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N° 71 Dezember 2016

WORT ZUM

WIWI

Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften


Digitaldruck • Posterdruck • Klebebindungen Broschüren • Abschlussarbeiten • Textildruck

Gute Beratung • Schnelle Produktion Probeexemplar vorab möglich Copyshop in Tübingen Wilhelmstraße 44 T: 07071 - 55 07 52 tuebingen@wiesingermedia.de Mo. - Fr. 9 - 19 Uhr Sa. 10 - 15 Uhr WiesingerMedia gibt’s in Stuttgart, Fellbach, Leonberg, Ludwigsburg, Reutlingen und Tübingen. Preisauskunft und Infos unter: wiesinger@wiesingermedia.de www.wiesingermedia.de


Liebe Studierende, Unglaublich wie schnell die Zeit manchmal zu verfliegen scheint. Auch wenn es sich so anfühlt, als wären wir gerade erst ins vergangene Sommersemester gestartet, stehen plötzlich schon Weihnachten, das Neue Jahr und die anschließende Prüfungsphase vor der Tür. Um das vergangene und den bisherigen Teil des aktuellen Semesters noch einmal Revue passieren zu lassen, haben wir in dieser einundsiebzigsten Ausgabe des Wort zum WiWis wie immer eine ganze Auswahl an interessanten Themen und Artikeln über die letzten Monate zusammengetragen. Neben dem Semesterbericht der letzten Fachschaftskoordinatoren, haben wir zum Beispiel ausführliche Berichte über die letzten Einführungen für neue Studierende an unserem Fachbereich sowie auch eine aktualisierte Umfrage zur Ermittlung des Durchschnittsfachschaftlers. Diese Ausgabe enthält zudem einen „Gastbeitrag“ von Prof. Dr. Jörg Baten über die Möglichkeit einer Promotion am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte. Natürlich dürfen auch dieses Mal die Berichte über Auslandssemester und Praktika nicht fehlen. Die WiWi-Studierenden haben es zuletzt sogar auf vier Kontinente geschafft. So erzählen sie euch hier von ihren Erfahrungen und Erlebnissen unter anderem in Chile, Spanien und Nepal. Jetzt, da ihr das neuste WZW in euren Händen haltet, ist es ja bereits wirklich kurz vor Weihnachten. Deshalb wünschen euch eure Redaktion und die Fachschaft ein frohes Fest, einen guten Rutsch und schon mal viel Erfolg und gute Nerven für die anstehenden Klausuren! Yannick Schmidt & Philipp Graf

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S. 6 Fachschaftsthemen Semesterbericht Gremienarbeit Grillfest Fachschftswanderung Ersti-Einführung Ersti-Hütte Mastereinführung Fachschaftsumfrage BUFAK

S. 28 Auslandsberichte Chile USA Singapur Spanien

S. 22 Studieren an der WiWi-fakultät

S. 26 Das Prüfungsamt informiert

Promotion am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte

Durchfallquoten SS 2016

Die Studienfachberatung informiert

S. 35 S. 41 Beruf und Karriere Studentenleben in Praktikum bei der GIZ Tübingen Praktikum bei der Deutschen Botschaft in Kathmandu Auslandspraktikum bei der Dieffenbacher Gruppe

Unterwegs mit dem Semesterticket


Semesterbericht Dominik Bär & Isabell Gollmer

Wie jedes Semester verging auch das Sommersemester 2016 wie im Flug. Der Tübinger Sommer spielte ebenfalls größtenteils wieder mit und obwohl das Semester von einigen traurigen Ereignissen, wie den Anschlägen in Nizza und anderen Städten überschattet wurde, stand es auch im Zeichen der Fußball-Europameisterschaft und damit ein wenig in dem der Völkerverständigung. Nur zu gern erinnern wir uns an die Fans aus Irland und Island und die schönen Szenen, die wir in den Stadien und Straßen Frankreichs mitverfolgen durften.

es am zweiten Wochenende im Semester auf die Schwäbische Alb zur Fachschaftshütte. Hier wurden neben der Koordination der üblichen Veranstaltungen neue Ideen bezüglich der Fachschaftsarbeit gesucht. Ebenso wurde das Wintersemester rückblickend betrachtet. So wurde die Mastereinführung für das nächste Semester überarbeitet, es wurde über größere Kooperation mit Fachschaften anderer Universitäten gesprochen und versucht, die Gremien und Aufgaben für das nächste Semester neu zu vergeben. Natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz. Schlaf war dafür jedoch eher selten.

Für uns als Fachschaft beginnt der Sommer traditionell immer etwas ruhiger als der Winter. Es gibt keine Erstsemestereinführung, fast alle internen Ämter sind vergeben und man findet schnell in den altbekannten Rhythmus. Dennoch begannen wir dieses Jahr mit etwas Neuem. Gemeinsam fuhren wir auf das Stuttgarter Frühlingsfest, um auf das neue Semester anzustoßen. Danach ging

Im Anschluss folgten dann auch schon die ersten Veranstaltungen wie der Bücherflohmarkt und das Auslandsinfocafé. An Christi Himmelfahrt folgte unser sportliches Highlight: die Wiwilympics. Auch dieses Jahr haben sich wieder Teams im Volleyball und Fußball gemessen und bis zur letzten Minute bei traumhaftem Wetter um den Sieg 6


gekämpft. Es hat uns gefreut, dass so viele Teams wie noch nie teilgenommen haben und hoffen auch für das nächste Sommersemester wieder auf rege Teilnahme. Neu war dieses Jahr das Eröffnungsspiel, das nicht wie sonst aus einem Fußballspiel zwischen VWL und BWL ausgetragen wurde, sondern im Völkerball, was sehr viel spannender und wohl auch spaßiger war.

nochmal alle Absolventen und deren Freunde zur Graduate Party getroffen. Auch wenn bei strömendem Regen einige erst später eingetroffen sind, hat sich doch niemand die Stimmung vom Wetter verderben lassen und die - für den ein oder anderen letzte - Party im schönen Tübingen genossen. Wie wir mit Freude feststellen durften, konnten wir einige dieses Wintersemester wieder als Master-Erstis begrüßen.

Inzwischen fast schon zur Institution wurde das mit der Fachschaft Medienwissenschaften zusammen organisierte Clubhausfest. Dieses stand völlig im Zeichen der Fußball-EM, so konnte, bevor es richtig losging, das Deutschlandspiel angesehen werden, und dann beim Torwandschießen Freigetränke gewonnen werden. Damit auch weiterhin die Beziehung zwischen Studierenden und Lehrenden so gut erhalten bleibt, wurde wieder einmal der ganze Fachbereich zum Grillfest auf dem Parkplatz des Dekanats eingeladen. Bei kühlen Getränken und Gegrilltem wurde sich gut und lange unterhalten und der WiWi-Impuls verliehen. Dieses Mal ging dieser an den Lehrstuhl „International Business“ für den Einbezug von praktischen Inhalten in Lehrkonzepte. Besonders erfreulich war auch, dass dieses Jahr noch mehr Professoren teilgenommen haben als in den Jahren zuvor und wir würden uns freuen, wenn es im nächsten Jahr noch mehr werden würden.

Gegen Ende des Semesters wurde es ruhiger. Die großen Veranstaltungen waren abgehakt und langsam wurde sich der Klausurvorbereitung gewidmet. Wir unternahmen noch einen letzten Ausflug zum Hirschauer See und ließen in der letzten Woche das Semester bei unserer traditionellen Stocherkahnfahrt über den Neckar ausklingen. An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die an unseren Veranstaltungen teilgenommen haben und diese zu den gelungenen Events machten, die sie waren. Deshalb hoffen wir, euch auch weiterhin begrüßen zu dürfen und freuen uns stets über Lob und Verbesserungsvorschläge. Am schönsten fänden wir natürlich, wenn ihr einfach mal selbst bei uns vorbeischaut und mitmacht ;) Außerdem wollen wir uns bei allen bedanken, die sich wieder engagiert haben und dieses Semester zu einer besonderen Erfahrung für uns gemacht haben. Wir hoffen, dass ihr auch alle weiterhin so tatkräftig dabei seid und Spaß an der Arbeit habt. In diesem Sinne ein erfolgreiches Semester an alle Leser und bis zur nächsten Veranstaltung.

Während wir nur jedes Wintersemester neue Studierenden bei uns begrüßen dürfen, wird leider zweimal im Jahr Abschied genommen. Damit dies nicht zu traurig wird, haben sich

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Gremienarbeit Dominik Bär

Abseits vom gewohnten Alltag, von Vorlesungen, Prüfungen und der Mensa wird häufig vergessen, dass es sich bei einer Universität um eine sehr große Institution handelt, die weit mehr Aufgaben bereithält, als die meisten sich vorstellen können. So werden in verschiedensten Gremien sämtliche administrative oder hochschulpolitische Entscheidungen getroffen, von denen die meisten von uns bestenfalls zu Zeiten der Uniwahlen hören. Diese sind aber durchaus auch während anderer Zeiten ein wichtiges Thema, da viele Entscheidungen, die der Senat, die Fakultätsräte und Studienkommissionen treffen, zumeist auch uns Studenten beziehungsweise die Studiensituation direkt betreffen. Deshalb soll euch dieser Artikel einen Überblick darüber verschaffen, was letztes Semester alles vor sich ging. Um nicht zu viel zu erzählen, beschränken wir uns allerdings auf die wichtigsten Gremien unserer Fakultät und unseres Fachbereichs.

Beginnen wir mit dem Fakultätsrat. Der Fakultätsrat ist das oberste Gremium unserer Fakultät und ist besetzt mit Professoren, Post-Docs, Wissenschaftlichen Mitarbeitern und natürlich auch uns Studenten. Dabei kommen selbstverständlich die verschiedenen Mitglieder aus allen Fachbereichen zusammen und es werden dementsprechend viele verschiedene Themen besprochen. Hauptsächlich ist der Rat ein Beschlussorgan, das die zuvor erarbeiteten Vorschläge aus anderen Gremien der Fachbereiche verabschiedet. So wurden letztes Jahr zum Beispiel neue Prüfungsordnungen für einige Masterstudiengänge beschlossen, Berufungskommissionen besetzt und der Fakultätsvorstand neu besetzt. Besonders interessant für uns WiWis ist hier die Berufung von Professor Wamser zum neuen Studiendekan. Interessanter wird es im wichtigsten Gremium unseres Fachbereichs, der Studien8


kommission Wirtschaftswissenschaften. Die Zusammensetzung ist dieselbe wie im Fakultätsrat, abgesehen davon, dass die StuKo kleiner ist und die Vertreter lediglich vom Fakultätsrat berufen und nicht gewählt werden. Hier geht es um alle wichtigen Themen, die lediglich für den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften interessant sind. Besonders spannend war in der letzten Periode die Auswertung der großen Bachelorund Masterevaluationen, an denen wohl auch einige von euch teilgenommen haben. Im Anschluss an die Präsentationen wurde viel über die Ergebnisse diskutiert und Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet. Außerdem wurde in letzter Zeit viel über die anstehende Akkreditierung gesprochen, über die wir bereits in unserer letzten Ausgabe berichteten. Zuletzt wurden auch wieder die studentischen Anteile der Qualitätssicherungsmittel, also dem Geld, das vom Land als Kompensation für die weggefallenen Studiengebühren zur Verfügung gestellt wird, aufgeteilt. Von diesem werden zum Beispiel Tutoren bezahlt oder neue Ausstattung für die Bibliothek erworben. Zu den Gremien, die nicht regelmäßig tagen, aber mitunter für uns Studenten am

relevantesten sind, gehören die Berufungskommissionen. In diesen werden vakante Lehrstühle neu besetzt und auch hier haben wir ein Mitspracherecht und können somit beeinflussen, welche neuen Professoren zu uns an den Fachbereich kommen und uns in den kommenden Semestern unterrichten werden. So wurde zum Beispiel erst vor Kurzem der Lehrstuhl Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik mit Frau Prof. Dr. Taiga Brahm besetzt. Neben diesen wohl wichtigsten Gremien gibt es noch den Prüfungsausschuss und den Fachbereichsbeirat, in denen wir euch vertreten. Dazu sind wir natürlich auch Teil der FSVV, der Fachschaftenvollversammlung, über die wir auch Einfluss auf den Studierendenrat und den Senat, das höchste Unigremium, haben. Am Ende bleibt zu sagen, dass wir Studenten durchaus Einfluss auf das meiste, was an der Universität geschieht, haben und ihr dies mit eure Stimme bei den Universitätswahlen beachten solltet oder euch im besten Fall selber aktiv engagieren solltet. Wege hierzu gibt es genug.

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Grillfest Fabian Frey

Am 05. Juli fand auch dieses Jahr wieder das traditionelle Grillfest auf dem Parkplatz der Nauklerstraße 47 statt. Bei bestem Wetter konnte die Fachschaft Grillgut, Salat und gekühlte Getränke anbieten. Zu Gast waren sowohl Studenten, als auch zahlreiche Professoren, Lehrstuhlmitarbeiter, Fakultätsangehörige und auch Ehemalige.

ness-in-…-Kursen, wurde und wird, sowohl auf Bachelor-, als auch auf Master-Ebene, versucht, Studierenden authentische Einblicke in die praktische Anwendung des Erlernten zu geben. Dr. Helene Tenzer nahm diesen Preis stellvertretend für den gesamten Lehrstuhl unter emotionaler Musik (Backstreet Boys → der DJ wurde kurz nach dem Grillfest gefeuert!) entgegen und bedankte sich ausdrücklich für diesen von Studenten verliehenen Preis.

Den Höhepunkt des Grillfestes stellt alljährlich die Verleihung des WiWi-Impulses dar. Dieser Preis für besondere Anstrengungen zur Verbesserung der Studiensituation an unserer Fakultät wurde dieses Jahr an den Lehrstuhl für International Business unter der Leitung von Prof. Markus Pudelko verliehen. Der Lehrstuhl für International Business wurde für die zahlreichen Anstrengungen ausgezeichnet, praktische Erfahrungen in die Lehre einzubinden. Durch eine Vielzahl von Gastvorträgen oder gemeinsamen Projekten, unter anderem in den Kursen International Business, International Business Venture, oder den Doing-Busi-

Nach der Preisverleihung wurde noch weiter fleißig gegessen und getrunken! Von den Studenten wird besonders geschätzt, dass viele Dozenten der Einladung der Fachschaft gefolgt sind und vor Ort sehr direkt das Gespräch mit den Studenten suchten. So kam es noch zu langen und lebhaften Diskussionen! Wir bedanken uns für den rundum schönen Nachmittag /Abend bei allen Helfern und Gästen und freuen uns schon jetzt auf das Grillfest im nächsten Sommer!

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Fachschaftswanderung Johannes Ludwig

Die Fachschaft unterwegs zu Fuß. Auch dieses Jahr wurden wieder die Bollerwägen beladen und die Rucksäcke gepackt, um zu einer gemeinsamen Fachschafts-Wanderung aufzubrechen. Da einigen Sportskanonen die Wanderung letztes Jahr zur Wurmlinger Kapelle zu anstrengend gewesen war (vor allem die enorme Steigung auf dem letzten Stück wurde kritisiert), wurde eine gesellschaftstauglichere Strecke auserkoren: Vom Fachschaftsraum zum Hirschauer Baggersee und zurück.

lichen“ Ausblick auf den trüben See und auf sich der freien Körperkultur erfreuenden Schwimmer. Als wir einen Platz mit weniger Ausblick gefunden hatten, verweilten wir dort eine Weile und genossen die Ruhe. Manche wagten sogar einen Sprung in das Kalte Wasser, andere wiederum erholten sich mit Hilfe eines Mittagsschlafes von den Strapazen der Wanderung. Einige Zeit später ging es dann wieder zurück Richtung WiWi-Seminar. Dort angekommen, erwartete uns schon frisch Gegrilltes und wir konnten den Abend zusammen mit den daheim gebliebenen Fachschaflern schön ausklingen lassen.

Der Himmel war trüb, die Laune trotzdem super, als es dann losging. Trotz fehlender Steigung und kaum Hitze wurden immer wieder Trinkpausen von durstigen Fachschaftlern verlangt.

Ein wirklich gelungener Ausflug, der bestimmt nächstes Jahr mit einem neuen Ziel wiederholt wird. Auf die Diskussionen bezüglich des Zieles darf man schon gespannt sein!

Für alle Anstrengungen (welche Anstrengungen?) wurden wir, angekommen am Badesee, belohnt. Nämlich mit einem „herr-

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Ersti-Hütte

Pablo Börsch & Freddy Franzen

Am 28.10. machten sich 41 Erstis und 7 Fachschaftler auf den Weg nach Hohenfels, um ein ereignisreiches Wochenende zu erleben und sich dabei besser kennenzulernen. Nach einer etwa zweistündigen Fahrt mit dem Auto erreichte der Großteil der Mitgereisten die Hütte und begann damit, die Zimmer zu beziehen. Schnell wurde klar, dass sich auf der Hütte ein feucht fröhliches Wochenende abspielen würde, obwohl DER gefürchtete Mathe Test anstand.

Spezialität auf den Teller: Maultaschen mit Trockenerbsen. Bestens gestärkt stiegen wir in die angekündigten Kennenlernspiele ein. So wurde zunächst die Runde aufgelockert. Das Maskottchen der Fachschaft ''Die Fachschaftsmaus'' sollte auf ein von jedem frei ausgewähltes Körperteil geküsst werden. Hierbei ahnte jedoch niemand, dass in einer zweiten Runde die Nebenfrau / der Nebenmann auf das entsprechende Körperteil geküsst werden sollte. Dies sorgte nach anfänglichen Hemmungen aber prompt für eine aufgeheiterte Stimmung mit vielen amüsanten Momenten. Weiter ging es mit Klassikern wie ''Speeddating'' und ''Karten ansaugen''. Mit zunehmendem Alkoholpegel stieg die Stimmung und jeder machte sich bereit für die darauf folgende Party. Hier ging es in bester Erstihüttenmanier glorreich (äh...alkoholreich) weiter und es wurde bis früh in

Nachdem sich auch die letzten Mitglieder der Gruppe in das verschlafene Hohenfels verirrt hatten, begann die Fachschaft damit, das Wochenende organisatorisch einzuleiten. Unter anderem ging es darum, die allseits beliebten Koch- und Putzschichten zu verteilen und das abendliche Programm vorzustellen. Bevor es mit den angekündigten Kennenlernspielen losging, musste sich noch für den Abend gestärkt werden. Die Küche zauberte hierfür eine schwäbische 12


die Morgenstunden bei Bierpong und anderen Aktivitäten gefeiert. Trotz des, anfangs noch wie ein Damoklesschwert über den Köpfen schwebenden Mathetests am frühen Samstagmorgen, ließ sich dabei jedoch niemand mehr aufhalten.

bad eigene Bar dankend angenommen. Mit neu gesammelten Kräften, teils frischer Abkühlung im Bodensee sowie einer deliziösen Bolognese stand abends das nächste Highlight an: die Mottoparty. Die Fachschaft hatte im Vorhinein das Motto ausgerufen: "zwei Kleidungsstücke sind genug". Erstis und Fachschaftler ließen sich nicht lumpen und setzten das Motto bestens in die Tat um. Ob nur in Boxershorts oder im Ganzkörperoverall, der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Eins steht definitiv fest: Es wurde erneut ausgelassen gefeiert.

Nach denkbar kurzer Nacht stand besagter Test an. Es ergab sich das Problem des fehlenden WLANs auf der Hütte und deren äußerst bescheidener Lage - mitten im Funkloch. Einzelne Personen konnten minimal Signal empfangen und so wurden kurzerhand Hotspots für die übrigen Mitstreiter eingerichtet. Einige Mathefans kamen auf die kreative Idee, das kostenlose Internet bei Burger King im Nachbarort auszunutzen. Im Endeffekt konnten alle den Mathetest mehr oder minder erfolgreich abschließen und nach Bekanntgabe der erzielten Ergebnisse war der Test schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Bevor am Sonntag die Heimreise angetreten werden konnte, musste noch das Chaos der letzten beiden Tage beseitigt werden. In einer beispiellosen Putzaktion wurde das Haus wieder auf Vordermann gebracht, sodass es am frühen Nachmittag zurück gen Tübingen ging. Dort wartete die verdiente Portion Ruhe und Schlaf auf alle Beteiligten. Diese war allerdings nicht von Dauer und so ging es montags mit Halloween bereits weiter.

Nach einer kurzer Stärkung in Form von Hotdogs ging es in die Therme Überlingen, direkt am Bodensee. Hier konnte in lässiger Atmosphäre der Rausch im Dampfbad ausgeschwitzt oder einfach im warmen Thermalwasser ausgesessen werden. Wofür sich entschieden wurde, war während des Aufenthalts jedem selbst überlassen, teilweise wurde aber auch die Schwimm-

Abschließend bleibt zu sagen, dass jeder das Wochenende in guter Erinnerung behalten wird (sofern man sich überhaupt noch wirklich daran erinnern kann).

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Ersti-Einführung Luis Sirch & Philipp Graf

Infocafés: Zu Beginn der Ersti-Einführung fanden wie gewohnt die Infocafés zu den unterschiedlichen Studiengängen statt, um die Erstis mit den benötigten Informationen zu versorgen und Fragen zu klären. Nach der Vorstellung der Fachschaft wurde den Erstsemestern der Aufbau des Studienganges, die Sprachkurswahl und unbekannte Begriffe erläutert. Im Anschluss konnte man den Fachschaftlern und Mitarbeitern der Universität noch offen gebliebene Fragen stellen. Am selben Abend fanden jeweils noch die (sehr gut besuchten) Stammtische im Irish Pub statt, bei denen die Erstis die Möglichkeit bekamen, sich in entspannter Atmosphäre noch etwas besser kennen zu lernen.

Teilnehmerzahl führte dazu, dass mit den Kapazitäten an Bier und Wein gehaushaltet werden musste. Naja, da wir das als Wiwis können sollten, hat auch das soweit gut geklappt. Nach der Auswertung am Ende erhielt die Siegergruppe einen Gutschein für einen kompletten Red Bull WG-Party Support, auch die Zweiten und Dritten erhielten Trostpreise. Kneipentour: Am Donnerstag war es dann soweit, das eigentliche Highlight der Erstiwoche stand an: die Kneipentour mit anschließender Party im Schwarzen Schaf! Auf dem Holzmarkt wurden die Erstis ihren Gruppen zugelost und besuchten dann mit jeweils zwei Wiwi-Studenten aus höheren Semestern im Laufe des Abends drei Kneipen. Abgerundet wurde der feuchtfröhliche Abend mit der bereits erwähnten Party im Schaf, wo sich alle Gruppen wiedertrafen. Trotz etwas längerer Schlange war die Stimmung super und es wurde 1 ahnbarer Turn-Up.

Stadtrallye: Aufgrund der überwiegend weniger positiven Resonanz auf das Stadtspiel der vergangenen Ersti-Einführung entschied sich die Fachschaft, die Stadtrallye dieses Jahr neu aufzuziehen. In Zwanzigergruppen machten sich die Erstis auf, die verschiedenen Stationen abzuklappern, an denen sie unterschiedlichste Aufgaben erfüllen mussten, um Punkte zu sammeln. Beispielsweise musste eine Menschenpyramide gebaut, menschliches Torwandschießen absolviert oder auch eine Stand-Up-Präsentation zu den unterschiedlichsten Themen gehalten werden. Da der Andrang deutlich größer war als erwartet, kann man die Rallye als vollen Erfolg verbuchen. Lediglich die zu niedrig angesetzte erwartete

Ersti-Party: Nachdem für die Erstis bereits die ersten Vorlesungen ihres Studiums stattfanden, erwartete sie am Dienstag der ersten Semesterwoche noch die jährliche Ersti-Party im Blauen Turm. Auch wenn es sich anfangs etwas hinzog, bis sich der Club füllte, war es letztendlich ein tolles Zusammenkommen von Wiwis aller Jahrgänge, um gemeinsam in das neue Semester zu starten.

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Mastereinführung Moritz Winkelmann & Fabian Frey

Um auch dieses Jahr unseren neuen Masterstudenten den Start in ihr Studium zu vereinfachen, haben wir uns als Fachschaft wieder etwas einfallen lassen. In diesem Jahr bedeutete dies unsere Präsenz bei dem großen Info-Café, sowie die Organisation einer Kneipentour und eines Frühstücks.

Masse von ca. 120 Teilnehmern, womit wir nicht wirklich gerechnet haben. Dies führte dann zwar zu etwas kuscheliger Atmosphäre in den Kneipen, für die Stimmung war es aber wohl eher förderlich. Damit wir die Gruppen in etwa gleich groß halten konnten, musste jeder Teilnehmer am Anfang einen Zettel ziehen. Die Tour ging reibungslos von Statten und die Rückmeldung war durchweg positiv.

Bei dem etwas in die Länge gezogenen Info-Café hat sich die Fachschaft zunächst selbst präsentiert, in der Hoffnung, dass wir - genauso wie letztes Jahr - wieder engagierte Masterstudenten für die Fachschaftsarbeit gewinnen können. Darüber hinaus beantworteten wir anschließend persönlich studienspezifische Fragen und berichteten von unseren Erfahrungen im ersten Jahr.

Zum Schluss wollten wir eigentlich noch gemeinsam das Clubhaus aufsuchen, was aber leider nicht so gut angenommen wurde, wie gedacht. Ein längerer Aufenthalt in den Kneipen wäre wohl besser gewesen, wir planen das so für nächstes Jahr ein. Nichtsdestotrotz war die Kneipentour insgesamt ein voller Erfolg.

Aber nun zu dem interessanteren Teil, der Kneipentour. Die Tübinger Kneipenszene wurde bereits im Oktober von engagierten Fachschaftlern fachmännisch getestet und es wurden erste Reservierungen vorgenommen. Als "just-in-time-Experten" wurden die letzten benötigten Kneipen dann erfolgreich drei Tage im Voraus reserviert. Bei der Tour selbst überraschte uns doch die enorme

Die Abschlussveranstaltung war dann am folgenden Sonntag ein entspanntes Frühstück im WiWi-Seminar. Dabei konnten in sehr lockerer Atmosphäre weitere Kontakte geknüpft, sowie weitere Fragen zum Master beantwortet werden. Alles in allem wie auch letztes Jahr, eine gelungene Veranstaltung.

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Fachschaftsumfrage Lukas Schöllhorn

Der Durchschnittsfachschaftler 2016

semester 4,8 (2014: 3,8).Auch die Verteilung auf die verschiedenen WiWi Studiengänge hat sich verändert. Zu einem Drittel studiert der Durchschnittsfachschaftler IEco, zu einem weiteren Drittel EcoBA, zu rund 20% IBA und zu weiteren 15% belegt er Mastervorlesungen. Der Durchschnittsfachschaftler konzentriert sich jüngst auf die klassischen Sprachen wie Englisch, Französisch und Spanisch. Dennoch ist sein Sprachspektrum breit aufgestellt. Neben Deutsch spricht der Durchschnittsfachschaftler sowohl Hochdeutsch als auch Schwäbisch. Ein Fachschaftler behauptet sogar fließend Latein zu sprechen – eine Überprüfung diesbezüglich ist noch ausstehend.

Auch der Durchschnittsfachschaftler unterliegt dem Wandel der Zeit. Um dies näher zu untersuchen wurde im November 2016 erneut der Durchschnittsfachschaftler bestimmt. Neben den üblichen statistischen Erhebungen wie Alter, Studiengang, Fachsemester, usw. wurde auch die allgemeine Einstellung bezüglich Studium, Aktivitäten neben dem Studium und der Motivation für die Fachschaft erfragt. Ein Auszug der wichtigsten und interessantesten Fragen und deren Antwortmöglichkeiten folgt am Ende dieses Artikels. Im Vergleich zur Fachschaftsumfrage 2014 kam es zu einigen Veränderungen. Heute ist der Durchschnittsfachschaftler mit 21,3 Jahren etwas älter als er es 2014 war. Sein Fachsemester ist im Vergleich zur vorherigen Erhebung deutlich gestiegen. Jetzt ist der Durchschnittsfachschaftler in Fach-

Generell ist der Durchschnittsfachschaftler bezüglich Studium natürlich höchst engagiert. Daher legt er großen Wert darauf, vor dem Dozenten in der Vorlesung zu sein und riskiert im Notfall für besseres Verständnis 18


auch einen Blick in ein Buch. Zu zwei Dritteln schafft es der Durchschnittsfachschaftler zu all seinen Vorlesungen, würde sich jedoch nie trauen weniger als zwei Vorlesungen die Woche zu besuchen. Was die Wahl seiner Lieblingsvorlesung angeht, ist er ziemlich unentschlossen – von der vorlesungsfreien Zeit bis hin zu Mathe und QM gefällt dem Durchschnittsfachschaftler alles. Der Durchschnittsfachschaftler ist sich zu gut 70% sicher, dass er die Balance aus Studium und Social Life gefunden hat. Die Erwartungen an die Zukunft gestalten sich beim Durchschnittsfachschaftler als eine Mischung aus „Hauptsache-reich-und-sexy“ und „es-kommt-wie-es-kommt“.

Durchschnittsfachschaftler. Knapp die Hälfte der Zeit kann er jederzeit Besuch empfangen. Im Notfall hat er einen großen & praktischen Schrank, der so manches Aufräum-Wunder ermöglicht. Sport treibt der Durchschnittsfachschaftler mal mehr mal weniger, sieht sich aber zu einem guten Viertel als „Maschine“. Wenn sich der Durchschnittsfachschaftler auf eine Party begibt, begrüßt er die Party-Meute mit einem lauten „Öhhh Party“ und bleibt in der Regel bis zum bitteren Ende. Musikalisch ist der Fachschaftler recht indifferent. Eigentlich mag er alle Musikrichtungen und ist grundsätzlich bei einem lauten „Döp döp döp dö dö döp döp döp“ immer dabei.

Im weiteren Verlauf der Umfrage wurde das Privatleben und die Motivation bzw. Einstellung zur Fachschaft untersucht. Die Wohnsituation des Durchschnittsfachschaftlers hat sich im Vergleich zu 2014 noch weiter auf Wohngemeinschaften fokussiert (2014: 60,1%; 2016: 68,4%). Etwas beängstigend ist der steigende Anteil der Zeit, die der Fachschaftler in Höhlen, unter Brücken oder auf Parkbänken verbringt (2014: 8,2%; 2016: 15,8%). Als Fortbewegungsmittel dominiert heute nicht mehr der für Tübingen typische Drahtesel. Er wurde durch die kantige 10m Limousine abgelöst (36,8%). Der Durchschnittsfachschaftler ist recht überzeugt von seinen Kochkünsten. Zu 26,3% fordert er einen Michelin Stern in seiner Küche und möchte sich an dieser Stelle ganz herzlich für die Kochstunden bei Mama bedanken. Auch Ordnung hat einen hohen Stellenwert beim

Die Motivation für die Fachschaftssitzung jeden Montag nimmt der Durchschnittsfachschaftler hauptsächlich aus seiner ganz dollen Liebe zu all den anderen Fachschaftlern. Natürlich setzt die Fachschaft auch mit isotonischen Getränken erfolgreich Anreize. Die Liebe zu anderen Fachschaftlern zeigt sich auch um 4.00 Uhr morgens. Die Chancen stehen mit 70% ziemlich gut, dass ein Fachschaftler um diese Uhrzeit andere Fachschaftler freundlich bei sich willkommen heißt. Seine Liebe zur Fachschaft auszudrücken gelingt dem Fachschaftler noch nicht so ganz. Die kreativsten Liebeserklärungen gegenüber der Fachschaft waren ein simples „Loooove“ und die Lebensweisheit „weniger nachdenken, mehr nachschenken“. Wie eingangs erwähnt, hier eine Auswahl der wichtigsten und interessantesten Fragen und deren Antwortmöglichkeiten:

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Wann erscheinst du zur Vorlesung?

• Uhhh, höchstens ein Sekt vielleicht. Was bewegt dich dazu jede Woche in die Fachschaftssitzung zu kommen? • Ich habe alle Fachschaftler ganz doll lieb. • Was könnte man sonst jeden Montag abend machen? • Alles für den Lebenslauf. • Bier.

• 15 min vorher für die optimale Platzwahl. • Hauptsache vor dem Dozenten. • Mit dem ersten Satz des Dozenten laufe ich zur Tür rein. • Welche Vorlesung? Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Auch wenn die Fachschaft montags im Schwarzen Schaf nicht mehr ganz so oft das Mikrofon übernimmt, für welche Musik schlägt dein Herz?

• Hauptsache reich und sexy. • Schaffa, schaffa, Häusle baua. • Es kommt wie es kommt. • Ich hoffe das Studieren ist niemals vorbei.

• Ich mag alles. • Nichts geht über Rock-Klassiker. • Ich kenne nur Musik der letzten 5 Jahre. • Döp döp döp dö dö döp döp döp • Musik? Nur in der Oper!

Wie würdest du deine Kochkünste beschreiben? • Eigentlich sollte ein Michelin Stern in meiner Küche hängen! • Die Kochstunden bei Mami haben sich gelohnt. • Nach jeder von mir gekochten Mahlzeit muss die Küche saniert werden. • Als Vorbereitung auf die jährlichen Festi vals esse ich unter dem Jahr ausschließich Ravioli.

Nachts um halb 4 klingeln zwei gut gelaunte (Fachschafts-) Kollegen an deiner Tür wie reagierst du? • „Die Nacht war ich wohl nicht daheim“ • *extra lautes Schnarchen • „Keiner da, haut ab!“ • „Bier?“

Welcher Party-Typ bist du?

Vielen Dank an alle, die an der Umfrage teilgenommen haben! Die vorherige Fachschaftsumfrage findet sich im WZW Nr. 67 (erschienen Dezember 2014)

• Jede-Party-bis-zum-bitteren-Ende • Öhhhhhhh Party • Also-mit-dem-Hinterteil-wackeln-kann- ich 20


BuFaK Isabell Gollmer, Alice Drube & Lucas Saru

Vom 3.-6. November 2016 begaben sich drei nichtsahnende BuFaK-Erstis auf den Weg in den Norden, genauer gesagt ins wunderschöne Hamburg. Für alle, die nicht wissen wofür das Kürzel steht: Es handelt sich hierbei um die, jedes Semester in einer anderen Stadt stattfindende, BundesFachschaftenKonferenz. Hier treffen sich im Schnitt 55-65 Fachschaften für ein paar Tage, um sich auszutauschen, Networking zu betreiben, von- und miteinander Neues zu lernen und natürlich um während der protokoll-freien Abende ordentlich miteinander zu feiern.

sen wieder mit nach Tübingen nehmen. Isi besuchte unter anderem einen Workshop für Großgruppenspiele (die nächsten Erstis dürfen sich also schon freuen) während Lucas sich „ernsteren“ Themen, wie dem VG Wort oder dem Thema Sponsoring widmete. Da wir, um unseren Alkoholkonsum aufrechterhalten zu können, auch essen mussten, testeten wir kritisch die Hamburger Mensa und können nun sagen: Besser als unsere Mensa ist die der Uni Hamburg auch nicht. Aber dafür teurer – was will man mehr? Dank dem sehr liebevoll organisierten Abendprogramm der Hamburg-Fachschaftler aka BuFaK-Organisatoren, durften wir zwei Clubs, die Reeperbahn und diverse Uni-Räumlichkeiten kennenlernen und außerdem mit Hilfe von gewissen Spielchen (nein, es war kein Alkohol im Spiel! ) das Trinken von Mexikanern (immer noch kein Alkohol im Spiel!) mit dem Kennenlernen vieler, vieler WiWis aus allen möglichen Städten verbinden. Wenn Ihr euch jetzt fragt, wo in dem Zeitplan das Schlafen Platz fand: Das ist uns bisher auch noch nicht klargeworden.

Dieses Jahr fuhren Alice, Lucas und Isi nach Hamburg. Nicht gerade das kürzeste Ziel, aber was tun wir nicht alles für die Optimierung und Horizonterweiterung unserer Fachschaft!? Leider erwartete uns in Hamburg feuchtfröhliches Herbstwetter, was wiederum zum ebenfalls feuchtfröhlichen Rahmenprogramm der BuFaK passte. Dieses Semester nahmen ganze 62 Fachschaften aus ganz Deutschland teil, wodurch die BuFaK auf stolze 230 Teilnehmer kam. Untergebracht wurden wir in einem hübschen Hostel am Hauptbahnhof und wir teilten uns das Zimmer mit drei sehr netten Hohenheim-Fachschaftlern. Da jeden Tag von 8-18Uhr ein straffes Programm stattfand, das sich aus Plenen, Workshops und Barcamps zusammensetzte, konnten wir natürlich auch einiges an Wis-

Alles in Allem hatten wir aber dank unzähliger Motivationsraketen, die dem Schlafmangel entgegengewirkt haben, vier superspannende Tage in Hamburg und freuen uns schon auf die nächste BuFaK. Da geht es dann nach Karlsruhe :)

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Promotion am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte Prof. Dr. Jörg Baten

Und was kommt nach dem Master? Eine Promotion? Vielleicht in Wirtschaftsgeschichte?

Fogel und Douglass North. Unser internationales Team beschäftigt sich mit Fragestellungen rund um die Themen langfristige Entwicklung und (wirtschaftliche) Ungleichheit. Dabei interessieren wir uns für die verschiedensten Weltregionen. Beispielsweise fragen wir uns: Warum sind heutzutage einige Länder wohlhabender, während andere zurückzufallen scheinen? Solche Fragestellungen werden vor allem mithilfe analytisch-statistischer Methoden bearbeitet, wobei auch theoretische Ansätze im Hinblick auf wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge nicht außer Acht gelassen werden.

Wer das Ziel hat, in einer internationalen Organisation, wie zum Beispiel der Weltbank oder der OECD, zu arbeiten oder in der Forschung tätig zu sein, muss oft damit rechnen, dass auf dem Arbeitsmarkt eine Promotion erwartet wird. Deswegen stellen wir euch hier – als ein Beispiel – die Promotion am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte genauer vor. Du hast Volkswirtschaftslehre studiert, bist motiviert, arbeitest selbstständig und bist daran interessiert, deine Forschungsergebnisse auf internationalen Konferenzen zu präsentieren? Außerdem findest du es spannend, anhand von Daten die langfristige Entwicklung verschiedener Länder und Weltregionen empirisch zu untersuchen? Dann bist du bei uns genau richtig.

Am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte bieten wir dir ein großes Netzwerk an Kontakten und somit einmalige Möglichkeiten in Hinblick auf deine zukünftige Karriere. Der Leiter des Lehrstuhls, Professor Baten, war letztes Jahr Mitherausgeber des neuen OECD-Bandes „How was life? Global wellbeing since 1820“ und fördert als Mitherausgeber des Journals Economics and Human Biology die interdisziplinäre Forschung zu den Auswirkungen sozioökonomischer Faktoren auf die menschliche Gesundheit. Seit 2015 ist er Präsident der European Historical Economics Society (EHES), welche 2017 einen großen Kongress in Tübingen organi-

WARUM AM LEHRSTUHL FÜR WIRTSCHAFTSGESCHICHTE PROMOVIEREN?

Wirtschaftsgeschichte ist ein Kernfach der Wirtschaftswissenschaften – und dies nicht erst seit der Verleihung des Nobelpreises 1993 an die Wirtschaftshistoriker Robert 22


siert. Wir legen besonders großen Wert auf die Forschungs- und Publikationsarbeit, weshalb unsere Nachwuchswissenschaftler mehr veröffentlichen als an anderen Universitäten. Die Mischung aus single-authored-papers und gemeinsam mit Professor Baten oder anderen Wissenschaftlern verfassten Papieren ist unter anderem ein Grund für die Erfolge Tübinger Junior Scholars auf dem akademischen Arbeitsmarkt und bei internationalen Organisationen. Außerdem ermöglichen wir es dir, dass du neben deiner Forschung wertvolle Erfahrungen im Bereich der Lehre und bei anderen Lehrstuhltätigkeiten sammeln kannst. Vor allem die Mitbetreuung von Abschlussarbeiten kann auch für eigene Forschungsprojekte bereichernd sein. Zahlreiche Studierende absolvieren an unserem Lehrstuhl außerdem ein „Forschungspraktikum“– in den Gesprächen entwickeln sich auch manche Ideen.

versität Utrecht); (2) Numeracy und wirtschaftliches Wachstum. Welche Rollen spielten Religion, Ungleichheit, Geographie und/oder bestimmte Institutionen? (3) Bildung von Migranten in der Langzeitperspektive; (4) Langfristige Entwicklung von Gesundheit in entwickelten Ländern sowie in Entwicklungsländern; (5) soziale Mobilität und Arbeitsmärkte in langfristiger Perspektive. FAZIT Eine Promotion am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte wird dir auf dem Arbeitsmarkt viele Türen öffnen. Dabei erlernte Fähigkeiten, wie die angewandte statistische Analyse, werden von potentiellen Arbeitgebern in der Regel sehr geschätzt. Neben deiner Doktorarbeit bekommst du außerdem die Möglichkeit, mit weiteren Publikationen auf dich aufmerksam zu machen. Des Weiteren verfügt unser Lehrstuhl über sehr gute Kontakte zu internationalen Organisationen wie der OECD und der Weltbank. Einige ehemalige Studierende sind heute für das Auswärtige Amt oder Entwicklungshilfe-Organisationen in der ganzen Welt unterwegs, während andere Absolventen an renommierten Universitäten wie Oxford, Berkeley, Utrecht, Wien oder Seoul tätig waren oder sind.

WIE LÄUFT EINE PROMOTION AM LEHRSTUHL FÜR WIRTSCHAFTSGESCHICHTE AB?

Die Promotion ist auf drei Jahre angelegt, von denen du die meiste Zeit in Tübingen verbringen wirst. Eine Teilnahme an internationalen Konferenzen oder mehrwöchige Forschungsaufenthalte in anderen Ländern sind hierbei durchaus üblich. Solche Aufenthalte können beispielsweise genutzt werden, um in National- und Regionalarchiven nach Daten zu suchen. Mögliche Dissertationsthemen – jeweils auf ein Land oder eine Weltregion deiner Wahl bezogen – wären zum Beispiel: (1) Die Determinanten von Terrorismus und Gewalt in der Langzeitperspektive (gemeinsames Projekt mit der OECD und der Uni-

Wir haben dein Interesse geweckt? Dann findest du weitere Informationen zu unserem Lehrstuhl und den Möglichkeiten eines Promotionsstudiums auf unserer Website (http://www.wiwi.uni-tuebingen.de/lehrstuehle/volkswirtschaftslehre/wirtschaftsgeschichte/aktuelles.html).

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Die Studienfachberatung informiert Mark Kapteina

Die Studienfachberatung unseres Fachbereichs ist die Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Studium. Sie hat ihren Sitz in der Nauklerstraße 47 im Erdgeschoss und bietet dieses Semester ihre Sprechstunden montags von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr und mittwochs von 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr an. Im Folgenden gibt es eine Übersicht zu häufig gestellten Fragen und deren Antworten, die manch einem Studierenden vielleicht noch nicht geläufig waren.

zurückmeldet und den Studierendenbeitrag überweist. Als Bemessungsgrundlage für die Studiendauer wird die letzte abgelegte Prüfung herangezogen. Die Studiendauer verlängert sich also nur dann um ein Semester, wenn noch einmal Prüfungen abgelegt werden. Um noch im gleichen Semester sein Zeugnis zu erhalten und zur Zeugnisverleihung eingeladen zu werden, muss das Creditpointkonto dann rechtzeitig drei Wochen vor der Zeugnisverleihung geschlossen werden. Diese findet immer am letzten Wochenende im Juni/November statt.

Kann ich nach Abschluss meines Bachelors noch als Studierender eingeschrieben bleiben um für Praktika von den Vorteilen des Studierendenstatus zu profitieren?

Ist es möglich seinen Studiengang zu wechseln, zum Beispiel von IEco auf EcoBa?

Diese Möglichkeit besteht. Erforderlich ist hierfür, dass man nach Abgabe seiner Bachelorarbeit und dem Bestehen der letzten Prüfung das Creditpointkonto nicht schließt und sich für das nächste Semester wie gewohnt

Ein Wechsel des Studiengangs ist möglich, jedoch sind einige wichtige Punkte zu beachten. Hierfür ist es erforderlich das offizielle Bewerbungsverfahren für ein höheres 24


Fachsemester zu durchlaufen, Informationen hierzu findet man auf der Homepage unseres Fachbereichs. Es gelten die ausgeschriebenen Bewerbungsfristen (15.01. bzw. 15.07.), eine Bewerbung ist jedes Semester aufs Neue möglich. Wichtig zu beachten ist, dass ein Wechsel nur möglich ist, falls in dem angestrebten Studiengang freie Plätze vorhanden sind. Dies bedeutet also, dass Wechselchancen zwar bestehen, jedoch nicht garantiert werden können.

tungen aus den ersten beiden Semestern. Es müssen fünf der sieben folgenden Veranstaltungen bis spätestens zum Ende des dritten Semesters bestanden sein: - Einführung in die Wirtschaftswissenschaften - Technik des betrieblichen Rechnungswesens - Mathematische Methoden der Wirtschaftswissenschaften - Explorative Datenanalyse - Wahrscheinlichkeit und Risiko - Intermediate Macroeconomics - Mikroökonomik

Was hat es beim Studiengang International Economics mit dem Regionalschwerpunkt auf sich? (Beispielsweise European Studies)

Die Abschlussklausuren der Veranstaltungen, die in die Orientierungsprüfung zählen, dürfen nur einmal wiederholt werden. Sobald ein der genannten Veranstaltungen zweimal nicht bestanden wurde, kann sie automatisch nicht mehr zur Orientierungsprüfung gerechnet werden. Es müssen dann also fünf der sechs verbleibenden Veranstaltungen spätestens im zweiten Prüfungsversuch bestanden werden. Sollte eine Pflichtveranstaltung zum dritten Mal nicht bestanden worden sein oder sollte die Orientierungsprüfung nicht bis zum Ende des dritten Fachsemesters bestanden worden sein, führt dies zum Verlust des Prüfungsanspruchs.

Studierende des Studiengangs International Economics entscheiden sich vor Ihrem Studium für eine Weltregion und belegen abhängig davon ihre Sprachkurse. Um diese regionale Spezialisierung auch im Abschluss tragen zu dürfen (z.B. International Economics and European Studies) ist es erforderlich, im Schwerpunktmodul Elective Studies weitere Veranstaltungen im Umfang von mind. 15 ECTS-Punkten zu belegen, welche dieser Region zugeordnet sind. Hierfür können vertiefende Sprachkurse belegt werden, aber auch eine Vertiefung in Richtung Politik oder Geographie ist möglich. Weitere Informationen findet ihr im Modulhandbuch der außerfachlichen Veranstaltungen.

Noch Fragen? Die Studienfachberatung steht für Fragen rund um das Wiwi-Studium zu oben genannten Zeiten gerne zur Verfügung. Montags ist offene Sprechstunde, Mittwoch und Donnerstag ist eine Terminvereinbarung über unser Online-Portal erforderlich. Wir freuen uns auf eure Fragen 

Was ist die Orientierungsprüfung und bis wann muss ich sie bestanden haben? Die Orientierungsprüfung ist keine gesonderte Prüfung, sondern ergibt sich automatisch durch das Bestehen der Pflichtveranstal-

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Das Prüfungsamt informiert Pflicht- und Profilbildungsmodule

Sommersemester 2016 Haupttermin Juli 2016 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Durchfallquote

Durchschnitt

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

Haupt

Neben

APO

151

106

3

18

1,99%

16,98%

2,16

3,22

Ext ReWe

126

21

2

6

1,59%

28,57%

2,23

3,38

Int ReWe

135

62

17

23

12,59% 37,10%

2,72

3,74

Makro

158

63

29

19

18,35% 30,16%

3,02

3,67

Mikro

186

51

39

19

20,97% 37,25%

3,14

3,81

W&R

183

48

40

19

21,86% 39,58%

3,08

3,56

Nachholtermin Oktober 2016 Klausur

Teilnehmer

nicht bestanden

Haupt

Neben

Haupt

Neben

APO

21

45

3

15

Ext ReWe

15

9

0

Int ReWe

32

33

Durchfallquote Haupt

Neben

Durchschnitt Haupt

Neben

14,29% 33,33%

3,03

3,63

3

0,00%

33,33%

2,35

3,63

5

11

15,63% 33,33%

2,78

3,80

Makro

80

28

7

10

8,75%

35,71%

2,95

3,75

Mikro

72

28

9

6

12,50% 21,43%

2,80

3,13

W&R

91

23

24

5

26,37% 21,74%

3,36

3,20

Nebenfach: alle Studiengänge außer IBA, IEco und EcoBA

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Steuertipps fĂźr Studenten

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Chi Chi Chi le le le Viva Chile! Janine Koppenhöfer

Ich verbrachte mein Auslandssemester an der Pontificia Universidad Católica de Chile. Santiago de Chile ist die Hauptstadt von Chile und liegt zu Füßen der Anden. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des Landes mit rund 6 Millionen Einwohnern. Viele Reisende verbringen meist nur wenige Tage in Santiago, da oftmals behauptet wird, dass es keine schöne Stadt wäre. Jedoch lernt man nach einiger Zeit die Stadt der Kontraste kennen und lieben. In Santiago ist von lärmenden Straßenmärkten über Parks und Museen, riesigen Wolkenkratzern bis hin zu Villen und der größten Mall Lateinamerikas alles vorhanden.

rio Italia, das einer Werkstatt gleicht, oder das Barrio Bellavista, dessen Häuser am Tage in ihren bunten Farben erleuchten und das in der Nacht zum Ausgehviertel wird. Auch der Besuch des Hauses von Pablo Neruda, die „La Chascona“, ist ein Besuch wert. Von dem Hügel „Cerro San Cristóbal“ hat man eine traumhafte Sicht über die ganze Stadt und auf das Anden-Gebirge. Meine erste Schwierigkeit war es jedoch, die Chilenen zu verstehen, da Chilenen ein sehr schnelles und undeutliches Spanisch sprechen und dazu noch viele eigene Wörter benutzen. So beantwortete ich anfangs die Frage „Cachai?“ (verstanden?) oftmals mit „No!“. Auch wenn man anfangs Probleme hat, Chilenen zu verstehen, sollte man nicht gleich aufgeben, da es selbst anderen Lateinamerikanern schwerfällt. Nichtsdestotrotz waren die Chilenen im-

Auch kulturell hat Santiago viel zu bieten. So laden die verschieden Barrios zum Bummeln und Staunen ein, wie z.B. das Bar28


mer sehr höflich und hilfsbereit, falls man sie nicht verstanden hat oder anfangs noch etwas verloren in der Metropole war.

Weißwein, Ananaseis und Granatapfellikör zusammensetzt. Das Getränk ist extrem süß und nach zwei bis drei Gläsern weiß man auch, warum es Terremoto (Erdbeben) genannt wird.

Die Pontificia Universidad Católica de Chile ist mit die beste Universität Lateinamerikas und ist über vier Campi in der ganzen Stadt verteilt. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät befindet sich am Campus San Joaquín, der etwas außerhalb des Zentrums liegt. Der Campus ähnelt einem großen Park. Jeden Tag hat mich der atemberaubende Blick auf die schneebedeckten Anden fasziniert. Die Universität bietet ein großes Kursprogramm, sowie viele Sport- bzw. Freizeitangebote an. Da in Lateinamerika das System sehr verschult ist, sind in den Vorlesungen nur max. 25-30 Studenten, wodurch das Verhältnis zu den Dozenten offener und persönlicher ist. Auch die Betreuung der Austauschstudenten ist gut organisiert und strukturiert.

Abschließend kann ich sagen, dass ein Jahr in einer komplett anderen Kultur eine super Erfahrung war und ich jedem rate, Chile selbst einmal zu erkunden und zu entdecken.

An den Wochenenden und in den Semesterferien sollte man definitiv die Zeit nutzen, um den Rest des Landes kennenzulernen. Von den schneebedeckten Anden im Osten bis zu einer Wüstenlandschaft im Norden und dem Pazifik im Westen findet man in Chile alles vor. So kann man von Santiago innerhalb von einer Stunde im Skigebiet in den Anden Skifahren und zwei Stunden später am Strand von Vina del Mar liegen. Die Osterinsel im Südostpazifik sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Auch das Feiern kommt in Chile nicht zu kurz, da Chilenen sehr gerne feiern und auch immer einen Grund zum Feiern finden. Am stärksten wird der Unabhängigkeitstag am 18. September gefeiert, bei dem der traditionelle chilenische Terremoto getrunken wird, welcher sich aus 29


Mein Auslandssemester in Kalifornien Rebecca Faißt

Meine zwei Auslandssemester verbrachte ich im sonnigen Kalifornien, genauer gesagt an der California State University Sacramento. Was Wenige wissen, nicht San Francisco und auch nicht LA, sondern Sacramento ist die Hauptstadt Kaliforniens. Mit 466.000 Einwohnern ist die Stadt für eine Hauptstadt eher klein und übersichtlich, bietet aber trotzdem sehr viel.

tionen waren jedoch die vielen kleinen Unternehmungen in Sacramento mit amerikanischen Freunden oder anderen Internationals: Kaffeetrinken in süßen, kleinen Cafés, ein abendliches Bier (oder auch mehrere) in einer der vielen Brauereien und Einkaufen in den Second-Hand Shops, den Shopping Malls oder auf dem Farmers Market. Auch nicht zu vergessen sind die super vielen Partys. Eigentlich war jede Woche entweder eine typisch amerikanische Fraternity Party oder eine Poolparty, wie man sie aus Filmen kennt. Auch Downtown Sacramento hatte einige tolle Clubs und Bars zu bieten. Besonders in Erinnerung sind mir die Erlebnisse geblieben, bei denen amerikanische Freunde mich nach Hause zu ihrer Familie eingeladen haben. So hatte ich die

Gleich in der ersten Woche zeigten mir zwei frisch gewonnene, amerikanische Freunde Old Town und ich fühlte mich wie in den Wilden Westen zurückversetzt. Mit meiner Mitbewohnerin besuchte ich eine zweite Sehenswürdigkeit, das Capitol Building. Viel spannender als die Touristenattrak30


Chance, mit Freunden und deren Familien ein traditionelles Thanksgiving in Orange County zu feiern, in der Delta Area zu Wakeboarden und Jetski zu fahren, ein amerikanisches Barbecue mitzuerleben, einen Geburtstag mexikanisch zu feiern und einmal über den Lake Tahoe zu fliegen.

Neben all dem Vergnügen kam das Studium trotzdem nicht zu kurz und ich besuchte viele Kurse an der Uni, vor allem im Bereich Marketing, Entrepreneurship und HR. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Kurse sehr klein gehalten (20-30 Studenten), man bekommt grundsätzlich Hausaufgaben und es gibt wöchentliche Tests und sehr viel Gruppenarbeit. Insgesamt war das Studium aber deutlich einfacher als in Deutschland.

Die Schönheit Kaliforniens und des Westens der USA ist einfach überwältigend. Um diese zu erkunden, ist die Lage Sacramentos perfekt. Innerhalb weniger Stunden sind die hügelige Metropole San Francisco, der atemberaubende Yosemite Nationalpark, der zweittiefste See der USA, Lake Tahoe, das Surferstädchen Santa Cruz oder die Studentenstadt Berkeley zu erreichen. Auch längere Roadtrips, wie zum Beispiel entlang der Küste auf dem Highway Nr.1 Richtung Süden nach Santa Barbara, LA und San Diego oder Richtung Norden in das etwas rauere und zugleich wunderschöne Oregon, standen auf dem Reiseplan.

Während meiner zwei Semester an der CSUS war ich Mitglied zweier studentischer Organisationen, dem Snowclub und dem American Marketing Association College Chapter. Beides hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe dort viele tolle Leute kennengelernt. So verging die Zeit wie im Flug und Ende Mai machte ich mich, mit unzähligen Erinnerungen und wundervollen Freundschaften im Gepäck, dann auch schon wieder auf den Heimweg. Nach einem Abstecher nach NYC kam ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge in Deutschland an.

Besondere Highlights waren auch der Grand Canyon, der Antelope Canyon und Las Vegas.

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An der Singapore Management University Yannik Schmalstieg

Im Wintersemester 15/16 hatte ich das große Glück als einer von insgesamt 3 Studenten an der SMU studieren zu dürfen. Die Universität ist nach dem Vorbild der amerikanischen Wharton Business School aufgebaut, weshalb die Vorlesungen völlig anders ablaufen, als man es in Tübingen gewohnt ist und stattdessen aus kleinen „verschulten“ Seminaren bestehen. Jeder Student hält in jedem Fach mindestens eine Gruppenpräsentation, dazu gibt es Essays, Midterms, Final Terms, Business Projects und, und, und. Ja, das klingt nach viel Arbeit und ja, das war es auch. Allerdings muss man dazu sagen, dass man bereits nach einigen Wochen enorm viel dazugelernt hat, was Präsentationsskills, PowerPoint oder die Organisation der Gruppenmeetings angeht.

Woche namhafte CEOs vorbeikamen und von ihrem Werdegang erzählten. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man mit Locals und Internationals bunt gemischt wird und schnell viele Einheimische kennenlernt, die einem bei vielen Fragen weiterhelfen sowie reisebegeisterte Austauschstudenten, die mit einem reisen wollen. Dabei ist man auf das Reisen nicht einmal unbedingt angewiesen, da die Stadt unheimlich viele Attraktionen und Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Ob Shopping, Vergnügungspark, ein Ausflug ans Meer, diverse Wolkenkratzer, ein Botanischer Garten, Zoos, China Town, Little India oder eines der unzähligen Sportangebote der SMU – sowohl die Stadt als auch die Universität bieten für wirklich jeden Geschmack einen adäquaten Zeitvertreib an. Darüber hinaus hat es mich jeden Tag verblüfft, wie gut diese Stadt funktioniert hat und wie friedlich die Menschen trotz unterschiedlicher Religionen, Kulturen, Sprachen und Weltbilder zusammenleben.

Darüber hinaus verstehen die Professoren die Reiselust der Internationals, da Singapur auch als „Tor zur asiatischen Welt“ bekannt ist. Es war mir also möglich in insgesamt 9 Länder zu reisen und dennoch ist die Notenvergabe mehr als positiv ausgefallen. Mit etwas Selbstdisziplin, die man sich übrigens bei den Locals abschauen kann, ist also jeder Workload trotzdem zu bewältigen. Mein persönliches Kurs-Highlight war ein Leadership Seminar, in dessen Verlauf jede

Ich erinnere mich unheimlich gerne an diese Studienzeit und kann jedem nur wärmstens ein Auslandssemester an der SMU empfehlen.

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Universidad Pontificia Comillias Yannik Schmalstieg

Nach meinem Aufenthalt an der Singapore Management University ging es für mich dann ohne Zwischenstopp nach Madrid, an die Universidad Pontificia Comillas. Die Universität gliedert sich in 3 Bereiche, ICAI (Ingenieursschule), ICADE (Rechtsund Wirtschaftswissenschaften) sowie der Campus Cantoblanco (sozusagen alle anderen Studienfächer).

Freunde auf den Straßen oder in der Metro. Das Essen war einfach nur fantastisch und super günstig, in der Regel bestellte man ein Bier und bekam dazu kleine Tapas in üppiger Menge. Egal ob man sich im Park Retiro zum Picknicken verabredete oder auf Sightseeing-Tour ging, die Stadt bestach mit einem Charme, den ich nur von wenigen Großstädten kannte.

Von Anfang an war man per du mit den Professoren, was dazu führte, dass sich eine super angenehme und vertraute Atmosphäre zwischen Professoren und Studenten aufbaute. Generell waren die Lehrkräfte meiner Erfahrung nach immer sehr aufgeschlossen und herzlich. Die Uni ist sehr gut vernetzt, was dazu führt, dass jedes Jahr zahlreiche Studenten aus allen Ländern zum Studieren kommen und man unzählige Freundschaften knüpfen konnte. An der Universität wurde aus meiner Sicht unheimlich praxisnah unterrichtet. Zu Beginn vieler Klassen tauschte man sich über News in der Welt aus und behandelte erst im Anschluss die theoretischen Inhalte, die immer wieder Bezug auf die Praxis nahmen.

Trotz vieler Sorgen sind die Madrilenen lebensfroh, reden und lachen viel. Zudem kann die Stadt mit gleich mehreren Top 100 Clubs trumpfen, unter anderem mit dem Kapital. Mein persönlicher Favorit war jedoch der Goya Social Club. Der Ausgehrhythmus war anfangs noch ein wenig ungewohnt (man ging in der Regel nicht vor 2 Uhr in die Clubs und kam nicht vor 6 Uhr heim), aber das legte sich mit der Zeit. Leider waren die Eintritte zum Teil recht hoch (15 Euro aufwärts). Ich habe selten gekocht und bin stattdessen mit Freunden in Bars und Restaurants im Zentrum (Sol) oder im Studentenviertel (Malasaña) gegangen. Ich kann jedem eine klare Empfehlung für die Uni und die Stadt aussprechen. Während meines Aufenthaltes konnte ich zudem viele weitere spanischen Städte kennenlernen, was meinen positiven Eindruck Spaniens weiter bestätigt hat.

Die Stadt Madrid selbst habe ich als eine wahnsinnig tolle Stadt wahrgenommen, die niemals schläft. Zu jeder Uhrzeit fand man Menschen auf der Straße und in den Bars und Clubs. Trotz der Größe traf man ständig 34


Praktikum bei der GIZ in Vietnam? Warum nicht! Isabelle Weichsler

Gap Year Nachdem nun die Tübinger Studentenzeit im Sommer zu Ende gegangen ist, kam für mich die klassische „Gap Year vs. Master“ Frage auf. Obwohl dies eine große Entscheidung war, hatte ich mich ziemlich schnell für Ersteres entschieden und mich für die Monate nach dem Bachelor für verschiedene Praktika beworben.

Auch der Verkehr war am Anfang eine echte Herausforderung. Egal ob als Fußgänger oder auf dem Moped, man braucht ständig einen 360 Grad Blick! Du denkst du hast grün? Fehlalarm! Es gibt nicht nur ein Moped, was sich trotzdem von der anderen Seite durchquetscht! Du denkst du fährst auf der „richtigen Spur“? Nope... auch von rechts kommen sie dir entgegen! Jedoch gewöhnt man sich sehr schnell an die sehr intuitive Fahrweise und mittlerweile düste ich auf meinem Moped auch munter durch die Stadt!

GIZ in Hanoi Für mich sollte es mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) für fünfMonate nach Hanoi in Vietnam gehen. Ohne wirklich zu wissen, für was ich mich dort genau entschieden hatte, saß ich schon im Flieger und es ging los!

Die GIZ Die GIZ arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die GIZ und die KfW sind zusammen für die Umsetzung der deutschen Entwicklungspolitik zuständig. Während die KfW für die finanzielle Zusammenarbeit, also die Finanzierung von beispielsweise Baumaßnahmen und Equipment, zuständig ist, ist die GIZ für die technische Zusammenarbeit verantwortlich. Zusammen mit ihren Auftraggebern berät die GIZ ihre Partner bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung von politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen.

Anfänglicher Kulturschock Auch mich hat der bekannte Kulturschock getroffen: Der Verkehr, die Hitze, die Luftverschmutzung, das Essen, die Annahme: wenigstens in Hanoi könnten die Vietnamesen Grundlagen in Englisch, ... alles etwas anders, turbulenter und exotischer als in Tübingen. Gleich in meiner ersten Praktikumswoche wurden mir Delikatessen wie eine Thunfischaugensuppe, Rinderzunge und –darm und Quallensalat im Rahmen einer Dienstreise in die südliche Provinz Phu Yen präsentiert. Dies blieb jedoch glücklicherweise eine Ausnahme und ich konnte in Hanoi mittlerweile einige, sehr leckere Gerichte ausfindig machen! 35


Programm „Strengthening Provincial Health Systems in Vietnam“ Das Programm zur Stärkung dezentraler Gesundheitssysteme in Vietnam läuft seit 2009 in den fünf Projektprovinzen Phu Yen, Nghe An, Thai Binh, Yen Bai und Thanh Hoa. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in entlegenen Gebieten.

können, oder die Entwicklung von eLearning Kursen. Meine Aufgaben Da das Projekt 2017 auslaufen wird, wurde ich zur Unterstützung in der Projektabschlussphase eingestellt. Meine Aufgabe war die Erstellung mehrerer Publikationen zu einigen unserer Projektaktivitäten wie beispielsweise zu Telemedizin und Gebärmutterhalskrebs in Vietnam. Auch bei der zurzeit stattfindenden Projektevaluation durfte ich mithelfen, indem ich ein Self-Assessment des Teams erarbeitet und dem Evaluationsteam präsentiert habe.

Zum einen geht es um die Fortbildung und Beratung aller wichtigen Akteure in der Gesundheitsversorgung (Krankenhausmanagement, Ministry of Health, ...). Zum anderen ist es das Ziel, die Qualität spezieller Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere im Bereich der Mutter- und Kindesgesundheit, zu verbessern. Dabei arbeitet die GIZ mit fünf Kriterien, an Hand derer sie ihre Aktivitäten misst: Effektivität, Effizienz, Relevanz, Nachhaltigkeit und Wirkung. Um die Gesundheitssysteme nachhaltig zu stärken, setzt die GIZ vor allem auf „Capacity Building“. Dies ermöglicht, dass die Partner in Zukunft auch ohne die Hilfe von internationalen Entwicklungskooperationen ihre Ziele verfolgen und umsetzen können.

Meine Aufgaben waren ausschließlich inhaltlich und ich habe viel dazugelernt. Im Team waren wir zu 10., und dabei sowohl Vietnamesen als auch Deutsche. Die Atmosphäre war immer sehr locker und entspannt! Fazit Ich habe mich sehr gut eingelebt, nette Leute kennen gelernt, angefangen Vietnamesisch zu lernen und schon den einen oder anderen Wochenendausflug hinter mir! Insgesamt genoss ich die Zeit hier drüben also sehr und kann jedem empfehlen, solche Erfahrungen selbst zu sammeln!

Klassische Capacity Development Aktivitäten sind zum Beispiel das Ausbilden von Ärzten, damit diese selber Fortbildungen geben

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Praktikum bei der Deutschen Botschaft in Kathmandu Jan Meier

Nach meinem abgeschlossenen Bachelor in „Economics and Business Administration“ stand für mich schnell fest, den Master erstmal warten zu lassen, um praktische Erfahrung (vorzugsweise im Ausland) zu sammeln. Da ich in meiner späteren beruflichen Laufbahn gerne in den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit möchte, habe ich mich für eine Bewerbung beim Auswärtigen Amt entschlossen. Auslandsvertretungen Deutschlands gibt es in so gut wie jedem Land (sogar in Nordkorea!) und beim Bewerbungsprozess kann man insgesamt 9 verschiedene Botschaften und Generalkonsulate auswählen, an welche die Bewerbung von Berlin aus weitergeleitet wird. Die Auslandsvertretung entscheidet dann selbstständig, welchen Bewerber sie gerne hätte. Besondere Qualifikation ist nicht vonnöten, eine weitere Fremdsprache (neben Englisch) hilft aber. Auch sollte man Geduld für den Bewerbungsprozess mitbringen.

Mich führte dieser Weg also nach Kathmandu, in die Hauptstadt Nepals - eines der ärmsten Länder der Welt, umgrenzt von den Supermächten Indien und China, noch immer zerstört von den Erdbeben von 2015 und trotzdem unglaublich natürlich und schön. Meine Tätigkeit an der Deutschen Botschaft hat mir unglaublich geholfen, Nepal, dabei insbesondere die politischen -und wirtschaftlichen Besonderheiten, kennenzulernen. Ich habe einen Investitionsleitfaden verfasst, welcher Deutschen Unternehmen Anweisungen geben soll, wie und ob überhaupt man in Nepal investieren soll (die Antwort ist: eher nicht). Weiterhin habe ich eine Analyse verfasst, inwiefern Nepal als „fragiler Staat“eingeordnet werden kann. Im Großen und Ganzen konnte man sich viele Aufgaben selbst heraussuchen, da man offiziell als „Research Assistant“ deklariert ist. Vergütet wird man allerdings nur mit 300 37


EUR/Monat, sodass sich ein DAAD Stipendium definitiv lohnt.

mut (in Kathmandu sind die Leute allerdings ein bisschen reicher) immer höflich gegenüber Ausländern ohne dabei aufdringlich zu sein. Man konnte sich immer in eine Bar setzen ohne gestört zu werden, hatte aber gleichzeitig auch immer schnell Gesprächspartner.

Neben der Arbeit in der Botschaft konnte man das Land, in welchem es sowohl die ewig schneebedeckten Gipfel des Himalayas im Norden, sowie den tropischen Dschungel samt Tigern im Süden gibt, natürlich auch noch erkunden. Eine wirklich fabelhafte Natur lädt zum Wandern, aber auch zu Sportarten wie Rafting, Mountainbiking etc. ein.

Alles in allem ist Nepal immer eine Reise wert, ganz besonders in Verbindung mit einem Praktikum an einer Deutschen Auslandsvertretung. Dies ermöglicht es, mehr als den gewöhnlichen Einblick in ein wirklich fremdes Land zu bekommen und dabei gleichzeitig wertvolle Erfahrungen für das spätere Arbeitsleben zu sammeln.

Nepalesen und deren Lebensart kennenzulernen ist das wohl Spannendste am Auslandsaufenthalt gewesen. Die meisten Nepalesen sind größtenteils Hindus und trotz ihrer Ar-

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Auslandspraktikum bei Dieffenbacher Philipp Graf

Dieses Jahr im August sollte es für mich für ein zweimonatiges Praktikum nach China gehen, in die Industriemetropole Tangshan. Tangshan liegt in der nordchinesischen Provinz Hebei, ungefähr zwei Autostunden östlich von Peking, und zählt mit knapp über 7 Millionen Einwohnern nur zu den mittelgroßen chinesischen Städten. Unterwegs war ich für die Dieffenbacher GmbH, einem deutschen Familienunternehmen mit Sitz im badischen Eppingen. Dieffenbacher ist eine internationale Firmengruppe im Bereich des Maschinenund Anlagenbaus. Mit über 1700 Mitarbeitern und 16 Produktions- und Vertriebsstandorten weltweit ist das Unternehmen seit langem ein führender Hersteller von Pressensystemen und kompletten Produktionsanlagen für die Holz-, Automobil- und Zuliefererindustrie.

tionsanlage an CSP Victall lieferte, fand mein Praktikum in der Produktionshalle des Unternehmens statt. Ich war also Teil der Montage und durfte einige Wochen den Aufbau und die Inbetriebnahme der neuen Dieffenbacher Presse vor Ort in Tangshan miterleben. Mit mir in China war zu dieser Zeit ein Team von 10 deutschen Monteuren aus Eppingen. Das Team bestand dabei zum Großteil aus Mechanikern, Elektrikern und Ingenieuren, allerdings war auch ein Wirtschaftsingenieur vor Ort. Untergebracht waren wir alle in einem Hotel in der Nähe der Werkshalle, welche von dort aus gut mit dem Taxi erreichbar war. Das Aufgabenfeld meines Praktikums lässt sich als Betriebscontrolling zusammenfassen. Die meiste Zeit war ich damit beschäftigt, eingehende Lieferungen entgegenzunehmen und neue Lieferungen von noch fehlenden Teilen in Auftrag zu geben. Zudem musste ich mich um die sogenannte LOP (List of open points) kümmern, sodass diese so schnell und gründlich wie möglich abgearbeitet wurde.

Der Kunde, bei welchem ich im Namen von Dieffenbacher während meines Praktikums arbeiten sollte, hieß CSP Victall, ein Joint Venture aus dem amerikanischen Unternehmen CSP und dem chinesischen Unternehmen Victall. Produktionsschwerpunkt des Joint Ventures ist dabei die Herstellung von Karosserieteilen für die Automobilbranche. Namhafte Kunden des Unternehmens sind unter anderem General Motors und Toyota.

Da ich es auf der Baustelle jedoch mit vielen Mechanikern und Elektrikern zu tun hatte und aufgrund des zeitlichen Drucks von Seiten des Kunden jede helfende Hand gebraucht wurde, musste ich an manchen Tagen auch einfach mal in einen

Da Dieffenbacher eine größere Produk39


Blaumann schlüpfen, um handwerklich etwas mitzuarbeiten. Dies war aufgrund der hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit in der nicht klimatisierten Halle meistens wirklich anstrengend, bot aber auch eine gute Abwechslung zu den manchmal teilweise etwas einseitigen Tätigkeiten des Betriebscontrollings. Vergütet wurde ich mit einem Praktikantengehalt von 300 Euro/Monat. Allerdings konnte ich aufgrund von großzügigen Spesen noch einiges mehr steuerfrei mit nach Hause nehmen, da die Lebenshaltungskosten in China doch eher gering sind. Außerdem wurden das Hotel, der Flug und auch die kompletten Kosten für Taxifahrten von Dieffenbacher übernommen, weshalb man auch in diesem Punkt Geld sparen konnte.

Neben der Arbeit blieb natürlich gerade an den Wochenenden auch noch Zeit, um etwas von Tangshan und der Region zu erkunden. Besondere Highlights waren dabei Ausflüge nach Peking und zur Chinesischen Mauer. Auch das alltägliche Leben in der Stadt und das abendliche Essengehen nach der Arbeit waren aufgrund kultureller Unterschiede zwischen Deutschland und China ein wahres Abenteuer! Gerade kulinarisch gesehen ist China sicherlich nicht für jeden Deutschen geeignet ;) Abschließend kann ich sagen, dass mein Praktikum in China ein wirklich tolles Erlebnis war! Die Arbeitserfahrung während meines Praktikums und die kulturellen Eindrücke im Reich der Mitte waren sehr bereichernd und werden mir sicherlich noch lange Zeit in Erinnerung bleiben!


Unterwegs mit dem Semesterticket Anthony Sikorski

Es ist kurz vor neun Uhr. Der Himmel ist grau und die Luft riecht nach Laub. Auf dem Bahnsteig warten die Reisenden ungeduldig. Manche scheinen jegliche Motivation verloren zu haben und starren in die Weite. In einem aufgemalten gelben Rechteck drängen sich die Raucher und stoßen Rauchwolken in den Morgendunst. Aus dem Lautsprecher dröhnt eine Frauenstimme: „Auf Gleis zwei hat Einfahrt der IRE aus Stuttgart, Weiterfahrt nach Aulendorf, heute ca. fünf Minuten später.“ Noch hat der rote Dieselzug nicht angehalten, schon strömen die Reisenden zu den nächsten Türen. Jeder will der Erste sein, der den Zug betreten darf, um anschließend einen Sitzplatz zu ergattern. So auch ich. Ich steige ein und verspüre den spezifischen, schon fast unverwechselbaren, mit dem eines Dixi-Klos identischen Duft des IRE. Als der Zug zu rollen anfängt erfahre ich, dass wir aufgrund von Störungen im Betriebsablauf verspätet sind. Auf dem Weg nach Sigmaringen halten wir in Mössingen, Hechingen, Balingen, Albstand-Ebingen. Die Städte scheinen ihren Glanz verloren zu haben und wirken verschlafen. Auf dem Weg erstreckt sich zu beiden Seiten die Schwäbische Alb. Die Berge sind von einem Morgennebel umhüllt und die Landschaft wirkt wie einem Gemälde des Malers Caspar David Friedrich entsprungen.

menes Schild die Reisenden. Dessen Inschrift lautet „Nimm dir Zeit für Sigmaringen“. Für Melancholie ist jedoch keine Zeit, denn bereits um viertel elf fährt mein Bus 50 Richtung Tuttlingen. Aus dem Bus heraus bewundere ich das Donautal. Die Bäume bilden einen orange-grünen Teppich und die gewaltigen Felsen zeugen von Millionen Jahren von Geschichte. Um 10 Uhr 51 erreiche ich Beuron. Der kleine, an der Donau gelegene Ort bietet einen idealen Ausgangspunkt für Wanderungen und ist besonders für das dortige Benediktinerkloster bekannt. Nach einer Erkundung stärke ich mich in einem Restaurant. Dabei darf natürlich zum Nachtisch eine Stück Donauwelle nicht fehlen. Zurück geht es von Beuron um 16:05 mit dem IRE in Richtung Ulm. Am Bahnhof Sigmaringen nutze ich die 35 Minuten Umsteigezeit, um in eine ganz andere Kultur einzutauchen. Ich warte im angrenzenden Park und beobachte das Geschehen um den Bahnhof herum. Hashtag Fette Karren, Jogginghosen und alle haben Zeit. Um 17:03 heißt es Abschied zu nehmen, denn mein Zug, die Hohenzollerische Landesbahn nach Tübingen, fährt ab. Nur 19 Zwischenhalte später erreiche ich Tübingen und bin froh nach einem Tag voller Erlebnisse wieder daheim zu sein.

Um zehn Uhr elf erreichen wir Sigmaringen. Am Bahnhof begrüßt ein in die Jahre gekom41


Impressum

Erscheinungsdatum 15. Dezember 2016

Herausgeber Freie Fachschaft Wirtschaftswissenschaften MohlstraĂ&#x;e 36 72074 TĂźbingen Tel: 07071/29-74656

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V.i.S.d.P. Yannick Schmidt & Philipp Graf

Sprechstunde Montag bis Donnerstag, 10-14 Uhr

Redaktion Yannick Schmidt & Philipp Graf

Sitzung Montag, 20 Uhr c.t.

Layout Yannick Schmidt, Philipp Graf & Anthony Sikorski

Bilder Deckblatt und Inhaltsverzeichnis CC0 pixabay

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Wort zum WiWi WS16/17_N°71  

Die Fachschaftszeitung der Freien Fachschaft Wirtschaftwissenschaften im Wintersemester 2016/17

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