ISEK Centrum Postbauer-Heng Kurzfassung

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Centrum Postbauer-Heng

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK)

Kurzfassung, Oktober 2025

Hintergrund und Ablauf des ISEK

Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist ein zentrales Instrument, um die Zukunft des Centrums, dem Mittelpunkt von Postbauer-Heng gezielt zu gestalten. Es bündelt Themen wie Wohnen, Verkehr, Freiraum, Wirtschaft und soziale Infrastruktur in einem gemeinsamen Konzept. Das ISEK zeigt auf, wo die Stärken und Schwächen des Centrums liegen, welche Chancen sich für die kommenden Jahre bieten und wie der Ort in den nächsten 10 bis 15 Jahren weiterentwickelt werden kann. Es schafft damit eine klare Grundlage für Entscheidungen im Gemeinderat, hilft Prioritäten zu setzen und ist zugleich Voraussetzung, um Fördermittel zu erhalten.

Das ISEK wurde in drei Schritten erarbeitet: Zunächst erfolgte eine Bestandsaufnahme und Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Dabei wurden sowohl externe Fachperspektiven als auch das lokale Wissen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt. Auf dieser Grundlage entstand ein Leitbild mit Zielen und Handlungsfeldern, das gemeinsam mit der Steuerungsgruppe entwickelt wurde. Im dritten Schritt wurden konkrete Projekte und Maßnahmen formuliert, hinsichtlich ihrer Dringlichkeit priorisiert und mit ersten Umsetzungsschritten versehen.

Beteiligung der Bürgerschaft

Von Anfang an war es der Marktgemeinde Postbauer-Heng wichtig, die Bürgerinnen und Bürger eng in die Erstellung des ISEK einzubeziehen. Der Beteiligungsprozess wurde von den Planungsbüros nonconform und PSLV gemeinsam mit der Gemeinde organisiert und begleitet. In verschiedenen Werkstätten und Workshops konnten viele Ideen und Anregungen eingebracht werden. Diese flossen direkt in die Analyse, die Ziele und die Projektideen ein. Begleitet wurde der Prozess von einer Steuerungsgruppe aus Gemeinderatsmitgliedern und weiteren Akteuren, die die Arbeit der Planungsbüros unterstützte und als Bindeglied zur Bürgerschaft wirkte. Alle Ergebnisse wurden dokumentiert und sind auf der Projektwebsite www.zukunft-mit-c.de abrufbar.

Das Zukunftsbild formuliert grundlegende Werte und Ziele, die als verbindliche Orientierung für alle weiteren Maßnahmen dienen. Gleichzeitig bietet das Zukunftsbild Verlässlichkeit: Auch wenn sich äußere Rahmenbedingungen ändern, können Projekte und Maßnahmen angepasst werden, solange sie den definierten Zielen entsprechen. Es knüpft an bestehende Konzepte wie das Leitbild von 2011 oder den Gemeinwohlbericht von 2022 an, vertieft diese mit Blick auf die Ortsmitte und setzt neue Schwerpunkte.

Raum und Flächen weiterentwickeln

Boden ist wertvoll – deshalb müssen wir gut und verantwortungsvoll damit umgehen. Unser Ziel ist es, die Gemeinde behutsam und nachhaltig weiterzuentwickeln. Das bedeutet: Wir bauen mit klaren Grenzen, erhalten Grünflächen und planen gezielt, wo neue Gebäude entstehen sollen. Dabei ist es wichtig, eine gute Balance zu finden – zwischen dem Wunsch nach Entwicklung und dem Schutz von Natur und Freiräumen. Wir wollen zuerst Flächen im Ort nutzen (Innenentwicklung), bevor neue Baugebiete am Rand entstehen.

Wir möchten das Centrum für alle gut erreichbar und durchlässig machen – für Menschen, die Natur und die Mobilität. Unser Ziel ist es, Verbindungen und Wege zu verbessern: zwischen den verschiedenen Ortsteilen, in die Nachbarschaft und innerhalb des Centrums selbst. Wir setzen auf eine Mobilität, die für alle einfach und sicher ist – zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei denken wir auch an die Natur: Grüne Korridore und durchgängige Freiräume schaffen Lebensräume für Tiere und Pflanzen und erhöhen die Aufenthaltsqualität für Menschen. So entsteht ein gut vernetzter Ort mit kurzen Wegen, der Begegnungen fördert und den Zusammenhalt stärkt.

Den ausführlichen Bericht zum ISEK findest du unter www.postbauer-heng.de/isek

Öffentlichen Raum updaten

Wir machen den öffentlichen Raum zum Wohlfühlraum – klimaangepasst, barrierefrei und charakterstark. Mit gut erreichbaren Wegen, einheitlichem Design, viel Grün und ausreichend Sitzplätzen schaffen wir Aufenthaltsqualität für Menschen jeden Alters. Kunst, Spielmöglichkeiten und kreative Elemente bringen Leben ins Centrum und laden zum Verweilen, Mitmachen und Entdecken ein. Gleichzeitig machen wir unsere Freiräume fit für den Klimawandel – mit Schattenplätzen, Wasserflächen und naturnaher Gestaltung. So entsteht ein lebendiger Ort mit Wiedererkennungswert, der das Miteinander stärkt und für die Zukunft gut vorbereitet ist.

Gemeinschaft und Kultur stärken

Nutzungsmix (weiter-)entwickeln

Wir gestalten ein lebendiges Centrum, in dem verschiedene Lebensbereiche eng miteinander verbunden sind. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Lernen, Begegnung und Freizeit sollen an einem Ort möglich sein. Dabei setzen wir auf eine ausgewogene Mischung aus privaten, öffentlichen und gemeinschaftlichen Nutzungen – besonders im Erdgeschoss. Diese Vielfalt macht das Centrum attraktiv und lebendig. Mit durchdachten Konzepten und flexibel nutzbaren Räumen sorgen wir dafür, dass sich das Centrum auch in Zukunft an neue Bedürfnisse anpassen kann – und ein zentraler Treffpunkt für alle bleibt.

Wir gestalten das Centrum als einen Ort, an dem sich Menschen begegnen, wohlfühlen und aktiv einbringen können – egal ob jung oder alt, neu in der Gemeinde oder tief vor Ort verwurzelt. Es entstehen Räume und Angebote, die den Zusammenhalt stärken: Treffpunkte, Veranstaltungen, kulturelle Angebote und Orte, die gemeinsam genutzt werden können. Wir setzen auf Offenheit, Vielfalt und gegenseitigen Respekt. So entsteht ein Miteinander, in dem sich alle gehört, gesehen und willkommen fühlen – und aus dem ein starkes „Wir“ wächst.

Räume vernetzen

Das Ergebnis

Am Ende des ISEK-Prozesses steht ein umfangreicher Maßnahmenkatalog, der die Grundlage für die künftige Entwicklung des Ortskerns bildet. Die Maßnahmen reichen von strategischen Konzepten bis hin zu ganz konkreten möglichen Projekten – teils als eigenständige Vorhaben, teils in enger Verbindung zueinander. Zur besseren Übersicht sind sie in sechs Themenbereiche gegliedert. Neben langfristigen Projekten wurden auch „Quick Wins“ identifiziert – kleinere Maßnahmen, die mit wenig Aufwand rasch umgesetzt werden können und bereits kurzfristig sichtbare Verbesserungen bringen. In den nächsten Jahren wird entschieden, welche Inhalte wie im Detail umgesetzt werden. Das Einbeziehen von Entscheidungsträger:innen und die aktive Beteiligung der Bürgerschaft sind weiterhin vorgesehen.

Maßnahmen

Raumstrategische Maßnahmen

1.1 Fortschreibung Gemeindeleitbild

Das bestehende Gemeindeleitbild wird überprüft, aktualisiert und um neue Themen wie Digitalisierung, Klimaanpassung oder gesellschaftliche Teilhabe ergänzt. Ziel ist ein verbindlicher Orientierungsrahmen für die zukünftige Entwicklung der Gesamtgemeinde.

1.2 Neuaufstellung Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan wird grundlegend neu aufgestellt, um aktuelle Bedarfe und Entwicklungsziele in den Bereichen Verkehr, Wohnen, Freiraum und Infrastruktur abzubilden. Er schafft einen strategischen Rahmen, der Planungs- und Investitionssicherheit für die kommenden Jahre gibt.

1.3. Zukunftsgerichtetes Flächenkataster

Ein digitales Flächenkataster wird aufgebaut, das alle relevanten Flächen systematisch erfasst, bewertet und kontinuierlich fortschreibt. Dieses zukunftsorientierte Werkzeug, schafft Transparenz und erleichtert strategische Entscheidungen.

1.4 ISEK-Klausur mit dem neuen Gemeinderat

Zu Beginn der neuen Legislaturperiode führt der Marktgemeinderat eine ISEK-Klausur durch, um Ziele und Leitlinien des ISEKKonzepts zu verankern. Das sichert die Kontinuität und stärkt langfristige Entwicklungsziele.

1.5 ISEK-Manager:in

Eine neue Stelle für ein ISEK-Management wird eingerichtet, die alle Umsetzungsschritte koordiniert und begleitet.

Öffentlicher Raum im Kerncentrum

2.1 Neuordnung und Gestaltung Centrumsstraße

Schlüsselmaßnahmen

Die Centrumstraße wird erneuert und so gestaltet, dass Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität deutlich verbessert werden. Der Baumbestand bleibt erhalten, Gehwege und Fahrbahn werden verbessert. Neue Querungen, die Aufwertung der Kreuzung an der Bayernstraße sowie eine geänderte Fußwegeführung nehmen Tempo raus und erhöhen so die Sicherheit. Die Neuorganisation der Stellplätze ist Resutat daraus, bei nur geringfügiger Reduktion ihrer Anzahl. So entsteht ein funktionaler, sicherer und lebendiger Straßenraum im Herzen des Centrums.

2.2 Umgestaltung der Plätze im Kernbereich

Die Plätze im Centrum - Rathausplatz, Deutschordensplatz sowie Oberer und Unterer Marktplatz – werden funktional, klimafreundlich und gestalterisch weiterentwickelt. Ziel ist es, barrierefreie, einladende Aufenthaltsorte mit klarer räumlicher Orientierung zu schaffen. Jeder Platz erhält dabei eine eigene Prägung: der Rathausplatz als multifunktionaler Veranstaltungsort, der Deutschordensplatz als grüner Klimaplatz, der Untere Marktplatz als verbindender Knotenpunkt und der Obere Marktplatz als ruhiger Aufenthaltsbereich. Flexible und temporäre Gestaltungen, binden die Bevölkerung frühzeitig ein und bilden eine Brücke zwischen Sofortmaßnahmen und langfristiger Umgestaltung.

2.3 Bushaltestelle PLUS

Die zentrale Bushaltestelle soll zu einem attraktiven Aufenthalts- und Begegnungsort aufgewertet werden. Neben Warten und Ankommen sollen zusätzliche Nutzungen wie Bücherregale, Trinkwasserspender oder kleine Veranstaltungen möglich sein. So wird die Haltestelle zum lebendigen Treffpunkt im Centrum.

2.4 Digitale Kommunikation im Centrum

An einem zentralen Ort wird eine digitale Infotafel installiert und mit einer Gemeinde-App verknüpft, um aktuelle Informationen, Veranstaltungen und Mitteilungen leicht zugänglich bereitzustellen.

2.5 Einheitliches Erscheinungsbild für das Centrum Für das gesamte Centrum wird ein einheitliches Konzept für Möblierung, Bepflanzung und Gestaltung erarbeitet. Abgestimmte Materialien, Farben und Sitzgelegenheiten schaffen ein harmonisches Gesamtbild und erhöhen die Aufenthaltsqualität.

Öffentlicher Raum erweitertes Centrum

3.1 Kommunales Förderprogramm

Mit einem kommunalen Förderprogramm werden private Investitionen in Begrünung, Klimaanpassung und Gestaltung des Ortsbilds unterstützt. Dadurch werden die Ziele des ISEK auch auf privaten Flächen vorangebracht.

3.2 Graffiti-Aktion am Feuerwehrhaus

Am Feuerwehrhaus gestalten Jugendliche gemeinsam mit einem Graffiti-Künstler die bisher ungenutzte Wandfläche kreativ neu. Das Projekt verbindet Kunst und Jugendbeteiligung, stärkt den Dialog zwischen Gruppen und schafft ein sichtbares, identitätsstiftendes Zeichen im öffentlichen Raum.

3.3 Jugendplatz

Der bestehende Basketballplatz wird gemeinsam mit Jugendlichen zu einem attraktiven Treffpunkt mit Sport-, Aufenthalts- und Gestaltungsmöglichkeiten ausgebaut. Dazu gehören: Neue Ausstattung, Beleuchtung und ein Jugendcontainer.

3.4 Naturerlebnisraum Schulhof

Der Schulhof der Erich-Kästner-Schule wird in Teilen zu einem naturnahen Erlebnis- und Bewegungsraum umgestaltet. Geländemodellierungen, Grünstrukturen und Naturmaterialien schaffen vielfältige Spiel- und Lernmöglichkeiten, fördern Gesundheit, Kreativität und Klimaresilienz und machen den Schulhof zu einem pädagogisch wertvollen Freiraum.

Grünraumentwicklung

4.1 Entwicklung Grünzäsur zwischen Postbauer-Heng und Kemnath

Die landschaftlich geprägten Flächen zwischen Kemnath und Postbauer-Heng werden als „grüne Lunge“ gesichert und weiterentwickelt. Durch Übergangsstrukturen, Gehölzreihen und landschaftspflegerische Maßnahmen bleibt die Trennung der Ortsteile erhalten, während ökologische Vielfalt, Klimaresilienz und Erlebbarkeit gestärkt werden.

4.2 Ökologische Trittsteine und Grünflächenmanagement

Bestehende öffentliche Grünflächen werden zu artenreichen „Trittsteinen“ mit Blühwiesen, Staudenpflanzungen und ökologisch wertvollen Strukturen weiterentwickelt. Damit entstehen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die Artenvielfalt, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität im Siedlungsraum fördern.

Verbindungen

5.1 Nord-Süd-Achse

Die bestehende Stromtrasse wird zu einer durchgehenden, grünen Nord-Süd-Achse, teilweise mit Wegen für Fuß- und Radverkehr, Aufenthaltsbereichen und ökologischen Funktionen umgestaltet.

5.2 Spazierloop

Ein barrierearmer Rundweg („Spazierloop“) verbindet zentrale Einrichtungen im Centrum von Postbauer-Heng und wird mit Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsstationen ergänzt.

Orte der Gemeinschaft

6.1 Soziales Dreieck: Räumliche Einbindung Familienstützpunkt

Der Familienstützpunkt wird besser sichtbar, barrierefrei erreichbar und durch einen freundlicheren Zugang gestärkt und im öffentlichen Leben verankert.

6.2 Soziales Dreieck: Aufwertung Bücherei

Die Bücherei wird durch Begrünung, Möblierung und eine attraktivere Gestaltung des Eingangsbereichs sichtbarer und einladender gemacht. Flexible Innenraumlösungen wie Sitznischen, eine Kaffeeecke und multifunktionale Möbel erweitern die Nutzungsmöglichkeiten.

6.3 Soziales Dreieck: Kästner

Der Bürgertreff Kästner wird durch eine bessere Anbindung im Außenraum sowie eine flexible Innenraumgestaltung gestärkt. Dazu gehören: Begrünung, offene und barrierefreie Zugänge und multifunktionale Flächen.

Tausch

6.4 Kaufhaus mit C

Mit dem Tauschhaus entsteht bei Bedarf ein weiterer sozialer Treffpunkt im Centrum, der Begegnung, Engagement und Nachhaltigkeit verbindet. Flexible Nutzungen wie Tauschregale, Lernräume oder eine Ehrenamtsbörse schaffen einen lebendigen Ort für alle Generationen und stärken das soziale Netz in Postbauer-Heng.

Quick Win

Maßnahmen

Soziales Dreieck

Nord-Süd-Achse entlang Stromtrassenkorridor

vorläufige Entwicklungsgrenze Postbauer-Heng

Naturerlebnisraum Schulhof

Ökologische Trittsteine (Aufwertung öffentliche Freiflächen)

Umgestaltung der Plätze im Kernbereich

Neuordnung und Gestaltung Centrumsstraße

Spazierloop - bestehende Verbindungen

Spazierloop - Lücken

Städtebauliche Potentialflächen

Entwicklungsrichtung Kerncentrum

Grünzäsur / Waldzone („Grüne Lunge“)

Weiterentwicklung Grünzäsur („Grüne Lunge“)

Untersuchungsgebiet

Spazierloop1,4km Soziales Dreieck

Grünstrukturen Erweiterung „Grüne Lunge“

Gemeinbedarfsentwicklungen

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