MoMent Extra-Ausgabe, das Jahresheft 2021/22 (Herbst 2022)

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Jahresheft 2021/2022

MoMent Extra-Ausgabe

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer Herbst 2022

Jahresheft 2021/2022

der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

Impressum: Medieninhaber, Verleger, Herausgeber: Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer, mit freundlicher Unterstützung des VFWG (Verein zur Förderung der Waldorf-Gemeinschaft), Obmann: Josef Prüller / DVR-Nr: 7864 9742 / Absender: 1230 Wien, Endresstraße 100 / office@waldorf-mauer.at; moment@waldorf-mauer.at / Verlagspostamt: 1230 Wien; Zulassungsnummer: 13Z039641 M

MitarbeiterInnen und Redaktion: Nadja Berke, Holger Finke, Marion Giannelos, Margarete Goss, Herta Hans, Karl Hruza, Laura Jakel, Martin Kaufmann, Ursula Kaufmann, Christoph Kautzky, Lothar Trierenberg

Foto- und Bildnachweis: Nadja Berke, Paul Berke, Seweryn Habdank-Wojewódzki, Anna Pagitz, Lothar Trierenberg

Druck: Donau-Forum-Druck, 1230 Wien, aus umweltfreundlicher Druckproduktion

2 _ Jahresheft 2021-2022
MoMent Extra-Ausgabe Editorial, Nadja Berke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 3 Übergänge — Gespräch mit Graf Friedrich Leopold zu Stolberg, Holger Finke . . . . . . . . . . . . . . . Seite 5 Mündigkeit – auch und besonders in Bezug auf Medien, Ursula Kaufmann Seite 8 Die 12. Klasse Schuljahr 2021/2022 Seite 10 Themen der Abschlussarbeiten der 12. Klasse 2021/2022 Seite 11 Die 1. Klasse Schuljahr 2022/2023 Seite 13 Eine wunderbare 1. Klasse, Marion Giannelos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14 Erste Schultage, Laura Jakel Seite 14 Auf in die nächste Runde, Nadja Berke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 15 Die Themen der Abschlussarbeiten der 8. Klasse SJ 2021/2022 Seite 16 In Gedenken an Marion Platzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 17 Vorstellung Martina Bauer Seite 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schuljahr 2021/2022 Seite 18 Das Schuljahr 2020/2021 in Zahlen gegossen, Martin Kaufmann Seite 20 Jetzt ist endlich etwas passiert – Baubeginn auf 113 Seite 22 Gut Ding will Weile haben, Details zum Bau auf 113 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26 Powered by the Sun, Photovoltaik-Anlagen Seite 28

Liebe FreundInnen der Rudolf-Steiner-Schule Wien-Mauer!

Unsere Kinder erleben in ihrer Entwicklung viele Übergänge. Der Kindergarten beginnt mit einer „Eingewöhnungszeit“, den Schulstart lassen wir mit einem Fest beginnen, der Rubikon – schon als Wort selbst eine Metapher auf einen endgültigen Übergang –, die Pubertät, familiäre Übergänge durch Trennungen oder Verluste werden er- und durchlebt. Aber auch Migration, Integration, Genderdebatten, Klimakrise, Ereignisse wie die Corona-Pandemie und der Krieg in Europa und seine Folgen sind Herausforderungen, die gesellschaftliche Entwicklungsprozesse erfordern und auch an unsere Kinder und Jugendlichen Anforderungen des Umgangs mit ihnen stellen. Damit positive Bewältigung dieser Herausforderungen gelingen und für die Kinder und Jugendlichen nicht zu Überforderungen und Krisen führen, bedarf es guter Begleitung. Da wir aber als gesamte Gesellschaft, also auch wir Erwachsenen, Eltern und PädagogInnen, in diesen Übergängen stecken, braucht es wiederum eine gute und bewusste Vorbereitung für diese Begleitung unserer SchülerInnen und Kinder. Vielleicht kann uns eine noch bewusster wahrgenommene Erziehungspartnerschaft hier weiterhelfen. Gehen wir noch mehr dazu über, den Austausch innerhalb der Klassen, zwischen den Klassen und Stufen, zwischen den Eltern

und PädagogInnen wahrzunehmen. Gremien, Plattformen und Möglichkeiten zum Austausch gibt es an unserer Schule genug. Auch räumlich trennt uns derzeit nichts mehr, die zwölf Klassen befinden sich unter einem Dach! Versuchen wir doch noch mehr, nicht nur für uns selbst, unsere Familie, unsere Klasse, sondern weiter zu denken – mehr die Gemeinschaft im Blick und im Bewusstsein zu haben – langfristig wird das die einzige Möglichkeit sein, den Herausforderungen der Zeit zu begegnen – in der Schule, in der Welt.

Wie immer bietet das Jahresheft Rückblick auf das vergangene und erste Einblicke ins laufende Schuljahr. Beim Weiterblättern wünschen wir viel Freude beim Lesen des – wieder als Gespräch gestalteten – Artikels zum Thema Übergänge von Holger Finke sowie bei der Lektüre aller anderen Inhalte inklusive des Medienkonzepts das wir hier erstmals präsentieren.

Dieses Heft gibt es, weil Karl Hruza unermüdlich drangeblieben ist, auch dieses Jahr für eine Ausgabe des Jahresheftes zu sorgen. Vielen Dank Karl!

Für die Redaktion

Jahresheft 2021-2022 _ 3

gespräch mit graf Friedrich Leopold zu Stolberg

Redaktion

Herr Graf, vielen Dank, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind.

Stolberg

Lassen S‘ den Grafen weg. Wir wollen hier doch ganz zwanglos plaudern.

Redaktion

Das nehmen wir gerne an. Zwanglosigkeit steht bei uns an oberster Stelle.

Herr Stolberg, aufgewachsen sind Sie in Dänemark, 1775 bereisten Sie mit Goethe die Schweiz. Sie übersetzten unter anderem Homer und Platon und waren Ihr Leben lang schriftstellerisch tätig. Einige Ihrer Gedichte wurden von Franz Schubert vertont, darunter das Lied auf dem Wasser zu singen Über dieses Gedicht würden wir gerne mit Ihnen ins Gespräch kommen, da es uns, gerade auch aus dem Blickwinkel der Pädagogik, interessant erscheint.

Stolberg

Ich bin kein Pädagoge, umso mehr bin ich neugierig, welche pädagogischen Aspekte Sie an dem Gedicht entdecken.

Redaktion

Erlauben Sie, dass wir unsere Leserinnen und Leser zunächst mit Ihrem Gedicht vertraut machen:

Lied auf dem Wasser zu singen

Mitten im Schimmer der spiegelnden Wellen Gleitet, wie Schwäne, der wankende Kahn; Ach, auf der Freude sanft schimmernden Wellen Gleitet die Seele dahin wie der Kahn; Denn von dem Himmel herab auf die Wellen Tanzet das Abendrot rund um den Kahn.

Über den Wipfeln des westlichen Haines Winket uns freundlich der rötliche Schein; Unter den Zweigen des östlichen Haines Säuselt der Kalmus im rötlichen Schein; Freude des Himmels und Ruhe des Haines Atmet die Seel’ im errötenden Schein.

Ach, es entschwindet mit tauigem Flügel Mir auf den wiegenden Wellen die Zeit. Morgen entschwinde mit schimmerndem Flügel Wieder wie gestern und heute die Zeit, Bis ich auf höherem strahlenden Flügel Selber entschwinde der wechselnden Zeit.

Redaktion

Im Zentrum Ihres Gedichtes steht das Wasser. Schätzen Sie es so hoch?

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ÜBERgängE

Stolberg

Ich bin immer wieder in den Bann gezogen von einer bewegten Wasseroberfläche, die im Sonnenlicht schimmert. In jedem Augenblick entstehen neue Gestalten, die es nie vorher gab und die es nie wieder geben wird. Aus einer unendlichen Fülle von Möglichkeiten treten immer neue Formen für kurze Zeit ins Leben, um sich dann schnell und fließend zu verwandeln.

Redaktion

Die neuere Physik hat die Begriffe der Potenzialität und Aktualität geprägt und meint damit im Grunde genau das, was Sie soeben beschrieben haben. Die Potenzialität ist ein unendlicher Vorrat an Möglichkeiten, die Aktualität eine konkrete Realisierung aus dem Angebot der Möglichkeiten. Ständig finden in beide Richtungen Übergänge statt. Exakte Berechnungen, wann welcher Zustand wo eintritt, sind nicht möglich. Das heißt, wir haben es mit einem offenen System zu tun.

Stolberg

Ich sehe, das Wasser führt uns seit Millionen Jahren vor Augen, wofür die moderne Naturwissenschaft jetzt Beschreibungen findet.

Redaktion

Die Natur ist uns eben meist voraus. Sie sprachen von dem Gestaltenreichtum einer Wasseroberfläche. Stimmen Sie mir zu, dass das Wasser in seiner Tendenz zu immer neuen unwiederbringlichen Formen ein Bild für die Individualität und Wandlungsfähigkeit des Menschen ist? Uns ist diese Sicht auf den Menschen, und gerade auf den jungen Menschen, sehr wichtig.

Stolberg

Das Wasser ist tatsächlich ein gutes Bild dafür. Dichter haben das wohl immer schon gespürt. Denken Sie an Barthold Heinrich Brockes‘ Betrachtung wallender Wasserwogen oder Goethes Gesang der Geister über den Wassern. Beide nehmen das Wasser als Gleichnis für das Leben des Menschen.

Redaktion

Sie setzen in Ihrem Gedicht aber doch einen etwas anderen Akzent. Sie beschreiben vielmehr die Stimmungen und Gedanken, derer Sie bei einer Bootsfahrt teilhaftig werden. Sie setzen sich nicht mit dem Wasser gleich, sondern beobachten vielmehr die Natur und sich in der Gegenwart des Sees.

Stolberg

Mich hat eine Schilderung Rousseaus sehr beeindruckt und vielleicht auch zu meinem Gedicht inspiriert. Im fünften Spaziergang seines letzten Werkes Les rêveries du promeneur solitaire, Träumereien eines einsamen Spaziergängers, erzählt er, wie er mit einem Ruderboot auf den Bieler See hinausfuhr. Weit draußen auf dem See legte er sich auf den Boden des Kahns und ließ sich, hingegeben an das leichte Schaukeln des Bootes, lange Zeit dahintreiben. Dabei verfiel er in einen wunderbaren Schwebezustand. Er fühlte sich der Welt und der Zeit entrückt und wünschte, dieser Zustand möge nie enden.

Redaktion

Auch Ihr Gedicht strahlt eine große Gelöstheit aus. Man spürt einen weiten geklärten Blick. Sie schließen mit einer Reflexion über Ihre eigene Endlichkeit.

Stolberg

Die Atmosphäre auf dem See hat mich dahin geführt. Aber finden Sie nicht, dass speziell diese Betrachtung mehr die älteren als die jungen Menschen interessiert. Sie als Schule haben es doch ausschließlich mit jungen Menschen zu tun.

Redaktion

In der 11. Klasse arbeiten unsere Schülerinnen und Schüler drei Wochen in einer sozialen Einrichtung: Heime und Werkstätten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Altenheime, Häuser der Flüchtlingshilfe, um nur einige der Institutionen zu nennen. Es ist ganz gleichgültig, in welcher Einrichtung eine Jugendliche, ein Jugendlicher tätig ist, es werden existenzielle Fragen aufgeworfen, darunter auch die Frage nach der eigenen Verwundbarkeit, der eigenen Endlichkeit, der Fragilität der Welt.

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Stolberg

Wir Dichter sind infiziert mit einem Bewusstsein von der Fragilität allen Seins. Das lässt uns hinschauen und staunen.

Redaktion

Herr Stolberg, Sie standen mit vielen Autoren Ihrer Zeit in lebhaftem Austausch, eben auch mit Goethe. In seinem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie gibt es eine oft zitierte Passage. In dieser fragt der König die Schlange:

„Was ist herrlicher als Gold?“

„Das Licht“, antwortete die Schlange.

„Was ist erquicklicher als Licht?“, fragte jener.

„Das Gespräch“, antwortete diese.

Gold — Licht — Gespräch. Drei Kostbarkeiten, eine Dreiheit. Haben Sie mit Goethe einmal darüber debattiert, ob nicht das Wasser als vierte Kostbarkeit hinzutreten sollte?

Stolberg

Tatsächlich berührten wir in Karlsbad, wo ich ihn einmal besuchte, diese Frage. Goethe wurde nachdenklich, meinte aber schließlich, dass es bei einer Vierheit keine Mitte mehr gäbe.

Eine Dreiheit hingegen habe eine Mitte, die von dem Licht eingenommen werde. Er wolle dem Licht diese Stellung nicht rauben. Dem Wasser werde er bei anderen Gelegenheiten huldigen.

Redaktion

Ist nicht auch das Licht ein treffendes Bild für Übergänge und somit in gewisser Weise Spiegel für uns Menschen?

Stolberg

Mit Goethe sprach ich, wie Sie sich denken können, stundenlang über das Licht. Ich wünschte, Sie könnten ihm diese Frage stellen.

Redaktion

Wir werden uns bemühen, ihn für die nächste MoMent-Ausgabe als Interviewpartner zu gewinnen.

Stolberg

Ich kann Ihnen gerne seine Kontaktdaten geben. Beziehen Sie sich auf mich, wenn Sie ihn anschreiben.

Redaktion

Besten Dank, Herr Stolberg, für die Vermittlung.

Stolberg

Aber jetzt erklären Sie mir doch, warum das Licht für Sie ein Bild für Übergänge ist.

Redaktion

Das Licht reagiert so fein und spontan auf die Materie, die es durchwandert. In der Luft ist es geringfügig langsamer als im Vakuum, in dünner Luft schneller als in dicker, wenn es eine Glasscheibe durchquert, wird es gar um ein Drittel seiner Höchstgeschwindigkeit im Vakuum gebremst.

Stolberg

Das heißt, es ist wie ein Seismograph für die Dichte der Substanz, in der es sich befindet?

Redaktion

So könnte man sagen. In der Luft, vor einer Glasscheibe, ist es mit etwa 300 000 km/s unterwegs, in der Glasscheibe mit 200 000 km/s und in der Luft hinter der Glasscheibe wieder mit 300 000 km/s.

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Stolberg

Es verändert also augenblicklich seine Geschwindigkeit um 100 000 km/s. Ein Mirakel. Wie macht es das?

Redaktion

Besuchen Sie die nächste Physikepoche der 12. Klasse. Da wird über solche Dinge nachgedacht. Angeblich hilft hier nur ein quantenmechanischer Ansatz weiter. In Wasser, Ihrem bevorzugten Medium, ist das Licht übrigens mit etwa 225 000 km/s unterwegs.

Stolberg

Gott sei Dank vollziehen sich nicht alle Vorgänge mit Lichtgeschwindigkeit. Das macht uns Menschen das Leben leichter.

Redaktion

Der Neubau unserer Schule ist ein Beispiel für stark reduzierte Lichtgeschwindigkeit.

Stolberg

Ich hörte davon.

Redaktion

Der Baubeginn hat sich um mehr als vier Jahre verzögert. Diesen Herbst beginnen wir endlich.

Stolberg

Haben sich auch Vorteile durch die Verzögerung ergeben?

Redaktion

Allerdings. Äußere Parameter haben sich verändert. Die Architekten überarbeiteten die Pläne. Aktuellen Bedürfnissen der Schule wird jetzt noch besser entsprochen.

Stolberg

Ihr Schulleben ist derzeit reich an Übergängen, wie ich sehe. Das zeigt, wie sehr alles im Fluss ist.

Redaktion

Ich höre schon, das Wasser meldet sich wieder zu Wort. Daher sollten wir jetzt schweigen. Vielen herzlichen Dank, lieber Herr Stolberg, für Ihre kostbare Zeit, die Sie uns geschenkt haben.

Holger Finke unterrichtet Mathematik, Physik und Kunstgeschichte

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Mündigkeit – auch und besonders

Vieles verstehen wir Menschen besser, wenn wir zuerst einmal klarstellen, was nicht gemeint ist – unser Kopf ist nicht (nur) Dekoration, sondern eines der wichtigsten Einfallstore für Sinneswahrnehmungen, die uns die Welt begreifen, genießen, verstehen lehren, damit wir ihr sinngebend und sozial kompetent begegnen können. Er ist Schutz und Sitz für unser faszinierendes Gehirn, das all diese Sinneswahrnehmungen für uns ordnet, verarbeitet und verfügbar macht als Erfahrungen, die uns Schritt für Schritt souveräner mit der Welt in Verbindung bringen, um uns darin als soziale Wesen zu begegnen, sie zu gestalten, unser Leben sinnstiftend zu erleben. Um das leisten zu können, braucht es so viele Sinneseindrücke wie möglich – auch hier gilt, dass sozusagen die Datenmenge und die Datenqualität von größter Bedeutung sind. Wobei nicht oft genug aufmerksam gemacht werden kann, dass es essentiell wichtig ist, wann welche Sinneserfahrungen gemacht werden. Da ist das Wissen um die Entwicklung des Menschen (im Waldorf-Fachjargon „Menschenkunde“) maßgebend.

Aus diesem Wissen heraus leitet sich ab, was wir in der Waldorfschule als Medienkompetenz und Medienmündigkeit erachten: Nämlich nicht den möglichst frühen Umgang mit digitalen Geräten, um sie schnellstmöglich handhaben zu können, sondern die Ausbildung von bestmöglichen Grundlagen, um damit in adäquater und selbstreflektierter, eigenverantwortlicher und kritischer Weise damit umgehen zu können. Also mündig. Daher bauen wir unsere Medienerziehung folgendermaßen auf:

• In der Unterstufe geben wir durch die angewandte Waldorfpädagogik den Kindern das analoge und vor allem soziale Handwerkszeug mit und legen die Basis dafür, später (medien-) mündig zu werden,

• in der Mittelstufe vermitteln wir den fähigen Umgang mit (digitalen) Werkzeugen, die nötig sind, um sich in der digitalen Welt sicher zu bewegen,

• in der Oberstufe bringen wir den SchülerInnen vielseitige digitale Anwendungsmöglichkeiten näher und ergänzen den Lehrplan, der schon jetzt eine umfangreiche Auseinandersetzung mit Themen der heutigen Zeit umfasst, mit

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in Bezug auf Medien

Themen der digitalen Welt, um die SchülerInnen dem Ideal einen Schritt näher zu bringen, digital mündige Erwachsene zu werden, die mit einem Rucksack an Fähigkeiten, innerer Stärke, Neugierde und Reflexionsfähigkeit in die Welt hinausgehen.

Konkret bedeutet das, dass in der Unterstufe vor allem die Eltern am Zug sind: Die Medienvereinbarung und die Medienviertelstunde, die am Elternabend Bewusstsein schaffen soll, sind wichtiger Boden für den Raum, in dem sich die Kinder entfalten und stärken können.

In der Mittelstufe werden die Kinder mit ersten Workshops (Klasse 5 und 6) von der bewussten Nutzung des Mediums Buch und analogen Spielen, Projekten und Übungen zur digitalen Welt hingeführt und für deren Herausforderungen sensibilisiert.

In der Winterpause von Gartenbau wird in Zukunft in den Klassen 6 und 7 (heuer als Pionierphase nur in Klasse 7) der Umgang mit der Tastatur eingeübt, in Klasse 8 werden in

Hauptunterrichtsepochen, die sich dafür anbieten, Recherche- und Präsentationstechniken vorgestellt und erübt. Inhalte der Mittelstufe sind also: Wissen über Datenschutz, der Umgang mit Tastatur & Maus, Word, Power Point & Excel, das mündige Recherchieren im Internet, das Erstellen schriftlicher Arbeiten am PC sowie die ersten kreativen Projekte in der digitalen Welt, wie die Produktion von Hörbüchern, StopMotion-Filmen oder Ähnlichem.

Die Oberstufe bezieht alle bereits angesprochenen Themen in sämtlichen Unterrichtsgegenständen sinnvoll ein, darüber hinaus hat sie dezidierten Informatikunterricht von der 9. bis zur 11. Klasse, der in Grundzügen folgende Bereiche umfasst: Präsentation und Publikation, Datenschutz und Datensicherheit, Verschlüsselung, Theoretische Informatik und Computerlogik (Sprachen und Automaten), Datenbanken, Softwareentwicklung, Grundlagen des Programmierens (objektorientierte Programme, z.B. Java), Künstliche Intelligenz, Rechner und Netze, Geschichte des Internets.

Neu sind hier zum einen eine Informatikepoche in der 11. Klasse, die sich mit dem Programmieren und der Hardware beschäftigt und heuer das erste Mal stattfindet, und in der 12. Klasse der Plan, das ehemals dreiwöchige Wirtschaftspraktikum mit Inhalten zu füllen, die unserer Zeit gemäß und wichtig sind – Gemeinwohlökonomie, Umweltthemen und Digitalität. Diese Inhalte müssen erst gegriffen und in eine geeignete Form gebracht werden.

Wir evaluieren die bereits vorhandenen, nun aber bewusst in einen zusammenhängenden Bogen gebrachten Inhalte und jene, die wir neu gegriffen haben, zum ersten Mal im Halbjahr, um etwaige Adaptionen vornehmen zu können, ein weiteres Mal am Ende des Schuljahres, um unser Vorgehen für das folgende Jahr verfeinern und vorantreiben zu können. Wen das Medienkonzept in allen Details interessiert, der kann dies auf Wunsch im Handbuch „Wege zur Qualität“ nachlesen. Online – oder analog. Wir können beides!

Jahresheft 2021-2022 _ 9

Der 48. Jahrgang seit gr ündung der Schule

Die 12. Klasse SJ 2021/2022

Beginn September 2010 mit Christine Rumetshofer, ab SJ 2018/2019 mit Holger Finke

In der 12. Klasse waren ...

Essed Enorme

Valerie Födinger

Amelie Bengesser

Paul Berke

Carolyn Caemmerer

Xaver Fürth

Philomena Goss

Mateusz HabdankWojewódzki

Lina Hammer

Jonah Hill

Paul Kaufmann

Raphael Krieger

Sina-Johanna Leser

Simon Mehraii

Nuria Amelie Moosbrugger

Makhare Ninidze

Anna Pagitz

Die Klasse haben zu einem früheren Zeitpunkt verlassen:

Noah Dehinde

Benedikt Reiner

Kishan Doujak

Jana Brenner

Benjamin Wittmann

damals (2011)

Nicolas Woodford

Denizhan Yerli

Alexander Ebner

Jakob Skerjanz

Catriona Binder

Lucia Wünsch

Benjamin Czech

Lara Peska

Natan Steinbach

Mia Scholz

Jana Svoboda

Julian Tesch

Anna Helene Vogt

Samuel Wetter

Amelie Wolf

10 _ Jahresheft 2021-2022

Themen der Abschlussarbeiten der 12. Klasse SJ 2021/2022

Amelie Bengesser

Kampfkunst vs. Kampfsportganzheitliche Betrachtung

Paul Berke

Eine Gegenüberstellung des deutschen Schriftsystems mit dem japanischen Schriftsystem

Carolyn Caemmerer

Der Einfluss von Musik auf das menschliche Gehirn

Essed Enorme

Filipino culture as artwork

Valerie Födinger

Die Macht der Sprache in NLP und Framing

Xaver Fürth

Die meistgetragene Hose der Welt

Philomena Goss

Kindliche Sexualiät

Mateusz Habdank-Wojewódzki Videospielentwicklung

Lina Hammer Macht Glück glücklich?

Jonah Hill

Programmieren in Python

Paul Kaufmann

Die Zeit im Wandel der Geschichte

Raphael Krieger Venedig

Sina Leser Von Gemälderestaurierung bis Pflanzenfarben

Nuria Moosbrugger Autismus

Makhare Ninidze Kreativität und Künstliche Intelligenz

Anna Pagitz Soziale Ungleichheit: Ursachenforschung und Lösungsansätze

Mia Scholz

Tiere als Therapie - Wie funktioniert das?

Jana Svoboda Meditation - Ein Weg zu sich selbst

Julian Tesch Kalligrafie

Anna Vogt

Das absolute Gehör

Samuel Wetter Geschichte und Zukunft der Raumfahrt

Amelie Wolf Yoga und heute (2022)

Jahresheft 2021-2022 _ 11

Die 1. Klasse SJ 2022/2023

Der 60. Jahrgang seit gr ündung der Schule

Marion Giannelos ...

geboren am 8. Mai 1982 in Wien

1988-2000 Schülerin der Waldorfschule Wien-Mauer

2001 Matura am ORG Anton Kriegergasse

2001-2004 Studium Musiktherapie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien

2007-2010 Ausbildung zur Waldorfpädagogin am Zentrum für Kultur und Pädagogik

Seit 2007 mit großer Freude Lehrerin an der Waldorfschule

Wien-Mauer in den Klassenstufen 1-10

Ausbildung zur Mediatorin, Legasthenietrainerin und Lerndidaktikerin

Glücklich verheiratet, aufgehoben in einer großen und wundervollen Familie und mit ganzer Liebe und aus vollstem Herzen gerne Mutter von drei wunderbaren Töchtern

... und die Kinder der 1. Klasse am 1. Schultag

Flora Boustani

Isabell Domfeh

Juna Filipot

Leonora Gabriel

Leopold Gratz

Sylvia Alexandra Griva

Neal Haas

Pietro Sevak Ipekdjian

Elias Jakel

Ena Akane Kleinlercher

Luise Kohlhammer

Eloisa Kometer

Anisha Lieberzeit

Lidia Elisabeth Müllner

Vincent Ott

Samuel Persoglio

Lennox Pieper

Diana Pinter

Alina Schär

Ambrus Armin Scheer

Leopold Schmid

August Schmid-Schmidsfelden

Louisa Sekanina

Liam van Gijzen

Laurin Daniel

Waldmann-Hinteregger

Enqi Wang

Franca Weber

Levy Jakub Weyerer

Jahresheft 2021-2022 _ 13

Eine wunderbare 1. Klasse

28aufrechte Kinder, die mir jeden Tag gegenüberstehen, die – wie eine Schale – alles blitzschnell und freudig aufnehmen, was ihnen angeboten wird, die die Welt voller Staunen, Neugierde und Wissensdurst betrachten, die mir täglich zeigen, wie viel Neues es zu entdecken gibt.

„Ich glaube, die ganze Welt besteht aus Geraden und Gebogenen“, höre ich ein Kind beeindruckt sagen. Wo die Formen von den Kindern auch überall gesehen werden können! In der Natur, am Menschen, sogar an Katzen, die aus dem Fenster schauen oder alten Schränken, die schon oft repariert werden mussten.

Ich wünsche den Kindern der 1. Klasse, dass sie ihre Offenheit, ihre Wissbegierde, ihre Aufmerksamkeit, ihre Begeisterung, ihre Freude und ihren Forscherdrang behalten und uns „Großen“, dass wir alle uns daran erinnern, uns von ihnen anstecken und inspirieren lassen können.

Erste Schultage

Mein

kleiner Bruder war schon Tage vorher aufgeregt. Wann beginnt die Schule endlich? Was machen wir dort? Wie wird das werden? Was hat es mit dieser Geheimniskrämerei um den ersten Schultag herum auf sich? Denn er wusste schließlich nichts von der Sonnenblumenübergabe und dem Blumentor. Und ich – ich fieberte mit. Ich kann mich noch genau erinnern, wie aufgeregt ich an meinem ersten Schultag war. Wie sehr ich mich über meine Schultüte gefreut hatte, wie stolz ich war, endlich ein Schulkind zu sein. Alles ist so neu und anders, wenn man in die Schule kommt. Und ein bisschen machte ich mir auch Sorgen. Ob mein kleiner Bruder sich gut in der Klasse zurecht finden würde?

Dann war er da, der große Tag. Sein erster erster - und mein letzter erster Schultag. Noch ziemlich müde hatte mein kleiner Bruder in der Früh etwas gebraucht, bis er die Schultüte entdeckte, die über Nacht auf dem Küchentisch aufgetaucht war. Doch dann war die Freude groß – eine AnnaElsa-Schultüte! Noch zwei Stunden, bis er zur Schule fahren konnte, viel zu lange seiner Meinung nach. Ich musste

14 _ Jahresheft 2021-2022

jedoch schon losfahren, da die Schule für alle anderen zwei Stunden früher begann. Aber ich versprach ihm, dass wir uns später sehen würden.

Endlich waren die zwei Stunden vorbei und ich nahm, fast genauso aufgeregt und hibbelig wie mein kleiner Bruder, mit meinen Klassen im Festsaal Platz. Mein kleiner Bruder wartete schon im Publikum und winkte mir zu. Als Frau Giannelos seinen Namen aufrief, kam er lächelnd, aber etwas nervös durch das Blumentor. Ich übergab ihm die Sonnenblume und wollte ihn zu seinem Platz führen. In all der Aufregung lief mir mein kleiner Bruder am Weg zu seinem Platz fast davon. Nach der Zeremonie saßen wir zu viert im Park zusammen und er konnte endlich seine Schultüte auspacken. Was für ein schöner Start in mein letztes Schuljahr.

Ich wünsche allen Erstklässlerinnen und Erstklasslern ein gutes Ankommen im Schulalltag und ein wunderschönes erstes Schuljahr.

Auf in die nächste Runde

Viel Aufregung herrschte auch bei Luise, meiner Nichte, in Vorfreude auf den ersten Schultag. Doch als es dann soweit war und sie aufgerufen wurde, marschierte sie ganz alleine zwischen den Publikumsreihen nach vorne und durch das Blumentor, wo schon Frau Giannelos und ihr Cousin Theo auf sie warteten, um sie willkommen zu heißen.

Vom großen Cousin, dem Zwölftklässler, die Sonnenblume zu bekommen, war Luise sehr wichtig und davor schon abgesprochen worden. Die Aufregung ließ trotz allem erst nach, als die neue erste Klasse, ihrer stolz strahlenden Erstklasslehrerin folgend, in ihrem ebenso neuen Klassenraum angekommen war.

Für uns, Onkel Matthias und Tante Nadja, Cousin Paul, der letztes Jahr hier seine 12. Klasse abgeschlossen hat und Cousin Theo, der heuer sein letztes Jahr an dieser Schule gestartet hat, schließt sich ein Kreis. Es ist ein bisschen wie ein Generationswechsel – die einen gehen, die anderen kommen. Für meine Schwester Nina, Luises Mutter, und mich ist es ein noch größerer Kreis, der sich schließt, da wir beide ebenfalls 12 Jahre an dieser Schule zugebracht haben… wann das war? Lange her!

Wir alle wünschen Luise und all ihren MitschülerInnen eine unbeschwerte und freudvolle Unterstufenzeit, eine spannende und positiv herausfordernde Mittelstufenzeit und eine großartige Zeit des Erlebens und Lernens in der Oberstufe mit all den gemeinsamen Feiern, Reisen, Praktika und all den neuen Bauteilen des sich stetig der Gegenwart anpassenden Lehrplans.

Wie schön auch zu wissen, dass diese Klasse in zwei Jahren einen neuen großen Turnsaal bespielen und in schöne neue Klassen- und Horträume einziehen wird! Möge sich der Kreis von Luises 12 Jahren zu ihrer Zufriedenheit schließen!

Jahresheft 2021-2022 _ 15

Die THEMEn der ABScHLuSSARBEITEn der 8. Klasse SJ 2021/2022

Emma Amann

Mein Stammbaum

Leon Aumayr The way of the hunter

Anouk Belaid-Salcher Tanz

Lina Chahed Die Schauspielerei

Krzysztof Habdank-Wojewódzki Mixing in Key

Simeon Hartmann Manga Zeichnen

Klara Herzfeld

Das Bild der Frau in Cinderella (1697, 1950, 2015, 2021)

Senaid Hokic

Mein Bogenbau

Keanu Jobbagy

Mein eigener Comic

Lucca Kautzky

Sozialbauten von Harry Glück

Violetta Khol Street Art / Graffiti

Christiaan Knöpfler Die Konstruktion eines Personal Computers

Jukka Ilias Kollewijn Über Strom und Elektrizität

Xavier Konas Tricking

Martin König-Hollerwöger Modellauto und die Entdeckung des Verbrennungsmotors

Laurenz Langfelder Mode als Kunst

Sophie Langthaler Frauenrechte

Jainaba Mbye Tiefsee und Marianengraben

Levinia Micksche Gebrannte ErdeKreativität, Freude, Hingabe

Samira Mohammadi Mode im Laufe der Zeit

Zoe Nyarady Die Frauen im Mittelalter

Flora Osterbauer Propaganda im Zweiten Weltkrieg

Julie Sautner Das Bühnenbild

Aurel Schmid Wildtierfotografie

Maya Shopova Mental Health (disorders)

Jannik Timmel Klavierspielen lernen mit Unterstützung aus dem Internet

Caroline Tombe Kochen & Essen

Alexander Vogt

Die Erfindung der Dampfmaschine

16 _ Jahresheft 2021-2022

M ARTInA BAuER

Da sitz' ich nun und denk' über mich nach. Was kann man da schreiben? Es soll auf keinen Fall ein fünfbändiger Band werden … nicht, dass es so viel zu schreiben gäbe, eher kurz sollte es sein. Das ist gar nicht so einfach. Als Erstes fällt mir ein, dass ich Musik liebe. Sie hat mich schon mein ganzes Leben begleitet. Bereits als Kind war es in meiner Familie üblich, Musik zu hören und zu musizieren, daher war es klar, dass ich auch in ein Gymnasium mit Schwerpunkt Musik gehen würde. Geboren bin ich in Klagenfurt, und da bot sich also das Musikgymnasium Stift Viktring an. Dort absolvierte ich auch die Matura und begann danach mit dem Studium an der Hoch-

schule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Mein Fach: Schlagwerk.

In der Volksschule war mein absolutes Lieblingsfach Handarbeiten. Das kreative Arbeiten begeisterte mich, und so kam es, dass ich dann doch mein Musikinstrument gegen die Nähmaschine austauschte. Nach der Ausbildung zur Schneidermeisterin begann ich mit der Ausbildung zur Waldorflehrerin und schloss diese mit dem Diplom ab. Am Ende der Ausbildung startete ich in der Freien Waldorfschule Wien West und unterrichtete dort viele, viele Jahre. In den letzten Jahren mehr in der Oberstufe, mit den Fächern Geschichte, Deutsch und Kunstgeschichte.

Oh! Ich merke gerade, das wird zu ausführlich. Jetzt heißt es, sich auf das Wesentliche zu beschränken! Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, die beide 12 Jahre in der RudolfSteiner-Schule Wien-Mauer waren. Vor einigen Jahren hat es mich ausbildungsmäßig wieder gepackt, und ich habe an der Universität Wien das Studium der Geschichtswissenschaft begonnen. Seit zwei Jahren unterrichte ich bereits das Fach Geschichte in der Oberstufe in Mauer, heuer kommt noch die 8. Klasse dazu, was mir sehr viel Spaß macht. Noch eine Sache, die mir zu mir einfällt: Ich habe es gerne lustig! Den Humor nicht zu verlieren, erscheint mir in allen Lebenslagen wichtig. Da stimme ich gerne mit Charlie Chaplin überein:

„Wer das Leben zu ernst nimmt, braucht eine Menge Humor, um es zu überstehen. Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“.

In gedenken an M ARIon PLATzER

Marion Platzer hat 1989 mit einigen „Schnupperstunden“ an unserer Schule begonnen, Englisch zu unterrichten. Obwohl sie nicht wirklich hier unterrichten wollte, sprang sie sofort ein, als wegen eines Todesfalls dringend eine ganze Stelle besetzt werden musste.

Später übernahm sie auch die Aufgabe einer Tutorin, als das nötig wurde. Für alle Anliegen von Kolleginnen und Kollegen hatte sie immer ein offenes Ohr. Freundlich und geduldig widmete sie sich den Schülerinnen und Schülern. 2007 ist sie in den Ruhestand eingetreten. Sie ist im Sommer 2022 verstorben.

Ein herzliches Danke für die Zeit, die wir mit ihr zusammenarbeiten durften!

Herta Hans im Namen aller Kolleginnen und Kollegen von damals

Jahresheft 2021-2022 _ 17

° im Kindergarten

Frau Elisabeth Bonsels

Frau Nina Chab

Frau Xu Hui Chen

Frau Ursula Dotzler

Frau Anja Herkommer

Frau Ursula Hielscher

Herr Michael Knopp

Frau Welmoed Kollewijn

Frau Jessica Melchinger

Frau Cora Pieper

Frau Ute Reumann

Frau Esther Schmidt

Frau Martina Schmidt

Frau Milica Simovic

Frau Eva Sindelek

Frau Isabella Skarek

Frau Magdalena Sperl

Herr Michael Svoboda

Frau Claudia Tiedge

Frau Michaela Tobler

Frau Karoline Weirich

° im Hort

Frau Betsabeh Aghamiri

Frau Elisabeth Dragschitz

Herr Jonas Finkenstädt

Frau Saskia van Gijzen

Herr Gerald Grestenberger

Frau Michelle Jany

Frau Lena Kames

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

° in der Verwaltung

Herr Ewald Braunstein (Küche)

Herr Georg Ebner (Küche)

Frau Sandra Fessl (Küche)

Frau Susanne Genswein (Schulsekretariat)

Herr Gias Kazi (Küche)

Frau Jelena Milosevic (Reinigung)

Frau Ulrike Nedved (Buchhaltung und Lohnverrechnung)

Herr Wolfgang Seyringer (Schulwart, Haustechnik)

Frau Nermina Sisic (Reinigung)

Herr Engelbert Sperl (Geschäftsführung)

° im Vorstand

Herr Martin Kaufmann (Eltern, Kassier)

Frau Angelika Kellner (Kollegium)

Herr Gerhard Rumetshofer (Eltern, Schriftführer)

Frau Karin Schadl (Eltern)

Frau Eva Sindelek (Kindergarten)

Herr Engelbert Sperl (Eltern, geschäftsführender Obmann)

Herr Lothar Trierenberg (Eltern)

Frau Rita Welte (Kollegium, Direktorin nach Außen)

18 _ Jahresheft 2021-2022

im Schuljahr 2021/2022

° in der Pädagogik

Herr Stefan Albrecht (Musik, Chor, Orchester)

Frau Elisabeth Alscher-Bassenheim (Buchbinden, Kartonagen, Spinnen/Weben, Landwirtschaftspraktikum)

Frau Anna-Maria Ammering (Klassenlehrerin 1. Klasse)

Frau Christina Bauer (Klassenlehrerin 4. Klasse, Spielturnen)

Frau Martina Bauer (Geschichte)

Frau Miriam Bijkerk (Musik)

Frau Christine Bolleter (Klassenlehrerin 8. Klasse)

Frau Ulrike Borovnyak (Englisch, Spanisch, Tutorin 10. Klasse)

Frau Barbara Budin-Schwartz (Begleitlehrerin)

Herr Jakob Butschle (Religion – Christengemeinschaft)

Frau Ekaterina Chebova (Russisch, Tutorin 9. Klasse)

Frau Barbara Dalik (Förderunterricht)

Frau Christiane Dostal (Handarbeit, Religion – freichristlich)

Herr Holger Finke (Mathematik, Physik, Kunstgeschichte, Tutor 12. Klasse)

Herr Heinz Genswein (Handwerk)

Frau Marion Giannelos (Epochen 7. Klasse)

Frau Olga Glazkova (Russisch)

Frau Krishna Hader (Handarbeit)

Frau Tanya Hanna (Eurythmie)

Frau Franziska Heller-Meixner (Biologie, Chemie, Geographie, Tutorin 11. Klasse)

Frau Andrea Hänsel (Sport, Biologie)

Frau Natascha Hermann (Klassenlehrerin)

Herr Johannes Ickelsheimer (Chemie, Physik)

Frau Ursula Kaufmann (Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik)

Frau Angelika Kellner (Wirtschafts-Geographie, Englisch)

Frau Natascha Kennedy (Klassenlehrerin 7. Klasse bis Semesterferien)

Frau Jennifer Kittel (Religion – römisch-katholisch)

Herr Alfred Kohlhofer (Plastizieren)

Frau Welmoed Kollewijn (Eurythmie)

Frau Monika Kossdorff (Heileurythmie)

Herr Wilhelm Kvasnicka (Sport)

Frau Laetitia Lernpeiss (Schulärztin)

Frau Julia Lingl (Deutsch, Geschichte, Sozialkunde)

Frau Margret Loy (Zeichnen, Malen)

Herr Klaus Madzak (Geschichte)

Frau Adinda Meijts (Schneidern)

Frau Lena Michailova (Handarbeit, Schneidern)

Frau Ingeborg Mühlegger (Förderkreis, Psychologin)

Frau Eveline Myska (Gartenbau)

Herr Vyacheslav Nurgaliev (Russisch)

Herr Ramon Reichert (Informatik)

Frau Konstanze Reiner-Friedl (Förderunterricht)

Frau Julia Röhsler (Begleitlehrerin)

Frau Christine Rumetshofer (Klassenlehrerin 6. Klasse)

Herr Manuel Saurer (Sport, Tutor 9. Klasse)

Frau Maria Simeonova (Klavierbegleitung Eurythmie)

Frau Valentina Sobol (Russisch)

Herr Oskar Sperl (Religion – Christengemeinschaft)

Frau Maria Stern (Eurythmie, Sozialkunde/Politische Bildung)

Herr Dimitri Stukalin (Mathematik, Vermessungspraktikum)

Frau Brigitta Svoboda (Klassenlehrerin 5. Klasse, Religion – freichristlich)

Frau Ursula Taucher (Förderunterricht)

Frau Sabine Trierenberg (Klassenlehrerin 2. Klasse, Volkstanz)

Frau Saskia Van Gijzen (Englisch)

Herr Leonhard Weiss (Geschichte, Philosophie, Psychologie)

Frau Rita Welte (Englisch, )

Frau Margarete Wolleitner (Religion – Evangelisch)

Herr Kuros Zahedi (Werken, Englisch)

Jahresheft 2021-2022 _ 19

Rudolf Steiner-Schulverein Wien-Mauer gEWInn- unD VERLuSTREcHnung

20 _ Jahresheft 2021-2022 Erträge € % Aufwände € % Elternbeiträge 1 .384.152,98 46,9% Personal 2 .439.895,00 82,7% Spenden 259.439,16 8,8% Subventionen Stadtschulrat 1 19.250,58 4,0% Sachaufwand 4 45.518,57 15,1% Förderung Unterrichtsmittel 9.306,20 0,3% Zuschüsse MA10 69 9.434,08 23,7% Mieten sonstige 16.403,85 0,6% Arbeitsmarktförderung 43.970,15 1,5% Mitgliedsbeiträge 6.067,58 0,2% Abschtreibungen Div. Erlöse 6.800,00 0,2% - S achanlage, Gebäude 37.954,12 1,3% Zins-/Wertpapiererträge 370,07 0,0% - B etriebsausstattung 1 2.080,47 0,4% Erträge Vermietung 16.905,42 0,6% Versicherungserlöse 6 0,00 0,0% Summe Aufwände 2 .951.852,01 100,0% Erlöse Küche 1 10.135,34 3,7% Auflösung RSt - 0,0% Subvention AMA 956,05 0,0% Subvention Forstprojekt - 0,0% Subvention Bund 214.631,38 7,3% Subvention Nachmittage 2 2.736,70 0,8% Summe Erträge 2 .951.852,01 100,0%
den Zeitraum
für
von 1.9.2020 bis 31.8.2021

Wir, die größte Waldorfschule Österreichs, haben im Schuljahr 2020/2021 eine Ergebnisverbesserung erreicht, die allerdings nicht so hoch ausgefallen ist, wie angestrebt. Einnahmenseitig standen Erhöhungen bei Elternbeiträgen und Spenden Reduktionen bei den Subventionen gegenüber. Ausgabenseitig schlugen sich erhöhte Gehalts- und Instandhaltungskosten in der Bilanz nieder. Dennoch ist der Ausblick positiv, das Ergebnis auch im kommenden Jahr weiter verbessern zu können, da konkrete Maßnahmen zur Einnahmensteigerung und Kostensenkung gesetzt werden konnten. Um diesen Weg professionell fortführen zu können, suchen wir zum ehestmöglichen Eintritt eine/n

Kassier/in und Finanzverantwortliche/n (m/w/d)

Vorstandsmitglied

Als Teil unserer Schulführung und in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, dem Vorstand und dem Schulleitungskreis sowie unter der fachkundigen Mitarbeit unserer Buchhalterin/Personalverrechnerin verantworten Sie die Finanzgebarung unseres Schulvereins. Sie sollten über Basiskenntnisse in der Betriebswirtschaftslehre, Verständnis für Zahlen, gute Kenntnisse in Excel und die Motivation, sich auf anthroposophische Arbeitsweisen einzulassen, verfügen. Kritisches Denken und rasche Auffassungsgabe sind Voraussetzung für diese Position.

Das Gehalt für diese Tätigkeit ist ausschließlich ideell, der notwendige Einsatz absolut real. Bewerbungen und Vorschläge bitten wir, an die Vorstandsadresse vorstand@waldorf-mauer.at zu senden.

rss_Basar2022_az_190x65.qxp_Layout 1 18.10.22 13:41 Seite 1

WALDORF ADVENT BASAR 25.–26.11.2022 IM MAURER SCHLÖSSL
Martin Kaufmann

Jetzt ist endlich etwas passiert Baubeginn auf 113

ach vielen Jahren der Vorbereitung, Planung, Verhandlung, Umgestaltung und Neueinreichung haben wir nun endlich den Durchbruch geschafft, und der Neubau unserer Unterstufe konnte im Oktober 2022 gestartet werden. Um dieses Projekt umsetzen zu können, mussten im Herbst alle Klassen, jede Unterrichtsstunde und auch der ganze Hort im „alten“ Schlössl untergebracht werden. Der Kindergarten übersiedelte in das Stammhaus Marktgemeindegasse –wir rückten zusammen, um etwas Neues entstehen zu lassen.

Die Baumaschinen werden bald auffahren, dann wird uns die Aussicht auf dieses Neue auch leichter durch die Zeit tragen. Wir werden laufend über den Baufortschritt berichten und stehen für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Lothar Trierenberg, Engelbert Sperl, Gerhard Rumetshofer und Christoph Kautzky – für den Vorstand

Die (lange) geschichte zu unserem neubauprojekt

2013 Herbst

B eschluss zum Neubau auf 113

2014 Frühling

Auswahl von 6 Architektur-Büros für einen Wettbewerb

2014 August

Klausur mit allen LehrerInnen, Kindergarten und Vorstand zur Erhebung des Raumbedarfes und der Aufteilung zwischen Schlössl und Neubau

2014 Herbst

Ausschreibung des geladenen Wettbewerbes

2015 Februar

Wettbewerbs-Jury entscheidet, bestes Projekt von Dietrich/Untertrifaller gemeinsam mit Andi Breuss

2015/2016

Nach ersten Gesprächen mit der Stadt Wien müssen die Pläne für einen gesamten Neubau geändert werden, da das alte Haus nicht abgerissen werden darf. Dietrich/Untertrifaller bekommen den Auftrag ihr Projekt umzuarbeiten.

2016 November

Einreichung

2017 März

Bauverhandlung >>

N
Erdgeschoß
grundriss

grundriss untergeschoß

2017 Oktober

Ein positiver Baubescheid wir ausgestellt.

2017 November

Anfechtung des Baubescheids durch einige Nachbarn. Die von uns erreichte Ausnahmegenehmigung für eine Überschreitung der Baufluchtlinie Richtung Garten, um die Turnhalle in der erforderlichen Größe zu bauen, wird als unzulässig eingeschätzt und angefochten.

2018 September

Verhandlung über die Beschwerde beim Wiener Verwaltungsgericht (VGW)

2019 Jänner

Erkenntnis des VGW: Aufhebung des Baubescheids

2019 Februar

Revisionsantrag durch den Schulverein beim Bundesverwaltungsgerichtshof (BVwG)

2020 März

BVwG gibt den Einsprüchen der Nachbarn recht und hebt damit den Baubescheid in oberster Instanz auf – Stopp unseres Schulbauprojektes!

2020 Sommer

Die Stadt Wien überarbeitet den Flächenwidmungsplan rund um den Maurer Hauptplatz. Bei dieser Überarbeitung kann unser geplantes Schulgebäude eingearbeitet werden.

2022 Februar

Der neue Flächenwidmungsplan wird im Wiener Gemeinderat beschlossen.

2022 Frühling

Überarbeitung der Pläne durch neue Vorgaben der Schule und Anpassungen an den neuen Flächenwidmungsplan

2022 Juli

Einreichung

2022 August

Freigabe des vereinfachten Bauverfahrens nach §70a durch die Baupolizei, da der adaptierte Plan keine Ausnahme der Bauordnung benötigt und zu 100% innerhalb des Flächenwidmungsplanes liegt

2022 September

Die Firma HANDLER-Bau wird als Generalunternehmer gewonnen, ein Familienbetrieb aus Niederösterreich, der aus dem Kernbereich Holzbau/Zimmermann kommt und mittlerweile auch Hochbau anbietet.

2022 Oktober

Baubeginn

2022 Herbst/Winter

Grundsteinlegung – Fest der Schulgemeinschaft

2024 Frühling

Geplante Fertigstellung

Die Architekten:

Aus dem geladenen Ideenwettbewerb wurde die Arbeitsgemeinschaft Dietrich/Untertrifaller Architekten mit Andi Breuss 2015 als Planer für unsere neue Schule ausgewählt. Beide Büros sind spezialisiert auf das Bauen mit natürlichen Baustoffen und haben

grundriss obergeschoß

auch unser Schulhaus vorwiegend aus Holz und Lehm geplant. Das Büro Dietrich/Untertrifaller Architekten besteht seit 1994 und ging aus der 1986 begonnenen Zusammenarbeit zwischen Helmut Dietrich und Much Untertrifaller hervor. Das Büro beschäftigt derzeit über 130 Mitarbeiter in den Niederlassungen in Bregenz, Wien, St. Gallen, Paris und München, welche Projekte direkt oder in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Partnerbüros abwickeln.

Die Projekte von Dietrich/Untertrifaller haben eine starke Beziehung zum Ort und seinem Umfeld, sind aus der Situation und dem Programm entwickelt. Dies garantiert differenzierte Lösungen, Individualität und Unverwechselbarkeit. Bestehendes und Neues ergänzen einander und führen zu einem spannenden Gesamtergebnis. Der sparsame Umgang mit Ressourcen und der richtige Einsatz von Materialien ist ein bestimmender Faktor ihrer Architektur.

Zahlreiche Schulbauten haben Dietrich/Untertrifaller schon umgesetzt und zeichnen sich dadurch für unser Bauprojekt besonders aus.

Andi Breuss gestaltet seit 1989 architektonische Räume und Objekte, die Bedürfnisse und Sinne der Nutzer fördern. Natürlicher Geruch, haptisch taktile Sinnlichkeit sowie ein körperverträgliches und gesundes Raumklima durch die Verwendung von natürlichen unbehandelten Materialien prägen seine Räume, die durch lichtstreuende Oberflächen den Nutzer und die Architektur in ein warmes und schönes Licht tauchen.

Andi Breuss ist ein ausgewiesener Spezialist für Lehmbau. Mit

seinem Büro setzt er Lehm mit neuen innovativen Lösungsansätzen ein und verknüpft ihn mit einer zeitgemäßen Architektur. Seit 2010 ist er an der New Design University in St. Pölten als Lehrbeauftragter tätig und setzt zahlreiche Forschungsprojekte rund um das Bauen mit Lehm um.

Die Baufirma:

Wir haben mit HANDLER Bau ein niederösterreichisches Familienunternehmen mit 160jähriger Geschichte gefunden, das unseren Schulbau als Generalunternehmer umsetzten wird. HANDLER war zu Beginn ein reines Holzbauunternehmen, womit sie die Richtigen für unseren Bau aus natürlichen Baustoffen sind. Seit vielen Jahren ist die Firma HANDLER aber auch als Dachdecker- und Hochbau-Unternehmen tätig, womit drei der wichtigsten Themen unseres Baus in einer Hand sind. Die Erfahrung von HANDLER in der Abwicklung großer Projekte als Generalunternehmer hat uns die Entscheidung leicht gemacht, auch für unseren Schulbau mit einem Unternehmen als Partner zu arbeiten und nicht selbst alle Gewerke zu koordinieren.

Auch unsere Architekten haben schon mehrmals mit HANDLER zusammen gearbeitet, und wir hoffen, dass uns all diese Erfahrungen auch in der Realisierung von „113“ helfen werden.

grundriss Dachgeschoß

gu t Ding will Weile haben

Wir freuen uns, dass das Änderungsverfahren zur Flächenwidmung erfolgreich abgeschlossen wurde und es seit Frühjahr dieses Jahres „Grünes Licht“ für die Erweiterung des Schulstandortes in der Endresstraße gibt. Die Planung läuft seither auf Hochtouren – der Entwurf wurde bereits an die neue Flächenwidmung angepasst, das Projekt baubehördlich abgestimmt und die Ausführungs- und Detailplanung begonnen. Damit dürfte dem avisierten Baubeginn im November nichts mehr im Wege stehen. Erste Abbrucharbeiten haben bereits begonnen, sodass der Baugrubenaushub für die neue Turnhalle in diesem Jahr noch erfolgen kann. Die geplante Erweiterung wird im Bereich des erhaltenswerten Bestandes und des Untergeschosses in Massivbauweise errichtet. Der angrenzende oberirdische Neubau samt seiner signifikanten Dachsilhouette wird hingegen als Holzkonstruktion – bestehend aus Rippen- und Hohlkastenelementen – ausgeführt.

Bei den Umbauarbeiten bleibt die historische Fassade des straßenseitigen Bestandsgebäudes unverändert. Das Straßenbild soll als zusammenhängendes Ensemble von baulichen Interventionen unberührt bleiben, sodass die Dachform an der Stelle des heutigen Dachfirstes abknickt, um das Gesamtvolumen optisch aufzulösen.

Der kleinteilige, hintere Gebäudeteil sowie das Bestandsdach werden rückgebaut und durch großzügige, natürlich belichtete Foyer- und Erschließungsbereiche ersetzt. Der angefügte Zubau mit neuem Turnsaal und den Klassenzimmern befindet sich im südlichen Teil des Grundstücks und direktem Bezug zu Garten. Die neue Dacheindeckung übernimmt die Farbe des bestehenden Daches und verbindet gleichermaßen die alten und neuen Gebäudeteile zu einem einheitlichen Gesamtensemble.

Im Erdgeschoß des Bestandes befindet sich der zentrale Zugang des Kindergartens sowie der Haupteingang der Schule. Über das angrenzende Foyer gelangt man in den neuen Speisesaal mit moderner Schulküche. Der Speisesaal öffnet sich großzügig zum geschützten Innenhof und bietet einen attraktiven Ausblick in den üppig begrünten Garten mit imposantem Baumbestand. Die vorgelagerte Ter-

rasse ermöglicht die Mittagspause unter „freiem Himmel“ und lädt zum Verweilen in den Nachmittagsstunden ein. In den Obergeschoßen des Bestandes folgen Lehrerzimmer und die Fachbereiche Musik, textiles Werken, Eurythmie sowie Förder- und Ruheräume. Ein natürlich belichtetes Stiegenhaus bildet das bauliche Bindeglied zwischen Alt- und Neubau und zoniert die straßenseitigen Fachbereiche von den gartenseitig angeordneten Klassenräumen inklusive Hort und Turnsaal. Letzterer befindet sich – neben den dazugehörigen Umkleide- und Sanitärbereichen und einem zusätzlichen Bewegungsraum – im Untergeschoß. Der Turnsaal wird überhöht ausgebildet und steckt sich als „offenes Luftgeschoß“ bis ins Erdgeschoß durch. Großzügige Verglasungen entlang der beiden Längsfassaden belichten den Turnsaal natürlich und gewähren gleichermaßen spannende und interessante Einblicke in den Sport- und Spielalltag. Unmittelbar darüber – im 1. Obergeschoß des Neubaus – befinden sich 2 Klassen- und 4 Horträume, die jeweils über gemeinsam nutzbare Garderoben- und Sanitärräume gekoppelt sind. Somit können Synergien zwischen Unterricht und Nachmittagsbetreuung sinnvoll genutzt werden und der Schulbetrieb langfristig an

sich verändernde Nutzungsanforderungen angepasst werden. Erschlossen werden diese Räume über einen außenliegenden Laubengang, der über angelagerte Treppen auch einen direkten Zugang in den Garten ermöglicht. Die Klassen- und Horträume öffnen sich über ein beiderseits durchgängiges Fensterband zum vorgelagerten Laubengang, wodurch wichtige Blickbezüge zwischen Innen- und Außenraum geschaffen werden. Gleichzeitig dient der Laubengang als baulicher Sonnenschutz und den Klassenräumen als vorgelagerter Aufenthalts- und Kommunikationsbereich.

Im darübergelegenen Dachgeschoß folgen zwei weitere Klassenzimmer mit großzügiger Dachterrasse nach Süden. Alle Hortund Klassenräume haben somit einen direkten Außenbezug und bieten eine angenehme und zeitgemäße Lernatmosphäre. Innenräumlich liegt der Fokus auf natürlichen und weitestgehend chemiefreien Oberflächen. Vor allem in den Klassenräumen kommen Massivholzparkett, Holzverkleidungen und Lehmputzoberflächen zur Ausführung. Bereits im Zuge des Bodenaushubs wird geprüft, ob der lehmhaltige Boden zur Weiterverarbeitung geeignet ist und im Innenausbau verwendet werden kann. Ziel

ist es, ein attraktives und kreatives Lernumfeld zu schaffen, dass langfristig genügend Raum und eine flexible Gestaltung ermöglicht. Die hohe Transparenz des Neubaus bezieht nicht nur den attraktiven Außenraum in den Schulalltag, sondern fördert auch die Kommunikation innerhalb des Gebäudes. Ein identitätsstiftendes Gesamtensemble, in dem das schulische Leben der Rudolf Steiner-Schule für jedermann erleb- und erfahrbar wird.

Tobias Indermühle Dipl. Ing. Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH

Absender: R. Steiner-Schule Wien-Mauer, 1230 Wien, Endresstr. 100

Verlagspostamt, 1230 Wien, Zulassungsnummer: 13Z039641 M

Impressum Seite 2 P.b.b.

Jahresheft 2021-2022

>>Powered by the Sun<<

Unsere Schule hat sich stets der Nachhaltigkeit, Umwelt und Schonung beschränkt verfügbarer Ressourcen auf unserer Erde verschrieben. Nach dem Umstieg auf ein Heizsystem mit erneuerbarer Energie im großen Schulgebäude im Maurer Schlössl sowie der Wahl von Ökostrom für sämtliche Gebäude vor vielen Jahren standen nun die nächsten Pläne an, ein Stück weit mehr die für uns alle so erforderliche Energiewende voranzutreiben. Auf Initiative des Schulvorstands gemeinsam mit Eltern wurde die Möglichkeit zur Installation einer Photovoltaikanlage geprüft. Aus dem Schutz des Ortsbildes als auch dem Denkmalschutz resultierten hohe bürokratische Hürden, sodass anstelle eines einfachen Anzeigeverfahrens bei der MA 64 (MA für Bau-, Energie-, Eisenbahn- und Luftfahrtrecht für die elektrizitätsrechtliche Genehmigung), zusätzlich die MA 19 (für Ortsbild), die MA 37 (Baubehörde) sowie das Bundesdenkmalamt entsprechend zu involvieren waren. Ein Antrag auf Baugenehmigung mit entsprechenden Unterlagen eines Ziviltechnikers als auch Baustatikers durften zusätzlich zu speziellen elektrotechnischen Photovoltaik-Unterlagen eingereicht werden. Interessant dabei: Sämtliche Behörden hatten weitgehend den gleichen Prüfungsschwerpunkt mit Schutz des Ortsbildes. Die Verfahrensdauer beträgt nun etwa ein Jahr, das Bundesdenkmalamt als letzte noch „tätige Behörde“ wird hoffentlich in diesem Jahr (2022) noch den Genehmigungsbescheid ausstellen. Nicht von all dem abgehalten, werden wir auf dem unter Denkmalschutz stehendem Schulgebäude – Endresstraße 100 – eine von der Straßenseite nicht und auch sonst kaum wahrnehmbare Photovoltaikanlage realisieren. Zudem sind bereits zwei zusätzliche Photovoltaikanlagen am Waldorfkindergarten als auch am neuen Schulgebäude auf „113“ (Endresstraße 113) final geplant.

Diese Anlagen werden gemeinsam etwa 90.000 kWh Leistung im Jahr aus reiner Sonnenergie erzeugen. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 31 durchschnittlichen Haushalten, und die übliche Lebensdauer solcher Photovoltaikanlagen beträgt an die 30 Jahre.

Wir hoffen, einen nachhaltigen Beitrag für eine bessere Umwelt geschaffen zu haben und bedanken uns bei CK ENERGY (www.ckenergy.at) für deren große Unterstützung und Realisierung!

Der Vorstand der Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer

100% erneuerbare Energie aus Photovoltaik‐Anlagen

Wir beraten Dich umfassend bei Deinem Photovoltaik‐Projekt und Deinem Beitrag zur einer besseren Umwelt:

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