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N°77

Dezember 2019

WIWI

Wort zum

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaft


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Liebe Studierende, Wenn es draußen kalt und mit jedem Tag früher dunkel wird, kommt die 77. Auflage des „Wort zum Wiwi“ gerade richtig. Also macht euch einen heißen Tee, Kakao, Punsch oder Glühwein, kuschelt euch aufs Sofa und lasst mithilfe unserer Zeitschrift das vergangene Semester nochmal Revue passieren. Wir transportieren euch gedanklich zurück in die sonnigen Sommermonate, die mit dem Stocherkahnrennen, dem Grillfest und den Wiwilympics ein voller Erfolg waren. Nach den Semesterferien begann traditionell das Wintersemester mit den Ersti-Wochen, über die auch hier berichtet wird. Außerdem erwarten euch wie immer auch in dieser Ausgabe Erfahrungsberichte unserer Studierenden über ihre Praktika und Auslandssemester. Und um auch die Uni nicht zu kurz kommen zu lassen, sind auch ein paar Neuigkeiten über Projekte und weiteres vom Dezernat enthalten. Ein großer Dank gilt wie immer allen Autoren und Korrektoren unserer Berichte, ohne die ein so umfangreiches Heft gar nicht möglich wäre. Zu guter Letzt wünschen wir euch noch eine erfolgreiche Prüfungsphase.

Samu & Jenny

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Fachschaftsthemen Semesterbericht Kurzbericht StuKo Erstieinführung Erstihütte Mastereinführung WiWilympics Grillfest Stocherkahnrennen

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Studieren an der WiWiFakultät Blick über den Tellerrand Computergestützte Methodenkompetenzvermittlung

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Das Prüfungsamt informiert Prüfungsergebnisse SS 2019

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Erfahrungen aus der Praxis Mein Praktikum bei der hkp/// group Mein Praktikum bei VW

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Auslandsberichte Mein Praktikum in den USA Mein Auslandsemester in CA

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Sonstiges Unterwegs mit dem Semesterticket Durchschnittsfachschaftler


Semesterbericht Sarah Engelbart & Tobias Fauss Gleichzeitig mit den ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen und den langsam ergrünenden Bäumen kehrten im April auch die Studierenden wieder nach Tübingen zurück und schnell war erneut ein aufgeregtes und lebhaftes Erzählen in den engen Gassen der Altstadt zu hören. So startete auch für uns als Fachschaft ein neues Semester mit vielen Veranstaltungen und Sprechstunden, unserer Arbeit in den verschiedenen Gremien und den wöchentlichen Sitzungen am Montagabend. Mit der Hilfe der gerade aus ihren Auslandssemestern und den anschließenden Praktika zurückgekehrten Studierenden konnten wir Ende April direkt mit dem ersten Fachschaftsevent in das Sommersemester starten: unserem Auslands- und Praktikainfocafé. Die Veranstaltung wurde von den frisch gebackenen Zweitis sehr positiv angenommen und es gab viel anerkennendes Feedback für die interessant aufbereiteten Vorträge und Tipps der Fachschaftsmitglieder. Motiviert durch diesen Start konnten wir direkt am nächsten Tag mit dem kompletten Fachbereich den Semesteranfang im Schwarzen Schaf feiern. Bei guter Musik, ausgelassener Stim-

mung und dem ein oder anderen Bier sowie Cocktail war der Abend für alle Beteiligten – wie jedes Semester – ein voller Erfolg. Anfang Mai verbrachten wir im Rahmen unseres jährlichen fachschaftsinternen Teambuilding-Events ein Wochenende auf der Schwäbischen Alb. Dort tauschten wir in verschiedenen Workshops zum Sponsoring, zur Gradparty und der Gremienarbeit neue Ideen aus und stimmten uns auf das gerade begonnene Semester ein. Außerdem konnten sich in entspannter Atmosphäre insbesondere die neuen Zweitis und die gerade aus dem Ausland- oder Praxissemester zurückgekehrten Studis besser kennenlernen und wir als Fachschaft so unser Gemeinschaftsgefühl weiter stärken. Anschließend veranstalteten wir unseren ersten Workshop mit unserem Kooperationspartner SOLCOM zum Thema Recruiting und Vertrieb. Währenddessen bekamen die Teilnehmer einen sehr praxisnahen Einblick in die Arbeit eines Personalers und eines Vertrieblers und konnten bei verschiedenen Gruppenaktivitäten das neue Wissen direkt anwenden. Der Workshop war direkt ein Erfolg und wir freuen uns schon auf die in

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diesem Wintersemester anstehenden Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit SOLCOM. Jedes Semester veranstalten wir als Fachschaft an einem der vielen Donnerstage unser Clubhausfest, zu dem wir alle Studierenden – egal, ob WiWi oder nicht – herzlich einladen. Auch dieses Semester verbrachten wir bei Bier und Sangría zu kleinen Preisen in studentischer Atmosphäre einen sehr lebhaften und lustigen Abend. Anschließend fand Ende Mai erneut eines der beliebtesten Events unserer WiWi-Fakultät, die WiWilympics auf der Anlage des Sportinstituts statt. In diesem Rahmen treten hauptsächlich Wirtschaftsstudierende, aber auch Studierende anderer Fakultäten in Teams im Volleyball und Fußball gegeneinander an. Die diesjährige Veranstaltung wird definitiv in Erinnerung bleiben, denn leider zog uns das Wetter einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Trotz des strömenden Regens herrschte aber eine ausgelassene Stimmung! Leider mussten wir die WiWilypmics letztendlich doch früher beenden, da aufgrund des Wetters auch nach einer Pause nicht an ein Fortsetzen zu denken war. Wir möchten uns in diesem Rahmen

noch einmal ganz herzlich bei allen Teilnehmern und insbesondere auch bei den motivierten Studis bedanken, die sich bis auf die Knochen durchregnen ließen, um uns beim Abbau zu unterstützen! Zum zweiten Mal feierten wir Ende Juni im Escape-Club unsere legendäre Gradparty, die wir jedes Semester für die WiWi-Absolventen veranstalten. Schick zurechtgemacht verbrachten die Absolventen gemeinsam mit vielen Studierenden anderer Semester eine Nacht, an die wir uns alle lange erinnern werden, und konnten so ihre Zeit in Tübingen auf eine ganz besondere Art beenden. Wir hoffen sehr, einige von ihnen bald wieder bei uns im schönen Tübingen begrüßen zu dürfen – egal, ob nur für einen Besuch oder auch für einen kompletten Master. Natürlich sind wir als Fachschaft auch in einigen Gremien des Fachbereichs, der Fakultät und der Universität vertreten, um uns dort für die Interessen der Studierenden einzusetzen. Daher waren die Wahlen zum Senat und zum Fakultätsrat am 02. und 03. Juli für uns von sehr großer Bedeutung. Mit Noah und Robert als Kandidaten für den Fakul-

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tätsrat führten wir einen erfolgreichen Wahlkampf, an dessen Ende Noah als Mitglied des Fakultätsrats und Robert als sein Stellvertreter von den Studierenden unserer Fakultät gewählt wurden. Um die entspannte Zeit des Semesters abzuschließen und den Beginn der Prüfungsphase einzuläuten, kamen im Rahmen unseres Grillfests auf dem Parkplatz des Dekanatsgebäudes noch einmal Studierende, Professoren, Dozenten und Mitarbeiter zusammen, um bei sommerlichen Temperaturen einen gemütlichen Abend zu verbringen. Dabei verliehen wir wie jedes Jahr den Lehrpreis unserer Fachschaft, den WiWi-Impuls, an Herrn Dimpfl, Herrn Bleher und Professor

Grammig für ihr Projekt zur computerbasierten Methodenkompetenzvermittlung. Erneut herzlichen Glückwunsch dazu! Abschließend möchten wir uns ganz herzlich für dieses tolle und erfolgreiche Semester bei Euch bedanken und hoffen, Ihr hattet genauso viel Spaß wie wir!

Kurzbericht StuKo Am 11. November 2019 fand die erste Studienkommissionssitzung des laufenden Semesters statt. Nun folgend ein paar der wichtigsten Punkte, die während der Sitzung besprochen wurden.

zu betrachten. „Die Romanistik hat inzwischen zugestimmt, dass Studierende die Übersetzungsübung Ital.-Dt./Span.-Dt./Frz.-Dt. durch einen ihrem Niveau angemessenen Kurs am FSZ ersetzen können. Mit der Slavistik gab es Gespräche, die dazu geführt haben, dass nur noch 15 statt 18 ECTS-Punkte erworben werden müssen. Neben dem Aufbaumodul Erstsprache (9 ECTS-Punkte) müssen die Studierenden künftig zwei Vorlesungen (Sprach- und Literaturgeschichte) belegen und erhalten 6 benotete Credits. Das Proseminar wird zur freiwilligen Leistung. Zudem kann künftig neben Russisch, Polnisch und Serbokroatisch auch Tschechisch gewählt werden.“

Seit dem ersten Oktober, haben die Lehrstühle die Möglichkeit, ihre Unterlagen auf Alma, statt auf Campus hochzuladen. Der endgültige Wechsel auf Alma erfolgt am 20. Januar 2020, wenn die Vorlesungen für das Sommersemester freigeschaltet werden. Im laufenden Semester sind Prof. Biewen, Prof. Stadler und Prof. Stähler im Forschungssemester. Im Sommersemester 2020, befinden sich Prof. Wamser und Prof. Merlo im Forschungssemester. Für Ersatz der Lehrveranstaltungen ist gesorgt.

Die Uni Tübingen bietet nun ein Kooperationsseminar mit der Uni Hohenheim an. So kann im Masterstudium statt dem Kurs E431 Open Economy Macroeconomics,derKursInternationalMacroeconomics gewählt werden.

Vom 14.Oktober bis 31.Januar läuft das CHE-Ranking für die Wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge an der Uni Tübingen. Die Teilnehmenden werden zufällig ausgewählt und per E-Mail benachrichtigt. Die Teilnahme ist sowohl für die Uni als auch für uns Studenten positiv

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Robert Adam

Des Weiteren gibt es nun für Masterstudenten die Möglichkeit das Zertifikat

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„Weltethos in Unternehmen und Organisationen“ mit Fokus auf „Responsible Leadership“ zu erreichen. Hierfür müssen drei Seminare zu je 5 ECTS belegt werden.

Der Fachbereichsvorstand hat ein zentrales Verfahren zur Vergabe der Masterarbeit getestet, und wird dies nun im folgenden Semester fortsetzen. Hierbei gehen die Masterstudenten nicht mehr direkt auf die Professoren zu, um ihre Masterarbeit anzumelden, sondern geben in einem zentralen System ihre Präferenzen an

Das neue Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen bietet nun im Rahmen der Schlüsselqualifikationen verschiedene Kurse im Bereich der Datenerhebung,analyse und Visualisierung an.

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Nach momentanem Stand wird der Umbau der Mohlstraße 36 im Sommer 2022 abgeschlossen sein

Das Projekt „Computergestützte Methodenkompetenzvermittlung für Studienanfänger in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen“ von Prof. Grammig, PD Dr. Dimpfl, sowie Johannes Bleher hat den Universitätslehrpreis gewonnen. Wir gratulieren an dieser Stelle.

Der PC-Pool verfügt nun über leistungsfähigere Rechner (i7-Prozessor, 64GB RAM, 512GB SSD). Die Software sollte bereits neuinstalliert vorliegen. Der Raum U009 in der Nauklerstraße 47 steht nun als Aufenthaltsraum für Studenten offen.

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Erstieinführung

Jenny Mozer & Gabriel Weschle

Auch in diesem Jahr kamen wieder 250 hochmotivierte Erstis nach Tübingen, um Wirtschaftswissenschaft zu studieren. Damit ihnen der Einstieg in das Studentenleben leichter fällt, organisierten wir unsere traditionellen Erstiwochen. Diese begannen mit den Infocafés zu den jeweiligen Studiengängen, die den Studierenden einen Überblick über die wichtigsten Infos ihres Studiums und uns als Fachschaft verschafften. Anschließend ging es weiter zu den Stammtischen in Schmitz´ Katze und Irish Pub, um sich mit neugewonnenen Freunden underfahrenenFachschaftlernauszutauschen, ein oder mehrere Feierabendbierchen zu trinken und gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen.

Am Mittwoch war dann die Stadtrallye angesagt. Trotz Regenwetters kamen über 200 Erstis, um spielerisch unsere geliebte Stadt Tübingen zu erkunden und ihre Kommilitonen besser kennenzulernen. An Stationen wie Karaoke, Eierlauf, Pantomime, Kartenknutschen, und vielen mehr, konnte in Gruppen Punkte gesammelt werden, die am Ende einer der sechs Gruppen den Sieg und einen von Red Bull gesponserten Gutschein für eine Hausparty einbrachten. Natürlich kamen auch an diesem Tag das Bier und der Spaß nicht zu kurz. Wie auch schon im letzten Jahr, folgte am Donnerstag die allseits beliebte Kneipentour. In 15 Gruppen, die nach Kindheitsserien eingeteilt waren, führten je 2

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erfahrene Fachschaftler unsere Erstis durch die Kneipenlandschaft Tübingens. Nach und nach lockerte sich, vermutlich bedingt durch den steigenden Pegel, die Stimmung auf und zum Absch(l)uss trafen sich alle Gruppen im Schwarzen Schaf wieder und feierten feuchtfröhlich bis ins Morgengrauen.

in Tübingen aussieht. Am Dienstag standen die ersten beiden Vorlesungen auf dem Programm und als diese erfolgreich überstanden waren, musste das natürlich gefeiert werden. Dafür lieferte die Ersti-Party im Friedrichs die perfekte Location. Trotz der frühen Makro-Vorlesung am nächsten Morgen, wurde ausgelassen bis tief in die Nacht gefeiert.

Zusammenfassend war die diesjährige Ersti-Einführung ein voller Erfolg. Aus dem Feedback der Erstis dürfen wir schließen, dass alle viel Spaß hatten und auch wir Fachschaftler haben die Wochen sehr genossen.

Zum Ausklang und Auskatern der ErstiWoche trafen wir am Freitagmittag auf dem Parkplatz der Nauklerstraße 47 zu einem entspannten Grillfest zusammen. Bei Sonnenschein, Salaten und Brötchen ließ man sich das Gegrillte und mal wieder das ein oder andere Bier schmecken. Außerdem lieferte das erst zum zweiten Mal veranstaltete Grillfest den optimalen Rahmen, um noch einmal in gemütlicher Atmosphäre zu plaudern und neue Freundschaften zu schließen. Zu späterer Stunde wurde durch ein episches Fachschaftsmatch das Bierpong und Flunky Ball Spielen eingeläutet. Am Montag ging es dann endlich richtig los. Bei der offiziellen Begrüßungsveranstaltung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft wurden die neuen Erstis willkommen geheißen und nach Tagen der Feierei zeigte die Fachschaft amüsant, wie das wahre Studentenleben

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Erstihütte

Lisa Baumann

Der eine oder andere im ersten Semester mag sich in der morgendlichen Rechnungswesen-Vorlesung am Montag, den vierten November, gewundert haben, wo die überschwängliche Motivation seiner Kommilitonen herkam. Grund dafür war zweifellos die Rückkehr von 43 Erstsemestlern, die von 13 Fachschaftlern auf ein Wochenende Irgendwo im Nirgendwo entführt worden waren.

die Fachschaft mit den Vorzügen der schwäbischen Küche, Käsespätzle mit Röstzwiebeln, verwöhnte. Gut gesättigt und mit steigendem Pegel, teilten sich die Koch- und Spüldienste quasi von selbst ein. Für die Belegung der recht unbeliebten Schicht am Samstagabend, fand sich die elegante Lösung, das Mörderspiel, welches sich über die nächsten zwei Tage ziehen sollte, entscheiden zu lassen. Jeder von uns zog drei Personen, die man töten sollte, indem man ihnen einen Gegenstand in die Hand gab. Diejenigen, welche zuerst den Löffel abgaben (oder eher annahmen) traf es also doppelt. Als Icebreaker und Eröffnung des Abends hatten wir unseren Spaß bei den traditionellen Ersti-Hütten-Kennenlernspielchen. Für viel Gelächter sorgten vor allem ein Spiel mit dem Fachschafts-Maskottchen und die pikanten Fragen beim Speed-Dating. Mit schwindender Aufmerksamkeit wurden die Ersten mit Bierpongbällen, Handys oder Bierflaschen getötet, was die Überlebenden umso mehr freute, da man dem Küchendienst entgangen war. Das sogenannte „Taghaus“ wurde zu einem Club verwandelt und die Bierliste (und auch wir) füllten sich so langsam, bis es in den frühen

Mit einer großen Menge Verpflegung, einem Kühlwagen voll flüssiger Nahrung und der Vision, die Erstis bestmöglich auf das bevorstehende Studium vorzubereiten, lotste uns die Fachschaft am Freitagnachmittag durch die Dörfchen BadenWürttembergs in Richtung Süden, bis wir an unserem Zielort, einer Selbstversorgerhütte bei Horgenzell, ankamen. Schnell war klar, dass wir uns an einem Ort jenseits von Handyempfang und Zivilisation, wenn man von unseren Nachbarn auf der Weide absah, befanden. Genauso zusammengewürfelt wie die Teilnehmer fiel auch die Zimmeraufteilung aus, die keineswegs dem Grundsatz der Geschlechtertrennung folgte. Die verbleibende Zeit bis zum Abendessen wurde höchst sinnvoll verbracht, bis uns

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Morgenstunden auch die Letzten (mehr oder weniger gerade laufend) ins Bett schafften. Nach denkbar kurzer Nacht, standen schon früh morgens hochmotivierte Fachschaftler mit voll aufgedrehter Musikbox in unseren Zimmern, während es bei Einigen von den Erstis schon daran scheiterte beide Augen zu öffnen. Nach einem stärkenden Frühstück führte uns der ausgeschlafene und äußerst ortskundige Robert auf die traditionelle „KaterWanderung“ durchs Horgenzeller Hochland. Den Nachmittag genossen wir in der halbstündig entfernten „SchwabenTherme“, wo die letzten Auswirkungen der vergangenen Nacht noch beseitigt wurden. Mehr oder weniger erfrischt und munter, aber wenigstens sauber, traten wir den Rückweg zur Welt abseits der Welt wieder an. Nach einem (mal wieder sehr schwäbischen) Abendessen, bereiteten sich alle für die bevorstehende Mottoparty zum Thema „Sei ein Song“ vor. Von „YMCA“ bis hin zu „Jesus is King“ waren alle Jahrzehnte vertreten, wobei die Gummibärchenbande definitiv die Stars der Party waren. Zur Auf- und Anheiterung lieferten wir uns noch ein Bierpongturnier und auch an diesem Abend ging es wieder recht ausgelassen zu. Der

nächste Morgen ließ nicht lange auf sich warten. Bevor wir allerdings zurück nach Tübingen fahren konnten, um uns unsere wohlverdiente Portion Schlaf zu gönnen, musste das Haus noch blitzblank geputzt und von den Spuren der letzten Nächte befreit werden. Die hygienischen Erwartungen wurden maßlos übertroffen und wir konnten uns guten Gewissens und nahezu ohne Restalkohol auf die Heimfahrt begeben. Abschließend lässt sich sagen, dass dieses Wochenende ein voller Erfolg war, wir uns nur nochmal bei der Fachschaft bedanken können und dass wir es alle (sofern das möglich ist) in guter Erinnerung behalten werden.

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Mastereinführung

Michael Gröger

Einführung

Infocafés

Wie jedes Wintersemester organisierten wir von der Fachschaft auch eine Einführung für die neuen Masterstudierenden, die nach Tübingen kommen, um den zweiten wesentlichen Teil ihres Studiums zu absolvieren. Neben einem „How-to Uni Tübingen“ war es unser Ziel, den neuen Studierenden weitere Plattformen zu bieten, ihre Kommilitonen und Tübingen besser kennenzulernen.

Der erste Berührungspunkt mit den neuen Studierenden sind traditionell die Infocafés. Dort stellen wir uns im Rahmen der Begrüßung durch die Uni mit unseren Aufgaben und Aktivitäten vor. Beim anschließenden Stammtisch im Irish Pub tauschte man sich bei einem Drink gemütlich über die Erlebnisse der ersten Tage in Tübingen aus.

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Kneipentour

Erste Sitzungen der Fachschaft

Das Highlight der Mastereinführung ist die alljährliche Kneipentour. Hier mussten wir auch die harte Lektion lernen, wie schwer es einzuschätzen ist, wie viele Personen zu einem eher frei organisierten Event erscheinen. Dass es zusätzlich wie aus Eimern regnete, stimmte uns nicht gerade zuversichtlicher. Aber dennoch: Wir hatten die Motivation der Masteranden deutlich unterschätzt! Es kamen viele nette und vor allem motiviere Leute zu unseren Touren. Dadurch wurde es in den Kneipen etwas kuscheliger, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat. Nachdem wir die Tübinger Barszene ausführlich erkundet hatten, ging es ins Friedrichs zu unserer Erstsemesterparty. Dort wurde zu satten Beats bis in die Morgenstunden gefeiert und getanzt.

Da wir als Fachschaft die verschiedenen Interessen aller Studierenden im Fachbereich vertreten wollen, freut es uns immer sehr, wenn sich in den Sitzungen Studierende aus den verschiedenen Studiengängen und Fachsemestern zusammenfinden. Auch aus den Masterstudiengängen konnten wir in der ersten Sitzung einige bekannte Gesichter begrüßen, von denen sich manche nun bereits für unsere Interessen in universitätsweiten Gremien einsetzen. Falls du also auch noch Interesse hast, egal ob Bachelor oder Master, komm gerne bei uns montags um 20:15 in den Gebhard-Müller-Saal zu einer unserer Sitzungen. Wir freuen uns auf dich!

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WiWilympics Am Samstag, dem 22.6.2019 war es mal wieder Zeit unsere Stollenschuhe zu schnüren und die Volleyballnetze zu spannen, denn es hieß wieder „Ran an den Ball“! Zum 15. Mal lud die Fachschaft zu den Wiwilympics - unserem alljährlichen Fußball- und Volleyballturnier - ein. Hunderte Sportbegeisterte (und die, die es noch werden wollten) kamen zu den Sportplätzen des Sportinstituts der Universität Tübingen um ihr Können im Fußball und Volleyball unter Beweis zu stellen. Während die Sportlerinnen und Sportler sich auf den Plätzen für ihre Spiele aufwärmten, sorgte die Fachschaft am Grill für ordentlich Hitze, um die zahlreichen Gäste mit Essen und Getränken zu versorgen. Als die Musik schließlich auch noch spielte, stand einem Nachmittag voller spannender Duelle nichts mehr im Wege. Trotz leicht regnerischem Wetter und dezenten Startschwierigkeiten am Grill, ließen wir uns die Stimmung nicht versauen. Ab 12:30 Uhr durften die VolleyballteamsaufdenSandplätzengegeneinander antreten und eine halbe Stunde später wurden dann auch die ersten Fuß-

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Jonathan Pilz

Grillfest

ballspiele angepfiffen. Voller Motivation und Heißhunger auf den Sieg, ließen die Teams keinen Punkt unangefochten. Vom Spielfeldrand wurden die Spielerinnen und Spieler von ihren Fans und Freunden tatkräftig angefeuert, was natürlich noch mal zusätzlichen Ansporn brachte. Leider jedoch fing es dann nachmittags an, zu regnen. Was mit einem leichten Schauer begann entwickelte sich jedoch immer mehr zu einem strömenden Regen. Letztendlich war es für die Mannschaften nicht mehr möglich weiterzuspielen, weswegen das Turnier vorzeitig beendet werden musste.

Kurz vor Ende des Sommersemesters 2019/20 organsierte die freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaft das alljährliche Grillfest an unserem Standort in der Nauklerstraße.

Trotz des frühzeitigen Endes des Turniers, war es bis dahin ein großer Spaß für alle und ein Riesenerfolg. Schon jetzt freuen wir uns aus der Fachschaft auf den nächsten Sommer – diesmal hoffentlich bei strahlendem Sonnenschein - wenn es für uns alle wieder heißt „Ran an den Ball“!

Neben Musik, Grillgut von einer Metzgerei aus Tübingen und Getränken wurde dieser sommerliche Tag in vollen Zügen genossen. Es herrschte eine gute Stimmung und die rege Kommunikation, die auch zwischen Professoren und Studierenden stattfand, war ein weiterer toller Beweis dafür, dass die Synergie zwischen Dozenten und Studis einfach passt.

Noah Yousefy

Zum Ende wurde, wie jedes Jahr üblich ein Newton Pendel von Seiten der Fachschaft vergeben. Dabei handelt es sich um einen inoffiziellen Preis, welcher für ein innovatives Projekt eines Professors (oder Professorengruppe) verliehen wird. Dieses Jahr gewann das Team bestehend aus Dr. Dimplf, Herrn Bleher und Prof. Dr. Grammig den Award für den JupyterHub, welchen Sie vor dem Wintersemester 2018/19 entwickelt haben. Dies ist eine Onlineplattform, die den Tübinger Studenten einen angemessenen Einstieg in die Programmiersprachen Stata, R und Python ermöglicht.

Hierbei geht es um ein gemütliches Gettogether, bei dem hauptsächlich WiwiStudierende jeden Semesters, Professoren, Mitarbeiter der Fakultät als euch Freunde eingeladen wurden. Es ist immer wieder eine tolle Gelegenheit, um Mitstudierende aus anderen Semestern als auch andere wirtschaftsinteressierte Persönlichkeiten kennenzulernen.

Alles in allem war der Tag ein voller Erfolg und jeder der Anwesenden hatte viel Spaß. Ich bedanke mich bei Sarah Diederich für die Mithilfe bei der Organisation dieses Events und bei allen Mitgliedern der Fachschaft, für den eifrigen Einsatz beim Grillstand und der Getränkeausgabe!

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Stocherkahnrennen Michaele Diehl & Clarissa Heinemann Nach wochenlangem hartem Training war es endlich soweit: Das Team der Fachschaft Wirtschaftswissenschaft ging mit ihrem Kahn „Ekahnomics“ an den Start des Stocherkahnrennens 2019. Schon auf dem Weg zur Startlinie verloren wir beinahe unseren wichtigsten Mann als sich unser Holzstab ungeschickt im Grund des Neckars verhakte. Trotz dieses anfänglichen Schocks konnten wir die Kostümparade vom Neckar aus voll und ganz genießen und setzten unsere Reise zur Startlinie fort. Dort angekommen, brachten sich alle Teams in ihre Startposition. Das Ordnen in numerischer Reihenfolge stiftete bereits Verwirrung bei einigen Teams und sorgte für viel Chaos. Wir als Wirtschaftswissenschaftler*innen mit hervorragenden Mathekenntnissen meisterten diese weitere Hürde jedoch mit Bravour. Nachdem sich das Feld selbst gestartet hatte, gingen die ersten Rangeleien los. In einem Affenzahn brausten wir den Neckar hinunter geradewegs auf das Nadelöhr zu. Dort angekommen,nahmenwiraufgrundunserer leichten und ruhigen Art mühelos die erste Durchfahrt. Sobald wir jedoch die zweite in Anlauf nahmen, standen wir

vor einem kleinen Problem: 40 Kähne versuchten sich gleichzeitig durch eine ca. drei Meter breite Verengung zu zwängen. Dass dies nicht ganz aufgehen konnte, zeigte sich schnell. Die Situation ähnelte einem Schlachtfeld, in dem es sich anfühlte, als ginge es um Leben und Tod. Es wurde gekratzt, getreten und geschlagen und auch unser Team entwickelte teilweise ein ungeahntes Aggressionspotential. Langsam kämpften wir uns an den anderen Kähnen vorbei nach vorne. Als wir glaubten, das Schlimmste überstanden zu haben, rammte uns seitlich ein anderer Kahn. DiesenkonntenwirnurunterZuhilfenahme des gesamten Teams beiseiteschieben und schafften es so auf die Zielgerade. Nach dieser Odyssee erreichten wir schließlich unter Freudentränen die Ziellinie.

Im Ziel wurden wir mit diversen Erfrischungsgetränken empfangen, die aufgrund der Erschöpfung und Hitze bald ihre Wirkung zeigten. Zudem kühlten wir uns durch ein ausgiebiges Bad im Neckar ab, bei dem so manch ein Wertgegenstand, trotz ausführlicher Suche, für im-

mer im Neckar verschwand. Dieser Verlust konnte unsere Laune jedoch nicht trüben. Für uns war das Stocherkahnrennen 2019 ein voller Erfolg und wir hoffen auf eine würdevolle Nachfolge im nächsten Jahr, die das Team „Leicht und Ruhig“ ehrenvoll ersetzt.

*Platzierung laut offiziell veröffentlichter Rangliste **Beobachtung der restlichen Welt

Natürlich stellte sich alsbald die Frage, wie wir wohl abgeschnitten hatten. Um unsere finale Platzierung herauszufinden, führten wir eine empirische Studie durch. Deren Auswertung haben wir im folgenden Diagramm für euch zusammengefasst:

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Blick über den Tellerrand

Anna-Katharina Kothe

Die Unternehmenskontaktstelle der Fakultät organisiert jedes Jahr im Wintersemester das Event „Blick über den Tellerrand“. Dabei stellen sich die verschiedenen Initiativen, die für Studierende der Wirtschaftswissenschaften besonders interessant sind, kurz vor und erklären ihre Motivation und Aktivitäten. Der folgende Text wurde – leicht gekürzt – von Anna-Katharina Kothe auf Anfrage der Unternehmenskontaktstelle als Eröffnungsrede vorgetragen. Anna-Katharina studiert International Economics mit Middle Eastern Studies sowie Philosophie und Politikwissenschaft. Sie ist ein aktives Mitglied der Freien Fachschaft Wirtschaftswissenschaft und der Studierendeninitiative Rethinking Economics Tübingen.

Teil der Freien Fachschaft Wirtschaftswissenschaft, in der ich stellvertretend in der Studienkommission sitze, und ich begrüße euch als aktives Mitglied der Studierendeninitiative „Rethinking Economics Tübingen“, die hier heute auch mit einem Stand vertreten ist. Ich erinnere mich auch noch sehr gut daran, wie ich vor einigen Jahren den Bachelor hier in Tübingen begann und unglaublich erschlagen war am Anfang: neue Stadt, neue Leute, so viele Informationen, eine riesige Uni mit vielen Gebäuden, Abteilungen und Wörtern, die ich nicht kannte. Hinzu kommt natürlich noch das neue Studienfach: IEco, IBA oder EcoBa. Ich kann mich also gut in euch hineinversetzen und möchte euch versichern, dass das in zwei Wochen schon alles viel klarer aussehen wird.

Liebe Studierende der Wirtschaftswissenschaft!

Und da alles am Anfang so viel ist, ist es umso schöner, dass ihr heute alle hier seid. Denn es zeigt, dass ihr euch schon gut auskennt und euch trotz der anstrengenden Anfangswochen Zeit genommen habt, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Wir sind heute alle hier, denn

Auchvonmeiner Seite einherzlichesWillkommenanderwirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. Ich begrüße Euch heute als eure Kommilitonin, denn auch ich studiere Volkswirtschaftslehre hier; ich begrüße euch als

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wir wissen: ein Studium besteht aus viel mehr als Pflichtvorlesungen und den dazugehörigen Tutorien, zu jedem Studium gehören auch die außercurricularen Veranstaltungen: das fängt an bei der Kneipentour und endet beim Unisport – und eben den studentischen Initiativen, die sich heute präsentieren und vorstellen werden.

Erstens stelle ich die These auf, dass Möglichkeit verpflichtet. Es gibt so viele junge Menschen auf diesem Planeten, die sich die Finger danach lecken, auf einem dieser unbequemen Hörsaalhocker zu sitzen und das zu lernen, was jetzt in den nächsten Wochen an dieser Tafel stehen wird. Auch wenn ich die Erzählung der „Elite-Universität“, die hier gerne verbreitet wird, ungerne benutze, so stimmt es doch, dass wir weltweit zu einer kleinen Gruppe von Privilegierten gehören, die sich durch ein unfassbar breites Angebot weiter-bilden dürfen. Ich finde das sollte uns allen bewusstwerden und sich in unserem Engagement niederschlagen.

Warum also engagieren? Gründe gibt es sicher viele: zum Beispiel sich für die zukünftigen Arbeitgeber vorbereiten und den Lebenslauf aufpolieren. Vielleicht hat die eine oder andere auch noch zu viel Zeit und leere Felder im Stundenplan und weiß nicht, was sie damit anfangen soll. Sicherlich suchen einige von euch auch nach einem neuen sozialen Umfeld, nach Anschluss und Verbündeten mit ähnlichen Interessen, die dann zu Freunden werden. Dies alles sind hervorragende Gründe, sich in einer Initiative zu engagieren.

Möglichkeit verpflichtet also – Möglichkeit aber zu was? Uns wird durch die Initiativen zum einen ein neues Lernen ermöglicht. Für selbstorganisiertes studentisches Lernen steht die World Citizen School am Weltethos Institut sicher wie keine zweite Initiative in Tübingen. Menschen wie Frau Wilde, die das heutige EventorganisierthatundinihrerStudienzeit Rock Your Life gründete, werden euch versichern, dass es natürlich auf die fachlichen Grundlagen im Studium an-

Ich möchte heute euren Blick aber auf andere Gründe lenken, warum es sich für euch „lohnt“ bei einer Initiative aktiv zu werden.

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kommt, aber das eigentliche Know-How und die Expertise nur durch Selber-Machen entsteht. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der inhaltlichen und organisatorischen Seite in einem Themenfeld, die die Initiativen bedienen, lernen wir, was uns kein Professor in einer Vorlesung beibringen könnte.

sind zwei weitere Fragen entscheidend: Was für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften brauchen wir eigentlich? Und wer sind wir als Fachgemeinschaft? Die Studierendeninitiative Rethinking Economics weist auf einen wissenschaftlichen Diskurs hin, der die erste Frage berührt. Nicht politisch motiviert, sondern wissenschaftlich analysiert können der Lehre und Forschung in den Wirtschaftswissenschaften in Deutschland eine Monokultur der Theorieschulen nachgewiesen werden. Es handelt sich dabei um eine Dominanz der neoklassischen Theorieschule, die sich durch ein positivistisches Wissenschaftsverständnis und ein Set von streitbaren Annahmen über den Menschen und seine Umwelt auszeichnet. Die strikte Einteilung von Forschenden in vermeintlich klar abgegrenzte Theorieschulen bleibt fragwürdig und bedarf weiterer Diskussion. Nichtsdestotrotz fehlen außerhalb des neoklassischen Paradigmas stehenden Perspektiven weitreichend in der Forschung; in der Lehre werden den Studierenden kaum Chancen geboten, heterodoxe Wirtschaftswissenschaft kennenzulernen. Klar ist: Studierende sollen nie dazu genötigt werden, sich beispielsweise in die post-keynesianische Ökonomik oder Komplexitätsökonomik zu vertiefen. Aber alle Studierenden der Wirtschaftswissenschaft sollten die Ideengeschichte des eigenen Faches kennen und grundlegende Dogmen kritisch reflektieren können. Sie sollten ein Bewusstsein entwickeln für die Begrenztheit einer jeden Theorieschule in den Sozialwissenschaften und Schwächen und Stärken verschiedener Ansätze

Neben dem Lernen bietet sich aber noch eine weitere Möglichkeit im studentischen Engagement und das ist mein zweiter Punkt: Jede Initiative bietet die Möglichkeit, etwas zu verändern. Ihr seid die Fridays for Future Generation und der Gedanke, dass sich etwas ändern muss, dass wir neue Alternativen suchen müssen ist euch wahrscheinlich schon in der Schulzeit begegnet. Was zu verändern ist, hängt von der Initiative ab: es kann sich dabei um die soziale Marktwirtschaft handeln, die Chancen von sozial benachteiligten Kindern oder um die einseitige neoklassische Lehre an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät dieser Universität, wie bei Rethinking Economics. Denn, und das soll mein letzter Punkt sein, wir müssen auch darüber nachdenken, was es heißt in den heutigen Zeiten Wirtschaftswissenschaft zu studieren. Was haben wir für gesellschaftliche Aufgaben? Haben wir eine Verantwortung, angesichts von Klimaveränderungen, Rechtsdruck und Weltwirtschaftskrisen? Diese Fragen können – natürlich –hier nicht beantwortet werden. Diese Fragen braucheneineoffeneundöffentlicheDiskussion aller Studierenden der Wirtschaftswissenschaften. Neben den Aufgaben und Verantwortungen angehender Ökonominnen und Ökonomen

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gegeneinander abwägen können. Ich vertrete hier die These, dass die Frage nach dem Charakter unseres Studiums und anschließende Forderungen nach Veränderung nicht die Sache einer einzelnen Initiative ist, sondern Projekt aller Studierenden. Und damit auch das Projekt von Erstsemesterstudierenden, die ihr hier heute vor mir sitzt.

Organ des komplizierten Hochschulgefüges, als sachlicher Vermittler zwischen den Studierenden und Lehrenden. Gegen dieses Selbstverständnis ist nichts einzuwenden und die Fachschaft sollte ihre hochschulpolitisch neutrale Position nicht zu Gunsten einer oder mehrere Initiativen aufgeben. Allerdings vermisse ich eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstverständnis,einerpositivenFormulierung der eigenen Grundsätze. Steht das „frei“ in Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaft eigentlich nur für finanzielle Unabhängigkeit? Könnte es nicht auch für „frei von Dogmatismus“ stehen? Auch wenn ihr Makroökonomik und Technik des betrieblichen Rechnungswesens noch nicht bestanden habt, seid ihr Teil dieser Fakultät und bald vielleicht sogar Teil der Fachschaft; ihr seid ein wichtiger Teil und eure Präsenz zählt. Ihr seid eingeladen, das Selbstverständnis der WiWis neu zu definieren und euch einzumischen. Ich möchte Euch Veränderungswillen mitgeben, den Mut kritisch zu hinterfragen und den Blick über den Tellerrand zu wagen.

Und das führt weiter zur zweiten Frage: wer sind wir als Fachgemeinschaft? Wofür stehen wir und wo wollen wir die Akzente setzen im kommenden Jahr? Die Beschäftigung mit dieser Frage berührt die private Einstellung zum Studium. Ihr, liebe Erstsemester, habt vielleicht noch die Beweggründe im Kopf, mit denen ihr dieses Studium begonnen hattet. Wofür stehe ich, wo möchte ich hin, warum studiere ich? Das sind wunderbare Anstöße, die jede und jeder von uns anders beantworten wird. Im öffentlichen Raum steht die Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaft als Repräsentant für die Studierendenschaft. Sie sieht sich als neutrales

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Computergestützte Methodenkompetenzvermittlung J. Bleher T. Dimpfl J. Grammig

In der Wahrnehmung einiger Studierender sind Statistik und Mathe die schwierigsten Fächer zu Beginn des Studiums der Wirtschaftswissenschaften hier in Tübingen. Mit unserem Projekt zur computergestützten Methodenkompetenzvermittlung, die andernorts gerne als data literacy bezeichnet wird, wollen wir dieser Wahrnehmung aktiv entgegenwirken. Mithilfe von Computern ist es nämlich möglich sich ein „Statistiklabor“ einzurichten, um darin zu experimentieren – ähnlich zum Chemie- oder Biologielabor, natürlich ohne Chemie, Bakterienkulturen und Tiere. Mit dem von uns bereitgestellten Jupyterhub müssen Sie ihr Labor nicht einmal einrichten. Sie kriegen es gestellt. In einem solchen Statistiklabor können Sie die drei wesentlichen Bestandteile der Ökonometrie zur Anwendung bringen, die Sie auch in aktuellen Stellenausschreibungen für Wirtschaftswissenschaftler wiederfinden: fundierte Kenntnisse über ökonomische Modelle, fundierte Kenntnisse über Analysemethoden, sowie fundierte Kenntnisse über die nötige IT-Infrastruktur für die Umsetzung. Auch später können Sie in

dieser Kombination aus vielen Daten sorgsam Schlüsse ziehen. Der Zug der Digitalisierung macht auch vor der Personalabteilung keinen Halt. War in der Schule der graphikfähige Taschenrechner (GTR) das erste Level der computergestützten mathematischen Analyse, können Sie mit unserem Jupyterhub (siehe Linkliste unten) die nächste Runde einläuten. Der GTR konnte graphisch Funktionen veranschaulichen und half Ihnen im besten Fall mathematische Zusammenhänge besser zu verstehen. Mit dem Jupyterhub können Sie nun das Schwache Gesetz der Großen Zahlen mit Leben füllen, im Monty-Hall-Spiel Türen öffnen, um Ziegen zu finden oder sich anschauen, wie Eigenvektoren eigentlich so ausgerichtet sind. Den Endgegner können Sie sich dann unterwegs suchen. Es gibt viele, nicht nur Dr. Dimpfl im Matrix-Spiel zur linearen Algebra (siehe Linkliste unten). Für uns wichtig war und ist, dass Sie ohne Installation irgendeiner Software vorlesungsbegleitende Inhalte und Übungen mit OpenSource-Programmiersprachen wie R und Python so-

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fort bearbeiten können. Wenn Sie sich auf dem Jupyterhub einloggen, steht Ihnen eine kleine Linux-Machine (1 CPU, 2GB RAM) zur Verfügung, sozusagen in der WiSo-Cloud. Sie haben allerlei Möglichkeiten diese zu individualisieren. Materialien gibt es bisher für die von uns am Lehrstuhl für Statistik, Ökonometrie und empirische Wirtschaftsforschung durchgeführten Veranstaltungen. Dazu gehören die Mathevorkurse im Bachelor und im Master, Explorative Datenanalyse, WahrscheinlichkeitundRisikoundQuantitative Methoden. Den ersten Einstieg erleichtern Videos zur Verwendung der Software. Auch für den Kurs „Price and Promotion Management“ von Dr. Wiebke Keller stehen vorlesungsbegleitende Materialien zur Verfügung. Die Tür ist offen für alle Lehrende, Inhalte auf dem Hub zu hinterlegen. Falls die Materialien nicht frei zugänglich für jeden Nutzer hinterlegt werden sollen, haben wir ein fakultätseigenes Gitlab für Mitarbeiter eingerichtet,

sodass Kurse eingerichtet, mit einem Link geteilt und die Materialien mit ein paar Klicks in den Jupyterhub eingebunden werden können. Die Freigabe kann jederzeit beendet werden. Ziel ist es nicht, dass Sie das System dauerhaft nutzen, auch wenn man damit bequem vom Sofa aus mit dem Tablet forschen kann. Es soll ein erster Schritt sein, Sie mit der relevanten Software in Berührung zu bringen. Die Kombination aus Jupyterhub, spielerischem Lernen (Gamification) und der integrierten Verwendung von Videos sind kleine Schritte hin zu einer digitalisierungsfesten Ausbildung in den Fächern Statistik und Ökonometrie. Was braucht es dafür? Eine solide, flexible IT-Infrastruktur zur Verwirklichung eigener Ideen, motivierte Studierende für ein konstantes Ideen-Pingpong zwischen Studierenden und Lehrenden (was Verbesserungspotential und Fehlersuche

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angeht), und eine Fakultätsverwaltung, die Perspektiven bietet und befähigt statt zu blockieren (die Dekanatsverwaltung sei an dieser Stelle herzlich gegrüßt). All das gibt es derzeit in Tübingen. Eine komfortable Situation. Darüber hinaus gibt es viele Weiterentwicklungsideen, die große Möglichkeiten für den Forschungs- und Lehrstandort Tübingen bieten. Aktuell befindet sich das virtuelle PC-Labor als Ergänzung zu unserem physischen PC-Labor im Aufbau.

sie mit großen Datenmengen gekonnt umgehen können. Eine solide Ausbildung in Statistik, die die Frage, woher die Daten eigentlich kommen, im Blick behält, ist daher fundamental wichtig. Gleichzeitig müssen Sie die Technik verstehen, mit der der Markt derzeit geflutet wird. Plug-and-play Data Scientists mit halbgarem Fachwissen gibt es viele. Statistisch und ökonometrisch gut ausgebildete Wirtschafswissenschaftler, wie Sie, made in Tübingen, sind rar. Wir sind überzeugt, dass Sie mit einem Abschluss aus Tübingen fit sind für die allfälligen Anforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft!

Daher: Nutzen Sie die Möglichkeiten! Von Wirtschaftswissenschaftlern, egal ob in der öffentlichen Verwaltung oder in der Unternehmensführung, wird bereits jetzt und in Zukunft noch mehr verlangt, dass

Pflicht- und Profilbildungsmodule

Sommersemester 2019 Haupttermin Juli 2019 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Haupt

Neben

Haupt

Neben

APO

130

51

7

9

Ext ReWe

128

9

5

Int ReWe

134

54

InvFin

122

Mikro W&R

Durchfallquote Haupt

Neben

Durchschnitt Haupt

Neben

5,38% 17,65%

2,27

3,31

0

3,91%

0,00%

2,14

2,96

18

12

13,43% 22,22%

2,74

3,30

37

6

6

4,92% 16,22%

2,80

3,29

146

83

24

26

16,44% 31,33%

2,93

3,60

158

11

21

5

13,29% 45,45%

2,50

3,52

Nachholtermin Oktober 2019 Links: Jupyterhub: Gitlab: Matrixspiel: vPCL: Mathevorkurs:

courses.wiso.uni-tuebingen.de/ courses.wiso.uni-tuebingen.de/gitlab courses.wiso.uni-tuebingen.de/matrix courses.wiso.uni-tuebingen.de/vpcl tinyurl.com/WiSo-MathPrepTue

Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Haupt

Neben

Haupt

Neben

APO

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16

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Ext ReWe

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Int ReWe

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InvFin

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Mikro W&R

Haupt

Neben

Durchschnitt Haupt

Neben

27,78% 62,50%

3,41

4,43

2

22,58% 33,33%

3,12

3,62

5

4

14,71% 28,57%

2,70

3,31

12

5

4

6,94% 33,33%

2,69

4,12

57

24

18

8

31,58% 33,33%

3,26

3,70

44

11

15

7

34,09% 63,64%

3,57

4,10

Nebenfach: alle Studiengänge außer IBA, IEco und EcoBA

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Durchfallquote

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Mein Praktikum bei der hkp/// group Sarah Diederich Die vergangenen Semesterferien waren die letzten Sommerferien meines Studiums, denn ich beende meinen Master Ende Juli 2020, um im August mit meiner Promotion anzufangen. Es war demnach meineletzteGelegenheit,nochmalErfahrung in der freien Wirtschaft zu sammeln, bevor ich die nächsten Jahre rein akademisch zubringen werde. Die hkp/// group hatte ich im Rahmen einer Gastvorlesung im Wintersemester kennengelernt und mich tatsächlich prompt dafür begeistert. Es handelt sich um eine Human-Resources-Beratung, die sich zum Großteil der Vergütungsberatung widmet. Letzteres war auch das Thema der Vorlesung. Auf der Suche nach einem Praktikumsplatz musste ich also nicht mehr lange überlegen – hkp/// war für mich die erste Anlaufstelle. Nachdem ich Mitte Juni meine Bewerbung eingereicht hatte, kam innerhalb von nur drei Tagen eine Einladung zum Bewerbungsgespräch im Tower 185 in Frankfurt am Main – und eine Woche nach dem Gespräch bereits die Zusage.

Services, der für die Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung zuständig ist, an. Mir wurde gleich am Anfang klar, was für eine gewaltige Gelegenheit ich hier hatte. hkp/// mag zwar bei uns recht unbekannt sein, hat aber fast ausschließlich große bekannte Unternehmen, die u.a. im DAX, MDAX, SDAX und auch international an der Börse gelistet sind, als Kunden. Ich wurde gleich am ersten Tag in ein Kundenprojekt für ein MDAX-Unternehmen aufgenommen und fühlte mich erstmal total überfordert, was sich aber sofort gelegt hat. Tatsächlich kann man nämlich jederzeit jeden um Hilfe bitten – egal ob Praktikant, Analyst oder Manager. Hinzu kommen die Onboardings zu verschiedenen Themen, die alle Neueinsteiger besuchen können. Dort lernt man die für die täglichen Aufgaben relevanten Grundlagen, wie etwa einen fortgeschrittenen Umgang mit Excel und PowerPoint.

ratsmitglieder) unserer Kunden mit ihrem Vergleichsmarkt verglichen und Empfehlungen für eine Anpassung formuliert, wirtschaftliche Kennzahlen wie den historischen Total Shareholder Return oder die Aktienvolatilität mit riesigen Datenmengenkalkuliert,Kundenunterlagen erstellt, Recherchen zu Stimmrechtsberatern und deren Anforderungen an die Vergütung betrieben, und vieles mehr. Auch interne Projekte waren Teil meiner Aufgabe. Beispielsweise habe ich für unsere Abteilung Board Services eine Auslegung des neuen Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK-E) geschrieben, an der wir uns bei aktuellen und künftigen Beratungsaufträgen orientieren können. Insgesamt arbeitet man gerade in der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung mit äußerst vertraulichen Daten. hkp/// bringt seinen Praktikanten entsprechend wirklich viel Vertrauen und eine hohe Verantwortung in der Projektbearbeitung entgegen.

Darauf wird extrem geachtet, denn die Büros sind so zusammengesetzt, dass in keinem davon zwei Mitarbeiter aus derselben Abteilung sitzen. Die Praktikanten teilen sich ebenfalls mit den Analysten und Consultants ein Büro, statt unter sich zu bleiben. Hinzu kommen gemeinsame Lunchs und (organisierte) Unternehmungen außerhalb der Arbeitszeiten. Dass der Kaffee, Obst und Snacks umsonst sind, ist nur das Tüpfelchen auf dem i. Zusammenfassend kann ich auf ein wirklich unglaubliches Praktikum zurückblicken. Mich hat es so überzeugt, dass ich noch bis Ende Februar als Werkstudentin für hkp/// tätig sein werde. Im Prinzip wird man nicht wie ein Praktikant behandelt, sondern man wird genauso in Projekte einbezogen wie ein Analyst im Berufseinstieg. Man wird wirklich in die Aufgaben und Projekte miteingebunden, hat tolle Kollegen und lernt unfassbar viel – nicht nur für das spätere Arbeitsleben, sondern auch für die Uni. Mehr als einmal saß ich nun schon in thematisch verwandten Vorlesungen und verstehe die andernfalls sehr abstrakten Konzepte problemlos. Wer also im Bereich Vergütungsberatung, oder auch allgemeiner HR-Beratung, ein Praktikum sucht, bei dem man tatsächlich arbeitet, Unmengen lernt und das Ganze auch noch mit tollen Kollegen teilen kann, der sollte sich auf jeden Fall bei hkp/// bewerben!

Die Arbeit alleine hätte schon für eine unglaubliche Erfahrung gereicht, aber hinzu kommt noch das tolle Arbeitsklima. Das Team ist insgesamt recht jung und vom Partner bis zum Praktikanten sind alle per „Du“. Alle sind stets hilfsbereit und offen, egal wie viel sie gerade selber zu erledigen haben. Gut ist außerdem, dass die Abteilungen nicht nur unter sich bleiben.

Die zu erledigenden Aufgaben sind sehr vielfältig. Regelmäßig habe ich zum Beispiel die Vergütungshöhe und -struktur der Vorstandsmitglieder (bzw. Aufsichts-

Im August fing mein Praktikum in der Vergütungsberatung im Bereich Board

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Mein Praktikum beiBenedikt VWAlbrecht Nach knapp einem Jahrzehnt in Tübingen zog es mich nunmehr zurück in die Heimat. Ein Praktikum bei Volkswagen kam da wie gerufen. Aufgrund meines gesteigerten Interesses an Vertriebsthemen im Allgemeinen und der Autoindustrie im Besonderen, war dieser Schrittdanurlogisch.DurcheinenKommilitonen auf diese Stelle aufmerksam gemacht, wurde auf dem kurzen Dienstweg ein Skypegespräch vereinbart, nach dem dann auch sehr zügig die Zusage kam – meine berufliche und finanzielle Zukunft war also die ersten sechs Monate nach dem Studium gesichert (Klasse!, Anm. d. Red.). Ich fing also beim Volkswagen Konzern, der AG, und nicht bei der Marke VW an. Die Grenzen sind fließend und manchmal auch nicht vorhanden, was mitunter immer noch für Verwirrung sorgt. Ich war im Bereich Vertriebssteuerung in der Abteilung Preissteuerung tätig. Der Bereich Konzernvertriebssteuerung ist die konzernübergreifende Schnittstelle zwischen allen Marken im PKW- und Nutzfahrzeugbereich, wobei Nutzfahrzeuge die überwiegende Minderheit an Berüh-

mindest für mich war das eine sehr spannende Angelegenheit, da man Einblicke in teils sehr geheime und dementsprechend wichtige Angelegenheiten erhielt. Nicht zuletzt die Nähe des Bereichs zum Vorstand unterstrich dies. Zudem hatte man als Prakti in wiederkehrenden Abständen die wöchentliche Verantwortung für den Bereich inne. Das bedeutet, man kümmertsichumdiePostundmachtBesorgungen inner- und außerhalb des Werks. Dafür konnte man die Abteilungswagen oder Dienstwagen von Kollegen nutzen, was aufgrund der

unterschiedlichen Fahrzeuge, die man so testen durfte, definitiv eine spaßige Angelegenheit darstellte (Ein Führerschein der Klasse B ist also Voraussetzung, Anm. d. Red.). Zu der Wettbewerbsanalyse gehört auch die praktische Marktforschung, weshalb es vorkommen konnte, dass die Abteilung auch mal eine Woche einen Tesla Model S rumstehen hatte, mit dem man ein bisschen durch die Gegend fahren konnte. Alles in Allem ein durchaus sehr spannendes Praktikum, durch das man reichhaltige Einblicke in eine Spezialabteilung eines Weltkonzerns erlangen kann.

rungspunkten in der täglichen Arbeit darstellt. Die Abteilung Preissteuerung wird bspw. immer dann tätig, wenn es gilt Wettbewerbsanalysen zu erstellen (Wo sind die Konzernfahrzeuge a) innerhalb des Konzerns, Stichwort „Kannibalisierung“, und b) wo innerhalb des Wettbewerbs positioniert) oder den Einpreisungsprozess zu begleiten. Die Vertriebssteuerung kümmert sich aber auch noch um Themen wie Flotten, also Fuhrparks oder auch um Emissionen, was aktuell wegen der CO2 Strafen ein großes Thema darstellte. Der Bereich ist nicht im Werk in Wolfsburg angesiedelt, sondern in einem separaten Gebäude etwas außerhalb, in Fallersleben. Das hat Vor- und Nachteile: auf der einen Seite benötigte ich vom Bhf. nur ca. 5 Minuten zu Fuß, statt 15-20, dafür hatte ich keine schönen Betriebsrestaurants um die Ecke. Für Praktis, wie auch für die meisten Beschäftigten, gilt die 35-Stunden-Woche samt Gleitzeit, was die Rahmenbedingungen recht entspannt erscheinen ließ. Meine eigenen Tätigkeiten umfassten die Datenbankpflege, Wettbewerbsanalysen und das Erstellen von Preisberichten. Zu-

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Mein Praktikum in den USA Fabian Neumeister Während der Sommersemesterferien habe ich ein Internship bei dem MaschinenbauunternehmenNELABruederNeumeister GmbH gemacht. Die Firma NELA ist ein international tätiges mittelständisches Unternehmen mit einem technologisch anspruchsvollen Produktprogramm optischer Inspektions-, Register-, Prüf- und Sortiermaschinen sowie Plattenund Akzidenzdruck. Zu den Kunden im BereichPrüfungzählenvorallemAutozulieferer und zu den Kunden im Bereich Druck fast alle Zeitungen.

das Hin und Her zwischen Botschaft, Sponsor (eine Art Bürge), Universität und Praktikumsfirma geht sehr viel Zeit verloren! Die verschärften Auflagen der aktuellen US-Regierung tragen unter anderem auch zu diesem Zeitverlust bei. Glücklicherweise konnte mir mein Visum einige Tage vor der geplanten Abreise zugestellt werden. Meine Aufgabe während des Internships bestand darin, ein Cost Rollup eines speziellen Maschinensegments in Excel zu erstellen. Die Grundidee des Cost Accounting ist hierbei einen Maschinentypus auszuwählen. Nachdem in Abhängigkeit davon interaktiv verschiedene Optionen zur Auswahl geboten werden, berechnet das Programm einen Verkaufspreis. Meine Aufgabe war auf jeden Fall sehr interessant, wenn auch sehr zeitintensiv, sodass ich während meiner Praktikumszeit ausgesprochen viel mit Excel gearbeitet und dementsprechend auch viel dazu gelernt habe.

International hat die Firma circa 200 Mitarbeiter. Meinen Praktikumsplatz habe ich am US Standpunkt in River Falls, im Bundesstaat Wisconsin bekommen, welcher mit 35 Mitarbeitern relativ überschaubar ist. Die Universitätsstadt River Falls liegt an der Grenze zu Minnesota in der Nähe der Stadt Minneapolis. Das Abenteuer hat schon weit vor dem Start des Praktikums begonnen. Wer ein sogenanntesJ1-VisumzumArbeitenbenötigt, dem empfehle ich: Plane außerordentlich viel Zeit dafür ein, denn durch

vondeutschenUnternehmenunterscheidet. Im Allgemeinen haben Vorgesetzte und Mitarbeiter in der USA ein auffallend freundliches und freundschaftliches Verhältnis. Wer schon einmal selbst mit Amerikanern im Gespräch war, der weiß, Small Talk und Humor sind essentiell und auch im Arbeitsumfeld nicht wegzudenken. Man braucht etwas Eingewöhnungszeit, vor allem wenn dein/e Vorgesetzte/r im Meeting Witze macht und du ihm ratlos in die Augen schaust, unwissend ob das jetzt Spaß oder Ernst war. Hat man dann den Dreh einmal raus, ist es jedoch sehr angenehm und führt zu einer äußerst entspannten Arbeitsatmosphäre.

sönlichesHighlightjedochwarendiegratis Donuts jeden Freitag! Zwischen Excel Tabellen, Donuts und Kaffee, habe ich auch die Zeit gefunden, Freunde - die ich während eines Schulaustausch vor zwei Jahren kennengelernt habe - im nahe gelegenen Northfield, im Bundesstaat Minnesota zu besuchen. Außerdem bin ich zu einem Baseballspiel der Minnesota Twins gegangen, habe mehrere College Games besucht und einen Road Trip nach Iowa gemacht. Auch konnte ich mit dem Kanu einen Teil der atemberaubenden Seenlandschaft in Minnesota erkunden. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir mein Praktikum die Praxis des UniLehrstoffes um einiges näher gebracht hat. Ich habe meine Zeit in den USA definitiv sehr genossen und kann in Zukunft auf sehr viele schöne Erfahrungen und Erinnerungen zurückblicken.

Was mir noch aufgefallen ist: Grundsätzlich geht nichts ohne Kaffee! Deshalb besteht die erste Tagesaufgabe der Frühschicht darin, 2 Kannen Kaffee à 5 Liter für die ganze Firma aufzusetzen bei denen es im weiteren Verlauf des Tages definitiv nicht bleiben wird. Mein per-

Besonders aufgefallen ist mir, dass sich das Unternehmensklima von kleineren amerikanischen Unternehmen durchaus

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Mein Auslandsemester in Kalifornien Franziska Schackner California – here I come!

perfekte Ausgangslage für jegliche Outdooraktivitäten. Das Leben rund um die Bay Area in Nordkalifornien ist zwar sehr teuer, dafür hat die Gegend und besonders San Francisco unglaublich viel zu bieten: Wolkenkratzer in Businessvierteln, Hippiestadtteile, eine Vielzahl an Shoppingmöglichkeiten und Museen. Ebenfalls kann man entspannt durch Fishermanʻs Wharf schlendern oder mit dem Rad über die Golden Gate Bridge fahren– es gibt viel zu erleben. Einige der Professoren an der SSU haben eine Karriere in bekannten amerikanischen Firmen im nahegelegenen Silicon Valley hinter sich. Besonders spannend für mich waren dadurch auch die Einblicke, die uns die Dozenten in die echte Geschäftswelt geben konnten, sowie die Tipps, die sie an uns Studierenden weitergegeben haben. Im Großen und Ganzen waren die Businesskurse an der SSU sehr praxisorientiert. Die kleine Anzahl an Studierenden je Kurs, die häufigen Hausaufgaben, die Gruppenarbeiten und Präsentationen erinnerten mich stark an meine Schulzeit, waren aber eine schöne Abwechslung zum Tübinger Unialltag. Am Wochenende und über die Feiertage gibt es wäh-

Nach einem recht langen Bewerbungsprozess ging es für mich Anfang August in meinem fünften Semester nach Nordkalifornien an die Sonoma State University (SSU). Die Uni ist Teil des CSU – BadenWürttemberg Austauschprogramms und liegt circa 40 Autominuten nördlich von San Francisco. Damit befindet sich die Uni mitten im Weingebiet Kaliforniens und direkt neben den für ihren Weinanbau bekannten Tälern Napa Valley und Sonoma Valley – eine Weinprobe ist deshalb natürlich auch ein absolutes Muss. Die SSU ist eine für amerikanische Verhältnisse eher kleine Uni mit knapp 10.000 Studierenden. Generell ist sie unglaublich gut organisiert und gleich zu Beginn fanden verschiedene Orientierungsveranstaltungen statt. Auf dem Campus war von Barbecues über Sportevents und Get-Togethers bis hin zu Open-Air-Kinos immer was geboten. Besonders gut gefallen hat mir der von der Uni organisierte Camping Trip inklusive Bouldern und Wandern am Lake Tahoe. Meiner Meinung nach bietet Nordkalifornien mit den wunderschönen Landschaften die

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rend des Semesters viele Möglichkeiten, die schönsten Seiten Kaliforniens und den Westen der USA zu bereisen. Nach dem Semester kann man mit dem Austauschvisum noch einen Monat in den USA bleiben. Mit einem Mietwagen den Highway 1 entlang der Pazifikküste über Los Angeles nach San Diego, ein Wochenendtrip nach Las Vegas, der Grand Canyon im Schnee und Campen im Yosemite Nationalpark gehören zu meinen persönlichen Highlights. Zu einem klassischen amerikanischen Auslandssemes-

ter darf natürlich auch eine Halloweenparty, das traditionelle Thanksgiving Dinner in einer amerikanischen Familie und der Besuch eines San Francisco Giants Baseballspiels nicht fehlen. Meine Zeit in den USA war sicher die Aufregendste meines Studiums. Ich habe viele Freundschaften geschlossen, unglaubliche Erfahrungen gesammelt und so viele neue Eindrücke gewonnen, dass ich es jedem absolut empfehlen kann ein Auslandssemester in Kalifornien zu machen.

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Unterwegs mit dem Semesterticket

Die Bad Uracher Wasserfälle

Michaele Diehl & Clarissa Heinemann

Der durchschnittliche Studierende pendelt mit dem Semesterticket zwischen Neckarbrücke, Kupferbau und WHO. Doch so nicht wir! Um unserem stressigen Universitätsalltag zu entfliehen, machten wir uns zu einer abenteuerlichen Reise mit der Deutschen Bahn auf. Es galt zu erkunden, welche Naturspektakel rund um Tübingen und auf der Schwäbischen Alb zu finden sind. Schnell entschieden wir uns für einen Ausflug zu den Bad Uracher Wasserfällen.

ten, die Natur voll und ganz zu genießen. Die Wasserfälle konnten unsere niedrigen Erwartungen weit übertreffen. Danach ließen wir die Menschenmassen hinter uns und begannen den anstrengenderen Teil der Wanderung. Ein längerer Anstieg führte uns hinauf auf ein Plateau, von dem man einen schönen Ausblick auf die Landschaft der Schwäbischen Alb hat. Dort verzehrten wir den ersten Teil unseres Lunchpakets. Weiter ging es durch Wald und Felder wieder hinab in Richtung Bahnhof. Der Weg führt durch einige Streuobstwiesen, wo wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen. Unten angekommen, nahmen wir den nächsten Zug in Richtung Tübingen.

Mit reichlich Proviant bepackt starteten wir an einem sonnigen Tag im Oktober am Tübinger Hauptbahnhof. Die Schwaben unter Euch werden sich freuen: Die Fahrt liegt im Naldo-Gebiet und ist somit für stolze Besitzer eines Semestertickets kostenlos. Ohne weitere Zwischenfälle für die Bahn außergewöhnlich - erreichten wir den Bahnhof der Wasserfälle. Von dort aus sind es nur wenige Gehminuten zum Startpunkt eines 10 km langen Rundwegs, der unter anderem an den Bad Uracher Wasserfällen vorbeiführt. Bis dorthin waren wir von etlichen Familien umgeben, die es uns zunächst erschwer-

Alternativ besteht aber auch die Option, nach einer anstrengenden Wanderung, den Tag in der Bad Uracher Therme entspannt ausklingen zu lassen. Die Bad Uracher Wasserfälle sind auf jeden Fall einen Besuch wert und ein schönes Ausflugsziel, um das Semesterticket voll und ganz auszunutzen.

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Der Durchschnittsfachschaftler

Tobias Fauss & Jenny Mozer

Wie auch schon in den Jahren 2014 und 2016, war es nun einmal wieder Zeit, die Entwicklung des Durchschnittsfachschaftlers festzustellen. 41 Fachschaftler haben an unserer höchst repräsentativen Umfrage teilgenommen und ihre Daten offengelegt.

9,8% studieren einen der zahlreichen Masterstudiengänge. Trotz der Mehrheit der EcoBaler lässt sich überraschenderweise ein großer Drang ins Ausland feststellen. Rund 90% haben entweder schon einen längeren Zeitraum im Ausland gelebt oder haben dies noch vor.

Der Altersdurchschnitt in der Fachschaft veränderte sich seit 2016 wenig und liegt heute bei 21,22 (Vergleich 2016: 21,3). Damit ist er immer noch älter als 2014.

Auf die Frage, mit welcher Hand sie normalerweise die Zahnbürste heben, antworteten über 95 % mit rechts. Damit liegt der Anteil der Linkshänder in der Fachschaft unter dem deutschen Durchschnitt (welcher zwischen 10 und 15% beträgt).

Der weibliche Anteil liegt bei 61% und dominiert somit über den männlichen Anteil der Fachschaft. Dies variiert jedoch über die Semester hinweg, so sind doch 75 % der Dritties männlich.

Vermutlich nicht sehr überraschend ist der nächste Fact, wenn man schon eine Weile in der Studentenstadt Tübingen lebt und sich schon mit einigen Mitbürgern unterhalten hat. Jeder Zweite kommt nämlich von gar nicht allzu weit her und darf das wunderschöne Schwabenland seine Heimat nennen. Aber auch alle anderen werden in die Genüsse eingeführt, die das Ländle zu bieten hat, sei es Spätzle, Maultaschen, oder die zahlreichen Lebensweisheiten, die man von den

Der Durchschnittsfachschaftler studiert seit 4,15 Fachsemestern an der wunderschönen Universität Tübingen. Davon hat er ganze 4,12 Semester in der FFW verbracht. Die Aufteilung in die Studiengänge setzt sich wie folgt zusammen: 31,71% studieren IBA, 17,1% IEco, 41,5% EcoBa und

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Schwaben lernen kann. Besonders den Ausspruch „En Schwob wird net reich vom Verdiena, sondern vom wenig ausgäba“ nehmen sich die Schwaben der Fachschaft zu Herzen und besitzen somit beispielsweise 2 Paar Schuhe weniger als die Fachschaftler aus dem Rest der Welt. Mit 58,5% ist die Mehrheit der Fachschaftler Single. Besonders auffällig ist hierbei, dass ein weiteres Klischee erfüllt wird: Wer in einer Beziehung ist, nimmt zu. Denn der durchschnittliche BMI derer, die angegeben haben, dass sie ihren Lebensabschnittsgefährten ertragen, liegt mit 22,14 höher als der, der Singles (20,93). Weiter haben die Untersuchungen festgestellt, dass Singles mehr als doppelt so weit wie vergebene Fachschaftler vom Kupferbau entfernt wohnen. Ob Standortfaktoren das entscheidende Kriterium bei der Partnerwahl sind, lässt sich trotzdem nicht eindeutig sagen. (Vorsicht: Korrelation≠Kausalität) Seinen Kruscht lagert der Durchschnittsfachschaftler auf 16,68 m² und legt auf seinem täglichen Weg zum Kupferbau rund 3,63 km zurück. Das beliebteste Verkehrsmittel ist dabei das eigens aufgepumpte Fahrrad (46,34%), dicht gefolgt von den öffentlichen Verkehrsmitteln(41,46%).Nur7,32%fahren mit dem Auto zur Uni.

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Impressum Herausgeber Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaft Nauklerstraße 47 72074 Tübingen E-mail: ffw.tuebingen@gmail.de

Erscheinungsdatum 17. Dezember 2019

V.i.S.d.P. Jenny Mozer & Samuel Stehle

Sitzung Montag, 20 Uhr c.t.

Interesse an einer Anzeige? Dann schreiben Sie uns eine Mail! ffw.tuebingen@gmail.com Sprechstunde Montag bis Donnerstag, 10-12 Uhr

Redaktion Jenny Mozer & Samuel Stehle Layout Samuel Stehle

Bilder: ©pixabay

Profile for Freie Fachschaft WiWi Uni Tübingen

Ausgabe 77  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftwissenschaft im Wintersemester 2019/2020.

Ausgabe 77  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftwissenschaft im Wintersemester 2019/2020.

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