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N° 73 Dezember 2017

WORT ZUM

WIWI

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften


Liebe Studierende, passend zur anstehenden Jahreszeit versorgt Euch die Fachschaft mit ausreichend Lesestoff. Getreu dem Motto der nächsten Seite, soll Euch diese dreiundsiebzigste Auflage des WzW als Wegbegleiter durch die kalten und dunklen Monate dienen. In dieser wahrscheinlich Umfangreichsten, je erschienenen Ausgabe haben wir uns nicht lumpen lassen. Wie gewohnt erhaltet Ihr detaillierte Einblicke in das abgelaufene Semester und das universitäre Leben am Campus sowie in und um Tübingen. Ergänzend dazu liefern wir Euch die allseits beliebten Berichte über Auslandsaufenthalte und Praktika. Besonders freuen wir uns, dass durch diverse Interviews mit neuen Professorinnen und Professoren dem WzW eine ganz persönliche Note gegeben werden kann. Zusätzliche zu den Interviews haben wir die „ein oder andere Überraschung“ für Euch implementiert. Resümierend blicken wir auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück. Mit dem Erscheinen dieser Ausgabe stehen Weihnachten und Silvester schon fast vor der Tür. Die Fachschaft wünscht Euch daher bereits jetzt ein frohes Fest und einen guten Rutsch. Auf das Ihr den Ausgang des vollbrachten Jahres besonders krönt! In diesem Sinne verabschieden wir uns im Namen aller fleißigen Mithelferinnen und Mithelfern in ein hoffentlich ebenso erfolgreiches Jahr 2018. Freddy Franzen & Pablo Börsch

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„Der Weg ist das Ziel“

Konfuzius (551 - 479 v. Chr.)

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S. 6

Fachschaftsthemen Semesterbericht Gremienarbeit Die verlorene Seite Grillfest WiWilympics Ersti-Hütte Ersti-Einführung Mastereinführung

S. 22

S. 30

Neu an der Fakultät Umbau Mohlstraße

Durchfallquoten SS 2017

Studieren an der WiWi-Fakultät

Das Prüfungsamt informiert

S. 32

S. 42

S. 48

Australien Hong Kong USA Italien Spanien

Berufseinstieg bei Ebner Stolz Praktikum beim IAW Praktikum bei KPMG

Mein Mathetut, die Uni und ich WG Sonntagswanderung

Auslandsberichte

Beruf und Karriere

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Studentenleben


Semesterbericht Moritz Winkelmann & Tina Einsiedler

Um unsere Spaßveranstaltungen nicht zu kurz kommen zu lassen, ging es direkt danach mit versammelter Mannschaft auf das Stuttgarter Frühlingsfest. Ohne Rücksicht auf Verluste stießen wir hier nicht nur einmal auf das kommende Semester an. Da Fachschaften nur einmal pro Jahr ein „eigenes“ Clubhausfest veranstalten dürfen, kooperierten wir im Sommer zum ersten Mal mit der Freien Fachschaft Jura, um den WiWi-Studenten auch ein zweites Mal im Jahr ein feuchtfröhliches Fest zu bescheren. Die obligatorische Einführung in das betriebliche Rechnungswesen für unsere Nicht-WiWis entfiel diesmal leider, was sich dann an der Kasse auch relativ schnell bemerkbar gemacht hat. Da half es dann auch nicht, dass auf einmal zehn Leute die Bar schmeißen wollten.

Mit Beginn des Sommersemesters erweckte unser schönes, beschauliches Tübingen allmählich wieder aus dem Winterschlaf. Für uns als Fachschaft heißt dies jedes Jahr, dass viele Studenten z. B. wieder aus dem Auslandssemester zurückkehren. Andere, die sich kurzfristig in die Praxiswelt verirrt haben, sehnen ebenfalls den Studentenalltag wieder herbei. Daher ist die erste Sitzung nach den Semesterferien immer ein großes Wiedersehen mit alten Bekannten. Da wir im Sommersemester keine Erstsemestereinführung organisieren müssen, hatten wir ausreichend Zeit uns intern besser kennenzulernen. Daher ging es gleich am Anfang auf die traditionelle Fachschaftshütte in Königsheim, inmitten der schwäbischen Alb. Diese ist jedes Jahr wieder die optimale Möglichkeit den Fachschaftler auch einmal außerhalb seiner gewohnten, seriösen Uni-Umgebung zu erleben (mit allen Ecken und Kanten). Natürlich nutzen wir das Wochenende aber auch dazu, unsere Fachschaftsarbeit zu planen, zu koordinieren und zu verbessern.

Dank großem Einsatz zweier engagierter Fachschaftler wurde uns in diesem Semester die Ehre zuteil, endlich einen ehrwürdigen Stocherkahn-Anlegeplatz auf dem Neckar zu erhalten. Da das ganze Vorhaben nun ca. 15 6


Jahre gedauert hat, war die Freude natürlich ausgesprochen groß. Das Problem war nur, dass die Saison direkt bevorstand und wir keinen Kahn besaßen. Glücklicherweise wurde uns ein alter Stocherkahn überlassen, den wir innerhalb einer Woche für die Saison fit machen konnten. Mit Pauken und Trompeten wurde der Kahn feierlich zu Wasser gelassen. Seinen großen Auftritt hatte er dann Mitte Juni beim traditionellen Stocherkahnrennen. Nach hartem Training konnten wir uns bei unserer ersten Teilnahme bereits im vorderen Drittel des Teilnehmerfelds etablieren. Wir sind sehr stolz darauf, nun endlich Teil der Stocherkahntradition zu sein und damit auch ein Stück Tübingen an unsere Studenten weitergeben zu können. Da sich im Sommersemester eine Veranstaltung an die andere reiht, versammelten sich die WiWis bereits zwei Tage später am Sportinstitut zu den traditionellen WiWilympics. Auch dieses Jahr haben sich wieder Teams im Volleyball und Fußball gemessen und bis zur letzten Minute um den Sieg gekämpft. Wir haben uns sehr über die rege Teilnahme gefreut und bedanken uns bei allen Teilnehmern und Zuschauern.

Fachschaft etwas ruhiger. Die diesjährige Fachschafts-Wanderung wurde aufgrund des angekündigten schlechten Wetters verkürzt und es ging daher schnurstracks zum Schwärzlocher Hof im Westen Tübingens. Nachdem uns die Sonne dann doch noch überraschte, verbrachten wir zwei genüssliche Stunden bei Speis und Trank im Biergarten. Einige Fachschaftler zogen daraufhin noch weiter und landeten schließlich abends bei nun bestem Wetter auf dem Neckar. Wie gut es in Tübingen doch ist, einen Stocherkahn zu besitzen. Die traditionelle letzte Sitzung konnte dagegen leider nicht auf dem Neckar stattfinden. Strömender Regen machte uns hier einen Strich durch die Rechnung. Dafür gab es dann abschließend Pizza im WiWi-Seminar und wir konnten uns entspannt in die Semesterferien verabschieden. An dieser Stelle möchten wir uns auch noch mal bei allen bedanken, die regelmäßig an unseren Events teilgenommen und diese zu einem vollen Erfolg werden lassen haben. Für Anregungen, Tipps, Verbesserungsvorschläge, aber auch Lob sind wir immer offen. Am besten schaut ihr aber einfach mal selbst bei uns vorbei. Die Fachschaft lebt von engagierten Studenten, die Semester übergreifend ihre Erfahrung in die Waagschale werfen. Deswegen freuen wir uns immer über neue Gesichter.

Ein letztes Mal mit Freunden und Kommilitonen auf eine unvergessliche Zeit in Tübingen zurückblicken und darauf anzustoßen – das kann man am besten auf unserer Gradparty. Diese veranstalten wir jedes Jahr für alle Absolventen, Freunde und Freunde von Freunden. Dieses Jahr feierten wir hoch oben auf dem Schlossberg über den Dächern von Tübingen und freuten uns über zahlreiches Erscheinen bis weit in die Nacht (oder in den frühen Morgen...). Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal allen Absolventen und wünschen ihnen viel Erfolg für die Zukunft. Nach dem Grillfest wurde es für uns als

Wir möchten uns natürlich auch bei all denjenigen bedanken, die sich im vergangenen Semester tatkräftig für die Fachschaft eingesetzt haben. An dieser Stelle bleibt uns nun nur noch zu sagen: Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

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Gremienarbeit: Ein Jahr StuKo Moritz Winkelmann

wahrnehmt. Damit könnt Ihr sicherstellen, dass Eure Interessen auch tatsächlich durch unsere „Manpower“ vertreten werden. Die Themen des Fakultätsrates sind sehr vielschichtig. Es geht hierbei um die universitäre Lehre, aber auch um aktuelle Probleme, wie zum Beispiel die Umbauproblematik in der Mohlstraße. Eine wichtige Vorstufe dieses Fakultätsrates ist die sogenannte Studienkommission Wirtschaftswissenschaften. Teil dieser Studienkommision (kurz Stuko) war in den letzten beiden Semestern meine Wenigkeit sowie drei weitere Vertreter unserer Fachschaft, von denen zwei auch die Vertreter des Fakultätsrates waren. Dies ist dadurch bedingt, dass die Beschlüsse der Studienkommission auch in den Fakultätsrat getragen werden müssen, dessen Vertreter offiziell durch die Wahl von den Studierenden legitimiert worden sind.

Da sich die Fachschaftsarbeit nicht nur alleine aus Spaßveranstaltungen definiert (also zum größten Teil ist das wahrscheinlich schon so), berichte ich Euch in meinem Bericht auch mal von unserem hochschulpolitischen Engagement. Als Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften vertreten wir die Interessen der Studierenden unseres Fachbereichs in den universitären Gremien. Jetzt fragt Ihr Euch wahrscheinlich, was das genau bedeutet. Fangen wir also erst einmal mit den Grundlagen an. Das wichtigste Gremium, in dem wir vertreten sind, ist wohl der Fakultätsrat, in dem sämtliche Entscheidungen innerhalb der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät getroffen werden. In diesem Gremium sitzen Professoren der entsprechenden Fachbereiche, der Dekan, sowie studentische Vertreter (also wir). Diese studentischen Vertreter werden jedes Jahr innerhalb der Uniwahlen gewählt. Da diese Vertreter sich aus einer Liste aller Fachbereiche unserer Fakultät speisen, ist es auch extrem wichtig, dass ihr Euer Wahlrecht 8


Wer sitzt sonst noch so in der Stuko? Die Sitzungen werden durch den Studiendekan (zur Zeit Prof. Dr. Wamser) geleitet. Er wird dabei von Melanie Goletz von der Studienfachberatung unterstützt. Des Weiteren sitzen noch einige Professoren sowie eine Person aus dem sogenannten Mittelbau (Doktoranden) in den Sitzungen. Um was geht es also konkret in der Stuko? Wie der Name schon suggeriert, ist dies grundsätzlich alles, was die Lehre an unserem Fachbereich betrifft. Kleinere Themen sind z.B. Klausurtermine, falls diese z.B. noch in der Vorlesungszeit liegen oder auch neue Professuren, die am Fachbereich ausgeschrieben werden und durch die sogenannte Berufungskommission zu besetzen ist. Größere Themenbereiche sind Änderungen. Dies können zum Bespiel Änderungen in der Prüfungsordnung sein.

insbesondere für einige Mastermodule sehr problematisch anzusehen, da Prüfungsformen wie Assignments und Präsentationen gang und gäbe sind. Um das Ganze zu umgehen, werden solche Module in Zukunft als Portfolioprüfung bezeichnet. Was bedeutet das für uns? Im Prinzip nichts. Assignments werden nun einfach Take-Home-Exams genannt. Anhand dieser Schilderungen seht ihr vielleicht schon, dass das Ganze auf sämtlichen Ebenen eher für Unverständnis gesorgt hat. Im Endeffekt haben wir also unsere Modulhandbücher angepasst und haben unsere Ideen am Ende der Senatskommission präsentiert, welche die ganze interne Akkreditierung begleitete. Das Schöne an der ganzen Sache war, dass Studierende und Professoren an einem Strang gezogen haben, da sich beide ziemlich im Klaren über die durchaus positive Situation unseres Fachbereichs waren. Auch wenn das Ganze für uns und vor allem auch für die Studienfachberatung mit viel lästiger Arbeit (Stichwort Bürokratie) verbunden war, können wir hier insgesamt doch von einem sehr großen Erfolg sprechen. Das einzige Problem, das im Moment noch im Raum steht, ist die Frage, ob die 3 ECTS Module erhalten werden können. Für uns als Studierende können wir nur noch einmal den immensen Nutzen dieser kleineren Module betonen. Das Erlernen von Programmiersprachen wie SAS oder Stata wird für jeden von uns in der heutigen Zeit von enormem Nutzen sein, egal ob ein akademischer oder praktischer Berufsweg eingeschlagen wird. Kolloquien, bei denen man mit den Professoren auf einer viel persönlicheren Ebene in Gespräche kommt, geben noch mal ganz andere Einblicke in die Forschung. All dies können diese Module liefern und sind ideale Ergänzungen zu Vorlesungen.

Das wichtigste Thema, das wir im letzten Jahr zu behandeln hatten, war die interne Akkreditierung. Jeder Studiengang an der Universität Tübingen muss sich alle Jahre wieder „auf die Probe“ stellen lassen. Dabei soll sichergestellt werden, dass alle Studiengänge bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Vor dem Hintergrund, dass die Zufriedenheit innerhalb der Studentenschaft und auch die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Professoren in den letzten Jahren durchaus positiv verlaufen sind, erwies sich die ganze Sache als eher lästig und zeitraubend. Wir erhielten bestimmte Auflagen, die es zu erfüllen galt. Diese mussten wir dann dementsprechend in die Praxis umsetzen. Dabei gab es allerlei Komplikationen, die vor allem sehr bürokratischer Natur waren. Die größte Problematik bestand darin, dass die Auflagen nur noch eine Prüfungsleistung pro Modul vorsahen. Dies ist 9


Die Arbeit innerhalb der Stuko war für mich mit großem Spaß verbunden und hat mir als hochschulpolitisch, absolut unerfahrenen Studenten ganz neue, interessante Einblicke in die Universitätswelt ermöglicht. All denen, die sich innerhalb der Fachschaft in Zukunft engagieren möchten, kann ich die Arbeit innerhalb der Studienkommission nur wärmstens ans Herz legen. Man erhält einerseits einen interessanten ersten Einblick in die Hochschulpolitik und bekommt darüber hinaus aber auch die Möglichkeit den Professoren auf einer sehr persönlichen Ebene zu begegnen. Außerdem ist es auch ohne große Erfahrung möglich, Akzente in der Stuko zu setzen. Dies hat damit zu tun, dass man als Studierender die Lehre wahr-

scheinlich am besten beurteilen kann und somit immer auch eine fundierte Meinung dort vertreten kann. Dementsprechend kann ich nur jeden studentischen Leser dazu ermutigen, sowohl Teil der Fachschaft zu werden (wenn Du es nicht schon bist) als sich auch in der Studienkommission aktiv zu engagieren. Meinungen sind nämlich nicht nur dazu da, um sich zu beklagen, sondern auch um sie zu vertreten. In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Weihnachtsfest als auch ein weiteres erfolgreiches Semester!

mit neuem Team

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Die verlorene Seite Freddy Franzen & Pablo Börsch

Was hätte Ihr geschrieben? Was macht diese Seite für Euch aus? Reicht Eure Vorschläge unter ffw.tuebingen@gmail.com mit dem Betreff „Die verlorene Seite“ ein. Zu dem kreativsten und vielversprechendsten Vorschlag werden wir in der nächsten Ausgabe einen Artikel verfassen. Damit auch diese Seite ihre entsprechende Würdigung erhält.

Es war einmal eine einsame Seite, unbeachtet und leer befand Sie sich mitten im WZW. Eine Seite, die selbst nicht wusste, was ihre eigentliche Bestimmung ist, aber eine, die stets an sich glaubte. Ob Mandala, Best of Jodel oder Käsekästchen, nichts erfüllte die Seite mit Tinte. Kein Thema war gut genug und kein Headliner wirklich ansprechend. Aus ewiger Suche nach dem wahren Sinn entstand Verzweiflung. Die Verzweiflung entwickelte sich zu Resignation und während Stunden der tiefsten Melancholie war eine Idee geboren: Lasst die Seite selbst bestimmen, was sie so besonders macht. [...]

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Grillfest Malte Gümmer

für eine unfreiwillige Showeinlage. Der riesige Feuerball sorgte auch bei Professor Neuss, der trotz mündlicher Vorwarnung wohl etwas zu nah am Grill stand, für große Verwunderung. Ein Zusammenhang zum nicht mehr vollständig vorhandenen Haupthaar von Professor Neuss wird seitens der Fachschaft vehement bestritten.

Schwung in die Kiste und ab geht die Wurst! Wie jedes Jahr um diese Zeit fand am 22. Juni 2017 das Grillfest der Fachschaft auf dem Parkplatz in der Nauklerstraße 47 statt. Aufgrund von sengender Hitze im klimawandelbedingten subtropischen Tübinger Sommer wurde der Aufbau für die Freiwilligen der Fachschaft bereits zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Da die Aufbauenden dem Delirium sehr nahe waren, wurde im Eifer des Gefechts leider vergessen, den Grill rechtzeitig anzumachen. Dies führte zu einem etwas holprigen Start des Grillfestes und zu hungrigen Besuchern. Auch der Grillmeister der Fachschaft kam irgendwann zu der Einsicht, dass auf einem nahezu kalten Grill die Würstchen einfach zu lange brauchen. Um das Problem schnell zu bekämpfen, wurde kurzerhand eine Strategie gewählt, die an dieser Stelle ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfohlen wird. Ein selbst ernannter Feuerteufel aus der Fachschaft griff zur Spiritusflasche und sorgte mit beherztem Einsatz des Brandbeschleunigers

Schlussendlich war der Grill jedoch an und der steigende Andrang konnte zügig bewältigt werden. Bei Gegrilltem, leckeren Salaten und dem ein oder anderen teils hopfenhaltigen Kaltgetränk rückte das Highlight des Abends, die Verleihung des WiWi-Impulses, unaufhaltsam näher. In diesem Jahr wurde der Preis an Professor Grammig verliehen. Dieser nahm den Preis dankend an und erläuterte in einer emotionalen Rede seine Beweggründe für den Einsatz der vorlesungsbegleitenden Videos.

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Würstchen noch Abnehmer und der Abend neigte sich bei netten Gesprächen langsam seinem Ende zu. Alles in allem war es ein gelungenes Fest und im nächsten Jahr wird der Grill auch mit Sicherheit rechtzeitig angezündet, um eine weitere Gefährdung der Professoren zu vermeiden. Versprochen!

Zusätzlich zum Wiwi-Impuls wurde auch noch ein Sonderpreis, in Form einer Sanduhr, an die Hochschulgruppe Rethinking Economics verliehen, die mit großem Engagement die seit mehreren Semestern stattfindende Ringvorlesung organisiert. Nach den Preisverleihungen fanden auch die restlichen

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WiWilympics Annalena Feix

bekannten Fußball- und Beachvolleyballturnier. Nach einer berauschenden Eröffnungsrede der Turnierleitung wurden die ersten Gruppenspiele in den beiden Sportarten offiziell eröffnet. Die bereits emotionsgeladene Gruppenphase dauerte in beiden Sportarten über den ganzen Nachmittag bis in den frühen Abend hinein. Aufgrund des strahlenden Sonnenscheins wurden alle Teams tatkräftig von den in großen Massen erschienenen Fans und Freunden angefeuert. Für das leibliche Wohl der spielenden Teams und ihren Fans war in gewohnter Form von Musik, Gegrilltem, Kuchen und alkoholischen sowie antialkoholischen Kaltgetränken bestens gesorgt.

Am Samstag nach dem Stocherkahnrennen, dem 17. Juni 2017, war es wieder so weit: Es hieß „Ran an die Bälle“, um die Ehre auf dem Platz zu verteidigen. Die 13., alljährlich stattfindenden und populären WiWilympics standen vor der Tür. Insgesamt Rekordverdächtige mehr als 30 Mannschaften hatten sich trotz des langen Wochenendes und des normalerweise daraus entstehenden Studentenverschwindens aus Tübingen, für die beiden Wettkämpfe in Fußball und Volleyball angemeldet. Bereits in die zweite Runde ging das neu etablierte Völkerballspiel zwischen BWL – und VWL-Studenten anstatt des etwas in die Tage gekommenen Fußballeröffnungsspiels und traf erneut auf großen Zuspruch. Beide Mannschaften lieferten sich ein heißes Duell und wurden lauthals von ihren Fachrichtungen unterstützt, nur die EcoBA’ler des zweiten Semesters wussten leider nicht, für wen sie jubeln sollten. Anschließend ging es zum gewöhnlichen Teil der WiWilympics, dem bereits über unseren Fachbereich hinaus

Nach einer spannenden Gruppenphase standen am frühen Abend die KO-Spiele fest. Hart aber fair ging es auf den vier Spielfeldern weiter, wobei die souveränen Schiedsrichter auch weiterhin stets Herr bzw. Frau der gelegentlich angespannten Lage blieben.

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Nach erbittert umkämpften Halbfinals, voller Höhen für die Einen und gezeichnet von tiefer Trauer der Anderen, standen die Finalteilnehmer in beiden Sportarten fest. Nun war endlich der Moment gekommen, auf den ganz Tübingen seit Wochen gewartet hatte. In einem bis zum bitteren Ende spannenden Fußballfinale standen sich der „FC Siewillja“ und „Arminia Koyim“ gegenüber. In der fast durchgehend auf Augenhöhe gespielten Partie setzte sich schlussendlich der „FC Siewillja“ mit 1:0 durch. Nach einem Traumpass von David Kohler versenkte Jana Kleinemeier den entscheidenden Treffer im Tor – was beweist wie durchaus spielentscheidend die Plus1- Regel im Fußball sein kann. Im Finalspiel beim Beachvolleyball setzte sich in einer heiß umkämpften und bis zum Ende spannenden Partie das Team „Rot-Weiß Tübingen“ knapp mit 25:23 gegen „Beach be humble“ durch.

Kampfgeist und Anstrengung zahlten sich aus, denn im Rahmen der pompösen Siegerehrung wurden die Plätze 1 bis 3 in beiden Sportarten mit flüssigen Preisen und prunkvollen Wanderpokalen geehrt. Schlussendlich bleibt zu sagen, dass auch die 13. WiWilympics mit traumhaften Wetter und spannendem Spitzensport wieder ein voller Erfolg waren. Die teilnehmenden Teams sind schon heiß auf das nächste Jahr, wenn es in spannenden Partien darum gehen wird, den diesjährigen Meister zu bezwingen und es wieder heißt „Ran an die Bälle“.

Tipp der Redaktion, schaut Euch unser YouTube-Video an: > WiWilympics 2017 <

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Ersti-Hütte

Leonie Martens & Sarah Engelbart

tos zu sprengen, weswegen einiges wieder zurückgebracht werden musste. Glücklicherweise konnte die Zeit mit den riesigen Mengen Bier aus dem Kühlwagen und standardmäßig Bierpong überbrückt werden. Zu später Stunde schafften wir es dann doch noch eine schwäbische Spezialität auf die Teller zu zaubern: Kässpätzle. Bestens gestärkt ging es nun darum, die allseits beliebten Koch- und Putzschichten zu verteilen und das abendliche Programm vorzustellen, um anschließend direkt mit den ersten Kennenlernspielen zu beginnen. Für große Belustigung sorgte ein Spiel, bei dem das Maskottchen der Fachschaft, das „Fachschaftskaninchen“ von jedem auf einen frei ausgewählten Körperteil geküsst werden sollte. Hierbei ahnte jedoch niemand, dass in einer zweiten Runde die Nebenfrau/ der Nebenmann auf das entsprechende Körperteil geküsst werden musste. Dies sorgte nach anfänglichen Hemmungen aber prompt für eine aufgeheiterte Stimmung mit vielen amüsanten Momenten.

Am 03.11. machten sich 60 Erstis und 12 Fachschaftler auf den Weg nach Horgenzell, um ein ereignis- und alkoholreiches Wochenende zu erleben und sich dabei besser kennenzulernen. Freundlicherweise hatten sich einige von uns dazu bereit erklärt, ihre Autos und Fahrkünste zur Verfügung zu stellen. So tuckerten wir zwei Stunden lang durch die Dörfer Baden-Württembergs in Richtung Süden und ließen dabei weder Staus noch Blitzer aus. Schlussendlich kamen wir tröpfchenweise an unserer Hütte mitten in der Pampa (ohne jeglichen Handyempfang …). Nach und nach fanden sich alle in irgendeinem Zimmer wieder, wobei Geschlechtertrennung keine Rolle mehr spielte… Kurze Zeit später versammelten sich alle Erstis erwartungsvoll und vor allem hungrig im Gemeinschaftsraum, nur um dort darüber informiert zu werden, dass das Essen noch einige Stunden auf sich warten lassen würde. Der Grund dafür war einfach: Die eingekauften Lebensmittel drohten die Au16


Weiter ging es mit Klassikern wie „Speed-Dating“ und „Karten ansaugen“, wobei letzteres bei einigen Personen zu einem mehr oder weniger gewollten Speichelaustausch führte. Auch das anschließende „Ausziehspiel“, bei dem möglichst lange Kleiderketten gebildet werden sollten, sorgte für einige Lacher und ein intensiveres Kennenlernen. Mit zunehmendem Alkoholpegel stieg die Stimmung und jeder machte sich bereit für die darauffolgende Party. Hier ging es in bester Erstihüttenmanier glorreich (äquivalent zu alkoholreich) weiter und es wurde bis früh in die Morgenstunden beim Bierpongturnier und anderen Aktivitäten gefeiert.

Mit neu gesammelten Kräften und nach dem lang ersehnten Abendessen in Form von Spaghetti Bolognese stand abends das nächste Highlight an: die Mottoparty. Die Fachschaft hatte im Voraus das Motto ausgerufen: „Zwei Kleidungsstücke sind genug“. Erstis und Fachschaftler ließen sich nicht lumpen und setzten das Motto kreativ in die Tat um. Ob nur in Boxershorts und Schal oder Bettdecke, die Outfits sorgten definitiv für einige Lacher, sogar Jesus war mit von der Partie! Genau wie am Tag zuvor wurde wieder ausgelassen gefeiert, wobei das heiß begehrte, nächtliche Kräuterbaguette den ein oder anderen vor einem möglichen Absturz rettete.

Nach denkbar kurzer Nacht standen um 08:30 Uhr Pablo und Tobi mit lauter Musik und einem Megafon in den Zimmern, um uns aus unseren Betten zu schleifen. Die Katerstimmung konnte zwar nur bedingt von einem leckeren Frühstück gehoben werden, allerdings sollte die darauffolgende Katerwanderung ihr Übriges tun. Dazu muss gesagt werden, dass jegliche Wanderroutenpläne unfreiwillig unter Wasser gesetzt wurden und wir uns daher ohne jegliche Orientierung in die Wildnis wagten. Wie zu erwarten verliefen wir uns prompt und mussten bei einer gefühlten Wassertemperatur von 1°C barfuß durch einen Bach waten, um nach Stunden wieder zu unserer Hütte zu gelangen. Nach einer kurzen Stärkung in Form von Maultaschen ging es in die Therme Aulendorf. Hier konnte in entspannter Atmosphäre der Rausch im fast kochenden Jungbrunnen ausgeschwitzt oder im warmen Thermalwasser ausgesessen werden. Alternativ konnte man sich natürlich auch ein Beispiel an machen Fachschaftlern nehmen und einfach ein Nickerchen im Ruheraum machen.

Bevor am Sonntag die Heimreise angetreten werden konnte, musste noch das Chaos der letzten beiden Tage beseitigt werden. In einer beispiellosen Putzaktion wurde die Hütte wieder auf Vordermann gebracht, sodass es am späten Vormittag zurück Richtung Tübingen ging. Dort wartete die verdiente Portion Ruhe und Schlaf auf alle Beteiligten. Abschließend bleibt zu sagen, dass alle das Wochenende in sehr guter Erinnerung behalten werden (sofern man sich überhaupt noch wirklich daran erinnern kann). Ein dickes Dankeschön an die Organisation der Fachschaft!!!

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Ersti-Einführung Michael Gröger & Tobias Fauss

Info-Cafés:

Stadtrallye:

Auch in diesem Jahr stand die Fachschaft zusammen mit den Unimitarbeitern den Erstsemestern tatkräftig zur Seite, um die Anzahl der Fragezeichen über den Köpfen zu reduzieren. In den jeweiligen Infocafés zu den Bachelorstudiengängen stellten wir uns zuerst als Fachschaft vor. Anschließend sprachen wir über den Aufbau des Studiums und weitere relevante Dinge zum Studium. So wurden bisher unbekannte Begriffe wie ECTS-Punkte oder der Umgang mit Tutorien und Vorlesungen im Allgemeinen erläutert. Für zusätzliche Fragen standen im Anschluss Studenten der höheren Semester in kleinen Runden zur Verfügung.

Dank des schönen Wetters fanden sich über 180 Erstsemester zum Start der diesjährigen Stadtrallye vor dem Kupferbau ein. Nachdem alle in ihre Gruppen eingeteilt wurden, ging es direkt los und die ersten Challenges mussten bewältigt werden. Die Kreativität der Gruppen wurde beispielsweise beim Powerpointkaraoke und der Straßenkünstlerstation zum Maximum ausgereizt. Weitere Sidequests bestanden im Beschaffen einer besonders schönen und einzigartigen Klopapierrolle und dem Hochtauschen eines Golfballs. Dies klappte teilweise erstaunlich gut und zwischenzeitlich hatte ein Team sogar eine 20 € teure Weinflasche ergattert.

Krönender Abschluss war der Stammtisch abends im Irish Pub, den die Erstsemester zum Kennenlernen und gemütlichen Austausch nutzten.

Insgesamt ist die Stadtrallye eine lustige, ungezwungene Möglichkeit, seine Kommilitonen und die Stadt besser kennenzulernen.

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Kneipentour: Per Los wurden am Tag nach der Stadtrallye die Studierenden in Gruppen mit dem Namen 15 deutscher Discountern zugeteilt. Diese wurden jeweils von zwei erfahrenen Fachschaftlern durch Tübingens Kneipenlandschaft geführt. Je Gruppe wurden drei Kneipen angelaufen und die Stimmung durch Kennenlernspiele oder durch den Austausch bzw. das Vorführen regionaler Trinkgewohnheiten aufgelockert. Nach einem kleinen Zwischensnack, der den Tübinger Erstsemestern auch die Örtliche Haute Cuisine näherbrachte, ging es langsam in Richtung Schwarzes Schaf. Hier wurde in gewohnt kuscheliger, wohlig warmer Atmosphäre bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam gefeiert. Zum Abschluss sei noch gesagt, dass sich die beiden Newcomer Goldene Zeiten und Picasso besonders gut in die diesjährige Kneipentour integriert haben.

Blauer-Turm-Party: Das Vorfinale der Ersti-Einführung vor der Erstsemesterhütte endete wie immer im Blauen Turm. Dank starker vertrieblicher Bemühungen und der marketingoptimierten Verteilungsaktionen durch Freddy Franzen war der blaue Turm äußerst gut besucht. Einen weiteren Bonus an Leuten lieferte in koordinierter Zusammenführung die an diesem Tag stattfindenden Master-Kneipentour. So feierten alle gemeinsam selbstverständlich bis Ladenschluss.

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Mastereinführung Moritz Winkelmann & Lukas Schöllhorn

„Wer macht nächstes Semester die Mastereinführung?“ – Mit dieser Frage startete unsere Aufgabe, den neuen Masterstudenten den Einstieg in Tübingen zu erleichtern. Als Masterstudent im 4. Semester sowie Bachelorstudent im 8. Semester und zukünftiger Masterstudent in Tübingen waren wir der Aufgabe natürlich bestens gewachsen. Zudem hält sich die Fülle der Veranstaltungen im Gegensatz zur Bacheloreinführung doch etwas in Grenzen. Was war also zu tun? Erster wichtiger Termin war das Infocafé für alle Masterstudiengänge. Für die Präsentation gibt es eine Vorlage, also kurz die Termine aktualisiert und einen informativen, knackigen 10-Minuten-Vortrag gehalten.

deutlich auseinander, aber früher oder später konnten wir uns dann doch auf eine Liste einigen. Die Grundlagen der Masterkneipentour waren also gesetzt und es folgte die Reservierung der Bars. Dies wurde bei der Mehrzahl der Bars natürlich persönlich und nicht per Telefon durchgeführt. Dabei wurde dann direkt eine Qualitätskontrolle von Speis und Trank sowie den Räumlichkeiten vorgenommen. Nach zwei Abenden harter Arbeit und ein paar wenigen letzten Anrufen stand die Planung der Kneipentour. Am Tag der Kneipentour mussten dann noch die wichtigen Aufgaben ‚Schnaps kaufen’ und ‚Lose ausdrucken’ erledigt werden. Gegen 20.00 Uhr trafen sich dann ein Haufen motivierter Betreuer und gefühlt alle Master-Erstis am Holzmarkt. Über drei Bars ging es für einige zu später Stunde noch in den Blauen Turm zur Bachelor-Erstiparty. Wir hoffen Ihr alle hatten einen wunderschönen, geselligen Abend und die Auswahl der Bars hat zugesagt. Außerdem möchten wir uns natürlich noch bei allen Teilnehmern für Ihr Kommen sowie den Gruppenleitern für Ihren Einsatz bedanken. Verbesserungsvorschläge und Vorschläge zur Liste ‚Die 10 besten Bars in Tübingen’ können gerne im Fachschaftsbriefkasten eingeworfen werden.

Mehr Aufwand war dann doch die Masterkneipentour. Zunächst stand die Recherche nach Erfahrungswerten bezüglich Gruppengröße, Datum etc. aus den vorhergehenden Jahren auf dem Programm. Leider zunächst ohne Erfolg, denn dank der Bauarbeiten in der Mohlstraße konnten wir nicht auf das Fachschaftslaufwerk zugreifen. Daher legten wir ohne Grundlage los. Ein Termin war recht schnell gefunden, sodass als Nächstes die Köpfe zusammengesteckt wurden, um die zehn besten Bars in Tübingen zu erörtern. Bis heute gehen die Meinungen hier 21


Neu an der Fakultät: Prof. Dr. Brahm

Ihre Lieblingsfächer in der Schule? Englisch und Mathematik Wo haben Sie Ihr erstes Praktikum gemacht? Bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (im Rechnungs- und Personalwesen) Was haben Sie studiert und an welcher Universität? Wirtschaftspädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Gent in Belgien Was waren Ihre Schwerpunkte oder Vertiefungen? Als Schulfächer habe ich BWL und Englisch studiert; in BWL hatte ich als Vertiefung Personal und Organisation. 22


Warum haben Sie die Laufbahn als Professor/in eingeschlagen?

Wo findet man Sie in Ihrer Freizeit? Meine Freizeit verbringe ich beim Wandern im Wald oder auf der Alb, in der Kletterhalle, beim Inline-Skaten oder – wenn es die Zeit zulässt – auch mal im Theater oder Kino.

Es bereitet mir Freude, Forschungsfragen auf den Grund zu gehen und ich unterstütze Studierende gerne darin, sich für ihr eigenes Berufsziel weiterzuentwickeln. Wieso haben Sie sich für die Universität Tübingen entschieden?

Welches ist ihr bevorzugtes Urlaubsziel? Vancouver Island!!!

Die Universität Tübingen bietet mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, der Tübingen School of Education und der LEAD Graduate School die ideale Umgebung für eine evidenzbasierte LehrerInnenbildung im Fach Wirtschaft. Außerdem ist die Professur in Tübingen die einzige in Baden-Württemberg, die extra für das neue Lehramtsfach Wirtschaft eingerichtet wurde, was den Standort noch attraktiver macht. Was zeichnet Ihre Lehre besonders aus? Meine Lehre zielt darauf, die Studierenden zum Mitdiskutieren anzuregen und Verantwortung für ihre eigenen Lernprozesse zu übernehmen. Darüber hinaus versuchen wir mit dem gesamten Lehrstuhl-Team ein breites Angebot für die Lehramtsstudierenden zu gestalten, sodass die zukünftigen LehrerInnen ein gutes fachwissenschaftliches und fachdidaktisches Fundament für das Unterrichten des Faches Wirtschaft entwickeln können. Was gefällt Ihnen an Tübingen? … dass man nahezu alles mit dem Fahrrad erreichen kann und die Stadt ein vielfältiges kulturelles Angebot hat. 23


Neu an der Fakultät: Jun - Prof. Dr. Strohmaier

Ihre Lieblingsfächer in der Schule?

Warum haben Sie die Laufbahn als Professor/in eingeschlagen?

Mathematik und Gemeinschaftskunde

Weil der Beruf meine zwei Leidenschaften vereint: Lehren und Forschen. Darüber hinaus finde ich es sehr gut, dass man seine Arbeitszeiten flexibel einteilen kann!

Wo haben Sie Ihr erstes Praktikum gemacht? Wenn man das Pflichtpraktikum am Gymnasium nicht dazu zählt, bei dem ich in den Beruf der Grundschullehrerin hineinschnuppern durfte, dann habe ich mein erstes richtiges Praktikum am ZEW in Mannheim gemacht. Hier war ich im Forschungsbereich „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ eingesetzt.

Wieso haben Sie sich für die Universität Tübingen entschieden? Kurz vor Abgabe meiner Dissertation wurde ich auf die Stelle aufmerksam und es hat vom Profil einfach perfekt gepasst. Die Nähe zu meinem Heimatort war natürlich ein weiterer Pluspunkt.

Was haben Sie studiert und an welcher Universität?

Was zeichnet Ihre Lehre besonders aus?

Economics an der Universität Hohenheim

Puh, das müssen Sie die Studenten fragen, die meine Vorlesungen besuchen. Ich denke, dass ich auch komplexe Sachverhalte gut erklären kann und ich mit meiner Art nah an den Studenten bin.

Was waren Ihre Schwerpunkte oder Vertiefungen? Finanzwissenschaft und Ökonometrie 24


Was gefällt Ihnen an Tübingen?

Welches ist Ihr bevorzugtes Urlaubsziel?

Ich finde, dass Tübingen eine süße Studentenstadt ist und genieße es, dass es z.B. mittags ein großes Angebot an Restaurants gibt.

Also ich finde Italien super! Als nächstes würde ich aber super gerne mal nach Indien reisen.

Wo findet man Sie in Ihrer Freizeit? Beim Handball oder ab und zu in Stuttgart beim Feiern. 25


Umbau Mohlstraße Dominik Bär

Wie die meisten von uns in den letzten Wochen wohl mitbekommen haben, ist die Sanierung des WiWi-Seminars in vollem Gange. Immer wieder wurden Vorlesungen vom Presslufthammerlärm begleitet und auch die provisorische Metalltreppe oder der Umbau am Parkdeck sollten inzwischen jedem aufgefallen sein. Eigentlich war dies anders geplant. Ursprünglich sollte die Mehrheit der Baumaßnahmen bereits zu Vorlesungsbeginn abgeschlossen sein und der Universitätsbetrieb unter normalen Umständen stattfinden. Doch wie auf den meisten öffentlichen Baustellen, konnte auch in unserem Fall der Zeitplan nicht eingehalten werden. Neben dem extremen Lärm, der die meisten Vorlesungen und Übungen im Gebäude extrem störte, traten noch einige andere Effekte ein, welche die Studiensituation stark belasteten und noch immer belasten. Angefangen bei kleinen Problemen wie den fehlenden Fahrradständern über die erschwerte Nutzung der WiWi-Bibliothek, 26


bis hin zur schlechten Erreichbarkeit einzelner Lehrstühle, die ihre Büros aufgrund der Maßnahmen räumen mussten, hatte die Baustelle auf fast alle Studierenden negative Auswirkungen.

zeitigen Umständen leben zu müssen. Als Fachschaft werden wir uns in diesem Punkt für Euch starkmachen, um die negativen Effekte möglichst gering zu halten. Ein weiterer wichtiger Punkt, der verbessert werden soll, ist die Informationspolitik. Während bisher nur wenige Informationen zum Umbau bis zu den Nutzern des Seminars vordrangen, soll nun besser informiert werden. Erste Fortschritte dahingehend haben sich bereits in der ersten Woche nach Beendigung des Gesprächs gezeigt. Abschließend bleibt zu sagen, dass uns das Thema „Umbau in der Mohlstraße“ noch einige Zeit begleiten wird. Solltet Ihr Fragen zur Situation haben, könnt ihr Euch gerne an uns wenden.

Da diese Situation nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Nutzer des Gebäudes, zur Belastungsprobe wurde, lud der Dekan zum Krisentreffen ein. An diesem nahmen neben einigen Professoren, dem Bauamt und den zuständigen Vertretern der Universität auch der Kanzler und einige Vertreter der Fachschaft teil. Ziel war es, eine bessere Informationspolitik zu schaffen und Lösungen für die oben genannten Probleme zu diskutieren. Grundsätzlich hatten wir eine konstruktive Gesprächsrunde, in der alle Beteiligten am selben Strang zogen und die Situation mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, versuchten zu verbessern. Die Ergebnisse werden sich hoffentlich in den nächsten Wochen zeigen. So muss zwar der erste Bauabschnitt fertiggestellt werden, was hoffentlich bis zum Erscheinen dieser Ausgabe der Fall sein wird, jedoch wird nun geprüft, ob die restlichen Bauarbeiten in einem einzelnen Abschnitt durchführbar sind. Denn ursprünglich waren vier einzelne Bauabschnitte geplant, die während der vorlesungsfreien Zeit abgearbeitet werden sollten. Die Verdichtung der Bauphasen würde zu einer kompletten Schließung der Mohlstraße führen, was unter anderem für uns bedeuten würde, dass Vorlesungen mehr zu Randzeiten stattfinden müssten und die Nutzung der Fachbibliothek nur sehr eingeschränkt möglich wäre. Jedoch ist dies vertretbarer, als die nächsten acht Semester mit den der27


Neu an der Fakultät: Prof. Dr. Manger

Ihre Lieblingsfächer in der Schule? „Geschichte und Sozialkunde“ und, wie es sich für einen zukünftigen Volkswirt gehört, „Wirtschaft und Recht“. Wo haben Sie Ihr erstes Praktikum gemacht? Ich habe zwar während des Studiums immer nebenbei gearbeitet - von der fast schon obligatorischen Hiwi-Stelle über Lebensmitteleinzelhandel bis zum Einrichtungshaus war alles dabei, aber für ein „offizielles“ Praktikum hatte ich irgendwie nie Zeit. Was haben Sie studiert und an welcher Universität? Ich habe in Konstanz ganz klassisch Volkswirtschaftslehre studiert, damals noch mit Diplom als Abschluss.

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Was waren Ihre Schwerpunkte oder Vertiefungen?

Was gefällt Ihnen an Tübingen? In Tübingen kommt zu dem bereits angesprochenen guten Forschungsumfeld eine sehr „junge“, attraktive Stadt (ausgenommen einzelne Gebäude in der Mohlstraße) mit einem guten Angebot an Kultur und Freizeit.

„Industrie- und Arbeitsmarktökonomik“ und „Wirtschaft und Staat“ Warum haben Sie die Laufbahn als Professor/in eingeschlagen?

Wo findet man Sie in Ihrer Freizeit?

Die Entscheidung zu promovieren war zunächst recht naheliegend, da ich nach meinem Studium den Wunsch hatte, einige Themen noch weiter zu vertiefen. Dabei stellte ich fest, dass es, zumindest aus meiner Sicht, kaum einen interessanteren und erfüllenderen „Job“ als selbstbestimmtes Forschen und Lehren gibt. Diese Möglichkeit bietet allerdings nur die eigene Professur.

Am Wochenende treibe ich mich gerne auf Konzerten und Festivals herum. Welches ist ihr bevorzugtes Urlaubsziel? Da ich einen Kurzurlaub einer mehrwöchigen Reise vorziehe, interessiere ich mich vor allem für Städtetrips. Zur Erholung reichen dann auch ein paar Tage am Bodensee.

Wieso haben Sie sich für die Universität Tübingen entschieden? Da in Tübingen zahlreiche Kollegen mit spannender Forschungsagenda und möglichen Anknüpfungspunkten arbeiten, bietet der Fachbereich WiWi in Tübingen für mich ein tolles Forschungsumfeld. Zudem hatte ich bereits vor meiner Bewerbung einige Lehraufträge in Tübingen gehalten, sodass ich schon wusste, dass ich dort auch auf clevere und motivierte Studierende treffen werde. Was zeichnet Ihre Lehre besonders aus? Ich glaube, dass ich wie meine Kollegen einen großen Wert auf eine anspruchsvolle Ausbildung der Studierenden lege, die theoretische Grundlagen mit aktuellen Forschungserkenntnissen verbindet.

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Das PrĂźfungsamt informiert...

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Mein Auslandssemester in Australien Nicolas Kiefer

herzlich in Empfang genommen. Ich lernte in meiner Zeit die Australier als sehr freundliche und offenherzige Menschen kennen. Das war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich mich trotz der 50 000 Studierenden und einem riesigen Campus schnell zurechtfand. In einer, von der Universität organisierten Einführungswoche, lernte ich viele Freunde kennen, die maßgeblich zur schnellen Integration beitrugen.

Have a g’day mate! Kaum hatte ich einen Fuß auf australischen Boden gesetzt, wurde ich mit diesen Worten von allen Seiten willkommen geheißen. Doch zunächst ein kleiner Rückblick, wie es zu diesem Aufeinandertreffen von Australiern und mir überhaupt kommen konnte. Gleich zu Beginn meines Masterstudiums in General Management fing ich damit an, mir Gedanken um ein weiteres Auslandssemester zu machen. Als Masterstudent kommen jedoch nicht sehr viele außereuropäische Austauschplätze infrage, da sich die Kooperationen meistens nur auf den Bachelorbereich beschränken. Glücklicherweise gilt dies nicht für die australischen Universitäten und deshalb musste ich mich „wohl oder übel“ für dieses Austauschprogramm bewerben. Sonne, Strand, Regenwald – andernfalls wäre meine Wahl natürlich nie auf Australien gefallen. Nach einem langen Bewerbungsprozess stand es dann fest – das SS 2017 werde ich an der University of Queensland in Brisbane verbringen. Wie bereits angedeutet, wurde ich dort sehr 32


Anders bei meinen Kursen, da war der Kontakt zu Einheimischen anfangs sehr zurückhaltend, was daran lag, dass der Großteil meiner Kommilitonen bereits untereinander verknüpft war. Dies änderte sich mit den ersten Vorlesungen rapide. Ich wurde zu Gruppenarbeiten eingeladen, bevor mir bewusst war, dass diese überhaupt Teil des jeweiligen Kurses sind. Schnell realisierte man, dass ein Studium in Australien komplett anders verläuft als in Tübingen: Präsentationen, Hausarbeiten und mindestens zwei Klausuren müssen pro Fach absolviert werden. Auch die Studieninhalte wichen stark voneinander ab. Während man in Tübingen fundierte Kenntnisse in Statistik und damit verbundenem empirischen Arbeiten erlangt, ist die Ausbildung in Australien mehr auf die spätere Tätigkeit im Unternehmen ausgelegt. So mussten beispielsweise Werbekampagnen für ein imaginäres Produkt erstellt und strategische Handlungsempfehlungen für IKEA aus einem Marktforschungsprozess abgeleitet werden. Ein Modul eines anderen Kurses bestand aus einer 14-tägigen Schwimmeinheit, in der jeden Morgen eine Stunde geschwommen wurde, um Führungsqualitäten wie Durchhaltevermögen, Disziplin und Selbstreflexion zu trainieren. Außergewöhnlich war dies auf jeden Fall, ob jedoch zukunftsrelevant ist offen.

destaat-Ebene für uns entscheiden konnten, wurden wir nach Melbourne eingeladen. Flüge, Hotel, Verpflegung – alles wurde gesponsort. Leider war in der australienweiten Runde Endstation. Die Zeit in Australien, mit ihren tollen akademischen und sozialen Erfahrungen, wird immer in positiver Erinnerung bleiben. Allerdings auch die Erkenntnis, dass in Deutschland das Leben billiger ist - Australien ist verdammt teuer! Vor allem im Hinblick auf Lebensmittel. Deshalb hier der Tipp informiert Euch bereits im Vorfeld über die Finanzierungsmöglichkeiten. Eine weitere Empfehlung: Wählt Brisbane als Studienort. Die Stadt hat kulturell unheimlich viel zu bieten und ist meiner Meinung nach wesentlich lebenswerter als Sydney. Hinzu kommt, dass ganzjährig tolle Wetter und die Vielzahl an Studierenden, die sich alleine an den drei großen Universitäten der Stadt auf etwa 150.000 summiert. Besonders sehenswert sind auch die zahlreichen Nationalparks und Inseln, die sich in unmittelbarer Nähe zu Brisbane befinden. Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass ich keine gefährlichen Begegnungen mit Haien, Schlangen oder Spinnen hatte. Somit hoffe ich, dass auch Ihr bald mit einem „Have a g’day mate“ begrüßt werdet.

Trotz des Aufwandes machte das Studieren sehr viel Spaß und ich hatte auch genug Zeit, um das Land zu erkunden. Mit Freunden zusammen ging es nach Sydney, Melbourne, Cairns und Byron Bay. Ein weiteres Highlight war ein internationales Fußballturnier, an dem ich mit Freunden teilnahm. Nachdem wir überraschenderweise das Turnier an unserer Universität gewonnen hatten und auch die nachfolgende Runde auf Bun33


Mein Auslandssemester in Hong Kong Elena Lutz

Außerdem kommen in jedem Semester etwa 1500 Austauschstudenten aus allen Kontinenten an die University of Hong Kong, sodass man schnell Freunde findet und Menschen aus aller Welt kennenlernt.

Zwischen Buddha, Nudelsuppe und Pferderennen. 37 Grad, 99.99999% Luftfeuchtigkeit und ein Koffer, der so groß war, dass ich ihn nur aufgrund der Barmherzigkeit einer Stewardess überhaupt mitnehmen durfte: Welcome to Hong Kong! Nach einigen Stunden des Schwitzens kam ich am 21. August 2016 schließlich in meinem neuen Zuhause, der Ching Lin Student Residence, an. Das Studentenwohnheim liegt 300 Meter vom Meer entfernt, direkt neben einem kleinen buddhistischen Tempel. Nachdem ich meine Mitbewohnerinnen aus China, Deutschland, den USA und Japan kennengelernt hatte, ging es am nächsten Tag direkt mit der Uni los. Die University of Hong Kong ist modern, international und eine der renommiertesten Universitäten Asiens. Es gibt viele spannende Kurse, sodass man neben Reisen und Partys auch bildungstechnisch etwas aus dem Auslandssemester mitnehmen kann.

Mit einheimischen chinesischen Studierenden in Kontakt zu kommen ist dagegen deutlich schwieriger. Gute Noten und beruflicher Erfolg haben in China und Hong Kong einen enorm hohen Stellenwert und viele Studierende stehen deshalb unter hohem Druck gut in der Uni zu sein. Es ist völlig normal, jeden Abend bis ein oder zwei Uhr nachts zu lernen. Für Feiern und Freunde fehlt chinesischen Studierenden deshalb oft die Zeit. Auf die Frage, was ihre Hobbys seien, wenn sie nicht gerade lernt, antwortete meine chinesische Mitbewohnerin schlichtweg: „Schlafen“. Jedoch gibt es einen guten Weg, einheimische Studierende kennenzulernen: Hochschulgruppen an der Uni. Ich war beispielsweise Mitglied im Englisch Debate Club und habe dort nicht nur das Debattieren gelernt, sondern auch gute Freunde gefunden, 34


die mir viel über die doch sehr andere Kultur Hong Kongs erklären konnten und mir die Stadt noch einmal von einer ganz anderen Seite gezeigt haben.

Rennbahn mitten in der Innenstadt stattfinden und ein Überbleibsel aus der britischen Kolonialzeit sind. Hong Kong ist außerdem ein optimaler Startpunkt für Reisen in andere asiatische Länder. So waren auch meine Reisen nach China, Australien, in die Philippinen und über eine Kooperation meiner Uni sogar nach Nordkorea eindeutige Highlights meines Auslandssemesters. Insgesamt haben mich Hong Kong und Asien im Allgemeinen durch ihre Vielfalt absolut begeistert und ich werde mein Auslandssemester dort als eine tolle Zeit in Erinnerung behalten. Würde ich es wieder machen? 100 % Ja!

Hong Kong als Stadt hat unglaublich viel zu bieten. Neben einer beeindruckenden Skyline, schwimmenden Märkten und alten Kolonialgebäuden besticht Hong Kong vor allem durch seine schöne Natur. Nur zwanzig Minuten von der Uni entfernt gibt es traumhafte Strände und Naturschutzgebiete. Am Wochenende kann man Wanderungen zu alten Tempeln und Dörfern in den Bergen unternehmen. Ein weiteres Muss ist neben Hong Kongs Feiermeile LKF auch ein Besuch der Pferderennen, die auf einer

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Mein Auslandssemester in San Jose Jonas Utz

San Jose State University Der Campus liegt zentral in Downtown, daher sind viele Orte schnell zu Fuß zu erreichen. Er ist im Gegensatz zu anderen Universitäten nicht ganz so groß, aber es reicht dennoch aus, um sich am Anfang des Semesters ab und an zu verlaufen. Er ist ca. 62.000 m² groß und mit 30.000 Studenten gut gefüllt. Am Anfang des Semesters startet immer die „Weeks of Welcome“, wo verschiedene Dinge auf dem Campus angeboten werden. Durch das Kennenlernen der Fraternities (Verbindungen) in der Rush-Week konnten wir von Anfang an sehr schnell viele Kontakte knüpfen, wodurch wir später auch keine Probleme hatten, zu den Veranstaltungen oder Partys in den Häusern (Villen) eingeladen zu werden. Durch diese Kontakte konnten wir ebenfalls in der internen College Liga in dessen Fußball und Footballteams mitspielen.

San Jose Mein Auslandssemester verbrachte ich an der San Jose State University in Kalifornien. San Jose ist die drittgrößte Stadt in Kalifornien und die zehntgrößte in den USA. Leider gehört sie auch zu den teuersten, da sie direkt im Silicon Valley liegt und Firmen wie Apple, Facebook, Netflix und viele mehr dort ihre Headquarter haben. Trotzdem ist es nicht eine typische Großstadt wie San Francisco oder Los Angeles. Sie ist sehr weitläufig und besteht aus einer Menge Stadtteilen. Die Lage selbst ist super. Nach San Francisco (mit dem Auto 40 min, mit dem Zug 90 min) und nach Santa Cruz an den Strand (mit dem Auto ca. 30 min) ist man in kürzester Zeit. San Joses geografische Lage ist super zum Reisen und um die Vielfältigkeit Kaliforniens zu entdecken. Viele Clubs und Bars waren sehr schnell zu Fuß zu erreichen. Besonders beliebt bei uns war der „Two Dollar Tuesday“, an dem man in vielen Bars (SJBG, Los Gringos…) die meisten Getränke für 2 – 3 Dollar erhalten hat. 36


Wohnung Ich persönlich habe auf dem Campus gewohnt und bereue es keinesfalls. Mir wurde in einem Studentenwohnheim für höhere Semester ein Einzelzimmer in einer 5er-WG zugewiesen, welches auch meine erste Präferenz war. Ich hatte sehr Glück mit meinen Mitbewohnern und hatte unglaublich viele tolle Erlebnisse und Spaß mit ihnen. Tipp: Schaue, dass Du nicht mit anderen Deutschen Dir eine WG suchst. Das Zusammenwohnen mit Amerikanern wird Dir in vielen Bereichen helfen und man erlebt die typische amerikanische Lebensart.

Sport Die San Jose Sharks (Eishockey) und San Jose Earthquakes (Fußball) sollte man das eine oder andere Mal anschauen. Ebenfalls gibt es noch die Golden State Warriors (NBA) in Oakland und die San Francisco 49ers (NFL), bei denen man mindestens einmal vorbeischauen sollte, um den amerikanischen Sport so richtig miterlebt zuhaben. Fazit Ich vermisse die Zeit an der San Jose State University sehr und hatte eine unglaublich tolle Zeit während meines Auslandssemesters. Mitgenommen habe ich sehr viele neue Freunde, unvergessliche Momente und tolle Reisen. Ich würde es jederzeit wieder machen und werde definitiv in die Bay Area zurückkommen, um all meine neu gewonnenen Freunde dort zu besuchen.

  Studium Mit 30-50 Studenten pro Klasse ähnelt es eher einer Schule als einer Universität. Dies wird auch vom Aufbau bestätigt. Die Kurse sind teils nicht so schwer wie in Deutschland, aber der Arbeitsaufwand ist dafür deutlich mehr unter dem Semester. Neben dem Final Exam, gibt es Midterms, Quizze, Präsentationen, Essays und wöchentliche Assignments dazu. Trotzdem gibt es noch genug Freizeit, da diese meist keine Probleme mit geringerem Zeitaufwand aufweisen. Lage Meiner Meinung nach liegt San Jose am besten zum Reisen während des Semesters. Die Bay-Area selber bietet ebenfalls eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Lake Tahoe, Yosemite National Park und andere Orte erreicht man schnell, wenn man in den Norden fährt. Big Sur, Monterey, und andere Sehenswürdigkeiten sind schnell südlich zu erreichen. Tipp: Seattle ist auf jeden Fall eine Reise wert. 37


Mein Auslandssemester in Perugia - La Dolce Vita Laura König

dem es keine Küche, sondern nur eine Mensa gibt. Da das Wohnheim ziemlich weit von der Uni entfernt liegt und die öffentlichen Verkehrsmittel in Perugia eher suboptimal sind, bin ich nach knapp einem Monat in eine private WG umgezogen.

Ende August habe ich mich auf den Weg nach Perugia in Italien gemacht. Die Hauptstadt von Umbrien liegt fast exakt in der Mitte von Italien, etwa 2 Stunden von Rom entfernt und ist Tübingen sehr ähnlich: Es gibt viele Studenten, die Uni ist ein bisschen in der Altstadt verteilt, solange es warm ist, trifft man sich auf den Stufen der Cattedrale di San Lorenzo und das Leben findet ebenfalls im historischen Stadtkern statt.

Als es dann an die Erstellung des Stundenplans ging, war ich sehr froh um meine Italienischkenntnisse. Im Erasmusoffice spricht kaum jemand Englisch und im Sekretariat der Wirtschaftsfakultät schon gleich gar keiner. Im Zweifelsfall kann man sich aber immer noch mit Händen und Füßen verständigen! Die italienische Gemütlichkeit und Gelassenheit ist in der Universität (insbesondere in der Verwaltung) deutlich zu spüren. Da kann es schon mal passieren, dass eine Vorlesung nicht wie geplant im September, sondern eben einfach erst im November anfängt. Allerdings geben sich die Professoren meistens viel Mühe, es ihren Studenten so einfach wie möglich zu machen. Dies gilt auch

Wer allerdings dachte, dass Tübingen extrem hügelig ist, der muss hier lernen: Hügeliger geht immer! Perugia ist am Berg gebaut und es gibt überall Treppen und Berge zu erklimmen, ein klarer Vorteil wenn man die Unmengen an Pizza, Pasta und Vino, die man hier isst und trinkt, gleich wieder abtrainieren will. Zu Beginn meines Semesters habe ich im Collegio di Agraria gewohnt, einem Studentenwohnheim außerhalb des Zentrums, in dem man sich ein sehr kleines Zimmer mit einer anderen Person teilen muss und in 38


insbesondere für ERASMUS-Studenten. Es gibt zwar kaum englische Vorlesungen, aber eine Lösung findet man dann doch immer!

Da ich noch mitten in meinem Auslandssemester stecke, habe ich bisher noch nicht alle meine Reiseziele von der Liste abgehakt. Die Eindrücke und Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, möchte ich definitiv nicht mehr missen. Mir gefällt es hier so gut, dass ich noch gar nicht weiß, ob ich im Januar wirklich wieder nach Tübingen zurückkommen werde!

Der interessanteste Part am Auslandsaufenthalt ist natürlich die Freizeitgestaltung. In Perugia selbst wird einiges geboten. Besonders bis Ende Oktober ist fast jeden Tag etwas los. Es gibt Livemusik, Marktstände, Straßenkünstler und vieles, vieles mehr. Jeden Samstag findet der große Wochenmarkt statt, auf dem man von Klamotten über Gemüse und Blumen bis zu Hühnern und Kaninchen alles findet, was das Herz begehrt. Kulinarisch gesehen ist Perugia mit seinen vielen Cafés und Restaurants auch super aufgestellt. Besonders wenn es draußen kälter wird, kann man es sich hier gemütlich machen und Freunde treffen. Natürlich werden für ERASMUS-Studenten auch jede Menge Partys, Aperitivi und Ausflüge organisiert. Aber auch privat lohnt es sich, vor allem an den Wochenenden, die Umgebung zu erkunden. In Umbrien und der Toskana gibt es viele kleine Städte wie Assisi oder Siena, die man sich an einem Tag sehr gut ansehen kann. Wer sich gerne sonnt und schwimmen geht, sollte entweder an den Lago di Trasimeno oder ans Meer reisen. Ich war beispielsweise ein Wochenende in Pescara, wo man Anfang Oktober noch schön am Strand liegen und die Sonne genießen konnte. Mittelitalien ist aber nicht nur landschaftlich und kulinarisch ein tolles Reiseziel. Auch kulturell gibt es einiges zu sehen. Florenz und Rom gehören dabei wohl zu den bekanntesten Beispielen und brauchen auf jeden Fall mehr als nur einen Tag, um erkundet zu werden. 39


Mein Auslandssemester in Barcelona Sophia Malak

Vorbereitung des Aufenthalts: Ich habe mein Auslandssemester in Spanien im wunderschönen Barcelona absolviert. Im Unterschied zur Uni Tübingen beginnt das Sommersemester an der UB schon Anfang Februar. Somit überschneidet es sich mit der Klausurphase des Wintersemesters in Tübingen. Dies stellte allerdings kein größeres Problem dar, weil ich im Wintersemester ein Praktikum absolviert hatte.

informativ. Die Anmeldung der Kurse erfolgte im Januar online. Ich belegte vier Kurse im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, drei davon auf Englisch und einen auf Spanisch sowie einen Soziologiekurs, ebenfalls auf Spanisch. Viele Studenten scheuten sich davor, Kurse auf Spanisch zu belegen. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich die Professoren sehr über internationale Studierende in ihren Kursen freuen und sich viel Zeit für einen nehmen. Generell fand jede Vorlesung drei Mal die Woche statt. Einmal die Woche für eine Stunde und zwei Mal für eineinhalb Stunden. Die Vorlesungen finden in sehr viel kleineren Gruppen statt, als ich es aus Tübingen gewohnt war und generell kam mir das System sehr viel verschulter vor. Es gab die Möglichkeit zwischen zwei verschiedenen Benotungen zu wählen. Entweder man wählt den Weg des Final Exams und schreibt in jedem Fach eine Abschlussprüfung, ähnlich wie an der Uni in Tübingen oder man wählt die Variante des Continuous Exams. Hierbei fallen während des Semesters drei

Zu Beginn meines Studiums habe ich drei Spanischkurse belegt. Diese lagen zu dem Startzeitpunkt meines Aufenthalts in Barcelona allerdings schon über ein Jahr zurück, d.h. ich konnte mich zwar verständigen, aber von fließendem Spanisch war ich weit entfernt. Hier eine Info am Rande, der Spanischkurs ist, anders als an der Universität in Tübingen, kostenpflichtig. Studium im Gastland: Die Übersicht über die zu belegenden Kurse, die ich von der Gastuniversität im Vorhinein per Mail bekommen habe, war sehr gut und 40


Must Do: In Barcelona gibt es einige Dinge, die unbedingt zu empfehlen sind. Ich persönlich habe mich nicht als Tourist, sondern wie zuhause gefühlt. Klar gibt es wunderschöne Sehenswürdigkeiten in Barcelona, allerdings hat mich die Stadt nicht deshalb, sondern viel mehr wegen ihres Flairs, den langen Nächten auf dem Plaza de Sol oder dem Sonnenuntergang auf den Bunquers de Camel in ihren Bann gezogen. Mein Tipp ist, die Zeit dort in vollen Zügen zu genießen. Durch die vielen unterschiedlichen Clubs und OpenAir Veranstaltungen findet jeder den passenden Ort zum Weggehen. Alternativ kann man einfach durch die Straßen schlendern, auf Flohmärkte gehen oder Tapas in der Calle de Blai genießen. Wer auch mal raus aus Barcelona möchte, ist mit Bus, Bahn und Flugzeug sehr schnell und günstig in anderen Regionen Spaniens oder gar Europas unterwegs. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er sich die Zeit einteilt. Ich war nur eine Woche auf einem Roadtrip durch Spanien unterwegs und habe ansonsten lieber Tagesausflüge gemacht oder einfach die Tage und Nächte in Barcelona genossen.

bis fünf Klausuren, Projekte oder Vorträge an, welche je nach Fach zwischen 30 % und 40 % gezählt haben. Zusätzlich dazu gibt es dann noch eine Abschlussklausur. Die genaue Vorgehensweise war hier vom Professor und Fach abhängig. Ich wählte in allen fünf Fächern das Continuous Exam, was zeitweise recht viel Arbeit unter dem Semester war. Trotzdem kann ich sagen, dass es pro Fach insgesamt nicht mehr Arbeit war als für eine Prüfung in Tübingen. Aufenthalt im Gastland: Ich habe durchweg positive Erfahrungen in Barcelona gemacht. Die Wohnungssuche verlief bei mir sehr unkompliziert. Ich reiste in der letzten Januarwoche an und habe eine Woche in einem zentralen Hostel gewohnt. Von dort aus suchte ich dann nach Wohnungen. Im Vergleich zu Deutschland ist die Wohnungssuche in Barcelona sehr viel kurzfristiger. Eine Woche Vorlaufzeit war völlig ausreichend. Ich wohnte im Stadtteil „les Corts“ nahe der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Die Wohngegend war sehr ruhig und mal abgesehen von den Fußballspielen im Camp Nou bekam man kaum Touristen zu Gesicht. Durch die gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz empfand ich die Lage als optimal. Zur Uni konnte ich zu Fuß gehen und im Zentrum war man mit der Metro auch in kürzester Zeit. Nachts fährt die Metro in Barcelona nur freitags (bis 2 Uhr) und samstags durchgehend. Allerdings gibt es gut angebundene Nachtbusse.

Gesamt Fazit: Diese Erfahrung kann einem keiner mehr nehmen. Meine ganz persönliche Empfehlung geht hier an Barcelona. Die Zeit vor Ort hat mir sehr gut gefallen und gerne wäre ich noch länger geblieben. Falls ich noch mal die Möglichkeit dazubekommen sollte, würde ich sofort wieder ein Semester in dieser wunderschönen und vielseitigen Stadt verbringen.

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Berufseinstieg bei Ebner Stolz Magdalena Schneider

heit, Kontakte mit anderen Assistenten aus ganz Deutschland zu knüpfen. Meine tägliche Arbeit zeichnet sich vor allem durch ihre Vielseitigkeit aus. Als Steuerberatungsassistentin macht man natürlich viele Steuererklärungen - ich bin z.B. viel im Bereich Einkommensteuer und Personengesellschaften unterwegs, erstelle die Erklärungen und prüfe Steuerbescheide. Daneben habe ich im vergangenen Jahr u.a. bei einer Tax Due Diligence mitgewirkt, Jahresabschlüsse erstellt, Schulungsunterlagen vorbereitet, regelmäßig kommen Umsatzsteuervoranmeldungen dazu. Im Tagesgeschäft bringen die Mandanten Fragen auf den Tisch, die sich querbeet über die Steuergesetze erstrecken - vom Bewertungsgesetz über Umsatzsteuergesetz bis hin zu internationalen Sachverhalten. Bei all diesen Aufgaben arbeitet man eng mit einem Steuerberater zusammen und bekommt so ein unkompliziertes und direktes Feedback.

Im Oktober 2016 begann nach dem Bachelor- und Masterstudium in Tübingen für mich der Ernst des Lebens: Als Steuerberatungsassistentin startete ich bei Ebner Stolz in Stuttgart ins Berufsleben. Das ist nun gut ein Jahr her - im Folgenden möchte ich Euch erzählen, wie ich die Zeit bisher erlebt habe. Zugegebenermaßen fühlt es sich anfangs wie ein Wurf ins kalte Wasser an, wenn man auf einmal reale Unterlagen und Probleme in Steuererklärungen verarbeiten muss. Anders als in den Vorlesungen, stellt einen nicht nur die Frage nach der steuerlichen Behandlung des Sachverhalts, sondern auch die technische Umsetzung vor eine Herausforderung. Hier beruhigt jedoch der Gedanke, dass es anfangs allen so geht! An dieser Stelle war es sehr hilfreich, dass wir Assistenten gleich im Oktober für zwei Wochen auf Schulung geschickt wurden und einen Crashkurs in Steuern und Wirtschaftsprüfung und den dazugehörigen Computerprogrammen bekamen. Dadurch wurden wir gut an die kommenden Tätigkeiten herangeführt. Außerdem bot sich hier die Gelegen42


Wenn Ihr euch vorstellen könnt, im Bereich Steuern zu arbeiten, kann ich Euch dazu nur ermutigen! Es ist extrem abwechslungsreich, man bekommt viele persönliche Details der Mandanten mit und hat eine steile Lernkurve. Gleichzeitig wird mir jeden Tag vor Augen geführt, dass die Steuerberatung nie stillsteht und man stets am Ball bleiben muss. Der Schwerpunkt Steuern und insbesondere die Vorlesungen in Zusammenarbeit mit der juristischen Fakultät haben mir sehr geholfen: Vieles, was wir dort gelernt haben, kann ich in meiner Arbeit direkt anwenden.

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Svenja Otterbach

Aufgaben Zu einem großen Teil beschäftigte ich mich während meines Praktikums mit der Konzeption, Umsetzung und Auswertung eines Fragebogens. Besonders hat mir gefallen, dass ich erlernte Inhalte von der Uni direkt in der Praxis umsetzen konnte. Beispielsweise arbeitete ich im Zuge meines Praktikums mit Latex und Stata. Programme, deren Umgang ich erst ein paar Monate zuvor in diversen Kursen erlernt hatte. Die Tätigkeit ist immer sehr von dem jeweiligen Projekt und seinem aktuellen Stand abhängig. Durch das Praktikum habe ich außerdem einen Einblick in die zahlreichen Projekte, welche vom IAW durchgeführt werden bekommen, wodurch die Arbeit sehr vielseitig gestaltet wurde. Natürlich gab es auch mal weniger spannende Aufgaben, wie das Transkribieren von Interviews, was aber für die qualitative Forschung unerlässlich ist. Im Zuge meines Praktikums konnte ich auch an mehreren Konferenzen und Forschungsvorträgen teilnehmen, bei denen es beispielsweise um die Auswirkungen des Mindestlohnes ging.

Motivation Während der letzten Semesterferien meines Bachelorstudiums absolvierte ich ein zweimonatiges Praktikum im IAW. Da ich in den sechs Semestern VWL bereits einige Einblicke in die Wirtschaftstheorie bekommen hatte, reizte mich die Arbeit in einem Forschungsinstitut sehr. Hier merkte ich schnell: Wer einmal die Anwendung von der sonst eher abstrakten Theorie erleben will, ist im IAW genau richtig. Praktikumsstelle Das Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) e.V. an der Universität Tübingen beschäftigt sich mit drei Forschungsschwerpunkten. Dies sind internationale Integration und regionale Entwicklung, Arbeitsmärkte und soziale Sicherung und als drittes Unternehmensdynamik und Strukturwandel. Durch das Praktikum bekam ich Einblicke in die quantitative und qualitative Forschung und erkannte die Notwendigkeit beider Forschungsansätze. 44


Zudem fielen mehrere Recherchetätigkeiten oder Arbeiten mit Excel an. Auch kann man, je nach Projekt, zu dem ein oder anderen Interviewtermin mitkommen. Team Die Arbeitsatmosphäre bei meinem Praktikum war immer sehr angenehm, sodass einem das tägliche Aufstehen und der morgendliche Aufstieg zu seinem Arbeitsplatz in der Villa Zundel mit der passenden Adresse „Ob dem Himmelreich 1“, nicht schwer viel. Ebenfalls wurde man schnell in das Team integriert und bekam sofort Aufgaben zugewiesen. Das Team ist insgesamt sehr jung und zu meiner Zeit waren mehrere Praktikanten und viele studentische Hilfskräfte dort beschäftigt. Dies sorgte für eine dynamische Arbeitsatmosphäre. Fazit Ein Praktikum im IAW kann ich jedem sehr empfehlen, der gerne einmal einen Einblick in die Wirtschaftsforschung erlangen möchte. Auch ließ sich das Praktikum sehr gut mit den üblichen studentischen Verpflichtungen kombinieren. Während der Prüfungsvorbereitung konnte man noch schnell nach der Arbeit in die Bibliothek zum Lernen gehen oder am Morgen eine Klausur schreiben, weil keine weite Fahrt zur Arbeitsstelle nötig war. Auch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man im Anschluss an sein Praktikum als studentische Hilfskraft dort weiterarbeiten kann.

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Mein Praktikum bei KPMG in Stuttgart Tina Einsiedler

um meinen Werdegang, meine Vorstellungen und die Motivation für das Praktikum. Kurze Zeit später bekam ich die Zusage und ich konnte beruhigt ins Auslandssemester gehen. Nach meiner Rückkehr aus Kanada ging es für mich bereits drei Tage später mit einem „Start-Tag“ in Stuttgart weiter. Dort bekamen wir nützliche Informationen zum Unternehmen und zum Verlauf unseres Praktikums, erhielten unsere IT-Ausrüstung und trafen anschließend unsere Mentoren, die uns als Ansprechpartner zur Seite standen. Am nächsten Tag ging es für mich direkt zum ersten Mandanten. Insgesamt war ich während der zehn Wochen bei drei verschiedenen Unternehmen eingesetzt. Meine täglichen Aufgaben waren von Beginn an sehr vielfältig. Ich übernahm zunächst einzelne Prüfungshandlungen zu diversen Posten im Jahresabschluss und half bei der Erstellung des abschließenden Prüfungsberichts sowie der Präsentation für das Management. Bei meinem letzten Projekt durfte ich dann auch schon selbst eine kleinere Prüfung einer Gesellschaft strukturieren und

Wie viele meiner Kommilitonen wollte ich die Zeit nach dem Auslandssemester für ein Praktikum nutzen. Da ich mir den Bewerbungsstress im Ausland nicht antun wollte, hatte ich mir bereits im Sommer darüber Gedanken gemacht, wo ich dieses denn absolvieren möchte. Nachdem ich Ende Juni an einem Workshop von KPMG in Stuttgart teilgenommen hatte, entschied ich, mich dort für eine Stelle im Audit zu bewerben. Die Hauptaufgabe des Geschäftsbereichs liegt in der Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen nach nationalen und internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen. Die Tätigkeit im Bereich Audit Corporate konzentriert sich dabei auf Industrie-, Handels-, und Dienstleistungsunternehmen unterschiedlicher Branchen, Größen und Rechtsformen sowie Organisationen des öffentlichen Sektors. Der Bewerbungsprozess war sehr unkompliziert und ich wurde kurz nach Zusendung meiner Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) für ein Bewerbungsgespräch nach Stuttgart eingeladen. Hier ging es thematisch vor allem 46


durchführen. Somit bekam ich einen guten Überblick über den gesamten Prüfungsprozess. Insgesamt habe ich das Praktikum als sehr hilfreich empfunden. Ich konnte meine Aufgaben schnell selbstständig bearbeiten und damit auch Verantwortung tragen. Dank meiner tollen Arbeitskollegen hatte ich immer auch viel Spaß und es wurde nie

langweilig. Den Vorteil an einem Praktikum in der Wirtschaftsprüfung sehe ich darin, dass man innerhalb kürzester Zeit sehr viel dazulernt. Die Betreuung von Seiten KPMG war vor, während und nach dem Praktikum sehr gut, sodass ich jedem, der Interesse an einem Praktikum bei den Big Four hat, das Unternehmen nur empfehlen kann.

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Mein Mathetut, die Uni und ich. Michael Gröger & Freddy Franzen

Martin du bist jetzt Tutor für Mathematik bei Dr. Dimpfl, wie kam es dazu, dass du dich für dieses Tutorium entschieden hast?

Kolloquium des Lehrstuhls gibt. Dort bekommt man die fachlichen Themen genauer erläutert und kann sich mit den anderen Leitern der Tutorien austauschen.

Angefangen darüber nachzudenken ein Tutorium zu leiten habe ich, als Herr Dimpfl mich nach der Matheklausur kontaktiert hatte, ob ich nicht ein Tutorium leiten möchte. Grundsätzlich klang das Angebot ja sehr verlockend, zumal ich meinen Fokus später an diesem Lehrstuhl legen möchte.

Wie hat sich das verhalten, kurz bevor es dann zum ersten mal losging? Als es dann immer näher Richtung des ersten Tutoriums ging, habe ich natürlich alle Aufgaben intensiv gerechnet. Anschließend habe ich mir überlegt was ich sagen und wie ich die Veranstaltung aufziehen möchte. Wichtig war im Nachhinein auch, dass ich mich zuvor in ein Tutorium einer Kollegin gesetzt hatte. Dort konnte ich mich mit der ein oder anderen Frage bereits auseinandersetzen, die meine Teilnehmer mir später in meinem Tutorium ebenfalls stellten. Mittlerweile schreibe ich zu jeder Aufgabe die allgemeinen Regeln auf, bevor ich die eigentliche Aufgabe rechne. Unterstützend bereite ich eher allgemeine Teile des Tutoriums vorher auf Folien vor.

Was waren deine ersten Gedanken als es feststand, dass du ein Tutorium leiten wirst? Meine Überlegungen bestanden zumeist darin, wie ich das Tutorium angehen sollte. Von der Uni gibt es eingige vorbereitende Kurse, obwohl das prinzipiell verlockend klang, habe ich es nicht wahrgenommen. Grund hierfür war, dass es begleitend zum eigentlichen Tutorium ein wöchentliches 48


Bedauerst du, dass du so wenig Zeit im Tutorium hast?

Wenn du mal nicht an Uni denkst, womit beschäftigst du dich in deiner Freizeit?

Einerseits ja, gerne möchte man seinen Teilnehmern die Dinge noch detaillierter erklären. Allerdings darf man auch nie vergessen, dass es keine zweite Vorlesung werden soll.

Neben dem Studium bin ich in der studentischen Unternehmensberatung InOne aktiv. Dazu treibe ich Sport in Form von gelegentlichem wandern und Tennis. Eine neue Leidenschaft entdeckte ich zusammen mit Freddy und Michael im Studium für Bierpong.

Was erwartest du von deinen Teilnehmern im Tutorium? Optimal wäre natürlich, wenn man die Aufgaben bereits zuhause gerechnet hat. Ausreichend ist allerdings auch, wenn man sich mit den Aufgaben auseinandergesetzt hat und erste Lösungsansätze ausprobiert, sodass im Anschluss eine entsprechende Mitarbeit resultieren kann. Es bringt wenig, wenn ich die Aufgabe präsentiere und niemand hat einen Lösungsansatz.

Würdest du anderen Leuten empfehlen auch ein Tutorium zu leiten? Definitiv, allerdings weniger aus finanziellen Gründen. Eher wenn Interesse an dem Fach besteht und das Wissen vertieft bzw. wiederaufgefrischt werden soll. Es ergeben sich außerdem nützliche Kontakte zu dem betreffenden Lehrstuhl. Es lohnt sich aber auch in persönlicher Hinsicht, denn sich wöchentlich zwei Stunden vor Leute zu stellen und ihnen was zu erklären ist defintiv eine Herausforderung.

Du bist sicherlich durch dein eigenes Studium sehr beschäftigt, wie bringst du beides unter einen Hut? Man muss definitiv nochmal ein Stück mehr organisierter sein. Im Studienalltag wird man von der Uni nicht kontrolliert, in wie weit man den Stoff bearbeitet. Im Tutorium hingegen erhält man schnell Feedback ob man das auch gut macht. Wenn von Woche zu Woche weniger Teilnehmer kommen, kann ein Grund natürlich sein, dass der Stoff nicht ausreichend rübergebracht wird. Zusätzlich findet am Ende des Semesters eine Evaluation des Tutoriums statt. Dort erfährt man dann schlussendlich wie gut man seinen Job gemacht hat.

Als Tutor blicken sicherlich einige Personen zu dir auf. Hast du von deinen Teilnehmerinnen schon einmal unmoralische Angebote erhalten? *Lacht* Bisher noch nicht...

Wir danken Martin für das Interview!

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WG Wandersonntag Freddy Franzen & Michael Gröger

(größtenteils letzteres) bestehen könne. Tübingen müsse doch noch mehr Seiten zu bieten haben, als immer den gleichen grauen Alltag und dieselben Gesichter. Warum wir genau deswegen auf die Idee kamen, jeden Sonntag wandern zu gehen, ist nicht überliefert, aber seid euch gewiss, die ein oder andere Runde Bierpong war sicherlich im Spiel. So fingen wir in den diesjährigen Semesterferien an, mit anderen ebenso wagemutigen wie abenteuerlustigen Mitstreitern jeden Sonntag die Tübinger Umgebung zu erkunden. Da wir als klassische Großstadtjungs nicht mehr im Umgang mit Kompass und Karte geschult sind, blieb uns nichts anderes übrig, als auf modernste Apps wie „komoot“ zurückzugreifen. Hier sei einmal drauf hingewiesen, dass wir uns für diese Art der Werbung nicht an gierige Konzerne verkauft haben, sondern mangels Alternative einfach darauf angewiesen sind. Wie dem auch sei, „komoot“ erlaubt es dem Nutzer mit ein paar Handgriffen eine eigene Tour zu planen und ist somit genau das Richtige für den ansonsten so eingespannten Studenten.

Ja, ihr habt richtig gelesen, es geht darum, mit unseren WG-Mitbewohnern jeden Sonntag eine Wanderung zu unternehmen. Nicht wie die meisten von euch jetzt vermuten werden mit Bollerwagen und Alkohol im Gepäck. Stattdessen so richtig schön spießig, wie unsere Eltern früher mit uns unterwegs waren, während wir lieber im Bett geblieben wären und uns noch einmal umgedreht hätten. Falls ihr an dem Punkt noch nicht aufgehört habt zu lesen, als das Thema Alkohol vom Tisch war, fragt ihr euch sicherlich: Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Aber erstmal der Reihe nach … Als wir beide vor knapp über einem Jahr dem schönen Rheinland den Rücken gekehrt haben, um ins beschauliche Tübingen zu ziehen, haben wir nicht im Entferntesten daran gedacht, dass wir einmal so enden werden. Seitdem leben wir das Leben eines mehr oder weniger erfolgreichen WiWi Studenten mit all seinen Ecken und Kanten. Mit der Zeit entstand der Gedanke, dass Tübingen doch nicht nur aus Uni, Bib, Mensa und Bierpong 50


Da der Vorsatz die Dinge langsam angehen zu lassen, nicht so ganz unseren Vorstellungen entspricht, sollte mit der ersten Wanderung ein Statement abgegeben werden. Bestens in Form durch unzählige Runden gängiger Trinkspiele und „Bib-Marathons“ fühlten sich unsere Körper optimal auf eine knapp fünfstündige Odyssee vorbereitet. Damit alle Daheimgebliebenen auf dem Laufenden gehalten werden, gehen seitdem unsere Touren unter #WGwanderungdeluxe bei Snapchat viral. Über diverse Umwege ging es so bei unserer ersten Wanderung zum Kloster Bebenhausen (tatsächlich echt zu empfehlen) und weiter vorbei an kleineren Highlights zur Teufelsbrücke (macht ihrem Namen wirklich alle Ehre…), bis einen der Hunger zur Umkehr trieb. Das ist übrigens ein gutes Stichwort - hätten wir uns doch früher nicht ständig im Bett umgedreht und uns stattdessen damit beschäftigt, wie man eine Wanderung überhaupt plant! Angefangen damit keinen Proviant einzupacken, bis hin zur schmerzlichen Erfahrung des falschen Schuhwerks. Wie dem auch sei, notfalls wird ein Teil der Strecke barfuß zurückgelegt. Man munkelt dies sei in Tübingen sowieso voll im Trend. Während der Hunger einen also mangels ausreichenden Frühstücks auf die angrenzenden Apfelplantagen treibt, freut man sich schon auf das gemeinsame Kochen danach. Neben der Tradition sonntags wandern zu gehen, hat es sich nämlich ebenso etabliert im Anschluss daran gemeinsam Kaiserschmarrn zu kochen. Völlig ausgehungert und mit schweren Beinen wird also am Ende jeder Wanderung der Kochlöffel geschwungen, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Wieder ein paar Erfahrungen reicher und Gramm leichter, wird der Woche so ein würdiger Ausklang bereitet.

Angefangen mit einer reinen Schnapsidee und der Intention seine neue Heimat mal genauer kennenzulernen, hat sich die WG-Wanderung fest in unseren Terminkalender etabliert. Wer sich jetzt immer noch denkt, was der ganze spießige Mist überhaupt soll, dem sei wirklich ans Herz gelegt, selbst mit einer coolen Truppe Ziele wie das Kloster Bebenhausen oder die Wasserfälle in Bad Urach anzusteuern. Denn sind wir mal ehrlich, die meisten von euch ziehen zum Studium für ein paar Jahre nach Tübingen und verbringen mehr als genug Zeit an den weiter oben genannten Orten und hauen dann wieder ab, ohne sich wirklich mit der Stadt und Umgebung beschäftigt zu haben. Das mag jetzt vielleicht wie ein dummer Ratschlag eurer Eltern klingen (scheinbar sind wir durch die ganzen Wanderungen echt spießig geworden), aber das Erlebte auf so einer Wanderung mit euren Freunden wird sicherlich länger haften bleiben als die letzten Seiten aus einem der unzähligen Lehrbücher. Auch wenn die kalte Jahreszeit vor der Tür steht, vielleicht regt euch dieser Artikel an, den inneren studentischen Schweinehund zu überwinden und die Tübinger Umgebung zu erkunden. Und wer weiß, vielleicht läuft man sich sogar mal bei einer Wanderung über den Weg…..

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„Der Ausgang krönt das Vollbrachte“ Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.)


Erscheinungsdatum 13. Dezember 2017

Impressum Herausgeber Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften Mohlstraße 36 72074 Tübingen Tel: 07071/29-74656

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V.i.S.d.P. Freddy Franzen & Pablo Börsch

Sprechstunde Montag bis Donnerstag, 10-14 Uhr

Redaktion Freddy Franzen & Pablo Börsch

Sitzung Montag, 20 Uhr c.t.

Layout Freddy Franzen & Pablo Börsch

Bilder Deckblatt und Inhaltsverzeichnis CC0 pixabay

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