„Housing First“ gilt weltweit als Lösung, Obdachlosigkeit längerfristig abzuschaffen. Gemeint ist damit aber nicht, den Menschen auf der Straße einfach eine Wohnung zu besorgen, sondern alle Lebensbereiche zu beleuchten und zu schauen, wo die ganz individuellen Ursachen für die Wohnungs- beziehungsweise Obdachlosigkeit liegen
können. Wir haben mit Dr. Kai Hauprich gesprochen, der – initiiert vom Vringstreff – das erste Housing-
First-Projekt in Köln aufgebaut hat und jetzt in den Vorstand des neugegründeten Bundesverbands Housing
First gewählt wurde. „Im Grunde ist es ja so, dass sich diese Zielgruppe vor allem durch Armut und Einsamkeit
von anderen Menschen unterscheidet“, sagt der Sozialarbeiter.„Da gibt es kein soziales Netz, das die Menschen
in der Not auffangen kann.“
Immer lauter wird auch die Forderung nach der Abschaffung der Ersatzfreiheitsstrafe, von der besonders häufig Obdachlose betroffen sind. Ein durchaus ambivalentes Thema.