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N° 75 Dezember 2018

WORT ZUM

WIWI

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften


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Liebe Studierende, Blink. Blink. Blink. An alle Studierende, Professoren und sonstige Leserschaft: Augen auf! Ihr haltet gerade, pünktlich zu Weihnachten, die 75.Auflage des WZWs in den Händen. Ein besonderes Exemplar anlässlich des 75. Jubiläums. Wie schon auf dem Cover angedeutet, hat das WZW einen langen Weg hinter sich, beginnend im Jahr 1990. Damals wusste wohl keiner wohin die glorreiche Idee eines WZWs führen wird. Jetzt, 28 Jahre später freut es uns umso mehr, dass sich das Magazin bei Studenten und Professoren etablieren konnte und halbjährig eine neue Ausgabe erscheint. Wie üblich wollen wir Euch über aktuelle Themen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät informieren. Von Aktivitäten innerhalb der Fachschaft über die Vorstellung zweier Masterstudiengänge bis hin zu Erfahrungsberichten, haben wir Euch einen bunten Mix zusammengestellt. Abschließend erwartet euch ein WZW-Flashback aus der allerersten Ausgabe. Zu guter Letzt möchten wir ein riesiges Dankeschön an alle Schriftsteller, Lyriker und Autoren richten, die uns an ihrer eloquenten Literatur teilhaben lassen. Ohne euch wäre eine solch glänzende Fassung nicht zustande gekommen. Damit bleibt Euch allen nur noch viel Erfolg bei den anstehenden Prüfungen zu wünschen. Nun viel Spaß beim Lesen! Sarah & Josua

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6 Fachschaftsthemen Semesterbericht Gremienarbeit Erstihütte Ersti-Einführung Mastereinführung Stocherkahnrennen

19 Das Prüfungsamt informiert Durchfallquoten SS 2018

20 Studieren an der WiWi-Fakultät Update Umzug M. Sc. Economics & Finance M. Sc. Accounting & Finance

28 Beruf, Karriere und Ausland Mein Praktikum bei der MBB Mein Praktikum bei der BMW Group Mein Praktikum beim ZEW Mein Aufenthalt in Amerika Berufseinstieg bei SOLCOM

38 Studentenleben WZW Flashback


Semesterbericht Katrin Müller & Julian Schneider

Wenn die Frühlingsblumen langsam die Tübinger Schneelandschaft aufbrechen, kommen die Studierenden hoffnungsvoll und hochmotiviert nach ihren Semesterferien ins wunderschöne Tübingen zurück. Die einen kommen aus dem Auslandssemester oder aus ihren Praktika und die anderen beginnen wohlerholt ihr Sommersemester. Genau der richtige Zeitpunkt, um sich als Fachschaft noch besser kennenzulernen, alte Freundschaften zu stärken und neue zu beginnen mit den Erstsemestern aus dem vorigen Wintersemester. Den perfekten Rahmen hierfür bietet die alljährliche Fachschaftshütte, mit der wir positiv gestimmt aktuelle und ehemalige Fachschaftler zu einem Zusammenfinden auf einer Hütte einladen. Dabei sind wir auf eine überwältigende Resonanz hinsichtlich ehemaliger Fachschaftler gestoßen, die trotz ihres Abschlusses Zeit gefunden haben, mit aktuellen Fachschaftsmitgliedern interne Workshops durchzuführen und mit innovativen Ideen die Workshops vorangetrieben haben. Besonders stolz sind wir auch

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auf unsere ehemaligen Zweitsemester, die aktiv und gewillt bei den Workshops neue Ideen und Konzepte eingebracht haben. Unter anderem ist auch dort unser erstes Fachschaftsevent geplant worden: der allseits beliebte Bücherflohmarkt. Hier verkaufen Studierende aus höheren Semestern Ihre Bücher an Studierende aus dem Grundstudium. Aufgrund der großartigen Organisation der Fachschaftler ist das Event ein voller Erfolg gewesen und wir haben fast alle Bücher verkaufen können. Ein weiteres Event seitens unserer Fachschaft: das Stocherkahnrennen, in welchem wir es geschafft haben, in die Top 10 des Rennens zu kommen. Darauf sind wir sehr stolz, da wir 2018 erst zum zweiten Mal die Chance gehabt haben, beim Stocherkahnrennen teilzunehmen. In diesem Zusammenhang auch ein riesiges Dankeschön und großen Respekt an alle fleißigen Paddler aus der Fachschaft! Schon zwei Tage danach fanden die Wiwilympics statt. Bei den Wiwilympics laden wir verschiedene Gruppen, geformt


aus Studierenden, zu sportlichen Aktivitäten wie Volleyball oder Fußball ein. Neben einer Menge Spaß und sportlichem Ehrgeiz hat die Fachschaft den durstigen und hungrigen Studierenden Grillgut und Getränke geboten. Jedes Jahr veranstaltet die Fachschaft zwei Clubhausfeste. Dabei sind wir sehr stolz, beide allein stemmen zu können. Bei diesem Event laden wir vorwiegend unsere Kommilitonen zu einer Feier ein, jedoch sind Studierende aus anderen Studiengängen immer herzlich willkommen. Das Clubhausfest der Fachschaft Wiwi hat sich auch in diesem Semester einer enormen Popularität erfreut. Wir sind äußerst froh, dass unsere Events so viel Anklang bei unseren Kommilitonen finden und möchten uns als Fachschaft bei euch für eine rege Teilnahme an den Events bedanken! Erstmalig haben wir unsere Gradparty, eine Veranstaltung speziell für unsere Absolventen, im Escape Club veranstaltet. Schon nach einem ausverkauften Vorverkauf ist uns klar gewesen, dass dieses Event ein voller Erfolg sein wird. An der Abendkasse haben wir noch die letzten begehrten Tickets verkauft. Selten haben wir eine so tolle Stimmung bei unserer Gradparty miterlebt und wir erinnern uns jederzeit gerne daran zurück. Auch die Absolventen haben dies bestätigt und uns in unserer Arbeit bestärkt. Die Gradparty ist ein Event, was uns Fachschaftlern besonders viel Spaß macht zu organisieren, da wir unseren Kommilitonen nach so vielen Jahren Studium an der Uni Tübingen auch einen schönen Abschluss garantieren wollen.

Neben all den tollen Veranstaltungen unter dem Semester haben sich unsere Fachschaftler auch unipolitisch engagiert und im Rahmen der Gremienarbeit Prozesse und die Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden positiv mitgestaltet. Vielen Dank für euer Engagement! Zu guter Letzt möchten wir noch auf eine der größten Herausforderungen im Sommersemester 2018 eingehen: der Umzug der Fachschaft von der Mohlstraße in die Nauklerstraße 47. Wir haben unzählige Kartons gepackt, Akten der letzten 30 Jahre Fachschaftsarbeit aussortiert und unser neues Büro im Keller der Nauklerstraße bezogen. Die Planung ist nicht immer einfach gewesen und auch die Kommunikation mit den Ansprechpartnern hat nicht immer reibungslos geklappt. Jedoch ist der Umzug eine Herausforderung gewesen, die uns als Fachschaft näher zusammengebracht hat. Wenn ihr Fragen, Sorgen oder Anregungen habt, stehen wir Euch von nun an in unserem neuen Büro tatkräftig zur Seite. Scheut Euch nicht vorbeizukommen! Wir möchten allen aktiven Fachschaftlern, Gästen unserer Veranstaltungen und Kooperationspartnern danken. Wir wünschen Euch ein erfolgreiches Studium im Wintersemester 2018/2019 und viel Freude in der Vorweihnachtszeit! Wir freuen uns auf ein spektakuläres Jahr 2019 mit Euch.

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Gremienarbeit Lilli Schlunt- von Pressentin

Fakultätsrat, Studienkommission, Studierendenrat, bei den ganzen Gremien, in denen wir Eure Interessen vertreten, kann man schnell mal den Überblick verlieren. Deswegen möchten wir Euch hier einen kleinen Einblick in die wichtigsten Gremien der Universität geben. So könnt auch Ihr mitreden und wir können Eure Meinung bestmöglichst vertreten. Innerhalb unserer Fakultät ist das höchste Gremium der Fakultätsrat. Hier wird über all das entschieden, was sich mit der Forschung und Lehre an unserer Fakultät befasst. Das Themenspektrum des Rates ist dementsprechend sehr breit. So wurde in den letzten Semestern zum Beispiel über aktuelle Probleme, wie der Umbau in der Mohlstraße oder über die Akkreditierung der neuen Prüfungsordnungen und Modulhandbücher gesprochen. Neben dem Dekan, den Professoren der entsprechenden Fachbereiche und wissenschaftlichen Mitarbeitern, sitzen auch fünf studentische Vertreter im Fakultätsrat. Diese können von Euch bei den alljährlichen Uniwahlen, die meist Anfang Juli statt-

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finden, direkt gewählt werden. Damit die Interessen unseres Fachbereiches im Fakultätsrat besonders gut vertreten werden, ist es enorm wichtig, dass Ihr Euer Wahlrecht wahrnehmt und Eure Stimme den zur Wahl stehenden Kandidaten des Fachbereiches Wirtschaftswissenschaften gebt. Unter anderem verabschiedet der Fakultätsrat auch die in der Studienkommission erarbeiteten Vorschläge, womit wir schon bei einem weiteren wichtigen Gremium sind. Die Studienkommission Wirtschaftswissenschaften (StuKo) ist dafür da, Studium und Lehre an unserem Fachbereich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zum Fakultätsrat werden hier Themen besprochen, die unseren Fachbereich betreffen. Neben dem Studiendekan, Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern, gehören auch vier Studierende der StuKo an. Diese Komission ist für uns besonders wichtig, da wir hier direkt Wünsche und Kritik äußern und aktiv Vorschläge miteinbringen können. In der


StuKo werden neben kleineren Herausforderungen, wie das zeitliche Management der Klausurtermine oder neuen Professuren, auch größere Probleme thematisiert, um die ideale Lösung für alle Studierenden und Professoren unseres Fachbereiches zu finden. So gingen den neuen Studienverlaufsplänen der Bachelorstudiengänge, die seit diesem Semester in Kraft sind, lange Diskussionen in der StuKo voraus. Doch auch über unsere Fakultät hinaus engagieren wir uns für die Interessen von Euch. Wir delegieren jedes Semester zwei Studierende, die die Ansichten der Wirtschaftsstudierenden in der Fachschaftenvollversammlung (FSVV) vertreten. Die FSVV ist ein Zusammenschluss fast aller Fachschaften der Universität. Dort wird aus den Arbeitskreisen (AK) und Fachschaften berichtet und über aktuelle Themen diskutiert. Sie bietet die Möglichkeit sich über Fachbereiche und Fakultäten hinaus zu vernetzten. Die FSVV kandidiert, neben weiteren politischen Hochschulgruppen, für die Sitze im Studierendenrat der Universität Tübingen (StuRa). Der StuRa ist die hochschulpolitische Vertretung der gesamten Studierendenschaft. Er verfügt über einen eigenen Haushalt, der durch studentische Beiträge finanziert wird. Jeder Student bezahlt pro Semester 3,50€ mit denen der StuRa Vorträge und Veranstaltungen unterstützt, die allen Studierenden zu Gute kommen. Neben der Veranstaltungsförderung bespricht der StuRa auch aktuellen Themen, wie zum Beispiel die Studiengebühren für internationale Studierende und bereitet selber Vorträge zu politischen Themen vor. Vor allem vertritt der StuRa aber die

studentischen Interessen in den Gremien der Universität. Um optimal auf die Interessen der Studierenden einzugehen, teilt er seine Arbeit in AKs auf, in denen sich jeder engagieren kann. Der StuRa tagt alle zwei Wochen am Montag um 20 Uhr c.t. im Clubhaus und die Sitzungen sind öffentlich. Die Anträge, über die der StuRa unter anderem abstimmt, werden auch in der FSVV behandelt. So soll sichergestellt werden, dass die Meinungen von den Vertretern der FSVV im StuRa unterstützt werden, die von den meisten Fachschaften befürwortet wird. Egal ob auf Fachbereichs-, Fakultäts-, oder Universitätsebene, die Mitarbeit in Gremien bietet Euch die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Unialltags zu werfen und sich nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Belange der jetzigen und zukünftigen Studierenden der Universität Tübingen einzusetzen. Wenn Ihr also Lust habt Euer Studium und die Uni mitzuprägen, dann schaut doch mal vorbei und engagiert Euch!

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Erstihütte Linnéa Bernhard & Sophia Maier

Am Freitag, den 02.11.2018, machten wir uns in mehreren Autos auf den Weg nach Horgenzell. Nach 1 ½ Stunden Fahrt, einmal komplett über die Landstraßen der Schwäbischen Alb, kamen wir an der Hütte an. Diese lag so abgeschieden vom Rest der Welt in einem Wald, dass wir weder Internet noch funktionierendes Netz hatten - ideale Voraussetzungen, um die anderen Kommilitonen besser kennenzulernen. Nach dem Abendessen hatte die Fachschaft ein paar Kennenlernspiele vorbereitet. Doch wirklich kennen-

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gelernt haben wir uns erst im Laufe des Abends durch tatkräftige Unterstützung des steigenden Alkoholpegels bei Spielen wie Flunkyball, Rage Cage und Bierpong. Nach einer kurzen ereignisreichen Nacht standen wir dank des netten Weck-Komitees der Fachschaft früh morgens schon wieder senkrecht in den Betten. Diese hatten sich zusätzliche Unterstützung in Form von Megaphonen und Tröten geholt. Direkt nach dem Frühstück starteten wir den Tag mit einer kurzen Katerwanderung durch den Wald - zur Freude


aller, denn als kurzzeitige Belohnung gab es Internet auf dem Berg. Nach unserer Mauldäschlesuppe machten wir uns auf den abenteuerlichen Weg nach Aulendorf zur Schwabentherme. Zwar wurde die Fahrt durch eine Autopanne und einen Auffahrunfall erschwert, dennoch waren wir umso glücklicher als alle heil an der Therme ankamen. Entspannt und motiviert für den Abend fuhren wir zurück zur Hütte, wo wir allerdings nur eine kurze Pause hatten, denn für abends stand noch die Mottoparty an. Das Motto „Oben hui, Unten pfui“ wurde mal mit mehr, mal mit weniger viel Mühe umgesetzt, wobei die Jungs eindeutig kreativer waren. Das Highlight des Abends war das Bierpongturnier, wofür seit Freitagabend ausdauernd trai-

niert worden war. Dementsprechend hart umkämpft war das Finale, bei dem richtig Stimmung aufkam. Am nächsten Morgen stand nach all dem Spaß, der weniger erfreuliche Teil auf dem Programm: Das Putzen. Durch allgemeines Anpacken war das jedoch überraschend schnell erledigt. Zum Schluss wurde das übrig gebliebene Essen verteilt. Der ein oder andere hatte sich so fast den gesamten Wocheneinkauf gespart. Gegen Mittag machten wir uns müde und geschafft, aber auch mit neuen Freunden auf den Rückweg nach Tübingen. Zuletzt noch vielen Dank an die Fachschaft, die das ganze Wochenende organisiert und ermöglicht hat, insbesondere an Felix für die Beseitigung des ein oder anderen Schandflecks.

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Ersti-Einführung Ann-Kathrin Bumiller & Kristina Kubny

Auch in diesem Jahr hat unsere Fakultät wieder großen Zuwachs von neuen Erstis bekommen. Um ihnen die ersten Wochen an der Uni zu erleichtern, organisierte die Fachschaft ihre jährlichen Willkommens- und Einführungsveranstaltungen. Zunächst veranstalteten wir für die jeweiligen Studiengänge Infocafés, um den Erstis wichtige Infos über Tübingen und das Studium im Allgemeinen zu geben. Zudem bot sich die Möglichkeit, Fragen

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zu stellen und mit den neuen Kommilitonen und Kommilitoninnen in Kontakt zu treten. Am Abend, beim Stammtisch im Irish Pub oder Bierkeller, konnte man sich dann in entspannter Atmosphäre beim ein oder anderen Bier näher kennenlernen. Weiter ging es, bei wunderschönem Sonnenschein, mit der Stadtrallye, bei welcher die Erstis in gelosten Gruppen viele verschiedene Stationen in der Stadt abklapperten und einige Aufgaben erfüllen


mussten. Unter anderem wurden Flunkyball und Pantomime gespielt und wie immer mussten nebenbei noch Tennisbälle eingetauscht werden. Einige Gruppen blühten bei dem Tauschspiel richtig auf, sodass die eingetauschten Gegenstände nur noch mit Hilfe mehrerer Personen getragen werden konnten. Natürlich kamen auch an diesem Tag das Bier und der Spaß nicht zu kurz. Als Nächstes stand unsere Kneipentour auf dem Programm. Die Erstis wurden in Gruppen von 15 Leuten gelost, welche jeweils unterschiedliche Kneipen und Bars in Tübingen unsicher machten. Anschließend ging es zum Feiern ins Schaf, wo alle Gruppen wieder zusammenkamen. Drinnen wartete auf die Erstis und sonstige Feierwütige eine kuschlig warme, feuchtfröhliche und ausgelassene Party. Zum Ausklingen der Erstiwoche und vielleicht auch, um den ein oder anderen Kater von der vergangenen Nacht zu bekämpfen, veranstalteten wir am Freitag ein entspanntes Grillfest auf dem Parkplatz der Nauklerstraße.

Dieses Event wurde in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten und mit Begeisterung angenommen. Zahlreiche Erstis grillten fleißig ihr mitgebrachtes Grillgut, vergnügten sich beim Bierpong und Flunkyball oder tauschten sich über ihre ersten Wochen an der Uni aus. Am darauffolgenden Montag begannen dann die ersten Vorlesungen. Gemeinsam feierten wir den Semesteranfang bei unserer Erstiparty am Dienstagabend in der Butterbrezel. Die Party war von den Erstis so gut besucht, dass sich manche Wiwis aus höheren Semestern leider eine andere Partylocation suchen mussten. Obwohl am nächsten Morgen die Makrovorlesung anstand, wurde bis spät in die Nacht zusammen gefeiert. Zusammenfassend war die diesjährige Erstieinführung ein voller Erfolg. Das Feedback der Erstis lässt annehmen, dass sie ein paar schöne erste Wochen in Tübingen hatten und auch wir Fachschaftler hatten jede Menge Spaß bei den Events.

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Mastereinführung Lukas Schöllhorn & Benedikt Albrecht

„Machst du dieses Jahr nochmal die Mastereinführung?“ – Mit dieser Frage startete dann wohl meine Aufgabe, den neuen Masterstudenten den Einstieg in Tübingen zu erleichtern. Als Masterstudent, der bereits im letzten Jahr das Thema Mastereinführung tatkräftig begleitet hat, klang das natürlich nach einer machbaren Aufgabe. Äußerst zuvorkommend war ein paar Wochen später, das selbstständige Angebot von Bene zur Unterstützung bei der Mastereinführung. Was war also zu tun? Erster wichtiger Termin war das Infocafe für alle Masterstudiengänge. Für die Präsentation gibt es eine Vorlage, kurz die Termine aktualisiert und einen informativen, knackigen 10-Minuten-Vortrag gehalten. Etwas erschwert

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wurde die Präsentation allerdings durch die ungewisse Raumsituation im Zuge des Umbaus in der Mohlstraße. Etwas mehr Aufwand war dann die Masterkneipentour. Die Recherche nach Erfahrungswerten bezüglich Gruppengröße, Datum etc. aus den vorhergehenden Jahren war aufgrund der perfekten Berichtserstattung aus dem letzten Jahr ein leichtes Unterfangen. Natürlich gehen bis heute die Meinungen deutlich auseinander, welche Bars in Tübingen nun die zehn besten sind. Dennoch waren wir uns einig, dass die Auswahl des Vorjahres sehr gelungen war und wir diese gerne wieder besuchen würden. Die Grundlagen der Masterkneipentour waren also gesetzt und es folgte die Reservierung der


Bars. Da bereits im Vorjahr in zwei Abenden harter Arbeit eine Qualitätskontrolle von Speis und Trank sowie den Räumlichkeiten in den verschiedenen Bars vorgenommen wurde, konnte dieses Jahr die Reservierung der Mehrheit der Bars telefonisch erfolgen. Wir empfehlen dennoch im nächsten Jahr eine erneute Qualitätskontrolle durchzuführen, da sich der 2-Jahres-Rhythmus in der Vergangenheit durchaus bewährt hat. Gegen 20.00 Uhr trafen sich dann am Tag der Kneipentour ein Haufen motivierter Betreuer und gefühlt alle Master-Erstis am Holzmarkt. Über drei Bars ging es für einige zu später Stunde noch in verschie-

dene andere Feier- und Trinklokalitäten Tübingens. Wir hoffen, Ihr hattet einen wunderschönen, geselligen Abend und die Auswahl der Bars hat Euch zugesagt. Außerdem organisierten wir dieses Jahr wieder das Master-Frühstück, bei dem sich die neuen Master-Studierenden bei gemütlichem Beisammensein über die Erfahrungen der ersten Woche austauschen konnten. Wir freuen uns über die rege Teilnahme der Master-Erstis und danken allen Helfern sowie dem Tübinger Barpersonal. Wir hoffen, Euch hat es soweit Spaß gemacht und wir haben Euch den Einstieg in das Masterstudium etwas erleichtert.

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Stocherkahnrennen Malte Gümmer Moin ihr Landratten, Wie jedes Jahr, fand an Fronleichnam das wohlbekannte Stocherkahnrennen statt und die Fachschaft war wieder hochmotiviert, daran teilzunehmen. Auch wenn wir erst eine relativ kurze Historie als Besitzer eines Stocherkahns und damit auch als Rennteilnehmer haben, gelang im Vorjahr bereits ein wegweisender Erfolg, der vor allem in Fachkreisen Beachtung fand. Der Mannschaft war es gelungen, von einem äußerst ungünstigen 47. Startplatz auf den 20. Platz zu fahren. An diesen Erfolg galt es nun anzuknüpfen, was auch ganz gut gelang. Aber erstmal der Reihe nach. Zuerst galt es eine schlagkräftige Mannschaft aus erfahrenen Seebären sowie neuen Matrosen und Matrosinnen zusammenzustellen. Mit Sven, der langjährige Erfahrung als Stocherer vorweisen kann, und mir, Malte, der Gerüchten zufolge in einer stürmischen Nacht auf einem Kutter in der Nordsee geboren wurde, waren die zwei Seebären gefunden, die die Arbeit an der Stocherstange unter sich aufteilen würden. Der Rest der Mannschaft wurde aus der Fachschaft nach dem Motto Alter vor Schönheit bzw. nach der Fachschafts-

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zugehörigkeit ausgewählt. Nachdem die Mannschaft komplett war, wurde fleißig trainiert, um optimal vorbereitet an den Start gehen zu können. Das Training wurde natürlich sehr ernst genommen, sodass wir regelmäßig schweißgebadet und fix und fertig waren. Nichtsdestotrotz hat es natürlich auch großen Spaß gemacht und wir waren immer wieder eine Attraktion für die verwunderten Besucher des Neckarmüllers sowie für die anderen stocherkahnfahrenden Gäste. Nach der nahezu perfekten Vorbereitung mussten noch die letzten Schritte für ein erfolgreiches Rennen getan werden. Hierzu zählen die Startnummernauslosung und die Wahl der richtigen Rennstrategie. Da Sven bereits im Vorjahr Zweifel an der Korrektheit der Auslosung hatte, erklärte er sich bereit, dieses Jahr unsere Startnummer zu ziehen. Nach seinen Erzählungen hat er den gesamten Lostopf noch einmal gemischt, bevor er die Nummer gezogen hat. Dies erwies sich als äußert klug, denn er zog Startnummer 1, also erste Reihe ganz links. Aufgrund dieser hervorragenden Ausgangsposition mussten wir noch die richtige Rennstra-


tegie wählen. Und weil wir Wiwis sind haben wir natürlich keine Kosten und Mühen gescheut und extra für den Renntag noch einmal unseren alten Stocherkahn hervorgeholt. Dieser ist mit 12 Sitzplätzen deutlich kleiner als der neue Kahn, damit aber auch leichter und wesentlich wendiger. Darüber hinaus haben wir uns mit unseren direkten Startnachbarn abgesprochen und vereinbart, dass wir uns beim Start nicht gegenseitig behindern. Dies erwies sich im Nachhinein als äußerst klug. Abschließend wurde noch ein Bierbeauftragter bestimmt, der direkt nach dem Rennen zwei Kisten kühles Blondes auf den Kahn liefern sollte. Damit waren die Vorbereitungen abgeschlossen und alles bereit für den großen Tag. Am Renntag trafen wir uns bereits am Mittag, um in Ruhe alles nochmal durchgehen zu können. Vor allem die Ausstattung des Kahns musste gründlich gecheckt werden, da außer einer Stocherstange und der Startnummer keine weiteren Hilfsmittel an Bord erlaubt sind. Eventuelle Verstöße werden mit 0,3 Litern Lebertran bestraft, und darauf wollten wir es nicht ankommen lassen. Danach machten wir uns langsam auf den Weg zum Start, der oberhalb der Fahrradbrücke zum Freibad liegt. Bejubelt von den vielen Zuschauern an der Strecke bekam auch der letzte auf dem Kahn richtig Bock auf das Rennen. Am Start angekommen fanden wir ein ziemliches Chaos vor, weil manche Stocherer ihren Kahn nicht wirklich unter Kontrolle hatten. Die Strömung an dieser flachen Stelle des Neckars tat dann noch ihr übriges. Nichtsdestotrotz waren nach einigem Hin und Her alle Kähne auf ihrem Startplatz, sodass es losgehen konnte.

Aufgrund der Strömung erfolgte der Start jedoch deutlich weiter vorne als geplant, was uns deutlich in die Karten spielte. Es folgte der Startschuss und das Feld setze sich in Bewegung. Unsere Strategie, dem Nachbarkahn den Vortritt zu lassen, ging voll auf und führte dazu, dass wir nahezu freie Bahn hatten. Der Nachbarkahn und spätere Gewinner, namentlich das Team Orang Ukahn, legte einen rasanten Start hin und war schon nach kurzer Zeit außer Sicht. Wir hingegen versuchten, so gut es eben ging, den Querelen am Start zu entkommen, was uns auch gut gelang. Wir paddelten, was das Zeug hielt und lieferten uns mit den Zahnmedizinern ein packendes Rennen, den gesamten linken Arm des Neckars hinunter bis zum Nadelöhr. Da wir inzwischen direkt an der Neckarinsel entlangfuhren, konnten wir den anderen Kahn vor dem Nadelöhr abdrängen. Dies führte zu einer ersten ungestörten Durchfahrt durchs Nadelöhr. Das Glück war jedoch nur von kurzer Dauer, da bei der zweiten Durchfahrt bereits viele weitere Kähne zur ersten Durchfahrt ansetzten. Nach einigem Hauen und Stechen hatten wir es geschafft, gleichzeitig mit fünf weiteren Kähnen durchs Nadelöhr zu fahren. Mit einem geschickten Manöver konnten wir uns daraufhin auf den Rückweg in Richtung Ziel machen. Es konnte eigentlich nicht mehr viel schief gehen, allerdings stand noch der Wechsel der Stocherer an, welcher ein riskantes Manöver ist. Nachdem wir die große Weide voll mitgenommen hatten, aber niemand von Bord ging, wechselten wir zügig und setzten zum großen Finale an. Inzwischen lieferten wir uns jedoch ein Kopf an Kopf Rennen mit ein

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paar weiteren Kähnen. Wir versuchten allerdings so gut es ging den Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen. Als i-Tüpfelchen gelang es uns noch, einen unserer Konkurrenten zu drehen und damit die anderen Kähne auszubremsen. Nun hatten wir freie Bahn. Wir nahmen wieder Fahrt auf und wurden ziemlich flott. Bei diesen Geschwindigkeiten wird es für den Stocherer immer schwieriger den Kahn zu kontrollieren und so kam es, wie es kommen musste und wir rammten kurzerhand die Neckarinsel. Dies nutzten zwei unserer Konkurrenten, um an uns vorbei zu ziehen. Etwas verärgert, aber froh, dass nichts Schlimmeres passiert war, machten wir uns an die letzten Meter. Kurz darauf war es endlich geschafft und die ganze Mannschaft lag sich in den Armen. Die ganze Mannschaft?

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Nein, irgendjemand musste ja den Kahn noch aus dem Zielbereich manövrieren. Als auch das geschafft und das Bier an Bord geholt sowie der Kahn fachmännisch am Ufer festgemacht war, konnte endlich gefeiert werden. Es gab schließlich auch etwas zu feiern, da wir mit Platz 7 alle unsere Erwartungen übertroffen hatten. Die Details der anschließenden Party möchte ich an dieser Stelle lieber nicht ausführen, es sei nur so vielgesagt: Don’t drink and drive wurde an diesem Tag auf dem Neckar nicht mehr ganz so ernst genommen. Abschließend möchte ich mich noch bei allen, die uns angefeuert haben, für die großartige Unterstützung bedanken. Wir freuen uns aufs nächste Jahr und wünschen bis dahin immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!


Das Prüfungsamt informiert Pflicht- und Profilbildungsmodule

Sommersemester 2018 Haupttermin Juli 2018 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Durchfallquote

Durchschnitt

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

APO

127

89

5

28

3,94%

31,46%

2,41

3,53

Ext ReWe

120

13

5

3

4,17%

23,08%

2,10

3,31

Int ReWe

90

47

13

18

14,44%

38,30%

2,61

3,83

Makro

173

41

12

11

6,94%

26,83%

2,37

3,42

Mikro

147

50

14

14

9,52%

28,00%

2,66

3,52

W&R

199

38

30

6

15,08%

15,79%

3,01

3,10

Nachholtermin Oktober 2018 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Durchfallquote

Durchschnitt

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

APO

28

37

2

8

7,14%

21,62%

2,63

3,61

Ext ReWe

12

3

0

1

0,00%

33,33%

2,05

3,67

Int ReWe

75

22

12

8

16,00%

36,36%

2,74

3,66

Makro

53

19

3

7

5,66%

36,84%

2,36

3,55

Mikro

72

28

21

16

29,17%

57,14%

3,17

4,23

W&R

70

15

22

7

31,43%

46,67%

3,57

4,16

Nebenfach: alle Studiengänge außer IBA, IEco und EcoBA

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Update Umzug Linda Dambacher Für alle, die das Sommersemester geschlafen haben, mehr durch Abwesenheit glänzten oder schlichtweg noch nicht hier studierten (Hallo, liebe Erstis, an dieser Stelle), eine kurze Zusammenfassung der vergangenen Ereignisse rund um den ominösen Umbau, von dem immer alle reden: Im April diesen Jahres war sicher: Die Mohlstraße 36, Wiwi-Hochburg, Heimat unserer eigenen Bibliothek, diverser Lehrstühle und auch unseres geliebten Fachschaftsraumes, wird zum WS 2018/19 geschlossen. Warum? Die ursprünglich geplante Sanierung des Gebäudes, die während des laufenden Betriebes hätte stattfinden sollen, konnte nicht mehr umgesetzt werden. Und warum das? Zum einen war schon bei den ersten Arbeiten unter anderem am Parkdeck der Zeitplan nicht mehr einzuhalten, was dazu führte, dass Arbeiten am Gebäude, die während der Semesterferien hätten stattfinden sollen, mitten im Semester stattfanden. Das störte nicht nur die dauerlernende Bevölkerung in der Bib, sondern auch Vorlesungen und die Arbeit an den Lehrstühlen.

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Zum anderen tauchten am Gebäude selbst immer mehr Mängel und Schäden auf, sodass man sich schlussendlich zur Komplettsanierung und Schließung des Gebäudes entschied. Der aufmerksame Leser wird sich nun fragen: „Warum heißt das „Umbau“ bei den FFW-Leuten, wenn nur saniert wird?“ Es wird auch ein bisschen umgebaut, so wird zum Beispiel ein Lesesaal der Bibliothek umfunktioniert und „Umbau“ ist schlichtweg griffiger als „Sanierung“. Nachdem das nun also alles beschlossen war, war die Frage: Wohin mit all den Leuten, die hier täglich leben (ja, in Prüfungsphasen erinnert die Länge der Aufenthalte in der Bib stark an dort leben) und arbeiten? Und auch hier wurde schlussendlich eine Lösung gefunden, mit der alle Beteiligten eigentlich gut leben können. Die Vorlesungen wurden aus dem Gebäude ausgelagert, die Lehrstühle zogen um, teilweise in neu angemietete Gebäude und auch die Fachschaft musste die Zelte abbrechen und den Raum verlassen. Jetzt sitzen wir also alle ein halbes Jahr später in der Nauklerstraße 47 und im Prinzip scheint es so, als sei das alles


schon immer so gewesen. Was in diesem Bericht ausgelassen wurde, waren endlose Diskussionen, der riesen Stress für alle Organisatoren und Beteiligten - ein großes Dankeschön an dieser Stelle vor allem an Herrn Luz, der stets mit einem offenen Ohr für uns da war-, das große Ausmisten (getreu dem Motto „Alles muss raus!“) und der Umzug

in den neuen Raum. Wer sich nun zuletzt fragt, wann wir denn wieder zurück in die Mohlstraße dürfen, dem sei gesagt, dass das hoffentlich spätestens 2021 der Fall sein wird. Für alle weiteren Informationen, gerne mal https://uni-tuebingen.de/de/135394 besuchen.

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M. Sc. Economics & Finance Prof. Dr. Joachim Grammig Die Idee für ein englischsprachiges Masterprogramm, das Elemente der Disziplinen „Finance” (Finanzwirtschaft), „Economics” (Ökonomie) und „Econometrics” (Ökonometrie) kombiniert, entstand im Rahmen der Bologna-Reform, d.h. der Umstellung auf das Bachelor/Mastersystem im Wintersemester 2006/2007. Die Reform bot die Chance für einen Neuanfang und eine Internationalisierung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Der VWL-Bereich befand sich im Umbruch, es wurden viele Professuren neu besetzt. Unsere Idee war es, die Bologna-Reform zu nutzen, um auch internationale Studierende für Tübingen zu gewinnen. Wie auch heute noch, schickten wir seinerzeit viele Studierende ins Ausland, aber jenseits des Erasmus-Austauschs kamen nicht viele internationale Studierende nach Tübingen. Wir entschieden uns allerdings dafür, keine rein englischsprachigen Bachelor-Studiengänge zu konzipieren. Dies erschien uns zum einen inhaltlich nicht sinnvoll, zum anderen wären die Umstellungskosten des bestehenden Lehrangebots sehr hoch gewesen. Für den Masterbereich sah das anders

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aus. Dazu mußte geprüft werden, ob ein qualitativ attraktives englischsprachiges Lehrangebot möglich ist und wenn ja, mit welchem Profil. Zusammen mit den Professoren Rainer Schöbel und Manfred Stadler sowie Thomas Bonenberger (heute Leiter Studiensekretariat, damals Geschäftsführer der Wirtschaftsfakultät) konzipierten wir ein Masterprogramm, das heute den Namen Msc. in Economics and Finance (MEF) trägt. Inhaltlich orientierten wir uns an einem Masterprogramm, das es an der Universität St. Gallen heute noch gibt. Dort heißt das Programm „M. Sc. in Quantitative Economics and Finance”. Die Philosophie dieses Programms war die Kombination aus Ökonometrie, VWL und Finanzwirtschaft, die auch der MEF verfolgt. Ich kam 2003 von der Uni St. Gallen, dort hatte ich eine Professur für Financial Economics, und ich übernahm an der Uni Tübingen eine Professur für Ökonometrie, Statistik und Empirische Wirtschaftsforschung. Man sieht, dass in den beiden Bezeichnungen alle Teildisziplinen des MEF enthalten sind, so dass ich der natürliche Programmbeauftragte wurde und bis heu-


te bin. Schon bei meinem Wechsel aus der Schweiz hatte ich mir das Profil der Tübinger Fakultät genau angesehen. Verstärkt duch die neuen VWL-Kollegen erschien es machbar, einen englischsprachigen Master mit diesem Drei-Säulen-Profil in Tübingen darzustellen. Da der MEF anfänglich erst bekannt werden musste (der DAAD wurde informiert und nahm es in seine Webseiten und Broschüren auf) erschien es uns sinnvoll, Tübinger Diplomstudierende einen Wechsel in den neuen Master anzubieten. Tatsächlich machten sehr gute Tübinger Studierende der Jahrgänge 2003 bis 2005 von diesem Angebot Gebrauch. Einige sind heute Professoren (Prof. Natascha Wagner, Uni Rotterdam, Prof. Benjamin Friedrich Northwestern University). Sie haben die Reputation des MEF als anspruchsvolles Programm schon früh begründet. Im Laufe der Jahre hat sich die Zahl der Bewerber kontinuierlich gesteigert. Über 400 Bewerbungen aus aller Welt auf die 20 angebotenen Plätze sind keine Seltenheit. Es ist sehr erfreulich, dass der MEF stets auch für viele ausgezeichnete Tübinger Bachelor-Studenten interessant war und ist. Das Programm gilt als anspruchsvoll, aber offenbar ist es den Aufwand wert. In einer Befragung vom letzten Jahr wurden unsere Studierenden über die Zufriedenheit mit der Studiensituation befragt. Unter anderem wurde die Frage gestellt, ob man den Studiengang wieder wählen würden. 85% der MEF-Studenten, die teilgenommen haben, antworteten mit „Ja”. Das ist bis auf eine Ausnahme der höchste Wert aller Bachelor- und Master-Studiengänge des Fachbereichs.

Einer der Gründe für die hohe Zustimmungsrate ist, dass wir uns mit der Auswahl jedes Jahr viel Mühe geben. Wir haben mittlerweile viel Erfahrung darin, eine Bewerbung auf fachliche Eignung zu überprüfen. In den persönlichen (evtl. Skype-) Interviews werden Vorstellungen und Motivation überprüft. Von den Anfängern sind dann im Durchschnitt die Hälfte internationale Studierende, die aus allen Ländern der Welt kommen. Wir hatten und haben Studierende und Absolventen aus z.B. China, Russland, Ägypten, Vietnam, Argentinien, Kirgisien, Aserbadjan, Ukraine, Mauritius, Mexiko, U.S.A., Belgien, U.K., Italien, Rumänien, oder Bulgarien. Und auch viele Bachelor-Absolventen aus deutschen Programmen wechseln nach Tübingen und studieren im MEF, sie kommen etwa von den Unis Frankfurt, Mannheim, Konstanz, Bayreuth oder Bonn, oder es sind talentierte FH-Abolventen, die eine universitäre Ausbildung anstreben. Denn das Alleinstellungsmerkmal des MEF hat sich erhalten: Die Kombination aus den drei Disziplinen Economics, Finance und Econometrics ist in dieser Form an anderen deutschen Unis nicht so einfach erkennbar oder darstellbar. Wie detalliert im Modulhandbuch beschrieben, hat man im MEF die Möglichkeit, sich in bestimmte Bereichen zu spezialisieren, wobei ein Minimalanteil aus den drei “Säulen” erforderlich ist, um dem Profil des Masters gerecht zu werden. Es gibt aber neben den Wahlpflichtkursen in Economics, Finance und Econometrics durchaus die Freiheit, seinen Neigungen nachzugehen. Auch der

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Schwierigkeitsgrad ist in gewissem Maß einstellbar: Es gibt PhD-/forschungs-orientierte Kurse, die bereits auf internationalem Doktorandenniveau sind. Nach wie vor glaube ich, dass das Drei-Säulen-Prinzip des MEF sehr viel Sinn ergibt. Ein VWL-Studiengang ohne die Vermittlung von Finance-Elementen erscheint mir angesichts der Krisen, die vom Finanzsystem ausgehen, nicht sinnvoll. Auch ein VWL-Student sollte über die Chancen und Risiken von Finanzinstrumenten Bescheid wissen. Immerhin ist ein Großteil der Finanzkrise auf ein unzureichendes Verständnis der Risiken von Finanzinstrumenten wie Collaterized-Debt-Obligations (CDOs) zurückzuführen. Ebenso sollte auch ein „Finanz-Ingenieur” oder „Quant” (oft sind das in Unternehmen Mathematiker oder Physiker) über ökonomische Zusammenhänge Bescheid wissen. Auf der anderen Seite sollte man die Möglichkeiten und Grenzen von empirischen, ökonometrischen Methoden kennen. Gerade in Zeiten von Big-Data, Machine-Learning und AI ist eine profunde Methodenkenntnis wichtig. Im Jahre 2008 war es die fehlende Kenntnis des Wirkens von Finanzinstrumenten, die eine Krise mitverursacht hat, das nächste Mal könnte es das fehlende Verständnis des Wirkens von trainierten neuronalen Netzen sein, die auch für deren Entwickler oft eine Black-Box sind. Mit dem M. Sc. in Economics and Finance wollen wir es Studierenden ermöglichen, relevantes Wissen und Fähigkeiten zu erwerben, und Methoden und Modelle sowohl anwenden als auch kritisch

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hinterfragen zu können. Wir passen die Inhalte stets neuen Entwicklungen an, so an meinem Lehrstuhl von Frau Dr. Sönksen eine neue Vorlesung „Machine Learning in Econometrics” konzipiert und im vergangenen Sommersemester angeboten. Dieser und viele andere Kurse enthalten einen praktischen Teil im PC-Labor. Vor kurzem haben wir eine Linkedin-MEF-Alumni-Gruppe gegründet und ich habe die Mitglieder gefragt, wie sie denn in der Rückschau das Programm und ihr Studium in Tübingen bewerten. Die Rückmeldungen waren derart positiv, dass ich davon überzeugt bin, dass der Msc. In Economics and Finance ein nachhaltig gutes Studienprogramm ist. Interessenten kann ich die „Soundbites” der Alumni gerne zuschicken, sie sind sehr informativ und ermutigend. Es ist auch interessant zu sehen, in welch verschiedenen Bereichen die MEF-Absolventen später tätig werden. Viele arbeiten bei Finanzinstitutionen wie internationalen Zentralbanken, der Deutschen Börse, Allianz Global Investors, Credit Suisse oder DAX-Unternehmen wie Daimler, Adidas oder Volkswagen, andere wurden Profs, viele promovieren. Der M Sc. in Economics and Finance ist in die Teenager-Jahre gekommen und ich bin mir sicher, dass das Programm auch die kommenden Herausforderungen meistern wird. Und ich freue mich über jede Bewerbung aus Tübingen. Sie können gerne in meine Sprechstunde kommen, ich berate Sie gerne über die Möglichkeiten, die dieses Programm bietet.


M. Sc. Accounting & Finance Prof. Dr. Werner Neus Der Studiengang zum M.Sc. in Accounting and Finance gehört zu den betriebswirtschaftlichen M.Sc.-Studiengängen unseres Fachbereichs. Verglichen mit den anderen betriebswirtschaftli-chen Angeboten handelt es sich um den eher etwas spezialisierten Studiengang mit einem engeren Fokus als bspw. General Management oder International Business. Der Fokus selbst wird durch den Titel des Studiengang bereits nachvollziehbar umschrieben: Es geht um Rechnungswesen und Finanzwirtschaft. Die Lehrangebote aus dem Rechnungswesen kommen von den Lehrstühlen Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung (Hecker), International Business Taxation (Ruf) und Managerial Accounting (Kampköt-ter). Die finanzwirtschaftlichen Angebote werden von den Lehrstühlen für Finance (Koziol), Bankwirtschaft (Neus) sowie Statistik, Ökonometrie und empirische Wirtschaftsforschung (Grammig) bereitgestellt. Erhebliche Beiträge kommen auch von Juniorprofessor(inn) en, Postdoktorand(inn)en und Lehrbeauftragten aus Wissenschaft und Praxis. Wir Tübinger Betriebswirte verfolgen das

Credo, dass es einen einheitlichen Kanon betriebswirtschaftlicher Lehrveranstaltungen, die jeder Studierende unbedingt gehört haben sollte, nicht gibt. Deshalb ist es nur konsequent, wenn wir in unseren Studiengängen sehr breite Wahlmöglichkeiten einräumen. Dies gilt inhaltlich wie vom Zugang zu der Materie her. Ein Studiengang, der Accounting and Finance heißt, wäre ein Etikettenschwindel, wenn die gewählten Inhalte sich ausschließlich aus dem Bereich Accounting oder ausschließlich aus dem Bereich Finance zusammensetzen. Daher besteht die Pflicht, und das ist tatsächlich die einzige Pflicht, aus definierten Katalogen von Lehrveranstaltungen für die Pflichtmodule Accounting (eine aus drei) bzw. Finance (eine aus vier) jeweils eine 9-ECTS-Vorlesung auszuwählen. Darüber hinaus ist fast jeder Studienschwerpunkt denkbar. Machen Sie im Übrigen nur Accounting oder nur Finance oder eine Mischung von beidem. Wählen Sie Kurse mit theoretischem, mit empirischem oder mit einem besonders anwendungsorientierten Zuschnitt. Bereiten Sie sich auf eine Tätigkeit in einer Bank, in einer

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der Big-4-Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften, im Treasury eines mittelständischen Unternehmens oder auf eine wissenschaftliche Karriere (PhDTrack!) vor – Sie wissen besser als wir, was Sie wollen und was Sie können. Schematisch sieht das wie folgt aus: Bereich ECTS Pflichtmodul Accounting 9 Pflichtmodul Finance 9 Wahlpflichtbereich 33-45 Wahlbereich 3-15 Masterarbeit (4 Monate) 24 Die Fokussierung der Studieninhalte bringen es aber mit sich, dass der Wahlbereich etwas enger abgesteckt ist als bspw. im General Management. In Accounting and Finance haben auch die Kurse des Wahlbereichs eine Mindestverwandtschaft zum Titel des Studiengangs. Ihr „Können“ zielt natürlich auch ein wenig auf das, was Sie in das M.Sc.-Studium mitbringen. Alle unsere M.Sc.-Studiengänge haben die Eigenschaft, dass Sie mit einem Tübinger Hauptfach B.Sc.-Examen auf dem Papier und von der Ausbildung her über alles Erforderliche verfügen. Laut Zulassungssatzung sind erforderliche Vorkenntnisse aus drei Bereichen zu dokumentieren: Bereich ECTS Accounting 18 Finance 12 Quantitative Methoden 18 Nur im Extremfall, wenn Sie nämlich einen volkswirtschaftlichen B.Sc.-Abschluss

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haben und hartnäckig alle Möglichkeiten zur Abwahl von Veranstaltungen aus dem Bereich Accounting und Finance „genutzt“ haben, könnte es in den betreffenden Schubladen eng werden. Wenn Sie trotz eines solchen Studierverhaltens in den M.Sc. in Accounting and Finance wechseln wollen, reicht es immer noch aus, wenn Ihnen im letzten B.Sc.-Semester der Engpass auffällt und Sie Ihren Studienplan noch anpassen. Nebenfächler könnten es im Einzelnen etwas schwieriger haben. In vielen Fällen haben wir das aber auch gut hinbekommen. Suchen Sie bitte das Gespräch zur Studienfachberatung oder zum Studiengangbeauftragten (also dem Verfasser dieses Beitrags) – wir helfen Ihnen! Im Fall von Accounting and Finance handelt es sich um einen dreisemestrigen Studiengang, der einen „passenden“ Übergang vom siebensemestrigen Studiengang International Business Administration ermöglicht. Es stellt aber keinerlei Hindernis dar, wenn Sie aus einem sechs-semestrigen B.Sc.-Studiengang kommen. Da in konsekutiven Bachelorund Masterprogrammen aber 300 ECTS für den M.Sc.-Abschluss erforderlich sind, müssen Sie freilich die Lücke von 30 ECTS schließen. Ist das ein Hindernis? Nein, im Gegenteil! Erneut haben Sie hier alle Möglichkeiten, eigene Akzente zu setzen. Sie dürfen Kurse ab dem dritten Studienjahr des B.Sc.-Studiums besuchen, „überzählige“ Kurse aus dem B.Sc.-Studium anrechnen (wenn Sie dort mehr als die Mindestzahl von 180 ECTS erworben haben), bislang noch nicht angerechnete wirtschaftswissenschaftliche Kurse aus


dem Ausland sowie alle Kurse aus unseren wirtschaftswissenschaftlichen M.Sc.-Studiengängen. Und schließlich können Sie auch Ihre M.Sc.-Abschlussnote „tunen“, indem Sie durchweg Accounting und Finance studieren und die nur besten Kurse auf Ihr Examen anrechnen. Gewusst wie! Was ändert sich gegenüber dem B.Sc.-Studium: Die Gruppengrößen sind deutlich kleiner, als Sie dies gewohnt sind. Was bleibt gleich: Sie haben motivierte und kompetente Mitstudierende, sodass Sie

gut vorankommen. „Müssen“ Sie nach dem B.Sc.-Examen Ihren Studienort wechseln? Natürlich nicht! Die meisten von Ihnen waren ohnehin im Ausland, einige Ihnen werden auch im M.Sc.-Studium noch ein Auslandssemester einflechten. Was wollen Sie also noch beweisen, indem Sie woanders hin wechseln? Na gut, wenn es Harvard, die LSE oder die HEC ist… Minimieren Sie ansonsten lieber Transaktionskosten und bleiben Sie in Tübingen. Wir freuen uns auf Sie!

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Mein Praktikum bei der Mercedes-Benz-Bank Svenja Otterbach Motivation Nach meinem Bachelorstudium in International Economics, wollte ich die Zeit bis zum Master für ein weiteres Praktikum nutzen. Für mich war klar, dass es in einer Bank sein sollte, da mich inhaltlich sowohl der Sektor Finanzen, als auch der quantitative Fokus sehr interessieren. Da ich während meines Bachelorstudiums bereits Gefallen an der Arbeit mit SAS gefunden hatte, war dieses Praktikum genau das Richtige für mich. Praktikumsstelle Mein Praktikum war im Portfolio Risk Management der Mercedes-Benz Bank. Da der offizielle Go-Live von IFRS 9 erst zu Beginn des Jahres stattfand, war die Zeit besonders spannend und ich bekam einen guten Eindruck davon, wie komplex die ganze Implementierung eines neuen Rechnungslegungsstandards ist. Aufgaben Zu Beginn des Monats waren meine Aufgaben hauptsächlich auf den Monatsabschluss bezogen, dazu gehörte die Ausführung einzelner Vorgänge, die für den Abschlussprozess notwendig waren.

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Im weiteren Verlauf des Monats wurden einige Analysen der aktuellen Risikosituation der Bank durchgeführt. Dafür schaute man sich auffällige Parameterveränderungen, z.B. von PD oder LGD genauer an und musste deren Haupttreiber herausfinden. Zu meinen Aufgaben gehörte unter anderem die Automatisierung solcher Analysen. Außerdem beschäftigte ich mich mit der Auswertung von Forecasts und dem Testen von neuen Implementierungen auf verschiedenen Testumgebungen. Team/ Arbeitsplatz/ Arbeitsatmosphäre Das Team war insgesamt sehr jung und dynamisch. Durch die regelmäßige Teilnahme an Meetings waren die Tage sehr abwechslungsreich. Positiv überrascht war ich auch von der Arbeitsatmosphäre in einem Großraumbüro. Man hatte immer einen Überblick über den aktuellen Arbeitsstand der anderen Kollegen und bekam sehr viele zusätzliche Informationen. Für Praktikanten war sehr viel Programm geboten, z.B. gab es jede Woche einen Mittagstisch, regelmäßige Fortbildungen und viele weitere Veranstaltungen.


Fazit Rückblickend würde ich das Praktikum jederzeit wieder machen. Ich hatte die Möglichkeit in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre zu lernen und wurde stets gut betreut. Da ich hauptsächlich mit Excel und SAS arbeitete, konnte ich sehr viel im Hinblick auf die Auswertung

von Daten lernen. Auch wenn es erst einmal abschreckend klingt ein Praktikum von sechs Monaten zu machen, fand ich es im Nachhinein ein gutes Konzept, da ich einen tiefen Einblick in die Arbeitsabläufe bekommen habe und sehr gut in das Team integriert war.

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Mein Praktikum bei der BMW Group Dominik Bär Nachdem ich die letzten Prüfungen meines Bachelors hinter mich gebracht hatte, entschied ich mich die Zeit vor dem Master zu nutzen, um ein Praktikum zu absolvieren. Ich durchforstete das Internet nach einer passenden Stelle und stieß dann eher zufällig auf ein Angebot in der Vertriebsstrategie von BMW. Ich sandte also meine Unterlagen nach München und bereits nach wenigen Tagen erhielt ich eine Einladung. Zuerst für ein telefonisches Kennenlernen und anschließend zum persönlichen Bewerbungsgespräch in der Zentrale der BMW Group. Die beiden Gespräche waren sehr klassisch und mit ein wenig Vorbereitung gut zu meistern. Kurz darauf erhielt ich dann auch eine positive Rückmeldung und durfte mich auf eine spannende Zeit bei einem der größten Premium Autohersteller der Welt freuen. Bevor mein Praktikum im März begann, hatte ich nur eine begrenzte Vorstellung vom Automobilvertrieb und der Strategiearbeit. Doch dies sollte sich schnell ändern. Meine Abteilung beschäftigte sich vor allem mit der Ausrichtung von Vertriebskanälen und deren Verbesserung, um dem Kunden jederzeit das bestmög-

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liche Produkt anzubieten. Besonderer Fokus lag dabei auf dem Händlervertrieb. So gestaltete mein Team Bonussysteme für die BMW Partner, um diese für das Vorantreiben bestimmter Themen, wie Elektromobilität oder Digitalisierung, zu belohnen. Außerdem analysierten wir deren Performance, um daraus später Empfehlungen und Maßnahmen zur Unterstützung der Händler zu entwickeln. Ich erstellte hierfür Management Präsentationen, arbeitete Datenbanken aus und analysierte diese. Den größten Teil meines Praktikums beschäftigte ich mich jedoch mit einem noch jungen Projekt, das Kunden basierend auf der Konfiguration ihres Neuwagens Sonderausstattungen empfiehlt. Dadurch kann ein Produkt angeboten werden, welches noch besser auf die Kunden zugeschnitten ist.Um diesen Prozess weiter zu verbessern, arbeiteten wir ein Beratungskonzept aus, mit Hilfe dessen wir anschließend gemeinsam mit den verschiedenen Märkten den Ablauf verbesserten. Dazu reisten wir gemeinsam in verschiedene europäische Länder und arbeiteten in Workshops an der Optimierung der Abläufe. Alles in Allem blicke ich auf ein sehr span-


nendes und lehrreiches Praktikum zurßck, das geprägt war von einem hohen Anteil an Eigenverantwortung und Vertrauen in einem wunderbaren Team. Ich kann jedem nur empfehlen, sich bei Interesse

auf ein Praktikum bei der BMW Group zu bewerben und selbst mal einen Blick hinter die Kulissen eines Automobilkonzerns zu werfen.

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Mein Praktikum beim ZEW Georgia Iosifidou Nachdem mein Auslandssemester in Boston schon im Mai geendet ist, war bis zum Semesterstart im Oktober noch genug Zeit, um ein Praktikum zu absolvieren. Da ich an Wirtschaftsforschung und Politikberatung interessiert bin, habe ich mich beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Bereich Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik beworben. Auf das Institut bin ich durch Professor Stadler aufmerksam geworden, da er während seiner Vorlesung „Innovation and Technological Change“ die Forschung der Abteilung angesprochen hatte. Während des Praktikums gehörte zu meinen Hauptaufgaben die Arbeit mit Daten, da das ZEW über das Mannheimer Unternehmenspanel verfügt. Dies ist ein am ZEW aufbereiteter und gepflegter Panel-Datensatz für Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Darüber hinaus erhebt das ZEW jährlich Daten zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft. Meine Aufgaben waren das Design und der Aufbau einer Datenbank aus verschiedenen Datenquellen, welche die Transaktionen im Bereich Private Equity und Frühinvestitionen in Start-Ups doku-

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mentiert. Ich musste die Daten dabei vor allem mit Stata aufbereiten und analysieren. Dies hat mir die Möglichkeit gegeben, die in der Universität erlernten Inhalte anzuwenden und einen Einblick in die Wirtschaftsforschung zu erhalten. Außerdem hatte ich während des Praktikums auch die Möglichkeit, mich in andere Programme und Programmiersprachen, wie zum Beispiel Python, einzuarbeiten und neue Methoden zu lernen, von denen ich in der Universität noch nicht gehört hatte. Das Arbeitsklima am ZEW hat mir besonders gefallen, da sowohl mein Betreuer als auch der komplette Bereich sehr offen für Fragen bezüglich der Projekte, aber auch ihres eigenen Werdegangs waren und gerne Tipps zu Masterprogrammen oder anderen Praktika gegeben haben. Außerdem wurden wöchentliche ZEW Research Seminare angeboten. Dabei kamen Wissenschaftler und Forscher anderer Institutionen, zum Beispiel des Internationalen Währungsfonds oder der Columbia Business School zum ZEW, um Ihre Forschung vorzustellen. An diesen Vorträgen und Seminaren steht es allen Mitarbeiten und Praktikanten frei teilzunehmen.


Alles in allem ist ein Praktikum am ZEW sehr empfehlenswert, um einen Einblick in die Wirtschaftsforschung eines großen Instituts zu erhalten, welches zum Beispiel auch mit der Bundesregierung zusammenarbeitet. Ich möchte mich für meine gute Zeit am ZEW und meine interessanten Aufgaben und Gesprä-

che bedanken und hoffe ich habe das Interesse des ein oder anderen am ZEW wecken können.

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Mein Aufenthalt in Amerika Georgia Iosifidou Ich habe das Wintersemester 2017/2018 und Sommersemester 2018 an der Tufts University in Medford verbracht. Medford ist ein Vorort von Boston, von dort aus ist man in 15 Minuten mit der Bahn im Stadtzentrum. Tufts ist eine Campusuni und daher haben die meisten Austauschstudenten im Rahmen des „Room & Board Stipendiums“ mietfrei in Wohnheimen auf dem Campusgelände gewohnt. Da ich in Tübingen International Economics studiere, habe ich an Tufts Kurse im Bereich Economics und Quantitative Economics gewählt. Die Vorlesungen sind jedoch eher Seminare. Es gibt mündliche Noten und Assignments, die wöchentlich abgegeben werden müssen. Besonders empfehlenswert finde ich den Kurs „Behavioral Economics“, weil wir in diesem Kurs auch Verhaltensexperimente mit echtem Geldeinsatz durchgeführt haben und dies in Tübingen im Bachelor nicht angeboten wird. Trotz der wöchentlichen Hausaufgaben, gibt es genug Zeit um zu reisen. Boston ist zum Beispiel nur 4 Stunden mit dem Bus von New York entfernt. Während des

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Spring Break im März oder der Winterpause sind die Westküste und Mexiko beliebte Reiseziele. Aber auch auf dem Campus gibt es viel zu entdecken. Das generelle Campusleben wird stark von Clubs und Studentengruppen gestaltet. Es gibt besonders am Anfang des Semesters viele Veranstaltungen, in denen sich die einzelnen Gruppen vorstellen und Ausflüge oder Ausfahrten organisieren. Darüber hinaus bietet Boston ein breites Angebot an Sportevents, Konzerten, Museen und zum Beispiel werden am MIT und an Harvard oftmals öffentliche Vorträge veranstaltet. Alles in allem würde ich sagen, dass ein Jahr an der Tufts University, sowohl akademisch als auch persönlich, bereichernd ist. An Tufts studieren und lehren Menschen aus den verschiedensten Regionen der Welt. Die Universität sowie Boston selbst haben für Studenten viel zu bieten, daher würde ich das Austauschprogramm mit der Tufts University auf jeden Fall weiterempfehlen.


Berufseinstieg bei SOLCOM Jana Teuber Nach ihrem Studium des BWL-Gesundheitsmanagements an der DHBW Stuttgart stieg Sarah Riedel bei SOLCOM als Recruiting Specialist ein. Inzwischen ist sie als Account Managerin tätig. Im Interview gibt sie Tipps für einen erfolgreichen Start im Unternehmen und erzählt, warum ihr Berufsalltag „bunt, kommunikativ und herausfordernd“ ist. Hallo Sarah, wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle bei SOLCOM ab? Schon zwei Tage nachdem ich meine Bewerbung an SOLCOM versendet hatte, wurde ich zu einem Telefoninterview eingeladen. Dass es so schnell ging, hat mich positiv überrascht. Nach dem Telefoninterview kam der persönliche Vorstellungstermin. Alles lief strukturiert und professionell ab. Der letzte Schritt des Auswahlverfahrens war schließlich der Kennenlerntag. Insgesamt dauerte der gesamte Prozess von der Bewerbung über die Zusage ungefähr zwei Wochen.

Welche persönlichen Erfahrungen hast du im Vorstellungsgespräch gemacht? Insgesamt war ich beeindruckt von dem professionellen Ablauf des gesamten Bewerbungsprozesses. Die Atmosphäre in allen drei Schritten – Telefoninterview, persönlicher Vorstellungstermin und Kennenlerntag – war angenehm und positiv. Ich habe mich direkt wohl gefühlt. Der Ablauf des persönlichen Vorstellungstermins war folgender: schriftlicher Test, Gespräch über Lebenslauf und Position, unterschiedliche berufsspezifische Aufgabenstellungen. Mein Tipp: Immer positiv und selbstbewusst bleiben! Es ist ganz normal, dass man nicht jede Aufgabe oder Frage optimal löst bzw. beantwortet. Kannst du ein absolutes Insight nennen? Man sollte unbedingt wissen, wie das Jobbild der Stelle aussieht, auf die man sich bewirbt. Man sollte auch wissen, warum die Stelle gut zu einem passt und welche Qualifikationen man vorweisen kann. Besonders empfehlen kann ich,

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sich Gedanken darüber zu machen, was einem persönlich wichtig ist, auf welche Facetten eines Jobs man Wert legt und was man sich vom Einstieg ins Berufsleben wünscht. Wie sieht dein Arbeitsalltag bei SOLCOM aus? Wenn ich meinen Arbeitsalltag in drei Worten beschreiben müsste, würde ich sagen, er ist bunt, kommunikativ und herausfordernd. Bunt, weil ich jeden Tag mit den unterschiedlichsten Menschen arbeite und es einfach nie langweilig wird. Kommunikativ, weil es meine Aufgabe ist, Projekte zu realisieren und als Bindeglied zwischen den verschiedenen Parteien zu agieren. Und herausfordernd, weil es nicht einfach ist, alle Interessen zu vereinen. Meine Kernaufgaben sind die Projektakquise, das Recruiting, die Vertragsgestaltung, das Verhandeln von Konditionen sowie das Projektmanagement. Wie wirst du als Berufseinsteigerin von deinen Kollegen und Vorgesetzten unterstützt? Die Einarbeitung war super. In den ersten zwei Wochen lernte ich in der SOLCOM Akademie alle wichtigen Skills für einen erfolgreichen Start als Recruiting Specialist. Auch die Unterstützung von meinem Team und meinem Vorgesetzten war und ist klasse. Ich habe regelmäßige Feedbacktermine und Methodencoachings. Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen?

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Die Arbeitsatmosphäre bei SOLCOM ist positiv und motivierend. Hier hat gefühlt jeder Lust auf seine Arbeit und Freude daran, etwas zu erreichen. Wir sind insgesamt ein sehr junges, dynamisches Team, das auch neben der Arbeit gerne gemeinsam etwas unternimmt. Wie zufrieden bist du mit deinem Einstiegsgehalt bei SOLCOM? Ich bin sehr zufrieden mit meinem Gehalt. Ich würde sagen, es ist überdurchschnittlich gut. Ich mag auch die Transparenz, da im Vertrieb klar definiert ist, wie hoch das Fixgehalt und der variable Anteil auf der jeweiligen Karrierestufe sind. Wie sieht es mit deiner Work-LifeBalance aus? Meine Work-Life-Balance ist gut. Ich arbeite im Schnitt etwas mehr als die 40-Stunden-Regelwoche, mache das allerdings gerne. Ich möchte die Karriereleiter weiter hinaufsteigen und Projekte erfolgreich realisieren, was ab und an zusätzliche Arbeitsstunden bedeutet. Ich habe 30 Tage Urlaub im Jahr. Welche Karriereziele hast du dir bei SOLCOM vorgenommen? Mein Ziel ist es einerseits, eine erfolgreiche Account Managerin zu sein und die Karriereleiter weiter hinaufzusteigen und andererseits, zufriedene Kunden zu haben und deren Projekte erfolgreich zu realisieren.


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WZW Flashback 90/91: Wie alles begann Anlässlich des 75. Jubiläums stöberten wir etwas in den wahrscheinlich schon längst vergessenen, eingestaubten aber trotzdem höchst bemerkenswerten Annalen des „Wort zum Wiwi“. Dabei fiel uns die mit viel Mühe angefertigte Erstausgabe in die Hände. Was die damalige Intention der Herausgeber zum Studentenmagazin war, lest ihr im Folgenden… Das fängt ja gut an Liebe(r) LeserIn ! In Deinen Händen befindet sich der zaghafte Beginn einer hoffentlich bald fest etablierten Institution an der Wiwi-Fakultät: Die Zeitung der Studierendenvertretung. Zaghaft deshalb, weil diese Erstausgabe noch nicht aus den unerschöpflichen Töpfen der Landesregierung finanziert wurde, wie das vorraussichtlich 1991 der Fall sein wird. Dann werden wir versuchen, während des Semesters einmal monatlich (also 6-7-mal pro Jahr) auf ca. 16 DIN A5 Seiten Informatives, Politisches und Unterhaltsames „unter’s Volk“ zu streuen. Mit der geplanten Auflage von 800 (auch das ist eine Finanzfrage) hoffen wir Euch

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flächendeckend zu versorgen. „Zeitung der Studierendenvertretung“ soll jetzt aber nicht bedeuten, daß die (sechs) gewählten VertreterInnen die „Schreiberlinge“ sind, Deshalb ergeht hiermit der Aufruf an alle Interessierten „draußen im Lande“, sich an diesem Zeitungsprojekt zu beteiligen. Das kann von einzelnen Artikeln, Lesebriefen usw. bis hin zur Mitarbeit im Redaktionsteam gehen. Ein Hinweis ist noch nötig, um Mißverständnisse zu vemeiden:Die Leute in der Studierendenvertretung (und damit auch das momentane SchreiberInnenkollektiv) kommen aus zwei verschiedenen (hochschulpolitische) Gruppen, der Unabhängigen Studierendenschaft (vormals und intern immer noch Fachschaft) und dem RCDS/Unabhängige. Die abgedruckten Artikel stellen also nicht die Konsens-Meinung der Redaktion oder der gesamten Studis dar, sondern sind die Meinung des jeweiligen Autors und als Beiträge zur Diskussion zu verstehen. […] Auf ein langes Leben des „Wort zum Wiwi“! Prost!


Impressum Herausgeber Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaft Nauklerstraße 47 72074 Tübingen

Erscheinungsdatum 13. Dezember 2018

V.i.S.d.P. Sarah Czapko & Josua Vogler

Sprechstunde Montag 10-12 Uhr, Dienstag & Donnerstag 10-14 Uhr

Redaktion Sarah Czapko & Josua Vogler

Sitzung Montag, 20 Uhr c.t.

Layout Sarah Czapko & Josua Vogler

Bilder: ©pixabay

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Wort zum WiWi WS18/19 _ N°75  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftwissenschaften im Wintersemester 2018

Wort zum WiWi WS18/19 _ N°75  

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