Skip to main content

Sudetendeutsche Zeitung 7. Oktober 2022 Ausgabe 40

Page 1

„Zucker im Kaffee“: Schlagersänger Erik Silvester hatte sudetendeutsche Wurzeln (Seite 5)

Sudetendeutsche Zeitung Die Zeitung der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Reicenberger Zeitung 161. Jahrgang

HEIMATBOTE

Jahrgang 74 | Folge 40 | 2,80 EUR · 75 CZK | München, 7. Oktober 2022

VOLKSBOTE

Postvertriebsstück · Deutsche Post AG · Entgelt bezahlt Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH · Hochstraße 8 · D-81669 München · eMail zeitung@sudeten.de

B 6543

Samstag, 15. Oktober

Die Lange Nacht der Münchner Museen Der dritte Samstag im Oktober steht in München wieder im Zeichen der Kultur. Zum 23. Mal laden am 15. Oktober 80 Museen, Sammlungen, Galerien, Kirchen, Kunsträume und besondere Orte von 18 bis 1 Uhr zur „Langen Nacht der Münchner Museen“. Mit dabei ist auch das Sudetendeutsche Museum.

D

„Eine Prise Sand erzählt“ ist der Titel einer etwas anderen Geschichte über die Sudetendeutschen. Sand-Art-Künstlerin Nadia Ischia erzählt die Geschichte von Sepp und Jiří. Dabei malt sie Bilder mit Sand, und der Schauspieler Joe Henselewski begleitet die Show mit einer Erzählung. Foto: Nadia Ischia

ie Tickets sind ab sofort im Sudetendeutschen Museum sowie bei den anderen beteiligten Institutionen und bei München Ticket für 15 Euro (plus Vor-

verkaufs- und Servicegebühr) erhältlich. Das Kombiticket gilt als Eintrittskarte für alle beteiligten Häuser sowie als Fahrkarte für die Shuttlebusse. Das Sudetendeutsche Museum präsentiert sich bei der Langen Nacht der Münchner Museen nicht nur mit der Dauerausstellung und der Sonderausstellung „Allerley kunststück“, sondern auch mit einer Sand-Art-Darbietung und einer Lasershow. Das ausführliche Programm lesen Sie auf Seite 4.

Die klare Niederlage von Andrej Babiš könnte auch Auswirkungen auf dessen Präsidentschaftskandidatur haben

Entlastet seine Bürger: Premierminister Petr Fiala. Foto: Vlada CZ.

Gas und Strom

So deckelt Tschechien die Preise Ab November werden alle Endverbraucher von Strom und Gas deutlich entlastet, hat die tschechische Regierung unter Führung von Premierminister Petr Fiala durchgesetzt.

E

ine Kilowattstunde Strom wird für private Haushalte und Kleinabnehmer auf 6,05 Kronen (25 Cent) gedeckelt, eine Kilowattstunde Gas auf 3,025 Kronen (12 Cent). Etwas entspannt hat sich die Lage auch an den Tankstellen. Die Preise für Treibstoff sind mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit Beginn des russischen Angriffskrieges gefallen, liegen aber dennoch bei Benzin um 3,50 Kronen (14 Cent) und bei Diesel um 11 Kronen (45 Cent) über dem Vorjahr. Ein Liter Benzin kostet in Tschechien derzeit 37,56 Kronen (1,52 Euro). Bei Diesel liegt der Literpreis bei durchschnittlich 43,01 Kronen (1,74 Euro). Am günstigsten tanken Autofahrer im Kreis Südböhmen. Dort kostet der Liter Benzin durchschnittlich 36,83 Kronen (1,49 Euro) und der Liter Diesel 42,17 Kronen (1,71 Euro). Am meisten verlangen die Tankstellen in Prag, und zwar 38,12 Kronen (1,55 Euro) für Benzin und 43,65 Kronen (1,77 Euro) für Diesel. Um die Belastung für die Bürger weiter zu verringern, hat die Regierung beschlossen, die verpflichtende Beimischung von Biokraftstoffen zu stoppen sowie die Straßennutzungssteuer für Pkw und Lkw bis zwölf Tonnen auszusetzen. Außerdem wurde die Herabsetzung der DieselSteuer um 1,5 Kronen (6 Cent) bis Ende 2023 verlängert.

Senatswahlen: Deutlicher Sieg für Regierungskoalition von Petr Fiala Im ersten Wahlgang in Prag 6 mit 60,44 Prozent gewählt: Jiří Růžička, parteilos für KDUČSL, ODS, Stan und Top 09.

Programm statt Populismus: Trotz (oder wegen) des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine mit Energiekrise, Inflation und Flüchtlingsströmen haben die tschechischen Bürger mehrheitlich den Kurs der Regierungskoalition von Premierminister Petr Fiala bestätigt.

W

ie schon am vorherigen Wochenende, als die Kommunalwahlen und der erste Durchgang der Senatswahlen stattfanden, konnte auch bei der jetzigen Stichwahl der Oppositionsführer, Ex-Premierminister und mögliche Präsidentschaftskandidat Andrej Babiš mit seinem populistischen Wahlspruch „Unter Babiš war alles besser“, nicht punkten. Nur drei Kandidaten seiner Ano-Bewegung schafften den Sprung in den Senat. Klarer Wahlsieger ist dagegen Premierminister Petr Fiala (nicht zu verwechseln mit seinem Namensvetter, dem Senator aus Wildenschwert) mit seiner Regierungskoalition, die 20 der 27 Senatssitze holte. Das beste Einzelergebnis erzielte dabei die ODS, dessen Vorsitzender Petr Fiala ist, mit acht Senatoren – eine Verdoppelung gegenüber der vergangenen Wahl. Die höchste Zustimmung in der Stichwahl erreichte der bisherige Vorsitzende des Senats, Miloš Vystrčil, der ebenfalls der ODS angehört, mit 60,03 Prozent. In seinem Wahlkreis Iglau besiegte er die Ano-Kandidatin Jana Nagyová, die zusammen mit Babiš im laufenden Gerichtsprozeß um die Storchennest-Affäre auf der Anklagebank sitzt (Sudetendeutsche Zeitung berichtete). „Ich betrachte den Sieg von Miloš Vystrčil als symbolisch“, kommentierte Premierminister Petr Fiala und sagte, Andrej Babiš habe schließlich seine gesamte wirtschaftlichen Kraft sowie die politische Macht der Ano-Bewegung in diesem Wahlbezirk eingesetzt. „Das klare Ergebnis ist nicht

Mit 60,7 Prozent im ersten Wahlgang in Freudenthal gewählt: Ladislav Václavec, Ano. Fotos: Senat, Vlada CZ, Wikipedia/CC BY-SA 3.0, privat.

Im ersten Wahlgang mit 57,23 Prozent in Wildenschwert gewählt: Petr Fiala, KDU-ČSL und Společně pro kraj („Gemeinsam für die Region“).

Věra Procházková, Ano, Karlsbad.

Jan Paparega, ProMost, Brüx.

Daniela Kovářová, Pilsen.

Hana Kordová Marvanová, ODS, Prag.

Jan Pirk, Top 09, Prag.

Jarmila Smotlachová, ODS, Melnik.

Martin Sen 21, Aussig.

Bohuslav Procházka, KDU-ČSL, Kuttenberg.

Miluše Horská, KDU-ČSL, Pardubitz.

Jaromíra Vítková, KDU-ČSL, Blanz.

Lumír Kantor, KDU-ČSL, Olmütz

Ivana Váňová, KDU-ČSL, Neutitschein.

Zdeněk ODS, Ostrau.

NK,

Nytra,

Slabý,

Jiří Oberfalzer, ODS, Beraun.

Michael Canov, SLK, Reichenberg.

Tomáš Czernin, Top 09, Jitschin.

Miloš Vystrčil, ODS, Iglau .

Tomáš Töpfer, ODS, Brünn.

Jiří Dušek, parteilos für ODS, Brünn.

Zdeněk Matušek, ČSSD+ANO, Friedeck-Mistek.

Jana Zwyrtek Hamplová, unabh., Kremsier.

Eva Rajchmanová, KDU-ČSL, Göding.

Tomáš ODS, Krumau.

Jirsa,

Krsek,

Marek Top 09, Tabor.

nur eine Niederlage für die AnoBewegung, es ist eine persönliche Niederlage von Andrej Babiš“, so Fiala. Der Regierungschef: „In Anbetracht der Wahlergebnisse ist es wahrscheinlich, daß Miloš Vystrčil weiterhin Präsident des Senats bleibt, was nicht nur eine gute Nachricht für die ODS und die Spolu-Koalition ist, sondern für die gesamte Tschechische Republik. Ich bin überzeugt, daß die demokratischen Kräfte in der Tschechischen Republik diese Wahl gewonnen haben.“ Babiš´ Wahlschlappe könnte auch Auswirkungen auf die Präsidentschaftswahlen haben, die im Januar stattfinden. Bislang galt es als sicher, daß Babiš im Herbst seine Kandidatur offiziell bekannt geben wird. Mittlerweile wird dies immer unwahrscheinlicher, auch weil der Vorsprung von Babiš in den Meinungsumfragen weiter schwindet und die Demoskopen ihm in einer eventuellen Stichwahl eine klare Niederlage vorhersagen (Sudetendeutsche Zeitung berichtete). Allerdings: Bei den Senatswahlen war die Wahlbeteiligung äußerst gering. Bei der Stichwahl gaben gerade mal 19,44 Prozent der Bürger ihr Votum ab. Das Oberhaus des tschechischen Parlaments besteht aus 81 Senatoren, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen und für sechs Jahre gewählt werden. Um die Kontinuität der Parlamentsarbeit zu gewährleisten, wird alle zwei Jahre ein Drittel der Sitze neu vergeben. Der Senat ist in die Gesetzgebung miteingebunden. Stimmt der Senat einem Gesetz nicht zu, muß es von der Abgeordnetenkammer mit der Mehrheit aller Abgeordneten wieder gebilligt werden. Die Zustimmung des Senats wird lediglich bei Änderungen des Verfassungsgesetzes und der Wahlgesetze benötigt. In alleiniger Verantwortung bestätigt der Senat die vom Staatspräsidenten ernannten Verfassungsrichter. Torsten Fricke


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Sudetendeutsche Zeitung 7. Oktober 2022 Ausgabe 40 by Sudetendeutsche_Zeitung - Issuu