{' '} {' '}
Limited time offer
SAVE % on your upgrade.

Page 1

N° 74 Juni 2018

WORT ZUM

WIWI

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften


Liebe Studierende, die kalten Tage des Wintersemesters sind mittlerweile vergessen und vielleicht haltet ihr diese 74. Ausgabe des Worts zum WiWi gerade unter der Tübinger Sonne im Freibad in Euren Händen. Wenn ihr dies nicht tut, so langweilt Euch die Vorlesung mal wieder und Ihr braucht einfach ein bisschen Ablenkung. Wie gewohnt gibt es von uns Informationen zu Themen, die den durchschnittlichen Tübinger Wirtschaftsstudierenden so umtreiben. Ganz besonders freuen wir uns dabei, dass wir Euch einen Blick hinter die Kulissen einer Forschungsarbeit gewähren können. Seine Premiere feiert der „WZW- Flashback“. Ein Format, bei dem wir Artikel aus der mittlerweile fast 30-jährigen Geschichte des Magazins neu abdrucken. Ansonsten sind die Dauerbrenner Auslandssemester- und Praktikumsberichte ebenfalls vertreten. Abschließend bleibt den beiden Autoren nur ein Dankeschön an all die fleißigen Mithelfer des Magazins auszusprechen, ohne die es nicht möglich wäre, dieses jedes Semester zu drucken. Damit verabschieden wir zwei uns auch in unsere Auslandssemester nach Mexiko und Finnland und wünschen Euch viel Erfolg bei den anstehenden Klausuren.

Freddy & Pablo

3


S. 6

S. 14

S. 20

Semesterbericht Gremienarbeit Fachschaftshütte Stocherkahn

Umbau Einblick in die Forschung Écondébat feiert Bachelor

Durchfallquoten WS 2017/2018

S. 22

S. 30

S. 42

Italien Mexiko Spanien Amerika

Berufseinstieg Lufthansa Praktikum bei Continental Praktikum bei EY Praktikum bei Solcom Wirtschaftsforschung Praktikum beim Zeiverlag

WZW Flashback

Fachschaftsthemen Studieren an der WiWi-Fakultät

Auslandsberichte

Beruf und Karriere

Das Prüfungsamt informiert

Studentenleben


Semesterbericht Felix Wiggenhauser & Marius Becker

Ende Februar dieses Jahres hat die Fachschaft ein sehr erfolgreiches Wintersemester 2017/2018 abgeschlossen. Nachdem wir Mitte Oktober mit einer rekordverdächtigen Anzahl motivierter Erstis starteten, haben wir eine ganze Reihe von Events organisiert, wobei für jeden etwas dabei gewesen sein dürfte – von Infoveranstaltungen, über Partys bis hin zur Bloombergeinführung. Nun aber erst mal der Reihe nach: Wie in jedem Wintersemester stand Anfang Oktober zunächst die Erstieinführung auf dem Programm. Diese war im letzten Jahr besonders gut organisiert: Jede Menge Infocafés zu den Studiengängen, die Kneipentour mit anschließender Party im Schaf, die Erstiparty sowie – natürlich – die Erstihütte in der Haslachmühle haben den Erstis den Start in Tübingen und ins Studium sicherlich erleichtert – an dieser Stelle gerne noch mal ein großes Dankeschön an die tolle Organisation von Pablo, Micha, Freddy und Tobi!

6

Wer jedoch dachte, dass im Anschluss an all diese Events erstmal Pause angesagt sei, hatte sich gründlich getäuscht: Es folgte früh im Semester das traditionelle Clubhausfest, welches wieder ausgesprochen gut besucht war. Einen etwas schickeren Anlass bot die Graduate Party im Japengo im Anschluss an die Zeugnisverleihung: Obwohl auch diese Party bis früh in den Morgen andauerte und alle Besucher sichtlich mit Spaß bei der Sache waren, haben wir beschlossen, der Veranstaltung in diesem Sommersemester einen neuen Impuls zu geben. Hierfür ziehen wir am 29. Juni ins Escape um – das solltet ihr euch nicht entgehen lassen! Besonders „stressig“ für die Fachschaft ist traditionell der Dezember: Während sich die übrigen Wiwis um Geschenke für ihre Liebsten kümmern, haben die Fachschaftler eine ganze Reihe von Veranstaltungen auf die Beine zu stellen: Angefangen mit dem neu etablierten Glühweinverkauf, über das traditionelle Weihnachtssingen (Danke für eure äußerst großzügigen


Spenden) bis hin zur besinnlichen Weihnachtsfeier sowie der eher weniger besinnlichen XXL-Party im Club27. Vielen Dank für euer zahlreiches Kommen bei den letzten beiden Events – es hat uns großen Spaß gemacht mit euch zu feiern! Im Anschluss an die Weihnachtsferien gilt es dann auch für die Fachschaftler, sich langsam den Klausuren zu widmen. Nicht vergessen werden sollten allerdings die Bloombergschulung, die wir erstmals organisiert haben, sowie das Masterinfocafé, welches dieses Semester zum zweiten Mal stattfand, und natürlich die Infocafés zu Ausland und Praktika. Innerhalb der Fachschaft fand wie jedes Jahr auch dieses Mal im Dezember ein Team-Building Event statt, bei dem es unter externer Anleitung gelang, sich auch semester- und abschlussübergreifend noch besser kennenzulernen. Noch enger zusammenschweißen konnte uns jedoch sicherlich der interne Winterausflug zum Schwärzlocher Hof. Fachschaftsarbeit bedeutet jedoch nicht nur die Organisation von zahlreichen Ver-

anstaltungen rund um den Fachbereich, denn auch im Hintergrund läuft eine ganze Menge. Neben spaßigen werden dabei auch unbequeme Themen angesprochen. Im Fokus war dabei im Wintersemester sicherlich der – für alle Beteiligten unsägliche – Umbau der Mohlstraße. Ihr findet einen weiteren Beitrag hierzu auf einer der folgenden Seiten. Zudem haben zahlreiche Fachschaftler die Studenten unseres Fachbereichs im vergangenen Semester in den verschiedensten Gremien auf Fachbereichs-, Fakultäts- und sogar auf Universitäts-Ebene vertreten. Nicht zuletzt haben wir wöchentlich 960 Minuten Sprechstunden angeboten, um euch mit Rat und Tat sowie einigen Altlausuren zu versorgen – oder auch mal um ein zünftiges Weißwurstfrühstück zu veranstalten. Für das Engagement aller Fachschaftler möchten wir uns an dieser Stelle nochmals sehr bedanken – ihr seid eine großartige Truppe! Allen Lesern wünschen wir eine abwechslungsreiche Lektüre und ein erfolgreiches und vor allem spaßiges Sommersemester.

7


Gremienarbeit Tobias Fauss

Neben der Organisation zahlreicher Veranstaltungen besteht ein wichtiger Teil der Fachschaftsarbeit aus dem Einsatz für die Interessen der Studierenden in den verschiedenen Gremien der Universität. In diesem Artikel wollen wir Euch einen Überblick über die wichtigsten Gremien sowie einen Einblick in die Themen des letzten Semesters geben. Im obersten Gremium unserer Fakultät, dem Fakultätsrat, sitzen die Professoren der entsprechenden Fachbereiche, wissenschaftliche Mitarbeiter, der Dekan und wir, die studentischen Vertreter. Um weiterhin Einfluss auf dieses Gremium nehmen zu können, brauchen unsere studentischen Vertreter bei den Uniwahlen Eure Stimme! Nur so können wir weiterhin die Interessen der WiWi-Studenten einbringen. Im Fakultätsrat fiel im Zuge der Akkreditierung die Verabschiedung der überarbeiteten Prüfungsordnungen und Modulhandbücher an. Unsere Aufgabe ist da, aus studentischer Sicht ein Auge auf die Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit zu werfen. Außerdem wurde im

8

letzten Semester unser Ruf erhört, die seit Jahrhunderten veraltete Internetseite zu überarbeiten – endlich wird konkret etwas unternommen und eine 50%-Stelle für diese Aufgabe besetzt. Neben weiteren Themen, die alle Studenten betreffen, z.B. die Auswirkungen des Bauprojekts in der Mohlstraße, konnten wir aber auch für eine kleine Gruppe der Studis endlich eine Lösung finden. Die imaginäre Mauer zwischen der Administration von Sinologie und WiWi ist gefallen und die Überschneidungen der Chinesisch-Kurse mit der Mathevorlesung im ersten Semester werden eliminiert. Viele der im Fakultätsrat verabschiedeten Beschlüsse wurden davor in den einzelnen Studienkommissionen diskutiert und erarbeitet. Das wichtigste Gremium unseres Fachbereichs, die StuKo Wirtschaftswissenschaften, setzt sich aus Professoren des Fachbereichs, Frau Goletz von der Studienfachberatung und vier studentischen Vertretern zusammen. Die Leitung obliegt dem Studiendekan Prof. Dr. Wamser. Hier werden alle wichtigen


Themen, die unseren Fachbereich betreffen, besprochen und Studierenden wird mitunter einen Ort zur Äußerung von Kritik, Wünschen oder Vorschlägen geboten. Eine der größten Herausforderungen im letzten Semester waren beispielsweise Änderungen im Studienverlaufsplan der B.Sc.-Studiengänge für das kommende Studienjahr 2018/19: Die Neugestaltung der Vorlesung „Einführung in die WiWi“ in „Einführung in die BWL“ hatte zur Folge, dass im ersten Semester keine Elemente der VWL mehr im Studienverlaufsplan vorgesehen waren. Um jedoch Studierenden der EcoBa mit Ausrichtung Economics oder der IEco dies zu ermöglichen, wurde die Vorlesung Makroökonomie (9ECTS) in Makro I & Makro II (jeweils 6ECTS) aufgeteilt. Hierbei wurde Makro I in das erste Semester verlegt. Um eine daraus resultierende Überbelastung für Studierende der IBA zu verhindern, wurde ein alternativer Studienverlaufsplan erarbeitet, der die „Technik des betrieblichen Rechnungswesens“ im Dritten und „Internes Rechnungswesen“ im vierten Semester vorsieht. Nach der Pensionierung von Prof. Dr.-Ing. Schöbel, fällt zudem noch die von Prof. Dr. Koziol übernommene Vorlesung „Investition und Finanzierung“ vom dritten ins zweite Semester. Der Versuch, es allen Studierenden zu ermöglichen, die verschiedensten Vorlesungen und Kurse in ihrem Studium sowohl zeitlich als auch didaktisch sinnvoll aufeinander abstimmen zu können, glich einem Knobelspiel.

Zuletzt wurde auch die jährliche Verteilung der studentischen QSM (Qualitätssicherungsmittel) beschlossen. Diese Gelder werden hauptsächlich verwendet, um zusätzliche Tutorien zu finanzieren oder durch Lehraufträge und Gastvorträge das Lehrangebot zu erweitern, wie es beispielsweise bei den Ringvorlesungen der studentischen Initiative Rethinking Economics der Fall ist. Hier bleibt noch zu erwähnen, dass wir auch gerne die finanzielle Förderung anderer Formate in Betracht ziehen, solange bestimmte Kriterien erfüllt werden. Bei Interesse meldet euch bitte bei uns! Abseits der Studienkommission und dem Fakultätsrat gibt es jedoch noch viele weitere Gremien, die uns Studierenden die Möglichkeit geben, unser Studium aktiv mitzugestalten und in denen wir Euch vertreten. Neben Prüfungsausschuss und Fachbereichsrat sind wir auch in Auswahlkommissionen vertreten und haben dadurch Mitspracherecht und somit Einfluss auf die Berufung zukünftiger Professuren. Aktuell sind wir in das Auswahlverfahren für die Besetzung einer Juniorprofessur im Bereich Marketing Analytics involviert. Über die Fakultätsebene hinaus sind wir auch in der Fachschaftenvollversammlung (FSVV) vertreten, deren Entscheidungen sich auf dem Studierendenrat und den Senat, das höchste Unigremium, auswirken. Die Mitarbeit in diesen Gremien bietet Studierenden die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Unialltages zu werfen und mit spannenden Begegnungen unser Studium für uns und die nachfolgenden Studierenden maßgeblich mitzuprägen. Wir freuen uns auf dich!

9


Mein erstes Mal... Fachschaftshütte 2018 Linda Dambacher

Ein Wochenende Anfang Mai, das wettertechnisch nicht allzu viel versprechen sollte, 70 Kilometer Fahrt in die Pampa, rund 40 partywillige, äh, hochmotivierte Fachschaftler und ein Haus in Königsheim auf der Schwäbischen Alb.

10

Das waren also die Zutaten für dieses Ereignis, das vor allem uns Neuen nach etlichen Erzählungen wie der Trip des Jahrhunderts erschien. Als freitags am Treffpunkt (Punkt 15.00 Uhr!) alle erst nach und nach eintröpfelten,


hatte ich zunächst den Eindruck, dass nur ich so super aufgeregt war und die Abfahrt kaum erwarten konnte. Nach einer Stunde Fahrt aber, die uns immer weiter fernab der Zivilisation durch immer entlegenere Orte und Straßen auf die Alb führte, parkte ich mein Auto am Rande von Königsheim vor der „Hütte“. Nachdem die Zimmer bezogen, die ersten Körbe geworfen, das Bier in mehr oder minder ausreichenden Mengen besorgt und auch die Shisha (unter anderem stille Zeugin neuer legendärer Geschichten) in Betrieb genommen war, konnten wir entspannt in die Nacht starten. Was in den weiteren Stunden der ersten Nacht passierte, sollte lieber unter Verschluss bleiben. Zusammengefasst kann man sagen: Es wurde getrunken, es wurde gesungen, es wurde geraucht, gespielt und getanzt. Mir jedenfalls wurde bewusst, was es war, dass alle so an der Hütte liebten.

Abgesehen von den drei Shower-Buddies herrschte vorerst wenig Interesse an Eskalation. Man fand sich eher zu Gesprächsrunden in der Küche zusammen – auch sehr schön. Und so bleibt mir hinterher nichts anderes zu sagen übrig als: „ein großes Danke an die Organisatorinnen“ und: „Ich war dabei!“

Die Katerwanderung am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein (das Wetter war viel besser als angekündigt) war definitiv dringend notwendig. So wandelten wir mit unseren kundigen Tourguides Micha und Freddy auf den Spuren unserer Vorfahren unter anderem zu einer Höhle, in der früher mal Steinzeitmenschen lebten. Nachmittags war es Zeit für die Workshops, schließlich musste auch gearbeitet werden – oder zumindest so getan, als ob. Als die Nacht wieder hereinbrach, scheiterte leider der Versuch, die Meute noch mal zu den Leistungen des vorangegangenen Abends zu treiben.

11


Ein Stocherkahn für die Geschichtsbücher Dominik Bär

Bereits im letzten Sommersemester läuteten wir unsere erste Stocherkahnsaison mit dem EKahnomics ein. Heute blicken wir zurück auf ein ganzes Jahr mit einigen Herausforderungen und viel Spaß. Nachdem wir uns mehr oder weniger spontan einen alten Kahn herrichten ließen, um bereits früh in den Neckar stechen zu können, kamen einige neue Aufgaben auf die Fachschaft zu. Es musste der Papierkram mit der Stadt erledigt und ein Buchungssystem gefunden werden (danke an dieser Stelle an die Fachschaft Medizin für ihre Hilfe). Außerdem wurden Wärter bestimmt, die die Buchungen verwalteten und dafür sorgten, dass der Kahn den ganzen Sommer über gut in Schuss war. Genauso wie eine Mitgliedschaft in den Stocherkahnverein beantragt und genehmigt wurde, sind alle anderen Aufgaben mit Bravour gemeistert worden. Nach unserer Jungfernfahrt und dem Freischalten des Buchungssystems ging es dann auch für alle anderen am Fachbereich los.

12

Wir freuen uns, dass der Kahn das ganze Jahr über bereits gut genutzt wurde, und hoffen, dass alle viel Spaß hatten bei den Fahrten mit dem EKahnomics. Wir bedanken uns an dieser Stelle auch noch mal bei allen, die uns den Kahn stets zuverlässig und ohne Löcher wieder zurückgegeben haben. Doch nun zu den Highlights unserer ersten beiden Saisons, den Stocherkahnrennen. Schnell war klar, dass wir auch dabei sein wollen beim größten Sportevent, das Tübingen neben den WiWilympics zu bieten hat. Mit einer zusammengewürfelten Truppe, ohne jegliche Erfahrung rund um unseren Stocherkahn-Veteranen Sven versuchten wir unser Glück. Bevor es an die Startlinie ging, hieß es aber erst noch fleißig trainieren. Neben gemeinsamen Technik-, Rhythmus- und Ausdauereinheiten unter Anweisung unseres erfahrenen Stocherers, legten einige Teammitglieder Extraschichten im Fitnessstudio ein, um der enormen Anstrengung, der Umrundung der Neckar-


insel auch wirklich gewachsen zu sein. Als es zur Verlosung der Startplätze kam, hatten wir mehr Glück als im vergangenen Jahr, was uns einen Startplatz in der ersten Reihe bescherte. Konzentriert steuerten wir am Tag des Rennens zur Startlinie und schworen uns auf die bevorstehende Schlacht auf dem Wasser ein. Nach einem guten Start wurde schnell klar, dass mit diesem Team zu rechnen ist. Auf der ersten langen Geraden flussabwärts ging der EKahnomics an einigen Konkurrenten vorbei, siegte in einigen kleinen Scharmützeln, um sich anschließend eine gute Position für das berüchtigte Nadelöhr zu erkämpfen. An diesem angekommen gelang unserem Stocherer eine fehlerfreie Durchfahrt

und das Team konnte mit viel Platz in den letzten Teil des Rennens starten. Auf diesem Abschnitt sollte unseren Ruderern noch mal einiges abverlangt werden. Die Mühen lohnten sich und ein phänomenaler Rang 7 wurde erkämpft. Eine beeindruckende Performance, wie das ganze Team befand. Deshalb wurden auch anschließend bei traumhaftem Wetter direkt alle Fans ins Boot geholt, um den Triumph gebührend zu feiern. Im Großen und Ganzen blicken wir damit auf zwei äußerst erfolgreiche Saisons mit unserem EKahnomic zurück. Wir sind guter Dinge, auch weiterhin mit unserem neuen EKahnomics über den Neckar stochern zu können und freuen uns, wenn ihr auf unser Angebot zurückkommt.

13


Umbau Felix Wiggenhauser & Linda Dambacher

Dank tosendem Baulärm und der provisorischen Metall-Treppe, dürfte wohl jedem Wiwi-Studierenden in Tübingen der Umbau in der Mohlstraße 36 aufgefallen sein. Jetzt gibt es Neuigkeiten, aber erst einmal alles der Reihe nach: Der ursprüngliche Bauplan des Landesbauamts sah vor, dass zunächst die notwendigen Brandschutzsanierungen über die kommenden Jahre verteilt nur in den Semesterferien stattfinden sollten, um den Betrieb im Gebäude so wenig wie möglich zu stören. Spätestens jedoch als im November des letzten Jahres das Parkdeck mit Presslufthämmern aufgerissen wurde, war auch dem Letzten klar, dass der ursprüngliche Bauplan nicht eingehalten werden konnte. Das Dekanat hat daraufhin – in Absprache mit allen Beteiligten – beschlossen, das Gebäude für zwei Jahre komplett zu schließen, um die gesamten Brandschutzmaßnahmen in einem Abschnitt durchzuführen.

14


Aufgrund dieser Entscheidung wird die Mohlstraße 36 ab Oktober 2018 für rund zwei Jahre komplett geschlossen und saniert. Das Gebäude wird weder von uns Studierenden, noch von Professoren oder Mitarbeitern genutzt werden können. Derzeit wird intensiv geplant, wie die daraus entstehenden Folgen für alle Beteiligten aufgefangen werden können. Die Lehrstühle, die sich bisher noch in der Mohlstraße befinden, werden auf verschiedene Gebäude aufgeteilt (Nauklerstraße 47 und 50, sowie Sigwartstraße 18). Für Veranstaltungen, die bisher in den Lehrräumen der Mohlstraße abgehalten wurden, vor allem E03 und E04, werden alternative Räume gesucht. Als Fachschaft setzen wir uns dafür ein, dass diese weiterhin möglichst zentral im Umfeld der Wilhelmstraße stattfinden werden. 


Besonders schwierig ist die Situation hinsichtlich der Wiwi-Bib: Hier hat man – Stand heute – bislang noch keine wirklich sinnvolle Lösung finden können. Die Fachschaft wird nach gegenwärtigem Stand in einen der Kellerräume in die Nauklerstraße 47 ziehen, wir werden aber weiterhin unsere Sprechstunden und Service für Euch in gewohntem Umfang anbieten. Zuletzt gibt es jedoch auch etwas Positives zu berichten: Nachdem im Bauplan zunächst nur vorgesehen war, sich dem Brandschutz zu widmen, sieht der überarbeitete Plan nun auch vor, Toiletten, Mobiliar und Ähnliches aufzuwerten, also eine Komplettsanierung – immerhin ein kleiner Trost! Updates hinsichtlich des Umbaus werdet Ihr von uns jederzeit über Facebook oder in den kommenden Ausgaben des WZW erhalten.

15


Einblick in die Forschung eines Doktoranden Elias Steinmüller

Die meisten Studierenden kennen uns Doktoranden lediglich aus den Vorlesungen und Übungen. Und in der Tat, die Lehre, die mir persönlich sehr viel Spaß macht, ist vereinfacht ausgedrückt, einer der zwei Bausteine unserer Arbeit – der andere ist die Forschung. In der Regel liegen hier wechselseitig positive externe Effekte vor: Zum einen können eigene Forschungsergebnisse mit in die Lehrveranstaltungen einfließen und den (insbesondere auf Bachelorstudierende) manchmal trocken wirkenden Stoff der Grundlagenveranstaltungen veranschaulichen. Zum anderen profitiert man auch in der Forschung davon, selbst Lehrveranstaltungen zu konzipieren, durchzuführen, sowie ganz allgemein fachliche Inhalte zu vermitteln. In der VWL geht der Trend eindeutig zu sogenannten kumulativen Promotionen. Das bedeutet, dass mehrere Forschungspapiere zu einem übergeordneten Thema letztlich die Dissertationsschrift ausmachen. In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit

16

Themen an der Schnittstelle zwischen Public Economics und International Economics. Insbesondere gehe ich in meinen Forschungsarbeiten der Frage nach, wie (multinationale) Unternehmen auf steuerliche Anreize reagieren. Eine dezidiert volkswirtschaftliche Sichtweise auf diese Thematik bedeutet vor allem auch, wirtschaftspolitische Implikationen aus den Forschungsergebnissen abzuleiten und zu präsentieren. Hier geht es dann zum Beispiel um die Auswirkungen einer Steuerreform, den Zusammenhang zwischen Steuerpolitik, Steuervermeidung und Steuerhinterziehung oder auch um die Frage nach „Chancengleichheit“ für große, multinationale Unternehmen sowie kleinere, ausschließlich im Inland agierende Unternehmen. Im Folgenden werde ich exemplarisch zwei meiner Forschungsprojekte kurz vorstellen: In einem gemeinsamen Papier mit Georg Wamser sowie Stefan Goldbach und Arne Nagengast von der Bundesbank wird untersucht, wie sich die Auslandsinvestitionen von multinationalen


Unternehmen auf deren inländische Investitionstätigkeit auswirkt. In der öffentlichen Debatte wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob Länder wie Deutschland aufgrund der Verlagerung von Produktion und Beschäftigung ins Ausland letzten Endes Einbußen verzeichnen müssen. Aus der bestehenden Forschungsliteratur lassen sich keine eindeutigen Schlussfolgerungen dahin gehend ableiten, ob heimische Investitionen und Direktinvestitionen im Ausland als Substitute oder Komplemente angesehen werden können. Unser panel-ökonometrischer Ansatz basiert auf Propensity Score Matching und nutzt sowohl die Variation des extensiven als auch des intensiven Randes der ausländischen Tätigkeit. Er kontrolliert ebenso die Simultanität der ausländischen und inländischen Aktivitäten als auch andere endogene Faktoren. Unser Datensatz, sowie die verwendete Schätzmethode, erlauben uns außerdem einen Einblick in die potenziellen Kanäle, durch welche Auslandsaktivitäten inländische Investitionen beeinflussen: Produktivitätssteigerungen, Steuerersparnisse, Gewinnverschiebungen und interne Kapitalmärkte. Unsere sehr robusten Schätzergebnisse zeigen, dass die Gründung einer neuen ausländischen Tochtergesellschaft mit einer signifikant höheren Investitionstätigkeit im Inland von rund EUR 450,000 verbunden ist. Darüber hinaus wird ersichtlich, dass die positive Beziehung zwischen Inlandsund Auslandsinvestitionen in erster Linie durch Steuerplanung und Gewinnverschiebung sowie einen verbesserten Zugang zu Finanzierungskapital erklärt werden kann.

Ein weiteres Forschungspapier (in Koautorenschaft mit Georg Wamser und unserem Masterstudenten und Hiwi Georg Thunecke) stellt einen Survey-Artikel zur internationalen Unternehmensbesteuerung dar. Unser Vorgehen läuft wie folgt ab: Zunächst sammeln wir Steuerdaten und berechnen sogenannte Effektivsteuersätze für 142 Länder über die vergangenen 13 Jahre. Außerdem verknüpfen wir diese Länderdaten mit weltweiten industrie- und firmenspezifischen Informationen, um ein noch genaueres Maß für die effektive Unternehmensteuerbelastung zu erreichen. In einem zweiten Teil dieses Projekts nutzen wir diesen umfangreichen Datensatz für zwei Anwendungen: 1. Auf der Mikroebene untersuchen wir, wie Steuern die Investitionsentscheidungen von Unternehmen beeinflussen. In diesem Zusammenhang schätzen wir eine Steuerelastizität der Investitionen von -0,33. 2. Auf der Makroebene schätzen wir sogenannte Lafferkurven, welche den Zusammenhang zwischen Steuersatz und Steueraufkommen beschreiben. Höhere Steuersätze führen zunächst zu mehr Steueraufkommen; umso höhere Werte der Steuersatz jedoch erreicht, umso weniger Einnahmen werden irgendwann erzielt, da durch jede zusätzliche Steuererhöhung auch steuervermeidende Aktivitäten (sowie auch Steuerhinterziehung) zunehmen. In der Tat finden wir einen robusten Laffer-Zusammenhang; mit einem spezifischen Steuersatz, der das Steueraufkommen maximiert. Aus dieser Schätzung können wir nun eine Aufkommensprognose für

17


die jüngste US-Steuerreform vornehmen. Durch die Steuersenkung um 14 Prozentpunkte (von 35 auf 21 Prozent) kommt es insgesamt zu einer Verringerung des Steueraufkommens von 0.341 pro US-Dollar Wertschöpfung. Bei einem Steueraufkommen von 2.6% am BIP entspricht dies einem Rückgang von ca. 13,1% des Unternehmenssteueraufkommens. Hier sei insbesondere darauf hingewiesen, dass die Steuerwirkung in Form von höheren Investitionen in dieser Schätzung bereits berücksichtigt ist. Somit ist letztlich bei einem Unternehmenssteueraufkommen von ca. 300 Milliarden (entsprechend

in etwa dem durchschnittlichen Aufkommen über die letzten 10 Jahre) trotz zusätzlicher Wachstumswirkungen durch die Steuersenkung mit Mindereinnahmen von ca. 39 Milliarden pro Jahr zu rechnen. Bei ceteris paribus konstanten Ausgaben wird sich diese Zahl direkt in der staatlichen Neuverschuldung niederschlagen. Wer Lust hat, die Arbeit an Forschungsprojekten kennenzulernen sollte keine Scheu haben, nach Hiwi-Stellen Ausschau zu halten, sich gerne auch initiativ zu bewerben oder uns Doktoranden (und Professoren) in den Lehrveranstaltungen einfach anzusprechen!

T4MEDIA.

SUCHT DICH!

Du möchtest von den Besten lernen und im Bereich Data Science/Digital Marketing arbeiten? Dann komm zu uns! Wir suchen WerkstudentInnen und PraktikantInnen. Hast du Lust auf: - Digital Analytics und Optimierung - ein tolles Team - Freiraum um deine Ideen einzubringen - Datenvisualisierung und Dashboards? Dann melde dich bei uns, wir freuen uns auf dich! Bewerbungen bitte an: jobs@t4media.de

18

www.T4MEDIA.de


Écondébat feiert seinen Bachelor Maïwenn Fleig & Annabel von Seggern Vor sechs Semestern im Oktober 2015 startete Écondébat als Hochschulgruppen-Ersti. Schon damals wurde unter Frankofonie-Fans ein wöchentliches Treffen veranstaltet, um sich in lockerer Atmosphäre über politische und soziale Fragestellungen auszutauschen – all das auf Französisch! In Écondébat ist jeder willkommen! Die von zwei Wirtschaftsstudentinnen gegründet Hochschulgruppe, bietet Studenten die Möglichkeit ihre Französischkenntnisse aufzufrischen und den Bezug zu unserem Nachbarland enger zu knüpfen. Allerdings sind nicht nur Wirtschaftsstudenten, sondern Kommolitonen*innen jeglicher Fachrichtung willkommen! Wir wollen jeden erreichen, der sich für die französische Kultur und Sprache interessiert! Während der wöchentlichen Sitzungen werden kleine Gruppen gebildet in denen man die Möglichkeit hat sich kennenzulernen, sich und sich gegenseitig näherzukommen. Hierbei wird ausschließlich Französisch gesprochen. Das heißt allerdings nicht, dass man perfekt Französisch sprechen muss! Ganz im Gegenteil! In

den letzten Jahren waren auch viele Anfänger dabei, die so die Möglichkeit hatten ihre Kenntnisse aufzubessern. Nach dem Kennenlernen werden Zeitungsartikel zu aktueller Politik und Wirtschaft auf Französisch gelesen und anschließend untereinander diskutiert. So hält man sich über Aktuelles auf den neuesten Stand und übt weiterhin seine Sprachkenntnisse aus. Uns ist es wichtig, dass alles interaktiv und freundlich gestaltet ist. Studenten aus verschiedensten Fachrichtungen haben so die Möglichkeit in Kontakt zu treten. Neben den regulären Sitzungen kommt es außerdem auch zu spannenden Ausflügen, beispielsweise zu den französischen Film Festtagen in Tübingen oder ein Tagesausflug nach Straßburg zum Europarat. Wollt ihr Écondébat live und in Aktion erleben, dann kommt einfach mittwochs um 20 Uhr im Wiwi-Seminar Raum E05 vorbei oder besucht uns auf Facebook. À bientôt!

19


Das Prüfungsamt informiert Wintersemester 2017/18 Haupttermin Februar 2018 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Durchfallquote

Durchschnitt

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

BWL

154

105

11

20

7,14%

19,05%

2,48

3,36

EDA

228

38

52

6

22,81%

15,79%

3,09

3,40

Mathe

211

87

41

30

19,43%

34,48%

2,96

3,80

ReWe

174

74

19

9

10,92%

12,16%

2,24

2,77

I&F

143

26

10

9

6,99%

34,62%

2,30

3,59

Marketing

74

64

3

5

4,05%

7,81%

1,91

2,47

P-Recht

113

13

2

0

1,77%

0,00%

1,83

1,77

QM

117

14

3

2

2,56%

14,29%

2,22

2,79

Glob. Strat.

48

52

2

10

4,17%

19,23%

2,26

3,27

WiFiPo

105

17

7

1

6,67%

5,88%

2,59

2,75

Nachholtermin April 2018 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden Haupt

Neben

Durchfallquote

Neben

BWL

69

62

4

6

5,80%

9,68%

2,38

3,04

EDA

73

23

22

6

30,14%

26,09%

3,47

3,60

Mathe

30

28

5

11

16,67%

39,29%

3,12

3,68

ReWe

66

22

3

4

4,55%

18,18%

2,13

2,85

I&F

74

8

8

2

10,81%

25,00%

3,03

3,71

Marketing

84

20

4

2

4,76%

10,00%

2,13

2,70

P-Recht

34

6

0

0

0,00%

0,00%

1,96

2,97

QM

30

2

3

1

10,00%

50,00%

2,63

4,00

Glob. Strat.

50

7

2

4

4,00%

57,14%

2,77

4,34

WiFiPo

64

5

7

0

10,94%

0,00%

2,75

2,60

Nebenfach: alle Studiengänge außer IBA, IEco und EcoBA

20

Haupt

Neben

Durchschnitt

Haupt

Haupt

Neben


Bequem ist einfach. Wenn das Konto zu den BedĂźrfnissen von heute passt.

Wenn‘s um Geld geht

www.ksk-tuebingen.de


Mein Auslandssemester in Italien Benedikt Albrecht

Moin a tutti! Jahrelang eine Affinität zu Italien im Allgemeinen und dem Dolce Vita im Besonderen mit mir rumschleppend, war für mich von Anfang an klar, dass für meinen ersten Auslandsaufenthalt nach Italien gehen sollte. Ich hatte außer Ferrero, den beiden Fußballvereinen und Fiat, im Vorfeld keine großen Assoziationen mit Turin, was mich letztlich auch dazu brachte, mich für diese Stadt zu entscheiden. Das und die sehr attraktive geografische Lage. So flog ich also nach überstandener, recht unbürokratischer Bewerbung und Zulassung klassisch von Hannover über Amsterdam nach Turin. Ich hatte mich bereits im Vorfeld meines Auslandsaufenthalts um eine Wohnung gekümmert. So wurde mir eine ich recht entspannte Ankunft ermöglicht und ich konnte meine neue Nachbarschaft erkunden: Altbauten aus dem späten 19., frühen 20. Jahrhundert., Cafés und Bars. Alle saßen draußen auf der Straße, aßen, tranken und amüsierten sich - Dolce Vita eben.

22

Nach zwei Tagen Eingewöhnung und „Stadt“-, bzw. Stadtviertelerkundung stand auch schon der erste Programmpunkt auf der Erasmus-Kennenlern-Agenda an: Kennenlernen in der „School of Management and Economics“. Dort wurden uns die Abläufe an der Uni sowie Professoren und Fakultätsangehörige nähergebracht. Dies bot eine erste Möglichkeit sich untereinander kennenzulernen. Letzteres wurde auch tatkräftig durch die zwei europaweit agierenden Studenteninitiativen „Aegee“ und das ESN (Erasmus Student Network, Anm. D. Red.) begünstigt, die uns diverse Bars und Clubs zeigten. Zur Uni, bzw. Fakultät allgemein lässt sich sagen, dass man definitiv Geduld braucht. So standen Stundenpläne erst wenige Tage vor Vorlesungsbeginn fest oder änderten sich spontan. Ebenso wie die Dauer von Klausuren und Raumbelegungen. Es wurde nie langweilig. Im Endeffekt hat aber doch alles geklappt und bei Problemen wird man insbesondere vom International Office unterstützt.


Die Stadt Turin wird in m e i n e n Augen stark unterschätzt. Die eingangs erwähnten Altbauten ziehen sich nahezu durch das gesamte Stadtbild. Es wimmelt von atmosphärischen Bars, Cafés und vor allem Restaurants. Es gibt unzählige Plätze, auf denen sich viel gesellschaftliches Leben abspielt und auch kulturell zählt Turin zu den Topadressen Italiens. Durch die Nähe zu den Alpen und dem Mittelmeer konnte ich sowohl Skifahren, als auch planschen gehen. Alles in allem war es eine einmalige Erfahrung mit tollen Erlebnissen und tollen Leuten, sehr gute 9,1 von 10 Punkten - klare Empfehlung (folgt MensaTÜV auf Instagram, Anm. D. Red.)

23


Mein Auslandssemester in Mexiko Katrin Müller

Wie für fast alle Wiwi- Studenten in Tübingen ging es für mich in meinem 5. Semester für ein halbes Jahr ins Ausland. Meine Wahl fiel auf Mexiko, um mein Spanisch weiter zu verbessern und das Land bis ins letzte Eck kennenzulernen. Zwei Tage nach meiner letzten Klausur in Tübingen ging es dann auch schon los nach Puebla. Meine Austauschuniversität war dort die Benemérita Universidad Autónoma de Puebla- eine von zwei Austauschunis in Puebla, welche die Uni Tübingen für ein Auslandssemester anbietet.

Obwohl Puebla eine Millionenstadt ist, habe ich mich dort sehr wohl gefühlt und das Leben dort ist einfacher als gedacht. Die Stadt ist meiner Meinung nach ziemlich klar strukturiert und man findet sich ziemlich schnell zurecht. Die Altstadt eignet sich zum Beispiel sehr, um nachmittags mal einen Kaffee trinken zu gehen oder auch generell, wenn man etwas braucht - in der Stadt gibt es alles. Als Touristenattraktion kann ich zum Beispiel Los Fuertes empfehlen, ein angelegter Park im Norden der Stadt. Hier hat man einen beeindruckenden Blick über die Stadt oder kann den Sonnenuntergang genießen. Zum Feiern gehen fährt man nach Cholula, das sich in 20 Minuten mit Uber erreichen lässt. Allerdings gibt es auch in Puebla viele schöne Bars und vor allem Pubs, in denen ich meine freie Zeit verbringen konnte. Mexiko ist meiner Meinung nach ein Land, welches sich sehr einfach bereisen lässt. Es gibt dort zwar keine Züge, die das Land durchqueren, jedoch ist das Busnetz

24


so gut a u s gebaut, dass man problemlos alle Regionen im Land bereisen kann (dauert manchmal allerdings über 15h). Über die Uni ist es ziemlich leicht Informationen, zu veranstalteten Reisen zu bekommen. Das Angebot ist hierbei sehr vielfältig - ob 1-Tages-Trips, Wochenendausflüge nach Guadalajara, Guanajuato oder Mexiko City oder eine Reise nach Oaxaca über den Día de los Muertos. Für mich ist Mexiko eine absolute Empfehlung für ein schönes Auslandssemester und ich habe während meiner Zeit dort das Land und die Leute wirklich lieben und schätzen gelernt!

25


Mein Auslandssemester in Spanien Julian Schneider

Im Studiengang „International Economics“ ist ein Auslandssemester nicht verpflichtend, aber wird immer wieder empfohlen und gerne gesehen. Durch die Verpflichtung, eine oder zwei Fremdsprachen im Rahmen des Studiums zu erlernen oder zu vertiefen, hat man als Tübinger VWL-Student einen großen Anreiz, ins Ausland zu gehen. In meinem Fall wählte ich zu Studienbeginn Englisch und Spanisch und hatte daher ein enormes Interesse, mich für einen Platz im ERASMUS-Programm in Spanien zu bewerben. Ich wollte zum einen meine Sprachkenntnisse verbessern und zum anderen auch die Kultur, über die ich schon so viel gehört hatte, kennenlernen. Bei der Auswahl gefiel mir besonders Oviedo. Viele Universitäten in Spanien bieten einen BWL-Schwerpunkt an, was für mich persönlich jedoch nicht so attraktiv war. In Oviedo konnte ich jedoch reine VWL-Kurse belegen. Außerdem war ich vorher noch nie in dieser Region von Spanien, welche unglaublich schön und ganz

26

anders als der Rest des Landes ist. Die Landschaft und das Wetter erinnern eher an England. Im Norden gibt es landschaftlich alles: Von Oviedo aus braucht man 30 Minuten in die Berge und 20 Minuten mit dem Zug zum Strand. Man kann wandern, surfen, die Nationalsparks besuchen oder einfach am Strand liegen. Das Wetter dort ist eher gemäßigt – es wird weder sehr warm noch sehr kalt, weshalb man immer auf einen Wetterumschwung gefasst sein muss. Selbst die Einheimischen können davon überrascht werden. Oviedo ist eine Stadt mit ungefähr 220.000 Einwohnern und wohl auch eine der saubersten und schönsten Städte in ganz Spanien. Die Hauptstadt von Asturien bietet unglaublich viele Freizeitangebote und auch spezielle Events wie „La Noche Blanca“, in der alle Kulturinstitutionen geöffnet und kostenlos zu besuchen sind. Vor allem für junge Menschen hat Oviedo einiges zu bieten. Es gibt eine lange Straße mit zahlreichen Clubs und Bars, in denen man zu spanischer Musik den


Abend auf der Tanzfläche ausklingen lässt. Abschließend kann ich jedem einen Aufenthalt in Oviedo empfehlen, der seine Spanischkenntnisse verbessern will und die spanische Lebensweise kennenlernen möchte.

27


Mein Auslandssemester in Amerika Luis Sirch

Im vergangenen Wintersemester ging es für mich für vier Monate an die Butler University, eine kleine, private Universität in Indianapolis, etwa drei Stunden südöstlich von Chicago. Größenmäßig sind Uni und Stadt jeweils das Gegenteil von Tübingen: An der Butler University studieren nur rund 4500 Studenten und mit über 850 000 Einwohnern ist Indianapolis bevölkerungsreicher als Tübingen und bspw. Frankfurt (Main) zusammen. Los ging es Mitte August in Chicago. Hier verbrachte ich zwei Tage und traf mich mit anderen Tübinger Studenten, um dann gemeinsam mit dem Megabus für nur $7,50 nach Indianapolis zu fahren. Gastfreundschaft wird im Mittleren Westen übrigens sehr groß geschrieben und so wurden wir in Indianapolis mit offenen Armen empfangen und zum Campus gebracht. Nach einer Einführungswoche für die Internationals ging es dann auch mit den Kursen los. Das ganze Semester über gab

28

es immer wieder Hausaufgaben, Projekte, Präsentationen und Midterms. Der Arbeitsaufwand war somit um einiges höher als in Tübingen, gleichzeitig war das Niveau aber niedriger, da die Klassen kleiner sind und die Beziehung zu den Professoren persönlicher ist. Neben dem Studium blieb trotzdem ausreichend freie Zeit, um Indianapolis zu entdecken. So konnte ich in Hängematten oder im Starbucks auf dem Campus chillen, Sport machen, Sportevents anschauen, Party machen oder auf Reisen gehen. Da die Uni verhältnismäßig klein ist, hat sie den Vorteil, dass man nicht nur Internationals, sondern auch viele Amerikaner kaennenlernt. Ein wichtiger Bestandteil des Studiums an der Butler sind die Spiele der Butler Bulldogs, den Sportteams der Uni. Die Butler ist zwar bekannt als sehr gute Basketballuni (siehe Gordon Hayward und Brad Stevens bei den Boston Celtics, Profiliga in der NBA), jedoch war ich auch gerne bei den Spielen vom Football, Eishockey, Volleyball und Fußball.


Reisen während des Semesters habe ich nach Washington D.C., Philadelphia, Montreal, Toronto und Chicago unternommen. Außerdem habe ich zum Abschluss meines Auslandssemesters mit drei weiteren Tübinger Studenten einen Roadtrip durch den Süden und Südwesten der USA gemacht. Ich vermisse definitiv die Zeit an der Butler University. Die vielen tollen Erfahrungen, die interessanten Kurse, sowie die vielen neu gewonnenen Freunde, haben mein Auslandssemester in den USA unvergesslich gemacht. Auch Indianapolis selbst hat mir super gefallen und ich kann Indy nur jedem weiterempfehlen. Die Stadt wächst schnell und bietet

eine hohe Lebensqualität. Ich werde definitiv bald zurückkehren.

29


Berufseinstieg bei Lufthansa Fabian Frey

„Wie lange willst Du noch studieren?“ Ein Satz den so gut, wie jeder Student während seines Studiums sicherlich mindestens einmal von seinen Eltern und/ oder Freunden gehört hat. Auch meine Eltern waren sicherlich nicht unglücklich als sich nach fast 6 Jahren finanzieller Unterstützung (welche manchmal vielleicht auch eine Subvention der Tübinger Kneipenszene war) letztes Jahr ein Ende der mehr oder weniger glorreichen Studienzeit abzeichnete. Bevor ich mich jedoch ins Arbeitsleben stürzte, musste ich mir erst einmal die Frage stellen, was und wohin ich möchte. Entgegen meinen sonstigen studentischen Erfahrungen schaffte ich es diesmal, mir rechtzeitig Gedanken zu machen und mich um meine Zukunft zu kümmern. Nachdem ich bereits zwischen meinem Bachelor- und Masterstudium ein Praktikum mit anschließender Werkstudententätigkeit bei der Lufthansa-Gesellschaft für Bordservice und Catering LSG Sky Chefs gemacht hatte, zog es mich nun dauerhaft nach Frankfurt.

30

Neben einer sehr interessanten Stelle und meinen bereits erwähnten Erfahrungen im Unternehmen spielte mein Interesse und meine unglaubliche Begeisterung für Flugzeuge und Flughäfen sicherlich eine große Rolle. Wenngleich ich nun in einer anderen Abteilung wie während meines Praktikums tätig bin, zeigt sich trotzdem, dass Praktika und Kontakte durchaus recht hilfreich sein können. Nachdem ich im April das erste Bewerbungsgespräch hatte, folgte im Mai das Lufthansa-typische Assessment Center. Dabei wurden Dinge wie logisches Denken, Allgemeinbildung oder auch Englischkenntnisse in einem mehrstündigen Computertest abgefragt. Am Nachmittag folgt anschließend ein etwas längeres Gespräch mit einer Psychologin, welche einerseits meinen Lebenslauf checkte und andererseits allerlei Fragen stellte und (erfolgreich) versuchte, mich Stresssituationen auszusetzen. Die Zusage bekam ich dann glücklicherweise bereits recht zeitnah. Den Vertrag unterschrieb ich schließlich Ende Mai.


Dies gab mir zwar einerseits eine enorme Sicherheit für die Zukunft, für die restlichen Prüfungen und die Masterarbeit jedoch motivationstechnisch leider keinen sehr großen Vorteil. Gerade wenn man bedenkt, dass ich im Studium eher der Typ Student war, der den etwas größeren Druck brauchte. Nach äußerst intensiven restlichen 4 Monaten Studium begann also Anfang Oktober der Ernst des Lebens. Ein sehr großer Vorteil an meinem ersten Tag war definitiv, dass ich sowohl meinen Arbeitsplatz als auch meinen künftigen Chef schon aus meiner Praktikums- und Werkstudentenzeit kannte. Trotzdem lässt sich eine gewisse Anspannung im Nachhinein sicherlich nicht leugnen. Da sich die LSG gerade umstrukturiert und neu aufstellt, ist der Großteil meiner Kollegen ebenfalls recht jung, sodass wir eine sehr gute Stimmung haben und ich auch vom Team sehr gut aufgenommen wurde. Auch außerhalb des Büros wird gelegentlich das eine oder andere isotonische Getränk zu sich genommen. Eine Standardfrage von Freunden und Bekannten ist oft, was denn eigentlich meine Aufgaben bei der LSG seien. Meine Standardantwort lautet dann meistens, dass ich ganz schön weit ausholen muss. Die Jobbezeichnung lautet „Analyst Commercial Steering“, was natürlich in diesem Zusammenhang nur bedingt weiterhilft. Da ich hier aber keine Unternehmensanalyse fahren und euch damit langweilen möchte, versuche ich es möglichst kurz. Ich bin in einer Schnittstelle zwischen Sales und Finance bei der Angebots-

erstellung eines Teilbereichs des Airline-Caterings tätig. Dies bedeutet, dass meine Kollegen und ich die Angebote von finanzieller Seite betreuen (Erstellung von Gewinn- und Verlustrechnung). Später dann bei einer möglichen Implementierung unserer Produkte bei einem Kunden den Sales-Menschen sagen, wie viel Geld sie laut GuV zur Verfügung haben. Kurz: wie viele Kosten also eingeplant wurden. Zusätzlich zu dieser Hauptaufgabe kommen viele zusätzliche kleinere Projekte, welche in total verschiedenen Richtungen wie Logistik, IT oder auch Produktmanagement anzusiedeln sind. Der Job ist, wie bereits beschrieben, sehr abwechslungsreich und bringt auch die ein oder andere Geschäftsreise mit sich. Wenngleich sich die Distanzen mit Dublin, Köln und Hamburg bisher in Grenzen gehalten haben, sind die Aussichten mit Lissabon und Korea umso spannender. Gerade die internationale Ausrichtung und der Kontakt auf alle Kontinente machen den Job zwar anspruchsvoll, gleichzeitig aber auch unglaublich reizvoll. Nach jetzt fast 8 Monaten im Job kann man sicherlich sagen, dass ich im Großen und Ganzen im Berufsalltag angekommen bin. Nichtsdestotrotz dauert es sicherlich noch eine Weile, bis die wirkliche Routine da ist, denn jeder Tag hat irgendetwas Neues. Auch wenn das Studium sicherlich eine tolle Zeit war, die ich niemals missen möchte, bin ich nun froh, dass diese Zeit vorbei ist und durch einen neuen spannenden Lebensabschnitt ersetzt wurde.

31


Mein Praktikum bei Continental Benedikt Albrecht

Ich habe drei Monate bei der Personalabteilung der Division ContiTech des Automobilzulieferers Continental AG in der Hauptverwaltung in Hannover gearbeitet. Die Personalabteilung bei der ContiTech AG ist in drei Bereiche untergliedert: „HR Business Partner“, „Compensation & Benefits“ und „Talent Management & Organisational Development (TMOD)“. Ich war in letztgenannter Abteilung untergebracht. Was ist TMOD bei ContiTech? Die wichtigsten Aufgaben sind die Sichtung und Förderung von unternehmensinternen Talenten sowie deren Eingliederung in das Unternehmen. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Führungskräfte- und Organisationsentwicklung. Ich persönlich war an drei Projekten beteiligt. Zum einen ein Entwicklungsprogramm für potenzielle Werksleiter. Zum anderen ein Förderungsprogramm für Werksarbeiter und zu guter Letzt am „Expertenkarrierepfad“. Des Weiteren habe ich mich beispielsweise um Excel-Analysen oder Präsentationen gekümmert.

32

Bei Continental gelten flexible Arbeitszeiten mit Gleitzeit, dadurch arbeitet es sich sehr entspannt. Praktikanten erhalten für ihre Arbeit eine entsprechende Vergütung und Urlaubstage. Für die oben genannten Projekte war ich der verantwortlichen Kollegin zugeteilt, welche mir von Anfang an viel Freiraum für die Umsetzung meiner Ideen gelassen hat. Dadurch hatte ich sofort das Gefühl ein gleichberechtigter Teil des Teams zu sein und dass meine Arbeit wertgeschätzt wurde. Ich fühlte mich in dem Team äußerst wohl, es herrschte eine sehr freundschaftliche, angenehme und kollegiale Atmosphäre. Insbesondere das Büro, welches ich mir mit drei weiteren Kollegen teilte, trug dazu bei. Außerdem hatten wir zwei englischsprachige Teammitglieder, welche aus Standorten aus Südafrika und Frankreich kamen. Als Praktikant habe ich eine sehr gute Betreuung erfahren, ich wurde sehr geduldig eingearbeitet und alle meine Kollegen haben sich Zeit für ein persönliches Kennenlernen genommen. In aller Regel sind wir auch zusammen


in der Kantine Mittagessen gegangen. Zudem gab es bei uns wöchentlich ein Praktikantenessen der ContiTech AG im angrenzenden Werk und zweiwöchentlich ein gemeinsames Praktikantenessen mit den zwei benachbarten Business Units aus dem Werk nebenan.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass ich sehr viele Einblicke in die Tätigkeit einer Personalabteilung und das Arbeiten in einem Großkonzern gewinnen konnte. Ich habe viel gelernt und hatte eine tolle Zeit, nicht zuletzt dank meiner Kollegen und Co-Praktikanten.

33


Mein Praktikum bei EY Philipp Graf

Wie die meisten meiner Kommilitonen wollte ich die Zeit nach dem Auslandssemester für ein mehrwöchiges Praktikum nutzen. Bereits im Sommersemester hatte ich mich deswegen nach einer passenden Praktikumsstelle umgeschaut und mir überlegt, bei welchen Unternehmen ich mich bewerben wollte. Da ich mich bereits seit Beginn meines Studiums sehr für den Beruf des Unternehmensberaters interessiere, traf ich die Entscheidung, mich auf einen Praktikumsplatz bei EY im Bereich Transaction Advisory Services (TAS) am Standort Stuttgart zu bewerben. Die Beratungsleistungen dieses Geschäftsbereiches konzentrieren sich vor allem auf Entscheidungen für das strategische Management von Kapital und Transaktionen und positionieren sich rund um die Schlüsselelemente von Kapitalentscheidungen, insbesondere Kapitalsicherung, Kapitaloptimierung, Kapitalbeschaffung und Kapitalinvestitionen. Nach einem unkomplizierten und reibungslosen Bewerbungsprozess, bekam ich bereits kurze Zeit später die

34

Zusage für ein 8-wöchiges Praktikum im Unternehmen. Für mich sollte es eine Woche nach meiner Rückkehr aus Belgien im Februar in der Abteilung Operational Transaction Services (OTS) losgehen. Dieser Bereich der TAS unterstützt Kunden bei der Vorbereitung und Durchführung von M&A Transaktionen. Dabei gehören strategische Fragestellungen bis hin zur operativen Umsetzung von Integrationen und Carve-Outs zum Tagesgeschäft. An meinen ersten beiden Praktikumstagen stand für mich die Einführungsveranstaltung „Welcome to EY“ auf dem Programm. Diese fand am Standort in Stuttgart statt und diente dazu, den Neueinsteigern die ersten Arbeitstage und das Zurechtfinden im Unternehmen zu erleichtern. Neben zahlreichen informativen und interessanten Vorträgen und Workshops bekamen wir bei diesem Event auch unsere IT-Ausrüstung für den Arbeitsalltag bereitgestellt und erläutert. Außerdem bot die Veranstaltung die Möglichkeit, andere Praktikanten


und Werkstudenten kennenzulernen. Am Tag darauf ging es für mich dann auch schon richtig los und ich wurde direkt einem spannenden Projekt zugeteilt. Ich durfte für die komplette Praktikumszeit an einem Restrukturierungsprojekt bei der Daimler AG mitarbeiten. Die ersten Tage verbrachte ich jedoch noch im EY Office. Dort bekam ich zunächst eine grobe Einführung in das Projekt und in die verschiedenen Aufgaben. Erst ab der zweiten Woche meines Praktikums wurde ich dann vor Ort beim Mandanten eingesetzt und arbeitete ab diesem Zeitpunkt auf der Daimler Projektfläche in Stuttgart-Fasanenhof. Meine Tätigkeiten waren dabei von Beginn an sehr vielfältig und abwechslungsreich. Zu meiner Hauptaufgabe zählte die Mithilfe bei einem Help Desk, welcher dazu diente, den Kunden bei der Benutzung eines projektbezogenen und von EY generierten IT-Programms zu unterstützen. Der Fokus hierbei lag besonders auf den regelmäßigen Schulungen, die von unserer Seite für die Daimler Mitarbeiter und Verantwortlichen gehalten wurden. Darüber hinaus erstellte ich regelmäßig ein Lagereporting, welches dem Mandanten präsentiert wurde. Außerdem half ich meinen Kollegen bei der Erstellung von Präsentationen und grafischen Darstellungen und stellte Internet- und Literaturrecherchen zu diversen projektbezogenen Konzepten an.

Insgesamt habe ich das Praktikum als sehr hilfreich und eindrucksvoll empfunden. Ich konnte innerhalb kurzer Zeit viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln und mich auch selbst weiterbilden und entwickeln. Aufgrund zahlreicher Seminare und Workshops während meiner Zeit bei EY, die teilweise auch den Wochenenden stattfanden, konnte ich neben den Einblicken in den Berufsalltag eines Unternehmensberaters auch Einblicke in verschiedene Themenkomplexe und Entwicklungsfelder des Unternehmens gewinnen. Aufgrund der vielen Erfahrungen und Eindrücke, der guten Betreuung vonseiten der Kollegen und des Unternehmens und des angenehmen und lockeren Arbeitsumfeldes, kann ich EY nur jedem, der Interesse an einem Praktikum bei den Big Four hat, weiterempfehlen.

35


Mein Praktikum bei Solcom Eva Stephany

Das Reutlinger Unternehmen SOLCOM stellt mehrmals jährlich Praktikanten in verschiedenen Abteilungen ein. Die Praktikantinnen Pia Kohm und Victoria Tschorny geben im Folgenden einen Einblick in ihre täglichen Aufgaben, Überraschungen und Herausforderungen während ihrer Zeit bei SOLCOM. Wie seid ihr auf SOLCOM aufmerksam geworden und wie lief der Bewerbungsprozess ab? Pia: Vom Unternehmen selbst habe ich über verschiedene Onlineportale erfahren. Meine Vorgängerin hingegen hat die HR-Managerin bei einem Workshop an der Uni Tübingen kennengelernt und sich daraufhin beworben. Das Vorstellungsgespräch war eher ein lockerer Austausch über die Aufgaben, die in der Stelle der Unternehmenskommunikation anfallen sowie über meine Wünsche und Qualifikationen. Kurz darauf bekam ich meine Zusage.

36

Victoria: Ich habe das erste Mal im Gespräch mit einer Kommilitonin von SOLCOM gehört. Diese hatte sich bereits genauer über das Unternehmen informiert, aufgrund der großen Distanz zu ihrem Wohnort jedoch nicht als Praktikantin angefangen. Daraufhin habe ich mich über die Möglichkeiten schlau gemacht und mich auf die Praktikantenstelle im Bereich HR beworben. Der Bewerbungsprozess lief relativ schnell ab und bereits nach einer Woche fand das Vorstellungsgespräch statt, bei dem ich auch direkt eine Zusage erhielt. Wer ist SOLCOM und was macht das Unternehmen? Pia: SOLCOM betreut Kunden in verschiedenen Projekten, die die Unternehmen mit ihren eigenen Ressourcen allein nicht umsetzen können. Dafür stellen wir freiberufliche Spezialisten zur Verfügung, wobei die Unternehmen während des gesamten Prozesses unterstützt


werden. Diese profitieren dabei von den Erfahrungswerten unserer Vertriebsmitarbeiter in der jeweiligen Branche. Mittlerweile besteht das Unternehmen aus über 200 Mitarbeitern, die an sieben verschiedenen Standorten arbeiten, was insbesondere in der Unternehmenskommunikation gutes Organisationsgeschick und einen ständigen Überblick verlangt. Victoria: Gerade dadurch wird es aber auch sehr abwechslungsreich, da wir verschiedene Abteilungen und Niederlassungen haben, die eine hohe Vielfalt an Stellen und Bewerbern mit sich bringen. Welche Aufgaben Tätigkeit?

umfasst

deine

Victoria: Meine Aufgaben umfassen unter anderem den Bereich des Hochschulmarketings. Das heißt, ich übernehme die Stellenschaltungen auf den unterschiedlichen Hochschul-Stellenportalen und organisiere Messen, bei denen ich auch vor Ort anwesend bin. Außerdem durfte ich ein Projekt zum Thema „Arbeitgeberattraktivität“ übernehmen, bei dem ich einen Fragebogen gestaltet habe, der an unsere Bewerber gerichtet ist, um unseren Bewerbungsprozess kontinuierlich zu verbessern. Dazwischen unterstütze und begleite ich das HR-Team bei der Organisation von Schulungen, angefangen von der Trainerrecherche über Telefoninterviews und persönliche Gespräche, bis hin zur finalen Entscheidung für einen Schulungsanbieter.

Pia: Ich bin für die Erstellung von Social Media Posts und Fachartikeln für diverse Magazine zuständig und erstelle Texte für die Unternehmenswebsite. Außerdem nehme ich an den monatlichen Redaktionssitzungen für den internen Newsletter „Kompass“ teil, bei denen gemeinsam mit den Kollegen aus der Marketingabteilung Inhalte für die nächste Ausgabe ausgewählt werden, die ich daraufhin ausformuliere. Darüber hinaus unterstütze ich das Marketingteam in unterschiedlichen organisatorischen Angelegenheiten, indem ich Werbemittel recherchiere oder bei der Planung von Events mitwirke. Gab es besondere Herausforderungen oder Überraschungen, die du vor deinem Praktikum so nicht erwartet hättest? Pia: Generell sind die Kollegen hier alle sehr offen und hilfsbereit und vor allem die Mittagspausen sind immer lustig. Wenn es um die Arbeit geht, bekommt man jederzeit Unterstützung, gleichzeitig wird man als Praktikant aber auch ernst genommen und es herrschen generell flache Hierarchien. Teilweise gibt es Phasen, in denen es stressig vor sich geht, vor allem vor größeren internen oder externen Events, da diese immer großen Aufwand mit sich bringen. Im Endeffekt freut man sich aber umso mehr auf die Veranstaltung bzw. das Ergebnis.

37


Victoria: Ich habe von Anfang an relativ viel Freiheiten und Verantwortung übertragen bekommen. Das bedeutet, ich durfte schnell eigenständig Projekte übernehmen und auch meine eigenen Vorschläge stets einbringen. Besonders schön zu sehen ist, nicht nur einen kleinen Teil beizutragen, sondern ganze Prozesse mitbegleiten zu können. Somit ist es auch möglich, die Ergebnisse am Ende zu sehen und vor allem auch als Ganzes verstehen zu können. Was mich zu Beginn überrascht hatte, war die Tatsache, dass sehr viele Absolventen im Unternehmen einsteigen und somit auch das Durchschnittsalter der Mitarbeiter recht niedrig ist.

Innovation. On site. On demand.

KARRIERE FÜR ALLE, DIE MEHR VORHABEN. Warum sollte Dein Berufseinstieg nicht auf der Überholspur starten? Wir bieten echte Herausforderungen, ein junges Team und exzellente Aufstiegschancen.

WWW.SOLCOM.DE KARRIERE 180605_Anzeige_a6quer_WIWI_06-2018_rz.indd 1

38

05.06.2018 15:08:04


Institut für angewandte Wirtschaftsforschung Julian Schneider Nach meinem Auslandssemester in Spanien begann ich ein Praktikum am Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW). Das IAW befindet sich in Tübingen und unter Leitung der wissenschaftlichen Direktoren Prof. Dr. Bernhard Boockmann, Prof. Dr. Wilhelm Kohler und dem Geschäftsführer Günther Klee. Das Institut forscht in drei Schwerpunktbereichen: „Internationale Integration und regionale Entwicklung“, „Arbeitsmärkte und soziale Sicherung“ und „Unternehmensdynamik und Strukturwandel“. Ich absolvierte ein Praktikum in meinem favorisierten Schwerpunkt „Internationale Integration und regionale Entwicklung“. Hier konnte ich mein Interesse und Können in dem Projekt „Potenziale, Risiken und Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Tuttlingen“ einbringen. Dieses Projekt wurde von Herrn Prof. Dr. Wilhelm Kohler, Herrn Dr. Andreas Koch, Herrn Tobias König und Herrn Marcel Reiner durchgeführt. Der Landkreis Tuttlingen erwartete eine ökonomische Analyse, die die aktuelle Situation und zukünftigen Chancen und Risiken des Landkreises Tuttlingen miteinbezieht. Hierfür wurden endogene und exogene

Entwicklungstrends berücksichtigt und zusammen mit Expertenmeinungen in einen fundierten Bericht umgesetzt. In meinem Praktikum lernte ich viele verschiedene Facetten der empirischen Wirtschaftsforschung kennen. Ich war sowohl an der qualitativen als auch quantitativen Forschung beteiligt und konnte dadurch aus beiden Bereichen sehr viel mitnehmen. In der qualitativen Forschung erlangte ich aufschlussreiche Erkenntnisse durch meine Teamkollegen, die mir immer gerne die Forschungsansätze und -methoden erklärten. Des Weiteren lernte ich auch Softwares, die spezifisch für die qualitative Forschung benutzt werden, kennen und durfte mit ihnen arbeiten. Mein absolutes Highlight war die Teilnahme an den Interviews mit Tobias König, bei denen ich vor Ort den Wirtschaftsstandort begutachten und mich mit regionalen Experten austauschen konnte. Zudem lernte ich viel Neues aus dem Bereich der quantitativen Forschung, bei der ich unter anderem mit der Statistiksoftware STATA arbeitete und daher meine bereits erworbenen Statistikkenntnisse in der Praxis erproben konnte.

39


Mein Praktikum bei der ZEIT Verlagsgruppe Yannick Schmidt

Um die lange freie Zeit nach meinem Auslandssemester zu nutzen, entschied ich mich wie viele andere auch, ein Praktikum zu absolvieren. Ich bewarb mich aus dem Ausland bei einigen Unternehmen, wobei meine Wahl schließlich auf den Zeitverlag fiel. Dort sollte eine Praktikumsstelle im Business Development besetzt werden. Der Bewerbungsprozess war dabei recht unaufgeregt. Trotz Zeitverschiebung gab es keine Probleme einen Termin für ein Skype-Interview zu finden, in dem ich mich nur vorstellen und einige kleine Aufgabenstellungen lösen sollte. Das Gespräch fand mit einem der Projektmanager der Abteilung statt, der mir gleich das „Du“ anbot, da er meinte, er sei ohnehin nur ein paar Jahre älter als ich. Bereits nach ein paar Tagen erhielt ich meine Zusage für ein insgesamt neunwöchiges Praktikum.

40

Der Zeitverlag, mit Sitz in Hamburg, ist einer der großen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage Deutschlands mit insgesamt etwa 700 Mitarbeitern. Neben dem Kern des Unternehmens, der Wochenzeitung DIE ZEIT, sind noch einige weitere Publikationen wie ZEIT Wissen, Geschichte oder Campus im Angebot. Zum Haus gehören auch die Online-Nachrichtenportale ZEIT Online und Ze.tt, sowie weitere Bereiche wie das Stipendiennetzwerk e-fellows oder das Jobportal academics. Nicht zuletzt werden unter dem Namen ZEIT auch Online-Lernkurse, Reisen, Veranstaltungen und ein Online-Shop angeboten. Während ein Großteil der Angestellten in den Redaktionen der Zeitung und der Magazine beschäftigt ist, gibt es natürlich auch recht große andere Abteilungen wie HR, Anzeigenvertrieb, Marketing und Unternehmenskommunikation. Das Business Development hingegen ist eine aus insgesamt vier Mitarbeitern bestehende Stabsstelle, die erst vor einigen Jahren gegründet und unter der Geschäftsführung


angesiedelt wurde. Ihr Auftrag ist die strategische Ausrichtung und Geschäftsfeldentwicklung des Unternehmens. Zu den Aufgaben zählen damit Evaluierungen über Zukäufe und strategische Partnerschaften, interne Strukturierungs- und Entwicklungsmaßnahmen oder auch das Erstellen von Geschäftsberichten. Entsprechend der verschiedenen Aufgabenbereiche waren auch meine Tätigkeiten recht unterschiedlich. Dies galt besonders, da die Mitarbeiter der Abteilung gleichzeitig auch andere Positionen im Unternehmen innehaben, für welche ich gelegentlich ebenfalls zuarbeitete. Meine Tätigkeiten reichten dabei von Recherchen über das Erstellen von Präsentationen und Trendreports bis hin zur Pflege von Webseiten und der Vorbereitung verschiedener Veranstaltungen. Während meines Praktikums war ich der einzige Praktikant meiner Abteilung. Die Zeit meines Vorgängers und meine überschnitten sich dabei allerdings um eine Woche, wodurch ich eine gute Einarbeitung bekam. Insgesamt gab es auch viele andere Praktikanten im Verlag, mit denen ich unter anderem bei der Vorbereitung von Veranstaltungen zu tun hatte. Auch sonst gab es natürlich immer die Möglichkeit sich zum Beispiel zum Mittagessen zu treffen. Als sehr angenehm empfand ich die Atmosphäre in meiner Abteilung und allgemein im Unternehmen. Ich konnte meine Arbeitstage meist recht frei gestalten und auch die Arbeitszeiten an die Arbeitslast anpassen. Während mir dabei nie langweilig wurde, hatte ich auch nicht das Gefühl überlastet zu sein.

Neben einer Vergütung erhielt ich ebenfalls die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr erstattet und konnte jeden Mittag kostenfrei in der wirklich sehr guten Kantine essen. Darüber hinaus erhielt ich die Möglichkeit an einigen Veranstaltungen teilzunehmen, die das Unternehmen organisierte. Natürlich war auch die Lage des Unternehmens inmitten der Hamburger Altstadt sehr praktisch. Insgesamt haben mir meine neun Wochen bei der ZEIT und auch in Hamburg sehr gut gefallen. Wer also nach einer neuen Erfahrung mit vielfältigen Tätigkeiten in einer angenehmen Atmosphäre sucht, dem kann ich ein Praktikum beim Zeitverlag absolut empfehlen.

41


WZW Flashback 91/92: Der verwaltete Konkurs E. Kishon

„Gestatten, dass ich mich vorstelle, mein Herr. Ich bin der internationale Konkursverwalter.“ „Sehr angenehm, ich bin der Staat persönlich. Wollen sie nicht vielleicht Platz nehmen?“ „Danke. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, wurde ich entsandt, um ihre gegenwärtige finanziellen Lage in Augenschein nehmen zu können, Ihr gültiges Einverständnis vorausgesetzt.“ „Sie haben mein gültiges Einverständnis.“ „Also, wenn ich beginnen darf, aus dem Bericht Ihres Rechnungshofes geht hervor, dass Ihre Auslandsschulden an die verschiedensten internationalen Institutionen den horrenden Betrag von 24 Milliarden Dollar erreicht haben. Wie sehen Sie Ihre Finanzlage?“ „Ausgeglichen.“ „Wie bitte?“ „Wenn Sie mir erlauben, werde ich Ihnen mein Konzept erläutern, Herr Konkursverwalter.“ „Ich bitte darum.“

42

„Also, jedes neugeborene Kind hat schon im landesweiten Durschnitt schon am Tage seiner Geburt eine Auslandsschuld von 5000 Dollar. Gleichzeitig schuldet unser Fiskus jedem dieser Neugeborenen im Moment seines ersten Schreis 6500 Dollar. Sie sehen also, unsere Zahlungsbilanz ist ausgeglichen.“ „Das ist eine Frage des Standpunktes. Soweit ich die Sachlage überblicke, betragen Ihre Gesaamtschulden gegenwärtig 52 Milliarden Dollar.“ „Sie sind nicht auf dem laufenden Stand, mein Herr. Das war der Stand zu Beginn der letzten Woche. Seit Donnerstag sind es 53 Milliarden.“ „Mein Gott!“ „Nicht nervös werden. Bei mir ist alles bis ins letzte Detail vorprogrammiert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird lediglich ein Drittel des Staatshaushaltes zur Schuldentilgung aufgewendet. In drei Jahren werden es schon zwei Dritte sein, spätestens in zehn Jahren wird das gesamte Bruttosozialprodukt der Tilgung von Schulden umgewidmet.“


„Und was geschieht dann?“ „Wann?“ „Wenn die Schulden das Bruttosozialprodukt überholt haben?“ „Ach, da wird uns schon etwas einfallen oder nicht?“ „Was zum Beispiel?“ „Wir werden Anleihen aufnehmen.“ „Und wovon wollen Sie diese Anleihen zurückzahlen?“ „Aus Anleihen.“ „Und wenn niemand mehr Anleihen zeichnen wird?“ „Dann nehmen wir Kredite auf.“ „Und wenn niemand mehr Kredite gewährt, was dann?“ „Warum sollte man uns keine Kredite gewähren?“ „Aus einer Laune heraus.“ „Dann nehme ich bei der sizilianischen Mafia einen Kredit zu Wucherzinsen auf.“ „Und wenn Ihnen nicht einmal mehr Kredite zu Wucherzinsen gewährt werden?“ „Dann eben zu Wucher-Wucherzinsen.“ „Und wenn…“ „Dann eben zu Wucher- Wucher-Wucherzinsen.“ „Aber es könnte doch der Tag kommen, an dem sie nirgends auf der Welt mehr Kredite erhalten, nicht einmal zu den höchsten Wucherzinsen.“ „Dann werde ich eben die Treibstoffpreise erhöhen. Wenn ich zum Beispiel ab nächster Woche den Literpreis für Benzin auf 3 Dollar pro Liter ansetze, bedeute das pro Jahr eine Milliarde mehr für den Staatssäckel. Wenn ich aber den Benzinpreis auf 30 Dollar Liter erhöhe, dann sind es gleich zehn Milliarden. Verstehen Sie? Ein Literpreis von 300 Dollar würde pro Jahr…“

„Wenn ich kurz unterbrechen darf, was passiert, wenn das Volk dann nicht mehr Auto fährt?“ „Warum soll das Volk nicht mehr Auto fahren? Wozu, glauben Sie, kaufen die Leute Autos, wenn nicht zum Fahren?“ „Gewiss, aber wäre es nicht wesentlich einfacher und logischer, wenn Sie sich überwinden könnten, mehr zu leisten und weniger zu verbrauchen?“ „So primitiv kann auch nur ein Konkursverwalter denken. Wenn ich mich einmal der ständigen Erhöhung des Lebensstandards in den Weg stellen würde, so könnte mein Partei die nächsten Wahlen verlieren.“ „Ich frage Sie, was ist wichtiger, die Wahlen oder das Schicksal der Nation?“ „Die Wahlen.“ „Dieser Standpunkt kommt einem Scheitern der Demokratie gleich.“ „Mag sein, aber es gibt keine Alternative. Möchten sie denn in diesem Land lieber eine Diktatur nach dem Muster der Roten Khnmer in Kambodscha sehen? Ziehen Sie es vor, wenn Menschen in Plastikbeute gesteckt und ihre Schädel mit rostigen Hämmern eingeschlagen werden? Ist es wirklich das, was sie wollen, mein Herr?“ „Natürlich nicht!“ „Dann mischen Sie sich gefälligst nicht ein in meine Finanzgebaren, ja? Mein Motto lautet: Die Sanierung der Wirtschaft hat Vorrang, aber nicht auf Kosten des Wählers.“ „Auf wessen Kosten denn, wenn ich mir die Frag erlauben darf?“ „Auf Kosten meiner Gläubiger.“

43


„Wie dem auch sei, ich habe die Aufgabe gemeinsam mit Ihnen das Datum Ihres wirtschaftlichen Bankrottes festzulegen.“ „Wenn Ihnen das so wichtig ist, bitteschön.“ „Was halten Sie vom 15. Mai nächsten Jahres?“ „Einen Augenblick, lassen Sie mich meinen Terminkalender konsultieren. Nein, zu diesem Zeitpunkt wird sich mein Finanzminister in San Flamingo aufhalten, um diesem Land eine größere Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen.“ „Sie wollen Entwicklungshilfe geben?“ „Natürlich, das bin ich meinem internationalen Ansehen schuldig. Was halten sie vom 17. April um 11 Uhr 30 Minuten?“ „Ausgezeichnet. Ich erlaube mir zu notieren: ‚Allgemeiner Zusammenbruch der Staatsfinanzen, 11 Uhr 30 Minuten.‘ Ich danke für das Gespräch.“

44

„Keine Ursache. Übrigens, bevor Sie gehen, könnten Sie mir vielleicht ein bisschen Kleingeld borgen? Ich habe meine Geldbörse daheim vergessen…“


45


Impressum Herausgeber Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaft Mohlstraße 36 72074 Tübingen Tel: 07071/29-74656

Erscheinungsdatum 21. Juni 2018

V.i.S.d.P. Freddy Franzen & Pablo Börsch

Sprechstunde Montag bis Donnerstag, 10-14 Uhr

Redaktion Freddy Franzen & Pablo Börsch

Sitzung Montag, 20 Uhr c.t.

Layout Freddy Franzen & Pablo Börsch

Bilder: ©pixabay

46

Interesse an einer Anzeige? Dann schreiben Sie uns eine Mail! ffw.tuebingen@gmail.com


Graduate Party 29.Juni 2018 22:00 Uhr Escape Club Tübingen, Haaggasse 15

Weitere Informationen: www.ffw-tuebingen.de Vorverkauf ab 4. Juni 5€ / Abendkasse 6€ Kartenvorverkauf Mo-Do von 10 bis 14 Uhr im Raum E02, Mohlstr. 36

Anmeldung per E-mail an graduateparty.ffw@gmail.com

Abendgarderobe erwünscht

Profile for Freie Fachschaft WiWi Uni Tübingen

Wort zum WiWi SS18 _ N°74  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftwissenschaften im Sommersemester 2018

Wort zum WiWi SS18 _ N°74  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftwissenschaften im Sommersemester 2018

Profile for wzwmail
Advertisement