VISITE Ausgabe 1/2020 | Das digitale Krankenhaus

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DIGITALE SUCHE FÜR DIE NACHSORGE DAS MICRA™ AV-SYSTEM ONLINE-VERANSTALTUNGEN DER HNO-KLINIK PHYSIOTHERAPEUTISCHE ÜBUNGSVIDEOS FÜR PATIENT*INNEN DIGITALISIERUNG IM ORTHOPÄDISCHEN OP AUSGABE NR. 1 | 2020 www.visite-blog.de Das Gesundheitsmagazin des Klinikums Bielefeld unsere kompetenz für ihre gesundheit klinikumbielefeld Außerdem: Digitale Veranstaltungen Berichte, Videos Livestream-Auf-und zeichnungen

Über 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich täglich mit Herzblut und Leidenschaft für das Wohl unserer Patientinnen und Patienten ein – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Unterstützt werden sie von zahlreichen Helfern, die sich ehrenamtlich für das Klinikum Bielefeld engagieren. Gemeinsam haben wir nur ein Ziel: eine optimale, ganzheitliche Versorgung und die Zufriedenheit unserer Patientinnen und Patienten. Die Finanzierung der Behandlungskosten ist durch die Krankenkassen gesichert. An vielen Stellen würden wir uns jedoch wünschen, etwas mehr für unsere Patienten tun zu können – mit Ihrer Spende können wir dies ermöglichen.

Gesichter. HELFEN SIE MIT! HELFEN SIE MIT! Wir freuen uns über Ihre Unterstützung. HERZLICHEN DANK.
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Hilfe hat viele
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LIEBE LESERINNEN, LIEBE

LESER,

normalerweise würde dieses Editorial mit den Worten beginnen: „Liebe Leserinnen und Leser, heute halten Sie die neue Ausgabe unseres Klinikmagazin VISITE in den Händen…“, aber ab dieser Ausgabe wird es die VISITE nur noch in digitaler Form geben. Bei dem Themenschwerpunkt „Digitalisierung“ liegt sowas ja eigentlich auf der Hand.

Diese digitale Ausgabe ist fast genauso wie die gedruckte Version. Sie können im Magazin blättern und die Artikel lesen, wie in einem Print Magazin. Die digitale Ausgabe kann aber noch mehr. So finden Sie auf vielen Seiten Links zu Videos oder Hinweise auf UNSERE HOMEPAGE . Unsere Veranstaltungsreihe BÜRGER FRAGEN - ÄRZTE ANTWORTEN fand corona-bedingt als Live-Stream statt. Die dabei entstandenen Videos können Sie sich ebenfalls in dieser Visite-Ausgabe anschauen. Somit haben Sie einen realen Mehrwert. Mit Klick auf das „Hand-Symbol“, welches Sie in jedem Artikel finden, gelangen Sie zur Reader-Version. Sie können die VISITE also überall lesen – auf dem Smartphone, dem iPad oder am Computer. Also nur zu!

Unsere Welt ist digital. Facebook, Twitter, Instagram sind längst Bestandteil unseres Lebens. Waren früher noch die „jungen Leute“ Hauptnutzer*innen der Sozialen Medien und weiterer Errungenschaften der Digitalwirtschaft, sind mittlerweile längst auch die Silver Ager im Netz unterwegs, bei Whats-

App oder bei Amazon etc. Die Welt ist im Umbruch und wir beginnen, auf die radikalen Einbrüche der vergangenen Jahre zu reagieren. Die radikalen Veränderungen sind das Phänomen unserer Gegenwart. Unsere Welt ist online.

Dies gilt auch längst für das Gesundheitswesen und damit auch für die Krankenhäuser. Die digitale Visite ist auf den Stationen im Klinikum Bielefeld längst Gegenwart. High-Tech-Geräte wie der Mako OP-Roboter von Stryker, der die DIGITALISIERUNG IN UNSERER ORTHOPÄDISCHEN KLINIK zunehmend voran bringt, oder das MICRA-AV SYSTEM , ein Mini-Herzschrittmacher, den unsere Kardiologie nutzt, kommt ohne Prozessor aus. Selbst unsere Speisen können von den Patient*innen mittlerweile digital bestellt werden. BEWERBERTAG , AKTIV GEGEN KREBS DAHEIM oder die VERANSTALTUNGEN DER HNO-KLINIK , finden trotz Corona-Pandemie statt, denn dank digitaler Medien können wir sie über das Internet streamen. Über dieses Medium erreichen wir so viele Menschen wie noch nie – obwohl wir auch gerne bald wieder Gäste begrüßen möchten. Vielleicht machen wir künftig beides.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre unserer digitalen VISITE Premiere!

Beste Grüße von Ihrer Redaktion

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DIGI tALE VERANS tALt UNGEN

BÜRGER FRAGEN ÄRZTE ANTWORTEN im Live-Stream

BEWERBERTAG DIGITAL RÜCKBLICK Ein Bewerbertag in Zeiten von Corona

AKTIV GEGEN KREBS DAHEIM

Der etwas andere Spendenlauf für onkologische Patient*innen

KLINIK FÜR HALS-NASENOHRENHEILKUNDE Digitale Info-Veranstaltungen

IMPRESSUM

Herausgeber

Klinikum Bielefeld gem. GmbH Michael Ackermann, Geschäftsführer

Verantwortlich für den Inhalt: Axel Dittmar, Kliniksprecher

Redaktion

Prof. Dr. med. Ludger Bernd, Petra Schwarze, Michael Lueb, Dr. Martin Liebich, Marie Assmann, Priv.-Doz. Dr. med. Ingo todt, Dr. med. Johannes Kleideiter, Christa Steinhoff-Kemper, Lea Reuter, Axel Dittmar, Marlene Flöttmann, Sandra Knicker, Stefanie Riesenberg, tamara Siewert

Bildnachweis Steffi Behrmann I Klinikum Bielefeld (U2, S. 6, 7, 8, 9, 12, 13, 16, 17, 18, 20, 21, 34, 35, 36, 37, 38, 40, 41, U4), Die Bundesregirung (24, 25, 26, 27), MyFitnessPal (28, 29), stock.adobe.com

Anschrift Klinikum Bielefeld gem. GmbH Unternehmenskommunikation teutoburger Str. 50 33604 Bielefeld info@klinikumbielefeld.de

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Auch im orthopädischen Operationsbereich DAS MICRA™ AV-SYSTEM Implantation eines sondenlosen 2-Kammer-Herzschrittmachers am Klinikum Bielefeld erfolgt DIE DIGITALE SPEISEERFASSUNG Per Klick zum Wunschmenü
Digitalisierung und personalisierte Automatisierung DIGITALE SUCHE FÜR DIE NACHSORGE Pflegedienste und Pflegeheime finden mit re|care t I t ELt HEMA 4 I NHALt SVER z EICHNIS
Konzeption screen concept - runge
ZUNEHMENDE DIGITALISIERUNG
KRANKENHAUS-APOTHEKE
SELSPASS UM AUSDRUCKEN FÜR KINDER UND ERWACHSENE .... auf Seite 44 GESUNDHEI t & W o HLBEFINDEN CORONA WARN-APP Ein Interview mit Dr. med. Johannes Kleideiter Leitung der Klinikhygiene MYFITNESSPAL Eine Gesundheits-App im Test SELBSTHILFE in Zeiten der Pandemie 30 34 38 EINFACH, SCHNELL, DIREKT HELFEN Online-Spenden am Klinikum Bielefeld PHYSIOTHERAPIE FÜR ALLE PATIENT*INNEN Ein Übungsprogramm geht in die Testphase KLINIKUM BIELEFELD NEWS UNSERE LIEBLINGS-REZEPTE SERVICE 5 I NHALt SVER z EICHNIS

ZUNEHMENDE DIGITALISIE RUNG

Auch im orthopädischen Operationsbereich

Der Ersatz von arthrotischen Gelenken mit Kunstgelenken, vor allem am Hüft- und Kniegelenk, spielt seit etwa 50 Jahren eine zunehmende Rolle in der operativen Orthopädie. Eine langsam zunehmende Gelenkzerstörung ist eine typische Alterserscheinung – die betroffenen Gelenken zeigen eine Schmerzhaftigkeit und Bewegungseinschränkung.

Die Kunstgelenkversorgung führt nach Jahren zu einer Lockerung der implantierten Kunstgelenke. Ein Teil der operierten Patient*innen sind mit ihren Gelenken auch deshalb

unzufrieden, weil die gewünschte Beweglichkeit nicht erreicht wird. Es ergibt sich mit den bekannten Systemen das Problem, dass in bestimmten Fällen eine Auslockerungstendenz besteht.

Eine gute präoperative Planung ist entscheidend

Die guten Ergebnisse bei den künstlichen Gelenken sind auch wesentlich abhängig von einer guten präoperativen Planung. Bisher wurde die präoperative Planung der Kunstgelenke anhand eines zweidimensionalen Röntgenbildes vorgenommen. Somit waren auch nur zwei Dimensionen bei der Planung möglich. Bei den digitalen Möglichkeiten mit der verbesserten Rechenleistung können vor der Operation jetzt dreidimensionale Bilder erstellt werden.

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Prof. Dr. med. Ludger Bernd Chefarzt der orthopädischen Klinik

An diesen dreidimensionalen Planungen werden die Prothesenteile für die Patient*innen sehr genau in den Knochen positioniert und verankert. Diese optimale, vor der Operation stattfindende Planung wird dann intraoperativ mit Hilfe der deutlich

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die roboterassistierte digitale Implantationstechnik die Ergebnisqualität des Gelenkersatzes deutlich verbessert hat.

verbesserten, robotergestützten Möglichkeiten vorteilhaft bei der Operation umgesetzt. Auch kommt es zu einer schnelleren Rehabilitation und Mobilisation der Patient*innen nach der Operation. Das postoperative Schmerzniveau ist reduziert und die exakt implantierten Kunstgelenke versprechen eine längere Lebensdauer.

Die roboterunterstützte Implantationstechnik wird in unserem Krankenhaus seit Oktober 2018 mit dem MAKO-System durchgeführt. Das Klinikum Bielefeld ist in Nordrhein-Westfalen die erste Klinik, die diese Technik zur Anwendung bringen konnte. Etwa 450 Eingriffe wurden bisher mit diesem System durchgeführt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass unsere Patient*innen von diesen neuen Möglichkeiten profitieren. Sie sind schneller wieder fit, haben weniger Schmerzen und die Gelenke sind besser beweglich.

Der Operationssaal der Zukunft

Diese digitalen Möglichkeiten werden wir auch auf andere Gelenke ausweiten. Hier stehen zunächst künstliche Hüftgelenke an und es ist damit zu rechnen, dass diese digitalisierten robotergestützten Verfahren den Operationssaal der Zukunft zunehmend zu einem hoch entwickelten IT-Center machen werden. Neben der Operateurin oder dem Operateur sowie der Operationspflege wird auch ein/e IT-geschulte/r Mitarbeiter*in im OP-Saal eine Rolle spielen. Bis die Roboter die Operation als Ersatz des Arztes oder der Ärztin durchführen können, wird allerdings noch eine längere Zeit vergehen.

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Das Micra™ AV-System

Implantation eines sondenlosen 2-Kammer-Herzschrittmachers am Klinikum Bielefeld erfolgt

Die Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin am Klinikum Bielefeld Mitte unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Stellbrink kann inzwischen als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland das Micra™ AV-System – den weltweit kleinsten Herzschrittmacher –einsetzen, der völlig ohne Kabel auskommt.

Seit vielen Jahren werden Herzschrittmacher erfolgreich in der Behandlung von Menschen mit langsamen Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Bisher war dazu ein Aggregat erforderlich, das unter die Haut oder den Brustmuskel eingepflanzt wurde und über Kabel mit dem Herzen verbunden ist. In Deutschland tragen ca. 500.000 Menschen einen solchen Herzschrittmacher.

Seit 2012 gibt es die sogenannten „sondenlosen“ Herzschrittmacher. Diese kommen mit einem Zehntel der Größe eines konventionellen Schrittmachers aus und können daher wie eine Kapsel komplett in das Herz eingesetzt werden, ohne dass Kabel aus dem Herzen geleitet werden müssen und ein Aggregat unter die Haut oder den Brustmuskel implantiert

werden muss. Der Schrittmacher ist also für die Patient*innen „unsichtbar“.

Bisher war die Einpflanzung dieser Systeme jedoch nur bei wenigen Patient*innen möglich, da sie lediglich die rechte Herzkammer stimulieren können, ohne die elektrische Aktivität der Herzvorhöfe wahrzunehmen (sog. „1-Kammer-Schrittmacher“).

Nun hat die Firma Medtronic (Minneapolis, USA) einen neuen Herzschrittmacher entwickelt, den „MicraTM AV“, der über einen Bewegungssensor die Wahrnehmung der Vorhofaktivität ermöglicht. Dies ist wichtig, um Herzvorhöfe und -kammern aufeinander abzustimmen. Das Herz pumpt somit „physiologisch“. Das heißt, die Pumpaktion läuft weitgehend so ab wie die normale Herzaktivierung. Der Schrittmacher arbeitet „AV-synchron“.

Gleichzeitig mit 4 anderen Kliniken in Deutschland wurde der erste Schrittmacher dieses Typs nun im Juli 2020 im Klinikum Bielefeld bei einem Patienten implantiert, bei dem der konventionelle Herzschrittmacher aufgrund einer Infektion ex-

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Das Micra™ AV-System ist ein sondenloser Herzschrittmacher. Dieser ist nur etwa ein zehntel so groß wie konventionelle Schrittmacher und kommt ohne Kabel aus. Somit ist er für den /die Patient*in "unsichtbar".

plantiert werden musste und es somit keine andere Möglichkeit der Einpflanzung gab.

„Dies ist ein großer Fortschritt in der Versorgung von Schrittmacherpatient*innen,“ sagt Prof. Dr. Christoph Stellbrink, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Klinikum Bielefeld nach dem Eingriff, der komplikationslos durch den Oberarzt Priv.-Doz. Dr. Hansky vorgenommen wurde. „Nun können wir auch Patient*innen mit AV-Block kabellos mit einem Herzschrittmacher behandeln, die bisher nur mit einem konventionellen Herzschrittmacher versorgt werden konnten. Dies ist wichtig, da dies prinzipiell ca. 35.000 Patient*innen mit AV-Block pro Jahr betrifft.“

Bei dem sogenannten AV-Block ist die Überleitung der elektrischen Erregung von den Herzvorhöfen zu den Herzkammern gestört. Durch den Schrittmacher werden Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwindel und Ohnmachtsanfälle effektiv behandelt. „Allerdings wird die Implantation noch nicht bei jedem/ jeder Patient*in möglich sein. Wir müssen noch Erfahrungen sammeln, ob die Wahrnehmung der Vorhofaktivität bei allen Patient*innen gut funktioniert. Daher verwenden wir diese Systeme aktuell nur bei sehr wenigen, ausgesuchten Patient*innen.“

Das OP-Team, v.l.n.r.: Daniel Höllige, Ludmilla Massold, PD Dr. Bert Hansky, Prof. Dr. Christoph Stellbrink
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Per Klick zum Wunschmenü

Die Digitale Speiseerfassung

Wird ein/e Patient*in stationär aufgenommen, soll neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung auch die richtige Verpflegung etwas zur Genesung der Patient*innen beitragen. Das Klinikum Bielefeld hat an seinen drei Standorten jährlich rund 53.000 stationäre Patient*innen zu verpflegen – das sind 159.000 Mahlzeiten am Tag, die in der Küche am Klinikum Bielefeld Mitte zubereitet und individuell zusammengestellt werden.

Um jedem/jeder Patient*in die Möglichkeit einer individuellen Speisenzusammenstellung jeder Mahlzeit zu bieten, gibt es am Klinikum 20 Versorgungsassistentinnen, die Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr die Patient*innen nach ihren Essenswünschen befragen. Auch dieser Prozess wurde mit der Zeit digitalisiert: Die Auswahl erfolgt mit Hilfe eines Tablets, welches mit dem Speiseerfassungssystem MEDLINQ bespielt wurde. MEDLINQ ist über eine Schnittstelle mit dem Krankenhausinformationssystem IMed1 verbunden, welches Patientendaten wie Namen, Zimmernummer und die festgelegte Kostform erfasst. Auch die Nährwerte einer Menükomponente sind in MEDLINQ hinterlegt. Nach dem Erfassen der Bestellung werden die Daten mit einem PC in der Küche synchronisiert und es entsteht eine individuelle Speisekarte für jede/n Patient*in. Vor der Abfrage bei dem/der Patient*in erfolgt eine Abstimmung der Verpflegungsassistentinnen mit dem Team der Pflege auf der Station, ob sich bei der Visite Änderungen an der Diät der Patient*innen

Unternehmenskommunikation, Marketing und Social Media

ergeben haben und die Patient*innen eine besondere Kostform erhalten müssen, welche von der Ärztin oder dem Arzt bei der morgendlichen Visite neu angeordnet wurde. So soll die optimale Verpflegung der Patient*innen während ihres Aufenthalts am Klinikum gewährleistet werden.

Bei der Abfrage der gewünschten Speisen stehen den Patient*innen diverse Komponenten für das Frühstück, das Mittagsessen und das Abendessen zur Auswahl. Durch die Möglichkeit, statt eines festen Menüs einzelne Komponenten zu wählen, haben die Patient*innen täglich die Möglichkeit, andere Speisen zu bekommen. Für die Patient*innen, die nicht angetroffen wurden, wird ein Zettel hinterlassen, und die entsprechenden Komponenten werden über die Pflege nachgemeldet. Wer als neue/r Patient*in aufgenommen wird, bekommt als erste Mahlzeit ein Standardmenü, was grundsätzlich aus leichter Kost besteht und kein Schweinefleisch beinhaltet.

Der Vorteil dieser Form von Speiseerfassung liegt ganz klar in der größeren Auswahl für die Patient*innen, aber auch in der Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter*innen der Küche. Zudem liefert das Programm auch eine Auswertung für die Produktion, so kann bestimmt werden, wie viel von welchem Produkt zu welchem Zeitpunkt benötigt wird.

Die digitale Speiseerfassung gibt es seit 1999 am Klinikum. Damals wurde die Bestellung mit einem bereits mobilen Pocket PC aufgenommen, welcher der Vorgänger des heutigen Tablets war. Ein Blick in die Zukunft lässt die eigenständige Bestellung über Terminals oder Touch Screens am Bett erahnen.

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Digitalisierung und Automatisierung in der KRANKEN HAUS APOTHEKE

Die Krankenhausapotheke des Klinikums Bielefeld ermöglicht gegenwärtig ca. 1/3 der Stationen des Klinikums eine patientenbezogene Arzneimittelversorgung (Unit Dose). Diese Möglichkeit können gegenwärtig lediglich 31 Krankenhausapotheken in Deutschland anbieten. Allerdings wenden sich immer mehr Krankenhäuser mit eigener Krankenhausapotheke dieser zu. Im Klinikum Bielefeld gibt es diese Versorgungsform bereits seit dem Jahr 2000. Damit gehörte es zu den 12 ersten Häusern in ganz Deutschland.

Worum geht es bei der patientenbezogenen Arzneimittelversorgung (Unit Dose)?

Sie betrifft in erster Linie die sogenannten festen oralen Darreichungsformen, also Tabletten, Kapseln und Dragees. Durch einen in der Apotheke befindlichen Kommissionierautomaten werden die betreffenden Medikamente für jede/n Patient*in individuell in kleine Tüten verpackt. Dabei werden der Name des/der Patient*in, Station und Zimmernummer, Bezeichnung des Medikamentes/der Medikamente, Einnahmetag und -uhrzeit auf jedes Tütchen aufgedruckt. Es besteht außerdem die Möglichkeit, zusätzliche Hinweise zur Einnahme anzugeben. In der Krankenhausapotheke des Klinikums

Wie ein Automat Arzneimittel patientenindividuell verpackt und beschriftet und damit die Sicherheit der Arzneimitteltherapie verbessert

Bielefeld werden gegenwärtig über 1 Million solcher Tüten pro Jahr produziert. Bevor der Kommissionierautomat seine Arbeit beginnt, müssen die Patientendaten zunächst verarbeitet werden. Hierzu werden zuerst die verordneten Medikamente auf der Station in ein Computerprogramm eingegeben. Anschließend kontrolliert ein/e Apotheker*in die Medikation des/der Patient*in auf Dosierungsfehler.

Im nächsten Schritt werden mithilfe von Datenbanken mögliche Wechselwirkungen (Interaktionen) und Gegenanzeigen (Kontraindikationen) geprüft. Eine zusätzliche Überprüfung anhand von Laborwerten des/der Patient*in ist in Planung. Über notwendige Änderungen wird der/die Ärzt*in informiert. Anschließend werden die Daten freigegeben und an den Kommissionierautomaten gesendet. Es werden dann bis zu 60 Tütchen pro Minute gepackt. Dieser automatisierte Prozess wird durch pharmazeutische Fachkräfte gesteuert und sorgsam überprüft.

Durch die Einführung von Unit Dose wird zudem der Verpackungsmüll im Klinikum Bielefeld deutlich reduziert. Durch die Verwendung von sogenannter Schüttware entfallen Blisterverpackungen und auf den Stationen kann die Anzahl von Dosetten und Einmal-Dosierbechern erheblich gesenkt werden. Zusätzlich zur maschinellen Verpackung

Michael Lueb Chefapotheker der Krankenhausapotheke am Klinikum Bielefeld Mitte Dr. Martin Liebich Apotheker der Krankenhausapotheke am Klinikum Bielefeld Mitte
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der festen oralen Arzneiformen werden Arzneiformen, die nicht vom Automaten verpackt werden können, von unseren Mitarbeiter*innen hinzugefügt. Es handelt sich hierbei vor allem um parenterale (unter Umgehung des Darms verabreichte) Arzneiformen, wirkstoffhaltige Pflaster, Zäpfchen und Granulate. Weiterhin auf Stationen bleiben orale Multidoses (z.B. Tropfen), Brausetabletten, Dosieraerosole sowie Bedarfs- und Notfallmedikamente.

Wenn alles verpackt ist, werden die Medikamente bis ans Patientenbett geliefert. Der/die Patient*in kann, soweit es der Gesundheitszustand zulässt, die Medikamente zu den angegebenen Zeiten selbständig aus den Tütchen entnehmen. Anderenfalls wird er vom Pflegepersonal unterstützt.

Die Arzneimittel werden täglich bereitgestellt, damit neu aufgenommene Patient*innen einbezogen und Änderungen in einer bereits laufenden Medikation zeitnah berücksichtigt werden können. Das Verfahren stellt sicher, dass der/die Patient*in die richtige Tablette in der richtigen Dosierung zum richtigen Zeitpunkt erhält, die Medikation von dem/der Apotheker*in auf unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen geprüft, sicher und hygienisch verpackt, mit Namen versehen wurde und bis ans Krankenbett geliefert wird. Viele Fehlerquellen, die sich bei der Verabreichung von Arzneimitteln ergeben können, werden somit von vornherein ausgeschlossen.

Fazit

Die patientenbezogenen Arzneimittelversorgung trägt zur Vermeidung von Fehlern während des Medikationsprozesses und somit zur Steigerung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei. Sobald uns die erforderlichen Voraussetzungen zur Verfügung stehen, werden wir diese Form der Versorgung auf alle hierfür geeigneten Stationen ausdehnen, die bisher noch nicht an diese Versorgungsform angeschlossen sind.

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DIGITALE SUCHE FÜR DIE NACHSORGE

Pflegedienste und Pflegeheime finden mit Recare

Die Plattform Recare unterstützt den Sozialdienst bei der Suche nach einem passenden Versorger im Bereich der ambulanten und stationären Pflege nach der Krankenhausbehandlung. Im September wird die digitale Dienstleistung bereits seit einem Jahr genutzt.

Für viele Patientinnen und Patienten stellt sich mit der Entlassung aus dem Krankenhaus die Frage nach der pflegerischen Weiterversorgung. Nach Abschluss der medizinischen Behandlung besteht nicht selten ein vorübergehender oder auch andauernder pflegerischer Versorgungsbedarf. Ob zur

Sicherung der medizinischen Behandlung in der Häuslichkeit oder zur umfangreichen grundpflegerischen Versorgung, viele Patientinnen und Patienten sind weiterhin auf Hilfe und Unterstützung angewiesen.

Die Suche nach einem geeigneten Pflegedienst oder einer Pflegeeinrichtung ist inzwischen zu einer großen Herausforderung geworden. Da der Anteil von Pflegebedürftigen in der Gesellschaft in den letzten Jahren gestiegen ist, sind viele ambulante und stationäre Einrichtungen und Dienste stark ausgelastet. Freie Plätze sind selten kurzfristig verfügbar, Kapazitäten in der Versorgung fehlen.

Wenn Patientinnen, Patienten und Angehörige selbst keinen passenden Nachversorger finden können, unterstützen die Mitarbeiter*innen des Sozi-

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aldienstes bei der Suche. Mit der internetbasierten Plattform Recare, die seit einem Jahr in Nutzung ist, konnte der Suchprozess überwiegend digitalisiert werden. Während vor der Nutzung der Plattform potentielle Nachversorger telefonisch angefragt werden mussten, können nun mit Hilfe der Plattform Anfragen automatisch an die entsprechenden Dienste gestellt werden. Dazu werden die relevanten Patientendaten – entsprechend der Vorgaben des Datenschutzes und der Datensicherheit – in eine Suchmaske eingetragen, anonymisiert und dann passende Nachversorger digital angefragt. Anhand der mitgeteilten Informationen zum individuellen Versorgungsbedarf kann der jeweilige Nachversorger entscheiden, ob die Patientin oder der Patient übernommen werden kann. So können zahlreiche Anrufe in den Einrichtungen vermieden, die Anfragen zu einem passenden Zeitpunkt bearbeitet und die Antworten – natürlich digital – an das Team des Sozialdienstes zurückgespielt werden. Auch Rückfragen zum jeweiligen Unterstützungsbedarf der Patientinnen und Patienten können über die Plattform beantwortet werden. Der Austausch der Patientendaten erfolgt erst nach Rücksprache mit den Patientinnen und Patienten im Falle der Versorgungsübernahme.

Durch die Nutzung der Vermittlungsplattform wird die Zahl der häufig nicht erfolgreichen Telefonanrufe bei der Suche nach einem Nachversorger verringert und im Bereich des Sozialdienstes Zeit

für die Beratung der Patientinnen, Patienten und ihrer Angehörigen freigesetzt. Ein weiterer Vorteil von Recare ist, dass die Plattform bundesweit arbeitet und Nachversorger in ganz Deutschland kontaktiert werden können. Ist zum Beispiel ein häuslicher Pflegedienst in Sennestadt erforderlich, kann dieser über die Plattform genauso angefragt werden wie eine Kurzzeitpflegeeinrichtung in Hannover oder ein Pflegeheim in Münster. Voraussetzung ist jedoch, dass die Einrichtungen sich vorab registrieren, was kostenfrei möglich ist.

Die Praxis zeigt, dass die Suche über die Plattform eine hilfreiche Ergänzung für den Sozialdienst, die Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen ist. Durch den digitalen Prozess entfallen viele Telefonate, die Dokumentation der Vermittlung und der angefragten Einrichtungen wird vereinfacht und häufig kostbare Zeit gespart.

Die Suche nach Kurzzeitpflegeplätzen ist und bleibt aber schwierig, denn die Anzahl der verfügbaren Plätze ist gering. Leistungen ambulanter Pflegedienste und hauswirtschaftlicher Dienste können hingegen vergleichsweise schnell vermittelt werden. Patientinnen und Patienten profitieren in jedem Fall vom Einsatz digitaler Lösungen, wenn sie zeitnah und gut versorgt wieder nach Hause entlassen werden können.

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IM LIVE-STREAM

Seit mehr als 15 Jahren bietet das Klinikum Bielefeld unter dem Titel „Bürger fragen, Ärzte antworten“ Veranstaltungen für Patient*innen zu Themen der Gesundheit, Gesundheitsprävention und zu Krankheitsbildern an. Mediziner*innen des Klinikums halten laienverständliche Vorträge zu Volkskrankheiten und die oft zahlreichen Gäste haben dann im Anschluss die Chance, Fragen zu stellen. Das Konzept ist so einfach wie erfolgreich. Ein Klassiker, der von anderen Gesundheitsanbietern mittlerweile ebenfalls erfolgreich angeboten wird.

Auch in Zeiten von Corona fand die Veranstaltungsreihe statt, aber etwas anders als gewohnt: in Livestreams bei Facebook und Instagram. Der Live-Chat war stets interaktiv, es konnten jederzeit Fragen gestellt werden. Der Chat fand auf unseren Online-Plattformen statt:

Prof. Dr. Mathias Löhnert machte im Darmkrebsmonat März den Auftakt, ihm folgte das Team der Geburtshilfe aus Babytown mit Dr. Ute Kelkenberg, Ulla Wiltmann und Christina Meyer mit einer virtuellen Kreißsaalführung. Dann sprach Dr. Angelika Cervelli, die langjährige Leiterin des Brustzentrums, über neue Entwicklungen beim Thema Brustkrebs. Den Abschluss in der ersten Live-Online-Serie machten Prof. Dr. Werner Bader und Catherine Nimi Divingele mit dem „Tabuthema Inkontinenz“. Die Online-Versionen der klassischen Veranstaltung waren durchweg gut „besucht“ und es ergab sich jeweils eine lebhafte Diskussion mit den Referent*innen – aber „nur“ virtuell. Moderiert wurden die Chats von der Social Media Managerin der Unternehmenskommunikation, Marlene Flöttmann.

„Wir sind als Klinikum Bielefeld seit über 10 Jahren bei Twitter und Facebook und seit mehr als drei Jahren bei Instagram. Wir gehören hier zu den Pionieren des Gesundheitswesens, dementsprechend groß ist unsere Community und der Erfolg der ersten Online-Ausgaben von „Bürger fragen, Ärzte antworten“ haben uns Recht gegeben! Aus diesem Grund setzen wir unsere Veranstaltungsreihe auch bis zum Ende des Jahres zunächst als Live-Chat fort“, sagt Axel Dittmar, Pressesprecher des Klinikums Bielefeld.

klinikumbielefeld babytown.bielefeld KlinikumBielefeldBrustzentrum klinikum_bielefeld
READER ANSICHT Axel Dittmar Leiter Unternehmenskommunikation, Kliniksprecher, Marketing, Kommunikation
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ES GIBT KEIN ZU JUNG FÜR DARMKREBS

NEUES ZUM THEMA BRUSTKREBS

Mittwoch, 25. März 2020 um 18.00 Uhr Mittwoch, 27. Mai 2020 um 18.00 Uhr

KREISSSAALFÜHRUNG IN ZEITEN VON CORONA! EIN BESUCH IN BABYTOWN!

Mittwoch, 22. April 2020 um 19.00 Uhr

TABUTHEMA INKONTINENZ

Mittwoch, 24. Juni 2020 um 18.00 Uhr

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#teildesganzen Rückblick

BEWERBER TAG DIGITAL

D IGI tALE V ERANS tALt UNGEN

EIN BEWERBERTAG IN ZEITEN VON CORONA

Axel Dittmar Leiter Unternehmenskommunikation, Kliniksprecher, Marketing, Kommunikation

Der erste Bewerbertag am Klinikum Bielefeld im Herbst 2019 war ein voller Erfolg. Also sollte dieser im Jahr 2020 wiederholt werden. Schließlich haben wir als Arbeitgeber eine Menge zu bieten. Aber in Zeiten von COVID 19 kann man natürlich nicht einige hundert Menschen für eine solche Veranstaltung in das Krankenhaus einladen. Also wurde die Veranstaltung zu einem OnlineEvent „umprogrammiert“.

In Zeiten der Corona Pandemie entwickelt sich die digitale Kommunikation ohnehin zu einem Renner. Da man sich nicht in größeren Gruppen treffen durfte, wurde ZOOM genutzt, um miteinander zu kommunizieren.

Der zweite Bewerbertag des Klinikums Bielefeld wurde als Online-Chat ausgerichtet. Wer die Chance nutzen wollte, potentielle Kollegeninnen und Kollegen kennenzulernen, der hatte am Bewerbertag des Klinikums Bielefeld am 16. Juni von 16 bis 18 Uhr die Möglichkeit dazu. Im Rahmen eines Live-Chats präsentierten sich die unterschiedlichen Berufsgruppen des Klinikums: Pflegedienst, Funktionsdienst (OP-Personal), Ärztlicher Dienst,

MTA-Schule, Radiologie, Physiotherapie und Ergotherapie. Im Anschluss an den Live-Chat des jeweiligen Bereichs gab es die Möglichkeit, weitere offene Fragen in einem virtuellen Vier-Augen-Gespräch mit einem unserer Experten zu klären sowie sich vorzustellen. Auch das Angebot, sich verbindlich für ein Speed-Dating-Vorstellungsgespräch anzumelden, wurde reichlich genutzt.

Der „Bewerbertag Digital“ war die ideale Anlaufstelle für alle aus dem Bereich des Gesundheitswesens, die einen neuen Job suchen oder sich beruflich weiterentwickeln wollen. Mit dem Bewerbertag möchte sich das Klinikum Bielefeld als attraktiver Arbeitgeber in der Region vorstellen und über seine Ein- und Umstiegsmöglichkeiten informieren.

DAS KLINIKUM BIELEFELD

ist mit 2700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region.

Du glaubst, Du könntest unser fehlendes Puzzleteil sein?
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Dann bewirb Dich noch heute! Hier geht es zu unserem Karriereportal.

Patienten-Informations-zentrum (PIz), Selbsthilfebeauftragte, Medizinische Bibliothek

Im Juni hieß es in den vergangenen Jahren immer „Aktiv gegen Krebs – Laufen für das Leben rund um das Klinikum Bielefeld Mitte“. Hierbei wurde im Rahmen eines Spendenlaufs Geld für besondere Aktionen für onkologische Patient*innen im Klinikum Bielefeld gesammelt. Weil der übliche Spendenlauf aber in diesem Jahr wegen der COVID-19-Pandemie leider nicht möglich war, wurde 2020 nicht mit vielen anderen großen und kleinen Läufer*innen „rund um das Klinikum“ gelaufen, sondern „daheim“.

Denn „Aktiv gegen Krebs“ bleibt trotz Corona ein wichtiges Thema – und der Spendenlauf ist allen Beteiligten eine Herzensangelegenheit. Darum wollte das Klinikum Bielefeld nicht auf diese Aktion verzichten und entwickelte eine digitale Variante.

Alle Laufbegeisterten konnten vom 19. bis zum 21. Juni 2020 eine beliebig große Runde „zu Hause“ laufen, wandern oder walken – jede Strecke und jedes Tempo war erlaubt. Statt der üblichen Anmeldegebühr von 5€ konnten die Teilnehmer*innen über das Spendenportal des Klinikums Bielefeld für das Projekt „Angebote für onkologische Patient*innen“ spenden. Denn auch bei dem realen „Aktiv gegen Krebs“-Lauf gibt es keine Startnummern und es steht nie im Mittelpunkt, wie weit oder wie schnell jemand läuft. Wer wollte, konnte in diesem Jahr die gelaufene Strecke per App aufzeichnen lassen. Viele Läufer*innen haben dann in den Sozialen Medien ein Screenshot der Runde oder ein Bild von sich mit dem Hashtag #aktivgegenkrebsdaheim veröffentlicht. Außerdem konnten im Vorfeld die roten „Aktiv gegen Krebs“-Laufshirts gekauft werden und auch die

sogenannten „Lätzchen“ wurden zur Verfügung stellt. Dies sind beschriftete Schilder, auf denen steht, dass man in Gedenken an einen lieben Menschen läuft, den man durch Krebs verloren hat oder dass man in Hoffnung für jemanden läuft, der an Krebs erkrankt ist. So wird bei diesem Spendenlauf nicht nur Geld für Projekte gesammelt, sondern es wird auch die Verbundenheit mit onkologischen Patient*innen gezeigt und ein Forum geboten, um sich über Krebserkrankungen auszutauschen.

Im Jahr 2007 fand der Spendenlauf unter dem Motto „Laufen für das Leben“ das erste Mal in Bielefeld statt. Die Organisatorinnen des Laufs kamen von der Selbsthilfevereinigung „Viktoria e.V. – Treffpunkte für Frauen nach Krebs“. Von den ViktoriaFrauen kam auch die Idee, die Teilnahmegebühren und alle sonstigen Einnahmen des Laufs Menschen mit onkologischen Erkrankungen zukommen zu lassen. Das als „selbsthilfefreundlich“ ausgezeichnete Klinikum Bielefeld und die Laufabteilung des TSVE 1890 Bielefeld haben diese Veranstaltung von Anfang an unterstützt. Im Jahr 2017 zog der Lauf dann um und findet seitdem am Klinikum Bielefeld Mitte statt – und 2020 das erste Mal im digitalen Format und daheim. Egal wo und wie „Aktiv gegen Krebs“ stattfindet: Die hierbei gesammelten Spenden werden nach wie vor für besondere Projekte für onkologische Patient*innen im Klinikum Bielefeld verwendet.

Bisher konnten im Klinikum Bielefeld folgende Projekte mit Hilfe der Spendengelder realisiert werden:

Bewegungsangebot für onkologische Patient*innen in der Akutphase

Yoga für Brustkrebspatientinnen

Kochkurs für Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen

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Der etwas andere Spendenlauf für onkologische Patient*innen

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Um diese und weitere Angebote weiterhin ermöglichen zu können, freut sich das Orga-Team über jede Spende. Auch nach dem Lauf sind weiterhin Spenden über das Spendenportal des Klinikums Bielefeld möglich, weitere Informationen gibt es hier:

HIER KLICKEN

DAS SAGEN DIE t EILNEHMER*INNEN

„Gerne unterstützen wir diese tolle und wichtige Aktion! Schön, dass es auch in diesem schwierigen Jahr trotzdem auf eigene Weise stattfindet!“

Sonja und Erik

„Eine Spende für diese Aktion ist sehr wichtig. Es sterben noch viel zu viele Menschen an dieser furchtbaren Krankheit.“

Sabine Engels

„Das ist ein großartiges Projekt, das mit viel Herzblut von den Organisator*innen seit vielen Jahren gewuppt wird. Dafür vielen Dank!“ Anonym

Besuchen Sie diesen Artikel in unserer Reader-Ansicht:

Digitale Info-Veranstaltungen der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

von Priv.- Doz. Dr. med. Ingo Todt oberarzt der Klinik für Hals-Nasenohrenheilkunde, Kopf- und Hals-chirurgie

Erste Erfahrungen mit dem neuen Format

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ie Corona Pandemie hat vielfältige Auswirkungen auf unsere täglichen Gewohnheiten und erfordert Anpassungen in sehr vielen Lebensbereichen, um die Gefahr einer Ausbreitung zu minimieren. Gespräche, Konferenzen und Veranstaltungen in größeren Gruppen gehen mit einem erhöhten Risiko der Infektion einher und sind daher als hoch problematisch anzusehen. Da aber in dieser Zeit der Informationsaustausch und die Fortbildung von Kolleg*innen und Patient*innen auch im medizinischen Bereich nicht zum Stillstand kommen darf, erfordert diese Situation die Anpassung an die Gegebenheiten und somit die Nutzung technischer Möglichkeiten.

Die Nutzung von Videocalls (WhatsApp, Viber, etc.) oder Skype waren vielen bereits vor der Corona Pandemie bekannt. Zu einer Nutzung im Gesundheitssystem im Sinne der Beratung von Patient*innen, Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen oder gar von kompletten Konferenzen wurden diese Systeme jedoch nur sehr selten genutzt. Spezielle Software (ZOOM, WEBEX; MS Teams, etc.) bieten gerade für diese Formen von Veranstaltungen besondere Möglichkeiten, wie z.B. das parallele Anfragen während eines Vortrages, das Hochladen von Dokumenten, das Bilden von Nebenräumen. Durch die intuitive Gestaltung sind diese besonders eingängig. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Gruppe der Teilnehmer*innen einzuschränken, eine Voranmeldung notwendig zu machen oder alles frei zugänglich zu gestalten. In aller Regel ist die Software sowohl per PC/ Laptop als auch per Handy nutzbar. Dieses erleichtert die Nutzbarkeit von jedem Ort (z.B. Schreibtisch, Garten, Badewanne). Mittlerweile werden komplette Konferenzen in Anpassung an die Coronaproblematik durchgeführt.

Unsere Erfahrungen in der HNO-Klinik im Klinikum Bielefeld Mitte... mit der Durchführung von WEBINAREN sind als durchweg positiv zu bezeichnen. So erfolgte die Umstellung unseres vierteljährlichen Hörcafés zur Information hörgeschädigter Patient*innen mit Hilfe der IT-Abteilung des Klinikums technisch ohne Schwierigkeiten. Die regionale Fortbildungsveranstaltung für niedergelassene HNO-Ärzt*innen und auch eine überregionale Fortbildungsveranstaltung gelangen ebenfalls technisch problemlos. Sehr ein-

Termine

Über kommende Termine können Sie sich auf der Internetseite des Klinikums informieren: www.klinikumbielefeld.de

fach war die bundesweite Zusammenführung von Referent*innen, die aus München, Leipzig, Hannover und Bielefeld kommen. Des Weiteren waren Diskussionen und Fragen problemlos zu stellen und lebhaft.

Einschränkend muss angemerkt werden, ... dass die Akzeptanz (Anzahl der Teilnehmer*innen) erst mit zunehmender Anzahl der Veranstaltungen zunimmt. Hier scheint eine Hemmschwelle zu bestehen, welche auf technische Schwierigkeiten oder auch auf der Anpassung von Kommunikationsgewohnheiten beruht. Diese wird sich verändern, da die Gegebenheiten der Corona Pandemie diese notwendig machen.

Die problemlose Einbindung von Referent*innen und Kolleg*innen – sowohl national als auch international – macht diese Form der Kommunikation zur Durchführung von Veranstaltungen zu einer Form, welche nicht mehr wegzudenken ist. Die Onlineübertragung und somit parallele Durchführung von Präsensveranstaltungen und Webinaren wird zukünftig Veranstaltungen begleiten. Dieses ermöglicht das überaus wichtige Gespräch bei einem Getränk oder einem Stück Kuchen, aber auch die Teilnahme an einer Veranstaltung in Anpassung an die individuelle Lebenssituation (vom Sofa, aus dem Garten, aus dem Urlaub).

Wir freuen uns Sie hierbei begleiten zu können!

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Seit Anfang des Jahres hat das Klinikum Bielefeld an seinen drei Standorten mit dem neuartigen Corona Virus eine riesige Herausforderung zu stemmen. Abstand halten zum Schutz vor dem Coronavirus ist äußerst wichtig, denn das Virus überträgt sich vor allem durch Tröpfchen und, wie kürzlich eine Studie belegte, durch sogenannte Aerosole, also kleinste schwebende Teilchen in der Luft.

Weltweit sind deutlich mehr als sechs Millionen Menschen nachweislich am Coronavirus erkrankt. Klar ist, dass die offiziell angegebenen Zahlen die Realität nicht ganz widerspiegeln und es eine Dunkelziffer gibt. Die Dunkelziffer lässt sich nur schwer bestimmen, was unter anderem daran liegt, dass sehr viele Fälle mild verlaufen. Wer aufgrund von ausbleibenden oder nur schwachen Symptomen nicht merkt, dass er sich infiziert hat, lässt sich in der Regel auch nicht testen und isoliert sich nicht.

Seit dem 16. Juni 2020 gibt es die Corona-Warn-App: Eine Anwendung, die Alarm schlägt, sobald man mit einer Person, die die App ebenfalls installiert hat und als positiv getestet gilt, in Kontakt kommt. Diese Begegnung mit der positiv getesteten Person bezeichnet die App als Risiko-Begegnung.

Die Risikobewertung der Begegnung erfolgt anhand von vier Faktoren:

• Wie lange liegt der Kontakt zu einer Corona-positiven Person zurück?

• Wie nah sind sich die Personen gekommen?

• Wie lange hat der Kontakt bestanden?

• Welches Übertragungsrisiko hat bei der positiv getesteten Person bestanden?

Das kalkulierte Risiko informiert einen dann über den eigenen Risikostatus. Die App differenziert zwischen einem niedrigen und einem erhöhten Status.

Bei einem niedrigen Risikostatus wurde lediglich der Kontakt mit einer Risiko-Begegnung über einen kurzen Zeitraum gemessen oder es bestand gar kein Kontakt. Ein erhöhtes Risiko wird nur dann angezeigt, wenn gemessen wurde, dass man sich länger mit einem Riskio-Kontakt aufgehalten hat.

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Tamara Siewert, Auszubildende Kauffrau im Gesundheitswesen im Interview mit Dr. med. Johannes Kleideiter, Leitung der Klinikhygiene READER ANSICHT

Dr. Johannes Kleideiter, Leiter der Klinikhygiene, beantwortet der Redaktion Fragen zur Corona-App, die bereits für viele Diskussionen gesorgt hat.

Herr Dr. Kleideiter, es wird viel diskutiert über die Corona-App. Diese soll mich warnen, wenn ich Kontakt mit Corona infizierten Personen oder Personen mit erhöhtem Risiko hatte. Dadurch sollen die Infektionsketten unterbrochen werden.

Johannes Kleideiter: Damit die Corona-Warn-App einen wirksamen Beitrag zur Infektionsprävention leistet, sind folgende Aspekte von Bedeutung. Es müssen zahlreiche Menschen die App installieren, was bei den hohen technischen Anforderungen viele Endgeräte ausschließt. Zudem werden Personen, die bewusst die Hygieneregeln bezüglich

Corona missachten, sehr wahrscheinlich die App gar nicht erst installieren. Aufgrund der Datenschutz-Vorgaben ist eine Bewertung des Präventionspotenzials der App nicht möglich. Dennoch halte ich sie für sinnvoll.

Viele Menschen machen sich akute Sorgen und sind schon fast panisch, wie sich die aktuelle Situation entwickelt, ob uns eine weitere „Welle“ erwartet – wie ist Ihre Stimmung aktuell?

Johannes Kleideiter: Ich halte den Begriff einer zweiten ‚Welle‘ für irreführend. Wir sehen seit Anfang Juli steigende Infektonszahlen.

Es wirkt auf mich ein wenig so, als ob man aus dem Fenster sieht und auf die große ‚Welle‘ wartet und dabei nicht merkt, dass der Keller bereits voll Wasser steht. Es sind private Feierlichkeiten und die Reiserückkehrer*innen, die aktuell zu ansteigenden Infektionszahlen beitragen. Hier ist häufig sorgloses Verhalten die Ursache für eine Ausbreitung des Coronavirus. Die Bilder feiernder Urlauber*innen auf der Insel Mallorca sind hierfür bezeichnend.

Nun zur Corona-App: Was ist das Ziel der CoronaWarn-App und warum wurde sie entwickelt?

Johannes Kleideiter: Die App verfolgt das Ziel enge Kontakte zwischen Menschen anonymisiert zu erfassen. Nach dem Lockdown wurden die Regelungen zu sozialen Kontakten außerhalb der eigenen Lebensgemeinschaften deutlich gelockert. Je mehr soziale Kontakte stattfinden, desto weniger werden sich einzelne an jeden Kontakt erinnern können. Wird eine Infektion mit dem Coronavirus erkannt, so ist es wichtig, alle Kontakpersonen zu informieren. Hierbei kann die App einen effektiven Beitrag leisten, dies umso besser, je mehr die App installiert haben.

Was sagen Sie zu den Äußerungen, dass die App zu schnell entwickelt wurde und aufgrund dessen Fehler bei Nutzung und Installation auftreten? Auch die hohen Kosten wurden kritisiert.

Johannes Kleideiter: Die App wurde unter hohem Erwartungsdruck seitens der Politik erstellt. Das erklärt auch die hohen Kosten. Eine neue App kommt immer mit diversen „Kinderkrankheiten“ auf den Markt, das sei jedoch nicht zu vermeiden, so die Einschätzung von IT-Expert*innen.

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Viele Menschen denken, dass ihre persönlichen Daten, die sie angegeben haben, abgespeichert oder gegebenenfalls sogar weitergereicht werden. Ist das tatsächlich so?

Johannes Kleideiter: Das Datenschutzkonzept der App wurde intensiv begleitet und die Programmierung transparent veröffentlicht. Es werden Daten gespeichert, jedoch keine personenbezogenen. Käme heraus, dass hier Daten gesammelt werden, ginge die Akzeptanz für diese App nachhaltig verloren.

Sollte die App zugänglicher gemacht werden für jegliche Generation von Smartphones, da es zurzeit nur möglich ist, die App auf Geräten herunterzuladen, die nicht älter als 5 Jahre sind?

Johannes Kleideiter: Das ist eine, den technischen Bereich ansprechende Frage. Soweit mein Kenntnisstand reicht, ist gerade für das Datenschutzkonzept ein aktuelles Betriebssystem erforderlich. Wahrscheinlich ist das Risiko, von außen Daten abzugreifen, bei älteren Versionen erhöht. Es stellt sich vielmehr die Frage, warum Geräte in einem so „jungen“ Alter nicht mehr aktualisiert werden können.

Die App kann nur per Bluetooth im Abstand von anderthalb Metern ein Risiko ermitteln. Finden

Sie, es müsste eine Risikobestimmung über eine größere Distanz hinaus geben, um das Risiko korrekt zu bestimmen?

Johannes Kleideiter: Die App kann das Infektionsrisiko nur bei einzelnen Kontakten bestimmen. Wer sich in einem geschlossenen Raum mit vielen anderen Menschen aufhält, ist unter bestimmten Rahmenbedingungen einem sehr hohen Infektionsrisiko ausgesetzt, so z.B. bei Feiern in schlecht belüfteten Räumen unter Missachtung der Hygienevorgaben.

Derartige Rahmenbedingungen, die eine Infektionsverbreitung begünstigen, kann eine App nicht erfassen. Die App hat nur das Instrument der Abstandsmessung.

Es wird darüber diskutiert, dass Europäische Länder einen Datenaustausch durchführen wollen, halten Sie das für besonders wichtig? Ist die App überhaupt im Ausland nutzbar?

Johannes Kleideiter: Wenn es um den europaweiten Datenaustausch geht, wird dies die Datenschützer*innen sensibilisieren. Aktuell ist die App nicht mit Entwicklungen anderer Länder kompatibel. Wahrscheinlich ist der Impfstoff zugelassen, bevor sich Europa auf gemeinsame Standards verständigt hat.

Was bringt die App, neben der Risikoermittlung, noch für Funktionen mit sich?

Johannes Kleideiter: Die wesentliche Funktion ist die Risikoermittlung. Zusätzlich werden die bekannten Hygieneregeln aufgeführt. Ein positives Ergebnis kann über die App mit einem QR-Code eingegeben werden.

Kann eine Falschmeldung in die App eingegeben werden?

Johannes Kleideiter: Zur Eingabe eines positiven Testergebnisses wird ein QR-Code oder eine TAN benötigt. Letztere kann auch telefonisch erfragt werden. Grundsätzlich wäre vorstellbar, das positive Ergebnis einer fremden Person in die App einzugeben, was dann zu fehlerhaften Meldungen bei Personen führt, die als Kontakte erkannt wurden. Kein EDV-basiertes System ist vor Missbrauch oder Datenmanipulation zu 100% geschützt.

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Wann wird die App zu einem Erfolg? Wie viel Prozent der Bevölkerung müsste Zugang zu der App haben?

Johannes Kleideiter: Über diese Frage streiten sich die Expert*innen. Es gibt unterschiedliche Einschätzungen zu der Frage, wie hoch der Anteil in der Bevölkerung sein muss, der die App aktiv nutzt. Es gibt hierzu nur Simulierungen und Hochrechnungen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Damit bleibt die Binsenweisheit, je mehr Personen mitmachen desto besser das Ergebnis.

Wie viele Menschen haben sich die App bislang heruntergeladen?

Johannes Kleideiter: Aktuell sind über 17 Millionen Downloads erfolgt. Knapp 1.700 positive Testergebnisse wurden von App-Nutzer*innen angegeben, in diesen Fällen kann die App alle Personen informieren, die Kontakt mit den Infizierten hatten.

Was nützt uns die App, wenn uns so etwas wie der Corona-Ausbruch bei dem Fleischereibetrieb Tönnies in Gütersloh erneut erwartet, bei dem mehrere tausend Personen als Covid-positiv getestet wurden?

Johannes Kleideiter: Die Situation in der fleischverarbeitenden Industrie ist ein gutes Beispiel für die massenhafte Ausbreitung des Virus. Das gab es

aber auch schon vorher, wenn auch in geringerem Umfang, denkt man an die Karnevalsfeiern oder das gesellige Beisammensein nach dem Skifahren. Veranstaltungen, die ein derart hohes Risiko darstellen, können nicht das Ziel dieser App sein. Wichtig ist, die App ersezt nicht das verantwortungsvolle Handeln in Coronazeiten, für die Einhaltung der Hygieneregeln bleibt jede Person selbst verantwortlich.

Welcher Zielgruppe nützt die App besonders?

Johannes Kleideiter: Man muss davon ausgehen, dass vor allem jüngere und technikaffine Menschen die App nutzen. Dies könnte aber auch die Personengruppe sein, die besonders viele soziale Kontakte pflegt. Es gibt hierzu jedoch keine validen Daten.

Ist Abstand halten und Mund-Nase-Bedeckung tragen weiterhin wichtig?

Johannes Kleideiter: Die App ist nur eine Ergänzung, sie ist ein Baustein in der Bewältigung der Corona-Pandemie.Alle bisher etablierten Hygieneregeln behalten auch weiterhin ihre Berechtigung. In der Infektionsprävention ist nur selten eine einzelne Maßnahme hoch wirksam in der Prävention der Weiterverbreitung. Erst im Zusammenspiel unterschiedlicher Maßnahmen kann die Unterbrechung von Infektionsketten wirkam erreicht werden. 

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Eine GesundheitsApp im Test

Ernährung und Sport spielen in der heutigen Zeit eine sehr große Rolle. Wir versuchen stetig, beides in vielen Bereichen unseres Alltags zu integrieren. Dies kann unter anderem mit der Hilfe von Apps funktionieren. Im App Store findet man eine riesige Auswahl an Gesundheits-Apps mit vielen verschiedenen Funktionen – für jeden ist etwas dabei. Ein Beispiel dafür ist "MyFitnessPal".

Die für alle Betriebssysteme kostenlose App „MyFitnessPal“ weist mit sechs Millionen erfassten Nahrungsmitteln die nach eigenen Angaben größte derartige Datenbank auf. Lästiges Rechnen entfällt nahezu vollständig und die Nutzer*innen können sich direkt auf das vorgenommene Ziel konzentrieren. Um MyFitnessPal nutzen zu können, muss man sich zunächst kostenlos registrieren. Auch einige persönliche Angaben wie Geschlecht, Alter, aktuelles Gewicht, Größe und Aktivitätsniveau werden abgefragt, um den individuellen Kalorienbedarf zu ermitteln. Anschließend kann eingegeben werden, wie viel Gewicht (in Gramm) man innerhalb einer Woche verlieren möchte, wodurch von der App der tägliche Bedarf an Kilokalorien ermittelt wird. Es gibt auch eine werbefreie Premium-Variante der App, die nicht kostenfrei ist, in der dafür aber weitere Funktionen verfügbar sind.

Für meinen persönlichen Test der App setze ich meinen Fokus nicht darauf, abzunehmen, sondern mit Hilfe der Lebensmitteldatenbank zu schauen, ob und wie gesund ich mich denn eigentlich ernähre.

Für jene, die gerne abnehmen oder sich gesund ernähren möchten, kann es ganz schön schwer sein, sich zwischen den tausenden Gesundheits- und Fitness-Apps zu entscheiden – besonders, wenn es wenige wissenschaftliche Beweise dafür gibt, ob be-

Weitere Infos zur App unter: www.myfitnesspal.com /de

App - Download
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Tamara

stimmte Apps vertrauenswürdiger sind als andere. Bei meinem Selbstexperiment schaue ich besonders am Anfang mit Hilfe der Funktion des Barcode Scanners, ob die Lebensmittel wirklich korrekt hinterlegt sind und die Angaben übereinstimmen. Dies war auch weitgehend der Fall, ab und an konnten bestimmte Lebensmittel nicht gefunden werden, in diesen Fällen musste ich ein ähnliches Produkt auswählen und mit Hilfe der Nährwertinformation der Lebensmittel schauen, ob die Angaben annähernd passten. Anfangs war es ein wenig gewöhnungsbedürftig, seine Lebensmittel abzuwiegen, damit die Nährwertangaben so genau wie möglich sind, aber mit der Zeit hatte man den Dreh raus und es wurde zur Gewohnheit.

Weniger präzise verhält sich die App mit der Berechnung des individuellen Bedarfs, sowie der Schrittzählung und der Erfassung der körperlichen Betätigung. Die Eintragung von Trainingseinheiten stellt sich ein wenig umständlich dar. Man kann jeden Satz und jede Wiederholung erfassen. Der daraus resultierende Nutzen ist allerdings fraglich, da der/die Nutzer*in die verbrauchten Kalorien ebenfalls selbst eintragen muss.

Mit einer Fitness-Uhr kann dieses Problem umgangen werden. Hier konnte ich meine Apple Watch ganz einfach mit der App koppeln. Die Schritte wurden angepasst und meine Sporteinheiten ebenso übertragen!

Hält die App „MyFitnessPal“ nun, was sie verspricht?

Entsprechend der eigenen Ziele kann MyFitnessPal einen erheblichen Beitrag dazu leisten, diese zu erreichen. Dabei muss darauf geachtet werden, alles präzise einzugeben und ehrlich zu bleiben. Schummeln ist hier eher unvorteilhaft, da der gewünschte Effekt sonst nicht erreicht werden kann. Jedoch fordert die App von dem/der Benutzer*in auch einen nicht zu unterschätzenden Aufwand (Das Abwiegen und Eintragen der Lebensmittel ist sehr zeitaufwendig). Personen, deren vorrangiges Ziel es ist, sich gesund zu ernähren, sind mit der alleinigen Nutzung der App (kostenlose Version) nicht optimal beraten. Das liegt daran, dass man ohne Vorwissen die Bedeutung der Werte schlecht einschätzen kann. Außerdem weißt die App Funktionsfehler auf. Ein Beispiel dafür ist, dass die Werte der Mikronährstoffe teilweise nicht berechnet werden. Um die Werte richtig deuten zu können, sollte man sich vorher schlau machen, da die App keine detaillierten Informationen zu den verschiedenen Nährstoffen bietet (Transfettsäuren, CholesterinWerte, Natrium, Kalium, etc.). Die kostenpflichtige Version bietet da sicher einiges mehr an Unterstützung. Man wird dennoch nicht vermeiden können, sich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen, die Nutzung der App ist nur ein erster Schritt.

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Messenger Dienste (wie Signal, WhatsApp, telegram, threema, etc.) werden genutzt, um den Kontakt untereinander aufrecht zu erhalten.

Ein Interview mit Christa Steinhoff-Kemper Fachkraft Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld

Selbsthilfe

in zeiten der Pandemie

1Frau Steinhoff-Kemper, was hat sich während der Corona-Pandemie für Selbsthilfegruppen geändert? Wie funktionieren Selbsthilfegruppen in „normalen Zeiten“ ohne Pandemiebeschränkungen?

Durch die Corona-Pandemie erleben wir gegenseitige Hilfe und Solidarität. Viele Menschen engagieren sich und viele Menschen erhalten Hilfe von Freiwilligen oder helfen sich gegenseitig. Selbsthilfegruppen setzen genau hier an. Die Erfahrung unzähliger Selbsthilfegruppen-Teilnehmender ist: der Austausch von persönlichen Erfahrungen, von Informationen, praktischen Hilfen und Tipps und auch Wissen hilft bei der Bewältigung einer chronischen Erkrankung und um der sozialen Isolation zu entkommen.

Darüber reden hilft!

Im Klinikum Bielefeld treffen sich regelmäßig 15 Selbsthilfegruppen, tauschen sich aus, laden Fachleute gelegentlich zu ihren Treffen ein und

nutzen die Möglichkeiten der praktischen Zusammenarbeit. Mit Ausbruch der Corona Epidemie und den damit einhergehenden notwendigen Schutzmaßnahmen, mussten die Gruppen vorerst ihre Treffen einstellen. Viele vermissten den gewohnten Austausch im vertrauten Kreis! Seit Mai wurden Lockerungen beschlossen, die auch die gemeinschaftliche Selbsthilfe betreffen. Selbsthilfekontaktstellen öffnen wieder für persönliche Beratungen unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen.

Selbsthilfegruppen bereiten sich auf die Wiederaufnahme ihrer Gruppentreffen vor und entwerfen Hygienekonzepte. Die Organisation der Treffen gestaltet sich schwieriger. Um Abstände einhalten zu können, benötigen die Gruppen nun größere Räume, um allen Teilnehmenden ausreichend Platz zu bieten. Ängste um die eigene Gesundheit werden, so lange wie die Pandemie andauern wird, manche Menschen davon abhalten, zu den gemeinschaftlichen Treffen zu gehen.

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Nutzen Selbsthilfegruppen digitale Medien, um sich auszutauschen? Gibt es virtuelle Gruppentreffen?

Diese Frage war Anlass für die Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld des Paritätischen, eine Online-Befragung der Bielefelder Selbsthilfegruppen durchzuführen, um bei Bedarf das Angebot anzupassen.

Ein deutliches Ergebnis ist, dass neben der Nutzung des Telefons auch Messenger Dienste (z.B. Signal, WhatsApp, Telegram, Threema, etc.) von den Selbsthilfegruppen genutzt werden, um den Kontakt untereinander aufrecht zu erhalten. Virtuelle Treffen, so wie sie in beruflichen Kontext aktuell genutzt werden, bilden allerdings nur die Ausnahme.

Wie unterstützt die Selbsthilfe-Kontaktstelle die Selbsthilfegruppen dabei, virtuelle Angebote zu nutzen?

Hier wurde die Selbsthilfe-Kontaktstelle aktiv! Gemeinsam mit Mitgliedern aus Selbsthilfegruppen konnten erste Versuche mit virtuellen Treffen niedrigschwellig gemacht werden. Die Scheu vor der Technik war rasch verflogen und die Begeisterung sich zu treffen war groß, wenn auch nur digital.

Darüber hinaus interessieren sich die Selbsthilfegruppen für spezielle Hinweise zu bundesweiten und regionalen Online- und Telefonangeboten der Selbsthilfe, Datenschutz bei virtuellen Treffen, etc.

Diese Informationen stellt die Selbsthilfe-Kontaktstelle zur Verfügung.

Das „Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe (KoPS)“ gehört ebenfalls zur Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld. Gibt es digitale Angebote, die für Pflegende Angehörige hilfreich sind?

Die Situation für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige hat sich durch die aktuelle Situation deutlich verändert. Die bisherigen Versorgungsund Unterstützungsmöglichkeiten sind zum >>

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Teil weggefallen, sodass Angehörige oder Pflegebedürftige noch mehr gefordert sind, die Pflege neu zu organisieren und dafür andere, neue Wege zu gehen, wie beispielsweise die Nutzung digitaler Unterstützungsangebote. Hilfreich sind dabei verschiedene digitale Angebote. Zu denen gehören Apps zur digitalen Selbsthilfe, wie beispielsweise die „in.Kontakt“ von „wir pflegen e.V.“, die bundesweite Interessenvertretung und Selbsthilfeorganisation für pflegende Angehörige. Nützlich sind dabei auch Apps zur Information oder online Pflegekurse, auf die im Kontaktbüro hingewiesen wird. Ein direktes Angebot des Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe für pflegende Angehörige ist die Möglichkeit der virtuellen Treffen. Zurzeit wird außerdem auf Messenger Dienste zurückgegriffen, um sich auszutauschen und den Kontakt untereinander zu halten.

Für welche Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeiten der Digitalisierung Vorteile, für welche eher Nachteile?

Die Digitalisierung hat viele Vorteile. Kommunikation in Echtzeit ist einer davon. Selbsthilfegruppen können sich diesen Umstand zunutze machen, denn eine Alternative zu „echten“ Gruppentreffen können Videokonferenzen sein. Zwar können sie keine persönlichen, physischen Kontakte ersetzen. Doch in Zeiten von Corona können sie helfen, dass Kontakte nicht abbrechen, bzw. neue Kontakte angebahnt werden können. Welche Formen des persönlichen und digitalen Austauschs für einzelne Gruppen geeignet sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Teilnehmende mit chronischen körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen, die zur sogenannten Risikogruppe gehören, müssen sich in besonderer Weise vor einer möglichen Infektion schützen. Für andere, etwa Suchtkranke und psychisch Erkrankte, bedeutet gerade die erzwungene soziale Isolation und der Wegfall von Gewohnheiten eine zusätzliche Belastung.

Wird die Arbeit der Selbsthilfegruppen Ihrer Einschätzung nach in Zukunft digitaler ablaufen als bisher?

Vorstellbar ist, dass interessierte Betroffene perspektivisch an virtuellen Treffen von Selbsthilfegruppen teilnehmen können. Grundsätzlich hat sich die Selbsthilfe noch nie neuen Technologien verschlossen, sondern diese immer dann angenommen, wenn diese sich als hilfreich für die Gruppe erwiesen haben. So wird es auch in Zukunft sein.

Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle informiert rund um die Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen in Bielefeld. Die Hauptaufgaben der Selbsthilfe-Kontaktstelle sind die Information und Beratung über Selbsthilfe, die Vermittlung in Selbsthilfegruppen und die Unterstützung bestehender Gruppen und Gruppengründungen.

Ricarda Sahrhage, Christa Steinhoff-Kemper

Weitere Informationen unter: www.selbsthilfe-bielefeld.de Tel.: 05 21. 96 406 96

SELBS t HILFE BIELEFELD Selbsthilfegruppen im Klinikum Bielefeld

Das Klinikum Bielefeld ist als Selbsthilfefreundliches Krankenhaus ausgezeichnet. Weitere Infos zum Thema Selbsthilfegruppen im Klinikum Bielefeld:

Sandra Knicker Selbsthilfebeauftragte des Klinikums Bielefeld

Tel.: 05 21. 5 81 - 22 77 E-Mail: piz@klinikumbielefeld.de www.klinikumbielefeld.de

KLINIKUM BIELEFELD

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v.l.n.r.: Angelika Ammann (KoPS), Uwe ohlrich,
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Adipositas-Selbsthilfegruppe animosus

Anonyme Alkoholiker

Deutsche ILCo e.V. - Region Bielefeld und Gütersloh

Defi-Selbsthilfe oWL

Diabetikergesprächskreis

Hashimoto und Basedow

onkoday el ele – Krebs-Selbsthilfe-Gruppe für türkischsprachige Frauen

Inkontinenz Bielefeld

Kreuzbund e.V., Frauengesprächskreis

Lip- und Lymphödem Lungenkrebs

Neuroendokrine tumore e.V. Ullrich-turner-Syndrom SHG

Positiv denken – Selbsthilfegruppe für Frauen nach gyn. Krebserkrankungen

Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen

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o nline-Spenden am Klinikum Bielefeld:

EINFACH, SCHNELL DIREKT HELFEN UND

Ein Interview mit Stefanie Riesenberg Referentin Fundraising am Klinikum Bielefeld 

Viele Menschen in Bielefeld und aus der Umgebung setzen sich aktiv für das Klinikum Bielefeld ein. Durch ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Spenden unterstützen sie uns bei der Versorgung unserer Patient*innen. Neben Privatpersonen übernehmen auch viele Unternehmen aus der Region Verantwortung und leisten damit einen wertvollen Beitrag.

Um unseren Unterstützer*innen eine direkte Anlaufstelle sowie umfassende und transparente Informationen anzubieten, geht das Klinikum auch im Bereich des Spendenwesens digitale Wege. Seit einiger Zeit gibt es auf unserer Homepage einen Online-Spendenbereich, der viele Vorteile bietet und eine unmittelbare Abwicklung von Spenden ermöglicht. Wir haben Stefanie Riesenberg, Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation und

Ansprechpartnerin

Stefanie Riesenberg

Unternehmenskommunikation, Referentin Fundraising

Telefon: 05 21. 5 81 - 20 82

E-Mail: spenden@klinikumbielefeld.de

verantwortlich für das Spendenwesen, zu diesem Thema befragt.

Frau Riesenberg, wie genau funktioniert das Online-Spenden?

Stefanie Riesenberg: In dem Spendenbereich auf unserer Homepage können Unterstützer*innen ihre Spende direkt und mit wenigen Schritten tätigen. Hierfür stellen wir ein Formular bereit, das die erforderlichen Daten für die Abwicklung der Spende abfragt. So müssen unsere Spender*innen lediglich die Felder ausfüllen und den Vorgang bestätigen. Alles weitere erfolgt automatisch, sodass die Spender*innen keinen weiteren Aufwand haben. Auch Unternehmen können auf diesem Weg schnell und einfach Spenden tätigen. Darüber hinaus können sich Interessierte umfassend zum Thema Spenden an das Klinikum Bielefeld, über aktuelle Projekte und Ergebnisse sowie persönliche Ansprechpartner*innen informieren.

Was verstehen Sie unter einem „Spendenprojekt“?

Stefanie Riesenberg: Uns ist es sehr wichtig, dass unsere Spender*innen auf Wunsch bestimmen können, wie wir ihre Spende nutzen. Wir stellen auf unserer Seite verschiedene Verwendungszwecke vor, wie zum Beispiel unsere drei Klinikstandorte. Aber es gibt auch ganz konkrete Spendenprojekte, die wir mit möglichst vielen Hintergrundinformationen und Fotos beschreiben. So können unsere Unterstützer*innen entscheiden, welcher Klinik oder welcher Einrichtung ihre Unterstützung zu Gute kommt. Ein aktuelles Beispiel ist die Bekämpfung der Corona-Pandemie.

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Spenden & Helfen

Ihre Spende kommt sicher an. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Mehr Informationen unter: www.klinikumbielefeld.de/spenden.html

Spendenkonto

IBAN: DE79 4805 0161 0050 0696 81

BIC: SPBIDE3BXXX

Verwendungszweck: Spenden und Helfen

Hier gelangen Sie zu den Spenden-Projekten

Natürlich können Spenden auch ohne konkreten Verwendungswunsch an das Klinikum übermittelt werden. Wir setzen die Spende dann dort ein, wo sie am dringendsten benötigt wird.

Die Zuordnung zu dem gewählten Spendenprojekt erfolgt automatisch, so landet die Hilfe in wenigen Schritten ganz genau da, wo die Menschen uns unterstützen möchten.

Wie sicher ist eine online getätigte Spende?

Stefanie Riesenberg: Mit Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes haben wir uns im Vorfeld sehr intensiv beschäftigt. Personenbezogene Daten werden über eine gesicherte Verbindung an das Klinikum Bielefeld übermittelt und unter Einhaltung aller geltenden Datenschutzbestimmungen verarbeitet. Die Zahlungsabwicklung erfolgt über unsere Hausbank.

Ganz entscheidend dabei ist: Jeder Spendenbetrag geht direkt auf das Konto der Klinikum Bielefeld gem.GmbH und wird nicht durch Dritte verwaltet oder bearbeitet.

Umfangreiche Informationen über das eingesetzte Sicherheitsverfahren sowie die Datenschutzbestimmungen stellen wir auf unserer Homepage zur Verfügung.

Wie werden die Spenden dann genau verwendet?

Stefanie Riesenberg: Die Kosten für die Behandlung

der Patient*innen werden von den Krankenkassen getragen. Die Patientenversorgung und unser hoher medizinischer Standard sind durch diese Finanzierung gesichert. Mit Hilfe von Spendengeldern können wir jedoch ergänzende Angebote und Leistungen schaffen, die über die Regelversorgung hinausgehen. Solche Angebote spielen bei einer ganzheitlichen Betreuung oft eine sehr wichtige Rolle und sind nur mit Hilfe von Spenden realisierbar.

Das Klinikum Bielefeld garantiert einen sorgsamen Umgang mit den Spendengeldern, die so wertvoll sind und ganz neue Möglichkeiten schaffen. Wir setzen Spenden sehr bewusst zum Wohle der Patient*innen und im Sinne einer ganzheitlichen Versorgung ein. Jeder Euro kommt genau in der Fachklinik oder bei dem Projekt an, das der Spender oder die Spenderin ausgewählt hat. So werden zum Beispiel keinerlei Werbe- oder Verwaltungskosten von den Spendenbeiträgen abgezogen. Maßnahmen zur Betreuung und Abwicklung des Spendenwesens werden in unserem Haus nicht aus Spendengeldern finanziert.

Und wenn jemand helfen möchte und dies lieber ohne die Nutzung des Computers tut?

Stefanie Riesenberg: Natürlich freuen wir uns auch über eine Überweisung auf unser Spendenkonto. Dabei ist es ebenfalls möglich, mit einer entsprechenden Angabe im Verwendungszweck festzule-

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gen, welcher Klinik, Einrichtung oder welchem Klinik-Standort die Zuwendung zu Gute kommen soll.

Warum sammelt das Klinikum Bielefeld als kommunales Krankenhaus überhaupt Spenden?

Stefanie Riesenberg: Wir stehen für eine patientenorientierte und moderne Hochleistungsmedizin und verstehen uns als Partner für die Gesundheit der Menschen in der Region. Dabei ist es unser Anspruch, den medizinischen Fortschritt voranzutreiben und allen Patient*innen zugänglich zu machen. So arbeiten wir zum Beispiel immer daran, neue Behandlungsmethoden, Innovationen und moderne Technologien in unseren über 30 Fachkliniken zum Einsatz zu bringen.

Hierfür sind natürlich Investitionen erforderlich, die wir durch einen sorgsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen erwirtschaften. So erreichen wir Kosteneinsparungen, die gezielt zum Wohle unserer Patient*innen und unserer Mitarbeiter*innen eingesetzt werden. Aber wir wissen alle: der Kostendruck im Gesundheitswesen ist enorm. Und die moderne Medizin darf den Menschen nie aus dem Blick verlieren. Oftmals möchten wir für unsere Patient*innen noch mehr tun als das, was die Leistungen der Krankenkassen abdecken und wir durch eigene wirtschaftliche Anstrengungen realisieren können. Mit Hilfe von Spendengeldern wird dies möglich. 

Gemeinnützigkeit

Die Klinikum Bielefeld gem.GmbH verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte zwecke“ der Abgabenordnung. Wir sind wegen Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege nach dem letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid bzw. nach der Anlage zum Körperschaftsteuerbescheid des Finanzamtes Bielefeld – Innenstadt, StNr. 305/5874/0628, vom 01.04.2020 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit.

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ÜBUNGSPROGRAMM GEHT IN DIE TESTPHASE

Ab sofort strahlt die Physiotherapie des Klinikums Bielefeld zweimal täglich ein Übungsprogramm zum Mitmachen für alle Patient*innen auf dem hausinternen Klinikkanal aus. Sender Nr. 0 (analog) oder 28 (digital).

Nicht alle Patient*innen erhalten während ihres Krankenhausaufenthaltes Physiotherapie. Dies liegt zum einen an den begrenzten Therapiekapazitäten, zum anderen stellt nicht jede Diagnose eine Therapieindikation dar. Um künftig dennoch allen Patient*innen des Klinikums Bielefeld einen unbegrenzten Zugang zu physiotherapeutischen Maßnahmen zu ermöglichen, haben Mitarbeiter*innen der Physiotherapie des Standorts Mitte in den ver-

gangenen Monaten ein digitales Übungsprogramm zum Mitmachen erarbeitet, dass ab sofort zweimal täglich auf dem hausinternen Klinikkanal ausgestrahlt wird. Gegenstand des Übungsprogramms sind zwei 10-minütige Videos mit angeleiteten und einfach erklärten Übungen zu den Schwerpunkten „Atmung“ und „Mobilität“, die live von den Patient*innen in den Patientenzimmern durchgeführt werden können.

Eine individuelle 1:1 Behandlung mit einem/einer Therapeut*in ersetzen die Videos nicht, dennoch bieten sie den Patient*innen die Möglichkeit während ihres Krankenhausaufenthaltes in Bewegung zu bleiben, eigeninitiativ zu handeln und Sympto-

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Kaufmännischer Direktor am Klinikum Bielefeld

ernd Henkemeier wird zum 1. Januar 2021 Kaufmännischer Direktor des Klinikums Bielefeld. Er folgt auf Maik Büscher, der diese Position seit 2019 inne hatte. Herr Büscher verlässt das Klinikum Bielefeld zum 30. November 2020, um neue Aufgaben nahe seines Wohnortes zu übernehmen. Der 42-jährige Bernd Henkemeier ist derzeit Geschäftsführer des Agaplesion Ev. Krankenhaus Holzminden.

„Wir freuen uns, dass Bernd Henkemeier an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt und uns innerhalb der Betriebsleitung in neuer Funktion unterstützt. An dieser Stelle möchte ich mich bei Maik Büscher für die hervorragende Zusammenarbeit und die geleistete Arbeit bedanken und wünsche ihm alles Gute für seine neue Aufgabe!“, sagt Michael Ackermann, Geschäftsführer der Klinikum Bielefeld gem. GmbH. Bernd Henkemeier war bis zum 31. Juli 2019 Syndikus beim Klinikum Bielefeld. Er wird als stellvertretender Geschäftsführer Prokura erhalten und Mitglied der Betriebsleitung des Klinikums, die dann aus dem Geschäftsführer des Klinikums Michael Ackermann, dem Ärztlichen Direktor Dr. med. Wolfgang Schmidt-Barzynski und der Direktorin für Pflegeund klinisches Prozessmanagement Christiane Höbig besteht. Der gebürtige Ostwestfale Henkemeier studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Bayreuth und Würzburg; neben einer wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzausbildung hat er zudem ein Masterstudium im Bereich des Medizinrechts erfolgreich absolviert. Von Oktober 2008 bis Juli 2019 war er bereits am Klinikum Bielefeld tätig.

Seit Beginn der Corona-Krise wird Patient*innen und Besucher*innen des Klinikums an allen drei Standorten kostenloses, zeitlich unbegrenztes WLAN zur Verfügung gestellt.

Kostenloses Patienten WLAN

Bitte gehen Sie wie folgt vor: Wählen Sie in den Einstellungen Ihres Endgerätes in der Auflistung der verfügbaren WLAN-Netzwerke das „Patienten_Internet“ aus. Bei einem Android-Smartphone wischen Sie bitte von oben und wählen „Im WLAN-Netzwerk anmelden“. Bei einem Apple iOS-Smartphone erfolgt die Anmeldung automatisch. Die HOTSPLOTS Login-Seite öffnet sich. Akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen. Nun haben Sie kostenfreien Zugang zum Internet.

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Neuer Chefarzt des Brustzentrums

PD Dr. med. Sebastian Wojcinski wird zum 1. Oktober 2020 Chefarzt des Brustzentrums am Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Bielefeld Mitte. Er übernimmt die Position von Frau Dr. med. Angelika Cervelli, die das zertifizierte Brustzentrum am Klinikum Bielefeld aufgebaut hat und im Jahr 2022 in den Ruhestand gehen wird. Sie übernimmt bis dahin spezielle Aufgabenfelder innerhalb des Brustzentrums und bleibt diesem somit erhalten.

PD Dr. med. Sebastian Wojcinski studierte von 1995 bis 2002 Humanmedizin an der Universität des Saarlands, Homburg/Saar und legte dort 2002 sein Staatsexamen ab. Von 2002 bis 2007 war er Arzt in Weiterbildung an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Homburg/Saar. In den Jahren 2007 bis 2008 war Dr. Wojcinski dort Funktionsoberarzt. Von 2008 bis 2011 war er Oberarzt am Franziskus Hospital Bielefeld und dort von 2011 bis 2012 Leitender Oberarzt. Von 2012 bis 2014 war Dr. Wojcinski Oberarzt an der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover. Ab 2014 bis 2020 war er Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Franziskus Hospital Bielefeld.

„Mit PD Dr. Wojcinski konnten wir in der Nachfolge von Frau Dr. Cervelli einen renommierten Fachmann mit hervorragender wissenschaftlicher Expertise gewinnen! Er verfügt außerdem über den höchsten Kompetenzgrad in der Mammasonographie (Brustultraschall, DEGUM III) über den nur 26 Ärzte in ganz Deutschland verfügen.“, erklärt der Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld Michael Ackermann. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung im interdisziplinären Brustzentrum am Klinikum Bielefeld. Wir planen, eine komplette Abdeckung der Therapie mit Fachärzt*innen und Termine für die Patient*innen innerhalb kürzester Zeit zu gewährleisten.“, so eine erste Stellungnahme von PD. Dr. Wojcinski. „Die Struktur des Zentrums für Frauenheilkunde und Geburtshilfe bleibt auch in der neuen personellen Zusammensetzung erhalten. Der onkologische Schwerpunkt der Klinik soll mit diesem Schritt jedoch gezielt weiter ausgebaut werden“, stellt Prof. Dr. med. Werner Bader, der Chefarzt des Zentrums für Frauenheilkunde und

Geburtshilfe, fest. „Ich freue mich sehr, dass wir PD. Dr. Wojcinski für unser Brustzentrum gewinnen konnten. Ich werde weiterhin im Brustzentrum Präsenz zeigen, aber auch an der Bildung eines überregionalen Brustzentrums und der Vernetzung mit Arztpraxen in der Region arbeiten. Auch im Blick auf die zukünftigen universitären Aufgaben wird die Übernahme des Brustzentrums durch meinen Nachfolger Herrn Wojcinski gestärkt. Ich freue mich daher ausdrücklich auf die zukünftige Zusammenarbeit.“, unterstreicht Frau Dr. Cervelli.

Ein zertifiziertes Brustzentrum ist eine Klinikinstitution, die sich auf die Diagnostik, Therapie, Prävention und Erforschung von Brustkrebserkrankungen spezialisiert hat. Durch Kooperationen mit allen an der Behandlung des Brustkrebses beteiligten Fachdisziplinen und Koordination der notwendigen Maßnahmen unter einem Dach entstehen kurze Wege und damit eine optimale Versorgung betroffener Patientinnen. Zudem ist eine Vernetzung der ambulanten und stationären Betreuung im Zentrum schon heute gewährleistet. So verfügt das Brustzentrum am Klinikum Bielefeld über zahlreiche Kooperationspartner im medizinischen Bereich, u.a. der Klinik für plastische Chirurgie, Diagnostische Radiologie, Strahlentherapie, Pathologie, die Onkologische Schwerpunktpraxis, Nuklearmedizin und Psychoonkolgie.

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4. Wer hinterlässt Kindern für einen Milchzahn unter dem Kopfkissen eine Goldmünze? 5. Wer ist in einem Gefäß gefangen und muss seinem Befreier Wünsche erfüllen? 6. Nenne ein anderes Wort für Geist! 7. Welchem Fabelwesen begegnet man nur bei Vollmond?

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In Zeiten von Corona hat das Klinikum von verschiedensten Seiten Unterstützung erhalten. Ob durch Besuch des Oberbürgermeisters Pit Clausen, persönliche Grußworte des DSC Arminia Bielefeld oder eine eigens für die Fassade des Klinikum Bielefeld Mitte erstellte Lichtprojektion – den Mitarbeiter*innen wurde dafür gedankt, dass Sie auch während einer so schweren Zeit für ihre Patient*innen da sind.

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