Perspektivenwechsel - Esterhazy Nachhaltigkeitsbericht 2019 - 2021

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PANNATURA

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WEINGUT INHALT 06 VORWORT 08 IM BLICKPUNKT

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18 MIT WEITBLICK IN DIE ZUKUNFT 24 STAKEHOLDERBEZIEHUNGEN

HOSPITALITY

34 PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT 52 PANNATURA 72 WEINGUT 80 HOSPITALITY

88

88 IMMOBILIEN 98 TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN

IMMOBILIEN

108 ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

98

TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN


DER BLICK AUF DAS GANZE

Lokal agierend mit überregionaler Strahlkraft setzt Esterhazy vielfältige Akzente im pannonischen Raum. Getragen von Visionen und dem Willen, auch neue Wege zu bestreiten, ist durch die Einnahme neuer Perspektiven bereits Großes entstanden: Mit den Geschäftsbereichen PANNATURA, Immobilien, Weingut, Hospitality sowie Tourismus, Kultur und Veranstaltungen gilt das Unternehmen heute als burgenländischer Leitbetrieb und wichtiger Motor für eine nachhaltige Zukunft.


DIE SICHT DES STARS Im Herbst zur Weinlese freut man sich weniger über meine Schwarmkollegen und mich, aber ansonsten bin ich gern gesehen und genieße die Gastfreundschaft von Esterhazy.

SCHLOSS LACKENBACH Rund um Schloss Lackenbach trifft der Geist der Renaissance auf zeitgenössische Kultur.

BURG FORCHTENSTEIN Das mächtige Bau- und Bollwerk spannt den Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart

SCHLOSS ESTERHÁZY Einst Schauplatz fürstlicher Feste, bildet Schloss Esterházy heute den Rahmen für Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen.


VORWORT

WAS UNS ANTREIBT Dr. Stefan Ottrubay, Direktionsrat der Esterhazy Privatstiftungen und DI Matthias Grün, Vorstand der Esterhazy Privatstiftungen zum Perspektivenwechsel

Der bislang sechste Nachhaltigkeitsbericht von Esterhazy steht im Zeichen des Perspektivenwechsels. In welchem Kontext ist dies zu verstehen? Matthias Grün: Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, bestimmt von Wandel und Veränderungen. Rasches Reagieren auf neue Situationen und Flexibilität waren immer schon unsere Stärken, die uns besonders mit Beginn der Pandemie zugutekamen. Sprichwörtlich von einem Tag auf den anderen galt es, Routinen zu hinterfragen, Abläufe neu zu organisieren und –quer durch alle Unternehmensbereiche – neue Blickwinkel einzunehmen und sich bietende Chancen zu erkennen.

Grün: Hier greift der Perspektivenwechsel: Das altbekannte Argument „Das haben wir immer schon so gemacht“ gilt bei Esterhazy nicht. Vielmehr sind wir bestrebt, neue, innovative Wege zu gehen mit dem Ziel, das Beste für uns und die gesamte Region herauszuholen; zugleich wollen wir Vorbild sein und andere inspirieren.

Auf welche Weise erfolgt der Perspektivenwechsel?

Grün: In erster Linie durch Transparenz. Wir agieren offen und transparent gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie auch den Partnern, ja sogar gegenüber Dritten. Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Erfahrung weiterzugeben und auf diese Weise Impulse für eine nachhaltige Zukunft zu liefern, etwa in Form innovativer Architektur, die, wie zum Beispiel beim Kalandahaus oder dem Restaurant Grenadier Altes mit Neuem harmonisch verbindet. Einen großen Wirkungsbereich erzielen wir zudem mit unseren Veranstaltungen. Die Oper im Steinbruch in St. Margarethen, das HERBSTGOLD–Festival in Eisenstadt oder die BIOFELDTAGE am Seehof Donnerskirchen sind gute Beispiele dafür.

Stefan Ottrubay: Der März 2020 brachte natürlich einen großen Einschnitt für uns – Künstlerinnen und Künstler für Konzerte und die Oper im Steinbruch waren engagiert, in der Land- und Forstwirtschaft begann gerade alles zu sprießen und im Weingut wurden diverse Auslieferungen vorbereitet. Von einem Tag auf den anderen hieß es für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann Flexibilität zu zeigen. Hier kam uns zugute, dass wir seit Jahren in den Ausbau der IT und die Digitalisierung investieren – ein Schritt, der sich bezahlt gemacht hat und den wir weiter vorantreiben werden. Durch Möglichkeiten wie Videokonferenzen hat sich gezeigt, dass nicht jedes Meeting unbedingt vor Ort abgehalten werden muss – eine wichtige Erfahrung, die wir künftig nützen werden, um Dienstreisen einzusparen. Damit sind wir bereits beim zentralen Punkt dieses Nachhaltigkeitsberichts: das Erreichen von nachhaltigen Entwicklungszielen. Auf welche Weise findet dies bei Esterhazy Umsetzung? Ottrubay: Die von der UNO definierten 17 SDGs (Sustainable Development Goals) finden bei Esterhazy in allen Geschäftsbereichen Berücksichtigung: Dies beginnt beim ressourcenschonenden und digitalisierten Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft, reicht über die nachhaltige Ausrichtung von Veranstaltungen, unter anderem mit Zertifizierung als Green Event Location, bis hin zu Renovierung und Neubau nach modernsten, umweltschonenden Standards.

Auf welche Weise wird diese Vorbildwirkung gelebt und geteilt?

Welche neuen Wege wurden hinsichtlich der Kulturvermittlung beschritten? Ottrubay: Kunst und Kultur sind wesentliche Freuden des menschlichen Lebens. Als unsere Kulturbetriebe temporär schließen mussten, haben wir rasch reagiert, um den Menschen Kultur auch daheim zu ermöglichen. Mit esterhazy@home kommt sie nun mitunter nach Hause – letztendlich ebenfalls eine Form des Perspektivenwechsels. Zugleich genießen die Sammlungen der Esterhazy Privatstiftung international einen hohen Ruf, Esterhazy ist Leihgeber bei Ausstellungen in aller Welt, zuletzt in New York, Mailand oder Deutschland. Auch hier hat sich viel verändert: Wir bringen die Kultur zu den Menschen und schlagen damit eine Brücke.


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Schlagen wir noch die Brücke in die Zukunft: Wie sehen die Pläne der Esterhazy Betriebe aus? Ottrubay: Ein spannendes Projekt befindet sich in der Zielgerade: Im Eisenstädter Schlossquartier wird dieses Jahr ein Wohn-, Büro- und Hotelgebäude fertiggestellt. Für die Stadt wird das wichtige wirtschaftliche Impulse bringen. Das nächste große Projekt bildet das Seebad Breitenbrunn. Das Erreichen ehrgeiziger, aber ebenso nachhaltiger Ziele genießt in allen unseren Unternehmensbereichen hohe Priorität, da werden wir auch weiterhin aufhorchen lassen. Grün: Wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent fortführen. Wichtige Stützen dabei sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Partner und Stakeholder. Wenn alle an einem Strang ziehen, gelingt es gemeinsam, auch in herausfordernden Zeiten den Erfolgskurs unseres Unternehmens und unserer Region weiter fortzusetzen.

MIT KLARER PERSPEKTIVE Dr. Stefan Ottrubay, Direk­tionsrat der Esterhazy Privatstiftungen (links) und DI Matthias Grün, Vorstand der Esterhazy Privat­stiftungen (rechts).


IM BLICKPUNKT

EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE Wirtschaftlich nachhaltiges Handeln bedeutet, betriebliche Entscheidungen, unternehmerisches Verhalten und den Umgang mit Ressourcen nicht ausschließlich von der eigenen Warte her zu sehen. Vielmehr gilt es, die Welt aus einer übergeordneten, gemeinschaftlichen Perspektive zu betrachten. In diesem Sinne ist Esterhazy der Zukunft verpflichtet. Mit welchen Ansätzen das Unternehmen dieses Ziel verfolgt, lesen Sie in diesem Nachhaltigkeitsbericht.


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BERICHTSZEITRAUM

SDGs – SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS

Dieser Bericht umfasst die Kalenderjahre 2019 bis 2021 und schließt damit nahtlos an den vorangegangenen aus den Jahren 2016 bis 2018 an. Er ist bereits der sechste seiner Art. Das erste Exemplar erschien 2006, seither gibt Esterhazy alle drei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht heraus, um neben den vielfältigen Tätigkeiten des Unternehmens auch Transparenz in allen Bereichen darzulegen.

Dieser Bericht verfolgt die sogenannten SDGs – Sustainable Development Goals. Diese wurden von den Vereinten Nationen als politische Leitlinien in Form von 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung entworfen und formuliert, um einen zukunftsfesten Reifeprozess auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und umwelttechnischer Ebene zu gewährleisten. Ökonomie, Soziales und Ökologie werden in ihrem Stellenwert als ebenbürtig eingestuft. Weiters sind die Betonung der Notwendigkeit von Menschenrechten, des Rechtsstaats, von Frieden und allgemeiner Sicherheit in den SDGs enthalten; auch weltumspannende Schwierigkeiten wie die Mittellosigkeit von Menschen, die Verwüstung von Ökosystemen sowie Überproduktion und Konsumverhalten werden thematisiert. Zur Realisierung dieser globalen Zielsetzungen sind grundsätzlich alle Staaten der Welt angehalten, wodurch jedes Land die konkrete Chance auf eine nachhaltige Entwicklung erhalten soll. Den SDGs liegt das zentrale Verständnis zugrunde, dass zur Beseitigung von Missständen eine allumfassende und gleichlaufende Vorgehensweise anstatt einer örtlichen und inhaltlichen Begrenzung erforderlich ist.

BERICHTSGRENZE Dieser Nachhaltigkeitsbericht gibt Einblicke in alle Unternehmenssparten. Abweichungen davon kommen im Reporting der Umweltkennzahlen vor, da diese nicht für alle Bereiche gleichermaßen bedeutsam sind und deshalb keine regelmäßige Erhebung stattfindet. Das Ausmaß der Beschreibung der Umweltindikatoren in diesem Bericht kann dem GRI Content Index entnommen werden.

BERICHTSINHALT Die wesentlichen Themenbereiche für diesen Bericht wurden im Zuge von Workshops, persönlichen Befragungen bei Veranstaltungen und durch Online-Fragebögen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Stakeholder erarbeitet. Zur thematischen Vertiefung der sich daraus ergebenden Kerninhalte wurden die internen Verantwortlichen der einzelnen Bereiche anschließend befragt. Von zentraler Bedeutung war hierbei die detailgetreue Abbildung der unternehmerischen Diversität unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Abgerundet wird der Bericht von generellen und auf bestimmte Fachrichtungen ausgerichteten Daten und Fakten.

BERICHTSSTANDARD Die Dokumentationsweise dieses Berichts entspricht den Prinzipien der Global Reporting Initiative Standards (GRI) hinsichtlich einer weltweit wirkungsvollen Praxis der öffentlichen Berichterstattung über ökonomische, ökologische und soziale Aspekte betrieblichen Handelns. Durch die Anlehnung an die GRI-Vorgaben auf der Grundlage der Transparenz werden globale Standardisierung und internationale Vergleichbarkeit des nachhaltigen Agierens von Esterhazy erzielt.

Diese 17 Zielsetzungen verfolgt auch dieser Nachhaltigkeitsbericht. Die entsprechenden SDG-Symbole markieren Inhalte, die einer oder mehreren dieser Bestrebungen entsprechen. Die aus der Wesentlichkeitsmatrix als relevant hervortretenden SDGs werden in der Folge im jeweiligen Abschnitt genauer erläutert.


IM BLICKPUNKT

HISTORISCHES BEWAHREN UND DIE ZUKUNFT GESTALTEN Jahrhundertelang setzten die Fürsten Esterházy im Gebiet des heutigen Burgenlands und darüber hinaus vielfältige kulturelle, wirtschaftliche und innovative Akzente. Geleitet vom Bewusstsein um das historische Erbe entstand an der Wende zum 21. Jahrhundert aus der einstigen Güterverwaltung ein modernes Unternehmen. Dieses führt in den Tätigkeitsbereichen Land- und Forstwirtschaft, Weingut, Immobilien, Tourismus, Kultur & Veranstaltungen sowie Hospitality die Tradition fort und beschreitet zugleich neue Wege.

Mit geschichtsträchtigen Kulturstätten, Erholung bietenden Ferien- und Freizeitliegenschaften, nachhaltig genutzten landund forstwirtschaftlichen Flächen, einem modernen Weingut, einer international anerkannten Sammlung historischer Objekte sowie einem breiten Angebot an Veranstaltungen leistet Esterhazy einen wesentlichen Beitrag zu Wirtschaft, Kultur und Tourismus im pannonischen Raum. Der Erhalt des historischen Erbes – sowohl im Bereich der Architektur und Kultur als auch der Landschaft und Natur – steht in allen Unternehmensbereichen an erster Stelle. Ziel ist es, dieses mit Umsicht, Leidenschaft und hohen Qualitätsanforderungen für kommende Generationen zu bewahren und weiterzuentwickeln.


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IM BLICKPUNKT

VON DER GÜTERVERWALTUNG ZUM LEITBETRIEB Aufgeschlossenheit gegenüber innovativen Konzepten, zeitgemäßer Nutzung von Gütern und Immobilien, dem Engagement und der Förderung von Kunstschaffenden sowie gegenüber technischen Neuerungen unterstreicht die Vorreiterrolle, die Esterhazy im pannonischen Raum seit über 400 Jahren einnimmt. Mit der Gründung der Esterhazy Stiftungen ab 1994 wurde das Bindeglied für die Fortsetzung dieser Traditionen geschaffen.

Um die Unteilbarkeit und den Erhalt des historischen Erbes zu gewährleisten, entstanden von 1994 bis 2004 unauflösliche Stiftungen, die die Weichen für eine moderne Ausrichtung der Esterhazy Domäne stellten. Mit der Gründung der Esterhazy Betriebe GmbH im Jahr 2002 erfolgten schrittweise die wirtschaftliche und nachhaltige Ausrichtung der einzelnen Bereiche und der Ausbau zu effizient geführten Wirtschaftsbetrieben. Auf dieser Basis wurde innerhalb von 20 Jahren aus der einstigen Güterverwaltung ein Leitbetrieb des Burgenlandes, der das Land in wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen maßgeblich mitprägt und zugleich soziale Verantwortung übernimmt.

REGIONALER AKTEUR MIT INTERNATIONALER WIRKUNG

ÜBERREGIONALER LEITBETRIEB Im Fokus von Esterhazy steht ganz klar der Schutz der Natur sowie die Bewahrung gesellschaftlicher und kultureller Werte. Diese Maxime durchdringt alle Bereiche des Unternehmens und bestimmt das Handeln seiner Vertreter und Mitarbeiter. In diesem Sinn haben die unternehmerischen Projekte und Aktivitäten eine absolute Vorbildwirkung, was die Entwicklung des Burgenlandes nachhaltig beeinflusst. Im Streben nach höchster Qualität nimmt der besonnene Umgang mit natürlichen Rohstoffen einen ebenso hohen Stellenwert ein. In starker Solidarität mit dem Land, der Region und der Bevölkerung trägt Esterhazy diese traditionellen Werte mit Ehrfurcht und Stolz auch weit über die Landesgrenzen hinaus.

In seinen fünf Unternehmensbereichen PANNATURA (Landund Forstwirtschaft), Immobilien, Weingut Esterházy, Hospitality und Kultur, Tourismus & Veranstaltungen erwirtschaftete Esterhazy 2021 einen Gesamtumsatz von 57,5 Millionen Euro – in einem weiteren Jahr, in dem die COVID-19-Pandemie die Welt in Atem hielt. Ertragsstützen waren und sind vor allem die Bereiche PANNATURA (Land- und Forstwirtschaft) und Immobilien. Seit der Gründung der Stiftungen und der Einrichtung der Esterhazy Betriebe GmbH genießen die dauerhafte Werterhaltung und die Steigerung bestehender Werte hohen Stellenwert. 2021 flossen 8 Millionen Euro in die Erhaltung und den Ausbau der historischen Anlagen. Zudem führt Esterhazy mit innovativen Projekten und einer internationalen Vernetzung den Kurs eines nachhaltigen Wachstums konsequent fort.

RICHTUNGSWEISENDE INVESTITIONEN In unmittelbarer Nähe des Schlosses Esterházy entstehen das 4-Sterne-Superior-Hotel Galántha, ein modernes Bürogebäude sowie vier Wohnhäuser mit 60 Wohnungen.


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IM BLICKPUNKT

DIE STIFTUNGEN

Fürst Paul V. Esterházy (1901–1989) hatte bereits im Alter von 19 Jahren das Majorat und damit die Verantwortung über die Güter, Immobilien und weitere Verpflichtungen übernommen. In seinem Testament setzte er seine Frau Melinda, geb. Ottrubay (1920–2014), als Universalerbin ein. Schon zu Lebzeiten des Fürsten in die Geschäfte eingebunden, führte sie diese nach seinem Tod mit Sorgfalt und Weitsicht in seinem Sinne fort.

FORTBESTAND UND UNTEILBARKEIT Als wesentlichen und zukunftsweisenden Schritt brachte Fürstin Melinda Esterházy ab 1994 das historische Erbe in unauflösliche Stiftungen ein und sicherte damit nicht nur den Fortbestand, sondern auch die Unteilbarkeit. Die Stiftungen wurden von Fürstin Melinda Esterházy dahin gehend angelegt, dass moderne Führungsstrukturen ein gesundes und nachhaltiges Wachstum aller Unternehmensbereiche erlauben. Die Erträge daraus dienen der Bewahrung und Aufwertung historischer Bauten. Weiterer Wunsch der Stifterin waren der Erhalt und die Zugänglichmachung der fürstlichen Sammlungen und Kulturgüter für ein breites Publikum. Auf diesen Grundsätzen basiert das Handeln und Wirken der Esterhazy Betriebe, ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Oktober 2019 feierten die Esterhazy Privatstiftungen mit Gästen aus Kunst, Kultur, Politik und Wirtschaft ihr 25-jähriges Bestehen.

WEITHIN SICHTBARES ENGAGEMENT Seit Gründung der Stiftungen wurden gemäß ihren Zielsetzungen 109 Millionen Euro in die Pflege, Sanierung und Aufwertung der geschichtsträchtigen Kulturdenkmäler und der Sammlungen investiert. Mit diesem Engagement ist Esterhazy in Österreich beispielgebend und bringt damit sowohl die Verbundenheit mit der Geschichte und der Region als auch die Ambition zur Geltung, diese aktiv mitzugestalten. Dieses Engagement ist weithin sichtbar: Die Schlösser in Eisenstadt und Lackenbach, Burg Forchtenstein, die Burgruine Landsee, zahlreiche Meierhöfe und historische Stadtimmobilien wurden renoviert, adaptiert und zum Teil künstlerisch modern interpretiert. Musikformate wie das HERBSTGOLD-Festival, classic.Esterhazy, die Oper im Steinbruch oder Festivals im Schlosspark sprechen ein breites Publikum an. Das Weingut, die zahlreichen Veranstaltungen und wechselnden Ausstellungen sowie internationale Leihgaben der Sammlungen, erwecken weltweit Aufsehen und stärken so die Marke Esterhazy. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft hat sich PANNATURA mit dem Bio-Landgut Esterhazy zu einem der größten Biolandwirtschaftsbetriebe Österreichs entwickelt. Die Anpassung der unternehmerischen Strukturen an nachhaltige und innovative Konzepte steht stets im Zentrum. Und genau das ist das Geheimrezept für ein gesundes, starkes Wachstum – jetzt und in Zukunft.


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Die Esterhazy Privatstiftung, die Domänen Privatstiftung und die F. E. Familien-Privatstiftung Eisenstadt sind eigenständige und selbstständig agierende juristische Personen. Nach gesonderter Beauftragung durch die Esterhazy Stiftungen erbringt die Esterhazy Betriebe GmbH Leistungen zur wirtschaftlichen Umsetzung der Stiftungsagenden.


IM BLICKPUNKT

VON STARKEN STANDBEINEN GETRAGEN Die Zuständigkeiten für unternehmerische Beschlüsse und Verantwortlichkeiten sind – nach dem Konzept einer dezentralen Unternehmensstruktur – in all diesen Bereichen stets auf mehrere Personen und Abteilungen verteilt. Hinzu kommen die betriebsinternen Abteilungen Finanz, Personal, Recht, IT und Kommunikation. Die Leitung obliegt dem Vorstand der jeweiligen Stiftung. Die Esterhazy Privatstiftung, die Domänen Privatstiftung und die F. E. Familien-Privatstiftung Eisenstadt sind eigenständige und selbstständig agierende juristische Personen. UNTERNEHMENSBEREICHE UND GESCHÄFTSFELDER

TOURISMUS, KULTUR UND VERANSTALTUNGEN

PANNATURA

ESTERHAZY BETRIEBE GMBH Geschäftsführung: Stefan Ottrubay, Matthias Grün, Andreas Ehrngruber

IMMOBILIEN

WEINGUT

HOSPITALITY


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 17

DAS HERAUSFORDERNDE JAHR 2021 IN ZAHLEN

12,4

Rund

54.500 Besucher bei der Oper Turandot im Steinbruch St. Margarethen

Festmeter Holz vermarktet

408

Über

31,5

Millionen Investitionen

Besucher bei den BIOFELDTAGEN

Totholzbewohnende Käferarten nachgewiesen

Rebstöcke

2

Millionen Videoaufrufe auf Plattformen wie esterhazy@home

Millionen Euro Leistungen für Kultur und Soziales

11.000

454

390.000

10,7

Exponate im internationalen Leihverkehr

Gäste im Seebad Breitenbrunn

316

Gäste im Boutique-Hotel „Zum Oberjäger“

Millionen Euro Umsatz

30.000

Tonnen Bio-Getreide produziert

Sonnentage zur Entspannung in den Freizeitanlagen

2.575

57,5

3.000

Millionen Euro Steuerleistung, öffentliche Abgaben und Beiträge

265.000

Rund

23

Millionen Euro Personalaufwand


MIT WEITBLICK IN DIE ZUKUNFT


DIE SICHT DES SCHMETTERLINGS Der Schlosspark ist mein zu Hause, hier finde ich genügend Blütennektar und das Kulturprogramm in dieser als Green Event Location zertifizierten Veranstaltungsstätte lädt zum Verweilen ein. Manchmal kann ich sogar Fototermine beobachten.


MIT WEITBLICK IN DIE ZUKUNFT

FÜR DIE GENERATIONEN VON MORGEN Seit Jahrhunderten gehören der Name Esterhazy und die Region des heutigen Burgenlands untrennbar zusammen. Heute steht Esterhazy für einen modernen Wirtschaftsbetrieb, der gemäß traditionellem Vorbild unter allerhöchsten, selbst auferlegten Qualitätskriterien in vorausschauender Weise für künftige Generationen agiert. Dabei nimmt die betriebliche Entfaltung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einen ebenso hohen Stellenwert ein wie der Erhalt der geschichtlich gewachsenen Diversität. In diesem Sinne profitiert auch das Burgenland von diesem wichtigen Leitbetrieb und seinen vielfältigen Tätigkeitsbereichen.

Als modernes und überregional agierendes Unternehmen richtet Esterhazy sein Handeln auf die sogenannten ESG-Kriterien aus. Environmental Social Governance (ESG) steht für einen ethisch verantwortungsvollen Investor, der sein betriebliches Tun an umwelt- und sozialpolitischen Aspekten orientiert. Diese Standards gelten weltweit als Richtwerte für nachhaltige Unternehmensführung und werden von etlichen Rating-Agenturen, Banken oder Investoren in ihre Entscheidungen miteinbezogen. Ökologisch relevante und maßgebliche Bereiche sind hier die klimatische Veränderung und Ressourcenschonung. Esterhazy vertritt die Überzeugung, dass eine rechtzeitige Reaktion auf die Folgen dieser Veränderungen schlussendlich den künftigen Kapitalaufwand reduziert, weshalb derartige Parameter stets in allen finanziellen Kalkulationen und Beschlüssen berücksichtigt werden. Eine weitere tragende Rolle nimmt die Frage ein, inwieweit angebotene Güter und Services überholt sind. Um dem entgegenzuwirken, werden die einzelnen Unternehmensbereiche bewusst divergent gehalten, beständig verbessert und adaptiert. Zu diesem Zweck legt das Unternehmen bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern großen Wert auf die Ausbildung und Förderung möglichst vielfältiger Talente. Bei dieser Form der nachhaltigen Personalrekrutierung zählen vor allem neue Ideen und Wendigkeit.

DER MENSCH IM MITTELPUNKT Sämtliche soziale Strukturen sind einem permanenten Umbruch unterworfen, was uns die zurzeit vorherrschende COVID-19Pandemie deutlich vor Augen führt. Dies betrifft alle Gesellschaftsbereiche – von der Wirtschaft über den Mobilitätssektor, die Bildung, Kultur und Kommunikation bis hin zum gesundheitlichen und privaten Bereich. Im Sinne einer agilen Organisationsentwicklung steht deshalb bei Esterhazy der Kunde als Mensch und Individuum mit Bedürfnissen im Mittelpunkt und die Unternehmensleitsätze und -werte sind mit ihm im Einklang. Das erfordert eine laufende Angleichung aller Vorgehensweisen und unternehmerischen Konzepte. Dass dies tagtäglich umgesetzt wird, liegt nicht zuletzt bei den gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit ihrem Bereich und dem gesamten Unternehmen zu hundert Prozent identifizieren und die Unternehmenswerte stets mittragen. Solide Basis für eine konsistente Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit bildet neben diesem Wissen und Engagement der laufende Dialog mit Stakeholdern. Die verschiedenen Ansätze und Ideen werden in Workshops mit dem Nachhaltigkeitsboard diskutiert und zielgerichtet aufgegriffen.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 21

VORGEHENSWEISE UND UMSETZUNG UMSETZUNG & ZIEL IM DETAIL

JAH ENTWURF EINER STRATEGIE UND NACHFOLGENDE ERSTELLUNG EINES WIRTSCHAFTSPLANS

RE

B SÜ

N GA ER

G ÜBERTRAGUNG DER ZIELSETZUNG AUF DIE UNTERNEHMENSBEREICHE

2

1

3 4

AUSARBEITUNG EINES FINANZIERUNGSKONZEPTS FÜR DIE GEPLANTE VORGEHENSWEISE

PRÄZISIERUNG DES ZIELS UNTER EINBINDUNG DER MITARBEITER

GEMEINSAM GESTALTEN Die sich stets ändernden Herausforderungen und Situationen erfordern einerseits eine unentwegte Justierung aller Unternehmensbereiche und andererseits die damit einhergehende laufende Einbindung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf diese Weise wird eine gewisse unternehmerische Flexibilität gewährleistet. Daher entwirft die Geschäftsleitung am Anfang jedes Jahres gemeinsam mit den Vertretern der Managementebenen im Zuge eines involvierenden Planungsprozesses schon für das folgende Jahr eine Strategie und einen Wirtschaftsplan. Jede Führungskraft gestaltet dazu mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis zu den Sommermonaten praktische Zielvorgaben für den jeweiligen Bereich. Die erforderlichen finanziellen Mittel zur Umsetzung werden im Herbst budgetiert, zu Jahresende

werden die anvisierten Ziele der einzelnen Sparten im Zuge von Mitarbeitergesprächen mit den persönlichen Anliegen der Beschäftigten evaluiert und individuell ausgehandelt. Werden die Vorgaben erfüllt, schlägt sich das auch in Form von Vergütungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in variablen Gehaltsbestandteilen nieder.

1 202 0

NG LU R E K C I JAH TW EN R DI E E ÜB

4 201

016 2 5 201

7 201

8 201

9 201

202

1 202


MIT WEITBLICK IN DIE ZUKUNFT

ETHIK IM UNTERNEHMEN „Nachhaltigkeit“, ein Begriff, der eigentlich aus der Forstwirtschaft stammt, erlebt vor allem in den letzten Jahren eine wahre Renaissance. Ausgehend von seinem ursprünglichen Bereich, in dem er das Prinzip beschreibt, aus einem Wald nur so viel Holz zu entnehmen, wie auch nachwachsen kann, steht „sustainable development“, so das englische Wort, heute für politisches, wirtschaftliches und ökologisches Handeln. Damit bezieht es sich nicht bloß mehr auf Bewirtschaftung oder Entnahme von Ressourcen, sondern umfasst ein ethisches Konzept, das den humanökologischen Kontext mit einem weiten Zeithorizont verbindet. Diese Verbindung ist heute gefragter denn je: Internationale Abhängigkeiten, bedrohte Biodiversität und die Dominanz großer Konzerne haben Landwirtschaft und Gesellschaft – im negativen Sinn – nachhaltig verändert. Als regional agierender Betrieb mit überregionaler Bedeutung setzt Esterhazy bewusste Schritte gegen diese Entwicklung. Bereits 2002 wurden alle eigenbewirtschafteten Teile der Landwirtschaft auf biologische Bewirtschaftung umgestellt, die PEFC-Zertifizierung im Forst garantiert von unabhängiger Stelle nachhaltige Waldbewirtschaftung. Bei Esterhazy ist die sorgsame Bewirtschaftung von Grund und Boden im Einklang mit der Natur seit jeher Selbstverständnis und Kernaufgabe des Unternehmens. Die Auszeichnung mit dem „Wildlife Estates Label“ der european landowner organisation bestätigt den konsequent verfolgten Weg einer nachhaltigen und umsichtigen Wirtschaftsweise. Bei der Neuerrichtung bzw. Adaptierung von Gebäuden werden stets höchste Energie- und Umweltstandards berücksichtigt, wodurch Erhaltung und Innovation Hand in Hand gehen. In den Stiftungsurkunden sind zudem soziale Aspekte gemeinsam mit den Werten Zukunftsfähigkeit und Vorausblick verankert. In diesem Sinn hat Nachhaltigkeit auch sehr viel mit Ethik an sich zu tun: Transparenz, Seriosität und Vertrauenswürdigkeit sind für Esterhazy feste Prämissen bei allen wirtschaftlichen Vorhaben – ein Anspruch, der sowohl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch an Geschäftspartner gestellt wird. Unlautere Geschäfte, Bestechung oder gar Korruption werden ausnahmslos nicht geduldet. Bei Vertragsunterzeichnungen und Zahlungsfreigaben bestehen mehrstufige, klar und nachvollziehbar definierte Abläufe auf Grundlage des Vier-Augen-Prinzips.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 23

VORZEIGEBETRIEB MIT VERANTWORTUNG Wir richten unseren wirtschaftlichen Kurs gleichermaßen regional/national sowie international aus. Dies spiegelt sich sowohl in der fortlaufenden Erweiterung unserer Stellung als Leitbetrieb im pannonischen Raum als auch in der Intensivierung der globalen Positionierung als universell versiertes Unternehmen wider – insbesondere in den Bereichen Tourismus, Kultur und Veranstaltungen, Weingut sowie Hospitality. Als Leitbetrieb der Land- und Forstwirtschaft sind wir uns unserer Verantwortung für die Umwelt und die Gesellschaft bewusst, weshalb wir unsere Position stets im Einklang mit der Natur und der Öffentlichkeit festigen und weiterentwickeln. Unser Antrieb wird von der Etablierung und Evolution von Esterhazy als eigene „Marke der Nachhaltigkeit“ getragen. Auf diese Weise garantieren wir eine gleichbleibende Qualität in allen Unternehmensbereichen und Erzeugnissen. Mit diesem Qualitätszertifikat geben wir unseren Kunden und Geschäftspartnern dahingehend Gewissheit und Sicherheit.

Die tagtägliche Verwirklichung dieser ehrgeizigen Ziele macht dementsprechende Maßnahmen erforderlich, vor allem Investments in die generelle Geschäftsmethodik des Unternehmens, in die Erweiterung der Wertschöpfungskette und nicht zuletzt in die im Unternehmen Beschäftigten. Esterhazy ist daher stets bestrebt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern optimale Rahmenbedingungen zu bieten, sie bestmöglich zu fördern sowie neue Arbeitsplätze zu generieren. Damit übernimmt das Unternehmen große Verantwortung für seinen unmittelbaren Bereich sowie für die ganze Region.

IM EINKLANG MIT DER NATUR Gemeinsam mit dem WWF wurde ein Projekt gestartet, um mehr über die bedrohten Seeadler zu erfahren und diese besser zu schützen.


STAKEHOLDERBEZIEHUNGEN


DIE SICHT DES STAKEHOLDERS Traumhafte Aussicht, regionale biologische Köstlichkeiten und Wildspezialitäten, dazu ein Gläschen Wein. Am Abend dann in die Oper – bei Esterhazy ist nachhaltiger Genuss in allen Facetten möglich.


STAKEHOLDERBEZIEHUNGEN

BALANCEAKT ZWISCHEN INTERESSEN Gemäß den vielfältigen Unternehmensbereichen und der multiperspektivischen Ausrichtung von Esterhazy sind auch die Interessen und Motivationen der inner- und außerbetrieblichen Stakeholder breit gefächert. Diese zu koordinieren und auszubalancieren, erfordert Weitblick und viel unternehmerisches Geschick.

Die große Herausforderung guter Stakeholderbeziehungen liegt darin, trotz unterschiedlicher Vorstellungen und Herangehensweisen die gemeinsamen Interessen im unternehmerischen Sinn zu verwirklichen. Auf der internen Seite stehen die Mitarbeiter und Organe der einzelnen Rechtsträger, auf der externen Seite Kunden, Besucher, Subunternehmer, amtliche Stellen, Banken, Kommunen, Vereine, Interessengemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen, Kunstschaffende, Forschende, Medien

LANDWIRTSCHAFT HAUTNAH ERLEBEN Die BIOFELDTAGE bringen Konsumenten und Produzenten zum wichtigen Austausch zusammen.

und Geschäftspartner. Beide Bereiche sind für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens wesentliche Parameter, daher ist es wichtig, einander in Form eines aufgeschlossenen und objektiven Austausches gegenüberzutreten. Eine klare und unmissverständliche Sprache ist hierbei unbedingt erforderlich, wenn alle – natürlich auch die Region – gleichermaßen einen Nutzen ziehen wollen.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 27

NACHHALTIGKEIT ALS RELEVANTES THEMA Der offizielle Startschuss zu den Stakeholderbefragungen erfolgte am 6. und 7. August 2021 im Rahmen der BIOFELDTAGE am Bio-Landgut Esterhazy in Donnerskirchen, bei denen mehr als 11.000 Besucherinnen und Besucher sowie rund 190 Ausstellende begrüßt wurden. Als spektakulärer Treffpunkt für Landwirtschaftsbetriebe und Konsumenten mit Live-Maschinenvorführungen, Sortenschauen und einem bunten Veranstaltungsprogramm war dies der ideale Rahmen, um die Meinungen der Gäste und Mitwirkenden einzuholen und ihre Verbindung zum Thema Nachhaltigkeit auszuloten. Teilgenommen haben 308 Besucherinnen und Besucher sowie 162 Aussteller. Als Befragungstools wurden unter den Besuchern einerseits Tablets mit gespeicherten strukturierten Fragebögen eingesetzt. Andererseits fand eine interaktive Befragung in einem eigenen Zelt vor Ort statt, wo die Teilnehmenden angeregt wurden, sich in einer Diskussion mit den SDGs (Sustainable Development Goals – Nachhaltigkeitszielen) in Verbindung mit Esterhazy auseinanderzusetzen. Die Anliegen der Aussteller wurden schriftlich beziehungsweise mittels Fragebögen ermittelt. Durch diese Umfragen wurden Effizienz und Effektivität des Unternehmens festgemacht. Die Erhebungen sollten feststellen, mit welchen Nachhaltigkeitszielen das Unternehmen in Verbindung gebracht wird und welche Aufgaben es vermehrt wahrnehmen sollte. Darüber hinaus wurde auch untersucht, welche nachhaltigen Themen die Aussteller und Besucher selbst tangieren. Unabhängig davon wurden unternehmensintern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von PANNATURA, der zentralen Dienste, von Tourismus, Kultur & Veranstaltungen, Immobilien,

Weingut und Hospitality sowie externe Stakeholder, zum überwiegenden Teil Geschäftspartner, gewerbliche Kunden, Pächter und andere, ebenfalls mittels eines Online-Fragebogens befragt. Beim finalen Kick-off-Workshop im Oktober 2021 erfolgte mit den Esterhazy Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Erarbeitung und Festlegung der Grundinhalte dieses Nachhaltigkeitsberichts. Dabei kristallisierte sich heraus, dass nachhaltige Themen grundsätzlich von hohem Interesse sind und ein beträchtlicher Teil der internen Stakeholder die publizierten Nachhaltigkeitsberichte als Informationsquelle über die zukunftsweisenden Aktivitäten des Unternehmens heranzieht. Knapp dahinter folgten das persönliche Gespräch, die Konfrontation mit nachhaltigen Unternehmenszielen und das PANNATURA Journal. Bei den externen Stakeholdern dominierte der dialogische Austausch, die veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte kamen an zweiter Stelle. Die Esterhazy Website und das PANNATURA Journal sind ebenfalls oft genutzte Quellen, um sich über nachhaltige betriebliche Aktivitäten zu informieren. Von den 17 SDG-Zielen der Vereinten Nationen und auch den allgemeinen Nachhaltigkeitsthemen wurden sowohl bei der Kick-off-Veranstaltung als auch in den Mitarbeiter- und Ausstellerbefragungen Agenden des Klima- und Umweltschutzes, der Ressourcenschonung, der CO2-Reduktion und einer biologischen Landwirtschaft auf der einen Seite und eine nachhaltige Nutzung und Erhaltung historischer Gebäude auf der anderen am stärksten mit Esterhazy in Verbindung gebracht.

VERTEILUNG DER STAKEHOLDER INTERNE STAKEHOLDER

EXTERNE STAKEHOLDER 19 % Kunden/Vertragspartner 3 % Konsumenten/Besucher

47 % Mitarbeiter 14 % Lieferanten/Dienstleister

6 % Kooperations-/Projektpartner 2 % Medien 1 % Gemeinden, Behörden, Vereine, Verbände 8 % Sonstige


STAKEHOLDERBEZIEHUNGEN

F HA

/ LT R E E W Ä U MOS P H BI

C LS S L S E LE G E Z IA SO

/ FT EN A H M SC N EH T R WI TER UN

T/


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 29

ESTERHAZY ALS BEWAHRER Das international anerkannte Drei-SäulenModell der Nachhaltigkeit (Ökologie, Wirtschaft, Soziales) prägt maßgeblich die betrieblichen Aktivitäten und Beschlüsse. Dieses Bestreben der Geschäftsführung wird auch von den Stakeholdern als überaus wichtig erachtet, vor allem im Hinblick auf die positiven Effekte für die Region und die Menschen, die dort leben und arbeiten. Was aus den Umfragen deutlich hervorging, ist Esterhazys Rolle als Bewahrer und Erhalter. Die Stakeholder vertrauen hinsichtlich der Lösungen bzw. Maßnahmen angesichts der klimatischen Veränderungen, Naturschutzes, der Ressourcenschonung und Lebensraumbewahrung, aber auch des Erhalts historischer Bauten sehr stark auf Esterhazy und setzen in diesen Bereichen ein sehr hohes Vertrauen in das Unternehmen und seine Führung.

2

HUNGER BEENDEN • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 23 % • Bio-Flächen in Landwirtschaft und Weinbau • Anpassung Sorten an klimatische Veränderungen • Geschlossene Kreisläufe, Vermeidung von Lebensmittelverschwendung

4

QUALITÄT IN DER BILDUNG • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 23 % • Aus- und Weiterbildung • Gesundheit und Sicherheit • Work-Life-Balance

6

SAUBERES WASSER UND SANITÄRE EINRICHTUNGEN • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 20 % • Erhalt der Wasserqualität • Optimierung des Wasserverbrauchs • Wasserschonende Land- und Forstwirtschaft

8

MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 41 % • Verantwortung als Leitbetrieb • Wirtschaftliche Effekte auf Region und Menschen • Vielfalt in der Belegschaft, Chancengleichheit, Förderung benachteiligter Gruppen

9

INDUSTRIE, INNOVATION UND INFRASTRUKTUR • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 33 % • Modernisierung, Digitalisierung und Innovation • Neue Technologien, z. B. Bewässerung

12 VERANTWORTUNGSVOLL KONSUMIEREN UND PRODUZIEREN • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 61 % • Nachhaltige und regionale Beschaffung • Geschützter Ursprung • Erhalt von Traditionen • Konsumentenschutz 13 HANDELN FÜR DEN KLIMASCHUTZ • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 45 % • Kampf den klimatischen Veränderungen • Umgang mit Ressourcen und Energie • Vermeidung von CO2-Emissionen 15 LEBEN AN LAND • Wichtigkeit des SDG für Esterhazy aus Sicht der Stakeholder: 77 % • Bio-Flächen in Landwirtschaft und Weinbau • Nachhaltige Holzproduktion • Erhalt von Lebensraum für Mensch und Tier


STAKEHOLDERBEZIEHUNGEN

DIE ERWARTUNGEN DER STAKEHOLDER

Klimatische Veränderungen und Umgang mit Ressourcen „Energie“, CO2-Emissionen

63 %

Bio-Flächen in Landwirtschaft und Weinbau

45 %

Konfliktfreie Nutzung der Natur für Mensch und Tier, Lebensraum für Mensch und Tier

44 %

Nachhaltige Nutzung historischer Gebäude und Erhalt sensibler Objekte

37 %

Biodiversität, Naturschutz und Außer-Nutzung-Stellung

36 %

Verantwortung als Leitbetrieb, wirtsch. Effekt auf die Region und deren Gesellschaft

36 %

Nachhaltige und regionale Beschaffung, geschützter Ursprung, Tradition

28 %

Nachhaltige Holzproduktion

27 %

Vermeidung unlauterer Geschäfte, Bestechung oder Korruption, faire Geschäftspraktiken

27 %

Kulturprogramm, Sammlungen

25 %

Mitarbeiter: Aus- und Weiterbildung, Gesundheit & Sicherheit, Work-Life-Balance

24 %

Wasserqualität & -verbrauch

24 %

Frauenförderung und Vielfalt in der Belegschaft, Chancengleichheit, Förderung benachteiligter Gruppen

22 %

Modernisierung, Digitalisierung und Innovation

21 %

Soziales Engagement

18 %

Beziehungen mit dem Land, regional vs. global, politische Rahmenbedingungen & Regeln

15 %

Transparenz und Einbeziehung von Anspruchsgruppen

9%

Konsumentenschutz

5%

Anderes

2%

STICHPROBE: N=326, Mehrfachnennungen waren möglich

0%

10 %

20 %

30 %

40 %

50 %

60 %

70 %


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 31

63 % der befragten Stakeholder erwarten sich von Esterhazy Maßnahmen gegen die klimatischen Veränderungen und einen bewussten Umgang mit Ressourcen und Energie. Die biologische Bewirtschaftung der Flächen von Landwirtschaft und Weingut sowie eine konfliktfreie Nutzung der Natur für Mensch und Tier sind für jeweils fast die Hälfte der Stakeholder von Bedeutung. Von 37 % der Befragten werden eine nachhaltige Nutzung historischer Gebäude und der Erhalt sensibler Objekte erwartet. Jeweils 36 % sehen eine Übernahme der Verantwortung als Leit-

betrieb und den Erhalt und die Förderung von Biodiversität als Pflicht von Esterhazy. Häufig genannt wurden auch eine regionale Beschaffung, nachhaltige Holzproduktion, die Vermeidung unlauterer Geschäfte, Digitalisierung, Transparenz und anderes. Alle genannten Wünsche und Erwartungen der Stakeholder an Esterhazy sind in der obenstehenden Grafik ersichtlich und sind auch in der Y-Achse der Wesentlichkeitsmatrix auf der Folgeseite in Form der SDGs dargestellt.


STAKEHOLDERBEZIEHUNGEN

GEMEINSAME ZIELE SETZEN

15

sehr bedeutend

12

13 8

3 11

weniger bedeutend

STAKEHOLDER-SICHT

bedeutend

9

17

2

7

4 6

5 14

1

weniger bedeutend

16 10

bedeutend

UNTERNEHMENSSICHT

sehr bedeutend


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 33

WESENTLICHKEITSMATRIX Um gemeinsam an einem Strang zu ziehen, ist es wichtig, die Interessen der internen und externen Stakeholder zu kennen und zu bewerten, um dann entsprechende Maßnahmen zu treffen. Die Stakeholderbefragung des Berichtszeitraums wurde diesmal besonders breit angelegt: Als Auskunftspersonen stellten sich Privatpersonen, Mitarbeiter und Unternehmer den Fragen. Den Auftakt bildeten die BIOFELDTAGE, wo sich 162 Aussteller und über 300 Besucher Zeit für die Fragen nahmen. In einem nächsten Schritt wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Strategietermin um ihre Meinung gebeten. Aus der Zusammenfassung der Ergebnisse wurde ein Online-Fragebogen ausgearbeitet, den knapp 170 Mitarbeiter und 55 externe Stakeholder beantworteten. Daraus erstellte ein externes Beratungsunternehmen gemeinsam mit dem Projektteam schließlich eine Matrix aus der die Relevanz der einzelnen SDGs hervorgeht. Den als sehr bedeutend eingestuften Themen wurden im Bericht eigene Kapitel gewidmet.

Hohe Priorität haben für die Befragten verantwortungsvolles Handeln und Produzieren im Einklang mit der Natur, Maßnahmen für den Klimaschutz, der Schutz von Land und Wasser und biologische Landwirtschaft. SDG sehr bedeutend 2

Hunger beenden - Seite 37

4 Hochwertige Bildung - Seite 48 6

Sauberes Wasser und Sanitärversorgung - Seite 50

8

Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum - Seite 48

9

Industrie, Innovation und Infrastruktur (Digitalisierung) - Seite 46

12 Verantwortungsvoll konsumieren und produzieren - Seite 40 13 Handeln für den Klimaschutz - Seite 44 15 Leben an Land - Seite 37 SDG bedeutend 3

Gesundheit und Wohlergehen

7

Günstige und saubere Energie

16 Frieden*, Gerechtigkeit und starke Institutionen SDG weniger bedeutend 1

Keine Armut

5

Gleichheit der Geschlechter

10 Weniger Ungleichheiten 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden 14 Leben unter Wasser 17 Partnerschaften

*Die Umfrage wurde 2021, also vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs, durchgeführt.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT


DIE SICHT DES SILBERREIHERS Am Westufer des Neusiedler Sees habe ich mich mit meiner Brutkolonie im Schilfgürtel angesiedelt. Aufgrund der einzigartigen Lebensraumbedingungen fühlen wir uns hier besonders wohl.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

ZUKUNFT GESTALTEN Heute Maßnahmen zu setzen, von denen künftige Generationen profitieren, bedeutet ökologisch, ökonomisch und sozial zu handeln. Diesen drei Prinzipien der Nachhaltigkeit folgend legt Esterhazy in allen Unternehmensbereichen den Maßstab hoch, um täglich aufs Neue die Weichen für morgen zu stellen. Mit 17 nachhaltigen Entwicklungszielen im Blick ziehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Strang – denn es gilt, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

17 SDGs UND ZAHLREICHE ANSÄTZE, SIE ZU ERFÜLLEN 2015 stimmten 193 Mitglieder der Vereinten Nationen durch ihre Unterschrift 17 Sustainable Development Goals (SDGs) zu, die der Politik den Handlungsrahmen vorgeben, um Armut zu bekämpfen, die Gleichstellung von Frauen zu forcieren, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und den klimatischen Veränderungen entgegenzusteuern. Die Umsetzung der Ziele ist nur

möglich, wenn alle Akteure des öffentlichen Lebens an einem Strang ziehen: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als regionaler Leitbetrieb stellt sich Esterhazy dieser Herausforderung jeden Tag und in allen Unternehmensbereichen – denn gelebte Nachhaltigkeit beginnt mit vielen kleinen Schritten.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 37

ARBEIT IM EINKLANG MIT DER NATUR DER BODEN: GRUNDLAGE DES WACHSTUMS

ÖKOSYSTEME SCHÜTZEN UND ERNÄHRUNG SICHERN Die Bewahrung der Landökosysteme und die Sicherung der Ernährung bzw. die Bekämpfung des Hungers auf der Welt gehen Hand in Hand: Eine intakte Natur ist die Grundlage für das Erreichen einer verbesserten Ernährungslage – denn wo Bienen summen, Vögel zwitschern und bunte Wiesenblumen blühen, können sich auch Obst, Getreide und Feldfrüchte besser entwickeln. Der Weg dorthin führt über nachhaltige Land- und Forstwirtschaft: Sie fördert Biodiversität, wirkt Bodenerosion entgegen und pflegt einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Boden. Dabei gilt es, sich stets neuen Herausforderungen zu stellen und ständig an vielen Rädchen zu drehen – die Natur ist im Wandel und die Devise lautet, mit ihr und nicht gegen sie zu arbeiten. Unter diesem Grundsatz setzt Esterhazy im Bereich Land- und Forstwirtschaft vielfältige Maßnahmen. Das Ziel bei PANNATURA ist klar definiert: den Lebensraum immer bestmöglich nutzbar zu machen und zugleich einen wichtigen Beitrag für Natur- und Artenschutz zu leisten. Aus diesem Grund hat Esterhazy schon vor 20 Jahren damit begonnen, die Landwirtschaft nach biologischen Grundsätzen auszurichten – ein Vorsprung, der das Unternehmen heute zu einem der Vorreiter auf diesem Gebiet macht.

Wichtige Grundlage für nachhaltige Landwirtschaft ist die intensive Auseinandersetzung mit den örtlichen Gegebenheiten: Böden, Klima, Bewuchs, aber auch die Größe der Flächen spielen dabei eine Rolle. Bei Esterhazy geht dem Anbau stets eine Analyse des Standorts und der Böden voraus, um dann sorgfältig zu bestimmen, welche Frucht am besten passt. Darauf basierend erfolgt die teilflächenspezifische Aussaat: Bessere Böden werden dichter besät, magere eher locker. Bei den Kulturen setzt Esterhazy auf Altbewährtes wie Winterbraugerste ebenso wie auf standortangepasste neue Kulturarten wie die Kichererbse. Den Ausgang bildet stets qualitativ hochwertiges Saatgut. Für den Erhalt und die Verbesserung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit ist die Fruchtfolge genau definiert: Zehrende Pflanzen wechseln sich mit solchen ab, die dem Boden Nährstoffe zurückgeben und so auf natürliche Weise die Düngung übernehmen. Getreide, Ölkürbis, Mais, Sonnenblumen, Leguminosen und Hirsearten, aber auch Sojabohnen und die bereits erwähnten Kichererbsen sorgen für Abwechslung auf den Feldern. Dies hilft nicht nur dem Untergrund, sondern fördert zugleich die Vielfalt in Fauna und Flora: Durch unterschiedlich bebaute Flächen finden zahlreiche Arten in einem Gebiet verschiedene Lebensräume und Insekten zu unterschiedlichen Zeiten Nahrung. Die Vielfalt wird auch aktiv gefördert, etwa durch die Auspflanzung oder das Stehenlassen von Hecken sowie die Anlage von sogenannten „Fenstern“ mitten in Feldstücken, die als unbebaute Flächen Tieren wertvollen Rückzugsort bieten. Begleitstreifen leisten einen weiteren wertvollen Beitrag für die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der Region. Unterstützt durch gezielte Maßnahmen, kann sich die Natur auf diese Weise parallel zur Kulturlandschaft bestmöglich entfalten.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

RÜCKKEHR ZUR VIEHWIRTSCHAFT

EINSATZ MODERNSTER TECHNIK

Dies gelingt zudem durch die Rückbesinnung auf alte Bewirtschaftungsformen. So führte Esterhazy die Viehwirtschaft wieder ein, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im nordburgenländischen Raum weitgehend verschwunden war. Bio-Angusrinder weiden seit einigen Jahren rund um den Seehof Donnerskirchen und halten damit als natürliche Landschaftspfleger nicht nur den Schilfbestand des Neusiedler Sees in Zaum, sondern pflegen zugleich die einzigartige Steppenlandschaft nahe dem Ufer. Einen ähnlichen „Auftrag“ haben die Bio-Hühner, die in mobilen Ställen auf verschiedenen Wiesen unterwegs sind. Um sie vor unliebsamen Gästen von oben zu schützen, haben sie besondere Gefährten bei sich: Neben den Bio-Hühnern weiden Bio-Ziegen, die durch ihre Anwesenheit und ihre nicht vorhersehbaren Bewegungen die Raubvögel und andere Räuber wie Füchse abschrecken.

Neben der Rückbesinnung auf traditionelle Methoden der Landwirtschaft setzt Esterhazy zusätzlich auf modernste Technik: Die Maschinen wie Traktoren entsprechen dem neuesten Stand und ermöglichen präzises und dadurch ressourcenschonendes Arbeiten auf dem Feld. GPS-gesteuerte Geräte helfen dabei, dass es bei unterschiedlichen Bearbeitungsschritten möglichst wenig Überlappung gibt, was die Effizienz steigert und überflüssige Durchgänge mindert. Bei der Wahl der Maschinen wird großer Wert auf geringen Treibstoffverbrauch sowie höchste Emissionseffizienz gelegt. Als Prämisse gilt: 1 PS/Hektar, was bedeutet, dass die Zahl der PS der eingesetzten Geräte in etwa der Anzahl der zu bearbeitenden Hektar landwirtschaftlicher Fläche entspricht. Die Maschinenkapazitäten werden effizient genutzt, optimal eingesetzt und finden auch betriebsübergreifend Verwendung. Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sensibilisieren diese für das Thema und gewährleisten die bestmögliche Inanspruchnahme von technisch ausgeklügelten Lösungen.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 39

BIO IST AUCH IM WEINBAU MÖGLICH Die ökologische Bewirtschaftung steht auch beim Weingut Esterházy seit vielen Jahren an oberster Stelle. Nach intensiver Vorbereitung erfolgte 2020 in diesem Bereich die Umstellung auf Bio-Weinbau – 2023 wird der erste Jahrgang, der durchgängig biologisch durchgeführt wird. Dieser Schritt bedeutet eine konsequente Fortsetzung des vor einigen Jahren eingeschlagenen Weges: Als Mitglied von Leithaberg DAC hat sich Esterhazy gemeinsam mit den anderen Mitgliedern, dazu verpflichtet, auf Glyphosat zu verzichten und konnte im Beikrautmanagement bereits wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Grünstreifen in den Weingärten, Laubwandmanagement und sanfter Rebschnitt sind wichtige Maßnahmen für die Reduktion künstlicher Einträge, zugleich fördern sie die Gesundheit der Reben sowie die Biodiversität in den grundsätzlich von Monokulturen geprägten Rebanlagen.

ALTES WISSEN NEU BELEBT Den sich ändernden Klimabedingungen sucht Esterhazy durch Standortanpassung beizukommen: Bereits vor einigen Jahren wurden die Vorbereitungen zur Neuanlage eines Weingartens auf einer Kuppe östlich von St. Georgen getroffen und damit die Grundlage für die Ried Pirichen geschaffen. Im April 2021

erfolgte unter Berücksichtigung der klimatischen Schichten und Bodenverhältnisse die Auspflanzung von vier Sorten. Die Anlage gilt als Paradeweingarten und ist über einen Forstweg gut erreichbar. Sie hat sich mittlerweile als beliebtes Ausflugsziel etabliert und erfüllt damit auch eine soziale Funktion. Einen nachhaltigen Schritt hinsichtlich des Ausbaus der Weine geht das Weingut Esterházy mit der Rückbesinnung auf das traditionelle Holzfass mit Eiche aus dem Leithagebirge. Während es früher gang und gäbe war, dass die Weine vom Leithaberg in Holzfässern aus der unmittelbaren Nähe reiften, war die Verfügbarkeit von heimischen Fässern gegen Ende des 20. Jahrhunderts gleich null. Das Weingut Esterházy hat sich dieser naheliegenden Form des Weinausbaus besonnen und Gebinde aus bodenständigen Hölzern in Auftrag gegeben, in denen sich der Wein, der an den Hängen des Leithagebirges wächst, mit dem Holz aus den Wäldern auf harmonische Weise verbinden kann.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

MASSVOLLER UMGANG MIT WERTVOLLEN RESSOURCEN DIREKTER DRAHT ZU VERARBEITERN UND KONSUMENTEN

NACHHALTIGE KONSUM- UND PRODUKTIONSWEISEN Punkt 12 der Sustainable Development Goals beinhaltet nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen – ein Punkt, der in Zeiten globaler Wirtschaft und des steigenden Verbrauchs von Ressourcen aktueller ist denn je und zugleich jeden Menschen betrifft. Eines der dringenden Ziele lautet, die Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen – laut WHO landet ein Drittel davon weltweit auf dem Müll. Das bedeutet, dass wertvolle Nahrung, für deren Produktion und Beförderung Ressourcen sowie Flächen und Energie aufgewandt wurden, letztendlich achtlos entsorgt wird – eine sinnlose Verschwendung, der durch Bewusstseinsbildung und gezielte Maßnahmen entgegengewirkt werden kann. Zugleich sieht SDG 12 nachhaltige Produktionsmuster und effizienten Umgang mit Ressourcen vor – eine Verantwortung, der bei Esterhazy auf vielfältige Art Rechnung getragen wird.

WISSEN, WOHER DAS ESSEN KOMMT Die Zahlen sind drastisch und hier gilt es, die Konsumenten wachzurütteln: Wer erlebt, wie und wo Lebensmittel produziert werden, welche Schritte es braucht, um diese vom Feld auf den Teller zu bringen, schärft das Bewusstsein für die Vorgänge der Lebensmittelproduktion. Mit den BIOFELDTAGEN hat Esterhazy 2018 gemeinsam mit namhaften Partnern und Institutionen dazu eine der größten Veranstaltungen in Österreich lanciert, der Erfolg der zweiten Auflage im Jahr 2021 gibt dem Format recht: Über 11.000 Besucherinnen und Besucher informierten sich an zwei Tagen über nachhaltige Landwirtschaft und biologische Anbaumethoden. Im Zuge der Adaptierung des Seehofs Donnerskirchen wurde 2020 in der Alten Schmiede ein Informationszentrum eingerichtet, das Einblicke in die moderne Landwirtschaft gibt. Nur wenige Schritte weiter befindet sich die neue Fleischmanufaktur: ein Verarbeitungsbetrieb, in dem Wild und Rind unter höchsten Auflagen zerlegt und veredelt werden. Große Aufmerksamkeit liegt darauf, tatsächlich alle Teile – sprichwörtlich von der Nase bis zum Schwanz – zu verwerten. In Vorbereitung befindet sich die Weideschlachtung, um für die Tiere eine möglichst stressfreie Schlachtung zu gewährleisten. Die Schlachtung vor Ort verkürzt zudem Transportwege, da sie in unmittelbarer Nähe zur Fleischmanufaktur vollzogen wird.

Neben dem direkten Austausch und der Transparenz vor Ort legt PANNATURA auch großen Wert auf den direkten Dialog mit Konsumenten und Kunden. Mit der Rollenden Markthalle wurde eine mobile Verkaufseinheit geschaffen, die Lebensmittel vom Bio-Landgut Esterhazy einem größeren Kundenkreis erschließt. Der fahrende Bio-Laden hält regelmäßig in Wien, Niederösterreich sowie in den Feriensiedlungen von Esterhazy. Damit haben die Konsumenten die Möglichkeit, frische Lebensmittel direkt vom Produzenten zu kaufen und sich darüber zu informieren. Sich von der Herkunft ihres Steaks überzeugen können sich künftig die Gäste im Restaurant des Hotel Galántha, das im Sommer 2022 in Eisenstadt eröffnet wird: In einem einsehbaren Kühlschrank reift das Bio-Angusrind vom Bio-Landgut Esterhazy, das später in der Showküche am offenen Grill zubereitet wird, wodurch die Vollendung der Speisen nicht hinter der Kulisse, sondern mitten im Lokal geschieht. Um auch Fachkräften aus der Gastronomie direkten Zugang zu Lebensmitteln aus dem Hause PANNATURA zu vermitteln, unterstützt Esterhazy die Berufsnachwuchsförderungsinitiative „Amuse Bouche“ durch das Zurverfügungstellen von Wildbret aus eigener Jagd. Junge Köchinnen und Köche erhalten erstklassige Qualität aus erster Hand und bekommen zugleich einen Zugang zu Wild, das als regionales und wertvolles Lebensmittel gilt.

EDELREISER UND LEICHTGLASFLASCHEN Das Weingut Esterházy setzt ebenfalls auf mehreren Ebenen auf die Reduzierung beziehungsweise den möglichst langen Einsatz von Gütern und selbst Reben werden so adaptiert, dass sie dem konkreten Bedarf entsprechen. Bei Rotweinen kommt bei Sortenumstellung nach Möglichkeit die Umveredelung zur Anwendung: Statt zu roden und neu auszusetzen, werden auf bestehenden Stöcken Edelreiser angebracht, damit eine Sorte in eine andere verwandelt. Dies spart nicht nur den An- und Abtransport, sondern erhöht zudem die Erfolgsquote und schafft frühere Erträge als ein kompletter Austausch. Bei der Verpackung gilt: Weniger ist mehr. Etwa 75 Prozent der Weine werden in Leichtglas-Flaschen abgefüllt. Die gewichtreduzierten Gebinde sind umweltfreundlicher, da zu ihrer Herstellung weniger Rohstoffe eingesetzt werden und weniger CO2 erzeugt wird. Das geringere Gewicht wirkt sich im Transport zudem positiv auf die Emission aus.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 41

DENN DAS GUTE LIEGT SO NAH In der Gastronomie setzt Esterhazy auf regionale Lieferanten und Produkte: Im Idealfall stammen Letztere entweder aus eigener Produktion oder haben ihren Ursprung im Umkreis von rund 100 Kilometern. Durch den kontinuierlichen Ausbau des Angebots bietet PANNATURA mittlerweile eine breite Produktpalette, die auch im Hospitality-Bereich reichlich Einsatz findet. Wer beispielsweise im Boutique-Hotel „Zum Oberjäger“ in Lackenbach nächtigt und frühstückt, kommt in den Genuss von nachhaltig produzierten Lebensmitteln aus dem Hause Esterhazy. Auch das Restaurant Henrici hat sich vornehmlich heimischen Produkten verschrieben. Mit der Teilnahme an der Initiative „Too Good To Go“, die über eine App überschüssige Lebensmittel anbietet, wird der Gastronomiebetrieb künftig seinen Gästen ein zusätzliches Service bieten, um der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken. Auf regional statt global setzen zudem die Markthalle Kulinarium Burgenland und die Vinothek Selektion Burgenland: Im Zentrum stehen Lebensmittel aus heimischer Produktion bzw. die vinophile Vielfalt des Burgenlandes, darunter zahlreiche Weine aus dem Weingut Esterhazy, die keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauchen.

ÖKOLOGISCH UND WIRTSCHAFTLICH REINIGEN Einen innovativen Weg beschreiten die Hospitality-Betriebe auch hinsichtlich der Verwendung von Reinigungsmitteln. Neben besonderer Rücksicht auf ökologisch abbaubare Inhaltsstoffe werden vornehmlich ultrahoch konzentrierte Pulver bezogen, die durch Dosieranlagen bestmöglich aufbereitet werden. Dadurch ergeben sich mehrere Vorteile: Die hohe Konzentration bedingt einen geringeren Transportaufwand, verbraucht weniger Platz in der Lagerung und verursacht weniger Abfall – eine Win-win-Situation für Umwelt und Unternehmen.


TEMPERATURENTWICKLUNG IN EISENSTADT

BEZUG MITTELWERT DER JAHRE 1870-2021, QUELLE: University of Reading, www.ShowYourStripes.info


DIE SICHT DES KLIMAFORSCHERS Die klimatische Veränderung ist für Jedermann spürund messbar. Seit dem Referenzjahr 1871 ist es in Eisenstadt gerade in den letzten Jahrzehnten deutlich wärmer geworden, was große Herausforderungen mit sich bringt.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

VERÄNDERUNG BEGINNT VOR DER HAUSTÜRE DIE KRAFT DER SONNE VERBUNDEN MIT AGRARISCHER NUTZUNG

HANDELN FÜR DEN KLIMASCHUTZ Das Entgegenwirken von klimatischen Veränderungen und deren Auswirkungen hat SDG 13 zum Inhalt. Diese Entwicklungen betrifft heute alle Länder der Erde und damit den unmittelbaren Lebensraum jedes Einzelnen. Um den zunehmenden Einflüssen Einhalt zu gebieten, kann jeder vielfältige Beiträge leisten, sowohl im privaten als auch im wirtschaftlichen Bereich. Voraussetzung dafür sind ein Umdenken und das Einschlagen neuer Wege. Esterhazy hat diese Abzweigung bereits vor Jahren genommen.

ALTE MAUERN NEU INTERPRETIERT Bei der Adaptierung des Kalandahauses, einer ehemaligen Arbeiterunterkunft im Trausdorfer Meierhof, bei der Einrichtung des Boutique-Hotels „Zum Oberjäger“ in Lackenbach und bei der Implementierung der Fleischmanufaktur sowie des Informationszentrums am Seehof Donnerskirchen hat Esterhazy einen Schritt in die Vergangenheit unternommen, der zugleich einen Sprung in die Zukunft darstellt. Bei all diesen Projekten wurde alten Mauern neues Leben eingehaucht. So entstanden keine weiteren Bauwerke auf der grünen Wiese, sondern durch behutsame Sanierung hochwertige Gebäude mit neuen Nutzungen und moderner Haustechnik. Die Fleischmanufaktur ist vollständig energieautark konzipiert: Den Strom produziert eine Photovoltaik-Anlage, eine raffinierte Wärmerückgewinnung sorgt für eine ausgezeichnete Energiebilanz. Photovoltaik findet sich jedoch auch andernorts auf zahlreichen Esterhazy Immobilien und zwar dort, wo Dächer den statischen Anforderungen entsprechen und nicht in historischem Zusammenhang stehen.

Im sonnenreichen Burgenland gilt Photovoltaik nicht nur auf Dächern sondern auf Freiflächen als weiterer – und alternativloser – Beitrag, die Klimaziele zu erreichen. Im Gegensatz zu verbauten Flächen, die Böden langfristig versiegeln, werden Solarmodule mit Rammprofilen im Boden verankert, ähnlich wie es im Wein- oder Obstbau der Fall ist. Durch die geplante gleichzeitige Beweidung oder agrarische Nutzung gehen auf diese Weise keine Flächen verloren, sondern bekommen lediglich eine neue Funktion zugeschrieben. Bei allen von Esterhazy zur Verfügung gestellten Flächen wird darauf geachtet, dass ein jederzeitiger schonender Rückbau möglich ist.

KLIMASCHUTZ ZWISCHEN WIESE, WALD UND STEIN In den Bereichen Land- und Forstwirtschaft wie auch im Bergbau am Pauliberg gelten für Esterhazy höchste nachhaltige Standards. Geschlossene Nährstoffkreisläufe in der Landwirtschaft tragen nicht nur zu einem gesunden Boden bei, sondern wirken auch Auswaschung und Erosion entgegen. Der Einsatz bester agrarischer Technik – von modernen Maschinen bis zum ausgewählten Saatgut – senkt durch Präzisionsfahrten sowie gezielte Arbeitseinsätze die Emission. Der Hiebsatz in der Forstwirtschaft folgt stets nachhaltigen Kriterien: Jährlich wird so viel entnommen, wie tatsächlich wieder nachwächst. Als sichtbares Zeichen nachhaltiger Bewirtschaftung stützt PANNATURA die PEFC-Zertifizierung – sie ist für Esterhazy Auszeichnung und Verpflichtung zugleich. Umfassende Adaptierungen hin zu zukunftsweisenden Abbautechniken erfuhr in den letzten Jahren auch das Basaltwerk Pauliberg: Nachdem 2016 die Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen wurde, erfolgt nun die Umsetzung der ökologischen Ausrichtung des Betriebs. Ziele sind die Erreichung der Energieautarkie sowie die Senkung der Emissionen etwa durch Einsatz von Förderbändern statt LKW.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 45

FÜR GÄSTE NUR DAS BESTE Die Orangerie im Schlosspark Eisenstadt sowie Schloss Esterházy sind als Green Event Locations zertifiziert. Das bedeutet, dass sie mit ihrem Angebot Kriterien wie biologische, saisonale und regionale bzw. fair produzierte Lebensmittel, fleischlose Gerichte, Abfallvermeidung bzw. -trennung, Ressourcenschonung und Barrierefreiheit erfüllen. Diese Kriterien gelten weitgehend auch im Hospitality-Bereich, wo sich unter anderem das Energie-, Wasser- und Abfallmanagement auf dem neuesten Stand befindet. Das Restaurant Henrici verfügt über eine neue Be- und Entlüftungsanlage, die höchsten Umweltstandards entspricht. Modernste Technik kommt auch im Wohn-, Büro- und Hotelkomplex im Schlossquartier zum Einsatz: Eine zentrale Gebäudeleittechnik regelt Licht, Heizung oder Belüftung nach Faktoren wie Außentemperatur, Sonnenstand und Wind.

REINER WEIN UND SAUBERE ENERGIE Mit der Kraft der Sonne erzeugt auch das Weingut Esterházy seinen Strom durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach. Durch die Anlage kann der Eigenverbrauch nahezu gedeckt werden, die Amortisationszeit liegt unter sechs Jahren. Um die Wege zu den Rieden möglichst kurz zu halten, erfolgte in den letzten Jahren eine Reduktion der Flächen auf 65 Hektar mit dem Ziel, Weingärten ausschließlich im Umkreis von zehn Kilometern rund um das Weingut zu bewirtschaften. Die Lagen konzentrieren sich nun auf die Gemeinden St. Margarethen, Großhöflein, Rust und St. Georgen. In den Rebanlagen achtet Esterhazy auf schonende Bearbeitung, möglichst lange Lebensdauer der Reben und minimalen Einsatz von Wasser. Lediglich Junganlagen erhalten in den ersten Jahren eine Wasserdotation, um gleichmäßiges Wachstum anzukurbeln und zu fördern. Zugleich unterstützt der Einsatz spezieller Rechen das Vordringen der Wurzeln in den Boden – sobald diese eine gewisse Tiefe erreicht haben, wird die Bewässerung eingestellt. Durch umsichtigen Wassereinsatz werden für die Produktion einer Flasche Wein circa 12 Liter Wasser aufgewendet – in Kalifornien sind es rund 100-mal so viel.

EFFIZIENTER BETRIEB DURCH HOHE STANDARDS So vielschichtig wie der Bereich Immobilien präsentieren sich auch die Maßnahmen, die in diesem Unternehmenszweig umgesetzt werden. Hohe Priorität hat die Vereinbarkeit von historischer Substanz mit moderner Technik. Der Erhalt und die Nutzung alter Strukturen gewährleisten deren Fortbestehen, der Einbau zeitgemäßer Infrastruktur wie Kanal-, Wasser- und Stromversorgung und Heizung, wie er derzeit im Schloss Esterházy vorgenommen wird, stellt eine Notwendigkeit für die künftige Nutzung dar. Neben dem möglichst energieeffizienten Betrieb von Gebäuden legt Esterhazy auch bei den Grünanlagen großen Wert auf Ressourcenschonung: Bäume, Sträucher und andere Pflanzen werden so gewählt, dass sie möglichst wenig Bewässerung benötigen, ist diese notwendig, kommt nach Möglichkeit Regenwasser zum Einsatz. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft erfolgt die Wiederverwertung von Abbruchmaterialien, bei Neubauten setzt Esterhazy auf den nachwachsenden und regionalen Baustoff Holz.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

DIGITALE ZUKUNFT DIGITALE RECHNUNG – WENIGER PAPIER

INDUSTRIE, INNOVATION UND INFRASTRUKTUR Der Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur, die Förderung einer breitenwirksamen und nachhaltigen Industrialisierung und die Unterstützung von Innovationen gelten als Ziel Nr. 9 der SDGs. Die Aufgabe der Esterhazy IT ist es, diese Ziele als starker Partner in allen Unternehmensbereichen von Esterhazy bestmöglich umzusetzen. Der Unternehmenszweig widmet sich der Optimierung von Prozessen und Abläufen durch Digitalisierung unter Berücksichtigung von IT-Security, Hardware und Software auf dem neuesten Stand. Der Vorstand des Unternehmens unterstützt dieses Vorhaben, indem er die Voraussetzungen schafft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets mit hochmodernem IT-Equipment auszustatten und neue Prozesse und Digitalisierungsprojekte zu fördern.

DIGITALISIERUNG IST ÜBERALL Ob im Wald, in der Landwirtschaft oder in den Büros – Digitalisierung durchdringt alle Unternehmensbereiche und hilft dabei, selbst traditionelle Felder zu optimieren: Jagdpächtern steht ein Jagdportal zur Verfügung, in der Feldarbeit kommt der Agrar Commander als Management-Software zum Einsatz und der OfficeBereich befindet sich in der Umstellung zur papierlosen Kommunikation. Der eingeschlagene Weg und die bereits getätigten Investitionen machten sich während der COVID-19-Pandemie bezahlt: Durch die Vorarbeit und die Erfahrung fiel die Umstellung auf digitales Arbeiten nicht so schwer, da gewisse Arbeitsabläufe schon länger auf diesem Weg durchgeführt werden.

IMMER GUT INFORMIERT Mit dem Aufbau eines firmeninternen Intranets auf der Basis von SharePoint hat Esterhazy die Grundlagen für den unternehmensinternen Aufbau und papierlosen Austausch gelegt. Die Abteilungen können eigene Seiten erstellen, auf denen die wichtigsten Informationen wie Reisekostenabrechnung, Arbeitsanweisungen usw. jederzeit in der geltenden Form abgespeichert liegen. Dies macht das Zusenden von Dokumenten/Verordnungen/Listen obsolet: Ein Klick auf die jeweilige Seite zeigt die aktuellen Daten, wodurch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet ist, dass sie auf dem neuesten Stand sind.

Im März 2021 wurde ein sich über alle Geschäftsbereiche erstreckendes System für den Eingangsrechnungsworkflow produktiv gesetzt. Im Vorfeld hatten alle Lieferanten die Information erhalten, ihre Rechnungen nicht mehr analog, sondern ausschließlich via Mail an die Rechnungs-Postfächer der einzelnen Unternehmensbereiche zu übermitteln. Die Papierflut in der Poststelle verminderte sich schlagartig, zugleich erfuhren die Qualität und die zeitliche Optimierung bei der Weiterleitung an den richtigen Ansprechpartner eine enorme Steigerung. Dieser Schritt bringt zudem organisatorische Verbesserungen mit sich: Rechnungen können unabhängig von Ort und Zeit jederzeit eingesehen, kontrolliert und genehmigt werden. So können beispielsweise Lieferscheine, die in den einzelnen Revieren anfallen, direkt zur Rechnung vor Ort hinzugefügt werden, die Fahrt nach Eisenstadt zwecks Überbringung entfällt.

ZEITERSPARNIS UND CO2-REDUKTION Das gesamte Projekt der Einführung des Rechnungsworkflows wurde beginnend mit der Analyse, der Erstellung des Anforderungskatalogs, der Auswahl der Partner und der Präsentation der einzelnen Softwareprodukte ausschließlich über MS-Teams abgewickelt. Dadurch wurden nicht nur Reisekosten und -zeiten eingespart, sondern auch der Papierverbrauch und die CO2Emission gesenkt. Einhergehend mit der Einführung der Software erfuhren die Positionen der Assistentinnen eine Aufwertung: Sie bekommen die Rechnungen als Erste im Bereich, sind als sogenannte „Queue-Verantwortliche“ Ansprechpartner für die sachlichen und monetären Freigeber. Dabei behalten sie den Überblick und können jederzeit über alle im Unternehmensbereich im Umlauf befindlichen Rechnungen Auskunft geben.

DIGITALE STUNDENERFASSUNG Wichtige Digitalisierungsschritte wurden auch im Bereich der Zeiterfassung und Abwesenheitsverwaltung gesetzt. Die Arbeiter, die bis dato ihre Zeiten in diversen Tools und Excel-Sheets erfassten, können nun direkt am Arbeitsplatz über das Mobiltelefon die Tätigkeiten, Zeiten und zugeordneten Kostenstellen erfassen. Somit kann die Personalabteilung nunmehr aus einem System vergleichbare Werte für einheitliche Berichte über alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liefern.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 47

VERTRÄGE SICHER UND TRANSPARENT VERWALTEN Das in Umsetzung befindliche Projekt DigTracy zielt auf Vereinheitlichung der Vertragsaufsetzung, -verwaltung und -archivierung ab und gewährleistet, dass nur durch die Rechtsabteilung freigegebene Verträge zum Einsatz kommen; Laufzeiten und Fristen sind über ein Dashboard einsehbar. Im Hintergrund laufen der DSGVO-konforme Aufbau des Vertragsarchivs und die gleichzeitige Verknüpfung mit entsprechenden Berechtigungen. Den Anfang nehmen Verträge der Immobilienabteilung und von PANNATURA, weitere Abteilungen folgen. Der vorerst letzte digitale Baustein, die zertifizierte Unterschrift, befindet sich gerade in der Analysephase. Sobald es möglich ist, valide Unterschriften auch digital unter Verträge zu setzen bzw. sie auch auf diesem Wege einholen zu können, wird ortsunabhängiges Arbeiten noch einfacher, denn dann entfallen Fahrten und Termine, die nur wegen einer Unterzeichnung unternommen werden müssen.

ONLINE KOMMUNIZIEREN Zur Minderung von Reisewegen leisten Videokonferenzen einen weiteren Beitrag: Ein positiver Nachklang der covidbedingten Anpassungen ist der Durchbruch, Termine zum Teil online abzuhalten. Da Besprechungen vielfach digital stattfinden, entfallen Wege zu Jour fixes, Abstimmungsmeetings und Diskussionsrunden. Auf diese Weise konnte, trotz Ausgangssperre, auch die Weihnachtsfeier des Management Forums abgehalten werden: Eine Weinverkostung und ein Klavierkonzert brachten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über eine Videokonferenz zusammen.

WORK-LIFE-BALANCE UND DIGITALISIERUNG Letztendlich wird bei Esterhazy – trotz der vielen Vorteile, die die Digitalisierung bietet – ein Punkt nicht außer Acht gelassen: Das mobile Arbeiten trägt einerseits zu einer ausgewogeneren Work-Life-Balance bei, da Fahrten ins Büro für bestimmte Arbeiten oder administrative Tätigkeiten entfallen. Andererseits besteht dadurch die Gefahr, nicht mehr richtig abzuschalten, sondern permanent auf Stand-by zu sein. Dem wird durch gesundheitsfördernde Maßnahmen entgegengewirkt. Diese finden, je nach Möglichkeit, digital oder analog statt, denn der persönliche Austausch hat nach wie vor großen Stellenwert im Unternehmen.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

BILDUNG FÖRDERN UND DIE WIRTSCHAFT STÄRKEN und kulturelle Angebote in Anspruch nehmen. Die Modernisierung und der Ausbau der Seebäder am Neusiedler See schafft zudem weitere touristische Angebote und damit Arbeitsplätze. Für die Menschen in der Region bedeuten sie wichtige Naherholungsmöglichkeiten.

HOCHWERTIGE BILDUNG; MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM Gleichberechtigte und hochwertige Bildung ist die Grundlage für nachhaltige Entwicklung, da sie neben der Verbesserung der Lebensqualität den Schlüssel zu innovativen Lösungen darstellt. Sie liegt dem Nachhaltigkeitsziel 4 zugrunde. Bildung ist zugleich eine wichtige Basis für menschenwürdige Arbeit sowie ein dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, die in SDG 8 begründet werden. Sowohl die Ausund Weiterbildung in Form von ersten Schritten im Berufsleben als auch das Prinzip des lebenslangen Lernens und die Schaffung hochwertiger und langfristiger Arbeitsplätze haben bei Esterhazy hohen Stellenwert. Das Unternehmen setzt in diesen Bereichen zahlreiche Initiativen in der Region, die weit darüber hinausstrahlen.

NATUR ALS WIRTSCHAFTSFAKTOR Als Arbeitgeber von 419 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch als burgenländischer Leitbetrieb übernimmt Esterhazy vielfältige Verantwortung im Bereich der Aus- und Weiterbildung und leistet zudem einen großen Beitrag zur Belebung der regionalen Wirtschaft und Steigerung der Wertschöpfung. PANNATURA fungiert als Ausbildungsbetrieb und arbeitet zudem mit zahlreichen NGOs zusammen. Als Flächengeber weiter Teile des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel hat das Unternehmen nicht nur zur Gründung dieses für die Region wichtigen Schutzgebiets beigetragen, sondern unterstützt es weiterhin durch zahlreiche Projekte. Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel sowie das Prädikat UNESCO Weltkulturerbe besitzen große touristische Strahlkraft: Sie sorgen für den Erhalt der einzigartigen Landschaft und setzen zugleich Impulse, diese breiten Schichten zugänglich zu machen. Damit generieren sie Wertschöpfung für die Region.

NAHERHOLUNG ALS WICHTIGER WERTSCHÖPFUNGSBEITRAG Einen großen Beitrag zur Wertschöpfung leisten auch die elf See- und Freizeitanlagen mit mehr als 5.000 Mietern: Sie tragen zusätzlich zur Belebung der regionalen Wirtschaft bei, indem die Mieter ortsansässige Betriebe beauftragen oder gastronomische

BILDUNGSAUFTRAG KULTUR UND GESCHICHTE Mehr als eine halbe Million Menschen besucht jährlich Veranstaltungen von oder bei Esterhazy – sie erleben dabei nicht nur einzelne Kulturbereiche oder Events, sondern auch das vielfältige Umfeld mit Wein, Kultur und einer einzigartigen Landschaft. Damit stellt Esterhazy einen wichtigen Wirtschaftsmotor im Land dar. In den historischen Standorten wird die Geschichte des Hauses Esterhazy und des pannonischen Grenzraums zwischen Österreich und Ungarn erlebbar. Dauerhafte Ausstellungen oder punktuelle Angebote wie das HERBSTGOLD – Festival, classic.Esterhazy oder die Oper im Steinbruch bilden Publikumsmagnete, die weit über das Burgenland Bekanntheit genießen und Gäste aus dem In- und Ausland anziehen. Durch zahlreiche Kooperationen mit Schulen und Bildungseinrichtungen sowie die Schaffung entsprechender Angebote für Kinder und Jugendliche erhalten diese bereits in jungen Jahren einen Zugang zu Kunst, Kultur und Geschichte vermittelt. Die Sammlungen der Privatstiftung Esterhazy genießen international einen hohen Ruf: Leihgaben in Europa, Amerika oder Japan tragen den Namen Esterhazy weit über den pannonischen Raum hinaus und fördern den wissenschaftlichen Austausch.

AUS- UND WEITERBILDUNG IM BETRIEB Ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm gibt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betriebsintern die Möglichkeit zum lebenslangen Lernen. Das Angebot besteht einerseits aus externen fachspezifischen Schulungen und wurde 2020 um einen umfangreichen Katalog aus maßgeschneiderten Weiterbildungsmöglichkeiten durch Inhouse-Seminare erweitert. Durch die Umstellung auf Online-Kurse wurden diese auch während der covidbedingten Lockdowns abgehalten. In den Jahren 2020 und 2021 fanden insgesamt 38 Seminare statt, an denen knapp 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnahmen. Darüber hinaus hat Esterhazy ein betriebsinternes Gesundheitsprogramm zum Erhalt der Gesundheit und der Förderung des Teamgefüges ausgearbeitet. So treffen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig zu Yoga-Kursen oder Sporttrainings. Zudem unterstützt das Unternehmen die Teilnahme an Firmenläufen.


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CHANCEN FÜR JUNGE MENSCHEN Als Ausbildungsbetrieb bietet Esterhazy derzeit fünf jungen Leuten die Möglichkeit, in den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen eine Lehre zu absolvieren. Lehrlinge werden derzeit in folgenden Lehrberufen ausgebildet: InformationstechnologieSystemtechnik, Bürokauffrau/-mann, Garten- und GrünflächengestalterIn/Landschaftsgärtnerei, Gastronomiefachmann/-frau, Koch/Köchin und BerufsjägerIn. Zudem erhalten Personen über 18 Jahren in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) die Gelegenheit, ihm Rahmen der Qualifizierung „AQUA“ ihren Lehrabschluss mit verkürzter Lehrzeit nachzuholen. Unter dem Gesichtspunkt, Jugendlichen erste Berufserfahrungen zu ermöglichen, stellt Esterhazy außerdem jährlich Praktikumsplätze zur Verfügung. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, die individuellen Interessen bzw. Ausbildungen mit dem Unternehmensbereich zu vereinbaren – von Land- und Forstwirtschaft über IT bis hin zu Kultur und Tourismus. Diese Praxis wurde auch in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 beibehalten, als viele andere Betriebe Praktikumsstellen strichen. So erhielten trotz der arbeitsmarktpolitisch schwierigen Lage in diesen beiden Jahren knapp 100 Jugendliche die Möglichkeit, bei Esterhazy in das berufliche Umfeld hineinzuschnuppern.

deren Wachstum und Gesundheit gekümmert haben. Sie sind zurecht stolz auf ihre Arbeit, denn sie ist weit mehr als nur die Basis der Esterhazy Weine – sie ist deren Seele.

WICHTIGER PARTNER AM LEITHABERG Wichtiger Botschafter der Weinregion ist der Verein Leithaberg DAC, zu dessen größten Mitgliedern Esterhazy zählt. Weine aus Blaufränkisch sowie Chardonnay, Pinot Blanc, Grüner Veltliner und Neuburger, die gewissen Kriterien entsprechen, werden unter dem Gütesiegel „Leithaberg DAC“ vermarktet, das als Qualitätskriterium und mittlerweile als eine der bedeutendsten Herkünfte für hochwertige Weißweine aus Burgunderrebsorten gilt. Mit der Ausweitung auf ein dreistufiges System aus Gebiets-, Orts- und Lagenwein wurde mithilfe von Esterhazy 2022 nun die nächste Stufe im DAC-System erreicht. Der Anteil der Leithaberg-Weine wird damit in der Region deutlich steigen, zu einer nachhaltig erhöhten Sichtbarkeit am Markt führen und damit die internationale Bedeutung der Weinregion stärken.

SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ Für eine sinnstiftende Arbeit achtet das Weingut stark darauf, monotone Tätigkeiten so gut wie möglich aufzuteilen. Zudem ernten jene Personen die Trauben, die sich das ganze Jahr um

TEAMWORK IM WEINGARTEN Bei der Weinlese setzt das Weingut auf selektive Handlese.


PERSPEKTIVEN FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT

WASSER ALS GRUNDLAGE DES LEBENS sers. Ein Einzelner kann diese Themen nicht in Griff bekommen. Esterhazy übernimmt daher die überregionale Verantwortung, durch das Involvieren von Wissenschaftlern und den Dialog zu hoher Transparenz und der Herbeiführung von nachhaltigen Lösungen beizutragen.

SAUBERES WASSER UND SANITÄREINRICHTUNGEN Die Verfügbarkeit und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung weltweit zu gewährleisten, gelten als wesentlicher Faktor für sichere Ernährung und ein hygienisches Lebensumfeld. Sie stellen die Kernbotschaft von SDG 6 dar. Für Esterhazy als Eigentümer zahlreicher Freizeitsiedlungen im nördlichen Burgenland sowie als Flächengeber weiter Teile des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel hat dieser Punkt große Bedeutung. Klimatische Veränderungen und natürliche Zyklen schreiben sich unübersehbar in die Landschaft ein und drohen diese zu verändern. Das wohl augenscheinlichste und medial präsenteste Beispiel: der Neusiedler See. Er steht, wie auch weitere Seen auf Esterhazy Grund, im Fokus zahlreicher Beobachtungen und Untersuchungen – denn sauberes Wasser gilt als Grundlage des Lebens.

KATALYSATOR DER REGION Der Neusiedler See dient als Katalysator der gesamten Region und das in vieler Hinsicht. Das besondere Mikroklima, das er erzeugt, beeinflusst die Landwirtschaft ebenso wie den Weinbau und die Waldwirtschaft und gilt nicht zuletzt als bedeutender Tourismusfaktor. Was jedoch ebenso wichtig und vor allem schützenswert ist: Der See selbst und seine Umgebung bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, viele von ihnen haben hier in Österreich ihr einziges Vorkommen. Um diese zu erhalten, stellt Esterhazy dem Nationalpark Flächen zur Verfügung oder nimmt sie bewusst aus der Bewirtschaftung, um die Diversität zu fördern. Besonderes Augenmerk gilt Randzonen sowie sensiblen Bereichen wie Feuchtgebieten oder dem Seevorgelände.

EIN GEBIET, VIELE AKTEURE Die Herausforderung dabei ist groß, denn die Aufgaben, die der Neusiedler See den Akteuren stellt, sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Akteure: Eigentümer, Gemeinden und Bevölkerung, Land Burgenland, Naturschutz, Tourismus, Fischer und Gäste sind nur einige, deren Interessen es zu bündeln gilt. Das Gebot heißt: Bewusstsein zu schaffen. Hinter dem Wassermangel steckt nicht „nur“ die Niederschlagsarmut der letzten Jahre, sondern auch zunehmende Verschilfung und Verschlammung des Was-

VERMITTLUNGSFUNKTION Um diese Themen aber überhaupt in Angriff nehmen zu können, ist von Beginn an eines nötig: ein Schulterschluss zwischen den Menschen der Region und ein auf Fakten basierender Meinungsbildungsprozess. Bereits vor Jahren hat Esterhazy begonnen, diesen Prozess in Gang zu setzen, indem das Unternehmen regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu diesem sensiblen Thema veranstaltet. Denn das Schaffen eines annähernd gleichen Wissenstands bei sämtlichen Entscheidungsträgern bildet die Grundvoraussetzung, um überhaupt mit Maßnahmen beginnen zu können. Weitere Voraussetzung: die geplanten Schritte im Einklang mit der Natur und den Menschen der Region zu setzen. Hier gilt es in der Folge, über Grenzen zu denken: Als See mit Flächen in zwei Staaten ist auch die Kooperation mit Ungarn ein wesentlicher Punkt für die Zukunft des Neusiedler Sees. Dieses gemeinsame, mit Bedacht getroffene Vorgehen ist allen Unternehmensbereichen ein großes Anliegen, um den Neusiedler See langfristig zu bewahren.

SAUBERES WASSER DURCH GEWÄSSERMANAGEMENT Zugleich setzt Esterhazy an zahlreichen anderen Gewässern Maßnahmen, um diese ebenfalls für die Menschen und die Natur in einem bestmöglichen Zustand zu erhalten. Ein Beitrag ist die Mitgliedschaft im Wasserverband Neufelderseen-Gebiet. Darüber hinaus führt die Immobilienabteilung zahlreiche Maßnahmen durch, die die hohe Wasserqualität der in ihrem Bereich liegenden Gewässer gewährleistet. Alle Badeseen werden jährlich von einem unabhängigen Unternehmen untersucht und bei Bedarf entsprechende Aktionen eingeleitet. Zur Lenkung des Einstiegs der Badenden werden an vielen Badeseen Stege errichtet bzw. erneuert. Unter den Stegen finden Fische einen Rückzugsort.


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PHOTOSYNTHESE UNTER WASSER Besonderes Augenmerk erfahren die Unterwasserpflanzen, da sie nicht nur als Regulator der Wasserqualität fungieren, sondern zugleich Mikroorganismen einen Lebensraum und Fischen Verstecke sowie Platz zum Laichen bieten. Gezielte Schritte wie das Aussetzen von Pflanzen, aber auch regelmäßige Untersuchungen über die Wasserpflanzenbestände wie etwa zuletzt 2020 im Neufelder See geben Aufschluss über deren Entwicklung und Verbreitung. Ein eigens erstellter Managementplan ermöglicht es, etwaige negative Tendenzen zu erfassen und gegebenenfalls einzugreifen. So wird beispielsweise durch Belüftung von Tiefenwasserzonen eine bessere Belichtung herbeigeführt, die sich wachstumsfördernd auf eigens eingesetzte Pflanzen auswirkt. Dies vermindert wiederum die Schlammmächtigkeit in den seichteren Bereichen und trägt zu einer besseren Wasserqualität bei.

VIELFALT FÜR EIN GESUNDES ÖKOSYSTEM Im Zuge der jährlich durchgeführten Analysen der Badeseen werden von den Lebensgemeinschaften im Freiwasser zudem regelmäßig die Algen (Phytoplankton) sowie die Rädertiere und Kleinkrebse (Zooplankton) untersucht. Diese geben Rückschlüsse auf die Kreisläufe und Nahrungsbeziehungen im Wasser. Falls erforderlich, werden zudem die Bestände von Fischen oder Wasserpflanzen aufgenommen um hier, wenn nötig, auf natürliche Weise einzugreifen.


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DIE SICHT DES FORSTARBEITERS Über 20 Millionen Bäume stehen in unseren Wäldern. Wir fällen nur so viele, wie auch pro Jahr nachwachsen können. Um klimatischen Veränderungen entgegenzuwirken, setzen wir über 30 verschiedene Baumarten in den Wäldern.


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EINE MARKE MIT BOTSCHAFT PANNATURA steht für verantwortungsbewusstes Handeln im Einklang mit der Natur. Ausgehend von einem traditionellen Forst- und Landwirtschaftsbetrieb wird die Vielfalt in diesem Bereich bewusst vereint.

Die traditionellen Bereiche Viehwirtschaft und Ackerbau sowie Forstwirtschaft wurden im Laufe der Jahre um zusätzliche Geschäftsfelder und Produktgruppen erweitert, sodass PANNATURA heute als einer der führenden Landwirtschaftsbetriebe Österreichs gilt. Der Name steht für Dienstleistung und Handel, Rohstoffvertrieb bis hin zur Produktveredelung. Klassische Themen wie die Jagd sind weiterhin stark präsent, innovative

Felder wie eine Fleischmanufaktur, in der Wildbret aus eigenen wie fremden Jagden weiterverarbeitet wird, unterstreichen den Gedanken von regionaler und nachhaltiger Verarbeitung. Darüber hinaus ist das Unternehmen als Leitbetrieb und als Ausbildungsbetrieb tätig. Hoher Stellenwert kommt weiters dem aktiven Natur- und Umweltschutz zu.


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BIO ALS ERFOLGSREZEPT Fachlich fundierte Bewirtschaftung, hohe biologische Produktionsstandards, Eigenverantwortung und Transparenz bilden die Basis für das Handeln. Bereits 2002 – und damit als einer der ersten Großbetriebe in Österreich – wurde begonnen, auf biologische Landwirtschaft umzustellen, heute ist das Bio-Landgut Esterhazy österreichweit ein führender Betrieb auf dem Gebiet. Bei zahlreichen Veranstaltungen wie Führungen oder den BIOFELDTAGEN geben die Expertinnen und Experten des Bio-Landguts Einblicke in die biologische Landwirtschaft und machen den Weg vom Feld auf den Teller nachvollziehbar. Auf Basis der biologischen Bewirtschaftung liegt ein wichtiger Aspekt in der naturnahen Gestaltung von Randflächen. In bewusst belassenen Brachflächen, Heckenanlagen mit Begleitstreifen oder Feldarealen im Urzustand finden Insekten, Säugetiere, Amphibien und Vögel Nahrung wie auch Verstecke. Dies fördert nicht nur die Biodiversität, sondern hilft auf natürliche Weise, die Attraktivität des Lebensraums zu erhalten. Die Felder selbst werden mit standortangepassten Sorten bebaut. Dabei hat sich neben den „klassischen“ Ackerpflanzen wie Brotgetreide das Sortiment in den letzten Jahren erheblich verbreitert: Sonnenblume, Kürbis, Soja und Kichererbsen und viele andere Kulturarten sorgen für eine abwechslungsreiche Fruchtfolge auf den Feldern. Als natürliche Landschaftspfleger weiden Bio-Angusrinder rund um den Seehof, Bio-Hühner scharren auf den Wiesen nach Würmern und belohnen dies mit Bio-Eiern bester Qualität. Um mit den sich ändernden klimatischen Bedingungen bestmöglich zurechtzukommen, wird auf angepasste Bewirtschaftungskonzepte, -kulturen und -varianten gesetzt. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Behörden wie auch wissenschaftlichen Institutionen.


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DAS BIO-LANDGUT ESTERHAZY

Der Seehof Donnerskirchen bildet das Herz und zugleich das Zentrum des Bio-Landguts Esterhazy. Mit rund 20 Jahren Expertise in der biologischen Landwirtschaft zählt es heute zu den wichtigsten Leitbetrieben auf diesem Gebiet. Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine uneingeschränkte Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber der Natur und der Einsatz moderner, ressourcenschonender Technik bilden die Grundlage für den Erfolg. Nicht nur die Größe des Betriebs, sondern auch seine Lage – angrenzend an Hutweiden, Naturschutzareale und Natura 2000-Flächen sowie die Schilfflächen des Neusiedler Sees –

kommen ihm dabei zugute: Die durchschnittliche Feldgröße beträgt rund 8,5 Hektar. Hecken schützen vor Verunreinigung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln von benachbarten Betrieben. Darüber hinaus bleibt genügend Platz, um mit Blühflächen wertvolle Lebensräume zu schaffen und so den Artenreichtum der Kulturlandschaft und das biologische Gleichgewicht zu fördern. Das Bio-Landgut Esterhazy ist Partner der NaturschutzbundKampagne „Natur verbindet“, die einer Verinselung von Lebensräumen und dem Verlust von Tier- und Pflanzenarten aktiv entgegenwirkt.


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VIELFALT IST MEHR ALS OPTISCHE FREUDE Althergebrachtes Wissen kombiniert mit modernen Produktionsmethoden – so lautet das Grundrezept auf dem Bio-Landgut Esterhazy. Denn vieles, was sich früher bewährt hat, hat auch heute noch seine Gültigkeit. Und gerade in den ökologisch wertvollen pannonischen Gebieten, wo sich fruchtbare Felder mit Trockenrasen abwechseln, wo salzige Wiesen in einen dichten Schilfbestand übergehen, ist Sensibilität gefragt. Die Landschaft rund um das Bio-Landgut Esterhazy ist von Gegensätzen geprägt und diese gilt es zu erhalten. Ein wichtiger Beitrag dazu ist der Verzicht auf synthetische Düngemittel und auf Pestizide. Stattdessen wird auf maschinelle Beikrautentfernung und auf den Standort abgestimmte Fruchtfolgen gesetzt. Sich abwechselnde Nutzartenbepflanzung verbessert die Bodenstruktur und wirkt Erosion entgegen. Auf Pflanzen, die den Boden mit Stickstoff anreichern, wie Leguminosen, werden in der Folgekultur solche gesetzt, die das Nitrogenium für ihre Entwicklung benötigen. So fördert jede Erweiterung der Fruchtfolge nicht nur die Agrobiodiversität, sondern auch die Diversität an Tieren, Begleitpflanzen und Mikroorganismen. Blühende Kulturen bilden zudem Nahrungsgrundlage für Nektar sammelnde bestäubende Insekten, wovon wiederum die umliegenden Obstkulturen profitieren. Bei der Bearbeitung der Äcker kommt neben traditionellem Wissen freilich auch modernste Technik zum Einsatz. Ressourcenschonung sowie kraftstoffsparende Arbeitsweise haben hohe Priorität – die Faustregel lautet: max. 1 PS pro Hektar. Das bedeutet, dass die Anzahl der PS des Fuhrparks der Anzahl der bewirtschafteten Hektar entspricht und die Maschinen damit optimal ausgelastet sind. Ein weiterer Beitrag zur Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger Schonung der Betriebsmittel ist die Verwendung globaler Positionsbestimmungssysteme. GPS-Spurführungssysteme für Traktoren ermöglichen ein zentimetergenaues Arbeiten, wodurch die Ackerfläche optimal genützt wird und Leer- und Doppelfahrten vermieden werden können. Digitale Bodenkarten fungieren als wichtige Entscheidungshilfen für eine moderne und zugleich umweltfreundliche Bewirtschaftung. Gerade in Zeiten klimatischer Umwälzungen, aber auch für die Forschung und Raumordnung liefern sie wertvolle Informationen zu Bodenzusammensetzungen, -formen und -analysen, Wasserverhältnissen sowie Standorteigenschaften. Auf diese Weise kommt das Unternehmen auch der Rolle als Wissensvermittler nach, was dem Bio-Landgut überregionale Bedeutung verleiht.


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NEUE FUNKTIONEN FÜR HISTORISCHE WIRTSCHAFTSGEBÄUDE

BIENEN ALS HOTELGÄSTE UND MOBILE BIO-HÜHNER

Die Wurzeln des Seehof Donnerskirchen reichen zumindest bis ins 17. Jahrhundert zurück: 1675 erstmals urkundlich erwähnt, gewann der Wirtschaftshof vor allem im 19. Jahrhundert nach einer Umstrukturierung an Bedeutung. Wie auf zahlreichen anderen Meierhöfen im pannonischen Raum entwickelten sich dorfähnliche Strukturen: Die Menschen lebten und arbeiteten hier, für ihre Kinder gab es eine eigene Schule. Werkstätten, Lagerräume, Ställe und vieles mehr bildeten die Nutzräume, die notwendig waren. Der Seehof galt als wirtschaftliches Zentrum am Westufer des Neusiedler Sees, ehe er diese Stellung im Zuge des Strukturwandels im Laufe des 20. Jahrhunderts verlor. Mehr als Unterstand denn als Wirtschaftshof genutzt, erfuhr der historische Komplex ab 2020 schließlich eine Generalsanierung. Zugleich wurde er mit neuen, innovativen Funktionen versehen. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, die alten Strukturen zu erhalten und damit das Zeugnis aus der Zeit der Meierhöfe zu bewahren. So entstand durch die Adaptierung eine spannende Symbiose zwischen historischer Substanz und moderner Nutzung. Um möglichst wenig neue Fläche zu verbauen, wurde den alten Gebäuden neues Leben eingehaucht. Das einstige Granarium, ein Getreidespeicher, ist heute ein Veranstaltungsraum, die Alte Schmiede wurde zu einem Informationszentrum ausgebaut. Beim Ausbau des Gebäudes wurde besonders auf Modernität, Transparenz und vor allem Energieautarkie gesetzt.

Außer Bio-Angusrindern sind in den letzten Jahren am BioLandgut noch andere Tiere eingezogen. Auf den Wiesen rund um den Seehof scharren und picken rund 300 glückliche BioHühner, die mit ihrem Stall von Weide zu Weide ziehen. Als vierbeinige Begleiter wurden ihnen Bio-Hüterziegen zur Seite gestellt: Diese weiden gemeinsam mit ihnen und schützen sie zugleich vor Greifvögeln. Ein eigenes „Hotel“ wurde für die Bienen errichtet: In Zusammenarbeit mit Volksschulklassen aus der Region entstand ein zweieinhalb Meter hohes und zehn Meter langes Wildbienenhotel, das mittlerweile zahlreiche verschiedene Wildbienenarten beherbergt. Dabei beziehen sie, anders als Honigbienen, „Einzelzimmer“, denn Wildbienen sind weitgehend Einzelgänger, leben solitär und bauen ihre Brutzellen allein. Nahrung finden sie auf einem rund 150.000 Quadratmeter großen Blumenwiesen-Areal. Ein eigens angelegter Schaubienenstock am Bio-Landgut gibt zudem Einblick in das geschäftige Treiben der emsigen Insekten.

Anfang 2020 wurde mit der Fleischmanufaktur ein weiterer revitalisierter Bereich am Seehof in Betrieb genommen. In einer einstigen Arbeiterunterkunft entstand ein moderner Fleischverarbeitungsbetrieb, in dem nicht nur die Bio-Angusrinder des Seehofs weiterverarbeitet werden, sondern auch Wildbret aus der eigenen Jagd sowie von Jägern aus der Region. Unter anderem erfreut sich der hier produzierte Wild-Leberkäse großer Beliebtheit. Auch Wildspezialitäten wie Pasteten, Sugo oder Hartwürste werden hier gefertigt. Die lückenlose Dokumentation von Fleischherkunft und Bio-Ursprung erfolgt durch regelmäßige externe Kontrollen, die Daten werden in modernsten EDV-Systemen erfasst und archiviert. Als einer der ersten Wildverarbeiter wurde die Fleischmanufaktur dem Assessment-Programm IFS Global Market unterzogen. Dadurch erhält der Kunde die Gewissheit, dass alle Prozesse der Erzeugung und Verarbeitung beaufsichtigt, kontrolliert und protokolliert werden, um eine konstante Produktqualität und -sicherheit nachhaltig und transparent halten und anbieten zu können. Die Fleischmanufaktur am Seehof zählt damit zu den modernsten Fleischverarbeitungsbetrieben Europas.


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ÖKOPÄDAGOGIK UND BIOFELDTAGE

MODERNES EVENT-KONZEPT

Am Bio-Landgut Esterhazy werden unter höchsten Qualitätsansprüchen regionale biologische Produkte erzeugt. Darüber hinaus nimmt es die Verantwortung wahr, über die Produktion der Lebensmittel zu informieren. Wichtiges Augenmerk wird dabei vor allem auf Kinder und Jugendliche gelegt, denn sie sind die Konsumenten von morgen. Zu diesem Zweck wurde die Alte Schmiede als Informationszentrum umgestaltet. Zugleich finden regelmäßig Exkursionen und Fachveranstaltungen statt, um transparent ein möglichst realitätsnahes Bild moderner biologischer Landwirtschaft zu vermitteln. Als wichtiges Medium in diesem Bereich haben sich die BIOFELDTAGE etabliert, die 2021 zum zweiten Mal auf dem Seehof Donnerskirchen veranstaltet wurden. Mehr als 11.000 Besucherinnen und Besucher – Fachpublikum und Konsumenten gleichermaßen – fanden während der zweitägigen Veranstaltung den Weg nach Donnerskirchen, wo auf dem ca. 70 Hektar großen Vorführungsgelände Wissensvertiefung und -austausch zu biologischen Wirtschaftsweisen in Form von Livedemonstrationen stattfand. Spektakuläre Maschinenvorführungen mit mehr als 100 Landtechnikmaschinen im Praxiseinsatz, Sortenschauen, eine Outdoor-Schauküche und Nutztierrassen-Schauen begeisterten die Gäste.

Der Seehof öffnet seine Pforten jedoch auch für andere Veranstaltungen wie den Pop-up-Heurigen, der an den Wochenenden im Sommer mit kalten und warmen Speisen und Getränken aus biologischer Landwirtschaft zahlreiche Gäste anlockt. Inmitten des historischen Ensembles genießen Besucher unter alten Bäumen Spezialitäten vom Wild, Heurigenklassiker und Wein vom Weingut Esterházy. Auch der Hofmarkt mit Bauernmarkt, Kinderspielland und einem Rahmenprogramm mit Schaukochen, Familienfest und vielem mehr ist mittlerweile zu einem Besuchermagneten geworden. Im Zentrum dieser Events stehen Produkte aus regionaler Herkunft und natürlich auch die Eigenprodukte des Bio-Landguts. Diese können verkostet und zugleich vor Ort erworben werden. In entspannter Atmosphäre können sich die Gäste direkt bei den Produzenten über die Herstellung und Verarbeitung der Nahrungsmittel informieren. Das Engagement und auch das Ambiente haben bereits österreichweit mediale Aufmerksamkeit erzielt: Im Mai 2021 machte beispielsweise die seit über 30 Jahren bekannte und beliebte Volksmusik-Livesendung des ORF „Mei liabste Weis“ im Rahmen von 100 Jahre Burgenland am Seehof Donnerskirchen Station und präsentierte musikalische und kulinarische Spezialitäten.

Besonders frequentiert waren die Versuchsanlagen des Bio-Landguts, die mit verschiedensten Kulturen unterschiedlichster Züchter bepflanzt wurden. Fachvorträge gaben Einblicke in die Praxis des biologischen Anbaus und ermöglichten die Diskussion. Ein besonderes Programm bekamen die Kleinsten geboten: An zahlreichen Stationen wie etwa einem Trettraktorparcours konnten sie ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen oder etwas über die Landwirtschaft erfahren.


PANNATURA

FORSTWIRTSCHAFT

So wie die Landwirtschaft hat sich PANNATURA als Forstbetrieb – einer der größten in Österreich – der nachhaltigen Nutzung der Natur im Einklang mit deren Schutz und Bewahrung verschrieben. Unter stets wachsenden Herausforderungen gilt es, diesem Auftrag nachzukommen, indem die Wälder laufend aktiv bewirtschaftet werden. Dies erfordert Know-how und vor allem auch regionale Kenntnis: Die Wahl von standortangepassten Bäumen ist wichtiger denn je, um Umwelteinflüssen, Schädlingen oder Krankheiten entgegenzuwirken und ein Fortbestehen der Wälder auch in Zukunft zu sichern. Eine wichtige Aufgabe ist daher das rechtzeitige Agieren: Elementare Kräfte wie

Stürme, Krankheiten etc. wirken sich massiv auf den Baumbestand aus und nehmen damit Einfluss auf Entscheidungen. Infolge der zunehmenden Niederschlagsarmut und dadurch bedingter Dürreperioden sind in den vergangenen Jahren zudem Waldbrände zu realen regionalen Bedrohungen geworden, deren Zerstörungsausmaß oft enorm sein kann. Esterhazy hat sich bereits seit langem mit diesem Thema beschäftigt und Maßnahmen gesetzt. So wurden und werden etwa Waldbrandschneisen angelegt, um den Feuerwehren die Löscharbeiten zu erleichtern und eine raschere Brandabgrenzung zu ermöglichen.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 61

FÜR BAUMARTENVIELFALT MEHRFACH AUSGEZEICHNET Das Ökosystem Wald wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Diese sind von Umweltbedingungen geprägt und beeinflussen sich wechselseitig. Standortabhängige Wetterbedingungen haben beispielsweise mehrfach Einfluss auf den Bestand, wobei diese durch die rasch voranschreitenden klimatischen Veränderungen zusätzlich beeinflusst werden. Aufgrund der langen Wachstumszeiten kann der Wald jedoch nur langsam reagieren, er schafft es also nur schwer, sich aus eigener Kraft rechtzeitig an die neuen Verhältnisse anpassen. Dieser Tatsache wird entgegengesteuert, indem bewusst Bäume gefördert und wo notwendig auch eingebracht werden, die mit Niederschlagsarmut besser zurechtkommen. So wird durch Sortenvielfalt mit einer Mischung aus Flach-, Tief- und Herzwurzlern das Risiko gestreut. In den Wäldern werden derzeit über 30 verschiedene Baumarten mit großer Sorgfalt aktiv bewirtschaftet. Sämtliche Einschläge im Forstbereich werden vom Fachpersonal ausgezeichnet und nicht mehr, als jedes Jahr nachwächst, auch entnommen. Dies entspricht dem nachhaltigen Hiebsatz. Rund 300.000 Festmeter werden pro Jahr insgesamt vermarktet. Für den sensiblen Umgang mit dem Lebensraum Wald wurde PANNATURA bereits mehrfach ausgezeichnet: Die Auszeichnung Forstbetrieb des Jahres, der PEFC Award oder das Wildlife Estates Label sind nur einige dieser Würdigungen.

BESUCHERLENKUNG STATT „VERBOTEN“ Ein weiterer Faktor, der auf die Strukturen des Waldes einwirkt, ist die massive Zunahme von Freizeitnutzern, die vor allem während der COVID-19-Pandemie deutlich angestiegen ist. Das Betreten des Waldes zu Erholungszwecken ist in Österreich erlaubt, doch gilt es dabei, sich an bestimmte Regeln zu halten. Um die Waldbesucher für ein angemessenes Verhalten in der Natur zu sensibilisieren, setzt das Unternehmen auf Aufklärungsarbeit und das Wecken von Verständnis. An den Zugängen zu markierten Wanderwegen begrüßen seit 2019 Waldtafeln und geben – mit ein wenig Augenzwinkern – Hinweise zum rücksichtsvollen Verhalten wie dem Verbleiben auf Wegen, dem Respektieren von jagd- oder forstbetrieblichen Sperrgebieten oder dem Gebot, im Wald nicht zu rauchen. Um ein möglichst friedliches Nebeneinander aller Waldbesucher und -nutzer zu gewährleisten, sind infrastrukturell gut angelegte Waldwege von großer Bedeutung. Sie halten Wanderer davon ab, querfeldein zu marschieren und sichern so Ruhezonen für das Wild. Ebenso wichtig sind markierte Reitwege und im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen gekennzeichnete Mountainbike-Routen, um sportlich tätigen Waldnutzern konfliktfreie Aufenthalte zu ermöglichen.

WALDARBEIT HAUTNAH 2019 war der Forstbetrieb Esterhazy Gastgeber der AUSTROFOMA, einer Fachmesse, die Forstmaschinen im praktischen Arbeitseinsatz zeigt. Als Flächengeber, Mitorganisator, Aussteller und Versorger mit regionalen Spezialitäten betreute PANNATURA in Forchtenstein drei Tage lang rund 21.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Sie informierten sich über innovative technische Neuerungen sowie über aktuelle Forstmaschinen, die von 150 Ausstellern aus acht Nationen auf einem fünf Kilometer langen Waldparcours präsentiert und im Arbeitseinsatz vorgeführt wurden. Die Veranstaltung war nicht nur fachlich ein Erfolg, sondern lieferte auch wichtige Impulse für die Region.

NEUE TECHNIKEN IN DER WALDBEWIRTSCHAFTUNG Waldbewirtschaftung gestaltet sich heute wechselhafter denn je. Sich ständig ändernde Umweltgegebenheiten fordern rasche Reaktionen, was wiederum eine gute Erschließung der Wälder verlangt. Die Anlegung und der Erhalt von ganzjährig befahrbaren Forststraßen sind essenziell, um eine optimale Bewirtschaftung der Wälder sicherstellen zu können. Erleichterung nicht nur bei der Orientierung, sondern auch bei der Vereinfachung von Abläufen bietet die Digitalisierung: Sie verkürzt vormals zeitintensive und aufwendige Prozesse enorm. So werden Lieferscheine heute digital ausgestellt, was den Warenverkehr erleichtert und beschleunigt. GPS-Systeme eröffnen neue Möglichkeiten in der Flächenbestimmung und mit Laserscannern können Bäume und ihre Umgebung – vom Boden oder aus der Luft – dreidimensional abgetastet werden, um so den wirtschaftlich günstigsten Erntezeitpunkt zu ermitteln.


PANNATURA

SORTENFALL UND KUNDENORIENTIERTE HOLZPRODUKTION Eine ständige Herausforderung in der Holzproduktion stellt der sogenannte Sortenfall dar, der sich aus den verschiedenen Bestandteilen eines Baumes ergibt – Blochholz wird als Sägerundholz genutzt, Faserholz findet in der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie Verwendung, Dünnholz und Astmaterial werden zu Biomasse verarbeitet. Um die unterschiedlichen Sortimente stets zu guten Konditionen verkaufen zu können, sind genaueste Kenntnisse der Kundenbedürfnisse und Marktbedingungen unabdingbar. Aus diesem Grund erhalten Mitarbeiter regelmäßige Schulungen, etwa zu den Kriterien von Übernahmekontrollen in Sägewerken oder der Qualitätsbewertung. Diese Kenntnisse unterstützen sie im persönlichen Kontakt dabei, die Ansprüche, Bedürfnisse, Wünsche und Kaufmotive der Abnehmer, die weit über den bloßen Kaufakt hinausgehen, auszuloten und entsprechend zu bewerten. Ziel ist es, den Kunden durch speziell auf ihn und seinen Bedarf abgestimmte Service- und Beratungsleistungen zufriedenzustellen. Gut geschultes Forstpersonal sowie das Angebot an Problemlösungsstrategien sind dahingehend essenzielle Schritte.

GLÜCK AUF IM BASALTWERK PAULIBERG In den Landseer Bergen, nur unweit von Ruine Landsee, liegt Österreichs jüngster Vulkan. Vor elf Millionen Jahren entstand der Pauliberg, an dessen Kuppe sich in einem länglichen Streifen von Nordwest nach Südost ein grauer Basaltstreifen zieht. Seit 1948 wird das Gestein abgebaut, damals diente es vornehmlich dem Aufbau von Straßen, heute findet es vielfältigen Einsatz: Dieser reicht von der Erzeugung von Asphalt und Beton im Straßenbau und der Verwendung als Zuschlagstoff in der Bauwirtschaft über eine Nutzung als Mineraldünger in der Landwirtschaft bis hin zum Dekorstein im öffentlichen und privaten Bereich. Nachdem der Steinbruch über Jahrzehnte verpachtet gewesen war, nahm ihn Esterhazy 2009 in die Eigenbewirtschaftung zurück und setzt nun hier den konsequenten Kurs einer nachhaltigen Bewirtschaftung um. Rund 17 Millionen Euro werden derzeit zur Sicherung der Gesteinsgewinnung und Reduktion der Emissionen mit dem Ziel aufgewendet, durch eine starke Reduktion des produktionsbedingt hohen Gesamtenergieverbrauchs eine völlige Energieautarkie zu erreichen. Die dafür notwendigen Maßnahmen sehen primär eine Verringerung des Transportaufwands der Schwerlast-LKW durch Verlegung der Vorbrechanlage und den vermehrten Einsatz von Förderbändern vor. Weiters werden für den Maschinenpark verbrauchsärmere Fahrzeuge angekauft, die auch deutlich weniger Schadstoffe

emittieren. Bei der Energieversorgung wird künftig ausschließlich auf erneuerbare Energien, wie zum Beispiel die Stromversorgung mittels Photovoltaikanlagen, gesetzt. Durch diese Schritte werden zahlreiche Arbeitsplätze sowohl im Betrieb als auch in der Region nachhaltig gesichert. Darüber hinaus sind die Abbau- und Schotterflächen des Paulibergs wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. So findet beispielsweise der Uhu als Felsenbrüter im Steinbruch ideale Strukturen vor. Selbst Pflanzenarten, die in Österreich als stark gefährdet gelten, können im Bergbaugebiet am Pauliberg nachgewiesen werden, etwa das Rosmarin-Weideröschen, der Weiden-Lattich oder der Mäuseschwanz-Federschwingel, eine Süßgrasart. Dies macht deutlich, dass eine umsichtige Bewirtschaftung weitreichende Folgen auch auf den Natur- und Artenschutz hat.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 63

JAGDREVIERE ALS PARADIES FÜR TIERE UND JÄGER Als größter privater Jagdanbieter des Burgenlandes mit 130 unterschiedlichen Revieren sieht sich Esterhazy dem Erhalt der biologischen Vielfalt verpflichtet. Über 18 Millionen Quadratmeter Biodiversitätsflächen erstrecken sich vom Seewinkel über das Leitha- und Rosaliengebirge bis ins Mittelburgenland. Die bewirtschaftete Jagdfläche beträgt 40.000 Hektar. Bedingt durch eine umsichtige Landbewirtschaftung und die besonderen klimatischen Bedingungen des pannonischen Raumes kommen in den Feld-, See- und Waldrevieren nahezu alle Arten von Schalenwild sowie Nieder- und Wasserwild vor. Aufgrund des überaus vielfältigen Tierbestands mit rund 400 verschiedenen Arten und eben dieser die Biodiversität fördernden umsichtigen Wirtschaftsweise wurde das Unternehmen mit dem Wildlife Estates Label ausgezeichnet. Mit maßgeschneiderten Biotophegekonzepten leistet die Jagd einen großen Beitrag zur Lebensraumverbesserung in diesen Regionen, und das kommt auch den nichtjagbaren Tieren zugute. Ziel ist es, bei gleichzeitiger Minimierung von Wildschäden einen gesunden Wildbestand zu erreichen. Wichtige Elemente sind hierbei die Anlage und Pflege von Äsungsstreifen und Wasserstellen sowie die Waldpflege mittels früher Durchforstungen, wodurch mehr Sonne auf den Waldboden trifft und das Äsungsangebot verbessert wird. Die jagdliche Strategie wird hier vielfach von Intervalljagd und Ruhezonen für das Wild bestimmt.

Darüber hinaus setzt Esterhazy auch zahlreiche Schritte, um das positive Image der Jagd zu stärken und etwaigen Spannungsfeldern proaktiv vorzubeugen. Neben ständigen Aus- und Weiterbildungen des jagdlichen Personals setzen die Verantwortlichen auf eine aktive Kommunikation und auf Bewusstseinsbildung nach außen, indem die positiven Einflüsse der Jägerschaft hervorgehoben werden, etwa am Beispiel der Kitzrettung. So werden im Frühjahr vor der ersten Wiesenmahd die Flächen mit Drohnen überflogen, um Jungtiere aufzuspüren und an einen sicheren Ort zu bringen. Maßnahmen wie diese machen deutlich, dass Jäger neben der jagdlichen Entnahme auch wichtige Beiträge zur Hege des Wildes leisten und damit weitere Dienste am Revier und in der Folge auch an der Gesellschaft erbringen. Zugleich ist es ein Anliegen, den Bedürfnissen von Personal und Kunden gerecht zu werden. Zu diesem Zweck wurde 2021 eine Befragung zur Revierinfrastruktur, zu Jagdstrategien, zum Konfliktfeld Naturnutzer und zum Leitbild „Jagd bei Esterhazy“ durchgeführt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Jagdpartner diese jagdliche Linie nicht nur mittragen, sondern sich aktiv an deren Weiterentwicklung beteiligen wollen. Als Leitbetrieb wird Esterhazy in der Jagd als erster Ansprechpartner zu aktuellen jagdlichen Themen gesehen. Das Unternehmen ist bestrebt, diesem Ruf durch bestmögliche Unterstützung der Jäger und durch spezifische Veranstaltungen wie Fachsymposien und Plattformen gerecht zu werden.


PANNATURA

DIENSTLEISTUNG & HANDEL Aufgrund seiner jahrelangen Expertise auf dem Gebiet einer nachhaltigen Flächenbewirtschaftung gilt PANNATURA als gefragter Ansprechpartner bei Themen rund um die Bewirtschaftung. Auf diese Nachfrage reagierend, bietet das Unternehmen diverse Dienstleistungen auch extern an: Kompetente Beratung und gebündelter Holzverkauf und -einkauf durch einen versierten Dienstleister können dazu beitragen, die Ertragssituation mancher Unternehmen enorm zu verbessern. Im Bereich der Forstbewirtschaftung bietet das Unternehmen Aufforstungen, Waldpflege, die Vorbereitung von Flächen für Baumpflanzverfahren, Förderprojekte und sogar komplette Bewirtschaftungen an. Zum regionalen wie überregionalen Kundenkreis zählen Forstbetriebe, Gemeinden und private Waldbesitzer, die sich die Expertise des Unternehmens am Markt zunutze machen. Sie schätzen nicht nur das Know-how und die Professionalität, sondern auch Fairness, Handschlagqualität, nachvollziehbare, klare Geschäftsabläufe und eine gleichbleibende Wertigkeit des Angebots, die mittels Überprüfungen zur Qualitätssicherung wie Holzabfuhr- und -übernahmekontrollen durch das eigene Fachpersonal gewährleistet bleibt. Erleichtert und dadurch auch beschleunigt werden die Prozesse in der Holzlogistik durch modernste technische Einrichtungen wie Wiegesysteme am Ladefahrzeug oder elektronische Lieferscheine. Die Holzabfuhr erfolgt bei verteilten Abnehmern in eigenen Lkw, aber auch in Zusammenarbeit mit externen Transport- und Frachtunternehmen. Bei Lieferungen an Holzwerke ist aus Gründen der Emissionseinsparung die Bahn das allererste Mittel der Wahl, mit der das Holz in Einzel-, Gruppen- oder ganzen Zügen zu den verschiedenen Abnehmern gebracht wird.

VERMARKTUNG, VERTRIEB & KOOPERATIONEN Jene Sorgfalt, die den Rohstoffen auf den Feldern und bei der Ernte zukommen, werden auch in der Weiterverarbeitung aufgewandt, ehe die Güter in veredelter Form auf den Markt gelangen. Mit der Markthalle Kulinarium Burgenland, der Rollenden Markthalle, dem PANNATURA Lebensmittel Onlineshop sowie zahlreichen Vertriebspartnern bekommen die Konsumenten die Möglichkeit, regional produzierte Bio-Lebensmittel und Wildspezialitäten zu beziehen. Die Verarbeitung der Lebensmittel wird zu einem Teil selbst übernommen, gewisse Produkte werden an ausgewählte Partnerbetriebe zur Veredelung übergeben. Auch im Vertrieb geht das Unternehmen unterschiedliche Wege. Das Brotgetreide und das Mehl vom Bio-Landgut Esterhazy sind einerseits für Kunden direkt erhältlich und wurden kürzlich auch um eine fertige Brotbackmischung erweitert. Andererseits verwenden auch regionale Bäckereien das Mehl und Kooperationen mit bekannten Handelsmarken tragen zusätzlich zur Verbreitung bei. So konnte beispielsweise Österreichs Bio-Label Nr. 1 „Ja! Natürlich“ nicht nur als einer der Hauptsponsoren der BIOFELDTAGE gewonnen werden, es nahm auch das Bio Esterhazy Baguette in sein Sortiment auf. Weiters bezieht beispielsweise Golser Bier die Braugerste, den wichtigsten Bestandteil eines Bieres, für sein BIO-Bier ausschließlich vom Bio-Landgut. Der Name Esterhazy ziert daher seit Bestehen der Zusammenarbeit das Kopfetikett jeder Flasche. Eine besondere Aufwertung in der Vermarktung kommt dem Wild zu, denn Wildfleisch gilt als gesundes, nachhaltiges und regionales Produkt, das zudem ganzjährig Saison hat. Aufgrund des eigenen Wildbestands und Zukäufen von regionalen Nachbarn kann der Bedarf ausreichend gedeckt werden. Um den Weg vom erlegten Stück bis zum Kühlhaus zu verkürzen, wurde das Wildübernahmestellen-Netz verdichtet, die Weiterverarbeitung des regional und nachhaltig produzierten Fleischs erfolgt unter Einhaltung höchster Hygienestandards in der hauseigenen Fleischmanufaktur in Donnerskirchen. Ziel ist es, den Wildabsatz in der Region zu erhöhen, wobei die bereits bestehende Produktvielfalt laufend erweitert wird. Zahlreiche PANNATURA-Erzeugnisse wie Wild-Leberkäse, - Cabanossi, -Sugo, -Pasteten, -Fond und vieles mehr werden im Onlineshop „pannatura-shop.at“ vermarktet als auch auf eigenen und externen Veranstaltungen vertrieben. So stammt ein Großteil der Zutaten beim Pop-up-Heurigen am Seehof Donnerskirchen aus der eigenen Produktion. Mit der Belieferung von Veranstaltungen wie „Amuse Bouche“, einer Initiative zur Berufsnachwuchsförderung im Tourismus, kommen auch Fach-


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kräfte mit den hochwertigen Lebensmitteln in Berührung. Als Verkaufsstellen fungieren unter anderem die Markthalle in Eisenstadt sowie die Rollende Markthalle, die als mobiler Verkaufswagen selbst erzeugte Produkte in Wien, Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland vermarkten. Für die Wiedererkennung und zur Bekanntheit der Lebensmittel der Marke PANNATURA trägt ein eigenes Branding bei: Auf Banderolen von Broten und auf Produktverpackungen macht die Marke auf die Herkunft und Produktionsweise der Erzeugnisse

aufmerksam. Die unterschiedlichen Produktgruppen werden unter zwei Labels für das Esterhazy Bio-Landgut und die Esterhazy Wildspezialitäten vermarktet, der Slogan „Die Natur schmecken“ schwingt dabei immer mit. Um Lebensmittel auch über den Online-Handel unbeschadet und zugleich umweltfreundlich zu den Konsumenten zu bringen, kommt eine spezielle WrapPak-Verpackungsmaschine zum Einsatz, die nur mit Papier und Luft arbeitet. Gebrauchsfertige Polster aus Papier schließen die Luft ein und dienen so als Isolierkörper. Der Vorteil dieser Verpackungsmethode: Sie kommt ohne Kunststoff aus.


PANNATURA

NATURSCHUTZ

Aus der Vielfalt der Esterhazy‘schen Landschaftsareale – die Flächen reichen vom Neusiedler See über das Leithagebirge bis in die Bucklige Welt – ergibt sich eine Vielzahl an Lebensraumtypen mit den unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten. Diese Einzigartigkeit zu bewahren, mit Bewirtschaftung zu vereinbaren beziehungsweise die Bedingungen für die einzelnen Arten zu verbessern, erfordert auch gezielte Forschungsarbeit. Naturschutz und Wildtierforschung gehen, basierend auf einer Synergie aus Bewahrung und Bewirtschaftung, Hand in Hand. Als wichtige Partner und Ratgeber in Naturschutzfragen setzt PANNATURA auf NGOs. Auf diese Weise wurden bereits zahlreiche Forschungsprojekte umgesetzt und medial begleitet, um zu zeigen, was gemeinsam erreicht werden kann.

EINZIGARTIGES BEWAHREN Die Landschaft rund um den Neusiedler See bietet zahlreichen Arten ganzjährig oder temporär einen außergewöhnlichen Lebensraum.


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ERHALTUNGSMASSNAHMEN MIT NGOs UND EU Das Gebiet rund um den Neusiedler See ist in vieler Hinsicht einzigartig: Hier treffen kontinentales und pannonisches Klima aufeinander, die Ausläufer der Alpen verlieren sich in der pannonischen Tiefebene. Viele Tiere und Pflanzen haben daher in Europa hier ihr östlichstes oder ihr westlichstes Vorkommen – woraus sich eine spannende Vielfalt auf kleinstem Raum ergibt. Allein 340 Vogelarten sind bislang rund um den See bekannt, viele davon sind ganzjährig vertreten, andere nützen das Gebiet zur Brut oder machen auf ihrem Vogelzug Rast. Mit der Gründung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel im Jahr 1993, zu dem Esterhazy durch Zurverfügungstellung weiter Flächen einen erheblichen Beitrag leistete, konnten wichtige Schutzzonen errichtet werden. Dennoch gilt es, stets neue Aufgaben zu bewältigen: Die klimatischen Veränderungen, vor allem der fehlende Niederschlag, der wichtigster Wasserlieferant für den See wäre, werfen akute Fragen auf, die es zu behandeln gilt. Weitere Herausforderung ist die Sediment- bzw. Schlammbildung im Bereich des Schilfgürtels, die zu einer weiteren Verminderung des freien Wasserkörpers führt. Abhilfe kann hier eine gezielte Bewirtschaftung des Schilfgürtels schaffen. Ziel ist es, das Schilf seeseitig einzudämmen, den Schilfbestand zu verjüngen und damit den Lebensraum sowie auch diesen regionalen Wirtschaftszweig durch Erntemaßnahmen dauerhaft zu erhalten. Dabei gilt es, sich auf die veränderten klimatischen Bedingungen einzustellen: Da der See aufgrund relativ warmer Winter kaum mehr zufriert, bewegen sich die Erntemaschinen oftmals direkt auf den Pflanzen beziehungsweise Wurzeln, was diese schädigen kann. Im Rahmen des EU-Förderprojektes „Entwicklung nachhaltiger Schilferntetechniken und Monitoring Schilfgürtel Neusiedler See“ wurde unter anderem mit dem WWF und Birdlife an einer Lösung dieser Problematik gearbeitet. Bestrebungen bestehen auch dahingehend, die Artenvielfalt rund um den Neusiedler See zu erhalten. So wurde beispielsweise 2021 am Seehof Donnerskirchen ein Wildbienenhotel errichtet. Durch bewusstes Belassen von Blühflächen finden die Insekten im Umfeld ausreichend Nahrung. Im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien wurden beispielsweise 16 Fledermaus-Arten nachgewiesen, von denen acht als gefährdet bzw. stark gefährdet auf der roten Liste stehen – ebenso das vom Aussterben bedrohte Kleine Mausohr. Hier gilt es, Strategien zu entwickeln, um diese Arten zu bewahren und ihre Wiederausbreitung zu fördern.


PANNATURA

PROJEKTVIELFALT Als weiteres erfolgreiches Projekt wurden in Zusammenarbeit mit dem WWF und Ökoteam von 2019 bis 2021 Lebensraumkartierungen im Europaschutzgebiet Leithagebirge und an dessen Grenze durchgeführt. Der Fokus lag unter anderem auf der Erhebung der dortigen Käfervorkommen in den vielfältigen Waldtypen. Insgesamt konnten 139 gefährdete Käferarten, 53 potentiell gefährdete und 25 vom Aussterben bedrohte, nachgewiesen werden. Bereits einige Jahre zuvor hatte Esterhazy beschlossen, Flächen im Ausmaß von rund 200 Hektar aus der Nutzung zu nehmen. Nun konnten 454 Totholzkäferarten, belegt werden – immerhin circa 30 Prozent aller in Österreich vertretenen Arten. Weiters wurden 39 Urwaldreliktarten bestimmt, die in ihrer mehrjährigen Entwicklung auf urwaldartige, groß dimensionierte Tot- und Altholzstrukturen angewiesen sind. 64 der insgesamt festgestellten Arten wurden noch nie im Burgenland kartographiert, fünf waren bis dahin noch nie in Österreich registriert worden. Zudem fand sich eine Vielzahl an stark gefährdeten Arten. Das Projektgebiet ist in diesem Forschungsfeld somit das viertbedeutendste Österreichs. Diese Erkenntnisse bestätigen, wie wichtig die Schaffung eines Biotopverbundes ist, der den genetischen Austausch zwischen den Populationen gewährleistet und Ausbreitungs- beziehungsweise Wiederbesiedelungsprozesse ermöglicht.

SCHUTZMASSNAHMEN FÜR HABICHTSKAUZ, WILDKATZE UND SEEADLER Neben vielen fruchtbaren Kooperationen mit NGOs werden auch Projekte mit Forschungspartnern umgesetzt. Für den Habichtskauz, einen in ganz Europa seltenen Vogel, wurden in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Rosalia-Gebiet Nisthilfen zur Wiederansiedlung eingerichtet. Auch Nistkästen für Sumpfeulen wurden angebracht. Eine weitere Kooperation besteht mit der Wildkatzen-Meldeund Koordinationsstelle des Naturschutzbundes. Im Mittelburgenland wurden in optimalen Habitatsbereichen mehrere Fotofallen aufgestellt, um etwaige Sichtungen zu melden. Auch Österreichs Wappentier, der Seeadler, erfährt besondere

FREIRAUM GEBEN Über 30 % der Besitzfläche werden nicht oder nur stark eingeschränkt bewirtschaftet.

Aufmerksamkeit: Gemeinsam mit dem WWF werden nestjunge Seeadler mit GPS-Sendern ausgestattet, um mehr über die Lebensweise dieser bedrohten Vogelart zu erfahren. Die Ergebnisse werden bei künftiger Bewirtschaftung berücksichtigt, um dadurch einen besseren Beitrag zu ihrem Schutz zu leisten.


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WILDTIERFORSCHUNG LIVE Neben der Bewahrung von Lebensräumen hat auch deren Sichtbarmachung einen hohen Stellenwert, um das Bewusstsein für die Themen zu fördern. Dabei werden sowohl klassische Medien wie das Fernsehen als auch Streaming-Techniken eingesetzt. Die Universum-Dokumentation „Wildschweine – das Comeback“ wurde unter anderem im Leithagebirge gedreht und vermittelte so einzigartige Bilder aus diesem weitläufigen Waldgebiet. Einblicke in die Tierwelt in Echtzeit liefern hingegen Webcams und ermöglichen es, seltene Arten hautnah zu beobachten. Das 2019 gestartete Webformat „Wild im Bild“ läuft im Livestream und bietet die Möglichkeit, Tiere rund um die Uhr zu beobachten. So wurden unter dem Link www.pannatura.at/wildimbild unter anderem ein Seeadlerhorst oder das Brutverhalten und die Jungenaufzucht in einem Uhunest live dokumentiert.

EARTH HOUR: EIN ZEICHEN FÜR DEN KLIMASCHUTZ Um ein Zeichen für den Klima- und Umweltschutz zu setzen, beteiligt sich das Unternehmen seit einigen Jahren an der Earth Hour des WWF. Im Rahmen dieser internationalen Initiative gehen weltweit für eine Stunde die Lichter aus: Sowohl Privathaushalte als auch Kommunen und Kulturstätten schalten bewusst die Beleuchtung aus und setzen damit ein sichtbares Zeichen. Im Rahmen dieser Aktion verschwindet Schloss Esterházy, sonst weithin sichtbares Wahrzeichen von Eisenstadt, ebenfalls in der Dunkelheit. Begleitet wird die „dunkle Stunde“ von Expertenvorträgen, die sich auf Initiative von PANNATURA mit Umweltthemen auseinandersetzen. Im Jahr 2022 ist auch Burg Forchtenstein für eine Stunde in der Dunkelheit verschwunden.


1

Zahlen, Daten, Fakten rund um PANNATURA im Jahr 2021

Kubikmeter Holzwachstum in drei Minuten

129

8.104

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Lieferscheine

40.000

Hektar vielfältige Jagdreviere

17

Millionen Investitionssumme am Basaltwerk Pauliberg


30

unterschiedliche Kulturarten

217

Produkte von Wild und Bio-Landwirtschaft

100

Tonnen Wildpret veredelt

1.250

Biotopschutzbäume ausgewiesen

2.100

Gäste beim Hofmarkt


WEINGUT


DIE SICHT DES ÖNOLOGEN Der Keller ist mein Reich. Die biologische Bewirtschaftung und den sanften Rebschnitt mit Fokus auf Pflanzengesundheit und Langlebigkeit schmeckt man im Wein. Zum Wohl – auch der Natur gegenüber!


WEINGUT

ALTE REBEN – NEUE METHODEN Auf kargen Böden und unter außergewöhnlichen mikroklimatischen Bedingungen produziert das Weingut Esterhazy ein breites Sortiment an exzellenten Weinen. Altes Winzerwissen in Kombination mit modernen Produktionsmethoden bilden hierfür den Grundstock. Das Weinbaugebiet Leithaberg gehört zu den vielschichtigsten Anbaugebieten der Welt. Im Norden begrenzt das Leithagebirge nicht nur die Weinregion und das Burgenland, sondern stellt zugleich eine Wetterscheide zum pannonischen Raum nach Süden hin dar. Vor Millionen von Jahren wogte hier ein Ur-Meer. Das Wasser zog sich zurück, geblieben ist maritimer Muschelkalk, der gemeinsam mit dazwischen auftretenden großen Glimmerschieferplatten seit Jahrhunderten einen hervorragenden Boden für den international anerkannten Weinbau liefert. Einen weiteren Beitrag dazu leistet die Lage: Die Fallwinde des Leithagebirges sorgen für kühle Nächte, der Neusiedler See trägt durch Verdunstung zu einem einzigartigen Mikroklima bei. Unter diesen besonderen Umständen reifen neben Rotweintrauben auch ausgesprochen mineralische und vielschichtige Weißweine.

WEINGÄRTEN IN VERÄNDERUNG 2010 schlossen sich Weinbaubetriebe in der Region Leithagebirge und Wulkaebene im Verein Leithaberg DAC zusammen, um nach bestimmten Richtlinien regionaltypische Weine zu produzieren. Seit 2012 Leithaberg-DAC-Mitglied, ist das Weingut Esterházy als einer der größten Betriebe wichtiger Botschafter burgenländischen Weins – es steht für authentische, stets von Eleganz geprägte Weine, die internationale Beachtung finden. Ihr Ursprung liegt vor allem in den besonderen Bedingungen, die sie in der Region vorfinden: Der Neusiedler See bringt Morgentau, das Leithagebirge kühlende Fallwinde und der Wind aus der pannonischen Ebene sorgt für eine rasche Abtrocknung der Trauben, was einen Schutz vor Fäulnis bietet und zugleich die Frische in den Trauben bewahrt. Dennoch ist auch der Weinbau dem klimatischen Wandel unterworfen. Aufgrund der steigenden Durchschnittstemperaturen geht heute die Tendenz dahin, Anlagen in höhergelegenen Hanglagen auszupflanzen. Südost-Ausrichtungen, früher aufgrund der mäßigen Sonneneinstrahlung eher gemieden, haben sich mittlerweile ebenfalls bewährt: Durch das Einfangen der Morgensonne und die optimale Besonnung den weiteren Tag über kommen die Trauben gut mit dieser Ausrichtung zurecht. Auch das Weingut Esterházy folgt diesem Weg: 2021 wurde mit der Ried Pirichen der höchste Weingarten im nördlichen Burgenland bestockt, benannt nach der Siedlung Pirichendorf, die sich einst westlich davon befand. Unter Berücksichtigung

von boden- und standortspezifischen Faktoren wurden auf etwa 360 Meter Meereshöhe nördlich von Schützen am Gebirge vier Parzellen bepflanzt. Die oberste, recht flache und nach Süden hin ausgerichtete Parzelle ist mit Chardonnay besetzt. Direkt darunter, in einer steileren und damit heißeren Parzelle, wächst Blaufränkisch. Noch ein Stück weiter unten findet sich Furmint: Bekannt vor allem von den Tokajer-Weinen, hält diese alte Sorte nun auch zunehmend am Leithaberg Einzug. Die nach Südosten hin ausgerichtete Parzelle ist mit Pinot Noir bestockt. Die Klone aus dem Burgund wurden von Esterhazy im heutigen Burgenland erstmals 1785 gesetzt. Die Ried Pirichen ist mittlerweile beliebtes Ausflugsziel: Zahlreiche Wanderer genießen den bequemen Aufstieg zu dem Paradeweingarten und das 270°-Panorama, das vom Neusiedler See bis zum Schneeberg reicht.


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INDIVIDUELLES BEHANDELN ALS ERFOLGSFAKTOR Schon lange arbeitet auch das Weingut Esterházy nach hohen ökologischen Standards, 2019 erfolgte die Umstellung auf rein biologische Bewirtschaftung. Damit ging eine Reduktion der Rebfläche auf 65 Hektar einher: Die Weingärten liegen nun in einem Umkreis von maximal zehn Kilometer in den Gemeindegebieten von St. Margarethen, Großhöflein, Rust und St. Georgen. Durch diese Nähe zum Weingut in Trausdorf konnten sowohl die Gesamtkilometer als auch die Leerfahrten nahezu halbiert werden. Auch in der Bearbeitung erfolgte eine Änderung: Durch die Einführung des sogenannten „sanften Rebschnitts“ in allen Lagen wird das Pflanzenwohl in den Mittelpunkt gestellt, indem die unterschiedliche Physiologie der Stöcke Berücksichtigung findet. So werden in der Praxis bei vitalen Stöcken mehr Knospen an den Jungtrieben belassen als an schwächeren. Zudem wird darauf geachtet, nur noch zweijähriges Holz zu schneiden und somit große Wunden zu vermeiden, denn jede Öffnung bietet Einlass für Viren, Bakterien und Ähnliches. Dies wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf die Lebenserwartung der Rebstöcke aus: Sie kann durch diese Schritte mehr als verdoppelt werden. Neben dieser individuellen Behandlung der einzelnen Stöcke erfolgt auch die Erziehung der Reben je nach Rebsorte unterschiedlich. Beim Blaufränkisch, dessen lange Ruten in der beliebten Gyot-Erziehung beim Anbinden leicht brechen, geht Esterhazy verstärkt wieder auf die alte Kordon-Erziehung zurück, indem am alten Holz lediglich kurze Zapfen mit zwei bis drei Augen angeschnitten werden. Für diese Erziehungsform ist es langfristig unabdingbar, von Hand zu ernten – ein Standard, der im Weingut weiterhin beibehalten wird.


WEINGUT

UMVEREDELN UND LAUBWANDMANAGEMENT Soll in einem Weingarten von einer Sorte auf eine andere umgestellt werden, wendet das Weingut als Alternative zum Roden und zu Neupflanzungen bei Anlagen bis zu einem Alter von zehn Jahren eine Umveredelung an. Hierfür wird ein sogenannter Edelreiser von einer anderen Rebsorte, zum Beispiel Blaufränkisch, an einem bestehenden Weinstock, wie etwa Zweigelt, durch eine spezielle Schnitttechnik angebracht, nachfolgend werden die alten Triebe entfernt. Innerhalb eines Jahres „verwandelt“ sich der Zweigelt in einen Blaufränkisch und erzielt bereits 30 Prozent seines ursprünglichen Ertrages. Diese Methode weist mehrere Vorteile auf: Durch die bereits angewachsenen Reben ergibt sich ein zeitlicher „Vorsprung“ von etwa sechs Jahren, zudem liegt die Erfolgsquote bei etwa 98 Prozent und damit höher als bei Neupflanzung. Allerdings ergeben sich hinsichtlich Pflanzdichte und Unterlagsrebe auch Limitationen. Durch die

Wahl der reblausresistenten Unterlagen können Wüchsigkeit, Wasserbedarf sowie die im Leithagebirge wichtige Kalktoleranz des gesamten Rebstockes beeinflusst werden. Die Auswahl der Unterlage gilt damit als maßgeblicher Erfolgsfaktor für die Zukunft und ist ein zentraler Baustein aller Neupflanzungen im Weingut Esterházy. Einen weiteren wichtigen Faktor stellt das Laubwandmanagement dar, das durch gezielte Belassung beziehungsweise Entfernung von Blättern Verdunstung und Photosynthese steuert. So wird während der Vegetationsperiode über eine gezielte Entblätterung der Traubenzone auf der Ostseite (Sonnenaufgang) der Pflanzen verhindert, dass der Morgentau zu lange auf den Beeren bleibt und damit eine Fäulnisbildung begünstigt. Die Westseite hingegen bleibt beschattet, um vor Sonnenbrand zu schützen und gleichzeitig die Zuckereinlagerung einzubremsen.


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MONOKULTUR UND DIVERSITÄT

WISSEN VON DAMALS – HYGIENE VON HEUTE

In seinen Weingärten legt Esterhazy großen Wert auf eine breite Palette an unterschiedlichen Sorten. Trotz allem findet sich auf den einzelnen Parzellen faktisch eine Monokultur. Um dem entgegenzuwirken, wird eine spezielle, auf die einzelnen Rieden abgestimmte Begrünung eingebracht, zudem werden die Böden regelmäßig aufgebrochen. Ziel ist die Gesunderhaltung des Bodens durch einen ausgewogenen Stickstoff- und Nährstoffgehalt. Das breite Blühangebot sorgt weiters für eine Steigerung der Weingartenfauna und damit für mehr Biodiversität. Weiterer positiver Nebeneffekt sind ein gleichmäßigerer Gärungsverlauf im Keller sowie eine präzisere Aromatik der Weine.

Als Basis für die Arbeit im Weingarten und im Keller dient den Fachleuten des Weinguts Esterházy das über Jahrhunderte dokumentierte Wissen um die Besonderheiten einzelner Rieden. Ein Großteil der Weine wird heute spontan mit den weinbergs- und kellereigenen Hefen vergoren. Neutrale Reinzuchthefen kommen hauptsächlich gegen Ende der Gärung zum Einsatz, um die Weine sauber durchzugären, sodass kein Restzucker in den Weinen verbleibt. Gänzlich verzichtet wird auf Aromahefen. Im Kern geht es um ein kontrolliertes Nichtstun im Keller. Das bedeutet, die Natur lediglich zu begleiten und gegebenenfalls zu lenken. In diesem Punkt gleicht die Weinbereitung jener von vor 100 Jahren, doch steht heute mehr denn je perfekte Kellerhygiene im Mittelpunkt. In den besten Rieden werden heute wieder Weingärtenansätze verwendet: Boxen mit je 20 Kilogramm hervorragendem Traubenmaterial, das bereits im Weingarten angegoren wird. Für die besten Trester jeder Rebsorte kommt zudem wieder die alte Korbpresse zum Einsatz. Mit bis zu 120 bar wird ein sehr strukturierter und dichter Pressmost erzeugt, der separat ausgebaut und später in winzigen Anteilen den jeweiligen Weinen wieder hinzugefügt wird. Dies verleiht den Weinen Struktur, Extrakt und die typische Esterhazy Handschrift. Was an Trester übrigbleibt, wird in die Esterhazy Kreislaufwirtschaft eingebracht, zu Humus verarbeitet und anschließend wieder in den Weinbergen ausgebracht.

Die Lese erfolgt im Weingut Esterházy zu 90 Prozent per Hand, Erntemaschinen kommen ausschließlich in jungen Anlagen zum Einsatz, denn vor allem ältere Pflanzen reagieren empfindlich auf die Rüttelvorgänge der Maschine. Diese führen zu Mikroverletzungen, welche die Lebenserwartung der Rebstöcke auf etwa 30 bis 35 Jahre reduzieren. Manche Rebsorten, etwa der Gelbe Muskateller, können gar nicht maschinell geerntet werden, da ihre Trauben zu fest mit dem Stielgerüst verbunden sind.


WEINGUT

HALTBARKEIT In der Weinproduktion liegt ein Augenmerk künftig vermehrt auf der Erhöhung der Haltbarkeit der Weine, ohne den Trinkgenuss in den ersten Jahren zu beeinträchtigen. Das bisherige Tannin- und Alkoholmanagement – zwei wichtige Faktoren für die Haltbarkeit eines Weines – wird neuesten Erkenntnissen angepasst. Es geht hier im Detail um Polymerisationsprozesse während des Weinausbaus. Dabei ist das richtige Verhältnis dieser drei Komponenten entscheidend, nicht eine möglichst hohe Konzentration, wie früher häufig angenommen.

ABFÜLLUNG IM SINNE DER NACHHALTIGKEIT Der ökologische Gedanke setzt sich im Weingut Esterházy auch bei der Abfüllung fort. Da das Gebinde bei einer Flasche Wein den mit Abstand größten Anteil am Carbon-Footprint einnimmt, werden etwa 75 Prozent der Weine in Lightweight-Flaschen gefüllt. Die meisten Weine – von den Jungweinen über die Gebietsweine bis hin zu den Ortsweinen – werden mit Drehverschluss versehen. Dieser bleibt beim Recycling auf den Flaschen,

in der Glashütte erfolgt eine professionelle Trennung und Wiederverwertung. Projektweine werden hingegen mit einem technischen Korken verschlossen. Dieser besteht aus vielen kleinen Korkstücken, die von dem für den Korkgeschmack zuständigen Tricloranisol (TCA) befreit wurden. Durch die Verklebung der Bruchstücke mit natürlichem Bienenwachs sind sie zu 99,8 Prozent biologisch. Naturkork von höchster Qualität kommt ausschließlich bei Riedenweinen zum Einsatz, er wird zuvor einzeln mittels elektronischer Nase auf TCA Verunreinigungen geprüft. Ein Teil der für das Weingut aufgewendeten Energie wird auf dem Dach des Gebäudes selbst erzeugt: Eine 65 kW-Peak Photovoltaikanlage leistet die Grundlastabdeckung.


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KELLERFÜHRUNGEN ALS ERLEBNIS Im Sinne der Transparenz, aber auch um Interessierten die Prozesse der Weinherstellung näherzubringen, veranstaltet das Weingut Esterházy Kellerführungen, die von rund 1.000 Personen jährlich besucht werden. Die beiden Schienen Tour & Tasting sowie Tour & Tasting Exklusiv erfreuen sich großer Beliebtheit. Fachleute geben einen Einblick in den Keller, bei einer anschließenden, von kulinarischen Kleinigkeiten begleiteten Verkostung werden die unterschiedlichen Weinstile erklärt. Darüber hinaus hat sich das hinter dem Weingut liegende Kalandahaus zu einem beliebten Ort für Hochzeiten, Veranstaltungen, Schulungen und kleinere Konferenzen entwickelt. Es wurde 2015 komplett kernsaniert und zählt heute zu einer der schönsten Eventlocations im nördlichen Burgenland.

DREITEILIGE QUALITÄTSPYRAMIDE Die Dachmarke Leithaberg-DAC steht für elegante und mineralische Cool Climate Weine, die die Region, ihre Böden und Rebsorten ganz deutlich widerspiegeln. Mit der neuen Dreiteilung in Gebietswein, Ortswein und Lagenwein gewinnen die historischen Weinbauorte Rust, St. Margarethen und St. Georgen wieder stark an Bedeutung. Eisenstadt besitzt heute nur mehr geringe Rebflächen, doch sind diese nahezu ausnahmslos

als Cru-Lagen einzustufen. Die Ried Feiersteig, direkt oberhalb des Schlossparks gelegen, ist eine solche Lage: Künftig wird hier Ortswein oder im besten Fall auch Lagenwein erzeugt. Weitere Schritte in Richtung Regionalität betreffen den Ausbau des Weins: In Kooperation mit dem Basaltwerk Pauliberg werden aus dem Basalt Beton-Eier zu je 3.800 Litern gegossen, die für die Vergärung und den Ausbau der Leithaberg-Weine eingesetzt werden können. Kleine Versuche mit Beton haben gezeigt, dass Weine aus diesem Gebinde eine feinere Struktur als aus Edelstahl aufweisen. Im Jahr 2021 wurden zudem erstmals kleine Fässer aus eigenen Leithaberg-Eichen verwendet. Der gemeinsame Ursprung von Traube und Holz verleiht dem Wein eine unbeschreibliche Harmonie. Zukünftig wird der Anteil dieser eigenen Leithaberg-Fässer ausgebaut, auch wenn der Anteil des Neuholzes im Keller weiterhin sinkt. Damit schließt sich in vieler Hinsicht ein weiterer Kreis: Wein trifft auf Holz aus dem Leithagebirge und geht eine besondere regionale Symbiose ein.


HOSPITALITY


DIE SICHT DES HOTELGASTES Wie ich mich auf meinen Urlaub freue! Endlich wieder entspannen und Gastfreundschaft in historischem Ambiente genießen. Wie wohl mein Zimmer aussehen wird?


HOSPITALITY

GASTLICH AUS TRADITION Zahlreiche Kulturveranstaltungen locken jährlich Gäste aus dem In- und Ausland ins Burgenland. Das Angebot ist breit, die Übernachtungsmöglichkeiten stoßen jedoch häufig an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Mit der Errichtung eines 4-Sterne-Superior-Hotels in Eisenstadt, der Erweiterung des Boutique-Hotels „Zum Oberjäger“ in Lackenbach und dem Ausbau des Seebads Breitenbrunn schließt Esterhazy diese Lücke und trägt damit aktiv zur Belebung des Tourismus bei.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 83

Die Landeshauptstadt Eisenstadt hat einiges zu bieten und ist nicht nur für Kultur- und Ausflugsgäste, sondern auch für Kongress- und Tagungsveranstalter attraktiv. Infrastruktur und ein vielfältiges Rahmenprogramm sind vorhanden, doch fehlt es aktuell an Beherbergungsbetrieben, in denen auch eine größere Zahl an Gästen nächtigen kann. Mit der Errichtung des 4-Sterne-Superior-Hotels Galántha in unmittelbarer Nähe zum Schlossquartier schafft Esterhazy ab 2022 neue Möglichkeiten und spricht ebenso Reise- oder Konferenzveranstalter an.

SANFTER TOURISMUS Mit dem Hotelprojekt erweitert Esterhazy sein bereits bestehendes Angebot, das beispielsweise mit dem Restaurant Henrici und der Selektion Vinothek Burgenland über zwei attraktive kulinarische Anlaufpunkte in der Landeshauptstadt verfügt. In seinen historischen Standorten bietet Esterhazy die Möglichkeit, einzigartige Feste zu feiern: Schloss Esterházy, Burg Forchtenstein, das Kalandahaus im Meierhof in Trausdorf, die Orangerie in Eisenstadt und nicht zuletzt Schloss Lackenbach gelten als beliebte Orte für Trauungen oder andere Anlässe. Mit diesen und weiteren Impulsen verfolgt der Bereich Hospitality die klare Ausrichtung, die Region touristisch sanft und auf einem hohen Qualitätsniveau zu erschließen und mit angemessener Gastronomie und Kulinarik zu unterstützen. Weitere Pläne betreffen den Ausbau des Angebots im Bereich des Neusiedler Sees, vor allem die Seebäder Breitenbrunn, Rust und Illmitz sollen hinsichtlich eines gehobenen Beherbergungskonzepts eine Aufwertung erfahren. Von der Wertschöpfung, die diese Maßnahmen mit sich bringen und die sich durch alle Geschäftsbereiche zieht, profitieren die umliegenden Gemeinden sowie die Wirtschaftstreibenden und die Bevölkerung der gesamten Region.


HOSPITALITY

ABFALLVERMEIDUNG UND LEBENSMITTELMANAGEMENT Als nachhaltig agierendes Unternehmen achtet Esterhazy im gesamten Unternehmensumfeld auf einen achtsamen Einsatz von Ressourcen; der verantwortungsvolle Umgang vor allem mit Lebensmitteln stellt im Bereich Hospitality eine Selbstverständlichkeit dar. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Förderung und Sicherung regionaler Arbeitsplätze sowohl im Betrieb als auch in der Region, indem Lieferanten aus der Umgebung bevorzugt werden. Dies stärkt nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern vermindert zudem Transportwege, ein weiteres Kriterium ist eine verpackungsarme Lieferung. Der Ansatz, unnötigen Materialverbrauch zu vermeiden, setzt sich bei den Reinigungsprodukten fort: Hier achten alle Hospitality-Betriebe nicht nur auf deren ökologische Zusammensetzung, sondern vor allem auf sparsame Dosiertechnologien, geringen Transport- und Lager-

aufwand sowie auf Abfallvermeidung in puncto Verpackungen. Im Hygiene- und Reinigungsbereich bestehen ausschließlich Partnerschaften mit ökozertifizierten Lieferanten und Firmen. Ein weiterer wichtiger Schritt zur nachhaltigen Gastronomie ist die Eindämmung der Lebensmittelverschwendung. Das Restaurant Henrici geht diesen Weg schon seit längerem und setzt nun mit einer Kooperation mit der Initiative „Too Good To Go“ ein sichtbares Zeichen. Die Initiative verbindet Betriebe, Haushalte und Schulen und schafft damit gemeinsam eine Lösung, um Essen zu retten und nicht wegzuwerfen. Das richtige Maß an Portionen behält auch die Küche des Restaurants Grenadier in Forchtenstein im Auge, sodass hier möglichst wenig überschüssige Lebensmittel und Speisen entsorgt werden müssen.


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MODERNISIERUNG SEEBAD BREITENBRUNN

Bei dem bis 2024 fertiggestellten Seebad Breitenbrunn fließen nachhaltige Kriterien bereits in die Planung mit ein. Unmittelbar am Neusiedler Sees entstehen ein Lodgepark und ein Bungalowdorf, zudem ein Veranstaltungsbereich mit modernster Ausstattung. Das gastronomische Angebot wird vornehmlich auf regionale Esterhazy Produkte ausgerichtet, die sowohl im Restaurant als auch im Direktverkauf über eine Greißlerei vor Ort angeboten werden. Ein vielfältiges Freizeitangebot in den Bereichen Wassersport und Bootsverleih soll die Besucher dazu anregen, sich aktiv zu bewegen und die Einzigartigkeit des Neusiedler Sees aus nächster Nähe zu erleben. Vom Ausbau des Seebads Breitenbrunn wird ebenfalls die gesamte Region ganzjährig profitieren. Teilbereiche wurden bereits umgesetzt, wie neue Steganlagen und ein rund 300 Quadratmeter großer Spielepark, der sowohl klassische Spielgeräte als auch Elemente von Motorikparks enthält.


HOSPITALITY

DAS GALÁNTHA ALS SMARTES HOTEL DER ZUKUNFT Im August 2022 eröffnet mit dem Hotel Galántha in Eisenstadt ein 4-Sterne-Superior-Hotel. Der Beherbergungsbetrieb in unmittelbarer Zentrumsnähe wird mit seinen 120 Zimmern, vor allem aber auch mit seiner hochwertigen Ausstattung und nachhaltigen Ausrichtung die Attraktivität der Destination Eisenstadt erheblich steigern. Zudem entstehen 70 neue Arbeitsplätze. Das gesamte Haus ist mit einer intelligenten Gebäudeleittechnik im Sinne eines „Smart Hotels“ ausgestattet, die aufgrund der Außentemperatur, des Sonnenstands, der Wind- und Regenverhältnisse und weiterer Faktoren automatisch Entscheidungen trifft. Unter anderem werden Beleuchtung, Raumheizung und -kühlung digital gesteuert. Dies führt einerseits zur Senkung der Betriebskosten bei einer gleichzeitigen Steigerung der Energieeffizienz und erhöht zudem den Komfort der Gäste in hohem Maß. So werden nicht belegte Zimmer im Winter konstant bei 17 Grad gehalten, mit dem Check-in des Gastes wird die Temperatur auf 21 Grad angehoben. Diese kann in der Folge durch die Gäste selbst über Handy oder Tablet reguliert werden, da die Zimmerausstattung den neuesten Entwicklungen entspricht und zudem so angelegt wurde, dass sie künftigen Technikanforderungen jederzeit angepasst werden kann. Die eigenen mobilen Geräte geben die Möglichkeit, auch andere Bereiche des Aufenthalts selbst zu steuern: So lässt sich die Zimmertüre schlüssellos öffnen, die Garage benutzen, es können Upgrades gebucht, Rechnungen beglichen, Speisen und Getränke bestellt, die Beleuchtung an die eigenen Wünsche angepasst und neue Reservierungen vorgenommen werden. Als Zielgruppe gelten Firmen- und Eventkunden sowie Privatgäste, die gehobenen Komfort und ausgewähltes Design suchen.

Neben hohen technischen Standards erfüllt das Galántha auch generelle Umweltzertifizierungen und strebt das Österreichische Umweltzeichen für Tourismus und Freizeitbetriebe an, daran ist wiederum die Ausweisung als Green Event Location gekoppelt. Dieses umfasst neben ökologischen Standards in der Ausstattung einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln. Das Restaurant, das allgemein zugänglich sein wird, legt den Schwerpunkt auf regionale und pannonische Kulinarik und setzt dabei auf ausgewählte Produzenten und Lieferanten aus der Region. Um Bewusstsein für den Ursprung der Produkte zu schaffen, wird im Restaurant ein verglaster und gut sichtbarer Fleischreifeschrank errichtet, in dem das hochwertige Biofleisch zum Beispiel der PANNATURA Landwirtschaft appetitlich präsentiert und seine besondere Herkunft für den Gast anschaulich dokumentiert wird. Auch Wildpret aus der eigenen Jagd wird in unterschiedlichen Variationen angeboten. Ein Blickfang im Erdgeschoß wird ein großer Grill mit sechs verschiedenen Feuerstellen sein, auf dem nicht nur gegrillt, sondern auch Brot gebacken wird. Ergänzt wird dieses zentrale Element durch eine große Showküche. Der Wein als wichtiger Botschafter des Burgenlandes bekommt im Restaurant ebenso einen Platz zugewiesen. Der Schwerpunkt wird auf die Präsentation und den Verkauf von regionalen Esterhazy Weinspezialitäten gelegt, darunter die künftigen Eisenstädter Riedenweine. Wein und Cocktails spielen auch in der Rooftop-Bar eine große Rolle. Die Gäste erwartet im Innen- sowie im Außenbereich ein großartiger Blick auf das Schloss Esterházy und in die Weite des Wulkatals.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 87

TOURISTISCHE IMPULSE FÜR DAS MITTELBURGENLAND 2018 eröffnete im Schlosspark Lackenbach das Boutique-Hotel „Zum Oberjäger“ und hat mit seinen individuell gestalteten Räumen bereits zahlreiche Gäste begeistert. Nach einer ersten bereits erfolgten Ausweitung der Zimmerkapazitäten wird die Zahl der Betten im ersten Quartal 2023 abermals aufgestockt, sodass künftig 24 Zimmer zur Verfügung stehen. Erweitert wird zudem das Wellnessangebot: Zusätzlich zu der bereits bestehenden Sauna im Schlossgarten entsteht eine Erholungsoase. Die Kombination aus charmanten Übernachtungsmöglichkeiten im historischen Ensemble, weitläufigen Grünanlagen sowie vielfältigem Angebot machen Schloss Lackenbach zu einer beliebten Destination. Das einzigartige Ambiente des Renaissanceschlosses und seines Gartens wird weiters als Location für Feste und Feiern geschätzt. Rund 20 Hochzeiten finden jährlich hier statt. Als festlicher Rahmen für Außentrauungen bietet sich das Arboretum an, ein Pavillon außerhalb des Veranstaltungsbereichs steht für Sektempfänge oder den Ausklang eines besonderen Tages zur Verfügung. Die ehemalige Schlosskapelle – bis 1962 zugleich die Dorfkirche von Lackenbach – soll künftig vermehrt für private Veranstaltungen wie Trauungen genützt werden. Darüber hinaus steht Schloss Lackenbach zahlreichen anderen Anlässen wie Events zur Verfügung, die sowohl im Freien als auch in den historischen Räumen abgehalten werden können. Dadurch soll der Betrieb ergänzend an Wochentagen ausgelastet und die Region belebt werden. Ziel ist es, mit der Schaffung und dem Ausbau eines einzigartigen Angebots den sanften Tourismus in einer Region zu fördern, die bislang über wenig Beherbergungsbetriebe verfügte, und diese für ein neues Publikum zu erschließen. So bietet sich das Boutique-Hotel „Zum Oberjäger“ als Ausgangspunkt für Radtouren und Wanderungen in der näheren Umgebung sowie für kulturelle Ausflüge zum Liszthaus und -zentrum in Raiding, zur Ruine Landsee, auf Burg Forchtenstein oder nach Sopron an. Die vinophile Seite des Mittelburgenlands offenbart sich nicht nur in zahlreichen Vinotheken in den umliegenden Ortschaften, sondern auch bei Heurigen oder in Gasthäusern. Das kulinarische Angebot im Boutique-Hotel „Zum Oberjäger“, das bislang ein reichhaltiges, regional ausgerichtetes Frühstück sowie Kochveranstaltungen im Kochsalon unter der Leitung eines Küchenchefs umfasst, soll 2024 ausgeweitet werden. Im ehemaligen Wirtschaftshof entsteht ein Gastrobetrieb mit Heurigenrestaurant, der die Gäste mit Hausmannskost wie Wildbret- oder Käseplatten verwöhnt. Damit setzt Esterhazy einen weiteren Schritt zur Attraktivierung der Region.


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DIE SICHT DES FISCHES In den Feriensiedlungen von Esterhazy lässt es sich wirklich leben! Dank bester Wasserqualität fühlen wir uns – so wie die Menschen auch – so richtig wohl!


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VIELFÄLTIGE BAUWERKE – VIELFÄLTIGE AUFGABEN Den geschichtsträchtigen Namen Esterhazy verbinden die meisten Menschen als Erstes mit historischen Großanlagen wie Schloss Esterházy oder Burg Forchtenstein. Die Aufgabengebiete des Teams der Immobilien reichen viel weiter und umfassen unter anderem die Verwaltung und Aufwertung von Freizeitanlagen und Stadtimmobilien sowie die Immobilienentwicklung, wo in den nächsten Jahren einige spektakuläre Projekte auf dem Plan stehen.

Stillstand ist etwas, das die Immobilienverantwortlichen von Esterhazy nicht kennen, denn deren Aufgabengebiete gehen weit über die Verwaltung und Instandhaltung von historischen Denkmälern und Bauten hinaus. Der Anspruch des Unternehmens, sämtliche Anlagen auf zeitgemäßen Standards zu halten und damit einhergehend für die Zukunft beständig zu machen, erfordert eine laufende Adaption und Aufwertung aller betrieblichen Immobilien. Es werden stets neue Konzepte erarbeitet, welche die „alten Mauern“ mit modernen Verwendungen in Einklang bringen. Ein absolut bahnbrechendes Vorhaben ist hier sicher die Generalsanierung des Schlosses Eisenstadt inklusive neuer Nutzungsmöglichkeiten für den Schlosspark. Als weitere Großprojekte entstehen am Esterhazyplatz im Schlossquartier ein 4-Sterne-Superior-Hotel, Eigentumswohnungen und Büros, im alten Meierhof ist ein multifunktionales Projekt in Vorbereitung. Darüber hinaus sind eine Modernisierung der traditionellen Seebäder wie Rust und Breitenbrunn sowie eine laufende Aufwertung der Feriensiedlungen am Neufelder, Neudörfler, Pöttschinger und Trausdorfer See geplant.

STADTENTWICKLUNG IM HERZEN EISENSTADTS 2020 fiel der Startschuss für die Errichtung eines 4-SterneSuperior-Hotels im Schlossquartier am Esterhazyplatz, die Fertigstellung ist für September 2022 geplant. 120 Zimmer, ein Konferenzzentrum für 200 Teilnehmende, ein Restaurant mit Rooftop-Bar, dazu noch ein Bürohaus auf einer Nutzfläche von 3.000 Quadratmeter, 60 Eigentumswohnungen sowie zwei Tiefgaragen um Gesamtkosten in Höhe von 60 Millionen Euro – so lauten die aufsehenerregenden Eckdaten dieses Unterfangens. Trotz der Dimensionen steht dabei der Umweltgedanke klar im Vordergrund, zum Beispiel hinsichtlich der Baumaterialien und eines effizienten Arbeitens auf der Baustelle inklusive Abfallwirt-

schaft. An den Fassaden wird sehr viel mit Naturmaterialien gearbeitet. Die Außenanlagen des gesamten Areals erhalten einen parkähnlichen Charakter, versehen mit vielen Sträuchern und Bäumen sowie einem kleinen botanischen Garten. Schließlich lag dort einst der Apfelgarten der fürstlichen Familie Esterházy, deren Vertreter Vorreiter für die Etablierung einst neuartiger Pflanzen waren. In diesem Sinne werden die Gewächse hinsichtlich bevorstehender klimatischer Veränderungen ausgewählt, um auch in Zukunft dieses Gartenbild zu erhalten. Im Hotel selbst ist ein Atrium mit vertikaler Begrünung angedacht, welche die Raumluft positiv beeinflusst. Die Wohnungen werden mit Holzfassade versehen und der natürliche Baustoff dominiert auch den Innenbereich, etwa in Form von Parkett. Das Areal zwischen Schloss und Hotel wird zu einer offen gestalteten, angenehm anmutenden „Begegnungszone“, in der man gern verweilt und welche die Menschen näher zusammenbringt. Dies soll das Hotel direkt mit dem Schlossplatz verbinden und so die Möglichkeit des sozialen Austausches und der unkomplizierten Begegnung bieten.

WOHNEN IN BESTER LAGE Das Schlossquartier vereint Urlaub, Wohnen und Arbeiten im Zentrum von Eisenstadt.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 91


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GENERALSANIERUNG SCHLOSS ESTERHÁZY

HISTORISCHES ERBE ERHALTEN Die Dachlandschaft von Schloss Esterházy wurde weitgehend erneuert.

Um das Schloss Esterházy, dessen Kern in das 13. Jahrhundert zurückreicht, auch für kommende Generationen zu erhalten, wurde als Großprojekt die komplette Generalsanierung des Schlosses in Planung gegeben. Jährlich fließen Hunderttausende Euro in notwendige Bestanderhaltungsmaßnahmen. Im Sinne einer umfassenden und vorausschauenden Lösung arbeiten nun namhafte Experten für historische Bauwerke gemeinsam mit Esterhazy an einem Nutzungskonzept für die neue Ausrichtung.

Esterhazy und die Freistadt Eisenstadt eine gemeinnützige GmbH. Der Bestand ist auf drei Jahrzehnte ausgelegt, in den nächsten fünf Jahren sollen weitreichende Adaptierungs- und Attraktivierungsmaßnahmen verwirklicht werden. Der „Verein der Freunde des Eisenstädter Schlossparks“, der ein wichtiges Bindeglied zur Bevölkerung darstellt, bleibt weiterhin aktiv und wirkt unterstützend bei der Umsetzung des richtungsweisenden Konzeptes sowie der Aufarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit.

Im Fokus steht die Langlebigkeit, die durch laufende Aufwertung der Infrastruktur wie Kanal-, Wasser- und Stromversorgung stets auf einen modernen Standard gebracht wird. Einen wesentlichen Faktor hierbei stellt auch die Heizung des Bauwerks dar. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und des Umweltbewusstseins wird dies auf das gesamte Schloss und alle Esterhazy´schen Gebäude am Esterhazyplatz ausgedehnt. Als etwaige ergänzende Heizmöglichkeit kommen Hackschnitzel infrage, das Heizen mit Strom und Gas wurde hingegen verworfen. Zur Verbesserung der Barrierefreiheit im Schloss erfolgt zudem vereinzelt der Einbau von Liften.

Bereits 2020 wurde der sogenannte Herzerlteich, ein lang trocken gelegener, künstlicher Teich, der die ehemaligen Treibhäuser mit Wasser versorgte, wieder instand gesetzt. Er war Teil eines ausgeklügelten Wasserkreislaufs, der über Leitungen von Müllendorf und aus dem Buchgraben Wasser in den Landschaftsgarten führte. Durch eine Watt’sche Dampfmaschine, 1804 die erste in der Donaumonarchie, wurde es vom tiefsten zum höchsten Punkt gebracht, von wo aus es über Kanäle und Bachläufe die einzelnen Partien mit Wasser versorgte. Im Zuge der geplanten Sanierung des Maschinenhauses gibt es konkrete Überlegungen zur Revitalisierung des Wasserkreislaufs, wobei nicht Dampf und Kohle, sondern Photovoltaik Einsatz finden sollen.

HISTORISCHER PARK FÜR MODERNE ANSPRÜCHE Im Herbst 2021 lief der Pachtvertrag für den Schlosspark mit der Stadtgemeinde Eisenstadt aus. Um den historischen Landschaftsgarten als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung weiterhin zu erhalten und zugleich seine Zukunft zu sichern, gründeten

Durch die Wiederherstellung der historischen Elemente erfährt der Park, der weithin als einer der schönsten Landschaftsgärten Österreichs bezeichnet wird, die Fortsetzung seiner Aufwertung. Er bleibt nach wie vor öffentlich zugänglich und damit weiterhin für alle ein Ort zum Erleben und Genießen.


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PROJEKT MEIERHOF Ein weiteres aufsehenerregendes Vorhaben im Zentrum von Eisenstadt stellt das Projekt Meierhof dar. Im Sinne der Stadtteilentwicklung soll dieses Areal Aufwertung in Form einer Erweiterung des Schlossquartiers erfahren. Geplant ist ein multifunktionelles Projekt mit generationenübergreifendem Wohnen und einem modernen Ärztezentrum. Als Ergänzung zum nahe gelegenen Krankenhaus der Barmherzigen Brüder können darin vor- und nachgelagerte Dienstleistungen wie Ambulanzen oder Reha-Zentren angelegt werden. Der Ausbau, der etwa drei Jahre in Anspruch nehmen wird, soll in zwei Etappen durchgeführt werden. Die erste Phase sieht die Adaptierung des hinteren Teils des Areals vor, wo sich eine Kapelle und ein ehemaliger Friedhof befinden. In der zweiten Stufe wird die Nutzfläche entlang der Gloriette vergrößert. Gemäß dem vorherrschenden Nachhaltigkeitsgedanken strebt Esterhazy auch bei diesem Projekt bewusst eine Klimazertifizierung sowie eine Zertifizierung der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) an.

BAUTEN MIT GESCHICHTE UND ZEITGEMÄSSER NUTZUNG Historische Strukturen nur zu erhalten war schon immer zu wenig – erst innovative Nutzungsmöglichkeiten gewährleisten ein Fortbestehen für die Zukunft. Genau diesem Grundsatz folgt Esterhazy Immobilien und hat in den vergangenen Jahren durch behutsame Eingriffe zahlreiche neue Möglichkeiten geschaffen. In den ehemaligen Stallungen gegenüber dem Schloss etablierte sich mit dem Schlossquartier durch Adaptierung eine Anlaufstelle für Freunde erlesener Kulinarik und ausgewählten Designs und Dekoration. Unter Einbeziehung der ursprünglichen Strukturen, etwa der Pferdetränken aus Marmor im Restaurant Henrici oder dem Kamin in einem Geschäftslokal, der einst die fürstliche Hauptwache wärmte, erhielt der Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Gebäudekomplex neue Nutzungen. Ziel war es hier stets, den historischen Charakter dieses Bauwerks zu bewahren. Aus dieser Ambition heraus arbeiten die Verantwortlichen von Esterhazy Immobilien eng mit Vertretern des Bundesdenkmalamts zusammen, um die neue Verwendung und die historische Substanz in guter Balance zu halten. Durch jahrelange Erfahrung und durch gezielte Aus- und Weiterbildung verfügen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über eine hohe Expertise in immobilienrelevanten Fragestellungen. In den letzten Jahren hat das Immobilien-Team jedoch auch spannende Projekte auf Schauplätzen abseits der historischen Großanlagen umgesetzt. Nachdem im Herbst 2015 beim Weingut in Trausdorf das Kalandahaus, ein Teil des alten Meierhofs, als Veranstaltungs- und Konferenzort eröffnet wurde, folgte als nächstes Projekt die Revitalisierung von Gebäudeteilen am Seehof Donnerskirchen. Anfang 2020 wurde in einem ehemaligen Arbeitergebäude die Fleischmanufaktur errichtet, der Getreidespeicher, das sogenannte Granarium, wurde zu einem Veranstaltungsraum umgewandelt. Die alte Schmiede dient nun als Informationszentrum. Ziel bei allen Adaptierungen war es, keine neuen Flächen zu versiegeln und Historisches neu zu interpretieren.

GENIESSEN UND EINKAUFEN Das Schlossquartier in Eisenstadt steht für erlesene Kulinarik und geschmackvolle Dekoration.


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NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 95

ZERTIFIZIERTES FERIENRESORT Seit über vier Jahrzehnten genießt das Seebad Breitenbrunn weit über die Landesgrenzen des Burgenlandes hinaus den Ruf als naturnahes Erholungsgebiet, das vor allem im Sommer eine Vielzahl an Tages- und Dauergästen anzieht. Bis Ende 2018 an die Gemeinde Breitenbrunn verpachtet, übernahm es Esterhazy in jenem Jahr in die Eigenbewirtschaftung zurück und setzte sogleich umfassende Erneuerungen in der Infrastruktur in Gang. Als erster Schritt erfolgte die Aufwertung des öffentlichen Hafens, unter naturnahen Gesichtspunkten werden seither weitere Bereiche konsequent adaptiert und saniert; erklärtes Ziel ist eine Modernisierung des Gesamtareals. Als Attraktivierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen wurden im Bereich der Marina West und Ost sämtliche Stege saniert bzw. teilweise komplett erneuert, eine Beleuchtung erleichtert die Orientierung bei Nacht, Strom und Wasseranschluss sorgen für bessere Versorgung der Liegeplätze. Seit Sommer 2021 ist ein 300 Quadratmeter großer „MotorikSpielepark“ mit Balancierstämmen, Slackline, Hängeseilen und -brücken, einer Kletterwand und vielem mehr die Attraktion bei den jungen Besuchern, die sich dort nach Herzenslust austoben können. Ihre Eltern können einstweilen in der „Windsbraut Strandbar“, einem Pop-up-Lokal mit gemütlicher Strandatmosphäre, bei Speis und Trank entspannen. Bis zum Sommer 2024 wird das Seebad Breitenbrunn um rund 50 Millionen Euro in ein modernes, naturnahes Ferienresort mit Gastronomie und eigenem Veranstaltungsbereich umgewandelt. Im Marina-Gebäude sind jeweils 120 Innen- und Außensitzplätze im Restaurant und weitere 100 Plätze für verschiedenste Veranstaltungen – von sportlich bis kulturell – geplant. Bei den Unterkunftsmöglichkeiten wird derzeit auf Glamping gesetzt

MODERNE INFRASTRUKTUR Bei den Badeanlagen legt Esterhazy großen Wert auf gute Wasserqualität und hohen Komfort.

und damit Urlaub in luxuriösen Wohnwagen direkt am See ermöglicht. Mit dem Bau eines 4-Sterne-Bungalowdorfs und eines hochwertigen Lodgeparks stehen künftig Vollholzhäuser mit Holzterrasse zur Kurzvermietung zur Verfügung. Für mehr Komfort und Bewegungsraum für die Bade- und Freizeitgäste erfolgt eine Ausweitung der öffentlichen Liege- und Grünflächen um 10.000 Quadratmeter – Eingriffe in den Schilfgürtel werden aus Rücksicht auf die dortige vielfältige Vogelwelt bewusst vermieden. Die harmonische Einbindung der Tier- und Pflanzenwelt hat hohen Stellenwert, schließlich gilt der Neusiedler Sees in ökologischer wie kultureller Hinsicht als außergewöhnlicher Natur- und Siedlungsraum. Dies unterstreichen unter anderem das Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe des Gebiets um den See, der Naturpark Neusiedler See –Leithagebirge am Nordufer, der Nationalpark am Ostufer und seine Fortsetzung im Süden in Ungarn sowie die Ausweisung zahlreicher Schutzgebiete. Sämtliche Bauarbeiten in diesem sensiblen Gebiet erfolgen daher in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. 2020 erteilte der Welterbegestaltungsbeirat die Freigabe für das Baukonzept im Seebad Breitenbrunn. Das Bauvorhaben fügt sich nicht nur harmonisch in das Landschaftsbild ein, sondern sieht auch Maßnahmen im Einklang mit der Natur wie zum Beispiel eine Bewässerung mit Regenwasser, den Einsatz trockenheitsresistenter, Gründächer oder eine Bodenentsiegelung durch Reduktion betonierter Bereiche vor. Um den hohen ökologischen Standard der Anlage zu unterstreichen, strebt Esterhazy für das gesamte Seebad eine Zertifizierung in Gold der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) an.


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ERHÖHTE AUFENTHALTSQUALITÄT IN FERIENSIEDLUNGEN Seit den 1960er-Jahren bietet Esterhazy mit der Erschließung von Ferienanlagen zahlreiche Möglichkeiten, die Freizeit im Grünen zu verbringen. Ein groß angelegtes Naturraumkonzept sieht in den hochfrequentierten Feriensiedlungen an mehreren regionalen Seen Verbesserungen der Anlagenqualität und Infrastruktur zum Wohle der Mieter vor. Laufende Wasserkontrollen und Maßnahmen zum Erhalt der 1A-Wassergüte und des Fischbestandes, etwa durch den Einsatz diverser Wasserpflanzen wie Tiefentlüftern am Grund der Seen zur Anregung des Sauerstoffwechsels, sorgen für gute Wasserqualität. In den Anlagen selbst

tragen Schritte wie die Aufstockung des Baumbestands, die Sanierung der Wegestruktur und Straßen und Kanalisation, die Errichtung neuer Stege sowie die Anlage von Buchten, Banketten, Radwegen und Verkehrsberuhigungszonen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität der Anrainer bei. Erklärtes Ziel ist die Aufwertung aller Feriensiedlung zu wertigen Immobilien, wobei besonders Uferparzellen sehr gefragt sind. Die Strukturen hierfür werden, unter anderem in Form von Wohnungseinheiten am Ufer des Neufelder Sees, geschaffen.


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SCHLAGWORTE DER ZUKUNFT Klimatische Veränderungen und Kreislaufwirtschaft gelten als Herausforderungen der Zukunft, die jetzt in Angriff genommen werden müssen. Pflanzen beginnen früher zu blühen, wärmeliebende, trockenheitsresistente Arten verdrängen jene, die eher kühle Bedingungen und hohen Niederschlag benötigen. Mit diesen Tatsachen ist natürlich auch Esterhazy als Eigentümer zahlreicher Grünanlagen wie Parks und Feriensiedlungen konfrontiert. Künstliche Bewässerung soll soweit wie möglich vermieden werden, ist diese notwendig, gelangt nach Möglichkeit Regenwasser zum Einsatz. Wichtiger Schritt zum Erreichen dieses Ziels ist die Auswahl der Bäume und Pflanzen: Sie sollten auf jeden Fall längere „Durststrecken“ vertragen und nicht ständige Bewässerung erfordern. In den Ferienanlagen erfolgte daher bereits teilweise die Auspflanzung von unterschiedlichen Sträuchern – sie sind pflegeextensiv und eignen sich hervorragend für die Gestaltung naturnaher Räume.

Bedeutung. Seit dem Jahr 2021 wird zudem die Digitalisierung des Dokumentenverkehrs noch stärker vorangetrieben – Ziel ist das weitgehend papierlose Büro, das beispielgebend für andere Unternehmen sein soll. Als Leitbetrieb mit vorbildlichem Beispiel vorangehen will Esterhazy auch in der Energiewirtschaft, indem das Unternehmen auf Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen setzt. Bei Neubauten kommt vermehrt der nachwachsende Rohstoff Holz zum Einsatz, was zusätzliches Dämmmaterial oftmals obsolet macht. Zur langfristigen CO2-Reduktion wird in erster Linie auf erneuerbare Energiequellen, wie Photovoltaik, zurückgegriffen und in den Freizeitanlagen werden der Ausbau der EMobilität und die Errichtung von E-Ladestationen forciert. Ein hoher Stellenwert im unternehmerischen Wirken kommt fortan auch der Zusammenarbeit mit den Umweltbehörden zu. Wohin der Kurs geht, ist klar: Bodenentsiegelung statt -versiegelung und der Erstellung von Umweltgutachten, die Gewährleistung einer hohen Wasserqualität sowie intakten Tier- und Pflanzenwelt durch regelmäßige Beauftragung hydrologischer Bewertungen sind das Gebot der Stunde.

Einhalt geboten werden soll auch der Verschwendung von Ressourcen jeglicher Art – Recycling und Abfallvermeidung stehen dafür hoch im Kurs. „Kreislaufwirtschaft“, zum Beispiel in Form der Wiederverwendung von Abbruchmaterialien, erlangt bei Neubauten und Bestand bei Esterhazy künftig zusätzlich

ZAHLEN, DATEN UND FAKTEN RUND UM DIE FREIZEITANLAGEN

Mehr als

11

See- und Freizeitanlagen

Zusätzliche

ZweitwohnsitzHaushalte geben pro Tag und Kopf

Belebung der regionalen Wirtschaft und Gastronomie

155 Euro aus

Durchschnittlich

100 Nutztage der Zweitwohnsitze

Knapp

26 km

Straßenlängen inkl. dazugehörender Infrastruktur

5.000

Mieterinnen und Mieter

109 Hektar Wasserfläche

Knapp

11 Hektar

intensiv betreute Grünflächen inkl. Baumund Strauchschnitt


TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN


DIE SICHT DES LICHTDESIGNERS Für mich ist der Steinbruch St. Margarethen im UNESCO Weltkulturerbe Ferto-Neusiedler See der schönste Arbeitsplatz überhaupt. Mit meinen Lichteffekten sorge ich für spannungsgeladene Opernproduktionen.


TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN

GESCHICHTE UND KULTUR ERLEBEN Geschichtsträchtige Gebäude, einzigartige Sammlungen historischer Objekte verbunden mit innovativen Kulturformaten auf stets neu interpretierten Schauplätzen – dafür steht der Bereich Tourismus, Kultur & Veranstaltungen. Mit Ausstellungen, Veranstaltungen und einer großen Bandbreite an Konzerten nimmt Esterhazy einen fixen Platz in Österreichs Kunst- und Kulturszene ein. Als Fürstin Melinda Esterházy ab 1994 begann, ihr Erbe in Stiftungen einzubringen, knüpfte sie dies an einen festen Gedanken: Die Bauwerke, Sammlungen sowie Archive und andere Kunst- und Kulturstätten sollten für Publikum und Forschung offenstehen. Diesem Leitgedanken folgend entstand in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten ein vielfältiger Kulturbetrieb, der alle Bereiche der Kunst umfasst und zugleich die Türen für die Wissenschaft öffnet. Die Konzerte im Schloss Esterházy, die Oper im Steinbruch, Dauerausstellungen und Sonderschauen sowie zahlreiche weitere Formate genießen einen hohen Stellenwert und locken jährlich Tausende Besucher aus dem In- und Ausland ins Burgenland.

Internetformat esterhazy@home ins Leben, wo zwei- bis dreiminütige Video-Clips Einblicke in ausgewählte Ausstellungs- und Sammlungsbereiche geben. Um die online geweckte Begeisterung auch vor Ort zu transportieren, erfolgte parallel ein Ausbau des Angebots für die Wiederöffnung. Die Prunkräume des Schlosses Esterházy, die bisher nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen waren, wurden für Individualgäste adaptiert. Für ausführliche Informationen wurde die Anzahl der Audioguides verdoppelt, zudem stehen die Hörtexte nun als Download zur Verfügung und sind somit am Smartphone abrufbar. Damit erhalten die Besucher mit modernster Technik Einblick in bemerkenswerte historische Bereiche.

MULTIFUNKTIONALE KULTURSTÄTTEN Die Schlösser in Eisenstadt und Lackenbach, Burg Forchtenstein, aber auch die zahlreichen historischen Meierhöfe und andere Bauwerke der Fürsten Esterházy erfüllten stets schon mehrere Aufgaben: Sie waren Residenz und Repräsentationsort, Wirtschaftsgut, dienten der Lagerung von Lebensmitteln oder als Wohn- und Arbeitsstätte. Diese Multifunktionalität hat sich bis heute erhalten: Wer Schloss Esterházy betritt, trifft im Schlosshof auf Menschen, die hier zur Arbeit gehen. Aus dem Haydnsaal dringt Musik – es ist die Probe für ein Konzert am Abend, dessen Klänge vielleicht noch leise zu hören sind, während der Gast eine der Ausstellungen besucht. Rund 180 Veranstaltungen gehen allein im Schloss Esterházy jährlich über die Bühne, von Eigenformaten wie der Reihe classic.Esterhazy oder dem HERBSTGOLD – Festival bis hin zu Tagungen, Hochzeiten und anderen privaten Feiern. Und auch an den weiteren Standorten finden vor allem in der Hauptsaison von April bis Oktober zahlreiche Veranstaltungen statt.

VERÄNDERTE BESUCHERSTRUKTUREN 2019 verzeichneten die Kulturstätten eine halbe Million Besucher, mehr als die Hälfte davon aus dem Ausland. Das Jahr 2020 stoppte diesen Trend abrupt und brachte dennoch Erfreuliches: Während sich die Zahl der Auslandsgäste aufgrund der COVID19-Pandemie beinahe halbierte, stieg der Anteil der Inlandsgäste von 45 Prozent im Jahr 2019 auf 72 Prozent im Jahr darauf. Veränderungen zeigten sich weiters bei der Gruppengröße der Besucher: Reisegruppen wurden weniger, bei Individualgästen und Familien verzeichnete Esterhazy dafür einen Zuwachs. Da der Kulturbetrieb besonders stark von pandemiebedingten Schließungen betroffen war, rief Esterhazy im Frühjahr 2020 das

AUF EINEN BLICK Die Website informiert zu aktuellen Veranstaltungen und ermöglicht über esterhazy@home virtuellen Kulturgenuss.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 101

GREEN EVENT ZERTIFIZIERUNGEN Als nachhaltig agierendes Unternehmen legt Esterhazy im Bereich Veranstaltungen großen Wert auf ökologische Standards. Bei sämtlichen Events wird nach Möglichkeit auf Einsatz von Plastik verzichtet, die Orangerie im Schlosspark Eisenstadt ist von Green Event Austria Netzwerk als nachhaltiger Veranstaltungsort zerti-

fiziert. Auch der Steinbruch St. Margarethen strebt diese Zertifizierung an. Kriterien dafür sind unter anderem die Verwendung biologischer, saisonaler, regionaler und fair produzierter Lebensmittel, das Angebot fleischloser Gerichte, Abfallvermeidung bzw. -trennung, Ressourcenschonung und Barrierefreiheit.


TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN

HISTORISCH TRIFFT MODERN

LEBENDIGE ADELS- UND GARTENGESCHICHTE

Schloss Lackenbach trägt sowohl für das Mittelburgenland als auch für die Grafen und späteren Fürsten Esterházy große Bedeutung: In der Schlacht von Lackenbach siegte Nikolaus Esterházy 1620 über die Truppen Gabor Bethlens, hier begann der Aufstieg des Magnatengeschlechts. Später in ein Wirtschaftsgebäude umgewandelt, erfuhr das Schloss in den letzten Jahren eine Aufwertung und ist heute ein Besuchermagnet im Mittelburgenland.

In den vergangenen Jahren stieg die Attraktivität der Räumlichkeiten und des Angebots in Schloss Lackenbach. Neben der Abhaltung von Gartenveranstaltungen und -führungen erfolgte auf mehreren Ebenen die Erweiterung des Ausstellungsbereichs. Die 2008 eingerichtete Ausstellung „Der Natur auf der Spur“ erfuhr 2019 eine Adaptierung und wurde um „Die höfische Jagd der Fürsten Esterházy“ ergänzt. Eine eigene Schau widmet sich anlässlich 400 Jahre Schlacht bei Lackenbach 1620 diesem entscheidenden Kampf, der den Aufstieg des Hauses Esterházy begründete.

Im 17. Jahrhundert durch Heirat in den Besitz der Grafen und späteren Fürsten Esterházy gelangt, verlor das Renaissanceschloss Lackenbach bald seinen Rang als Wohnsitz an Eisenstadt. Den Status als wirtschaftliches Zentrum konnte es allerdings über Jahrhunderte behaupten. In den letzten Jahren wurde der Komplex Schritt für Schritt behutsam renoviert, neuen Nutzungen zugeführt und um moderne Interventionen ergänzt. Das Schloss und seine Nebengebäude bieten heute einen stilvollen Rahmen für Veranstaltungen und Ausstellungen, kombiniert mit Übernachtung in historischen Räumen.

Seit 2018 haben die Gäste die Möglichkeit, im ehemaligen Jägerstöckl und Boutique-Hotel „Zum Oberjäger“ zu übernachten, das Angebot wurde mittlerweile auf Räumlichkeiten im Schloss ausgeweitet. Weiters erfuhr der Garten des Schlosses in den vergangenen Jahren eine grundlegende Revitalisierung und wurde dabei mit zeitgenössischen Akzenten versehen. Mit dem „Feldweg“ wurde 2021 eine der letzten Installationen des 2020 verstorbenen Künstlers Lois Weinberger eröffnet. Die künstlerisch gestaltete poetische Reise durch den Park umfasst neben sieben bunten Wegrandhäusern auch eine Skulptur des Künstlers. In einer seit 2015 bestehenden Kooperation mit der TU Graz erhalten Studierende der Technischen Universität die Möglichkeit, Objekte für den Park zu designen, die Siegerprojekte finden schließlich Umsetzung. 2019 entstanden als „Interactive Spots“ die Objekte „Tischoval“, „Swirling Flower Pavillon“ und eine „Landschaftsbank“. 2021 wurde im Rahmen dieser Kooperation der sogenannte Königshügel als „Hot Spot“ in Szene gesetzt, begehbar gemacht und mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Auch Schulklassen werden in die Gestaltung einbezogen: Am 30. Juni 2022 soll im Schloss Lackenbach gemeinsam mit Schülern ein Weltrekordversuch der „weltgrößten Ausstellung von Insektenhotels“ unternommen werden.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 103

FOKUS AUF SCHULAUSFLÜGE UND KINDERPROGRAMME Als Besucher von morgen werden Kinder bei Esterhazy schon heute für Kultur und Geschichte begeistert. Ob bei Natur- und Gartenführungen in Lackenbach oder auf dem „Trampelpfad“ in Eisenstadt, der auf Schlosshund Trampels Spuren führt, bieten fachlich geschulte Guides an allen Esterhazy Standorten altersgerechte Mitmach- und Erlebnisführungen. Dieses Angebot nehmen auch Schulen gerne in Anspruch: Bis 2019 verzeichnete Esterhazy jährlich den Besuch von rund 10.000 bis 12.000 Schülerinnen und Schülern. Danach nützten zahlreiche Lehrende die Möglichkeit von esterhazy@home, um während der covidbedingten Schulschließungen weiterhin Kulturerlebnisse zu vermitteln.


TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN

BUNTER FESTIVALREIGEN IN EISENSTADT Bereits 2017 startete Esterhazy mit dem HERBSTGOLD – Festival im Schloss in Eisenstadt ein erfolgreiches Musikformat, das die Landeshauptstadt zehn Tage lang ins Zentrum des kulturellen Interesses rückt. Unter stets neuen Gesichtspunkten spannt es den Bogen der Musik rund um die Welt, quer durch verschiedene Epochen und Genres, um immer wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Das Schaffen Joseph Haydns stets im Blickpunkt entstehen unter jährlich neu festgelegten Themen-

kreisen spannende Verknüpfungen in den Bereichen Klassik, Jazz sowie Balkan- und Romamusik. Kulinarische Begleitung erfährt das HERBSTGOLD – Festival durch „Pan O’Gusto“ in der Orangerie, wo regionale Schmankerln mit pannonischen Weinen verkostet werden können. Die Zahlen geben dem Festival recht: Mit einer Auslastung von nahezu 100 Prozent setzte das HERBSTGOLD – Festival auch in den Pandemiejahren 2020 und 2021 den Erfolg der ersten Jahre fort.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 105

OPERNERLEBNIS DER BESONDEREN ART Kulturdenkmäler wie der Stephansdom oder zahlreiche Ringstraßenbauten aus St. Margarethener Sandstein bereichern das Stadtbild in Wien. Der Abbau des Gesteins hinterließ jedoch auch an seinem Ursprungsort seine Spuren – und schuf so auf historische Weise eine imposante Kulisse. Mit der Oper im Steinbruch St. Margarethen hat sich hier einer der Fixpunkte des burgenländischen Kultursommers etabliert. Esterhazy bringt jährlich mit einem anerkannten Team aus Regisseuren, Kostüm-

und Bühnenbildnern sowie internationaler Besetzung stets aufs Neue hochkarätige Aufführungen auf die Bühne. 2019 sahen mehr als 91.000 Zuschauer die Zauberflöte. Die Turandot, die ursprünglich für 2020 geplant war, wurde auf 2021 verschoben. Die Auslastung vor Ort war pandemiebedingt rückläufig, doch folgten über ORF III rund 93.000 Zuseher der Premiere im Fernsehen, wodurch die Aufführung abermals eine große Reichweite erzielte.


TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN

DIE SAMMLUNGEN Über Jahrhunderte sammelten die Fürsten Esterházy erlesenste Kunst aus aller Welt und brachten neu erworbene und geschenkweise überlassene Schätze in ihre Sammlung ein. Neben historisch bedeutenden Objektgruppen, wie jene der Ahnengalerie, historischen Möbelstücken, der Silbersammlung, Porzellanservices und -dekorationen und zahlreichen weiteren Artefakten finden sich heute in den Sammlungen der Esterhazy Privatstiftung auch sozialgeschichtlich relevante Bestände wie zum Beispiel der fürstliche Hausrat. Als Kriegsherren verfügten die Fürsten über Waffen und Ausrüstungsgegenstände aus vier Jahrhunderten und auch die fürstliche Jagd hinterließ zahlreiche Gegenstände. Diese Objekte sind heute weltweit gefragte Exponate für internationale Ausstellungen und wurden beispielsweise 2019/2020 in New York, Mailand, Zagreb oder Karlsruhe gezeigt. Von außergewöhnlicher historischer Bedeutung sind zudem die grafische Sammlung, die historische Bibliothek mit ihren über 75.000 Bänden, das Musikalienarchiv und nicht zuletzt die für die zentraleuropäische Geschichtsforschung wichtigen Archive auf Burg Forchtenstein.

SORGFALT IN DER BEWAHRUNG DER SAMMLUNGEN Während kostbare Porzellane oder Silberservices im Alltag des Adels für den festlichen Gebrauch bestimmt waren, dienten andere Gegenstände rein der Repräsentation. Paul I. Esterházy hatte im 17. Jahrhundert auf Burg Forchtenstein eine Kunst- und Wunderkammer eingerichtet, die an diesem Standort in ihrem originalen Zustand weitgehend bis heute besteht. War sie früher nur ausgewählten Gästen zugänglich, so wurden sie in der Umsetzung des Stiftungsauftrages Anfang des 21. Jahrhunderts für eine jeweils begrenzte Besucherzahl geöffnet. Zahlreiche weitere Artefakte wie Gemälde oder Silbermöbel sind in Dauer- oder Sonderausstellungen zu sehen, was durchaus auch Herausforderungen mit sich bringt: Der Besucherverkehr wirkt sich auf die Raummikroklimate und damit indirekt auf die historischen Objekte aus. Ein lückenloses, professionelles, von modernster Technik unterstütztes Monitoring in den Ausstellungsräumlichkeiten kann die Antwort darauf sein. Gezieltes Besuchermanagement und im Bedarfsfall Einschränkungen in der Besichtigung wie eine Begrenzung der Personenzahl und Frequenz der Schatzkammerführung seit August 2019 dienen dem Schutz der Exponate. Um Exponate im Haus sowie fremde Objekte zu schützen, werden Leihgaben an Museen im In- und Ausland vor dem Versand einer Stickstoffbehandlung unterzogen und kommen anschließend in „Quarantäne“, ehe sie als Botschafter der Geschichte des Fürstenhauses Esterházy an anderer Stelle verliehen und präsentiert werden. Auf diese Weise wird der Verbreitung von Schädlingen und Mikroorganismen entgegengewirkt.

ESTERHAZY@HOME Im Jahr 2019 verzeichnete Esterhazy einen Rekord: Rund eine halbe Million Menschen hatte Veranstaltungen oder Ausstellungen in einer der zahlreichen Locations besucht. Als Esterhazy im März 2020 im Zuge der covidbedingten Verordnungen von einem Tag auf den anderen seine Türen schließen musste, war rasches Handeln gefragt: Um den Besuchern auch daheim kulturelle Erlebnisse zu ermöglichen und zugleich mit ihnen in Kontakt zu bleiben, lancierte Esterhazy das Format esterhazy@ home. In kurzen Filmen führen Esterhazy Mitarbeiter durch einzelne Ausstellungsbereiche, Mitschnitte von Konzert- und Opernaufführungen geben Musikerlebnisse wieder und spezielle Clips für Kinder und Schulen stehen für Unterricht oder Freizeit zur Verfügung. So hat sich esterhazy@home bereits als beliebte Ergänzung zum stationären Kulturbetrieb etabliert.

LEIHGABEN AN AUSLÄNDISCHE MUSEEN ALS MEHRWERT Die Sammlungen der Esterhazy Privatstiftung stehen in einem regen Austausch mit Museen und Kunstinstitutionen. Exponate aus den Sammlungen sind mittlerweile regelmäßig als Leihgaben bei Ausstellungen auf der ganzen Welt vertreten, die Expertise der Mitarbeiter ist bei internationalen Veranstaltungen oder Fachpublikationen gefragt. Die Interaktion mit weltweit agierenden Partnern, der Austausch mit Wissenschaftlern sowie die Präsentation von Objekten in ausländischen Museen, Medien und Kunstkatalogen unterstreichen nicht nur den internationalen Ruf der Sammlungen, sondern richten das Licht zugleich auf die Standorte und damit auf das Burgenland. Besonderes mediales Echo verzeichneten im Berichtszeitraum die Ausstellungen „Canova and Thorvaldsen. The birth of the modern sculpture“ in der Galeria d’Italia in Mailand (2019), wo Canovas Sitzstatue der Leopoldine Esterházy ausgestellt war, und die Ausstellung „Making Marvels. Science and splendor at the courts of Europe“ im Metropolitan Museum of Art in New York (2019/20). Bei Letzterer stellte Esterhazy als einer der Hauptleihgeber einen Großteil seiner barocken Silbermöbel zur Verfügung.


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 107

EIN AUSSERGEWÖHNLICHES AUSSTELLUNGSJAHR

AKTUELLE PROJEKTE UND NEUE ZIELE

Während 2019 noch Eröffnungen gefeiert und neue Leihgaben geplant wurden, brachte das Jahr 2020 einen massiven Einschnitt: Die Restriktionen im Reiseverkehr weltweit beendeten vorerst nicht nur den künstlerischen Austausch, sondern erschwerten auch die Überstellung von Leihgaben nach Beendigung oder vor Eröffnung von Ausstellungen. Kunstwerke mussten oder blieben, so eigenwillig dies klingt, in Quarantäne, denn an eine Rückholung war kaum zu denken. Prozesse wie das Veroder Auspacken von Artefakten, die üblicherweise von Mitarbeitern der Sammlungen vor Ort durchgeführt werden, wurden in einem Fall erstmals über Video übertragen und begleitet.

Im Jubiläumsjahr „100 Jahre Burgenland“ brachte sich Esterhazy auf vielfältige Weise ein. So stellten die Sammlungen Leihgaben für die Jubiläumsausstellung zur Verfügung, im August 2021 fand im Haydnsaal eine große Jubiläumsgala statt. Das Jahr wurde zugleich zum Anlass genommen, im Archiv auf Burg Forchtenstein die Sichtung und Katalogisierung des Dokumentenbestands aus dem 20. Jahrhundert voranzutreiben.

Die Objekte, die 2019/20 im Metropolitan Museum in New York ausgestellt waren, waren beim Rücktransport aus Sicherheitsgründen in zwei Flugzeugen untergebracht. Eines der Transportpakete strandete in Frankfurt, das andere in Wien, wo sie den Lockdown wohl verwahrt verbrachten. Auch die Rückreise von Canovas Leopoldine aus Mailand verzögerte sich pandemiebedingt: Statt schon im März langte die Statue erst im Juli 2020 wieder in Eisenstadt ein.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Abteilung Sammlungen liegt weiterhin im internationalen Austausch durch Leihverkehr, in der Restaurierung historischer Objekte, der Forschungsarbeit sowie deren Sichtbarmachung in vielen Bereichen: Im Juni 2022 wird im Schloss Esterházy die Ausstellung „Shewah Kehilot. Die Fürsten Esterházy als Schutzherren der jüdischen Siebengemeinden“ eröffnet – sie wird die weltweit erste Schau sein, die sich umfassend dem Thema der Schutzherrschaft widmet. Letztendlich konnte Esterhazy Anfang 2022 auf juristischer Ebene einen wichtigen Erfolg erreichen: Der Oberste Gerichtshof in Budapest entschied, dass das Restitutionsverfahren bezüglich der 1919 aus der Schatzkammer nach Ungarn verbrachten Kunstgegenstände aufgrund von Verfahrensfehlern neu verhandelt werden muss.


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN


DIE SICHT DES EXPERTEN Wer nachhaltig wirtschaften möchte, muss ganz genau hinsehen! Deswegen nehme ich die unternehmerischen Kennzahlen, die Mitarbeiterdaten und den GRI Content Index genauer unter die Lupe – nur so funktioniert nachhaltiges Wachstum.


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

WEGWEISENDE ZIELE FÜR NACHHALTIGEN ERFOLG PANNATURA LANDWIRTSCHAFT ERREICHTE ZIELE Ausweitung der Produktvielfalt zur Steigerung der Wertschöpfung im Unternehmen Etablierung neuer Vermarktungswege u. a. durch mobile Verkaufsstände Stärkung des Markenbewusstseins für die Marke PANNATURA Ausweitung von Kooperationen regional, im Handel und in der Gastronomie Ausbau des Bio-Landguts als Besichtigungsbetrieb (Infozentrum am Seehof, BIOFELDTAGE) Erhöhung der Kulturenvielfalt (z. B. Kichererbsen) und Etablierung von Nischenprodukten Forcierung von Smart Farming: Bestmöglicher Einsatz von technischen Lösungen Höchste Tierwohlstandards durch Freilandhaltung von Bio-Rindern und Bio-Hühnern ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Verbesserung des Wassermanagements und -haushalts im Boden (Förderung Humusaufbau, Erhöhung des Wasserspeichervermögens im Boden) Stärkung von Kooperationen: Erhöhung des Produktsortiments in der Direktvermarktung und Ausbau des Portfolios veredelter pflanzlicher Lebensmittel Positionierung des Bio-Landguts als Leitbetrieb durch Wissenschaft und Forschung Vorantreiben der Kreislaufwirtschaft durch Einsatz betriebseigener Dünger und Futtermittel Ausbau der Digitalisierung zur Hebung ressourcenschonender Potenziale Ausbau erneuerbarer Energien Transparente Kommunikation Forcierung von Weideflächen im Seevorgelände Dauerhafte Umsetzung der Weideschlachtung

NATURSCHUTZ ERREICHTE ZIELE Stärkung bestehender und Erschließung neuer Kooperationen mit Naturschutz-Organisationen Bewusstseinsförderung für die Natur bei Kindern und Erwachsenen durch Erlebnis-Exkursionen, Workshops etc. Förderung der Wildtierforschung in Zusammenarbeit mit Universitäten ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Vertiefung der Forschungskooperationen mit Universitäten, NGOs etc. Förderung des ökopädagogischen Angebots – Ausweitung der Führungen für Kinder, Schulklassen und Interessierte Kommunikation der Vorbildfunktion in puncto Kombination von Naturschutz und erfolgreichem Wirtschaften Forcierung von Projekten, die sich mit Herausforderungen und Maßnahmen zur Bewältigung der klimatischen Veränderungen befassen


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 111

JAGD ERREICHTE ZIELE Errichtung und Etablierung der Fleischmanufaktur Erarbeitung der Jagdbroschüre „Jagd gemeinsam erleben“ in Zusammenarbeit mit Jagdpartnern auf Basis von Gesprächen, Fragebögen und Arbeitskreisen Ausweitung des Angebots von veredelten Produkten Weiterentwicklung der nachhaltigen Jagd durch Achtung auf eine gesunde und stabile Wildpopulation ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Zukunftsorientierte Digitalisierung der jagdbetrieblichen Abläufe („Jagd 4.0“) Festigung des Stellenwerts der Jagd durch Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit sowie verstärkte Ausbildung von Jagdpersonal Fortführung und Verdichtung der Kooperationen mit namhaften Forschungseinrichtungen und Umsetzung von zukunftsweisenden wissenschaftlichen Projekten

FORSTWIRTSCHAFT ERREICHTE ZIELE Laufende Evaluierung und Adaptierung Verkürzung der Umtriebszeit, Einbringen von resistenteren, den Herkünften angepassten Baumarten und Anpassung der Pflegekonzepte Perfektionierung der Kernprozesse Ausrollung des elektronischen Lieferscheins, digitale Kontrolle der Übernahmeprotokolle ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Konsequente Weiterverfolgung der Anpassung an klimatische Veränderungen durch Einbindung der Wissenschaft und Teilnahme an entsprechenden Fachveranstaltungen und -ausbildungen Überprüfen von neuen Leit- und Lenkungsmaßnahmen, z. B. Parkraumbewirtschaftung und Beschilderung

MARKTHALLE KULINARIUM BURGENLAND UND ROLLENDE MARKTHALLE ERREICHTE ZIELE Beitrag zur Versorgungssicherheit mit regionalen, saisonalen und nachhaltigen Lebensmitteln während der COVID-19-Pandemie Etablierung der Markthalle Kulinarium Burgenland und der Rollenden Markthalle als Bezugsquelle für hochqualitative Lebensmittel (Auszeichnung u. a. durch Falstaff) Schaffung eines professionellen Umfelds für Produzenten zur Vermarktung ihrer Produkte ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Ausbau der Regionalität und Saisonalität beim Produktsortiment sowie Ausweitung von Fachveranstaltungen und -ausbildungen Erhöhung der Verweildauer der Besucher Ausweitung des Einsatzes der Rollenden Markthalle im Veranstaltungsbereich und Bespielung regionaler Märkte


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

PANNATURA BASALTWERK PAULIBERG ERREICHTE ZIELE Etablierung der Marktposition und gute Nutzung der Marktchancen auch im angrenzenden Ausland Start und Umsetzung des Projekts Anlagensanierung, Ziel: technische Gewährleistung des Abbaus bis 2064 Sicherung der regionalen Rohstofflieferung bei wichtigen Infrastrukturprojekten ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Positionierung möglicher Materialkörnungen aufgrund der umgebauten und erneuerten Anlage Energieautarkie durch Photovoltaik und Hebung von Einsparungspotenzialen

ERNEUERBARE ENERGIEN ERREICHTE ZIELE Erhebung von möglichen Potenzialflächen für Windkraft- und Photovoltaikanlagen unter Berücksichtigung des Einklangs von Natur und Energiegewinnung Ausstattung von neuen Gebäuden bzw. Sanierungen mit Photovoltaikanlagen bzw. Anschluss an Biomasseheizungen, sofern möglich (z. B. Fleischmanufaktur am Seehof Donnerskirchen) Errichtung von E-Tankstellen zur Förderung der E-Mobilität ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Energieautarkie durch Photovoltaik Umsetzung von Photovoltaik- und Windprojekten, Evaluierung der Potenziale von Geothermie und Wasserstoff Umrüstung der Fahrzeugflotte bzw. deren Ausbau mit Elektrofahrzeugen

MARKENBILDUNG/FÜHRUNGSBEREICH ERREICHTE ZIELE Stärkung des Bewusstseins und der Marke PANNATURA durch Veranstaltungsformate wie AUSTROFOMA, BIOFELDTAGE und diverse Veranstaltungen am Seehof Donnerskirchen (Hofmarkt, Pop-up Heuriger etc.) Kooperationsbildung mit Partnern wie Energie Burgenland (GreenTech BioCampus) zur Vereinfachung und Stärkung der Positionierung von Botschaften bei Stakeholdern ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Etablierung eines Führungsbetriebs am Seehof Donnerskirchen zu den Themen Bio Landwirtschaft, Tierwohl, Naturschutz, Jagd, Neusiedler See/Welterbe, historische Meierhofstrukturen und erneuerbare Energien Entwicklung des Seehofs zum Kompetenzzentrum für genannte Themenschwerpunkte Etablierung und Ausbau des Bio-Landguts als Lehr-, Forschungs- und Leitbetrieb Entwicklung eines sinnvollen gastronomischen Angebots am Seehof Donnerskirchen – „Von Feld, Wiese und Wald auf den Teller“


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 113

FLEISCHMANUFAKTUR ERREICHTE ZIELE Inbetriebnahme im Feber 2020, Etablierung als österreichweiter Leitbetrieb im Bereich nachhaltige, regionale und transparente Erzeugung und Vermarktung von Wild und Bio-Angusrind Beschäftigung von bis zu sechs Mitarbeitern – Arbeitsplätze und Betätigungsfeld für diese Berufsgruppe Verarbeitung von rund 100 Tonnen Wild und rund 7,5 Tonnen Bio-Angusrind im zweiten Jahr des Bestehens (2021) Umsetzung der Säulen der Betriebsphilosophie: Einhaltung höchster Lebensmittelsicherheitund Qualitätsstandards und lückenlose Chargenrückverfolgbarkeit Erzeugung von Wild und Rind auf einem österreichweit einzigartigen Niveau – Steigerung der Kundenakzeptanz v. a. von Wild ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Ausbau des Lieferanten- und Kundennetzwerks, Abschluss von Kooperationen, Forcierung von Forschungsprojekten Hervorrufen von positiver Konnotation und Änderung in der Preiswahrnehmung von Wild Erweiterung des unternehmensweiten Ausbildungsgedankens auf die Lehrlingsausbildung Planung und Umsetzung eines weiteren Veredelungsbetriebs mit dem Fokus auf die Erzeugung fleischloser Alternativprodukte vom Bio-Landgut Esterhazy

SONDERPROJEKTE – DIENSTLEISTUNG & HANDEL/VERTRIEB ERREICHTE ZIELE Mengenwachstum: Weiterer Ausbau der Kunden und Lieferantenstruktur Optimierung der Abläufe bei der Holzlogistik Nutzung und Einbindung von technischen Entwicklungen wie z. B. „Holzerfassung an der Waldstraße“, um Lieferpläne noch genauer zu gestalten Steigerung der bewirtschafteten Flächen durch Neuabschluss von Bewirtschaftungsvereinbarungen ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Etablierung von Online-Vermarktungswegen, Bekanntheitssteigerung des PANNATURA Webshops sowie Umsetzung innovativer Lösungen für Lebensmittelzustellungen Ausbau forstlicher Dienstleistungen sowie Erweiterung der Beratung und Erstellung von Betriebskonzepten Sicherung des Absatzes und Ausbau der Kundenstruktur durch Produktion hochwertigen Brennholzes; Nutzung von Digitalisierung und Erzeugung von neuen Premiumholzprodukten


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

IMMOBILIEN ERREICHTE ZIELE Einführung von nachhaltigem Bauen Mitgliedschaft bei der ÖGNI (Österreichische Gesellschaft für nachhaltige Immobilien) Mitgliedschaft beim VÖPE (Verein österreichischer Produktentwickler) mit klaren nachhaltigen Grundsätzen Einbindung regionaler Auftragnehmer Übernahme und Entwicklung des Seebads Breitenbrunn anhand der mit den Stakeholdern abgestimmten Pläne Umsetzung des Mobilitätskonzepts als Leuchtturmprojekt für „clean mobility“ in der Region Neusiedler See Erhaltung der Wasserqualität bei allen Freizeitanlagen Weiterentwicklung des Konzepts einer autarken Siedlung Sulzhof Errichtung eines 4-Sterne-Superior-Hotels in Eisenstadt Einführung eines Energiedatenmanagements im Schlossquartier ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Weitere Forcierung nachhaltiger Baumaterialien aus regionaler Umgebung Verbesserung der Kreislaufwirtschaft bei Immobilien CO2-Reduktion im Seebad Breitenbrunn Weitere Berücksichtigung alternativer Energieformen Forcierung der Energieautarkie Ausweiterung der Elektromobilität Generalsanierung Schloss Eisenstadt Errichtung einer Begegnungszone zwischen Schloss Esterházy und Hotel Galántha Fernwärmeanschluss aller Gebäude im Schlossquartier Entwicklung einer Feriensiedlung in Breitenbrunn ÖGNI Gold-Zertifizierung des kompletten Seebads Breitenbrunn Modernisierung und Attraktivierung weiterer Seebäder am Neusiedler See Evaluierung der Renaturierung des Sulzsees Umsetzung Projekt Meierhof in Eisenstadt (Ärztezentrum & betreutes Wohnen)


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 115

WEINGUT ERREICHTE ZIELE Erarbeitung von Strategien hinsichtlich der Herausforderungen der klimatischen Veränderungen (Prüfung von geeigneten Sorten etc.) Implementierung neuer Methoden des Rebschnitts zur Erreichung einer längeren Lebensdauer der Rebstöcke Ausbau der Mitwirkung an Veranstaltungen im Bereich Kultur; Stärkung der Marke durch Auftreten bei Kulinarik-Veranstaltungen Viele Kunden, die Esterhazy Weine unter anderem auch im Weingut kennengelernt haben, tätigen Bestellungen nun über den umgesetzten Onlineshop ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Fokus auf Tannin- und Alkoholmanagement (Weine mit Alkoholgehalt unter 14 Vol. % im Sinne von „drink responsibility“) Abgeschlossene Bio-Zertifizierung Vermehrter Einsatz von Hölzern aus dem Leithagebirge und dem pannonischen Raum im Keller, Aufwertung heimischen Holzes zur regionalen Wertschöpfung und Kreation einer besonderen Charakteristik

HOSPITALITY ERREICHTE ZIELE Der Bereich Hospitality wurde während des letzten Berichtszeitraums neu geschaffen. Aus diesem Grund liegen hierfür keine erreichten Ziele vor. ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Österreichisches Umweltzeichen für Tourismusbetriebe, Green Event Zertifizierung (gekoppelt an das Umweltzeichen), Umweltzeichenzertifizierung für nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln Ausbau des Boutique-Hotels „Zum Oberjäger“ in Lackenbach Eröffnung des 4-Sterne-Superior Hotel Galántha in Eisenstadt Eröffnung Seebad Breitenbrunn


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

TOURISMUS, KULTUR & VERANSTALTUNGEN KULTUR & VERANSTALTUNGEN ERREICHTE ZIELE Entwicklung von virtuellen Rundgängen durch die historischen Stätten Schloss Esterházy, Burg Forchtenstein, Schloss Lackenbach mit Gartenanlage wie auch dem Steinbruch St. Margarethen Intensivierung der Informationsweitergabe an Lehrer durch Spezialführungen und Kontaktaufnahme mit burgenländischen Schulen Neukonzeption der Dauerausstellung im Schloss Lackenbach unter Berücksichtigung aktueller Positionen im Umgang mit der Natur ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Verbesserung der barrierefreien Erschließung des Erdgeschosses von Schloss Esterházy (Zugang Boutique und Ticketshop) Neukonzeption der Grünflächen/Blumenbeete am Schlossplatz Ausbau der Einbindung von Schlosspark/Orangerie in die Vermittlungskonzepte und Ausstellungen Ausweitung der Kreativwettbewerbe Ausdehnung und Weiterentwicklung der Großveranstaltungen für verschiedene Altersgruppen Green Event Zertifizierung des Steinbruchs St. Margarethen Vorbereitung neuer Attraktionen und Ausstellungen (Erschließung neuer Bereiche im Schloss Esterházy für die Öffentlichkeit, z. B. historische Schatzkammer)

SAMMLUNGEN ERREICHTE ZIELE Internationale Leihgaben u. a. im New York Metropolitan Museum, in Mailand, Zagreb und Karlsruhe Sonderausstellung zum 400. Jahrestag der Schlacht von Lackenbach im Jahr 2021 Ausstellung „300 Jahre gesammelt – in 3 Tagen entwendet. Die Esterházy Kunstkammer im Sturm der Umbruchsjahre 1918 bis 1921“ auf Burg Forchtenstein Start eines Projekts zur Sichtung und Digitalisierung von Archivbeständen aus dem 20. Jahrhundert auf Burg Forchtenstein Zählung und Erfassung der historischen Möbelsammlung, der Bilder, der Porzellansammlung, der Hoftafelobjekte und des Bestands der Silberkammer ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Weitere wissenschaftliche Aufarbeitung von Archivalien aus dem 20. Jahrhundert Vorantreiben von Restaurierungsprojekten Wiederaufnahme des internationalen Leihverkehrs und Intensivierung der Kontakte in dieser Beziehung Eröffnung der Ausstellung „Shewah Kehilot. Die Fürsten Esterházy als Schutzherren der jüdischen Siebengemeinden“ im Juni 2022 in Schloss Esterházy Restaurierung und Einrichtung von Räumen in Burg Forchtenstein und Schloss Esterházy nach Belegen des 17. Jahrhunderts Zugänglichmachung der historischen Schatzkammer in Schloss Esterházy


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 117

ZENTRALE DIENSTE DIGITALISIERUNG ERREICHTE ZIELE Einführung des digitalen Eingangsrechnungsworkflows inkl. Aufbau eines elektronischen Archivs; damit einhergehend bzw. als Voraussetzung dafür die Vereinheitlichung der Abläufe rund um die Rechnungslegung Vereinheitlichung der Zeiterfassungssysteme der Arbeiter in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen, Überführung in das Standard Zeit- und Abwesenheitstool dpw, darauf aufbauend Transfer der Lohnverrechnung in dpw Aufbau und Pflege der Sharepoint-Seite ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Einführung eines zentralen Vertragsmanagement-Tools beginnend bei den Wirtschaftsbetrieben Evaluierung des Einsatzes einer digitalen Signatur Prozesserhebung und -evaluierung der wichtigsten Geschäftsprozesse

PERSONAL ERREICHTE ZIELE Erfolgreiche Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber durch das Gütesiegel Beruf & Familie Eröffnung des Eltern-Kind-Büros sowie Ferienbetreuung für Mitarbeiter-Kinder Neugestaltung des Arbeitgeberauftritts in Web & Social Media (Whatchado, Kununu, XING) Erfolgreiche Fortführung der Rolle als Ausbildungsbetrieb durch das Praktikantenprogramm und die Einführung eines weiteren Lehrberufs (Bürokaufleute) Erstmaliger Launch eines eigenen Weiterbildungsprogramms für alle Mitarbeiter mit einem Mix aus Online- und Präsenzangeboten Einführung von mobilem Arbeiten unternehmensweit ZIELE FÜR DIE NÄCHSTE BERICHTSPERIODE Weitere Stärkung unseres Arbeitgeberauftritts sowie unseres Benefits-Angebots (Redesign Stelleninserate, Ausbau Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, Employer Branding Kampagnen in Social Media) Rezertifizierung Gütesiegel Beruf & Familie Launch Esterhazy Intranet Fortführung des Fokusthemas Frauen in Führungspositionen New Work: Einführung neuer Arbeitswelten Schaffung weiterer Lehrstellen in allen Lehrberufen Fit & gesund: Ausbau des bestehenden Angebots mit Fokus auf Mental Health


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

KENNZAHLEN

2019

2020

2021

UMSATZ ESTERHAZYUNTERNEHMUNGEN

57,3

57,3

57,5

EBITDA DER WIRTSCHAFTSBETRIEBE

12,3

14,3

11,4

DAVON PANNATURA

7,4

7,6

5,0

DAVON IMMOBILIEN

4,9

6,7

6,4

AUFWAND FÜR MATERIAL UND BEZOGENE LEISTUNGEN

19,8

18,6

19,2

INVESTITIONEN IN DAS ANLAGEVERMÖGEN

9,1

5,6

8,0

PROJEKTINVESTITIONEN

4,4

4,0

23,5

PERSONALAUFWAND

21,0

20,6

23,0

STEUERLEISTUNGEN, ÖFFENTLICHE ABGABEN UND KAMMERN

10,7

10,7

12,4

LEISTUNGEN FÜR KULTUR UND SOZIALES

12,4

10,4

10,7

ÖFFENTLICHE SUBVENTIONEN

2,0

1,8

2,0

KENNZAHLEN (WERTE IN MILLIONEN EURO)

VOR LÄU FIG


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 119

MITARBEITERDATEN

2019 MITARBEITER GESAMT VOLLZEITÄQUIVALENTE

2020

2021

412

401

419

362,91

352,82

368,63

WEIBLICH

199

48,3 %

194

48,4 %

200

47,7 %

MÄNNLICH

213

51,7 %

207

51,6 %

219

52,3 %

ANGESTELLTE

260

63,1 %

273

68,1 %

276

65,9 %

ARBEITER

116

28,2 %

108

26,9 %

116

27,7 %

31

7,5 %

14

3,5 %

21

5,0 %

5

1,2 %

6

1,5 %

6

1,4 %

VOLLZEIT

284

68,9 %

286

71,3 %

303

72,3 %

TEILZEIT

SAISONKRÄFTE LEHRLINGE

115

27,9 %

99

24,7 %

103

24,6 %

GERINGFÜGIG

13

3,2 %

16

4,0 %

103

3,1 %

UNTER 30 JAHRE

84

20,4 %

83

20,7 %

99

23,6 %

30–50 JAHRE

226

54,9 %

219

54,6 %

210

50,1 %

ÜBER 50 JAHRE

102

24,8 %

99

24,7 %

110

26,3 %

64

46

52

2019

2020

2021

PRAKTIKANTEN

BELEGSCHAFTSSTRUKTUR

TOTAL

W

M

TOTAL

W

M

TOTAL

W

M

TOTAL

412

199

213

401

194

207

419

200

219

DAVON UNBEFRISTETER VERTRAG

381

180

201

290

132

158

398

186

210

31

19

12

23

11

12

21

13

8

DAVON VOLLZEITBESCHÄFTIGTE

284

92

192

286

97

189

303

105

198

DAVON TEILZEITBESCHÄFTIGTE

128

107

21

115

97

18

116

95

21

TOTAL

W

M

TOTAL

W

M

TOTAL

W

M

UNTER 30 JAHRE

15

6

9

25

14

11

10

6

4

30–50 JAHRE

36

15

21

27

13

14

46

19

27

9

2

7

13

2

11

8

4

4

DAVON BEFRISTETER VERTRAG

MITARBEITERFLUKTUATION

ÜBER 50 JAHRE

MITARBEITER, DIE UNTER EINEN KOLLEKTIVVERTRAG FALLEN

IN PROZENT

95,2 %

95 %

95,7 %


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

ABWESENHEITSRATE (OHNE LANGZEITKRANKENSTÄNDE)

2019

2020

2021

3,5

4,2

5,2

IN TAGEN

ANZAHL DER MITARBEITER MIT LANGZEITKRANKENSTÄNDEN (ÜBER 3 MONATE)

5

ANZAHL

3

5

98 %

98 %

MITARBEITER, DIE EINE REGELMÄSSIGE LEISTUNGSBEURTEILUNG UND ENTWICKLUNGSPLANUNG ERHALTEN

98 %

IN PROZENT

RÜCKKEHR UND VERBLEIBQUOTE NACH ELTERNKARENZ

TOTAL

W

M

TOTAL

W

M

TOTAL

W

M

MITARBEITER MIT KARENZANSPRUCH

29

15

14

23

10

13

21

11

10

VON KARENZANSPRUCH GEBRAUCH GEMACHT

12

12

0

7

7

0

6

6

0

100 %

100 %

86 %

86 %

83 %

83 %

PROZENTSATZ DER WIEDERBESCHÄFTIGTEN NACH KARENZENDE

DIVERSITÄT DER MITARBEITER UND LEITENDEN ORGANE

TOTAL

412

401

419

WEIBLICH

199

194

200

213

207

219

MITARBEITER < 30

20,4 %

20,7 %

23,6 %

MITARBEITER 30–50 JAHRE

54,9 %

54,6 %

50,1 %

MITARBEITER > 50 JAHRE

24,8 %

24,7 %

26,3 %

45

45

49

DAVON WEIBLICH

18 %

22 %

31 %

DAVON MÄNNLICH

82 %

78 %

69 %

MÄNNLICH

ANZAHL DER MITGLIEDER LEITENDER ORGANE

0

0

0

ANGESTELLTE 30–50 JAHRE

76 %

76 %

82 %

ANGESTELLTE > 50 JAHRE

24 %

24 %

18 %

ANGESTELLTE < 30


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 121

GRI CONTENT INDEX

GRI Indikator

Beschreibung Indikator

Seite

Anmerkungen

Berichtslegende Organisation ist die Esterhazy Betriebe GmbH

SDG

Allgemeine Angaben (102)

ORGANISATIONSPROFIL 102-1

Name der Organisation

8

102-2

Aktivitäten, Marken, Produkte und Dienstleistungen

52-107

102-3

Hauptsitz der Organisation

5-6

102-4

Betriebsstätten

102-5

Eigentumsverhältnisse und Rechtsform

102-6

Belieferte Märkte

102-7

Größe der Organisation

16-17

102-8

Informationen zu Angestellten und sonstigen Mitarbeitern

119-120

102-9

Lieferkette

102-10

Signifikante Änderungen in der Organisation und ihrer Lieferkette

102-11

Vorsorgeansatz oder Vorsorgeprinzip

21

102-12

Externe Initiativen

20

102-13

Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen

Der Hauptsitz befindet sich in Burgenlands Landeshauptstadt Eisenstadt. Darüber hinaus ist sie in eingeschränktem Umfang in den Nachbarländern tätig. 12-16 Wichtigster Markt der Esterhazy Betriebe GmbH ist Österreich. Für manche Produkte und Dienstleistungen erstreckt sich der Absatzmarkt teilweise auf das benachbarte Ausland bzw. im Bereich Weingut auch darüber hinaus. Eine regionale Differenzierung ist in Anbetracht 8, 10 der Konzentration der Geschäftstätigkeit in einer einzigen Region (Burgenland) nicht wesentlich. Das gilt auch für die kommenden GRI Indikatoren, die eine regionsspezifische Darstellung erfordern würden. Ablaufbedingt sehr unterschiedlich, daher bei den jeweiligen Bereichen berichtet.

Exemplarisch seien hier erwähnt: Verband Österreichischer Privatstiftungen, Verein Welterbe, BIOSA Biosphäre Austria, Verein Land- und Forstbetriebe Burgenland, Agrar Markt Austria, WWF, PEFC, Universität für Bodenkultur (Mitgliedschaft bei BOKU).

STRATEGIE 102-14

Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers

6

ETHIK UND INTEGRITÄT 102-16

Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen

20-23

16

UNTERNEHMENSFÜHRUNG 102-18

Führungsstruktur

16

EINBINDUNG VON STAKEHOLDERN 102-40

Liste der Stakeholder-Gruppen

27

102-41

Tarifverträge

119-120

102-42

Ermittlung und Auswahl der Stakeholder

27

102-43

Ansatz für die Einbindung von Stakeholdern

27

102-44

Wichtige Themen und hervorgebrachte Anliegen

28-33

8


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

GRI Indikator

Beschreibung Indikator

Seite

Anmerkungen

SDG

Allgemeine Angaben (102)

VORGEHENSWEISE BEI DER BERICHTERSTATTUNG 102-45

Im Konzernabschluss enthaltene Entitäten

16-17

102-46

Vorgehen zur Bestimmung des Berichtsinhalts und der Abgrenzung der Themen

9

102-47

Liste der wesentlichen Themen

32-33

102-48

Neudarstellung von Informationen

Beteiligungen sind in diesem Bericht nicht enthalten.

102-49

Änderungen bei der Berichterstattung

Keine wesentlichen oder strukturellen Veränderungen seit dem letzten Bericht.

102-50

Berichtszeitraum

102-51

Datum des letzten Berichts

22. Mai 2019

102-52

Berichtszyklus

Der Nachhaltigkeitsbericht wird alle 3 Jahre erstellt.

102-53

Ansprechpartner bei Fragen zum Bericht

Siehe Impressum

102-54

Erklärung zur Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI-Standards

Dieser Bericht wurde in Anlehnung an die Leitlinien der GRI Standards in der Option „Kern“ erstellt.

102-55

GRI-Inhaltsindex

121-125

102-56

Externe Prüfung

121-125

Der Berichtsinhalt wurde nicht durch externe Dritte validiert, aber die Berichterstattung wurde begleitet.

34-51

Die wesentlichen Themen sind im Kapitel „Perspektiven für eine nachhaltige Zukunft“ im Detail dargestellt.

9

Der letzte Bericht wurde 2019 veröffentlicht. Der Berichtszeitraum umfasste die Jahre 2016 bis 2018.

MANAGEMENTANSATZ (103) 103-1

Erläuterung des wesentlichen Themas und seiner Abgrenzung

103-2

Der Managementansatz und seine Bestandteile

Die Beschreibung der wesentlichen Themen findet sich im gesamten Bericht wieder. Die wichtigsten sind im Kapitel „Perspektiven für eine nachhaltige Zukunft“ dargestellt.

103-3

Beurteilung des Managementansatzes

Siehe Anmerkung oben.

Themenspezifische Standards

KATEGORIE: ÖKONOMIE (200) ASPEKT: WIRTSCHAFTLICHE LEISTUNG (201) 201-1

Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert

12, 17

8, 9

201-2

Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen

44-45

13

201-3

Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne

201-4

Finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand

Es gibt keine betriebliche Pensionsvorsorge in der Esterhazy Betriebe GmbH.

ASPEKT: MARKTPRÄSENZ (202) 202-1

Verhältnis des nach Geschlecht aufgeschlüsselten Standardeintrittgehalts zum lokalen gesetzlichen Mindestlohn

202-2

Anteil der aus der lokalen Gemeinschaft angeworbenen oberen Führungskräfte

Die Esterhazy Betriebe GmbH veröffentlicht hierzu keine quantitativen Angaben. 48

1, 5, 8

8


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 123

GRI Indikator

Beschreibung Indikator

Seite

Anmerkungen

SDG

Investitionen ins Gemeinwesen werden nicht lückenlos erfasst und daher nur exemplarisch berichtet.

5, 9, 11

Themenspezifische Standards

ASPEKT: INDIREKTE ÖKONOMISCHE AUSWIRKUNGEN (203) 203-1

Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen

12, 17, 46

203-2

Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen 47, 49, 50

1, 3, 8

ASPEKT: BESCHAFFUNGSPRAKTIKEN (204) 204-1

Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten

48, 49, 84

Es gibt keine Firmenrichtlinie, in der die Bevorzugung 8 regionaler bzw. lokaler Lieferanten und Produkte festgeschrieben ist, jedoch ist es gelebte Praxis der Esterhazy Betriebe GmbH, dass die Regionalität der Anbieter und Produkte bei der Auswahl eine Rolle spielt.

ASPEKT: KORRUPTIONSBEKÄMPFUNG (205) 205-1

Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden

205-2

Kommunikation und Schulungen zu Richtlinien und Verfahren zur Korruptionsbekämpfung

205-3

Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen

16 22

16 Im Berichtszeitraum gab es keine Korruptionsvorfälle und daher auch keine entsprechenden Maßnahmen.

16

Im Berichtszeitraum gab es keine diesbezüglichen Klagen.

16

40, 41, 45, 55, 84, 90

Es findet keine vollständige Erhebung der eingesetzten Materialien statt.

8, 12

44, 45, 92, 84, 64

Maßnahmen zur Verringerung des Energieeinsatzes 7, 8, 12, 13 und deren Wirksamkeit werden nicht vollständig erhoben und daher nur exemplarisch berichtet.

ASPEKT: WETTBEWERBSWIDRIGES VERHALTEN (206) 206-1

Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten, Kartell- und Monopolbildung

KATEGORIE: ÖKOLOGIE (300) ASPEKT: MATERIALIEN (301) 301-1

Eingesetzte Materialien nach Gewicht und Volumen

ASPEKT: ENERGIE (302) 302-4

Verringerung des Energieverbrauchs

ASPEKT: WASSER (303) 303-1

Wasserentnahme nach Quelle

50, 51

Grundsätzlich stammt der gesamte Wasserverbrauch 6, 12 aus der kommunalen Wasserversorgung. Einzig im Bereich der Landwirtschaft werden Grundwasserbrunnen zur Versorgung der Rinderherde, zur Bewässerung und für die Maschinenreinigung herangezogen.

303-2

Durch Wasserentnahme erheblich beeinträchtige Wasserquellen

50, 51

Es wurden keine Wasserquellen ermittelt, die durch Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigt sind.

303-3

Abwasserrückgewinnung und -wiederverwendung

50, 51

6

6


ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

GRI Indikator

Beschreibung Indikator

Seite

Anmerkungen

SDG

Themenspezifische Standards

ASPEKT: BIODIVERSITÄT (304) 304-1

Eigene, gemietete und verwaltete Betriebsstandorte, 37, 38, 50, 95 die sich in oder neben geschützten Gebieten und Gebieten mit hohem Biodiversitätswert außerhalb von geschätzten Gebieten befinden

304-2

Erhebliche Auswirkungen von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen auf die Biodiversität

37, 38, 39, 51, 57, 66, 67, 68

304-3

Geschützte oder renaturierte Lebensräume

67, 68

304-4

Arten auf der Roten Liste der Weltnaturschutz68 union (IUCN) und auf nationalen Listen geschützter Arten, die ihren Lebensraum in Gebieten haben, die von Geschäftstätigkeiten betroffen sind

6, 14, 15

Durch die biologische Bewirtschaftung der 6, 14, 15 landwirtschaftlichen Flächen, die nachhaltige Forstwirtschaft und den Einsatz von natürlichen Düngemitteln im Weinbau werden negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität weitgehend hintangehalten. Umgekehrt leistet die Esterhazy Betriebe GmbH insbesondere durch die Zurverfügungstellung von großen zusammenhängenden Flächen für den Naturschutz einen wesentlichen Beitrag zum Schutz von Biodiversität. Im Berichtszeitraum fanden keine Rekultivie6, 14, 15 rungsmaßnahmen statt, da es keinen stillstehenden Abbau gibt. 6, 14, 15

ASPEKT: EMISSIONEN (305) 305-5

Senkung der THG-Emissionen

44, 45

Maßnahmen zur Senkung der TreibhausgasEmissionen und deren Wirksamkeit werden nicht vollständig erhoben und daher im Bericht nur exemplarisch angeführt.

13, 14, 15

ASPEKT: ABWASSER UND ABFALL (306) 306-1

Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort

Das Abwasser wird zu 100 Prozent in die jewei- 3, 6, 12, 14 lige Kläranlage eingeleitet. Dort, wo es gesetzlich vorgeschrieben ist, findet eine Vorbehandlung (z. B. durch eine Ölabscheideanlage) statt. Die Menge des Abwassers wird nicht exakt gemessen. Sie ergibt sich aus der Wassermenge, die vom kommunalen Wasserversorger bezogen wurde, abzüglich des (geringen) Wasserverbrauchs und ergänzt um die Menge des Regenwassers.

306-2

Abfall nach Art und Entsorgungsmethode

Keine Erhebung über die Esterhazy Betriebe GmbH

306-3

Erheblicher Austritt schädlicher Substanzen

Im Berichtszeitraum gab es keine wesentlichen 3, 6, 12, 14, 15 Schadstoffaustritte. Bei Rücknahme von verpachteten Flächen in die eigene Bewirtschaftung werden Probeentnahmen gemacht, um etwaige Kontaminationen zu identifizieren.

306-5

Von Abwassereinleitung und/oder Oberflächenabfluss betroffene Gewässer

Nachdem das gesamte Abwasser in die Kanalisation eingeleitet wird (siehe auch Indikator 306-1), sind keine Gewässer betroffen.

6, 14, 15

Im Berichtszeitraum gab es keine Sanktionen und/oder Bußgelder wegen Nichteinhaltung von einschlägigen Vorschriften.

16

3, 6, 12

ASPEKT: UMWELT-COMPLIANCE (307) 307-1

Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -verordnungen


NACHHALTIGKEITSBERICHT 2019–2021 | 125

GRI Indikator

Beschreibung Indikator

Seite

Anmerkungen

SDG

Themenspezifische Standards

ASPEKT: UMWELTBEWERTUNG DER LIEFERANTEN (308) KATEGORIE: SOZIALES (400) ASPEKT: BESCHÄFTIGUNG (401) 401-1

Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation

119

401-2

Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber Zeitarbeitnehmern oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden

48, 49

401-3

Elternzeit

120

5, 8, 10 Grundsätzlich stehen sämtliche betriebliche Leistungen allen Mitarbeitern zur Verfügung.

3, 5, 8

5, 8

ASPEKT: ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ (403) 403-2

Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage, Abwesenheit und Zahl der arbeitsbedingten Todesfälle

120

Es werden nur Krankenstandstage (Ausfalltage) ermittelt und berichtet.

3, 8

ASPEKT: AUS- UND WEITERBILDUNG (404) 404-1

Durchschnittliche Stundenzahl der Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellten

48, 49

4, 8

404-2

Programme zur Verbesserung der Kompetenzen 48, 49 der Angestellten und zur Übergangshilfe

8

404-3

Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmäßige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer beruflichen Entwicklung erhalten

5, 8, 10

20, 120

ASPEKT: DIVERSITÄT UND CHANCENGLEICHHEIT (405) 405-1

Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten

405-2

Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern

120

5, 8 Die Esterhazy Betriebe GmbH veröffentlicht hierzu keine quantitativen Angaben.

5, 8, 10

Im Berichtszeitraum gab es keine Vorfälle.

5, 8

ASPEKT: NICHTDISKRIMINIERUNG (406) 406-1

Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen

ASPEKT: VEREINIGUNGSFREIHEIT UND TARIFVERHANDLUNGEN (407) 407-1

Betriebsstätten und Lieferanten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte

Es gibt keine Geschäftstätigkeiten, in denen das 8 Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen gefährdet ist. In den Ländern, in denen die Esterhazy Betriebe GmbH tätig ist, sind diese Rechte gesetzlich geregelt.

ASPEKT: LOKALE GEMEINSCHAFTEN (413) 413-1

Betriebsstätten mit Einbindung der lokalen Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen

26, 40, 49

413-2

Geschäftstätigkeiten mit erheblichen tatsächlichen oder potenziellen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften

26, 40, 49

1, 2

ASPEKT: SOZIOÖKONOMISCHE COMPLIANCE (419) 419-1

Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich

Im Berichtszeitraum gab es keine Vorfälle und Bußgelder.

16


VIELES IM LEBEN IST EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE



IMPRESSUM

HERAUSGEBER Esterhazy Betriebe GmbH Esterhazyplatz 5 A-7000 Eisenstadt www.esterhazy.at INHALT Esterhazy Nachhaltigkeitsboard Anna Lampret Lisa Schreiber nachhaltigkeit@esterhazy.at ANSPRECHPARTNER Esterhazy.Kommunikativ T +(43) 2682/630 04 presse@esterhazy.at Barbara Wagner-Gmeiner Leonara Skala TEXTE / LEKTORAT Elisabeth Kirchmeir Brigitte Krizsanits PROJEKTBEGLEITUNG UND BERATUNG WEITSICHT - büro für zukunftsfähige wirtschaft DESIGN & LAYOUT Himmer, Buchheim & Partner BILDNACHWEIS Esterhazy Betriebe, Lisa Schulcz, Andreas Tischler, Thomas Schmid, Tina Zarits, Andreas Hafenscher, Klaus Vyhnalek, Paul Szimak, Birgit Machtinger, Toni Rappersberger, Lennard Lindner, Roland Wimmer, Cornelia Fenz, Foto im Lohnbüro, Yvonne Fetz, BWM, Lalo Jodlbauer, Michael Pinzolits, Jerzy Bin DRUCK Bösmüller Print Management GesmbH & Co. KG Neben dem CO2 neutralen Druck wurden zur Produktion ausschließlich auf Pflanzenöl basierende Naturfarben und für das Cover ein Biofilm aus Cellulose verwendet.

PEFC/06-39-256

PEFC – Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes – ist eine internationale Organisation, die sich den Erhalt der Wälder durch aktive, nachhaltige und klimafitte Waldbewirtschaftung zum Ziel gesetzt hat. Mit über 300 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche garantiert PEFC als größtes Waldzertifizierungssystem weltweit für ausreichend zertifizierte Rohstoffmengen. Klare Herkunftsbezeichnung: Das PEFC Siegel zeichnet sich durch einen Herkunftscode aus, der auf den ersten Blick Auskunft über das Herkunftsland des Holzes und die zertifizierten Unternehmen gibt. Die Länderkennzahl 06 auf einem PEFC Produkt zeigt, dass dahinter ein in Österreich produzierendes Unternehmen steht. pefc.at


ANGUS Name:

Pica

Nummer: AT90 2508 329 Alter:

6 Jahre

Geboren: 09.05.2016 Kälber:

4 (2022 Mutter von Josefine)

Rasse:

Angus

Gewicht: 620 kg Größe:

128 cm Widerristhöhe


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