Meiko - Die Entdeckung der Sauberkeit

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Die Entdeckung der Sauberkeit Die Meiko-Story



Editorial

Eine Liebeserklärung … 90 Jahre Meiko – herzlichen Glückwunsch an die „alte“ ewig junge charmante Dame! 90 Jahre Unternehmensgeschichte sind vor allem 90 Jahre prall gefüllt mit Leben. Die Geschichte von Unternehmen wird von Menschen bestimmt, gemacht, geprägt und entwickelt. Insofern ist die Geschichte der Meiko die Geschichte von vielen Menschen, die im Verlauf der letzten 90 Jahre einen Großteil ihrer Zeit, ihres Lebens, ihrer Energie, ihrer Kreativität und ihrer Begeisterungsfähigkeit der Meiko gewidmet haben. Und große Herausforderungen galt es zu meistern: Gründung 1927, Wirtschaftskrise 1930, ein Gründer verlässt das Unternehmen, die nationalsozialistische Diktatur mit dem 2. Weltkrieg, die Zerstörung des Unternehmens, der Wiederaufbau, die Gründung der Stiftung, die Digitalisierung, die Globalisierung … die Unternehmensentwicklung bis heute – all diese und viele weitere Herausforderungen wurden angenommen, bewältigt und in positive Entwicklungen umgewandelt durch Menschen, die immer bereit waren, den Extra-Meter zu gehen, um das Unternehmen voranzubringen. Von diesen Menschen handelt dieses Magazin – ihnen ist es gewidmet, denn ohne sie wäre die Meiko heute nicht da, wo sie ist.

Dr.-Ing. Stefan Scheringer

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Inhalt Editorial Wasser ist der Ursprung von allem Generationen am Brunnen Innovationen made by Meiko

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Wie alles begann Warum die Spülmaschine erfunden wurde und was draus geworden ist

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Unternehmen Was Meiko stark macht

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Innovation und Design Idden sprudeln – typisch Meiko Ästhetik und Funktion machen das Design Referenzen auf einen Blick

20 23 30

Aus der Welt unserer Kunden Das Aah und Ohh für die Gastlichkeit Erste Adressen aus der Industrie Meiko unter Sternen

32 36 39

Meiko in Zahlen

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Digitalisierung Vom „Spülmädchen zum Roboter“: Meiko digital

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Service und Logistik Meiko Service: Eine Welt für sich

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Kundenreaktionen Wieder eine neue Zeitrechnung der Spültechnik

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90 Jahre Richard Lehmann und Meiko feiern zugleich ihren 90sten Geburtstag

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Die ersten Jahre Die Meiko-Story: Nicht so einfach ohne Firmenarchiv 1927 Meiko-Gründungsjahr Wie der MEI zum KO kam Wie der MEI und der KO auseinandergingen Impressionen Krieg und Zerstörung

54 56 57 61 68 70

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Wiederaufbau Nachkriegszeit 1945 bis 1948 Franz Konrad nach dem Ausscheiden bei Meiko

73 80

Meiko-Stiftung Im Fokus: Das Wohl von Mensch und Unternehmen

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Feuerwehrtechnik Krebs-Prävention für die Feuerwehr

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Medizintechnik Krankenhaus-Hygiene: Vom Ziel „Null-Infektion“ noch weit entfernt

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Spültechnik Halal und koscher – Spültechnik für muslimische und jüdische Auftraggeber

94

Meiko International Meiko – in der ganzen Welt zu Hause Auf dem Weg zum Global Player Für Meiko im Politverhör Tausche Meiko-Ersatzteile gegen Räuchermännchen Etol und Meiko: Handschlag genügt Meiko in der ganzen Welt

96 100 101 103 105 106

Wertschätzung für Meiko

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Personalarbeit und Betriebsrat „Wir sehen die Menschen“

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Fortbildung Meiko Academy „Lernen – wissen – anwenden“

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Meiko Eisengießerei

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Nachhaltig ab Werk Singapur: Der Staat fördert Müllreduzierung Friedensreich Hundertwasser Tanzende Formen und Farben

121 124 125

Auszeichnungen ... and the winner is: Meiko

126

Literatur

128

Fotonachweise

129

Dank, Impressum

130

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Wo Wasser ist, sprudeln auch die Ideen Wasser ist der Ursprung von allem: Unser blauer Planet und natürlich auch wir Menschen selbst existieren nur durch und mit H20. Um Wasser werden Kriege geführt, so kostbar ist es. Und das, obwohl zwei Drittel der Erde mit Wasser bedeckt sind – mit Salzwasser. Nur 2,5 Prozent aller Wasservorräte ist Süßwasser, das was die Menschen, Tiere, Pflanzen, Wälder zum Leben brauchen. Wiederum zwei Drittel des Süßwassers bildet das ewige Eis über Nordpol und Antarktis. Bleibt weniger als ein Prozent der Wassermenge für uns alle nutzbar. Und von dem wenigen verbraucht die Landwirtschaft 70 Prozent. Das flüssige Element ist das Lebenselixier von Meiko: Unsere Lösungen zum Spülen, Reinigen und Desinfizieren nutzen seine Kraft – für höchste Sauberkeit und Hygiene. Am Anfang unserer Lösungen steht das, was uns Menschen wohl alle auszeichnet: Neugierde und die Lust am Entdecken. Diesem Wesenszug verdanken wir neue Kontinente und Länder,

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Erfindungen, Innovationen, kurz all das, was wir Fortschritt nennen. Folgen wir der Entdeckerlust der Offenburger, folgen wir Meiko im Fluss der Zeit: von den Anfängen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis zum Global Player von heute. Diese Entwicklung verläuft rasant, gerade mal drei Generationen schaffen das. Wir staunen. Und dabei ist der Antrieb, der Kern, immer gleich geblieben: saubere Ideen entwickeln. Dem Alltag des Menschen mehr Sauberkeit und Hygiene schenken – bei Tassen, Tellern und Gläsern, aber auch bei Pflegegeschirr, Atemschutzmasken und anderen lebensnotwendigen Dingen. Meiko macht die Welt sauberer. Unsere Gründer haben sich für diese Mission das Symbol des Brunnens auserwählt: das weiße M unseres Markenlogos stellt zwei Brunnenfontänen dar. Eine gute Wahl. Der Brunnen gilt seit Menschengedenken als Lebensspender, als Quelle von Reinheit und Kraft. Zudem ist er Anziehungspunkt und Treffpunkt für die Menschen. Genau das will Meiko sein: heute wie vor 90 Jahren. Und die Ideen sprudeln und sprudeln. Hier beginnt die Meiko-Story.


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Generationen am Brunnen „Schade, dass die Zeit zwischen ‚zu jung‘ und ‚zu alt‘ so kurz ist“ formulierte der französische Philosoph Montesquieu und dachte dabei vielleicht an ein Treffen zwischen Alt und Jung am Brunnen. Rein statistisch sind Svenja Jäger und Richard Lehmann jeweils fast 60 Jahre alt, wobei die Statistik – in diesem Fall besonders offensichtlich – wieder einmal wenig mit der Realität zu tun hat. Gemeinsam können Richard Lehmann und Meiko ihren 90sten Geburtstag feiern, beide sind Jahrgang 1927. Über 40 Jahre hat Lehmann im Unternehmen gearbeitet. Um mit ihm gleichzuziehen, müsste Svenja Jäger noch rund 13-mal solange bei Meiko arbeiten, wie sie es bisher getan hat. Genau am 87sten Geburtstag von Meiko hat sie dort angefangen, zunächst im Export und mittlerweile im internationalen Marketing. Wenn Sie jetzt das Alter von Svenja Jäger und die Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit interessieren, dann rechnen Sie doch einfach ein wenig. Und wenn Sie mit ihr darüber sprechen wollen, könnte dies auch auf Spanisch, Englisch oder Italienisch geschehen. Die Geschichte über Richard Lehmann lesen Sie auf Seite 52-53 in diesem Magazin, Svenja Jäger wird ihre noch schreiben.

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Die ersten Jahre

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1927 Oskar Meier und Franz Konrad gründen Meiko. Produktion der ersten Spülmaschine.

1928 Umzug an den heutigen Standort in Offenburg: Ecke Engler- und Haselwanderstraße.

1937 1934 Reinigungs- und Desinfektionsautomaten für Krankenhäuser

1930 Charles Lindbergh

Max Schmeling

Charles F. Richter

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Oskar Meier plant den Verkauf an Franz Konrad. Franz Konrad scheidet, nach Prozess vor einem NS-Sondergericht, aus dem Unternehmen aus.

1944 Luftangriff auf Offenburg zerstört die Meiko-Betriebsstätten komplett

1940 Alexander Flemming

Charlie Chaplin

Erstes McDonald’s Restaurant an der Route 66

Auguste Piccard

Golden Gate Bridge San Francisco

Erster Bikini


Meiko im Fluss der Zeit

1948

1960

1970

Die Eisen- und Metallgießerei Ettenheim wird Teil des Unternehmens.

Umsatz: 9 Mio. DM 290 Mitarbeiter

Umsatz: 21 Mio. DM 370 Mitarbeiter

Meiko im Wirtschaftswunder – und das hält in den 1970er Jahren an.

Erstmals systematische Exportbemühungen.

1950 Umsatz: 1 Mio. DM 70 Mitarbeiter

1974

1963

Mit Unterstützung der belgischen Firma Sabemaf gelingt der Wiederaufbau.

Die weltweit erste vollautomatische Geschirrspülanlage wird konstruiert.

Meiko bekommt eine Arbeitnehmervertretung.

31.03.1965 Die Meiko trauert um Oskar Meier.

1950 Königin Elisabeth II.

1960 Das Wunder von Bern: Deutschland wird Fußball-Weltmeister

Erste Langspielplatte

1970 John F. Kennedy

Martin L. King

Juri Gagarin

Neil Armstrong

The Beatles Bau des Atomiums Brüssel

Muhammad Ali

1.000.000 „Käfer“ bei VW

Dr. Christiaan Barnard

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1979 Tod Rosel Meier. Eigentümer von Meiko wird die „Oskar und Rosel Meier Stiftung“

1990

Ulf Starke wird Geschäftsführer

Erste vollautomatische Spülanlage für Porzellan

Umsatz: 41 Mio. DM 400 Mitarbeiter

Umsatz: 109 Mio. DM 590 Mitarbeiter

1980

1980 Reinhold Messner

Rubik’s Zauberwürfel

1990

Sony’s Walkman

Die Mauer fällt

Erster Apple Macintosh

Hubble-Weltraumteleskop wird in den Orbit gebracht

Sony bringt PlayStation auf den Markt

Ferrari F40

Terrakotta-Armee

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Berlin wird Hauptstadt

Der Halleysche Komet

Verhüllung des Reichstags


Meiko im Fluss der Zeit

2000

2010

Burkhard Randel und Stefan Scheringer werden Geschäftsführer

SpülmaschinenGeneration M-iQ

Umsatz: 240 Mio. DM 1100 Mitarbeiter

2005

Umsatz: 220 Mio. Euro 1700 Mitarbeiter

TopLineReinigungsund Desinfektionsgeräte

2000

2015

2017

Umsatz: 300 Mio. Euro 2100 Mitarbeiter

Meiko wird 90

2010

Facebook-Gründer Zuckerberg

Apple-Gründer Jobs

Merkel wird Kanzlerin

Durchstich am Gotthard-Tunnel

2017 Wir sind Papst

Fußball-Weltmeister 2014

Leonard Cohen

Burj Khalifa Dubai

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Ohne diese junge Dame hätte es die Meiko wahrscheinlich nie gegeben. Josephine Cochrane ist die Erfinderin der Spülmaschine.

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Wie alles begann

Weshalb die Spülmaschine erfunden wurde und was daraus geworden ist

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er hat eigentlich die Spülmaschine erfunden? Eine Millionenfrage bei „Wer wird Millionär?“. Und aller Wahrscheinlichkeit nach müsste RTL den Betrag nicht ausbezahlen. Wer hat’s erfunden? Nein, die Schweizer waren es ebenso wenig wie Miele. Immerhin, Meiko könnte man bei jemandem, der in der Englerstraße in Offenburg arbeitet, als Antwort gelten lassen – auch wenn sie nicht ganz richtig ist. Die richtige Antwort ist Josephine Cochrane. Mal taucht sie als Josephine G. Cochbaf in den digitalisierten Unterlagen des US-Patentamtes auf, mal als J. G. Goohran. Schon zweimal zuvor, so Lynn Gref in ihrem Buch „The Rise and Fall of American Technology“, hatte es Patentanmeldungen für die Spülmaschine gegeben: 1850 von Joel Houghton und fünf Jahre später von L.A. Alexander; beides eher theoretische Ansätze, denn sauber wurde das Geschirr mit diesen Männer-Erfindungen nicht. Cochrane beschrieb einmal die ganz praktischen Gründe, die sie zu ihrer Erfindung motiviert hatten. Ihre Haushaltshilfen produzierten beim Abspülen einfach zu viel Bruch; und das bei dem wertvollen Porzellan aus China und England. Dass eine Frau die funktionierende Spülmaschine erfunden hat, verwundert nicht, eher schon, dass es eine Frau war, die sich nie selbst um den Abwasch kümmern musste, denn ihre Familie war sehr wohlhabend. Aber das Erfinden lag irgendwie in den Genen der Familie. Josephines Großvater John Fitch war der Erfinder eines Dampfschiffes, das erst, mehr schlecht als recht, mit einem Heckschaufelrad und dann erfolgreich mit einer Schiffsschraube angetrieben wurde.

Das Spülmaschinenpatent von Josephine Cochrane wurde am 31. Dezember 1885 eingetragen – sie war damit die erste Frau, deren Erfindung patentiert wurde. Nach dem Tod ihres Mannes war Cochrane wirtschaftlich alles andere als gut gestellt und musste ihre Idee möglichst schnell vermarkten. Sie gründete das Maschinenbau-Unternehmen „Cochran’s Crescent Washing Machine Company“. Ihre Spülmaschinen wurden zunächst ausschließlich an Hotels und Restaurants vertrieben.

Maschinen anfangs zu teuer: 4 Jahresgehälter eines Tellerwäschers Weltausstellung 1893 in Chicago: Der Reißverschluss, der elektrische Stuhl und die Geschirrspülmaschine wurden als Top-Neuheiten präsentiert. Cochrane fand mit ihren noch handangetriebenen und mehr als zwei Meter hohen Prototypen ein zwar staunendes, aber noch nicht kaufbereites Publikum vor. Die Maschinen waren damals einfach zu teuer, dies vor allem im Vergleich zu den geringen Lohnkosten für einen Tellerwäscher. Für die rund 800 Dollar, die die Maschine kostete, hätte man einen Vollzeitspüler vier Jahre 10 Stunden am Tag bezahlen können. Da tat auch nichts zur Sache, dass die Erfindung von Josephine mit dem Preis für die beste mechanische Konstruktion geehrt wurde. In der Urkunde ist allerdings nicht sie verzeichnet, sondern ein Mister Cochrane; Frauen waren damals als Ausstellerinnen nicht zugelassen.

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Der technische Aufbau der ersten Spülmaschinen war sehr einfach. Cochranes Idee bestand darin, ein Gerät zu entwickeln, in das ein Drahtbehältnis für Geschirr eingefügt wurde. Der Behälter wurde in einem Rad befestigt, das flach in einem Kupferboiler liegt. Dann wird heißes Seifenwasser eingegossen. Durch die zunächst noch manuelle Drehung des Rades rotiert auch das Geschirr im Wasser und wird so gesäubert. Sebastian Weidlich und Markus Knüpfer haben im Jahr 2011 die technischen Ansätze der Spülverfahren unterschiedlicher Hersteller in einer Untersuchung an der Technischen Universität Chemnitz herausgearbeitet. Damals wie heute war es vor allem die richtige Abstimmung zwischen Wasserdruck, Temperatur und Reinigungsmittel, die den Erfolg des maschinellen Spülens ausmachte. Das galt für gewerbliche Spülmaschinen ebenso wie für solche, die im Privathaushalt zum Einsatz kamen. Kurt-Christian, der Sohn des Miele-Mitbegründers Reinhard Zinkann, war während einer USA-Reise auf die Marktlücke in Deutschland aufmerksam geworden und fand, es sei eine passende Ergänzung zum Miele-Programm aus Milchzentrifugen, Wasch- und Buttermaschinen. Und so sah denn das Modell A auch aus wie ein aus Metall gefertigter Butterbottich auf vier Füßen, in dem ein Propeller das heiße Wasser verwirbelte.

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ie Cochrane dachten auch Carl Miele und Zinkann in ihrer alten Mühle in Herzebrock bei Gütersloh sowie Oskar Meier und Franz Konrad in ihrer Offenburger Hinterhof-Werkstatt zunächst ausschließlich an die gewerbliche Kundschaft in Hotels und Restaurants, als sie ihre Maschinen entwickelten. Schon im Gründungsjahr 1927 stellte Meiko das erste Produkt auf der Oberrheinmesse vor, zwei Jahre später war es die Zentrifugenfabrik Miele & Cie., die eine serienreife, elektrisch angetriebene Geschirrspülmaschine für jedermann auf den Markt brachte. Allerdings wurde die Produktion kurz darauf wieder eingestellt. Nicht nur in Deutschland war der Markt noch nicht weit genug.

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Auszug aus der Patentschrift von Josephine Cochrane. Und eine Anzeige zur Weltausstellung 1893


Wie alles begann

Das Modell A von Miele kostete gut 400 Reichsmark; der Anschaffungspreis entsprach also ungefähr dem Lohn, den eine Haushaltshilfe in drei Jahren bekam, so Reinhild Portmann, bei Miele verantwortlich für die Unternehmenskommunikation im Bereich Spültechnik. Beim Modell A wurden zwei Drahtkörbe für das Geschirr in einen Metallbottich eingehängt. Nach dem Einräumen wurde heißes Wasser in den Bottich gefüllt.

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in Elektromotor treibt einen Propeller an, der Wasser gegen das Geschirr wirbelt und es so säubert. Es dauerte bis 1960, bis Miele mit den ersten Vollautomaten wirtschaftliche Stückzahlen produzieren und verkaufen konnte. Zu dem Zeitpunkt war Meiko im gewerblichen Bereich längst erfolgreich. Wie nicht selten bei technischen Weiterentwicklungen wurden von unterschiedlichen Konstrukteuren ähnliche und parallele Überlegungen angestellt. Neben Meiko und Miele hatten sich auch das Offenburger Maschinenbauunternehmen von Kaspar Martin und der badische Ingenieur Karl Winterhalter in Endingen Gedanken zur Entwicklung der Spülmaschine gemacht. Kurz vor ihrem Tod verkaufte Cochrane ihr Unternehmen an die Firma Kitchenaid. Von dort gelangten die Patente 1926 zur Hobart Manufacturing Company von Clarence Charles Hobart – CC, wie er im Unternehmen genannt wurde. Viele Jahre später übernahm die deutsche Tochter von Hobart auch die Spülmaschinensparte der Firma K. Martin, die der damalige Eigentümer Wilhelm Kaufmann 1960 an das zunächst noch in Hamburg ansässige Unternehmen veräußerte. Hobart zog um nach Offenburg, das so zur weltweiten Hauptstadt für gewerbliche Geschirrspülmaschinen wurde. Mehr als zweitausend Menschen aus der Region verdienen heute bei Meiko und Hobart allein am Standort Offenburg ihr Geld.

Nachkriegsjahren. Beide mussten bei null anfangen. Meier aufgrund der Zerstörung der Meiko-Produktionsstätten, Winterhalter als arbeitsloser Ingenieur, der den Krieg bei Dornier im Flugzeugbau überstanden hatte. Beide litten unter Rohstoffmangel und verbauten Kriegsschrott, Metallreste aus abgestürzten Flugzeugen oder zerstörten Eisenbahnwagen in ihren ersten Produkten. Und beide begannen mit allem anderen, nur nicht mit Spülmaschinen. Feuerzeuge und Küchengeräte waren es bei Meiko, Fritteusen und Heizöfen bei Winterhalter, der auch mit der sogenannten „Backhexe“ (1949) eine Basis für den Erfolg des Unternehmens schuf, einer elektrisch beheizbaren Backröhre, die sich gelegentlich noch heute auf den Dachböden schwäbischer Haushalte finden lässt. Winterhalters erster Geschirrspüler, die GS 60, wurde 1957 gebaut; da hatte die Firma gerade mal sieben Mitarbeiter. Die Entwicklung ist rasend schnell gegangen. Heute können Maschinendaten via App eingesehen werden. Und die früher gefürchteten „Problemteller“ mit Stärke, eingebrannter Milch, Spinat oder Lippenstift- und Teerändern an den Tassen bereiten im Zusammenspiel von Sprüharm, Druck und Volumen der Wasserstrahlen und der Reinigungschemie keine Probleme mehr. In den letzten Jahren stehen der nachhaltige und immer sparsamere Umgang mit Wasser und Chemie im Vordergrund. Abluft- und Abwasserwärmerückgewinnung senken die Stromkosten, und der Wasserund Chemieverbrauch hat sich extrem reduziert. Und längst ist auch die Frage beantwortet, wer umweltschonender spült: Mensch oder Maschine. Die Untersuchung, die der Bonner Physiker Rainer Stamminger im „International Journal of Consumer Studies“ veröffentlichte, ist eindeutig: Die Maschine ist günstiger, um rund 30 Prozent bei den Energiekosten und um mehr als 50 Prozent beim Wasserverbrauch.

Zahlreiche Parallelen gab es zwischen Winterhalter und Oskar Meier in den schwierigen ersten

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Was Meiko stark macht Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) ist ein Biomolekül, das sämtliche Erbinformationen eines Organismus in sich trägt. Übertragen gibt es das auch für Unternehmen.

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as aber sind die einzigartigen, unverwechselbaren Eigenschaften, die Meiko von allen anderen unterscheidet? Etwas, das sich auch über die Erschließung neuer Märkte, Produktinnovationen oder Geschäftsführerwechsel hinweg nicht verändert – ja nicht verändern darf. Ein Claim oder Werbe-Slogan ist nicht die DNA – diese sollen sich vielmehr aus der DNA ableiten, genauso wie Werte und Eigenschaften. Die Meiko-DNA: Meiko gehört einer Stiftung, die weltweit eine wirtschaftlich erfolgreiche Technologieführerschaft im Rahmen des fairen Umgangs mit Kunden und Mitarbeitern anstrebt.

Mit Oskar Meier und Franz Konrad, Rosel Meier, Herbert Herp und Heinrich Menges, Dr. Ulf Starke, Burkhard Randel und Dr. Stefan Scheringer hat die Meiko über 90 Jahre hinweg gerade mal acht Geschäftsführer gehabt, und der Unternehmensgründer war fast 40 Jahre in der Firma aktiv. Das prägt.

Franz Konrad Oskar Meier Rosel Meier Heinrich Menges Herbert Herp Dr. Ulf Starke Burkhard Randel Dr. Stefan Scheringer

1927 1927 1965 1974 1979 1980 2000 2000

1939 1965 1979 1979 1981 2000 2014 bis heute

(Daten gemäß Handelsregister-Eintrag)

MEIKO

Erfindergeist fair beständig

Wasser Stiftung Reinheit Normen Mehrwert kreativ

Ökologie

Qualität Zertifizierung

sauber

Technologieführer

Verantwortung Maschinenbau transparent professionell Compliance Verlässlichkeit

Vertrauen Solidität Quelle

sozial

traditionell Nachhaltigkeit Präzision

Problemlösung

glaubwürdig

Kultur

Ethik

partnerschaftlich

Mensch Innovation

digital erfolgreich bescheiden Kundenwunsch authentisch Mut

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Leistung umweltschonend Service Prozessqualität effizient Weltmarkt


Unternehmen

Im Zusammenspiel zwischen Kunden und Unternehmen sowie zwischen der Unternehmensführung und den Mitarbeitern haben sich bestimmte Werte als besonders wichtig herausgebildet. Diese wurden im „Meiko-Werterad“ festgehalten, das aus dieser DNA heraus entwickelt wurde – die zweite Ebene sozusagen (siehe: www. meiko.de/produkte/hintergrundwissen/werte/) „Durch dieses Bild“, so Stefan Scheringer, „können wir alle unsere Vorstellungen eines gelingenden Miteinanders viel besser kommunizieren. Das Werterad ist zur Handlungsmaxime geworden, auf das auch jeder Kunde oder Mitarbeiter sich im Gespräch mit mir berufen kann.“ Qualitätsorientiert Die Meiko definiert, wie sie ihre Kunden bedienen möchte: so qualitativ hochwertig wie möglich. Danach richtet sich das Unternehmen aus: Produktqualität, Servicequalität und Prozessqualität. Nachhaltig Umweltschutz, soziales Engagement, ethisches Verhalten und eine beständige Verbesserung der Wertschöpfungskette zugunsten von Mensch und Umwelt gehören zu den Grundfesten des Unternehmens. Erfolgreich Erfolg ist das Ergebnis von Talent und harter Arbeit, aber auch der Fähigkeit mit Mitarbeitern und Kunden Hand in Hand zu arbeiten. Besonders das Zuhören ist dafür eine wertvolle Basis. Effizient Wer effizient zu Werke geht, tut die Dinge rationell und ressourcenminimierend. Beides verstärkt die Wirtschaftlichkeit. Fair Das bedeutet anständiges Verhalten auf Basis einer gerechten Haltung gegenüber anderen Menschen. Service Der Service-Fall soll niemals zum Negativ-Erlebnis werden, sondern zu einer konstruktiven Begegnung von Menschen mit Lösungs-Kompetenz.

Partner Meiko will mehr sein als Lieferant, ein guter Partner eben. Das beweisen langjährige Geschäftsbeziehungen, die zu echten Partnerschaften führen und oft Jahrzehnte überdauern. Beständig Meiko weiß: Wer die Zukunft erfolgreich meistern will, wer den Wandel gestaltet, muss auch für Beständigkeit stehen. Sauber Das Wiederherstellen von Reinheit gehört zu den ältesten Ritualen der Menschheit. Kein Wunder: Sauberkeit und Hygiene sind untrennbar mit der menschlichen Gesundheit verbunden. Kreativ Was Meiko bietet, ist ein Klima der Offenheit, das Denkverbote nicht kennt. Kreativität kann man nicht verordnen, aber ihr das Umfeld bereiten. Transparent Meiko-Kunden sollen wissen und verstehen, was das Unternehmen tut, und bei der Zusammenarbeit ein gutes und informiertes Gefühl haben. Technik Maschinenbau ist Technik. Digital, vernetzt, flexibel. Spülen, Reinigen, Desinfizieren können viele. Doch den Prozess vom benutzten Geschirr oder Medizinprodukt bis zum wieder benutzbaren hygienisch einwandfreien Geschirr oder Medizinprodukt unter Einbezug sämtlicher Rahmenbedingungen beherrschen – das kann die brillante Technik von Meiko. Das Unternehmen lässt viele Dinge von Externen zertifizieren – und zwar regelmäßig. „Wir beachten stets und weltweit alle regulatorischen Ansprüche aus Gesetzen, Normen und Richtlinien. Kundennutzen und Compliance sehen wir immer in einem direkten Zusammenhang“, so Stefan Scheringer.

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Ideen sprudeln – typisch Meiko „Wir sind ein hochinnovatives Unternehmen“, sagt Meiko-Geschäftsführer Stefan Scheringer, promovierter Maschinenbau-Ingenieur. Was zu beweisen wäre, denn welches Unternehmen behauptet das nicht von sich.

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enn die Römer „innovare“ sagten, meinten sie erneuern. Es gibt wenige Worte, die so oft so falsch eingesetzt werden wie Innovation. Die Inflation zeigt sich auch, wenn der Begriff im Internet gesucht wird und je nach Suchmaschine 400- bis 500-millionenmal vorkommt. Manchmal steckt nicht mehr dahinter, als dass irgendein Produkt statt in Weiß nun auch in Gelb lieferbar ist. Was also ist das: eine Innovation? Der österreichische, später deutsche und zuletzt amerikanische Nationalökonom Joseph Schumpeter (1883 bis 1950) verneint in seinem Buch über die „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“, dass bereits eine Erfindung eine Innovation sei. Erforderlich sei zusätzlich die erfolgreiche Durchsetzung einer neuen Idee über den Produktionsprozess in den Vertrieb.

Erforderlich ist also ein merklicher Unterschied, und nur, wenn die Nutzer etwas als neuartig auffassen, liegt auch eine Innovation vor. Etwas einfach vielleicht, aber auf den Punkt gebracht: Innovation ist, wenn der Kunde nicht „Nein“ sagen kann. Und das tut er bei Meiko in schöner Regelmäßigkeit. Dietmar Zapf, seit über vierzig Jahren im Unternehmen und inzwischen weltweit für die Betreuung der Key-Accounts tätig, hält den Austausch mit den Kunden für den wichtigsten Impulsgeber für Weiterentwicklungen. Den folgenden Satz des Hochschullehrers Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger würde er unterschreiben: „Mit Preisen kann man Kunden locken, mit Marketing für sich gewinnen, aber nur mit Innovationen lassen sie sich halten.“ Auch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Oskar Meier schon seine Kunden fest im Blick, wollte ihnen aber voraus sein, wie er in Besprechungen immer wieder formulierte: „Wir müssen wissen, was unsere Kunden brauchen, bevor die eine Ahnung davon haben.“ Henry Ford hätte seine Freude an

Innovationen Das Fabrikationsprogramm wurde erweitert: Großküchen-Arbeitstische, Spezial-Küchenmaschinen wie Reibe-, Schneide-, Passier-, Rühr- und Schlagmaschinen sowie Heißwasserbereiter. Dieses Segment wurde später komplett aufgegeben. 1927

1928

Meiko baut die erste Profi-Spülmaschine: Die „Standard DRP“ wurde ein Verkaufsschlager im deutschen und europäischen Markt und legte den Grundstein für die hohen Exportanteile des Unternehmens; heute sind das mehr als 50 Prozent. 20

made by Meiko

Die ersten Korbtransportspülmaschinen kommen in den Markt. 1934 Produktion von Reinigungsund Desinfektionsgeräten für Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime.

1940


Innovation und Design

dieser Vorgehensweise gehabt. Denn immer wieder erzählte er die Geschichte, was seine Kunden ihm geantwortet hatten, wenn er ihnen die Vorteile des Automobils beschrieb: „Erfinden Sie lieber schnellere Pferde für unsere Kutschen!“ Immer nur auf den Kunden zu hören, kann also auch einmal falsch sein. Denn hätte Ford sich auf die Optimierung von Pferd und Kutsche konzentriert, hätte er unter Umständen die perfekte Kutsche gebaut, aber mit Sicherheit nicht das erste Serien-Automobil. Manchmal hatte Meier auch zu viele Ideen auf einmal, brachte diese schnell zu Papier und wollte sie ebenso schnell umgesetzt haben. Das war aber nicht immer zu Ende gedacht, und dann hieß es auch schon mal: „Der Chef erfindet sich noch zu Tode.“ Auf die Kostenseite seiner Ideen wollte er sich allerdings nie ansprechen lassen, und wenn die Kritik dann sehr deutlich wurde, sagte er: „Ich mache das doch nur, um die Konkurrenz zu verwirren.“ Ob und wie ernst er das gemeint hat? Jedenfalls hieß das: Ende der Diskussion. „Alles was vorstellbar ist, ist nicht unmöglich“, sei eines von Meiers geflügelten Worten gewesen. Mit Apple-Mitbegründer Steve Jobs hätte sich Oskar Meier darüber trefflich streiten können. Denn Jobs vertrat die Auffassung: „Innovation bedeutet, zu Tausenden Möglichkeiten Nein zu

Meiko Ettenheim kommt zum Unternehmen und dadurch auch Graugussprodukte 1948

sagen. Deshalb bin ich mindestens so stolz auf die Dinge, die wir nicht getan haben, wie auf die Dinge, die wir erreicht haben.“ Manche Kunden allerdings können gar nicht in den Genuss der regelmäßigen, besser der jährlichen Meiko-Innovationen kommen. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Die Meiko-Maschinen halten zu lange. Beispiel 1: Als Ralf T. Meier, Inhaber der Pension „Harzperle“ aus Wildemann, bei der Werksvertretung in Hannover anrief, sah das nach einem ganz normalen Servicefall aus. Eine Kleinigkeit, die in ein paar Minuten zu reparieren war. Meier schickte vorab ein paar Fotos nach Hannover, und dort kam man aus dem Staunen nicht mehr raus. Meiers Durchschubmaschine mit Rundkorb stammte aus dem Jahr 1982 und hatte über dreißig Jahre bis zur ersten Reparatur durchgehalten. Martin Sturm, der Serviceleiter der Werksvertretung, schrieb zurück, es sei „schön zu sehen, wie alt ein ‚Meiko-Schätzchen’ bei guter Pflege werden kann. Als die Maschine ausgeliefert wurde, war ich noch nicht einmal eingeschult. Sollten Sie sich eines Tages für eine unserer aktuellen Maschinen entscheiden wollen, zögern Sie nicht, uns anzusprechen. Ihrer Altmaschine würden wir dann sehr gerne eine entspannte Rente in unserem Ausstellungsraum ermöglichen.“

MessePräsentation der ersten Universal- und Behälterspülmaschinen 1952 Einführung der Meiko Bandautomaten und der Reinigungsund HygieneproduktSerie Meikolon

1964

Markteinführung der ersten Gläserspülmaschine in Kompaktform mit Vollentsalzungssystem. 1966

1967

Meiko baut als erster deutscher Hersteller Korbtransportautomaten mit umfassendem Tischanlagenprogramm und motorisch angetriebenen Kurven-Bahnen.

1971 Meiko setzt mit umfassender Förder- und Automatisierungstechnik neue Akzente.

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Beispiel 2: Aus dem Jahr 1975 stammt die Maschine, eine DV 80, die in der Gaststätte „Felsenkrug“ von Dieter Brüggen in Herzlake im Emsland ihren Dienst tut. Kai Engelen von der Hamburger Vertretung reparierte 41 Jahre nach dem Kauf die Leckage am Standrohrventil. Als die Maschine gebaut wurde, waren die Postleitzahlen noch zweistellig, sie kam aus 76 Offenburg. Viele solcher Beispiele gäbe es zu berichten, aber, um bei der Wahrheit zu bleiben: Nicht alle Meiko-Maschinen halten länger als dreißig oder gar über vierzig Jahre. Interessant ist es, einmal einen Rückblick über einen solchen Zeitraum zu machen. Wo lagen die zu großen Innovationsschritte? Was hat sich in einem solchen Zeitraum alles geändert? Oder mit Rückblick auf die beiden Beispiele: Welche Vorteile haben Ralf T. Meier und Dieter Brüggen bisher nicht in Anspruch nehmen können, weil ihre Maschinen so langlebig waren? Auch im Zeitraum zwischen 1927 und 1973 gab es immer wieder Innovationen, manche allerdings auch eher nur Weiterentwicklungen. Das Ölpreis-Krisenjahr 1973, als die OPEC die Fördermengen reduzierte und sich so innerhalb kurzer Zeit der Ölpreis vervierfachte, war für Meiko der Startschuss für eine deutlich höhere Innovationsgeschwindigkeit. Insbesondere ging es um Überlegungen, wie künftig bei der Produktion und im Betrieb der Maschinen Energie und Wasser, eingespart oder sinnvoll genutzt werden könnten.

Die Deutschen kennen diesen Holzstich eines unbekannten Künstlers unter dem Titel „Wanderer am Weltenrand“. Er illustrierte 1888 ein Buch des Astronomen Camille Flammarion, ein populärwissenschaftliches Werk über die Atmosphäre. Im Text zu dem Bild heißt es: „Ein Missionar erzählte, dass er auf einer seiner Reisen auf der Suche nach dem irdischen Paradies den Horizont erreichte, wo der Himmel und die Erde sich berühren. Dort fand er eine Stelle, wo er hindurch konnte, indem er die Schultern unter das Himmelsgewölbe beugte.“ Es könnte aber auch die Arbeit der Meiko-Ingenieure charakterisieren: „Alles was denkbar ist, ist nicht unmöglich.“ Man muss nur den Mut haben, den Kopf in die nächste Sphäre zu stecken.

Entwicklung einer Salatund Gemüsewaschmaschine mit integriertem Schleuderprogramm. Diese Kombifunktion wurde in sieben Ländern patentrechtlich geschützt.

Die weltweit erste vollautomatische Geschirrspülanlage wird ausgeliefert. Herzstück ist die sogenannte „Igel-Abräumtechnik“ als Abräum-, Wende- und Sortieranlage. Bestecke, Kunststoff- und Hartglasgeschirr werden damit vollautomatisch verarbeitet.

1973

1974

1978

Die Ölpreiskrise als Innovationsbeschleuniger: Erstmals wurde die Rückgewinnung von Abluftwärme bei Spülmaschinen entwickelt und marktfähig gemacht.

Innovationen 22

made by Meiko

1980

Erstmals werden Wärmepumpen für Bandspülmaschinen entwickelt und eingesetzt. Dadurch wird die in der Maschinenabluft enthaltene Energie nahezu vollständig zur Beheizung der Waschtanks und der Vorheizung des Klarspülwassers zurückgeführt. Der Energieanschlusswert konnte so um rund 30 Prozent reduziert werden.


Innovation und Design

Ästhetik und Funktion machen das Design

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ehen wir uns einige der Entwicklungen der letzten Jahre genauer an und beginnen mit dem Thema Design. Obwohl dies für manche nicht im Vordergrund steht, ist es oft der erste Eindruck, den der Kunde vom Produkt bekommt. Und da ist es wie in der Liebe oder beim Vorstellungsgespräch: Der erste Eindruck zählt. Für diesen ersten Eindruck bedarf es nur einer Zehntelsekunde, und in den meisten Fällen bestätigt er sich später, wie Studien, etwa der US-Forscher Janine Willis und Alexander Todorov von der Princeton University, nachgewiesen haben. Hat ein Beobachter mehr Zeit zur Einschätzung, ändert sich lediglich die Sicherheit, mit der er sein Urteil fällt. Das gilt für Menschen ebenso wie für Maschinen, es gilt für BtoC wie für BtoB. Wie immer bei Meiko die Vorgabe, dass das Design die Funktionalität der Maschine hervorheben und unterstützen soll. „Design ist die Kunst, Funktion mit Ästhetik zu verbinden“, sagt Scheringer und freut sich, dass mit Professor Frank Georg Zebner ein Partner gefunden wurde, der sich die gleiche Definition zu eigen macht.

1983

Zebner ist Designer und Professor für technische Produktsysteme an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (nicht Offenburg) und auch international unterwegs, etwa als Honorarprofessor an der Taipei-Universität in Taiwan; als Industrial Designer arbeitet er für Siemens, Gaggenau und BMW. „Produktdesign muss dem Benutzer auch einen praktischen Mehrwert bieten. Gutes Design ist, wenn Praktikabilität und Funktionalität zusammenkommen. In gutem Design liegt der Schlüssel zur Kundenzufriedenheit“, formulierte Zebner in einem Interview für die Zeitschrift „Markt und Mittelstand“.

Und da ist es wie in der Liebe, der erste Eindruck zählt.

F

ür Zebner ist auch im Business-to-Business das Design ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. „Das Besondere können zum Beispiel neue Funktionen für die Maintenance im Produktlebenszyklus sein.“ Das bedeutet, dass Produkte nicht nur aus der Käufersicht entwickelt werden, sondern auch aus Sicht der Produktion und der direkten Anwender.

Entwicklung von Doppelklarspülzonen und Niedertemperatur-Trocknungseinrichtungen für Spülmaschinen. Dadurch wird der Klarspülwasserverbrauch um durchschnittlich 25 % und der Energieverbrauch um rund 20 Prozent gesenkt.

Die erste vollautomatische Spülanlage für Porzellangeschirr ist marktreif.

1985

1990

Entwicklung einer Abfallzerkleinerungsund Verdichtungsanlage.

1986

1989

Geschirrspülmaschinen werden mit vollelektronischen Steuerungen für Diagnose und Datendokumentation ausgestattet.

Vertikalfördersysteme für den Geschirrtransport kommen zum Einsatz.

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Und Zebner liefert das Beispiel Meiko: „In deren Großspülmaschinen sind diejenigen Aggregate und Teile gekennzeichnet, die bei Bedienung oder Reinigung berührt werden dürfen. Hat man also davon Kenntnis, kann man darauf mit Design reagieren. Allerdings thematisieren das bisher nur wenige Firmen konsequent. Dabei könnte das die Attraktivität und die Kaufentscheidung im BtoB-Bereich erheblich beeinflussen.“ Konkret sieht das beim Vorreiter Meiko so aus: Wie bereits bei den Durchlaufautomaten der Serie M-iQ verfügen auch die M-iClean-Maschinen über ein sicheres und einfaches Bedienkonzept, das an das Prinzip „Führen durch Farbe“ geknüpft ist. Das beginnt mit dem LED-beleuchteten Griff, den Zebner gleichzeitig mit technischen Features ausgestattet hat, die für ein verbessertes Handling der Spülmaschine sorgen. Der Griff leuchtet von weitem sichtbar, wenn die Maschine betriebsbereit ist. Grün signalisiert: „Maschine spült effizient.“ Und Rot signalisiert: „Wichtige Meldung im Display.“ Gerade in der Gastronomie ist intuitive Bedienbarkeit eine wichtige Voraussetzung. So dient die Beleuchtung der Maschinentür auch der Kommunikation und vermittelt dem Bedienpersonal wichtige Informationen. Die LED-Beleuchtung verschaff t bei geöffneter Maschinentür guten Einblick in das Innere des Gerätes. Alle Maschinenteile, die blau sind oder blau leuchten – etwa ein Filter – können vom Bedienpersonal berührt, bedient oder gereinigt werden.

Selbsterklärende Bedienelemente Über dem Signalgriff leuchtet ein ergonomisches One-touch-Display, die einfach zu bedienende Schaltzentrale. Alle Funktionen sind über selbsterklärende Icons symbolisiert, ein dynamischer Fortschrittsbalken gibt den Stand des jeweiligen Spülprogramms wieder. Und damit es nicht umsonst One-touch heißt: Für den Spülstart reicht eine einzige Berührung.

S

pültechnik von heute muss sensibel sein im Umgang mit Wasser, Energie und Spülmitteln. Das heißt: Von allem möglichst wenig einzusetzen, ohne indes die Hygiene und Sauberkeit zu vernachlässigen. Die Verbrauchswerte der Maschinen sind in den vergangenen Jahren ständig weiter zurückgegangen. Das kann nur gelingen, wenn, wie bei Meiko, auch sogenannte Kleinigkeiten optimiert werden. So wird inzwischen gezielt auf mehr Edelstahl gesetzt, bis hin zu den Dosierleitungen, was auch die Haltbarkeit erhöht. So wurde auch ein kom-

Einführung einer neuen Spülmaschinengeneration mit aktivem Filtersystem und Elektroniksteuerung. Maschinenparameter wie Dosiermengen und Programmlaufzeiten werden elektronisch abgerufen. Fehleranalyse über Infrarotschnittstelle.

Entwicklung eines KorbtransportSpülautomaten im Kompaktformat.

1994

1996

Energie-und Chemiesparsysteme setzen ökologisch neue Maßstäbe.

1999

2000

Die EcoStarProgrammautomatenserie bietet energie- und chemiesparende Einsteigermodelle.

Innovationen 24

made by Meiko


Innovation und Design

binierter Wasch- und Klarspülarm aus Edelstahl entwickelt, der eine gegenseitige Behinderung der Arme ausschließt und besonders einfach zu reinigen ist. Oder die Entwicklung eines intelligenten Stand-by-Betriebs. Bevor hier unmerklich die Kilowattstunden zerrinnen, fährt die M-iClean gleich mehrstufig in die Betriebspause. Sie hat zudem nicht nur einen einzigen Öko-Modus, sondern eine ganze Reihe sinnvoll abgestufter Öko-Modi. Die Maschine arbeitet mit einer modernen Wärmerückgewinnung: dem M-iClean AirConcept. Die warme Luft wird aus dem Inneren der Maschine über den Wärmetauscher geführt und so wieder für den Aufheizvorgang genutzt. So lassen sich bis zu 15 Prozent Energie einsparen. Und ein wichtiger Effekt kommt hinzu: Die Eigentrocknung von Geschirr und Gläsern beschleunigt sich. Ein weiteres Plus: Es tritt nahezu kein Wrasen (feuchtwarme Wasserdampf-Schwaden) mehr aus, was nicht nur Brillenträgern die Arbeit erleichtert.

Spültechnik ist heute sensibel bei Wasser, Energie und Chemie

Innovation betrifft alle Prozesse im Unternehmen, auch einen Bereich, der bis vor ein paar Jahren noch Finanzbuchhaltung hieß oder ganz einfach „Kasse“ – ein Begriff, den man noch heute von den ältesten Mitarbeitern im Unternehmen hört. Das hatte ganz einfach damit zu tun, dass bis 1969 die Gehälter noch bar in einer Lohntüte ausbezahlt wurden. Oft genug wurde der eine oder andere Meikoaner an diesem Tag von seiner Frau vor dem Tor erwartet. Inzwischen heißt der „Kassenwart“ CFO, ist also der Chief Financial Officer. Jürgen Hund, der vor 5 Jahren von der Carl Zeiss AG – die übrigens dieselbe Stiftungsform hat wie Meiko – nach Offenburg kam, hat die Prozesse im Finanzbereich neu aufgesetzt, und das hatte gute Gründe: „Meiko beliefert viele Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex DAX notiert sind.“ Als Lieferant von Unternehmen wie BMW, Deutsche Bank oder SAP schuldet man nicht nur perfekte Produkte, man schuldet auch perfekte Prozesse – bis hin in den Finanzbereich.

Die Maschine kann zudem das Spülwasser nach dem Prinzip der Umkehrosmose aufbereiten. Dabei filtert eine mikrofeine Membran bis auf die Wassermoleküle nahezu alle Partikel aus dem Wasser. Auch das verringert den Wasserverbrauch und macht Nachpolieren überflüssig.

2004

Markteinführung einer auf Vakuumbasis arbeitenden „WasteStar“-Speiseresteanlage und Einführung der innovativen Reinigungsund Desinfektionsgeräte-Serie TopLine.

Reinigungs- und Desinfektionsgeräte Serie TOPIC kommen auf den Markt.

2005

2008

Systeme zur Energie- und Wassereinsparung werden eingeführt. Bei Durchlaufautomaten steht das Low-Energy-Management im Mittelpunkt. Dafür erhält Meiko mehrere Innovationspreise.

2006

2007

Die Analysesoftware „M-Commander Invision“ für automatische Spülmaschinen wird vorgestellt – und damit ein revolutionäres Steuerungskonzept. Weltneuheit: Ein Gio-Osmosemodul zur Wasseraufbereitung wird erstmals in einen Gläserspüler integriert.

Das Modell DV 125.2 für Gläser, Geschirr, Körbe und Bleche wird einer breiten Zielgruppe (etwa Bäcker, Metzger und Caterer) vorgestellt.

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U

nd da hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. „Für Service und Managemententscheidungen bereiten wir alle erforderlichen Informationen auf und erleichtern so die Entscheidungen“. Inzwischen hat Meiko eine einheitliche Finanz- und Berichtsstruktur in Offenburg und sämtlichen weltweiten Tochtergesellschaften. Ohne eine solche Gruppenperspektive wäre das Wachstum für die immer mehr international ausgerichtete und an verschiedenen Orten produzierende Meiko Gruppe nicht zu steuern, denn mittlerweile wird wird in mehr als 90 Länder exportiert und die Gründung weiterer Töchter steht an. Wie werden Innovationen zukünftig gemanagt? Produktentwicklung und Prozessoptimierung gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft. Ein Schlüssel zu einem zukunftsträchtigen Innovationsmanagement liegt in der Nutzung der digitalen Möglichkeiten und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

eines Tages einmal von uns sagen, wir seien ein Software-Unternehmen, das ist im Augenblick noch schwer vorstellbar.“ Sehen wir uns ein paar Beispiele dieser digitalen Entwicklung an: CC-Insight ist eine intelligente Steuerungserweiterung für PC-Datenübertragung und Visualisierung. Alle systemrelevanten Daten, Funktionen und Betriebsabläufe sowie das Betriebsbuch nach DIN werden durch eine intelligente Software maschinenintern gespeichert, auf einen bauseitigen PC übertragen und mittels funktionsgenauen Maschinendarstellungen oder animierten Darstellungen von Maschinenfunktionen visualisiert. Betriebszustände werden analysiert und diagnostiziert. CC-Insight ermöglicht direkte Einträge in das gespeicherte Betriebsbuch für Grundreinigung, Wasserwechsel, Reparatur, Reiniger- oder Klarspüler-Gebindewechsel. Eine Netzwerkeinbindung und der Anschluss mehrerer Maschinen oder die Anbindung an Leitwarten oder Küchen- und Gebäudemanagementsysteme sind möglich.

Das beginnt bei Industrie 4.0 im Unternehmen und endet bei einer verstärkten digitalen Kommunikation im Dreieck zwischen Kunde, Maschine und Hersteller. „Wir müssen unser Geschäftsmodell unter dem Einfluss der Digitalisierung ständig überprüfen und im Zweifel anpassen,“ sagt Scheringer. Meiko ist bereits auf dem Weg, immer stärker digital ausgerichtet zu sein. Allerdings, dass wir

Innovationen made by Meiko

2009

Kaltwasserklarspülung für hygienisch und schnell aufbereitete Biergläser.

Das integrierte Osmosemodul wird auch auf die M-iQ-Spülmaschine zugeschnitten. Mit dem Meiko-AirConcept® für Durchschubautomaten: besseres Raumklima und Energiekostensenkung.

2010

2012

Weltneuheit: Die SpülmaschinenGeneration M-iQ erobert den Markt. Eine Spülmaschinenserie mit völlig neuen Features wie M-Filter, AirConcept®, Plattformkonzept, Glasdisplay und Selbstreinigung.

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2011

Die Wärmerückgewinnungseinrichtung für Spülmaschinen sorgt für gutes Raumklima in der Spülküche.

2013 „M-iClean“-Untertischmaschinenserie. Neu: Wärmerückgewinnung jetzt auch hier, GiO-OsmoseModul und Glasdisplay mit Fortschrittsanzeige.


Innovation und Design

O

der CC-Log. Das ist bei Meiko die Kurzformel für eine Steuerungserweiterung für Betriebstagebücher und Datenübertragung. Durch kabellose Kommunikation via Bluetooth mit der Maschinensteuerung werden sekundenschnell alle systemrelevanten Daten für das kabellose Auslesen der Maschinendaten und des Betriebsbuchs übertragen und gespeichert. Eine Analyse oder Diagnose ist somit jederzeit gewährleistet. Darüber hinaus können autorisierte Personen sehr einfach in die Steuerung eingreifen und Prozessoptimierungen vornehmen. Spülprozesse können auch vom CC-Touch-Glasdisplay durch den Bediener gesteuert werden. Die Maschine tritt schon beim Einschalten in Dialog mit dem Bedienpersonal. Alle relevanten Prozessdaten werden

übermittelt, eventuelle Abweichungen sofort angezeigt; das sorgt für höchste Hygieneund Betriebssicherheit. Meiko ist seit ein paar Jahren mitten in der digitalen Transformation. „Die Digitalisierung wird auch unsere Produktzyklen verändern“, ist sich Bruno Gaus, Leiter der Entwicklungsabteilung, sicher. „Viele Ideen stecken inzwischen in der Software und können nun über Updates schnell umgesetzt werden.“ Und natürlich ist es vorstellbar, dass in sehr absehbarer Zeit ein Meiko-App-Store die wichtigsten Verkaufsargumente zur Verfügung stellt. Diese Entwicklung sieht Frank Thomas Piller, Inhaber des Lehrstuhls für Technologie- und Innovationsmanagement an der RWTH Aachen, schon heute in vielen BtoC-Bereichen. So werde das Auto beim Kauf immer weniger individuell zusammengestellt, weil man dies über die Apps jederzeit nachholen oder aktualisieren könne. „Die Leute weichen in diesem Bereich zunehmend auf bereits fertige Ausstattungspakete aus“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Brand eins“. Natürlich ist das eine die Theorie und das andere die Praxis. Was das für die Praxis der Spültechnik heißt, lässt sich an einem der zahlreichen Meiko-Großaufträge aus den vergangenen Jahren demonstrieren.

„WasteStar CC“ Entwicklung eines kompakten Systems zur Sammlung von Speiseresten. Aus diesen wird wertvolles Substrat hergestellt, welches z.B. als Rohstoff in Biogasanlagen zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

2014

2015

M-iQ GreenEye-Technology®: Die Maschinensteuerung erkennt Belegungslücken auf dem Transportband und optimiert den Spülvorgang. Reduzierung von Frischwasser und Klarspüler um bis zu 50 Prozent.

2016

Meiko mitten in der Digitalisierung.

2017

Via QR-Code und App hat der Kunden, nun Zugang u.a. zu seinen Maschinendaten, Dokumentationen, und er bekommt Handlungsempfehlungen für den Gebrauch der Maschine.

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Bei vielen Meiko-Kunden muss die Technik 7 Tage die Woche rund um die Uhr laufen. Das ist auch so bei dem Airline-Caterer Cathay Pacific Catering Services mit Sitz in Hongkong, welcher 30.000.000 Mahlzeiten jährlich ausliefert und dabei die entsprechenden Stückzahlen schmutzigen Geschirrs und Bestecks zurücknimmt. Die Ausstattung des Spülbereichs hat Meiko geliefert. „Mit 13 Spülmaschinen im Wert von 2,6 Millionen Euro haben wir vor drei Jahren eine der größten Catering-Anlagen der Welt ausgestattet“, sagt Dietmar Zapf. „Die Herausforderung dieses Projekts lag vor allen Dingen in der geforderten Beschleunigung der Prozesse. Das Zeitfenster für Logistik und Materialfluss wird immer enger.“ Für Meiko kann die Kooperation mit einem so leistungsfähigen und serviceorientierten Kunden auch als Bestätigung der eigenen Produkte und der Servicefähigkeit gewertet werden.

die ein Flugzeug am Boden steht, kostet Geld. Standzeiten sollen möglichst reduziert werden. Und Cathay gehört zu den Airlines mit den geringsten Standzeiten. Eric Waag, der den Bereich Inflight Catering bei Meiko operativ betreut, arbeitete innerhalb dieses Projekts eng zusammen mit dem weltweit aufgestellten Beratungsunternehmen iO-Consultants, die auf Logistik- und Fabrikplanung spezialisiert sind. Gemeinsam mit den iO-Consultants überzeugte man Cathay von der M-iQ-Technologie. „Ausgestattet haben wir die Spülküche mit unseren M-iQ- Spülmaschinen, die das Produktionsgeschirr spülen, zusätzlich auch mit Besteck- und Gläserspülmaschinen, Trolley- und Kammerwaschmaschinen.“ Mit der Green-Eye-Technologie hat die M-iQ-Serie mittlerweile ihren nächsten Innovationssprung absolviert. „Um den Spülprozess weiter zu optimieren, haben wir den Faktor Mensch in unsere neueste Entwicklung integriert“, so Waag. So erkennt die Maschine mittels der Green-EyeTechnology Lücken auf dem Transportband zwischen den Geschirrteilen. Sie reagiert entsprechend und es wird nur dort klargespült, wo sich auch Geschirr befindet. Die Maschine managt so selbstständig bis zu drei Spuren. Alle Belegungslücken werden präzise ausgewertet und führen so bei Frischwasser und Klarspüler zu Einsparungen von bis zu 50 Prozent. Erforderliche Prozessdaten werden übermittelt, eventuelle Abweichungen sofort angezeigt, und auch während des Betriebs prüft die M-iQ kontinuierlich ihre Systeme und Funktionen. Eric Waag bewertet das so: „Die M-iQ wird so eher zu einem Spülmanager als zu einer Spülmaschine. Der Spülprozess wird schneller und noch effizienter.“

Spülmaschinen auf dem Weg zum „Spülmanager“ Cathay Pacific hat seinen Sitz in Hongkong und seine Basis am dortigen International Airport. Dort wurde das Unternehmen 1946 von einem australischen Frachtflieger und einem amerikanischen Airforce-Piloten mit einem Startkapital von einem Dollar gegründet. Inzwischen erhält die Airline seit Jahren Höchstbewertungen des führenden Branchenbewerters Skytrax und konkurriert mit Singapore Airlines um den Titel „Best Airline der Welt“. Kundendienst und ein besonderer Service tragen viel dazu bei. Versorgt werden im Catering-Bereich des Singapore Changi Airport nicht nur Cathay, sondern auch viele andere Fluggesellschaften. Sicherheit, Schnelligkeit und Prozesstreue sind dabei Parameter, die eine große Rolle spielen. Jede Minute,

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Und jetzt urteilen Sie selbst, ob Meiko zu Recht ein hochinnovatives Unternehmen genannt wird.


Die Maschine mit der alles begann: „Standard DRP“ von 1927 und das neueste Modell von 2017 „M-iClean H“


Innovation und Design

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Aida Cruises, Alpha LSG Airline Catering Heathrow, Alexander von Humboldt Segelschulschiff, Aramark, MS Artania Kreuzfahrtschiff, Armani Restaurant Burj Dubai, Atmosphere Restaurant Burj-Khalifa, Bayer Arena Leverkusen, Buckingham Palace, Bundeskanzleramt Berlin, Bundespräsidialamt Berlin, Catering Santiago, Café del Sol, Casino Coposa, City of London School, Clinica Alemana Lavado Personal, Edeka, Eiger Gastronomie Jungfraujoch, Elephant Hotel Weimar, Emirates Palace Abu Dhabi, Europa-Park Rust, Friedrichstadtpalast Berlin, Gate Gourmet Airline Catering, Google Zürich, Hampton School, Hilton Hotels, Holiday Inn Hotels, Hospital Regional de Cusco, 30


Referenzen

Hyatt Regency Hotel, Grand Hyatt, Grand Hotel Heiligendamm, Harrods London, IKEA, Intercontinental Hotels, InterContinental Sanctuary Cove, Jumeirah Beach Hotel Dubai, KLM Airline Catering Schipohl, Kaufland-Märkte, KaDeWe Berlin, Kempinski, Le Meridien Hotels, Maredo Steakhouse, Marriott Hotels, McDonalds, Mine Escondida, Mine Goldfield, Monkey 47, Mövenpick Hotels, Olympia-Stadion Berlin, Queensland, Paulaner München, Radisson Hotels, Ramada Hotels, SAP-Arena, Sheraton, Schlosshotel Montabaur, Skychefs Chile, Sheraton Hotel, Spiegel Verlag Hamburg, Ritz Carlton, Toshiba Tokio, Vapiano Restaurants Auszug aus der Meiko Referenzliste

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Das Ahh und Ohh für die Gastlichkeit Der amerikanische Romanautor Henry James hat das Dilemma beschrieben: „Das Leben ist ganz Beliebigkeit und Wirrnis; die Kunst ganz Unterscheidung und Auswahl.“ Gastronomie ohne Meiko geht nicht, richtig. Nur, wie soll man auswählen, also sich beschränken, wenn dem Thema im Magazin gerade mal zwölf Seiten zugestanden werden? Die könnten alleine leicht mit Meiko-Technik in der Sterne-Gastronomie gefüllt werden… oder mit den DAX-Unternehmen der deutschen Wirtschaft… oder mit den Maschinen, die weltweit bei Flight-Caterern im Einsatz sind… oder mit denen in kleinen, aber feinen Bars und Bistrots… oder denen in Fußball-Arenen bei Top-Clubs der Bundesliga. Nachfolgend also nichts als eine kleine und nicht repräsentative Auswahl. Beginnen Sie doch mit Blick zurück: Dem auf die vorhergehende Doppelseite, die einfach die Bandbreite, der Referenzen aufzeigt.

Hauptstadt-Spülen Klaus-Peter Karnstedt ist Geschäftsführer der Berliner Niederlassung, und wenn er anfängt, die Referenzen aus der Hauptstadt aufzuzählen, kann er so schnell nicht wieder aufhören. Er beginnt bei den Luxushotels und kommt vom Grand Hyatt über Marriott und Ritz-Carlton bis zum InterContinental. Mit KaDeWe und dem Friedrichstadtpalast geht die Tour durch Berlin weiter. Und auch die Politik, in schöner Einigkeit über Parteigrenzen hinweg, speist Meiko-sauber. In den Küchen des Bundeskanzleramtes, des Bundespräsidialamtes und des Bundestages stehen Spülmaschinen von Meiko. „Dass Bundeskanzlerin und Bundespräsident direkt an der Auswahl der Maschinen beteiligt waren, ist eher unwahrscheinlich. Sicher ist jedoch, dass sich auch das ‚Who is Who‘ der Weltpolitik auf MEIKOs hygienische Topergebnisse bei Staatsbanketten verlassen kann.“

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Aus der Welt unserer Kunden

Meiko spült auch sportlich

Nicht nur beim Offenburger Firmenlauf, wenn die Meikoianer mal wieder zahlreiche Mannschaften stellen, steht Sport im Mittelpunkt. Meiko ist auch bei Erstligavereinen wie der TSG Hoffenheim oder den Grashoppers aus Zürich dabei, bei Olympiaden oder Fußball-Weltmeisterschaften – dann natürlich aber nicht als Teilnehmer, sondern als Lieferant der Spültechnik.

Spülen und Fußball live bei der TSG Hoffenheim

Hauptsache die Kulinarik stimmt – erst recht, wenn Hoffenheim verliert oder das Spiel langweilig ist. Nach der Vorreinigung wird das Spülgut aus achtzehn Sammelstationen in die zentrale Spülküche gebracht. Hier werden alle qualitätsrelevanten Prozesse digital und lückenlos dokumentiert. Und wenn die TSG gewinnt, ist auch die Stimmung in der Spülküche noch einen Tick besser – und das ist derzeit ja oft der Fall.

Hier wollen alle arbeiten: Der Arbeitsplatz in der Spülküche des Stadions von „Achtzehn99“ gilt als einer der attraktivsten in ganz Deutschland. Von ihm nämlich hat man den besten Blick auf das Spielfeld. Und dank der Sicherheit der MeikoTechnik kann man dann schon mal ein paar Blicke riskieren. Die Zeiten von Bratwurst und Bier sind in den Stadien zwar nicht vorbei, aber inzwischen gehört mehr dazu. Das Stadioncatering hat sich zum gastronomischen Spagat zwischen Masse und Luxus entwickelt. Die Arena hat zunächst ein dichtes Netz von 18 Fast-Food-Outlets, an denen Schnelligkeit Trumpf ist: Maximal 20 Sekunden bleiben pro Gast – von der Bestellung über die Ausgabe bis zur Kasse. Die Vertriebs-Manager von BASF oder SAP beispielsweise, wenn sie sich mit wichtigen Kunden ein Spiel ansehen, sind anspruchsvolle Stammgäste, die mehr wollen als Fußball.

Pamela Pfoster und René Suter punkten mit Gault-Millau und Gastlichkeit

Grashopper Club Zürich Nicht mal den eigenen Traditions-Fußball-Club haben die Schweizer erfunden. 1886 waren es der englische Student Tom E. Griffith und seine Freunde, die den Grasshopper Club Zürich gründeten. Die Heugümper oder Heuschrecken haben sich zum renommiertesten Schweizer Club entwickelt.

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Auch das Vereinshaus – man traut sich fast nicht, es so zu nennen – hat Tradition. Die Küche des „Heugümper“ ist mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet. Gäste genießen etwa eine Vorspeise aus Tintenfisch mit Blutwurst, Peperoncini und Knoblauch in Olivenöl und hinterher das hier traditionelle Kalbs-Cordon bleu mit Trüffel-Brie und Bauernschinken. Ein karamelisiertes Tiramisu mit Orangen und etwas Rohmilchkäse mit ChiliHonig-Dörrfeigen-Chutney bilden die gelungene Abrundung.

Edles Porzellan und hochwertige Gläser finden sich auf den Tischen. Für entsprechende „Glanzstücke“ sorgt die Spültechnik von Meiko hinter den Kulissen. Für den Gast sichtbar ist die neue Gläserspültechnik „M-iClean“, die in den Barbereich eingefügt ist. Die Rechnung ist absolut angemessen, allerdings nicht mehr unbedingt stadiontauglich. Gleich zwei Fußballmannschaften könnten Sie für den Menüpreis mit Bratwurst und Bier versorgen.

M-iQ auf dem Jungfraujoch Touristen aus aller Welt treffen in 3.454 Metern Höhe auf eine hochalpine Wunderwelt aus Eis, Schnee und Felsen. Bergseen, Wasserfälle, Gletscher, die Bergmassive Eiger, Mönch und Jungfrau rundherum: Jeden Besucher erwartet eine atemberaubende Aussicht. Wer die europäische oder die Schweizer Küche bevorzugt, kommt im Self-Service-Restaurant „Aletsch“ auf seine Kosten, Tafeln à la carte heißt es im Restaurant „Crystal“. Alle Restaurants sind mit Spülküchen ausgestattet – allein für die Location Eiger kommt die Spültechnik M-iQ zum Einsatz. Sie ist die „höchste“ Meiko-Maschine in Europa und hält selbst in dünner Luft stand. Alle Restaurants – und mit ihnen die Spültechnik – werden im Sommer mit Schmelzwasser versorgt. Andreas Wyss, technischer Leiter am Jungfraujoch: „Unsere Wahl fiel auf die M-iQ mit Wärmerückgewinnung, weil wir auf Ressourcenschonung achten und darauf, dass wir Energie gezielt und sorgsam einsetzen. Unsere Anforderungen an eine energieeffiziente Spültechnik werden erfüllt.“

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Aus der Welt unserer Kunden

Olympische Spiele in China Noch bevor die Olympischen Spiele in China begannen, stand Meiko ganz oben im Medaillenspiegel. Fast alle neu gebauten Hotels wurden mit Meiko-Spülautomaten ausgestattet, darüber hinaus auch der Cateringbetrieb des Flughafens von Peking sowie die Küche des olympischen Dorfes. Das war 2008, und inzwischen kann sich das Vertriebsteam schon einmal für die Winterolympiade 2022 warmlaufen. Meiko ist Branchenprimus in China und produziert auch seit vielen Jahren in Zhongshan Spülautomaten für den gesamten asiatischen Markt.

„Monkey 47“ Was haben ein Affe und die Nummer 47 mit Meiko zu tun? Ganz einfach: Im ehemaligen Stellwerkhaus des Stuttgarter Westbahnhofs wird der aus 47 Zutaten gebrannte Schwarzwald-Gin „Monkey 47“ ausgeschenkt. und hinterher werden die Gläser Meiko-gespült. Aber das wäre eine gute Geschichte etwas zu kurz erzählt.

2008 bekommt Alexander Stein, damals NokiaManager in den USA, ein ungewöhnliches Geschenk. Eine Kiste mit einer alten Gin-Flasche und deren Brennanleitung, beides gefunden auf dem Dachboden eines Schwarzwaldhauses. Voriger Eigentümer war Montgomery „Monty“ Collins, ein britischer Air-Force Commander, 1909 in Indien auf die Welt gekommen. Nach dem Krieg heiratet er in Freudenstadt die Wirtstochter des Gasthauses „Zum Wilden Affen“. Und er beginnt Gin zu brennen. Neben Wacholder finden sich Fichtenspitzen und Preiselbeeren und weitere 44 Zutaten in seinem Rezept. Montys Spuren verlieren sich in den 60er Jahren. Und tauchen erst in der Kiste bei Alexander Stein wieder auf.

Alexander Stein (links), Mitbegründer der Black Forest Distillers GmbH, und Björn Geromiller von Meiko Stuttgart.

Zufällig liest Stein einen Artikel über einen renommierten und experimentierfreudigen Brenner vom Bodensee, über Christoph Keller. Die beiden tun sich zusammen und begründen eine Erfolgsgeschichte. Und so kam dann auch eine M-iClean in die Küche am Westbahnhof. Alexander Stein: „Hygiene und Sauberkeit sind die Baseline – in unserer Produktion und auch bei der Verkostung!“ Der Affe mit der Nummer 47 gehört mittlerweile zum französischen Getränkekonzern Pernod-Ricard. Die beiden Gründer sind aber als Gesellschafter dabei und passen auf, dass der Affe nicht einmal mit 46 und dann wieder mit 48 Kräutern gebrannt wird.

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Wer hier reingeht, will sündigen Kaiser Franz I. war treuer und begeisterter Kunde seiner kaiserlichen Hofbackstube, und Hofzuckerbäcker zu sein, war eine höchst angesehene Tätigkeit. Was 1819 begann, setzt Herwig Gasser mit seiner Manufaktur „Süßes vom Feinsten“ fort. 400 neue Kreationen wurden bislang von den Patissiers entwickelt. Ob Kirschen-SchokoMillefeuille, Mohnpunkerl oder Aperolkugel. Rund 3.500 Gäste wöchentlich besuchen das ehrwürdige Kaiserhaus in Baden und hinterlassen 20.000 Schmutz-Geschirrteile. „Ein Kaffeehaus mit Patisserie ist eines der schwierigsten Anwendungsgebiete für Spültechnik, weil viele Lebensmittelkomponenten aufeinandertreffen“, betont Herwig Gasser, „Eiweißstoffe, Milch, Sahne und Fette hinterlassen Spuren und Rückstände, die schwierig zu beseitigen sind. Diesem Anforderungsprofil ist nicht jede Spülmaschine gewachsen. Aus diesem Grund haben wir uns für zwei Spülautomaten der Marke Meiko entschieden.“

Erste Adressen aus der Industrie ThyssenKrupps „Quartier“ ThyssenKrupp bekennt sich zum Ruhrpott. Rund um das kleine Stammhaus der Familie Krupp in Essen entstand ein Verwaltungskomplex, der seinesgleichen sucht. Auch die Betriebsgastronomie, mit mehreren Restaurants und traditionell von hohem Stellenwert, hat hier ihr neues Zuhause. Im „Quartier“, dem administrativen Herz des Konzerns, arbeiten zweitausend Menschen. Kernstück der zentralen Spülküche ist die M-iQ. Seitlich sind am Rückgabeband des WasteStarSystems zur Aufnahme von Speiseresten installiert.

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Weiter kommen auch Meiko-Programmautomaten mit integrierter Umkehr-Osmose-Technologie für eine problemlose Reinigung von Gläsern zum Einsatz – Nachpolieren entfällt.


Aus der Welt unserer Kunden

Vodafone: Ein Update für die Gastronomie Seit dem Umzug in die neue Firmenzentrale auf dem Vodafone-Campus in Düsseldorf-Heerdt, wird bei dem Telekommunikations-Unternehmen ein neues Verpflegungskonzept umgesetzt. Mehr als eintausend Plätze finden sich in den fünf Themen-Pavillons. Der gastronomische Leiter Branislav Cucic hat sich seine Sporen in Sterneküchen verdient. Kreative Unterstützung erhält er hier von Sternekoch Nelson Müller, der den gesamten Speisenplan für „seinen eigenen Pavillon“ erstellt und sich einmal im Monat als Front-Man zeigt. Täglich werden bis zu 2.600 Essen ausgegeben. Die gesamte Planung der Gastronomie oblag dem Ingenieurbüro Reisner & Frank. Eine der schwierigsten Aufgaben bestand in der Rücklauf-Planung des Schmutzgeschirrs. Auftragnehmer für den Küchen- und Spülbereich war das Unternehmen Flügel Großküchentechnik aus Essen, das als

Gastronomischer Leiter der Aramark Holdings GmbH Branislav Cucic (links) und Sternekoch Nelson Müller sind ein gutes Team Subunternehmer für den Geschirrspülbereich Meiko beauftragte. Diese Wahl kam nicht von ungefähr, denn in der Realisierung hochkomplexer Förderanlagen mit ausgefeilter Technik und Überwachungseinrichtungen verfügen die Offenburger über zahlreiche Referenzen. Fünf M-iQs bewältigen die Geschirrmengen.

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Bei den Top-Ergebnissen hielt man das Messgerät für defekt Im Mitarbeiter-Restaurant der NERG Toshiba Co. Ltd. in Tokio werden täglich 2.500 Mahlzeiten serviert – und sechs Stunden täglich wird gespült. „Problematisch bei der vorherigen Spülanlage war das unangenehme Arbeitsumfeld“, so Akira Takanashi, zuständig für die Planung der neuen Einrichtung der Seiyo Food-Compass Group, Tokio. „Der Spülbereich war so heiß und feucht, dass die Tür offen gelassen wurde, damit der Dampf aus dem Raum entweichen konnte. Auf diese Weise gelangte er in den Speisebereich, was zu Beschädigungen an der Decke führte.“ Eine Spülmaschine mit weniger Abluft- und Wärmeemission musste her, denn der primäre Abluftkanal in diesem Gebäude konnte nicht erweitert werden. Nach dem Studium der Leistungs-

In Zürich ist Google Zoogle Das größte Entwicklungszentrum von Google außerhalb der USA befindet sich in Zürich. 750 Mitarbeiter aus rund 75 Nationen optimieren hier Maps, YouTube und AdWords. Der Arbeitsplatz bereitet den Zooglern, wie sich die Google-Mitarbeiter in Zürich nennen, ein Umfeld mit Kommunikationszonen, Iglus zum Telefonieren, Billard, Kindergarten, Wellness, Fitness und kostenloser Verpflegung. Das Arbeitsumfeld soll die Kreativität fördern. Seit Jahren genießt das Google-Team ausschließlich frisch zubereitete Kost. Bei 1.200 Essen pro Tag läuft die Meiko-Spültechnik auf Hochtouren. Küchenchef Franz Ays: „Wir benötigen eine Spültechnik mit multifunktionaler Ausrichtung und bewährtem Service. Was zählt, sind einwandfreie und hygienisch sichere Spülergebnisse.“

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daten fiel die Wahl auf zwei M-iQs aus Offenburg, mit denen sich die Dampfemission derart verbesserte, das man es nicht für möglich hielt: „Die Dampfemission ist so drastisch gesunken, dass ich das Messinstrument zuerst für defekt hielt. Es war aber in Ordnung. Dies beweist, dass die Dampfemission der M-iQ sogar niedriger ist als von Meiko in den technischen Daten angegeben“, so Takanashi weiter. Ergänzend fügt Mr. Watanabe, Manager von Seiyo Food-Compass Group, hinzu: „Der Betrieb ist einfach geworden. Das Spülgut kommt trocken aus der Maschine, aber nicht zu heiß. Kalkablagerungen kommen im Vergleich zu den früheren Maschinen weniger häufig vor, und der Verbrauch an Klarspüler und Reiniger ist deutlich zurückgegangen.“


Aus der Welt unserer Kunden

Meiko unter Sternen Ammolite im Europa-Park Bell Rock hieß für viele Auswanderer, die England und Schottland im 17. und 18. Jahrhundert verließen, das letzte Stückchen Land, das sie von Europa sahen. Ein kleiner Felsen an der schottischen Küste, auf dem der Leuchtturm Bell Rock stand. Neben dem Hotel „Bell Rock“ im Europa-Park ragt heute ein 35 Meter hoher Leuchtturm in den Himmel, dessen Präsidenten-Suite beste Aussicht über die vielen Themenbereiche des Parks verspricht. „Was Seefahrer und Pilger in der Kolonialzeit zelebrierten, lassen wir im ,Bell Rock‘ neu aufleben: stilecht und dennoch zeitgemäß interpretiert“, so Frank Müller, Leiter Food and Beverage Operations. Highlight ist das Restaurant „Ammolite“, das mit inzwischen zwei Michelin-Sternen und hohen Gault Millau-Punktzahlen ausgezeichnet wurde. Die Krönung mit Sternen und Punkten war ein klar angestrebtes Ziel, das Küchenchef Peter Hagen

erstaunlich schnell erreichte. Und: „Durch das hinzugewonnene positive Image wurden wir auch auf dem Arbeitsmarkt interessanter“, so Frank Müller. Allein zum Frühstück benutzt jeder Gast fünf bis sechs Geschirrteile und drei bis vier Bestecke. Hinzu kommen das Geschirr von der Tagungsund Konferenzverpflegung am Mittag sowie Gläser, Geschirr und Bestecke aus der Abendgastronomie. „Die Spülküche ist rund um die Uhr ausgelastet“, betont Frank Müller, „wenn das Hotel unter Volllast steht, ist das Spülpersonal bis um zwei Uhr morgens im Einsatz.“ Davon ausgenommen sind die Gläser in den zahlreichen Bars, die in Untertisch-Spülmaschinen direkt vor Ort gereinigt werden. Frank Müller: „Wenn sich potenzielle Kunden von Meiko für eine Spültechnik interessieren, dann stellen wir uns gerne zu Vorführzwecken zur Verfügung. Denn wenn der Europa-Park mit Meiko-Technik arbeitet und damit zufrieden ist, ist das für andere Kunden sicher eine Referenz.“

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„Lago“: Ein Stern am See Ein Stern schwebt über dem Restaurant „Lago Hotel & Restaurant am See“ in Ulm/Baden. Seit Jahren haben der gastronomische Leiter Marian Schneider und Küchenchef Klaus Buderath mit ihrem Team darauf hingearbeitet. „Wir wollen die Ressource Mensch schonen, den Kochberuf am Leben erhalten und einem Koch in der Sternegastronomie die Möglichkeit geben, in seinem Beruf alt zu werden“, so das Credo von Marian Schneider.

wie die Menüs, so zeigt sich auch die Tischkultur. Mit jeder neuen Kreation wechselt das Geschirr. Fünfzehn bis achtzehn Teile sind pro Menü im Einsatz. Vor diesem Hintergrund wird die Spültechnik von Meiko eingesetzt. „Heute verbrauchen wir weniger Wasser als vorher mit zwei Maschinen“, beschreibt Schneider die Vorteile.

Ziel ist es, Nachhaltigkeit in allen Facetten umzusetzen: bei den Produkten, den Mitarbeitern und im operativen Geschäft. Unabhängig von Sponsoren zu sein und gleichzeitig frei für die Umsetzung kreativer Konzepte – „nur unter diesen Aspekten ist ein Stern für uns interessant“, so Schneider, der gemeinsam mit Buderath das Lago weiterentwickelt. An sieben Abenden in der Woche ist das SterneRestaurant Lago geöffnet. So facettenreich

Küchenchef Klaus Buderath, ganz rechts, mit seinem Lago-Team

Das „Krokodil“ im Festzelt Die Tradition des Paulaner am Nockherberg reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert – auch heute noch ist den Münchnern die Fastenzeit ohne Salvator-Anstich kaum denkbar. „Jeder, der was zu sagen hat, kriegt eine mit!“ So ist das auf dem Nockherberg in München. Ein starkes Stück ist auch, was Kabarettisten der Prominenz aus Politik und Wirtschaft da zumuten. Bundesprominenz und Münchner „Großkopferte“ können, zumindest wenn das Fernsehen dabei ist, über sich selbst lachen, wenn sie „derbleckt“ werden. Das ist ziemlich bayerisch und heißt nichts anderes, als dass ihnen mal richtig die Zähne gezeigt werden.

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Derblecken und Starkbieranstich feiern: Das ist auch eine der Hoch-Zeiten für das 85-köpfige Team um Sonja van Elst. Die rechte Hand von Nockherberg-Wirt Peter Pongratz organisiert auch das Paulaner-Festzelt auf der Wiesn; fast 9.000 Besucher passen da hinein. Dass diese ihr Salvator, ihr Weißbier oder ihr Helles aus den 25.000 reinen Gläsern trinken können, dafür ist die Technik von Meiko im Einsatz. „Krokodil“ nennt Sonja van Elst fast schon liebevoll ihre Maschine, die Schweinsbratensoße, Knödel-Stärke und Kaiserschmarrn-Süße von den Tellern spült.


Aus der Welt unserer Kunden

Senkrechtstart in Dubai: Grand Hyatt Die erste M-iQ in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde im Grand Hyatt in Dubai installiert genauerer gesagt zwei Stück: Eine im Market Café Restaurant und eine in der Hauptbankettküche. Im Market Café finden 250 Gäste Platz, die Bankettküche versorgt zwei Ballsäle und mehr als 2000 Gäste. Das Hotel liegt inmitten von Landschaftsgärten, direkt am eleganten Dubai Creek und verfügt nicht nur über 674 Zimmer – in 14 Restaurants und Bars können die Gäste Spezialitäten aus aller Welt genießen.

eine angenehme Arbeitsumgebung zu sorgen. Und dazu kommt noch, dass diese Maschinen 33 Prozent weniger Wasser und Reiniger als die Vorgängermodelle benötigen, während ihre Spülleistung dank Hochdruck-Spülsystem aber um 30 Prozent besser ist. Diese Leistung ist einfach nicht zu schlagen!“

Omar Bahar, General Manager von TSSC (Technical Supplies and Services) ist vollauf zufrieden: „Die im Market Café installierte Maschine spült sowohl Gläser als auch Geschirr. Deswegen brauchen wir keine zwei separaten Geschirrspülmaschinen mehr. Auch die Dampfemissionen sind bei beiden Maschinen so niedrig, dass wir keine Lüftungshauben benötigen. Die Klimatisierung reicht in jedem Bereich vollkommen aus, um für

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Wiener Kaffeehauskultur trifft Meiko Zu Berndt Querfelds Reich gehören die Wiener Traditionskaffeehäuser „Landtmann“, „Mozart“ und „Museum“. Das Kaffee „Mozart“ hatte sogar seine eigene Nebenrolle im legendären Film „Der dritte Mann”. Für dieses 1948 gedrehte Stück Filmgeschichte schrieb der britische Schriftsteller Graham Greene das Drehbuch. Er wohnte 1947 in Wien im Hotel Sacher und liebte es, nur um die Ecke zu gehen und seinen Kaffee im „Mozart“ zu genießen.

ursprünglichen Plänen in neuem Glanz auferstehen. In puncto Spültechnik regiert dann allerdings die Meiko-Neuzeit.

Als Fachgruppenvorsteher der Wiener Kaffeehäuser weiß Querfeld, dass die Gemütlichkeit – was immer das ist – einen sehr hohen Stellenwert in jedem Kaffeehaus genießt. Er ließ deshalb die Inneneinrichtung des „Museum“ nach den

Ready for take off – Meiko und CPCS Cathay Pacific Catering Services mit Sitz in Hongkong – kurz CPCS – steht in Asien seit 50 Jahren für Airline-Catering der Spitzenklasse. Qualität und Kreativität sind das Markenzeichen des Unternehmens, das mit rund 30.000.000 Mahlzeiten im Jahr 2016 zu den weltweit größten Inflight-Caterern zählt. Bei diesen Dimensionen führt an modernster Spitzentechnik kein Weg vorbei, denn die Ansprüche an Sauberkeit und Hygiene sind enorm.

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Genau hier kommt Meiko ins Spiel: Es sind Anforderungen wie diese, bei denen die Spültechnik aus Offenburg ihr volles Potential entfalten kann und kompromisslose Zuverlässigkeit mit Schnelligkeit kombiniert. „Unseren Ingenieuren ist es gelungen, die Filterleistung der M-iQ Maschinen so zu optimieren, dass kaum noch Wasserwechsel und somit geringe Standzeiten benötigt werden“, so Eric Waag, der bei Meiko für das Inflight-Catering zuständig ist. Bei CPCS weiß man das zu schätzen und baut auch in Zukunft weiter auf Meikos Expertise.


Aus der Welt unserer Kunden

Kreuzfahrtgeschäft boomt seit Jahren Mehr als 25 Millionen Kreuzfahrtgäste prognostiziert Statista für das Jahr 2019 weltweit. Sie sind Gast auf Schiffen, auf deren Bau sich eine Handvoll Werften verstehen: u. a. Papenburg in Deutschland, Fincantieri in Italien, Chantiers in Frankreich, Meyer Turku Oy in Finnland und Mitsubishi in

Japan. „Diese Schiffe sind wie schwimmende Hotels, auf denen Meiko für sauberes Geschirr sorgt und mit modernsten geschlossenen Systemen für eine perfekte Abfallbehandlung“, so Dominique Raverdy, Sales-Manager Division Marine.

350 Meter Schiff für 7.000 Passagiere

Bei AIDA spielt die Zukunftsmusik Der Kreuzfahrttourismus boomt. Insgesamt befahren etwa 250 Luxusschiffe die Weltmeere. So beteiligt sich AIDA Cruises beispielsweise an einem Forschungsprojekt der deutschen Bundesregierung, das zum Ziel hat, Brennstoffzellen zu entwickeln, um den Verbrauch an fossilem Treibstoff für Seeschiffe zu verringern. Dem gleichen Zweck dient die fortlaufende Arbeit am „DreiLiter-Schiff“, was bedeutet, dass ein AIDA-Cruiser pro Passagier und hundert Kilometer Fahrstrecke nicht mehr als drei Liter Treibstoff verbraucht. Mit einem anderen Ziel vor Augen, nämlich die Wasseraufbereitungsanlagen an Bord zu verbessern, kooperieren die Experten der in Rostock ansässigen Reederei mit dem „Prüfinstitut für

Abwassertechnik“ in Aachen. Sie haben ein entsprechendes Projekt gestartet. Auf der „AIDAmar“ schließlich testen Spezialisten im Rahmen eines sogenannten „Heat Waste Recovery“-Programms, inwieweit durch eine Abwasser-Rückgewinnung Warmwasser erzeugt werden kann. Aber schon jetzt gilt auf den Clubschiffen die „Zero Discharge Policy“, nach der keine ungeklärten Abwässer oder Müll über Bord gehen dürfen. In biologisch arbeitenden Membrankläranlagen wird das Abwasser so aufbereitet, dass es nahezu die Qualität von Trinkwasser erreicht. Auf den Schiffen von AIDA sind durchschnittlich sechzig Spülautomaten des Offenburger Herstellers Meiko im Einsatz.

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Meiko in Zahlen

1927 Hier wird eine Headline

platziert 16,8

Gründungsjahr von Meiko

Hektar groß ist das MeikoGelände in Offenburg

500

1.903

Maschinen waren der größte Einzelauftrag

Patente

10. 07. 1894

Geburtstag des Gründers

Oskar Meier

03. 08. 1885

Geburtstag des Gründers Franz Konrad

2 Gründer

200

2.237

Mitarbeiter kommen aus mehr als

140

1.227 Mitarbeiter in Offenburg

Mitarbeiter weltweit

60%

44

Staaten

Staaten

bis zu mal täglich ist eine Meiko-Maschine im Einsatz

beträgt die Exportquote

97

Kunden kommen aus

3

Produktionsstandorte: USA, China & Deutschland

4.500 zertifizierte Service-Mitarbeiter bei Vertriebspartnern

Rund

77.700

Tonnen Edelstahl hat Meiko seit 1998 bis heute verbraucht


Geburtstage Die ersten Jahre 1927

Geboren 1927 12. 13. 17. 22. 30. 01. 02. 03. 04. 07. 11. 13. 20. 20. 01. 06. 11. 15. 21. 02. 06. 16. 25. 04. 04. 09.

Januar

Ignatz Bubis, ein deutscher Unternehmer, Politiker und lange Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland Liz Anderson, US-amerikanische Country-Sängerin († 2011) Eartha Kitt, US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin († 2008) Ernst Huberty, deutscher Sportjournalist und Fernsehmoderator Olof Palme, schwedischer Politiker und Premierminister († 1986) Günter Guillaume, DDR-Spion im Bundeskanzleramt Stan Getz, US-amerikanischer Tenorsaxophonist († 1991) Friedrich Karl Flick, deutscher Unternehmer († 2006) Horst Ehmke, deutscher Politiker († 2017) Juliette Gréco, franz. Chansonsängerin und Schauspielerin Leontyne Price, US-amerikanische Konzert- und Opernsängerin Sybil Gräfin Schönfeldt, deutsche Schriftstellerin Hubert de Givenchy, französischer Modeschöpfer Sidney Poitier, US-amerikanischer Schauspieler Harry Belafonte, US-amerikanischer Sänger, Schauspieler, Entertainer und Bürgerrechtler Gabriel García Márquez, kolumbianischer Schriftsteller († 2014) Joachim Fuchsberger, dt. Schauspieler und Entertainer († 2014) Hanns Joachim Friedrichs, deutscher Fernsehmoderator († 1995) Hans-Dietrich Genscher, deutscher Politiker, Innenminister und Außenminister († 2016) Ferenc Puskás, ungarischer Fußballspieler und -trainer († 2006) Gerry Mulligan, US-amerikanischer Jazzmusiker und Komponist († 1996) Benedikt XVI. (bürgerlich Joseph Alois Ratzinger), 265. Papst Albert Uderzo, Zeichner der bekannten Comic-Serie Asterix Peter Boenisch, deutscher Journalist († 2005) Trude Herr, deutsche Schauspielerin († 1991) Wim Thoelke, deutscher Fernsehmoderator († 1995)

Hier wird eine Headline platziert Januar Januar Januar Januar Februar Februar Februar Februar Februar Februar Februar Februar Februar März März März März März April April April April Mai Mai Mai

23. Mai

Dieter Hildebrandt, deutscher Kabarettist († 2013)

17. Juni

Martin Böttcher, deutscher Filmkomponist und Dirigent

04. Juli

Gina Lollobrigida, italienische Schauspielerin

18. Juli

Kurt Masur, deutscher Dirigent († 2015)

23. August Walter Giller, deutscher Schauspieler († 2011) 16. Sept.

Peter Falk, US-amerikanischer Schauspieler († 2011)

14. Okt.

Roger Moore, englischer Schauspieler († 2017)

16. Okt.

Günter Grass, deutscher Schriftsteller, Maler und Bildhauer, Träger des Literaturnobelpreises († 2015)

24. Okt.

Gilbert Bécaud, französischer Chansonnier († 2001)

05. Dez.

Bhumibol Adulyadej (Rama IX.), thailändischer König seit 1946 († 2016)

Spülen im höchsten Turm der Welt, dem „Burj Khalifa“, in

828 Metern Höhe Meiko spült oben, in

4.300 Metern Höhe in einer Mine in Peru

Spülen am Toten Meer am tiefsten Landpunkt, in

417 Metern in einem Hotel 45


Hier wird eine Headline platziert

GreenEye-Technology: Mensch und Maschine unterstützen sich gegenseitig

Vom „Spülmädchen“ zum Roboter: Meiko digital 1931 schrieb ein Freiburger Gastronom ganz begeistert nach Offenburg: Mit der neuen MeikoSpülmaschine gingen nun keine Gläser mehr kaputt und vor allem „meine Spülmädchen haben viel weichere Hände“. Das war noch total analog – in jeder Beziehung. Knapp einhundert Jahre später sind wir fast total digital. Man spricht von einem Paradigmenwechsel, wenn es um das Internet der Dinge geht. Was gemeint ist? Maschinen kommunizieren mit Maschinen. Und organisieren sich dabei selbst. Die einen nennen das Industrie 4.0, die anderen, wie Meiko-Produktionsleiter Christoph H. Homburger, sprechen lieber von Digitalisierung. Für Homburger ist das der umfassendere Begriff und der bessere, weil er sich sowohl in der Produktion wiederfindet wie auch in den Produkten und im Austausch mit den Kunden und Nutzern. Das Aufkommen des Schlagwortes von der Industrie 4.0 war im Hause Meiko Anlass, die Produktionsabläufe unter den neuen Gesichtspunkten wieder einmal auf den Prüfstand zu stellen. Und siehe da: Vieles von dem, was hier als „alleinseligmachend“ verkauft wurde, setzte das Unternehmen längst um. Für Homburger war vor allem eines wichtig. „Wir überprüfen unsere Produktionsabläufe ständig, ändern sie aber nur, wenn das einen Mehrwert bringt.“ Will heißen, es müssen Abläufe schneller, kostengünstiger oder transparenter werden oder dazu beitragen, die Qualität des Produkts zu verbessern. Immer alles auf ein Mal, das geht meistens einmal nicht.

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Digitalisierung

Besonders die Erwartungshaltung der Kunden auf immer kürzere Planungszeiten, schnellere Lieferung und höchstmögliche Verfügbarkeit der Produkte zeigt das Erfordernis der digitalen Durchgängigkeit im Unternehmen. Das beginnt in der Außenorganisation, geht über den Vertrieb, Planung, Konstruktion, Produktion und endet bei der Service-Fernwartung. Auch im Fertigungsprozess setzt Meiko auf Digitalisierung. So werden etwa hochvariante Fertigungsinformationen wie Bolzenschweißpositionen direkt aus dem ERP an den Roboter transferiert. Oder die 100-prozentige Produktendprüfung wird durch digitale Prüfassistenten unterstützt. Die notwendig hohe Verfügbarkeit der Produktionsmaschinen wird zunehmend auch durch digitale Verschleißanzeigen sichergestellt, sodass eine vorbeugende Wartung einem ungeplanten Maschinenausfall zuvorkommt. In seinem Buch über „Die digitale Fabrik“ hat Johann Hofmann, Produktionsleiter bei der Maschinenfabrik Rheinhausen und gelegentlich als der „Industrie 4.0-Papst“ bezeichnet, das praxisnah beschrieben. Bei Meiko gibt es indes noch begleitende Prozesse, die einen digital-analogen Bruch beinhalten. „Nur um des Prinzips willen, investieren wir nicht in die digitale Durchgängigkeit“, sagt Homburger. „Immer muss zugleich eine unserer Mehrwert-Anforderungen erfüllt werden, also kostengünstiger, schneller und so weiter.“

Die Digitalisierung ist längst auch im Service angelangt. Die Digitalisierung ist längst auch im Service angelangt. Die über 4.500 Techniker weltweit, die eigenen wie die der Service-Partner, sind natürlich up to date beim Kunden.

Über Smartphone haben sie Zugriff auf die Meiko Connect App und die spezifischen Produktdokumentationen direkt vor Ort. Die Kommunikation zwischen Maschine und Maschine ist an sich der Aspekt der Digitalisierung, der am leichtesten zu lösen ist. Doch was geschieht mit der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine? „Auch diese lässt sich intelligent gestalten“, ist Thomas Loos, Leiter Produktmanagement bei Meiko, überzeugt. Ein Paradebeispiel aus dem Maschinenbau in Sachen Schnittstellendesign und damit für die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ist die GreenEye-Technology. Loos: „Die Reduzierung des Ressourceneinsatzes und die Optimierung der Arbeitsplatzgestaltung ist seit jeher eines unserer vorrangigen Ziele. Da das Spülen ohne Chemie oder ohne Wasser keine ernsthafte Option darstellt, sind wir bestrebt, den Spülprozess so effizient wie nur möglich zu gestalten, und das gelingt am besten in Kooperation mit dem Menschen.“ Und wie kommuniziert die Maschine mit den Menschen, die sie bedienen? Dazu Thomas Loos: „Schon beim Einschalten und Hochfahren der M-iQ meldet sie sich zu Wort. Ein dynamischer Fortschrittsbalken und Statusanzeigen signalisieren die Bereitschaft aller Funktionen. Wichtige Prozessdaten werden übermittelt, eventuelle Abweichungen sofort angezeigt, und auch während des Betriebs prüft die M-iQ kontinuierlich ihre Systeme und Funktionen.“ Das alles gibt den Menschen im Umfeld der Maschine Sicherheit. Was für die M-iQ gilt, wurde auch bei anderen Produkten umgesetzt. Denn besonders verschwenderisch sind viele Maschinen nach wie vor im Stand-by-Betrieb. Unmerklich zerrinnen hier die Kilowattstunden. Clevere Steuerungen schaffen hier Abhilfe. Durch moderne Mensch-Maschinen Kommunikation sind die Spülmaschinen heute eher „Spül-Manager“ denn nur „Maschinen“.

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Meiko Service: Eine Welt für sich Mindestens so wichtig wie eine ausgereifte und innovative Technik ist ein weltumspannender Service zu den Produkten und Anwendungen. Immerhin haben Meiko-Geräte eine Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren – oftmals sogar länger. Meiko hat deshalb über die Grenzen des Stammsitzes in Offenburg hinaus eine internationale Servicewelt erschaffen. „Meiko ist längst auf dem Weg vom Global Seller zum Global Player“, wie Hans-Dieter Breideband, der die Verantwortung für den weltweiten Service innehat, es formuliert. „Dazu gehört auch, dass wir unseren Kunden weltweit die gleiche Service-Performance anbieten.“ In Service-Level-Agreements werden deshalb bestimmte Zeiten und Leistungen festgeschrieben. Denn längst gehören für die Kunden neben Einsparungen in den Bereichen Wasser, Chemie und Energie auch Service-Folgekosten zu den kaufentscheidenden Kriterien: Instandhaltung, Wartung und eventuell einmal anfallende Reparaturen werden von Anfang an kalkuliert. „Das macht die Qualität unserer Produkte und die des Service vor Ort zu entscheidenden Faktoren bei den Entscheidungen unserer

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Kunden“, erklärt Hans-Dieter Breideband. Dabei zählt nicht allein die Performance der Monteure, sondern auch deren Reaktionszeit – Stillstand im Spülbereich einer Küche: Unvorstellbar!

Auch in Offenburg hat das zahlreiche Änderungen bewirkt. Die Herausforderung besteht darin, Servicetechniker und Spezialisten vor Ort sowie eigene Mitarbeiter und Partner bis hin zu Haustech-

„In gleicher Serviceperformance Wert erhalten und Mehrwert schaffen!“ Die Zeiten, in denen Meiko-Techniker von Offenburg aus jeder Maschine hinterhergereist sind, sind nun schon lange vorbei. Schließlich lässt man hochqualifizierte Spezialisten am besten so wenig Zeit als nur möglich auf Airports, Bahnhöfen oder im Auto verbringen. Das wiederum verschafft dem Service vor Ort eine völlig neue Bedeutung. Die Folge? Meiko entwickelt sich vom Maschinenbauer mehr und mehr auch zum Trainings- und Weiterbildungsunternehmen. Das bringt natürlich auch Neuerungen für die Mitarbeiter mit sich. Sie erleben dabei eine deutliche Veränderung ihres Selbstverständnisses und der globalen Servicestruktur. „Wir müssen lernen, dass wir im Service vom Akteur über die ganze Prozesskette zum Unterstützer der örtlichen Spezialisten werden“, so Breideband.

nikern ständig auf dem neuesten Wissensstand zu halten. Dies wird seit Jahren durch ein Autorisierungskonzept sichergestellt. Alleine in den deutschen Werksvertretungen und bei den autorisierten deutschen Servicepartnern sind es rund 1440 Servicespezialisten, die ein permanentes Trainingsund Autorisierungsprogramm durchlaufen. Die Module werden inzwischen weltweit umgesetzt, zum Beispiel in Trainingscentern in Dubai, Indien, China, Australien sowie in Kuala Lumpur – um nur die Regionen Middle East und Asia / Pacific zu nennen. Wer seinen Kunden näher sein will, muss sich allerdings auch großen logistischen Herausforderungen stellen. Nicht nur bei den Servicetechnikern, sondern auch


Service und Logsitik

bei den benötigten Ersatzteilen heißt es: zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Vier Millionen Euro hat Meiko deshalb alleine in Offenburg in die Optimierung der Logistik- und Serviceleistungen investiert. Und die Meiko-Service-Welt wächst und wächst: Im Moment steht ein europaweiter „Overnight Service“ vor der Realisierung. All dies und vor allen Dingen auch die räumlichen Veränderungen finden auch immer wieder Nachhall in der Fachpresse. „Allein 18 große 40-Tonnen-Trucks wurden be- und wieder entladen“, schildert Birgit Lehmann im Branchendienst GV-kompakt

den Kraftakt des Umzugs in die neu gebaute Servicewelt am Standort Offenburg. Jedes einzelne Teil, das mit auf die Reise ging, musste aus- und im neuen Lagersystem wieder eingebucht und natürlich auch physisch wieder eingelagert werden. Nach der Anlaufzeit bewältigen die Mitarbeiter der Service-Welt ihre Aufgaben mit der nötigen Routine. Sie nutzen die Vorteile der hochmodernen Kommissionier-Anlage und der neuen Lagertechnologie für eine etwa acht Mal schnellere Abwicklung bzw. Erledigung der Serviceaufträge. Stolz zeigt die Führungscrew der Service-Welt, das von der Firma Viastore gelieferte automatische

Kleinteillager (AKL). Es hat Platz für mehr als 4.000 Boxen, die sich bis zu achtmal unterteilen lassen. Das Regalbediengerät, das wie von Geisterhand gesteuert durch die Gänge saust, Boxen hervorholt, zum Kommissionierer transportiert und wieder einsortiert, erreicht eine Geschwindigkeit von 133 Kilometern pro Stunde. „Das Gerät ist so programmiert, dass es Leerfahrten automatisch vermeidet“, beschreibt Logistiker Sacha Granier nur einen der vielen Vorteile. 2016 starteten mehr als vier Millionen Verschleiß- und Ersatzteile von hier aus ihren Weg in über 90 Länder dieser Welt.

Intelligente Planung in 3D Via Online-Konfigurator können Großküchenplaner seit nun fast zwei Jahren schon ihren Kunden 3D-Modelle zur Verfügung stellen und die Planungen im Spülbereich einer Großküche genau abbilden. Auch hier war Meiko wieder mal das erste Unternehmen, das einen solchen Service angeboten hat. „Wir freuen uns, mit der von Meiko selbst entwickelten 3D-Applikation M-iPlan unseren Partnern aus dem Bereich Planung Unterstützung in Sachen Building Information Modeling System auf dem neuesten Stand der Technik anzubieten“, so Dr. Thomas Peukert, Leiter Konstruktion & Entwicklung. „M-iPlan“ gehört zu den vom Unternehmen selbst entwickelten Branchenlösungen, wobei die Planungsabteilung die Anpassungsarbeiten für die 3D-Applikation leistete. Für die MeikoPartner steht die Applikation auch als Download kostenfrei zur Verfügung.

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Wieder eine neue Zeitrechnung der Spültechnik Bilanz einer Innovation: M-iQ … und Kundenreaktionen Die „M-iQ“ galt bei ihrer Einführung nicht nur für Meiko als die wichtigste Innovation auf dem Gebiet des gewerblichen Geschirrspülens. Mit einem besonderen Credo hatte Meiko-Geschäftsführer Stefan Scheringer nach der ersten Präsentation im Europa-Park die „M-iQ“ auf die Reise geschickt. Originalzitat von damals: „Mit aller Ernsthaftigkeit sind wir dabei, verantwortlich mit unseren Ressourcen umzugehen. Wir folgen dem Prinzip der Sorgfaltspflicht bei allem, was wir beeinflussen können, um den nachfolgenden Generationen eine möglichst heile Welt zu übertragen.“ Ein Jahr Roadshow unter anderem im alten Flughafen in Köln, dem legendären E-Werk in Berlin und im Museum für historische Autos der Marke Maybach und viele Aufträge später erreichten die Meiko, wie nach jeder Innovation, zahlreiche Einschätzungen und Bewertungen aus dem Kreis der Planer und Endkunden.

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M e ik o dem bietet m it Ma r k ich u t et w de r „M - i Q“ nter as a n, de Preis -Leis m Aspe was k t bis h e r f ü ung s - G e t de s r d unm ge ha anke ö lten ns h a b e g li c h . Frank W Gesc agner, häf ts fü g ese llscha hrer Plan u f t K3 , Ber ngslin

Es g ib ba r e t nic ht s s me Verg Tran h l spor r unter eichde n tauto s e it es „ M m -iQ“ aten, J o se g ibt . f Wa lz un J o se d fL Siem ongeque ens A , G, E r lange n

D ie „ M zuku -iQ“ ist abso nf t s o lu ri se ns ation entier t. E t e ll l o in e Kons gi s c h tr u k t e ion. G er h ard T aferl, I nh ab e Sank r der Ver tec, t Öste Marienkir ch e n rreich ,

re n se nde a H au t i m m e r n un s e li c h e r Verg hinen in h mit de wa c c i s s m et Ma s s e r n r te u e e b W r ve ll e nt. i Q“ a „M- g Proze und i rohm t d re iß S nd eier, Freu Karin ied Feldm u fr Sieg m Passa u Klinik

Die „MiQ für mich “ ist schlicht w genial. eg

Sina Ku hn, K&P-Co nsulting Düsseld orf


Da s s d ie Maschin Selbstreinigu n Tür falze e auch Ecken g der u e nd r reich ßer hyg ienisch t, ist ein groer For ts Da s S y s c gewinn tem der Wärm hritt. ung ist erückrevolutio Anette P när.

oniatow ski, Hyg manage ienement, un d Jürge Verpfleg nM ungsleite r der BM olter, Dingolfin W in g und L a n ds h u t

te r ac h voll e r neue t r e er s w n de sond wer t, de odulare e b s r m Al eh s e in e en M m: ich d at durch Außerde e auf . t m in Auto ise biete e Masch n e n i he Bauw t wohl ke ewerblic r g b i iente Es g ark t des die effiz emie h M s, d e m i r r s p ül e n gi e u n d C r h e c n Ges r, E a s se mi t W t. eh tic, um g Luke m a Ad hnik Peter r der Vtec aggenau e G Inhab g GmbH n u n Pla

s. ere s s rBe hts ie Spa lfristig c i n d ibt itte nd Es gsinn si wir m n zehn : t i Faz Wahn . Wenn ense zen, M Ei n n ti a l e a c h t e i n s e t u s e n d e n pot nsere chinen achtta ren bin in u e Mas r etwa 27 Jah ig. s t i n e u n e n w . S e i t r u f t ä t, d a s e b n n e e B l kö spar i s t. h er ne m k W i n m e i a b e ic e f a l l e n ic h h n i e h a u s g Noc Meiko e ine des er, id l or rg s Ze tsdirek t ür zbu u a l f W K a s h k sc er Wir t ntenw e d u St

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90 Jahre

Richard Lehmann und Meiko feiern Hier wird eine Headline zusammen ihren 90sten Geburtstag platziert Richard Lehmann und Meiko sind im gleichen Jahr zur Welt gekommen. Kurz nachdem das Unternehmen gegründet worden war, wurde Lehmann in Schwaibach bei Gengenbach geboren und feiert nun gemeinsam mit dem Unternehmen, für das er von 1951 an, 40 Jahre arbeitete, seinen 90sten Geburtstag.

D

as ist aber nicht die einzige Verbindung der Familie zur Firma Meiko. Gisela, die Tochter von Gertrud und Richard Lehmann, trat ebenfalls ins Unternehmen ein, machte dort eine Lehre als Industriekauffrau. Sie und Günter Maier, der damalige Werbeleiter, wurden ein Paar. Solche „Familiengeschichten“ gibt es häufiger im Unternehmen. Als britische Bomber die Firma am 27. November 1944 vollständig zerstörten, war Richard Lehmann gerade mal 17 Jahre alt, aber natürlich längst Soldat, Fallschirmjäger. An sich war vorgesehen, dass er mit seiner Einheit von Hagen nach Berlin verlegt werden sollte, um sich dort dem sowjetischen Ansturm entgegenzusetzen. Bedingt durch die Lufthoheit der Alliierten waren jedoch im Ruhrgebiet sämtliche Bahnhöfe und die allermeisten Brücken zerstört und die deutsche Heeresgruppe B in einer der letzten großen Schlachten des Krieges eingekesselt. Glücklicherweise, aus der Sicht des jungen Richard Lehmann, denn so geriet er im April 1945 in amerikanische Gefangenschaft und hatte mit dem Endkampf um Berlin nichts zu tun. Dort war Otto Meier, der Sohn des Firmenmitbegründer ums Leben gekommen. In einem der amerikanischen Kriegsgefangenenlager entlang des Rheins („Rheinwiesenlager“) fand sich Lehmann wieder – in Rheinberg nahe der niederländischen Grenze. Ein improvisiertes Lager ohne Baracken, Zelte oder sanitäre Einrichtungen. Die Amerikaner hatten rund 450 Hektar Wiesen mit 2 Meter fünfzig hohem

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Stacheldraht umzäunt. Unter freiem Himmel und bei völlig unzureichender Verpflegung kam es zu mehreren tausend Todesfällen (vor allem Dysenterie/Ruhr) unter den bis zu 140.000 Insassen. Mit einer Blechdose und in Handarbeit hatte sich auch Richard Lehmann ein Erdloch gegraben, um wenigstens etwas Schutz vor den nasskalten Winden zu finden. Die Insassen galten nicht als Kriegsgefangene, dann hätten Verpflegung und Unterbringung der regulären amerikanischen Truppen entsprechen müssen, sondern als rechtlose „Disarmed Enemy Forces“. Zu ihnen gehörten auch Polizisten und Feuerwehrleute sowie Mitarbeiter der Reichsbahn und Briefträger; jeder Uniformträger, ob männlich oder weiblich, war erst einmal verdächtig. Als die Lagerinsassen weiter nach Süddeutschland verlegt wurden, gelang Lehmann in der Nähe von Euskirchen die Flucht. Kurz darauf wieder ergriffen, wurde er ins Gefängnis gesteckt und Tage später, ohne dass er sich erklären konnte warum, diesmal mit Entlassungspapieren versehen, freigelassen. Natürlich zog es ihn in die Heimat zurück, und er beendete seine Lehre als Maler bei der Firma Schuppler in der Offenburger Franz-Volk-Straße. Arbeitsplätze waren knapp damals, auch im Handwerk, und so wechselte er mehrfach den Arbeitgeber, bis er im April 1951 bei der Meiko anfing und von dort 1991 auch in Rente ging.

A

ls ihm die Karte für die Stechuhr überreicht wurde, trug diese die Nummer 51, und Meiko hatte damit erstmals nach dem Krieg wieder mehr als fünfzig Mitarbeiter. Die damals gebauten Spülmaschinen, deren Unterschränke und auch die in der Gießerei in Ettenheim produzierten Küchenmaschinen waren noch nicht aus Chromnickelstahl sondern mussten in mühsamer Handarbeit spritzlackiert werden.


Die ersten Jahre

Hier wird eine Headline platziert

Gertrud und Richard Lehmann neben einem Foto ihrer Tochter Gisela, der Frau des langjährigen Meiko-Werbeleiters Günter Maier.

Die Spülmaschinen waren auf schwere Gussteile konstruiert, deren Fuß man aufklappen konnte, um das Holz für die Heizung einzulegen. Gearbeitet wurde damals 48 Stunden. „Meist wurden es aber 56 oder auch mal 60 Stunden und wir haben uns über die Überstundenzuschläge gefreut.“ Das Haus, in dem er noch heute in Ortenberg wohnt, konnte so angeschaff t werden. Die große Rasenfläche dahinter diente damals als Gemüsegarten und war in den 50er Jahren wichtig für eine preiswerte Ernährung: „An so was Gesundes und Ökomäßiges haben wir noch nicht gedacht.“ „Meiko war damals ein überschaubarer Handwerksbetrieb. Den Oskar Meier habe ich fast jeden Tag im Betrieb gesehen und der war wirklich immer für jeden ansprechbar. Wenn er mal schlechte Laune hatte, hat er versucht, das nicht zu zeigen, aber wir haben das immer gemerkt und sind ihm dann aus dem Weg gegangen.“ Beim Betrachten der alten Fotos der Firmengebäude fallen ihm Namen ein, vor allem der des „Lotte Karl

aus Bohlsbach“. Karl Lott sei der erste Lehrling im Unternehmen gewesen und Oskar Meier habe ihn, als er sich selbstständig machte, von der Firma Martin mitgebracht. Auf einem der Bilder entdeckt Lehmann sein erstes Auto auf dem Firmenparkplatz – „natürlich ein gebrauchter Käfer – und einmal, als wir wieder den ganzen Samstag geschaff t hatten, durfte ich ihn abends in der Werkstatt neu lackieren. So war das damals.“ Noch heute ist Lehmann IG Metall-Mitglied. „Aber die haben wir nie gebraucht bei Meiko.“ Nur einmal hätte es etwas Unruhe gegeben, als bei der freitäglichen Bargeldauszahlung der Chef gekommen sei und gesagt hätte, es wäre kein Geld mehr auf dem Konto. „Aber dienstags haben wir es dann gekriegt. Aber sonst war immer alles korrekt.“ Bis hin zur Betriebsrente, die er nun neben der gesetzlichen seit 25 Jahren bezieht. „Hoffentlich noch lange, aber man weiß ja nie. Am liebsten würde ich mit Meiko zusammen meinen 100sten Geburtstag feiern“, sagt Richard Lehmann und lächelt in sich hinein, wie das nur jemand seines Alters tun kann.

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Hier wird eine Headline platziert Dreimal Meiko auf Messen: im Gründungsjahr 1927, zum 50-jährigen Jubiläum 1977 und 2017

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Die ersten Jahre

Die Meiko-Story: Nicht so einfach ohne Firmenarchiv „Geschichte schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen“, so hat Johann Wolfgang von Goethe formuliert und damit unrecht. Vieles von dem, was die Geschichte des Unternehmens Meiko ausmacht, musste erst einmal rekonstruiert und zugänglich gemacht werden. Gerade aus dem Zeitraum von der Gründung im Jahr 1927 bis zum Beginn des Wiederaufbaus in der zweiten Hälfte des Jahres 1945 lag im Unternehmen selbst kaum schriftliches Material vor. Immerhin gab es noch einen kleinen Karton mit persönlichen Gegenständen der Familie Meier, darunter Postkarten, Fotoalben sowie die Magnetbänder einer Vertriebstagung und eines der Skatspiele von Oskar Meier. Das Firmenarchiv wurde bei der Bombardierung Offenburgs 1944, so wie auch das Unternehmen selbst, komplett zerstört. Manches wurde in unterschiedlichen staatlichen Archiven, manches noch bei Mitarbeitern zuhause gefunden. Und manches wird wahrscheinlich erst auftauchen, wenn diese Veröffentlichung vorliegt. Glücklicherweise wurden Zeitzeugen gefunden und konnten befragt werden. Teilweise waren das Menschen, die Jahrzehnte im Unternehmen gearbeitet hatten. Nicht jede Erinnerung war belastbar, einzelne eher als Anekdote einzuordnen. Manche Geschichten widersprachen sich. Im Vorfeld bestand die Unternehmensgeschichte der frühen Jahre mehr aus Fragen denn aus Antworten. Warum haben die Firmengründer

1927

1945

1954

Kein regelrechtes Firmenarchiv, sondern nur eine kleine Kiste mit Erinnerungen Franz Konrad und Oskar Meier die Firma nicht länger gemeinsam geführt? Wie war die Rolle der Firma, wie die von Oskar Meier während der Zeit des Nationalsozialismus? Hat Meiko tatsächlich schon im Jahr der Gründung die ersten Maschinen gebaut? Warum wurde Meiko später in eine Stiftung umgewandelt? Was waren die frühen Erfolgsfaktoren der Nachkriegszeit? Was ist aus Franz Konrad und seiner Familie geworden? Diesen und zahlreichen anderen Fragen ist das Redaktionsteam mit Dr. Stefan Scheringer, Regine Oehler und Manfred Hammes nachgegangen und hat Antworten gefunden. Insbesondere der Historiker Dr. Martin Ruch und Leny Geckeler-Konrad, die Tochter des Firmenmitbegründers, haben dies unterstützt.

seit 1968

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2.1 2.1.1

Logo-Basics Historie

1927 Meiko-Gründungsjahr

Lassen wir das Jahr 1927 Revue passieren: Bekannte Unternehmen wie das Versandhaus Quelle wurden damals gegründet und auch eine Firma, mit deren ausgeschriebenem Namen, nämlich „Revisionsverband der WestkaufGenossenschaften“, niemand etwas anfangen kann. Heute sagt man einfach REWE, nach Edeka die Nummer zwei im deutschen Lebensmittelhandel. ernehmenslogo ist eine Kombina-

Nürnberg gewann gegen Hertha Berlin das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft.

Wort- und Bildmarke.

tmarke MEIKO bildet sich aus den men der Firmengründer von 1927, ar Meier und Franz Konrad.

ke ist der Brunnen, Symbol für , Sauberkeit und Erneuerung.

ernehmenslogo wurde zuletzt Schrift und Bild modifiziert. urde das Bild des Brunnens auf asserfontäne in Form eines Lehárs M Franz t.

en-Handbuch

Spätwerk „Zarewitsch“ wurde 1927 uraufgeführt und war schon weit entfernt von der zuvor üblichen beschwingten Operetten-Seligkeit, bei der sich am Ende immer die Richtigen „gekriegt“ haben. Das passte dann schon eher © MEIKO, Stand: 03.2016 zu Kurt Weills Mahagonny und den Texten von Bert Brecht, deren Songspiel – wie es tatsäch-

lich hieß – man sich erstmals 1927 in BadenBaden anhören konnte. Auch hier schon der Blick in die ungewisse Zukunft: Die Stadt Mahagonny versinkt im Chaos. Erstmals konnte man mit der Eisenbahn über den neu eröffneten Hindenburg-Damm nach Sylt hinüberfahren, mit dem Nürburgring wurde die später legendäre Rennstrecke eröffnet und

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Im Meiko-Gründungsjahr 1927 war es Charles Lindbergh, der mit seiner „Spirit of St. Louis“ von New York nach Paris flog. Zur gleichen Zeit bereitet man in München, im Verlag von Kurt Wolff, die Erstausgabe von Franz Kafkas „Amerika“ vor und in Berlin, bei S. Fischer, den „Steppenwolf“ 1945 1954 von Hermann Hesse. Als Hesse kurz nach dem Krieg der Literatur-Nobelpreis verliehen wurde, blieb er, wie zuletzt Bob Dylan, der Preisverleihung fern. Ein großer sozialpolitischer Wurf gelang dem Reichstag mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung; damit wurde die hälftig von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanzierte Versicherungspflicht eingeführt und der Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das war das Ende der Erwerbslosen-Fürsorge, die bisher bei Städten und Gemeinden angesiedelt war. Allerdings hatte niemand vorhergesehen, dass bereits im Februar 1930, während der Weltwirtschaftskrise, 5 Millionen Arbeitslose, zwei Jahre später 6 Millionen, zu finanzieren waren. Die Eigenmittel der Reichsanstalt waren auf maximal 1,5 Millionen Erwerbslose berechnet.


Die ersten Jahre

Wie der MEI zum KO kam 1927 haben Oskar Meier und Franz Konrad ihr Unternehmen gegründet: Meiko. Sie kannten sich gut aus der gemeinsamen Zeit in der Maschinenfabrik Martin, wo Meier als Konstruktionsleiter und Konrad im kaufmännischen Bereich arbeiteten. „Wir bauen Spülmaschinen, und zwar bessere als Martin“, entschieden sie, zumal ihr bisheriges Unternehmen mit Land- und Werkzeugmaschinen groß geworden war. Erst 1926 hatte Martin die Entscheidung gefällt, nun auch Spülmaschinen zu bauen – dies in den Augen von Konrad und Meier aber eher halbherzig, denn die

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en Bubikopf mit Stirnband, die Federboa und die unterarmlangen Zigarettenspitzen der Damen aus Berlin kannte man in Baden nur aus Zeit-

Im Gründungsjahr von Meiko erschien die erste Zeitschrift von Franz Burda: „SÜRAG“, die Südwestdeutsche Radio Zeitung. Produktionsschwerpunkte lagen weiter bei den Landmaschinen: Schrot- und Obstmühlen, Futterschneidmaschinen, aber auch Gerätschaften, deren Anwendung man sich heute weniger vorstellen kann, wie etwa Lehm-Quetschmaschinen und Reiswölfle für Torfstreu. Dies alles „in anerkannt vorzüglicher Ausführung und bewährtester Construction“, wie in einer Anzeige im Offenburger Adressbuch zu lesen war.

schriften. Aus „Tempo“ etwa und dem „Illustrierten Blatt“, aus dem „Magazin“ und der „Eleganten Welt“, zu deren Fotomodellen eine unbekannte junge Frau namens Marlene Dietrich gehörte. In Offenburg wurde aus einem Drucker ein Verleger. Im Gründungsjahr von Meiko erschien die erste Zeitschrift von Franz Burda: „SÜRAG“, die Südwestdeutsche Radiozeitung, und das mit gera-

de mal 8 Seiten Umfang und nicht einmal dreitausend verkauften Exemplaren zu 15 Pfennigen das Stück. Trotzdem war die Zeit zwischen den Kriegen, manchmal als die „Goldenen Zwanziger“ bezeichnet, in Baden alles andere als golden, eher blechern. Den Ersten Weltkrieg hatte man gerade hinter sich, die Besetzung durch die Franzosen erfolgte im Februar 1923. Da Reparationszahlungen ausstanden, besetzten Frankreich und Belgien zusätzlich das Ruhrgebiet. Hinzu kam die Inflation: Schon im Juli 1923 kostete das Pfund Butter 50.000 Mark. Wer noch eine Dollarnote hatte, konnte die im Oktober gegen 33 Milliarden Mark eintauschen. Und die Stadt Offenburg unterschrieb der badischen Regierung im gleichen Monat einen Schuldschein über 11 Billionen Mark, um Kartoffeln für Bedürftige kaufen zu können. Inflation und die politischen Unruhen ließen alles andere als ein Gründerklima entstehen. Die Weltwirtschaftskrise und der New Yorker Börsencrash vom Oktober 1929 beendeten das Jahrzehnt.

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Stadt Offenburg kauft Kartoffeln für Bedürftige: 11-Billionen-Betrag Trotz solcher Rahmenbedingungen kam Offenburg in diesen Jahren voran. Großen Verdienst daran hatte Oberbürgermeister Josef Holler. Der Besatzungsmacht widersetzte sich der katholische Zentrumspolitiker – die Franzosen sperrten ihn sechs Monate ein –, die Nationalsozialisten entfernten ihn aus dem Amt, allerdings nicht gleich 1933, sondern erst ein Jahr später und – um die Bevölkerung nicht gegen sich aufzubringen – in allen Ehren. Offenburg war damals Übernahmestelle für Flüchtlinge, es herrschte eine extreme Wohnungsnot und zudem kamen die Elsässer nicht mehr zum Einkaufen in die Ortenau. Holler stieß die „Ortenauer Herbstmesse“ an, die heutige Oberrheinmesse, und holte Veranstaltungen wie den Weinbaukongress und das Landesturnfest in die Stadt. Straßen und Kläranlagen wurden gebaut und im Stegermatt in den sozialen Wohnungsbau investiert. So die Situation, als Meier und Konrad bei der Firma Martin kündigten und in einem Schuppen im Hinterhof der Friedrichstraße loslegten. Schon ein Jahr später

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erwarben Sie ein allerdings noch kleines Grundstück an der Englerstraße, dem heutigen Standort. Danach und bis heute war das Verhältnis zur Stadt Offenburg von immer weiteren Grundstückswünschen und Immobilienkäufen geprägt. Wichtigster Offenburger Wirtschaftszweig war damals die Reklameindustrie. In einer ganzen Reihe von Unternehmen – von der Glasplakatefabrik Offenburg über die Metallglas AG bis hin zu den Herstellern von Email-Plakaten wie Dold und Boos & Hahn – waren insgesamt fast zweitausend Menschen beschäftigt. Größtes Unternehmen der Stadt war die „Spinnerei und Weberei Offenburg“ mit rund 700 Beschäftigten. Genauso viele Menschen insgesamt arbeiteten in den Branchen Metallverarbeitung, Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik und Chemie. Im Gegensatz zu heute spielte also die Investitionsgüterindustrie eine eher untergeordnete Rolle.

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er Börsencrash vom Oktober 1929 schlug auch auf Offenburg durch. Wo jahrelang immer mit

rund 150 Arbeitslosen gerechnet werden musste, stieg die Zahl zu Beginn der 30er Jahre schnell auf über eintausend. Stark steigende Fürsorgeausgaben und sinkende Gewerbesteuereinnahmen führten zur Suche nach zusätzlichen Steuereinnahmen. So wurde die Biersteuer um gleich 50 Prozent erhöht, was auch nur die Winzer freute, deren Viertel jetzt weit preisweter war als ein kleines Bier. Im Jahr 1932 lebte jeder Vierte der rund 18.000 Offenburger von Arbeitslosenunterstützung oder der Fürsorge. Über sechs Millionen Arbeitslose gab es im Deutschen Reich, und bei den Wahlen 1932 holten die Nationalsozialisten 37 Prozent der Stimmen und wurden, wie auch in Offenburg, stärkste politische Kraft. Wie andere Unternehmen in Offenburg profitierte auch die Maschinenfabrik Martin, bei der Oskar Meier und Franz Konrad zuvor beschäftigt gewesen waren, nach 1935 von der Aufrüstung und entsprechenden Wehrmachtsaufträgen. So verzehnfachte sich der Umsatz von Martin zwischen 1933 und 1939, und auch noch während des Krieges stieg die Mitarbeiterzahl von 134 auf 240.


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Insgesamt war allerdings die Zuteilung von Wehrmachtsaufträgen (W-Betriebe) an Offenburger Unternehmen weit unter dem Durchschnitt. „Wenn Ihr Werk nicht zum W-Betrieb erklärt wurde, so ist hierfür die Grenzlage der Stadt Offenburg ausschlaggebend.“, hieß es in Schreiben von Wirtschaftsverbänden und Wehrmachtsstellen an Unternehmen der Region. Die Grenznähe war vor allem den Militärs zu riskant, um hier große und kriegswichtige Produktionen aufzubauen. Im Verlauf des Krieges änderte sich dass, und die Unternehmen hatten bald einen Mangel an Arbeitskräften zu beklagen, zumal die Männer in der Regel zur Wehrmacht eingezogen wurden. Aufgefangen wurde das durch die Beschäftigung von Ausländern; zu Beginn waren dies freiwillige ausländische Zivilarbeiter, etwa aus Holland und Italien, später kamen Kriegsgefangene, zwangsrekrutierte Zivilarbeiter aus Osteuropa (Ukraine, Polen, Russland) und KZ-Häftlinge hinzu. Nach Unterlagen des Stadtarchivs Offenburg setzte auch Meiko Zwangsarbeiter

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aus Osteuropa ein, aber auch aus Frankreich; insgesamt 14 Personen, darunter drei Frauen. Hier die Namen der Kriegsgefangenen, Fremd- und Zwangsarbeiter, die bei Meiko unterschiedlich lange beschäftigt waren. Josef Barscz etwa vom 30. Juli 1940 bis zum 16. Februar 1943. Nina Amelina Josef Barscz Lucion Chotte Wladislaw Ciesielski Pierre Finot 86 Fedo Glasirin 87 Iwan Glasirin Bothlano Golicz Louis Halotel Oksenty Hryszcuk Tatjana Merkulowa Heinrich Pastula Klaudia Pesowa Oleks Sali

Die Auswertung aus einer Übersicht der damaligen Krankenversicherung hat Regina Brischle vom Stadtarchiv Offenburg erstellt. Weitere Nachforschungen zu den Einzelschicksalen wurden nicht vorgenommen. Sie waren in einer Baracke des ehemaligen Südwestmark-Lagers der Hitlerjugend untergebracht, die Stahlbau Müller gemeinsam mit Meiko und der Maschinenfabrik Martin von der Stadt Offenburg gemietet hatte. Der Freiburger Historiker und Archivar Bernd Boll hat das in seinen Veröffentlichungen über die Zwangsarbeiter in Offenburg penibel dokumentiert. Im März 2000 ist Meiko der Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter beigetreten und hat dem Fonds 173.137 D-Mark überwiesen, ein Promille des Jahresumsatzes von 1999. Man habe sich mit der Stiftung solidarisieren wollen, ohne dass damals dem Unternehmen Informationen über eine tatsächliche Beschäftigung von Zwangsarbeitern vorgelegen hätten; man hatte aber auch keine Recherchen dazu angestellt.


Die ersten Jahre

Wie der MEI und der KO auseinandergingen So informierte Meier noch am 5. November 1937 den Offenburger NSDAP-Oberbürgermeister Wolfram Rombach, „daß er aus der Firma austrete und für sich ein Industrieunternehmen zu errichten beabsichtige“. Wenn die Stadt ihm kein günstiges Gelände zur Verfügung stellen könne, sei er entschlossen, den neuen Betrieb im Saarland einzurichten. Neben den bisherigen Produkten solle dort vor allem ein neuer Kühlapparat produziert werden. „Die Auseinandersetzung zwischen den Inhabern der Firma Meiko werde in allernächster Zeit erfolgen“, notierte sich der OB und auch, dass „der Teilhaber Konrad den bisherigen Betrieb weiterführen könne“. Doch dazu kam es nicht. Franz Konrad wurde am 17. September 1937 vorläufig festgenommen, einen Tag später der Haftbefehl erlassen. Das geht aus dem „Haftmerkzettel“ der Oberstaatsanwaltschaft Mannheim beim dortigen Sondergericht hervor.

Sondergerichte im Dritten Reich Diese Sondergerichte waren nach der Machtergreifung gegründet worden und sollten schnelle Urteile gegen kritische (oder manchmal auch nur unvorsichtige) Bürger fällen, die sich abfällig über Hitler oder die nationalsozialistische Bewegung äußerten. Rechtsgrundlage war das sogenannte Heimtücke-Gesetz vom Dezember

Gerade mal zehn Jahre dauerte die Zusammenarbeit zwischen Oskar Meier und Franz Konrad. Zum Stichtag des 1. Juli 1937, so hatten die beiden sich besprochen, sollte Konrad die Firma als Alleininhaber weiterführen und hatte sich verpflichtet, an Meier den hälftigen Wert des neutral ermittelten Firmenwertes auszuzahlen. Die Einzelheiten der Zahlung, Fristen und Verzinsung von etwaigen Restbeträgen, waren noch nicht fixiert, es bestand allerdings die grundsätzliche Einigung.

1934, eine NS-Strafvorschrift zur Bekämpfung oppositioneller Meinungsäußerungen. Viele der so Beschuldigten hatten ihre Aussagen in Gastwirtschaften und unter Alkoholeinfluss gemacht und waren dann von übereifrigen Parteigenossen denunziert worden. So wurde ein badischer Bauer wegen der Formulierung „Hitler kann noch nicht mal eine Kuh melken“ zu immerhin sechs Wochen Haft verurteilt. Das Sondergericht für Baden wurde in Mannheim

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eingerichtet, „der Stadt der Juden und Marxisten“, wie es in der Begründung dafür hieß. Offensichtlich rechnete man am Arbeiter- und Industriestandort mit den meisten Anzeigen wegen politischen Widerstandes. Die Urteile, und das erinnert an die Sondergerichte während der Inquisition und den Hexenverfolgungen des 16. Jahrhunderts, waren mit der Urteilsverkündung rechtskräftig. Rechtsmittel, wie etwa eine Berufung, waren also nicht zulässig. Wenn keiner der verhältnismäßig seltenen Freisprüche erfolgte, stand nur ein Gnadengesuch zur Verfügung. In einem solchen Fall war es ausgerechnet die Anklagebehörde, die die „Gnadenwürdigkeit“ des Verurteilten bewertete und eine Empfehlung an das Reichsjustizministerium aussprach.

Die folgende Darstellung basiert auf den Ermittlungs- und Verfahrensakten, die im Generallandesarchiv in Karlsruhe (GLA Findbuch 507, Nr. 7336) aufbewahrt werden, die auch den Schriftwechsel des von Konrad beauftragten Karlsruher Strafverteidigers Dr. Hans Ingenohl mit der Staatsanwaltschaft des Sondergerichts enthalten, sowie den Schriftwechsel des Offenburger Rechtsanwaltes J. Zimmermann mit Franz Konrad, den Konrads Tochter Leny Geckeler-Konrad zur Verfügung stellte. Am 8. und 9. September gab es in den Büros in der Haselwanderstraße lautstarke Auseinandersetzungen zwischen Franz Konrad und seinem neunzehnjährigen Lehrling Hans Müller, seit 1933 Mitglied der Hitlerjugend (HJ), der schon ein Jahr später zum Scharführer der HJ im Bann 170 bestimmt worden war. Müller war seitens

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der HJ zum Reichsparteitag der NSDAP nach Nürnberg abkommandiert worden und beantragte zwei Tage Urlaub. Da Müller seinen Jahresurlaub bereits komplett in Anspruch genommen hatte, lehnte Konrad dies mit der Begründung ab, die derzeitige gute Auftragslage gebe das nicht her und jeder Mann werde in der Produktion gebraucht. Dann gehe er eben trotzdem, erwiderte der Lehrling, selbst wenn er deswegen entlassen werde.

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u Beginn des Gesprächs kurz nach der Mittagspause ging es um die – aus heutiger Sicht belanglose – Frage, ob nach dem Essen mit „Mahlzeit“ gegrüßt werde oder mit „Heil Hitler“. Dann hat sich die Situation hochgeschaukelt. Nach den Aussagen von Müller und weiteren Zeugen habe Konrad wörtlich gesagt: „Ich bin kein Nationalsozialist und will auch nie einer werden. Im dritten Reich zu leben ist eine Kunst, ich verkaufe mein Geschäft und gehe ins Ausland.“ Außerdem habe sich Konrad negativ über die deutsche Jugend ausgelassen: „Wenn das die deutsche Jugend ist, dann gibt es in 10 Jahren in Deutschland nur noch Räuber und Mörder.“ Hans Müller zeigte seinen Lehrherrn bei der Polizei an (Aktenzeichen Js 434/37), die diese Anzeige

wegen Verstoß gegen § 1 des Heimtücke-Gesetzes zum Mannheimer Sondergericht weitergab, Konrad verhaftete und ins Untersuchungsgefängnis steckte.


Die ersten Jahre

Meiko damals: „Mehr Schmiede als Industriebetrieb“

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Versuche des von Konrad bestellten Rechtsanwaltes, ein schnelles Ende der Untersuchungshaft zu erreichen, scheiterten. Die Staatsanwaltschaft befürchtete, dass „der Beschuldigte sein Autoritätsverhältnis als Betriebsführer zur Zeugenbeeinflussung benützen würde“.

Geheime Staatspolizei Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war die politische Polizei des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. In den Nürnberger Prozessen wurde sie zu einer verbrecherischen Organisation erklärt. Nach 1936 entwickelte sie sich zu einer riesigen Organisationseinheit

Der NSDAP war aus Arbeitsmarktgründen nicht an einer Auflösung der Firma Meiko und der Entlassung der Belegschaft gelegen und sie mischte sich ein. Der Müller Karl Rombach aus Ettenheimmünster war Kreisleiter der NSDAP, aber nicht verwandt mit dem promovierten Juristen und Offenburger Oberbürgermeister Wolfram Rombach, der dieses Amt zuvor innegehabt hatte. Er und der Kreisobmann der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Albert Herrmann, tauchten am 28. September im Unternehmen auf, beriefen eine von Karl Rombach geleitete Sitzung des Vertrauensrates ein und sprachen hinterher mit Oskar Meier allein weiter.

zur Bespitzelung der Bevölkerung und zur Ausschaltung von Regimegegnern. Im späteren Reichssicherheitshauptamt (RSHA) war sie, außerhalb der Kriminalpolizei, in der Abteilung IV („Gegnerbekämpfung“) zusammen gefasst. Ihr gehörten zuletzt über 30.000 hauptamtliche Mitarbeiter an. Zum Vergleich: Im Ministerium für Staatssicherheit der DDR waren über 90.000 Mitarbeiter beschäftigt.

In der Zwischenzeit führte die Geheime Staatspolizei (Gestapo-Außendienststelle Offenburg) weitere Ermittlungen gegen Konrad durch, befragte Personen im privaten und betrieblichen Umfeld. So ist die Aussage eines Zollbeamten verzeichnet, der sich erinnerte, dass Konrad seinen Gruß „Heil Hitler“ mit „Grüß Gott“ beantwortet habe. Und eine Reihe von Zeugen aus der Firma berichteten von einer Reaktion Konrads, der im Mai 1937 im Zusammenhang mit dem Brand und Absturz des Zeppelins „Hindenburg“ kurz vor der Landung in Lakehurst südlich von New York gesagt habe: „Mit Hitler geht’s genauso schnell vorbei.“ Damals, so die Mitarbeiter, hätte man aus Angst vor Entlassung von einer Anzeige abgesehen.

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skar Meier hatte ursprünglich vorgesehen, seine Tätigkeit in Saarbrücken zum 1. Oktober 1937 aufzunehmen. Mit der Verhaftung Konrads änderte sich die Situation.

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Danach erklärten sie, dass erstens „der Betrieb der Firma Meiko unter keinen Umständen eingestellt“ werden dürfe. Und zweitens, dass Franz Konrad „als Betriebsinhaber und Betriebsführer unter keinen Umständen mehr tragbar“ sei. Dagegen sei bei der NSDAP, der DAF, den Vertrauensleuten und den allermeisten Mitarbeitern „volles Vertrauen zu dem Betriebsführer Meier“ vorhanden. Für den Fall einer weiteren Tätigkeit als Geschäftsführer oder auch nur einer Beteiligung Konrads werde es „keinerlei Partei- oder Staatsaufträge an die Firma Meiko“ geben.

Die Deutsche Arbeitsfront und die Vertrauensräte Die DAF ersetzte nach 1933 sowohl Gewerkschaften wie auch Arbeitgeberverbände. Sie finanzierte sich aus dem bisherigen Gewerkschaftsvermögen, Mitgliedsbeiträgen und aus Beteiligungen an Unternehmen. Dazu gehörten neben Wohnungsbau-Gesellschaften auch Banken und Versicherungen sowie Druckereien und ab 1938 dann das Volkswagen-Werk.Mit dem „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit“ vom Januar 1934 wurden Vertrauensräte in den Unternehmen eingeführt, die unter dem Vorsitz des Betriebsinhabers tagten und insbesondere bei Entlassungen und Arbeitszeitregelungen ein Mitspracherecht besaßen.


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Parallel zur Diskussion um die künftige Inhaberschaft von Meiko musste Konrad seine Verteidigung in der Strafsache organisieren. Mit Ingenohl hatte er eine gute Wahl getroffen. Auf dessen Rat hin relativierte Konrad in späteren Verhören bei der Gestapo seine Aussagen und suchte um Verständnis für seine Reaktion auf die „frechen“ Worte des Lehrlings. Er argumentierte mit den besonderen Belastungen, die sich aus der wirtschaftlich nicht befriedigenden Lage des Unternehmens ergeben hätten. Es liege ein „krankhafter Zustand eines nervösen Zusammenbruchs“ bei Konrad vor, schrieb der Anwalt zusammenfassend und legte ein Gutachten des Münchener Privatartzes Dr. Josef Mittendorfer vor, den Konrad im Juli des Jahres aufgesucht hatte. Dem Antrag auf zusätzliche Untersuchung durch einen Amtsarzt des Staatlichen Gesundheitsamtes in Offenburg wurde stattgegeben. 26 Reichsmark kostete dieses zweite Gutachten. Der Amtsarzt formulierte noch härter als sein Münchener Kollege: Konrad sei ein „explosibler Psychopath“. Das gab den Ausschlag. In einem Schreiben an den Reichsminister der Justiz befürwortete der Oberstaatsanwalt die Freilassung Konrads und das Justizministerium stimmte am 13. November zu. Am gleichen Tag wurde Konrad um 15.15 Uhr aus der Haft entlassen und am 2. Dezember das Verfahren eingestellt „im Vertrauen, dass er die Tat bereut“. Noch während Franz Konrad in Haft war, trafen sich seine Frau Magdalena und Oskar Meier bei Rechtsanwalt Zimmermann, um die Situation zu besprechen. „Es hat sich dabei die Übereinstimmung ergeben“, dass das Unternehmen von Franz Konrad weder als „Alleininhaber oder in sonstiger Beteiligungsform“ mit wirtschaftlichem Erfolg weitergeführt werden könne, schrieb Zimmermann an Konrad. Das war sicher eine realistische Einschätzung, denn mittlerweile hatte sich die Verhaftung Konrads zum Wettbewerb durchgesprochen, der versuchte, daraus Vorteile zu ziehen.

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Und auch Meiko-Vertreter, „besonders soweit sie Pg (Parteigenossen, also Mitglieder der NSDAP/ Red.) sind, tragen Bedenken, mit der Firma Meiko weiterzuarbeiten“. Zimmermann fasste das Gespräch wie folgt zusammen: Es bestehe Einigkeit, dass bei einem Verbleiben Konrads in der Firma „der wirtschaftliche Niedergang der Meiko unvermeidlich sei“. An Konrad schrieb er in die Untersuchungshaft: „Herr Meier und Ihre Frau Gemahlin sind darin übereinstimmender Ansicht.“

E

s zeugt vom grundsätzlich guten Verhältnis der beiden Gesellschafter und ihrer Familien, dass sie sich in dieser schwierigen Situation zunächst vom gleichen Anwalt beraten ließen; erst nach seiner Freilassung beauftragte Konrad zusätzlich die Karlsruher Kanzlei Ingenohl und Klumpp. Der Firmenwert und die entsprechend zu zahlende Ausgleichssumme sollte von einem Sachverständigen nach objektiven Kriterien ermittelt werden. Umgekehrt genauso übrigens, wie es zum 1. Juli 1937 für das ursprünglich angedachte Ausscheiden von Oskar Meier vorgesehen war.


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Das Abfindungsangebot Oskar Meiers an Konrad belief sich auf 65.000 Reichsmark. Im Zuge der gegenseitigen Übernahme-Verhandlungen stand zunächst eine Summe von 70.000 Reichsmark im Raum, die jedoch von Meier mit Hinweis auf die Verhaftung Konrads und daraus entstehende Auswirkungen bei Kunden um 5.000 Reichsmark reduziert wurde. Der halbe Betrag sollte sofort gezahlt werden, der Rest, zwischen 3 und 5 Prozent verzinst, innerhalb von fünf Jahren. Auf der Rückseite einer Meiko-Konstruktionszeichnung machte Franz Konrad einen Entwurf für die Beantwortung des Abfindungsangebotes, von dem nicht sicher ist, ob dieses Schreiben tatsächlich abgesandt wurde. Konrad hat es nicht unterschrieben. Jedenfalls zeigte er sich grundsätzlich mit der Kaufsumme einverstanden und formulierte lediglich abweichende Ansichten zur Fälligkeit und Verzinsung. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die von Meier an Konrad gezahlte Abfindung weitgehend dem tatsächlichen Firmenwert entsprach. Auch die Zinsen wurden in den folgenden Jahren jeweils korrekt und entsprechend dem Angebot gezahlt. Der Ton zwischen den beiden blieb moderat:

Am 18. 2 .1938, so Meier in einem Schreiben an die Stadt Offenburg, war das Auseinandergehen der beiden Gründer abgeschlossen, „nachdem nunmehr unser Mitinhaber Franz Konrad ausgeschieden ist“.

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nabhängig von der Auseinandersetzung der Eigentümer war die Auftragslage ab 1938 gerade aufgrund der öffentlichen Aufträge ausgesprochen gut und es wurden eine ganze Reihe anderer Unternehmen in Lohnarbeit beschäftigt: „Deschwanden und Gref in Offenburg, Leicht in Altenheim“. Zu den Kunden gehörten, wie Meier stolz an die Stadt Offenburg schrieb, der „Weltflughafen Tempelhof, die Reichskanzlei und das Rügenbad KdF“. Dabei handelte es sich um die Ferienanlage Prora auf Rügen, ein Freizeitkomplex, in dem zeitgleich über 20.000 Gäste empfangen werden sollten. KdF („Kraft durch Freude“) war das Freizeitwerk des Dritten Reiches und als NS-Organisation in die Deutsche Arbeitsfront integriert. Der Auftragsbestand war Mitte 1938 auf mehr als zwei Jahre aufgelaufen und weitere Mitarbeiter wurden eingestellt. Zusätzliche Räumlichkeiten wurden erforderlich. In einem Gespräch mit der Stadt verwies Meier auf noch einmal „35 Mann“, die demnächst eingestellt würden. Zahlreiche Notizen über Kontakte mit Oskar Meier – oft auch als „Herr Meyer“ oder „Herr Maier“ – finden sich im Stadtarchiv. Als die Meiko Grundstück und Haus des Schreinerbetriebes Wingert kaufte, zeigte sich der Offenburger Stadtrat generös. Eine Hypothek für Restkaufgeld und Baudarlehen wurde nicht fällig gestellt, sondern wirtschaftsfördernd auf zehn Jahre gestreckt und die Hypothekenzinsen um ein halbes Prozent reduziert, so die Niederschrift der Ratsherrensitzung vom 13. Juni 1938 unter Punkt Nr. 459. In einem Schreiben an die Stadt vom 16. März 1939 verwies Meier insbesondere auch auf den inzwischen aufgestauten Kundendruck: „Fortgesetzt werden wir von den Wehrmachtsstellen und den Oberkommandos, sowie vom Herrn Reichswirtschaftsminister angehalten, die längst rückständigen Lieferungen durchzuführen.“ Besonders der Ausbau der Lazarette lag den Auftraggebern am Herzen – ein knappes halbes Jahr vor dem Überfall auf Polen und damit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs.

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Krieg und Zerstörung Offenburg war im Zweiten Weltkrieg zunächst nur ganz selten ein Ziel für alliierte Bomber. In den Nächten zwischen dem 16. und dem 18. September 1941 wurden die ersten Bomben eher zufällig abgeworfen, verletzten eine Person und verursachten nur geringe Schäden. Geplant war an sich ein Angriff mit 55 Bombern auf Karlsruhe. Der Historiker Peter Nath, der deutsche und britische Archive akribisch ausgewertet hat, fand eine Notiz, dass die Abwürfe irgendwo „between Strasbourg and Karlsruhe unidentified location“ ausgelöst worden waren. Im weiteren Kriegsverlauf wurde Offenburg gezielt und intensiv angegriffen, ohne dass die gleichgeschaltete Presse korrekt darüber berichten durfte. Nach den amerikanischen Angriffen von Anfang September 1943,

bei denen es zahlreiche Volltreffer auf Gleise und das Bahnhofsgebiet gegeben hatte, berichtete das „Offenburger Tageblatt“ lediglich von „Einflügen in den südwestdeutschen Raum“. Erst Todesanzeigen mit dem Hinweis auf einen Luftangriff belegten, dass es auch Todesfälle gegeben hatte. Wieder ein gutes Jahr später, um die Mittagszeit des 27. November 1944, kam es zu den schwersten Angriffen gegen Offenburg im gesamten Verlauf des Krieges; sie fanden sogar im Wehrmachtsbericht Erwähnung. Zwischen 12 Uhr 16 und 12 Uhr 37 wurden von 325 Bombern (B17 und B24) mehrere tausend Spreng- und Brandbomben auf das Bahngebiet abgeworfen, allerdings mit einer Streuung von Dundenheim bis Oppenau. Die Zerstörungen im Bahnhofsgebiet waren erheblich, kein

Wunder, hatten die Behörden doch insgesamt 3185 Sprengbomben, mehr als 13.000 Stabbrandbomben und 480 Phosphorbrandbomben gezählt. Die umliegenden Felder sahen

„between Strasbourg and Karlsruhe unidentified location“ aus wie eine Mondlandschaft. Zufrieden waren die Luftbildauswerter der Engländer und Amerikaner: „Offenburg – good results“. 76 Menschen starben, von denen 40 Angehörige der Wehrmacht und 11 Kriegsgefangene aus dem Lager Holderstock waren, die übrigen Zivilisten.

D

ie Firma Meiko gab es nach diesem Angriff als Produktionsunternehmen

Im April 1945 hat Anton Kern dieses Foto gemacht. Es zeigt den Blick in die Haselwanderstraße und (oben links) die Englerstraße mit dem komplett zerstörten Meiko-Gelände. Ganz im Hintergrund das Verwaltungsgebäude der Firma Stahlbau Müller.

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Die ersten Jahre

nicht mehr. Weitere Industriebetriebe in der Nähe wurden ebenfalls schwer beschädigt oder weitestgehend zerstört: das gegenüberliegende Eisenwerk Müller ebenso wie die Maschinenfabrik Martin und die Glasplakatefabrik Dold. Das Foto (Seite 70) zeigt das Ausmaß der Zerstörungen, wie sie sich noch am 28. Februar 1945 darstellten. Dabei wurden mehrere Fotos zusammenmontiert, die aus einer Mosquito XVI der 540sten Squadron der Royal Air Force gemacht worden waren. Was noch stand, fiel dann dem Bombenangriff vom 15. Februar 1945 zum Opfer. Meier versuchte durch die Anmietung einer Halle in Zunsweier den Betrieb notdürftig weiterzuführen, was aber de facto nicht gelang. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände wurden kleinere Aufräumarbeiten durchgeführt

und Rohmaterial eingesammelt. Mehr konnte aufgrund der anwachsenden Bombengefahr hier nicht passieren. Hinzu kamen traurige private Nachrichten. Otto Meier, der von Oskar und Rosel Meier bereits zum Nachfolger vorgesehene einzige Sohn, war im Berlin der letzten Kriegstage umgekommen. Es klingt unwahrscheinlich, aber ausgerechnet der MeikoMitarbeiter August Marx stand in kurzer Entfernung von Otto Meier und war so der Letzte, der ihn lebend gesehen hat. „Da kam die Artillerie-Granate und es war nichts von ihm übrig geblieben. Es war, als hätte er sich in Luft aufgelöst“, so hat es Marx seinem Kollegen Rolf Aprill erzählt. Als Leny Konrad Otto, den Nachbarssohn – es war wohl 1944 – eines Tages

zum Offenburger Bahnhof begleitete, habe er zu ihr gesagt: „Mach es gut. Ich komme sowieso nicht wieder.“ Marx hat nach der Rückkehr aus dem Krieg wieder im Unternehmen gearbeitet, wurde Betriebsratsvorsitzender und hatte bis zum Tod von Oskar Meier eine privilegierte Stellung. Nachdem Oskar Meier die Nachricht vom Tod seines Sohnes erhalten hatte, soll er das Hitlerbild in seinem Büro von der Wand genommen und mit Verwünschungen darauf rumgetrampelt haben. Zeuge dieses Vorfalls war ein Mitarbeiter, der ehemals Mitglied in der Kommunistischen Partei gewesen ist. Meier hatte Glück, dass es niemand anderes war. Ein Prozess vor dem Sondergericht, der für Franz Konrad noch glimpflich ausgegangen war, hätte so kurz vor Kriegsschluss mit dem Todesurteil gegen ihn geendet.

Rosel, Otto und Oskar Meier

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und zur Verfügung gestellt hat. Einer der beiden Zeugen bei der Vernehmung Meiers am 1. Dezember 1945 vor dem Untersuchungsausschuss des Landratsamtes war sein Mitarbeiter Josef Sickinger, der aus seiner antifaschistischen Einstellung nie ein Hehl gemacht hatte. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) hatte das zum Anlass genommen, bei Meiko auf Sickingers Entlassung zu dringen. Als Meier sich weigerte, nötigte die DAF einen anderen Mitarbeiter, nämlich den kaufmännischen Angestellten Jacob Schaf, seinen Chef bei der „Reichsstelle für Metalle“ anzuzeigen. Die Reichsstelle koordinierte die Sammlung von Metallgegenständen im deutschen Reich und in den besetzten Gebieten; mehrere zehntausend Kirchenglocken aus Bronze, aber auch Metallvorräte aus Nicht-Rüstungsbetrieben wurden von ihr

Oskar Meier: Völlig unbelastet während des Dritten Reiches

eingezogen. Mehrere Tage lang wurde die Meiko von den Metall-Fahndern auf den Kopf gestellt, bis man schließlich in einem der Keller ein paar

Bei Oskar Meier fehlte jede ideologische

Kilogramm Buntmetall fand, die Meiko für die ei-

Nähe zum NS-Staat, auch wenn er, wie

gene Produktion brauchte. Grund genug immerhin

ein ehemaliger Mitarbeiter es formulierte,

für eine Anklage wegen Rüstungssabotage und

„manchmal schon sein Fähnchen nach

der wissentlichen Zurückhaltung von Metallen.

dem Wind hängte“. Weder die Tatsache, dass er während des Dritten Reiches Staats-

Meier wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

aufträge annahm, noch die Tatsache des

Die wollte die DAF auf alle Fälle durchsetzen,

Einsatzes von ausländischen Zivilarbeitern

um so ein Argument gegen Rüstungsaufträge

und Kriegsgefangenen machten ihn auch nur

an das Unternehmen zu haben. Meiers dama-

zum Mitläufer. Er ist auch nie Mitglied in

lige Weigerung, Sickinger zu entlassen, war im

einer der zahlreichen NS-Organisationen

Rahmen des Entnazifizierungs-Verfahrens ein

geworden. Anfang August 1946 wurde ihm der

zwar nicht erforderlicher, aber für ihn zusätzlich

Bescheid „politisch nicht belastet“ zugestellt.

erfreulicher Pluspunkt.

Das geht aus den Akten des Freiburger Staats-

Ein erwähnenswerter Punkt ergibt sich noch

archivs (Signatur D 180/2 Nr. 55128, Bestand

aus diesen Akten. Solange Meier und Konrad

Spruchkammer Südbaden, Staatskommissariat

gemeinsam im Betrieb arbeiteten, gestanden

für politische Säuberung) hervor, die der

sie sich nur geringe Gehälter zu. Dann, mit

Ortenauer Historiker Dr. Martin Ruch ausgewertet

dem Ausscheiden des Kaufmanns Konrad, erhöhte der Ingenieur Meier sein Gehalt von

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Wiederaufbau

1945 bis 1948 18.000 auf 65.000 Reichsmark.

Helmut Mußgnug, Jahrgang 1933, arbeitete in der Produktion der Küchenmaschinen, mit der Stempelkartennummer 32 einer der ganz frühen, heute noch lebenden Mitarbeiter. Er und Erich Reinbold, der als ausgebildeter Maler und Lackierer zu Meiko kam und dann 41 Jahre dort tätig war, erinnern sich, wie der Tod des Sohnes auch in den ersten Jahren nach dem Krieg Oskar Meier fast jegliche Motivation nahm, sich mit dem Elan der Gründerjahre für sein Unternehmen zu engagieren. „Er stand wie neben sich. Aber der Chef

„Der Chef hatte das Glück, dass mit dem Direktor Herbert Herp eine tatkräftige Führungspersönlichkeit den Wiederaufbau in die Hand nahm.“ hatte das Glück, dass mit dem Direktor Herbert Herp eine tatkräftige Führungspersönlichkeit den Wiederaufbau in die Hand nahm.“ Und noch wichtiger: Die Belegschaft zog mit, und mancher „alte“ Meikoianer kehrte auf verschlungenen Pfaden, oder ganz offiziell aus amerikanischer oder britischer Kriegsgefangenschaft entlassen, ins Unternehmen zurück.

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on Ende 1945 bis 1948 arbeitete die Belegschaft am ersten Großauftrag, der allerdings so überhaupt nichts mit dem zu tun hatte, was das Unternehmen vor dem Krieg für Gastronomie und Krankenhäuser produziert hatte. Es ging um das Ausschlachten von zerstörten Eisenbahnwagen, Güter- wie Personenwaggons. >> lesen Sie weiter Seite 76

Männerwirtschaft. Ein Belegschaftsfoto aus dem Jahr 1948. Peter Stäbler hat, vor allem mit Hilfe von Franz Litterst, der 1940 eine Lehre bei Meiko begonnen hat, und Willi Ritzenhoff fast alle Vor- und Familiennamen ermitteln können. Im Schneidersitz (von links): Vetter, Franz Litterst, Artur Link, Rudolf Schlindwein, Willi Lehmann. Auf Stühlen: Heinrich Kälble, Karl Latt, Huber, Humbert, Paul Schäfer, Stehend: Herr Wick, Paul Schmid, Kurt Geiger, Albert Bischler (oder Tischler), Baudendistel, unbekannt, Rudolf Wörter, Paul Beck, Seidel, Josef Fink, Karl Lang, Oskar Stäbler, Rudolf Fehrenbach, Brucherseifer, Seifermann, Lehmann, Schwendemann, Schmid.

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Erstes Meiko-Grundstück an der Ecke Englerstraße und Haselwanderstraße

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ie „Reichsbahn“ hatte mit Kriegsende aufgehört zu existieren, und die „Deutsche Bundesbahn“ gab es erst ab 1949. Im Zwischenzeitraum übernahmen die Besatzungsmächte in jeweils eigenen Organisationen den Betrieb der Eisenbahn. Auftraggeber von Meiko war die „Betriebsvereinigung der Südwestdeutschen Eisenbahnen“. In dieser Gesellschaft waren die Eisenbahndirektionen Mainz und Saarbrücken und das in der amerikanischen Zone gelegene Karlsruhe zusammengelegt worden.

Ausbesserungswerk, wurden die Arbeiten vorgenommen. Stahl, Eisen, Messing, Holz, Glas – alles wurde säuberlich auseinandergenommen.

Das Wichtigste war, dass es Arbeit gab, die sogar geeignet war, der prekären Rohstoffsituation entgegenzuwirken. Gegenüber den zerstörten Meiko-Hallen, im ehemaligen Reichsbahn-

Einige der Personenwaggons wurden vom Unternehmen übernommen und dienten als erste provisorische Büros, zum Beispiel auch für den Direktor Herbert Herp. Oder sie wurden

Hungerjahre 1945 bis 1947

zu Produktionswaggons umgestaltet, in denen Lautsprechergehäuse, Dosenverschlussgeräte und Feuerzeuge gebaut wurden. Sogar eine „Abteilung“ gab es, in der Jagdflinten repariert wurden, wichtiges Utensil, wenn man die karge Ernährung in den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg durch gewilderte Hasen oder Tauben aufbessern wollte.

Die Situation verschärfte sich durch den Hungerwinter von 1946/47, als es in ganz

In der französischen Zone bestanden die monat-

Mitteleuropa zwischen November und

lichen Lebensmittelrationen neben ausreichend

März kaum einmal Plusgrade gab. Der Ärmel-

Kartoffeln (15 Kilogramm) aus lediglich 300

kanal zwischen Frankreich und England war

Gramm Fett (Margarine, Öl), 125 Gramm Käse

fast vollständig, der Rhein auf einer Strecke

und 450 Gramm Fleisch. Teigwaren wurden

von 40 Kilometern zugefroren. Zigtausende

erst Anfang 1947, Mehl ab Jahresende aus-

Menschen allein in Deutschland verhungerten

gegeben, Zuckerzuteilungen erfolgten bis

oder erfroren.

Ende 1947 nur sporadisch 6-8-mal im Jahr, Milch stand nur für Kleinkinder zur Verfügung.

In seiner Silvesterpredigt erteilt der Kölner Erzbischof Joseph Frings eine Generalabsolution

Damit wurde der Kalorienbedarf von körperlich

für den Diebstahl von Kohle, Holz oder den

arbeitenden Erwachsenen in etwa zu einem

Mundraub von Lebensmitteln: „Wir leben in

Drittel gedeckt. Es wurde gehungert, in der

Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das

französischen Zone deutlich mehr als bei Briten

wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines

und Amerikanern.

Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise durch seine Arbeit oder durch Bitten nicht erlangen kann.“ Das „Mitgehenlassen“ von Kohlen oder Kartoffeln hieß von nun an „fringsen“.

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Wiederaufbau

Alfred Debolster, der die Sabemaf 1925, also zwei Jahre vor Meiko, gründete. Sein Schwiegersohn Gaston Luyckx, der das Unternehmen in zweiter Generation führte, die dritte Generation mit dessen Sohn Roger Luyckx und der jetzige Geschäftsführer – Vincent Luyckx – Sohn von Roger.

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ohstoffmangel war das entscheidende Hindernis für einen noch schnelleren Aufbau des Unternehmens. Wie im privaten Bereich hatte sich auch firmenseitig ein Schwarzund Tauschmarkt entwickelt. So reiste Oskar Meier zur Firma Sabemaf im belgischen Wawre, einem kleinen Städtchen, das auf der Höhe von Waterloo und südöstlich von Brüssel liegt. Mit Sabemaf hatte Meiko schon vor dem Krieg und bis heute beste Geschäftsbeziehungen. Seit fast 80 Jahren ist Sabemaf in Belgien exklusiver Partner für die Meiko-Produkte und deren Service. 1925, zwei Jahre vor Meiko, wurde das Unternehmen von Alfred Debolster gegründet, bevor dessen Schwiegersohn Gaston Luyckx dann 1952 die Geschäftsführung übernahm. Heute verantwortet Vincent Luyckx als Administrateur Délégué die Geschäfte. Als Oskar Meier und Alfred Debolster sich kurz nach dem Krieg trafen, waren die Rollen ungleich verteilt. Belgien gehörte zu den Siegermächten, kannte keine Rohstoffsorgen und insbesondere das Geschäft mit den

automatischen Kaffeemaschinen lief bereits wieder blendend. Der Großzügigkeit Debolsters, der die eine oder andere Lieferung umlenkte, hat Meiko viel zu verdanken.

Tätigkeiten gehörten die Aufräumarbeiten auf dem zerstörten Betriebsgelände. „Dort habe ich in meiner Lehre ein gutes halbes Jahr lang Backsteine geputzt“, wie Helmut Mußgnug erzählt.

Der Großzügigkeit Debolsters, der die eine oder andere Lieferung „umlenkte“, hat Meiko viel zu verdanken. Die Geschäftsverbindung besteht stabil bis heute, und die beiden Firmen vereinen auch gemeinsame Wertvorstellungen, was den Umgang mit Kunden, Mitarbeitern und Ressourcen anbelangt. Während Meier in Belgien Rohstoffe besorgen konnte, gelang dies Herp in der Pfalz, wo er Eisenblech gegen Zement tauschte. Wichtig, weil nur so die Bauvorhaben vorangetrieben werden konnten und man endlich aus den Eisenbahnwaggons herauskam. Selbst die Maurerarbeiten wurden in erster Linie von Meiko-Mitarbeitern geleistet. Alle mussten ran, auch die Lehrlinge. Zu deren regelmäßigen

„Und am Tag vor der Prüfung musste ich bis zwei Uhr nachts in der Firma arbeiten.“ Die Ergebnisse bei den Gesellenprüfungen sahen entsprechend aus; immerhin die meisten – wie auch Mußgnug nach seiner Nachtschicht – haben bestanden, oft allerdings mit sehr schlechter praktischer Bewertung, aber dafür ordentlichen Theorienoten. Die bei den frühen Nachkriegslehrlingen beliebtesten Arbeiten fanden aber nicht auf der Baustelle oder im Werk statt, sondern „bei den Chefs“: Rasen mähen, Fensterläden anstreichen, Holzhacken. Und mittags sagte Oskar Meier: „So jetzt geht ihr mit mir und meiner Frau in den Gasthof.“

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Und wenn es abends länger wurde, gab es noch einen Vesperteller im Garten. Heute hat Meiko einen über dem Branchenschnitt liegenden Anteil an Auszubildenden, die zu einem sehr hohen Anteil übernommen werden.

Lange noch mussten die fertiggestellten schweren Maschinen von Hand auf Pferdefuhrwerke aufgeladen werden. Dabei im Winter in der Packerei zu arbeiten, gehörte nicht gerade zu den begehrten Tätigkeiten. Zwar kam morgens um 5 Uhr ein Mitarbeiter, der einen Kanonenofen anheizte.

Die Konrad-Kinder und der MeierSohn wurden „aus der ganzen Firmensache herausgehalten“. Der Lehrlingslohn betrug damals 33 D-Mark, von denen das meiste zuhause abgeliefert werden musste. Immerhin 3 Mark durfte Helmut Mußgnug für sich behalten, was meistens ausreichte, nur in der Fasnachtszeit nicht. 1 Mark Eintritt zu einer Tanzveranstaltung und dann noch 50 Pfennige für ein Bier, und wenn dann die Freundin noch eingeladen werden musste, wurde es eng. Viele Meikoianer profitierten nach dem Krieg von der Möglichkeit, Baumaterialien bei Meiko selbst oder sogar gegen Rabatte bis zu 20 Prozent bei den Lieferanten des Unternehmens einzukaufen. Dazu gab es die berühmten grünen MES, die Material-Entnahme-Scheine, die von den allermeisten Mitarbeitern auch ehrlich ausgefüllt wurden. Aber noch heute stehen in der Ortenau einige Häuser, die die Firma zu Teilen mitfinanziert hat, ohne das zu wissen.

Das nützte immerhin so viel, dass die Temperaturen bis Mittag auf 5 oder 6 Grad stiegen. Manchmal musste allerdings auch bei Minusgraden gearbeitet werden. Nachdem dann ein Großauftrag an Spülautomaten an die BASF ausgeliefert worden war, wurden Hubwagen und ein größerer Ofen angeschaff t. Arbeitsschutz war damals noch ein ziemliches Fremdwort: Die Schweißnähte der Spülmaschinentanks wurden ohne Augenschutz

oder Handschuhe mittels Salzsäure entgratet und dann mit Lötzinn wieder zugegossen. Ab 1948 begannen sich die Dinge zu normalisieren. Es gab sogar wieder die erste Weihnachtsfeier. Man fuhr – ein kleiner Bus genügte für alle Mitarbeiter – in die „Krone“ in Friesenheim, dem ersten Nachkriegskunden aus der Ortenau, der eine Spülmaschine bestellt hatte. Seit 1848 und bis 2010 waren Hotel und Restaurant im Eigentum der Familie Hissin. Leny Geckeler-Konrad bewertete das Verhältnis zwischen den Familien Konrad und Meier rückschauend: „Wir KonradKinder und auch Otto, der Sohn von Meiers, wurden immer aus der ganzen Firmensache herausgehalten. So wurde unsere Kinderfreundschaft nicht belastet. Gerade mein Bruder Josef und Meiers Sohn Otto waren als ‚Sepp und Ott‘ ein unzertrennliches Paar. Auch zu Rosel Meier hatte ich bis zu ihrem Tod das beste Verhältnis.“

Stabile Kinderfreundschaft: Otto Meier und Josef Konrad

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Franz Konrad nach dem Ausscheiden bei Meiko Aus Offenburg ins polnische Kalisch und kurz vor Kriegsende nach Bayern. Den weiteren Lebensweg von Franz Konrad, der am 3. August 1885 in Bubesheim im Kreis Günzburg auf die Welt gekommen, verlässlich aufzuzeigen, wäre ohne die vertrauensvolle Hilfe seiner Tochter Leny Geckeler-Konrad und seines Enkels Steffen Geckeler nicht möglich gewesen. Ihnen ist auch zu verdanken, dass in einer Meiko-Veröffentlichung jetzt erstmals ein Bild des

Firmenmitbegründers Franz Konrad erscheint. Leni, wie Magdalena in der Familie genannt wurde, wurde später zur Leny, nachdem ein Drucker ihr Briefpapier mit diesem „y“ ausgeliefert hatte, weil ihm diese Schreibweise besser gefiel. Wie nun war die Familie aus Offenburg nach Polen gekommen? Ende 1939 meldeten die gleichgeschalteten Tageszeitungen, dass in Berlin eine Haupt-TreuhandstelleOst (H.T.O.) eingerichtet worden sei, bei der sich Handwerker und Kaufleute um die Übernahme von Unternehmen in den besetzten Gebieten bewerben könnten. Dabei handelte es sich in aller Regel um Firmen, deren Eigentümer, oft polnische Juden, enteignet worden waren. Nachdem Franz Konrad sich auf Vermittlung der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe bei der Berliner Zentrale beworben hatte, wurde ihm durch die Treuhandstelle Posen die zunächst

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kommissarische Verwaltung der Firma Janaszewski überlassen, einer Eisen- und Eisenwarenhandlung in Kalisch. Ein Jahr später hat Konrad das Unternehmen von der Treuhand gekauft. Kalisch (Kalisz) liegt südwestlich von Warschau im Dreieck zwischen Breslau (Wroclaw), Posen und Lódź. Erst zwei Jahre später zog seine Frau Magdalena, eine geborene Benz aus Waltersweier bei Offenburg, nach. Die Tochter Magdalena – Leny – zog erst nach Polen, als sie in Offenburg ihren Schulabschluss gemacht hatte. Unter der Adresse „Am Markt 7“ bewohnte die Familie das erste Stockwerk eines Dreifamilienhauses, in dessen Erdgeschoss sich die Eisenwarenhandlung befand. Hier war die junge Frau, die inzwischen eine Lehre zur Eisenwarenhändlerin gemacht hatte, in den Geschäftsbetrieb eingebunden, obwohl sie die polnische Sprache nur wenig beherrschte.

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as Gebiet um Kalisch war wenige Tage nach Kriegsbeginn von deutschen Truppen besetzt worden und als Warthegau dem Dritten Reich angegliedert worden. Drei Jahre nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion startete die Rote Armee ihre bis dahin größte Offensive. Von Juni bis August stießen sowjetische Truppen bis ans Ostufer der Weichsel vor und hatten mehr als 500 Kilometer russischen Boden zurückgewonnen. Diese verlustreichen Rückzugskämpfe der Heeresgruppe Mitte werden von Militärhistorikern als schwerwiegendere Niederlagen eingeschätzt als Stalingrad oder die Schlacht um Moskau. Konrad sah weiteres sowjetisches Vordringen voraus und bereitete sich und seine Familie im Winter 1944/45 auf die Rückkehr vor.


Wiederaufbau

Im Januar machte man sich mit Pferd und Wagen auf den Weg. Die Tochter Leni und die Eltern wurden auf der Flucht voneinander getrennt. Trotz aller Wirrnisse traf sich die Familie wohlbehalten Anfang Februar im kleinen Örtchen Honsolgen im Kreis Kaufbeuren. Mit den schon erwachsenen Kindern Margarete, Josef und Leni – alle in einer „Evakuiertenliste/Flüchtlingsliste“ verzeichnet – kam die Familie bei Franz Konrads Bruder Georg im Haus Nr. 38 unter. Georg Konrad war der Ortspfarrer und hoch angesehen in der Gemeinde. Wie sein Bruder Franz stand er den Nationalsozialisten kritisch gegenüber, so sehr, dass er noch vor Kriegsbeginn von der Gestapo verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht wurde. Die Mitglieder der Pfarrei Mariä Himmelfahrt und „auch Nazis aus dem Ort“ hätten sich aber so sehr für ihn eingesetzt, dass Georg Konrad wieder freigelassen worden wäre. Das erzählt der damalige Ministrant Karl Lang, Jahrgang 1931, der sich auch noch gut an Franz Konrad erinnerte. „Der hatte ja nichts zu tun, als er hierherkam und deshalb hat er uns Schüler immer gemahnt, am Sonntag ins Hochamt zu gehen und auch kräftig mitzusingen.“

Ein gutes Jahr später ist Konrads Frau in Honsolgen gestorben, und die Kinder – Josef schon wenige Tage nach der Beerdigung – zogen nach Stuttgart beziehungsweise Waldshut weiter. Der Firmenmitbegründer Franz Konrad starb am 29. April 1976 in Schömberg im Kreis Calw. Drei Firmen hatte er alleine oder, wie im Fall Meiko, mit einem Kompagnon aufgebaut. Aus den unterschiedlichsten Gründen blieb ihm persönlich der große wirtschaftliche Erfolg versagt. Nach dem Krieg wurde Franz Konrad in einem Wiedergutmachungsprozess eine Rente zugesprochen. Rechtsgrundlage dafür war ein in allen Besatzungszonen einheitliches „Gesetz zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“. Der Sohn Josef, 1924 geboren, ist noch heute Gesellschafter des von ihm mitbegründeten Unternehmens WEKO (WEitmann und KOnrad diesmal) in Leinfelden-Echterdingen.

Die Firma mit rund 140 Mitarbeitern entwickelt Systeme, mit denen Puder und Flüssigkeiten, etwa in der Druckindustrie auf Papier und andere Stoffe, aufgetragen werden. Heute sind Carlheinz Weitmann und Marcel Konrad die Geschäftsführer des Unternehmens.

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Im Fokus: Das Wohl von Mensch und Unternehmen Schon in den 1960er Jahren hatten Oskar Meier – er starb 1965 – und seine Frau Rosel darüber nachgedacht, wie die Eigentumsverhältnisse am Unternehmen nach ihrem Tode geregelt werden sollten. Bei diesen Überlegungen spielte eine wesentliche Rolle, dass Otto, das einzige Kind der Meiers, nicht mehr aus dem Krieg zurückgekommen war.

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ls Rosel Meier, die Frau des Firmenmitgründers und zuletzt Alleineigentümerin, am 7. Juni 1979 gestorben war, hatte sie in ihrem Testament, das sie bereits zwei Jahre zuvor verfasst hatte, eine weitreichende Entscheidung getroffen: Das Unternehmen Meiko sollte von

menhang mit der Frage zu sehen, ob eine noch nicht gegründete Stiftung als Erbe eingesetzt werden könne. Die Rechtsprechung sah dies, aus der Sicht der Meiko-Mitarbeiter glücklicherweise, als zulässig an.

Gewinne: Mindestens 85 Prozent müssen reinvestiert werden

Rosel Meier hatte mit diesem Schritt, wie es in der Präambel der Stiftungssatzung formuliert wurde, das „Kapital der Meiko-Werke entpersonalisiert und neutralisiert“. Der Wille der Stifterin ging dahin, dass die Meiko-Werke als wirtschaftliche und soziale Einrichtung den darin beschäftigten Mitarbeitern „erhalten bleiben müssen“, dass also beispielsweise „die Firma nicht ganz oder teilweise verkauft werden kann“.

Meiko darf weder ganz noch teilweise verkauft werden einer nur dem Mitarbeiter- und Firmenwohl verpflichteten Stiftung weitergeführt werden. Juristisch war das insbesondere im Zusam-

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2.000 Mitarbeiter profitieren auch künftig davon. Kein Erbenstreit um Geld, um Anteile oder Mitspra-

Knapp 400 Mitarbeiter waren 1979 von dieser Entscheidung betroffen und das Unternehmen, und seine inzwischen mehr als

cherechte, keine Entnahmen der Eigentümer, sondern die Möglichkeit zu soliden Investitionen im Sinne des Unternehmenswachstums. Doch auch diese vorausschauende Entscheidung kostete Geld: Mehr als 23 Millionen D-Mark an Erbschaftssteuer fielen an.

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iese Zahlen kamen aber nicht überraschend. Herbert Herp, der langjährige Direktor und mit Inkrafttreten der Stiftung dann Geschäftsführer des Unternehmens, hatte schon seit Mitte der siebziger Jahre ausgesprochen kostenbewusst gewirtschaftet. Noch heute wird im Unternehmen die Geschichte erzählt, wie sein Nachfolger in der Geschäftsführung, Dr. Ulf Starke,, begleitet von einem „Bodyguard“, zum Finanz-


Meiko-Stiftung

amt nach Freiburg gefahren sei und die Steuerschuld mit einem Barscheck bezahlt habe. Zu Testamentsvollstreckern wurden der Rechtsanwalt Dr. Ernst Sachs und der ehemalige Notariatsdirektor Otto Busam bestellt. Die Stiftungssatzung wurde wesentlich von der Kanzlei Sachs erarbeitet und kurz vor Weihnachten 1983 verabschiedet. Nach Ablauf der Testamentsvollstreckung 2004 übernahm der Stiftungsvorstand die ihm zugeschriebene Rolle als „handelnder Eigentümer“.

Rosel Meier

Dem ersten voll verantwortlichen Stiftungsvorstand gehörten ab 2004 neben Dr. Ulf Starke noch der Rechtsanwalt Dr. Gerd Sachs, Sohn und Nachfolger des ursprünglichen Testamentsvollstreckers, und Richard Bruder, damaliger Vorstandsvorsitzender der Volksbank Offenburg, an.

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ie Stiftung wird von einem Vorstand geführt. Vorstandsvorsitzender ist derzeit der ehemalige Meiko-Geschäftsführer Burkhard Randel.

Weitere Mitglieder sind Markus Kaufmann, geschäftsführender Gesellschafter des Druckhauses Kaufmann in Lahr, und der Rechtsanwalt Dr. Michael Borchard, von der Kanzlei Stangier, Regel, Borchard aus Baden-Baden. Das Gremium ist in seiner Kontrollfunktion einem Aufsichtsrat vergleichbar. Das Regierungspräsidium Freiburg achtet im Rahmen seiner Rechtsaufsicht darauf, dass die Tätigkeit der Stiftungsorgane den Gesetzen und der Stiftungssatzung entspricht.

Oskar Meier

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Krebs-Prävention für Feuerwehr Eigentlich ist das „Missing Link“ ein Begriff aus der Evolutionsbiologie. Übersetzt wird er am besten mit „fehlendes Bindeglied“. Er beschreibt das Glück eines Forschers, wenn er mit einem Fund eine Lücke in einem Fossilbericht schließen kann. Dass fehlende Bindeglieder nicht unbedingt steinalt sein müssen, sondern sich manchmal auch als eine Innovation zeigen, die einen ganzen Berufsstand in Euphorie versetzt, das erzählt die Geschichte des TopClean M von Meiko. „Ihr könnt doch reinigen, könnt ihr nicht Feuerwehrmasken reinigen?“ Ein Feuerwehrmann trat mit dieser Frage an einen Meiko-Mann heran – und schon begann es zu beben in der KD-Abteilung des Unternehmens. „Wir haben schon immer die Augen offen gehalten, wenn es um neue Einsatzmöglichkeiten für unsere Reinigungs- und Desinfektionsgeräte ging“, berichtet Produktmanager Mario Simundic. Der Mann, bei dem quer durch die Republik die unterschiedlichsten Behörden ihr Wissen zum Thema Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten vervollständigen, transferierte mit seinen Kollegen sämtliches Wissen um die Hygiene in Krankenhäusern und Pflege-

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heimen, in die Atemschutzwerkstätten der Feuerwehr – denn dort wurden und werden häufig noch Atemschutzmasken, Lungenautomaten und Tragegestelle gereinigt, als gäbe es kein Heute und schon gar kein Morgen: Von Hand. Mit Bürste. Mit gesundheitsgefährdender Chemie. Zu langsam. Zu gefährlich. Und manchmal nur unzureichend. Meiko entwickelte mit dem TopClean M ein Gerät, dessen Möglichkeiten sich unter Deutschlands Wehren herumsprachen wie ein Lauffeuer: Endlich können Masken maschinell aufbereitet werden! Mit einem validierten Verfahren, das die zuvor festgelegten Anforderungen reproduzierbar erfüllt. „Von Feuerwehrleuten – für Feuerwehrleute“ war nicht nur ein hohler Werbespruch, sondern kühle Tatsachenbeschreibung. Die Atemschutzgerätewarte der Feuerwehren in Lahr und Kehl gaben ihr Wissen, regten an, testeten und animierten dazu, neue Sphären in der Aufbereitung persönlicher Schutzausrüstung zu erreichen. Dazu zählt ohne Zweifel die Möglichkeit, Lungenautomaten unter Druck im Reinigungs- und Desinfektions-gerät aufzubereiten – ein TopClean M Patent! Deutschlands Atemschutz-Papst Wolfgang Gabler konnte begeis-

tert und gewonnen werden und ist heute Unterstützer der Meiko Academy, an der er in einem Sachkundekurs regelmäßig lehrt, wie Atemschutzgerätewarte fachgerecht desinfizieren – und Kameraden im Einsatz das sichere Gefühl geben, über perfekt aufbereitete Schutzausrüstung zu verfügen. Die sichere Reinigung von AtemschutzEquipment in einem geschlossenen, maschinellen System ist dabei Teil eines erweiterten Lehrgangs. Dessen Start im Jubiläumsjahr der Meiko war fulminant: Im Handumdrehen ausgebucht – die Teilnehmer absolut begeistert und voll des Lobes. „Wir haben mit der Markteinführung des TopClean M und mit sehr viel Fleiß, Fachkompetenz und der Bereitschaft, wirklich tief in die Details zu gehen, auch bewiesen, dass wir selbst in einem völlig neuen Marktumfeld in der Lage sind, eine Visitenkarte abzugeben“, sieht Thomas Loos die Erfolgs-Story des TopClean M aus der Sicht des Produktmanagement-Chefs. Heute sprechen sich die Top-Hersteller von Atemschutztechnik für den TopClean M aus: Die Zusammenarbeit mit Firmen wie Dräger, MSA oder Interspiro ist eng, sie ist zielorientiert und respektvoll.


Feuerwehrtechnik

Aurubis setzt auf Meiko Rund 8.500 Voll- und Halbmasken sowie Lufthelme hatte die Hamburger Aurubis AG im Einsatz – bis Meiko am Stammsitz Hamburg die Atemschutzwerkstatt für das Unternehmen neu plante und mit vier TopClean M ausstattete. Ergebnis: Weniger Lufthelme sowie weniger Masken in Umlauf – und damit 1 Million Euro weniger Kapitalbindung. Aurubis ist der führende integrierte Kupferkonzern und größter Kupferrecycler weltweit. Aus Kupferkonzentrat und Recyclingmaterialien wird Kupfer gewonnen und zu industriellen Vorprodukten verarbeitet. Wo Anodenschlämme, Scheidgüter, Edelmetall- und Münzschrotte sowie edelmetallhaltige

„Es war gar nicht so einfach, uns diesen Respekt zu verdienen“, blickt Mario Simundic zurück. Und es ist auch an dieser Stelle die von Oskar Meier so oft geforderte Bescheidenheit, die einen seiner Mitarbeiter noch 2017 auszeichnet, auch wenn der Firmengründer schon 1965

Gekrätze und Schlacken verarbeitet werden, kann die Luft in den Hallen schon mal dick sein. Damit dies die Gesundheit der rund 2000 Mitarbeiter nicht beeinträchtigt, sind die Sicherheitsvorschriften hoch – und die Zahl der Arbeitsunfälle mit einer Gesamtzahl unter den weltweit 6.500 Mitarbeitern extrem niedrig. Rund zwanzig Planungstage hat das Meiko, Team Hamburg für das Aurubis-Projekt aufgewendet. Doch es hat sich gelohnt: Zum ersten Mal werden jetzt in großem Umfang Industriemasken aufbereitet.

verstorben ist, wenn Mario Simundic sagt: „Der Markt selbst war wie ein Katalysator, uns das Ansehen zu verschaffen, das wir heute bei den Feuerwehren genießen“, und er ergänzt: „Feuerwehren wollen Verlässlichkeit, weil diese Menschen regelmäßig ihre Gesundheit,

ihr Leben riskieren. Sie wollen kein One-Hit-Wonder, sie wollen das Bindeglied zwischen dem Mut, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, und der Sicherheit, die sie von ihrer Ausrüstung verlangen können“.

Stützpunktfeuerwehr Laufental Als Urs Felix, Kommandant der Feuerwehr Laufen im Kanton Basel-Landschaft, zum ersten Mal das neue Reinigungsgerät TopClean M benutzte, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Denn die bereits gesäuberten Masken waren alles andere als sauber: „Wir waren geschockt, was unsere eigentlich sauberen Masken noch an Schmutz zurückließen.“

Der Schreck hat sich mittlerweile gelegt – und ist großer Zufriedenheit gewichen. Mit Niklaus Gähler von Meiko Suisse hatten die Laufener einen flexiblen Ansprechpartner, der in der Konstruktionsabteilung der Firmenzentrale auch eine Lösung für die Einbeziehung der Lungenautomaten in Auftrag gab. Schnell wurden zusätzliche Teile gefräst, und beim Aufbereiten der Masken müssen die Lungenautomaten somit nicht außen vor bleiben.

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Hier wird eine Headline platziert

Die „Gläserne Frau“ für das Hygiene-Museum in Dresden stiftete ein Textilfabrikant aus Michigan 86


Medizintechnik

Krankenhaus-Hygiene: Vom Ziel „Null-Infektion“ noch weit entfernt Wenn in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen – ganz egal wo auf der Welt – überlegt wird, wie man in sichere und nachhaltige Hygienetechnik investiert, haben es die Verantwortlichen ganz einfach. Sie fordern beim Meiko-Kundenservice eine Liste mit ReferenzInstallationen an. Von A bis Z, in dem Fall von Angola bis Zypern, reichen die Kunden. Wer aus Chile, Ecuador oder Gabun kommt, hat es genauso leicht, wie die Kollegen aus Kasachstan, Neuseeland, Sri Lanka oder Vietnam. Zusätzlich wertet man die Studien der Mikrobiologin Dr. Elizabeth Bryce aus und sieht sich anschließend die ‚Topline‘-Anlagen direkt vor Ort in der nächstgelegenen Klinik an. Viele dieser Häuser haben sich dazu entschieden, gleich eine Komplettlösung für Hygiene- und Spültechnik zu installieren. Allerdings ist das Hygiene-Bewusstsein weltweit nicht gleich ausgeprägt. Großer Nachholbedarf, was im Zusammenhang mit einem unterfinanzierten Gesundheitssystem kaum verwundert, besteht in den Vereinigten Staaten. Der amerikanische Mediziner Robert M. Wachter schreibt dann auch in seinem Buch „Fokus Patientensicherheit“: „Die Sicherheit wird sich erst dann verbessern, wenn es ein System gibt, das Irrtümer und Fehler antizipiert und diese entweder verhindert oder entdeckt, bevor sie Schäden verursachen“. Eine eindeutige Aufforderung an die Ingenieure also. Alexander Steffen, Leiter Projektentwicklung bei Bayoomed in Darmstadt, verweist auf die Wertschöpfungskette im Klinikalltag: „Noch kannsich niemand vorstellen, dass man bereits bei

der Beschaffung Weichen stellen kann für weniger Kosten, geringere Rückläufer und weniger Hotline-Gebühren. Aber das wird sich ändern.“ Die Rolle des Designs von Medizinprodukten in diesem System beschreibt die kanadische Hygienikerin und Mikrobiologin Dr. Elizabeth Bryce. Ein Ausbruch Vancomycin-resistenter Enterokokken an einer Klinik war auf die Fehlfunktion eines Steckbeckenspülers zurückzuführen. Die Geräte luden regelrecht zu einer fehlerhaften Bedienung ein. In bis zu 33 Prozent der untersuchten Fälle kam es zu fehlerhaften Anwendungen. Oft wurden Maschinen falsch beladen oder gestartet, obwohl keine ausreichende Reinigungschemie mehr vorhanden war. In einer zweiten Studie hat Bryce nur die Desinfektionsautomaten von Meiko untersucht, die bereits im ersten Test mit Fehlerquoten von 0,8 bis 8,5 Prozent bestens abgeschnitten hatten. Entscheidendes Merkmal für Bryce: „Die korrekte Beladung ist einfach, und ohne Spülchemie lässt sich die Maschine gar nicht erst in Gang setzen. Ferner ist das Bediendisplay vorab so programmiert, dass kein falsches Programm gewählt werden kann.

Das Hygiene-Bewusstsein ist weltweit nicht gerade gleich ausgeprägt Die Einfachheit der Bedienung überzeugte vollkommen.“ Die Studienergebnisse sind nachzulesen im American Journal of Infection Control. Für Marcus Danner, der den DeutschlandVertriebfür Reinigungs-und Desinfektionstechnologie leitet, ist das eine wenn auch nicht unerwartete Bestätigung:

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„Den Faktor Mensch in die Entsorgung von Patientenausscheidungen zielführend zu integrieren, ist sicherlich eine der ganz großen Herausforderungen. Patientengeschirre hygienisch aufzubereiten gehört zu den Leistungen, die wir seit

Streptococcus pneumoniae 90 Jahren beherrschen.“ Belastbare Zahlen über die Anzahl der Menschen, die pro Jahr wegen mangelnder Krankenhaushygiene sterben, schwanken erheblich. In der Tagespresse findet sich meist eine Zahl von 15.000 Toten, verbunden oft mit dem Hinweis, dass die Zahl rund viermal höher sei als die der Verkehrstoten. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene geht bundesweit von 900.000 nosokomialen Infektionen aus und entsprechend 30.000 Menschen, die daran sterben. Es ist einfach eine politische Ziffer, bei der Einigkeit immerhin insoweit besteht, als dass die Zahl der Krankenhausinfektionen zu hoch ist. Marcus Danner ist sich sicher: „Der Umgang mit menschlichen Ausscheidungen ist ein Prozess, dem in den meisten Kliniken und Pflegeheimen vielzu wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Dabei gehören Steckbecken oder Urinale zu den am meisten verwendeten Hilfsmitteln in Kliniken.“ Und leider auch zu den Gegenständen, die die höchste Zahl pathogener Keime aufweisen, wie zum Beispiel MRSA, und vielen anderen Erregern, die als Krankenhauskeime bezeichnet werden.

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Der methicillinresistente Staphylococcus Aureus (MRSA) ist beispielhaft für all jene Erreger, die unempfindlich gegen ansonsten hochwirksame Antibiotika sind. Oft verursachen sie Wundinfektionen oder solche des Nasen-Rachen-Raumes, aber auch schwere Allgemeininfektionen von der Hirnhaut- über die Lungenentzündung bis zu Entzündungen der Herzklappen. Und dennoch: Auch wenn Patientengeschirre die Infektionen maßgeblich beeinflussen, ist das Thema in Kliniken „low interest“. Gertie van KnippenbergGordebeke, Gründerin des Beratungsunternehmens KNIP Consultancy sowie ehemaliges Redaktionsmitglied des „American Journal of Infection Control“, beschrieb das Handling von Steckbecken und Urinalen zusammenfassend so: Risiken werden aus Unkenntnis in Kauf genommen. In den USA und natürlich in vielen anderen Ländern werden immer noch viele Patientengeschirre manuell entleert. Da Einweg-Geschirre weit verbreitet sind, übersieht man den Zusammenhang zwischenKrankenhausinfektionen und Patientengeschirren und unterschätzt das Risiko beim Entleeren.


Medizintechnik

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Karl August Lin

gner

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Chemie am Fuß ist kein Thema Die Stadtklinik Baden-Baden bereitet ihre OP-Schuhe in einem Reinigungs- und Desinfektionsgerät von Meiko auf. OP-Schuhe müssen flüssigkeitsdicht, rutschhemmend, desinfizierbar und antistatisch sein. Udo Hollerbach, der Leiter des HygieneFachzentrums am Klinikum Mittelbaden, ist erfreulich rigoros, wenn es um Optimierungen in seinem Spezialgebiet geht. Denn OP-Schuhe sind eigentlich kein Medizinprodukt und müssten nicht desinfiziert werden: „Da stehen Menschen drin. Und die wollen nicht die Virenlast der Patienten aus Sekreten oder Blut an den eigenen Füßen haben.“ Sechs Paar OP-Schuhe können in dem Reinigungs- und Desinfektionsgerät hygienisch sicher in durchschnittlich sieben Minuten aufbereitet werden.

Gemeinsam mit Hollerbach hat Meiko die Chemie und Geräteleistung so aufeinander abgestimmt, dass die Wirkeigenschaft nun sogar viruzid ist. Virustötend sind Substanzen, die durch eine Zerstörung der viralen Nukleinsäure oder durch eine Entfernung der Virushülle die Infektiosität von Viren verhindern.

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Die Säuberung und Desinfektion von Steckbecken und Bettpfannen ist nicht gerade das, was man ein „sexy Thema“ nennt, sagt van KnippenbergGordebeke, die weltweit auch bekannt ist als „Queen of Bedpans“. Beispielhaft berichtet sie aus einer Klinik: „Einige Krankenschwestern wurden unterrichtet, wie das Gerät funktioniert, und schriftlich wurde festgelegt, wer für was verantwortlich sein soll. Die Techniker mussten dafür sorgen, dass die Maschinen gewartet werden. Der Reinigungsdienst musste die Steckbeckenspüler täglich von innen und außen sauber machen.“ Doch die Realität sah mangels regelmäßiger Kontrollen völlig anders aus: Validation und Wartung hatten nie stattgefunden. Weil falsch beladen wurde, waren die Rohre verbogen, wodurch das Wasser nicht an die richtigen Stellen kam, und damit waren auch keine komplette Reinigung und Desinfektion mehr möglich. Niemand hatte Lust, die Geräte zu reinigen, sie verkalkten. Marcus Danner weist darauf hin, dass das Robert Koch-Institut im Infektionsschutzgesetz fest verankert ist. Somit erhalten die Richtlinien, Hygieneempfehlungen und Merkblätter Gesetzescharakter. Danner wird darin unterstützt vom Hygieneinspektor Axel Jacobi, der auch Vorsitzender des Berufsverbandes ist: „Für mich ist das Heidelberger HygieneRating-System von Professor Dr. Martin Klett und Mark Peters wegweisend. Neben den positiven Begleiterscheinungen wie präventive Fehlervermeidung und Imagegewinn steht die Mitarbeitermotivation im Mittelpunkt ihrer Arbeit.“ Es ist also wichtig,dass das Thema einen deutlichen Imagegewinn erzielt. Ohne die tägliche motivierende und kontrollierende Mitwirkung vor allem der Ärzte hat Hygiene keine Chance.

Robert Koch, der Mikrobenjäger Ob Milzbrand, Cholera oder Rinderpest: Robert Koch war der Mann, der im ausgehenden 19. Jahrhundert auf einen Schlag verstand, wie diese Krankheiten „funktionierten“. Und er hat den Auslöser der Schwindsucht gefunden, der Krankheit, an der im Deutschen Reich jedes Jahr 90.000 Menschen sterben.

1891 bezieht Robert Koch das für ihn gegründete „Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten“. Wie Humboldt geht er nun doch auch auf Reisen in die Tropen, nach Japan, in die USA und in viele afrikanische Länder. Er untersucht Pest, Malaria, Schlafkrankheit und die Rinderpest. 1905 erhält er den Medizinnobelpreis. Am 27. Mai 1910 stirbt Robert Koch in Baden-

Baden. Und noch immer sterben Menschen an Infektionskrankheiten wie AIDS, an Cholera und auch an Tuberkulose. Inzwischen gibt es sogar Tuberkuloseerreger, die gegen alle bekannten Medikamente resistent sind.

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Medizintechnik

Vom Hilton in die Patientenverpflegung

Hier wird eine Headline platziert Der Wechsel des Hilton-Managers Gerald Pieslinger vom Luxushotel ins Krankenhaus des Ordens der Barmherzigen Schwestern ist eine ungewöhnliche Geschichte, für ihn aber ein logischer Schritt. Er wollte im Rahmen Gerald Pieslinger – einer sozialen Aufgabe immer noch etwas Sinnvolles bewirken, vom Hilton-Flair konkret die Verbesserung der Patientenversorgung in Krankenhäusern. Inzwischen bewerten seine Gäste, wie er die Kranken nennt, die Küchenleistung des Krankenhauses mit der Schulnote 1,5, wo man sich früher schon freute, wenn es keine 4 minus war.

Entscheidend für seinen Erfolg war das ständige Bemühen, neues Vertrauen bei den Mitarbeitern aufzubauen, sie von der Wichtigkeit ihres Tuns zu überzeugen. „Es kommt immer noch vor“, so Pieslinger, „dass Krankenhausküchen eine Art Abstellgleis für unqualifizierte Mitarbeiter sind.“ Hier in Linz: Von den mit Dampf zu desinfizierenden Speise-Regenerierwägen von Electro Calorique über eine zwölfschichtige wasserdichte Wandbeschichtung bis hin zur M-iQ-Technologie von Meiko in der Zentralspüle – hier wurde mit Blick auf Nachhaltigkeit und geringe Verbrauchswerte investiert.

Als er nach Linz kam, gab es keine eigene Buchhaltung, der Dienstplan wurde handschriftlich erstellt und Menge und Qualität des Einkaufs wurden nicht kontrolliert. Das ist inzwischen anders, aber die Werte der Barmherzigen Schwestern wirken trotzdem weiter. Etwa bei der Lieferantentreue. „Bauern, die uns dreißig Jahre mit guten Produkten versorgt haben, werde ich nicht von der Liste streichen, weil ihr Angebot ein paar Cent über dem der Massenware liegt.“ Und er fördert den Einkauf von fair gehandelten Produkten aus der Dritten Welt. Das ehemals „barmherzige Süppchen“ am Krankenbett ist ausgelöffelt.

Spülbereich des Unfallkrankenhauses in Wien

Spülen mit Regenwasser In den Ruppiner Kliniken in Brandenburg fließt Regenwasser durch die WC-Spülungen und die Steckbeckenspüler auf verschiedenen Stationen. Ein ausgeklügeltes System von Pumpen und Zisternen macht dies möglich. Horst Michael Arndt, der Geschäftsführer, ist Technikfreak und ein guter Rechner. In dem Fall aber hat er der Umwelt zuliebe etwas mehr Geld in die Hand genommen als unbedingt erforderlich. Denn die Trinkwasserpreise in Deutschland sind besonders niedrig. Auf dem Gelände des Klinikums wurden zwei unterirdische Zisternen mit einem Fassungsvermögen von je 600.000 Litern Regenwasser und ein Überlaufteich angelegt. Über ein Pumpensystem wird das Wasser jeweils dorthin transportiert, wo es gerade gebraucht wird. Die Steckbeckenspüler arbeiten nun schon seit vielen Jahren problemlos und verkalken nicht. Um das Brauchwasser auf Betriebstemperatur zu bringen, wurde jeweils ein Durchlauferhitzer an die Geräte angeschlossen. 91


Max von Pettenkofer legte den Grundstein der modernen Hygiene Max von Pettenkofer legte den Grundstein für die Hygienelehre. Der 1818 geborene Sohn eines Bauern hatte das Glück, zum Studium nach München zu kommen. Hier studierte er Medizin und Pharmazie und promovierte 1843 zum Arzt und Apotheker. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die hygienischen Zustände in München wie in vielen europäischen Großstädten katastrophal. Es gab keine Trinkwasserversorgung, der Müll landete auf der Straße, Kanalisation war ein Fremdwort. 1854 brach die Cholera aus, und Pettenkofer suchte die von der Krankheit besonders betroffenen Viertel und Straßen auf, sah sich die Wohnungen an, untersuchte die Kranken und notierte

Mit den Forschungsergebnissen von Robert Koch

sorgsam alle Auffälligkeiten.

stand er auf Kriegsfuß. Das führte so weit, dass er eine mit Cholera verseuchte Bouillon getrunken

Binnen kurzer Zeit trug er 2885 Münchner

hat, um zu zeigen, dass die Krankheit nicht durch

Cholerafälle in sein berühmtes „Grundbuch“ ein.

Bakterien übertragen wird. In der Tat blieb dieser

Er beschrieb dabei auch die Beschaffenheit

Versuch ohne schlimmere Wirkung. Was man heu-

der Häuser und deren Lage. Auffallend: Wo die

te darauf zurückführt, dass Pettenkofer aufgrund

Cholera besonders stark wütete, lagen die

einer früheren Erkrankung wohl noch immun war.

Häuser in Mulden oder am Ende von Abhängen.

Max von Pettenkofer manövrierte sich durch

Seine Hinweise bewirkten, dass die Stadt zwanzig

den Streit mit Robert Koch mehr und mehr ins

Jahre später über ein Kanalisationssystem und

wissenschaftliche Abseits. Vereinsamt und unter

eine zentrale Trinkwasserversorgung verfügte.

Depressionen leidend beging er Selbstmord.

Patienten während der Cholera-Epidemie 1892 in Hamburg

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Medizintechnik

Im ersten Betriebsjahr 63.000 Schweizer Franken Betriebskosten gespart

Im Kantonsspital von St. Gallen wurde 2010 der erste Meiko-Spülautomat vom Typ „M-iQ“ in der Schweiz installiert. Schon im ersten Jahr der Maschine konnten 63.000 Franken Betriebskosten eingespart werden: Das sind umgerechnet etwa 33 Prozent weniger Energie, Wasser und Reinigungschemie gegenüber den bis dahin arbeitenden Spülautomaten. Wolfgang Pierer, Leiter der Gastronomie des Krankenhauses: „Das ist mehr, als uns in den Prospekten und Info-Broschüren von Meiko versprochen wurde.“ Als besonders geglückt bezeichnet Pierer die Ankopplung des Meiko-„WasteStar“Systems an den Spülautomaten. „Damit“, so Wolfgang Pierer, „haben wir das Problem der Nassmüllentsorgung effektiv gelöst.“ Und so funktioniert „WasteStar“: Die Speisereste werden über Abwurfschächte am Eingang des Spülautomaten per Vakuumtechnologie einem Sammeltank zugeführt, in dem sie bis zur Entsorgung mittels eines Spezialtransporters geruchsfrei deponiert und einmal wöchentlich in eine Bio-Gasanlage gebracht werden.

Im Besucherrestaurant wird von Porzellantellern gegessen und aus feinen Gläsern getrunken, serviert wird von gastronomisch geschultem Personal, das weiße Handschuhe trägt. Für Pierer dient das nicht nur der Optik, „sondern vor allem der Einhaltung unserer hochgesteckten Ansprüche an absolute Hygiene“. Deshalb empfindet er es auch als schönes Kompliment, dass die Kontrolleure des Lebensmittel- und Verbraucherschutzes zu den Stammgästen gehören. In Küche und Restauration sind 185 Mitarbeiter beschäftigt, davon vierzig Köche und Konditoren. Die Heilung von Krankheiten und die Linderung von Schmerzen geht in Sankt Gallen zurück auf die in der Fürstabtei ansässigen Benediktiner. Dem Klosterplan des Jahres 820 ist zu entnehmen, dass dies eine der vornehmsten Aufgaben sei. 1503 wurde als Vorläufer des heutigen Kantonsspitals das sogenannte „Seelhaus“ als Zufluchtsstätte für Pilger, Arme und Kranke gegründet.

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Halal und koscher – Spültechnik für muslimische und jüdische Auftraggeber Als die malaysische Regierung 1994 ihren neuen Großflughafen auf einem Gelände von 10 Quadratkilometern in Auftrag gab, war er nach exakt vier Jahren und sechs Monaten fertig. Gekostet hatte er 2,7 Milliarden Euro und lag damit weitestgehend im Plan. Ausbaubar ist er in den nächsten Jahren in Modulen auf über 80 Millionen Passagiere. Lothar Hummel, Projektkoordination Spültechnik, und Peter Stäbler als ehemaliger Exportleiter waren schon in der Planungsphase in Kuala Lumpur dabei. Kurz bevor es zur Vertragsunterzeichnung

D

as arabische Wort halal bedeutet das Erlaubte, das Gestattete. Und zu den Dingen, die nicht halal, sondern haram, also verboten sind, gehört auch der Kontakt mit unreinen Dingen, so etwa mit Resten von Schweinefleisch im Rahmen des Spülvorgangs.

Nachhilfe zur Anfrage gab es von einem badischen Imam. Im Alten Testament ebenso wie im Koran gibt es religiöse Reinheitsvorschriften. Wenn in einem jüdischen Haushalt verbotenerweise Milch und Fleisch im gleichen Geschirr verwendet worden seien,

Es gibt schon ein paar Unterschiede zwischen Kuala Lumpur und Berlin kam, wurde Stäbler von einer Mitarbeiterin des Ministeriums für religiöse Angelegenheiten gefragt, ob Meiko die geplante Anlage auch halal liefern könne. Eine Zusage noch vor Ort gaben Stäbler und Hummel nicht.

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könne man dadurch wieder bereinigen, dass man das Geschirr in einem Loch vergräbt. Die Erde mache es wieder rein, so schon Moses.


Spültechnik

Wie und in welcher Form bekommt man nun Erde in eine Geschirr-Spülmaschine? Die zündende Idee: Nach dem Vorwaschgang wird eine technische Einheit eingefügt, die über ein Dosiergerät pulverisierte Erde einmischt und einen eigenen Waschgang durchführt. Damit wird die rituelle Reinigung maschinell umgesetzt und die HalalBedingungen wieder hergestellt. Für den Plan gab es die Zustimmung des Ministeriums und sogar ein Zertifikat, dass Meiko in der Lage sei, Halal-Spülmaschinen zu bauen. Viele Auftraggeber aus muslimisch geprägten Staaten verzichten aus Kostengründen inzwischen auf den „Erdwaschgang“. Einige Folgeaufträge gab es trotzdem, so aus Singapur, Melbourne und dem Sultanat Brunei.

D

aneben liefert Meiko auch Maschinen, die den koscheren Anforderungen entsprechen. Kaschrut, wie die jüdischen Speisegesetze auf Hebräisch heißen, bedeutet weit mehr als nur kein Schweinefleisch zu essen. „Diese Gesetze gelten auch für Küchengeräte und Zubehör“, so der Dortmunder Rabbiner Avichai Apel in einem Beitrag für die „Jüdische Allgemeine Zeitung”. Im Privatbereich ist es in orthodoxen Familien teilweise sogar üblich, gläsernes Geschirr drei Tage ins Wasser zu legen, wobei man das Wasser alle 24 Stunden auswechseln soll. Töpfe sollten so lange ins Feuer gehalten werden, bis sie rotglühend geworden sind. Für Spülmaschinen sind zwei Durchläufe mit Reinigungsmittel ohne Geschirr vorgesehen, damit sie wieder vorbehaltlos benutzt werden können. Zusätzlich soll jeweils das Sieb ausgetauscht werden. Das von einem Oberrabbiner geprüfte und freigegebene Meiko-Verfahren ist allerdings etwas weniger orthodox.

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Belgien 2001 Kanada 2017

Großbritannien 1993

USA 2002

Spanien 2017 Frankreich 1993

Meiko – in der ganzen Welt zu Hause Tochtergesellschaften Belieferte Kunden

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Meiko International

Niederlande 2001

Schweiz 1994 Österreich 1995 Polen 2016

Türkei 2016

China 1997

Italien 2004

Indien 2007 Dubai 2009

Hongkong 2015 Malaysia 2014

Australien 2007

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Sören Gleitsmann (Australien):

Herbert Kregl (Österreich):

„Wir arbeiten sehr hart daran, ein gutes Meiko-Image aufzubauen, und unsere Mitarbeiter stehen mit Stolz dahinter.“

„Wir stehen für perfekte Hygiene, Professionalität in Beratung und Kundendienst und wir sind mit 70% Marktanteil klarer Marktführer.“

Tim Walsh (Middle East):

Eric Weiss (Italien):

„Kontinuierliche Produkteinführungen – besonders in den letzten zehn Jahren – haben Meiko weltweit als technologischen Marktführer bei Geschirrspülern etabliert. Jedes Unternehmen, das 90 Jahre erfolgreich am Markt ist, muss etwas richtig gemacht haben, Erfolg kommt nicht über Nacht. Glückwunsch!“

„Unsere Kunden wenden sich mehr und mehr vom Billigsegment ab und wünschen innovative und qualitätsvolle Technologie. Wir haben mit den jüngsten Maschinen-Modellen M-iClean U und UPster wieder einmal Rückenwind aus Deutschland bekommen, der uns als Innovationsführer in unseren Ländern positioniert“.

Markus Braun (USA):

Paul Anderson (England):

Meiko ist 90 Jahre jung und agil und frisch, mit vollem Drive und Ehrgeiz die saubere Lösung für unsere Kunden zu generieren und serviceorientiert neue Wege zu gehen. Daraus resultiert Top-Qualität mit höchstem Nutzwert. Davon profitieren unsere Partner und die ganze MEIKO-Group, insbesondere die 15-jährige MEIKO USA. Herzlichen Dank für den professionellen Support und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nach Offenburg. Wir sind stolz darüber, zum Erfolg beitragen zu können und freuen uns auf die weiteren Jahre.

Heiko Vogel (Wash-Up Technologies Ltd.): Glückwünsche zu Meikos 90-jährigem Jubiläum! Noch zehn Jahre zum Hundertjährigen! Du bist noch immer jung und energiegeladen, immer noch der kreative Anführer weltweit, der alle Bemühungen auf die Entwicklung von Spültechnologie setzt, ohne die soziale Verantwortung zu vergessen. Dank dir ist die Welt, in der wir leben, ein bisschen sauberer. Mit deiner starken Unterstützung, realisieren wir als Niederlassung die gleiche Vision in China schon seit 20 Jahren. Wir stoßen gemeinsam auf unsere Geburtstage an – 90 und 20.

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Teil der Meiko-Familie zu sein und unserer Zentrale in Offenburg zu 90 Jahren Erfolg gratulieren zu können, ist ein wunderbarer Grund für uns, in UK zu feiern. Es ist mir ein großes Vergnügen als Geschäftsführer zu diesem bedeutenden Anlass zu gratulieren – auf die nächsten 90 Jahre. throughout life, a true statement for the continued support we offer our country. On behalf of Meiko UK we say happy anniversary and look foreward to many more to come.

Bart Jasperse (Niederlande): Meiko – ein großartiges internationales Unternehmen feiert sein 90-jähriges Jubiläum. Ich bin besonders auf die exzellente Qualität der Produkte stolz, aber auch auf das überlegene Wissen, die Innovationen und den erstklassigen Teamgeist. Es fühlt sich an wie eine große Familie, die vor Stolz und Ehrgeiz nur so strotzt. In der Geschichte Meikos ist der Nordwesten Europas, der von den Niederlanden aus betreut wird, relativ jung. All die unterschiedlichen Sprachen und kulturellen Besonderheiten, aber auch die Unterschiede bei den gesetzlichen Vorgaben, machen diese Region sehr facettenreich. Wir sind stolz auf die Menschen und die Produkte, die Meiko auch in Zukunft Gestalt geben werden.


Meiko International Olivier Robin (Frankreich):

Gary Lee (Kanada):

„Hier in Frankreich schätzt man deutsche Produkte von hoher Qualität, wenngleich wir auch gut argumentieren müssen, was im Vergleich zu den Mitbewerbern für uns spricht.“

Glückwünsche nach Offenburg zum 90-jährigen Jubiläum aus Kanada, wo die bislang jüngste Tochter der Meiko-Gruppe ihren Sitz hat. Wir sind begeistert, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

Arnold Sigg (Schweiz):

Louis Lam (Hongkong)

Seit über fünfzig Jahren ist auch die Schweiz ein Teil des Erfolgsunternehmens Meiko. Durch die Innovationen und das Qualitätsbewusstsein unserer Muttergesellschaft aus Offenburg konnte die MEIKO (Suisse) AG die Marktführung erreichen. Gratulation Meiko – auf weitere 90 Jahre saubere Lösungen!

„Die Gründung der MEIKO Clean Solutions HK in 2015 ist ein großer Erfolg. Wir sind direkt beim Kunden vor Ort, schnelle und persönliche Betreuung ist nun möglich. Unsere Präsenz ist im asiatischen Raum deutlich gesteigert, wir konnten schon viele Großprojekte in Hongkong, Macau und Taiwan realisieren.“

Rudolf Kitzbichler (Clean Solutions (SEA) Sdn. Bhd.): Meiko Clean Solutions (South East Asia) Sdn. Bhd. gehört zu den jüngsten Meiko-Töchtern in der langen Unternehmensgeschichte, doch wir sind stolz darauf, Teil der Erfolgsgeschichte des Meiko-Brunnens zu sein. Damit wünschen wir: Salam hormat untuk ulang tahun ke-90 anda! Diese malaiischen Worte meinen: Freundlichste Grüße zu deinem 90sten Jubiläum.“

Bashar Ergün (Türkei): Es gibt einige Unternehmen, die sich über Jahre hinweg einen Namen gemacht haben, den man mit überragender Leistung, Innovationsstärke und Tradition in Verbindung bringt. Meiko gehört in jedem Fall dazu und hat sich diesen Ruf über 90 Jahre ehrlich verdient. Wir sind sehr stolz darauf, Mitglied dieser Familie zu sein und wir freuen uns darauf, mit Meiko Türkei, der langen Geschichte ein neues Kapitel hinzuzufügen.

Jestin Anton (Asia) Techcentre Pvt. Ltd: 90 Jahre und immer noch bedeutend! Das 90-jährige Jubiläum Meikos in Deutschland fällt mit dem zehnjährigen Jubiläum in Indien zusammen. Wir sind alle stolz und glücklich, Teil eines so großartigen Stiftungsunternehmens wie Meiko zu sein. Wir wünschen allen weltweiten Mitgliedern des Meiko-Teams nur das Beste.

Alfred Hauptmann (Polen): MEIKO? Eine wunderbare Firma! Sie ist 90 Jahre jung und hat ihren Enthusiasmus und ihre Jugendlichkeit im Laufe der Jahre nicht verloren. Eine ausgezeichnete Verbindung von Tradition und Erfahrung mit Fantasie und Kreativität. Ein großes globales Unternehmen, mit menschlichem Gesicht und einem Betriebsklima wie in einer guten Familie.

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Auf dem Weg zum Global Player Vom Stammsitz in Offenburg aus hat sich das Unternehmen weltweit entwickelt. Mehr als zwanzig Beteiligungsgesellschaften in allen Erdteilen stellen die Präsenz sicher: Ob in Hongkong, Dubai oder Melbourne, in Paris oder Wien, in den USA oder China. Meiko ist immer mitten im Marktgeschehen: von Flughafen bis Formel 1, von Kreuzfahrt bis Klinik, von Restaurant bis Reha-Center. Angefangen hat das allerdings eher schleppend. „Die Globalisierung findet in D-Mark und in deutscher Sprache statt.“ So könnte man den frühen und mühsamen Einstieg in den Export zusammenfassend beschreiben. Inzwischen ist Meiko überall mindestens Global Seller und immer öfter Global Player, ein Unternehmen also, das in den jeweiligen Ländern ein Heimspiel hat.

B

is zum Anfang der 70er Jahre gab es nicht einmal eine eigene Exportabteilung, obschon die Umsatzanteile im Ausland schon immer recht ordentlich waren. Dennoch blieb der Export bis zu diesem Zeitpunkt an die drei Verkaufsabteilungen für Programmautomaten, Großmaschinen sowie Reinigungs- und Desinfektionsgeräte angeschlossen.

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Das große Problem war, Mitarbeiter zu finden, die bereits bestimmte Fremdsprachenkenntnisse hatten. Nach Krieg und Währungsreform versuchte man deshalb zunächst die deutsch-

mit der Firma Herzog für Wien und Ostösterreich, mit Edlinger für Linz und die Mitte und mit Rein für Vorarlberg und Tirol begonnen.“ Dann kamen die Schweiz dazu (Firma Hildebrandt) und das Elsass

Lange Zeit wurden Anfragen, die nicht in Deutsch eingingen, nicht beantwortet. sprachigen Nachbarländer als zusätzliche Absatzmärkte zu gewinnen. Geschäftssprache war also Deutsch, und das galt auch für ausländische Kunden. Peter Stäbler, er war damals im Vertrieb tätig, hatte in der Schule etwas Englisch gelernt, und dann gab es noch einen Monteur, der ein paar Worte aus seiner britischen Kriegsgefangenschaft behalten hatte. Kamen Anfragen aus dem Ausland, musste einer von beiden ran. Waren beide unterwegs, wurden Anfragen, die nicht auf Deutsch eingingen, nicht beantwortet. Aus dem dann doch eingerichteten hauseigenen Übersetzungsbüro, zunächst nur mit Erika Litterst als einziger Mitarbeiterin besetzt, entwickelte sich die Exportabteilung. Peter Stäbler erinnert sich an die ersten Kontakte nach Österreich und in die Schweiz: „Wir haben

mit der Firma Lehn. Luxemburg und die Niederlande wurden über Contact und Ridderkerk abgedeckt und in Belgien war es die Sabemaf, die Meiko bereits kurz nach dem Krieg mit Rohstofflieferungen unterstützt hat. „Als dann die ersten Auslandsmessen besucht wurden und sogar die Prospekte jeweils in den Landessprachen vorlagen, fühlten wir uns schon als die Vorboten des Export-Weltmeisters Deutschland“, beschreibt Stäbler die Anfänge.

D

er Zugang zum tschechoslowakischen Markt, der bis 1992 Gebiete des heutigen Tschechien, der Slowakei und der Ukraine umfasste, ließ sich innerhalb der WarschauerPakt-Staaten am besten an.


Meiko International

Für Meiko im Politverhör Mitten im Kalten Krieg hatte Meiko seine Produkte um 1970 bereits in die damalige Tschechoslovakei (CSSR) verkauft. Fast wichtiger als Kundenund Marktkenntnis war die Vernetzung mit den politischen Entscheidungsträgern. Dabei half ein Wiener Kontaktmann, Karl Pohoryles, der auch gute Kontakte nach Polen hatte. 1974 organisierte Pohoryles in Kooperation mit der Universität Warschau ein Seminar über „Gemeinschaftsverpflegung in Krankenhäusern

Unerwünschte Änderung des Grenzverlaufs

und Industrie“. Auch andere Firmen, wie Neff und

im Meiko-Prospekt

die Kreis AG aus St. Gallen, waren mit Referenten vertreten. Für Meiko dabei: Peter Stäbler, der, das

Das Gespräch begann wie ein Verhör: „Ist Meiko

war damals modernste Präsentationstechnik, eine

ein revanchistisches Unternehmen?“ Stäbler

Reihe von Overhead-Folien vorbereitet hatte.

dachte zunächst an den Status von Berlin, aber um die frühe Wiedervereinigung von West-

Am Vorabend war ein Empfang organisiert, an

und Ost-Berlin, die in der Karte schon vorweg-

dem Hochschul- und Kammervertreter, Verwal-

genommen war, ging es gar nicht. Es ging

tungsleiter der Kliniken und Architekten zusam-

um den Verlauf der Oder-Neiße-Linie, der im

menkamen … und wie damals üblich, verdeckte

Bereich Szcecin (Stettin) nicht korrekt wieder-

Vertreter des polnischen Inlands-Geheimdienstes

geben war. Und die Geheimdienstler bemängel-

Agencja Bezpieczeństwa Wewnętrznego (ABW) –

ten, dass Usedom mit seinem polnischen Teil

wie er heute heißt.

Swinoujscie (Swinemünde) überhaupt fehlte.

Um die vielen Toasts mit Wassergläsern voller

Da mag man heute den Kopf schütteln und

Wodka kam auch Stäbler nicht herum. Trotzdem

darüber lächeln. 1974 waren das hochsensible,

war sein Vortrag am nächsten Morgen ein voller

geo-politisch bedeutsame Abweichungen. Für

Erfolg. Danach wurde er, sehr diskret allerdings,

Peter Stäbler waren Seminar und Polen-Besuch,

ins Nebenzimmer gebeten. Dort nun ging es

trotz verabredeter weiterer Termine, am nächsten

nicht mehr um die technischen Daten und Vorteile

Tag vorbei. Er wurde unter Bewachung in einem

der Meiko-Maschinen, sondern um die Karten-

Lada-Dienstwagen zum Flughafen gefahren und

darstellung in den ausgelegten Prospekten.

musste zurück nach Frankfurt.

Auf dieser Karte waren die Werksvertretungen

Die Kollegen des Herdfabrikanten Neff erzählten

in Deutschland mit dem Meiko-Logo, in der unge-

Stäbler nach ihrer Rückkehr, das die Meiko-

fähren geografischen Position, gekennzeichnet.

Prospekte zunächst eingesammelt wurden, dann

Da es auch in West-Berlin mit der Firma Echter-

aber, nachdem die beanstandeten Karten heraus-

becker eine Werksvertretung gab, war mitten in

getrennt waren, wieder an die rund 80 Seminar-

der damaligen DDR, die Umrisse von Gesamt-

teilnehmer ausgegeben wurden. Offensichtlich

Berlin, also auch des sowjetisch besetzten Teils,

hatte Stäbler auch den polnischen Geheimdienst

das Meiko-Logo zu sehen. Und da die damalige

von der Qualität der Meiko-Maschinen über-

sowjetisch besetzte Zone (DDR) an die Volks-

zeugt. Nennenswerten Umsatz in Polen gab es

republik Polen grenzte, war auch die Staatsgrenze

allerdings zunächst nicht. Seit 2016 gibt es hier

zu Polen mittels einer Linie eingezeichnet.

eine Werksvertretung.

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Schon Ende der sechziger Jahre war Meiko auf den Messen in Bratislava und Brünn vertreten und verzeichnete erste Aufträge von Krankenhäusern und Großküchen. Für Meiko war das ein Geschäft ohne Risiko, in dem es nur zwei Regeln gab. Erstens, Rechnungen werden in D-Mark gestellt, und zweitens, Produktionsbeginn ist immer erst nach Zahlungseingang.

Sogar Fritteusen gehörten einst zum Lieferprogramm

Ein wesentlicher Schritt dazu waren die Gründungen Meikoeigener Werksvertretungen. Zuvor war das Geschäft überwiegend

Rechnungen in D-Mark und Produktionsbeginn erst nach Zahlungseingang. Viele erste Exporterfolge waren aber eher Zufallsprodukte. Einmal wurde Stäbler zum Empfang gerufen, da sei ein Italiener oder Spanier, jedenfalls jemand, der sich nicht verständlich machen könne. Ein Glück, dass Stäbler im Haus war an dem Tag, denn abends hatte der Geschäftsführer der griechischen Olympic Airline Catering einen Vertrag unterschrieben. Die Verhandlungen waren in Englisch geführt worden und, was man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen kann: Der Grieche hatte einen in deutscher Sprache formulierten Vertrag unterschrieben, den er nicht verstanden hatte.

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In den 1980er Jahren, nachdem Ulf Starke Geschäftsführer geworden war, begann der Aufbau eines professionellen Exportgeschäfts. Heute macht Meiko mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit ausländischen Kunden. Tendenz steigend.

von Handelsvertretern gemacht worden, für die die MeikoProdukte – etwa bei der Einrichtung von Großküchen – nur einer von vielen Bausteinen waren. Schon kurz nach der Wende wurde auch in den neuen Bundesländern ein Vertriebsnetz aufgebaut. Ganz vorne mit dabei Winfried Rudzewitz, der als Stellvertretender Vertriebsleiter von Neff aus Bretten nach Offenburg gekommen war.


Meiko International

1990: Ein Trabant-Variant als erstes Dienstfahrzeug in den neuen Bundesländern. Winfried Rudzewitz mit Bertold Kuhn aus Leipzig und Reinhard Winter aus Offenburg (von links)

Tausche Meiko-Ersatzteile gegen Räuchermännchen Meiko machte mit der DDR schon Geschäfte,

Räuchermännchen, Weihnachtspyramiden und

als dies noch gar nicht erlaubt war. Im Kreis-

Nussknacker, ausgleichen.“ Einfach das Ventil zu

kulturhaus Aufsprung im Erzge-

senden, wäre jedoch bei den da-

birge stand seit vielen Jahren eine

maligen Post- und Warenkontrollen

Meiko-Spülmaschine. An sich

nicht gegangen. Rudzewitz, in

hätte diese Maschine, die, über ein

Breslau geboren und ehemaliger

DDR-Außenhandelsunternehmen in

Lehrling der „Brigade Stahl“,

der Schweiz, in einen der nordafrika-

wusste Rat. Sie machten ein Weih-

nischen sozialistischen Bruderstaa-

nachtspäckchen aus der Lieferung.

ten geliefert werden sollte, aber wie

Die Firma Meiko freue sich, dass

das damals so war …

künftig die Jugendweihen im Kreiskulturhaus nicht nur sozialistisch,

„Wir haben gedacht, es müsste

sondern auch hygienisch einwand-

ja nicht in jeder Oase eine Meiko

frei verlaufen würden. Niemand

stehen“, begründete das dort der

konnte ahnen, dass so vier Jahre

Betriebsleiter. Kurz vor Weihnachten

später, 1989, als die Grenze sich

erhielt Winfried Rudzewitz, da-

öffnete, die Basis für den Meiko-

mals Vertriebsleiter bei Meiko, ein

Vertrieb in Ostdeutschland geschaf-

Schreiben aus dem Erzgebirge. Ein

fen worden war. Der Betriebsleiter

Magnetventil sei kaputt, man habe

des Kreiskulturhauses wurde

aber keine West-Devisen. „Wir möchten jedoch

wichtiger Tippgeber, wenn es um Kontakte zu den

den Rechnungsbetrag durch eine

richtigen Ansprechpartnern bei Neubauten und

Lieferung erzgebirgischer Volkskunst, also

den Renovierungen der Nachwendezeit ging.

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Hier wird eine Headline platziert

Der Umsatz in den neuen Bundesländern war das Eine. Fast ebenso wichtig war es aber, bestimmte Referenzgebäude mit Meiko-Produkten auszustatten, renommierte oder geschichtsträchtige Häuser, die einen Namen hatten, den nicht nur in der ehemaligen DDR jeder kannte. Dazu gehörten Auerbachs Keller in Leipzig, das berühmte Hotel Elephant in Weimar und der Cäcilienhof in Potsdam.

D

em „Elephant“, der heute der Gruppe der Luxury Collection Hotels angehört, hatte bereits Thomas Mann in „Lotte in Weimar“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Ein Ort, den er auch deshalb schätzte, weil bereits Goethe zu den Stammgästen zählte und dort sogar seinen 80sten Geburtstag feierte. Bereits 1696 hatte der Mundschenk Herzog Wilhelm Ernst die Genehmigung erwirkt, eine Gastwirtschaft „Zum Elephanten“ zu betreiben. Tatsächlich über Jahrhunderte hielt das Haus seinen Ruf und empfing berühmte Gäste. Felix Mendelssohn-Bartholdy, Richard Wagner, Leo Tolstoi, Franz Liszt und Walter Gropius. Im zwanzigsten Jahrhundert zerfiel das Haus. Wohl nicht zuletzt im Gedenken an Wagner ließ Hitler das stark renovierungsbedürftige Hotel abreißen und durch einen Neubau von Hermann Giesler ersetzen. Erstmals übernachtete Hitler im Jahr 1926 hier und trug sich als „Schriftsteller“ ein. Die Russen machten es nach Hitler zum Wohnheim für künftige Russischlehrer in der sowjetisch besetzten Zone.

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Dank Thomas Mann entstand wieder das Hotel – geschätzt auch von Udo Lindenberg. Jüngst schrieb der Schauspieler Jan Josef Liefers folgende Notiz ins Gästebuch: „Wäre Gast ein Hauptberuf, würde ich ihn gern hier im ‚Elephant‘ ausüben.“

K

aiser Wilhelm II. hatte das einem englischen Landhaus nachempfundene Schloss während des Ersten Weltkrieges errichten lassen. Kronprinz Wilhelm und seine Frau Cecilie sollten hier Aufenthalt nehmen. Im Sommer nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte das Schloss die Teilnehmer der Potsdamer Konferenz: den sowjetischen Staatschef Josef Stalin, den britischen Premierminister Winston Churchill und den US-Präsidenten Harry S. Truman. „Gastgeber“ Stalin hatte, bis hin zum aus Moskau beigeschafften Konferenztisch und der Gartengestaltung, alles vorbereitet.


Meiko International

Unter anderem hatte er einen Sowjetstern aus roten Geranien pflanzen lassen. Churchill soll sich jeden Morgen geärgert haben, musste aber daran vorbeilaufen, um in die Konferenzräume zu kommen.

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uch im Ausland wurden Vertretungen in Meiko-Tochtergesellschaften umgewandelt, so in den Niederlanden 1989 und in der Folge auch in der Schweiz, in Österreich und in Frankreich. Italien und Großbritannien folgten bis zum Jahr 2000. Dann, unter der gemeinsamen Führung von Burkhard Randel und Stefan Scheringer, wurde aus der europäischen Meiko ein weltweit aufgestelltes Unternehmen.

Verhandlungspause: Churchill, Truman und Stalin Dann ging es in den Mittleren und Fernen Osten (Dubai, Malaysia, Hongkong und Zhongshan in China), in die USA, nach Asien und Australien.

Etol & Meiko: Handschlag genügt Eberhard Tripp, seines Zeichens Chemiker und Gründer der Firma Etol in Oppenau, und Oskar Meier kannten sich schon länger, als sie dann auch Geschäftspartner wurden. Eine Kooperation, die jetzt bereits 60 Jahre dauert und derzeit von den Nach-Nachfolgern Hanspeter Söllner-Tripp und Stefan Scheringer gepflegt wird. Geschäftlich ging es natürlich um Spülchemie, und da waren in den 50er Jahren die Amerikaner den Europäern deutlich voraus. Oskar Meier bat einen befreundeten Piloten an einem US-Flughafen, einen Karton Spülmittel beim Flughafen-Caterer zu besorgen. Die stellte er bei Eberhard Tripp auf den Schreibtisch und fragte: „Kannst Du mir das nachbauen?“

Und Tripp konnte das, was zuvor anderen, wie Henkel, nicht gelungen war. Für Etol war das gleichzeitig der Start für einen eigenen Geschäftsbereich Hygiene. Aus dem Pulver wurden dann schnell flüssige Spülmittel, aus denen inzwischen wieder feste Kompaktreiniger geworden sind. „Das ist wie bei der Spülmaschine zuhause“, erklärt Söllner-Tripp, „nur dass es sich um eine 3-KiloPatrone handelt, deren Inhalt über ein Dosiergerät beigefügt wird. Auch bei der Entwicklung des Dosierers arbeiten die beiden Firmen eng zusammen.

Inzwischen betriff t das auch andere Bereiche; für die Steckbeckenspüler benutzt Meiko mit „Doyen“ eine exklusive Marke von Etol. Das Vertrauensverhältnis ist so ausgeprägt, dass Etol schon Tests mit Meiko-Maschinen macht, wenn diese noch gar nicht auf dem Markt sind. Inzwischen arbeitet die dritte Generation von Etol-Chemikern mit den Meiko-Konstrukteuren zusammen. Und hier ist man gemeinsam besonders erfolgreich bei der „Königsdisziplin“ des gewerblichen Spülens, den Gläsern. Einer der jüngsten gemeinsamen Kunden ist das „Störtebeker“ in der Elbphilharmonie.

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Töchter weltweit

Meiko in der ganzen Welt Allein mit dem Thema Internationalisierung und der Vorstellung der Tochterunternehmen – siehe Karte auf Seite 92/93 – wäre ein ganzes Magazin zu füllen. Deshalb hier nur exemplarisch einige der vielen „schönen Töchter“

Beim internationalen Meiko-Führungskräftetreffen waren zuletzt 34 Teilnehmer dabei. Sie kamen aus der ganzen Welt nach Offenburg: Dezentralisierung und Kundensegmentierung standen im Mittelpunkt. Bill Downie, gerade in Rente verabschiedeter Managing Director der englischen Tochter, konstatierte für viele seiner Kollegen: „Meiko verändert sich gerade von einem deutschen Unternehmen, das exportiert, zu einer wirklich internationalen Organisation.“ Und Eric Weiss, der Chef von Meiko Italia, ergänzte: „Wir haben gesehen, dass wir über eines froh sein können: Wir verändern uns, bevor wir uns verändern müssen.“

Australien Bereits im Jahr 2007 hatte die Meiko AustraliaPacific ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. An der Spitze des australischen Unternehmens steht mit Sören Gleitsmann ein erfahrener Vertriebsexperte aus Offenburg, der von seiner motivierten Mannschaft schwärmt. Japan und Australien sind die wichtigsten Märkte in der Asia-Pacific-Region. Gleitsmann: „Im Grunde haben wir alle großen Krankenhäuser auf dem Kontinent sowohl mit Spültechnik von Meiko als auch mit Reinigungs- und Desinfektionsgeräten aus Offenburg ausgestattet.“

Erfolg macht Spaß: Nicht nur im besonders internationalen australischen Team. Die Mitarbeiter stammen aus Italien, Thailand, Großbritannien, Mazedonien, Hongkong, China, Russland und Griechenland, aber noch nicht alle verstehen Badisch.

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Meiko International

Auch im Bereich Inflight-Catering hat Meiko hier, nicht nur wegen des Kunden Qantas Catering, die Marktführerschaft. Mit Mark Jones arbeitet hier auch ein Service-Manager, der unbedingt in der Firmengruppe bleiben wollte. 1997 fing er in Großbritannien an, seit 2006 ist er für Meiko in Australien. Heute steht er einem Team von sechs Technikern vor, die ständig unterwegs sind, denn „größenmäßig könnte man ganz Europa in den Kontinent Australien packen“. Und für Jones und seine Kollegen ist es auch kein Urlaub, wenn sie nach Fidschi oder Neuseeland fliegen. Auch hier stehen Meiko-Maschinen. China Seit zwanzig Jahren ist Meiko in China. Relativ kurz dabei ist Heiko Vogel, der aber bereits auf eine 15-jährige China-Erfahrung als General-Manager für andere deutsche Unternehmen zurückblicken kann. „Im Moment bin ich im Unternehmen der einzige Ausländer“, sagt er. Seine knapp 200 Kollegen schätzen das Arbeitsumfeld bei Meiko so sehr, dass Vogel sich über eine für chinesische Verhältnisse extrem geringe Fluktuation freuen kann. Die Referenzliste ist beeindruckend: Ausrüstung aller großen chinesischen Airline-Caterer und die Ausstattung der Zhejiang University, eine der neun chinesischen Elite-Universitäten. Meiko war auch beim chinesischen G-20-Gipfel: Zehn Maschinen inklusive Speiseresteentsorgung wurden geliefert. Die Tochtergesellschaft befindet sich in Zhongshan, in der Provinz Guangdong. 1,5 Millionen Menschen leben in der Stadt, über 100 Millionen Menschen

in der Provinz, der wirtschaftlich stärksten in der Volksrepublik. Das zieht den Wettbewerb an. Allein 50 chinesische Unternehmen sind hier unterwegs, viele optisch schon ganz ordentlich und manche auch in Meiko-Blau. Allerdings teilen sich den High-End-Bereich genau drei Firmen, darunter zwei aus Offenburg. 90 Jahre Know-how und Entwicklung lassen sich so einfach nicht kopieren. Naher Osten Auch wenn hier kein Wasser sprudelt, soll gespült werden. Mitten in der Wüste ist der Betrieb des riesigen Hotels „Bab al Shams“ (Foto oben) nur möglich, wenn es mit ausreichend Wasser aus Meerwasser-Entsalzungsanlagen versorgt wird. Dazu muss der Salzgehalt des Meerwassers verringert werden. Die Entsalzung kann auf verschiedenen Prozessen beruhen. Soll der Entsalzungsprozess funktionieren, darf der Grundstoff allerdings nur eine sehr niedrige Kontamination (etwa mit Öl) aufweisen, so dass in der Nähe von Hauptschifffahrtsrouten Meerwasserentsalzungen weniger wirtschaftlich arbeiten. Ein Landbrunnen, der den Meerwasserspiegel erreicht, muss dann helfen, das Meerwasser vorzufiltern. Meiko ist auch in Dubai ein Global Player. Zu den wichtigsten Kunden zählt die Jumeirah-HotelGruppe, die der Herrscherfamilie Al Maktum gehört. Das ist schon ein ganzer Sternenhimmel, den die Herrscherfamilie hier betreibt: „Burj Al Arab“, „Jumeirah Beach“, „Mirage“, „Medinat Jumeirah“, „Emirates Towers“ und das „Bab al Shams“. Auch für den Nachbau eines arabischen Forts mit seinen Wüstenrestaurants „Al Forsan“ und „Al Hadheera“ lieferte Meiko die Spültechnik.

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Schweiz

Indien

Die Meiko Suisse AG feierte 2013 ihren 50. Geburtstag und ist nicht nur die älteste Tochter des Unternehmens, sondern auch eine der einfallsreichsten. Von Fällanden bei Zürich aus kümmern sich Arnold Sigg und sein Team von 50 Leuten erfolgreich um den Schweizer Markt; sie werden von rund 40 externen Servicemitarbeitern unterstützt.

Ebenfalls im Jahr 2007 wurde die Meiko (Asia) Techcentre Pvt. Ltd. ins Leben gerufen. Der Hauptsitz befindet sich im indischen Bangalore, ein weiteres Büro in Delhi. Geschäftsführer Jestin Anthony ist auch für den Vertrieb in Sri Lanka, Bangladesch, Bhutan und Nepal zuständig.

„Wir haben unsere Bereiche Krankenhaustechnik und Spültechnik im Kerngebiet, also im Kanton Zürich mit seinen rund 1,4 Millionen Einwohnern, separat organisiert“, berichtet Arnold Sigg. Der gelernte Elektriker mit zusätzlicher kaufmännischer Ausbildung und einer BWL- und Marketing-Weiterbildung weiß, dass er mit seiner Mannschaft gut aufgestellt ist.

Hongkong

Bereichsverkaufsleiter sind in der gesamten Schweiz aktiv und sorgen dafür, dass die Meiko Suisse AG im Bereich der Großmaschinen rund 60 Prozent Marktanteil im Land verbuchen kann. „Bei den Kleinmaschinen sind wir Nummer 2, müssen uns den Markt aber mit fünf ernsthaften Mitbewerbern teilen – einer davon kommt sogar aus der Schweiz“, so Sigg. Und er wäre selbst kein Eidgenosse, wenn er nicht wüsste: „Die Schweizer sind deutschen Produkten gegenüber natürlich sehr offen. Gibt es aber eine Schweizer Lösung, wird diese häufig präferiert.“ Der sogenannte Bau 1 des Chemiegiganten Roche in Basel gehört zu den Vorzeigeprojekten. Im nun höchsten Gebäude der Alpenrepublik stehen eine M-iQ, eine WasteStar, eine Haubenmaschine und rund 40 Programmautomaten. Das Universitätsspital Zürich ist fast komplett mit Meiko-Reinigungs- und Desinfektionstechnik ausgestattet, das in St. Gallen ebenfalls und das Inselspital in Bern setzt gleichfalls auf das Know-how von Meiko. Da ist die eigene CADAbteilung durchaus gerechtfertigt – immerhin werden hier mehr als 100 M-iQs pro Jahr geplant.

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Die „Meiko Clean Solutions Hong Kong Ltd.“ in Kowloon Bay hat ihre Arbeit im Juli 2015 aufgenommen und steht für die Fortsetzung des weltweiten Wachstums. Die Präsenz in der Wachstumsregion Asia-Pacific wurde so erweitert. Von hier aus werden auch die Kunden in Macau und Taiwan betreut. Mit Louis Lam steht ein Mann als „General Manager Sales and Service“ an der Spitze der neuen Meiko-Tochter, der bereits seit mehr als zehn Jahren in der Branche tätig ist und über ausgezeichnete Verbindungen verfügt. Österreich Herbert Kregl leitet Meiko Austria, und seit vielen Jahren kommen ständig neue Mitarbeiter hinzu. „Wir waren eine Mannschaft von 17 Mitarbeitern, heute sind wir 47.“ Kregl, Maschinenbau-Ingenieur und Magister in Betriebswirtschaft und Marketing erklärt „sein Geschäft“ in einer Zeichnung mit drei sich überlappenden Kreisen: „Es gibt Unternehmen, die haben die Technologieführerschaft. Dann gibt es Unternehmen, die sind Meister im Service und in der Dienstleistung, und solche, die sich mit der Preisführerschaft zufriedengeben. Meiko stellt uns hier in Österreich die Technologieführerschaft zur Verfügung und wir hier sind die perfekte Ergänzung in Dienstleistung und Service“, so Kregl.


Meiko International

Vom Verkauf über den Preis hält er dagegen gar nichts. Kregl ist davon überzeugt, dass das Thema der Zukunft der Kundendienst ist. Das zweite wichtige Thema ist Teambildung und Mitarbeiterführung. „Man kann Mitarbeiter nicht motivieren, man kann sie nur demotivieren“, ist er sich sicher. Deshalb lässt er seinem Team möglichst viel Gestaltungsfreiheit. Dabei hat er sich einen Satz des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry zu eigen gemacht: „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Malaysia Erst 2015 wurde die Meiko Clean Solutions in Kuala Lumpur gegründet. Rudolf Kitzbichler, gebürtiger Tiroler und Wahlasiate aus Leidenschaft,

ist Geschäftsführer dieser noch jungen Werksvertretung. Sechs Jahre Asien-Erfahrung für ein finnisches Unternehmen aus der Großküchentechnik bringt er mit und auch, aus seiner damaligen Sicht, schlechte Erfahrungen mit Meiko, „weil die am Schluss den Auftrag bekamen“. Ein Dutzend Mitarbeiter sind hier tätig. Vor kurzem kam Celine Ng als Buchhalterin von IKEA ins Meiko-Team. Ihre Kollegin Susanna Lau vom Vertrieb Medizintechnik heißt eigentlich Lau Mei Syn – aber wie so viele Chinesen in Malaysia hat sie sich einen westlichen Namen gegeben, um international besser zurechtzukommen: Susanna. Auf der Kundenliste stehen so große Namen wie die Resorts World Casino Genting in Malaysia, sämtliche IKEA-Filialen in Südostasien, das Ramathibodi-Krankenhaus in Bangkok, das Cancer Center im Sultanat Brunei und das Marina Bay Sands Hotel in Singapur (Foto oben).

Ein aufgeräumtes Gebäude und ein aufgeräumter Servicebereich, einmal in Malaysia und einmal mit Danilo Bobolinski, dem Herrn über das Lager von Meiko Austria

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Edith Schreiner Oberbürgermeisterin der Stadt Offenburg, Vorsitzende der Wirtschaftsregion Ortenau

Wertschätzung für Meiko

Prof. Dr. med. Axel Kramer

Frank Scherer

Universität Greifswald

Landrat des Ortenaukreises

Meiko ist für mich ein dem Fortschritt auf dem Gebiet der Aufbereitung von Medizinprodukten verpflichtetes Unternehmen. In diesem Zusammenhang wurden wissenschaftliche Untersuchungen ohne kommerziellen Nutzen gefördert, um neue Erkenntnisse zu generieren. Bei fachlichen Stellungnahmen bot die Expertise des Unternehmens hilfreiche Unterstützung.

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„Meiko ist für mich ein Unternehmen, das Offenburgs Wirtschaftskraft geradezu vorbildlich repräsentiert: einerseits lokal verankert mit Bekenntnis zum Standort, traditionsreich und mit mitarbeiterorientierter Firmenphilosophie – andererseits innovativ, zukunftsorientiert und weltweit aktiv. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Offenburg ist insbesondere für die Entwicklung und Produktion gewerblicher Spül- und Hygienetechnik bekannt, kontinuierlich am Wachsen und mit ihren Produkten Marktführer. Meiko steht in allen Facetten für Qualität. Herzlichen Glückwunsch zum Firmenjubiläum!“

Meiko ist für die Ortenau eine wichtige Marke, die mit ihren sauberen Lösungen weltweit leuchtet. Ich gratuliere der Meiko-Gruppe mit ihrem Geschäftsführer und Vordenker Dr. Stefan Scheringer zu diesem tollen Jubiläum. Seit 90 Jahren geht das dynamische Offenburger Maschinenbauunternehmen in Technologie und Service immer einen Schritt voraus. Der Erfindergeist ist ungebrochen, das unterstreichen zahlreiche internationale Preise. Es ist gut, solche innovative Unternehmen in der Ortenau zu haben. Ich wünsche der Meiko-Gruppe weiterhin viel Ideenreichtum und Leistungskraft.“


Glückwunsch

Christiane Wodtke Präsidentin des HKI-Industrieverbandes und geschäftsführende Gesellschafterin der Wodtke GmbH

Meiko ist für uns eine beeindruckende Erfolgsstory. Denn die Verfünffachung des Unternehmensumsatzes, innerhalb der letzten 25 Jahre, ist der beste Beweis für höchste Kompetenz, eine überzeugende Unternehmensphilosophie und eine hervorragende Kundenorientierung. Unseren herzlichsten Glückwunsch.

Rudolf Lacher Vorsitzender GGKA

Meiko ist für den GGKA ein verlässlicher Partner. Als Fördermitglied unterstützt Meiko die Belange des Fachhandels ideell und finanziell. Praktisch will man dem Thema Fachkräftemangel mit der Entsendung junger Menschen zum Studium Wirtschaftsingenieur Life Cycle Catering begegnen.

Nicolas Erdrich Geschäftsführender Gesellschafter der Erdrich Umfomtechnik und Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates der Wirtschaftsregion Ortenau

Meiko ist für mich ein Musterbeispiel, wie ein mittelständischer Maschinenbauer mit inzwischen weltweit über 20 Niederlassungen vom Global Seller zum Global Player wird. Glückwunsch an Dr. Stefan Scheringer, einen meiner Vorgänger im Vorsitz der Wirtschaftsregion Ortenau, und an alle Meikoianer!

Dr. Christoph Münzer Hauptgeschäftsführer wvib, Freiburg

Meiko ist ein Fortschrittsmotor, der perfekt in die Schwarzwald AG passt. Die Menschen bei Meiko stehen für ein ausgeglichenes Geben und Nehmen – so profitieren alle von der Mitgliedschaft.

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Thomas Näger

Horst Träger und Wolfgang Siewert

Geschäftsführer des Verbandes der Hersteller von Gewerblichen Geschirrspülmaschinen e. V.

Präsidenten der Fachvereinigung Krankenhaustechnik (FKT)

Meiko ist für uns seit Jahrzehnten ein fairer und verlässlicher Partner. Meiko ist Gründungsmitglied unseres Verbandes und zwischenzeitlich das Unternehmen mit der längsten Zugehörigkeit. Über all die Jahre der Marktpräsenz hat die Meiko mit ihren Produkten immer wieder neue Maßstäbe in der Branche gesetzt. Bis heute hat sich die Meiko die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit bewahrt, um den Kunden regelmäßig weiter verbesserte Spülmaschinen mit größerem Nutzen zur Verfügung zu stellen. Meiko zeigt sich damit als wesentlicher Antreiber des Fortschritts rund um das maschinelle Geschirrspülen.

Prof. Dr. Winfried Lieber Rektor der Hochschule Offenburg

Die Meiko ist für uns ein hoch innovatives und erfolgreiches mittelständisches Unternehmen, das uns immer wieder vielfältig unterstützt: Sei es durch die langjährige Mitgliedschaft des Geschäftsführers, Dr. Stefan Scheringer, im Hochschulrat, durch F&E-Projekte oder aktuell durch die Unterstützung beim Bau des Regionalen Innovationszentrums. Je erfolgreicher die Unternehmen im Umfeld der Hochschule, desto größer ist unser Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Hochschulstandorten. Und genau deshalb ist die Meiko für uns ein wichtiger Baustein für das Innovationshandeln der Hochschule in der Region. Alles Gute zum 90. Geburtstag der Meiko!

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Meiko ist für uns zuverlässiger Partner und Konstante in Sachen Hygiene. Vielen Dank für die langjährige, treue Mitarbeit in der Fachvereinigung Krankenhaustechnik . Zum 90. Firmenjubiläum gratulieren wir sehr herzlich und freuen uns auf den Austausch in der kommenden Dekade!

Hanspeter Söllner-Tripp Geschäftsführer etol, Oppenau

Meiko ist für uns der Partner: 60 Jahre Partnerschaft.


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Anzeigen-Entwurf aus den 1960er Jahren


Thomas B. Hertach

Andreas Becker Präsident des Verbands der Köche Deutschlands

Leiter Netzwerk Culinaria und Leiter Anwendungsberatung Hupfer

Meiko ist für uns… … bei Netzwerk Culinaria natürlich zunächst die zuverlässige Fachkompetenz rund um die Spülküche. Wichtig für uns ist aber auch das: Meiko schaut nicht nur auf die Maschine, den Teller oder in die Nassmülltonne – sondern auch auf den Menschen, ob in der Spülküche oder im Küchenbüro. Meiko bietet ganzheitliche Lösungen an, auf digitalem oder analogem Wege, so auch in unseren Events, Workshops und Trendtouren. Als ein Gründungsmitglied von Netzwerk Culinaria unterstützen uns die Experten von Meiko in dem, was uns und alle Küchen wirklich voranbringt: Lernen von Kollegen, sich mit ihnen vernetzen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen, wo Wissensaustausch nicht öde und spröde ist, sondern richtig Freude und Spaß macht. Wir sagen Danke, wünschen weiterhin viel Innovationsfreude mit Erfolg – und herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag!“

Michael Kuriat Aufsichtsratsvorsitzender Leaders Club

Meiko ist für uns ein wichtiger und zuverlässiger Partner im Leaders Club. Wir schätzen den fachlichen und freundschaftlichen Austausch sehr!

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Meiko ist für mich… … eine treibende Kraft, wenn es um innovative Entwicklungen in der Spültechnik geht.

Dipl.-Ing. Dirk Aschenbrenner Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.

Meiko ist ein wichtiger Partner für die Gefahrenabwehr, weil Meiko-Produkte für einen sicheren und sauberen Einsatz sorgen!


Personalarbeit und Betriebsrat

„Wir sehen die Menschen“ Es gibt Unternehmen, in denen stehen sich Betriebsrat und Personalabteilung als jeweilige „Lieblingsfeinde“ gegenüber. Und es gibt Meiko. „Wir sehen die Menschen“, sagt Melanie Männle zu Beginn des Gesprächs – was oft genug eine Floskel der sogenannten Personalmanager ist. Ihr und Personalchefin Beate Friedrich aber glaubt man das sofort. Und fast wie abgesprochen benutzt Heinrich Zerrer, der Betriebsratsvorsitzende, eine Stunde später eine ähnliche Formulierung. Also scheint ja schon etwas dran zu sein. Zweimal im Jahr ist „Würstletag“ für alle, die an diesem Tag im Haus sind – auch für Zeitarbeitnehmer und Mitarbeiter von Fremdfirmen. Das ist jedes Jahr am Geburtstag von Rosel (19.12.1897) und Oskar Meier (10.07.1894). In der verlängerten Vesperpause gibt es dann Wienerle mit Senf, Brötchen, ein Getränk und Schokolade – so hat Rosel Meier es im Testament festgelegt. Manche trauern den alten Zeiten hinterher, als die Mitarbeiter noch zwischen Schokolade und Zigaretten wählen konnten. Und manche bedauern, dass die Zeit noch nicht weiter ist, aber bis zum vegetarischen, halal, koscheren oder veganen Teller wird es noch dauern. So haben manche deshalb das Glück, vier Wienerle „verputzen zu müssen“. Aber mit Wurst allein kann ein Unternehmen nicht punkten. Alle Mitarbeiter von Meiko profitieren von einer Gewinnbeteiligung. Das waren in den letzten zehn Jahren immerhin mehrere Millionen Euro, die da verteilt wurden. Und das darf man bei

diesem Unternehmen auch ruhig auf einer solchen Zeitschiene sehen, denn die Mitarbeiter bleiben überproportional lange im Unternehmen. Jüngster Mitarbeiter des Jubiläumsjahres ist Samuel Benz, der gerade 15 ist. Ralf Fuchs und Gilbert Gillig sind nicht ganz 50 Jahre älter, arbeiten aber noch bei der Meiko. Die Fluktuationsrate liegt bei weniger als einem Prozent im Jahr.

Traditionelle Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter Kurz gesagt: einmal Meiko, immer Meiko. Wer das Unternehmen verlässt, tut dies in der Regel als Rentner. Doch auch dann kann er sich über die Meiko freuen, denn dann gibt es die Betriebsrente. Gründe zum Feiern findet man bei Meiko offensichtlich leichter als anderswo. Da ist das jährliche Sommerfest, zu besonderen Anlässen sogar mit sämtlichen Familienangehörigen. Die Rentner sind ebenfalls jedes Mal dabei. Weiter gibt es die Abteilungsfeiern, für die das Unternehmen Zuschüsse ausbezahlt, und die runden Festtage einzelner Mitarbeiter, mal der 50. und 60. Geburtstag, mal das 10-, 25-, 40- oder 50-jährige Betriebsjubiläum. Obwohl Geschäftsführer Dr.-Ing. Stefan Scheringer rund 120 Tage im Jahr für die Firma unterwegs ist, lässt er es sich nicht nehmen, die Glückwünsche persönlich zu überbringen; zur Not wird der Termin nachgeholt.

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„Würstletag“ – inzwischen nikotin- und alkoholfrei


Betriebsrat, Personalabteilung und Geschäftsführung arbeiten eng zusammen und tauschen sich in monatlichen Gesprächen aus. Hinzu kommen die ebenfalls monatlichen Besprechungstermine mit der Produktionsleitung. Und auch sonst, so sagt Heinrich Zerrer, „stehen die Türen beim Betriebsrat für jeden jederzeit offen“. Für einen Außenstehenden klingt das fast zu harmonisch. Das ist es naturgemäß nicht immer, aber immer stimmt der Ton. Der Betriebsrat ist Ratgeber des Betriebs und der darin arbeitenden Menschen, hat also auch immer das Wohl der Mitarbeiter im Auge. Das Eine ohne das Andere geht eben nicht.

S

chon kurz nach dem Krieg gab es mit August Marx den ersten Belegschaftssprecher, der allerdings noch vom „Chef“ eingesetzt wurde. Ein ganz besonderes Verhältnis also. Einen „echten“ Betriebsrat gibt es bei Meiko seit 1963, also erst 11 Jahre nach Inkrafttreten des Betriebsverfassungsgesetzes. Es gab 286 Wahlberechtigte, wie damals üblich aufgeteilt in Arbeiter (243) und Angestellte (43). 164 Stimmen wurden abgegeben, also eine Wahlbeteiligung von knapp 60 Prozent. Die sieben gewählten Betriebsräte entschieden sich für Robert Richter als ersten Vorsitzenden.

Schon früh gab es eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg. Der von Franz Konrad unterschriebene Brief betriff t die Tantieme des Jahres 1937 an Georg Waag, der als Konstrukteur bei Meiko gearbeitet hat. Das Dokument hat dessen Enkel Eric Waag zur Verfügung gestellt. Er selbst, sein Vater und sein Sohn sind oder waren ebenfalls im Unternehmen beschäftigt. Vier Generationen bei Meiko: eine ganz eigene Familiensaga.

Rosel Meier hat nach dem Tod ihres Mannes und später in ihrem Testament die Basis für diese Art der Zusammenarbeit gelegt. Die Stiftung als jetziger Alleineigentümer muss immer zum Wohl auch der Belegschaft handeln; das gilt für den Stiftungsrat, den Betriebsrat und die jeweiligen Geschäftsführer. Als Rosel Meier starb, hatte sie der Belegschaft einen größeren Geldbetrag überlassen, welcher die Basis für einen Sozialfonds bildete. Der Betriebsrat verwaltet den Fonds, in den jeder Mitarbeiter jeden Monat 60 Cent einbezahlt. Daraus finanziert der Betriebsrat Aufmerksamkeiten zur Geburt eines Kindes, 50. Geburtstag, bei Hochzeiten, Todesfällen 1. Grades, aber auch bei unverschuldeten Notfällen. So wurde eine größere Summe überwiesen, als das Haus eines Mitarbeiters abgebrannt war.

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1941, als Auszubildende noch Lehrlinge waren: (von links und mit zwei fehlenden Vornamen) End, Rudolf Schlindwein, Merkle, Franz Litterst, Karl Lang, Eugen Basler und Artur Link


Personalarbeit und Betriebsrat

Heinrich Zerrer (rechts) und Armin Dreher (links), Vorsitzender des Betriebsrats und sein Stellvertreter, rahmen ihre beiden freigestellten Kollegen Reinhold Kimmig und Thomas Stingl ein. Dass dieses Foto unter dem Bild des Firmengründers gemacht wurde, ist kein Zufall.

Das tarifliche Weihnachtsgeld in Höhe von 60 Prozent wurde in den letzten Jahren, durch die Zahlung eines zusätzlichen freiwilligen Weihnachtsgeldes, immer auf 100 Prozent aufgestockt – wobei es „auch schon Ausnahmen nach oben gab“. Ferienwohnungen am Schluchsee und im Allgäu werden den Mitarbeitern gegen geringe Selbstbeteiligung für eine Urlaubswoche zur Verfügung gestellt. Für die möglichst gerechte Belegung der Wohnungen und Häuser hat sich der Betriebsrat ein pfiffiges Punktesystem einfallen lassen – das aber nicht verhindert, dass der Eine oder die Andere trotzdem nicht ganz zufrieden ist.

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ass sich die Meiko ihren Mitarbeitern gegenüber in besonderem Maß sozial verantwortlich fühlt, sieht man auch an anderen Dingen: Die Einbindung der Familien erfolgt auch über Praktika, Ferienjobs oder Ausbildungen der Kinder. Wo immer möglich, versucht man, die familiären Bande als Pluspunkt einfließen zu lassen.

Dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz wird eine hohe Bedeutung beigemessen. Einige Betriebsräte wie auch die Mitarbeiter der Personalabteilung besuchen regelmäßig Seminare sowie Fachmessen für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Und seitens der Personalverantwortlichen werden immer wieder sportliche und gesundheitsfördernde Angebote gemacht. Eine ganze Motto-Woche Gesundheit wurde bereits zweimal durchgeführt, bei der Betriebsrat und Personalabteilung Hand in Hand arbeiteten. Dazu wurden regionale Anbieter der Gesundheitsbranche ins Unternehmen eingeladen. Vom Vortrag „Richtige Ernährung und ausreichendes Trinken“, Gesundheits-Checks bis hin zu praktischen Übungen in Tai-Chi, Yoga oder Body-Styling wurde ein anregendes Programm geboten. 50 Prozent der investierten Zeit hat das Unternehmen gutgeschrieben. Und so standen Mitarbeiter Schlange, um sich mit aufgesetzter Rauschbrille über die Auswirkungen von Alkoholkonsum zu informieren oder mit Hilfe eines Melanin-Tests den richtigen Sonnenschutz zu bestimmen.

Vorschlagsliste zur ersten Betriebsratswahl 1963

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Fortbildung

Meiko-Academy „Lernen – wissen – anwenden“ „Im Grunde eine einfache Regel, die dennoch nicht überall stringent gelebt wird“, erklärt Hartmut Henselmann, Leiter der Meiko Academy. Seit 2015 wird in diesem Stil gelehrt, es werden schnelle Lernerfolge erzielt, so seine Überzeugung. Es geht also sehr lebendig in den Unterrichtseinheiten der Meiko Academy zu. Henselmann weiter: „Unsere Schulungen sind gespickt von Theorie und Praxis. Die praktische Anwendbarkeit und das tatsächliche Arbeiten mit dem Erlernten steht demnach immer im Mittelpunkt.“ Das Schulungsangebot der Academy richtet sich an interne und externe Meiko-Mitarbeiter, aber auch an Marktpartner wie Fachhändler und -planer der Küchentechnik, Hygienefachkräfte aus Krankenhäusern oder Pflegeheimen, an die für Atemschutz verantwortlichen Mitarbeiter aus Feuerwehren und Produktionsbetrieben. Dazu gibt es auch übergreifende Verhaltens- und Führungsseminare. Die Veranstaltungen finden in zahlreichen Sprachen und zahlreichen Ländern statt. „In den internen

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Schulungen spritzen wir neuen Mitarbeitern so das blaue Blut“, schmunzelt Henselmann. Das merkt man insbesondere in den Veranstaltungen, in denen die Werte der Meiko vermittelt werden. Die Lehrmethode geht hier spielerisch über ein eigens entwickeltes Kartenspiel „Die Meiko-Timeline“ Weiterbildungspläne existieren inzwischen für eine ganze Reihe von Qualifikations-Levels. Und auch die internationalen Trainer werden nach den gleichen Vorgaben geschult. Ob der lokale Trainer in Kuala Lumpur oder Paris seine Seminare hält: Die sind inhaltlich gleich, aber natürlich interkulturell angepasst. Und auch die Trainer werden immer wieder auditiert. Alle Schulungen der Meiko Academy zeichnen sich durch einen besonders hohen Praxisbezug aus: gleich anwenden, was eben gelernt wurde. Erfahrene Fachreferenten, Sachverständige und ausgebildete Trainer vermitteln die Schulungsinhalte. Die aktuellen Schulungsangebote finden Interessenten auf der Webseite unter der Rubrik Unternehmen / Meiko-Academy.


Eisengießerei

Heißes Eisen Am 7. September 1947 ging ein Schreiben beim Ettenheimer Bürgermeister Ruf ein. Oskar Meier zusammen mit seinem Schwager, dem Gießerei-Ingenieur Heinrich Heck und dem Volkswirt Rudolf Dietsche, beide aus Lahr, erbaten die Genehmigung zur Errichtung einer Eisen- und Metallgießerei und wollten dafür ein Grundstück in Größe eines Hektars kaufen. Das Werk sollte sich mit Schwerund Leichtmetallguss sowie dem Grauguss in Tiegel- und Kupolöfen beschäftigen.

Zwei Wochen und eine Gemeinderatssitzung später war alles entschieden. Die Ettenheimer sagten „Ja“ und unterstützten die Firma beim Grundstückskauf, indem sie sich gegen die Ausübung des Vorkaufsrechts des Badischen Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung aussprachen: „...

minderwertiges Riedgelände, das für landwirtschaftliche Zwecke kaum benützbar ist“. Im April 1948 wurde das Grundstück „1 ha 12 ar 77 qm an die Firma „Meika (sic)“ um den Preis von Viertausendfünfhundertzehn & 80/100 Reichsmark verkauft“.

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Immer wieder spannend und nicht ganz ungefährlich: Guss in den 1970er Jahren

Wie damals üblich, war vor der Eintragung im Grundbuch „der Nachweis über die politische Nichtbelastung des Antragstellers, so vorhanden Kopie des Säuberungsbescheides“ zu erbringen. Am 26. Januar 1949 erfolgte die Gewerbeanmeldung der Eisen- und Metallgießerei bei der Stadt Ettenheim. Zu den ersten Kunden gehörten neben der Deutschen Bahn und einer Bruchsaler Motorenfabrik auch die Meiko selbst. Die Füße der Spülmaschinen waren lange Zeit noch gegossen worden und entsprechend gewichtig. Ab den 80er Jahren war es Rainer Kern, der technische Leiter aus Offenburg, der sich intensiv um „die Neuausrichtung der Gießerei kümmerte und sich Verdienste um die weitere Wettbewerbsfähigkeit erwarb“, so der damalige Geschäftsführer

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Artur Schwanz. Heute gehört Meiko nicht mehr zu den Kunden der Eisengießerei. Stattdessen werden Getriebegehäuse oder Zahnräder für Aufzugsysteme gegossen. „Wir haben eine breite Kundenpalette“, sagt Christian Meyer. Für die Automobilindustrie ist das Unternehmen allerdings nicht tätig. Dafür sind dort die Stückzahlen der Serien zu groß. „Unsere Stärke ist die Flexibilität, auf individuelle Kundenwünsche in Kleinserien einzugehen. Im Branchenvergleich haben wir einen besonders hohen Pro-Kopf-Umsatz.“ Da ist die besondere Qualität langjähriger und erfahrener Mitarbeiter wichtig. Die hat das Unternehmen, ebenso eine geringe Fluktuation. Dem steht aber gegenüber, dass das Durchschnittsalter recht hoch ist und in einem demografisch schwierigen Umfeld neue Aus-

zubildende geworben werden müssen. Wer die Ausbildung in der Eisengießerei beginnt, ist von Anfang an in die Produktion eingebunden, mit allen Vor- und Nachteilen. Allerdings werden die Azubis auch zu fast 100 Prozent übernommen. Die Antragsteller hatten bei der Gründung des Unternehmens ein realistisches Gespür für die Entwicklung der Firma. Mit acht Mitarbeitern wurde begonnen und die Hochrechnung sah eine Belegschaft von maximal 80 bis 100 Mitarbeitern vor. Geschäftsführer Christian Meyer beschäftigt nun nach fast 70 Jahren rund 50 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 12 Millionen Euro erwirtschaften. Aus den rund 30 Tonnen Guss der ersten Jahre sind inzwischen über 6.000 Tonnen pro Jahr geworden.


Nachhaltig ab Werk

Nachhaltigkeit ab Werk Es gibt nur eine Erde. Nur, wir verhalten uns so, als hätten wir eine zweite oder dritte Erde mit weiteren Ressourcen in der Hinterhand. Fast jeder weiß inzwischen, dass wir nicht so weitermachen dürfen wie bisher. Meiko tut dies schon lange nicht mehr. Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt aus der Waldwirtschaft. Es war im 18. Jahrhundert, als in Deutschland die Wälder abgeholzt wurden. Kein Mensch machte sich Gedanken um Neuanpflanzungen. Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann aus sächsischem Uradel, schrieb in seinem Buch „Sylvicultura oeconomica oder Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden Baum-Zucht“, dass er eine „continuierlich beständige und nachhaltende Nutzung“ der Wälder zur Vermeidung einer großen Noth an Holz“ für dringend geboten hält. Also: Wälder dürfen nur in dem Maße genutzt werden, wie sie natürlich nachwachsen. Sein Begriff der Nachhaltigkeit ist inzwischen auf alle Lebensbereiche übertragen und zur Kurzformel verantwortungsbewussten Handelns geworden.

Wer in Hotels oder Restaurants, bei Airlines oder in Krankenhäusern etwas für seine Ökobilanz tun will, findet dazu mit dem Einsatz neuer Spültechnologie die besten Voraussetzungen. Der Kunde kann hier die eingebaute Nachhaltigkeit gleich mitkaufen. Die Reduzierung der Wassermengen, des Einsatzes von Reinigungs-Chemie und des Energieverbrauchs, die in den letzten Jahren bei allen Herstellern in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen vorangetrieben wurden, sind beachtlich. Und Meiko immer mit an der Spitze. In den letzten 30 Jahren wurde der Wasserverbrauch um 70 Prozent und der Chemie- und Energieverbrauch um je über 30 Prozent reduziert. Betriebskosteneinsparungen und schnellere Amortisation überzeugen auch die schärfsten Rechner auf Kundenseite.

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Das lässt manchen sogar seine Investitionen vorziehen. Hier einmal an einem Beispiel vorgerechnet: Der vorzeitige Austausch einer 8 Jahre alten Maschine, bei der man ja durchaus von einer Lebensdauer von 15 Jahren ausgehen darf, kann dem Betreiber, je nach Maschineneinsatz, 20.000 Euro an Betriebskosten einsparen. Dadurch amortisiert sich eine M-iQ von Meiko bereits in rund 3 Jahren. Aber das ist nur die betriebswirtschaftliche Seite. Denn über einen reduzierten Energieverbrauch verbessert die M-iQ-Technologie die Energiebilanz und hilft so den Ausstoß von CO² um ca. 950 Millionen Tonnen pro Jahr zu verringern. Die Angaben beziehen sich auf die EuP-Studie, die das Freiburger Institut für angewandte Ökologie gemeinsam mit BIO Intelligence Service aus Frankreich im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt hat. In dieser Studie werden die in der EU betriebenen Spülmaschinen in ihrer Gesamtheit katalogisiert und, neben vielen anderen Werten, mit ihrem jeweiligen Ressourcenbedarf aufgelistet. Um das etwas greifbarer zu machen, wurde im Folgenden der Ersatz alter Technik durch die M-iQ-Technologie unterstellt und für die Bereiche Wasser, Energie, Chemie und CO2 hochgerechnet. Wasser: Die M-iQ-Technologie spart über 12 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. Diese Menge würde ausreichen, um eine Stadt mit 250.000 Einwohnern – wie Chemnitz, Kiel oder Krefeld – ein Jahr lang kostenlos mit Wasser zu versorgen. Elektroenergie: Die M-iQ-Technologie spart fast 2 Millionen Megawatt-Stunden (MWh) Strom. Eine Energiemenge, die ausreicht, um eine Stadt wie Hamburg mit rund 1,7 Millionen Einwohnern ein Jahr lang kostenlos mit Strom zu versorgen. Chemie: Die M-iQ-Technologie spart rund 100.000 Tonnen Reinigungs-Chemie pro Jahr, die somit weder produziert werden müssen noch im Abwasser die Umwelt belasten. Dazu kämen die Einsparungen in der Logistik; bei einer unterstellten Fassgröße von 500 Kilogramm wären 200.000 Auslieferungsfahrten nicht erforderlich.

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CO2: Die M-iQ-Technologie verbessert die Energiebilanz und hilft den Ausstoß an CO2 um 950 Mio. Tonnen jährlich zu verringern. Diese ökologischen Anstrengungen wurden schon früh auch in anderen Produktgruppen gemacht, zum Beispiel bei den Korbtransportautomaten der K-tronic-Serie, bei denen das „Low-EnergyManagement“ (LEM) eingeführt wurde. Im Jahr 2005 gab es hierfür den „Dr.-Georg-TriebeInnovationspreis“ in Gold. Was war gemacht worden? Erstens: Der Wirkungsgrad der Abluftwärmerückgewinnung konnte um 20 Prozent erhöht werden. Zweitens: Die Abluftemissionen, was Temperatur sowie Feuchte anging, haben die Raumluft für die Angestellten im Spülbereich deutlich günstiger werden lassen. Drittens: Durch Verbesserungen der Luftführung in der Trocknung wurden die Gebläseleistung und der Heizenergiebedarf der Spülmaschine um über 30 Prozent gesenkt. Viertens: Eine neu entwickelte Verfahrenstechnik mit prozessorientierter Energieverteilung sorgte für eine optimierte Anpassung an die wechselnden Betriebszustände etwa beim Spülstart, im Hauptspülbetrieb und während der Standby-Phase. Fünftens: Weltneuheit mit großer Wirkung. Das aktive Filtersystem ist eine Innovation, die enorme Chemie- und Wassereinsparungen ermöglicht.

Integrierte Umkehr-Osmose-Technik für M-iQ Eine echte Verbesserung der Wasserqualität für glänzende Ergebnisse bei Gläsern und Geschirr ist erst mit entsalztem, beziehungsweise Osmosewasser zu erreichen. Wie eine Vollentsalzung produziert eine Umkehr-Osmose-Anlage nahezu reines Wasser. Unter hohem Druck wird dazu das Wasser an einer Membrane vorbeigeführt, die nahezu sämtliche Inhaltsstoffe zurückhält.


Nachhaltig ab Werk

den Grundwerten des Unternehmens. „Und wenn Meiko dadurch Kosten senkt und wir uns Wettbewerbsvorteile erarbeiten, umso schöner“, sagt Bruno Gaus, der Entwicklungsleiter, und: „Der Wettlauf um noch geringere Betriebskosten wird weitergehen. Die Bedeutung aller Faktoren, die unter den Schlagworten Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit zusammengefasst werden können, wird zunehmen.“ Teilentsalzung

Vollentsalzung

Wasserenthärtung

Osmose-Technik wird nicht nur bei den Transportspülmaschinen eingesetzt, sondern auch bei den Hauben-, Universal- oder Untertischspülmaschinen. Bei der Vollentsalzung werden sämtliche Mineralien dem Wasser entzogen und gegen Ionen ausgetauscht, die keinerlei Rückstände bilden. Bei hartem Wasser ist eine Wasserenthärtung eine Grundvoraussetzung bei jeder Spülmaschine und für jedes gute Spülergebnis. Hierbei werden die „Härtebildner“ gegen Natriumionen ausgetauscht. Das Wasser wird weich und einer Verkalkung der Maschine wird wirkungsvoll vorgebeugt. Der Schutz der Umwelt spiegelt sich aber nicht nur in den geringeren Verbrauchswerten der Maschinen, sondern wird auch im Unternehmen vielfältig umgesetzt. Eine beständige Verbesserung nachhaltiger Produktion, die im Unternehmen tatsächlich aber noch nicht ausgereizt ist, und die Optimierung einer Wertschöpfungskette auch zugunsten von Mensch und Umwelt gehören zu

Das betriff t nicht nur die Produkte, sondern auch die Abläufe im Unternehmen selbst. Energiebedarf und Produktionsabfälle wurden in den letzten Jahren weiter reduziert, unvermeidbarer Abfall wird recycelt. Manchmal sind das auch nur kleine Schritte. „Wenn wir etwa unsere Verpackungen so auswählen, dass sie weitgehend recyclebar sind, und entsprechend unsere Kunden bitten, dieses Material in entsprechende Kreisläufe zurückzuführen, oder in der Firma Workshops zu Nachhaltigkeit in der Produktion und effektiverer Mülltrennung für die Belegschaft anbieten.“ Meiko ist ein Wirtschaftsunternehmen, das Gewinne erzielen muss, bei dem sich aber dennoch Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen. Die Ressourcenminimierung auf allen Ebenen ist so zum ständigen und gewünschten Innovationsbegleiter geworden.

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Singapur: Der Staat fördert Müllreduzierung Aussichtsreiche Geschäfte bieten sich derzeit in Singapur an. Die Regierung wünscht, dass ihre Bürger sich nicht mit Arbeiten wie Geschirrspülen oder Beseitigung von Essensresten aufhalten, sondern sich produktiveren Dingen widmen. Also hat sie ein Programm mit dem Namen „Productivity & Innovation Credit Scheme“ (PIC) aufgelegt. „Der Staat übernimmt 60 Prozent der Investitionskosten für innovative Produkte, sofern diese zu Personaleinsparungen führen. Hierzu zählt unter anderem die gewerbliche Spültechnik“, sagt der dortige Geschäftsführer Rudolf Kitzbichler.

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Auch für das Speiseresteentsorgungs-System „WasteStar“ gibt es ein Förderprogramm, das scheinbar genau darauf zugeschnitten ist: Die nationale Umweltorganisation NEA fördert mit „3R“ (Reduce, Reuse, Recycle) Technologien, die helfen, über ihre Lebensdauer hinweg mindestens 100 Tonnen Müll zu reduzieren oder wiederzuverwerten. Kann die Reduzierung nachgewiesen werden, unterstützt der Staat Singapur dementsprechend solche Projekte finanziell. Auch das Grand Hyatt Hotel in Singapur entschied sich bei Speiseresteentsorgung und Spültechnik für Meiko.


Nachhaltig ab Werk

Friedensreich Hundertwasser: Tanzende Formen und Farben Hundertwasser und der Baumeister und Visionär Robert Rogner haben im oststeirischen Thermenland ein Refugium errichtet, dessen Architektur im Einklang mit der Natur schwingt. Die naturnahe Bauweise und der unverkennbare Hundertwasser-Stil haben das „Rogner Bad Blumau“ zum weltweit größten bewohnbaren Gesamtkunstwerk des Künstlers gemacht. Bunte Säulen, „tanzende Fenster“, fließende Wandelgänge, bewachsene Dächer, goldene Kuppeln. Mit typischer Hundertwasser-Architektur erstreckt sich das Bauwerk in einem 42 Hektar großen hügeligen Wiesengelände. Das Zentrum bildet eine ringförmige Innen- und weitläufige Außentherme. Originelle Wohn-, Bade- und Restaurantbereiche verzweigen sich von der Mitte aus hin in die offene Landschaft. Rund 70.000 Hotel- und 65.000 Tagesgäste besuchen die Therme Rogner Bad Blumau in einem Jahr. Im Mittelpunkt stehen zwei Thermalquellen, die 14 verschiedene Innen-

und Außenthermalwasserbecken füllen. Allen voran die heiße Vulkania-Heilquelle, deren Wasser aus 3.000 Meter Tiefe mit 110 Grad Celsius und hochmineralisiert an die Erdoberfläche kommt. „Wir pflegen einen respektvollen Umgang mit unseren Ressourcen“, so Melanie Franke, die Direktorin. Das heiße Vulkanwasser dient zur Energiegewinnung und versorgt den gesamten Hotel- und Thermenbereich mit umweltfreundlichem Strom und Wärme. Die Wiesen- und Ackerflächen im Areal sind biologisch zertifiziert. Als Träger des „Österreichischen Umweltzeichens für Tourismusbetriebe“ zeigt man sich einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur verpflichtet. Analog der umweltbewussten Ausrichtung zielt auch die Küchen- und Spültechnik auf Ressourcenschonung ab. Ein Drittel des gesamten Strombedarfs wird selbst produziert, und nach den Worten von Melanie Franke werde hier auch „Wasser wie Gold“ behandelt.

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… and the winner is: Meiko Das wäre nun wirklich langweilig und grenzte an Papierverschwendung, wenn an dieser Stelle eine Aufzählung der Meiko verliehenen Auszeichnungen und Preise erfolgte; bei manchen ist das ja schon fast ein Abonnement. Aber einige aus den letzten Jahren seien dann doch genannt.

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Auszeichnungen

Zusammenfassend: „Die Meiko ist auf einem guten Weg vom Maschinenbauer zum Lösungsanbieter.“ So das Resümee von Geschäftsführer Dr. Stefan Scheringer.

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Literatur Banis, Regina S.: www.grosskuechentechnik-blog.de, Artikel: Gewerbliche Spültechnik – eine Zeitreise Brückner, Anna und Rainer Stamminger 2015. Consumer-relevant assessment of automatic dishwashing machines by a new testing procedure for ‘automatic’ programmes. Energy Efficiency 8: 171-182. doi: 10.1007/s12053-014-9284-4 Bryce, Elizabeth: Studie Steckbeckenspüler. In: American Journal of Infection Control, AmJIC 2011; 39, S. 566 ff.) oder www.Meiko.de/upload/Meiko/Web/Press/1322128540.pdf

Nath, Peter: Luftkriegsoperationen gegen die Stadt Offenburg im Ersten und Zweiten Weltkrieg. In: Die Ortenau, Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden, Offenburg 1990 (Band 70), Seite 574 ff. und Bild S. 613 www.ome-lexikon.uni-oldenburg.de/ Online Lexikon Osteuropa. Forschungsprojekt (seit 2011) des Instituts für Germanistik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Quadbeck-Seeger, Hans-Jürgen: Der Wechsel allein ist das Beständige, Weinheim, Wiley-VCH Verlag 2002

Boll, Bernd: Quellen für die badische Zeitgeschichte 1933 bis 1949. In: Die Ortenau, Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden, Offenburg 1990 (Band 70), Seite 410 ff.

Rothenberger, Karl-Heinz: Die Hungerjahre nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Geschichtliche Landeskunde, Band 46, Hrsg. Kurt Düwell und Michael Matheus. Stuttgart, 1997

Boll, Bernd: „Das wird man nie wieder los...“. Ausländische Zwangsarbeiter in Offenburg 1939 bis 1945. Pfaffenweiler, Centaurus, 1994

Ruch, Martin: Verfolgung und Widerstand in Offenburg 1933 bis 1945. Offenburg, Reiff, 1995

Eisele, Klaus und Scholtysek, Joachim (Hrsg.): Offenburg 1919 bis 1949. Konstanz, UVK, 2004

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Friedmann, Michael (Bearb.): Offenburg im Wandel. Fotografien aus der Zeit zwischen 1900 und 1925. Offenburg, Huber, 1980, S. 14

Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin 1912; Neuausgabe hrsg. von Jochen Röpke und Olaf Stiller, Berlin, 2006.

Gilleßen, C., Berkholz, P., Stamminger, R., 2013. Manual dishwashing process – a pre-assigned behaviour?, International Journal of Consumer Studies. 37, 286-290

Wachter, Robert: Fokus Patientensicherheit. McGraw Hill/ ABW, Berlin, 2010.

Gref, Lynn: The Rise and Fall of American Technology. New York, Algora Publishing, 2010 Hobart, Peter C. und M. W. Williams: The Industrial Hobarts. Donning Company Publishers, Virginia Beach, 2004 Hofmann, Johann: Industrie 4.0 – Die digitale Fabrik. Berlin, Beuth, 2017 Kern, Rainer: Die Meiko von Oskar und Rosel Meier – Vom Wiederaufbau 1945 bis zur Errichtung der Stiftung 1979. Offenburg, unveröffentlichtes Manuskript, 2007 Langenscheidt, Florian und Venohr, Bernd: Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Köln, Deutsche Standards Editionen, 2015

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Wilhelm, Sybille: 125 Jahre Spülmaschine. www.faz.net/ aktuell/technik-motor/umwelt-technik/125-jahre-spuelmaschine-als-der-abwasch-komfortabel-wurde-11520760.html Willis, Janine und Todorov, Alexander: First Impressions. Making Up Your Mind After a 100-Ms Exposure to a Face. http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1111/ j.1467-9280.2006.01750.x Zebner, Frank Georg: Design zeigt, dass ein Unternehmen lebt. www.marktundmittelstand.de/themen/strategie/design-zeigtdass-ein-unternehmen-lebt-1252631/


Literatur/Fotonachweis

Fotonachweis Meiko und Meiko-Archiv Stadtarchiv Stadt Offenburg (Seite 70, 74, 76) Archiv Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof (Seite 11) Stiftung Deutsches Hygiene Museum (Seite 86) Pressestelle 1. FC Kaiserslautern: Fritz Walter (Seite 11) Fotografen: Boland Micha (Seite 43) Thomas Hische (Seite 6) Berns Jaloszynski (Seite 84) Stephanie Jegliczka (Seite 121) Reinhard Kalisch (Seite 5, 8, 53, 94, 115) Maik Schuck (Seite 104) fotolia: mbongo (Seite 58) weerayut (Seite 14) Shutterstock: urbazon (Seite 42) MOLPIX (Seite 4, 124) sunfun (Seite 105) wikimedia: Allan warren Aleph Archeologo/WDKrause Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland from Düsseldorf/ Boppard, Deutschland Avda Axel Hindemith Benito Prieto Coussent Blake Patterson Blaues Sofa from Berlin, Deutschland Bundesarchiv, Bild 102-11505 / CC-BY-SA 3.0 Cogart Strangehill David Shankbone Dick DeMarsico, World Telegram staff photographer en:Caltech photograph First National Fishyfool Fyodor Nosov Geir Georges Biard Gge Gryffindor, panorama made by Digon Imre Solt Ingenieurlösungen

Ivo Bulanda Jaan Künnap L‘Atmosphère: Météorologie Populaire Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA - Lowe Jet Manfred Werner - Tsui Marcello Casal Jr/Agência Brasil Mike aus dem Bayerwald NASA National Media Museum from UK Omroepvereniging VARA patentimages.googleapis.com Photo: Andreas Praefcke Photographer Doug Kennedy for The Miami Herald qwesy qwesy Rama & Musée Bolo Richard Bartz Ron Kroon / Anefo Sailko sap4sud.edu.glogster.com/inventor/ Schlaier Silverisdead Stadtchronik Wien, Verlag Christian Brandstädter p. 360 State Library and Archives of Florida Superikonoskop Takahiro Kyono theilr U.S. National Archives and Records Administration United States Library of Congress‘s / Ira Rosenberg / Warner Bros., Inc. Incorporates artwork by Bill Gold William P. Gottlieb Wm. C. Greene - New York World-Telegram and the Sun wwwihm.nlm.nih.gov/ Zossolino Weitere Quellen: kids.britannica.com mhpress.eu Robert Koch Museum/Archiv im Robert-Koch-Institut, Berlin World History Archive / Alamy Stock Photo www.karcher-design.de www.quelle.de www.rewe-group.com www.sabemaf.de www.zeit.de Marlene Dietrich by George Hurrell Dank an alle Genannten und Verständnis an diejenigen, die trotz eingehender Überprüfung nicht erwähnt sind. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Regine Oehler, Pressestelle: oer@meiko.de

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Danke… … für Bilder, Ideen und Recherchehilfen sagt das Redaktionsteam mit Dr. Stefan Scheringer, Regine Oehler, Manfred Hammes und Maximilian Lichtenberg unter anderem an: Jan Adolph, Rolf Aprill, Christophe Beukenhorst, David Bindner, Micha Boland, Otmar Braunstein, Adrian Brändle, Regina Brischle, Daniel Broß, Claudia Dirschauer, Frank Döhring, Marie-Christine Gabriel, Dr. Wolfgang Gall, Steffen Geckeler, Leny Geckeler-Konrad, Doris Geiger, Edmund Griesbaum, Heidi Haberecht, Joelle Hasis, Renate Heizmann, Hartmut Henselmann, Corina Henzler, Kai Hockenjos, Birgit Hoffmann, Christoph H. Homburger, Svenja Jäger, Bernd Jaloszynski, Svenja Janes, Stephanie Jegliczka, Reinhard Kalisch, Rainer Kern, Maria Kober, Christian Kornmeier, Sonja Kuhl, Karl Lang, Richard Lehmann, Daniela Leitz, Franz Litterst, Melanie Männle, Christian Meyer, Helmut Mußgnug, Thomas Näger, Dieter Pechner, Jutta Pollich, Reinhild Portmann, Richard Pyritz, Burkhard Randel, Daniel Ratano, Erich Reinbold, Wilhelm Ritzenhoff, Dr. Martin Ruch, Winfried Rudzewitz, Gerd Sachs, Daniel Schabbach, Stefanie Schell, Günter Schmitz, Marion Schneider, Kathrin Schnabel, Elina Schniewind, Stefan Schrempp, Maik Schuck, Josef Siebert, Jörg Sieger, Peter Stäbler, Maria Thalmeyer, Simone Vollmer, Dietmar Zapf, Heinrich Zerrer, Maria Zingerle.

Impressum MEIKO Maschinenbau GmbH & Co. KG Englerstraße 3, 77652 Offenburg Telefon: Telefax: E-Mail:

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