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«Alles, was jetzt noch kommt, ist Schicksal»

Yvonne Hauser aus Neuenhof feierte am 24. März ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin erzählt von den Höhen und Tiefen ihres Lebens und warum sie sich auf den Juli freut.

SIBYLLE EGLOFF

«Dass ich 90 geworden bin, ist für mich ein Geschenk», sagt Yvonne Hauser. Dass sie den runden Geburtstag am 24. März überhaupt erleben würde, daran zweifelte die Neuenhoferin lange. Um ihre Gesundheit war es Ende 2022 nämlich nicht gut bestellt. «Weihnachten verbrachte ich wegen einer Darmentzündung im Spital», erzählt die Jubilarin. Umso schöner ist es für sie, dass sie nun letzten Samstag mit ihrer Familie bei einem feinen Znacht in ihrem Lieblingsrestaurant in Mühlethal feiern konnte.

Seit drei Monaten lebt die 90-Jährige in der Alterssiedlung Sonnmatt in Neuenhof. «Nach dem Spitalaufenthalt liessen mich die Ärzte wegen meiner Schwindelanfälle nicht mehr nach Hause in meine Wohnung. Das hat mir schon weh getan», sagt Hauser. Doch mittlerweile habe sie sich gut in ihrem neuen Daheim eingelebt. Den Blick auf die Limmat und die Schrebergärten von ihrem Zimmer aus geniesst sie. «Und beim Frühstück unterhalten uns die Enten, die dann immer auftauchen, um auf der Wiese vor dem Fenster Gras zu fressen», sagt Hauser.

Am Zürisee fand sie die grosse Liebe Sie kam 1933 in Baden zur Welt und wuchs an der Martinsbergstrasse auf. Als sie 16 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Küsnacht an den Zürisee. «Mein Stiefvater erhielt dort eine neue Stelle», sagt Hauser. In Küsnacht lernte Hauser ihren späteren Ehemann Karl kennen. «Unser Flur musste ausgebessert werden. Zwei Zimmermänner aus dem benachbarten Erlenbach kamen vorbei. Der eine war Karl und der andere sein Vater, dem die Zimmerei gehörte», erinnert sich Hauser. Zwei Jahre später, als sie 18 Jahre alt war, wurde geheiratet. Hauser arbeitete bis zur Geburt ihrer ersten Tochter Madeleine 1952 für eine lokale Buchbinderei. 1955 komplettierte Tochter Daisy das Familienglück.

Ein Jahr danach zog die junge Familie zurück in die Region, in der Hauser gross geworden war, und liess sich in Neuenhof in der Nähe des Restaurants Landhaus nieder. «Mein Mann hat damals für die BBC in Baden gearbeitet und das Pendeln machte ihm keinen Spass mehr.» Hauser ging in ihrer Mutterrolle auf, vergass aber nie, anderen zu helfen. So griff sie etwa ihrer Schwester und ihrem Schwager, die ein Geschäft für Haushaltswaren in Küsnacht betrieben, einmal wöchentlich unter die Arme.

«Er war meine grosse Liebe», sagt Hauser über ihren Mann Karl. Mit 60 Jahren starb er völlig unerwartet an einem Herzinfarkt. «Wir sprachen oft darüber, dass wir das Leben nach seiner Pensionierung geniessen wollen. Doch es war uns leider vergönnt. Seit seinem Tod verschiebe ich nie mehr etwas auf morgen», sagt die Seniorin.

1990 war ein trauriges Jahr für sie

Das Jahr 1990 bildete den Tiefpunkt in Hausers Leben. Nicht nur ihren Gatten Karl musste sie loslassen, sondern auch ihre jüngere Schwester. «Sie erlag einen Monat nach meinem Mann ihrem Krebsleiden.»

Trost schöpfte Hauser in dieser schweren Zeit bei ihrer Familie. Vor allem ihr ältester Enkel André, der damals vier Jahre alt war, gab ihr Halt. «Er kam lange zu mir in die Ferien. Das lenkte mich vom Verlust

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