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°69 JUNI 2021

© FFL/ FAIRMED - P. Käser

DIE SONNE VERGISST EIN DORF NICHT, NUR WEIL ES KLEIN IST. - AFRIKANISCHES SPRICHWORT

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Inhaltsverzeichnis 4

Was für ein Jahr!

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Vielen Herausforderungen

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Einen Unterschied machen

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Ausführlich

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Von Generation zu Generation

Wie möchten Sie uns unterstützen?

IBAN LU38 0019 1100 2081 3000 (BCEELULL)

10 Inklusion WWW.FFL.LU

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Hoffnung verbreiten

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Sich zurückziehen

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Von ganzem Herzen, danke

Sie haben gespendet : Herzlichen dank ! Wussten Sie, dass jede Spende steuerlich absetzbar ist? Sie erhalten eine Spendenbescheinigung, die Sie als Nachweis in Ihrer Steuererklärung verwenden können. Für weitere Fragen:

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„Weil jeder Spender das Recht hat zu wissen, wie sein Geld ausgegeben wird und ob es gut verwaltet wird.“


Editorial Liebe Freunde der Fondation Follereau Luxembourg, dieser Newsletter ist etwas anders als üblich. Wenn Sie ihn heute erhalten, dann weil Sie zu jenen gehören, die wir zur « FFL Familie » zählen und wir Ihnen von ganzem Herzen Danke sagen für Ihre Unterstützung in diesem Jahr 2020, so speziell es für alle war, und während dem Sie sich trotzdem dafür entschieden haben, « die anderen » nicht zu vergessen. In der Tat, ungeachtet der Vielfalt an Informationen, die wir jeden Tag erhalten, ungeachtet der Hürden, die die Kadenz der aktiven Gesellschaft ausbremsen und verschiedener Einschränkungen in unseren Freiheiten, ist Ihre Großzügigkeit beharrlich geblieben. Wir wagen sogar zu behaupten, dass sie zugenommen hat. Wir haben nie daran gezweifelt, dass sie wohlwollend und stark ist. Ihre Großzügigkeit ist der Grund dafür, dass es die Fondation Follereau jetzt seit nun mehr 55 Jahren gibt. Und trotzdem haben wir uns erlaubt zu denken, dass sie manchmal verletzt sein oder ermüden könnte, wissend, dass trotz dieser Willenskraft die Hürden sich multiplizieren. Deshalb möchten wir Sie besonders in diesem Jahr beruhigen und Ihnen ein paar gute Nachrichten vermitteln, die auch ausschlaggebend für unsere tagtägliche Motivation waren in diesem PandemieChaos.

arbeiten wir kontinuierlich zusammen nachhaltige und effiziente Lösungen aus, damit alle Begünstigten der Projekte ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können, heute und in Zukunft. Es liegt uns am Herzen, jeden Aspekt jedes Bedarfs so zu umfassen, dass das Projekt komplett mit den Wünschen, den Bedürfnissen und den Gewohnheiten der Begünstigten abgeglichen ist. Sie haben es gemerkt, 55 Jahre später ist Inklusion immer noch das Schlagwort unserer Projekte. « Gib einem Menschen einen Fisch und du ernährst ihn einen Tag lang. Lehre ihn fischen und du ernährst ihn sein Leben lang. » - Konfuzius Indem wir uns alle zusammen engagieren, können wir etwas dauerhaft verändern und dies Hand in Hand mit den begünstigten Bevölkerungsgruppen, indem ihr Können valorisiert und lokale Initiativen gefördert werden. Wir sind davon überzeugt, dass alles, was diese Zusammenarbeit beinhaltet, auch wenn sie manchmal auf eine harte Probe gestellt wird, alle Mühe wert ist. Dank dieser „FFL Familie“ legen wir viel Wert darauf, diese Hoffnung, die uns antreibt, zu verbreiten, seit so vielen Jahren durch die von unseren Partnern berichteten Erfolge genährt, und vor allem durch Ihre Menschlichkeit.

Auch wenn unsere Partner vor Ort sich vielen Herausforderungen stellen mussten, konnten wir zusammen Hand in Hand den nötigen Abstand gewinnen, um die Aktivitäten nochmals besser zu gestalten, welche so wichtig sind in der Verbesserung der Lebensqualität der begünstigten Gemeinschaften.

Letztendlich haben diese 55 Jahre unsere Motivation nicht gebrochen, genauso wenig wie unsere Fähigkeit uns ständig zu verbessern. Im Gegenteil, dieser Erfahrungswert erlaubt es uns über unsere Entwicklungszusammenarbeitsprojekte hinaus zu sehen, unseren Einsatz weiter auszubauen, auch über den Ausstieg aus einem Projekt hinaus, indem wir die begünstigten Bevölkerungen über viele Jahre hinweg weiter begleiten.

Wohlwissend der Gesundheits-, der Sicherheits- und der ökologischen Lage in unseren Einsatzgebieten

Jean HILGER Präsident

TEAM Conny Reichling, Laila Agouni, Lara Beauguerlange, Céline Boudjemadi, Aurélie Costantini, Yuki Fujita, Clémentine Gloire, Naristé Grün-Sonunbekova, Constantin Keith, Fabian Martin und David Thommes. VERWALTUNGSRAT (Foto gegenüber, von links nach rechts) Jean Hilger (Präsident), Jean-Luc Pauly, Marie-Thérèse Ney, Dr. Jean Smit, Georges Keipes, Julio Nerin (Vizepräsident),Anne Majerus, Brigitte Bontemps-Loschetter und Paul-Marie Majerus.


NOTIEREN

Was für ein Jahr!

SDG 10: Ungleichheit innerhalb und zwischen Staaten verringern.

Agenda 2030, Vereinte Nationen

Diese Gesundheitskrise wird noch lange im kollektiven Gedächtnis bleiben, geprägt von Unsicherheiten, möglicherweise berechtigtem Unbehagen und Sorgen. Langsam aber sicher kehrt jedoch die Hoffnung zurück, ermöglicht durch die vielen Bemühungen der Gemeinden, ein wenig zu dem Leben vor der CoronaPandemie zurückzufinden. Die Unsicherheit wird langsam aufgehoben und wir sind in der Lage, aus dem Reaktionsmodus herauszukommen und wieder in Aktion zu treten, um die Kontrolle über unser Leben zu übernehmen. Es war ein turbulentes Jahr für alle, vom Stiftungsteam bis zu den Partnervereinen und vor allem für die Begünstigten der Projekte. Die von Anfang an gefährdeten Zielgruppen der Stiftungsprojekte wurden durch eine zusätzliche Bedrohung herausgefordert, die alle Bemühungen, ihnen aus ihrer Situation der Ausgrenzung herauszuhelfen und ihr Schicksal für ein besseres Leben in die Hand zu nehmen, wieder umstülpte. Diesmal ist es eine Pandemie, die die begünstigten Bevölkerungen destabilisiert hat, aber das ist nicht das einzige Damoklesschwert, das den Fortschritt und die Bemühungen der Entwicklungszusammenarbeit bedroht: Epidemien, wirtschaftliche und politische Krisen sind Realitäten, die schon immer nicht nur die

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Bevölkerung in den betroffenen Gebieten gefährdet haben, sondern auch die fragile Stabilität, die von den vielen Akteuren der Zivilgesellschaft mit großem Aufwand aufgebaut wurde. Die Fondation Follereau Luxembourg setzt sich seit 55 Jahren für marginalisierte Bevölkerungsgruppen ein, indem sie Ressourcen zur Verfügung stellt und gemeinsam mit Partnervereinen nachhaltige Projekte aufbaut, die über die Präsenz der Stiftung hinaus Wirkung zeigen. Es ist vor allem dem Engagement der Ehrenamtlichen zu verdanken, die sich vor 55 Jahren dieser Herausforderung gestellt haben, und der Unterstützung all derer, die sie seit so vielen Jahren begleiten, dass die Fondation Follereau Luxembourg ihre Grundlagen, die auf den Werten des altruistischen Denkens von Raoul Follereau, der internationalen Solidarität und der Achtung der Menschenrechte basieren, in die Praxis umsetzen konnte. Diese Prinzipien leiten auch heute noch die Projekte und Teams der Stiftung, wobei immer sichergestellt wird, dass der Begünstigte im Mittelpunkt der Aktivitäten steht. Ursprünglich engagierte sich die Stiftung ausschließlich im Kampf gegen die Lepra. 1981 wurde ein Medikament gegen diese Krankheit entwickelt, das die Verbreitung dieser vernachlässigten Tropenkrankheit, die immer noch hauptsächlich in Entwicklungsländern vorkommt, drastisch reduzierte.


2020

in wenigen Ziffern

241.599

erreichte Personen

9

afrikanischen Ländern

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Infolgedessen erweiterte die Stiftung ihr Interventionsfeld zunächst auf andere vernachlässigte Tropenkrankheiten wie Buruli Ulcer oder Yaws und dann auf andere Probleme, die zu sozialer Ausgrenzung führen : die fehlende Gesundheitsversorgung oder die Kindern, die auf der Straße leben. Später kam der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung hinzu, eine weitere Form der Ausgrenzung, für die eine Enttabuisierung unerlässlich ist. Die Themen der Interventionen haben sich somit diversifiziert, während sich die geografische Verteilung auf den afrikanischen Kontinent konzentriert hat.

lokale Partner

1.176

betreute Kinder

Stolz auf ihre Vergangenheit, möchten wir diesen 55. Geburtstag nutzen, um Ihnen mit diesem Newsletter einen Einblick in die Stiftung von heute geben. Auf diesen wenigen Seiten präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse einer Reise von mehr als einem halben Jahrhundert, die reich an Erfahrungen und Erfolgen zugunsten der begünstigten Bevölkerung ist. Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen in uns machen die Aktivitäten an der Seite unserer Partnerverbände möglich. Sie haben es 2020 wieder bewiesen. Ohne Sie wären die Projekte nicht möglich und die Hilfe, die wir marginalisierten Bevölkerungsgruppen bringen wollen, könnte nicht gewährleistet werden.

828.609 €

an gesammelten Spenden

CONNY REICHLING Direktorin direction@ffl.lu

Für mehr als

300.000

Begünstigte -5-


ZUM NACHDENKEN

SDG 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen. Agenda 2030, Vereinte Nationen

Viele Herausforderungen Das Jahr 2020 stellte sowohl in Bezug auf die Gesundheits- als auch auf die Umweltkrise eine besondere Herausforderung dar. Wie in so vielen Bereichen hat die COVID-19-Pandemie auch auf die Entwicklungsarbeit unvermeidliche Auswirkungen gehabt. Trotz der Reisebeschränkungen hat diese Situation aber auch die enge und vertrauensvolle Beziehung zwischen der Stiftung und ihren Partnern hervorgehoben und ein solides Modell der Zusammenarbeit demonstriert. Somit konnten die Auswirkungen dieser Krise auf unsere Projekte so weit wie möglich begrenzt werden.

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Das Jahr 2020 war aufgrund der COVID-19Pandemie ein besonderes Jahr in der Partnerschaft zwischen der FFL und der AAT-FFL. Gleichzeitig war es aber auch ein Jahr mit vielen Herausforderungen: den Mut aufzubringen um der Angst vor COVID-19 zu trotzen und nach einigen Momenten des Nachdenkens mit den im Laufe des Jahres geplanten Aktivitäten fortzufahren; die Chance, Präventionsaktivitäten zu Infektionskrankheiten einschließlich COVID-19 in Schulen durchzuführen; und schließlich haben die Schulen im Rahmen der Umsetzung des Mind The Gap-Projekts von Computern für die Einführung der Schüler in die Informatik profitiert. KOKOU ROMEO HOUEDJI Teamleiter der AAT-FFL (Togo)

Am Wichtigsten war die Unterstützung der FFL für unsere Projekte/Strukturen, die in den Kampf gegen diese Pandemie involviert sind. Zu den wichtigen Aktionen gehören die Bereitstellung von Masken, Handwaschvorrichtungen,hydroalkoholischen Gelen, Flüssigseifen und die Organisation von Aufklärungssitzungen der Gemeinde über restriktive Maßnahmen. Diese Maßnahmen haben es in der Tat ermöglicht, die Begünstigten und die NichtCOVID-19-Patienten zu schützen. KADDI KPANOU Direktor der R-FFL (Benin) -6-


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Einen Unterschied machen FABIAN MARTIN Projektverantwortlicher projets@ffl.lu Jedes Jahr wird es heißer, extreme Wetterereignisse werden häufiger, und Brände treten weltweit immer öfter auf. Es ist eine Gewissheit, dass die Umwelt einem Klimawandel unterliegt, auch in unseren Einsatzländern, die keine Ausnahme darstellen. Sich der gegenwärtigen Situation bewusst, erkennt die Stiftung die Wichtigkeit, einen Beitrag zu leisten und engagiert sich weiterhin für eine nachhaltige Entwicklung, sowohl in Luxemburg als auch in den Ländern, in denen sie tätig ist. Durch ihre Projekte stellt die Stiftung sicher, dass sie sich auf verschiedenen Ebenen für eine nachhaltige Entwicklung einsetzt, ein Beitrag, den sie als grundlegend betrachtet. Abgesehen davon, dass es eines der wichtigsten Themen unserer Zeit ist, ist es eine Verantwortung, die jedem einzelnen von uns zufällt. Ganz konkret arbeitet die Stiftung diesem Ziel in all ihren Projekten von der Planungsphase an entgegen: Installation von Sonnenkollektoren und Müllverbrennungsanlagen in Gesundheitszentren, Regenwasserrückgewinnungsanlagen, Sensibilisierung der Begünstigten für den sinnvollen Umgang mit Wasser, usw.

Diese unvollständige Aufzählung von Beispielen verdeutlicht den ganzheitlichen Ansatz der Stiftung, die gemäß ihrer Interventionsstrategie einen Beitrag zu allen SDGs anstrebt. Die zukünftigen Herausforderungen in diesem Bereich sind in der Tat zahlreich. Darüber hinaus mag ihre Vielzahl manche Menschen abschrecken, angesichts der Größe der Aufgabe, die sie darstellen: schmelzendes Eis, Wüstenbildung, Nahrungsmittelnot, etc. Auch wenn diese Ereignisse weit entfernt und außerhalb unserer Reichweite zu sein scheinen, ist es wichtig, dass jeder erkennt, dass es unser individuelles Handeln ist, das zur Erreichung globaler Ziele von außergewöhnlichem Ausmaß beitragen wird. Wir alle haben die Macht, einen Unterschied zu machen. Dies ist eine große Verantwortung, aber auch eine große Chance. Wenn jedoch die Ziele der nachhaltigen Entwicklung bereits in alle Projekte der Stiftung integriert sind, ist es möglich, die bereits vorhandenen Maßnahmen zu vertiefen. So werden in diesem Jahr die Zucht- und Gärtnerei-Aktivitäten im Empfangsund Unterkunftszentrum Tougouri und im Junggärtnerzentrum Dédougou, beide in Burkina Faso, verstärkt. Dies wird wesentlich zur Autonomie und zum Lebensunterhalt der beiden Strukturen beitragen.

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BETREUUNG

Ausführlich © FFL/ FAIRMED - P. Käser

SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Agenda 2030, Vereinte Nationen

Im Rahmen ihrer Gesundheitsprojekte setzt sich die Stiftung für die Verbesserung der Gesundheitssysteme in den Gemeinden ein, insbesondere durch verschiedene Programme wie den Bau und die Ausstattung medizinischer Einrichtungen, Bewusstseinsbildung, Ausbildung von Gesundheitshelfern, Impfprogramme und Vorsorgeuntersuchungen. Während monetäre Armut für einige Bevölkerungsgruppen ein Zugangshindernis bleibt, kann das einfache Konzept der "Armut" die soziopolitische Komplexität dieses Hindernisses nicht vollständig erklären. So legt insbesondere in Mali, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik, die durch interne Konflikte verursachte Unsicherheit die medizinischen und sozialen Dienste ebenso lahm wie die allgemeine Wirtschaft. Des Weiteren kann die bedrohliche Situation die Bevölkerung, einschließlich des medizinischen Personals, dazu zwingen, Zuflucht zu suchen, z. B. im Wald, weit entfernt von Gesundheitsdiensten.

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Darüber hinaus führt das Fehlen eines öffentlichen Budgets im Gesundheitsbereich in einigen Fällen zum Streik des medizinischen Personals oder behindert die Mobilisierung von Ressourcen und Materialien, insbesondere in ländlichen Gebieten. Dieses begrenzte Budget verkompliziert auch das System der sozialen Sicherheit, wodurch die Verfahren schwer zu befolgen sind und es somit beinahe unmöglich macht, Leistungen zu erhalten. Des Weiteren ist die fehlende Infrastruktur für einige Bevölkerungsgruppen nach wie vor ein großes Hindernis, da sie weite Entfernungen zu einer medizinischen Versorgung, sowie oft einen schlechten Zustand der Wege oder Straßen mit sich bringt, der sich besonders während der Regenzeit verschlimmert.

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Dies ist nur ein kleiner Teil der Phänomene, gegen die die Stiftung täglich kämpft, wenn es um den Zugang zu "Gesundheit" geht. Darüber hinaus berücksichtigt jedes der Projekte die Besonderheiten, Sitten und Gebräuche der Region in Bezug auf die Gesundheit, um den Bedürfnissen der Bevölkerung bestmöglich gerecht zu werden.


Von Generation zu Generation Um bestimmte Aspekte der traditionellen Medizin zu entdecken, teilen wir mit Ihnen die Aussagen eines unserer malischen und guineischen Partner, die jeweils für ein kommunales Gesundheitsprogramm und ein Projekt zur Untersuchung und Behandlung von Hautgeschwüren verantwortlich sind.

Mali

Guinea

Mali ist ein Land mit einer sehr niedrigen Alphabetisierungsrate und einem starken traditionellen Glauben. Diese Aspekte machen es für einen bestimmten Teil der Bevölkerung oft schwierig, Gesundheitseinrichtungen aufzusuchen. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass in vielen Gegenden des Landes moderne Gesundheitsstrukturen sehr weit von der Bevölkerung entfernt sind und man oft 50 bis 60 Kilometer fahren muss, um sie zu erreichen.

Guinea hatte schon immer Schwierigkeiten in Bezug auf die medizinische Versorgung. Diese Schwierigkeiten sind wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Natur. Aus diesem Grund greift die Mehrheit der ländlichen und peri-urbanen Bevölkerung in Guinea auf die traditionelle Medizin als erste Verteidigungslinie zurück.

Wir können uns bereits zu dem von der FFL finanzierten kommunalen Gesundheitsförderungsprogramm in Mali in der Region Segou beglückwünschen, das 67,08 % der begünstigten Bevölkerung in unseren Interventionszonen den Zugang zur Gesundheitsversorgung in einem Umkreis von weniger als 5 km ermöglicht hat. Wir möchten uns bei der FFL, allen öffentlichen und privaten Spendern im Großherzogtum Luxemburg und natürlich bei allen lokalen Akteuren (sozioökonomische Gesundheits-, Gemeinde-, Frauen- und Jugendverbände) bedanken. Es gibt zahlreiche lokale Initiativen und die Praxis der traditionellen Medizin ist in Mali offiziell anerkannt. Es gibt sogar eine nationale Vereinigung, die sich der Praxis dieser Medizin widmet und eine Abteilung für traditionelle Medizin am nationalen Institut für Gesundheitsforschung. Die traditionelle Medizin basiert im Wesentlichen auf Pflanzen und Bäumen. Es gibt sehr wirksame traditionelle Heilmittel gegen Malaria, Husten, Hepatitis, Magenschmerzen, Magenprobleme... DerSirup "Balembo" (Balembo ist ein Baum) ist zum Beispiel ein starkes Hustenmittel und gehört zu den 7 verbesserten traditionellen Medikamenten, die vom nationalen Institut für öffentliche Gesundheit entwickelt wurden. Dieses Medikament wird in industrieller Form von der Pharmacie Populaire du Mali hergestellt. Heilpflanzen und das Wissen um Heilpflanzen und traditionelle Medizin sind ein wichtiges Erbe des afrikanischen Kontinents. MACKY TALL Projektleiter AP-FFL (Mali)

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Traditionelle oder religiöse Medizin wird in Guinea sehr wohl praktiziert. Patienten denken oft, dass Wunden oder chronische Dermatitis ein böser Zauber sind, Hexerei. Das führt dazu, dass sie traditionelle oder religiöse Therapeuten aufsuchen. Nach dem Versagen dieser traditionellen Behandlungen kehren die Patienten zur konventionellen Medizin zurück, immer zu spät, mit Komplikationen für ihre Versorgung. Es gibt jedoch lokale Initiativen zur Sensibilisierung der Gemeinde und der Landbevölkerung für die Bedeutung der Nutzung von Gesundheitsdiensten, zur Schaffung von einkommensschaffenden Aktivitäten und zum Bau von Gesundheitszentren. Der Kampf gegen Malaria umfasst die Verteilung von imprägnierten Moskitonetzen, die kostenlose Behandlung von Malaria bei Neugeborenen, die kostenlose Entbindung für Schwanger, die Impfung von Kindern im Alter bis 5 Jahren gegen bestimmte epidemische Krankheiten (Masern, Poliomyelitis usw.) und die Massenbehandlung bestimmter vernachlässigter tropischer Krankheiten. DR. ABOUBACAR GOUMANÉ Chirurg (Guinea)

WUSSTEN SIE SCHON? In Guinea wenden traditionelle Praktiker im Allgemeinen die Phytotherapie an, die auf Heilpflanzen wie Wurzeln, Rinden, Blättern und Kräutern basiert. Der Donnerstag, der Vorabend des Gebetstages, und der Sonntag, der Vorabend des Geburtstages des Propheten, gelten als die besten Zeiten, um diese Pflanzen zu sammeln. Zum Zeitpunkt des Pflückens begrüßen die Heiler die Pflanze und bitten sie, ihre Energie zur Heilung der Krankheit zu geben.


LERNEN

Inklusion Um Kindern und Jugendlichen in Schwierigkeiten eine bessere Vorbereitung auf ihre berufliche Laufbahn zu ermöglichen, unterstützt die Stiftung ihre Partner im Rahmen von Bildungs- und Berufsausbildungsprogrammen.

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WUSSTEN SIE SCHON?

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Soziale Ausgrenzung ist definiert als der Ausschluss von Personen von verschiedenen Rechten, Möglichkeiten und Ressourcen. Das Konzept der "sozialen Ausgrenzung", das als Gegenpol zur sozialen Inklusion gilt, ist eines der Hauptthemen der Armutsstudie. Dieses Konzept bewertet nicht nur den Ursprung der Ausgrenzung, sondern auch die Wichtigkeit, auf die Art und Weise zu achten, wie Individuen in eine Gesellschaft "eingeschlossen" werden. Denn manchmal ist das Problem nicht die Ausgrenzung an sich, sondern die ausbeuterische Form der Eingliederung, kombiniert mit schlechten Bedingungen. In den Ländern, in denen wir tätig sind, sind Kinder und Jugendliche manchmal ausgeschlossen von manchmal aufgrund von akademischem Versagen oder des sozioökonomischen Status von der Schule ausgeschlossen oder aufgrund mangelnder Bildungsabschlüsse vom Arbeitsmarkt marginalisiert, trotz ihres großen Potenzials. Infolgedessen erleben einige junge Menschen einen Verfall ihrer moralischen Werte und eine wachsende Angst vor ihrer Zukunft. Während andere, die nicht zur Schule gehen und/oder sich in einer prekären Situation befinden, in gefährlicher, ausbeuterischer Arbeit landen oder dem Risiko von Vergewaltigung und Gewalt ausgesetzt sind. In der Hoffnung, zu einer echten Inklusion dieser jungen Menschen in Schwierigkeiten beizutragen, engagiert sich die Stiftung in verschiedenen Projekten im Bereich Bildung und Schutz in Benin, Burkina Faso, Mali und der Elfenbeinküste. Um die sozio-professionelle Wiedereingliederung von Schulabbrechern zu gewährleisten, bieten die Projekte der Stiftung ihnen eine qualitativ hochwertige berufliche und soziale Betreuung.

In Burkina Faso wird davon ausgegangen, dass die Verantwortung für die Betreuung und Erziehung der Kinder nicht nur bei den leiblichen Eltern liegt, sondern beim gesamten Dorf, mit dem Ziel, die Kinder in ein soziales Umfeld zu integrieren.

Von da an wird ihre sozio-professionelle Wiedereingliederung nicht nur durch die Absolvierung verschiedener Ausbildungskurse im Zentrum und das Bestehen der nationalen Prüfung für das Zertifikat der beruflichen Qualifikation gewährleistet, sondern auch dadurch, dass sie von der Verpflegung, psychologischen und gesundheitlichen Betreuung sowie der Nachbetreuung durch einen Sozialpädagogen profitieren. In der Tat achten die Lehrer in den Zentren darauf, eine vertrauensvolle Beziehung zu den Schülern auf ihrem Weg zu einer echten sozio-professionellen Wiedereingliederung aufzubauen. Am Ende der Ausbildung erhalten die Schüler einen Bausatz, der aus Materialien besteht, die im Rahmen der unterrichteten Berufe nützlich sind, sowie Arbeitsmittel, um ihre Integration in das Arbeitsleben zu gewährleisten. Eine Nachbereitung findet auch nach dem Abschluss statt, wenn möglich mit einem Treffen oder einem Besuch in den Werkstätten oder Unternehmen, in denen die Studenten aktuell arbeiten. YUKI FUJITA

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SDG 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern. Agenda 2030, Vereinte Nationen

EMMANUEL KAFANDO Ehemaliger Student und jetziger Ausbilder am Centre de Formation Professionnel et Artisanal (CFPA) in Tougouri (Burkina Faso)

Ich liebte den Unterricht, aber ich hatte nicht die Möglichkeit, in der Schule weit zu kommen, da mir die Mittel fehlten. Ich habe die Schule sehr früh abgebrochen, weil meine Eltern es sich nicht leisten konnten, die entsprechenden Kosten für mich und meine Brüder zu tragen. Ich hatte mich dem Goldwaschen angeschlossen, in der Hoffnung, das nötige Geld zu verdienen, um meiner Familie zu helfen und für mich selbst zu sorgen. Ich war desillusioniert, da ich und die anderen jungen Leute, die dorthin gingen, gefährliche Arbeit ohne gute Bezahlung verrichteten (Graben von Löchern, die mehr als 50 Meter tief waren, oft mit Einsturzgefahr, Sprengen von Gestein und Kontakt mit Zyanid). Einige von ihnen verloren ihr Leben durch Steinschläge und Zyanidvergiftungen, weil das Wasser, das sie tranken, oft verseucht war. All diese riskante Arbeit erlaubte es uns nicht einmal, uns im Krankheitsfall selbst zu versorgen, und die Goldgräberchefs bezahlten uns oft nicht. Es konnte also zu Konflikten auf den Baustellen kommen, mit der Gefahr von Verletzungen durch Stichwaffen (Messer, Macheten, Spitzhacken,...). Wir hofften einfach, dass wir eines Tages auf einen Goldklumpen stoßen würden, der unsere Lebensbedingungen verändern könnte, aber in Wirklichkeit war es ein Köder, denn wir wurden unbewusst von den Ausbeutern beaufsichtigt. Deshalb war es ein Glück, dass die AAB-FFL (Association des Amis Burkinabés de la FFL) an den Goldwaschplatz kam, um uns zunächst zu sensibilisieren. Während des Rekrutierungstages habe ich nicht gezögert, mich auf das Abenteuer einzulassen. Meine Freude war noch größer, denn diesmal hatte ich endlich mein Schicksal in der eigenen Hand: einen Beruf unter guten Bedingungen zu erlernen, mit aller notwendigen Unterstützung, um mich endlich für meine Familie nützlich zu machen, ohne von irgendjemandem ausgebeutet zu werden. Mein Leben im Zentrum war der beste Moment meiner Jugend. Es ist diese Nostalgie für das Zentrum, die mich jedes Mal dorthin gehen ließ, wenn ich in Tougouri war. Es war mein Wunsch, eines Tages dort zu arbeiten, wenn ein Platz frei wird, und ich hoffte, das Vertrauen des Ausbilders, des Direktors und auch der Pfarrzelle für Entwicklung und Solidarität (CPDES) zu gewinnen. Ich habe die Ausbildung zur Katechetin in der Mooré-Sprache und Alphabetisierung im Zentrum absolviert, die mich befähigt, auf Französisch zu lesen und zu schreiben. Angesichts meines offensichtlichen Interesses und meiner Fähigkeiten in der Zweiradmechanik bot mir der Direktor dann diese Chance an, meine FähigkeitenzutestenunddenTrainerimFalleeinerunfreiwilligenAbwesenheit oder eines Notfalls (Krankheit, Nichtverfügbarkeit des Trainers...) zu ersetzen. So kam ich als Assistenztrainer in das Zentrum und konnte das Vertrauen des Direktors, des Trainers und des CPDES gewinnen. - 11 -

Illustration Foto © FFL


SCHÜTZEN

Hoffnung verbreiten Seit einigen Jahren legt die Stiftung ein speziell Augenmerk auf den Schutz von Frauen und Kindern, insbesondere von jungen Mädchen und Frauen, die eine Form von weiblicher Genitalverstümmelung erlitten haben, sowie von Kindern, die den Risiken von Menschenhandel, Zwangsarbeit oder verschiedenen Arten von sexuellem, körperlichem oder moralischem Missbrauch ausgesetzt sind.

EIN GANZHEITLICHER ANSATZ

ÜBER EIN TABU SPRECHEN Wie verhalten sich Sensibilisierungssitzung?

Ohne jemals unseren Anspruch zu vergessen, Hand in Hand mit unseren Partnern und Begünstigten zu arbeiten, verfolgt die Stiftung im Rahmen von Schutzprojekten, wie auch in ihren anderen Interventionsbereichen, einen integralen holistischen Ansatz. Denn nur ein partizipativer, gemeinschaftlicher Ansatz wird echte und dauerhafte Veränderungen herbeiführen und die Hoffnung verbreiten, die uns verbindet.

die

Teilnehmer

bei

einer

Claudine Ouédraogo, Projektleiter FGM, AAB-FFL, Burkina Faso : Die Einstellung der Teilnehmer unterscheidet sich je nach Eingriffsbereich. Jede Zone und somit jede ethnische Gruppe hat ihre eigene Ausbildung. Sissili : Gebiet der Volksgruppe der Gourounssi, eine der Volksgruppen Burkina Fasos, die dafür bekannt ist, eine extrovertierte Bevölkerung zu haben, d.h. eine, die sich nicht scheut, sich vor einer Gruppe von Menschen zu äußern, egal zu welchem Thema, und die kein Blatt vor den Mund nimmt. Wie wir zu Hause sagen : "Nennen sie das Kind beim Namen". Wenn Sie vor einer Gruppe von Menschen aus diesem Geist stehen, läuft der Austausch sehr gut, da Sie genau wissen, was diese Gruppe von Menschen denkt.

Unsere Aktivitäten in Burkina Faso und Mali gegen FGM beispielsweise finden auf mehreren Ebenen statt: medizinische und psychologische Betreuung der betroffenen Frauen, Sensibilisierung der Gemeinschaft, um dieses Tabu und die mit ihm verbundenen gesellschaftlichen Normen zu brechen, Identifizierung der Beschneider.innen, um sie auf einen anderen beruflichen Weg zu bewegen, sowie Advocacy-Aktivitäten, die sich an einflussreiche Personen in der Gemeinschaft richten, die zum Ende dieser Tradition beitragen können.

Ouargaye : Gebiet mit einer Mehrheit von Mossi, einer sehr diskreten ethnischen Gruppe, für die Sex ein Tabuthema ist, das nicht in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte. Außerdem wird es sehr schlecht angesehen, wenn die Frau das Wort ergreift, um in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. In diesem Bereich ist die Sensibilisierung also recht kompliziert, weil es schwierig ist, die Meinungen der Frauen einzuholen und ihre Anliegen zu erfassen. Es ist ihnen sehr peinlich, was bei den Gesprächen gesagt wird. In der Regel geht jede Frau nach den Gesprächen einzeln auf die Sensibilisierungsagenten zu und versucht, ihre Anliegen mitzuteilen.

Die Unterbringung der begünstigten Kinder im Rahmen des Kinderschutzprogramms wird begleitet von Verpflegung, Kleidung, psychologischer und medizinischer Betreuung sowie soziokulturellen und sportlichen Aktivitäten, die es den Kindern ermöglichen, ihre sozialen Fähigkeiten zu entwickeln, die im Leben ebenso wichtig sind wie die beruflichen Kompetenzen. Gleichzeitig ermöglichen die Mediationssitzungen eine mögliche Familienwiedervereinigung, die in diesen Projekten Priorität hat. Wenn eine Familienwiedervereinigung nicht möglich ist, versucht unser Partner, die Kinder in ein Heim zu vermitteln, wo sie eine Unterkunft und eine schulische oder sogar berufliche Ausbildung erhalten können.

Mit welchen Schwierigkeiten können Sensibilisierungsarbeiter während der Sitzungen konfrontiert werden?

Um die verschiedenen Probleme der Straßenkinder anzugehen, werden auch Sensibilisierungsveranstaltungen in den Gemeinden organisiert, was eine echte Unterstützung ist, um eine Änderung der Gewohnheiten und des Verhaltens zu bewirken. Darüber hinaus gibt es Kinderclubs, die Sensibilisierungsmaßnahmen unter Gleichaltrigen durchführen, was den integrativen Ansatz der Projekte verdeutlicht.

Konaté Aminata Diarra, Präsident, COFESFA, Mali :

Im Jahr 2020 wurden 1176 Kinder von unseren lokalen Partnern betreut, während 1161 FGMAufklärungsgespräche durchgeführt wurden.

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Die geringe Verfügbarkeit von Schutzmasken für die meisten Teilnehmer an den Aufklärungsveranstaltungen (Aufklärungsgespräche,Videovorführungen, Kochvorführungen);

Die Nichtbeachtung der COVID-19- Barrieremaßnahmen während der Sensibilisierungssitzungen;

Die auf 50 Personen begrenzte Teilnehmerzahl pro Sensibilisierungssitzung (Overflow).

Es gibt weiterhin viele Menschen, die trotz der täglich von dieser Pandemie geforderten Opfer nicht an die Existenz von COVID-19 glauben.


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SDG 5 : Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.

WUSSTEN SIE SCHON? Benin ist bekannt für eine sehr hohe Rate an Zwillingsgeburten im Vergleich zum Rest der Welt. In Benin werden Zwillinge als göttliches Geschenk und nicht als reiner Zufall gefeiert.

Agenda 2030, Vereinte Nationen

SIND SIE MIT DER PRAXIS DER BETRAUUNG VERTRAUT? Dabei handelt es sich um eine kulturelle Praxis der Kinderpflege, welche in zahlreichen Regionen Westafrikas vorkommt. Die Unterbringung von Kindern bei anderen Familienmitgliedern oder manchmal auch bei einer anderen Familie wird traditionell als eine Praxis angesehen, die es den Kindern ermöglicht, eine bessere Ausbildung und eine Gelegenheit zur Sozialisierung zu erhalten und gleichzeitig die Familienbande und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

FAMILIE

R-FFL*

Seit mehreren Jahrzehnten wird diese traditionelle Praxis jedoch von Menschenhändlern ins Visier genommen, die den Familien falsche Versprechungen über Pflegefamilien machen und dann dafür sorgen, dass sie durch den Verkauf der Kinder Geld verdienen. Sind die Kinder dann verschiedenen Formen von Gefahren ausgesetzt, wie z.B. körperliche, sexuelle oder verbale Gewalt, frühe Verheiratung oder exzessive Arbeit unter gefährlichen Bedingungen, insbesondere im häuslichen, landwirtschaftlichen und Bergbaubereich oder in der Sexindustrie.

MENSCHENHÄNDLERN BERGBAUBEREICH

LANDWIRTSCHAFT

SEXINDUSTRIE

HÄUSLICHE ARBEIT ERSATZFAMILIE

* Représentation formelle de la Fondation Follereau Luxembourg au Bénin

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VERSTEHEN

Sich zurückziehen SDG 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen Agenda 2030, Vereinte Nationen

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In der Überzeugung, dass ein echter und nachhaltiger Wandel auf lange Sicht die Stärkung der begünstigten Gemeinschaften und Strukturen erfordert, berücksichtigt die Stiftung bereits in der Projektplanungsphase Ausstiegsstrategien.

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Unser Engagement fortsetzen jenseits des Rückzugs aus dem Projekt.

Die Stiftung ist immer sehr stolz wenn ein Projekt eigenständig bestehen kann. Diese möglichst inklusive Auto-suffizienz ist nur möglich durch die Zusammenarbeit und den unermüdlichen Einsatz der Partnerorganisationen und der Bevölkerung vor Ort. 2020 konnten trotz eines sehr unstabilen Kontexts sechs neue Gesundheitszentren eröffnet werden, und gleichzeitig die Entbindungsstation in Ahozonnoudè in Benin an die Gemeinschaft abgegeben werden. Dieses Zentrum wurde 2013 von der lokalen Repräsentation der Fondation Follereau Luxembourg in Benin (R-FFL) errichtet. Seitdem unter der Leitung der Stiftung, konnte sich diese Entbindungsstation in der Region beweisen und sich über die Jahre sowohl finanziell als auch strukturell von der Fondation Follereau ablösen. Deshalb wurde zusammen mit dem lokalen Verwaltungsausschuss des Zentrums entschieden die Unterstützung der Fondation Follereau 2020 zu stoppen und die Leitung an die Bevölkerung vor Ort und an das beninische Gesundheitsministerium abzugeben. Dieser Ansatz ist von Anfang an Teil der Strategie der Autonomie und Nachhaltigkeit der Projekte der Fondation Follereau Luxembourg, mit dem Ziel sich schließlich aus der Leitung der errichteten Strukturen zurückzuziehen und sie der Bevölkerung vollständig zu überlassen. Um eine sanfte Abgabe zu gewährleisten, wird eine vierteljährliche Nachbetreuung während der zwei Jahre nach diesem Ausstieg sichergestellt, um der Struktur bei Bedarf helfen zu können und das Risiko einer Beeinträchtigung der Strukturen zu minimieren, sobald das Ausstiegsverfahren abgeschlossen ist. In der Tat bleibt die Stiftung über ihr Engagement hinaus in Kontakt mit den Dorfgemeinschaften, die sich immer an unsere lokalen Partner wenden können, falls ein Problem aufkommt, und das in allen unseren Einsatzländern. Auch im Jahr 2020 hat unser togolesischer Partner, die Association des Amis Togolais de la Fondation Follereau Luxembourg (AAT-FFL) im Rahmen ihres Gesundheitsprogramms dafür gesorgt, dass die Krankenstation, die Entbindungsstation und der Wasserturm eines Gesundheitszentrums in Togo in nur wenigen Monaten saniert wurden. In den 70er Jahren wurde mit Unterstützung der Stiftung dieses Gesundheitszentrum in Kpélé Tutu gebaut, wo der Bedarf an besseren Gesundheitsleistungen von der Bevölkerung und den lokalen Akteuren geäußert worden war. Das Zentrum wurde dann in den 1980er Jahren an die Gemeinschaft zurückgegeben, aber die Projekt-Nachbereitung durch die AAT-FFL 2019

stellte Verbesserungsbedarf an dieser Struktur fest. Die Stiftung engagierte sich deshalb erneut um das Zentrum wieder funktionstüchtig zu machen, gleichermaßen wie bei der Sanierung des Regenwassersystems des Gesundheitszentrums in Zionou, dessen Filtersystem defekt war. Auf diese Weise übernimmt die Stiftung eher die Rolle eines Beraters, der den lokalen Strukturen zur Verfügung steht wenn sie Hilfe benötigen, während die lokalen Partner weiterhin für die richtige Nachbereitung des Projekts in Betracht auf dessen Nachhaltigkeit sorgen. Der Rückzug aus den Projekten ist in der Tat ein wesentlicher Schritt für den Erfolg eines Entwicklungszusammenarbeitsprojekts, und somit auch einer der ersten Schritte in der Projektplanung. In der Regel wird kein Projekt ohne den konkreten Einsatz der lokalen Dienststellen und der Zivilgesellschaft durchgeführt. Es werden vorab Abkommen mit den Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen unterschrieben, die einen großen finanziellen Beitrag leisten und von Anfang an beteiligt sind, insbesondere durch die Bereitstellung von Personal für die Ausbildungs- und Gesundheitszentren. In der Regel wird innerhalb der Gemeinschaft auch ein Verwaltungsausschuss (comité de gestion – COGES) eingerichtet, der z.B. eine Form von „Krankenkasse“ aufbauen kann, dank derer die besser gestellten Familien eine Kasse, in manchen Gegenden „tontine“ genannt, anlegen können, die zur Versorgung der weniger gut gestellten Familien beiträgt, aber auch zum Beispiel zu den Betriebskosten einer Struktur. Alle diese Maßnahmen sind zwar Teil der Projektplanung, haben aber auch ihre Grenzen. In einigen besonders abgelegenen Gebieten, die immer wieder erschüttert werden durch Gesundheitskrisen, sind die lokalen Behörden manchmal überfordert und können nicht alle bestehenden Strukturen wie eigentlich geplant verfolgen. Die Rolle des Beraters, die wir vorher erwähnt haben, ist daher sehr wichtig. In Kpélé Tutu waren die Mitarbeiter des Zentrums nicht mehr in der Lage, die Situation zu kontrollieren, hatten alle Hoffnung verloren und fühlten sich ihrem eigenen Schicksal überlassen. Unser Partner vor Ort werden durch ihr unermüdliches Engagement die Begünstigten der Projekte immer in den Vordergrund stellen. So bemühen wir uns jeden Tag Hand in Hand, unser Engagement über den Rückzug hinaus fortzusetzen, um stets einen nachhaltigen Impakt für die am meisten gefährdeten Gemeinschaften zu schaffen. AURÉLIE COSTANTINI Kommunikationsverantwortliche presse@ffl.lu

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DANKEN

misaotra

enachè nuwe

MALGACHE (MADAGASKAR)

FON (BENIN)

sobodi KOTOKOLI (BENIN/TOGO)

barka

i ni che

MORÉ (BURKINA FASO)

DYULA (BURKINA FASO)

i ni ce

danke

BAMBARA (MALI)

(DEUTSCHLAND)

fofo

nouari SONINKÉ (ELFENBEINKÜSTE, GUINEA, MALI)

SONGHAÏ (MALI)

matôndo

gha-ana DOGON (MALI)

KIKONGO (ZAR/DRK)

tuasakidila

matondi

singuila

LINGALA (ZAR/DRK)

TSHILUBA (DRK)

SANGO (ZAR/DRK)

akpé EWE (TOGO)

n’fa n’fa

asante SWAHILI (DRK)

MOBA (TOGO)

Von ganzem Herzen, Merci (LUXEMBURG)

Im Namen des Verwaltungsrates, des Teams der Fondation Follereau Luxembourg, ihren lokalen Partnern sowie den Empfängern möchten wir den großzügigen und engagierten Partnern danken, die sich für eine Zusammenarbeit im Jahr 2020 eingesetzt haben. • Amis des Lépreux de Rodange (10.000 €) • Drip Drop, eine Vereinigung von EPF-Studenten (600 €) • Ecole Privé du Fieldgen (EPF) und seine Studenten (4.350 €)

© FFL/ FAIRMED - P. Käser

• Fraen a Mammen Diekirch (1.500 €) • Help (4.720 €) • Hôpitaux Robert Schuman (1.307,64 €) • Infogreen (1.000 €) • Lycée Classique d'Echternach (4.720 €) • MS Gestion (148,68 €) • Paul Hammelmann (7.000 €) • Raphaël Bubani (100 €) • Ville de Luxembourg (15.351, 24 €) • Ville de Strassen (4.000 €)

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