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Wort zum WiWi No 61

Dezember 2011

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften


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Liebe WiWis, sind Zirkusvorstellungen nicht etwas Tolles? Andauernd passiert Sonderbares, Spektakuläres, Neuartiges. Da ertönt Trommelwirbel, spielt ein Clown Schabernack, plustert sich ein Strauß auf, stellt sich ein Schwergewicht von Elefant quer, schwingen sich Turner in wagemutige Höhen, spucken Artisten Feuer und faucht ein Löwe. Aufjauchzend komplettieren die Zuschauer miteinander das Durcheinander. Willkommen im Cirque du WiWi! Seid ihr nicht alle ein Teil davon? Ein fester Bestandteil ist zumindest das Wort zum WiWi; nun schon zum 61. Mal berichtet es vom WiWi-Zirkus. Und was ist nicht alles geschehen seit Veröffentlichung der letzten Ausgabe? Rund 330 WiWi-Neulinge, so viele wie nie zuvor, drängten sich in die Einführungsveranstaltung und eigentlich auch ins Clubhaus. Doch die

Ungeschehnisse im Clubhaus waren (bisher) mit Sicherheit trauriger Höhepunkt der diesjährigen Wintervorstellung. In Text, Bild und Zeichnung widmet sich das WZW aber ebenfalls den positiven Aspekten des WiWi-Daseins. Kommilitonen schildern vergangene Ereignisse, geben Master-Ausblicke oder kommunizieren den Trara an ausländischen Hochschulen. Außerdem haben wir Studienkollegen die Kamera mit in die Ferien gegeben. Auch ehemalige WiWis, jetzige Dompteure der Wirtschaft, erzählen von ihrer Tätigkeit. In diesem Sinne: Manege frei!

E ure R edaktion

Impressum

Auflage 1.000 Exemplare

Herausgeber FreieFachschaft Wirtschaftswissenschaften Mohlstrasse 36 72074 Tübingen Tel: 07071/29-74656

Erscheinungsdatum 12. Dezember 2011 Interesse an einer Anzeige? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail!

V.i.S.d.P. Amadeus Müller

www.ffw.uni-tuebingen.de

Redaktion Anne Beck, Freya Horn, Marco Klapper, Amadeus Müller

Sprechstunde Montag bis Donnerstag 10-14 Uhr

Layout Anne Beck & Amadeus Müller

Sitzung Montag, 20 Uhr

wzwmail@gmx.de

Editorial


Wirtschaft live erleben: als Wirtschaftsprüfer/in Willkommen im Team eines der renommiertesten Wirtschaftsprüfer der Welt. Erleben Sie einen spannenden Mix aus großen internationalen und mittelständischen Mandaten und profitieren Sie von einem umfang­ reichen Fortbildungsprogramm on­ und off­the­job. Zur Verstärkung unserer* Teams suchen wir deutschlandweit engagierte Hochschul­ absolventen (w/m) mit einem Bezug zur Wirtschaftsprüfung. Konkrete Angebote zum Einstieg finden Sie unter

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* Der Name Ernst & Young bezieht sich auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht.


Inhalt

F achschaftsthemen

Semesterr端ckblick S. 6 Wiwi-Impuls S. 7 Ersti-Einf端hrung S. 9 Ersti-H端tte S. 11 BuFaK S. 13

M aster - themen

Master-Portraits Mastertests

A uslandsberichte

Austauschberichte Praktikumsbericht

S. 14 S. 16

S. 19 S. 25

D urchfallquoten S. 27 D er erste J ob

Der Berater S. 29 Die Datenforscherin S. 31 Die Personalmanagerin S. 33 Der Entwicklungshelfer S. 35

S tudentenleben

Clubhaussperrung Bildergeschichte Schl旦sser-Tour

S. 41 S. 44 S. 47

K arikaturen

Gedicht Kolumne WirrWarr

S. 48 S. 49 S. 50

S. 38


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Im Rückblick: Ein Semester voller Spaß Es begann, wie jedes Sommersemester für die Fachschaft WiWi beginnt – mit jeder Menge Spaß irgendwo im Schwarzwald. Ohne Handyempfang, aber mit genug Zutaten für ein erfolgreiches Wochenende im Gepäck, lernten sich die alten und neuen Fachschaftler besser kennen. Bevor hier aber jemand auf die Idee kommen sollte, dass Fachschaftsarbeit nur aus Spaß besteht, sollte man schnell erwähnen, dass eben dieser Wahrnehmung der Fachschaft auf der Fachschaftshütte ein Ende gemacht werden sollte. Diverse Workshops zu Themen wie der Neugestaltung der Homepage und der Bachelor-MasterUmstrukturierung standen natürlich auch wieder auf dem Programm, inhaltlich wurden sie im Laufe des Semesters in Arbeitskreisen oder im Plenum der Fachschaftssitzung weiterverfolgt. Voller Energie startete die Fachschaft also in ein arbeits- und vergnügungsreiches Sommersemester. Heißes Gesprächsthema des Semesters war die Neugestaltung der Bachelor- und Masterstudiengänge, für die sich der Arbeitskreis, die Mitglieder in den Gremien und auch die gesamte Fachschaft während teils scheinbar endloser Diskussionen im Plenum einsetzten. Auch das Wetter meinte es im Sommersemester 2011 gut mit uns, sodass die Wiwilympics im strahlenden Sonnenschein stattfinden konnten, obwohl so manch einer aufgrund der geringen Beteiligung wohl gerne eine Träne vergossen hätte. Beim Grillfest im Juni floss

hingegen eher der Schweiß; 30° C hatte der Wetterbericht vorhergesagt und es blieb nicht bei einer leeren Versprechung. So versammelten sich Professoren, Mitarbeiter und Studenten wie in jedem Jahr auf der Wiese hinter dem ehemaligen Dekanat, die nunmehr der Stadt Tübingen gehört, zum Essen, Trinken und Diskutieren. Neben Austausch und Entspannung wurde noch der WiWi-Impuls für innovative und praxisnahe Lehre in Form der Case Studies in Wifipo an Prof. Goerke und Inga Hillesheim vergeben und man konnte in der 60. Ausgabe des WZW blättern, ein weiterer Beweis dafür, wie lange die Fachschaft Wiwi schon aktiv ist. Lautstark ging es hingegen bei der Professorennacht zu, wo WiWis ihren Zusammenhalt und ihre Stimmgewalt in einer ganz besonderen Form bewiesen und Dr. Luis Huergo einen Sieg als Abschiedsgeschenk und als Dankeschön schenkten. Was Zusammenarbeit bewirken kann, zeigte sich auch nach der erfolgreichen Graduate Party, als mit Hilfe der Fachschaftler die Technik in Rekordzeit abgebaut werden konnte und somit kein Nachtaufschlag gezahlt werden musste. So ging das Sommersemester zu Ende, wie jedes Sommersemester für die Fachschaft WiWi endet – mit jeder Menge Spaß auf einem Stocherkahn auf dem Neckar, voller Hoffnung und Motivation sich auch im nächsten Semester wieder den wichtigen Themen des Fachbereichs anzunehmen.

V on T eresa F iolka & J ohannes D ebelius

S emesterkoordinatoren 2011


Strahlender Sonnenschein, Preisverleihungen und leckeres Essen „Auch dieses Jahr findet wieder das berühmte WiWi-Grillfest statt. Dieses Mal jedoch ohne Großbildleinwand. Also haltet Euch schon einmal den 28.06 in Eurem Kalender frei.“ Dies war der Appell, den die Fachschaft an alle Mitglieder unseres Fachbereichs richtete. Am Tag des Geschehens konnten wir bei strahlendem Sonnenschein Tische und Bierbänke aufbauen; es wurden viele leckere Salate gebracht und der Grill angeheizt. Noch bevor die ersten Würstchen durchgebraten waren, hatte sich eine lange Schlange aus Professoren samt ihrer Lehrstuhlmitglieder, Mitarbeitern des Fachbereichs und Studierenden gebildet. Fast alle konnten es sich dann an den aufgestellten Biergarnituren schmecken lassen und der Rest machte es sich im Gras gemütlich. Im Laufe des Nachmittags wurden traditionsgemäß die Lehrpreise der Fachschaft und der WiWi-Impuls verliehen. Im Namen der Studierenden vergibt die Fachschaft den Wiwi-Impuls als Auszeichnung für eine besonders hervorzuhebende innovative Leistung in der Lehre. Der Lehrpreis für das beste studentische Tutorium wurde an Morgan Charlet für sein WiFiPo-Tutorium verliehen. Der Preis für das beste Tutorium eines Doktoranden oder Mitarbeiters ging an Florian Niederstätter für sein Tutorium in

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Internationalem Finanzmanagement. Mit Morgan Charlet freuten sich die über 300

anwesenden Studierenden besonders, ist er doch seit inzwischen drei Jahren ein bekanntes Gesicht in den Mathe-Vorkursen des Fachbereiches. Für die beste Vorlesung im Bachelor wurde die Vorlesung „Grundzüge der Unternehmensbesteuerung“ von Professor Wagner ausgezeichnet. Zu unserer Verwunderung zückte Herr Wagner im Moment der Urkundenübergabe einen Scheck. Was der Unbeteiligte zunächst für einen Bestechungsversuch halten konnte, entpuppte sich aber zur Freude der Studierenden als eine großzügige Spende, mit der Professor Wagner Gewinne aus dem Verkauf von Skripten in seiner Vorlesung Externes Rechnungswesen den Studierenden zurückgeben möchte. Eine erste Verwendungsidee gab es in der Fachschaft sofort. Wir möchten das Geld als Grundstock für eine Reihe Fahrradständer vor dem Seminar verwenden – der Bau wurde bereits angeschoben!

Fachschaftsthemen


8 Mit dem Lehrpreis für die beste Vorlesung im Master wurde sodann Professor Oded Stark ausgezeichnet, der als Gastprofessor am Lehrstuhl von Professor Kohler jährlich eine zweiwöchige Blockvorlesung zur internationalen Migration hält. Als international bekannter Ökonom, der unter anderem in Harvard lehrte, freute sich Professor Stark ganz besonders über die Auszeichnung und den Deutschen Wein aus dem Weingut „Ungeheuer“, auf dem schon Goethe seinen Wein trank.

eine schriftlich benotete Case-Study zu ermöglichen. Die Case-Studies wurden als praktische Anwendung sowohl auf den Vorlesungsstoff als auch in Bezug auf die Arbeitsform gewürdigt und als einzigartig im WiWi-Grundstudium bezeichnet. Außerdem verband die Fachschaft den Preis mit der Hoffnung, dass auch nach der Abschaffung der Studiengebühren diese Innovation weiter bestehen kann, die den Studierenden wichtige Fähigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten vermittelt.

Zum Höhepunkt der Preisverleihung wurde der WiWi-Impuls verliehen, der in diesem Jahr die Einführung von Case-Studies in die Veranstaltung „Wirtschafts- und Finanzpolitik“ auszeichnete. Namentlich wurden hierfür der Dozent der Veranstaltung, Professor Goerke, und Frau Hillesheim ausgezeichnet, die in den letzten drei Jahren die inhaltliche Ausgestaltung und organisatorische Handhabung entwickelt hat, um unter anderem pro Semester 150 Studierenden eine Präsentation und

Daraufhin saßen alle noch gemütlich beisammen und ließen den schönen Nachmittag ausklingen. Jetzt in der kalten Jahreszeit freuen wir uns schon auf das nächste Grillfest!

V on J essica F erklass & P hilipp S tiel


„Ersti“- Interview: Wie alles begann… Wie begann alles für dich? Nachdem ich meinen Mietvertrag endlich in der Hand hielt und mich glücklich schätzen konnte, einen Platz in einer der wenigen freien WG´s gefunden zu haben, ging es mit dem Umzug los. In der WG eingerichtet, durfte ich das erste Mal feststellen, wie es ist, mit lauter gleichaltrigen Studenten zusammen auf engstem Raum zu leben; ohne feste Regeln, aber auch ohne den Luxus von Hotel Mama genießen zu können. Nach ein paar Tagen hatte ich auch den letzten WG-Mitbewohner kennengelernt und ich konnte mich dem Wichtigen zuwenden: Meinem Start ins Uni-Leben.

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die Probe gestellt und nicht selten kommt die Frage: „Entschuldige, wie heißt Du nochmal? Ich kann mir das bei so vielen einfach nicht merken!“ Fortsetzung auf Seite 10 =>

Uni-Leben? Was versteckt sich denn bei einem Ersti hinter diesem Begriff? Anfangs glich das Programm eher einem Partyvergnügen. Die Fachschaft hat für uns ein Programm bereitgestellt, wie Kneipen-Tour, Stadtspiel oder auch der Ersti-Party. Der Spaß nahm kein Ende, denn in kurzer Zeit folgten viele weitere im Top Ten, anderen Clubs oder aber auch diversen WG‘s. Macht man das alles alleine oder hat der Ersti auch Freunde? Das ging bei mir alles ziemlich schnell, da ich feststellen musste, dass der Großteil der WiWi‘s sehr offen und nett aufeinander zugeht und es mir so wirklich leicht gemacht wurde, andere „Mit-Erstis“ kennenzulernen. Ebenso taten die restlichen Einführungsveranstaltungen ihr Weiteres um schon nach unglaublich kurzer Zeit sehr viele Mitstudenten zu kennen. In dieser Zeit wird das Namensgedächtnis auf

Fachschaftsthemen


10 War dann alles nur Spaß bis jetzt oder ging es auch schon mit dem „Pauken“ los? Bei manchen ist sicherlich die Zeit des Spaßes noch nicht vorbei, aber bei mir kehrt so langsam der Ernst des Lebens ein. Aber auch schon anfangs wurde mir klar, dass nicht mehr alles wie in der Schule ist. Es gibt keine Lehrer, die einem Nachrennen falls Termine nicht eingehalten werden; Du bist für alles selbst verantwortlich. Dies war auch eine Bilanz die ich aus dem Info-Café gezogen habe. Außerdem musste ich den nächsten Tagen feststellen, dass es mit Stundenplan erstellen, Anmeldungen für Sprachkurse (sowie deren Anmeldefristen), Eröffnung des Credit-Point-Kontos noch viele weitere Aufgaben für mich als Ersti zu erledigen gab. Und nach den ersten Tutorien ohne vorbereitete Aufgabenblätter konnte man

auch feststellen, dass es schon Sinn ergibt, sich so langsam mehr seinem Studium zuzuwenden als dem Feiern. Was gefällt dir am meisten als Student in Tübingen? Gibt es auch etwas, was dir nicht so gut gefällt? Am Anfang fiel es mir etwas schwer, mich in der Stadt zu orientieren und zum Beispiel die Übungsräume zu finden. Doch im Laufe der Zeit habe ich die Stadt immer besser kennen und schätzen gelernt. Am meisten gefällt mir die studentische Atmosphäre. Ich kenne keine andere Kleinstadt in der so viel junges und dynamisches Leben herrscht. Ich fühle mich jetzt schon unglaublich wohl hier.

V on L aura S uhlrie & B enjamin W alser


„Ersti“- Hütte: Wie es weiter ging... Es ist Freitag. Die meisten WiWi‘s sind bereits vor Stunden ins Wochenende gestartet. Doch auf dem Parkplatz des ehemaligen Dezernats versammeln sich rund 45 Erstis, um gemeinsam zur Weidacher Hütte zu fahren und dort das Wochenende zu verbringen. Nach etlichen Kilometern durch die schwäbische Provinz und einsamen Wäldern, wo farbige Blätter im Sonnenschein tanzen, erreichen wir schließlich auf Umwegen die Hütte. Wie wir vermutet hatten, liegt sie mitten in der Wildnis am Rande der Zivilisation. Die Kälte treibt uns alle in unsere neue Herberge, wo wir zunächst einige Hürden zu bewältigen haben - vor allem die Jungs kämpfen mit dem Beziehen der Betten. Doch auch der kalte Kachelofen will beheizt werden. Diese Herausforderungen,können die Fachschaft und ihre Schützlinge gemeinsam meistern. Pünktlich zum Abendessen sitzen wir alle zusammen in der warmen Stube und vertilgen kartonweise Pizza. Nach einigen organisatorischen Absprachen ist der Küchendienst für das Wochenende geregelt und wir verbringen die nächsten Stunden damit, Dutzende neuer Namen zu lernen. Die Fachschaft - allen voran Sabine - versucht uns dabei mit ausgeklügelten Kennenlernspielen das Leben zu erleichtern. Der Plan geht auf, der Abend wird lang werden, sehr lange. Bis tief in die Nacht wird getanzt und gequatscht. Müde Gesichter gibt es am nächsten Morgen bei vielen von uns. Die Ereignisse der Nacht werden diskutiert, kommentiert und rekonstruiert. Zum verspäteten Frühstück gibt es frische Brötchen und Kaffee, was die Laune der meisten hebt und unser Schlafdefizit in den Hintergrund

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geraten lässt. Als wir uns im Hof zur Katerwanderung versammeln, wirken vor allem die männlichen Mitglieder der Fachschaft noch etwas übernächtigt. Die kühle schwäbische Morgenluft zwingt uns zum Kuscheln, weckt jedoch schließlich auch den letzten Morgenmuffel auf. Trotz den etwas desorientierten Wanderführerinnen finden wir den Weg zur Hütte schließlich auch wieder zurück. Dort warten bereits 150 Hotdogs darauf, von uns verputzt zu werden, was uns nicht ganz gelingt. Stattdessen haben die meisten von uns, vor allem aber auch die weiblichen Teilnehmer, den Tee-Kult entdeckt und so läuft der Wasserkocher immer wieder heiß und unsere Teevorräte schwinden erschreckend schnell.

Am Nachmittag hat sich die Fachschaft für uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ein Besuch des Erlebnisbades Bad Blau steht auf dem Plan, sodass uns ein

Fachschaftsthemen


12 toller Nachmittag voller Entspannung bevorsteht. Die Folgen des Vorabends sind spätestens im Schwimmbad passé; die Erholung tut uns allen richtig gut. Zwischen Riesenrutsche, Whirlpool, Sauna und Sonnenliege belagern wir so ziemlich das gesamte Schwimmbad und jeder hat sichtlich seinen Spaß. Doch Wasser macht bekanntlich hungrig und so fahren wir abends erholt, ausgeschlafen und mit leerem Magen wieder zurück zur Hütte, wo unser geniales Küchenteam bereits das Abendessen vorbereitet hat. Zum Unmut des Spüldienstes gibt es Chili-Con-Carne, doch allen schmeckt es super und die Stimmung konvergiert zunehmend gegen den Höhepunkt - dem Samstagabendprogramm. Beim Geschlechterquiz werden Vorurteile nicht abgebaut, sondern in der Regel eher bestätigt, sodass die weiblichen

Erstis das Spiel für sich entscheiden können. Dennoch plagen uns einige Fragen die ganze Nacht hindurch und der Schock sitzt noch lange. Denn der Geschlechterkampf geht auch beim Ringen um vier Couchplätze weiter, endet jedoch im Unentschieden. Damit Gefühle an diesem Abend nicht zu kurz kommen, hat unser Rocker ein Häschen mitgebracht, das fleißig geküsst werden darf – und zwar überall hin. Zum Abschluss der Spielerunde gibt es Pudding satt. Rund 10 Liter haben die fleißigen Köche zubereitet. Der Abend dauert nicht nur deshalb noch lange an, sondern auch weil wir noch lange nicht ins Bett wollen. In gemütlicher Runde wird bei der einen oder anderen Mäxle-Runde zusammen gelacht, zu Discobeats abgetanzt und gemeinsam bis in die Morgenstunden gefeiert. Der Aufräumdienst am nächsten Morgen hat alle Hände voll zu tun, doch die Stube ist blitzblank, als wir beim Frühstück sitzen und das Wochenende Revue passieren lassen. Alles in allem hat die Fachschaft uns ein tolles Wochenende ermöglicht und uns die Chance gegeben, einander kennenzulernen, neue Freunde zu gewinnen und gemeinsam eine tolle Zeit zu verbringen. Vielen herzlichen Dank von uns Erstis für alles, was ihr für uns gemacht habt, wir werden dieses Wochenende noch hoffentlich lange in Erinnerung behalten und mit einem Lächeln daran zurückdenken.

V on K senia H abiger & F abian S eger


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Die Bundesfachschaftenkonferenz

Vor über 30 Jahren wurde die Bundesfachschaftenkonferenz (BuFaK) ins Leben gerufen und findet seit 1989 regelmäßig statt. Sie stellt einen Zusammenschluss der Fachschaften wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studiengänge dar. Mittlerweile treffen sich einmal im Semester gut hundert Leute aus ganz Deutschland als Stellvertretende ihrer Fachschaft und somit auch der Studierenden ihrer Hochschule. Die Konferenz dient dem bundesweiten Austausch zwischen den Fachschaften und ist die legitime bundesweite Interessenvertretung der Studierenden in fachlichen Belangen. Auf der BuFaK werden in Plenen und Workshops hochschulpolitische Themen besprochen, diskutiert und in Form von

Positionspapieren dazu Stellung bezogen. Die Wichtigkeit der BuFaK lässt sich am Beispiel der im Zuge des Bologna-Prozesses erforderlichen Akkreditierung von Studiengängen leicht erkennen. Ausgewählte Teilnehmer werden in Workshops und Schulungen auch über den Rahmen der BuFaK hinaus vorbereitet, damit sie an ihren Hochschulen aktiv an der Akkreditierung und dem Entscheidungsprozess im Sinne der Studierenden teilnehmen können. Neben den hochschulpolitischen Themen werden auch fachschafts-relevante Aspekte in Form von Workshops oder Vorträgen behandelt, die dazu beitragen, die Fachschaften in alltäglichen Fragen zu unterstützen. Nach arbeitsintensiven Tagen wird ganz im Sinne der „Work-Life-Balance“ für ein abwechslungsreiches Abendprogramm gesorgt. Die letzte BuFaK wurde von der Hochschule Bochum unter dem Motto „POTTenzial fördern“ vom 10. bis 13. November 2011 ausgetragen.

Fachschaftsthemen

V on T obias Z örrer


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Neuer Fachschafts-Service: Masterportraits

Gerade erst aus dem Ausland zurück – und schon muss man sich Gedanken machen, wo es denn nach dem Bachelorstudium hingehen soll. Im Angebot steht eine Fülle von Studiengängen, die alle irgendwie anders heißen, mit besonderen Inhalten, Strukturen oder Angeboten aufwarten und vor allem im Ausland auch eine ganze Menge Geld kosten. Die Entscheidung für den richtigen Master ist deshalb nicht leicht. Zunächst spielt natürlich die inhaltliche Ausrichtung eine wichtig Rolle genauso wie der Spezialisierungsgrad des Programms. Gibt es viele Wahlmöglichkeiten? Muss man nochmal viele Grundkurse hören? Aber auch in der Zielgruppe unterscheiden sich die Programme. Manche bilden gezielt für den Arbeitsmarkt aus, andere bereiten auf ein PhD-Programm vor. Und zu allem Überfluss gibt es kaum Übersichten über die Programme, geschweige denn systematische Bewertungen. 

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften

Masterportrait

Mail: wiwimail@web.de Web: www.ffw.uni-tuebingen.de

Liebe ehemalige Tübinger WiWis! Seitdem im Jahr 2009 zum ersten Mal Absolventen der Tübinger Bachelorstudiengänge in VWL und BWL einen Masterplatz an einer anderen Universität angenommen haben, hat jede Studierendengeneration mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen: Masterprogramme entstehen überall in Europa wie Sand am Meer – aber zu durchblicken ist das Dickicht an neuen Studiengängen für Interessenten kaum. Die Masterstudiengänge unterscheiden sich in vielerlei Dimensionen: von hoch spezialisiert bis allgemein, von praxisnah bis forschungsnah, von kostenlos bis teuer, von deutsch bis international, von 2 bis 4 Semestern. Aber nicht nur die Konzeption der Studiengänge unterscheidet sich, auch die Umsetzung von Organisation, Vorlesungen und Prüfungen klappt unterschiedlich gut. Einige sind selektiv und anspruchsvoll, andere versprechen mehr, als sie am Ende anbieten können. Und natürlich liegt ein gelingendes Studium nicht nur an den „Hard Facts“ – auch die Zusammensetzung und Berufsvorstellungen der Studierenden ist wichtig. Deshalb möchte die Fachschaft den Tübinger Studierenden die Möglichkeit geben, sich schon so gut es eben geht vorher zu informieren – und die beste Informationsquelle dazu seid IHR: unsere ehemaligen Studierenden. Nur euch ist es möglich, zu vergleichen und Empfehlungen zu geben – basierend auf euren positiven und negativen Erfahrungen. Nur ihr könnt aktuellen Bachelorstudierenden einen Einblick geben in Programme, über die man sonst nur auf der Webseite lesen kann. Wir möchten euch daher bitten, dieses Portrait sorgfältig und ehrlich auszufüllen – nachfolgende Generationen werden es euch tausendfach danken.

Was passiert mit meinem Masterportrait? Dieses Masterportrait soll nach dem Ausfüllen den Tübinger Studierenden zur Verfügung gestellt werden. Es wird dazu in einem Ordner in der Fachschaft abgeheftet – und ist nur dort einsehbar. Es wird weder auf der Webseite veröffentlicht noch an andere Personen verschickt, sondern ist nur in der Sprechstunde einsehbar. Wohin schicke ich das Portrait? Bitte schickt das ausgefüllte Masterportrait als Worddokument an wiwimail@web.de oder an die Person, die euch für das Masterportrait kontaktiert hat. Was bekomme ich für ein Masterportrait? Zuallererst hoffen wir natürlich, dass ihr unser Anliegen schätzt und kommenden Generationen eine Hilfestellung bietet, die ihr vielleicht gerne selber genutzt hättet. Auch bietet es vielleicht einen Anreiz für euch, dass ihr andere von den Fehlern abhaltet, die ihr selbst gerne rückgängig machen würdet oder empfehlt, was euch gefallen hat. Da es der Fachschaft aber ein wirkliches Anliegen ist, dass wir vollständige und informative Portraits zurückbekommen, möchten wir uns mit einem 10 € Amazon-Gutschein bei euch bedanken, den ihr für ein ausgefülltes Portrait bekommt. Außerdembekommt ihr vom neuen Alumni-Verein „WiWiNetzwerk Tübingen“ eine Jahr Mitgliedschaft umsonst!

Eure Freie Fachschaft WiWi

Soll ich wirklich alle Fragen genau beantworten?

In Kooperation mit dem

Ja – bitte alle Fragen beantworten. Und: Nein, du musst sie nicht genau beantworten – bei vielen wirst du merken, dass sie eine generelle Einschätzung benötigen, vielleicht auch deinen subjektiven Eindruck. Aber auch der ist wichtig!

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Deshalb baut die Fachschaft seit diesem Semester ein neues Angebot auf: Die Masterportraits. Die Portraits bestehen vor allem aus einem großen Fragebogen, den wir ehemaligen Tübinger WiWis schicken. Die studieren inzwischen im Master in aller Welt und füllen einen Fragebogen für das Masterprogramm aus, in dem sie gerade studieren – in VWL, BWL oder einem Spezialstudiengang. Dann werden euch die ausgefüllten Fragebögen in der Fachschaft in der Sprechstunde zur Verfügung gestellt. Dort sind die Portraits einsehbar, im Internet aber nicht – so wollen wir möglichst viele Masterstudenten dazu animieren, detailliert Auskunft über die Masterprogramme zu geben - egal ob über Gutes oder Schlechtes. Außerdem bitten wir jeden Masterstudent um eine persönliche Empfehlung für seinen Studiengang und die Kontaktdaten, damit ihr im Zweifel Rückfragen stellen oder euch einen Tipp zu eurer konkreten Bewerbung holen könnt. Die Reaktionen der Studenten, die im Herbst 2006 ihren Bachelor in Tübingen angefangen haben und inzwischen zwei oder vier Semester ihres Masterstudiums hinter sich haben, sind bisher sehr gut: Viele können aus eigener Erfahrung bestätigen, wie schwierig es ist, sich den richtigen Masterstudienplatz zu suchen und wie wenige Informationen man dabei bekommt. Einige lassen auch durchblicken, dass sie am Ende mit ihrer Entscheidung unzufrieden waren. Sie sind froh, wenn andere nicht die gleichen Fehler machen müssen.


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Von folgenden Unis haben wir bereits ein Portrait (Stand 21.11.201): Mc Gill (Montreal), Hertie School Berlin, Maastricht, Ingolstadt, University College London, Göttingen, Brüssel, Toulouse, HEC Paris, Strasbourg, Nürnberg, Göttingen, LSE, Oslo, Frankfurt, Bordeaux, Marburg, Edinburgh, Oxford, Freie Universität Berlin, Queen Mary Universtiy London, LMU München, Köln, Konstanz, NYU, Barcelona Pompeu Fabra, Bonn, Mannheim...

Seit Anfang Dezember stehen euch die Portraits in der Fachschaft zur Verfügung – derzeit sind es etwa 30 Masterprogramme, zu denen es ein Portrait gibt. Jede Woche werden es mehr. Auf Dauer funktioniert dieses Angebot aber nur, wenn auch ihr euch später die Mühe macht und das Portrait ausfüllt. Damit dieser Generationenvertrag in Gang kommt, hat die Fachschaft für die ersten Portraits weder Kosten noch Mühen gescheut: Die ersten fünfzig Portraits bekommen in Kooperation mit dem WiWi-Netzwerk einen Amazon-Gutschein im Wert von 10 Euro und eine kostenlose, einjährige Mitgliedschaft im WiWi-Netzwerk.

Ein Nachwort sei uns noch gestattet: Auch wenn die Portraits den Eindruck erwecken, dass die Tübinger WiWis in die ganze Welt gingen und nicht in Tübingen bleiben – dem ist nicht so! Die Erfahrung aus den ersten beiden Bachelorjahrgängen zeigt, dass etwa 20% der Absolventen einen Master in Tübingen machen!

Wir hoffen, dass euch die Portraits bei der Wahl des für euch passenden Studiengangs weiterhelfen.

V on T anja G oodwin (B.S c . 20062010) & P hilipp S tiel

Master-Themen


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Standardtests für Masterbewerbungen

Für viele Tübinger Studierende stellt sich nach ihren Auslandsaufenthalten die „Masterfrage“. Als Bachelorabsolvent kann man auf der ganzen Welt seinen Master absolvieren. In der vorherigen Ausgabe haben einige Tübinger Absolventen über ihre Erfahrungen im Master gesprochen. In dieser Ausgabe möchten wir zwei Tests vorstellen, die häufig bei Bewerbungen an Universitäten im In- und Ausland gefordert werden. Zwei Kommilitonen berichten über ihre Erfahrungen mit dem GRE respektive dem GMAT.

GRE Graduate Record Examination (GRE) ist ein standardisierter Test, den viele Universitäten für die Bewerbung zu Master- oder PhD-Studiengängen verlangen. Er soll helfen, Studenten besser einschätzen zu können, da Abschlussnoten von verschiedenen Universitäten schwer vergleichbar sind. Preislich schlägt der GRE mit 190 US$ zu Buche. Jedoch muss man auch die Fahrt nach Frankfurt, München oder Berlin preislich mit einplanen. Der Test besteht aus drei Teilen und dauert etwa 4,5 Stunden. Im ersten Teil (Analytical Writing) muss man zwei Essays schreiben. Eines davon besteht darin, ein Argument auf logische Fehler zu untersuchen (ein typischer logischer Fehler ist, bekannt aus QM: Korrelation bedeutet nicht

Kausalität). Im zweiten Essay gibt man seine Meinung zu einem Statement wieder. Nach den beiden Essays wechseln sich die Aufgaben zwischen Verbal und Quantitative Reasoning ab. Insgesamt gibt es drei Aufgabenblöcke zu Verbal Reasoning und zwei zu Quantitative Reasoning. Für uns ist vor allem der quantitative Teil sehr wichtig. In diesem werden Algebra, Geometrie, Stochastik und Dateninterpretation abgefragt. Das Niveau der Fragen ist nicht sehr hoch. Die Schwierigkeit besteht eher darin, 20 Aufgaben in 35 Minuten zu lösen. Zudem muss man Rechenregeln beherrschen, sodass man Aufgaben schneller lösen kann. Eine Beispielfrage lautet, ob ein Rest entsteht, wenn man 6^3 durch 8 teilt. Wie würdet ihr diese Aufgaben lösen? 1) Der Vorteil des GRE gegenüber dem GMAT liegt darin, dass man für jeden Teil einen einzelnen Score bekommt. In unserem Fachbereich zählt vor allem der quantitative Score und somit können je nach Voraussetzung der Wunsch-Unis die anderen Teile des Tests vernachlässigt werden. Nachdem das Scoring im August 2011 umgestellt wurde, bekommt man im Verbal und Quantitative Reasoning einen Score zwischen 130 und 170 Punkten (früher 200  -  800). Dies wurde geändert, da man sehr gute Scores noch besser differenzieren kann. Früher bedeutete ein Score von 800 Punkten im quantitativen

Der zeitaufwendige Weg wäre 6^3 auszurechnen und das Ergebnis durch 8 zu teilen. Man sieht, dass 216/8=27 ist und somit kein Rest entsteht. Ein schnellerer und eleganterer Weg wäre zu sehen, dass 8=2^3. Somit muss man nicht einmal das Ergebnis ausrechnen und sieht sofort, dass beim Teilen von 6^3 durch 2^3 kein Rest entsteht.

1)


17 Teil, dass man zu den besten 6 % der Testteilnehmer gehörte. Im jetzigen Format bedeuten 170 Punkte, dass man zu den besten 1 % der Testteilnehmer gehört. Im Analytical Writing Teil bekommt man wie früher eine Punktzahl zwischen 0,5 und 6 Punkten. Zur Vorbereitung stellt ETS, der Anbieter des Tests, Material in Form einer knapp hundertseitigen Mathezusammenfassung mit Beispielen und zwei Probetests bereit. Persönlich habe ich mir noch ein Buch gekauft, das viele Mathe-Beispielaufgaben enthält und diese Aufgaben gelöst. Am Testtag selber war ich über die sehr strikten Sicherheitsvorkehrungen überrascht. In Frankfurt durfte man keine Wasserflasche mit an den PC nehmen und musste vor einer Kamera seine Hosentaschen leeren. Taschentücher mussten auch aus der Verpackung genommen werden. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit Wertgegenstände einzuschließen. Wie auch im GMAT wird der Test schwieriger oder einfacher abhängig von den bisher beantworteten Fragen. Ich hoffe mit diesem Beitrag ein bisschen Licht ins Dunkle gebracht zu haben und wünsche allen kommenden Testteilnehmern viel Erfolg.

V on D aniel W eyrauch

GMAT Der Graduate Management Admission Test ist neben dem GRE einer der am häufigsten eingesetzten Standard-Tests für Masterprogramme. Wie der Name schon sagt, richtet sich dieser Test jedoch in erster Linie an Studierende, die ein weiterführendes

Business- oder MBA-Programm absolvieren wollen. Der GMAT selbst sieht sich zudem als eine Art Qualitätszertifikat, was damit begründet wird, dass Universitäten, die im Rahmen ihres Bewerbungsverfahrens einen GMAT einfordern, in der Regel einen erhöhten Wert auf die Qualität der Bewerber legen, was der Qualität des Masters zugute kommt.

Worauf muss man sich also einstellen, wenn man diesen Test ablegen möchte? Als Erstes auf die nicht unerheblichen Kosten, wie sie die meisten vermutlich bereits von anderen Tests wie dem TOEFL kennen. Aktuell muss man für den GMAT – und da sind natürlich weder Vorbereitungsmaterialen noch der Anfahrtsweg zu einem der Testcenter in Frankfurt oder München inbegriffen – schlappe 300 US$ auf den Tisch legen. Und gerade weil das kein günstiges Vergnügen ist, sollte man an der Vorbereitung nicht sparen: Empfohlen wird in der Regel der offizielle GMAT-Guide mit über 800 Testfragen (Wiley Verlag). Zusätzlich kann man sich mit zahlreichen vertiefenden Werken des Manhattan- oder KaplanVerlags auf bestimmte Teilbereiche des Tests konzentrieren. Was sind nun diese Teilbereiche? Im Voraus muss natürlich gesagt werden,

Master-Themen


18 dass dieser Test aus den USA kommt und von daher entsprechend fortgeschrittene Englischkenntnisse voraussetzt. Diese Kenntnisse werden im Rahmen von zwei 30-minütigen Essays sowie einer „Verbal Section“ getestet. Die Verbal Section besteht aus 41 Multiple-Choice Fragen, die sich aus Fragen zum Leseverständnis, logische Analyse/Argumentation sowie Satzkorrekturen zusammensetzen. Besonders der letzte Teilbereich erfordert eine

zwei Argumenten – erklären, ob diese Argumente einzeln für sich, zusammen, oder überhaupt nicht ausreichen, um die Frage zu beantworten. Zum Schluss noch einige Worte zum Testverlauf: Jeder Test ist individuell, da die Auswahl der Fragen (speziell deren Schwierigkeitsgrad) von den zuvor richtig oder falsch beantworteten Fragen abhängen (so wie beim GRE auch). Die Fragen werden also schwieriger, wenn man korrekt antwortet. Erschwerend kommt hinzu, dass man pro Aufgabe durchschnittlich nur 2 Minuten Zeit hat. Ihr seht, der GMAT ist eine echte Herausforderung! Ich hoffe, dass dieser Beitrag einen kleinen Einblick in die Tücken des Tests geben konnte. Allen zukünftigen Teilnehmern des Tests wünsche ich viel Erfolg!

V on M arco K lapper hohe Aufmerksamkeit und viel Verständnis von englischem Satzbau, Grammatik und mitunter Redewendungen. Der dritte Teil des GMAT testet die mathematischen Fähigkeiten des Bewerbers. Keine Angst, die Materie beschränkt sich hier auf Grundlagen der Arithmetik, Algebra und Geometrie und verschont den „Prüfling“ mit Differenzialen und dergleichen. Trotzdem oder gerade deshalb sollte man sich hier besonders gut vorbereiten, da viele dieser Konzepte zwar bekannt sind, aber lange Zeit kaum angewendet wurden. Oder kennt ihr noch die Seitenverhältnisse eines Dreiecks mit Innenwinkeln von 30-60-90 Grad?2) Ein besonders heikler Teil des mathematischen Tests ist „Data Sufficiency“. Hier muss man – ausgehend von 2)

Antwort ist 1:√3:2


Student sein im Hohen Norden Europas Lund ist DAS Tübingen Schwedens! Mit seinen knapp 100.000 Einwohnern, wovon ca. 1/3 Studenten sind, lernt man die Stadt sofort kennen und hat schnell den Überblick. Die Ähnlichkeiten zu Tübingen sind zahlreich: Lund ist eine Universitätsstadt durch und durch. Der Campus erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet und soweit das Auge reicht, sieht man überall Studenten. Die Geschichte der Universität reicht zurück bis ins Jahr 1425, mit dem Beginn des Studiums Generale, bevor sie 1666 zur Lunds Universitetet umgewandelt wurde. Ebenso wie unser Tübingen das Herzstück des Schwabenlandes ist, so liegt auch Lund inmitten der südschwedischen Region Skåne, deren Akzent für andere Schweden genauso unverständlich ist wie das Urschwäbisch für Hochdeutschsprechende. Lund ist zwar keine Großstadt, dafür aber super angebunden an Schwedens drittgrößte „Metropole“ Malmö; in Kopenhagen ist man auch in einer dreiviertel Stunde und das Meer ist auch nur einen Katzensprung weit weg. Ähnlich wie in Tübingen ist das Stadtbild geprägt von den zahlreichen Studentenverbindungen, die zwar weder schlagend noch geschlechterspezifisch ausgerichtet sind, dafür aber umso mehr maßgeblich das Abendprogramm bestimmen (dazu später mehr). Außerdem gibt es in Lund genau einen H&M, tausend Coffee-Shops und ab November sieht man in der Regel keinen Sonnenstrahl mehr. Die School of Economics and Management an der Universität Lund ist eine schlichte aber sehr moderne Fakultät mit höchster technischer Ausstattung und Hörsälen, die eher Miniaturkinosälen ähneln. Die dickgepolsterten Sitzreihen

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laden bei gedämpften Lichtverhältnissen und warmen Innentemperaturen gerne zur vorgezogenen Siesta ein, selbstverständlich wird dies durch die spannenden Vorlesungen der zumeist sehr jungen Dozenten geschickt verhindert. In Lund sind die Veranstaltungen fast immer auf einen Zeitraum von 2 Monaten ausgelegt, das heißt, ein Semester ist in 2 Quartale aufgeteilt, in denen man jeweils 2-3 Vorlesungen belegt. Somit beschäftigt man sich ca. 2 Monate lang intensiv mit 2 Fächern und schreibt seine Klausur. Es folgt eine Woche Pause und dann beginnt die nächste Vorlesungsreihe. Außerdem werden die 90-minütigen Vorlesungen stets durch eine kleine Kaffeepause aufgelockert, was meiner Meinung nach maßgeblich die Konzentrationsfähigkeit in der 2. Hälfte steigert. Mit den Dozenten ist man per du und auch sonst herrscht in den eher kleingehaltenen Lehrveranstaltungen eine angenehme, familiäre Atmosphäre. Die Fakultätsbibliothek ist im Verhältnis zur Studentenzahl relativ klein, da man in Schweden üblicherweise seine Lehrbücher kaufen muss und es nur einen kleinen Präsenzbestand vor Ort gibt. Dafür ist die Universitätsbibliothek aber umso größer und umso ehrfurchterregender. In den

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20 Lernräumen sitzt man an eichenhölzernen Schreibtischen mit diesen kleinen grünen Bankierstischlampen im Jugendstil und wird beim Grübeln über unverständliche mathematische Beweisführungen (ja, so etwas wird auch in Schweden gelehrt) von ehemaligen längst verstorbenen Rektoren aus Ölgemälden angestarrt. Man könnte sich vorstellen, dass sich die Filmemacher von Harry Potter hier ihre Inspiration für das Schloss Hogwarts geholt haben. Ansonsten ist die Uni wirklich gut organisiert, jeder Austauschstudent ist einem Koordinator zugeteilt und in der Regel kommt man auch in die Kurse rein, für die man sich angemeldet hat. Im Vergleich zu Tübingen ist das Niveau und der Arbeitsaufwand etwa gleich, vorausgesetzt man belegt Kurse mit einem Niveau von C oder höher. Allerdings wird in Lund viel Wert auf die Arbeit während des Semesters

gelegt, sprich man kann oft die Hälfte seiner Note schon mit Assignments und Case Studies erarbeiten. Eine wichtige Sache in der schwedischen Gesellschaft im Allgemeinen und unter Studenten ganz besonders ist der Sport. Es gibt zwar kein Hochschulsportsystem, wie wir es kennen, dafür aber ein riesengroßes Fitness-Zentrum (Gerdahallen) inmitten der Stadt, was zugleich auch gesellschaftlicher Treffpunkt ist - nach dem Motto „sehen und gesehen werden“. Bei den Gerdahallen ist schätzungsweise jeder Student Mitglied. Das Semesterticket ist sehr erschwinglich, das Kursangebot gewaltig und die Gym hat eine hochmoderne Ausstattung. Gerade in den langen Wintermonaten nutzt man deren Angebot gerne, nicht nur wegen der Saunen in den Umkleideräumen.


21 In Lund gibt es weder Clubs noch Discos, aber dafür unzählige studentische Verbindungen, die ein hervorragendes Abendprogramm anbieten. Diese Verbindungen heißen Nations (ausgespr. Nachuun) und sind nach den verschiedenen schwedischen Regionen benannt. In den Nations spielt sich das eigentliche studentische Leben ab. Hier werden nicht nur wöchentlich Partys geschmissen, sondern auch Bälle veranstaltet, Mittagessen für ca. 800 Personen gekocht, Karaokeabende organisiert und Sportevents zelebriert. Jeder Nation gehört ein Abend in der Woche, um ihre Party zu veranstalten. Somit ist JEDE Woche von Montag bis Samstag das Abendprogramm für die Studenten voll ausgeplant. Während in Schweden allgemein der Alkohol nicht bezahlbar ist, kann man dort für humanes Geld ein oder auch mal mehrere Drinks bekommen. Eine wie ich finde sinnvolle Regel in Schweden ist es auch, ein unlimitiertes Angebot an Trinkwasser für die feierwütige Meute bereitzustellen.

genau solche Abende verlaufen, würde wohl den Rahmen dieses Erfahrungsberichtes sprengen. Eines sollte man sich merken: Die Schweden wissen, wie man feiert! Schweden ist nicht nur optisch (in Anbetracht des Durchschnittsaussehens der Bevölkerung) ein Leckerbissen, sondern hat selbstverständlich auch landschaftlich und kulinarisch einiges zu bieten. Wer nur an IKEA, H&M und Glöck denkt, trifft zwar den Kern, verpasst aber die Frucht. Sowohl das Land als auch die Leute sind definitiv eine Reise und auch ein Auslandssemester wert. Ich will meine Zeit dort um keinen Preis missen, in diesem Sinne: Ha detkul och hejdå!

Auch wenn das Leben dort in den Wintermonaten sehr dunkel und kalt werden kann, wissen die Schweden ganz genau, wie man sich vergnügt und sich von den wetterbedingten Strapazen ablenkt. Wie

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V on T ina S trassburger


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Hi! Kifak? Ca va? – Ein Jahr im Nahen Osten

Zuerst einmal liegt es mir am Herzen zu sagen, dass Frau im Nahen Osten nicht automatisch zwangsverschleiert wird und im männerdominierten, sozialen Leben einem stillen Dasein verpflichtet ist. Zum einen ist dem weder in anderen muslimischen Staaten (mit Ausnahmen wie SaudiArabien) der Fall - und schon gar nicht im Libanon. Natürlich ist es von Land zu Land und Region zu Region sehr unterschiedlich, aber Kopftuch ist nicht gleich mit Unterdrückung gleichzusetzen und ist meist mehr eine politische als eine religiöse Angelegenheit. In Beirut zum Beispiel dominiert der Minirock anstatt des Kopftuches das Stadtbild. Zum anderen wurde ich kein einziges Mal dafür diskriminiert, einer anderen Religion anzugehören. Man begegnete mir stattdessen stets mit Neugierde und Offenheit, die in Deutschland ihresgleichen suchen. Meine Motivation nach Beirut im Libanon zu gehen war vor allem pragmatisch: Zwecks Erlernung des libanesischen Akzents ist es gut zu wissen, dass der libanesische Dialekt dem syrischen und palästinensischen sehr ähnlich ist und dank der Filmwelt von den meisten anderen gut verstanden wird. Darüber hinaus besitzt man im Libanon wesentlich mehr Bewegungsfreiheit relativ zu den Alternativen wie Kairo – besonders als Frau. Zudem wollte ich die Gelegenheit nutzen, mein Französisch auf Vordermann bringen. Daher besuchte ich die Université Saint-Joséph (USJ) in Beirut, eine frankophone Universität. Diese hat einen sehr guten Ruf und baut gerade für ihre Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler ein neues Gebäude.

Allerdings würde ich im Nachhinein demjenigen, dessen Priorität die Perfektionierung des Arabischen ist, andere Städte wie Damaskus oder Kairo ans Herz legen. Wer aber über genügend Disziplin zum Selbststudium verfügt und das Jahr auch nutzen will, um entweder Englisch oder Französisch (oder beides) zu verbessern, für den ist Beirut wohl wie geschaffen - Libanesen sind nämlich wahre Sprachgenies. Während der englische Wortschatz eines Ägypters meist nicht über die Worte „Welcome to Egypt“ hinausgeht (aber vielleicht gerade deshalb bei jeder sich bietenden Gelegenheit offenbart werden muss), spricht ein Großteil der libanesischen Jugend fließend Französisch und Englisch, oft sogar akzentfrei (das Geschilderte ist aber stark abhängig von dem sozio-kulturellen Hintergrund). Weil viele Familien während des Bürgerkrieges nach Frankreich flohen (der Libanon stand unter französischem Mandat), lebt heute meist noch ein Teil der Familie in Frankreich oder im französischsprachigen Afrika. Heute lernen oft auch Kinder rein libanesischer Eltern deren Muttersprache erst in der Schule, da andere Sprachen als „schicker“ gelten. Viele meiner Freunde sprechen auch in meiner Abwesenheit untereinander Französisch. Zudem gibt es (genau wie in Kairo die AUC) eine renommierte amerikanische Universität, die American University of Beirut (AUB). Für einen Libanesen kollidiert es nicht mit seinem Sprachgefühl, drei Sprachen in einem Satz zu verwenden. Ein libanesischer Freund schrieb beispielsweise folgenden Satz an meine Pinnwand: „Cara !!! chtaatelik too but repond a mon email et give des nouvelles :)“.


23 Verbildlichend für diesen Sprachmischmasch ist das als standardisierte Grußformel überall hörbare „Hi (Englisch)! Kifak (Arabisch)? Ca va (Französisch)?“. Auf jeden Fall fällt es aus eben genannten Gründen schwer, Leute zu finden, mit denen man gezwungenermaßen auf Arabisch kommunizieren muss. Ich habe das Problem gelöst, indem ich mir zwei Tandempartner zugelegt und in einem palästinensischen Flüchtlingslager mit Kindern gearbeitet habe. Außerdem hatte ich einen netten Gemüseverkäufer, in dessen Laden wir benebelt vom dichten Rauch seiner Shisha Sätze bildeten. „Wo ein Wille, da ein Weg!“ Die Libanesen sind ein unglaublich lustiges, gastfreundliches und offenes Völkchen. Ihre Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft führt häufig dazu, dass man zum Kekse kaufen die Wohnung verlässt und nach geschlagenen 3 Stunden immer noch in der Wohnung der bis dato unbekannten Nachbarsfamilie sitzt. Ihre Weltgewandtheit mag von ihren phönizischen Vorfahren kommen oder daher, dass mittlerweile mehr Libanesen in Brasilien leben als innerhalb des Libanons. Sie lieben es zu leben und zu feiern (vielleicht auch um die Schmerzen des Bürgerkrieges und der vielen „Nachbeben“ zu vergessen, oder die tiefen politischen und sozialen Spaltungen) und allein deshalb gibt es in Beirut zwei endlos lange Straßen, die von vorne bis hinten nahtlos mit Bars, Pubs, Restaurants, Diskos und Einheimischen gefüllt sind. Außerdem erweisen sich die Libanesen immer wieder als sehr liebevoll im Umgang mit ihrer Umgebung. Zum Beispiel wird jeder, vom Nachbarn bis hin zum unbekannten Typ, mit „habibi“ (mein Schatz) oder „hayété“ (mein Leben) betitelt.

Der Libanon ist ein wunderschönes Land: Während man den ganzen langen Sommer über im Meer baden kann, kann man im Winter in den schneebedeckten Gipfeln Ski laufen, in den Bergen wandern (Qadisha Valley) oder Weinprobefahrten unternehmen. Während die Innenstadt Beiruts westlich sein will und dabei künstlich ist, findet man – besonders entlang der ehemaligen Demarkationslinie – überall noch Überreste des Bürgerkrieges (Einschusslöcher in den Wänden sind keine Seltenheit). Der Zedernstaat bietet alles von Korruption, falscher Oberweite und dicken (aber unbezahlten) Wagen. Und doch habe ich dieses Land sehr ins Herz geschlossen. Beirut besticht nicht gerade durch seine Schönheit. Dennoch hat mich die Stadt wegen all der Gegensätze, die sie in sich vereint, nachhaltig beeindruckt. Dies ist nur die Skizzierung eines sehr vielfältigen, diversen und aufgrund der politischen und sozialen Konstellation einzigartigen Landes. Eine interessante Seite ist www. ourmaninbeirut.com, sehenswert ist der Film „West Beirut“. Ich stehe jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, so gut ich kann: cara@vollrath-roediger.net

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Von Cara Rödiger


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Moskau ist tot, es lebe Moskau!

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Mit über 150 km/h und bei bester russischer Popmusik durch die Moskauer Innenstadt heizen, mit zugekoksten Designern auf Fashionshows über die Zobeljagd diskutieren, sich gemeinsam mit altgedienten Astronauten über fehlendes Salz im Essen wundern und Michail Gorbatschow Kekse aufschwatzen. Und ohne Häppchen geht gar nichts. Ach ja, dem Zobel muss man traditionell ins Auge schießen, sonst geht ja das Fell kaputt. Wo habe ich nochmal mein Praktikum gemacht? In der Deutschen Botschaft Moskau, fast vergessen. Zwei Monate Moskau. Zwei Monate Wirtschaftsabteilung. Zwei Monate sich über fehlendes Gehalt ärgern. Aber sonst war’s gut. Und jetzt für die Technokraten unter uns. Die Deutsche Botschaft Moskau ist die größte Auslandsvertretung der Bundesrepublik. Sie befindet sich im Südwesten Moskaus und wurde kurz vor dem Mauerfall fertig gestellt, entsprechend ist ihr Design: Einsiedlerkrebs rules. Neben Peking ist Moskau wohl die einzige Botschaft, auf deren Gelände gearbeitet und auch gleichzeitig gewohnt wird. Neben einem Restaurant, einem Fußballplatz, zwei Tennisplätzen, mehreren Tischtennisplatten und Spielplätzen, einem Kindergarten, einem Fitnessraum, einem Kraftraum und einer Sauna befindet sich auch ein Schwimmbad auf dem Gelände. Brot und Fleisch kann man sich im Restaurant kaufen. Wie bereits gesagt: Autarkie oder Tod. Die DDR hat mit ihrer Botschaft dem heutigen Deutschland eine Asbest-Ruine hinterlassen, in der eigentlich die Rechtsund Konsularabteilung sitzen sollte, die aber aus gesundheitlichen Gründen lieber

eine Containerbaracke nebenan gewählt hat. Das Goethe-Institut hat die Chance genutzt. Es gibt im Schnitt sechs Praktikanten an der Botschaft, zwei davon in der Wirtschaftsabteilung. Die Wohnverhältnisse reichen von der „Ben-Hur“ (Kleines Einzelzimmer mit Dusche/WC, TV)- bis zur „King Louis“-Klasse (3-Zimmer-Wohnung mit großem Bad, schnieken Flat-Screen, Sofa und Kunst), wobei ich trotz mehreren Versuchen den der Zimmervergabe zugrundeliegenden stochastischen Prozess nicht explizit schätzen konnte. Jeder muss zusehen, wo er landet. Diese „laissez-faire“-Attitüde in der Praktikantenbetreuung ist Gefahr als auch Chance. Es geht um nichts weniger als die Frage: texten oder testen. Man kann sich initiativ seinen Interessenbereich suchen, ist dann aber letztlich doch abhängig von dem Willen des Referenten. Und da hatte ich absolutes Glück, ich kam zu einem alten Hasen der Diplomatie, noch dazu ein ehemaliger Profi-Fußballer und DFB-Funktionär.

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26 Meine Hauptaufgaben. Einerseits ging ich einmal pro Woche auf eine Messe, führte Gespräche mit den deutschen Ausstellern und Veranstaltern und berichtete später darüber. Andererseits war ich Quasi-Assistent des Referenten für Industrie- und Energiepolitik. So hatte ich die Möglichkeit, die russische Wirtschaftsentwicklungsministerin zu treffen, einen Ex-Bundeswirtschaftsminister mit seiner Delegation bei Gesprächen zu begleiten und mit Managern der Energie- und Luftfahrtunternehmen in Russland zu diskutieren, vormittags zu Gesprächen in der amerikanischen Botschaft zu sein und abends zu russischer Jazzmusik in der amerikanischen Residenz abzutanzen. Da fiel die doch oft anstehende Schreibarbeit im Büro um einiges leichter. Moskau ist eine Stadt, die deinen Blutdruck auf ein neues Level hebt. Eine Stadt, in der die Zeit mehr Känguru als Kontinuum ist. Eine Stadt, in der man sich verlieren kann, aber auch verloren sein kann. Kann Russisch oder hab Eier! Erst dann entfaltet die Stadt ihre volle Pracht, bei Tag, aber besonders bei Nacht.

Was wäre ein Bericht ohne ein Fazit? Ein Praktikum an der Botschaft ist ein Glücksspiel. Es kann konkurrenzlos vielseitig sein (wie bei mir), es kann aber auch unbezahlte Knechtschaft bedeuten (wie bei zu vielen anderen). Ob groß oder klein, beides hat Vorteile, über die Größe der Botschaft sprechend. Würde ich es nochmal machen? -Nein. Würde ich es weiterempfehlen? -Bedingt. Bereue ich es? -Auf keinen Fall.

V on T ill Z biranski


27

Das Pr端fungsamt informiert Zwischenpr端fung

Sommersemester 2011 Haupttermin Juli 2011 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Durchfallquote

Durchschnitt

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Marketing

149

60

4

9

2,68%

15,00%

2,04

3,12

Mikro

232

46

32

17

13,79% 36,96%

2,54

3,50

Int ReWe

176

42

46

21

26,14% 50,00%

3,47

4,04

Wa & Ri

208

19

37

13

17,79% 68,42%

2,84

4,51

APO

187

38

9

11

4,81%

28,95%

2,53

3,65

Ext ReWe

143

3

22

3

15,38%

100%

2,87

5,00

Principles

64

16

10

9

15,63% 56,25%

3,14

4,17

WiFiPo

217

4

15

1

6,91%

2,57

3,83

25,00%

Haupt

Neben

Nachholtermin September/Oktober 2011 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Durchfallquote

Durchschnitt

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Marketing

32

10

2

2

6,25%

20,00%

2,35

3,55

Mikro

61

27

26

16

42,62% 59,26%

3,85

4,15

Int ReWe

89

26

19

18

21,35% 69,23%

2,70

4,30

Wa & Ri

55

9

25

7

45,45% 77,78%

3,85

4,59

APO

21

18

0

6

0,00%

33,33%

2,84

3,67

Ext ReWe

33

4

17

3

51,52% 75,00%

4,05

4,60

Principles

53

13

10

9

18,87% 69,23%

3,49

4,41

WiFiPo

30

0

4

0

13,33%

3,27

-

Durchfallquoten

-

Haupt

Neben


SHS ist eine führende Venture Capital Gesellschaft mit einem Fondsvolumen von rund 100 Mio. € mit Schwerpunkt Life Sciences und Healthcare. Wir investieren vor allem in early growth Beteiligungen, also in junge, stark wachsende Unternehmen, die bereits erste Geschäftserfolge vorweisen können. Seit der Gründung im Jahr 1993 hat SHS erfolgreich in nahezu 40 Firmen investiert. Wir zählen zum top Quartil der europäischen Venture Capital Gesellschaften und sind Mitglied der nationalen und europäischen Venture Capital Verbände. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir regelmäßig

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(kann auch in 2 Intervalle gesplittet werden)

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Anforderungen:  Überdurchschnittliches Vordiplom/Bachelor ab dem 3. Semester im Rahmen Ihres wirtschaftswissenschaftlichen Studiums • Sie sind im letzten Semester eines WirtschaftsingenieursStudiums • Sie kommen aus einem naturwissenschaftlichen Bereich und Rechnungswesen, Controlling und Finanzierung sind keine Fremdwörter für Sie  Zahlenaffinität und ausgeprägte analytische Fähigkeiten  Hohe Eigeninitiative und Lernbereitschaft  Interesse am aktuellen Geschehen der deutschen Finanz- und Unternehmenslandschaft  Gute Kenntnisse der Office Anwendungen (insbesondere Excel & Powerpoint)  Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift  Erste Erfahrungen im Bereich Private Equity / Corporate Finance / M&A erwünscht Angebot: Wir bieten Ihnen die einmalige Möglichkeit Ihre bisher erworbenen Kenntnisse in einem erfahrenen Team von SHS Professionals einzubringen. Sie werden im Rahmen Ihrer Tätigkeit die Möglichkeit erhalten, begleitet von unseren erfahrenen Investmentmanagern, eigene Teilprojekte zu bearbeiten. Neugierig auf eine anspruchsvolle Tätigkeit? Dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Ihre ausführlichen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, inkl. Abitur und Arbeitszeugnisse) senden Sie bitte per E-Mail an: Hubertus Leonhardt, CFA Geschäftsführer tuebingen@shsvc.net SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement mbH Bismarckstraße 12 72072 Tübingen www.shsvc.net


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Der Berater Seit knapp einem Jahr arbeite ich als Analyst bei DIW econ, dem ConsultingUnternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin. DIW econ bietet volkswirtschaftliche Beratung an in Bereichen wie Energiewirtschaft, Klimaschutz, Regulierung und Wettbewerb. Zu unseren Kunden zählen größere Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Siemens und Microsoft, verschiedene Bundesministerien und internationale Institutionen wie das ASEAN Secretariat, die GIZ oder die Regierung von Brunei Darussalam.

mich darauf methodisch gut vorbereitet, vor allem, was das Denken in Modellen und ökonometrische Methoden und deren Anwendung mit Stata angeht.

Das Spannende an meinem Job ist, dass ich das, was ich an der Uni in Tübingen gelernt habe, auch wirklich anwenden kann: Sei es Daten eines Fonds zur Förderung von Start-Ups mit Stata auswerten, aktuelle Paper zur Messung von Präferenzen für öffentliche Güter lesen oder eine discounted cash-flow Analyse für einen ausländischen Infrastrukturbetreiber durchzuführen. Dabei geht es bei unseren Projekten immer um konkrete Fragestellungen. Das Studium in Tübingen und mein Auslandsjahr in den USA haben

Auch den Zwischenstand eines Projekts vor 50 Mitgliedern eines großen deutschen Verbands zu präsentieren, ist etwas Anderes als ein Referat im Hauptseminar zu halten.

Bei meiner Arbeit sammle ich aber auch Erfahrungen in Bereichen, auf die einen das Studium nicht vorbereitet. Im September zum Beispiel gab ich in Deutschland Radio Wissen ein Interview zur türkischen Wirtschaft. Ein Redakteur war über einen Artikel zum selben Thema im DIW-Wochenbericht aufmerksam geworden, den ich mitverfasst habe.

Meine Arbeit beschränkt sich also nicht nur auf die Arbeit im Büro. Die unterschiedlichen Projekte und Kunden bieten oft die Gelegenheit für Außentermine. Der bisher weiteste führte mich in die Vereinigten Arabischen Emirate, was eine besonders spannende Erfahrung war.

Der erste Job


30 Meine Kollegen sind allesamt auch diplomierte oder promovierte Volkswirte mit Studien- und Berufshintergründen aus Deutschland, London, Barcelona, Kiew und den USA. Bis auf unsere Manager sind wir alle zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Diese Konstellation - inklusive manchem gemeinsam verbrachten Feierabend - sorgen für eine sehr angenehme und dynamische Arbeitsatmosphäre. Was die „gute alte Zeit“ in Tübingen angeht, so braucht kein Heimweh aufzukommen: Am DIW haben (gefühlt) die Hälfte der Doktoranden in Tübingen studiert. Und auch bei anderen Organisationen in

Berlin sind Tübinger Alumni zu finden. Beim „Stammtisch der Tübinger Volkswirte in Berlin“ sind wir oft deutlich mehr als zehn Leute (Tübinger Volkswirte in Berlin, die noch nicht davon gehört haben, sind immer herzlich willkommen, bitte einfach bei mir melden). Das dient auch der Vernetzung, denn bei vielen Projekten kooperieren wir mit Wissenschaftlern des DIW. Durch die Nähe zum DIW und anderen Institutionen bieten sich außerdem viele Gelegenheiten an Brown Bag Seminaren, Vorträgen oder Diskussionsrunden teilzunehmen, soweit es die Arbeit zulässt, sodass auch die akademische Anregung bei Bedarf nicht zu kurz kommt. Insgesamt ist mein Job bei DIW econ sehr abwechslungsreich. Ich kann wirklich als Volkswirt arbeiten, mein Tübinger Studium anwenden und außerdem die Berliner und die weitere Welt kennenlernen. Wer mehr über DIW econ erfahren möchte, kann sich gerne bei mir melden: dwissmann@diw-econ.de

V on D aniel W issmann


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Die Personalmanagerin Hallo liebe Tübinger WiWis! Mein Name ist Charlotte Pönnighaus (geb. Dittus, damit vielleicht noch ein paar ein Gesicht im Kopf haben). Ich habe in Tübingen „International Business Administration“ mit den Sprachen Englisch und Spanisch studiert. Anschließend absolvierte ich meinen Master in „General Management“, ebenfalls in Tübingen. Während des Studiums war ich je ein Semester in Chile sowie in den USA. Daher wollte ich in einem internationalen Unternehmen arbeiten. Meine Schwerpunkte habe ich im Studium auf Personal und Marketing gelegt und daneben die InOne Consult mitgegründet. Seit Ende Juni verbinde ich dies alles: Ich arbeite in einem internationalen Unternehmen in der Personalmanagementberatung - bei Mercer in Frankfurt. Mercer ist in Deutschland gar nicht so bekannt, ist aber weltweit die größte Human-Resource-Management-Beratung mit 18.000 Mitarbeitern, wovon 2.000 im Bereich Human Capital (mit den Schwerpunkten Rewards, Talent Management und HC Strategy) arbeiten, dem ich angehöre. Das Auswahlverfahren gliederte sich in zwei Teile: ein erstes Gespräch über Lebenslauf und Erwartungen, ein zweites mit einer Case Study und einer kurzen Excel-Übung. Was ich sofort sympathisch fand, war der persönliche Kontakt zu den späteren Kollegen, da ich in den beiden Interviews bereits 6 Mitarbeiter (von insgesamt 16) aus dem Team kennen lernen konnte.

Meine jetzigen Aufgaben sind generell im Bereich der Vergütung angesiedelt. Dabei erstelle ich Stellenbeschreibungen, bewerte Funktionen, erstelle Gehaltsbenchmarks und entwickle mit meinen Kollegen Konzepte für Anreizsysteme. Die Arbeit ist sehr vielseitig – angefangen bei Interviews mit Kunden zur Stellenbeschreibung bis hin zu Simulationsrechnungen für Long-Term-Incentive Pläne. Im Gegensatz zu anderen Beratungen sind wir nicht ständig beim Kunden, sondern betreuen immer mehrere Projekte gleichzeitig und sind daher normalerweise nur bei Ergebnispräsentationen, Workshops, Interviews o.ä. vor Ort. Dies ermöglicht eine konzentrierte Arbeit im Büro, beinhaltet aber natürlich auch einen großen Grad an Abwechslung. Die betreuten Unternehmen sind allen Größenklassen und Branchen zuzuordnen, was mir besonders als Berufseinsteigerin eine Vielzahl an Einblicken ermöglicht. Gleich von Beginn war ich aktiv in Kundenprojekte einbezogen und konnte meine Kollegen schnell zu Kundenterminen begleiten. Die berühmte Lernkurve ist in

Der erste Job


32 unserem Bereich auf jeden Fall sehr steil, auch weil ein kleines Team ein schnelles Übernehmen von Verantwortung fördert. Mein Studium in Tübingen kann ich im Nachhinein als sehr hilfreich bewerten, da es mich gelehrt hat, an unterschiedliche Themenstellungen heranzugehen und es eine breite Grundlage an Wissen gelegt hat. Etwas mehr Praxisbezug hätte nicht schaden können, aber das wird sich sicherlich in den nächsten Jahren verbessern bzw. ist schon auf einem guten Weg. Dass ich nun in einem Bereich arbeite, über den ich im Studium so gut wie gar nichts gelernt habe, zeigt mir, dass ein breit angelegtes Studium auf ziemlich viele Möglichkeiten vorbereitet. Die sehr mathematische Ausbildung in Tübingen kommt mir hier auf jeden Fall zugute, da die Vergütungsberatung von Zahlen lebt und der Spaß daran sicherlich gegeben sein sollte. Ich hoffe, ich konnte euch einen ganz guten Einblick in meine Arbeit geben und vielleicht einigen von euch auch eine neue Perspektive für die Zeit nach dem Studium eröffnen. Bei Fragen zu meiner Arbeit, meinem Studium oder was auch immer euch interessiert, könnt ihr euch gerne an mich wenden.

V on C harlotte P önnighaus

(charlotte.poennighaus@gmx.de)


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Die Datenforscherin Liebe Tübinger! Seitdem ich das schöne Tübingen verlassen habe, arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsdatenzentrum der amtlichen Statistik in Berlin. Wissenschaftler aller Karrierestufen, Professoren, Doktoranden und Studenten, die an Master- und Bachelorarbeiten schreiben, können über uns die Mikrodaten der einzelnen Statistiken auswerten. Wir bereiten die Daten auf, beraten die Wissenschaftler und prüfen die Ergebnisse, dass das Statistikgeheimnis gewahrt bleibt.

Gruppe von sechs Vertretern des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, direkt im Anschluss musste ich noch einen schriftlichen Test absolvieren.

Meine konkrete Forschungsstelle beschäftigt sich mit methodischen Weiterentwicklungen, wie man den Datenzugang in Deutschland noch weiter verbessern könnte. Dadurch, dass ich in einem Projektverbund mit anderen Instituten in einem drittmittelfinanzierten Projekt arbeite, bin ich seit Anfang meiner Tätigkeit auch auf Dienstreisen gefahren, einerseits innerhalb Deutschlands zu Projekttreffen, aber auch international auf Konferenzen, um unsere aktuellen Forschungsergebnisse zu präsentieren.

Inzwischen gehört zu einem Auswahlgespräch auch ein Vortrag zu einem vorgegebenen Thema. Da das Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in jedem Bundesland nur wenige Stellen hat, möchte ich gerne erwähnen, dass es inzwischen in Deutschland 16 Forschungsdatenzentren bei den unterschiedlichsten Datenproduzenten gibt. Forschungsdatenzentren werden vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten akkreditiert, auf seiner Homepage sind auch alle 16 aufgelistet.

Auf die Stelle bin ich in einem OnlinePortal aufmerksam geworden (www. bund.de) und habe mich dann per E-Mail beworben. Das Bewerbungsverfahren hat überdurchschnittlich lange gedauert; erst mehrere Wochen nach Bewerbungsschluss erhielt ich den Brief mit der Einladung zum Bewerbungsgespräch. Beim Bewerbungsgespräch saß ich vor einer

Das Forschungsdatenzentrum und aktuelle Themen im Bereich der Anonymisierungsverfahren waren mir durch meine Hiwi-Tätigkeit beim Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung bereits bekannt, was mir bei der Bewerbung eindeutig geholfen hat. In Tübingen hatte ich internationale Volkswirtschaftslehre auf Diplom mit den Schwerpunkten

Der erste Job


34 Ökonometrie, Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik, Bank und Portugiesisch studiert. Mein Studium in Tübingen, bei dem ich sowohl fundierte Methodenkenntnisse erlernt habe und einen guten und breiten Einblick in aktuelle Forschungsthemen in den Arbeitsbereichen der verschiedenen Lehrstühle erhalten habe, hat mich auf meine Tätigkeit sehr gut vorbereitet. Ich kann viel davon auch in meiner Arbeit gebrauchen.

Seit einem Monat haben wir nun ein weiteres Drittmittelprojekt eingeworben: In einer Pilotstudie werden wir einen Zugriff von einem anderen Land auf die europäischen Mikrodaten bei Eurostat umsetzen. Bei diesem europäischen Projekt kann ich auch ein wenig meine weiteren Sprachkenntnisse außer Englisch anwenden, wobei die Arbeitssprache im Projekt natürlich Englisch ist.

V on J ulia H öninger

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Der Entwicklungshelfer Mein erster Job führte mich zur GIZ, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH. Hier bin ich seit Februar 2011 als Juniorfachkraft in Cotonou (Benin) im Vorhaben „Makroökonomische Beratung zur Armutsreduzierung“ tätig. Das Vorhaben berät das beninische Finanzministerium und das Entwicklungsministerium bei der Formulierung, Umsetzung sowie dem Monitoring und der Evaluierung (M&E) der nationalen Wirtschaftswachstumsstrategie, die auf die Reduzierung der Armut im Land abzielt (Poverty Reduction Strategy (PRS)). Hierbei geht es auch um die Optimierung der Prozesse innerhalb und zwischen den Ministerien. Um eine hohe Nähe zum Partner zu haben, sitzt das gesamte Team des Vorhabens direkt im Finanzministerium. Das Team ist klein und besteht aus nur sechs Mitgliedern, wovon lediglich drei die inhaltliche/technische Arbeit machen, darunter die Leiterin des Vorhabens, ein nationaler Kollege und ich. Wir sind Politikberater für wirtschafts- und finanzpolitische Fragen. Meine Arbeit findet zu ca. 60-70% auf Französisch statt, der Rest ist hauptsächlich auf Deutsch und ein kleiner Teil ist Englisch. Hier kommt es mir sehr zugute, dass ich bei meinem Studium der IVWL Französisch als Schwerpunktsprache belegt hatte. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt zurzeit auf dem Monitoring und der Evaluierung der PRS. Hier arbeite ich vorwiegend mit einer dem Entwicklungsministerium zugehörigen Struktur zusammen, dem Amt für Sozialen Wandel (Observatoire du Changement Social (OCS)). Konkret berate ich diesen Partner

bei sehr unterschiedlichen Aktivitäten, inhaltlich sowie prozessual. Diese zielen entweder direkt auf das M&E der PRS oder auf die Erhöhung der Kapazitäten im Land ab. Insgesamt wird so die analytische Fundierung von Politik- und Reformentscheidungen gestärkt. Ein Beispiel sind die Poverty Social Impact Analysis zum Thema kostenloser Bildung und kostenlosen Gesundheitsleistungen, die das OCS mit unserer Unterstützung durchführt. Eine Herausforderung meiner Arbeit ist es, dazu beizutragen, dass die Ergebnisse dieser Analysen Eingang in den politischen Entscheidungsprozess des Landes finden. Das ist nicht immer leicht. Teamintern bin ich der Gender Focal Point. In dieser Funktion ist es meine Aufgabe darauf zu achten, dass das Querschnittsthema der Förderung der Frauen und der Gleichstellung der Geschlechter in Benin bei all den von uns geförderten Aktivitäten angemessen berücksichtigt wird und wir nicht eine Entwicklungsaktivität fördern, die z. B. aufgrund bestimmter Traditionen oder dem herrschenden Rollenverständnis im Land, von uns ungewollt, zur Verschlechterung der Situation der Frauen führt. Darüber hinaus ist es meine Aufgabe zu prüfen, wie wir unsere

Der erste Job


36 Wirkungen in diesem Bereich erhöhen können. Das Schöne an meinem Beruf ist die hohe Abwechslung. Fast kein Arbeitstag sieht gleich aus und es ist selten, dass ich eine ganze Woche ununterbrochen im Büro sitze. Häufig gilt es Termine sowohl mit den beninischen Partnern, als auch mit anderen Gebern wahrzunehmen (EU, UNDP, IMF, Weltbank, Dänemark, Niederlande, Belgien etc.). Besonders spannend sind dabei die Treffen, an denen die Finanzministerin oder der Entwicklungsminister sowie die verschiedenen Botschafter der anwesenden Länder teilnehmen. Ein weiteres Highlight sind die Dienstreisen. So konnte ich bereits im Norden Benins eigene Feldrecherchen durchführen oder im Rahmen eines Regionalaustauschs verschiedener makroökonomischer Vorhaben der GIZ nach Ouagadougou (Burkina Faso) und für zwei große Fachtagungen nach Nairobi (Kenya) und nach Bonn (Deutschland) reisen. Bei all diesen Treffen lerne ich eine Menge interessanter Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken der Erde kennen und kann mich fachlich austauschen. Die Fachtagungen helfen auch, den Kontakt zur GIZ-Zentrale aufrechtzuerhalten, was für die eigene Karriere wichtig ist.

Was die GIZ für den Partner als wichtig ansieht (Capacity Building) gilt auch für die eigenen Mitarbeiter. In diesem Sinn legt die GIZ ein großes Gewicht auf Fortbildungen, die auch mir bereits zugute kamen. Bisher habe ich bereits an 4 Fortbildungen teilgenommen, die nächste folgt im Dezember. Die letzte Fortbildung zum Thema „Politikberatung“ fand ich besonders spannend. Hier wurde einigen Kollegen aus Mali, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Benin und mir eine Woche lang das Handwerkszeug für unseren Beruf vermittelt. Bisher empfinde ich meine Arbeit als sehr frei. Selbstverständlich muss ich mich an gewisse Vorgaben meiner Vorgesetzten halten und den mir zugewiesenen Aufgaben angemessen nachkommen, doch ich kann mich selbstständig organisieren, selber Schwerpunkte setzen und je nach meiner eigenen Motivation und Zeit neue Themen suchen, an denen ich arbeiten möchte. So gibt es neben den vertraglich vereinbarten Tätigkeiten in der GIZ eine Menge Input, den man entweder passiv konsumieren oder zu dem man aktiv beitragen kann. Ein Beispiel ist meine Mitgliedschaft in der internationalen Fachgruppe Economic Policy & Management. Am Rande von Fachtagungen oder Ähnlichem trifft sich die Gruppe, die aus fachlich eng verwandten Kollegen aus verschiedenen Ländern Afrikas südlich der Sahara und aus Deutschland besteht. Dort werden wichtige und neue Themen, i.d.R. mit volkswirtschaftlichem Bezug besprochen. Hier entstehen dann unterschiedliche Produkte wie z. B. Studien oder Guides, die jedem Gruppenmitglied bei seiner Arbeit


37 im Vorhaben weiterhelfen und die Vorhaben selbst bereichern. Mein großer Gestaltungsspielraum und die Tatsache, dass es sich um ein kleines Team handelt, führen dazu, dass ich bereits in meinem ersten Berufsjahr eine relativ hohe Verantwortung spüre und wahrnehme. Bezüglich des Nutzens, den ich für meine berufliche Tätigkeit aus meinem IVWL-Studium in Tübingen ziehen kann, halte ich im Nachhinein die vorwiegend qualitativen Lehrveranstaltungen der bereits emeritierten Professoren Prof. Dr. Preuße (hier vor allem der Bezug zur Entwicklungsökonomik) und Prof. Dr. Dr. h.c. Starbatty sowie die Veranstaltung „Banken und Börsen“ von Prof. Dr. Neus und die „Einführung in die Finanzwissenschaft“ von Prof. Dr. Goerke für besonders hilfreich. Wenngleich ich in einem Vorhaben tätig bin, das den Begriff „Makroökonomische Beratung“ im Titel trägt, kann ich aus dem Block der Wirtschaftstheorie meines IVWL Studiums aktuell eher wenig Nutzen ziehen. Dies liegt schlicht daran, dass es bei meiner Tätigkeit um die praktische Beratung geht und nicht um die akademische Diskussion von Modellen. Ein solides Grundverständnis von wirtschaftlichen Einflussfaktoren (Wachstum, Inflation, Arbeitslosigkeit, Staatshaushalt etc.) sowie Wirtschaftskreisläufen- und akteuren (Haushalte, Unternehmen, Staat) ist hier ausreichend. Das Tübinger IVWL Studium habe ich als sehr fordernd in Erinnerung. Dies kommt mir spätestens in meinem jetzigen Berufsleben zugute. In Tübingen gewöhnte ich mich frühzeitig an Mehrfachbelastungen

und trainierte meine Selbstorganisation.

Fähigkeit

zur

Spätestens die letzten zwei Jahre meines Studiums arbeitete ich durch entsprechende Fächerwahl, der Wahl des Diplomarbeitsthemas und durch Praktika relativ zielgenau auf meinen aktuellen Tätigkeitsbereich hin. Nach Studienende absolvierte ich ein Praktikum bei der GTZ, eine der drei Vorgängerorganisationen, die jetzt die GIZ bilden. Dieses Praktikum half mir, mir endgültig darüber klar zu werden, wo ich beruflich einsteigen möchte. Meine Stelle war öffentlich ausgeschrieben. Ich habe mich ganz normal beworben und ein eintägiges Assessment Center absolviert. Das erforderliche Profil für meine Stelle stellt in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit derzeit ein Engpassprofil dar, was hauptsächlich an den erforderlichen Französischkenntnissen und an der Bereitschaft liegt, nach Westafrika zu gehen. Insgesamt kann ich sagen, dass ich meinen ersten Job als Traumjob empfinde.

Der erste Job

V on C hristian S eitlinger


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Neulich in der Vorlesung...

Stift und Papier sind f체r ihn das wichtigste Utensil in der Vorlesung. Wie alle anderen macht er sich Notizen. Selbstverst채ndlich verraten diese viel 체ber den Inhalt der Vorlesung, h채ufig sogar noch etwas

mehr. Karikaturen zu zeichnen ist die Leidenschaft von Benedikt Wiegel. Er studiert International Economics im dritten Semester und hat mittlerweile ein ganzes Sammelsurium an Karikaturen hergestellt. Einige davon sind hier unkommentiert abgedruckt. Das Titelbild, der Cirque Du Wiwi, stammt ebenfalls von ihm.


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K arikaturen


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War‘s das mit dem Clubhaus?

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So wie die Stocherkähne zum Neckar, die verwinkelten Gassen zur Altstadt und das „Neue“ zur Aula, so gehört das Clubhausfest zum Studium in Tübingen. Und wer kennt und schätzt es nicht? Veranstaltet von studentischen Gruppen und Fachschaften bereichert es jeden Donnerstag das studentische Leben in Tübingen. Abseits von Großraumdiscoflair und tanzbarer als jede Kneipe bietet das Clubhausfest wöchentlich eine stimmungsvolle und lockere Atmosphäre, um sich mit Freunden und Bekannten auf ein Bier zu treffen. Das Clubhausfest ist deshalb, in verschiedenen Formen, seit den 60er Jahren zu einer Tübinger Institution geworden. Diese Tradition sollte jedoch im Wintersemester 2011 einbrechen. Nachdem am 13.10.11 das Brandschutzgutachten aus 2005 erneut erörtert wurde, ließ die Uni-Leitung den großen Saal, auf Grund brand- und fluchtschutztechnischer Risiken umgehend schließen. Da dieser Saal die größte Fläche für das Clubhausfest darstellt, war schnell klar, dass es dieses Wintersemester keine Clubhausfeste geben würde. Ein Schock für Alle! Insbesondere die Veranstalter, die schon in den Startlöchern für die kommenden Termine standen, wurden von der spontanen Begehung überrascht und von den Konsequenzen kalt erwischt. Weniger überraschend als die Begehung waren jedoch die Mängel. Sie sind schon lange bekannt und es wurde seit sechs Jahren von der Studentischen Selbstverwaltung des Clubhauses auf das Fehlen eines angemessenen Fluchtweges hingewiesen.

Rektorats im Besonderen, aber auch der Hochschulpolitik im Allgemeinen. Eine zunehmende Marginalisierung der Lehre und der universitären Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Studierendenschaft geht einher mit einer Fokussierung auf Forschungsleistung, Drittmitteleinwerbung und dem Exzellenzstatus. Das Clubhaus ist nicht das einzige sanierungsbedürftige Gebäude an der Universität. Ähnliche Probleme mit den Brandschutzrichtlinien bestehen im Kupferbau und der Mensa, wo aber keine offizielle Begehung stattgefunden hat. Der in den letzten Jahrzehnten aufgestaute Sanierungsrückstand beläuft sich nach offiziell anerkannten Schätzungen auf 480 Mio. Euro. Die öffentlichen Investitionen ins Bildungssystem bleiben, wie man sieht, auch in der bundesdeutschen Wissensgesellschaft weit hinter dem Notwendigen zurück.

Der Wegfall des Clubhausfestes ist jedoch nicht das einzige Problem. Vielmehr ist es ein Symptom einer sich verändernden Prioritätensetzung innerhalb des

Die Folgen des Ausfalls werden vor allem auf den zweiten Blick sichtbar. Nun fehlt nicht nur eine geschätzte Ausgehmöglichkeit in Tübingen, sondern den

Jenseits von dieser allgemeinen Problematik gilt es aber auch die besondere Rolle des Clubhauses als Ort des studentischen Lebens zu berücksichtigen und zu bewahren. Erbaut aus den Mitteln des Marshallplans, wurde das Clubhaus im Jahr 1956 vom amerikanischen Kongress der Tübinger Studierendenschaft als Symbol studentischer Demokratie geschenkt. Als 1977 die studentische Demokratie in Form der Verfassten Studierendenschaft abgeschafft wurde, enteignete das Land Baden-Württemberg diese und übernahm die Eigentümerschaft am Clubhaus, das der Universität zur Nutzung überlassen ist.

Studentenleben


42 studentischen Gruppen und Fachschaften fällt die wichtigste Finanzierungsquelle weg. Diese sind wichtig für Veranstaltungen wie Erstsemesterhütten, Podiumsdiskussionen oder andere Serviceleistungen für Studenten, welche grundsätzlich durch die Einnahmen aus dem Clubhausfest finanziert werden müssen. Somit fällt nicht nur das Clubhausfest als kulturelle Bereicherung Tübingens weg, sondern das studentische Leben insgesamt wird ohne das Clubhausfest ärmer. In diesem Zuge sei auch darauf hingewiesen, dass der große Saal samt Clubhaus nicht nur als Geldquelle für studentische Kultur, sondern auch als Veranstaltungsort fungiert. So gibt es nunmehr keinen unabhängigen, selbstverwalteten Raum für Vorträge, Konzerte und Veranstaltungen wie z. B. den Alternativen Dies Universitates. Noch ist die Zukunft des Clubhauses unklar. Einzig bleibt sich an der Aussage der Uni-Leitung festzuhalten, dass der große Saal in den Semesterferien umgebaut werden soll und im kommenden Sommersemester somit wieder Clubhausfeste stattfinden können. Allerdings sind die notwendigen Sicherheits-Umbauten von der Universitätsleitung bereits in den letzten Jahren zwar angekündigt, aber nicht umgesetzt worden. Dementsprechend gilt es skeptisch zu bleiben und der Universitätsleitung genau auf die Finger zu schauen, bis die Baumaßnahme beendet ist. Da die Tübinger Studierendenschaft allerdings nicht bereit war einfach auf das Clubhausfest zu verzichten, entwickelte sich bereits am ersten Donnerstag des Semesters eine spontane Demonstration vor dem Clubhaus. Zwei tapfere DJs und


43 ausreichend Glühwein sorgten für eine gute Atmosphäre trotz des kalten Wetters. Alle Versuche das Clubhausfest für dieses Semester an einen anderen Ort zu verlagern scheiterten. Alternativen wie der Kupferbau oder die Mensa entsprechen ebenfalls nicht den Brandschutzrichtlinien und städtische Gebäude wie die Shedhalle können aufgrund der Lärmbelästigung für die Anwohner nicht genutzt werden. Durch eine breite Unterstützung aus der Studierendenschaft und insbesondere der Fachschaften gelang es auch in den darauffolgenden Wochen spontan ein „Kein Clubhausfest“ zu veranstalten. Mal versammelten sich die empörten Studierenden auf dem Rektoratsparkplatz, mal hinter der Neuen Aula oder auch vor der Universitätsbibliothek. Da der Rektor keine Konfrontation mit den Studierenden und vermutlich ganz besonders keine negative öffentliche Aufmerksamkeit möchte, hat sich der Kontakt mit dem Sicherheitsdienst der Universität und der Tübinger Polizei meistens auf ein nettes abendliches Gespräch reduziert. Es bleibt abzuwarten, ob Rektor Engler zu seinem Wort steht und „schnellstmöglich für die Behebung der festgestellten Mängel Sorge tragen“ wird. Sicher ist allerdings, dass er sich auf ein heißes Sommersemester einstellen kann, wenn das Clubhaus bis dahin nicht saniert ist.

V on J an -D avid B akker & J ohannes D ebelius

Studentenleben


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Wo befinden sich die Tübinger Studenten während der Notenbekanntgabe?

Die Praktikantin ist genervt. Da weist ihr Transcript nur Einsen auf und dann so etwas: Schon den ganzen Morgen durfte sie entweder Kaffee kochen oder den Kopierer betätigen.

Der Chiller lässt seine Füße im Swimmingpool baumeln. Gerade hat er sein Hemd wieder angezogen – die SüdseeSonne brennt ziemlich stark. Er trinkt lieber noch von dem lokalen Gebräu, anstatt sich den verdienten Urlaub von möglicherweise schlechten Noten verderben zu lassen.


45 Die Gescheiterte hatte sich das Studentenleben anders vorgestellt – eben mit Semesterferien und so. Die verbringt sie bisher jeden Tag mit Lernen. Ihr Gefühl sagte ihr, dass sie sämtliche Prüfungen des Haupttermins versemmelt hatte. Und wie das bei Frauen nun einmal so ist: Das Gefühl bewahrheitet sich, und zwar gerade.

Die Schieberin hat alles richtig gemacht. Sämtliche Prüfungen hat sie auf den Nachtermin geschoben. Im Moment telefoniert sie mit Kommilitonen, um zu erfahren, zu welchen Personen die zahlreichen Fünfen gehören. Zur Bildung von Lerngruppen kann sie nun jedenfalls aus einem riesigen Pool an Gescheiterten schöpfen.

Studentenleben


46 Die Soziale hat gerade keinen Kopf sich mit ihren Noten zu beschäftigen. Sie will ihren afrikanischen Schülern grundlegende Kenntnisse vermitteln. Endlich kann sie ihr universitäres Wissen praktisch anwenden.

Der Internationale sucht schon seit Tagen irgendwo im Nirgendwo des Outbacks nach Empfang. Bisher fand er keine Funk-Quelle. Derweil sollte er wissen, ob er seine Backpacker-Reise früher als geplant beenden muss.

Das Muttersöhnchen ist schlecht gelaunt. An der Uni kommt er nicht richtig zurecht. Mit seinen Ergebnissen ist er unzufrieden, wie mittlerweile auch mit seiner Mama. Sie hat nämlich schon wieder vergessen für den Sohnemann zu kochen.

V or der L inse : A nna B öhm , M arianne B onev , S abine E ppinger , D aniel G osert , S ebastian G raf , A madeus M üller H inter der L inse : K atja M ayer T ext : A madeus M üller


Mit dem Semesterticket unterwegs:

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Die Schlösser-Tour Man nehme den Zug nach Unterjesingen. Dabei habe man das Semesterticket in der Tasche und zeige es gegebenenfalls dem Schaffner. Des Weiteren fahre man bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Man genieße dies und schön wird ein schöner Tag. Es fehlt nur noch die Würze. Aber in Unterjesingen sind wir schon einmal angelangt. Wir passieren die Kirche, lassen Unterjesingen hinter uns und erhaschen zwischen den Weinreben hindurch einen Blick auf das Schloss Roseck, dem ersten Ziel des Tages. Für gewöhnlich befinden sich Schlösser in einer exponierten Lage, wollte doch der herrschende Bauherr auf sein Land und seine Untertanen herabblicken. Dies zwingt uns also jahrhundertealte Weinberge hinaufzustapfen und gelegentlich unter jahrzehntealten Kirschbäumen süßen Schatten zu suchen.

Wenige Kilometer weiter liegt das bewirtete Schloss Hohenentringen, welches gemütlich und mittlerweile gemäßigteren Schrittes über einen Waldweg erreicht werden kann. Von der ehemaligen Burganlage, in der früher einhundert Leute hausten, schweift unser Blick über Entringen und das Gäu bis zum Schwarzwald. Viele Wege führen von hier aus zurück nach Tübingen. Der Müde bevorzuge die Bushaltestelle in Hagelloch; der Naturfreund durchstreife Streuobstwiesen und verzichte auf jedweden Transport; ja und der Durstige gehe wie er gekommen ward.

Mit etwas Glück hat gerade der Moschtbesa beim Schloß Roseck geöffnet. Dort sollte sich der Durstige einen steinernen Krug voll Most holen, sich auf eine steinerne Mauer setzen und seine Füße sowie seine Seele baumeln lassen.

Studentenleben

V on A madeus M üller


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Prince Of E. Wer schreitet so late im Dunkeln der Nacht, mit ´ner Aura voll power und riesiger Macht? Was hält er da sicher und fest in der Hand? I know, wer´s ist, I hab ihn erkannt. Es ist der Prince, der Prince of E, hält fest umschlungen ein Sigma, ein Pi. Kommt drohend mit großen Schritten zu mir. Nun gibt’s kein Entrinnen aus seinem Visier! Was mach ich hier einsam? What should I do? Bloße Angst schnürt mir die Kehle zu. Ich schaue mich um, bin ganz allein, soll das nun wirklich mein Ende sein? Dort droben, ganz oben, da seh´ ich ein Licht. Und hör´ eine Stimme, die leis zu mir spricht. Es ist my friend W Punkt, mein Retter in Not, er immer mir bringt ein Hilfsangebot. Mein Freund, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst, W Punkt du den Prince drüben nicht? Den Prince of E. mit ´nem wicked blick! Mein Freund, wo bleibt denn heut dein Geschick! Du liebes Kindchen, komm geh’ mit mir! Gar schöne Spielchen, spiel ich mit dir, die interest rate schieben wir auf und ab und halten so die Wirtschaft auf Trab. Oh W Punkt, oh W Punkt, oh hörest du nicht, was Prince of E. mir da leise verspricht? Sei ruhig, bleib ruhig, my dearest friend. Wohl spricht er nur vom Wachstumstrend. Willst, feines Kind, du mit mir geh´n? Bei meinen Brokern wirst du alles verstehn. They explain dir alles auf Verderb und Gedeih, wie aus Stroh wird Gold, demand und supply. Oh W Punkt, so hilf mir. Jetzt fasst er mich an, Wo bleibt denn today dein Masterplan? Wir müssen was tun, sonst ist es zu spät. Hörst du nicht auch schon den Gockelhahn krähn? Doch plötzlich falle ich elend lang tief Und merk, dass es war bloß a dream als ich schlief. Die Augen ich öffne und erkenne mit Schreck, dass im house made of Kupfer ich sitze grad fest.

V on K atharina B arrios


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Keine Krisenkrise Damals, Ende 2009: Noch kriselt es. Wen wundert´s, befinden wir uns doch laut Spiegel in einer Dauerkrise. Die Banken-, beziehungsweise Finanzkrise und die daraus resultierende Wirtschaftskrise bewegten ein Unternehmen auf der Schwäbischen Alb gar dazu, das Firmengelände nicht mehr von teuren Landschaftsgärtnern pflegen zu lassen, sondern ganz ohne Kosten von zotteligen Kühen. Ökologisch vorteilhaft. Doch halt! Die lauen, methangeschwängerten Lüftchen der Milchgeberinnen verstärken die Klimakrise. Landschaftsgärtner buhlen plötzlich mit wiederkäuenden Rindviechern um Arbeit. Noch immer liegt eine Arbeitsmarktkrise in der verpesteten Luft. In China gibt es sogar schon eine Luftkrise. Des Weiteren sind die vierbeinigen Biester maßgeblich an der Milchkrise beteiligt. Der regulierte Milchmarkt hat ein zu großes Angebot, aber auch das Konsumklima könnte unterkühlt sein. Würde nur das vermaledeite Ausland mehr Maschinen und Autos kaufen, dann gebe es keine Maschinen- und Autokrise. Jedenfalls hätte die Republik keine Exportkrise sowie Wachstumskrise zu verdauen. Und die politische Führung (wahrscheinlich) keine Regierungskrise, die ja mit einer Ehekrise durchaus vergleichbar zu sein scheint. Momentan ist jene Person, die augenscheinlich die Hosen an hat, in einer erklärungsbedürftigen Führungskrise. Heute, zwei Jahre später: Eine Krisenkrise ist nicht in Sicht. Trotz Nahrungsmittelkrise in einigen Staaten spitzt sich die Bevölkerungskrise weiter zu: Vor kurzem kam Erdenbürger Nummer 7.000.000.000 auf die Welt. Doch was ist das für eine

Welt? Die Lybien-Krise wird mit Gegengewalt beendet, während die Syrien-Krise keine Hilfspakete zugeflogen bekommt. Unterdessen binden die seit menschengedenken unabhängigen Schweizer wegen einer Währungskrise ihren Franken an den Euro. Etwas stimmt nicht mit unserer Welt. Der Kapitalismus steckt in einer Systemkrise, sichtbar an der Staatsschuldenkrise. Die Euro-Krise nimmt durch die Griechenland-Krise ihren Anfang. Dort schlägt die Anleihenkrise zu, was wiederum zu Turbulenzen am Aktienmarkt, ergo zu einer Aktienkrise führt. Schon verdunkelt sich die Sonne am Konjunktur-Horizont. Jedenfalls befinden sich deutsche Hersteller in einer Solarkrise. Andere Wirtschaftszweige haben dagegen mit einer Fachkräftekrise zu kämpfen. Würde Deutschland nur endlich und endgültig die Bildungskrise hinter sich lassen, dann wäre die Nachwuchskrise passé! Aber bei überfordernd vielen Krisen will man ja von Zukunftskrisen nichts wissen. Obwohl: Die Medien vertuschen ihre Medienkrise indem sie weiter und weiter Krisen heraufbeschwören. Aber was würde mit uns modernen, multimedialen Menschen bei einer Krisenkrise passieren? Richtig, die Krise bekämen wir nicht.

Kolumne

V on A madeus M üller


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Wort zum WiWi Nr. 61