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Sudetendeutsche Zeitung 17. Dezember 2021 Ausgabe 50

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„Sou hoba dahuam khoucht und pocha“ (Seite 3 und 4)

Sudetendeutsche Zeitung Neudeker Heimatbrief

Die Zeitung der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Reicenberger Zeitung 160. Jahrgang

HEIMATBOTE

Jahrgang 73 | Folge 50 | 2,80 EUR · 75 CZK | München, 17. Dezember 2021 Das Fiala-Kabinett

Petr Fiala (Premierminister), Vít Rakušan (Inneres), Marian Jurečka (Arbeit und Soziales), Ivan Bartoš (Digitalisierung und lokale Entwicklung), Vlastimil Válek (Gesundheit), Zbyněk Stanjura (Finanzen), Jan Lipavský (Auswärtige Angelegenheiten), Pavel Blažek (Justiz), Jana Černochová (Verteidigung), Martin Kupka (Verkehr), Zdeněk Nekula (Landwirtschaft), Petr Gazdík (Bildung), Martin Baxa (Kultur), Anna Hubáčková (Umwelt), Mikuláš Bek (Europäische Angelegenheiten), Helena Langšádlová (Wissenschaft und Forschung), Michal Šalomoun (Gesetzgebung), Jozef Síkela (Industrie).

VOLKSBOTE

Postvertriebsstück · Deutsche Post AG · Entgelt bezahlt Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH · Hochstraße 8 · D-81669 München · eMail zeitung@sudeten.de

B 6543

� Miloš Zeman hat Vorbehalte gegen Außenminister Jan Lipavský von den Piraten

Erst Posse, dann Vernunft: Präsident ernennt Regierung

Jetzt also doch: Präsident Miloš Zeman hat angekündigt, am heutigen Freitag alle von Premierminister Petr Fiala nominierten Minister zu vereidigen und ihnen die Ernennungsurkunden auszuhändigen.

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orausgegangen war eine Posse um den Außenminister-Kandidaten Jan Lipavský von den Piraten. Zeman hatte zunächst angekündigt, Lipavský nicht zu ernennen, weil der Piraten-Politiker 2019 mit dem Statement zitiert wurde, er könne sich grundsätzlich einen Sude-

tendeutschen Tag auf tschechischem Boden vorstellen. Nach Zemans Weigerung stellte der neue Premierminister Fiala postwendend fest, daß der Präsident seine Kompetenzen überschreite, und drohte, Zeman vor das Verfassungsgericht zu zerren, um die Zuständigkeiten des Staatsoberhauptes ein für alle mal zu klären. Heftige Kritik kam auch aus München. Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, bezeichnete die Weigerung des Präsidenten als „absurdes Drohgebärde“ und er-

klärte: „Wer in einer innenpolitischen Auseinandersetzung keinen anderen Ausweg mehr weiß, als das Gespenst vom bösen Sudetendeutschen herauszuholen, zeigt, daß er den tschechisch-sudetendeutschen Aussöhnungsprozeß der letzten Jahre verschlafen hat und nicht im Europa des 21. Jahrhunderts angekommen ist.“ Posselts klare Worte wurden auch von der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK verbreitet und stießen in der tschechischen Öffentlichkeit auf ein großen Echo.

Daß die sudetendeutsche Karte nur ein vorgeschobener Grund war, machten auch eine Reihe von tschechischen Kommentatoren deutlich. So schrieb das Nachrichtenportal Aktuálně.cz in Anspielung auf Zemans Vorliebe für Moskau und Peking ironisch, daß Lipavský nur einen Fehler habe: „Er arbeitet nicht für Rußland und China, er ist kein Verräter. Das ist alles.“ Am Montagabend ruderte Zeman zurück und erklärte, er werde alle von Fiala vorgeschlagenen Minister ernennen, auch wenn er bei seinen Vorbehalten

Wird jetzt doch Außenminister: Jan Lipavský von den Piraten. Foto: Pirátská strana/ CC BY-SA 2.0 bleibe. Damit hat Fiala noch vor dem eigentlichen Start der neuen Regierung den ersten Machtkampf mit dem Staatspräsidenten klar für sich entschieden. Torsten Fricke

� Monsignore Dieter Olbrich

Ein Geschenk der Liebe

Die neunjährige Rianna aus Bethlehem hat das Friedenslicht in der Geburtsgrotte Jesu entzündet. F.: ORF

Liebe Schwestern, liebe Brüder, im Lukasevangelium hören wir in der Heiligen Nacht über die Geburt Jesu: „Maria wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“

� In Tschechien

Friedenslicht aus Bethlehem

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Das Friedenslicht aus Bethlehem ist in Tschechien angekommen. Am Sonntag entzündeten tschechische Pfadfinder am Grenzübergang Reintal–Lundenburg ihre Lampen an denen der Österreicher.

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egen der Corona-Pandemie war auch in diesem Jahr kein Kind aus Österreich nach Bethlehem geflogen, um das Friedenslicht in der Geburtsgrotte Jesu zu entzünden. Diese Aufgabe übernahm die neunjährige Rianna aus Bethlehem. Anschließung wurde das Friedenslicht zum Flughafen nach Tel Aviv transportiert und dort mit einer AUA-Maschiene nach Wien geflogen. Die Idee ist, daß ein Licht aus Bethlehem Frieden in die Welt bringen soll, war 1986 vom ORFLandesstudio Linz ins Leben gerufen worden. Seit 1989 beteiligt sich auch Tschechien an dieser Aktion. „Mit unserem Weihnachtsbrauch möchten wir ein Zeichen setzen, daß wir trotz unruhiger Zeiten fest an den Frieden glauben“, erklärt Kurt Rammerstorfer, ORF-Landesdirektor für Oberösterreich. Über die tschechischen Pfadfinder wird das Friedenslicht jetzt in die Pfarreien im ganzen Land verteilt, wo Gläubige sich das Licht abholen können. Die Friedenslicht-Tradition wird mittlerweile auch in ganz Europa, den USA und Teilen Südamerikas weitergeführt.

Das Weihnachtsbild ist eines der Hauptmotive des barocken Altars der Wallfahrtskirche von Sammarei bei Passau. Der niederbayerische Ort Sammarei liegt unweit der Stadt Passau. Sein Name kommt aus den lateinischen Worten „Sancta Maria“. In der mundartlichen Abwandlung wurde daraus „Sankt Marei“ und „Sammarei“. In der dortigen Wallfahrtskirche mit dem Patrozinium „Maria Himmelfahrt“ findet sich ein prächtiger Schnitzaltar von 1647.

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u den Hauptmotiven des barocken Altares gehört auch ein Weihnachtsbild. Was sofort ins Auge fällt, ist der Hirte, der seinen Hut zieht, als er das Jesuskind sieht. Er scheint es mit Schwung zu tun. Sein Gesicht zeigt große Freude, die zum Ausdruck bringt: „Endlich ist es soweit. Ich kann den Messias sehen!“ Ein anderer Hirte im Hintergrund spielt auf seiner Flöte. Die Gewänder sind mit Gold überzogen, was die Kostbarkeit des Augenblicks zum Ausdruck bringen soll. Es handelt sich um eine Sternstunde der Menschheit, die hier dargestellt wird.

� Weihbischof Dr. Reinhard Hauke

Hut ab! Ganz im Hintergrund sieht man den Engel auf dem Hirtenfeld in Bethlehem. Unser Hirte kommt schon von dort und hat verstanden, was „die Stunde geschlagen hat“. Es gab für ihn keine andere Wahl als sich auf den Weg zu machen, um dem göttlichen Kind seinen Gruß und seine Dankbarkeit zu schenken. Maria, die Gottesmutter, zeigt auf das Kind, als ob sie sagen möchte: „Ich habe das Kind für euch geboren!“ Der heilige Josef steht hinter Maria und stärkt sie in ihrer Aufgabe. Auch er und Maria tragen goldene Gewänder, denn was hier geschieht, ist von göttlichem Glanz erfüllt und erleuchtet alle, die auf das Kind schauen. Goldene Krippenfiguren kenne ich in Thüringen nicht. In den Krippendarstellungen der Kirchen und Märkte haben sie oft-

mals normale Kleidung, denn das Ereignis soll ganz in der Realität stehen. Die Anwesenheit der Engel öffnet dann das Ereignis auf den Himmel hin. Hier jedoch ist der göttliche Glanz auf den Kleidern der Beteiligten Ausdruck für das, was im Verborgenen geschieht: Gott ist mit seiner Herrlichkeit in die Welt gekommen. Der Hirte zieht den Hut. Das ist eine Geste der Ehrerbietung. Er zieht den Hut vor einem Kind im Futtertrog. Er hat also schon erkannt, welches verborgene Geheimnis in diesem Kind liegt. Die Botschaft des Engels hat ihm die inneren Augen geöffnet. Vor unseren Krippendarstellungen in den Kirchen stehen große und kleine Menschen mit staunenden oder auch fragenden Augen. Wenn eine Krippe auf einem Weihnachtsmarkt zwischen

Foto.: P. Adam Litwin MS Märchendarstellungen steht, dann kommt manchmal die Frage auf: „Mamma, welches Märchen ist das?“ Vielleicht weiß es die Mamma und erzählt von der Geburt Jesu. Das wäre gut. Vielleicht ist die Mamma aber noch am Grübeln und sagt: „Da hier eine Mutter, ein Kind und Stroh zu sehen sind, könnte es zum Märchen ‚Rumpelstilzchen‘ gehören.“ Hier hoffe ich dann, daß jemand das Geheimnis der Menschwerdung Gottes erklären kann. Hier sind wir als Christen gefragt. Es ist schon gut, wenn jemand die Darstellung sachgerecht erklären kann. Besser ist es jedoch, wenn jemand bekennt: „Gott ist für dich in diesem Kind in die Welt gekommen, damit du zum Kind Gottes werden kannst.“ Daraus entsteht echte und langanhaltende Freude. Ein gesegnetes Weihnachtsfest und die Freude am neuen Leben durch das Kind von Betlehem wünscht von Herzen Weihbischof Dr. Reinhard Hauke

er menschgewordene Sohn Gottes nimmt vom ersten Augenblick seines Lebens an einen der letzten Plätze in unserer Gesellschaft ein. Der Heilige Paulus schreibt im Philipperbrief (2,6 ff): „Jesus Christus war wie Gott, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein. Sondern entäußerte sich, wurde wie ein Sklave. Sein Leben war das eines Menschen.“ Jesus entschied sich bewusst für diesen Abstieg, um uns zu erlösen: Ein Geschenk, das alle unsere Vor- Die Heilige Familie; stellungen sprengt. auf Stein geDieses Ge- malt von Soňa schenk seiner Čermăkovă. Der Liebe macht Reinerlös der Weihnachten Originalkarte zum Fest des kommt der AcSchenkens. kermann-GeHier liegt der meinde zugute. Ursprung, warum wir uns am Heiligen Abend beschenken, uns gute Wünsche zusprechen und zusammen in den Familien feiern. Es wäre gut, wenn wir uns dabei wieder erinnern würden, dass die Liebe Gottes, der innerste und tiefste Grund unsere Freude an Weihnachten ist, die wir auch jemanden spüren lassen können, der draußen steht. Ich wünsche Ihnen allen ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr 2022 Monsignore Dieter Olbrich Präses der Sudetendeutschen


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AKTUELL · MEINUNG

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

AUS UNSEREM PRAGER BÜRO

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er deutschjüdische Architekt Leopold Ehrmann wurde 1886 in Strakonitz geboren und studierte in Wien Architektur. Vor seiner Emigration in die USA, wo er 1951 in Chicago starb, arbeitete er meistens für die Prager jüdische Gemeinde. Zu seinen Werken gehören unter anderem der Grabstein am Neuen Jüdischen Friedhof in Prag für den weltberühmten Schriftsteller Franz Kafka, sowie zwei Mietshäuser in der Prager Neustadt. SL-Büroleiter Peter Barton zeigt sich von der Synagoge im Prager Stadtviertel Smichow an der Ecke zur Pilsener

PRAGER SPITZEN

Straße (Plzeňská), heute Prag 5, immer sehr beeindruckt. Menschen, die diese Straße überqueren, können über dem Eingang zu diesem Gebäude den Segen in tschechischer und hebräischer Sprache lesen: „ Mír a zdar dalekému i blízkému.“ (Frieden und Wohlergehen dem Fernen und Nahestehenden). Diese Synagoge, mit einigen maurischen Elementen an der Fassade, gilt als ein würdiges Denkmal der erfolgreichen Architektur der Zwischenkriegszeit. An Ehrmanns Lebenswerk erinnerte die Tageszeitung Chicago Daily Tribune am 13. April 1951.

Scharfe Kritik an Weißrußland

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Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

De Vries warnt Baerbock vor antideutscher Stimmung Der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christoph de Vries, hatte die neue Bundesaußenministerin Annalena Baerbock aufgerufen, bei ihrer Antrittsreise nach Polen auch die dort zunehmenden antideutschen Stimmungen zu thematisieren.

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ie Antrittsreise der deutschen Außenministerin nach Warschau ist angesichts der gespannten Lage an der polnischbelarussischen Grenze und in der Ukraine das richtige Signal an unsere polnischen Nachbarn. Wir wollen enge und freundschaftliche Beziehungen zu Polen pflegen. Wer Solidarität von den europäischen Partnern einfordert und zu Recht erhält, darf aber auch im eigenen Land keine

Außenministerin Annalena Baerbock Foto: Grüne

CDU-MdB Christoph de Vries Foto: privat

Diffamierungskampagnen gegen EU-Nachbarstaaten dulden“, erklärte der Bundestagsabgeordnete mit sudetendeutschen Wurzeln vor Baerbocks Reise. Seit Wochen laufe in Warschau „eine beispiellose antideutsche Plakat-Aktion, auf der die bisherige Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihre Amtsvorgänger sowie Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier neben NS-Verbrechern abgebildet“ seien. De Vries: „Mit dieser auch vom polnischen Kulturministerium geförderten Aktion werden entgegen allen historischen Fakten erneut Reparationsforderungen aufgestellt. Diese Kampagne muß umgehend gestoppt werden, um das ohnehin verschlechterte Verhältnis zu Deutschland nicht weiter zu belasten. Insbesondere die rund 300 000 Angehörigen der deutschen Minderheit in Polen würden in diesem politischen Klima unter Druck von rechtspopulistischen Angriffen geraten. So habe erst vor wenigen Tagen der rechte Sejm-Abgeordnete Janusz Kowalski eine Pressekonferenz vor dem Sitz der deutschen Minderheit in Oppeln abgehalten und gefordert, die staatlichen Fördermittel für den Deutschunterricht

als Minderheitensprache drastisch zu kürzen. In diesem Zusammenhang wird auch die Befreiung von der Fünf-Prozent-Hürde bei Wahlen zur Disposition gestellt, die faktisch allein die Vertreter der Deutschen Minderheit träfe, klagt de Vries. Der Bundestagsabgeordnete : „Dieser Angriff auf europaweit geltende Minderheitenstandards darf nicht tatenlos hingenommen werden. Ich habe daher die Außenministerin, deren Familie mütterlicherseits aus Oberschlesien stammt, in einem Brief auf die zunehmend besorgniserregende Situation der deutschen Minderheit aufmerksam gemacht und sie gebeten, das Thema bei den anstehenden Regierungsgesprächen mit der gebotenen historischen Sensibilität, aber auch klar zu adressieren.“

Erstunterzeichner der Charta 77 und Karls-Preisträger war am 1. Dezember verstorben

Abschied vom großen Petr Uhl

Energie wird wohl deutlich teurer

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m 30 bis 50 Prozent könnten die Strompreise im nächsten Jahr steigen. Bei den Gaspreisen könnte das Plus sogar 50 bis 70 Prozent betragen, hat der geschäftsführende Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, am Montag auf einer Pressekonferenz erklärt. Der Ano-Politiker berief sich dabei auf Verhandlungen mit Vertretern des Energiekonzerns ČEZ.

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Entscheidung über Notstand

esundheitsminister in spe, Vlastimil Válek (TOP 09), will sich erst nach seiner offiziellen Ernennung am Freitag dazu äußern, ob der nationale Notstand wegen der Corona-Pandemie fortgesetzt wird. In den vergangenen Tagen war die Zahl der Neuinfektionen pro Tag von 28 000 auf unter 10 000 gesunken. Allerdings beobachten auch die tschechischen Gesundheitsexperten mit Sorge die Zunahme der Infektionen mit der hochansteckenden Omikron-Mutante.

Wirtschaft wächst doch langsamer

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er tschechische Arbeitgeberverband für Wirtschaft und Verkehr hat seine Wirtschaftsprognose nach unten korrigiert und rechnet nur noch mit einem Plus von 2,4 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt. Noch im Juni hatte der Verband ein Wachstum von 3 bis 3,5 Prozent für 2021 erwartet. Als Grün-

Am Freitag, 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, fand um 15 Uhr im Straschnitzer Krematorium Prag das Begräbnis des am 1. Dezember in dieser Stadt verstorbenen Menschenrechtlers und Trägers des Sudetendeutschen Karlspreises Petr Uhl statt.

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m großen Saal des Krematoriums sprachen seine Freunde und Mitstreiter aus der Zeit der kommunistischen Verfolgung wie Dana Němcová eindrucksvoll über die Verdienste und den Lebensweg des im Alter von 80 Jahren Verstorbenen. SL-Büroleiter Peter Barton sprach der Witwe und den Kindern Pavel, Saša und Michal im Namen der Sudetendeutschen Volksgruppe das Beileid aus.

ls „verabscheuungswürdig“ hat der geschäftsführende tschechische Außenminister Jakub Kulhánek (ČSSD) am Dienstag mehrere Gerichtsurteile gegen Oppositionelle in Weißrußland scharf kritisiert. So ist der Ehemann von Swetlana Tichanowskaja zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. „Diese und andere harte Strafen sind verwerflich“, sagte Kulhánek und forderte, die Europäische Union solle weitere Sanktionen gegen das weißrussische Regime vorbereiten. Die Abgeordnetenhaus-Chefin Markéta Pekarová Adamová (Top 09) sagte, die Urteile erinnern sie an die totalitären 1950er Jahren in der Tschechoslowakei.

de für die Korrektur der Prognose nannten die Arbeitgeber Probleme in der Logistik, fehlende Fertigungsteile und den rasanten Preisanstieg bei einer Reihe von Waren. Für das nächste Jahr rechnet der Verband aber wieder mit einer Entspannung. Dann könnte das Wachstum bis zu vier Prozent betragen.

Ermittlungen gegen Ex-OB Svoboda

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as Prager Stadtgericht hat das Abgeordnetenhaus ersucht, die Immunität des ehemaligen Prager Oberbürgermeisters Bohuslav Svoboda (ODS) aufzuheben, um gegen ihn die Strafverfolgung im Korruptionsfall Opencard aufnehmen zu können. Svoboda ist der aktuelle Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Abgeordnetenkammer. Er war 2016 zu einer Bewährungsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Urteil wurde aber nicht rechtskräftig.

Schwere Aufgaben für Prags Fußballer

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uslosung der Playoffs in der Europa Conference League: Der tschechische Fußballmeister Slavia Prag muß gegen Fenerbahce Istanbul antreten, und Vizemeister Sparta Prag hat Partizan Belgrad zum Gegner. Die Spieltermine sind der 17. und der 24. Februar. Slavia Prag war als Zweiter der Gruppenphase in der Conference League gesetzt und bestreitet deshalb die erste Partie in Istanbul. Das Team von Fenerbahce ist gespickt mit internationalen Akteuren, darunter mit dem tschechischen Nationalspieler Filip Novák und dem ExBundesligaspieler Mesut Özil. Sparta Prag gelangte als Gruppendritter der Europa League in die dritte europäische Liga und tritt daher im ersten Duell mit Partizan zu Hause an.

Piraten wählen neuen Vorsitzenden

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enator Lukáš Wagenknecht wird für das Amt des Vorsitzenden der Piratenpartei kandidieren. Ob der bisherige Vorsitzende Ivan Bartoš erneut kandidiert, ist noch nicht klar. In der neuen Regierung übernimmt Bartoš als Minister den Bereich Regionalentwicklung. Wagenknecht wurde 2018 für den achten Prager Stadtbezirk in den Senat gewählt.

Sudetendeutsche Zeitung

Die Trauerfeier für den am 1. Dezember verstorbenen Petr Uhl fand am Freitag in Prag statt.

Foto: Peter Barton

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Jahresende ist Zeit zum Innehalten und Danke sagen.

Fahrplanwechel bringt mehr Komfort

ČD setzt die ersten Inter-Jet-Züge ein

Zum Ende eines schwierigen und turbolenten Jahres danken wir all unseren Kunden für ihre Treue und ihr entgegengebrachtes Vertrauen! Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr! Vor allem – bleiben Sie gesund!

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Mit dem am Sonntag erfolgten Fahrplanwechsel hat die tschechische Eisenbahngesellschaft ČD die ersten neuen Inter-JetZüge in Betrieb genommen.

E

s sei „die größte Revolution in Qualität, Komfort und Angebot seit der Einführung der Railjets vor sieben Jahren“, schwärmt Ivan Bednárik, Vorstandsvorsitzender der ČD, von der neu-

en Siemens-Technik. So sind die modernsten Züge Europas mit speziellen Fenstern ausgestattet, die Handysignale besser übertragen und so das Telefonieren und Surfen im Internet deutlich verbessern. Außerdem stehen in der ersten Klasse kabellose Ladegeräte bereit. Eingesetzt werden die neuen Züge zunächst auf der Strecke Prag–Pilsen–Eger.

ISSN 0491-4546 Erscheint wöchentlich freitags. Redaktionsschluß Veranstaltungstermine: Freitag 18.00 Uhr. Redakationsschluß Montag 18.00 Uhr. Chefredaktion und verantwortlich für den Inhalt: Torsten Fricke, Nadira Hurnaus. Kulturredaktion: Susanne Habel. Korrespondent in Prag: Dr. Jaroslav Šonka; Korrespondentin in TeplitzSchönau: Jutta Benešová; Korrespondenten im Isergebirge: Stanislav Beran, Petra Laurin; Korrespondent in Berlin: Ulrich Miksch. Ständige Mitarbeit: Peter Barton, Markus Bauer, Josef Grimm, Professor Dr. Rudolf Grulich, Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Kathrin Hoffmann, Peter Pawlik, Herbert Ring, Karl Reitmeier, Hildegard Schuster, Lexa Wessel. Verlagsassistentin: Birte Rudzki. Anschrift für alle: Hochstraße 8, 81669 München. Redaktion: eMail zeitung@sudeten.de; Verlag: Telefon (0 89) 48 00 03 80, eMail svg@sudeten.de. Jahres-Abonnement 2021 Inland als Postvertriebsstück im Lastschriftverfahren 125,00 EUR einschließlich 7 Prozent Mehrwertsteuer. Ausland 154,00 EUR, Luftpost auf Anfrage. Reichenberger Zeitung (24 Ausgaben jährlich) 62,50 EUR, Neudeker Heimatbrief (12 Ausgaben jährlich) 31,25 EUR. Je Rechnung 2,00 EUR Aufschlag. Bankverbindung: Postbank München – IBAN: DE13 7001 0080 0005 7278 08, BIC: PBNKDEFF; Abbestellungen mit einer Frist von vier Wochen zum Vierteljahresschluß schriftlich an den Verlag. Anzeigenpreisliste Nr. 13 vom 1. Januar 2021; Anzeigengestaltung erst nach Auftrag. © 2021 Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft. Diese Zeitung ist mit allen Texten und Bildern urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, Vervielfältigung und Verwertung – insbesondere auch Weitergabe in Form von Kopien oder Einstellen ins Internet – sind ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urheberrecht nichts anderes ergibt. Mit vollem Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Sudetendeutschen Landsmannschaft wieder. Gerichtsstand und Erfüllungsort München. Kein Entschädigungsanspruch bei Nichterscheinen oder Nichtlieferung infolge Streik oder höherer Gewalt. Keine Gewähr für nicht angeforderte Manuskripte, Bilder, Dokumente, Datenträger und Daten. Alle datenschutzrechtlichen Vorschriften werden beachtet; Einzelheiten unter www.sudeten.de Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH, HRB München 3796. Geschäftsführer und verantwortlich für Anzeigen: N. N. Alleiniger Anteilseigner: Sudetendeutsche Landsmannschaft, Hochstraße 8, 81669 München. Druck und Versand: Presse-Druck- und Verlags-GmbH, 86167 Augsburg.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.


Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

Den Corona-Lockdown haben Mutter Rosina Reim und Tochter Monika Ofner-Reim genutzt, um ein besonderes Herzensprojekt umzusetzen: Ein Koch- und Backbuch mit alten Rezepten aus ihrer Wischauer Heimat.

F

rau Reim, Sie wurden mit Ihren Eltern vertrieben. Woran können Sie persönlich sich erinnern? Rosina Reim: Ich wurde mit meiner Mutter, Oma und zwei Brüdern vertrieben. Der Vater war zu der Zeit im Gefängnis. An die Vertreibung habe ich nur ganz vage Erinnerungen, zum Beispiel als ich im Eisenbahnwaggon ganz oben auf den Kisten und Säcken saß und durch das kleine Zugfenster schaute. Diese Szene hat sich fest eingeprägt. Meine Erinnerungen stammen aus den Erzählungen meiner Eltern, Verwandten und Menschen, die das gleiche Schicksal hatten. Mein Vater kam 1946 zu der Familie in Niederbayern zurück. Wurde die Vertreibung später mit Ihren Eltern oder Verwandten thematisiert, oder wurde sie totgeschwiegen? Rosina Reim: Die Erwachsenen haben in der Familie und bei Verwandtenbesuchen immer wieder das Thema auf den Tisch gebracht, was „dahuam“ war, was wohl mit ihrem Bauernhof geschehen werde. Und die Frage „warum“ stellte sich immer wieder. Die Details zur Vertreibung kamen in ihren Gesprächen immer vor und waren bei allen Menschen aus der Heimat gleich, aber doch hat es jeder etwas anders erlebt und später auch verarbeitet. Ich habe durch die vielen Gespräche und Erzählungen viele Dinge in mein Leben mitgenommen, doch die gesamte Tragweite konnte ich als Kind noch nicht verstehen. Das kam erst viel später. Wir Kinder wurden nach der Vertreibung angehalten, „brav“ zu sein, damit man ja nirgends auffällt und wir uns ganz langsam Schritt für Schritt integrieren konnten. Alle Familienmitglieder mußten viel arbeiten, denn es war nicht einfach, eine sechsköpfige Familie zu ernähren. Wir Kinder haben Beeren, Holz und Tannenzapfen für den Winter gesammelt, Kühe gehütet, Ähren und Kartoffeln nachgeklaubt und vieles mehr. Der finanzielle staatliche Zuschuß hielt sich in Grenzen, und der Verdienst bei der Bauernarbeit war sehr, sehr gering und dadurch mußte sehr rationell eingeteilt werden. Über das Thema Vertreibung aber wurde in und außerhalb der Familie bei jeder Gelegenheit offen geredet, denn jeder Vertriebene

SUDETENDEUTSCHE GESPRÄCHE � Rosina Reim und Monika Ofner-Reim haben Gerichte aus ihrer Heimat Wischau in einem Kochbuch zusammengefaßt

„Sou hoba dahuam khoucht und pocha“

� Zur Person: Rosina Reim �  Geboren

Tochter Monika Ofner-Reim und Mutter Rosina Reim haben die traditionellen Wischauer Rezepte nachgekocht. Foto: Nicola Fricke wir bekamen ein zweites, neun Quadratmeter großes Zimmer dazu. Ich habe keine schlechten Erinnerungen an diese beengte Zeit. Meine Oma kochte zuerst mit der Bäuerin an einem Ofen, und jede beäugte die Kochweise der anderen und ihre Gerichte. Wir waren an einfache Gerichte gewöhnt, und ich habe heute noch höchsten Respekt vor meiner Oma und meiner Mutter, was sie trotz der kargen Zutaten immer wieder für die Familie gezaubert haben. Alle Sprachinsler waren sehr religiös, und auch das Schicksal der Vertreibung änderte daran nichts. Wir verrichteten die täglichen Gebete gemeinsam in der Familie, und das hörte man durch die Decken des alten Hauses in die Bauernstube. Weil auch die Bauersleute katholisch waren, war das – neben den Kenntnissen in der Bauernarbeit – ein wichtiger Meilenstein bei

Familienfoto der Reims: Rosina (rechts) mit (von links) Mutter Maria, Bruder Hans, Oma Maria und Vater Martin. Foto: privat war froh, wenn er sein Herz mit Erzählungen erleichtern konnte. Wo sind Sie nach der Vertreibung aufgewachsen, haben Sie sich, als Sie zur Schule gingen, fremd gefühlt? Rosina Reim: Ich bin in einem sehr kleinen Bauerndorf, circa 15 Kilometer von Dingolfing entfernt, aufgewachsen. Ich habe mich mit den einheimischen Kindern sehr gut verstanden, und mir ist nichts bekannt, daß ich aus irgendeinem Grund ausgegrenzt wurde. Wir haben zusammen in Hof, Wald und Feldern gespielt, niemand hat uns kontrolliert und wir waren schnell Freunde. Die Wohnraumsituation hat sich nach einiger Zeit auch etwas entzerrt, und

der Verständigung. Wie war Ihre Schulzeit? Rosina Reim: Die Schule lag circa vier Kilometer entfernt in einem größeren Dorf. Trotz Wind und Wetter sowie der schlechten Kleidung, gab es keine Ausreden, der Schulpflicht mußte nachgekommen werden. Ich

nicht ausgegrenzt, denn ich war ein fröhliches Kind, war zu jedem Streich aufgelegt und kooperierte mit allen Mitschülern. In der kleinen Dorfschule waren vier Jahrgänge in einem Raum. Niemand hat sich darüber aufgeregt, denn jeder war froh, etwas zu lernen, wir Kinder der Vertriebenen und die Kinder der Einheimischen. Wann haben Sie Ihre Heimat wieder besucht? Was haben Sie dabei empfunden? Rosina Reim: Das erste Mal war ich mit meinen Eltern und meinem Bruder im Jahre 1966 in der Heimat. Es war noch alles im eigenen Bauernhaus vorhanden, die Truhen, Teller und die ganze Inneneinrichtung, die Stallungen, der Hof und alle Maschinen waren vorhanden, und meine Eltern waren aufgeregt, doch in ihr Inneres konnte ich nicht schauen. Sie haben aber keinen Haß in sich getragen, das hätte ich bemerkt. Das Haus wurde in den 1970er Jahren abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Ab den 1980er Jahren haben wir an vielen Busfahrten in die Heimat teilgenommen. Meine Tochter war da schon oft dabei, denn ihr gefiel das Gemeinschaftsgefühl, das die Vertriebenen aus dieser Gegend schon immer hatten, und das freundschaftliche Miteinander gut. Sie war mitten unter vielen Erwachsenen zum ersehnten Ziel „insa Huamat ouschau“. Mein persönliches Empfinden damals war, daß es mir doch in Deutschland viel besser geht, als es mir hier je ginge. Ich hatte mich damals noch nicht mit der „Tiefe der Vertreibung“ und mit meinen Wurzeln intensiv befaßt. Daß die Tochter an den Wurzeln ihrer Mutter Interesse zeigte, hat mich natürlich sehr erfreut und wahrscheinlich ihre Oma noch viel mehr.

� Mitgewirkt am Buch haben: Elisabeth Butschek, Marille Czapka, Alois Drabek, Hilde Fink, Maria Grössl, Jutta Hilsenbek, Annemarie Hross, Resi Hross, Yvonne Karig, Anneliese Kästl, Emilie Kutscherauer, Christine Legner, Hilde Mader, Gernot Ofner, Monika Ofner-Reim, Bernhard Reim, Rosina Reim, Julia Schimmele, Notburga Schmiedt, Ute Soutschek, Margarete Swobodnik, Julie Trittler, Elisabeth Weiss und Katharina Witzemann.

am 10. März 1941 in Rosternitz, Wischauer Sprachinsel. �  Nach der Vertreibung in einem kleinen Bauerndorf in Niederbayern Wurzeln gefaßt. �  Familiengründung 1965 und bleibende Heimat München gefunden. �  Seit Jahrzehnten tätig für die Gemeinschaft Wischauer Sprachinsel e.V. Von 2006 bis 2019 als erste Vorsitzende. �  Projekte: Ausstellungen im In- und Ausland, Trachtenpräsentationen und -umzüge, Seminare in Deutschland und Tschechien, Busfahrten mit interessierten Gruppen in die Sprachinsel, Material für vier Filme eines tschechischen Filmteams geliefert, Herausgabe von heimatbezogenen Publikationen in Deutsch und Tschechisch, Redaktionelle Betreuung des Wischauer Heimatboten, Errichtung eines Informations- und Begegnungszentrums in der Patenstadt Aalen Ehrungen: �  Adalbert-Stifter-Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft �  August-Sauer-Plakette für Verdienste um das Sudetendeutsche Kulturgut �  Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern �  Ehrennadel und Ehrenvorsitzende der Gemeinschaft Wischauer Sprachinsel e.V.

� Zur Person: Monika Ofner-Reim �  Geboren am 17. September 1967 in München, verheiratet. �  Langjähriges aktives Mitglied der Gemeinschaft Wischau-

er Sprachinsel e.V. �  Seit 2019 erste Vorsitzende mit dem Ziel, die langjährige intensive Verständigungsarbeit und Brauchtumspflege fortzusetzen. Wie hat sich Ihr Engagement weiterentwickelt? Rosina Reim: Zu dieser Zeit reifte in mir bereits der Entschluß, grenzüberschreitend tätig zu werden, denn nur wenn Menschen miteinander reden, können sie vieles besser verstehen. Über viele viele Jahre fuhr ich zuerst mit meinem Mann und später alleine in die Heimat. Ich lernte viele Menschen kennen, wir haben Ausstellungen präsentiert, an Veranstaltungen mit mehreren Wischauern teilgenommen, und wir haben ein Filmteam kennengelernt, das Filme über uns produziert hat. Die Türen, die früher alle versperrt waren, gingen plötzlich auf, und heute können wir uns ohne Haß und Rachegedanken begegnen und hoffen, daß sich ein solches Schicksal wie das unsere nicht mehr wiederholt. Nun zu Ihrem gemeinsamen Projekt. Frau Ofner-Reim, Frau Reim, was hat Sie veranlaßt, dieses schöne Projekt anzugehen, ein Kochbuch mit Rezepten der alten Heimat zu gestalten? Monika Ofner Reim: Wir persönlich, aber auch unser Verein, die Gemeinschaft Wischauer

Sprachinsel, haben eine emotionale Bindung zu der alten Heimat unserer Vorfahren. Deshalb versuchen wir, Erinnerungen und Traditionen wachzuhalten. Neben Mundart und Bräuchen, sind Essen und Trinken wohl die prägendsten Elemente, die man mit den Begriffen Heimat, Familie und Kindheit verbindet. Uns war es einerseits aus historischen Gründen wichtig, daß diese alten Rezepte nicht in Vergessenheit geraten. Andererseits war es aber für uns auch eine Reise in die eigene Vergangenheit, und beim Sammeln und Ausprobieren der Rezepte haben wir uns daran erinnert, wie wir gemeinsam mit Eltern oder Großeltern in der Küche gesessen sind und „Huamatskost“ aufgetischt wurde. Rosina Reim: Die einfachen, überlieferten Rezepte aus den ehemals deutschen Dörfern zu erhalten und weiterzugeben, das war uns wichtig. In der heutigen Zeit wird oft eine aufwendige Küche angepriesen, oder die Ernährung geht über Fertigprodukte. Wir wollten mit diesem Buch zeigen, daß es auch mit sehr einfachen Zutaten gelingt, etwas Schmackhaftes zuzubereiten.

3 Haben Sie alle Gerichte auch selbst gekocht? Was hat Ihnen am besten geschmeckt, was am wenigsten? Monika Ofner Reim: Nicht alle Rezepte haben wir beide selbst probegekocht oder gebacken – wir hatten dabei Unterstützung durch mehrere aktive Vereinsmitglieder. Anfang 2021 – als durch den Lockdown das gesellschaftliche Leben mehr oder weniger brach gelegen ist – haben wir die Zeit genutzt und fleißig gekocht, gebacken und fotografiert. Von den Rezepten, die ich persönlich ausprobiert habe, haben mir am besten der Hase in Gemüse-Milch-Soße und das Paprika-Huhn geschmeckt. Beide Gerichte weisen – trotz der relativ wenigen Zutaten – eine besondere Geschmacksnote auf, die man so in keinem Wirtshaus, und auch in keinem DreiSterne-Restaurant serviert bekommt. Am wenigsten gut vorstellen kann ich mir –und persönlich auch noch nicht ausprobiert habe ich, die Verwendung von Gans-Innereien, aber irgendwann hole ich auch das noch nach. Grundsätzlich war die Resonanz der Probeköche und -bäckerinnen aber sehr positiv. Die wiederentdeckten Rezepte werden auch künftig den Speiseplan bereichern. Rosina Reim: Am besten schmecken mir die Kartoffelgerichte. Diese Geschmacksrichtung wurde mir schon in die Wiege gelegt. Waren die Rezepte aufwendig? Zumal viele Gerichte keine Mengenangabe haben, was früher üblich war. Monika Ofner Reim: Hinsichtlich der Zutaten kann man ganz klar sagen, daß die Rezepte nicht aufwendig sind – alles, was man dazu brauchte, hatte man früher zu Hause oder konnte es im Garten und auf dem Feld ernten. Aus heutiger Sicht „aufwendig“ ist aber oft die Zubereitungszeit. Es wurde damals viel mit Hefeteig gemacht, und bis ein guter, luftiger Hefeteig fertig ist, braucht man Geduld und viel Zeit. Genauso verhält es sich mit den handgemachten Suppennudeln – es sind mehrere Arbeitsschritte nötig, und dazwischen liegt immer viel Wartezeit. Diesen Zeit-Aufwand betreiben heute die Wenigsten noch – das ist aber vielleicht auch die Besonderheit von „alten“ Rezepten. Rosina Reim: Die Rezepte sind einfach nachzukochen. Im bäuerlichen Umfeld war es wichtig, ohne viel und große Umstände täglich etwas auf den Tisch zu bringen, das schmackhaft und nahrhaft ist, und außerdem aus eigenem Garten, Hof und Feld stammt. Auf die Idee, ein Rezept auszuprobieren, kam niemand. Die Rezepte wurden von Generation zu Generation weitergegeben und Mengenangaben waren nur selten. Es hieß immer „da ein bissal und von dem no a bissal“. Die Köchin wußte im Laufe ihres Lebens über alles aber ganz genau Bescheid. Fortsetzung Seite 4

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Das Koch- und Backbuch kann per eMail an wischauer.sprachinsel@ email.de bestellt werden und kostet 9,50 Euro zuzüglich Versandkosten.


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TERMINE . AKTUELL

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

Weihnachtsgruß des Vorsitzenden des Sudetendeutschen Heimatrates

Franz Longin: „Unser Einsatz ist eine lohnende Aufgabe“

Liebe Landsleute,

Rosina Reim und Monika Ofner-Reim daheim am Eßtisch. Foto: Nicola Fricke

Fortsetzung von Seite 3

„Essen ist und war schon immer kostbar“

F

rau Reim, Frau Ofner-Reim, damals hatten die Menschen nicht viel Geld. Spiegelt sich das in den Rezepten wieder? Monika Ofner-Reim: Ja, durchaus. Wenn man die Grundzutaten der Rezepte ansieht, stellt man fest, daß es ein paar Grundzutaten gibt – diese aber mit viel Phantasie zu ganz un-terschiedlichen Rezepten ver-arbeitet wurden. Ein Paradebei-spiel hierfür ist die Kartoffel: Sie wurde für herzhafte Gerichte wie Kartoffel-Gemüsesuppe, Kartoffelaufl auf oder Stampfkartoffel als Beilage genauso verwendet wie bei den süßen Mohnnudeln oder sogar als weihnachtliche Kartoffelplätzchen. Rosina Reim: Das einfache Leben der Sprachinselbewohner spiegelte sich auch in den Rezepten wider. Wichtig war, etwas zu kochen, was aus eigenem

achten konnte. Rosina Reim: Am Weihnachtsabend vor dem Abendessen sind der Bauer und die Bäuerin in den Stall gegangen und haben dem Vieh eine Extraportion Futter gegeben. Sie haben ihnen zudem Buchteln und Knoblauch ins Maul gesteckt – das sollte die bösen Geister vertreiben. Wie Sie in dem Video erzählen, wurde am Heiligen Abend auch das Wetter vorhergesagt. Rosina Reim: Ja, hierfür wurden sechs Zwiebeln aufgeschnitten, die innere Schale entfernt und Salz hinein geträufelt. Die Schalen wurden in einer Rei-he aufgestellt und symbolisierten die Monate Januar bis Dezember. Am nächsten Morgen hat man nachgesehen, in welcher Zwiebel sich Wasser angesammelt hat – das diente als Vorhersage, welcher Monat mehr Nässe

Mutter Rosina Reim und Tochter Monika Ofner-Reim in ihrer Tracht. Garten, Hof und Feld stammte. Was in früheren Zeiten ein einfaches Gericht war, wird heute oft in gehobenen Restaurants schon als besonderes Gericht angepriesen. Essen ist und war schon immer kostbar. Wegwerfen war nie eine Option, und das praktiziere ich auch noch heute so. Im vergangenen Jahr haben Sie ein Video für den YouTube-Kanal der Sudetendeutschen Landsmannschaft gemacht und die Weihnachtstradition Ihrer Heimat vorgestellt. Was sind besondere Bräuche? Monika Ofner-Reim: Der Weihnachtsbaum, eine kleines Fichtenbäumchen, wurde einfach mit Zuckerradal – einfachen runden Plätzchen –, kleinen Äpfeln, in Staniolpapier eingewikkelten Nüssen und Lametta oder Engelshaar geschmückt. Das fertige Bäumchen stand am Heiligabend in der Guten Stube und später entweder im Fenster oder auf einem Stuhl vor dem Fenster, damit man ihn von außen begut-

mit sich bringt und welcher weniger. Monika Ofner-Reim: Ein zweiter Brauch war das „Glück probieren“: Hierzu nahm man drei Tassen und legte unter eine ein Stückchen Brot, unter die zweite ein Stückchen Kohle und unter die Dritte ein Geldstück. Die Tassen wurden dann verschoben und jedes Familienmitglied durfte insgesamt drei Mal auf eine Tasse zeigen. War darunter Brot, verhieß das, daß man das ganze Jahr gut essen haben wird, Kohle bedeutete „nichts Gutes“ und wer das Geldstück gezogen hatte, der hatte keine Geldsorgen im kommenden Jahr. Rosina Reim: Diese beiden Bräuche zelebrieren wir in unserer Familie nach wie vor am Weihnachstabend. Vor der Bescherung singen wir – wie früher üblich – auch noch einige Weihnachtslieder und beten gemeinsam ein „Vaterunser“ für alle die, die nicht mehr unter uns sind. Nicola Fricke

Kartoffelsuppe Rohe Kartoffeln in Scheiben schneiden, Karotten, Sellerie und Zwiebeln würfeln und zwei ganze Knoblauchzehen dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen, eventuell Pilze (gut für den Geschmack) beimengen und mit entsprechend viel Wasser köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Die Suppe kann man auch sämiger machen, wenn man einen Eßlöffel Grieß hineinrieseln läßt, bevor die Suppe fertig gekocht ist, oder man macht eine Einbrenne.

ein arbeitsreiches Jahr geht zu Ende. Mein herzlicher Dank gilt dem vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz und der guten und konstruktiven Zusammenarbeit.

M

it der Neuwahl des Vorstandes und Bestellung der neuen Heimatlandschafts- und Heimat-kreisbetreuer haben die Mitglieder des Sudetendeutschen Heimatrates im November die Wei-chen für die kommenden vier Jahre gestellt. Ich habe mich über den erneuten Vertrauensbe-weis sehr gefreut und danke auch an dieser Stelle dafür. Unser gemeinsamer Einsatz zugunsten unserer Sudetendeutschen Heimat ist eine lohnende Aufgabe, vor allem wenn es darum geht, den Zusammenhalt zu pflegen, unsere Kultur zu er-

Franz Longin, Vorsitzender des Sudetendeutschen Heimatrates. Foto: Torsten Fricke halten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dafür arbeiten

wir mit unseren zahlreichen Heimattreffen und politischen wie kulturellen Begegnungen in der angestammten wie in der neuen Heimat. Der Meinungs- und Erfahrungsaustausch untereinander ist für eine erfolgreiche Arbeit unab-dingbar. Deshalb starten wir bereits am 13. Jänner mit einer Videokonferenz für unsere Hei-matlandschafts- und Heimatkreisbetreuer. Weitere folgen am 17. Feber und 24. März. Lernen wir voneinander und miteinander. Wir wollen in unseren Heimat-

landschaften auf allen Ebenen im Gespräch bleiben, damit wir auch im kommenden Jahr stark und handlungsfähig sind. Unsere virtuellen Vorträge in Zeiten coronabedingter Einschränkungen haben sich bewährt, und so werden wir sie auch im kommenden Jahr fortsetzen.

Nur gemeinsam sind wir stark!

Von Herzen wünsche ich, auch namens meiner Stellvertreter Prof. Dr. Ulf Broßmann und Dr. Wolf-Dieter Hamperl, ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und hoffe, daß Sie auch in dieser aufreibenden Zeit die Freude des Weihnachtsfestes genießen können. Für das neue Jahr 2022 wünsche ich Ihnen Glück, Gesundheit und allzeit Gottes Segen. Ihr Franz Longin

VERANSTALTUNGSKALENDER

Hinweis Corona-Pandemie

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ie sich verschärfende Corona-Pandemielage führt erneut zu Veranstaltungsabsagen oder zu strengeren Hygienerichtlinien. Diese Änderungen können auch kurzfristig erfolgen. Die Sudetendeutsche Zeitung rät deshalb, sich vor dem Besuch direkt beim Veranstalter über die aktuelle Lage zu informieren. Noch bis Freitag, 14. Ja-

nuar: Ausstellung „Keine Nacht so dunkel“. 150 Jahre Familiengeschichte über das bewegende Schicksal des böhmisch-jüdischen Architekten Rudolf Wels sowie seiner Vor- und Nachfahren. Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstraße, München. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch, 13.00–17.00 Uhr, Donnerstag, 13.00–19.00 Uhr, Freitag, 12.00–15.00 Uhr. Corona-Regel: 2G plus. Noch bis Samstag, 15. Januar: „Verblichen, aber nicht verschwunden. Eine Spurensuche im Böhmerwald“. Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Öffnungszeiten: montags und mittwochs von 10.00 bis 17.00 Uhr, dienstags und donnerstags von 10.00 bis 19.00 Uhr sowie freitags von 10.00 bis 14.00 Uhr. Samstags auf Anfrage. Noch bis Sonntag, 30. Januar: Ausstellung „Marktredwitzer Krippenkultur“. Egerland Kulturhaus, Fikentscherstraße, Marktredwitz. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 14.00– 17.00 Uhr. Noch bis Montag, 31. Januar: „Zerbrechliche Heilige – Rumänische Hinterglasikonen aus der Sammlung des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim“. Glasmuseum, Himmeroder Wall 6, Rheinbach. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr. Samstag und Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr. Noch bis Mittwoch, 2. Februar: „Alles andere ist zu ersetzen. Weihnachtskrippen in Böhmen und Mähren“. Sonderausstellung des Sudetendeutschen Museums im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10.00 bis 18.00 Uhr. Samstag, 18. Dezember, 15.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen/Klosterlechfeld: Weihnachtsfeier. Fischerheim, In der Aue 5, Wehringen. Obmann Kurt Aue präsentiert einen Film über das Sudetenland. Ab Montag, 20. Dezember, Heimatpflegerin: duo connessione. Die Konzert-Aufzeichnung auf dem YouTube-Kanal der Sudetendeutschen Landsmann-

schaft unter www.youtube.com/ DieSudetendeutschen. Donnerstag, 13. Januar, 19.00 Uhr: Sudetendeutscher Heimatrat: Onlinekonferenz. Mittwoch, 26. Januar, 16.00 Uhr, Seliger-Gemeinde München-Dachau: Mittwochsrunde: Diskussion der Situation SG-Bund; Auswirkungen auf die Regionalgruppe? Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, München. Donnerstag, 17. Februar, 19.00 Uhr, Sudetendeutscher Heimatrat: Onlinekonferenz. Mittwoch, 23. Februar, 16.00 Uhr, Seliger-Gemeinde München-Dachau: Mittwochsrunde: Nostalgischer Film von Horst Herz über das Seminar in der Burg Hohenberg 2008 mit Besuch der Stadt Aussig. Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, München. Sonntag, 6. März, 14.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen/Klosterlechfeld: Märzgedenken. Bürgersaal Wehringen. Referent: Christian Knauer, Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen (BdV) Bayern. Samstag, 12. bis Sonntag, 13. März: Sudetendeutsche Bundesversammlung. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Sonntag, 13. März, Landesdelegiertenversammlung der SL Bayern. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Donnerstag, 24. März, 19.00 Uhr, Sudetendeutscher Heimatrat: Onlinekonferenz. Mittwoch, 30. März, 16.00 Uhr, Seliger-Gemeinde München-Dachau: Mittwochsrunde: Dia-Vortrag Gisela Hüttisch – Bauernkriegspanorama des Malers Werner Tübke (frühbürgerliche Revolution um 1525). Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, München. Montag, 2., 9.00 Uhr bis Freitag, 6. Mai, 18.00 Uhr, Seliger-Gemeinde München-Dachau: Informationsfahrt nach Prag und Reichenberg. Auf den Spuren von DSAP und SOPADE. Samstag, 7. Mai, 14 Uhr Muttertagsfeier. Fischerheim, In der Aue 5, Wehringen. Donnerstag, 26. Mai, 19.00 Uhr, BdV Augsburg Stadt und Augsburg Land: Maiandacht.

Jahresausklangsfreizeit Dienstag, 28. Dezember bis Samstag, 1. Januar: „ASA-Winterwoche/Jahresausklangsfreizeit“. Der Heiligenhof bietet in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Sudetendeutscher Akademiker allen Interessenten – vor allem den Freunden des Hauses, die allein leben – die Möglichkeit, die letzten Tage des ausklingenden Jahres in ebenso vertrauter wie für neue Teilnehmer offener Gemeinschaft zu verbringen. Vorträge zu verschiedenen Themen, Basteln, eine Exkursion nach Thulba und Hammelburg, Singen und Wandern wechseln einander ab, bevor sich alle Teilnehmer zum festlichen Jahresabschluß (mit Buffet) und bei der mitt ernächtlichen Wende zum neuen Jahr mit Blick auf Bad Kissingen zusammenfinden Anmeldung unter eMail info@heiligenhof.de Heiligenhof · Alte Euerdorfer Straße 1 · 97688 Bad Kissingen Telefax (09 71) 71 47 47 info@heiligenhof.de · www.heiligenhof.de

Ausstellung vom 19. Januar bis 8. April

„Fremd : Vertraut“ Von Mittwoch, 19. Januar bis Freitag, 8. April: „Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt“, Ausstellung im Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, München. Die beiden siebenbürgischen Städte entwickelten sich im Verlaufe ihrer Geschichte zu einem je eigenen Kosmos, auch wenn gegenseitige Berührungen, wenn das Aufeinander-Angewiesen-Sein unübersehbar sind. Selbst für diejenigen, die den jeweiligen Kosmos, in dem sie groß geworden sind, zu kennen glauben, birgt dieser immer beides zugleich – Fremdes und Vertrautes. Die Frage, wann das Fremde zum Vertrauten wird, kann kaum generell beantwortet werden. Dieser Prozeß wird von zu vielen sehr individuellen, vor allem auch biografischen Faktoren beeinflußt. Allerdings gilt auch dies: Ängste vor dem Fremden ungehemmt auszuleben, ist ein gesellschaftliches No-Go. So ist die aktuelle Frage mehr denn je: Wie wird das mir Fremde zum Vertrautem, ohne daß ich das Fremde seiner

Identität beraube? Die großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien von Jürgen van Buer sind eine Aufforderung an die Betrachter, ihre je individuelle Antwort auf die Frage dieser Ausstellung zu finden. Kurator der Ausstellung ist Josef Balazs. Öffnungszeiten: 19. Januar bis 8. April 2022, Montag bis Freitag (werktags) 10 bis 20 Uhr. Informationen unter Telefon (0 89) 4 49 99 30 oder per eMail poststelle@hdo.bayern.de.


AKTUELL

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12. 2021

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� Schon mal vormerken:

� Mut tut gut

Seminarwoche vom 6. bis 11. November 2022

Wenn‘s am Blödesten ist D

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issen zu vermitteln war das Ziel des mehrtägigen Informationsseminars über „Wurzeln in Böhmen – Wege nach Europa“ in der sudetendeutschen Bildungsstätte Der Heiligenhof in Bad Kissingen. Frauen und Männer mit familiären Wurzeln in Böhmen aus allen Teilen Deutschlands und der Tschechischen Republik zählten zu den Teilnehmern. Im Rahmen einer fünfteiligen Serie hat die Sudetendeutsche Zeitung die Ergebnisse vorgestellt. Auch für das Jahr 2022 ist diese Seminarwoche für Multiplikatoren auf dem Heiligenhof in Bad Kissingen geplant, und zwar von Sonntag, 6. bis Freitag, 11. November. Das Programm und die Anmeldungsmöglichkeiten werden rechtzeitig bekannt gegeben.

� Seminarwoche am Heiligenhof „Wurzeln in Böhmen – Wege nach Europa“, Teil 5 und Ende

Die Erben der Vertreibung und ihr Umgang mit der Geschichte beit mit deutschen und tschechischen Museen und zahlreiche wechselseitige Veranstaltungen.

Vorträge und Diskussionen, wie im Rahmen der Seminarwoche auf dem Heiligenhof, zeigen, wie gegenwärtig die Vergangenheit ist. Der Umgang mit der Geschichte der Deutschen in Mittel- und Osteuropa wird auch in Zukunft Thema in Politik und Gesellschaft sein, wird Wissenschaft und Unterricht beschäftigen und auch in den Familien immer wieder neu diskutiert werden.

S

Steffen Hörtler

o auch bei Steffen Hörtler, Direktor der sudetendeutschen Bildungsstätte „Der Heiligenhof“, wenn er bei seinem Vortrag „Wurzeln in Böhmen – Wege nach Europa: Sichtweise eines Deutschen aus Deutschland“ über seine ganz persönlichen Erfahrungen, aber auch die seiner Landsleute, referiert. Hörtler, in der DDR aufgewachsen, sein Vater ein überzeugter Sudetendeutscher, stellte früh eine verfälschte Geschichtsvermittlung in der DDR fest. Neugierig geworden, habe er sich in das Thema eingearbeitet – wiederum mit der Erkenntnis, daß ein großes Unwissen über die deutsche Geschichte, gepaart mit unglaublich vielen Vorurteilen, vorherrsche. In Debatten mit NichtSudetendeutschen falle auf, daß das Wissen fehle und ein ganz eigenes Bild der Sudetendeutschen entstanden sei. Ein wunderbarer Lernort sei das im vergangenen Jahr eröffnete Sudetendeutsche Museum in München. Sein beruflicher Weg führte Steffen Hörtler zur Sudetendeutschen Bildungsstätte, wo er heute hauptamtlich als Verantwortlicher für die Geschichtsvermittlung sorgt. Insbesondere die gemeinsame Geschichte von Sudetendeutschen und Tschechen liegt ihm am Herzen. Hörtler bekleidet zahlreiche Funktionen innerhalb der Sudetendeutschen Volksgruppe und des Bundes der Vertriebenen, aus einem inneren Antrieb heraus, wie er ausführte. Berufliches und ehrenamtliches Engagement gingen bei ihm ineinander über und seien nicht immer genau zu trennen. Sein Appell an die Seminarteilnehmer: „Wir müssen unseren Horizont erweitern. Unser Ziel muß sein, immer das Verbindende zu suchen, nicht das Trennende.“ In den letzten 20 Jahren sei viel Positives entstanden in der Debattenkultur. Historische Tatsachen werden heute nicht mehr in Frage gestellt – auf deutscher wie auf tschechischer Seite. Auch bei den Sudetendeutschen habe ein Lernprozeß stattgefunden. Der Sudetendeutsche wünscht sich vor dem Hintergrund der gemeinsamen Geschichte von Deutschen und Tschechen aber ein Umdenken auf der Prager Burg und mehr Aufeinanderzugehen. Jedoch auch für die Sudetendeutschen gelte: Auf alles zu schimpfen, was in der Tschechischen Republik nicht passiere, helfe nicht weiter. Keinesfalls bedeute dies, daß wir uns selber aufge-

Christina Meinusch

Steffen Hörtler

Fotos: Hildegard Schuster

Birgit Aldenhoff und Tomáš Randýsek

Josef Grimm

Maximilian Schmidt und Martin Dzingel

ben müßten, sagte Hörtler. „Wir müssen dafür sorgen, daß die Menschen in Tschechien, die uns als Volksgruppe akzeptieren und unserer sowie ihrer eigenen Geschichte gegenüber eine aufgeklärte Sicht haben, mehr werden.“

nen Kulturlandschaft und ihre Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Für ihn, den Mitbegründer vieler Gedenk- und Versöhnungsmärsche zur Erinnerung an die Vertreibung der Deutschen, gilt es, durch völkerverbindende Aktionen, wie zum Beispiel das bekannte Festival „Meeting Brno“, die Auseinandersetzung mit der Geschichte zu fördern und so für ein gemeinsames Europa einzutreten.

Martin Dzingel und Maximilian Schmidt

Anschließend präsentierten Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, und Maximilian Schmidt, dort ifa-Kulturmanager, ihre Sichtweise und belegten diese mit praktischen Beispielen aus ihrer Arbeit. Ihr Einsatz zugunsten einer weiteren Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen gilt wie bei Steffen Hörtler einem gemeinsamen Europa. Wege nach Europa zeigten beide mit zahlreichen Aktionen auf. Dazu zählen: Durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit das Wissen über die deutsche Minderheit lebendig halten, die Förderung der deutschen Sprache in der Tschechischen Republik als identitätsstiftendes Merkmal, Workshops und Theateraufführungen, Projekte zur Vernetzung von Jugendlichen, Debattierclubs und vieles mehr. Nicht fehlen darf die im In- und Ausland beliebte Zeitschrift Landesecho, die vierwöchentlich über gesellschaftlich wie politisch relevante Themen informiert.

Jaroslav Ostrčilík Jaroslav Ostrčilík, Journalist und PRKonsultant, coronabedingt aus Prag zugeschaltet, legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf „Die Schatten der Vertreibung“. Er beschreibt die erzwungene, nahezu vollständige Umwandlung einer in Jahrhunderten gewachse-

Josef Grimm „Freundschaft und Versöhnung sind besser als Haß / Přátelství a usmíření jsou lepší než nenávist“ ist das Leitwort für Josef Grimm, Kreisbetreuer von Neudek im Bezirk Karlsbad und Vorsitzender der Heimatgruppe „Glück auf“ – Freunde des Heimatmuseums Stadt und Landkreis Neudek mit Sitz in Augsburg. Grenzüberschreitende sudetendeutsch-tschechische Aktivitäten in der Geschichtsaufarbeitung sind für den Sudetendeutschen Grimm und seine Mitstreiter eine seit Jahrzehnten gelebte Selbstverständlichkeit. Berührungsängste kennt er nicht. Steine, die ihm in den Weg gelegt werden, räumt er mit Geduld und Durchsetzungsvermögen beiseite: Ein Lehrmeister für erfolgreiche grenzüberschreitende Aktivitäten. In seinem bilderreichen und spannenden Vortrag berichtete er über die Renovierung der Kirche in seinem Geburtsort Abertham, die Aufstellung eines Gedenksteins für die Mordopfer dort, den Neudeker Kreuzweg, den Neudeker Heimatbrief, der über die Sudetendeutsche Zeitung herausgegeben wird, seine journalistische und publizistische Tätigkeit für die Internetzeitschrift Grenzgänger und Kooperationen mit tschechischen Zeitschriften, die Zusammenar-

„Heimat analog in persönlicher Begegnung und Exponaten – Notwendigkeit oder Auslaufmodell?“ Unter diesem anspruchsvollen Titel stellte Christina Meinusch, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, ihre Projekte vor. Erhalt, Pflege und die Entwicklung Sudetendeutschen Kulturgutes sind ihr ein Herzensanliegen. So konnte sie über zahlreiche Aktivitäten wie Ausstellungen, Arbeit mit Zeitzeugen, Brauchtums-, Trachten-, Mundart- und Denkmalpflege, Lesungen, Konzerte und Reisen in die sudetendeutsche Heimat informieren, über die auch in der Sudetendeutschen Zeitung ausführlich berichtet wurde. Interessant war auch die Diskussion mit den Seminarteilnehmern mit dem eindeutigen Ergebnis: Heimat analog in persönlichen Begegnungen und Exponaten ist eine absolute Notwendigkeit und keinesfalls ein Auslaufmodell!

Birgit Aldenhoff und Tomáš Randýsek

Birgit Aldenhoff und Tomáš Randýsek, Mitarbeiter bei der Kulturstiftung der Vertriebenen, beleuchteten in ihren Vorträgen zum Thema „Geschichtsvermittlung modern denken – aktuelle Ansätze im Internet und den Sozialen Medien“ die Möglichkeiten in der virtuellen Welt der Geschichtsvermittlung. Birgit Aldenhoff, Wissenschaftliche Referentin für Kunstgeschichte, leitet bei der Kulturstiftung das Projekt „Virtuelle Heimatsammlungen“. Ihr Einblick in die technischen Möglichkeiten zur Erfassung und Sicherung der Heimatstuben mit aktuellen und konkreten Beispielen überzeugte. Professionell und attraktiv gestaltet nutzten die „virtuellen Heimatsammlungen“ die Möglichkeit, die reiche Erinnerungskultur der Vertriebenen und Aussiedler neuen, nicht zuletzt jüngeren Nutzerkreisen zu erschließen. Vor allem gilt es, den für die Wahrung und Vermittlung der Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa unverzichtbaren ostdeutschen Sammlungen eine Zukunftsperspektive zu eröffnen. Zu Tomáš Randýseks Aufgaben gehören neben der Betreuung der Öffentlichkeitsarbeit auch die Entwicklung von Formaten, um die Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtungen der eigenständigen Kulturarbeit der Vertriebenen untereinander und mit anderen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, auch grenzüberschreitend, besser zu vernetzen. Soziale Medien, ihre Auswahl und die Möglichkeiten der Anwendung waren das beherrschende Thema des Vortrags. Nicht unerwähnt blieben die überaus reiche Programmvielfalt des Angebots der Stiftung und die Einladung zur Teilnahme an den Veranstaltungen. Hildegard Schuster

er 2016 verstorbene kanadische Sänger Leonard Cohen beeindruckte mit seiner rauchigen Stimme unzählige Menschen, auch mich. Seine Lieder haben eine melancholische Stimmung und handeln oft von der Gebrochenheit des Lebens. Zugleich ließ Cohen aber auch Momente von Freude und Hoffnung anklingen. In einem seiner Songs heißt es: „There‘s a crack in everything, that‘s how the light gets in.“ In die deutsche Sprache ist das gar nicht so leicht zu übertragen. Jedenfalls fehlt mir die lyrische Fähigkeit dazu. Deswegen übersetze ich nahe am englischen Original: „In allem ist ein Riß, so kommt das Licht herein.“ Mich erinnert dieser Satz an Weihnachtskrippen. Meist haben deren Ställe schadhafte Dächer. Damit wird ausgedrückt, daß das heilige Paar mit seinem Nachwuchs nur eine Notunterkunft hatte. Dabei denke ich an eine einfache Weihnachtskrippe aus meiner Kindheit, die es leider schon lange nicht mehr gibt. Mein Vater hatte sie als Jugendlicher gebastelt. Bis er sich eine schönere Krippe leisten konnte, stellte er sie Jahr für Jahr unter unserem Christbaum auf. Das mit Strohhalmen gedeckte Krippendach wurde vom einen zum anderen Mal schütterer. Aber das hatte auch einen praktischen Vorteil. Man konnte in einer der Spalten an der Dachoberfläche ganz einfach den Stern fixieren. Eine seiner Zacken ragte dann in den Stall hinein. In Cohens symbolhaften Sprache: So kam das Licht herein. Nicht nur Maria und Josef brauchten ein Dach über dem Kopf. Auch unsere Seele sucht ein bergendes Dach, nicht zuletzt an Weihnachten. Doch das perfekte Dach über der Seele gibt es ebenso wenig wie das perfekte Weihnachtsfest. Auch da sind Risse und Löcher. Manche Sehnsüchte bleiben offen. Erfahrungen von Geborgenheit haben undichte Stellen. Unsere Zukunft ist ungewiß. Was, wenn gerade an diesen Stellen die Botschaft von der Menschwerdung Gottes in unser Leben hereinkäme? Wir könnten neuen Mut und neue Zuversicht schöpfen. In diesem Zusammenhang fallen mir auch die berühmten Worte Vác­lav Havels ein, die ich wiederum zuerst in der Originalsprache zitiere, weil ich mir nur so die brummende Stimme ihres Urhebers vergegenwärtigen kann: „Až to bude nejblbější, tak najednou se to začne obracet k lepšímu.“ Deutsch: „Wenn es am Blödesten ist, wendet es sich plötzlich zum Besseren.“ Gut erinnere ich mich an die Trauerfeiern für den vor zehn Jahren am 18. Dezember gestorbenen tschechischen Dichterpräsidenten, die damals der unmittelbaren Vorweihnachtszeit eine besondere Prägung gaben. Frierend, aber ergriffen stand ich inmitten einer großen Menschenmenge am Kleinseiter Ring, um den sterblichen Überresten dieses großen Hoffnungsmenschen meine Ehre zu erweisen. Mögen wir also das Licht von Bethlehem inmitten aller blöden, aber notwendigen Einschränkungen am zweiten Weihnachtsfest in dieser Jahrhundertpandemie erfahren. Mögen wir Menschen der Hoffnung und Botschafter des weihnachtlichen Lichtes sein. Dr. Martin Leitgöb CSsR Seelsorger der Pfarrei Ellwangen-Schönenberg


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REPORTAGE

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

Deutsch-Tschechischer Journalistenpreis für eine Reportage über den Weinanbau in der tschechischen Hauptstadt

Prags Großstadtwinzer der Gründerzeit Renate Zöller bei der Preisverleihung in Brünn

Foto: Ondřej Stanĕk

Deutsch-Tschechischer Journalistenpreis

1. Preis in der Kategorie Text M

it dem Deutsch-Tschechischen Journalistenpreis 2021 in der Kategorie Text ist die Journalistin Renate Zöller ausgezeichnet worden. Ihre Reportage über Prags Großstadtwinzer der Gründerzeit war am 26. Februar 2021 in der Zeitschrift Kulturkorrespondenz östliches Europa erschienen. „Was der Jury besonders gefallen hat, sind die vielen Bögen, die sie im Text immer wieder höchst souverän und elegant schlägt: Zwischen der Familiengeschichte der Gröbes und der Wirtschaftsgeschichte Böhmens; zwischen dem ehrwürdigen historischen Erbe der Königlichen Weinberge und den sehr entspannten Kelter-Experimenten, die der Winzer Pavel Bulánek heute auf dem Weinberg anstellt“, sagte Jurymitglied Anneke Hudalla vom Journalistennetzwerk n-ost in ihrer Laudatio. Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds zeichnet mit den Journalistenverbänden seit 2016 Journalisten aus, die mit ihrer Berichterstattung zum besseren Verständnis zwischen Deutschen und Tschechen beitragen. Weitere Preisträger sind Tomáš Lindner (Respekt), Václav Jabůrek/Ladislav Novák (Tschechischer Rundfunk), Markéta Kachlíková (Radio Prague), Vít Poláček/Matthias Schmidt (Tschechisches Fernsehen/MDR/ORF/Arte) und Danko Handrick/Christian Gramstadt (ARD). Der Sonderpreis „Milena Jesenská“ wurde Karolína Kripnerová, Janek Rous und Vojtěch Sigmund (artyčok.tv) für ihren Beitrag über zivilgesellschaftliches Engagement in der Architektur verliehen. Mit der Sonderauszeichnung für langjährige herausragende journalistische Tätigkeit wurde Steffen Neumann geehrt.

Mitten im eng besiedelten, shabby-chicen Prager HipsterStadtteil Wrschowitz/Vršovice liegt an einem steilen Hang ein verwunschen-romantischer Park wie eine Kulisse aus einem Märchenfilm der BarrandovStudios: die Havlíček-Gärten/ Havlíčkovy sady. Daß das kleine Paradies vom deutschen Magnaten Moritz Gröbe erbaut wurde – und wer das eigentlich war –, ist allerdings nur wenigen bewußt. Ein Glas Rebensaft im Weinkeller Grébovka kann das ändern.

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m Havliček-Park wird eigentlich gebummelt, auf den Hund gewartet, an Blumen gerochen, den Vögeln gelauscht. Jeden Freitag gegen 14 Uhr aber strömt eine Handvoll Neugieriger zielstrebig zu einem flachen runden Gebäude, das sich wie ein Bunker zwischen die Terrassen mit Weinreben drückt. Kühl ist es drinnen, auch optisch: eine schlauchartige Halle, zwei lange Tische, einfache Holzbänke, am Kopfende eine Bar und hinter Glasscheiben eine Winzeranlage. Das ist die Experimentierstube von Pavel Bulánek. In der Woche schuftet Bulánek im 1,7 Hektar großen Weinberg des Parks. Und freitags läßt er Vinophile an seinen Kelter-Erfolgen teilhaben. Nur 45 Kronen kostet ein Glas Wein, umgerechnet etwa 1,75 Euro. Denn Bulánek muß mit seinen Erzeugnissen kein Geld verdienen. Sein Auftrag lautet, das historische Erbe des Prager Weinbaus in die Zukunft zu tra-

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Sudetendeutscher Kalender 2022 SUDETENDEUTSCHER KALENDER

HEIMAT IN BILDERN

Mährisch Trübau / Moravská Třebová (Schönhengstgau)

In der Ranklau / Ranklov (Böhmerwald)

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Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

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Ostermontag

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Tag der Arbeit

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Ende des Zweiten Weltkrieges / Muttertag

gen. Pavel Bulánek ist GroßstadtWinzer und Denkmalschützer in einem. Weinanbau in der BiertrinkerHochburg Prag, und dann mitten in der Stadt? Tatsächlich wurde schon unter Karl IV. in Prag Wein angebaut. 1358 erteilte er der Stadt das Privileg, Weinreben zu pflanzen, was mehr und mehr umgesetzt wurde. Noch heute zeugt der Name des Stadtteils Vinohrady von den Königlichen Weinbergen und davon, daß hier rund 400 Jahre lang Wein geerntet wurde. Einen ersten Rückschlag gab es durch den Dreißigjährigen Krieg. Danach wurden die zerstörten Weinreben teilweise durch Felder, Gärten und Gehöfte ersetzt. Der eigentliche Niedergang begann im 19. Jahrhundert, als die Reblausplage aus Amerika eingeschleppt wurde und in ganz Europa – auch in Prag – wütete. Sämtliche Reben mußten gekappt und ganz neu gepflanzt werden, was einen jahrelangen Ernteausfall bedeutete. Das war nicht nur für die genußfreudige Oberschicht, die auf ihren geliebten Wein verzichten mußte, ein Desaster. Für viele mittelgroße Winzer waren die notwendigen Investitionen zu groß und zu riskant: Sie sahen sich gezwungen, das Land billig zu verkaufen. Königliche Weinberge wurden zum begehrten Wohnort für eine bürgerliche Elite, der die Innenstadt zu eng geworden war. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Zahl der Wohnhäuser rasant. Die Weinberge verschwanden, auch im daneben liegenden Wrschowitz/Vršovice. Vermutlich wäre auch der Havliček-Park heute eine weitere Hochhaussiedlung, hätte nicht der in Sachsen gebürtige Magnat Moritz Gröbe 1870 die Chance genutzt, am äußeren Rand des Bezirks an günstiges Land zu kommen und beschlossen, sich hier seinen Familiensitz bauen zu lassen.

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Weseritz / Bezdružice (Egerland)

Park in Franzensbad / Františkovy Lázně (Egerland)

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Allerheiligen

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Der Havlíček-Park wurde von Moritz Gröbe angelegt.

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60 000 PferdewagenLadungen Erde

Gröbe war Mitbesitzer der Baufirma Lanna & Šebek in Prag, die riesige Aufträge in Schiffbau, Uferbefestigung, Schleusen und schließlich im Eisenbahnbau generierte. Er arbeitete zunächst als Prokurist für Adalbert von Lanna und kam mit diesem 1850 nach Prag. 1869 wurde er Teilhaber. Es lief gut in der Firma, sie war, wie der Prager Historiker Milan Hlavačka aus Geschäftspapieren ersehen kann, „solide und sehr fachkompetent“. Hlavačka beschäftigt sich seit Jahren mit dem wirtschaftlichen Aufstieg einer ganzen Unternehmerklasse in der Gründerzeit und hat auch die Geschichte der Firma Lanna & Šebek erforscht. Die drei Geschäftspartner waren eng miteinander befreundet, las er in den Tagebüchern von Adalbert von Lanna. Lanna und Jan Šebek ließen sich später sogar in einer gemeinsamen Gruft – die man eher als Grab-Schloß bezeich-

Foto: Renate Zöller

nen könnte, so prunkvoll ist sie – auf dem Wolschaner Friedhof (Olšany) begraben. Man ging sehr vertrauensvoll miteinander um. Das war auch nötig, glaubt Hlavačka, denn teilweise ging es um immense Investitionssummen. 1869 etwa gab es beim Bau einer Eisenbahnstrecke von Pilsen/Plzeň nach Eisenstein einen Erdrutsch, und die Firma mußte selbst für den entstandenen Schaden aufkommen. Geldsorgen hatte Gröbe offenbar trotzdem nicht, und auch sein Partner Lanna begann in dieser Zeit mit dem Bau einer Villa in Bubentsch/Bubeneč. Gröbe ließ rund 60 000 PferdewagenLadungen Erde auf den felsigen Steilhang am Rande von Wrschowitz aufschütten. Die kamen direkt aus dem Prager Untergrund, wo er am Bau des Eisenbahntunnels vom Hauptbahnhof Richtung Wrschowitz beteiligt war. Dann machten sich die renommierten Architekten Viktor Barvitius und Josef Schulz sowie der Bildhauer Bohuslav Schnirch ans Werk. „Sie waren die Besten!“, sagt Hlavačka. Und sie errichteten ein kleines toskanisches Paradies. Das steil abfallende Gelände wurde in Terrassen aufgeschüttet. Etwa in der Mitte wurde die monumentale Villa mit rund dreißig Zimmern, bemalten Dekken und Marmortreppe gebaut. Von hier aus hat man eiMoritz Gröbe nen besonders F: Wikicommons schönen Blick auf das Gelände und bis weit über den Stadtteil Wrschowitz. Im rund elf Hektar großen Park gibt es jede Menge zu entdecken. Er ist heute eine grüne Oase mitten in der Stadt. Rund 120 Arten von einheimischen und exotischen Pflanzen ließ Gröbe anpflanzen, teilweise in Gewächshäusern. Das lockte und lockt auch heute noch unzählige Vögel an. Gröbe konzipierte das Gelände teils im Stil der Neorenaissance, teils neoromanisch. Es wurde mit einer Mauer mit Türmchen und Ziegeldach eingegrenzt. Er ließ Pfade, versteckte Oasen und Teiche anlegen, teilweise mit Springbrunnen oder mit einer Holzbrücke. Im Gartenkaffeehaus gab es eine Kegelbahn. Am prunkvollsten ist der Neptun-Brunnen mit der romantischen Grotte aus künstlichen Vulkansteinen, in der es einen Bogengang, kleine Höhlen, Sitzecken aus Stein, eine große Restauranthalle, eine Aussichtsplattform und eine Triumphpforte gibt.

Der Wein war Gröbes Prestigeobjekt

Zu guter Letzt ließ Gröbe den alten Weinberg rekonstruieren. 1,7 Hektar – etwa so groß wie zwei Fußballfelder – widmete er seinem persönlichen Stek-

kenpferd. Wirtschaftlich war das ganz sicher nicht sinnvoll, aber natürlich ging es bei dem Prachtbau vor allem um Prestige. „Wahrscheinlich wollte Gröbe einfach bei Festmahlen seinen eigenen Wein servieren. Und sicher auch zeigen, daß er sich diesen Luxus leisten konnte“, glaubt Milan Hlavačka. Mitten im Weinberg wurde ein Weinkeller angelegt – der heutige Sklep Grébovka. Das Dach war nur provisorisch, Gröbe überlegte offenbar, später noch mehrere Stockwerke daraufzubauen. Aber so weit kam es nicht. Gröbes Familiengeschichte stehe beinahe exemplarisch für das Schicksal vieler Geschäftsleute der Gründerzeit, sagt Hlavačka: „Sie waren unglaublich ehrgeizig, arbeiteten hart und wurden sehr reich. Aber sie bezahlten einen hohen Preis für diesen Reichtum.“ Schon 1881 hatte Gröbe, 53-jährig, einen Schlaganfall erlitten und war seitdem an einen Rollstuhl gebunden. Hlavačka ist überzeugt: Zu beruflichem Streß und hohem finanziellen Einsatz kam das bedrückende Gefühl, daß sich die soziale und politische Situation in Böhmen massiv verschlechterte. Die Trennung zwischen Deutschen und Tschechen wurden immer harscher. Ab 1861 gab es keinen einzigen Deutschen mehr im Rathaus – obwohl noch rund 40 000 deutschsprachige, teils jüdische, Bürger in Prag lebten. Der 1880 gewählte Bürgermeister Tomáš Černý erklärte Prag zur „slawischen Stadt“. Straßenund Firmennamen wurden tschechisiert, die Amtssprache sollte selbst in rein deutschen Städten wie Reichenberg/Liberec oder Karlsbad/Karlovy Vary Tschechisch werden. Die großbürgerlichen Geschäftsleute der Stadt wollten mit den nationalistischen Strömungen nichts zu tun haben, sagt Hlavačka und hat auch eine logische Erklärung dafür: „Für das Großkapital ist eine nationale Spaltung ein Hemmnis, es braucht einen großen Markt, der nicht geteilt wird.“ Lanna, Šebek und Gröbe hielten sich entsprechend von nationalistischen Vereinen und Organisationen fern. Trotzdem bedrohte es auch ihr Geschäftsmodell, wenn die tschechischen Nationalisten eine Formel erfanden, die dafür warb, nur mit jemandem aus der eigenen Volksgruppe zu handeln: Svůj k svému (sinngemäß etwa: „Jeder zu den Seinigen“)!

Späteres Kinderheim und Ausflugsziel

Gröbe starb 1891, zwei Jahre nachdem Haus und Park fertiggestellt waren. Die Familie geriet danach zusehends in finanzielle Schwierigkeiten. „Oft waren die Testamentseröffnungen in dieser Zeit ein Schock für die Familien“, weiß Hlavačka aus seinen Forschungen auch über andere Prager Magnaten. Die Männer hielten ihre Ehefrauen bei ihren Geschäften meist außen vor, sie fühlten sich niemandem Rechenschaft schuldig, wenn sie hohe finanzielle Risiken eingingen oder schlecht wirtschafteten. Auch Gröbe hatte sich offenbar mit dem Bau der Villa finanziell übernommen. Zeitweilig versuchte seine Familie, ein wenig Geld einzuspielen, indem sie den Garten gegen Eintritt für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Dann vermieteten sie die Villa an eine Enkelin von Kaiser Franz Joseph, aber nach drei Jahren stand sie wieder leer. Schließlich wurde überlegt, das Areal stückweise zu verkaufen.


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REPORTAGE

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

Der Weinberg ist heute ein beliebter Ausflugsort für junge Prager.

Da beschloß der Gemeinderat der noch selbständigen Stadt Königliche Weinberge/Královské Vinohrady, den Gröbes 1905 das gesamte Grundstück abzukaufen. Rund 850 000 Kronen zahlte die Stadt, weniger als die Hälfte dessen, was allein der Bau der Villa gekostet hatte. 1906 wurde der Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die Villa zu einem Kinderheim für Mädchen umgebaut. Möglichst wenig sollte an den großbürgerlichen Deutschen erinnern, dem man jetzt vorwarf, mit seinem Geld habe er nur deutsche Organisationen und Vereine unterstützt. Vor allem in der Ersten Republik nach 1918 wurden die Havlíčkovy sady zum beliebten Ausflugsziel für die Pragerinnen und Prager. Am NeptunBrunnen wurde ein „Vivarium“

mit exotischen Tieren eröffnet, es gab zwei Restaurants im Park. Die Weinberge verkamen. Unter den Kommunisten wurden sie aufgeteilt und als Schrebergärten genutzt. Auch auf das Interieur und die Zimmeraufteilung der Villa wurde jahrzehntelang keine Rücksicht genommen. Zeitweilig diente sie der Hitlerjugend als Unterkunft, dann den sozialistischen Jungpionieren. Erst nach der Wende 1989 wurde sie in den Originalzustand zurückversetzt und ist heute der Hauptsitz des Instituts der Central and Eastern European Law Initiative (CEELI). Nur eines blieb über all die Jahrzehnte erhalten: Für die Prager hießen die Havlíčkovy sady immer die „Grebovka“, nach Gröbe. Aber woher dieser Name eigentlich stammt, das wis-

Foto: Renate Zöller

sen nur wenige der heutigen Prager, glaubt Hlavačka. Und er ist nicht der einzige, der das mit seinen Forschungen gerne ändern möchte. „Ich halte Gröbe für einen großen Visionär“, sagt der Winzer Pavel Bulánek. „Auf seine Weise war er ein echter Europäer, der nicht nur Prag zu einem regelrechten Schmuckstück gemacht hat, sondern großartige Ideen für ganz Europa hatte. Er war das Gegenteil der heutigen reichen Populisten wie Donald Trump.“ Gröbe habe als brillanter Entwickler um 1870 die alte Tradition des Weinbaus wieder aufgegriffen – so wie Buláneks Schwiegervater Antonín Tureček sie 1993 wiederum aufgriff. Damals wurde der Winzer vom 2. Prager Stadtteil Vinohrady-Vršovice beauftragt, den Weinberg nach

Moritz Gröbes Entwurf zu restaurieren. Rund 1,6 Hektar traditionelle Reben pflanzte er neu an, dazwischen schmuggelte er aus Neugier ein paar ungewöhnlichere Sorten, wie „M15-86“, die „Modravina“ (Blauwein) heißen sollte. Er starb im Jahr 2011, seither bewirtschaftet sein Schwiegersohn den Weinberg weiter.

Hibernal gedeiht in Prag am besten

Bulánek versteht seine Arbeit im Weinberg und natürlich auch den Ausschank im Weinkeller Grébovka durchaus als eine Art Denkmalpflege, um die Prager an die Geschichte der Deutschen in ihrer Stadt zu erinnern. Gleichzeitig will er das Erbe fortführen und weiterentwickeln – so wie es wohl auch Gröbe ge-

tan hätte. Derzeit baut er auf seinem Berg sowohl traditionelle Sorten an, wie Müller-Thurgau, Riesling, Grauburgunder und Spätburgunder. Aber er versteht sein historisches Erbe durchaus auch als Aufforderung, beispielsweise auf Nachhaltigkeit zu setzen. „Wir wollen den Weinberg gerne noch organischer führen“, sagt er: „Dazu versuchen wir den Einsatz von chemischen Mitteln wie Fungiziden zu minimieren, indem wir den Weinberg auf neue, resistentere Sorten umstellen.“ Deshalb kann man im Experimentier-Weinkeller auch „pilzwiderstandsfähige Reben“ wie Cabernet cortis oder einen Souvignier gris probieren. Und der Hibernal hat sich sozusagen zum Aushängeschild entwickelt, denn der gedeiht mitten in Prag offenbar am besten.

Das läßt sich auch als Gast im Weinkeller schnell feststellen. Die Anzahl der Fäßer ist begrenzt. Das weiß auch die Fangemeinde. Eifrig werden die vier, maximal fünf Weine, die Bulánek ausschenkt, probiert, bewertet, lautstark diskutiert. Wenn der Weinkeller nach sieben Stunden seine Türen wieder schließt, sieht man die Gäste mit vollen Beuteln durch den Park Richtung Ausgang schlendern. Der leckerste Wein, oft ein Hibernal, ist dann meist ausverkauft. Bulánek sieht das gelassen. Das nächste Faß wartet schon darauf, angebrochen zu werden. Mal sehen, wie es diesmal schmeckt. Ist der Wein gut genug, können die Neugierigen ihn dann am darauffolgenden Freitag kosten. Renate Zöller

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JAHRESRÜCKBLICK

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

Interview-Serie der Sudetendeutschen Zeitung

Sudetendeutsche Christina Meinusch

Dr. Bernd Fabritius

Martin Kastler

Carolina Trautner

Dr. Jaroslav Šonka

Pfarrer Philipp Irmer

Tomáš Petříček

Monika Gossmann

Zeitzeugen, die die Vertreibung selbst erlebt haben, Sudetendeutsche, die sich für ihre Landleute engagieren, Politiker in Deutschland und der Tschechischen Republik, die das Verhältnis zwischen den beiden Staaten gestalten sowie bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten, denen die deutsch-tschechische Freundschaft wichtig ist, kommen in den

Bernd Posselt

Christine Rösch

Reinfried Vogler

Christa Naaß

Roland Hammerschmied

Daniel Herman

Dr. Libor Rouček

Sylvia Stierstorfer

Barbara Breindl

Namen und Nachrichten

Bernd Posselt: Die Union der Vertriebenen in der CSU bestätigt Posselt als Vorsitzenden. Dieses Amt hat er seit 1997 inne. Kraft Amtes gehört Posselt seitdem auch dem CSU-Parteivorstand an. Dr. Bernd Fabritius: Der Präsident des Bundes der Vertriebenen und Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten zieht im März 2021 als Nachrükker in den Bundestag ein und vertritt Deutschland in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Bei den Bundestagswahlen im Herbst verpaßt Fabritius den Wiedereinzug ins Parlament. Steffen Hörtler: Der stellvertretende SL-Bundesvorsitzende und SL-Landesobmann Bayern wird im August ins Präsidium des Bundes der Vertriebenen gewählt. Außerdem gehört Hörtler seit Juli 2020 dem ZDF-Fernsehrat an. Christoph de Vries: Der Hamburger CDU-MdB mit sudetendeutschen Wurzeln ist seit Oktober Vorstand der Gruppe der Vertriebenen, Spätaussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Dr. Nils Köhler

Friederike Purkl

Fünf (Wieder-)Eröffnungen von Museen und Ausstellungen, die das Schicksal der Sudetendeutschen thematisieren

2021 – ein besonderes Jahr für die Erinnerungskultur

2021 – ein besonderes Jahr in Kürze Auch 2021 wurden in der Vertriebenpolitik Weichen gestellt.

Melanie Huml

Trotz Corona-Pandemie: Das Jahr 2021 war mit je einer Museums- und Dauerausstellungs eröffnung, einer Sonderausstellungs-Premiere und zwei Wiedereröffnungen ein herausragendes Jahr für die sudetendeutsche Erinnerungskultur.

A

ls „Meilenstein der deutschen Erinnerungspolitik“ und als „wichtigste der bislang fehlenden Bausteine in der Erinnerungs- und Gedenkstättenlandschaft der deutschen Hauptstadt“ würdigten Politiker das neue Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, das im Juni nach über zehn Jahren Planungs- und Bauzeit feierlich eröffnet wurde. Emotionaler Höhepunkt der Eröffnungsfeier waren die Schilderungen von Christine Rösch, die als junges Mädchen aus Neutitschein im Kuhländchen vertrieben worden war und als Zeitzeugin in der Ausstellung verewigt ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auf Grund der Pandemielage nur per Video-Liveschaltung teilnehmen konnte, sagte nach Röschs Rede: „Sie wissen, was es bedeutete, aus der Heimat vertrieben zu werden und diesen Verlust ein Leben lang zu tragen. Mit Ihrem Vortrag haben

Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel hörte aufmerksam zu, als Christine Rösch anläßlich der Eröffnung des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung über ihr sudetendeutsches Schicksal berichtete.

Sie unterstrichen, warum ein solches Dokumentationszentrum so wichtig ist.“ Ebenfalls mehr als zehn Jahre mußten vergehen, bis im November in Aussig die Daueraustellung „Unsere Deutschen“ eröffnet werden konnte. Es ist die erste Ausstellung in der Tsche-

chischen Republik, die das Schicksal der Sudetendeutschen thematisiert. Bei der Eröffnung, die bewußt am Tschechischen Nationalfeiertag stattfand, erinnerte Tschechiens Kulturminister Lubomír Zaorálek (ČSSD) an den Reichtum Böhmens, der auch von Deut-

schen mitgeprägt wurde. „Was haben wir verloren? Die Vielfalt haben wir verloren, wegen der Tragödien im 20. Jahrhundert“, bedauerte Zaorálek das Unrecht der Vertreibung und mahnte, die gemeinsame Geschichte aufzuarbeiten: „Wir dürften uns dieser Vergangenheit gegenüber nicht verschließen.“ Nachdem das im Herbst 2020 in München eröffnete Sudetendeutsche Museum ein paar Tage später coronabedingt schließen mußte, konnte die Tore im Sommer 2021 endlich wieder geöffnet und die erste Sonderausstellung gezeigt werden. Sie war Werner Reinisch gewidmet, einem sudetendeutschen Expressionisten, der seit Jahrzehnten in Frankreich lebt und arbeitet. Noch bis zum 2. Februar läuft die zweite Sonderausstellung, die die böhmischen Krippenkultur zeigt. Wichtige Meilensteine gab es 2021 auch in Kaufbeuren und Marktredwitz zu feiern. Sowohl das Egerland Museum als auch das Isergebirgs Museum konnten nach umfangreichen Sanierungen von Carolina Trautner, Bayerns Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales sowie Schirmherrschaftsministerin der Sudetendeutschen, wiedereröffnet werden.

Aussig: Eröffnung der Dauerausstellung „Unsere Deutschen“.

München: Erste Sonderausstellung im Sudetendeutschen Museum.

Marktredwitz: Das Egerland Museum wurde aufwändig modernisiert.

Kaufbeuren: Das Isergebirgs-Museum erhielt eine neue Fassade.

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JAHRESRÜCKBLICK

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

� Gedenken an Landsleute und Unterstützer

Die Toten des Jahres

Gespräche Sudetendeutschen Gesprächen zu Wort. Im Rahmen dieser Interviewserie wollen wir Persönlichkeiten vorstellen, Erlebnisse bewahren und Brücken bauen – frei nach der Reporterlegende Egon Erwin Kisch: „Nichts ist verblüffender als die Wahrheit, nichts exotischer als unsere Umwelt, nichts phantastischer als die Wirklichkeit.“

Kristina Larischová

Steffen Hörtler

Werner Reinisch

Prof. Dr. Gottfried Konecny

Dr. Stefan Planker

Prof. Dr. Manfred Kittel

Franz Longin

Barney Murphy

Tomáš Kafka

Peter Hucker

Martin Herbert Dzingel

Christoph de Vries

Einzug beim Sudetendeutschen Tag: Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Carolina Trautner, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Karls-Preisträger Daniel Herman. Fotos: Torsten Fricke

� Zum ersten Mal mußte der Sudetendeutscher Tag von Pfingsten auf Juli verschoben werden

2021 – ein besonderes Jahr für die Sudetendeutschen

Verschoben, aber nicht aufgehoben: Zum ersten Mal hat ein Sudetendeutscher Tag statt an Pfingsten im Juli stattgefunden.

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ie Entscheidung des Bundesvorstandes, den Sudetendeutschen Tag auf Grund der Corona-Pandemie nicht an Pfingsten in Hof, sondern im kleineren Rahmen im Juli in München stattfinden zu lassen, hat sich als goldrichtig erwiesen. Mit der Verleihung des Europäischen Karls-Preises an Daniel Herman, den Festreden von Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, und Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern und Schirmherr der Sudetendeutschen, der Verleihung der Kultur- und Förderkreise und dem Volkstumsabend konnten wesentliche Elemente eines Sudetendeutschen Tages auch unter Pandemiebedingungen stattfinden. Im Juni hatte bereits die erste und konstituierende Sitzung der

Stehende Ovationen in der Bundesversammlung für den langjährigen Präsidenten Reinfried Vogler. Foto: Torsten Fricke

Bundesversammlung unter Coronabedingungen tagen müssen. Dabei wurde mit überwältigenden Mehrheiten Bernd Posselt sowohl als Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe als auch als Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft wieder gewählt. Erster

Stellvertreter im Bundesvorstand ist weiterhin Steffen Hörtler. Mit stehenden Ovationen wurde Reinfried Vogler, der Tage später seinen 90. Geburtstag feierte, als langjähriger Präsident der Bundesversammlung verabschiedet. Zur neuen Präsidentin wähl-

ten die Delegierten die SPD-Politikerin Christa Naaß. Nachdem im Sommer die Inzidenzzahlen zurückgegangen waren, nutzten die Sudetendeutschen diese Entspannung, für eine Reihen von Veranstaltungen. So nahm eine große Delegation der SL-Landesgruppe Bayern am Brünner Versöhnungsmarsch teil, der wegen der Pandemie ebenfalls verschoben worden war. Und auch die Seminarwoche am Heiligenhof und die zweitägige Sitzung des Heimatrates mit der Wiederwahl von Franz Longin als Vorsitzendem konnten wieder in Präsenz stattfinden. Mittlerweile laufen die Planungen für das Jahr 2022. Die Sudetendeutsche Bundesversammlung tagt am 12. und 13. März in München. Der Sudetendeutsche Tag findet wieder an Pfingsten statt, und zwar vom 3. bis 5. Juni in Hof. Im Heiligenhof steht vom 6. bis 11. November die Seminarwoche auf dem Programm, anschließend trifft sich am 11. und 12. November der Heimatrat.

� Weltkulturerbe

2021 – ein besonderes Jahr für das Egerland Karlsbad, Marienbad und Franzensbad gehören seit Juli zum UNESCO-Weltkulturerbe.

D Karlsbad

Fotos: Czech Tourism

ie drei historischen Bäderorte im Egerland sind Teil der europäischen Initiative „Great Spas of Europe“, zu der auch Bad Kissingen, die Heimat des Heiligenhofs, gehört, das ebenfalls in

die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wurde. „Wir sind stolz, daß das böhmische Bäderdreieck als Weltkulturerbe anerkannt wurde“, gratulierte Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volkgruppe, und mahnte, dies sei auch eine Verpflichtung diese besonderen Orte zu erhalten.

Marienbad

Franzensbad

Am 18. Januar starb der Iglauer Josef Zatocil, SLOrtsobmann und Berater heimatvertriebener Landwirte, mit 84 Jahren in Neunkirchen am Brand. Am 26. Januar starb Hans Spannbauer, langjähriger SLAktivist aus dem Böhmerwald, mit 95 Jahren in Lichtenfels. Am 26. Januar starb der Saazer Ernst Löschner, Gründungsmitglied der SL-Landesgruppe Hamburg, in seinem 92. Lebensjahr in Hamburg. Am 27. Januar starb Dieter Janik, ein einsatzfreudiger Kuhländler, mit 87 Jahren in Fürstenfeldbruck. Am 1. Februar starb der Egerländer Erich Träger, langjähriges Mitglied des Vorstandes der SL-Ortsgruppe Meitingen und der SL-Kreisgruppe Augsburg-Land in BayerischSchwaben, mit 82 Jahren in Meitingen. Am 1. Februar starb die Heimatverbliebene Krista Mičková, eine Brückenbauerin aus Neutischein im Kuhlädchen, wenige Tage vor ihrem 80. Geburtstag. Am 12. Februar starb Erich Zawinul, DJ und Konzertveranstalter mit Wurzel in Südmähren, mit 55 Jahren in Wien an Covid-19. Am 16. Februar starb der Bürgerrechtler, Hochschullehrer und Politiker Jan Sokol mit 84 Jahren in Prag. Am 23. Februar starb František Šedivý, Widerstandskämpfer, politischer Häftling und Schriftsteller mit 93 Jahren in Prag. Am 4. März starb der tschechische Ordensgeistliche und Menschenrechtler František Lízna SJ mit 79 Jahren in Olmütz. Am 2. März starb Professor Alfred Bönisch, ein verdienter Wissenschaftler und Heimatfreund aus dem Kreis Trautenau im Riesengebirge, mit 88 Jahren in Bernau. Am 4. April starb Ilse Kölbl, langjährige Landesfrauenreferentin der SL Hessen, mit 99 Jahren im Seniorenheim in Heusenstamm. Am 6. April starb Walter Seidel, ein hochengagierter und treuer Heimatfreund aus dem Altvatergebiet, mit 95 Jahren in Mannheim. Am 16. April starb Adolf Ondratscheck, ein leidenschaftlicher Familienforscher mit Wurzeln im Altvatergebirge und Mitglied des deutschtschechischen Arbeitskreises „Kraft aus den Wurzeln“. Am 23. April starb Maria Seidel, die Grande Dame des Glases aus Gablonz, mit 101 Jahren in Warmensteinach. Am 24. April starb Hans Manlik, verdienstreiches und allseits beliebtes Mitglied der SL-Kreisgruppe Hof mit Wurzeln im Egerland und im Böhmerwald. Am 25. April starb HansRoland Zitka, ein schriftstellender nonchalanter Bohème, Hotelier und Autonarr mit Werbeagentur und Wurzeln in Brünn, mit 89 Jahren in seinem Haus in Grasbrunn. Am 25. April starb der tschechische Wissenschaftler und Bürgerrechtler Ivan Havel, der Bruder des am 18. Dezember 2011 verstorbenen Václav Havel. Am 26. April starb Alfred Schwanse, der langjährige und hochverdiente ehemalige Stellvertretende Betreuer des Heimatkreises Braunau, knapp drei Monate nach seinem 90. Geburtstag in Forchheim. Am 16. Mai starb Maria Klara Moder/Rustler, eine en-

gagierte Heimatfreundin aus dem Egerland, mit 85 Jahren in Neumarkt in der Oberpfalz. Am 10. Juni starb Rosemarie Kretschmer, langjährige Frauenreferentin der SL-Landesgruppe Hessen und Stellvertreterin der SL-Bundesfrauenreferentin, mit 86 Jahren in Wetzlar. Am 2. Juni starb Gerhard Heimerl, Egerländer Vater des Verkehrsprojekts „Stuttgart 21“ und Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, mit 87 Jahren in Stuttgart. Am 5. Juni starb Helmut Glatz, Lehrer, Schulleiter, Lyriker und Marionettenspieler aus Eger, mit 81 Jahren in Landsberg am Lech. Am 13. Juni starb Hans Breuer, der langjährige aus Troppau stammende Augsburger Oberbürgermeister, mit 90 Jahren in Augsburg. „Jeder Tag ist ein Geschenk“ lautet einer der Titel auf dem 2002 erschienenen Jubiläumsalbum „Ein ganzes Leben lang“. Der Sänger des Liedes, Teddy Parker, starb am 17. Juni, zwei Monate nach seinem 83. Geburtstag, in München. Am 25. Juni starb Wilfried Ott, engagiertes Mitglied der SL in Stuttgart mit väterlichen Wurzeln in Müllersgrün im Egerländer Kreis Tepl, einen Tag nach seinem 75. Geburtstag. Am 25. Juli starb Helmut Hellmessen, einer der bedeutendsten sudetendeutschen Künstler und Graphiker der Gegenwart, mit 96 Jahren in Frankfurt am Main. Am 28. Juli starb Hilde Raab/Eigler, begnadete Malerin aus Tüppelsgrün im Egerländer Kreis Karlsbad, mit 94 Jahren in Ulm. Am 1. August starb Emmi Langer, SL-Aktivistin aus Sternberg in der Heimatlandschaft Altvater, in einem Altersheim in Creußen im 96. Lebensjahr. Am 21. August starb Fürstin Marie von und zu Liechtenstein, eine in Prag geborene Gräfin Kinsky, mit 81 Jahren in Grabs in der Schweiz. Am 27. August siegte der Krebs über Franz Pany, 2002 bis 2014 Obmann der SL Bayern und 2008 bis 2014 SL-Bundesvorsitzender. Jiří Šnajdr, die in der Heimat maßgebliche treibende Persönlichkeit beim Aufbau der Wallfahrtsstätte Maria Hilf bei Zuckmantel im Altvatergebiet, ging am 31. August mit 88 Jahren von uns. Am 23. September starb der aus dem Kreis Kaplitz im Böhmerwald stammende Historiker und Pädagoge Richard Grill in seinem Haus in München im Alter von 90 Jahren. In schwieriger Zeit hatte er sich von 2000 bis 2006 als Vorsitzender des Sudetendeutschen Archivs für den Erhalt der zentralen sudetendeutschen Sammlungs- und Dokumentationsstelle eingesetzt. Am 2. November starb Rudolf Baumgartl, der aus dem Egerland stammende Träger der SL-Kulturpreises für Volkstumspflege 1999, mit 93 Jahren in Wolfratshausen. Am 4. November starb der Egerländer Walter Klötzl, der über Jahrzehnte die Kulturund Bildungsarbeit der Ackermann-Gemeinde geprägt hatte, mit 87 Jahren in München. In der Nacht auf den 6. Dezember starb der aus Wisterschan im ehemaligen Kreis Teplitz-Schönau stammende Rudolf Miksch mit 95 Jahren in Frémainville nahe Paris.


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FORUM

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

PERSONALIEN Träger des Europäischen Karls-Preises 2017

Volker Bouffier 70 Am 18. Dezember feiert Volker Bouffier, Hessens Ministerpräsident und Träger des Europäischen Karls-Preises 2017, 70. Geburtstag.

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Stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 1987 bis 1991 gehörte Bouffier als Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Justiz der von Ministerpräsident Walter Wallmann geführten Landesregierung an. Ab April 1999 bis zu seiner

68. Sudetendeutscher Tag zu Pfingsten in Augsburg: Volksgruppensprecher Bernd Posselt zeichnet Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit dem Europäischen Karls-Preis aus. Bild: Herbert Fischer

Volker Bouffier und seine Frau Urusla studieren die Urkunde. Bild: Michael Santifaller

Wahl zum Ministerpräsidenten war er in den Kabinetten Koch I, Koch II und Koch III Hessischer Minister des Innern und für Sport. Daneben gehörte er als Interessensvertreter Hessens und der Bundesländer dem Rat für Justiz und Inneres der EU an. Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, gratuliert dem hessischen Ministerpräsidenten und Karls-Preisträger zum Geburtstag: „Ich kenne Volker Bouffier seit gemeinsamen JU-Zeiten. Dieser Sohn einer Donauschwäbin zeichnete sich immer durch Fröhlichkeit, Klugheit und klare Grundsätze aus. Seine Verbundenheit mit den deutschen Heimatvertriebenen und den Sudetendeutschen ist echt und tief. Hessen ist neben Bayern und Baden-Württemberg das Land, in dem die meisten Sudetendeutschen leben, und unsere Volksgruppe spielt bis heute dort eine wichtige Rolle. Für Volker ist sein Einsatz für unsere Sache aber viel mehr als nur Staatsräson: Er fühlt sich in unserem Kreis wohl und schätzt die europäische Weite, die sowohl unsere Arbeit als auch seine engeren donauschwäbischen Landsleute auszeichnet. Das Brückenschlagen ist ihm angeboren und hat ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen Politiker gemacht. Gerade in Krisenzeiten ist er nicht nur für seine Partei, sondern vor allem für sein Land ein echter und solider Stabilitätsanker. Ich wünsche ihm im Namen der Volksgruppe und ganz persönlich auf seinem nicht immer leichten Weg von ganzem Herzen viel Glück, Gesundheit, weiterhin großen Erfolg und Gottes reichen Segen."

Wegweisender Wahlsudetendeutscher

Kurt Heißig 80

mit folgendem Zahlungszeitraum: jährlich durch Lastschrift halbjährlich durch Lastschrift vierteljährlich durch Lastschrift

Heute, am 17. Dezember, wird der Wahlsudetendeutsche und Wissenschaftler Kurt Heißig in München 80 Jahre alt.

Name, Vorname Straße, Hausnummer

D

Postleitzahl, Ort Telefon E-Mail Geburtsjahr, Heimatkreis Datum, Unterschrift Ich/Wir ermächtige/n die Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH (SVG), Hochstraße 8, 81669 München, Gläubiger-Identifikationsnummer DE04SVG00000003583, Zahlungen von meinem/unserem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein/weisen wir unser Kreditinstitut an, die von der SVG auf mein/unser Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Dabei gelten die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Wenn sich meine Kontodaten ändern, teile ich dies der SVG unverzüglich mit.

Kontobezeichnung (Kontoinhaber) Kontonr. oder IBAN Bankleitzahl oder BIC Datum, Unterschrift Alle Preise inklusive 7 % Mehrwertsteuer und Versand. Abbestellungen mit einer Frist von einem Monat zum Vierteljahresschluß schriftlich an die SVG. Sie sind berechtigt, die Bestellung des Abonnements ohne Angabe von Gründen innerhalb 14 Tagen nach Absendung dieses Auftrages schriftlich gegenüber der Sudetendeutschen Verlagsgesellschaft, Hochstraße 8, 81669 München (auch per E-Mail an svg@sudeten.de) zu widerrufen. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs.

Bitte gescannt oder abfotografiert mailen oder in ausreichend frankiertem Umschlag (80 Cent) einsenden an Sudetendeutsche Zeitung Hochstraße 8, 81669 München E-Mail svg@sudeten.de

ie Sudetendeutschen – und mithin alle Vertriebenen, die in Hessen gestrandet seien – seien ihm Herzensangelegenheit, sagte Volker Bouffier, als ihn die SL mit ihrem Karls-Preis auszeichnete. Das kommt nicht von ungefähr. Seine Mutter war eine Donauschwäbin aus NeuPasua (Nova Pazova) im heutigen Serbien. Am 6. Oktober 1944 hatte das ganze Dorf vor der anrükkenden Front mit einem Pferdewagentreck nach Oberösterreich fliehen müssen. Von dort zog seine Mutter nach Hessen, wo sie den Gießener Rechtsanwalt Robert Bouffier heiratete. Auch Sohn Volker wurde Jurist. Politisch engagierte sich Bouffier zunächst in der Jungen Union, deren Landesvorsitzender er 1978 bis 1984 war. Seit 1978 gehört er dem CDU-Landesvorstand an, ab 1991 war er Stellvertretender Landesvorsitzender, seit 2010 ist er CDU-Landesvorsitzender, Hessischer Ministerpräsident und Bundesvorsitzender. Seit 2018 ist er der dienstälteste amtierende Ministerpräsident Deutschlands. Unter ihm als Sieger der Landtagswahl 2013 wurde die erste Schwarz-Grüne Koalition (Kabinett Bouffier II) in einem deutschen Flächenstaat gebildet. Seitdem ist Tarek AL-Wazir von den Grünen Bouffiers Stellvertreter. Auch Al-Wazirs Mutter Gerhild Knirsch ist Sudetendeutsche . 1987 bis 2004 war er außerdem Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Gießen, dessen Ehren-

vorsitzender er seither ist. Bouffier war von 1979 bis 1993 Stadtverordneter in Gießen. Von 1979 bis 1999 gehörte er dem Kreistag des Landkreises Gießen an. 1982 bis 1987 war er und seit 1991 ist er Mitglied des Hessischen Landtages. Hier war er 1993 bis 1999

50/2021

er Urbayer mit bajuwarischen und alemannischen Wurzeln kam in München zur Welt. Im Krieg wohnte die Familie wegen der Bombenangriffe im bayerisch-schwäbischen Aichach, wo nach 1945 ein Flüchtlingslager entstand. Hier traf er Flüchtlinge aus den Ostgebieten und dem Sudetenland. 1950 zog die Familie ins württembergische Kirchheim unter Teck. Die Einheimischen zählten die Zuzügler aus Bayern zu den Flüchtlingen und behandelten sie anfangs oft ebenso unfreundlich. Akzeptiert und aufgenommen fühlte sich Kurt bei den Flüchtlingskindern. 1956 wurde er Mitglied der DJO. 1960 begann er in München Geologie und Paläontologie zu studieren. Auf Empfehlung des Nürtinger Gemeinderats Walter Staffa kontaktierte er in München die Studentische Gemeinschaft deutscher Osten in der Deutschen Gildenschaft. Auch nach der Neugründung des Arbeitskreises Sudetendeutscher Studenten (ASST) blieb er der Gildenschaft und dem ASST treu. Er studierte in München und Tübingen und beteiligte sich an Grabungen im In- und Ausland. 1966 lernte er beim Frühjahrsseminar des ASST auf dem Heiligenhof Gurdrun Mieth kennen. Diese war 1964 mit ihrer Familie als Spätaussiedlerin aus Gablonz nach Deutschland gekommen. Ende Juli 1968 promovierte Kurt Heißig mit Summa cum laude an der Ludwig-Maximilians-Univer-

sität in München (LMU). Sechs Tage später heiratete er Gudrun. Sie bekamen vier Kinder. 1975 habilitierte er sich an der LMU, wurde Konservator, dann Hauptkonservator. Sein Forschungs- und Publikationsschwerpunkt sind fossile Säugetiere. Auf seinem Spezialgebiet fossile Nashörner ist er ein international gefragter Experte. Darüber hinaus beschäftigen ihn gesellschaftspolitische Themen. 1988 bis 2005 war er Schriftleiter der Blätter der Deutschen Gildenschaft, was er 2013 für einige Zeit wiederbelebte. Er stand immer im regen wissenschaftlichen Austausch mit Kollegen aus Europa und Amerika. Bereits seit Ende der sechziger Jahre hatte er wissenschaftlichen Kontakt mit einem Prager Kollegen, der ihn auch über die politische Entwicklung in der Tschechoslowakei informierte. Dieser Kontakt besteht bis heute und trägt wissenschaftliche Früchte in Form gemeinsamer Publikationen. Das Interesse am deutsch-sudetendeutsch-tschechischen Geschehen und dessen Artikulierung führte Heißig zuerst zur SL und nach den ersten Iglauer Gesprächen 1992 zur Akkermann-Gemeinde. Heißig ist in allen Vereinen und Vereinigungen ein treues Mitglied, das gerne konkrete Arbeiten übernimmt. Funktionen übernahm er nur, wenn Not am Mann war und man ihn überzeugen konnte, daß er etwas bewirken könne und nicht nur zur Dekoration diene. Deshalb wurde er 2006 beim ein-

stigen Sudetendeutschen Archiv intensiver ehrenamtlich tätig. Als die Fertigstellung von Band II der Dokumentation „Odsun – die Vertreibung der Sudetendeutschen“ zu scheitern drohte, übernahm er die undankbare, aber notwendige Aufgabe, die überreiche, völlig ungeordnete Materialflut zu bändigen und mit Manfred Kittel die unumgängliche Auswahl zu treffen, so daß der Band 2010 erschien. Heute ist er mindestens zwei volle Tage in der Woche in seinem geliebten „Institut“. In der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie arbeitet er an Veröffentlichungen und Vorträgen. Bei Ausflügen und Reisen spürt er weiterhin allen geologischen und paläontologischen Auffälligkeiten nach. Gelegentliche Artikel und die Korrektur der Blätter der deutschen Gildenschaft machen sein Pensionistenleben noch bunter. Seine acht Enkel schätzen an ihm, daß er wunderbare Geschichten über alles, was sie an Steinen und Versteinerungen finden, erzählt. Auch seine fantasievollen Geschichten lieben sie. Dazu gehören die von ihm herausgegebenen Gespenstergeschichten „Die unerlösten von Prag“ . Wir Landsleute wünschen ihm – nicht zuletzt zu unserem eigenen Wohl –, daß ihn seine Interessen noch viele Jahre gesund und munter erhalten. Auch Volksgruppensprecher Bernd Posselt sendet Kurt Heißig, dem er freund-

schaftlich verbunden ist, seine Glückwünsche. „Dieser herausragende Wissenschaftler ist von unglaublicher Bescheidenheit. Niemals drängt er sich in den Vordergrund, ist aber stets bereit, für unsere Gemeinschaft jede Aufgabe und Arbeit zu übernehmen, die gerade ansteht. Was er für Geist und Seele der Sudetendeutschen Volksgruppe getan hat und tut, läßt sich kaum ermessen. Bei den Sudetendeutschen Akademikern, in der Landsmannschaft, in der Ackermann-Gemeinde und an der Spitze des Sudetendeutschen Instituts sowie in unzähligen anderen Funktionen ist er unersetzich. Als er ,Ja‘ zu seiner aus Gablonz stammenden Gudrun sagte, sagte er auch lebenslang ,Ja‘ zu unserer Volksgruppe. Der aufrechte Christ, Paneuropäer und vielgelesene Autor ist viel mehr zum Markenzeichen für uns Sudetendeutsche geworden als mancher, der in Bayerns Vierten Stamm hineingeboren wurde. Gott gebe ihm und seiner im wahrsten Sinne des Wortes völkerverständigenden Frau, dem ständig hin- und herübersetzenden ,Pfingstwunder auf zwei Beinen‘, weiterhin viele gemeinsame glückliche Jahre, Gesundheit und Erfolg an den vielen Fronten, an denen sich beide zum Segen unserer Sache tummeln. Ganz persönlich möchte ich Kurt aber darüber hinaus für seine Freundschaft und seine vielen zielführenden Ratschläge danken.“


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FORUM

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

PERSONALIEN Heimatbewußter Kulturförderer aus dem Schönhengstgau

Oswald Haberhauer 85 Am 22. Dezember feiert der aus Rothmühl im Schöhengstgau stammende Oswald Haberhauer seinen 85. Geburtstag.

O

swald Haberhauer ist eine noble und generöse Persönlichkeit. Meist hält er sich diskret im Hintergrund, drängt sich ungern mit seiner Meinung auf, kann gut zuhören. Das macht ihn gleichermaßen für die jüngere Generation wie auch für Tschechen zu einem geschätzten Gesprächspartner. Seine Offenheit und sein stilvoller Umgang hätten ihn ebenso gut für die Laufbahn eines Diplomaten prädestiniert, wäre er nicht seinen technisch-praktischen Neigungen gefolgt, die ihn in die Bereiche Maschinenbau und Immobilienwirtschaft führten. Geboren wurde er im mährischen Rothmühl, einer der größten Gemeinden des Schönhengstgaus. Der Ort hatte einst viele Mühlen, die am Rothmühler Bach betrieben wurden. Dort waren die Haberhauers seit Generationen ansässig. Bis ins 16. Jahrhundert lassen sie sich als Mühlenbetreiber und im Müllerhandwerk Tätige nachweisen. Dem Schönhengstgau und seinen Menschen blieb Oswald Haberhauer bis in die Gegenwart treu. Er unterhält gute Kontakte zum Rothmühler Ortspfarrer, zum Bürgermeister und anderen. Sehr liegt ihm am Erhalt der 1776 geweihten Sankt-Anna-Kirche. Seit längerem engagiert er sich ideell, kulturell und finanziell für die Wiederherstellung ihrer prachtvollen Treppe zum Haupteingang – auf daß diese, gemäß

den alten barocken Plänen, fachgerecht restauriert werde. Trotz Widrigkeiten gelang ihm nach der Vertreibung der soziale Aufstieg. Diszipliniert und strebsam absolvierte er Maschinenbau- und BWL-Studien, erwarb sich Sprachkompetenzen und Kenntnisse in Schulungstechniken und Personalführung. Nach und nach rückte er in verantwortliche Positionen der Schwerindustrie auf. Als Spezialist für den Bau von Großanlagen war er in seinen letzten Berufsjahren häufig im Ausland. Kulturellen Belangen aufgeschlossen, verfolgte er mit Neugier die Aktivitäten des 1990 in Regensburg gegründeten Sudetendeutschen Musikinstituts, dessen Träger der Bezirk Oberpfalz ist. Seit 2000 ist er in dessen Förderverein als Rechnungsführer tätig. Dank seines finanziellen Geschicks konnte das Institut wiederholt größere Oratorienkonzerte veranstalten, darunter Konzerte mit tschechischen Partnern. Nur selten begegnet man Menschen, die sich so selbstlos wie Oswald Haberhauer einer dem Gemeinwohl dienenden Sache verschreiben, in diesem Falle der Vertiefung der deutsch-tschechischen Kulturkontakte. Das Ehrenamt ist ihm Ausdruck eines ebenso selbstverständlichen wie gelebten Bürgersinns. Seit vielen Jahren ist das Sudetendeutsche Musikinstitut der Musikwissenschaft der Universität Brünn partnerschaftlich ver-

bunden. Diese Kooperation half Haberhauer durch vertrauensbildende Gespräche anzubahnen und zu entwickeln. Darüber hinaus regte er grenzüberschreitende Forschungsprojekte an. Auf seine Initiative kam es etwa zur Erforschung des kompositorischen Nachlasses von Maurus Haberhauer (1746–1799), seinem Namensvetter und mutmaßlich entfernten Verwandten. Dessen zahlreiche Kirchenmusikwerke sind im Benediktinerkloster Raigern bei Brünn überliefert. 2019 konnten tschechische Forscher mit Hilfe des Sudetendeutschen Musikinstituts eine erste grundlegende Monographie über den Komponisten in deutscher Sprache vorlegen, die tschechische Sprachfassung folgte später. Mit seiner Frau Annemarie Klemsche-Haberhauer, einer internistisch spezialisierten Ärztin, deren Wurzeln ebenfalls im Schönhengstgau liegen – sie kam in Schönbrunn zur Welt –, lebt Haberhauer wechselnd in Bochum, Gerlingen und Brünn. Auch die Nachkommen sind heimatverbunden – gleichermaßen die Tochter Stefanie wie der in der SdJ und in der Böhmerwaldjugend engagierte Enkel Vincent. Im Kreise der Familie wird der Jubilar seinen 85. Geburtstag begehen. Wir wünschen Oswald Haberhauer von ganzem Herzen Gesundheit, Harmonie und Gottes Segen für seine weiteren Lebensjahre.

Christoph Kardinal Schönborn, Träger des Europäischen Karls-Preises 2018

„Impfen ist keine Glaubenssache“ Jeden Freitag erscheint in der österreichischen Gratiszeitung „Heute“ die Kolumne „Antworten“. Die Antworten gibt der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn. 2018 verlieh die SL ihrem sudetendeutschen Landsmann den Europäischen Karls-Preis. Vergangenen Freitag widmete dieser sich der Impfpflicht. Hier seine „Antwort“.

Die Impfpflicht ist ein schwerwiegender Eingriff in die Freiheit des Einzelnen. Freilich: Gesetze beschränken die individuelle Freiheit immer für das Wohl

ne eine zeitbegrenzte allgemeine Impfpflicht.“ Ich werde oft gefragt: „Warum protestiert die Kirche nicht?“ Meine Antwort: Weil es keine

K

aum ein Christoph Kardinal Schönborn, der Europäische Karls-Preis und Volksgruppensprecher Bernd Thema be- Posselt zu Pfingsten 2018 in Augsburg. Wiens Erzbischof kam auf Schloß Skalken bei Leitmeritz Bild: Michael Santifaller wegt mehr als zur Welt, hat aber mütterlicherseits auch südmährische Wurzeln. die Impfpflicht, die ab Februar kommen soll. Vie- aller. Die Gurtpflicht im Auto hat Glaubenssache ist. Es ist Verantle lassen sich nicht impfen. Angst Tausende Leben gerettet. Das wortung des Staates. Er muß auf und Unsicherheit. Was bewirkt Rauchverbot in öffentlichen Räu- das Wohl und den Schutz aller der Impfstoff? Lauern hier Ge- men hat nur ein Ziel: die schäd- achten. Impfen ist eine Sache der fahren, die verschwiegen wer- lichen Wirkungen des Rauchens Nächstenliebe. Am wichtigsten den? Ist es verantwortbar, Kin- einzugrenzen. Die Regierung ist ist, daß wir jetzt zusammenhalder zu impfen? Fehlinformatio- mit den Experten davon über- ten. Denn es stehen viel schwenen und Verschwörungstheorien zeugt: „Die Corona-Pandemie rere Probleme an. Gott helfe uns machen die Runde. kann nicht besiegt werden oh- dabei!

Eine Egerländer Stütze der SL-Frauen in NRW

Christl Schmalbach 80 U

nmittelbar nach der Kapitulation im Jahr 1945 wurde Christl Schmalbach mit ihrer Familie aus ihrem Geburtsort Hengstererben im Kreis Neudek vertrieben. Erst spät führte sie ihr Weg in die Krefelder Gemeinschaft der SL,. Dort wurde sie schnell zu einem wichtigen Aktivposten. In den 1990er Jahren übernahm sie von ihrer Mutter Resi Weikert die dortige Frauengruppe, die sie zu neuem Leben erweckte. Die von ihr gestalteten kulturellen und geselligen Abende waren stets gut besucht, das gebotene Programm wurde jeweils begeistert aufgenommen. Einerseits produzierte

Nordrhein-Westfalen gewählt wurde. Für ihre besonderen Verdienste wurden ihr das Goldene Ehrenzeichen der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die Lodgman-Plakette und zuletzt im Jahr 2009 die Dankurkunde des Sprechers der Sudetendeutschen Volksgruppe verliehen. Im Jahr 2014 besuchte Christl Schmalbach mit ihrem rheinischen Mann, der durch Heirat Sudetendeutscher geworden war, mit ihren Kindern ihre Heimat. „Mein Elternhaus“, bedauerte sie, „konnte ich den Kindern nicht zeigen. Es ist verschwunden.“ Werner Appl, Obmann der SLLandesgruppe Nordrhein-Westfalen und Kreisgruppe Krefeld, würdigt Christl Schmalbach aus Anlaß ihres Ehrentages als eine besonders kreative, immer aber auch kritische, letztlich unverzichtbare Stütze insbesondere in der Frauenarbeit beider Gliederungen. Günter Reichert

Diamantenes Priesterjubiläum

Weihbischof Gerhard Pieschl Am 8. Dezember feierte der emeritierte Schönhengster Weihbischof Gerhard Pieschl im Dom zu Limburg diamantenes Priesterjubiläum.

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or 60 Jahren empfing Gerhard Pieschl, der am 23. Januar 1934 in Mährisch Trübau zur Welt gekommen war, im Limburger Dom die Priesterweihe. Davor hatte er das Königsteiner Sankt-Albert-Gymnasium und das dortige Albertus-MagnusPriesterkolleg besucht. Nach Sta-

tionen in verschiedenen Pfarreien wurde er Militärseelsorger in Diez und Militärdekan am Zentrum für Innere Führung in Koblenz. 1977 weihte ihn Bischof Wilhelm Kempf im Frankfurter Dom zum Weihbischof des Bistums Limburg. 1979 bis 2000 war er Beauftragter der Deutschen Bischofkonferenz (DBK) für die Polizeiseelsorge. 1983 bis zu seiner Emeritierung 2009 war

er Vertriebenenbischof der DBK. 2005 wurde er vom Metropolitankapitel zu Ölmütz zum Ehrendomherrn ernannt. Im Oktober 2009 verabschiedete sich Pieschl nach 32 Jahren aus der DBK. Seitdem lebt er als Emeritus in Limburg. Pieschl ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, der Wilhelm-LeuschnerMedaille des Landes Hessen und der BdVEhrenplakette.

... damit der Glaube lebt! © KIRCHE IN NOT

sie großartige Bastelarbeiten für Festtage, andererseits erarbeitete sie fundierte heimatpolitische und heimatkundliche Vorträge. Dazu gehörten „Mein Weg zu Adalbert Stifter“, „Armenier und Sudetendeutsche. Ein Vergleich zweier geschundener Volksgruppen“, „Anton Günther und sein Erzgebirge“, „Speckpater mit Millionenhut: Ehrenfried van Straaten und die Ostpriesterhilfe“ oder „Der Brückenheilige aus Böhmen: Johannes von Nepomuk“. Diese oft mit Lichtbildern unterlegten Vorträge hielt sie auch bei anderen Kreisgruppen oder bei den Landesfrauentagungen der SL Nordrhein-Westfalen. So war es nahezu folgerichtig, daß sie auch zur Stellvertretenden Kreisobfrau in der SL Krefeld und später zur Stellvertretenden Landesobfrau und Kulturreferentin in der SL

Deutsche Flüchtlingskinder nach dem Zweiten Weltkrieg.

Flüchtlingskinder in Mosambik.

Flüchtlinge

– Herausforderung unserer Liebe Von Anfang an bis heute: weltweite Hilfe für Flüchtlinge durch KIRCHE IN NOT. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende! Vergelt’s Gott! KIRCHE IN NOT Lorenzonistr. 62 81545 München Tel.: 089 - 64 24 888-0 E-Mail: info@kirche-in-not.de

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Am Weihnachtsabend begeht das Egerländer „Christkindl“ Christl Schmalbach in Meerbusch am Niederrhein ihr 80. Wiegenfest.

Mehr zu diesem und weiteren Themen finden Sie auch unter: www.kirche-in-not.de und auf www.katholisch.tv.


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KULTUR

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

Stellwände mit Bildern und Texten über das Leben der Familie Wels nach dem Münchener Abkommen und im Protektorat. Rechts: Bilder der Familie Wels.

Bilder: Lukáš Kejík

Dokumente und Bilder über das Leben der Familie Wels nach dem Münchner Abkommen und im „Protektorat“. Rechts: Panels über die Nachlaß-Kiste mit den alten Familien-Dokumenten. Unter Auflagen dürfen Museen und Galerien weiterhin Besucher einlassen. Auch in das Tschechische Zentrum in München (TZM) darf man nach Anmeldung, um die aktuelle Ausstellung zu betrachten. Sie heißt „Keine Nacht so dunkel“ und befaßt sich mit dem Schicksal einer böhmisch-jüdischen Familie in düsteren Zeiten. Mitveranstalter ist der Adalbert-StifterVerein.

Neue Ausstellung im Tschechischen Zentrum München

150 Jahre Familiengeschichte

I

m Mittelpunkt der neuen Ausstellung steht das bewegende Schicksal des Architekten Rudolf Wels und seiner Vor- und Nachfahren. Es ist eine Geschichte, die in Vergessenheit geraten war; eine Geschichte, die durch den Holocaust zertrümmert wurde; eine Geschichte, die erst nach dem Tod des letzten Überlebenden ans Licht kam. Die Dokumentation beginnt schon mit den Vorfahren von Wels. 1838 wanderte die junge Josefína Löwy 200 Kilometer zu Fuß, um bei Graf Sternberg die Erlaubnis zu erhalten, ihren Verlobten Bernard Wedeles zu heiraten. Der gemeinsame Sohn, Šimon Wels, verfaßte später seine Memoiren, die unter dem Namen „U Bernatů“ („Bei den Bernats“) erhalten blieben. Aus diesem Manuskript stammt auch das Zitat, das der Schau den Namen gab: „Es gibt keine Nacht,

Panels über Rudolf Wels‘ Kindheit. die so dunkel ist, daß keine Morgendämmerung folgen würde. Šimons Sohn Rudolf Wels wur-

Die Landesgruppe Bayern der Sudetendeutschen Landsmannschaft

wünscht allen Landsleuten, Freunden und Partnern

ein frohes, friedvolles und erholsames Weihnachtsfest und für das Jahr 2022 allzeit Gottes reichen Segen, Kraft, Gesundheit und vor allem viel Lebensmut und Optimismus. Steffen Hörtler Landesobmann

Margaretha Michel · Eberhard Heiser Alfred Kipplinger Leonhard Schleich · Dietmar Heller Stellvertretende Landesobleute

Andreas Schmalcz Landesgeschäftsstelle

de ein bedeutender Architekt der Zwischenkriegszeit. Geboren 1882 in Ossegg/Osek, studierte er in Wien, belegte dort Privatkurse bei Adolf Loos und war zwei Jahre lang als Chefarchitekt in dessen Baukanzlei tätig. Loos wiederum kam 1870 in Brünn zur Welt. Sein Vater war Steinmetz und Bildhauer. Nach dem frühen Tod des Vaters führte seine Mutter, Marie Loos, den Steinmetz-Betrieb weiter. Er studierte an der Akademie für angewandte Kunst Wien, machte Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger und ging 1890 an die Hochbauabteilung der Technischen Hochschule in Dresden. 1893 bis 1896 lebte Adolf Loos in den USA. Doch erst im letzten Jahr arbeitete er als Möbelzeichner und Architekt. Nach seiner Rückkehr ließ er sich endgültig in Wien nieder. Dort begann er seine Tätigkeit als Journalist und Architekt. Bekannt wurde er 1898 durch seine Artikelserie für die Neue Freie Presse. Sein bekanntestes Bauwerk ist das Looshaus am Wiener Michaelerplatz, das 1910 zu einer öffentlichen Auseinandersetzung über die ornamentlose Fassade führte.

Er starb 1933 in Kalksburg bei Wien. Heute gilt er als einer der Wegbereiter der modernen Architektur. Anfang der zwanziger Jahre ging Wels nach Karlsbad. Dort entwarf er auch das Gebäude der Krankenversicherung und das Kurhaus Bellevue. Für die angesehene Firma Moser errichtete er Werksbauten oder baute sie um. Auch Glaserzeugnisse entwarf und schuf er. Später, als er in Prag lebte, entwarf er dort mehrere Wohnhäuser und einen Anbau an das funktionalistische Palais Alfa. Mit seinem Kollegen Guido Lagus entwarf er aber auch Kulissen für mehrere Filmproduktionen wie für Martin Frič’ legendäre Komödie „Hej rup!“ („Hau ruck!“) von 1934. Das Münchener Abkommen und der darauffolgende Einmarsch der Deutschen Wehrmacht brachten zunächst ein Arbeitsverbot für den jüdischen Architekten und später den Tod für ihn und seine Familie. Rudolf Wels, seine Frau Ida und der jüngere Sohn Martin wurden in Auschwitz ermordet. Nur dem älteren Sohn Tomáš gelang die Flucht, die über Polen

nach England führte. Im Krieg war Tomáš bei der Royal Air Force und kehrte nach Kriegsende kurz nach Prag zurück. Er stieß dort auf eine Kiste mit Dokumenten, die seine Eltern vor

Einleitungspanel zur Ausstellung.

Ein Stammbaum der Familie Wels.

der Deportation nach Theresienstadt bei Freunden zurückgelassen hatten. Er nahm die Kiste mit nach Großbritannien und lagerte sie in einem Schrank, sprach aber nie über seine Geschichte. Erst nach seinem Tod wurde die Kiste geöffnet. Anhand der darin enthaltenen Briefe, Fotografien, Zeichnungen und Buchmanuskripte rekonstruiert die Ausstellung das einzigartige Leben einer Familie aus dem jüdischen Bürgertum vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg. Dabei entsteht eine faszinierende Chronik und auch ein äußerst intimes Porträt bemerkenswerter Menschen, die einen bedeutenden Beitrag zur Geschichte und Kultur Mitteleuropas leisteten. Kurator der Ausstellung ist David Vaughan, eine beliebte und gern gehörte Stimme bei Radio Prague, der englischen Version von Radio Prag. Er lebt bereits seit 1991 in Prag. Acht Jahre lang war er Chefredakteur von Radio Prague. Zuvor war er der Prager Korrespondent der BBC gewesen. Die Ausstellung war bereits in Prag und Berlin zu sehen und feiert nun in München Premiere. Susanne Habel Bis Freitag, 14. Januar 2022: „Keine Nacht so dunkel“ im München“, Tschechisches Museum, Prinzregentenstraße 7. Montag bis Mittwoch 13.00–17.00, Donnerstag 13.00–19.00, Freitag 12.00–15.00 Uhr.


Kastenkrippe aus Graslitz (um 1900). Die Papierfiguren sind ausgeschnitten und handbemalt. Die neue Sonderausstellung des Sudetendeutschen Museums in München ist der Jahreszeit entsprechend Weihnachtskrippen gewidmet. Gezeigt werden rund 50 Exponate aus der Sammlung des Museums, die normalerweise der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

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KULTUR

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

Kastenkrippe im Stil der Königsberger Weihnachtskrippen aus der aufgelösten Graslitzer Heimatstube in Aschaffenburg.

� Krippenausstellung im Sudetendeutschen Haus

Hohe Wertschätzung

zur Wallfahrt in Rom gewesen, auch um die heurige Internationale Krippenausstellung unter den Kolonnaden Gian Lorenzo Berninis zu besuchen. „Erst gestern konnte ich eine bayerische Krippe an den emeritierten Papst Papst Benedikt XVI. als Geschenk der Krippenfreunde überreichen.“ Eine weitere Krippe sei für Papst Franziskus gewesen. Das päpstliche Rundschreiben über die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe, „Admirabile Signum“, finde durch Krippenausstellungen praktische Anwendung. All dem stimmte Stefan Planker deutlich zu. Als Direktor des Sudetendeutschen Museums in München freue er sich, daß man in der neuen Sonderausstellung einen Einblick in die Bestände des Museums geben könne. Daß man die gezeigten Objekte dafür habe dokumentieren, reinigen und renovieren müssen, lobte Planker als nachhaltigen Effekt. Auch der dreisprachige Katalog bleibe erhalten, wenn die Sonderschau vorbei sein werde. Planker dankte herzlich allen Beteiligten, wie dies schon Ort­ fried Kotzian, der Vorstandsvorsitzende der Sudetendeutschen Stiftung, bei seiner anfänglichen Begrüßung getan hatte. Ein spezieller Dank galt dem Organisten, Alexander Vynograd, der die Eröffnung im Sudetendeutschen Haus sehr gekonnt an der hauseigenen Orgel mit geistlicher Musik umrahmte. Das kleine Orgelkonzert von der Empore stimmte gut ein auf die schummrig-schöne Ausstellung, in der die Krippen aus Vitrinen leuchten. Susanne Habel

m 26. Oktober 1946 verließ die Familie Tyrolt mit dem letzten Eisenbahntransport ihre Heimatstadt Zwittau im Schönhengstgau“, erklärte Klaus Mohr. „Im Gepäck mit dabei waren die unter Arzneimitteln verborgenen Figuren der schon damals über 100 Jahre alten Familienkrippe“ so der Kurator der Ausstellung. Das Zitat im Titel der Ausstellung „Alles andere ist zu ersetzen…“ sei der vom Vorbesitzer erstellten Dokumentation dieser „Tyrolt-Krippe“ entnommen Der Verfasser gibt hier die Überlegung seines Vaters, Franz Tyrolt, wieder, was bei der bevorstehenBild: Susanne Habel den Vertreibung aus Zwittau un- Dr. Stefan Planker, Dr. Ortfried Kotzian, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Ausstellungs-Kurator Klaus Mohr eröffnen die Schau. bedingt mitzunehmen wäre: „Es gab nur ein Thema: ,Was nehmen zwei große Landschaftskrippen mit diffiziler Antriebstechnik für vorragender Ort für eine Krip- des und völkerverbindendes wir mit?‘ Mein Vater sagte: ,Al- aus Mähren und eine mechani- die beweglichen Figuren. Auch penausstellung. „Vieles spricht Element der Volksfrömmigkeit. les andere ist zu ersetzen, nur die sche Krippe aus dem Erzgebirge einfache Papierfiguren aus Aus- dafür, daß Böhmen tatsächlich Dazu zitierte der Bischof eine ErKrippe nicht.‘“ Diese schneidebögen, überdimen- das Ursprungsland der Krippe kenntnis des aus Reichenberg Worte brächten die sionale Landschaftskrippen ist“, meinte Voderholzer. stammenden Buchautors Otfried hohe Wertschätzung und eine Miniaturkrippe zur Schon für 1562 sei eine Krip- Preußler, der zahlreiche Besuche der WeihnachtskripWandaufhängung würden ge- pe im Jesuitenkolleg Sankt Cle- in seiner Heimat gemacht hape auf den Punkt, zeigt. Ergänzt werde die Aus- ment in Prag bezeugt. Von Prag be: „Daß es zwischen den Weihdenn für das illegale stellung von weihnachtlichen habe sich die Krippenfrömmig- nachtskrippen in den ursprüngHerausschmuggeln Exponaten wie einem originel- keit in alle Regionen des Lan- lich von Deutschen bewohnten von verbotenen Gelen Adventskranz oder Christ- des verbreitet, wie die Krippen- Gebieten Nordböhmens und degenständen hätten baumschmuck aus Gablonzer forscher Alfred Karasek und nen der tschechischen Nachbarn drakonische Strafen Herstellung. „So gibt die Aus- Josef Lanz gezeigt hätten. Vo- so gut wie keine Unterschiede gedroht. „Die Verstellung trotz ihrer Lücken ei- derholzer zählte die so entstan- gegeben hat“, verkünde Preußler heimlichung irgendnen guten Überblick über die dene Vielfalt in den böhmischen in seinem autobiografischen Text einer der angeführKrippenkultur in den Sude- Ländern auf: „Krippenmalereien „Ich bin ein Geschichtenerzähten Wertsachen wird tengebieten.“ und Flachfiguren im Egerland, ler“ (2010). Schon in der „Flucht mit dem Tode beWie gut sich Bischof Ru- Schreinkrippen im egerländisch- nach Ägypten“ (1978) habe er straft“, habe es in eidolf Voderholzer mit Krippen erzgebirgischen Grenzraum, die seine eigenen Fluchterfahrunner zweisprachigen auskennt, erfuhren die Eröff- Königsberger Krippe, westböh- gen in Romanform mit der GeBis Mittwoch, 2. Februar: „,AlKundmachung genungsgäste bei seinem Gruß- mische Porzellankrippen, Zinn- burtsgeschichte Jesu verknüpft. les andere ist zu ersetzen…‘. heißen. wort. „Zur Krippensammlung wald-Graupener BergwerkskripWie aktuell die Krippenfröm- Weihnachtskrippen aus Böh„Wir zeigen hier im Bistum Regensburg gehört pen, Krippen aus dem nordböh- migkeit sei, habe er gerade wie- men und Mähren“ in Müncheneben Weihnachtsauch eine Krippe aus Königs- mischen Niederland, Trebitscher der erlebt, so Voderholzer. Kurz Au, Sudetendeutsches Haus, Al­ krippen, die aus Das „Brünner Jesulein“, dessen Besitzerin beim Brün- walde bei Schluckenau, die Papierkrippen und Grulicher Fi- vor der Vernissage in München fred-Kubin-Galerie. Dienstag bis dem Rahmen fal- ner Todesmarsch starb. Ihre Tochter bekam es später ehemalige Familienkrippe der guren!“ sei er mit einer kleinen Delegati- Sonntag 10.00–18.00 Uhr. Heiliglen“, betonte Mohr. von den neuen Bewohnern des Hauses als Andenken Kindermanns.“ Das SudetenDie Krippen verbinde ein ka- on vom Verband der Bayerischen abend, Silvester und an FeiertaDiese Krippen seien geschenkt. deutsche Museum sei ein her- tholisches völkerübergreifen- Krippenfreunde für zwei Tage gen geschlossen. tatsächlich aus ihrem ursprüngliche Kontext herausgefallen. Sie seien nicht mehr an ihrem Heimatort und auch nicht mehr in den Familien, in denen sie entstanden und gebraucht worden seien. „Sie stellen nun kulturhistorische Zeugnisse der verlorenen Heimat dar.“ Die Schau erlaube einen Einblick in die Bestände des Sudetendeutschen Museums, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich im Depot des Museums aufbewahrt werden. Zu sehen seien vor allem Weihnachtskrippen aus vielen Teilen Böhmens und Mährens. Darunter seien kunsthandwerklich hochwertige Stücke, aber auch einfache Bastelarbeiten, die in der Not der Nachkriegsjahre entstanden seien. Eine Schreinkrippe aus Königsberg an der Eger mit äußerst filigranen Schnitzereien (um 1880); Mitte: Weihnachtskrippe, die in den fünfziger Jahren in München nach dem Vorbild der verlorenen Bilder: Johannes Schimpfhauser, Sudetendeutsche Stiftung Besonders eindrucksvoll seien Krippe gebaut wurde; ganz rechts: selbstgebastelter Adventskranz mit der Inschrift „Kriegs-Weihnacht 1940“.


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KULTUR

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

Krippe aus Stanniolpapier; Sizilianische Krippe und Krippenfiguren aus Brasilien, mit Bügelperlen gestaltet Kurz vor Eröffnung der Krippenausstellung in München ( Seite 13) besuchten sudetendeutsche Krippenfreunde mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen die Patenstadt der Sudetendeutschen. In Regensburg führte Bischof Rudolf Voderholzer sie durch die dortige Krippensammlung.

Besuch in Regensburg

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macht und der Glaube gestärkt werden. Die Krippe möchte die Begegnung mit Gott ermöglichen“, erklärte der Bischof vor einigen Jahren in einem Interview. Mittlerweile verfügt er an seinem Bischofssitz im Schatten des mächtigen, die weite Landschaft überragenden Regensburger Doms über eine vielfältige, faszinierende Krippensammlung. Am zweiten Adventswochenende empfing

on Regensburg aus erfolgte die Christianisierung Böhmens und Mährens, und das Bistum Prag wurde 973 unter dem Regensburger Bischof Wolfgang gegründet. Die Steinerne Brücke diente als Vorbild für die Karlsbrücke in Prag. Über die Jahrhunderte war die Stadt immer ein Zentrum für den Austausch mit Böhmen. Heute ist sie die Patenstadt aller Sudetendeutschen. Regensburgs heutiger Bischof ist unser sudetendeutscher Landsmann Rudolf Voderholzer. Vor einigen Jahren bekannte er sich als leidenschaftlicher Krippenfan. „Durch Krippen kann das ganze Heilsgeschehen sichtbar ge-

Bilder: Sudetendeutsche Heimatpflege

Begegnung mit Gott

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Heimatpflegerin Christina Meinusch.

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eine kleine Krippe war der Weihnachtskarpfen, Krippe aus dem Altvatergebirge größte Schatz meiner Kind- gebrannten Mandeln, heit, und ein Leben lang ist sie es türkischem Honig und geblieben. Im Mittelpunkt steht anderen Raritäten war der Stall. Er begleitet mich, so- der Markt eine Attraklange ich mich an das Weih- tion für die Schönbernachtsfest daheim erinnern kann. ger Familien mit ihren Immer gehörte grünes Moos aus Kindern. den weitläufigen Wäldern um die Das Kripplebauen, Heimatstadt Mährisch Schön- sowohl in großen wie in beschei- sen auch meiner kleinen Kripberg zur Gestaltung der Krippe. denen Dimensionen, prägte in pen Jahr um Jahr neue Figuren Am Weihnachtsmarkt rund nicht wenigen Häusern der Stadt zu, Hirten und Engel, Schafe und um das Rathaus boten auch die die adventliche und damals noch Hund, wachende und musizieKrippenschnitzer aus dem be- stillste Zeit im Jahr. So wuch- rende Schäfer und Hirtenbuben nachbarten Grulicher mit Geschenken, Ochs Ländchen ihre bunund Esel und schließten „Mannlen“ und lich auch die Heiligen „Lammlen“, und was Drei Könige mit ihrem sonst noch zum KripGefolge aus dem Morpenbauen hilfreich war, genland. Aber sie und an. Mit den einfachen der Stern, dem sie geAngeboten von Christfolgt waren, wurden baumschmuck, Produkerst zum 6. Jänner dem ten der Kerzenzieher, Maria und Josef und das Jesuskind. Bilder: Peter Kruppa Krippengeschehen zugefügt. Die weihnachtliche Pracht wurde erst nach Mariä Lichtmeß am 2. Feber abgebaut. Das galt auch für die großartigen, aber unterschiedlichen Krippen in der Pfarrkirche und in der Klo sterkirche. Nach dem Ausbruch des Zei ­ ­ ten Weltkrieges war die Zeit der Weihnachtsmärkte vorbei; damit endete auch die direkte Gelegenheit, weitere Krippen ­ ­ figuren am Ort zu kaufen. Mir ­ aber blieb auch in dieser Zeit die Freude an meiner Krippe, und ich begann, mit Bastelar beiten selbst zu ihrer Gestaltung beizutragen. Erst mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 und der Rückkehr der Beneš-Regierung endete auch wünschen in Mährisch Schönberg die aldas Präsidium der Seliger-Gemeinde te Krippentradition. Die Entund die Mitglieder des Bundesvorstands. rechtung der deutschen BeWir danken allen völkerung, die Enteignung für das entgegengebrachte Vertrauen und schließlich die Vertreiund die gute Zusammenarbeit. bung zerstörten die kulturelle Entfaltung und viele soziDr. Helmut Eikam und Helena Päßler ale Bindungen. Eine WeihBundesvorsitzende nachtskrippe findet in 30 oder 50 Kilogramm Vertreibungsgepäck keinen Platz. Trotz Not, Bedrängnis und Verfol-

er nun Heimatpflegerin Christina Meinusch mit einer Gruppe sudetendeutscher Krippenfreunde. Einen ganzen Nachmittag nahm er sich Zeit, um seinen Landsleuten diesen ungeheuren kulturell-geistigen Reichtum zu zeigen und zu erläutern. Krippen aus vielen Teilen Europas, aber auch Figuren aus Mexiko konnte die Gruppe bewundern. Er erläuterte an den verschiedenen Krip-

unerwartete Begeg- Anblick, mit dem ich groß gewornung mit dem Sohn je- den war. So begleitete mich meines Grulicher Krippen- ne Krippe in allen Wechselfälschnitzers, der, nach Stil und Fassung zu schließen, meinen Krippenstall gebaut hatte, schenkte mir einen Zuwachs an „Mannlen“ und „Lammlen“ für meine Krippe. Und bei einem Besuch in einer Schnitzerwerkstatt in Südtirol konnte ich Jahre später ergänzende Krippenfiguren erwerben. Zur Vervollständigung der Krippe fehlte nur noch die „Luft“, also das Bild einer Hintergrundlandschaft, die das ganze Krippengeschehen stilgerecht zusammenfaßt. Mein künstlerisch hochbegabter schwäbischer Studienfreund Herbert Maier stellte mitten in Der Stall vor der Silhouette Mährisch die treffsicher erkannte Berg- Schönbergs. landschaft des Altvatergebirges mit den unendlichen Wäl- len meines langen Lebens. Dadern die Fassade der Heimat- bei wurde sie von der „alten“ stadt Mährisch Schönberg mit und der „neuen“ Heimat geRathausturm und Turm der Pfarr- prägt. Heute schenke ich den Lekirche, der alten Schule daneben sern dieser Zeilen Bild und Geund anderen markanten Gebäu- schichte meiner Krippe. Gloria in Alois Schubert den des Zentrums der Stadt. Ein Excelsis Deo!

Meine kleine Krippe

Frohe Weihnachten und ein gesundes Jahr 2022

gung gelang es meinen guten Eltern, meine Krippe zu sichern und sie mir nach Wien, wohin ich im Spätherbst 1945 hatte flüchten können, zukommen zu lassen. Meine geliebte Krippe wieder zu besitzen, bedeutete mir ein unbeschreibliches Glück! Die Gelegenheit zur Flucht nach Wien bewies mir, daß in allen Nationen Menschen leben, die helfen und dabei selbst Risiken für sich nicht scheuen. Wie verderblich sind deshalb kollektive Verurteilungen. Meine Eltern wurden im Herbst 1946 nach Württemberg vertrieben. Nach fünf Jahren der Trennung von ihnen reiste ich im Herbst 1950 von Wien nach Deutschland. Die Familie war wieder vereint, und so konnte kein Weihnachtsfest mehr ohne meine Krippe stattfinden. Die Die Krippe mit dem Hintergrundbild von Herbert Maier.

pen die religiöse, aber auch historischpolitische Bedeutung der Figuren und ihrer Anordnung. Krippen können aus fast allen Materialien hergestellt werden. Neben dem Klassiker Holz gibt es Krippen aus Stein, aus Textilien oder Stanniolpapier. Bei Stanniolpapier stachen zwei Exemplare aus Krakau hervor. Viel Wert legt er auch auf Krippen aus seinem Bistum. Bei diesem Besuch wurde deutlich, daß Böhmen ein Krippenzentrum ist. Nicht nur die Deutschen, auch die Tschechen schufen in vielen Jahrhunderten unzählige Meisterwerke. Auch wenn sich die Krippenfreunde seit Jahren mit Krippen beschäftigen, so war dieser Adventsnachmittag eine Lehrstunde, von der man viel Neues mitnehmen konnte. Zum Schluß dankte Heimatpflegerin Christina Meinusch namens der Gruppe für den wunderbaren Nachmittag, der Licht in diese nicht einfache Zeit gebracht habe. Vergelt‘s Gott, lieber Bischof Rudolf Voderholzer Andreas Schmalcz


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VERBANDSNACHRICHTEN

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

SL-Kreisgruppe Anhalt-Bitterfeld/Sachsen-Anhalt

Schneekönigin und Nikolaus Anfang September 2017 besucht Dr. Christoph Israng, neuer Deutscher Botschafter in Prag (rechts), Peter Barton in seinem Sudetendeutschen Büro in der Thomasgasse. An der Wand hinter ihnen hängen Bilder von Angela Merkel mit Barton, Barton mit Horst Seehofer sowie Emilia Müller und Bernd Posselt mit Barton.

SL-Büro in Prag

MerkelAutogramm für Barton Im Sommer erhielt Peter Barton, Leiter des Sudetendeutschen Büros in Prag, Post vom gerade von Prag nach Berlin versetzten ehemaligen Deutschen Botschafter Christoph Israng.

hört auch die Ehrung von Landsleuten. So konnte einem Ehepaar zur diamantenen Hochzeit, fünf Landsleuten für ihre langjährige Mitgliedschaft und neun Landsleuten zum Namenstag gratuie jedes Jahr freuten sich liert werden. Nach der Kaffeealle Landsleute auf diepause ging es mit einem Weihsen Tag. Zweimal war die Weihnachtsprogramm weiter, das nachtsfeier weAngela Novotgen Corona schon ny und ihr Team ausgefallen. Aber gestalteten. Als nun konnte Schneekönigin sie durchgeführt führte sie durch werden, wenn das Programm. auch etliche AufUnterstützt von lagen erfüllt werAndreas Gieseke den mußten. Für und Florian Nodie meisten Teilvotny erklangen nehmer kein Proherrliche Weihblem, aber einige nachtslieder. Gescheiterten doch dichte und kleine an den AnfordeGeschichten und rungen. Schade. die TanzeinlaWie schnell gen von Franzisdie Zeit verganka und Florian ergen war, wurgänzten die Darde den Landsleubietungen. Das ten dann im Gespräch bewußt, paßte wunderbar in den weihauf das man so lange hatte vernachtlich dekorierten Saal. Bei zichten müssen. Kreisobfrau Kerzenschein und guter StimAnni Wischner eröffnete die mung wurde so manches beWeihnachtsfeier. Ehrengäste kannte Weihnachtslied mitgewie der Oberbürgermeister sungen. der Stadt Bitterfeld-Wolfen, Zum Schluß schaute der Armin Schenk, das Mitglied Nikolaus vorbei und schenkdes Stadt- und Ortschaftsrates te jedem einen SchokoladenBitterfeld, Uwe Müller, und Weihnachtsmann. Nach lanLars Jörg Zimmer, Mitglied ger Zeit wieder einmal eides Sachsen-Anhaltinischen Die singende Angela Novotny führt als ne schöne Veranstaltung. Landtags, hatten ihre Teilnah- Schneekönigin durch das Programm der Ein herzliches Danke geht an me leider absagen müssen. sudetendeutschen Weihnachtsfeier in ih- Kreisobfrau Anni Wischner, Begrüßt werden konnten der rem Musik-Hotel Goldener Spatz in Jeß- die diese Weihnachtsfeier orehemalige Obmann der SL- nitz. ganisierte, und an die GastgeLandesgruppe Sachsen-Anberin Angela Novotny und ihr halt, Hans-Joachim Nerke, und es wichtig, sich auszutauschen Team, die für das leibliche Wohl der Obmann der SL-Kreisgruppe und Erinnerungen wachzuhal- und die kulturelle Umrahmung Wittenberg, Gustel Reinhart. ten. Traditionell zum Treffen ge- sorgten. Klaus Arendt

Anfang Dezember feierte die sachsen-anhaltinische SL-Kreisgruppe Anhalt-Bitterfeld im Musik-Hotel Goldener Spatz in Jeßnitz Weihnachten.

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Nach der Begrüßung und Klärung von organisatorischen Fragen wurde zum traditionellen Mittagsessen geladen. Danach wurde die Zeit ausgiebig genutzt, um sich endlich wieder einmal zu unterhalten, denn darauf hatte ja so lange verzichtet werden müssen. Für viele Landsleute ist

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hristoph Israng hatte vor vier Jahren bereits kurz nach seiner Akkreditierung als Deutscher Botschafter in Prag die „Sudetendeutsche Botschaft“ an der Moldau besucht. Vor seiner Abreise aus Prag hatte Büroleiter Peter Barton ihn um ein Autogramm von Angela Merkel gebeten. Barton: „Heute habe ich die Autogrammkarte von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Widmung bekommen. Vielen herzlichen Dank. Ich werde das Bild gut aufheben und in meinem Büro aufhängen.“

SLÖ-Bundesobmann Gerhard Zeihsel, Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann, Stadträtin Verena Pöschl und Vizebürgermeister Roland Honeder. Unten die Kindertanzgruppe.

SLÖ

Leopolditanz in Klosterneuburg Anfang November fand in Niederösterreich der traditionelle Klosterneuburger Leopolditanz der Volkstanzgruppe Klosterneuburg und der Sudetendeutschen Jugend und mittleren Generation Österreichs (SdJÖ) statt.

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ies war wohl zunächst die letzte größere öffentliche Feier der Landsleute in Österreich. Die für den 1. Advent Ende November geplante Feier mit dem traditionellen Adventssingen im Haus der Heimat in Wien wurde ein Opfer der erneut aufflackernden Pandemie. Unter Einhaltung strenger Covidregeln gab es mehrere Tanzeinlagen, darunter einen professionellen Foxtrott und einen Tanz der Kindergruppe. Die Musikbegleitung kam von vier Ensembles. Es war ein entspannter, fröhlicher Abend mit starker Beteiligung unserer Volksgruppe in der Babenbergerhalle. In dieser Halle feiern die Sudetendeutschen auch immer ihren Heimattag. Schließlich ist Klosterneu-

burg seit 1964 Patenstadt der SLÖ. Das Leopoldifest geht auf Leopold III. zurück. Der Babenberger kam 1073 im heutigen Niederösterreich zur Welt und starb am 15. November 1136 bei Klosterneuburg. 1095 bis 1136 war er Markgraf der baierischen Marcha orientalis oder Ostarrichi. Am 6. Jänner 1485 sprach Papst Innozenz VIII. Leopold heilig. Sein Gedenktag ist der 15. November. Anläßlich der Heiligsprechung und der anschließenden Translationsfeier gab es im Stift Klosterneuburg weltliche Festlichkeiten wie Turniere, Bankette und Tänze. Diese Lustbarkeiten werden noch heute, am Hochfest Leopoldi, jeden 15. November veranstaltet. Im Volksmund sind sie als Leopoldimarkt oder Leopoldifest bekannt. In Wien und Niederösterreich ist an diesem Tag schulfrei. Sankt Leopold wurde zum Landespatron von Österreich im Allgemeinen sowie von Wien und Niederösterreich im Besonderen. slö/nh

Obfrau Anni Wischner gratuliert Landsleuten zum Hochzeits- und Namenstag und zur Treue zur SL.

SLÖ und VLÖ

Rudolf Reimann † Am 26. November starb der Donauschwabe Rudolf Reimann, langjähriger Präsident des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) und Vorsitzender der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft in Österreich (DAG), des Weltdachverbandes der Donauschwaben sowie der Stiftung der deutschsprachigen Heimatvertriebenen.

R

udolf Reimann kam am 9. April 1934 in Neusatz/Novi Sad im heutigen Serbien zur Welt. Im Kindesalter mußte er mit seiner Familie zwangsweise seine angestammte Heimat verlassen. In Österreich setzte er seine Schulausbildung im Stift Melk fort und studierte an der Technischen Hochschule Bauingenieurwesen. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er als Bauleiter und Statiker, ehe er selbständiger Bauunternehmer wurde. Er engagierte sich bereits in seiner Jugend bei den Donau-

schwaben. Sein Ziel war, daß das an den deutschen altösterreichischen Heimatvertriebenen begangene Unrecht nicht in Vergessenheit gerät, die Vertreiberländer dies anerkennen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Schritte zur Wiedergutmachung zu unternehmen. Bald erkannte er, daß dafür der Zusammenschluß aller Heimatvertriebenenorganisationen nötig ist. Unter seiner Ägide begann Mitte der 1990er Jahre der Bau des Hauses der Heimat, in dem sich seit 1996 alle im VLÖ vertretenen Landsmannschaften befinden. Zu Reimanns Auszeichnungen gehören die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich, der Kärntner Lorbeer für ehrenamtliche Tätigkeit in Silber, das Ehrenzeichen des Landes Burgenland, die Goldene Prinz-Eugen-Medaille, die

Ehrennadel der DAG und der Landsmannschaften in Deutschland, USA und Kanada sowie das Goldene Verdienstzeichen und das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich. Im Zuge der serbischen Restitutions- und Rehabilitationsgesetzgebung unterstützte er seine anspruchsberechtigten donauschwäbischen Landsleute in jeglicher Hinsicht. Mit der DAG und dem VLÖ bot er Beratungsgespräche mit serbischen Rechtsanwaltskanzleien an, um jederzeit und lückenlos mit Informationen zu helfen. „Er setzte seine ganze Kraft dafür ein, daß das an den Vertriebenen begangene Unrecht nicht vergessen wird und offene Fragen der Entschädigung, der offiziellen Anerkennung und Wertschätzung der deutschen altösterreichischen Volksgruppen immer wieder thematisiert wurden.

Ein besonderes Anliegen war ihm, daß die Menschen- und Minderheitenrechte der Verbliebenen gewährleistet sind, und alle Bestrebungen zu unterstützen, um zukunftsweisende Regelungen in einem gemeinsamen Europa zu ermöglichen“, würdigten die VLÖ-Funktionäre Reimanns Lebenswerk. „Unser donauschwäbischer Landsmann Rudolf Reimann hat für immer die Augen geschlossen, er lebt aber in Gedanken und im Herzen seiner Freunde und Weggefährten weiter, die sich in Demut von ihm verabschieden und ihm ein Dankeschön für die gemeinsame Zeit nachrufen. Im Namen des gesamten Vorstandes und der Gemeinschaft der Heimatvertriebenen sprechen wir seiner Gattin Edith Urbanner, seiner Schwester Hedwig Kauten und allen Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl aus“, zeigt sich VLÖ-Präsident Norbert K. Kapeller tief betroffen über das plötzliche Ableben seines Freundes und VLÖ-Ehrenpräsidenten.

ezirksgruppe Oberfranken wünscht allen leuten Freunden �rc::c�e ete Weihnachten Start in das Jahr 2022

ha Michel - Rudolf Hüttner - Adolf Markus r - Berthold Streit - Günther Wohlrab moi z' Forchheim) r in Forchheim) Marktredwitz


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AUS DER HEIMAT

Prebischtor in der Böhmischen Schweiz und die ehemalige Baude auf der Großen Schneegrube im Riesengebirge. Immer wieder schreibt der heute 68jährige Wolfgang Post über seine Wanderungen vom hessischen Herborn in die Heimat. Seine Mutter Regina Post/Winkler war 1919 in Pohl im Kreis Neutitschein im Kuhländchen zur Welt gekommen. Regelmäßig nahm Post in Kuhländler Tracht an der Sankt-Anna-Wallfahrt von Bölten nach Altwasser teil. Heuer trotzte er Corona und marschierte von Herborn nach Budapest. Das waren 2824 Kilometer und dauerte knapp vier Monate. Post berichtet.

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

Aussichtsturm auf der hohen Eule in den schlesischen Mittelsudeten und Rückepferd mit Holzfäller im Schneegebirge.

Brünnlein im Altvatergebirge und die Cserepes-Höhle auf 823 Metern Höhe. Bilder (13): Wolfgang Post

� Eine Wanderung durch einst von Deutschen bewohnte Landschaften

Zu Fuß vom hessischen Herborn ins ungarische Budapest durchs Sudeten- und Schlesierland, die ehemals deutsch besiedelt waren: Böhmische Schweiz,

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Der kleine Ort Pohl, aus dem meine Mutter stammte, war beschaulich, und die junge Bürger-

eine wunderbare Bergwelt. In den Bergen der Kleinen Fatra gefiel es mir so gut, daß ich schon nach acht Kilometern Wegstrecke in der urigen Berghütte blieb. Nun war es so warm geworden, daß ich aus Gewichtsgründen meine Wanderjacke zurückließ. Ich sollte sie bis zum Schluß nicht mehr brauchen. Auf dem Weg begegnete ich Kreuzottern und großflächigen Enzianwiesen, ein herrlicher Anblick. Leider war hier wie auch in Polen die Almwirtschaft eingebrochen, und die Natur wucherte zu. Da der Bergwanderweg die Hohe Tatra in der Slowakei nördlich umgeht, erreichte ich in Zakopane wieder Polen. Hier konnte ich neue Wanderschuhe kaufen und der Musik der Goralen – einer asiatischen Gattung der Ziegenartigen –lauschen. Am Dunajez, der die Grenze zwischen Polen und der Slowakei bildet, legte ich einen Ruhetag ein, um mit einem der Goralenflöße auf dem Fluß durch den Pieninen-Durchbruch zu fahren. Die Flöße sind aus engen Kähnen zusammengebaut und fahren durch eine tiefe und geschlängelte Schlucht. Gewaltige, mehrere hundert Meter hohe Uferbrüche, Wände und Zacken aus Kalkstein heben sich dicht am Flußstrom empor.

ls leidenschaftlicher Wanderer bin ich gerne auf Schusters Rappen unterwegs. Dieses Jahr suchte ich mir den Internationalen Bergwanderweg der Freundschaft Wolfgang Post steht in Eisenach vor der EB-Infotafel, von Eisenach nach Buda- grillt sein Abendbrot, wartet auf die Fähre von Freistadt pest aus. Trotz des Coro- über die Donau nach Plintenburg und macht es sich in na-Lockdowns konnten seinem Schlafsack gemütlich. mich keine Restriktionen bremsen. Am 14. April, das war ein Mittwoch, begann ich von meiner Heimatstadt Herborn im Westerwald die Wanderung auf dem Thüringen-HessenRhein-Weg bis nach Eisenach. Eine Woche später hatte ich Eisenach erreicht. In Eisenach beginnt der Internationale Bergwanderweg der Freundschaft Ei- Isergebirge, Riesengebirge, meisterin lud mich zum Kaffee senach–Budapest (EB). Wegen Glatzer Bergland, Schneegebir- ein. Vor dem Bürgermeisteramt der Pandemie waren Beherber- ge, Altvatergebirge. Unterwegs posierten wir mit der Heimatkargungsbetriebe geschlossen, und beobachtete ich gerne die Rüc- te des Kuhländchens. In Neutitein guter Schlafsack war Vor- kepferde bei ihrer Arbeit. schein bestaunte ich die Laubenaussetzung für das ÜbernachEnde Mai hatte sich der Win- gänge der Stadt und hielt mich ten im Freien. Dazu zeigte sich ter endlich verabschiedet, und es gerne an dem Kuhländer Bauernder April von seiner verrückten grünte in Mähren. Gerne mach- brunnen auf. Seite mit wechselhaftem Wet- te ich einige Tage Rast, um in Von Neutitschein war es ein ter, Schnee- und Graupelschau- Nordmähren bei Jägerndorf – Tagesmarsch zum Radhoscht in ern, Minusgraden, Regen, Wind, im hintersten Winkel der Tsche- Richtung Slowakei. In der Sloaber auch Sonnenschein. Einem chischen Republik an der Gren- wakei leben noch die KarpatenNaturfreund boten sich faszinie- ze zu Schlesien – mit der letz- deutschen, die ich von meinen rende Bilder des Frühlingserwa- ten tschechischen Kleinbahn bis letzten Reisen kannte. Aber erst chens. Noch vor Sonnenaufgang nach Hotzenplotz zu ließen die Vögel ihr Konzert er- fahren. Wer kennt nicht schallen, und manch neugieri- die Räuber-Hotzenges Reh, Wildschweine, Gemsen plotz-Geschichten von oder hungrige Füchse kreuzten Otfried Preußler? Diese meinen Weg. Schmalspurbahn trägt Durch den allgemeinen Lock- den Spitznamen „Strecdown wurde am Rennsteig auch ke der 100 Bögen“ und das Wasser rar, und ich mußte ist nicht nur bei Eisenabsteigen und mittels Wasser- bahnfreunden beliebt. filter das kostbare Naß schöpIn der Nähe liegt fen. Eine Nacht war so bitter kalt, das schöne und lieblidaß das Wasser in der Feldfla- che Kuhländchen, die sche am Morgen gefroren war. Heimat meiner MutÜberall traf ich hilfsbereite Men- ter; wo der Mohn auf Der Einsiedler in Niemcowa und Wolfgang Post in einem Schuhgeschäft in Zakopane. schen, und nur wenige versteck- den Wiesen blühte. Soten sich hinter der Coronamas- gleich nahm ich in einem der vie- einmal war ich enttäuscht, da Anderntags wanderte ich ke der Schließungen von Einrich- len Teiche ein erfrischendes Bad. meine neuen Wanderschuhe ih- von Szawnica durch die Sandetungen. Auf den Bergeshöhen bei Fulnek ren Dienst quittieren wollten und zer Beskiden, wo früher die soLeider blieb auch der Mai kalt grüßte mich die alte Windmüh- ich sie notdürftig flicken mußte. genannten Walddeutschen sieund verschlossen, und wie ein le, wo ich bereits zum wiederhol- Aber was hält auf einer langen delten. In der Einsiedelei Niem„Lumpazi vagabundo“ setzte ich ten Male übernachtete und mich Wanderung schon ewig? cowa konnte ich wie bereits vor trotz aller Widrigkeiten meine gerne an Joseph von EichenDie Slowakei überraschte fünf Jahren bei einem Einsiedler Wanderung fort. So zog ich dann dorffs „Taugenichts“ erinnerte. mich: freundliche Menschen und übernachten.

Das niederschlesische Waldenburg liegt zwischen dem Riesen- und dem Eulengebirge.

Das Rathaus von Jägerndorf im Altvaterland und der „Taugenichts“ im Neutitscheiner Museum im Kuhländchen.

Der Begriff „Walddeutsche“, gelegentlich auch Taubdeutsche – polnisch Głuchoniemcy–, bezeichnet eine ethnisch deutsche Minderheit aus dem Karpatenvorland. Diese siedelten im späten Mittelalter im zum heutigen Polen gehörenden Sanoker Flachland zwischen den Flüssen Weichsel und San. In Hańczowa traf ich auf die ersten Holzkirchen der Lemken, eines walachisch-ukrainischen Stammes. Diese Holzkirchen passen zur pittoresken Landschaft. Über den Duklapaß erreichte ich wieder die Slowakei. Im Tal des Todes hatten im Zweiten Weltkrieg heftige Kämpfe stattgefunden: Alleine die Russen hatten

Nächtigen. Dann war es ein heroisches Gefühl, bei all den Blitzen, Donnern und Regengüssen geborgen im Schlafsack zu liegen. Dann lähmte die Hitze meine Schritte, und ich sehnte mich nach der Kälte zu Beginn der Wanderung. So war ich denn schon vor Sonnenaufgang auf den Beinen, um nicht zu sehr ins Schwitzen zu geraten. Da kam mir ein See gerade recht, und ich ließ mich stundenlang auf seinem warmen Wasser treiben. Im Südosten der Slowakei gibt es auch das Weinanbaugebiet Tokaj. Glück hatte ich in Čerhov, wo ich bei einem netten Priester übernachten durfte. Seine Cousine sprach gut deutsch, und wir tranken den besten Wein in einem der unterirdischen Winzerkeller. Beim Morgengottesdienst erzählte der Priester den Gottesdienstbesuchern von meiner Wanderung, und die Gemeinde betete für mich und wünschte mir eine gute Strecke bis nach Budapest. Das sollte in Erfüllung gehen. Ich war sehr gerührt und den Tränen nahe.

Im Kuhländchen blüht der Mohn und auf der Kleinen Fatra der Enzian. mehr als 80 000 Tote. Die ersten Kirschen und Walderdbeeren waren reif, und die Landschaft schien so friedlich, daß man sich die grausamen Kämpfe gar nicht vorstellen konnte, wären nicht die ausgestellten Panzer und Kanonen zu sehen gewesen. Im slowakischen Oberswidnik hatte ich eine sehr nette Gastfamilie. Sie führte mich in die ruthenische Kultur ein, wobei Anton bestens auf dem Akkordeon spielte und Amalia mir die Stadt zeigte. Mit Bartfeld, Preschau und vor allem Kaschau besuchte ich wunderschöne, karpatendeutsche Städte. Unterwegs hatte ich viel mit Wärmegewittern und Hagel zu tun. Einige Male wurde ich ordentlich durchnäßt, im Großen und Ganzen kam ich aber glimpflich davon. So hatte ich immer Glück und fand eine passende Veranda oder Schutzhütte zum

Nun war Ungarn nicht mehr weit. Wochenlang wanderte ich auf dem ungarischen Landeswanderweg Kéktúra, der gut markiert war, durch die Wälder entlang der slowakischen Grenze. Wenn es mir irgendwo gefiel, blieb ich zur Nacht und hatte meine helle Freude an den vielen Schmetterlingen. Beeindruckt war ich von den Höhlen bei Aggtelek und den herausgeputzten Museumsdörfern. In der Cserepes-Höhle konnte ich übernachten und hatte endlich wieder eine angenehme kühlere Temperatur. Bei Plintenburg am Donauknie erreichte ich die Donau und donauschwäbische Siedlungen. Bis Budapest war es nicht mehr weit. Am 10. August, einem Dienstag, erreichte ich nach fast vier Monaten und mehr als 2824 Kilometern überglücklich Budapest. Die Donau glänzte, über ihr prangte das neogotische Parlament, und an der neoromanischen Fischerbastei spielte zur Begrüßung ein Musiker auf seiner Geige.

Blick von den Burgzinnen in Buda über die Donau auf das neogotische Parlament in Pest.


Neudeker Heimatbrief

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

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für die Heimatfreunde au+ Stadt und Landkrei+ Neudek Neudek

Abertham

Folge 628 · 12/2021

Bärringen

Frühbuß

Platten

Patenstadt Augsburg

Heimatkreis Neudek – Patenstadt Augsburg. Heimatkreisbetreuer: Heinrich Hegen, Pflugstraße 41, 86179Heimatkreisbetreuer: Augsburg, Telefon (08 21) XXXXXXX. Heimatmuseum Stadt und Kreis Neudek, Von-Cobres-Straße 5, 86199 Besichtigungstermine bei Heimatkreis Neudek in der Sudetendeutschen Landsmannschaft – Patenstadt Augsburg. Josef Grimm, Waxensteinstraße 78c, 86163 Augsburg, Telefon (08 21) 6Augsburg. 41 42, eMail grimm-augsburg@ Josef Grimm, Telefon (08 21) 6 41 42, eMail grimm-augsburg@t-online.de oder Dieter Thurnwald, Telefon (08 21) 88 05 55. Heimatgruppe „Glück auf“ Stadt und Landkreis Neudek – Vorsitzender: Heinrich Hegen. Neudeker Heimatbrief – Verantwortlich von t-online.de. Heimatmuseum Stadt und Landkreis Neudek, von-Cobres-Straße 5, 86199 Augsburg; Besichtigungstermine bei Josef Grimm. Heimatgruppe Glück auf – Freunde des Heimatmuseums Stadt und Landkreis Neuseiten der Heimatgruppe: Dieter Thurnwald. Redaktion: Herbert Fischer, Hochstraße 8, 81669 München, Telefon (0 89) 48 00 03 80, eMail neudeker@sudeten.de. Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. dek in Augsburg, eMail heimatgruppe-glueckauf@t-online.de, Internet www.heimatgruppe-glueckauf.de – Vorsitzender und zuständig für den Neudeker Heimatbrief: Josef Grimm. Redaktion: Lexa Wessel, eMail neudeker@ Erscheint achtmal jährlich im Abstand von etwa sechs Wochen. Jahresbezugspreis 25,00 EUR. Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe: Mittwoch, 14. März. sudeten.de. Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Jahresbezugspreis 31,25 EUR. Konto für Bezugsgebühren und Spenden: Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft, Stadtsparkasse München – IBAN: DE69 7015 0000 0906 2126 00, BIC: SSKMDEMMXXX. Redaktionsschluß für Folge 629 (1/2022): Mittwoch, 19. Januar.

Neudek – Vertreibungsgepäck

Resonanz auf die Geschichte einer Kiste Im Neudeker Heimatbrief Nummer 622 (6/2021) ließ Anita Donderer eine Transportkiste über das Schicksal ihrer Familie nach dem Zweiten Weltkrieg berichten. Nun vervollständigte ein Präsent des Neudeker Stadtrats Mira Drobný diese Kistengeschichte.

Der weihnachtliche Neudeker Marktplatz.

Bild: Josef Nádeníček

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ie Transportkiste erzählt, wie sie im Jahr 1945 in Anbetracht der zu erwartenden Ver-

treibung von Anita Donderers Vater gebaut und mit dem Notwendigsten und Wichtigsten gefüllt wurde. Sie erinnert sich an die Fahrt im Viehwaggon und daß sie dann das erste Möbelstück in dem der Familie zugewiesenen Zimmer in der „neuen“ Heimat in Bayern sein durfte. Daß der Neudeker Heimatbrief auch mit Interesse in der Tschechischen Republik gelesen wird, hat sich im Oktober

dieses Jahres anläßlich der Jubiläumsveranstaltung der „Kinder von damals“ in Neudek/Nejdek gezeigt. Stadtrat Mira Drobný übergab mit seiner Frau Iveta Donderer sozusagen eine Vervollständigung der Kistengeschichte als Präsent. Mira und Iveta Drobný sind aufgrund der harmonischen Verbindung zu Neudek schon seit vielen Jahren ehrliche Freunde Bitte umblättern

Neudek

Weihnachtsgruß Mit einem Bild des weihnachtlichen Neudeker Marktplatzes

D

wünscht die Heimatgruppe „Glück auf“ – Freunde des Heimat-

ie Corona-Pandemie hatte unsere Heimatgruppe auch heuer fest im Griff. Das Heimatmuseum mußte fast das ganze Jahr geschlossen bleiben. Nur zwei öffentliche Auftritte waren uns möglich: im Sep-

museums Stadt und Landkreis Neudek in Augsburg allen Lesern

tember die nachgeholte Trauerfeier für unseren im Dezember 2020 verstorbenen Zweiten Vorsitzenden Herbert Götz und im Oktober die Fahrt nach Neudek anläßlich 30 Jahre Freundschaft zwischen Augsburg und Neudek.

ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr.

Hoffen wir, daß es 2022 wieder besser wird. Bleiben Sie bis dahin alle gesund! Ihre Josef Grimm Anita Donderer

Die Vertreibungs-Transportkiste.

Neudek

Der Turm der Burg

Hengstererben vom Pleßberg aus gesehen.

WIR GRATULIEREN Heimatkreis, Heimatgruppe „Glück auf“ und Redaktion gratulieren herzlich den treuen Abonnenten des Neudeker Heimatbriefs, die vom 17. Dezember bis 28. Januar Geburtstag haben. Wir wünschen von Herzen viele schöne Jahre in Gesundheit und Zufriedenheit. Neuhammer. Ernst Pilz (Bahnhofstraße 283), Hellersdorfer Straße 95, 12619 Berlin, 17. Dezember 1923. Eibenberg. Karl-Heinz Schreiber, Pfaffstraße 14, 76227 Karlsruhe, 12. Januar 1940. Bergstadt Platten. Albert Neudert (Nr. 53), Am Kleinfeld 9, 82431 Kochel am See, 2. Januar 1940.

„‘S alte Weihnachtslied“ von Pepp Grimm (1899–1961) .

Hengstererben. Christl Schmalbach, Schwertgesweg 22, 40670 Meerbusch, 24. Dezember 1941.

Die Burg Neudek war eine mittelalterliche Felsenburg im Zentrum von Neudek. Als letzter Rest ist der romanischgotische Turm erhalten, der als Wahrzeichen der Stadt gilt.

N

ur der Bergfried blieb erhalten und wurde zum Glockenturm der Stadtpfarrkirche Sankt Martin umfunktioniert. Im 18. Jahrhundert wurde ein neuer Eingang in das Erdgeschoß eingebaut. 1786 machte Johann Wolfgang von

Goethe auf seiner Reise von Schneeberg nach Karlsbad in Neudek halt. Der Turmfelsen faszinierte ihn so, daß er ihn zeichnete. Bis 1790 wohnte ein Turmwächter im Turm. Die Wohnstube befand sich auf dem Turm. Sie war durch eine Wasserleitung versorgt, die zum Turm hinauf führte. Wegen des schlechten Bauzustands zog der Wärter aus. 1831 wurde die Wohnung abgetragen und der Turm mit einem neuen Spitzhelm versehen.


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NEUDEKER HEIMATBRIEF

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

� Egerland und Erzgebirge – Reisebericht

Neun Franken auf Böhmenfahrt Der Text von Iveta und Mira Drobný aus Neudek vom 15. Oktober für Anita Donderer. der „Kinder von damals“ (Donderer und Herbert Götz). Die „Ergänzung“ der Kistengeschichte rührte Donderer zu Tränen und verdeutlicht, wie inzwischen viele der jetzigen Bewohner Neudeks das damalige Geschehen sehen. Folgender Text ist von Iveta und Mira Dorbný aus Neudek vom 15. Oktober zu lesen: „Unsere liebe Anita, unglaubliche 76 Jahre sind es her, als die Kiste aus Deiner Lebensgeschichte Deine geliebte Stadt Neudek verlassen mußte. Eine Zeit,

die man nicht verstehen und gar nicht vergessen kann. Aber ihre Geschichte endete nicht damit, das Nötigste für Euer neues Zuhause ins Ungewisse gebracht zu haben. Sie nahm nämlich viel mehr mit. Sachen, die niemals in eine Kiste passen konnten: Eure Schicksale, Eure großen Herzen, Liebe und Vergebung von Fehlern, die Euer Leben rücksichtslos beeinflußt haben. Wir freuen uns sehr, daß unsere Stadt für Deine Familie und alle mit ähnlichem Schicksal ein Ort geblieben ist, an den Ihr gerne zurück-

denkt und wo wir uns als Freunde treffen können.“ Dieser Text beweist auch, daß die inzwischen 30 Jahre dauernde Verbindung des Brückenbaus seit 1991 zu einer echten Freundschaft wurde. Dies betonte auch Donderer bei ihrer Begrüßungsrede im Oktober im Neudeker Kinosaal. Seit dem ersten offiziellen Besuch im April 1991 sei die Patenschaft zwischen Augsburg und Neudek mit Leben erfüllt worden und stelle eine feste Brücke der Völkerverständigung dar. ar

� Bärringen, Frühbuß, Fichtelberg und Gottesgab

Winterbeginn in Bildern

Auch in der Heimat ließ der Winteranfang nicht auf sich warten. Schnee bedeckt die Waldkapelle in Bärringen, die Bartholomäuskirche in Frühbuß den Fichtelberg und Gottesgab. Bilder (2) Mario Groth

Ein Freundeskreis aus dem mittelfränkischen Georgensgmünd unternahm im Oktober eine Drei-Tages-Reise in das Egerland und in das Erzgebirge. Adolf Hochmuth berichtet.

M

it vielen Informationen und persönlich anrührenden Begegnungen und Erlebnissen konnte ich die Mittelfranken auf ihrer Entdeckungsfahrt nach Nordwestböhmen begleiten. Ende Oktober gab es nochmals schöne Herbsttage, als ein Kleinbus mit neun Personen im Landkreis Roth sehr früh in Richtung Egerland fuhr. Falk Trillitzsch hatte mit seiner Frau Karla als ersten Stopp zunächst den Besuch einer Glasfabrik in Waldsassen vorbereitet. Im Sinne touristischer Werbung bekamen wir gratis eine Führung, Erklärung und den Einblick in die hohe Kunst der zumeist farbigen Glasherstellung – seien es Vasen, Krüge oder auch Glasfenster. In Karlsbad konnte ich den Franken die Geschichte beziehungsweise die Sage der Gründung des europäisch bedeutsamen Bades erklären und den immer noch nicht in den Glasturm hochschießenden Sprudel zeigen. Und schließlich ging ich mit der Gruppe ins Grandhotel Pupp zum Kuchenessen. Der Bitte, uns in den Französischen Salon zu führen, wurde gerne entsprochen. Geruhsam an der Tepl zum Bus zurückgehend, spürten wir, daß der Sommer mit seinen vielen Touristen zu Ende war. In meinem Geburtsdorf Hochofen/Vysoká Pec war eine Unterkunft in dem einzig verbliebenen Gasthaus wegen eines Pächterwechsels noch nicht möglich. So mußten wir in das nahe Neuhammer/Nové Hamry ins Hotel Malamut ausweichen, in dem wir angenehm untergebracht waren. Der zweite Tag war dem Erzgebirge vorbehalten. Die Franken wollten mein Geburtshaus sehen, bei dem uns auch der jetzige Besitzer, ein 1944 geborener Heimatverbliebener, ohne Vorwarnung freudig begrüßte. Die Kirche in Trinksaifen/Rudné war auf Wunsch aufgesperrt worden, und wir beteten das Friedensgebet des Heiligen Franziskus miteinander. Weiter ging die Reise in Richtung Frühbuß/Přebuz. Auf dem Friedhof von Trinksaifen legte ich an dem vermuteten Grab meines 1945 verstorbenen Großvaters väterlicherseits eine weiße Rose nieder. Dort erzählte ich dessen tragisch verwickelte, politische Biographie. Die Reisegruppe war sehr berührt von seiner Lebensgeschichte.

Das Hotel Pupp.

In Frühbuß hielten wir vor der teilweise zugemauerten Volksschule und vor dem Rathaus der mit 65 Einwohnern wohl kleinsten Stadt der EU. In der Ödnis von Sauersack/Rolava legten wir einen etwas längeren Halt ein. Die Freunde bemerkten die immer noch kleineren Steinhaufen, die anzeigten, wo einmal ein Haus gestanden hatte und wo ein windschiefer Vogelbeerbaum in

Die Besuchergruppe in Karlsbad.

Das verschwundene Sauersack. 900  Metern Höhe winterlichen Stürmen trotzt. Die gelblichherbstliche Färbung des mageren Grases vermittelte den Eindruck einer Steppe. In Hirschenstand/Jelení hielten wir kurz an dem kleinen Denkmal, bei dem die ehemalige Kirche stand, die in den 50er Jahren als Kuhstall mißbraucht worden war. Bei dem verwunschenen „Kammerwagen“ lauschten wir der Sage und bestaunten die imposante Granitformation. Über Neuhammer ging es hinauf in das obere Erzgebirge über Bergstadt Platten, Bärringen und Abertham bis zum Keilberg. Wir bestiegen den Aussichtsturm mit Blick in das nahe Sachsen hinüber, und umgekehrt in das Böhmische hinein. Eine große Zahl an Ausflüglern war an diesem Staatsfeiertag unterwegs. Er erinnert an die Gründung der Ersten Tschechoslowakischen Republik am 28. Oktober 1918. Am Fuß des Keilbergs kehrten wir in Gottesgab/Boži Dar zu einem späten Mittagessen in das Grüne Haus ein, in dem nicht wenige erstmals Liwanzen verkoste-

ten, die mir kleiner vorkamen als noch vor Jahren. Wir suchten den Friedhof mit dem Grab Anton Günthers auf und sangen dessen „FeieromdLied“. Dabei erwähnten wir seine tiefe Heimatliebe und seinen leidvollen Freitod – eingeordnet in einen wohl doch allzu engen Heimatbegriff. Wieder im Hotel zurück, klang der Abend bald aus.

Bild: Karla Trillitzsch

Bild: Jörg Schilling Am dritten und letzten Tag ging der Weg zunächst nach Elbogen/Loket in das „Rothenburg des Egerlandes“. Beim KaffeeNachmittag erklärte ich die zum Teil beklemmende Situation Johann Wolfgang von Goethes mit den Levetzow-Frauen auf der Veranda des Hotels Weißes Roß. Dann steuerten wir über Eger wieder die fränkische Heimat an. Ein Mittagessen und einige Hinweise auf die Geschichte der ehemals Freien Reichstadt, aber auch ein kurzer Spaziergang über den Marktplatz, rundeten unsere Böhmenfahrt ab. Zu guter Letzt – schon wieder in Bayern – wollte man auch noch die Wallfahrtskirche Kappl von Georg Dientzenhofer im Stiftsland bewundern, also noch ganz in böhmischer Nähe. Ein gemeinsam gesungenes „Kyrie“ rundete die auch spirituell geprägte Reise ab. Wie es schien, durfte ich allen Teilnehmern drei beeindruckende, frohe und nachdenklich stimmende Tage schenken. Und auch mir tat die Reise gut.

Bild: Dr. Jürgen Kutscher


Reicenberger Zeitung

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

Stadt und Kreis Reichenberg

Kreis Deutsch Gabel

Nordböhmi[e Um[au

Redaktion: Nadira Hurnaus, Baiernweg 5, 83233 Bernau, Telefon (0 80 51) 80 60 96, eMail rz@sudeten.de

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Kreis Friedland

Kreis Gablonz

� Isergebirge

Sauerbrunnen macht Maffersdorf wieder bekannt Unter den 150 Gästen der Einweihung des erneuerten Denkmals – links verhüllt und rechts enthüllt – sind Besucher aus ganz Böhmen und Sachsen.

� Erneuertes Denkmal im Isergebirge erinnert an einen Mord im Jahr 1825

Beim erschlagenen Jungen Ende November enthüllte und weihte der Haindorfer Pfarrer Pavel Andrš im Isergebirge das vom Verein Frýdlantsko wiedererrichtete Denkmal für den 1825 getöteten Jugendlichen Anton Neumann.

A

n dieser großartigen Feier nahmen rund 150 Besucher teil, die nicht nur aus Friedland, Reichenberg und dem Isergebirge, sondern aus ganz Böhmen gekommen waren. Auch aus der sächsischen Oberlausitz waren 20 Besucher und aus Zittau ein Pfarrer gekommen. Ein Gesangsverein begleitete die Feier musikalisch. Der Verein Frýdlantsko entstand 2014. Sein Vorläufer war die 1999 entstandene gleichnamige Bürgerinitiative. Eine seiner Aufgaben ist, die Entwicklung der Gesellschaft in einer sozial und wirtschaftlich schwachen Region zu unterstützen. Ziel des Vereins ist auch, das einzigartige Kulturerbe in der Landschaft des Isergebirges, die Kleindenkmale zu restaurieren und für künftige Generationen zu erhalten. Diese Denkmale sind überall zu finden. Das Isergebirge zeichnet sich durch zahlreiche historische Kreuze, Gedenktafeln und Denkmale aus, die an Tragödien aller Art erinnern: an Morde, an Jagdkatastrophen, an Suizide, an Erfrierungen und an Unfälle der Holzfäller. Viele von ihnen stammen aus dem 19. Jahrhundert, einige sind noch älter. Der Verein Frýdlantsko restauriert Denkmale in der Region Friedland und im Isergebirge. Mit Hilfe von Stiftungen, Sponsoren, eigener Arbeit, aber auch aus dem Erlös des Verkaufs der von dem Verein herausgegebenen Bücher finanzierte er bereits zwölf umfangreiche Denkmal-Restaurierungen. Auch die Sanierung des verwitterten und vom Zahn der Zeit gekennzeichneten steinernen Kleindenkmals „Beim erschlagenen Jungen“ wurde durch Spenden finanziert. Weil die Renovierung und fachliche Restaurierung des Denkmals finanziell sehr anspruchsvoll war, hat der Verein beschlossen, ein transparentes Konto einzurichten. Eingezahlt wurden 39 500 Kronen. Es handelt sich um ein wichtiges Kulturdenkmal, das für das Isergebirge charakteristisch ist. An der Renovierung hat sich auch die Stiftung Bürgerforum finanziell beteiligt. Das Malen eines neuen Bildes nach den ältesten bekannten Vorlagen, die Erneuerung des Textes unter dem Bild und die Vergoldung der Christusfigur am Kreuz wurden von der Restauratorin Vanesa Trostová aus Buschullersdorf (Oldřichov v Hájích) durchgeführt. Die Anfertigung einer Kopie des Kreuzes wurde dem Schmied Jan Praminek Moravec

anvertraut. Außerdem wurde der Zugangsweg wiederhergestellt. Anfang März war das Denkmal mit Hilfe von schwerem Gerät von seinem Standort abgeholt worden. Nach fast acht Monaten, kehrte das sanierte Denkmal mit einem Traktor mit Hebezug zum Transport von kleinen Lasten an den Tatort zurück, an dem der Mord geschehen war. Hier wurde das historische Denkmal neu aufgestellt. Wieder wurde ein Zeugnis der Heimatgeschichte vor dem Verfall bewahrt. Damit beendeten die Mitglieder des Vereins für Kultur und Landschaft mit Erfolg die Restaurierung eines weiteren historischen und einzigartigen Denkmals des Isergebirges, das Denkmal „Beim erschlagenen Jungen“. Dieses Denkmal hat eine traurige Geschichte. Es erinnert an

Der Bräutigam Josef Anton Neumann, ein Weber aus Haindorf, und die Braut Thekla Mäus­ sel, die Tochter des damaligen Ober-Schmiedemeisters Gottfried Mäus­ sel aus Haindorf Nr. 134, standen vor dem Altar der Hain­ dorfer Kirche. Die Eltern des kleinen Johann Anton Neumann gaben sich vor Gott das Jawort, sie heirateten. Dies geschah am 23. Juli 1810. Später sollte Anton Neumann die Schmiede von seinem Großvater Gottfried Mäussel in Haindorf Nr. 134 übernehmen, weshalb er 1824 bei ihm in die Lehre ging. Der begabte Lehrling muß sehr enttäuscht gewesen sein, als sein geliebter Großvater im selben Jahr unerwartet starb. Nach dessen Tod mußte er die Lehre in einer anderen Schmiede fortsetzen. Ausgewählt wurde die be-

Haindorfs Pfarrer Pavel Anderš weiht das erneuerte Denkmal. Bilder: Otokar Simm (2), Bohumil Horáček (2) die Ermordung des 16jährigen Schmiedelehrlings Anton Neumann. Anton wurde am 18. Juli 1825 – anderen Quellen zufolge könnte es der 10. Juli desselben Jahres gewesen sein – von einem Täter brutal erschlagen und ausgeraubt. Dieses Denkmal ist eines der ältesten Denkmale im Isergebirge und befindet sich an der Eisenbahnlinie zwischen Buschullersdorf und Raspenau. Anton Neumann wurde am 16. November 1809 in der Schmiede in Haindorf Nr. 134 geboren. Schon am Tag nach seiner Geburt – am 17. November 1809 – fand in der Haindorfer Kirche die Taufe des Neugeborenen statt. Er erhielt den Namen Johann Anton. Und so begann der Lebensweg dieses kleinen Jungen, der sehr kurz und nicht der glücklichste war. Als er geboren wurde, waren seine Eltern noch nicht verheiratet, und so wurde der Junge unehelich geboren. Das war damals nichts ungewöhnliches, warf aber einen dunklen Schatten auf die ansonsten hoch angesehene Familie des Schmiedemeisters und insbesondere auf die Mutter des kleinen Johann Anton. Acht Monate nach seiner Geburt läuteten die Glocken der Kirche in Haindorf erneut, um allen Menschen in der nahen und fernen Umgebung eine weitere frohe Botschaft zu verkünden.

kannte Schmiede auf dem Galgenberg in Reichenberg. Seine Eltern in Haindorf besuchte er jeden Samstag. An seinem Todestag ging er über Einsiedel und Buschullersdorf auf dem von Hemmrich nach Hain­ dorf führenden alten Pilgerweg nach Hause. Hier wartete der Mörder, der ihm einen Strick um den Hals legte, einen Knebel in den Mund stopfte und den Schädel mit Steinen zertrümmerte. Die Leiche versteckte er in einem tiefen Graben unter einem Himbeerstrauch. Einen Tag später wurde seine Leiche von Kindern aus den Meierhofhäusern in Raspenau gefunden. Der Lehrling Anton Neumann wurde am 21. Juli 1825 auf dem alten Friedhof in Haindorf beigesetzt. Der Lebenswunsch seines Großvaters, aber auch der Wunsch des jungen, vielversprechenden Schmiedelehrlings, wurde nie erfüllt. Später stellten die Hinterbliebenen am Ort seines Todes, der sich nur wenige Meter von dem alten Pilgerweg entfernt befindet, ein steinernes Denkmal mit einem Bild und einem Kreuz auf. Seit dieser Zeit nennt man diese Stelle Beim erschlagenen Jungen. Es ist eine dunkle Geschichte geblieben, der Mörder wurde nie ermittelt. Die Eltern waren für den Rest ihres Lebens erschüt-

tert. Antons Vater, der damals in der Schmiede seines Schwiegervaters arbeitete und diese leitete, hatte sich viel von seinem Sohn versprochen und ihn auf eine gute und vielversprechende Arbeit in der Schmiede vorbereitet. Jeden Tag, wenn er an seinen Arbeitsplatz kam, erinnerte er sich die Untat in den dunklen Wäldern des Isergebirges. Und so dauerte es nicht lange, bis der Vater seinem Sohn in den Tod folgte. Er starb 1829. Seine Frau Thekla hatte in kürzester Zeit drei ihrer engsten Familienmitglieder verloren. Zuerst starb 1824 ihr Vater Gottfried Mäussel, ein Jahr später wird ihr Sohn Anton ermordet, und vier Jahre später verliert sie ihren geliebten Mann Josef Anton. Ein unvorstellbar schweres Schicksal hatte diese zweifellos sehr tapfere Frau getroffen. Ihr war nichts anderes übrig geblieben als die Schmiede, das Erbe ihrer Vorfahren, die sie eine Zeit lang selbst betrieb. Aber nicht lange, denn sie war der Aufgabe nicht gewachsen und verstand das Handwerk nicht. Schließlich heiratete die Witwe Thekla, geborene Mäussel, 1830 den Schmied Johann Friedrich Müller, dem sie die Schmiede überschrieb. Hier arbeitete er bis 1843 als Schmied. Tausende von Pilgern sind in den letzten 196 Jahren an diesem Denkmal vorbeigegangen, um einen Augenblick zu verweilen und das Andenken an ein unschuldiges Opfer eines unvorstellbaren Raubüberfalls zu ehren. Männer zogen ihre Hüte ab, Frauen legten ihre Kopftücher ab, und Kinder schmiegten sich an ihre Eltern, die ihnen gerade die traurige Geschichte von dem getöteten Jungen erzählt hatten. Dann sprachen alle gemeinsam das Vaterunser zu Ehren des unschuldigen Opfers, das damals an der Schwelle zu einer erfolgreichen Zukunft stand und dem das Schicksal kein langes Leben gönnte. Während das steinerne Denkmal bis heute erhalten geblieben ist, mußte das drauf befestigte Blechbild immer wieder neu gestrichen und renoviert werden. Später verschwand es völlig. Das Bild zeigte einen Landstreicher, der einen wehrlosen Jungen verprügelt und tötet, während ein gemalter Heiliger über ihm schwebt. Unter dem Bild befindet sich folgende Widmung in deutscher Sprache: „Hier wurde Anton Neumann aus Haindorf, 16 Jahre alt, am 18. Juli ermordet. Unbekannter, bete für seine Seele.“ Die Metalltafel mit dem tschechischen Text, die erstmals Anfang der 1960er Jahre auf dem Steindenkmal angebracht wurde, befindet sich jetzt an einem Holzpfosten neben dem Denkmal. Stanislav Beran

nologie für die Zubereitung des Wassers. Dafür müssen wir mehrere Dutzend Millionen Kronen investieren“, erklärt Vokurka, Träger des Titels Unternehmer des Jahres 2020 in der Reichenberger Region. Karl Skollaude entdeckte 1862 die Maffersdorfer Quelle, als er neben seinem Haus an der Nein Maffersdorf, mittlerweile ßewiese einen Pumpbrunnen für ein Stadtteil von Reichenberg, seine Bleicherei grub. Das Brunwird wieder Mineralwasser ge- nenwasser besaß einen sonderfördert. Kitl, der Gablonzer Her- baren Beigeschmack und wurde steller von Sirup und Kräuterli- „schlechtes“ – also ungenießbakör, eröffnete dort zwei wieder- res – Wasser genannt. Erst drei belebte und mehr als 200 Meter Jahre später verglich Skollaudes tiefe Quellen des Maffersdorfer Mutter den Geschmack des WasSauerbrunnens. Möglichst bald sers mit dem des Sauerbrunnens möchte die in Bad LiebFirma das altwerda. Daraufneue Quellhin ging Skolwasser wielaude mit einer der in GeFlasche seines schäfte und Wassers zum Gaststätten lieApotheker Ulfern. Es wird in rich nach Gader neuen Halblonz. Der le in Maffersgab ihm den dorf abgefüllt, Rat, die Quelwo seit April Jan Vokurka freut sich über die Re- le analysieSirup herge- novierung der Quellen. ren zu lassen. stellt wird. Die chemische Die beiden Quellen aus den Prüfung bestätigte, daß diese alJahren 1964 und 1983, die in den kalischen Eisensäuerlinge beleletzten 17 Jahren nicht genützt bend und stärkend wirken. wurden, liegen nur ein paar MeZu der neuen Mineralquelle ter voneinander. „Doch die eine strömten nun Heilwasser-Liebhaliegt auf dem Gebiet der Stadt ber von nah und fern. Im Frühjahr Gablonz, die andere auf dem 1866 ließ Skollaude den Brunder Stadt Reichenberg“, sagt nen neu einfassen und machte Jan Vokurka, Besitzer der Firma sein kleines Bleichhaus zum BaKitl. Reichenbergs Oberbürger- dehaus. 1892 wurde eine Genosmeister Jaroslav Zámečník und senschaft für den Säuerling geder Gablonzer Oberbürgermei- gründet, 1894 erhielt sie die Gester Jiří Čeřovský übernahmen nehmigung zur Verwendung des die Quellen-Patenschaften. Die Wassers als Heil- und GenußmitQuellen wurden festlich einge- tel. Der Sauerbrunnen wurde in weiht und erhielten die Namen Flaschen versandt. Schon 1897 der Städte. wurden 382  000 Flaschen ver„Ich bin ein wenig neidisch, kauft. Maffersdorf machte sich daß ihr Quellen mit so reicher einen Namen als Sommerfrische Geschichte habt“, sagt der Karls- und Kurort. bader Hydrogeologe Tomáč VyliZuerst wurde der Sauerbrunta. Das sei vor allem in Nordböh- nen als Rudolf-Quelle, später men eine Rarität. In der Region nach seinem letzten Besitzer als befänden sich nicht viele Sauer- Weber-Quelle bekannt. Noch in brunnen. Nur in Bad Liebwerda den siebziger Jahren war das Miund im Friedlander Zipfel gebe neralwasser in den grünen Flaes weitere Minerallquellen. Das schen – auch mit Orangen- oder Wasser aus Maffersdorf sei 8000 Zitronengeschmack – vielen ein Jahre alt. Begriff. In den achtziger Jahren „Das Grundstück kauften wir glich die Fabrik bereits einer Ruizwar, aber was unter der Erde ne. Die vergangenen eineinhalb war, gehörte dem Staat. Jetzt ha- Jahrhunderte haben ganz offenben wir auch die Brunnen in un- sichtlich ihre Spuren hinterlasserem Besitz, für das geschöpf- sen. Am meisten war das Hauptte Wasser müssen wir dem Staat gebäude mit dem Turm betrofaber Geld zahlen“, erklärt Vokur- fen. Anfang der neunziger Jahre ka. wurde zwar mit einer RestaurieDer Maffersdorfer Sauerbrun- rung begonnen. Dem neuen Benen stellte 2004 seine Produkti- sitzer gelang aber nicht, den on ein. Die heutige Wasserqua- Ruhm der Mineralfabrik zurücklität soll ein mehrmonatiger Test zugewinnen. Seit 2004 war die feststellen. Bisher ist das Was- Fabrik verlassen. Zu allem Unser unbehandelt und kann nicht glück brach 2011 auch noch ein in Flaschen gefüllt werden. Eini- Feuer aus. ge Stoffe, vor allem Eisen, überVokurka brauchte wegen der schritten den Grenzwert. „Nun komplizierten Eigentumsverbrauchen wir eine spezielle Tech- hältnisse vier Jahre, um die Anlage des Sauerbrunnens an der Straßenbahnstrecke von Reichenberg nach Gablonz zu kaufen. 2019 begann der Wiederaufbau des mystischen Ortes am Rande Reichenbergs. Der Sirup- und Mineralwasserproduzent hat rund 40 Mitarbeiter. 2020 setzte er trotz Corona 3,3 Millionen Euro um, 20 ProDie Paten, Oberbürgermeister Jiří Čeřovský zent mehr als 2019. Mit und Jaroslav Zámečník, taufen die Mineral- dem gleichen Zuwachs quellen. Bilder: Petra Laurin rechnet er auch heuer. Reichenberg und Gablonz heißen nicht nur zwei Städte im Isergebirge. Reichenberg und Gablonz heißen auch zwei Mineralquellen, deren gleichnamige Mineralwasser auf den Markt kommen. Vielen sind sie noch als Maffersdorfer Sauerbrunnen bekannt. Petra Laurin berichtet.

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REICHENBERGER ZEITUNG

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

Heimatkreis Deutsch Gabel

Frohe Weihnachten und viel Glück im neuen Jahr G

esegnete Weihnachten und ein friedvolles 2022 wünschen wir allen Landsleuten auch im Namen der Gemeindebetreuer. Wir danken allen Heimatfreunden für ihre Treue und Unterstützung sowie allen Mitarbeitern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Heimatkreis Deutsch Gabel/Zwickau Othmar Zinner Deutsch Gabel: Othmar Zinner, Fastlingerring 267, 85716 Unterschleißheim, Telefon (0 89) 3 10 73 83, eMail othmar. zinner@gmx.net. Stadtteil Böhmischdorf: Othmar Zinner. Stadtteil Markersdorf: Helga Hecht, Breite Straße 7, 06642 Nebra, Telefon (03 44 61) 1 88 06. Brins: Walter Seidel, Zscher bener Straße 9, 06124 Halle, Telefon (03 45) 2 51 89 83, eMail waseidel24 Diese Isergebirgskrippe „Bethlehem“ schuf Gustav Simon (1873–1953) in 60jähriger Bauzeit. @yahoo.de 71397 Leutenbach, Telefon Deutsch Pankraz: Hel Glasert: Unbesetzt; herbertullrich@arcor.de Groß Walten: Hilde- (0 71 95) 6 57 54. ga Hofmann, Lauinger Stra- Othmar Zinner Deutsch Hermsdorf: Anita gard Ulrich, Schneewittße 18/I, 80997 München, Gabel. Groß Herrndorf: Ull- chenstraße 26, 12524 Berlin, Grimm-Flähmig, SonnenTelefon (0 89) 1 41 42 62. Finkendorf: Un- rich Herbert, Georg-Scheer- Telefon (0 30) 6 72 23 74. straße 88, 91550 Dinkels Hennersdorf: Rosl bühl, Telefon (0 98 51) 17 49, besetzt; Othmar Zinner Straße 57, 58119 Hagen, TeMach tolf, Hirschgasse 21, Mobil (01 70) 3 80 71 83, Fax Deutsch Gabel. lefon (0 23 34) 20 80, eMail

(0 32 22) 2 46 79 01, eMail anita2000.ahnenforschung @t-online.de Hoffnung: Ursula Schütz, Hauptstraße 34, 97437 Haßfurt, Telefon (0 95 21) 6 19 02 23.

Johnsdorf: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel. Kleinmergthal, Großmergthal: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel. Kleingrün: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel. Kriesdorf: Christian Schwarz, Krajnc-Straße 12a, A-6060 Hall, Mobil (0 04 36 99) 11 12 59 56 oder (01 76) 99 93 30 39, eMail chris@clcs.at Krombach: Johanna Platz, Karl-HalbigStraße 37, 99887 Gräfenhain, Telefon (0 36 24) 31 18 10, eMail norbert. platz@gmx.de Kunnersdorf: Steffi Runge, Käthe-KollwitzStraße 3, 08499 Mylau, Telefon (0 37 65) 3 22 36, eMail runge.steffi@gmx. de Lämberg: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel. Niederlichtenwalde, Oberlichtenwalde: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel. Petersdorf: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel.

Postrum: Ilse Kreissl, Otto-Götzen-Weg 19, 40470 Düsseldorf, Telefon (02 11) 62 79 29. Ringelshain: Gerhard Weiß,Alfred-Brehm-Straße 2, 99099 Erfurt, Telefon (03 61) 421 63 01. Röhrsdorf: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel. Schneckendorf: Johanna Gering, Budapester Straße 10, 66510 Apolda, Telefon (0 36 44) 56 28 89, Mobil (01 78) 3 05 01 35, eMail johanna.gering@web.de. Schönbach: Inge Zelfel, Drosselweg 5, 84478 Waldkraiburg, Telefon (0 86 38) 8 12 31. Seifersdorf: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel. Zwickau: Unbesetzt; Othmar Zinner Deutsch Gabel.

Wer eine Ortsbetreuung übernehmen möchte, wende sich an den Kreisbetreuer. Wer spenden möchte, nutze das Konto des Heimatkreises: Othmar Zinner, HypoVereins bank München, IBAN: DE76 7002 0270 0015 6666 98, BIC: HYVEDEMMXXX.

Neuerscheinung über Carl Kostka

Reichenbergs letzter demokratischer deutscher Bürgermeister Jüngst veröffentlichte Susanne KellerGiger ein Buch über einen Reichenberger Bürgermeister.

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ab. Sie unterrichtete dann Geschichte und begleitete als Vorstandsmitglied des Vereins Kooperation Sankt GallenReichenberg zahlreiche Projekte zwischen der Tschechischen Republik und der Schweiz. Für die LiechtensteinischTschechische Historikerkommission forschte sie über die gemeinsame Geschichte der Böhmischen Länder und des Landes Liechtenstein. Heute arbeitet sie als freischaffende Historikerin und Publizistin.

ie Monographie über Carl Kostka (1870–1957), Senator und letzter demokratischer deutscher Bürgermeister von Reichenberg, sowie über die Deutschdemokratische Freiheitspartei, deren Vorsitzender er bis 1939 war, bietet einen Einblick in die vielfältigen, aber erfolglosen Bemühungen um eine Verständigung zwischen Deutschen und Historikerstimmen Tschechen in der Ersten Ladislav Smejkal: „In Tschechoslowakischen der Arbeit über Carl KostRepublik. Auch Kostkas ka gibt es viele neue Erletzte Lebensjahre waren kenntnisse zur gemeinbitter. Nach den Schikasamen deutsch-tschechinen der Nazis während schen Vergangenheit. des Protektorats und dem gewaltsamen Tod seiner Susanne Keller-Giger: „Carl Die Fachwelt und die ÖfFrau in den Nachkriegs- Kostka und die Deutschde- fentlichkeit bekommen wirren lebte Kostka mit mokratische Freiheitspartei die Figur eines aufrichseinen beiden Kindern in der Tschechoslowakei der tig demokratischen Polibis zu seinem Tod 1957 Zeit vor dem Zweiten Welt- tikers vorgelegt. Die Zwiisoliert und fast verges- krieg“. Verlagsbuchhand- schenkriegszeit litt an lung Sabat, Kulmbach 2021; deren Mangel. So gesesen in Prag. Die Schweizerin Su- 296 Seiten, 24,95 Euro. (ISBN hen war Kostka ein Beispiel für die Bindegliesanne Keller-Giger war 978-3-943506-96-9) der im Zusammenleben in den neunziger Jahren Deutschlektorin in Reichenberg. An- der Volksgruppen in Böhmen, welche schließend studierte sie Osteuropäische die Zwischenkriegszeit mit ihren VorGeschichte und Slawistik in Zürich. Ihr urteilen, Illusionen und Leidenschaften Lizentiat schloß sie mit einer Arbeit über ablehnten. Die Arbeit von Susanne Keldie deutschsprachige Presse in Reichen- ler betrachte ich als wichtigen Beitrag berg während der Zwischenkriegszeit zur tschechischen Historiographie der

dunklen und hoffnungsvollen Zeiten des 20. Jahrhunderts.“ Jaroslav Šebek: „Die Themenwahl der vorliegenden Arbeit kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Trotz intensiver Forschung über die Problematik der deutschen-tschechischen Beziehungen existieren nach wie vor unbearbeitete Kapitel, die man dennoch nicht als zweitrangig oder marginal bezeichnen kann. Die Autorin konzentrierte sich auf die Würdigung der Persönlichkeit Carl Kostka, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist, obwohl sie die öffentliche und natürlich die politische Debatte in der Tschechoslowakei gleich nach deren Gründung beeinfl ußte. Sie sucht unter anderem Antworten auf die Fra- Das adventlich erleuchtete Reichenberger Rathaus, in dem Carl Kostka 1929 bis 1938 regierte, im Bild: Stanislav Beran gen, welche Strategien er anwand- Vor-Corona-Jahr 2018. te, um sich im politischen Leben auf kommunaler Ebene zu behaupten ären Wurzeln in einem neutralen Land der sudetendeutschen Gesellschaft geund wie sein Leben mit der politischen in den Alpen und konnte deshalb mit geben. Das vorliegende Buch beschreibt Entwicklung, insbesondere während der dem nötigen Abstand an das Thema her- diese nicht große, aber eben doch wichdramatischen Ereignisse der dreißiger angehen.“ tige politische Strömung und leistet soJahre, konfrontiert wurde.“ Thomas Oellermann: „Susanne Kel- mit einen wichtigen Beitrag zur politiVáclav Hor°i°ka: „Keller-Giger nutz- ler-Gigers Buch ist ein wichtiger Beitrag schen Geschichte der Sudetengebiete.“ te in ihrem Werk ihre tschechischen zur Geschichte derjenigen SudetendeutMax Lemmenmeier: „Beim Buch von Sprachkenntnisse, die sie sich schon vor schen, die sich gegen Nationalismus Susanne Keller-Giger handelt es sich Jahren während eines längeren Aufent- und Nationalsozialismus stellten und um eine ausgezeichnete und spannend halts in Nordböhmen angeeignet hat- sich aktiv zur demokratischen Tschecho- zu lesende Arbeit. Bei der Lektüre kate. Gerade der Kontakt mit der dortigen slowakei bekannten. Dankenswerter- men mir viele Erinnerungen an ReichenRealität veranlaßte die Autorin, sich auf weise sind in den letzten Jahren zahlrei- berg. Was mich bei der Lektüre bedrückt eine bedeutende örtliche Persönlichkeit che Studien über Sozialdemokraten und hat, ist dieser unsägliche Nationalismus, und ein Symbol des früheren deutsch- Katholiken erschienen. Widerstand ge- der alle liberalen, demokratischen und tschechischen Zusammenlebens zu kon- gen den Nationalsozialismus hat es aber rechtsstaatlichen Grundsätze schlagarzentrieren. Die Autorin hat ihre famili- auch in der bürgerlichen liberalen Mitte tig hinweggeschwemmt hat.“

Böhmisch Leipa

Heimatverein ehrt Heimatverein In der Heimat gibt es den Böhmisch Leipaer Heimatverein, und im niederbayerischen Passau gibt es den Verein Leipaer Heimat, zu dessen Mitgliedern die aus Böhmisch Leipa Vertriebenen und deren Nachkommen zählen.

B

ereits vor vielen Jahren legten Fred Kanabas und Viktor Heller, die den Verein Leipaer Heimat prägten, den Grundstein für die vertrauensvollen Begegnungen zwischen Böhmen und

Deutschen. Nun verlieh der böhmische Heimatverein dem sudetendeutschen Heimatverein seine Ehrennadel Nummer 11 für Verdienste um die Bewahrung des historischen Gedächtnisses. Darüber hinaus zeichnete er Helga Heller, Herbert Lindner, Herta Freihart, Doris Gerrehs und Ingeborg Buchner aus. Eigentlich hätte die Ehrung beim Heimattreffen in Böhmisch Leipa stattfinden sollen. Doch wegen Corona kam die Auszeichnung per Post.


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Dux

Ladowitz

Ossegg

Klostergrab

für die Kreise Dux, Bilin und Teplitz-Schönau

Bilin

Heimatlandschaft Erz- und Mittelgebirge – Landschaftsbetreuer: Dietmar Heller, Hillenloher Straße 10, 87733 Markt Rettenbach, Telefon (083 92) 9 34 72 77, Telefax 934 72 78, eMail dietmar.heller@deheller.de. Heimatkreis Bilin – Patenstadt Gerolzhofen; Heimatkreisbetreuer: Dietmar Heller. Internet www.heimatkreisbilin.de. Heimatkreis Dux – Patenstadt Miltenberg; Heimatkreisbetreuer: Klaus Püchler, In den Seegärten 35a, 63920 Großheubach, Telefon (0 93 71) 9 94 01, eMail klauspuechler@web.de. Heimatkreis Teplitz-Schönau – Patenstadt Frankfurt am Main; Heimatkreisbetreuer: Erhard Spacek, Franz-Schubert-Straße 13, 01796 Pirna, Telefon (0160) 95 32 07 27, eMail spacek@ teplitz-schoenau-freunde.org. Redaktionsschluß: Freitag der Vorwoche. Redaktion: Lexa Wessel, eMail heimatruf@ sudeten.de

Teplitz-Schönau

Graupen

Niklasberg

Teplitz-Schönau – Reisebericht

Mit der Bahn Deutschland entdecken Jedes Jahr verleiht der Verein Teplitz-Schönau-Freunde einen Preis an einen vom Lehrerkollegium des Teplitzer Gymnasiums ausgewählten Abiturienten. Dieser muß im Unterrichtsfach Deutsch beste Leistungen erbracht sowie großes Interesse an der Geschichte der Deutschen in Böhmen gezeigt haben. Am 9. Juni, bei der Abschlußfeier der Abiturienten des Teplitzer Gymnasiums, überreichte Erhard Spacek, Erster Vorsitzender des Teplitz-Schönau-Freunde-Vereins, den diesjährigen Preis, eine viertägige Reise durch Deutschland mit der Deutschen Bahn, an den Abiturienten Jiří Michal. Zu dieser Preisverleihung waren der Direktor des Gymnasiums, Zdeněk Bergman, das Lehrerkollegium, Vertreter des Stadtrates, die Prüfungskommission sowie alle Abiturienten gekommen. Michal berichtet von seinem Gewinn:

A

ls ich als zwölfjähriger Junge im September 2012 in das Teplitzer Gymnasium eingeschrieben wurde, ahnte ich noch nicht, wie wichtig es sein würde, daß

ich für meine Ausbildung eine zweite Fremdsprache wählte, und zwar die deutsche Sprache. Und so wurde mir ermöglicht, das Land unserer Nachbarn zu erforschen. In den folgenden acht Jahren habe ich viele deutschtschechische Projekte erlebt, die mir interessante Erlebnisse gebracht haben. Dazu gehörten zum Beispiel der Schüleraustausch mit unseren Nachbarn in Sachsen und in Bad Kissingen in Bayern sowie eine Theateraufführung über den Holocaust der Sinti und Roma bei dem Filmfestival in Cottbus, das wir einstu- Abiturient Jiří Michal gewinnt den Gutschein für eine viertägige Reise. diert hatten. Dank dieser Aktivitäten in den te ich loslegen. Meine Reise hat- war mir Christian Graf Clary und deutsch-tschechischen Bezie- te ich so geplant, daß ich Städte Aldringen, der Enkel des letzten hungen wurde ich für den Preis besuchte, die mit der Geschichte Herrschers des Teplitz-Schönaueiner viertägigen Reise durch Böhmens zusammenhängen. er Schlosses, behilflich. Er widDeutschland nominiert, welchen Die erste Stadt war Nürnberg. mete mir den ganzen Tag. der Verein Teplitz-Schönau- Die Burg und die Altstadt waWir besuchten die wichtigsten Freunde ausgeschrieben hatte. ren mir in Verbindung mit Kai- Sehenswürdigkeiten der Stadt Als ich erfuhr, daß ich der Gewin- ser Karl IV. bekannt. Der hatte in und – für mich ebenfalls wichtig ner bin, freute ich mich sehr. Nürnberg viele Gebäude errich- – den ehemaligen Sender RaBei der Abschlußfeier der Abi- ten lassen und die ersten Seiten dio Freies Europa. Wir besuchten turienten übergab mir dann der der Goldenen Bulle geschrieben. auch das Schloß Schleißheim mit Vorsitzende des Vereins, Erhard Dann fuhr ich weiter nach seinem herrlichen Park. In einem Spacek, den Preis. Und so konn- München. Bei der Besichtigung berühmten Biergarten haben wir

Halt gemacht und uns unterhalten. Dann ging die Reise weiter nach Konstanz am Bodensee. Dort hatte das sogenannte Konstanzer Konzil den berühmten böhmischen Reformatoren Jan Hus zum Tode verurteilt und verbrannt. An jeder Ecke dieser malerischen Stadt wird an ihn erinnert. Dann ging meine Reise nach Basel, das an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland liegt, um meinen seit langen beliebten Baseler Fußballverein bei einem Spiel zuzuschauen. Und ein Muß war der Besuch des Baseler Münsters. Dort überreichte im Jahr 1212 der damalige König von Sizilien und spätere Kaiser Friedrich II. dem böhmischen König Otakar I. Přemysl die Goldene Bulle. Diese schrieb Otakar I. und seinen Nachfolgern die Königswürde zu sowie die daraus entstehenden Rechte und Pflichten der böhmischen Könige im Heiligen Deutschen Reich (Sizilische Bulle). Dann entschied ich mich für eine Reise durch ganz Deutsch-

land bis nach Lübeck, einer Universitäts- und Hafenstadt, die in der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO eingetragen ist. Die Hansestadt Lübeck ist eine sehr interessante Stadt. Man merkt den Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden Deutschlands – eine ganz andere Mentalität. Diese Bildungsreise konnte ich nur dank der hervorragenden Ausbildung in der deutschen Sprache an unserem Teplitzer Gymnasium und der Teilnahme an verschiedenen Projekten in Deutschland machen. Deswegen empfehle ich den Schülern des Gymnasiums, als zweite Fremdsprache Deutsch zu wählen. Habt keine Scheu davor, wir haben alle klein angefangen. Und es ist die Sprache wichtiger Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe oder Friedrich von Schiller. Dieser Preis wird alle Jahre vom Verein Teplitz-SchönauFreundeskreis vergeben, bei welchem ich mich nochmals herzlich bedanke. Jiří Michal Übersetzt von Erhard Spacek

Teplitz-Schönau – Stolpersteine – Teil I

Steine der Verschwundenen Zu Weihnachten auf dem Teplitzer Schloßplatz.

Teplitz-Schönau

Frohe Weihnachten L

iebe Landsleute, ich danke allen, die an unseren Heimattreffen in Teplitz-Schönau im August teilnahmen. Auch Hieronymus Fürst Clary und Aldringen war zu unserem Treffen gekommen, was mich besonders freute. Ausdrücklich danke ich Jutta Benešová für den Reisebericht und der Familie Obermann für die Fotografien Leider hatte die Pandemie etwas Chaos in die Planung und Organisation gebracht – zum Beispiel bei Zusagen, Absagen und Stornierungen. Dafür entschuldige ich mich. Auch zeitlich war alles zu dicht, so daß ich immer zur Eile drängen mußte. Das Heimattreffen 2022 werde ich überwiegend für TeplitzSchönau und Umgebung planen, damit nicht so viel Streß entsteht. Es findet in Teplitz-Schönau von Donnerstag, 16. bis Sonntag, 19. Juni statt. Einladungen und Programm werde ich rechtzeitig verschicken. Unser Teplitz-Schönau-Freundeskreis-Verein unterstützt die Restaurierung des Kreuzweges in Mariaschein und den Bau des Jugendzentrums für Kinder aus

sozial schwachen Familien, welches der Teplitzer Salesianer Orden in Angriff genommen hatte. Ich bitte um Spenden. Bitte überweisen Sie die Spenden ausschließlich auf das Konto Teplitz-Schönau-Freunde; IBAN: DE 45 7004 0048 0796 6906 00; bitte mit Angabe Ihrer Adresse, damit wir Ihnen ab 50,00 Euro eine Spendenbescheinigung zuschikken können. Vielen herzlichen Dank für die schon eingegangenen Spenden. Bleiben Sie uns treu, damit wir weiterhin erfolgreich arbeiten können. Das für Februar geplante Neujahrskonzert im Sudetendeutschen Haus in München wird wegen Corona auf März oder April verschoben. Ich wünsche all unseren Mitgliedern und Freunden des Vereins, den Mitarbeitern der SL und den Lesern des Heimatrufes ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2022. Ihr Erhard Spacek Heimatkreisbetreuer und Vereinsvorsitzender

Anfang Oktober hatte man in Kaaden zwei Stolpersteine, auch „Steine der Verschwundenen“ genannt, feierlich eingeweiht ( HR 44/2021). Nun legte man am 26. November 2021 zwei weitere Stolpersteine in TeplitzSchönau. Jutta Benešová berichtet.

D

ie Teplitzer Jüdische Gemeinde hatte zu der Einweihung eingeladen. Außer dem Vorsitzenden Michael Liechtenstein und dem Geistlichen der Gemeinde, Tomáš Pulc, waren auch der Senator und Teplitzer Oberbürgermeister Hynek Hanza mit seinem Stellvertreter Jiří Štábl gekommen. Zunächst trafen sich die Teilnehmer in der ehemaligen Uherrstraße/Kollárova. Anfang des 20. Jahrhunderts wohnte Leo Freimuth (geboren 1877 in der Nähe von Strakonitz in Südböhmen, gestorben 1943 in Theresienstadt) in der Nummer 1459/21. Er war zwar kein gebürtiger Teplitz-Schönauer, war aber nach

Der Gedenkstein mit der Inschrift „Ing. Leo Freimuth, geboren 1877, Deportation 1942 nach Theresienstadt/Terezín, gestorben 1943 in Theresienstadt/Terezín“. dem Chemiestudium an der Technischen Hochschule Prag bis in die 1920er Jahre bei Aussig tätig: zunächst als Beamter der Zuckerindustrie in Auperschin, später als Direktor der Zuckerfabrik Nestowitz. Er stammte aus einer wohlhabenden, tschechisch-jüdischen Kaufmannsfamilie. Um 1906 befaßte sich Freimuth mit Überset-

Der Geistliche Tomáš Pulc und Michael Liechtenstein, Vorsitzender der Teplitzer Jüdischen Gemeinde, in der ehemaligen Uherrstraße.

zungen des deutschen Dichters Heinrich Heine und beteiligte sich an der Ausgabe einer Anthologie über Heines Poesie. Er schloß sich der anarchistischen Vereinigung um Stanislav Kostka Neumann (* 5. Juni 1875 in Prag, † 28. Juni 1947 ebenda) an, einem dekadenten Dichter und späteren Mitbegründer der Kommunistischen Partei in Böhmen.

1938 siedelte Freimuth nach Prag. Von dort wurde er mit Frau und Tochter nach Theresienstadt deportiert, wo er 1943 verstarb. Das Schicksal seiner Familie ist unbekannt. Ein Sohn soll in Großbritannien überlebt haben. Nachdem der Geistliche Pulc den Lebenslauf Freimuths und ein Gebet zu dessen Gedenken vorgetragen hatte, ehrten die Anwesenden den Ermordeten. Senator Hanza betonte in seiner kurzen Ansprache, daß es gerade heute wichtig sei, das Andenken an die Opfer des Holocausts wachzuhalten. Er legte eine Rose nieder. Die anderen verbeugten sich und legten nach jüdischer Sitte einen Stein nieder. Pulc erklärte diesen alten Brauch als Andenken an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten (Exodus). Damals befestigten sie die Gräber ihrer Toten in der Wüste mit Steinen, um sie vor wilden Tieren zu schützen. Und jeder, der vorbeiging, legte einen Stein als ehrendes Symbol dazu. Fortsetzung folgt

Der Senator und Teplitzer Oberbürgermeister Hynek Hanza mit seinem Stellvertreter Jiří Štábl.


HEIMATBOTE

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Ronsperg

FÜR DEN KREIS BISCHOFTEINITZ

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17. 12. 2021

Hostau

Heimatkreis Bischofteinitz – Patenstadt Furth im Wald. Heimatkreisbetreuer: Peter Pawlik, Palnkamer Straße 73a, 83624 Otterÿ ng, Telefon (0 80 24) 9 26 46, Telefax 9 26 48, eMail peter-pawlik@t-online.de, Internet www.bischofteinitz.de. Spendenkonto: Heimatkreis Bischof teinitz, Rai° eisenbank Chamer Land – IBAN: DE55 7426 1024 0007 1343 20, BIC: GENODEF1CHA. Heimatbote für den Kreis Bischofteinitz – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Verantwortlich von seiten des Heimatkreises: Peter Pawlik. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de

Der Heimatkreis Bischofteinitz wünscht

Segensreiche Weihnachten sowie ein glückliches und erfülltes neues Jahr F

rohe und gesegnete Weihnachten sowie ein erfolgreiches Jahr 2022 wünschen den Landsleuten des Heimatkreises Bischofteinitz, ihren Angehörigen, den Bewohnern unserer Patenstadt Furth im Wald, den Landsleuten aus den Heimatkreisen Tachau und Mies, den ehemaligen Bezirken Taus und Pilsen, den Mitarbeitern, den Lesern unseres BischofteinitzerHeimatboten , den Heimatverbliebenen sowie allen Freunden unserer Heimatgemeinschaft der Vorstand und der Kreisrat des Heimatkreises Bischofteinitz in der SL mit Sitz in Furth im Wald.

Internetadresse: www. bischofteinitz.de Kreisbetreuer und Landschaftsbetreuer Egerland: Peter Pawlik, Palnkamer Straße 73a, 83624 Otterfi ng, Telefon (0 80 24) 9 26 46, Telefax 9 26 48, eMail peter-pawlik@t-online.de Stellvertretender Kreisbetreuer: Peter Gaag ( Heiligenkreuz, Haselberg). Stellvertretende Kreisbetreuerin: Regina Hildwein ( Weißensulz). Kassenverwalter: Walter Schröpfer ( Rindl). Stellvertretender Kassenverwalter: Andreas Miksch, Palnkamer Straße 73a, 83624 Otterfi ng, Telefon (0 80 24) 9 26 46, eMail miksch.andreas@web.de Schriftführung: Veronika Linden, Riesstraße 84/0, 80993 München, Telefon (0 89) 1 40 25 78, eMail w.linden@tonline.de Stellvertretende Schriftführung: Sonja Pawlik, Palnkamer Straße 73a, 83624 Otterfi ng, Telefon (0 80 24) 9 26 46, Telefax 9 26 48, eMail peter-pawlik@ t-online.de Museum: Peter Pawlik ( Kreisbetreuer) und Günter Gröbner, Kirchbichlweg 4, 93476 Blaibach, Telefon (0 99 41) 4 07 78 98, Mobilfunk (01 71) 8 13 88 63, eMail guenter.groebner @web.de Organisation: Günter Gröbner ( Museum), Doris Klingseisen, Zum Ponnholz 16, 93473 Arnschwang, Telefon (0 99 77) 90 39 86, eMail d.klingseisen@ gmx.de und Karl-Heinz Loibl ( Altparisau, Neuparisau). Kreisbildstelle: Josef Simon, Eibenstraße 1, 91207 Lauf, Telefon (0 91 23) 98 81 67, eMail simon.48@gmx.de Kreisfahnen: Georg Naujokas, Oberrappendorf 62, 93437 Furth im Wald, Telefon (0 99 73) 97 89. Egerländer Trachtengruppe: Josef Friedrich ( Zetschowitz). Patenbürgermeister: Sandro Bauer, Rathaus, Burgstraße 1, 93437 Furth im Wald, Telefon (0 99 73) 50 90, Telefax 5 09 50, eMail buergermeister@furth.de Kulturreferent: Max Schmatz, Rathaus, Burgstraße 1, 93437 Furth im Wald, Telefon (0 99 73) 50 90, Telefax 5 09 50. Wallfahrtskirche: Pfarrer Karl-Heinz Seidl, Pfarramt Mariä Himmelfahrt, Rosenstraße 2, 93437 Furth im Wald, Telefon (0 99 73) 13 37, Telefax 13 32, eMail furthiw@bistumregensburg.de

Redaktion Heimatbote – offizielles Organ des Heimatkreises Bischofteinitz: Sonja und Peter Pawlik ( Stellvertretende Schriftführerin, Kreisbetreuer). Internet: Peter Gaag ( Heiligenkreuz, Haselberg). Heimatverbliebene Deutsche im Kreis Bischofteinitz: Marta Klement ( Sirb); Marianne Maurer ( Kleinsemlowitz); Inge Burešová, Josefa Hory, °. p. 105, Malé P˛edm˝stí, CZ346 01 Horšovský Týn.

Hostau: Stefan Stippler, 5, 92693 Eslarn, Telefon (0 96 53) 13 12, eMail fewohansl@gmx.de eMail ob@hostau.org Frohnau: Christine Spa Kleinsemlowitz: Marianderna, Unterfeldstraße 4, 76149 ne Maurer, Banater Straße 57, Karlsruhe, eMail dani.mcg@web. 93073 Neutraubling, Telefon/ de Telefax (0 94 01) 29 22, eMail Grafenried, Anger, Seeg, markus-maurer@gmx.de Linz: Margarete Lang, Am Haselberg: Thomas Schrödl, Gartenstraße 17, 69168 Wies- Judengarten 3, 97957 Wittighausen, Telefon (0 93 47) 3 40. loch, Telefon (0 62 22) 3 17 09 41, Meeden: Herbert Gröbner, eMail thomas-schroedl@gmx.de Großgorschin, Kleingor- Kleestraße 10, 86199 Augsburg, schin, Pfaffenberg, Putzbühl: Telefon (08 21) 9 23 01. Münchsdorf: Josef Urban, Roland Liebl, Paul-Gerhardt-

Franz J. Landkammer, Laubbachstraße 14, 73479 Ellwangen, Telefon (0 79 65) 28 64, eMail franz.landkammer@t-online.de Neubäu, Fuchsberg: Johanna Fabian, Fichtenstraße 4, 86504 Merching, Telefon (0 82 33) 9 28 65. Neugramatin: Alfred Dittrich, Waldstraße 1, 93095 Hagelstadt, Telefon (0 94 53) 12 54, eMail juergen.dittrich67@tonline.de Pirk: Annemarie Zieh-

eMail info@liebl-guss.de Pscheß, Sichrowa: Franz Vogl, Kirschenweg 41, 86169 Augsburg, Telefon/Telefax (08 21) 70 17 68. Rindl: Walter Schröpfer, Kapuzinergasse 7, 71263 Weil der Stadt, Telefon (0 70 33) 13 85 55, eMail walter-schroepfer @t-online.de Ronsperg: Gertrud Schubert, Eichelgasse 52, 97877 Wertheim, Telefon (0 93 42) 76 56. Sadl: Herbert Gagalick, Fliederweg 4, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon (0 93 41) 24 48, eMail herbertgagalick@tonline.de; Karl Gagalick, Scheffelstraße 2, 97877 Wertheim, Telefon (0 93 42) 15 31. Schiefernau: Sigmar Mahal, Trifter Weg 115, 56072 Koblenz, Telefon (02 61) 2 57 80. Schmolau, Karlbach, Rosenberg: Anneliese Seidl, Leindlweg 3, 93152 Nittendorf, Telefon (0 94 04) 87 93, eMail tomseidl@t-online.de Schüttwa: Franz Metschl, Kaiserweg 12, 91541 Rothenburg ob der Tauber, Telefon (0 98 61) 39 08, eMail gretl.franz@gmx.net Sirb, Rouden: Marta Klement, Hirschbrunnweg 10, 93426 Roding, Telefon (0 94 69) 4 58. Stockau: Adolf Buchauer, Lindenweg 2, 74915 Waibstadt, Telefon (0 72 63) 43 70; Thomas Hastreiter, bei Armstrong, Ansbacher Straße 5, 80796 München, eMail hastreiter@gmx.de Tannawa: Claudia Jodl, Zum Großen Busch 27, 42327 Wuppertal, Telefon (0 20 58) 92 04, eMail cjodl@gmx.de Vollmau: Johanna Heitzer, Sengenbühl 35, 93437 Furth im Wald, Telefon (0 99 73) 80 36 63. Wassersuppen, Haselbach: Josef Klein, Obere Bräuhausstraße 11, 93449 Waldmünchen, Telefon (0 99 72) 82 02. Weißensulz: Regina HildKriegsweihnacht im Jahr 1940 in Amplatz: rechts Josef Reiter und dessen Frau Anna, geborene Lang aus Amplatz. Gegenüber Maria Lang, geborene Reiter, und deren Mann Josef Lang aus Liebeswar. wein, Ruhseugstraße 27a, 92421 Schwandorf, Telefon/Telefax Ehrenkreisrat: freund, Burgvogtstraße 5, 86316 (0 94 31) 28 74, eMail Gottfried Straße 14, 71672 Marbach, Tele- Adalbert-Stifter-Weg 29, 74736 hildfra@ Telefon (08 21) Leibl ( Plöß). fon (0 71 44) 3 91 77, eMail roland. Hardheim, Telefon (0 62 83) 85 46. Friedberg, gmx.de Ehrenkreisrat: Hans Laub- liebl@gmx.net. Murchowa: Anna Hitzler, 6 34 71. Wittana: Peter Pawlik Heiligenkreuz, Haselberg: Vogelherdstraße 2, 90574 Roßtal, Plöß, Wenzelsdorf: Gott- ( Kreisbetreuer). meier, Tremmelhauserhö Worowitz: Josef Steinbach, fried Leibl, Freihöls 3, 92421 he 13, 93138 Lappersdorf, Tele- Peter Gaag, Fridinger Straße 8, Telefon (09 1 27) 82 75. Muttersdorf: Roland Liebl Schwandorf, Telefon (0 94 31) Roggenweg 16, 89233 Neu-Ulm, fon (0 94 04) 86 00, eMail hans. 70619 Stuttgart, Telefon (07 11) ( Großgorschin). Telefon (07 31) 71 02 58. 4 76 07 25, Telefax 4 76 07 26, 93 28, Telefax 96 16 29, eMail laubmeier@web.de Ehrenkreisrat: Josef Fried- eMail peter.gaag@t-online.de Natschetin: Josef Rothmai- leiblwaffen@web.de Zetschowitz: Josef Fried Holubschen, Pössigkau, Garassen, er, Buheleite 31, 97340 MarktZemschen: rich, Leipziger Straße 8, 34212 rich ( Zetschowitz). Wabitz: Franz Vogl, Kirschenweg breit, Telefon (0 93 32) 16 44. Wolfgang Georg Liebl, Johan- Melsungen, Telefon (0 56 61) Neid, Franzbrunnhütte, nesstraße 41, 86169 Augsburg, Telefon/Te21, 75233 Tiefen-44 68, eMail josef.friedrich@ Ortsbetreuer Friedrichshof, Schnaggenmühl: bronn, Telefon (0 72 34) 94 91 41, lefax (08 21)70 17 68. arcor.de Altgramatin: Peter Gaag ( Heiligenkreuz, Haselberg). Altparisau, Neuparisau: Karl-Heinz Loibl, Kapellenweg 5a, 93449 Waldmünchen, Telefon Die Liste der Orte ohne Betreu- jüngere Menschen an, selbst Hochsemlowitz, Horouschen, Taschlowitz, Trebnitz, Troha(0 99 72) 81 61, eMail kaheiloibl@ er bleibt lang, und es wird im- wenn diese nicht mehr in der Hoslau, Horschau, Kleinmallo- tin, Tscharlowitz, Tschernahogmx.de Amplatz: Gita Reiter, Scheimer schwieriger, für ausge- Heimat geboren sind. In eini- wa, Kotzoura, Kschakau, Ksche- ra, Unterhütte, Untermedelzen, belweg 1, 93339 Riedenburg, Teleschiedene Ortsbetreuer Nach- gen Fällen werden Ortsbetreuer berscham, Liebeswar, Ma- Waier, Waldersgrün, Wasserau, fon (0 94 42) 12 92, eMail greiter@ folger zu gewinnen. bereits von jüngeren schowitz, Mauthaus, Wassertrompeten, Webrowa, t-online.de Menschen unterstützt Melmitz, Meßhals, Weirowa, Wiedlitz, Wilkenau, Bischofteinitz: ennoch ist es wichtig, diese – eine sehr erfolgreiHeidrun Metzling, Mirkowitz, Wistersitz, Wonischen, WostirArbeit nicht weiter auf im- che Vorgehensweise. Böttinger, Rechbergstraße 36, Mirschikau, Mogol- schen, Wottawa, Zeisermühl, mer weniger Schultern zu kon- Der Vorstand hat des73779 Deizisau, Telefon (0 71 53) zen, Mukowa, Naho- Zetschin und Zwingau. Meine zentrieren. Ich bitte daher die halb beschlossen, daß 2 35 58, eMail heidrunboett@tschitz, Nemlowitz, Anschrift steht oben im ImpresLandsleute aus den nachste- Ortsbetreuer bei Beonline.de Nemtschitz, Neubäu sum. Dingkowitz: Ernst Hitzler, henden Heimatgemeinden, mir darf von einem Paten (Mauthaus), NimvorFür Ihre Unterstützung danVogelherdstraße 2, 90574 Roßtal, bei der Suche nach neuen Orts- aus dem Vorstand ungut, Obermedelzen, ke ich im voraus und verbleibe Telefon (0 91 27) 82 75. betreuern zu helfen. terstützt werden. Podraßnitz, Potzowitz, mit heimatlichen Grüßen Dobraken, Zwirschen: WalWenn Sie sich bei mir melFolgende Orte sind Raschnitz, Ruhstein, Ihr ter Gimpl, Schönbornstraße 23, den, dann bedeutet dies nicht gegenwärtig ohne Betreuung: Schilligkau, Schlattin, Schle97980 Bad Mergentheim, Telegleichzeitig, daß Sie die Orts- Althütten, Berg, Bernstein, Bli- witz, Schüttarschen, SchwaPeter Pawlik fon/Telefax (0 79 31) 82 11. betreuung selbst übernehmen sowa, Dobrowa, Gibacht, Gla- nenbrückl, Schwarzach, SemeHeimatkreisbeteuer Eisendorf, Franzelhütte: wollen. Bitte sprechen Sie auch serau, Großmallowa, Haschowa, schitz, Sichdichfür, Straßhütte, und Vereinsvorsitzender Waldemar Hansl, Sonnenstraße

Danke für und Bitte um Mitarbeit

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Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

Heimatbote für den Kreis Ta<au

Heimatkreis Tachau – Patenstadt Weiden in der Oberpfalz. Heimatkreisbetreuer: Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Aubergstraße 21, 83352 Altenmarkt, Telefon (0 86 21) 6 36 27, Telefax 6475 27, eMail wolf-dieter.hamperl @online.de. Internet www.tachau.de. Tachauer Heimatmuseum: Kulturzentrum Hans Bauer, Schulgasse 3a, 92637 Weiden, Telefon (0961) 81 41 02, Telefax 8141 19, eMail museum@tachau.de. Spendenkonto: Heimatkreis Tachau, HypoVereinsbank Nürnberg – IBAN: DE387602 0070 0002 0824 54, BIC: HYVEDEMM460. Heimatbote für den Kreis Tachau – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de

Der Heimatkreis Tachau wünscht

Gesegnete Weihnachten und ein gesundes neues Jahr F

rohe Weihnachten und ein gesundes 2022 wünschen Vorstand und Kreisrat des Heimatkreises allen Landsleuten aus dem Kreis Tachau, den Einwohnern der Patenstadt Weiden in der Oberpfalz, den Mitarbeitern des Heimatboten, den treuen Heimatboten-Beziehern sowie allen Freunden und Förderern des Heimatkreises Tachau.

Heimatkreis Tachau Kreisbetreuer: Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Aubergstraße 21, 83352 Altenmarkt an der Alz, Telefon (086 21) 6 36 27, Telefax 64 75 27, eMail wolf-dieter.hamperl@ online.de, Internet www.tachau.de

Kreisratsmitglieder Stellvertretende Kreisbetreuer: Manfred Klemm ( Tirna) und Dr. Dorith Müller ( Galtenhof). Erste Schriftführerin: Ludmilla Himmel, ( Schönbrunn). Zweiter Schriftführer: Lothar Meitner ( Tissa). Erste Kassenleiterin: Paula Marterer, Nanga-Parbat-Straße 42, 80992 München, Telefon (089) 14 68 67. Zweiter Kassenleiter: Lothar Meitner ( Tissa). Beisitzer: Gernot Schnabl ( Tach au), Gerhard Reichl ( Neudorf). Erster Kassenprüfer: Reinhold Wurdak ( Maschakotten). Zweite Kassenprüferin: Sieglinde Wolf ( Altzedlisch).

Fachreferenten Tachauer Heimatmuseum: Dr. Sebastian Schott, Pfarrplatz 4, 92637 Weiden, Telefon (0961) 81 41 02, Telefax 4 70 39 09, eMail sebastian.schott@ weiden.de Familienforschung: Manfred Kassekkert ( Ringelberg).

Die Ortsbetreuer Albersdorf: Heimatkreis. Altfürstenhütte: Albert

Kick ( Neulosimthal). Altsattel: Stefan Riederle, Zum Eulenberg 5, 89335 Ichenhausen, Telefon/Telefax (082 23) 40 99 12, eMail st.riederle@gmx.de Altzedlisch: Sieglinde Wolf, Wettersteinstraße 51, 90471 Nürnberg, Telefon (09 11) 81 68 68 88, eMail si.wolf@ web.de Bernetzreith: Manfred Klemm ( Tirna). Böhmischdorf: Erwin Scherer, Dietersgrüner Weg 15, 95659 Arzberg, Telefon (0 92 33) 96 30, eMail ekf.scherer@ gmx.de Böhmisch Neuhäusl: Thomas Brandel, Am Feldbüchel 2, 94571 Schaufling, Telefon (099 04) 74 72. Brand: Heimatkreis. Darmschlag: Hildegard Schmitt, Obere Watt 16, 96149 Breitengüßbach, Telefon (095 44) 10 84. Dehenten: Heimatkreis. Drißgloben: Ernst Adler, Bornwiesenweg 17, 61184 Karben, Telefon (0 60 39) 74 49. Elsch: Heimatkreis. Eschowitz: Heimatkreis. Frauenreith: Heimatkreis. Galtenhof: Dr. Dorith Müller, Georg-Stefan-Straße 43c, 90453 Nürnberg, Telefon (0911) 89 21 17 31, Mobilfunk (01 51) 56 36 29 20, eMail dorith.mueller @web.de Girnberg: Heimatkreis. Godrusch: Franz Schart, Kirchstra-

ße 5, 87782 Unteregg, Telefon (082 69) bach 5, 92697 Georgenberg, Telefon Haydnstraße 11, 89269 Vöhringen, Tele- Telefon (0 86 69) 3 57 13 87, eMail 5 38, Mobilfunk (01 75) 1 90 82 98, eMail (0 96 58) 3 15. Stellvertreter: Alfred Ro- fon (0 73 06) 55 75. kasseckertmanfred@web.de Petlarn: Heimatkreis. Roßhaupt: Helga Kett und Stellf.schart@gmx.de scher, Holznerweg 4, 84508 Burgkir Gossau: Dr. Wolf-Dieter Hamperl chen, Telefon (086 79) 3 06 95 68. Petlarnbrand: Heimatkreis. vertreter Heribert Kett, Sophienstraße 5, Neustadtl: Walter Höring, Johann Pfraumberg: Waltraud Gregor, 92648 Vohenstrauß, Telefon (096 51) ( Heimatkreis). Großgropitzreith: Franz Härtl, Sebastian-Bach-Straße 43, 87724 Otto- Ziegetsdorfer Straße 5a, 93051 Regens- 6 17. Sankt Katharina: Heimatkreis. Weiherstraße 20, 63128 Dietzenbach, beuren, eMail walter_hoering@gmx.de burg, Telefon (0941) 9 06 72. Stellver Neuzedlisch: Manfred Maschauer, treterin: Christine Obermeier, Linden Schönbrunn: Ludmilla HimTelefon (060 74) 2 32 59. Großmaierhöfen: Heimatkreis. Höhenweg 8, 89257 Illertissen, Telefon weg 18, 93142 Ponholz, Telefon (094 71) mel, Am Daubhaus 6, 65239 Hoch Großwonetitz: Heimatkreis. (0 73 03) 37 51, Telefax 9002 89, eMail 30 12 83, eMail ch.ob.gen@freenet.de heim, Telefon (061 46) 83 54 94, eMail Haid: Felix Marterer, Nanga-Par- vorstand@heimatverein-neuzedlisch.de. Pirkau: Heimatkreis. ludmillahimmel@t-online.de Purschau: Schönwald: Heimatkreis. Sybille Bräuner, bat-Straße 42, 80992 München, Telefon Stellvertreter: Ernst Wurdak, Wolfgang Schossenreith: Josef Magerl, (0 89) 14 68 67. Wilhelm-Straße 7, 91161 Hilpoltstein, Hauptstraße 32, 06198 Salzatal, Tele Hals: Gerhard Wolframstraße 9, 82515 Stich, Mönchsberg 17, Wolfratshausen, Telefon 68789 Sankt Leon-Rot, (0 81 71) 1 81 69. Sorghof: HeiTelefon (062 27) 5 00 57. Helldroth: Heimatkreis. Speierling: Stefan matkreis. Hesselsdorf: AnHeller, Hauptstraße 81, na Knarr, An der Boh61184 Okarben, Telefon le 7, 82319 Starnberg, (0 60 39) 93 21 40, eMail Telefon (0 81 51) 1 59 88, s.heller@soulclub.de Stiebenreith: eMail ruthomann@gmx. Heimatkreis. net Innichen: Sieglin Strachowitz: Werde Wolf ( Altzedlisch). ner Schlosser, Hirten Juratin: Heimatweg 3, 91567 Herriekreis. den, Telefon (098 25) Kleingropitzreith: 54 58. Tachau: Gernot Heimatkreis. Kleinmaierhöfen: Schnabl, Ahornweg 7, Heimatkreis. 82547 Eurasburg, Te Kleinwonetitz: lefon/Telefax (0 81 79) Heimatkreis. 82 24, eMail gernot. Konraditz: Heischnabl@t-online.de Thiergarten: matkreis. Labant: Marian Heimatkreis. Tholl: Heidi Renn ne Gäbler, Lobensteiner ( Lusen). Straße 15, 07549 Gera, Tirna: Manfred Telefon (0365) 3 10 68. Langendörflas Klemm, Herzog-ArMiroslav Křížek, Dlouhý nulf-Straße 37, 85604 Újezd 171, CZ-34701 TaZorneding, Telefon chov, Telefon (004 20) (0 81 06) 2 01 69, eMail 7 37 72 03 65, eMail semi. klemmmanfred@t piskvorka@gmail.com -online.de Lohm: Margret Tissa: Lothar MeitBuchner, Pfarrer-Mießner, Hildebrandstralinger-Straße 1d, 84030 ße 25, 40215 Düsseldorf, Ergolding, Telefon eMail meitner.lothar@ (08 71) 14 23 36 39. yahoo.com Lusen: Heidi Renn, Turban: Dr. WolfKolpingstraße 17, 79787 Dieter Hamperl ( HeiLauchringen, Telefon matkreis). Tutz: Heimat(0 77 41) 80 74 96, eMail kreis. heidemarie.renn@arcor. Ujest: Heimatde Malkowitz, Malkreis. Ulliersreith: lowitz: Karl Friedrich Heimatkreis. Damm, Niedergrün Uschau: Sieglinde dauer Straße 22, 63505 Wolf ( Altzedlisch). Langenselbold, Tele Waldheim: Heifon (0 61 84) 18 26, eMail matkreis. karldamm@t-online.de Maschakotten: Walk: Erwin HamReinhold Wurdak, Neuperl, Hinter den Gärstädter Straße 142a, ten 20, 75245 Neulin90431 Nürnberg, Tegen, Telefon (072 37) lefon (09 11) 3 26 37 39, 95 63. Weschekun: eMail reinhold-wurdak Heimatkreis. @t-online.de Mauthdorf: Hei- Weihnachtsikone von Maria Ampelia Theyerl OSB. Die 1908 in Pleschnitz im Kreis Mies geborene Egerländerin starb 2004 als Wittingreith: Benediktinerin in der Abtei Frauenchiemsee in Oberbayern. Bild: Herbert Fischer Heimatkreis. matkreis. Milles: Heimat Wosant: Stekreis. Kapusta, Unterbissingen 10, Telefon (0 91 74) 7 87, eMail wurdakcicero fon (03 46 01) 3 19 59, eMail bille1978@ fan Molgau: Heimatkreis. 86657 Bissingen, Telefon (090 84) outlook.de @aol.com Neudorf: Gerhard Reichl, Stetti Ostrau, Neuwirtshaus: Felix Mar Rail: Heimatkreis. 5 44, eMailkapusta@egerlaender. Ratzau: Johann Marschick und de ner Straße 5, 92665 Altenstadt, Telefon terer ( Haid). Pabelsdorf: Heimatkreis. Woschnitz: Heimatkreis. Stellvertreterin Helga Ernst, Götzen(0 96 02) 66 62, eMail gereichl@gmail. Paulusbrunn, Wurken: Franz Wiltschka, HainHermannsreith, mühlweg 20, 61350 Bad Homburg, Telecom Neuhäusl: Emma Weber, Loh- Wittichsthal, Vorder Paulusbrunn, Hin- fon (0 61 72) 8 25 77. bergstraße 19, 90547 Stein, Telefon Reichenthal: Sieglinde Wolf (09 11) 67 47 79. ma 26, 92714 Pleystein, Telefon (096 54) ter Paulusbrunn, Inselthal, Goldbach: Wusleben: Heimatkreis. 9 12 04, eMail weber-pleystein@t-online. Helmut Gleißner, Postfach 1211, 95668 ( Altzedlisch). Ringelberg: Zummern: Dr. Wolf-Dieter HamManfred Kassekde Bärnau, Telefon (096 35) 13 12. Neulosimthal: Albert Kick, Faisl Pernartitz: Anton Schwegler, kert, Sonnleite 2, 83365 Nußdorf, perl ( Heimatkreis).


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HEIMAT

Sudetendeutsche Zeitung Folge 50 | 17.12.2021

Ortfried Kotzian, Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung, erzählt vom böhmischen Krippenbauer-Gen.

enkrippe stellte, ob das nun die Lederkamele aus Algerien waren, die noch einer mehrmonatigen Lüftungsaktion unterzogen werden mußten, oder der kunstenn sich das Sudetendeutvoll gestaltete Vierecksturm aus sche Museum in München Marrakesch, ob es der Milchnicht zum Ziel gesetzt hätte, im kannenreiter aus Somalia oder Advent des Jahres 2021 eine die mit Gold behängte Fürstin Krippenausstellung zu eröffnen aus Ghana waren. Letztere hatte und dabei die außerordentlich Heinz erst am Flughafen gefunschöne und große Vielfalt böhmiden, und er erzählte immer wiescher, mährischer und sudetender, daß er die gesamten Wochen schlesischer Krippen aus dem eiund Monate bei seinem Aufentgenen Bestand zu präsentieren, halt in Afrika nach einer Trachdann wäre diese Geschichte über tenpuppe für unsere Krippe gedie Entstehung unserer Haussucht habe. Nun werden bei dieund Familienkrippe wohl nie gesem Weihnachten nur noch seine schrieben worden. Unser SammFiguren in der Weihnachtskrippe lungsleiter Klaus Mohr hatte für an ihn erinnern. Aber festzuhalsein Vorwort des Ausstellungskaten bleibt: Auch Heinz war über taloges „etwas Persönliches“ und Jahre hinweg vom sudetendeutIm Mittelpunkt stehen Josef, Maria und das Jesuskind im Stall. Darüber leuchtet der Morgenstern. „nicht etwas Alltägliches“ ver- Krippenführung mit Josef. schen Krippenbauer-Gen heimlangt. gesucht worden. So suchte ich die Spur des Ob so ein Phänomen weiterböhmischen Krippenbauer-Gens Weihnachtliches Erbgut vererbt werden kann? – Ich weiß und die Antwort auf die Fraes noch nicht. Aber eine kurge, was einen sudetendeutschen ze Geschichte möchte ich dazu Krippenbauer von einem schwänoch erzählen. Dieser Tage rief bischen Krippenfreund wohl ununs unser sechsjähriger Enkel Joterscheide. Da wären zunächst sef in der Corona-Quarantäne an die Fakten zu betrachten, wenn und stellte uns seine neuen Pläne man als Grundlage der gesam- sche Rektor der Adalbert-Stifter- Weiß gehalten und lag in Erman- pe. Mehr als 300 Figuren bevöl- ergäßchen. Heinz, der den Be- zum Aufbau der Weihnachtskripten Untersuchung die Familien- Grundschule in Marktoberdorf, gelung einer gezimmerten Krip- kern jährlich neu das Wohn- und ruf des Elektrikers erlernt hatte, pe vor. Er meinte, man könne in krippe im Hause Kotzian in der uns einen Sack mit Birkenästen pe in einer umgedrehten Birken- Eßzimmer, vom australischen fand seinen Lebensmittelpunkt der Schrankwand im unteren BeHermann-Löns-Straße in Augs- und Birkenrinden in den Jörgl- rinde, die heute noch, 50 Jahre Aborigine bis zum amerikani- nach der Lehre bei der berühm- reich noch einige Regale frei räuburg in Augenschein nimmt: Das weg brachte. Er habe im Moos, später, ihren Dienst tut. schen Hopi-Indianer, vom isla- ten Augsburger Firma Pfister men, um dort dann ein Bergwerk Haus befindet sich in Schwaben, so heißt seit geraumer Zeit ein Im Laufe der folgenden Weih- mischen Palastwächter aus dem Waagen beziehungsweise Wie- einzubauen. Er fragte an, ob wir genauer in Bayerisch-Schwaben. Stadtteil in Marktoberdorf in der nachtstage stellten wir jedoch Topkapi-Palast in Istanbul bis getechnik. Er stieg bald zum eventuell Figuren besitzen würDie Entstehung der Krippe fand Nähe des Ettwieser Weihers, die- fest, daß die Krippe und das dar- zum jüdischen Rebbe/Rabbiner Monteur auf und war den größ- den, die sich für ein Bergwerk ebenfalls in Schwaaus Krakau und den sudeten- ten Teil des Jahres in der gan- eignen könnten. Wir mußten ben statt, wenn auch deutschen Figuren. Alle sind zen Welt bei Auslandseinsät- überlegen und kamen natürlich nicht in Augsburg, in der Krippe untergebracht zen unterwegs. In Wladiwostok als erstes auf den Rübezahl, den sondern in Marktund stehen friedlich neben- baute er Wiegeanlagen in riesi- es in unserer Krippe gleich zweioberdorf im Jörgleinander als Symbol einer to- ge Schiffe ein, in Saudi-Arabien mal gibt; einmal stehend und von weg. Die Akteure leranten und friedvollen Welt, oder Libyen war er für die Wie- Marie-Luise angefertigt, der anaber, wie die Ende wie sie in der Weihnachtsge- getechnik in Zementwerken zu- dere auf einer Rutsche mit Erzen November ausgeschichte verkündet wird. ständig, in Südamerika ging es festgemacht, den ich in Krummstrahlte FernsehdoDas sudetendeutsche Krip- um den Kupferabbau und in Ru- hübel/Karpacz in Schlesien entkumentation „Verpenbauer-Gen hatte über die mänien versuchte er – meist nur deckt hatte, als wir auf dem Weg lorene Heimat im Jahrzehnte hinweg die gesam- mit kurzzeitigem Erfolg – eine zur Stabkirche Wang waren. Das Gepäck“ zeigte, te Familie und natürlich auch sowjetische Gummistiefelfabrik war dem Josef aber zu wenig. So stammen väterlinoch verschiedene Bekannte mit amerikanischer Computer- hat er seine Mutter Iris und den cherseits aus dem und Verwandte erfaßt. Immer technik zum Laufen zu bringen. Vater Stephan dazu überredet, in Riesengebirge sowie wieder tauchten neue Krip- Aber was er nie vergaß, war die Seiffen im Erzgebirge Bergmänner zu bestellen, mütterlicherseits aus penfiguren in die zu Weihnachdem Egerland und Menschen aus vieler Herren Länder ziehen auf dem Weg nach Bethlehem durch die Wüste. der Vorweihten 2021 als NeuSchwaben. Sie wurnachtszeit bei linge die Krippe den zu Krippenbauern mit su- se Holzabfälle gefunden, und es in befindliche Grün aus den um- uns auf, wurden zieren sollten im detendeutschen Wurzeln, nach- sei zu schade, diese einfach ver- liegenden Marktoberdorfer Wäl- begutachtet, auf ebenfalls neu gedem der weitere Akteur Herbert rotten zu lassen. Das Moos ist die dern noch sehr leer wirkten. Wir ihre Herkunft gebauten Bergwerk, Hanke, aus dem Altvatergebirge eigentliche Vertriebenensied- erinnerten uns daran, daß wir von prüft und für eine das – wie wir nun stammend, die Bühne am Jörgl- lung der Ostallgäuer Stadt. einer Irland-Reise irische Trach- bestimmte Stelwissen – sicher weg betreten hatte. Meine Frau Marie-Luise und tenpuppen mitgebracht hatten, le in der Krippenim Erzgebirge zu Nach der Vertreibung aus dem ich waren sofort der Meinung, welche sich als Hirten in der Krip- landschaft, die finden sein wird. Sudetenland 1945/46 wurde die daß sich diese Rinden besonders pe eignen könnten. So bereicher- sich durch das geDamit hat auch Liebe der sudetendeutschen Be- für den Bau eines Krippenstalls ten wir unsere Krippe im ersten samte Wohnzimdie UNESCOvölkerung zu ihren Hauskrip- eignen würden. Da wir mittler- Jahr mit einem Aran-Fisherman mer zieht, vorgeWeltkulturerbepen und zum Basteln und Wer- weile mit drei Töchtern gesegnet und einer Donegal-Frau. Mit ih- sehen. Montanregion keln von Krippenlandschaften waren, wurde der Wunsch nach nen waren der Titel und der Sinn Einer, der an Erzgebirge Einund Krippenfiguren, wie in ande- einer Familienkrippe immer unserer Krippe gefunden: „Die diesen Aktiozug in unsere Faren Bereichen auch, institutiona- drängender. Marie-Luise hatte ganze Welt zieht zur Krippe.“ nen einen bemilienkrippe gelisiert. Die Arbeitsgemeinschaft bereits im Vorjahr begonnen, die Vorerst zwar nur aus einem einzi- sonderen Anhalten, dank der der sudetendeutschen Krippen- Heilige Familie als Stoffpuppen gen Land, aber immerhin. teil hatte, war unIdeenfreudigkeit freunde entstand. Aber auch bei herzustellen. Leider war der AdJetzt im Jahre 2021 ist die Kot- ser Freund Heinz unseres Enkels vielen Sudetendeutschen, die vent zu kurz, so daß am Heiligen ziansche Familienkrippe im Rei- Gold, der in dieJosef, der heuder Vereinigung nicht als Mit- Abend nur der Krippenstall mit henhaus der Hermann-Löns- sen Tagen überer unbedingt ein glied angehörten, erzeugte das Maria und dem Christkind fertig Straße in Augsburg schon seit raschend starb. Gen des Krippenbaus in der Vor- war. Stolz betrachteten wir den einiger Zeit in den Besitz der Seit der gemein- Der Engel des Herrn verkündet den Hirten auf dem Feld die frohe Bot- Bergwerk in die Krippe bauen will. weihnachtszeit einen Drang zum Anfang unserer Familienkrip- Tochter Iris Marie, des Schwie- samen Zeit in der schaft. Somit ist auch die Handeln. So will ich erzählen, pe. Maria hatte ein liebreizendes gersohns Stephan und – heute Sudetendeutwie mich und unsere Familie die- Gesicht erhalten, und den Kopf muß man das besonders betonen schen Jugend/DJO waren wir Tatsache, daß er eine Krippenfi- letzte Frage beantwortbar: Ja, das sudetendeutsche (böhses Krippen-Gen erfaßte. schmückte echtes Haar, das vom – des Enkels Josef übergegan- im Gespräch, besuchten uns von gur in der Vorweihnachtszeit von Es begann damit, daß Her- Haupte ihrer Schöpferin stamm- gen. Mittlerweile zieht tatsäch- Haus zu Haus in Augsburg, vom seinen Reisen um die Welt mit- mische) Krippenbauer-Gen kann bert Hanke, der sudetendeut- te. Das Christkind war ganz in lich fast die ganze Welt zur Krip- Karrengäßchen zum Buchmay- brachte und in unsere Famili- vererbt werden.

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Böhmisches Krippenbauer-Gen

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Sudetendeutsche Zeitung 17. Dezember 2021 Ausgabe 50 by Sudetendeutsche_Zeitung - Issuu