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PROGRAMM 2. bis 11. Juni 2017


Everybody matters at the workplace.

Die Credit Suisse ist stolz auf die Vielfalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie engagiert sich für Chancengleichheit, unabhängig von Nationalität, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion, Alter oder Behinderung. Denn Vielfalt ist ein klarer Vorteil für unser Unternehmen. Zu diesem Engagement zählt auch die Unterstützung von externen Organisationen wie der Zurich Pride. Erfahren Sie mehr unter credit-suisse.com/diversity Copyright © 2017 Credit Suisse Group AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.


INHALT Herausgeber Verein Zurich Pride Festival 8000 Zürich Gesamtverantwortung Curdin Baselgia Redaktion Michel Imhof, Edvin Caminada, David Reichlin, Alan David Sangines

Grusswort von Corine Mauch, Stadtpräsidentin von Zürich

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Vorwort von David Reichlin, Präsident Zurich Pride Festival

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Botschaft unserer Co-Sponsoren

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Pride Motto – NO FEAR TO BE YOU 10 Der interaktive Artikel zum Motto

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Pride Week – vielseitiges Wochenprogramm

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Redner*innen 18 Festivalgelände 26 Besammlung zur Demonstration

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Du & die Pride – Volunteers Gesucht

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Textüberarbeitung Michel Imhof

Queeramnesty: Focus Refugees

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Finanzen Natascia Tuttobene

Pride Opening Party

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Die diesjährigen Acts

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The Official Pride Party

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Transgender Network Switzerland

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Milchjugend: Das europäische Asylsystem als Farce

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Unterstütung mit Pride!

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Grafik Mark Frederick Chapman

Anzeigenverkauf Sebastian Rüttimann Hans Peter Waltisberg Curdin Baselgia Edvin Caminada Druck FLYERKING Print&More Kriesbachstr.5, 8304 Wallisellen Auflage 10‘000 Ex.

Queeramnesty: «Ich möchte einfach ein normales Leben führen» 32

Magenta-Mitgliedschaft 61 Verein Zurich Pride Festival: 365 Tage Pride

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Proud to be different People. Perspectives. Personalities. Diversity ist etwas, das wir schätzen, lieben und tagtäglich leben. Denn wir alle haben unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen. Es sind genau diese Unterschiede, die uns inspirieren und gemeinsam erfolgreich machen. Auch deshalb fördern wir mit dem grossen LGBT-Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiternetzwerk UBS Pride Switzerland den Community-Austausch unter unseren Mitarbeitenden. Diversity bereichert uns, Diversity gehört zu uns. Möchten auch Sie Teil davon werden? ubs.com/pride

© UBS 2017. Alle Rechte vorbehalten.


GRUSSWORT

Wir erleben zur Zeit, wie sich gesellschaftliche Trends zu mehr Toleranz und Offenheit umkehren können, Werte, Haltungen und Errungenschaften in Frage gestellt werden. Die LGBT-Community steht dezidiert für ihre und für die Rechte anderer Minderheiten ein: «No fear to be you – Safety for LGBT refugees» ist das Motto der Pride 2017. Es ist leider aktueller und nötiger als wir es uns wünschen. Schwule und Lesben wurden in den 1930erJahren in Nazideutschland verfolgt und geächtet. Viele von ihnen fanden Zuflucht in Zürich. Die hiesigen Organisationen homosexueller Frauen und Männer nahmen sie mit offenen Armen auf. Die Zürcher Lesben und Schwulen taten dies, obwohl sie selber gesellschaftlicher Ächtung und behördlicher Diskriminierung ausgesetzt waren. Gesellschaft und Behörden in Zürich haben sich seitdem verändert. Zürich ist eine offene Stadt geworden. Gleichheit vor dem Gesetz und respektvolle Behandlung von LGBT sind zwar auch in der Schweiz noch nicht in allen Belangen gewährleistet. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.

Nicht allen geht es so. 76 Länder dieser Erde stellen Homosexualität und normabweichende Geschlechtsidentität unter Strafe, sieben Länder bestrafen sie mit dem Tode. Transmenschen, Lesben, Schwule und Bi­ sexuelle werden verfolgt, gedemütigt, geschlagen und ermordet. Weil sie sind, wie sie sind. Weil sie lieben, wen sie lieben. Und weil sie sich nicht verstecken. Vielen bleibt nur die Flucht. Lassen wir sie nicht alleine in ihrem Kampf um Würde und Rechte. Die diesjährige Zurich Pride zeigt, dass die LGBT-Community weltweit füreinander einsteht. Auch in Zürich. Ich wünsche Ihnen eine kraftvolle, farbenprächtige und lebensfrohe Pride. Corine Mauch Stadtpräsidentin von Zürich

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Zürich besuchen. Die bunte Metropole entdecken.

Mehr Pa rt Events u ys, Nightlif nd e unter zuerich.c

om/lgbt

In Zürich finden das ganze Jahr über die besten LGBT-Events statt: White Party Weekend, 29. April bis 1. Mai, Film Festival Pink Apple, 27. April bis 5. Mai, Zurich Pride Festival, 10. bis 11. Juni, Flash Party @ Street Parade, 13. August, Black Party Weekend, 4. bis 6. November zuerich.com/lgbt | #VisitZurich


VORWORT

WAS WEISST DU ÜBER DIE SITUATION VON LGBT-FLÜCHTLINGEN? Hast Du Dich schon einmal in die Lage eines Menschen versetzt, der aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder seiner Geschlechts­ identiät flüchten muss? Wie es sein muss die eigene Familie, die Freunde_innen, die vertraute Heimat hinter sich lassen zu müssen? Wohin würdest Du flüchten? Wem würdest Du Dich auf Deiner Flucht anvertrauen, wie wünschst Du Dir die Aufnahme in der LGBTCommunity in Deinem Fluchtort? Die Gründe, weshalb sich das Zurich Pride Festival dieses Jahr für LGBT-Flüchtlinge einsetzt, findest Du auf unserer Homepage und in diesem Magazin. Die Forderungen daraus sind einerseits an die Politik, die Asyl-Behörden und an die Bevölkerung gerichtet. Aber auch wir, die Schweizer LGBT-Community, kann Offenheit zeigen und LGBT-Flüchtlinge willkommen heissen. Gruppierungen wie zum Beispiel Queer­ amnesty oder das Projekt Queer Migs der HAZ unterstützen LGBT-Migranten. Sie hel-

fen ihnen, sich in der Schweiz zurecht zu finden, begleiten sie im Asylverfahren und versuchen mittels persönlichen Kontakten, ihnen einen Zugang zu unserer Community zu ermöglichen. Hier ist persönliches Enga­ gement, wahre Weltoffenheit und ehrliches Interesse an fremden Kulturen und Menschen gefragt – viel mehr als Schwiizer Fränkli. Und wenn wir alle darüber hinaus nur halb so freundlich sind gegenüber den LGBT-Flüchtlingen in der Schweiz, wie wir es in unseren Ferien im Ausland von unseren Gastgeber_innen erwarten, machen wir einige Flüchtlingsschicksale etwas einfacher und erträglicher. Damit die harte Realität der LGBT-Flücht­ linge und unsere politischen Forderungen wirksam auf die Strasse gebracht werden können, leisten im Rahmen der Pride viele Menschen ehrenamtliche und teilweise sehr zeitintensive Arbeit. Ich danke herzlich meinen Kollegen_innen, die sich (teilweise schon jahrelang) für unsere Anliegen einsetzen, im Speziellen meinem Vorstandsteam, der ganzen OK-Truppe und allen, die uns in ideeller, finanzieller oder tatkräftiger Art und Weise unterstützen und das Zurich Pride Festival 2017 überhaupt erst ermöglichen. Denn dank der Pride können wir in der Bevölkerung auf die Missstände und auch innerhalb der Community auf die Sorgen der LGBTFlüchtlinge aufmerksam machen. Dankeschön allen Beteiligten für euren tollen und unermüdlichen Einsatz und Happy Pride! David Reichlin Präsident des Vereins Zurich Pride Festival

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Wir sind die neue Generation schwuler Männer und lassen uns nicht von Rollenbildern beeinflussen. Mit einem Abo unterstützt du unsere Arbeit und bekommst die Mannschaft monatlich bequem nach Hause geschickt. Werde jetzt Teil der Mannschaft! → mannschaft.com/abo

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BOTSCHAFT UNSERER CO-SPONSOREN

WILLKOMMEN AN DER PRIDE 2017

«NO FEAR TO BE YOU» Credit Suisse und UBS sind stolz auf die Vielfalt ihrer Mitarbeitenden, deshalb unterstützen wir auch dieses Jahr das Zurich Pride Festival. Als globaler Finanzdienstleister präsentiert sich Credit Suisse mit dem Slogan «Every­ body matters at the workplace» und ist am Umzug wieder mit einem Wagen präsent. Unser Slogan widerspiegelt Alltag und Kultur der Bank. Das «Open Network» besteht seit 2007, als Netzwerk unserer lesbischen, schwulen, bi­ sexuellen und transgender Mitarbeitenden (LGBT). 2015 wurde das LGBT-Ally-Programm weltweit eingeführt, eine Initiative, mit der wir uns dafür einsetzen, ein offenes Verhältnis zu unseren LGBT Mitarbeitenden zu leben, sowie die Bank als bevorzugte Arbeitgeberin für LGBTs zu positionieren. «Vielfalt ist ein klarer Vorteil für unser Unternehmen. Zu diesem Engagement zählt auch die Unterstützung von externen Organisa­ tionen wie der Zurich Pride», sagt Tarkan Özküp, Leiter Marketing Schweiz.

Diversität ist für UBS mehr als ein Schlagwort – es ist ein Schlüssel zum Geschäfts­ erfolg. Eine vielfältige Belegschaft trägt dazu bei, dass wir als Unternehmen innovativer, dynamischer und letztendlich erfolgreicher sind. Zudem können wir so die Bedürfnisse unserer Kunden besser erfüllen. UBS bekennt sich daher zur Vielfalt und stärkt eine Unternehmenskultur, die alle Menschen einschliesst – unabhängig ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung. Die LGBT-Mitarbeiternetzwerke UBS Pride mit weltweit über 1000 Mitgliedern fördern die Sensibilisierung und den Austausch unter unseren Mitarbeitenden. UBS steht hinter den Pride-Netzwerken und verpflichtet sich, die Vielfalt im Unternehmen zu fördern – denn Diversität bereichert uns, Diversität gehört zu uns.

Gemeinsam freuen wir uns auf Sie und das vielfältige Programm des diesjähri­ gen Zurich Pride Festival.

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PRIDE-MOTTO 2017

von Alan David Sangines, Vizepräsident/ Politverantwortlicher Zurich Pride Festival

Polarisierend. Heikel. Umstritten. Negativbehaftet. Nicht sexy genug. Dies waren nur einige der Attribute, mit welchen der Vorstand des Zurich Pride Festivals davor gewarnt wurde, LGBT-Flüchtende als Motto zu wählen. Der Zurich-Pride-Vorstand ist jedoch überzeugt davon, dass dies umso mehr dafür spricht, gerade auch die Community (wenn auch nicht nur) für dieses Thema zu sensibilisieren. Seit dem zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Die Menschen flüchten vor Krieg, Unruhen, Verfolgung, Folter und anderen lebensbedrohlichen Situationen. In Europa ist eine heftige Debatte darüber entbrannt, wie wir mit Menschen auf der Flucht umgehen sollen. Die Diskussion läuft emotional, die Fronten sind verhärtet. Wenig themati10 |

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siert in dieser Debatte wird hingegen, dass Menschen auch flüchten, weil sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder/und Geschlechtsidentität verfolgt werden oder bedroht sind! Auch in der Schweiz gibt es viele Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität aus ihrem Heimat­ land flüchteten. Diese Menschen sind hier in der Schweiz mit vielfältigen Problemen konfrontiert, auch im Asylverfahren. Viele empfinden tiefe Scham, sich über ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität, aber auch erlebte (sexuelle) Gewalt, gegenüber einer Behörde zu äussern, beispielsweise wenn die dolmetschende Person aus demselben Kulturkreis oder Land stammt. Sie verschweigen den wahren Asylgrund zu Beginn und können oftmals erst darüber sprechen, wenn es für das Asylverfahren aus Sicht der Behörden zu spät ist. In den Asylunterkünften sind diese Menschen ebenfalls


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oft isoliert und leben in ständiger Angst, dass ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität bekannt wird. Für Transmenschen kann allein schon die Nutzung der WCs und Duschen gefährlich sein und wird daher vermieden – mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen. Brauchen Transmenschen eine medizinische Geschlechtsangleichung, so erhalten sie meist keine oder erst mit grosser Verzögerung Zugang dazu. Für LGBT-Geflüchtete ist es sehr schwierig Anschluss an die Schweizer Community zu finden. Denn die meisten haben kein Geld, um an Community-Events teilzunehmen oder nur schon dorthin zu gelangen. Hinzu kommt Gewalt und Hassreden – teilweise gar aus der LGBT-Community. Obschon unbestritten ist, dass in vielen Ländern Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität bedroht, verfolgt und geächtet werden, kennt das Schweizer Asylgesetz keinen expliziten Fluchtgrund aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Während im Asylgesetz ein Hinweis zu frauenspezifischen Fluchtgründen vermerkt ist, fehlt ein solcher Hinweis in Bezug auf LGBT-Fluchtgründen. Entsprechend schwierig ist es für LGBT-Asylsuchende Schutz in der Schweiz zu erhalten. Immer wieder werden Asylgesuche abgelehnt mit skandalösen Begründungen, wie beispielsweise «man müsse sich halt diskret in seinem Land verhalten» oder obschon Homosexualität in einem Land unter Strafe gestellt ist, hätten die LGBTs dort nichts zu befürchten.

Die Zurich Pride fordert in aller Deutlichkeit: • Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität flüchten, müssen in der Schweiz als Flüchtlinge anerkannt werden. • Der besonderen Situation von LGBT-Asylsuchenden ist Rechnung zu tragen. So müssen die Befragungen von geschultem Personal durchgeführt werden, welches die nötige Sensibilität hat. Dies gilt auch für die dolmetschenden Personen. • Kein Asylgesuch darf mit der Begründung abgelehnt werden, dass sich die Person im Heimatland diskret verhalten kann. • Wenn homosexuelle Handlungen in einem Land unter Strafe gestellt werden, reicht dies als Fluchtgrund, unabhängig davon, wie häufig die Strafen tatsächlich verhängt werden. • LGBT-Asylsuchende werden in für sie sicheren Unterkünften ausserhalb der Asylzentren/Gruppenunterkünften untergebracht; Partner_innen werden nicht getrennt. • LGBT-Asylsuchenden müssen seitens der Behörden über Beratungs- und Kontaktstellen für LGBT-Flüchtlinge informiert werden, damit diese einen einfacheren Zugang dazu finden. • Wir dulden keine Fremdenfeindlichkeit, keinen Rassismus, keine Fetischisierungen aufgrund der ethnischen Herkunft oder andere Formen von Gewalt und Diskriminierung von Geflüchteten an der Pride. Denn niemand soll Angst haben, sich selbst zu sein! Wir sind eine Community – weltweit. NO FEAR TO BE YOU! zurichpridefestival.ch

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NO FEAR TO BE YOU – SAFETY FOR LGBT REFUGEES

DER INTERAKTIVE ARTIKEL ZUM MOTTO DER ZURICH PRIDE 2017 von Alan David Sangines Vizepräsident/Politverantwortlicher Zurich Pride Festival

Bewusst hat sich der Vorstand der Zurich Pride dieses Jahr dazu entschieden, ein umstrittenes, sehr politisches Motto für die Zurich Pride 2017 zu wählen. Die Reaktionen waren zahlreich – positiv wie negativ. Umso wichtiger erachtet es der Zurich Pride Vorstand, die Gesellschaft für diese Thematik auf verschiedene Arten zu sensibilisieren. Aus diesem Grund entschloss sich der Vorstand, das Motto nicht nur aus unserer Sicht darzulegen (siehe Leitartikel Seite 10), sondern euch auch die Möglichkeit zu geben, eure Fragen zum Thema zu stellen – in unserem inter­ aktiven Zurich Pride Artikel. Über Facebook riefen wir dazu auf, Fragen zum Motto zu stellen, welche wir im Rahmen eines Artikels im Pride Magazin zu beantworten versuchen werden. Die Antworten basieren auf Gesprächen mit verschiedenen Fachpersonen und Expert*innen zur Thematik.

«Dann können ja alle Flüchtlinge sagen, dass sie homosexuell sind» Mit diesem Vorbehalt wurden wir wohl am häufigsten konfrontiert. Dies ist übrigens auch ein Argument, mit welchem in der Politik bestimmte Kräfte immer wieder verhindern, dass die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität im Asylgesetz explizit als Fluchtgrund erwähnt werden. Berechtigte 12 |

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Sorge von «falschen homosexuellen Asyl­ suchenden»? Unsinn. Das Staatssekretariat für Migration (SEM), welches für die Prüfung aller Asylanträge in der Schweiz zuständig ist, weist zwar keine genauen Zahlen aus, wie viele Menschen ihre sexuelle Orientierung oder ihre Geschlechtsidentität als Asylgrund angeben. Einen Anhaltspunkt liefert die Statistik des SEM. Dieses erfasst die Fluchtgründe sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität unter dem Titel «geschlechtsspezifische Verfolgungsgründe». In dieser Kategorie werden alle dazugehörigen Fluchtgründe erfasst, also nicht nur aufgrund der sexuellen Orien-


tierung, sondern z.B. auch aufgrund von Ehrenmord, Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung, usw. Im Jahr 2015 machten 9% der sich als weiblich registrierten Asyl­ suchenden und 2% der als männlich registrierten Asylsuchenden einen «geschlechtsspezifischen» Fluchtgrund geltend. Es ist also davon auszugehen, dass 1-2% der als männlich erfassten Asylsuchenden und und weit unter 9% aller als weiblich erfassten Asylsuchenden sagt, sie seien aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechts­ identität geflüchtet. Es ist also so, dass fast niemand im Asylverfahren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität als Fluchtgrund geltend macht! Viele der asylsuchenden Menschen stammen aus Ländern, in welchen «die Ausübung» homosexueller Handlungen Homosexualität verboten ist und streng bestraft wird. So stammen die meisten Menschen, die in der Schweiz Asyl ersuchen aus Eritrea (bis zu lebenslanger Haftstrafe), Afghanistan (Todesstrafe), Syrien (Todesstrafe), Somalia (Gefängnis bis Todesstrafe). Oftmals geben gerade Menschen, welche aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität flüchten mussten, in der Schweiz erfundene Asylgründe an, in der Hoffnung, dass sie ein Bleiberecht erhalten, ohne dass sie den wahren Grund ihrer Flucht benennen müssen. Dies ist auch der Grund, weswegen Asylsuchenden teilweise auch erst sehr spät in einem Asyl- oder gar erst während einem Gerichtsverfahren den wahren Grund, nämlich ihre sexuelle Orientierung oder ihre wahre Geschlechtsidentität offen legen. Bei homo- und bisexuellen Asylsuchenden scheint dies jedoch bisher in der Schweiz häufiger ein Problem zu sein als bei Transmenschen.

Nichtsdestotrotz haben Fachpersonen Methoden entwickelt, um prüfen zu können, ob Asylsuchende glaubhaft machen können, dass sie homosexuell oder trans sind und aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität flüchten mussten. Dazu passt auch die Frage

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«Was mich interessiert, ist, wie der Staat ‹überprüft›, ob jemand homo­sexuell ist. Voraussetzung natürlich: für Be­ troffene aus dem Land, wo die Person herkommt, gilt Nicht-Hetero­sexualität als Asylgrund. Reichen bei uns Aus­ sagen? Ich hatte gehört von Österreich, wo zumindest vor einiger Zeit noch, Männern Pornos mit Frauen und solche mit Männern gezeigt wurden und gemessen wurde, wie sie körperlich drauf reagieren (Temperatur, Herzschlag, ...). Tests wie diese sind natürlich fragwürdig ... Aber da gehts mir hier nicht drum. Ich frage mich ganz einfach, wie das in der CH eigentlich gehandhabt wird konkret. Wäre interes­ sant, wenn man das wüsste. – Vielleicht ists ja in jedem Kanton eh bissl anders.» E.E. In verschiedenen Ländern Europas wurden früher unter anderem Tests durchgeführt, bei welchen man angeblich homosexuellen Asyl­ suchenden pornographisches Material gezeigt und die sexuelle Erregung von den Asylsuchenden gemessen hat. Diese Arten von Tests sind seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2014 verboten. Der europäische Gerichtshof hielt fest, dass die Befragungen im Rahmen des Asylverfahrens die Menschenwürde nicht verletzen dürfen. Dazu gehören neben entsprechenden Tests auch intime Fragen zu sexuellen Praktiken. Es ist also so, dass sich die Behörden auf Befragungen beschränken müssen. In der Schweiz werden sämtliche Befragungen zurichpridefestival.ch

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vom Staatssekretariat für Migration und nicht von den verschiedenen Kantonen durchgeführt. Als fortschrittlich und zuverlässig gilt die sogenannte DSSH (Difference, Stigma, Shame, Harm) Methode des britischen Rechtsanwalts und Asylexperten S. Chelvan. Nach dieser Methode werden Asylsuchende zu verschiedenen Aspekten ihres eigenen, inneren Coming-Outs befragt. So werden verschiedene Fragen dazu gestellt, wie die Betroffenen bemerkt haben, dass sie anders als andere sind (difference), wie sie festgestellt haben, dass ihre dieses Anderssein zu Stigmatisierung im Umfeld führen kann (stigma), wie das Anderssein und die Stigmatisierung durch das Umfeld zu Isolation und Scham geführt haben kann (shame) und welche Gefahr aufgrund des Andersseins drohte (harm). Diese umfangreiche und doch rücksichtsvolle Fragemethode kann ermöglichen, dass eine Person glaubhaft darlegen kann, dass sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität geflüchtet ist, zumal es heterosexuellen respektive cis Personen schwierig fallen dürfte, den schwierigen Prozess des inneren Com­ ing-outs glaubhaft darzulegen. Im Übrigen ist es so, dass in den allermeisten Fällen von Asylbefragungen keine Beweismittel bestehen und das Staatsekretariat für Migration daher die Glaubhaftigkeit der Aussagen von Asylsuchenden prüfen und auf dieser Basis entscheiden muss – unabhängig davon, was die Asylgründe sind (also auch wenn eine Person sagt, sie sei aus politischen oder religiösen Gründen geflüchtet). 14 |

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«Wie wird den queer Asylsuchenden verständlich gemacht, dass sie ab dem ersten Gespräch ihren wahren Asylgrund angeben müssen? Vor allem mit dem Hintergrund, dass es teilweise in ihrer Sprache keinen Ausdruck für Homosexua­ lität gibt (oder nur negativ besetzte, z.B. oder dass die Dol­ metscher aus dem gleichen Kulturraum kommen und sich die Asylsuchenden auf diese verlassen müssen?» D.R. Nachdem Asylsuchende ein Asylgesuch eingereicht haben, findet eine kurze sogenannte Befragung zur Person statt. Während dieser Befragung werden die Asylsuchenden kurz zu ihren Personalien, dem Fluchtweg und ihren Asylgründen befragt. Anwesend sind dabei die befragende Person und eine Dolmetscher*in. An dieser Befragung zur Person werden die Asylsuchenden auf ihre Mitwirkungspflicht hingewiesen, wozu auch gehört, dass sie die Wahrheit sagen müssen. Sie werden ebenfalls darauf hingewiesen, dass ihre Aussagen vertraulich behandelt werden und die dolmetschende Person an eine Schweigepflicht gebunden ist und mit niemandem darüber sprechen darf, was während der Befragung gesagt wird. Nach dieser ersten Befragung wird allenfalls bereits entschieden, dass auf das Gesuch nicht eingetreten wird, weil die Person bereits in einem anderen Dublin-Staat registriert wurde und dorthin zurückgeschickt wird. Ist das nicht der Fall, dann findet mehrere Monate nach dieser Befragung zur Person eine ausführliche Befragung zur den Asylgründen statt. Während dieser Anhörung werden die Asyl­suchenden unter Beisein einer Dolmetscher*in und eine Hilfswerksvertretung ausführlich während mehreren Stunden (teilweise bis zu einem oder mehreren Tagen) zu ihren Asylgründen befragt. Auch während dieser Anhörung wird nochmals betont, dass die Asyl­suchenden frei und ohne Furcht über


all ihre Asylgründe sprechen können und keinerlei Informationen an die Heimatbehörden oder an sonstige Dritte weitergegeben wird. Dadurch soll zumindest darauf hingearbeitet werden, dass die Asylsuchenden frei über ihre Fluchtgründe (auch über ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität) sprechen können. Selbstverständlich gelingt dies aber nicht immer. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass LGBT-Asylsuchende möglichst früh in Kontakt mit Beratungsstellen oder Organisa­ tionen kommen (wie beispielsweise Queer­ amnesty oder TGNS), welche sich auf die Thematik spezialisiert haben. Der Zugang zu diesen Organisationen muss allerdings sichergestellt werden. Aus diesem Grund fordert der Vorstand des Zurich Pride Festivals in seinem Leitartikel, wie auch andere Organisationen, dass LGBT-Asylsuchende aktiv auf Beratungsstellen hingewiesen werden müssen. Dies könnte beispielsweise in Form von Informationsbroschüren in der Heimatssprache der Asylsuchenden sein, welche verschiedene Informationen zum Asylverfahren (nicht nur in Bezgu auf LGBT) erhält. Unter diesen Informationen soll auch ein Hinweis zur sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität stehen und wo sich Betroffene diskret Beratung holen können. Um ungeoutete Flüchtende zu erreichen, sollen solche Informationsbroschüren mit unterschiedli-

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chen Hinweisen (eben nicht nur auf die LGBT Thematik) allen Asylsuchenden abgegeben werden. So könnte der Zugang von Flüchtenden zu LGBT-Expert*innen erleichtert werden, welche sie wiederum im Asylverfahren beraten und begleiten können.

Besonders dramatische ist die Sonderstellung eines LGBTIMenschen in einer gleichen Herkunftsgemeinschaft im Auf­ nahmeland. Das betrifft übrigens nicht nur «Flüchtende», sondern auch Immigrant*innen. Die Frage ist eigentlich, wie Betroffenen – abseits der Augen ihrer Herkunftsge­ meinschaft Unterstützung angeboten werden kann. M.K.

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Dafür ist es wichtig, dass der Zugang zu Organisationen wie Queeramnesty oder TGNS sichergestellt werden kann. Diese Organisationen haben jahrelange Erfahrung in der Beratung, Vernetzung und Begleitung von LGBT-Asylsuchenden. Dazu gehört auch diskrete Beratung, abseits der Augen der Herkunftsgemeinschaft. Wichtig ist, dass LGBT Asylsuchende sich mit Gleich- oder Ähnlichgesinnten austauschen können. Auch das wir durch Organisationen wie Queeramnesty, TGNS und andere sichergestellt. Gleichzeitig müssen LGBT-Asylsuchende in den Asylunterkünften immer befürchten, dass Mitbewohnende per Zufall ihre sexuelle Orientierung in Erfahrung bringen. Bei Transmenschen sind Geschlechtsidentität und –ausdruck oft sichtbar, wodurch sie besonders gefährdet sind. Aus diesem Grund fordert der Zurich Pride Vorstand in seinem Leitartikel auch, was TGNS und Queeramnesty seit langer Zeit fordern: dass LGBT Asylsuchende in sicheren Unterkünften ausserhalb der Asylzentren untergebracht werden müssen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sie vor Diskriminierungen in ihren Unterkünften geschützt werden!


. Juni 0 1 / . 9 ns am nareal. u h c e su asern in: Be K r d m n e e d tt h auf nd mi c i i s r r Ăź i Z W in Pride auf dich! r e d s an en un u e r f Wir

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Z U R I C H P R I D E F E S T I VA L – P R I D E W E E K

VIELSEITIGES WOCHENPROGRAMM Samstag, 3. Juni

Sonntag, 4. Juni

19.30 Uhr

Ab 22.00 Uhr

Human Library Milchjugend

The Boyahkasha – Born this way Official Pride Opening Party

Tauche mit der Milchjugend, eine Jugendorganisation für lesbische, schwule, bi, trans* und asexuelle Jugendliche und alle dazwischen und außerhalb, in die bunte queere Welt ein. Unsere Aktivist_innen werden dir während 1½ Stunden Fragen rund um Ihre Sexualität oder Identität beantworten. Von trans* bis genderfluid und von homo- bis pansexuell werden Personen anwesend sein. Wie war dein Coming out? Was ist Pansexualität? Wie ist es mit einer Geschlechtsangleichung für Transmenschen* in der Schweiz? Frage, was du schon immer wissen wolltest. Durch den Abend wird unsere Haus-Dragqueen Mona Gamie führen. Cabaret Voltaire Spiegelgasse 1, 8001 Zürich Ab 23.00 Uhr

Avalon DJ Angelo Heaven Club Spitalgasse 5, 8001 Zürich www.heavenclub.ch 18 |

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Starring: Duo Raw (Oslo) DJs: Nicki Dynamite (Hamburg) Charlet C. House (Berlin) Vicky Goldfinger (Zürich) Zör Gollin (Zürich) Hosted by Stella Divine Plaza Klub Badenerstrasse 109, 8004 Zürich

Montag, 5. Juni 12.00–14.00 Uhr

Verein queerAltern Die Altersversorgung von LGBTI Personen in der Schweiz ist eine Thematik, der wenig Beachtung geschenkt wird. Viele, bisher offen lebende Personen, werden vor die Frage gestellt, ob sie sich wieder in einen heteronormativen Rahmen zurückziehen, um der Stigmatisierung durch Fachpersonal wie Mitbewohnern zu entgehen. Der berührende Film von Stu Maddux greift dieses Thema auf und zeigt, mit welchen Fragen, Problemen und Entscheidungen ältere LGBTI

Personen konfrontiert sein können. Die Podiumsdiskussion am Montagmittag unter der Leitung von Dr. Heidi Petry, vertieft das Thema mit Fachleuten und dem Publikum. Kino Xenix Kanzleistrasse 52, Zürich Outdoor Sports for Gays

Naturerlebnis am Napf mit LGBT-Asyl­suchenden Outdoor Sports for Gays organisiert mit Hilfe von Queeramnesty ein Naturerlebnis für LGBT-Asylsuchende am Napf im Kanton Luzern. Wir erkunden zusammen eine Gegend reich an Sagen und Gold im Herzen der Schweiz. Nebst einer kleinen Wanderung kommen wir auch in Kontakt mit LGBT-Bergbauern und der lokalen Bevölkerung. Gelebte LGBT-Integration für Schweizer und Immigranten gleichermassen. Mehr Informationen: gaypeak.wordpress.com


PRIDE WEEK

Dienstag, 6. Juni 18.30-20.15 Uhr

Schwules Zürich Der Verein schwulengeschichte.ch lädt ein zu einem Rundgang durch das schwule Zürich. Die Stadt zeigte den Schwulen in der Vergangenheit unterschiedliche Gesichter. Homo­sexuelle Menschen erlitten Verfolgungen und wurden ins Abseits gedrängt. Zürich war aber auch eine Insel im Meer des Schwulenhasses. Heute ist die Stadt schwules Reiseziel und Party-Location, und sie bietet Freiräume für schwule Kultur. Auf dem Rundgang erfährst du mehr über die schwule Geschichte der Stadt und der Schweiz, und du lernst unbekannte Ecken und Winkel von Zürich kennen. Die Führung ist kostenlos. Die Teil­nehmerzahl ist auf höchstens 20 Personen beschränkt. Treffpunkt: Eingang Stadthaus, Stadthausquai 17, 8001 Zürich Anmeldung per Mail an event@schwulengeschichte.ch

Ab 19.00 Uhr

TGNS Auf ein Gespräch mit Trans*Menschen Erlebe welchen besonderen Blick Trans*Menschen auf unsere Gesellschaft haben – Wie ist das, wenn man mehrere Geschlechter erlebt hat? In gemütlicher und persönlicher Atmosphäre diskutieren Trans*Menschen ihre Erfahrungen und beantworten deine Fragen. «Karl der Grosse» Kirchgasse 14, 8001 Zürich www.tgns.ch/aufeingespraech 20.00 Uhr

Ein Abend der nostal­gischen Sentimentali­täten mit Mona Gamie Die Travestie-Künstlerin Mona Gamie entführt das Publikum in eine schillernde, längst vergangene Zeit und erzählt mit ihren rührenden Chanson ihre tragische Liebesgeschichte und von rauchenden Varieté-Sternen, schummrigen Bars,

goldenen Lichtern und vielen mehr. Theater Keller 62 Rämistrasse 62, 8001 Zürich Eintritt: Fr. 25.– 20.00 Uhr Boyahkasha, Zör Gollin, Voss Events und das Plaza präsentieren:

RuPaul`s Drag Race Werq the World Tour Die Lieblingsqueens vom RuPaul's Drag Race kommen nach Zürich. Michelle Visage, das bekannte Gesicht der Jury aus der beliebten US-TV Serie führt als Host durch den Showabend mit Live-Performances von Alaska Thunderfuck (Zurich Pride Festival 2016), Aja, Trinity Taylor, Latrice Royale, Shangela, Detox und Violet Chachki der Gewinnerin von Season 7. Der perfekte Anlass um sich in Pride-stimmung zu bringen. Tickets auf Starticket.ch www.boyahkasha.ch

GEMEINSAM GENIESSEN 2F1 LIEBLINGSGETRÄNKE Angebot gültig vom 2.-11. Juni 2017 in teilnehmenden Starbucks Coffee Houses in der Schweiz. Flaschengetränke ausgenommen. Nur original Gutscheine werden akzeptiert. © 2017 Starbucks Coffee Company. All Rights Reserved. zurichpridefestival.ch

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Z U R I C H P R I D E F E S T I VA L – P R I D E W E E K

Mittwoch, 7. Juni 19:00 Uhr

Von Schwulenlisten bis hin zu PinkCop. PinkCop empfängt Menschen der LGBTI+ Community für eine Begehung des Amtshauses I der Stadtpolizei Zürich und einer kurzen Reise durch die Geschichte. Bei Interesse bitten wir um Anmeldung bis spätestens 2. Juni 2017 auf begehung@pinkcop.ch. 20.30 Uhr

OVER THE RAINBOW heisst unser aktuelles ROSAProgramm, das wir zum Besten geben möchten. Viele bekannte, wunderschöne Filmsongs von Ennio Morricone über Priscilla bis hin zu La Boum werden zu hören sein. Begleitet werden wir vom profes­sionellen Streichensemble – den ROSA-Saiten! Wir sind der 1. LGBTChor aus Zürich und singen was uns gefällt aus der weiten Jazz-, Chanson-, Pop- und Klassikwelt: Charmant, klangvoll, rhythmisch und auch mal gern kitschig! Der Queer Chor für Damen und Herren und alle dazwischen. weitere Infos: www.chor-rosa.ch www.facebook.com/chorrosa Restaurant Piccolo Giardino Schöneggplatz 9, 8004 Zürich www.piccologiardino.ch 20 |

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Donnerstag, 8. Juni Ab 19.00 Uhr For Lesbians and friends, WyberNet proudly presents:

Lesbische Schriftstellerinnen stellen ihre Lieblings-Krimiautorin vor Szenische Lesung mit Esther Spinner und ihrem Rendez-Vous mit Agatha Christie. Kulturraum «zoberschtobe» Fliederstrasse 21, 8006 Zürich. Bar ab 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr, Eintritt Fr. 20.–. Reservation: uebelhart@bel-art.ch oder: kultur@wybernet.ch Pink Apple präsentiert 18.30 Uhr

Arthouse Uto Kalkbreitestr. 3, 8004 Zürich Weitere Informationen: www.pinkapple.ch

Freitag, 9. Juni Ab 16.00 Uhr

Öffnung Festivalgelände Kasernenareal, 8004 Zürich www.zurichpridefestival.ch Ab 23.00 Uhr

Pride Opening Party DJ Melli Magic (GMF Berlin) DJ Aamyko (London) Heaven Club Spitalgasse 5, 8001 Zürich www.heavenclub.ch

«First Girl I Loved» «First Girl I Loved» (USA 2016) von Kerem Sanga erzählt von der Annäherung zweier Teenage-Girls – und die Hürden die sie dabei überwinden müssen. 20.30 Uhr

«The Queen of Ireland» «The Queen of Ireland» (Irland 2015) von Conor Horgan. Eine grossartige Doku über Irlands wichtigste DragQueen. An vorderster Front setzte sie sich im katholischen Kleinstaat für die Homo-Ehe ein, diese wurde schliesslich per Volksabstimmung deutlich angenommen.

Samstag, 10. Juni Ab 13.00 Uhr

Besammlung Demonstrationsumzug mit politischen Reden Helvetiaplatz, 8004 Zürich www.zurichpridefestival.ch Ab 14.00 Uhr

Öffnung Festivalgelände Kasernenareal, 8004 Zürich www.zurichpridefestival.ch

Ride_Jun


RIDE

Colors & Palace Present

PRIDE EDITION

SAMSTAG 10. JUNI 2017 23 UHR LEXY MILITÄRSTR 84 ZH 8004

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09. JUNI 2017

FREITAG AB 23 UHR DJS: MARY, AMBIENT P. & FRIENDS (HOUSE, DEEP HOUSE, EDM, ELECTRO SWING)

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Z U R I C H P R I D E F E S T I VA L – P R I D E W E E K

Samstag, 10. Juni Ab 16.00 Uhr Nachmittagsveranstaltung

Paartanzfloor im Kasernenareal Tanzschule Ritmo, bei Regen im Restaurant Zeughaushof Kanonengasse 20, 8004 Zürich Ab 16.00 Uhr

Festivalprogramm mit politischen Reden und Bühnenshows Kasernenareal, 8004 Zürich Ab 23.00 Uhr

Pride Nachtcafé mit Bar, Dance & Beats Restaurant Zeughaushof Kanonengasse 20, 8004 Zürich Ab 23.00 Uhr

Jugend Pride & Molke 7 Die Milchbüechli Party – Starring: Vava Vilde, DJ NIco, Polly Gamie Heaven Club Spitalgasse 5, 8001 Zürich www.heavenclub.ch Ab 23.00 Uhr

The Official Zurich Pride Party Starring: Sherry Vine (NYC) & Gloria Viagra (Berlin) DJs: Alexio (Berlin), Aamyko (London), Chris Bekker (Berlin), 22 |

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Zach Burns (London) Vicky Goldfinger (Zürich), Melli Magic (Berlin), Dennis Sommer (Mannheim), Rollo Tomasi (Zürich), Vasco (Genf) Zör Gollin (Zürich) Hosted by Odette Hella'Grand Pop, House, Deep & Tech House Plaza Club Badenerstr. 109, 8004 Zürich Alte Kaserne Kanonengasse 16, 8004 Zürich Ticket-Vorverkauf: www.zurichpridefestival.ch

Sonntag, 11. Juni 10.00 bis 14.00 Uhr

HAZ Brunch Restaurant Zeughaushof Kanonengasse 20, 8004 Zürich Ab 14.00 Uhr

Zurich Pride Gottesdienst «NO FEAR TO BE YOU» Augustinerkirche Augustinerhof 8, 8001 Zürich

ZURICH PRIDE GOTTESDIENST Sonntag, 11. Juni 2017, 14.00 Uhr in der Augustinerkirche Zürich

«NO FEAR TO BE YOU» Das diesjährige Motto der Zurich Pride thematisiert Fragen rund um die Sicherheit von LGBT-Flüchtlingen. Unser Gottesdienst will uns dafür sensibilisieren. In Zusammenarbeit mit Queeramnesty werden betroffene Migranten über ihre Erlebnisse berichten. Uns ist es aber ein grosses Anliegen, auch bei uns selber nach verdecktem Rassismus zu fragen und diesen bewusst zu machen. Im Anschluss an den Gottesdienst offerieren wir einen Apéro. Mitwirkende: Irene Schwyn, ref. Pfarrerin; Melanie Handschuh, christkath. Pfarrerin; Meinrad Furrer, röm.-kath. Seelsorger; Queeramnesty Intergalaktischer Chor; Philippe Frey, Orgel; Verschiedene Helfer Sponsoren: Reformierte Kirche Kanton Zürich Römisch-Katholische Kirche Kanton Zürich Christkatholische Kirchgemeinde Zürich


Z U R I C H P R I D E F E S T I VA L

REDNER*INNEN Auch für die diesjährige Pride konnten wir hochkarätige Rednerinnen und Redner gewinnen, die mit motivierenden Voten unsere Ziele bestärken werden.

Sibel Arslan

Jacqueline Fehr

Christa Markwalder

Nationalrätin, Basel-Stadt, BastA

Direktorin der Justiz und des Inneren, Kanton Zürich

Nationalrätin, Bern, Nationalratspräsidentin 2015–2016, FDP

Die Basler Politikerin mit kurdischen Wurzeln setzt sich schon seit jeher für die Grundrechte aller ein.

Die Zürcher Regierungsrätin ist als Vorsteherin des Departement der Justiz und des Innern damit auch für die Integration von Geflüchteten zuständig.

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Christa Markwalder war von 2015 bis 2015 Nationalratspräsidentin und damit die höchste Schweizerin. Der Kampf für eine liberale Gesellschaft steht ganz oben auf ihrer politischen Agenda.


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Z U R I C H P R I D E F E S T I VA L

FREITAG, 9. UND SAMSTAG, 10. JUNI 2017

FESTIVALGELÄNDE Das Zurich Pride Festival findet auch in diesem Jahr auf dem Zürcher Kasernenareal und Zeughaushof statt. An den zwei Tagen werden auf der Festivalbühne musika­ lische Acts, DJs und auch politische Statements zu sehen und hören sein. Ergänzt wird das Festival durch das reichhaltige kulinarische Angebot an den Essensständen, die zahlreichen Bars und von Infoständen von LGBTnahen Organisationen und Betrieben. Das Festivalgelände auf dem Kasernenareal und Zeughaushof ist in knapp zehn Minuten zu Fuss vom Zürcher Hauptbahnhof aus zu erreichen. Übrigens: Auch im nächsten Jahr wird das Zurich Pride Festival dort statt­ finden.

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[ Sanität

Öffnungszeiten Festivalgelände: Freitag 9. Juni | 16.00 bis 24.00 Uhr Samstag 10. Juni | 14.00 bis 24.00 Uhr

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Militärstrasse

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WC

WC

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Der Eintritt zum Zurich Pride Festival ist wie immer kostenlos. Unterstützen kannst du den Event mit deiner Konsumation an unseren Bars und Essensständen.

Zurich Pride Infostand i Bars

Bühne

Info Lounge

ngasse Kanone

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KASERNENAREAL

Verkauf Essen

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ZY Bars

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Zeughausstrasse

Zurich Pride Office


SAMSTAG, 10. JUNI 2017

ZURICH PRIDE DEMONSTRATION Der friedliche Demonstrationsumzug der Zurich Pride ist die politsiche Manifestation der LGBT-Community der gesamten Schweiz und deren Freunde. Der Umzug wird am Samstag 10. Juni 2017 in der Innenstadt von Zürich durchgeführt. Sämtliche LGBT-orientierten und -freundlichen Organisationen und Menschen aus dem In- und Ausland sind eingeladen, an der Demonstration teilzunehmen und ihre politische Botschaft kundzutun. Gruppen können sich hier Anmelden: zurichpridefestival.ch/demonstration

Demonstration: Helvetiaplatz, 8004 Zürich Besammlung ab 13.00 Uhr Start: 14.00 Uhr, Dauer: ca. 3 Stunden

© Foto: Renato Richina | pixxpower.ch

Der Umzug ist wie immer bunt, vielfältig und gut besucht. In diesem Jahr wird die Strecke sogar noch länger

als in den Vorjahren: Vom Helvetiaplatz laufen wir über den Stauffacher durch die Bahnhofstrasse und zurück zum Helvetiaplatz. Diese Strecke nutzen wir, um unter dem Motto «NO FEAR TO BE YOU» auf die Situation von LGBT- Flüchtenden aufmerksam zu machen. Deine Stimme am Demonstrationsumzug bewegt Mensch und Politik.

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Z U R I C H P R I D E F E S T I VA L

DU & DIE PRIDE

EIN TEAM FÜR DIE GANZE WELT! Die Zurich Pride gilt als grösstes LGBT-Event der Schweiz. Die Organisation eines solchen Anlasses ist mit viel Arbeit verbunden, vernetzt aber gleichzeitig Menschen jeglicher Herkunft mit dem gemeinsamen Ziel, eine erfolgreiche Pride auf die Beine zu stellen. So sind wir auch dieses Jahr wieder auf der Suche nach fleissigen Helferinnen und Helfern. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig – an der Demo die Wägen begleiten, beim Aufräumen der Route helfen oder beim Festival

mit anpacken. Lass uns wissen, was du am liebsten machst und wir werden versuchen, dies zu berücksichtigen! Und so gehts: Auf zurichpridefestival.ch/ volunteer das Anmeldeformular ausfüllen und abschicken. Wir werden uns schnellstmöglichst bei dir melden, um alles Weitere zu besprechen.

WIR FREUEN UNS AUF DICH – DEIN ZURICH PRIDE TEAM.

D A S G IB T S A L S DANKESCHÖN:

✔ Helfer-T-Shirt ✔ Gratis Verpflegu ng an der Pride ✔ Gratis Eintritt zu r offiziellen Pride-Pa rty ✔ Helferfest

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Auf ein erfolgreiches Zurich Pride Festvial 2017 Wir leben Diversity. Fairness und Respekt gehören zu unseren Grundprinzipien. Wir sind überzeugt, dass die Individualität unserer Mitarbeitenden zu einer starken Vielfalt beiträgt. Darum fördern wir Chancengleichheit unabhängig von sexueller Orientierung, Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion oder körperlicher Verfassung.

Mehr Informationen zkb.ch/diversity


QUEERAMNESTY

FOCUS REFUGEES

EIN HILFSANGEBOT VON QUEERAMNESTY FÜR LGBTIQ-FLÜCHTLINGE EIN NORMALES LEBEN FÜHREN» von Martin Schoch www.queeramnesty.ch

Laut UNHCR sind derzeit weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Darunter auch Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität in ihrem Herkunftsland massiv bedroht sind. Asyl in der Schweiz zu erhalten ist jedoch wie für alle geflüchteten Menschen nicht einfach. Zudem ist die Wartezeit auf den Entscheid sehr langwierig und zermürbend: Sehr oft ohne Tagesstrukturen und ohne die Möglichkeit zu arbeiten. «Ich lebe nicht, ich warte», beschreibt eine lesbische Asylsuchende diese Situation.

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Hier setzt die Arbeit von Focus Refugees an, einer Arbeitsgruppe von Queeramnesty, die aus einem dreiköpfigen, ehrenamtlichen Koordinationsteam sowie 37 freiwilligen Mitarbeiter_innen besteht. In Zweier-Teams wurden seit 2010 knapp 160 geflüchtete LGBTIQ-Personen begleitet, zudem Fragen von über 150 weiteren Personen noch im Herkunftsland oder auf der Flucht per Email beantwortet. Zu Beginn bieten die Betreuenden meist einfache Hilfestellungen, wie zusammen einen


Schutz für alle flüchtenden

Zuhören, zuhören und nochmals zuhören, das sei vielleicht die wichtigste Hilfestellung, die man diesen Menschen geben kann, sagt Regula Ott vom Koordinationsteam. Sich verstanden fühlen, ernst genommen zu werden in seinen Empfindungen, Ängsten und Verletzungen. Zudem will Focus Refugees Gesellschaft und Behörden für die Situation von LGBTI-Asylsuchenden in der Schweiz sensibilisieren, mit Broschüren wie dieser: http://queeramnesty.ch/wp-content/ uploads/2014/04/InformationsbroschüreQueeramnesty.pdf

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Kaffee trinken gehen oder Transportmöglichkeiten erörtern. Später versuchen sie, individuellen Wünschen nachzukommen, um beispielsweise Zugang zu sportlichen Aktivitäten, Kultur und anderen sozialen Betätigungen zu ermöglichen. Sehr gut besucht ist das einmal pro Monat durchgeführte Welcome Café bei der HAZ in Zürich; ebenso die gemeinsame Teilnahme an der jährlichen Zürich Pride.

liberaler geht´s nicht! www.radigal.ch

Wir sind auch auf Facebook www.facebook.com/fdp.radigal

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QUEERAMNESTY

«ICH MÖCHTE EINFACH EIN NORMALES LEBEN FÜHREN» von Ralf Kaminski www.queeramnesty.ch

Der junge Iraner Sinan hofft auf Asyl in der Schweiz. Queeramnesty unterstützt ihn unter anderem mit sozialen Kontak­ ten. Tausende von Flüchtlingen waren im Spätsommer 2015 auf der sogenannten Balkanroute von Griechenland nach Westeuropa unterwegs. Einer von ihnen war der damals 21-jährige Iraner Sinan. «Es war furchtbar, ich erinnere mich nicht gerne daran», erzählt er. Bis Istanbul konnte er ohne Visum fliegen, danach zahlte er einem Schlepper rund 5000 Dollar, um per Boot, Bus und zu Fuss bis nach Ungarn zu kommen. Von dort schlug er sich allein bis nach München durch, wo er sich einer Gruppe von Afghanen anschloss, die in die Schweiz reisten. In Basel bat er schliesslich um Asyl. Die ganze Reise von Teheran dauerte 22 Tage. Homosexuellen Menschen droht im Iran die Todesstrafe. Sinan fürchtete ständig, die Behörden könnten von seinem Schwulsein erfahren und ihn verhaften. Zudem hatte er es satt, sich dauernd verstecken zu müssen. «Meine Mutter ahnte, was los ist. Sie schleppte mich zu Psychologen, die mir erklärten, dass sie mich umpolen könnten.» Auch am Arbeitsplatz, einem Lederwaren­ laden in einem grossen Basar, stand er unter Druck: «Jemand hatte beobachtet, wie ich 32 |

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in der Mittagspause meinen Freund geküsst habe und hat das rumerzählt.» Schliesslich zwang ihm seine Mutter eine Freundin auf. Sinan war so verzweifelt über seine Situa­ tion, dass er einen Suizidversuch mit Schlaftabletten unternahm – seine Mutter fand ihn allerdings rechtzeitig. «Ich habe mein Leben in Teheran einfach nicht mehr ausgehalten, deshalb bin ich geflüchtet», sagt er. «Ich wollte frei sein.» Zwar nagt die Ungewissheit an ihm, ob er eine Chance hat, Asyl zu bekommen, aber letztlich ist er optimistisch. «Und wenn nicht hier, ziehe ich eben weiter in ein anderes Land. Irgendwo wird es klappen.» Durch Queeramnesty hat er viele andere schwule und lesbische Flüchtlinge kennengelernt. «Ich gehe auch jeden Monat ins Welcome Café von Focus Refugees», erklärt er. Und während er zu Beginn zu stolz war, Hilfe für Zugtickets oder Sport anzunehmen, akzeptiert er dies nun inzwischen dankbar. Sein Ziel ist simpel: «Ich möchte einfach ein normales Leben führen.» Also: einen Freund, eine eigene Wohnung, einen anständigen Job. Doch vorerst kann Sinan nur warten. Warten, bis es im Asylprozess wieder einen Schritt vorwärts geht.


OPENING PRIDE PARTY Freitag, 09. Juni 2017 23 Uhr DJ MELLI MAGIC GMF BERLIN DJ AAMYKO LONDON → IM HEAVEN

Upcoming Events im Heaven: jeden Samstag 21:30 Uhr DRAG RACE VIEWING Sa. 06. Mai 23 Uhr MOLKE 7 DJ BEATWEEN DJ VICKY GOLDFINGER SHOW BY CAKE MOSQUE

Fr. 12. Mai 23 Uhr BALKAN GAY NIGHT DJ COUNTESSA WIEN

Sa. 13. Mai 20 Uhr WE LOVE ESC – DIE EUROVISIONPARTY ESC PUBLIC VIEWING IM CLUB UND PARTY MIT DJ SUPERZANDY BERLIN

Sa. 20. Mai 23 Uhr SPLASH

Fr. 02. Juni 23 Uhr BOYTESCHEMA DJCK KÖLN

Sa. 03. Juni 23 Uhr AVALON DJ ANGEL O

Di. 6. Juni 20 Uhr RUPAUL’S WERQ THE WORLD → IM PLAZA KLUB WWW.WERQTHEWORLD.COM

Sa. 10. Juni 23 Uhr JUGEND PRIDE & MOLKE 7 – DIE MILCHBÜECHLI PARTY STARRING: VAVA VILDE DJ NICO POLLY GAMIE

DJ ANGEL O DJ JOSÉ JONES zurichpridefestival.ch

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PA R T I E S

PRIDE OPENING PARTY 9. JUNI 2017 23.00 UHR

Nach der offiziellen Eröffnung zur Zurich Pride an der Boyahkasha vom Pfingstsonntag wird die Eröffnung des Zurich Pride Festival im Heaven Club im Niederdorf gefeiert. Für gute Musik und Stimmung kommt Verstärkung direkt aus der britischen und deutschen Hauptstadt: Aamyko aus London und Melli Magic aus Berlin. Die Drag Queen Melli Magic legt regelmässig im Berliner GMF auf und sorgt mit aktueller und kultiger Pop-Musik für gute Laune. Aamyko aus London ist ein androgyner DJ zwischen Drag und Mann und mischt Popmusik mit House. Da ist gute und ausgelassene Stimmung garantiert! Heaven Club Spitalgasse 5, 8001 Zürich www.heavenclub.ch Pop, House, Charts Eintritt: CHF 15.–

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\ CULTURE BEAT

DIE DIESJÄHRIGEN ACTS

F E S T I VA L P R O G R A M M F R E I TA G

(D)

Freitag, 21.15 Uhr Auch in diesem Jahr kommen Fans der Neunziger am Zurich Pride Festival auf ihre Kosten: Culture Beat, bekannt durch ihren Mega-Hit «Mr. Vain» werden am Festivalfreitag uns in Retro-Stimmung bringen und für gute Stimmung sorgen.

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[DEM-A!-DIS (CH) Freitag, 22.30 Uhr Die Dance-Crew aus Zürich gewann 2015 das Dance or Die Battle und wird ihre Tanzshow aus Ragga und Dancehall mit modernen Elementen auf der Festivalbühne performen.

\ DJ VICKY GOLDFINGER (CH) Freitag, 16.00 Uhr, 18.30 Uhr und Official Zurich Pride Party Für die Zürcher Drag Queen Vicky Goldfinger ging alles sehr schnell, als sie 2015 das Heaven Drag Race gewann. Heute hat sie ihre eigene Partyreihe und legt regelmässig im Heaven und an den Boyahkasha-Parties auf.

Z DERRICK BARRY (USA)

Freitag, 22.00 Uhr It's Derrick, bitch! Als Britney Spears Double wurde Derrick Barry bekannt, noch berühmter wurde sie durch die Teilnahme in der achten Staffel von RuPaul's Drag Race. Jetzt kommt die Drag Queen aus Las Vegas zum ersten Mal für einen Auftritt in die Schweiz – Direkt auf die Main Stage der Zurich Pride.

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F E S T I VA L P R O G R A M M F R E I TA G

Z JPTR

(CH)

Freitag, 20.30 Uhr Die Zürcher Newcomer JPTR sind bald der nächste Schweizer Act, der den internationalen Durchbruch schafft. Auf ihrem Debut­ album «JPTR», welches im April erschienen ist, beschäftigt sich das Zürcher Duo mit Gender und Sex. JPTR bezeichnen ihre Musik als Avant-Pop und zeigen damit, dass Pop­musik kein Einheitsbrei sein muss. Hier wirds experimentell!

Y PETRA (CH) Freitag, 21.00 Uhr Direkt aus ihrer Tiptop Bar im Niederdorf kommt Petra ans Zurich Pride Festival und bringt auch in diesem Jahr eine grosse Portion Schlagerhits mit. Dieses Medley dürfen Fans von Helene Fischer, Andrea Berg & co. nicht verpassen!

Y TRINITY GIRLS (CH) Freitag, 22.40 Uhr Die Trinity Girls bestehend aus Milky Diamond, Vicky Goldfinger und Agyness Champagne bringen zum Abschluss vom Festival­ freitag noch einmal ganz viel Glamour und Glitzer auf die Bühne. Was sie vorbereitet haben? Seid gespannt!

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F E S T I VA L P R O G R A M M S A M S TA G

\ KLISCHÉE

(CH)

Samstag, 22.00 Uhr Swing und Elektro passen nicht zusammen? Doch! Seit mehreren Jahren machen die vier Jungs von Klischée sich einen Namen mit Electroswing, neu mixen sie auch andere Genres in die elektronische Musik.

Z CHRISTIAN TESCH (D) Samstag, 20.00 Uhr Der in Berlin wohnhafte Bayer Christian Tesch machte schon zwei Recalls bei DSDS durch. Kurz vor dem Live-Shows war das Abenteuer für ihn aber zu Ende. Trotzdem denkt er nicht ans Aufhören und wird seine Live-Show einfach ans Zurich Pride Festival verlegen. Eins ist sicher: Von uns bekommt er keine doofen Sprüche wie von Dieter Bohlen. Christian Tesch freut sich riesig auf die Pride in Zürich und wird dort mit eigenen Worten «die Bühne wegfegen» 40 |

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Samstag, 18.30 Uhr und Official Zurich Pride Party Der 21-jährige Mannheimer besticht mit seinen Mixes aus Pop- und elektronischer Musik und ist regelmässig im Heaven und an Boyahkasha-Parties an den Turntables zu sehen.

Y DJ DENNIS SOMMER (D)

[ LASKAAR

(CH)

Samstag, 20:30 «Das Schweizer Musikchamäleon auf dem Weg zum Weltruhm» titelte im letzten Jahr SRF, als Laskaar kurz vor der Veröffentlichung seiner ersten EP «Never Met You» stand. Mittlerweile trat der Zürcher auf der selben Bühne wie Tinie Tempah auf und begeistert mit seinem futuristischen R&B und seiner Stimme.

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F E S T I VA L P R O G R A M M S A M S TA G

\ FABIAN HEYNEN (CH) Samstag, 14.00 Uhr Fabian Heynen wirkte schon in diversen Musicals mit und wird am Zurich Pride Festival sein Repertoire aus den Genres Swing, französischem Pop und Chanson zum besten geben.

CRIMER

(CH)

Samstag, 21.00 Uhr Mit seinem allerersten Song «Brotherlove» feierte Crimer einen Achtungserfolg. Der Song und das Video, in dem übrigens die Zürcher Drag Queen Milky Diamond mitwirkt, versetzten die Hörer und Zuseher in die Clubs der Achtzigerjahre. Sein Erfolg brachte Crimer sogar auf die Titelseite vom 20 Minuten Friday. Ende April erschien mit «Preach» die erste EP des Ostschweizers, am Festivalsamstag bringt er seinen Achtziger-Chic aufs Kasernenareal. 42 |

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Z ENNIA FACE (CH) Samstag, 22.55 Uhr Die Zürcher Drag Queen Ennia Face, die sowohl auf Pop- als auch an Technoparties in Zürich anzutreffen ist, wird zum grossen Finale auf der Bühne singen und das gesamte Helfer-, OK- und Vorstandsteam auf der Bühne begrüssen.


[ INVIVAS

(CH)

Samstag, 21.30 Uhr Invivas sind fünf Jungs, die ihre Acapella-Band im Kanton Graubünden gegründet haben. Dabei bringen Thomas, Claudio, Fritz, Basil und Tshanda nicht nur eigene Coverversionen, beispielsweise von Ed Sheeran oder Estelle, auf die Bühne, sondern auch selbst geschriebene Songs.

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MODERATION ODETTE HELLA’GRAND Freitag, 9. Juni 2017 Die aktuelle Miss Heaven Odette Hella’Grand hatte ein erfolgreiches Jahr 2016: Die Baslerin sicherte nicht nur den ersten Platz beim Heaven Drag Race, sondern gewann auch das Drag Race in Arosa und den Titel zur Miss Pink Ice Princess 2016. Ob sie am Festivalfreitag mit drei Kronen moderieren wird? Finde es heraus!

ALEXANDER WENGER Freitag, 9. Juni und Samstag, 10 Juni 2017 Nach seinem erfolgreichen Einstand am letztjährigen Zurich Pride Festival wird Alexander Wenger auch in diesem Jahr unseren Event an beiden Tagen co-moderieren. Der 30-Jährige war unter anderem fürs SRF und Tele Züri tätig und moderierte drei Ausgaben der MissEarth-Schweiz-Wahl.

DOMINIQUE RINDERKNECHT Samstag, 10 Juni 2017 Dass es in der Schweiz noch immer für Aufsehen sorgt, wenn eine Frau eine Frau liebt, erfuhr Ex-Miss-Schweiz Dominique Rinderknecht im letzten Jahr nach der Bekanntgabe ihrer Beziehung zu Model Tamy Glauser. Die Anliegen der Zurich Pride liegen ihr aber schon länger nahe, schon als Kind nahm sie zusammen mit ihrer Mutter am damaligen Christopher Street Day teil: «Nur weil Menschen zu ihrer Sexualität stehen, stirbt die Menschheit nicht aus!», sagt sie. «Die Zurich Pride trägt einen wichtigen Beitrag dazu, dass hoffentlich bald keine Diskriminierung mehr stattfindet.» Wir freuen uns, Dominique Rinderknecht als Moderatorin des Zurich Pride Festivals zu präsentieren. Sie wird am Festivalsamstag neben Alexander Wenger durch das Programm führen. 44 |

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SAMSTAG, 10. JUNI, 23.00 BIS 6.00 UHR

THE OFFICIAL PRIDE PARTY NO FEAR TO BE YOU

STARRING:

SHERRY VINE (NYC) & GLORIA VIAGRA

(BERLIN)

DJs Plaza: AAMYKO (London) | ALEXIO (Berlin) | VICKY GOLDFINGER (Zürich) DENNIS SOMMER (Mannheim) | MELLI MAGIC (Berlin) | ROLLO TOMASI (Zürich) DJs Alte Kaserne: VASCO (Genf)

CHRIS BEKKER (Berlin) | ALEXIO (Berlin) | ZACH BURNS (London)

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Die offizielle Pride Party findet in diesem Jahr gleich an zwei Locations statt: Im Plaza wird zu Pop und House getanzt, in der Alten Kaserne zu Deep & Tech House. Abgerundet wird das LineUp mit Auftritten von den Drag Queens Sherry Vine aus New York und Gloria Viagra aus Berlin. Die offizielle Pride Party ist damit der Abschluss des zweitägigen Zurich Pride Festival und lädt die Besucher 48 |

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MELLI MAGIC

DENNIS SOMMER

VICKY GOLDFINGER ALEXIO

AAMYKO

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ein, nach dem Tag des Zurich Pride Demonstrationsumzugs mit Angehörigen der LGBT-Community und Freunden zu feiern. Hier können alle so sein, wie sie sind: «NO FEAR TO BE YOU!» Die Party findet an gleich zwei Locations statt. Im Plaza, an dem auch regelmässig Boyahkasha-Parties stattfinden, legen die DJs Aamyko (London), Alexio (Berlin), Vicky Goldfinger (Zürich), Dennis Sommer (Mannheim), Melli Magic (Berlin) und Rollo Tomasi


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HANDARBEIT

ALLES BLEIBT ANDERS.

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(Zürich) auf, während in der Alten Kaserne Chris Bekker (Berlin), Alexio (Berlin), (Zach Burns) und Vasco (Genf) auflegen werden. Ein Highlight des Abends werden die Auftritte der beiden Drag Queens Sherry Vine aus New York und Gloria Viagra aus Berlin sein. Sherry Vine feierte in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum und begeistert nicht nur die Menschen in Big Apple, sondern auch unter anderem mit ihren vielgeklickten Youtubeparo50 |

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ODETTE HELLA’GRAND

VASCO

ZACH BURNS

ROLLO TOMASI

CHRIS BEKKER

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dien. Gloria Viagra fällt mit ihrem Schnauz und mit ihren über zwei Metern Körpergrösse sofort ins Auge. Sie war schon öfters Gast der Zurich Pride und wird auch in diesem Jahr für gute Stimmung sorgen. Gehosted wird die Party von der aktuellen Miss Heaven Odette Hella’Grand.


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«ICH DACHTE, DIE SCHWEIZ SEI DAS LAND DER MENSCHENRECHTE» Zitat verschiedener geflüchteter Transmenschen von der Rechtsberatung Transgender Network Switzerland

Jedes Jahr werden weltweit hunderte Transmenschen ermordet. Allein wegen ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Geschlechtsausdrucks. Körperliche, sexuelle und psychische Gewalt ausgeübt von der Familie, Fremden und der Polizei prägt den Alltag vieler Transmenschen. Gesetze, die beispielsweise Cross-dressing oder Sexarbeit kriminalisieren, kriminalisieren Transmenschen überproportional häufig. Da bleiben die Anerkennung der eigenen Geschlechtsidentität und bei Bedarf den eigenen Körper angleichen zu können ein unerreichbarer Traum. Um zu entkommen sehen viele nur zwei Wege: Suizid oder Flucht in ein fremdes Land. Transmenschen, die in die Schweiz flüchten und Asyl beantragen, werden in einem der Zentren untergebracht. Vereinzelte haben Glück und eine Betreuungsperson erkennt, dass sie in diesen Gruppenunterkünften nicht sicher sind. Die meisten aber werden noch immer so einquartiert, dass sie sich vor den Mitbewohnenden fürchten und deswegen insbesondere WC und Duschen nicht benutzen. Sexuelle, körperliche und psychische Gewalt(androhungen) werden erneut real, Zugang zu körperlicher Angleichung und Anerkennung ihrer Geschlechtsidentität bleiben weiter nur ein Traum. 52 |

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In dem Verfahren, ob ihnen die Schweiz den notwendigen Schutz gewährt oder nicht, wird Transmenschen meist geglaubt, dass sie trans sind. Dies zumindest wenn sie den Wunsch nach einer körperlichen Geschlechtsangleichung äussern; ein Wunsch, den bekanntlich nicht alle haben. Als bisher grösste Schwierigkeit in den Asylverfahren von Transmenschen erweist sich nach unserer Erfahrung die Balance zwischen der Verfahrensdauer einerseits und sorgfältiger Abklärung der trans-spezifischen Situation in dem Staat, in den die Person zurückkehren müsste, andererseits. Verfahrensdauern von bis zu vier Jahren, was bei Transmenschen vorkommt, sind eine psychische Belastung, die an den Rand des Suizids treiben kann. Andererseits beruhten schnell gefällte negative, bzw. Nichteintretensentscheide bisher meist auf Fehleinschätzungen der spezifischen Situation von Transmenschen in einem Land. Denn auch Staaten, die allgemein als sicher gelten, oder die Teil des Dublin-Systems sind, können für Transmenschen alles andere als sicher sein. So führt die Schweiz beispielsweise Indien auf der Liste der sogenannt sicheren Drittstaaten, die Mordrate an Transmenschen ist dort jedoch besonders hoch. Litauen ist zwar EU-Mitglied, verweigert Transmenschen aber noch immer körperliche Angleichungen. Y


ICH BIN WIE DU RAINBOW UNTERSTÃœTZT DAS COMING-OUT AM ARBEITSPLATZ RAINBOW ist das interne LGBT-Netzwerk der Schweizerischen Post. Ich bin wie du. www.post.ch/rainbow rainbow@post.ch

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TRANSGENDER NETWORK SWITZERLAND

Erhalten sie einen Nichteintretensentscheid, so stehen Transmenschen wie alle anderen Asylsuchenden vor dem Problem, dass sie sich innerhalb der 5-Tages-Frist faktisch nicht dagegen wehren können, wenn sie nicht bereits vorher vernetzt sind und umgehend juristische Unterstützung erhalten. Werden sie in Ausschaffungshaft genommen, warten vergleichbare Probleme auf sie wie in den Asylgruppenunterkünften: Sie laufen Gefahr, dass ihre Geschlechtsidentität ignoriert wird und sie entsprechend ihrem amtlichen Geschlecht behandelt werden, also Transfrauen als Männer, Transmänner als Frauen. Transmenschen, denen die Schweiz Asyl gewährt, können hier ihren Namen und ihr amtliches Geschlecht ändern lassen. Dadurch erhalten sie erstmals eine staatliche Anerkennung ihrer Geschlechtsidentität und sie sollten alle Schweizer Dokumente entsprechend ausgestellt erhalten. In der Praxis erhalten aber viele insbesondere den Ausländerausweis mit ihrem alten Namen und dem entsprechenden Geschlecht, denn diese stehen in ihrem Reisepass. Ein Pass aus einem Herkunftsland, das sie verlassen haben, weil sie als Transperson nicht anerkannt, sondern bedroht waren. Auch weitere Dokumente aus ihrem Herkunftsland, wie bei54 |

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spielsweise Zeugnisse, können sie nicht ändern und zwingen sie immer wieder zu Outings als trans. Trotz enormem Willen, sich hier eine Zukunft als Teil der Gesellschaft aufzubauen, die Sprache zu lernen und zu arbeiten, fand bisher keine der von TGNS begleiteten geflüchteten Transpersonen eine feste Stelle. Ablehnung erleben praktisch alle Transmenschen in der Schweiz auf ihrem Weg – doch kommen unpassende Dokumente, ein F-Ausweis (vorläufige Aufnahme), Rassifizierung, etc. hinzu, dann werden die Hürden fast unüberwindbar. Und der Traum, im Land der Menschenrechte eine Zukunft zu haben, verblasst.


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ENDSTATION GRIECHENLAND:

DAS EUROPÄISCHE ASYLSYSTEM ALS FARCE von Alex Aronsky Milchjugend. Falschsexuelle Welten.

50'000 Flüchtlinge sitzen noch immer in Griechenland fest. Die pakistanische Transfrau Natascha hat keine Perspektiven je auf legalem Weg nach Europa zu gelangen - wie viele andere. Langsam fährt Natascha* mit der kleinen roten Hennatube über die Hand ihrer Mitbewohnerin. Die Bewegungen hinterlassen ein kleines Kunstwerk. Auftragen von Henna ist eine der wenigen Freuden, die Natascha noch geblieben sind. Seit bald einem Jahr ist die pakistanische Transfrau in Griechenland gefangen. Sie kann weder vor noch zurück. Griechenland ist für Natascha als Pakistanerin Endstation, denn ihr Heimatland ist nicht im Relocationprogramm eingebunden, durch welches Flüchtlinge auf europäische Länder verteilt werden sollten. Ein legales Weiterkommen gibt es für sie nicht. Der 17-jährige Ibrahim* hingegen hat die Aussicht durch Familienzusammenführung nach Europa zu gelangen. Seine Eltern haben es bereits in den Norden geschafft. Dort ist auch sein Vater, der auf Ibrahims ComingOut mit Schlägen reagierte. Der junge Syrer musste nicht nur vor den Bomben, sondern auch vor der Gewalt seines Vater fliehen. Genau zu diesem Menschen will ihn aber das europäische Asylsystem bringen. 56 |

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Viele der geflüchteten LGBTI*-Menschen mussten ihr ganzes Leben lang Vergewaltigungen, Diskriminierungen und Demütigungen über sich ergehen lassen. Sie kommen nach Europa in der Hoffnung, dass dies endlich ein Ende haben wird. Nachdem sie die gefährliche Fahrt mit dem Gummiboot nach Griechenland überlebt haben, heisst es aber für viele Endstation. Geschlossene Grenzen (auch innerhalb Europas) in Kombination mit einer Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen von LGBTI*-Flüchtlingen machen das europäische Asylsystem zu einer Farce. So werden weiterhin Menschen an den Grenzen der Festung Europa sterben oder in Griechenland gefangen bleiben. Ja, viele werden hier nie an einer Pride teilnehmen. *Namen geändert

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UNTERSTÜTZUNG MIT PRIDE! Der Verein Zurich Pride Festival ist eine Non-Profit-Organisation und alle Helferinnen und Helfer arbeiten ehrenamtlich sowie unentgeltlich um dieses Festival auf die Beine zu stellen. Wir danken unseren Sponsoren und Gönnern aus allen Bereichen der Gesellschaft, damit ein Teil der Finanzierung gesichert ist. Ein weiterer Teil der Finanzierung sind die Mitgliederbeiträge und Spenden, die der Verein erhält. Und hier kommst du ins Spiel. Der grösste LGBT- Event der Schweiz braucht deine Unterstützung. Bist du unser nächstes Mitglied? Mehr zum Thema findest du unter zurichpridefestival.ch/mitglied-werden Bankverbindung: Zürcher Kantonalbank IBAN: CH09 0070 0110 0034 4530 7 58 |

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MAGENTA-MITGLIEDSCHAFT Magenta-Mitglieder unterstützen den Verein Zurich Pride Festival als Sponsoren. Der Mitgliederbeitrag und die Unterstützung als Magenta-Mitglieder betragen zusammen mindestens CHF 300. Wir danken allen unseren Mitgliedern ganz herzlich für die gross­ zügige finanzielle Unterstützung.

Privatpersonen: Andreas von Rosen | David Blum Hans Peter Ramge | Lorenz Bützberger Marcel Hohan | Pierre-Alain Meyer Pierre-André Francesio | Thomas Fuchs Unternehmen: BBC butterbarcafe Gossau | Cranberry AG Display Media AG | Moustache Sauna Restaurant Turbinenhalle Bar AG

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V E R E I N Z U R I C H P R I D E F E S T I VA L

365 TAGE PRIDE

Der Verein Zurich Pride Festival vereint Freundinnen und Freunde der LGBTPride in Zürich. Als NonProfit-Organisation fördern und fordern wir die Akzeptanz der Lebensweise von lesbischen, schwulen, bisexuellen und Transmenschen im Alltag. Dazu organisiert der Verein eine Zurich Pride Week mit diversen Aktivitäten und als Höhepunkt das zweitägige Festival mit einem politischen Demonstrationsumzug durch die Zürcher Innenstadt. Das Festival und auch die Demonstration, ist für alle kostenlos zugänglich. Setze dich für die Community ein Mit deinem Engagement und deiner Mitgliedschaft in einem LGBT-Verein unterstützt du nachhaltig die LGBTCommunity der Schweiz. Sei auch du ein Teil unserer aktiven Bewegung, die sich für deine Anliegen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport einsetzt.

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Werde noch heute Mitglied Der Verein ist als Non-Profit-Organisation auf seine Mitglieder und ihre jährlichen Beiträge angewiesen. Dank dieser Unterstützung kann der Verein die PrideWeek und das Festival mit seinen vielen Veranstaltungen und den wichtigen politischen Botschaften durchführen. Mitglieder wirken an der Generalversammlung aktiv mit und bestimmen die Richtung des grössten LGBT-Anlasses der Schweiz mit. Mit seiner breiten Mitgliederbasis will sich der Verein Zurich Pride Festival in der gesamten Community abstützen und den Bedürfnissen der verschiedenen Lebensformen sexueller Orientierungen gerecht werden. Eine Mitgliedschaft kann unter zurichpridefestival.ch/mitglied-werden beantragt werden.

Zurich Pride Festival Association

Become a member! The Zurich Pride Festival is a nonprofit organisation with the purpose to advance acceptance for the LGBTway of life by organising Zurich Pride Week. Only through our members' financial support we have the possibility to organise this festival with its important political message. Members have several advantages and can directly influence the association's way of working at the annual general meeting. To become a member visit our website. zurichpridefestival.ch


e d i r P y p H a p y bo d y ! Ev er

ZURICH PRIDE 9.–10. Juni 2017

N E U E S I C H T AU F H I V

Unwissenheit, Gleichgültigkeit und Angst vor dem Resultat und dadurch Angst vor Diskriminierung und Stigmatisierung halten viele Infizierte davon ab, mehr über ihren eigenen HIV-Status zu erfahren. Hilf mit, diesen Kreis zu durchbrechen! Mehr dazu erfährst Du an der PRIDE am 90-90-90 Stand. Gemeinsam wollen wir die Ausgrenzung von Menschen mit HIV stoppen. ViiV Healthcare GmbH, Talstrasse 3 –5, 3053 Münchenbuchsee

CH/HIV/0014/17/31.03.2017/03.2017

MIT WISSEN GEGEN STIGMA


THE OFFICIAL PARTY

Das Zurich Pride Magazin 2017  

Unter dem Motto „NO FEAR TO BE YOU“ möchte das Zurich Pride Festival auf die Situation von LGBT- (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) Fl...

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