leiter des MVZ Rur. Im gleichen Gebäude be-

findet sich die MVZ-Praxis für Pneumologie. Im Krankenhaus Düren hat das MVZ eine Praxis für Neurologie, an der Bahnhofstraße in Kreuzau die Praxis für Neurologie und Psychiatrie. Die Hausarztpraxen des MVZ Rur befinden sich in Langerwehe (Hauptstraße 78), in Niederzier (Auestraße 37), in Hürtgenwald-Gey (Dürener Straße 83), in Merzenich (Weinberg 29a) und in Untermaubach (Im Heidehof 2). „Durch die unterschiedliche fachliche Ausrichtung unserer einzelnen Praxen bieten wir in unserem MVZ ein breites medizinisches Spektrum an“, sagt Dr. Kinkel. „Die Patientinnen und Patienten profitieren von wohnortna-

her Versorgung und der Kooperation der MVZ-Ärzte untereinander.“ „Das Krankenhaus Düren hat das MVZ Rur 2015 mit dem Ziel gegründet, dem Mangel im Bereich der niedergelassenen Ärzte entgegenzuwirken und eine optimale fach- und hausärztliche Versorgung in allen Teilen des Kreises Düren sicherzustellen“, erklärt Kathleen Büttner-Hoigt, Geschäftsführerin des Krankenhauses Düren. Unterstützt wurde das Krankenhaus Düren dabei von seinen Gesellschaftern Stadt und Kreis Düren sowie von der Kassenärztlichen Vereinigung des Land­ kreises.

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Damit aus einer Allergie keine Lungenkrankheit wird Interview mit Lungenfachärztin Diana Friedrich Eine Allergie ist eine Fehlfunktion des körpereigenen Immunsystems. Es reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie Blütenpollen, so als würden diese eine ernsthafte Bedrohung des Körpers darstellen. Bis zu 30 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Allergien. Diana Friedrich, Lungenfachärztin in der MVZRur-Praxis für Pneumologie an der Tivolistraße in Düren, erklärt, wie Allergien diagnostiziert und mit welchen Therapien sie behandelt werden können.

Was passiert im Körper bei einer Allergie? Friedrich: Zellen des Immunsystems produzieren gegen harmlose Stoffe aus der Umwelt vermehrt Antikörper des Immunglobulin-E-Typs (IgE), die sich an die Oberflächen von sogenannten Mastzellen binden. Kommt es zum Kontakt mit dem Allergen, also dem allergieauslösenden Stoff, schlagen diese Zellen Alarm. Das äußert sich in den typischen Symptomen der Allergie wie Niesen, Fließschnupfen, Entzündung oder Juckreiz. Was bedeuten Allergien langfristig für die Atemwege? Friedrich: Eine Vielzahl von Allergien manifestiert sich an den Atemwegen. Wenn sich die allergischen Symptome in tiefere Bereiche der Atemwege verlagern und eine chronische Ausprägung annehmen, spricht man von einem sogenannten Etagenwechsel. Bei Patienten mit Heuschnupfen befinden sich die Allergene beispielsweise im Bereich der oberen Atemwege. Wird die Allergie in diesem Stadium nicht behandelt, verlagern sich die Allergene auf die Lunge. Heuschnupfen gehört zu einem der größten Risikofaktoren für die Entwicklung von Asthma bronchiale. Ich empfehle jedem Allergiker, sich frühzeitig adäquat behandeln zu lassen.

Kortisonpräparate zur symptomatischen Therapie. Standard ist die inhalative Therapie mit Sprays oder Pulvern. Eine weitere Option ist die moderne Antikörpertherapie. Eine spezielle Art der Therapieform ist die Hyposensibilisierung. Wie funktioniert diese? Friedrich: Bei einer Hyposensibilisierung wird ein Allergen oder eine Allergenmischung, deren ursächlicher Bezug zu den Beschwerden eindeutig belegt ist, regelmäßig und über einen längeren Zeitraum angewandt. Das Immunsystem des Patienten wird so an das Allergen „gewöhnt“. Das erfolgt zumeist in Form einer Spritze und in der Regel im vierwöchentlichen Abstand. Möglich ist die Therapie auch in Form von Tabletten. Vor allem bei Patienten, die bereits ein Asthma entwickelt haben, zeigt die Spritzen-Therapie aber bessere Ergebnisse. Welche Erfolgsaussichten hat eine Hyposensibilisierung? Friedrich: Die Erfolgsaussichten einer Hyposensibilisierung sind sehr gut. Die Hyposensibilisierung trainiert das Immunsystem darauf, nicht mehr überempfindlich gegen harmlose Stoffe zu reagieren. Dies kann nicht nur die Symptome deutlich lindern, sondern unter Umständen sogar die allergischen Beschwerden ganz zum Verschwinden bringen und ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben. Diana Friedrich ist Lungenfachärztin und spezialisiert auf Allergien und Erkrankungen von Lunge und Atemwegen

Wenn ich also den Verdacht habe, unter einer Allergie zu leiden, sollte ich möglichst rasch den Arzt aufsuchen? Friedrich: Wer das Gefühl hat, unter einer Allergie zu leiden, sollte einen Facharzt aufsuchen. Zur genauen Diagnose und Abklärung von Allergien dienen ein Haut- und ein Bluttest. Beim Hauttest werden unterschiedliche Allergenextrakte auf die Haut am Unterarm geträufelt. Rötet sich eine Stelle stark, bedeutet das: Es gibt auf diesen Stoff eine allergische Reaktion. Beim Bluttest kann die erhöhte Menge spezifischer IgE-Antikörper gegen bestimmte Allergene direkt nachgewiesen werden. Wie lassen sich Allergien behandeln? Friedrich: Bei manchen Allergien ist es möglich, den Kontakt mit den Allergenen zu meiden oder zu reduzieren. Andere Optionen sind Medikamente wie Antihistaminika oder InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

Die MVZ-Praxis für Pneumologie Die Praxis ist spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Lunge und der Atemwege. Dies sind u. a. chronische Bronchitis/COPD, Asthma bronchiale, Lungenentzündung, bösartige Erkrankungen der Lunge und der Bronchien, schlafbezogene Atemstörungen, allergische Reaktionen der Atemwege und seltene Lungenerkrankungen. Praxis für Pneumologie u. Innere Medizin Diana Friedrich und Dr. med. Tobias Döring Tivolistraße 26, 52349 Düren Telefon: 0 24 21-94 48 0, Telefax: 0 24 21-94 48 22 E-Mail: pneumologie-dueren@mvz-rur.de Sprechzeiten Montag bis Freitag: 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr Dienstag u. Donnerstag: 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr

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Sie freuen sich über die Auszeichnungen durch das F.A.Z.-Institut (von links): Priv.-Doz. Dr. Thomas Dienstknecht, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Pflegedienstleiterin Anita Breinig, der Ärztliche Direktor Priv.-Doz. Dr. Christof Börgermann, Geschäftsführerin Kathleen Büttner-Hoigt und Dr. Hermann Roth, Chefarzt der Kardiologie.

FAZ: Krankenhaus Düren gehört zu Deutschlands besten Kliniken Auszeichnungen für das Gesamthaus und zwei Fachabteilungen

Das Krankenhaus Düren gehört nach Einschätzung des renommierten F.A.Z.-Institutes zu Deutschlands besten Krankenhäusern. Das Institut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat mit Unterstützung des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung Daten zu den knapp 2000 deutschen Krankenhäusern ausgewertet und daraus ihre Bestenlisten ermittelt. Dabei zählt das Krankenhaus Düren zu den Top-Kliniken in der Kategorie 300 bis 500 Betten. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, die für uns Anerkennung und Motivation zugleich ist“, sagt Geschäftsführerin Kathleen Büttner-Hoigt. „Es ist eine Auszeichnung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Krankenhauses. Deren großer Einsatz und hohe Fachkompetenz spiegeln sich darin wider.“ Gerade in diesen besonderen Zeiten könne man einfach nur stolz darauf sein, was im Krankenhaus geleistet wird. Die viel beachtete F.A.Z.-Studie zieht für die Bewertung der Krankenhäuser Qualitätsberichte sowie Veröffentlichungen auf Bewertungs- und Befragungsportalen heran. So erfasst sie durch neue methodische Ansätze wie

„Social Listening“ neben rein sachlichen auch emotionale Faktoren. Ausgezeichnet werden die Kliniken, die bei der Punktevergabe mindestens 75 Prozent des „Klassenbesten“ erhalten. Das Krankenhaus Düren erreichte 83,4 Prozent. Dass objektive Qualitätskriterien und die ganz subjektiven Erfahrungen der Patientinnen und Patienten die Basis für diese Auszeichnung sind, mache sie besonders wertvoll, betonen der Ärztliche Direktor Priv.-Doz. Dr. Christof Börgermann und Pflegedienstleiterin Anita Breinig. Erstmals hat das F.A.Z.-Institut in seiner Studie „Deutschlands beste Krankenhäuser“ nach den gleichen Kriterien auch einzelne Fachabteilungen bewertet und ausgezeichnet – in diesem Fall unabhängig von der Größe des Krankenhauses. Dabei erhielten auch die Kardiologie sowie die Orthopädie und Unfallchirurgie des Krankenhauses Düren Auszeichnungen. In den jeweiligen Bestenlisten ließen beide eine Reihe von Universitätskliniken hinter sich. Die FAZ-Sonderbeilage „Deutschlands beste Krankenhäuser“ mit den ausführlichen Rankings wurde im Juni veröffentlicht.

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120 Teilnehmer beim ersten Online-DAS

Das Dürener Anästhesie Symposium war immer ein bisschen mehr als eine gewöhnliche Fortbildungsveranstaltung. Beim in Kurzform DAS genannten Mix aus wissenschaftlichen Vorträgen und ganz viel praktischer Übung war ein Schwerpunkt auch immer die besondere Atmosphäre. Wenn dann auch noch wie bei der letzten DAS-Auflage das Ufer des Rursees Veranstaltungsort ist, kommen viele der meist mehr als 100 Teilnehmer gerne auch von weiter her, um sich einen Tag lang intensiv mit speziellen Herausforderungen für Notärzte und Rettungshilfepersonal zu beschäftigen. Eine solche Veranstaltung in die digitale Welt zu transformieren, ist ebenfalls eine spezielle Herausforderung. Der Anästhesie im Krankenhaus Düren ist das dennoch sehr gut gelungen: Mit 120 Teilnehmern war auch die erste Online-Ausgabe des DAS ein Erfolg.

Foto: © Ann Nekr (Laptop), Krankenhaus Düren (Screenshot)

„Auch für unser erstes digitales DAS konnten wir wieder exquisite Referenten unter anderem auch zum alles beherrschenden Thema Covid-19 gewinnen“, freut sich Dr. Sigurd Kohlen, Oberarzt der Anästhesie im Krankenhaus Düren, mit Dr. Detlef Struck, dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Düren, „Vater“ des DAS. „In den Vormittagssitzungen wurden die Teilnehmer ausführlich über Gerinnungsprobleme bei einem Polytrauma, über kindliche Ertrinkungs- und Erfrierungsnotfälle und über den Umgang mit Covid-19 im Rettungsdienst informiert“, berichtet Dr. Kohlen. Am Nachmittag wurde es dann wieder praktisch, als den Teilnehmern wertvolle „Tricks“ für intraossäre Infusionen, also das Verabreichen von Medikamenten in die Knochenmarkshöhle, demonstriert wurden.

Foto: © Lammertz

Dürener Anästhesie Symposium in digitaler Version erfolgreich

Burgau-Symposium erstmals online Traditionsreiche Veranstaltung der Kardiologie Ein Symposium mit großer Tradition hat jetzt neue Wege beschritten. Seit Mitte der 80er-Jahre ist das Burgau-Symposium der kardiologischen Klinik im Krankenhaus Düren eine weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte und geschätzte Fortbildungsveranstaltung für Mediziner. Im schönen Ambiente von Schloss Burgau kommen in jedem Frühjahr bis zu 120 Ärztinnen und Ärzte zusammen, um sich über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse für die Diagnose und Therapie von Herz-, Lungen- und Stoffwechselerkrankungen auszutauschen. Coronabedingt musste das Treffen im Schloss nun ausfallen. Doch die 34. Auflage des Burgau-Symposiums ging dennoch erfolgreich über die Bühne: als Online-Fortbildung mit 80 Teilnehmern aus ganz Deutschland. „Wir sind sehr froh, dass wir auf diese Weise die Möglichkeit hatten, unsere Tradition fortzusetzen“, freute sich Dr. Hermann Roth, Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Düren, nach der ersten digitalen Ausgabe des Symposiums. Die Resonanz der Teilnehmer sei hervorragend gewesen, auch wenn natürlich alle hofften, sich im kommenden Jahr wieder im Schloss zu sehen. Das achtstündige Programm des Online-Symposiums wartete wie die 33 Präsenz-Fortbildungen zuvor mit hochkarätigen Referenten auf. Neben den Gastgebern des Krankenhauses Düren referierten unter anderem vier Universitätsprofessorinnen und -professoren. „Wir sind natürlich stolz darauf, regelmäßig hochrangige Referenten für uns zu gewinnen“, sagt Dr. Hermann Roth. Die Attraktivität des Burgau-Symposiums lebe aber ebenso von den hervorragenden Vorträgen der eigenen Kolleginnen und Kollegen und der lokalen niedergelassenen Ärzte. Und sie lebe von den Fachdiskussionen aller Teilnehmer, die auch in der Online-Version des Burgau-Symposiums nicht zu kurz kamen.

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Wie die Medizin von der Luftfahrt lernt Training für die Patientensicherheit

Um die Risiken für eine Katastrophe zu minimieren, hat die Luftfahrt schon vor über 30 Jahren Sicherheitstrainings im Flugsimulator eingeführt. Ausschlaggebend dafür war die Erkenntnis, dass in den weitaus meisten Fällen nicht mangelndes Können Auslöser von

Flugzeugunglücken war, sondern Entscheidungsschwäche, Kommunikationsprobleme und Kompetenzkonflikte an Bord. „Crew Resource Management“ (CRM) nennt sich das Programm, das für die Flugpassagiere ein hohes Maß an zusätzlicher Sicherheit gebracht hat. Oberärztin Brigitte Layer (links) und Fachgesundheits- und Krankenpflegerin Anja Sommer bieten als ausgebildete Simulationsinstruktorinnen regelmäßig Trainings für die ärztlichen und pflegerischen Kolleginnen und Kollegen an. Dafür steht ein hochkomplexer Dummy zur Verfügung.

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Erfahrungen aus der Pandemiezeit nutzen In der Zeit besonderer Herausforderungen durch die Corona-Pandemie wurden in den Krankenhäusern viele Maßnahmen zur Patientensicherheit entwickelt, von denen auch im Klinikalltag profitiert werden kann. Mit Partnern aus anderen Kliniken der weiteren Region haben Prof. Schröder und weitere Mediziner des Krankenhauses Düren auf Basis der Corona-Erfahrungen Empfehlungen für eine sichere und bedarfsorientierte Patientenversorgung im Klinikalltag erarbeitet, die als Facharbeit im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde. „Aus den erarbeiteten Empfehlungen planen wir eine Folgestudie zur Schaffung standardisierter Kriterien für die Verlegung auf und von der Intensivstation“, berichtet der Leitende Oberarzt der Intensivmedizin, Dr. Jan-Karl Schütte. Sie soll zeigen, wie sich einheitliche Verlegungskriterien auf den Patientenfluss, die Nutzung der Intensivbettenkapazitäten und vor allem auf die Patientensicherheit auswirken.

Auch in der Patientenversorgung ist Sicherheit ein äußerst wichtiger Aspekt. Und daher hat die Medizin gerne von der Luftfahrt gelernt. So gibt es Simulationstrainings auf der Basis von CRM-Kriterien inzwischen auch für Ärzte und Pflegende. Im Krankenhaus Düren sind derartige Trainings längst an der Tagesordnung. „Die Sicherheit jedes einzelnen unserer Patienten ist es uns wert, so viel wie möglich dafür zu tun, Zwischenfälle bei der Patientenversorgung zu vermeiden“, betont Prof. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.

Verstärkung positiver Verhaltensweisen, sagt Anja Sommer: „Aber Simulationstrainings bieten halt auch die Möglichkeit, aus Fehlern ohne nachteilige Konsequenzen für den Patienten zu lernen.“ Patientensicherheit auch in der Geburtshilfe von großer Bedeutung Auf Simulationstrainings nach dem CRM setzt das Krankenhaus Düren auch in der Geburtshilfe. Nur eines von 100 Neugeborenen braucht erweiterte medizinische Maßnahmen wie Maskenbeatmung oder Sauerstoffgabe nach der Geburt. Somit ist der „Baby-Notfall“ statistisch gesehen ein seltenes Ereignis. „Gerade deshalb ist es essenziell, dass das gesamte Team bestmöglich auf diesen Fall vorbereitet ist“, sagt Kinderarzt Dr. Andreas Wentz. Kreißsaaloberärztin Dr. Barbara Termath-Bethge kann das nur bestätigen: „Um kritische Situationen bei der Neugeborenen-Versorgung sicher bewältigen zu können, ist regelmäßiges Training notwendig. Im Simulationszentrum unseres Krankenhauses werden Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen daher immer wieder mit schwierigen Übungsszenarien konfrontiert, die es nach klaren Strategien im Team zu lösen gilt. Das ist die Grundlage dafür, dass alle Beteiligten auch für den Umgang mit unerwarteten Herausforderungen die nötige Souveränität entwickeln, um im Notfall schnell und präzise handeln zu können.“

Simulationen mit Dummy Mit Oberärztin Brigitte Layer und Fachgesundheits- und Krankenpflegerin Anja Sommer hat Prof. Schröder in seinem Team zwei ausgebildete Simulations-Instruktorinnen, die regelmäßig Trainings für die ärztlichen und pflegerischen Kolleginnen und Kollegen anbieten. In Simulationsszenarien mit einem Dummy können Komplikationen oder Notfallmaßnahmen, aber auch Routinesituationen trainiert werden. „Die Anästhesie erfordert im klinischen Alltag regelmäßig strukturiertes Teamwork und insbesondere wirksame interprofessionelle Kommunikation“, erklärt Oberärztin Brigitte Layer. „Optimale Kommunikation basierend auf dem Crew Ressource Management hilft, Fehler zu vermeiden, und macht das gesamte Teamwissen nutzbar.“ Die im Rahmen des Trainings durchgeführte Reflexion der Handlungen und Abläufe führe oftmals zur InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021

Unsere Leistungen: - Orthopädische Schuhe - Diabetikerversorgung - Arbeitssicherheitsversorgung - Verbandsschuhe - Schuhzurichtung - Einlagen

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Gute Nacht!

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Trotz Hitze gut schlafen Das Fenster ist geöffnet, die Sommerbettdecke aufgezogen, die Schlafkleidung luftig – und trotzdem will der Schlaf sich nicht einstellen. Je stärker die Temperaturen steigen, umso mehr Menschen wälzen sich ruhelos im Bett hin und her oder wachen bald nach dem

Einschlafen wieder auf, weil ihnen die Hitze zu schaffen macht. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.

In unseren Breiten liegt die ideale Raumtemperatur zum Schlafen zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Unter diesen Voraussetzungen kann sich der Körper am besten entspannen. Er senkt beim Einschlafen seine Temperatur um etwa 0,5 °C. Bei hohen Außentemperaturen hingegen heizen sich die Innenräume auf und die körpereigene „Klimaanlage“ kann aus dem Lot geraten. Außerdem bleibt es im Sommer abends länger hell und die Sonne geht morgens früher auf. Auf diesen veränder-

ten Tag-Nacht-Rhythmus muss sich der Körper ebenfalls einstellen. Denn Dunkelheit fördert die Ausschüttung des körpereigenen Schlafhormons Melatonin, das dem Organismus klar macht: Es ist Zeit, zur Ruhe zu kommen. Wird im Sommer abends weniger Melatonin ausgeschüttet, kann das den Schlaf ebenfalls beeinträchtigen. Die Räume kühl halten Die wichtigste Maßnahme für einen guten Schlaf besteht im Sommer darin, die Schlafräume so kühl wie möglich InForm – Gut informiert mit dem Dürener Gesundheitsmagazin – Ausgabe 2.2021


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zu halten. Also vor allem morgens zu lüften, wenn die Temperaturen am niedrigsten sind. Anschließend sollten die Räume abgedunkelt werden – mit Jalousien, Rollläden oder Vorhängen, zur Not auch mit einem undurchsichtigen Laken oder einer Decke. So heizen die Sonnenstrahlen die Zimmer weniger stark auf. Im Dachgeschoss mit schrägen Dachfenstern reicht das vermutlich noch nicht aus, um genug Kühlung zu bringen. Eventuell muss hier ein abgedunkeltes Fenster auch tagsüber geöffnet bleiben, um einen Wärmestau zu vermeiden.

Smartphones und Tablets raus aus dem Schlafzimmer! Viele Menschen haben ihr Smartphone oder Tablet neben dem Bett liegen - sei es, weil sie es als Wecker nutzen oder abends vor dem Einschlafen noch einmal checken, was es Neues gibt. Schlafmediziner sind jedoch der Ansicht, dass Smartphones und Tablets nicht ins Schlafzimmer gehören. Einer der Gründe: Das blaue Licht der Displays störe beim Einschlafen. Es beeinflusse die Produktion des Schlafhormons Melatonin negativ, sodass Schlafstörungen wahrscheinlicher werden. Ein weiterer Faktor, der das Ein- oder Durchschlafen erschweren kann: Gehen Nachrichten auf dem Smartphone ein, ist man versucht, schnell noch einmal nachzusehen, um was es sich handelt. Dadurch wird die Ruhephase vor dem Einschlafen unterbrochen, der Körper fährt wieder hoch, insbesondere wenn die Nachricht noch „schnell“ beantwortet wird.

Sinken die Temperaturen abends, sollten die Räume ebenfalls durchgelüftet werden. Wer mag, kann nachts die Fenster offen lassen, sollte sich allerdings vor Zugluft schützen, um Muskelverspannungen vorzubeugen. Feuchte Handtücher vor den Fenstern kühlen den Schlafraum zusätzlich. Die Schlafumgebung Wer nachts stark schwitzt, sollte zum Schlafen eine leichte Sommerbettdecke oder ein einfaches Bettlaken wählen oder ganz darauf verzichten. Allerdings brauchen die meisten Menschen eine Decke, um gut schlafen zu können. Die Schlafkleidung sollte leicht und luftdurchlässig sein und Flüssigkeit, die beim Schwitzen entsteht, nach außen abgeben. Manche Menschen schwören auf Naturmaterialien wie Baumwolle, andere bevorzugen Funktionsmaterialien, wie sie beim Sport zum Einsatz kommen. Auch die Matratze spielt beim Schlafen bei hohen Temperaturen eine Rolle. Viele Matratzen besitzen eine kühlende Sommer- und eine wärmende Winterseite. Das Wenden der Matratze kann sich in diesem Fall lohnen. Wird eine neue Matratze fällig, sollten Menschen, die im Sommer nachts unter der Hitze leiden, darauf achten, dass die Neuanschaffung eine solche Ausstattung hat.

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Vor dem Schlafen Vor dem Zubettgehen kühlt eine lauwarme Dusche die Körpertemperatur herunter. Lauwarm deshalb, weil sich

bei zu kalten Wassertemperaturen die Blutgefäße stärker zusammenziehen und der Körper als Folge Wärme schlechter abgibt. Wer mag, kann auch die Schlafkleidung vor dem Schlafen kurzzeitig in den Kühlschrank legen oder sich ein Kühlpad mit ins Bett nehmen, um das Einschlafen zu erleichtern. Die Ernährung fördert bzw. stört den Schlaf ebenfalls. Zu große und fettreiche Mahlzeiten etwa liegen abends schwer im Magen, eiweißreiche Speisen hingegen fördern das Ein- und Durchschlafen. Auf Alkohol sollten Menschen, die ohnehin schlecht schlafen, weitgehend verzichten. Das Gleiche gilt für Kaffee oder schwarzen Tee am Abend. Bewegung hingegen fördert den Schlaf – etwas Sport oder ein Spaziergang wenigstens zwei Stunden vor dem Schlafengehen sind in der Regel hilfreich.

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Foto: © Benjamin Balazs/pixabay.com

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Joghurt, Sauerkraut & Co. Warum fermentierte Nahrungsmittel im Trend sind Bakterien und andere Mikroorganismen wie Hefepilze sind bei weitem nicht immer

schädlich, viele von ihnen sind sogar ausgesprochen nützlich. Etwa die Mikroorganismen, die auf unserer Haut und im Darm leben und zum Beispiel dazu beitragen, den Säure-

schutzmantel der Haut aufrechtzuerhalten. Außerdem erhöhen Mikroorganismen durch

Fermentation die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln. Sauerkraut und Joghurt sind Paradebeispiele dafür. Bei der Fermentation wandeln zum Beispiel Milchsäurebakterien Zucker

in Milchsäure um – sie verdauen unsere Nahrung sozusagen vor, wodurch sie länger halt-

bar und oft auch besser verdaulich wird. Das bringt weitere Vorteile: Nahrungsmittel und

die in ihnen enthalten Nährstoffe sind nicht nur zu bestimmten Zeiten, sondern das ganze

Jahr über verfügbar. Auf Schiffsreisen wurde früher zur Vorbeugung der Vitamin-C-Man-

gelkrankheit Skorbut zum Beispiel Sauerkraut mitgeführt, das durch die Fermentation eine lange Haltbarkeit bekommt.

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Service Wie geht das mit dem Fermentieren? Fermentieren ist ganz einfach: Zerkleinertes Gemüse etwa wird mit Salz vermischt oder in Salzlake getaucht. Das Salz zieht Wasser aus dem Gemüse. Daraufhin beginnen die Bakterien, die natürlicherweise auf dem Gemüse vorkommen, unter Luftabschluss die in den Nahrungsmitteln vorkommenden Zuckerarten bei Zimmertemperatur in Milchsäure umzuwandeln. Die Nahrungsmittel bekommen dadurch nach einigen Tagen bis Wochen einen säuerlichen Geschmack. Um die Fermentation zu stoppen, müssen die Lebensmittel gekühlt werden. Fermentierte Nahrungsmittel und die Gesundheit Fermentierte Nahrungsmittel werden immer beliebter, vor allem, weil viele Anhänger der Fermentation der Ansicht sind, dass die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Mikro­ organismen sich günstig auf die Gesundheit auswirken. So sollen sie die Vielfalt der im Darm lebenden Bakterien erhöhen und sich damit etwa günstig auf das Immunsystem auswirken. Möglicherweise ist da durchaus was dran, doch lässt sich ein direkter Zusammenhang zwischen Mikroorganismen, die mit selbstfermentierten Nahrungsmitteln aufgenommen werden, und einem gesundheitlichen Nutzen in der Regel nicht nachweisen. Einer der Gründe: Die Nahrungsmittel, die fermentiert werden, sind – abhängig von der Anbauregion etwa – mit ganz unterschiedlichen Mikroorganismen besiedelt. Es ist also nicht möglich festzustellen, welche Mikroorganismen durch den Verzehr fermentierter Speisen tatsächlich in den Körper gelangen. Hinzu kommt: Bei der Passage durch den Magen werden viele Mikroorganismen von der Magensäure abgetötet. Es ist somit ebenfalls nicht klar, welche Bakterien den Weg bis in den Darm überleben und welche nicht.

Doch unabhängig davon ist die Fermentation eine Bereicherung: Sie verleiht Nahrungsmitteln einen ganz besonderen Geschmack, außerdem enthalten viele fermentierte Nahrungsmittel zahlreiche Vitamine und Ballaststoffe und sind schon deshalb gut für die Gesundheit.

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Kimchi Zutaten: 1 Chinakohl, 1 l Wasser, 4 Esslöffel Meersalz Zubereitung: 1. Die äußeren Blätter des Kohls entfernen, den Kohl längs halbieren und den Strunk entfernen. Den Kohl anschließend in mundgerechte Stücke schneiden. 2. Das Wasser in einer Schüssel mit dem Salz vermischen, die Kohlstücke hinzufügen und mindestens 4 Stunden ziehen lassen, bis der Kohl leicht weich geworden ist. Anschließend den Kohl aus der Lake nehmen, mit frischem Wasser abspülen und abtropfen lassen.

Kimchi-Paste Zutaten: 250 ml Wasser, 3 Esslöffel Reismehl, 4–6 Knoblauch­ zehen, 1 kleines Stück frischer Ingwer (ca. 4 cm), 1 Apfel, 1 Esslöffel Fisch- oder Sojasoße, 3 Esslöffel koreanisches Chilipulver (Gochugaru) oder Chiliflocken, 1 Bund Frühlingszwiebeln Zubereitung: 1. Für die Paste das kalte Wasser mit dem Mehl in einen Topf geben und unter ständigem Umrühren erhitzen, bis die Mischung sämig geworden ist. 2. Den Knoblauch, den Ingwer und den Apfel schälen, klein hacken und mit einem Pürierstab pürieren. Die Fisch- oder Sojasoße und das Chilipulver hinzufügen und mit der Reismehlmischung vermengen. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden und hinzufügen. Den vorbereiteten Chinakohl mit der Paste gut vermischen. 3. Das Kimchi in ein ausreichend großes Glas füllen und festdrücken, sodass sich keine Lufteinschlüsse in der Mischung befinden. Einen Deckel auf das Glas legen, das Glas darf jedoch nicht fest verschlossen werden und zwischen Kimchi und Deckel sollte ein Abstand von 2–3 Zentimetern bleiben, weil bei der Fermentierung Gase entstehen. 4. Bei Zimmertemperatur das Kimchi nun 4 Tage fermentieren lassen, bis es verzehrfertig ist. Im Anschluss im Kühlschrank aufbewahren.

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Upcycling in Düren Gaby Meller und ihre Leidenschaft

Upcycling – das bedeutet, aus etwas Altem etwas Neues zu machen, aus Dingen, die für andere keinen Wert (mehr) haben, Wertvolles entstehen zu lassen. Gaby Meller hat ihre Lei-

denschaft zum Beruf gemacht. In ihren Läden „My-Meller“ in Düren-Rölsdorf und Heim-

bach arbeitet sie Möbel nicht nur auf, sondern verleiht ihnen ein neues Gesicht, verkauft mit

Liebe hergestellte Dekorationsartikel aus ihrer offenen Werkstatt und bietet neben Raumgestaltungen und Dekorationen ihren Kunden bei einer Tasse Kaffee immer ein offenes Ohr.

Fotos: © privat

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Wenn Möbel sprechen ... Gaby Meller erzählt, wie sie an ihre Arbeit herangeht: In ihrer Werkstatt hat sie viele Möbelstücke stehen, die noch darauf warten, sich zu verändern. Bei manchen weiß sie sofort genau, wie sie aussehen wollen, an anderen geht sie viele Male vorbei, fragt, was sie sich wünschen. Und dann – ganz plötzlich – ist da eine Vorstellung in ihrem Kopf und sie geht zu ihrem Werkzeug- und Farbschrank und haucht den Möbelstücken neues Leben ein. Meistens bestimmt Gaby Meller im Einklang mit den Möbeln selbst, wie diese aussehen sollen, nur

manchmal kommt jemand mit einer speziellen Idee direkt zu ihr, die sie selbstverständlich ebenfalls verwirklicht. Mit nachhaltigen UpcyclingTechniken, versteht sich.

beitete in einem Möbelhaus – in dem sie insgesamt fast zehn Jahre beschäftigt war –, als sie ihre große Liebe kennenlernte. Doch die währte nur 14 Monate, dann starb ihr Partner.

Genauso geht sie vor, wenn sie für ihre Kunden Räume gestaltet: „Ich weiß, es klingt ein bisschen verrückt, aber ich kann mir nicht aussuchen, wie ein Raum auszusehen hat. Der Raum spricht zu mir und die Ideen kommen dann einfach. Wenn ich einen Raum gestaltet habe, kann ich mich nicht sattsehen. Der war dann vorher vielleicht ein hässliches Kellerzimmer, in dem man sich kaum bewegen konnte. Ich fange dann an, ich putze, krieche über den Boden, ich bin mir für keine Arbeit zu schade, selbst wenn mir am nächsten Tag die Knochen weh tun. Doch wenn ich einen Raum gestalte, dann ist das sozusagen meiner. Meine Kunden wissen das zu schätzen und waren bislang jedes Mal begeistert“, freut sich die Upcycling-Künstlerin, die einige ihrer Werke auf ihren Websites (www.my-meller.de und www. my-meller-heimbach.de) vorstellt.

Im Anschluss arbeitete Gaby Meller noch ein Jahr in dem Möbelhaus, bekam einen Burnout und entschloss sich, ihre feste Stellung aufzugeben. Sie sagte sich: „Mach das Beste aus deinem Leben, es kann so schnell zu Ende sein.“

Das Beste aus dem Leben machen Zur Innendekoration und zum Upcycling ist sie durch einen schweren Schicksalsschlag gekommen. Sie ar-

Von der Idee zur Ausführung In Gaby Meller wuchs die Vision von ihrem eigenen Laden, in dem sie das machen konnte, was sie schon immer gern gemacht hatte: kleine und größere Dekorationen selbst entwerfen und herstellen, Möbel upcyceln, andere Menschen bei der Raumgestaltung zu unterstützen und – auch wichtig für Gaby Meller – mit ihrer offenen Werkstatt einen Begegnungsort zu schaffen. Und dann kam Corona ... Gaby Meller gibt trotzdem nicht auf. Denn sie sagt: „Alle wissen: Das, was ich tue, mache ich mit Liebe und mit Herz. Im Laden ist ein guter Geist. Ich versuche weiterzumachen. Ich habe auch gar keine andere Möglichkeit, um glücklich zu leben.“

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Im Dunkeln aufstehen, in der Dämmerung loswandern,

sehen, hören, riechen, wie die Natur langsam erwacht und anschließend den Sonnenaufgang bewundern: Solche magischen Momente lassen sich auf einer Sonnenaufgangswanderung erleben. In der Eifel oder auch am großen

Ölberg im Siebengebirge ist eine solche Wanderung ein ganz besonderes Erlebnis.

In Zeiten von Corona sind geführte Wanderungen allerdings noch Mangelware. Allerdings ist es mit einem Wanderführer oder einer Wander-App kein Problem, sich eine Tour herauszusuchen und in den Sonnenaufgang zu laufen, zum Beispiel in der Rureifel. Natürlich muss die Tour an die eigenen Fähigkeiten angepasst sein. Und: Sie sollte möglichst über Wanderwege gehen, denn wer in der Dämmerung mit einer Taschenlampe in unwegsamem Gelände wandert,

kann leicht ins Straucheln geraten und sich verletzen. Nicht zuletzt sollte der Start so getimt sein, dass der Aussichtspunkt, von dem aus der Sonnenaufgang betrachtet werden soll, pünktlich erreicht wird, wenn die Sonne schließlich am Horizont erscheint. Eine einfache und kurze Wanderung geht von Woffelsbach oder vom Parkplatz auf dem Gansberg zum Rurseeblick im Naturpark Hohes Venn-Eifel. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf den Rursee und den gegenüberliegenden Ker-

meter. Wer länger laufen will, kann natürlich auch den Panoramaweg von Simmerath-Strauch aus nehmen, einen 15 Kilometer langen Rundweg, auf dessen Hälfte ungefähr der Rurseeblick erreicht wird. Bei dieser Strecke müssen etwa 150 Höhenmeter überwunden werden. Eine genaue Tourenbeschreibung findet sich im Internet unter www.eifel.info – dort werden weitere Wanderwege in der Eifel vorgestellt, die sich ebenfalls für eine Sonnenaufgangswanderung (zum Beispiel mit Blick auf die Maare) eignen. Wer etwas weiter fahren oder endlich mal wieder anderswo übernachten möchte, dem empfiehlt sich eine Wanderung auf den Großen Ölberg, dem höchsten Berg des Siebengebirges. Von oben hat man einen wunderbaren Blick ins Rheintal und über die Eifel. Eine Tour lässt sich zum Beispiel vom Parkplatz Ölbergringweg in Königswinter-Margarethenhöhe starten. Von dort ist der Weg zum Ölberg-Gipfel ausgeschildert. Foto: © Sathish kumar Periyasamy/pixabay.com

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Rätseln und Gewinnen besitzanzeigendes Fürwort

Verkostung beim Winzer

Kopfschmuck des Herrschers

außerordentlich

Besitzerin

Weltorganisation (Abk.)

Sperrklinke

7 starke Hitze Bindemittel für Bausteine

passend, angenehm

Stein mit eingeschnittenem Bild

Geliebte des Leander

6 Strauchfrucht

zärtliche Anrede für eine Frau

Art, Gattung (Kunst, Medien)

nicht ganz ausgebacken

Aufschlag an der Kleidung

1

Gebärden- und Mienenspiel

die Sonne betreffend

Druckbuchstabe

Fotos © Hochseilgarten Hürtgenwald

E K N P RO B O O R R E NMA MME U M G E G MA H L H E O U R L E B S T E G E R E M G T E I G I R E V E R S S N L E T T E I N H A B E R I N

Geheimdienst der USA (Abk.)

A T U E E R C I Z A E T NO B O E C I A K M E E T R E L A R

S MP I C E H L R O MD I A N N B E R

Helfer in der Not

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A E R K RO E N T A T E N R E N U N N E E N

chem. Zeichen für Tantal

Staatsbediensteter

bezeichnen; taufen

niedersächsischer Hafen

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Nachbarstaat des Iran

ein Europäer britische Insel

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norddeutsch für Ried, Schilf

franz. unbestimmter Artikel

jetzt Flachland

deutlich

R E S A S T L E E R MME B O A L E I M I G R O L A R K

silberfarbenes Hartmetall

Kap der Insel Rügen

englische Hauptmahlzeit

Lösungswort: WE U E R

Gegner Cäsars

feines Teigklößchen (österr.)

Vorname Strawinskys Bestand, tatsächlicher Vorrat

Stadt u. FreizeitSee in Pennsyl- beschäftigung vania

berichten, schildern

veraltet: ZwergGeräte-, schimWagen- panse schuppen

Gebirge zwischen Europa u. Asien

griechische Göttin

altröm. Politiker und Redner

Sinnbild; Kennzeichen

Baumaschine Ehemann

Raumtonverfahren (Kzw.)

Nichtskönner, Pfuscher

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Titelheldin bei Jane Austen

Gedenkstätte

brasil. Währungseinheit

Haarbogen über dem Auge

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Service

KRU3K21_01_info 1 – 8 SEILBAHN

nordischer Hirsch

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InForm verlost 10 Gutscheine für den Hochseilgarten in Hürtgenwald Der Hochseilgarten Hürtgenwald – mitten in der Natur gelegen – hat viele Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeits­graden und diversen Seilbahnen, die den Besuch zu einem echten Erlebnis machen. Gesichert werden Sie in unserem Kletterwald mit einem kommunizierenden Karabinersystem der Firma Edelrid. Im Anschluss können Sie dann das aus Japan stammende „Wald­ baden“ testen und sich auf seine meditative Erfahrung einlassen.

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Teilnahmeberechtigt sind natürliche Personen, die Ihren Wohnsitz im Kreis Düren und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die Gewinner werden zeitnah über die angegebene Adresse/E+49 451 • www.krupion.de • info@krupion.de Mail über den Gewinn informiert. Die Aushändigung des Tel.: Gewinns erfolgt per 5837272 Post; die Gebühren trägt der Veranstalter. Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist die Angabe von persönlichen Daten notwendig. Der Teilnehmer versichert, dass die von ihm gemachten Angaben zur Person, insbesondere Vor-, Nachname und E-Mailadresse wahrheitsgemäß und richtig sind. Der Veranstalter weist darauf hin, dass sämtliche personenbezogenen Daten des Teilnehmers ohne Einverständnis weder an Dritte weitergegeben noch diesen zur Nutzung überlassen werden sowie nach erfolgter Verlosung von diesem gelöscht werden. Die vollständigen Teilnahmebedingungen finden Sie unter: https://www.krankenhaus-dueren.de/index.php/inform-gewinnspiel


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