Ehrenbrief der Sudetendeutschen Landsmannschaft für Hans Pieke (S. 5)
Sudetendeutsche Zeitung Die Zeitung der Sudetendeutschen Landsmannschaft
Reicenberger Zeitung 160. Jahrgang
HEIMATBOTE
Jahrgang 73 | Folge 36 | 2,80 EUR · 75 CZK | München, 10. September 2021
VOLKSBOTE
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Podcast-Serie gestartet
Bayerns Vertriebenenbeauftragte Sylvia Stierstorfer spricht mit Zeitzeugen S. 2
KURSE
1 CZK = 0,0394 EUR 1 EUR = 25,3755 CZK
Erinnerungsarbeit
Interview mit Dr. Nils Köhler vom Dokumentationszentrum in Berlin S. 3
Grabpflege bei Braunau
Arbeitseinsatz von Omnium in Merkelsdorf und Deutsch Wernersdorf S. 8
Kohleabbau
Weiter Ärger zwischen Prag und Warschau Seitdem die Tschechische Republik das Nachbarland Polen vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Erweiterung des Bergwerks Turów verklagt hat, kochen die Emotionen auf beiden Seiten hoch.
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ch halte das für ein unverhältnismäßiges Mittel. Ich fühle mich getäuscht“, legte jetzt Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki nach und warf Prag vor, „in diesem Fall unverhältnismäßige Schritte unternommen“ zu haben. Obwohl der EU-Gerichtshof bereits im Mai Polen angewiesen hatte, alle Arbeiten unverzüglich einzustellen, weigert sich Polen nach wie vor, dem nachzukommen. Auch die Forderung aus Prag an den EU-Gerichtshof, Polen massive Strafzahlungen aufzuerlegen, blieb folgenlos. Stattdessen hält Polen weiter an seiner Planung fest, in Turów bis 2044 Kohle zu fördern und den Tagebau auf 30 Quadratkilometern Fläche zu erweitern. Die Tiefe von bis zu 330 Metern könnte jedoch dazu führen, daß im gesamten Dreiländereck die Grundwasserspiegel massiv absinken, warnen Umweltschützer vor den Folgen.
Das Videospiel „Svoboda 1945 Liberation“ nutzt verschiedene Darstellungsformen, wie Animationen, Grafiken und Videos, um die Geschichte der Vertreibung zu erzählen. Fotos: Charles Games
Die Macher wollen über „eine einzigartige Perspektive“ Geschichte vermitteln
Vertreibung als Videospiel: Spin-Off der Karls-Universität geht neue Wege Ungewöhnlicher Weg wider das Vergessen: Mit „Svoboda 1945: Liberation“ hat das Prager Unternehmen Charles Games, eine Ausgründung der Karls-Universität, ein Videospiel auf den Markt gebracht, das ein sensibles Thema behandelt: Die Vertreibung und Ermordung der Sudetendeutschen nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
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voboda, ein kleiner (fiktiver) Ort im Grenzgebiet zwischen Böhmen und Bayern im Jahr 2001. Der Zweite Weltkrieg ist seit Jahrzehnten Geschichte, als der Spieler in Person eines Denkmalpflegers die Gemeinde besucht, um einen langen Streit zu schlichten. Im alten Schulhaus stolpert der Denkmalpfleger über Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit, über die im Ort nicht gesprochen wird. Immer wieder steht der Denkmalpfleger vor der Entscheidung, Kisten zu öffnen, Dokumente zu sichten oder mit Zeitzeugen zu reden. Dabei werden in dem Spiel professionell gefilmtes Videomaterial, Originaldokumente und spielbaren Sequenzen mit einander verwoben. Stück für Stück offenbart sich so die grausame Vergangenheit: Die brutalen Verbrechen an den deutschen Landsleuten nach Ende des Zweiten Weltkriegs und die jahrzehntelange Unterdrückung durch die kommunistischen Machthaber. „,Svoboda 1945: Liberati-
Wie sein Vorgänger „Attentat 1942“ sorgt das Videospiel „Svoboda 1945 Liberation“ bereits für viel Aufssehen in der Videospiel-Branche. Eine Version mit deutschen Untertiteln soll demnächst erscheinen. on‘ ist das erste Computerspiel weltweit, das sich mit dem Thema Vertreibung und Kollektivierung beschäftigt“, erklärt Vít Šisler. Der Assistant Professor an der Karls-Universität hat als Lead Game Designer das Computerspiel maßgeblich entwickelt. Šisler: „Das Spiel präsentiert beispielhafte Geschichten aus einer Schlüsselperiode der tschechischen Geschichte. Wir wollen eine einzigartige Perspektive auf eine Zeit und Ereignisse bieten, die die tschechische öffentliche Debatte immer noch bewegen. Wir sagen den Spielern
nicht, was sie denken sollen, sondern bieten ihnen verschiedene Sichtweisen an.“ Ein Schwerpunkt Vít Šisler sind dabei kurze Videos, in denen Personen über die einzelnen Themen berichten. Šisler: „Die Interviews haben wir mit Schauspielern aufgenommen. Wenn sie über ihre persönlichen Erinnerungen sprechen, stellen wir diese Geschichtsteile als Comics dar. Zusätzlich ver-
wenden wir seltene, digitalisierte Aufnahmen aus dem Nationalen Filmarchiv der Tschechischen Republik, um neben den Comiclook echte, gefilmte Ereignisse zu stellen.“ Auch wenn die Personen Schauspieler seien, die fiktionale Charaktere darstellen, werde die Geschichte seriös vermittelt, erklärt Šisler: „Die Dialoge sind von professionellen Historikern der Tschechischen Akademie der Wissenschaften geschrieben, wobei das gesamte Spiel zusammen mit der KarlsUniversität Prag entwickelt wurde. Alles, was erzählt wird, ba-
siert auf echten Zeugenaussagen und gut dokumentierten Ereignissen. Es ist somit ein fiktionales Werk, basiert aber auf Zeugnissen. „Svoboda 1945: Liberation“ ist das zweite Geschichte vermittelnde Computerspiel der Prager Game-Entwickler. Bereits 2017 wurde „Attentat 1942“ veröffentlich. Thema ist hier der erfolgreiche Anschlag auf den Reichsprotektor Reinhard Heydrich, einen der Haupttäter des Holocausts, am 27. Mai 1942 durch tschechische Spezialkräfte – das einzige erfolgreiche Attentat auf einen führenden Nazi-Verbrecher während des Zweiten Weltkriegs. Mit „Attentat 1942“ gewannen Šisler und sein Team zahlreiche Preise, wie 2018 den Most Amazing Game Award. Auch „Svoboda 1945: Liberation“ überzeugt offenbar die Kritiker. So schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel: „Die Stärke von ,Svoboda 1945: Liberation‘ liegt in der Verknüpfung persönlicher, eindrücklich dargestellter Einzelschicksale mit der ,großen‘ Weltgeschichte; und in der Erkenntnis, daß die Trennlinie zwischen Opfern und Tätern kaum jemals einfach zu ziehen ist.“ Das Spiel ist bislang nur auf Tschechisch mit englischen Untertiteln erhältlich. Geplant ist ein weiteres Spiel, das dann den Prager Frühling und dessen Niederschlagung durch die Kommunisten thematisieren soll. J. Šonka/T. Fricke
Parlamentswahlen in der Tschechischen Republik am 8. und 9. Oktober
Wahlumfragen: Babiš und Ano liegen vorn Am 8. und 9. Oktober wählen die tschechischen Bürger ihr neues Parlament und damit ihre neue Regierung. Premierminister Andrej Babiš hat – allen Skandal zum Trotz – guten Chancen, wieder gewählt zu werden.
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ei Google Trends führt Babiš mit haushohem Vorsprung. 71 Prozent aller Suchanfragen zu den tschechischen Top-Politikern betreffen den Amtsinhaber. Selbst der bei der Jugend beliebte Oberpirat Ivan Bartoš kommt nur auf 13 Prozent. Auch wenn Interesse nicht automatisch Wahlstimmen bedeutet, kann Babiš auch in den
Eine Auswertung der Google-Suchanfragen zeigt, daß zumindest das Interesse an Informationen über Andrej Babiš weit aus größer ist als bei seinen Mitbewerbern. Foto: Google Trends aktuellen Umfragen punkten, wenn auch nicht mit diesem Vor-
sprung. So veröffentlichte das Magazin Novinky.cz am Diens-
tag eine neue Umfrage, die die Ano-Bewegung von Andrej Babiš
mit 27 Prozent klar auf Platz 1 sieht. SPOLU, das Bündnis aus ODS, KDU-ČSL und TOP 09, käme auf 21 Prozent, Piratenpartei und STAN auf 20,5 Prozent, die rechtsextreme SPD (Okamura-Partei) auf 9 Prozent und die kommunistische KSČM auf 6 Prozent. Für die neue Amtsperiode müßte sich Premierministerr Andrej Babiš aber einen neuen Koalitionspartner suchen, denn die Demoskopen sagen voraus, daß die sozialdemokratische ČSSD, bislang Junior-Partner in der Regierung, mit 4,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern wird.
Liegt vorn: Tschechiens Premierminister Andrej Babiš. Foto: Vláda ČR
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AKTUELL · MEINUNG
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10. 9. 2021
AUS UNSEREM PRAGER BÜRO
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er neue deutsche Botschafter Andreas Künne besuchte am 2. September, kurz nach seiner Akkreditierung bei Staatspräsident Miloš Zeman, das Prager Sudetendeutsche Büro, um sich bei dessen Leiter Peter Barton vorzustellen. Der erfahrene Diplomat war uunter anderem in den Botschaften Pretoria, Kopenhagen und Wilna tätig und wird sich jetzt intensiv um die deutsch-tschechischen Beziehungen kümmern. Barton präsentierte Künne seine Arbeit zur Verständigung zwischen den früheren und heutigen Bewohnern
PRAGER SPITZEN
des einst deutschsprachigen Teils der böhmischen Länder und freute sich über das große Interesse der Bundesrepublik Deutschland an seiner Mission. Die Sudetendeutschen haben in der Tschechischen Republik seit 2003 im Sudetendeutschen Büro ihre ständige Vertretung. Botschafter Künne trug sich in das Gästebuch des SL-Büros mit folgenden Worten ein: „Herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme gleich zu Beginn meiner Amtszeit in Prag. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrer Organisation, die so wichtig ist für Tschechien und für Deutschland.“
EU unterstützt Prag mit 7 Mrd. Euro
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s ist das größte Konjunkturprogramm aller Zeiten: Aus dem Wiederaufbau-Fonds, mit dem die Europäische Union nach der Corona-Krise in den 27 Mitgliedsländern die Wirtschaft wieder in Gang bringen will, erhält die Tschechische Republik rund sieben Milliarden Euro, haben die Finanzminister der EUStaaten am Montag entschieden. Die erste Tranche soll bereits im September überwiesen werden.
Weniger Arbeitslose im August
Sylvia Stierstorfer: „Die Lebensgeschichten berühren mich sehr“
Vertriebenen-Beauftragte startet Podcast-Serie mit Zeitzeugen Die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Sylvia Stierstorfer, hat eine ungewöhnliche Aktion gestartet, um mehr Aufmerksamkeit für das Thema Vertreibung zu generieren: Ein Podcast mit Zeitzeugen. Anfang der Woche hat die CSULandtagsabgeordnete die erste Folge veröffentlicht.
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Foto: Martina Klinke
n den Podcasts erzählen die Zeitzeugen, welche Schicksalsschläge sie erleiden mußten, was
Die spektakuläre Flucht des Handball-Stars Klaus Voik während eines internationalen Turniers in Portugal sorgte 1980 für Schlagzeilen. sie auf ihrer Flucht erlebt haben und wie die Ankunft in Bayern für sie war. „Die Lebensgeschichten berühren mich sehr“, sagt Sylvia Stierstorfer und erklärt, warum sie dieses Projekt gestartet hat, nämlich „um die Erlebnisse und Erfahrungen der Zeitzeugen für die nachfolgenden Generationen aufzubewahren und zu würdigen“. Mehr als 50 Zeitzeugen aus allen Landsmannschaften und Herkunftsländern wird sie für die Reihe interviewen. Einige Folgen sind bereits produziert. Für den Premieren-Podcast präsentiert Stierstorfer einen gleichermaßen ausgefallenen wie spannenden Lebensweg. Klaus Voik, der in Hermannstadt geboren ist und später als Hand-
Handball-Star Klaus Voik. baller von Portugal aus vor dem Regime geflohen ist, erzählt der Beauftragten von seiner abenteuerlichen Fluchtgeschichte. Im zweiwöchigen Rhythmus werden immer dienstags weitere Folgen gesendet. In Folge zwei berichtet eine Egerländerin aus Neudek von der Vertreibung, die sie als Kind miterlebt hat – und davon, wie es ihr gelungen ist, aus diesem schwierigen Teil ihrer Biografie etwas Positives zu gewinnen, Freundschaften zur alten Heimat aufzubauen und die Verständigung voranzutreiben. Die Podcasts sind über die Webseite der Beauftragten unter dem Reiter „Aktuelles“ abrufbar: https://www.aussiedler-undvertriebenenbeauftragte.bayern. de
Langjähriger Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen geehrt
Goldene Ehrennadel für Ernst Gierlich Im Rahmen der Kuratoriumssitzung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen ist der langjährige Geschäftsführer Ernst Gierlich vom Präsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV), Bernd Fabritius MdB, mit der Goldenen Ehrennadel des BdV ausgezeichnet worden.
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n seiner Laudatio würdigte BdV-Präsident Fabritius die herausragenden Verdienste, die sich Gierlich in den zurückliegenden Jahrzehnten um die Kulturstiftung erworben hat. Mit hohem persönlichen Einsatz habe er dafür gesorgt, daß die Kulturstiftung trotz der massiven finanziellen und personellen Einschnitte nach dem Wegfall der institutionellen Förderung im
Applaus zur Verleihung der Goldenen Ehrennadel an Dr. Ernst Gierlich (Mitte). Es gratulierten (von links): Reinfried Vogler, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung, BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius, Stephan Rauhut, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien, und Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung. Foto: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
Jahr 2000 weiter bestehen und ihre wichtige Arbeit fortführen konnte. Stets habe Gierlich Möglichkeiten gefunden, Tagungsplanungen in die Tat umzusetzen und Tagungsbände zu wichtigen Themen zu veröffentlichen. Dabei halfen ihm seine Fachkenntnis, seine engen Kontakte zu den wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen in unserem Bereich, zum wissenschaftlichen Beirat und zum Kuratorium der Kulturstiftung, zum BdV sowie zu sämtlichen Landsmannschaften. BdV-Präsident Fabritius dankte Gierlich zudem dafür, daß dieser trotz seines Eintritts in den Ruhestand nunmehr als Vorstandsmitglied mit Rat und Tat zur Verfügung steht.
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berraschende Entspannung am Arbeitsmarkt: Entgegen der Prognosen der Wirtschaftsexperten sind im August die Arbeitslosenzahlen auf knapp 268 000 leicht zurückgegangen, hat das tschechische Arbeitsamtes gemeldet. Demnach lag die Arbeitslosenquote bei 3,6 Prozent, einen Zehntelprozentpunkt weniger als im Juli. Am höchsten lag die Arbeitslosenquote mit 5,4 Prozent im Mährisch-Schlesischen Kreis. Am niedrigsten war sie mit 2,3 Prozent im Kreis Pardubitz.
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Pavel Severa freigesprochen
m Montag hat der Oberste Gerichtshof in Prag den ehemaligen Politiker Pavel Severa endgültig freigesprochen. Die Berufungskammer bestätigte damit das Urteil des Landgerichts Pardubitz vom Februar, das ihn vom Vorwurf des Betrugs mit Schuldscheinen in Höhe von rund 10 Millionen CZK freigesprochen hatte. Severa, ein ehemaliger Abgeordneter der KDUČSL und ehemaliger Generalsekretär von TOP 09, hatte die Betrugsvorwürfe wiederholt zurückgewiesen.
Maskenpflicht könnte bald fallen
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obald 75 Prozent der Bevölkerung vollständig immunisiert sind, sollen in der gesamten Tschechischen Republik die Maskenpflicht sowie weitere Corona-Maßnahmen aufgehoben werden, hat Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos) am Wochenende im Fernsehen erklärt. Bisher sind rund 54 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Widerspruch kam dazu vom Präsidenten der Ärztekam-
mer, Milan Kubek, der erklärte, daß ein Herdenschutz erst erreicht werde, wenn 85 bis 90 Prozent der Bevölkerung geimpft beziehungsweise genesen seien.
Gesamtwerk von Dvořák eingespielt
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ammut-Kunstprojekt: Zum 180. Geburtstag von Antonín Dvořák hat der tschechische Pianist Ivo Kahánek das komplette Klavierwerk des Komponisten eingespielt. Der LiveMitschnitt, der vier CDs umfaßt, soll beim internationalen Musikfestival „Dvořáks Prag“ am 24. September erstmals vorgestellt werden.
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Kommunisten vor Umbruch
nabhängig vom Ausgang der Parlamentswahlen steht die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČM) vor einem Umbruch: Der umstrittene Vorsitzende Vojtěch Filip wird nach 16 Jahren den Vorsitz abgeben, sein Vorgänger Miroslav Grebeníček wird nicht erneut als Abgeordneter kandidieren, und Pavel Kováčik, der Vorsitzende des parlamentarischen Klubs, ist bei der Aufstellung der Kandidaten für die Parlamentswahl durchgefallen.
Eishockey-Saison: Heute geht‘s los
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ür die tschechischen Sportfans ist der heutige Freitag ein besonderer Tag: Die Eishokkey-Extraliga startet – dieses Mal wieder mit Live-Zuschauern. In der höchsten Spielklasse des Landes werden erstmals 15 statt der üblichen 14 Mannschaften spielen. Der Grund ist die Corona-Pandemie, die für finanzielle Unsicherheiten gesorgt hat. Deshalb wurde in der vergangenen Saison der Abstieg in die zweite Liga ausgesetzt, der Play-offSieger des Unterhauses stieg jedoch auf. Dafür wird der Kampf um den Klassenerhalt in den nächsten sechs Monaten umso härter: Der Letzte der Hauptrunde (56 Spieltage) steigt direkt ab, und die Teams auf den Plätzen 11 bis 14 bestreiten Play-downs. Der Verlierer der beiden K.o.Runden muß dann gegen den Ersten der sogenannten Chance Liga antreten, um den letzten Teilnehmer für die Extraliga-Saison 2022/23 zu ermitteln. Dann werden erneut 14 Clubs um den Titel spielen.
Sudetendeutsche Zeitung
ISSN 0491-4546 Erscheint wöchentlich freitags. Redaktionsschluß Veranstaltungstermine: Freitag 18.00 Uhr. Redakationsschluß Montag 18.00 Uhr. Chefredaktion und verantwortlich für den Inhalt: Torsten Fricke, Nadira Hurnaus. Kulturredaktion: Susanne Habel. Korrespondent in Prag: Dr. Jaroslav Šonka; Korrespondentin in TeplitzSchönau: Jutta Benešová; Korrespondenten im Isergebirge: Stanislav Beran, Petra Laurin; Korrespondent in Berlin: Ulrich Miksch. Ständige Mitarbeit: Peter Barton, Markus Bauer, Josef Grimm, Professor Dr. Rudolf Grulich, Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Kathrin Hoffmann, Peter Pawlik, Herbert Ring, Karl Reitmeier, Hildegard Schuster, Lexa Wessel. Verlagsassistentin: Birte Rudzki. Anschrift für alle: Hochstraße 8, 81669 München. Redaktion: eMail zeitung@sudeten.de; Verlag: Telefon (0 89) 48 00 03 80, eMail svg@sudeten.de. Jahres-Abonnement 2021 Inland als Postvertriebsstück im Lastschriftverfahren 125,00 EUR einschließlich 7 Prozent Mehrwertsteuer. Ausland 154,00 EUR, Luftpost auf Anfrage. Reichenberger Zeitung (24 Ausgaben jährlich) 62,50 EUR, Neudeker Heimatbrief (12 Ausgaben jährlich) 31,25 EUR. Je Rechnung 2,00 EUR Aufschlag. Bankverbindung: Postbank München – IBAN: DE13 7001 0080 0005 7278 08, BIC: PBNKDEFF; Abbestellungen mit einer Frist von vier Wochen zum Vierteljahresschluß schriftlich an den Verlag. Anzeigenpreisliste Nr. 13 vom 1. Januar 2021; Anzeigengestaltung erst nach Auftrag. © 2021 Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft. Diese Zeitung ist mit allen Texten und Bildern urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, Vervielfältigung und Verwertung – insbesondere auch Weitergabe in Form von Kopien oder Einstellen ins Internet – sind ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urheberrecht nichts anderes ergibt. Mit vollem Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder der Sudetendeutschen Landsmannschaft wieder. Gerichtsstand und Erfüllungsort München. Kein Entschädigungsanspruch bei Nichterscheinen oder Nichtlieferung infolge Streik oder höherer Gewalt. Keine Gewähr für nicht angeforderte Manuskripte, Bilder, Dokumente, Datenträger und Daten. Alle datenschutzrechtlichen Vorschriften werden beachtet; Einzelheiten unter www.sudeten.de Sudetendeutsche Verlagsgesellschaft mbH, HRB München 3796. Geschäftsführer und verantwortlich für Anzeigen: Herbert Fischer. Alleiniger Anteilseigner: Sudetendeutsche Landsmannschaft, Hochstraße 8, 81669 München. Druck und Versand: Presse-Druck- und Verlags-GmbH, 86167 Augsburg.
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AKTUELL
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10.9.2021
Das vor wenigen Monaten in Berlin eröffnete Dokumentationszentrum „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ist nicht nur ein Museum, sondern auch ein Haus der Wissenschaft, um die Flucht- und Vertreibungsgeschichte aufzuarbeiten. Im Interview mit der Sudetendeutschen Zeitung erklärt der Leiter der Abteilung Dokumentation und Forschung, Nils Köhler, das Forschungsgebiet.
� Interview mit Dr. Nils Köhler vom Dokumentationszentrum „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“
tiv gestalteten Lesesaal geht. Die Tür steht offen. Wir haben vorne einen Info-Tisch, keinen Tresen, wo man sich anmelden muß. Sie können reingehen, zwischen den Bücherwänden stöbern. Und Sie haben die Möglichkeit, an den verschiedenen Medienstationen zu recherchieren: nach Orten, nach Namen, in unseren Beständen und in den verschiedenen Datenbanken zur Familienforschung. Am Info-Tisch sitzen immer ein bis zwei Kollegen, die können Sie ansprechen, und die leiten dringende Anliegen auch an den Archivar oder die Wissenschaftler weiter. Die Bibliothek ist von Dienstag bis Freitag in den Öffnungszeiten der Ausstellung geöffnet. Zur Entspannung gibt es überall sogenannte Kokons, die sind so gestaltet, daß rundherum die GPS-Daten von jeweils einer Landschaft angegeben sind, die mit Flucht und Vertreibung in Verbindung stehT. Da sind zum Beispiel die Inseln Usedom und Wollin, wo die großen Flüchtlingszüge im März 1945 hinführten und wo der amerikanische Luftangriff auf Swinemünde vom 12. März viele Opfer forderte, wir haben Breslau, wir haben Königsberg, aber auch andere Landschaften, wo Flucht und Vertreibung stattfanden, wie Karelien oder Izmir. Und als Link zum Sudetenland: Hotzenplotz, eine dörfliche Landschaft, in der Vertreibung geschah. Was ist Ihr persönlicher Zugang zu den mittel- und osteuropäischen Landschaften? Waren Ihre Vorfahren Vertriebene? Köhler: Nein, wir sind in unserer Familie alle Ur-Niedersachsen. Meines Großvaters Sehnsuchtsland war aber Ostpreußen. Der hatte dort in den 1920er und 1930er Jahren mit einem Dr. Nils Köhler im Dokumentationszentrum „Flucht, Vertreibung, Versöh- Kanu und einem Segelboot mit nung“ vor der Aufenthaltsnische, die Hotzenplotz – eine dörfliche Land- meiner Großmutter Urlaub geschaft im Sudetenland – zeigt. Fotos: Ulrich Miksch macht. Auch noch als junge Eltern. Und der hat mir immer voroder Zeitzeugen aus den Vertrie- hat man Tagebücher, die wäh- geschwärmt von Ostpreußen. benenverbänden, die den spä- rend und nach der Vertreibung Da aber damals ja alle Grenzen ten Sammlungsbeginn bei Ihnen geführt worden sind. Schülerar- dicht waren, beschrieb er mir die kompensieren könnte? beiten, z.B. einer Schülerin aus Landschaft: Wenn Du mal nach Köhler: Die Stiftung hat 2013 Frankfurt/Main, die 1978 das Finnland fährst, da sieht es in eine Erhebung gemacht zu Zeit- Schicksal ihrer Mutter schildert. etwa so aus wie in Ostpreußen. zeugen-Interviews. Was gibt es Aus den 1990er Jahren gibt es Ich habe dann im Studium nach überhaupt, fragte man sich, und viele Berichte von damals jungen dem Mauerfall ganz privat Reida wurden auch die Landsmann- Erwachsenen, die nach der Pen- sen nach Ostpreußen, Pommern, schaften abgefragt. Es gibt ei- sionierung endlich Zeit fanden, Schlesien oder nach Eger, Karlsnen größeren Bestand im Do- das Geschehene aufzuschreiben. bad, Marienbad unternommen, nauschwäbischen Museum in Wie kann der Ausstellungsbe- um mir ein richtiges Bild dieser Ulm. Aber man ist erstaunt, wie sucher diese vielen Zeitzeugnis- Landschaften zu machen. Mein wenig in der landsmannschaft- se, von denen Sie sprachen und Großvater hat uns eine Art Loglichen Arbeit solche Erinne- die ja in ihrer Vielfalt nicht in der buch aus dem Jahre 1937 hinterrungssicherung eine Rolle ge- Ausstellung gezeigt werden kön- lassen, worin er einen Segeltörn spielt hat. Diese Lücke kann nen, einsehen und darin recher- über das Frische Haff in Ostpreuman nur schwer schließen. Das ßen mit seinem gesprochene Wort gibt es also Schwager donur in Rudimenten. Manchmal kumentiert hatwird uns Filmmaterial angebote. 2007 habe ich ten, woran wir interessiert sind, mit meinem Vawenn man beispielsweise zum erter und meiner sten Mal in den 1980er Jahren in Schwester diese die Heimat gefahren ist. Das lieTour nachgesefert interessante Eindrücke. Wie gelt. Wir haben sieht ein Ort aus, 35 Jahre nach uns ein Boot in der Vertreibung. Und welche Elbing gemietet Kontraste gibt es da zur heutigen und haben die teilweise erstaunlichen ModerniRoute meines sierung in diesen Orten. Bei den Eine typische Fluchtkiste, in der Vertriebene ihr letztes Großvaters von schriftlichen Einsendungen aber, Hab und Gut verstaut hatten. vor 70 Jahren da gibt es eine große Vielfalt. Wir in Teilen nachbekommen sehr viele Berich- chieren? vollzogen, manches lag in russite, wo mittlerweile Verstorbene Köhler: Was für viele das erste schem Sperrgebiet, aber vieles noch etwas für ihre Kinder und Ziel sein wird, ist ja die Ausstel- war zugänglich. Sowas hat mich Enkelkinder aufgeschrieben ha- lung. Dann jedoch kann man die immer fasziniert, dieses Spurenben. Manchmal finden sich von Bibliothek und das Zeitzeugen- suchen, auch wenn es nur der drei Generationen einer Fami- archiv für sich entdecken, indem Opa mit seinem Sehnsuchtsort lie Erinnerungsberichte. Dann man in den großzügig und attrak- war. Ulrich Miksch
„Wir wollen den Erinnerungen einen würdigen Ort geben“
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err Köhler, seit wann hat die Stiftung für die Ausstellung begonnen Objekte und Zeitzeugenberichte einzuwerben und zu sammelnm und seit wann sind Sie persönlich damit beschäftigt? Dr. Nils Köhler: In der Geschichte der Stiftung, die 2009 gegründet wurde, ist die Zeitzeugenarbeit 2013 begonnen worden. Seitdem werden hier Zeitzeugeninterviews geführt, aber auch Fluchtgeschichten von Menschen, die sich hier gemeldet hatten, gesammelt. Seit wann sind Sie an Bord? Köhler: Ich bin hier seit dem Herbst 2017 tätig, seitdem in einer weiteren Projektphase das Personal aufgestockt wurde. Noch im Herbst 2017 haben wir beschlossen, daß wir das aktiver gestalten müssen. Die Stiftungsarbeit hat ja, wenn wir die deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen betrachten, extrem spät begonnen. Für die Zeitzeugenarbeit im Grunde viel zu spät. Wir haben deshalb mehrere Aufrufe zur Zusendung von Fluchtgeschichten gestartet, übrigens auch in der Sudetendeutschen Zeitung, die eine enorme Resonanz auslösten. Innerhalb von wenigen Wochen erhielten wir über 500 Fluchtberichte. Heute haben wir hier zugänglich rund 800 Berichte. Da steckt viel Arbeit darin, diese höchst unterschiedlichen Berichte einzuordnen und gegebenenfalls auf Nachfrage auch zu ergänzen, mit Fotos beispielsweise. Wozu dient das Archiv? Köhler: Das Zeitzeugenarchiv ist ein Angebot in zwei Richtungen. Einmal an die Menschen, die Flucht und Vertreibung noch erlebt haben, wo wir häufig zu hören bekommen: „Es sind keine Kinder oder Enkelkinder da, die sich dafür interessieren. Ich habe noch ein Fotoalbum, können Sie etwas damit anfangen? „Wir wollen anbieten, diesen kulturellen Erinnerungsspeicher, also das, was geschehen ist rund um Flucht und Vertreibung, aber auch das Ankommen, den Neuanfang, das Leben danach, wie blicken heute Menschen darauf, hier abzubilden und zu sammeln. Wir wollen den Erinnerungen einen würdigen Ort geben, auch wenn die betroffenen Menschen nicht mehr leben. Andererseits ist es auch ein Angebot an jene, die nach Informationen suchen und Material sammeln, ob es Familienforscher sind oder junge Wissenschaftler oder an einer Region Interessierte. Wir bieten hier mehr Material an, als in Büchern zu finden ist, verschlagworten Berichte, aber auch Fotos. Und können so über Personenund Ortsnamen Zugang zu persönlichen Berichten liefern. Welche anderen Archivalien fanden Eingang in Ihre Sammlungen?
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� Zur Person: Dr. Nils Köhler � Geboren 1971 in Springe (Deister) bei Hannover � 1992 bis 1998: Studium Mittlere, Neuere und Osteuropä-
ische Geschichte in Kiel � 1998 bis 2004 freier Mitarbeiter des NDR-Hörfunks � 2003 Dissertation über Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in der Lüneburger Heide � 2000 bis 2004 Mitarbeit bei Forschungsprojekten am Institut für Zeit- und Regionalgeschichte in Schleswig und an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg � Ab 2004 Leiter der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kamminke � 2014 bis 2017 Abteilungsleiter „Gedenkkultur und Bildung“ des Volksbundes in Kassel � Seit 2017 Leiter des Bereichs Dokumentation & Forschung der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ Köhler: Es gibt da den sogenannten Altbestand der Stiftung Deutschlandhaus, dem vormaligen Nutzer des Gebäudes. Hier gab es eine Bibliothek. Davon haben wir einige tausend Bücher
nannte graue Literatur, zum Beispiel Ortschroniken, die nur in ganz kleiner Auflage erschienen sind, auf Heimattreffen verteilt oder verkauft wurden und die nie Eingang in eine öffentliche Bibliothek gefunden haben. Das sind wertvolle Quellen für die Regionalgeschichtsforschung und wurden im Deutschlandhaus gesammelt. Dann gab es noch einige KünstlernachErinnerungsbericht von Katharina Kurfürst, deren lässe, vor alSohn Horst die Erinnerungen illustrierte. lem von schlesischen Künstübernommen. Das ist zum einen lern. Und dann kann man die allgemeine landesgeschichtli- Arbeit der Stiftung Deutschche Literatur, die zwischen den landhaus seit 1974 vollumfäng1950er und 1990er Jahren er- lich nachvollziehen, die, einst in schienen ist, zum Beispiel über Leitz-Ordnern abgeheftet, nundas Sudetenland. Was aber ech- mehr erschlossen worden ist. te Perlen sind, das ist die sogeGibt es noch andere Quellen
� Film über den tschechischen Ausnahmesportler auf Platz 1 der Charts
Emil Zátopek läuft und siegt – auch im Kino Die Lebensgeschichte von Emil Zátopek, dem legendären Läufer, vierfachen GoldmedaillenGewinner und Unterzeichner des „Manifests der 2000 Worte“ während des Prager Frühlings, begeistert das tschechische Publikum. Seit Wochen ist der Film Nummer eins in den Kinos.
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ogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“, lautet ei-
ner der bekanntesten Sprüche des Ausnahmesportlers, dem man den Halbsatz „und Zátopek siegt“ anfügen kann. So steht noch immer sein Rekord, als er bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki innerhalb weniger Tage drei Gold-Medaillen gewann– über 5000 Meter, über 10 000 Meter und anschließend beim Marathon. Der Film von David Ondříček
mit Václav Neužil als Emil Zátopek wurde erstmals im August bei den Internationalen Filmfestspielen in Karlsbad gezeigt, wo er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Anschließend eroberte „Zátopek“ die Kinoleinwände in der gesamten Tschechischen Republik. Ob und wann der Film auch in die deutschen Kinos kommt, steht noch nicht fest.
24. Juli 1952: Bei den Olympischen Spielen in Helsinki gewinnt Zátopek über 5000 Meter vor dem Franzosen Alain Mimoun und dem Deutschen Herbert Schade die Goldmedaille. Foto: Wikipedia
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TERMINE . AKTUELL
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10.9.2021
Requiem am 16. September in München
Abschied von Franz Pany
Mit einer würdigen Beerdigung haben am Donnerstag, 2. September, auf dem Pasinger Friedhof Familie, Freunde und Weggefährten Abschied von Franz Pany genommen. Der vormalige Landesobmann der SL-Bayern, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung war nach langer schwerer Krankheit am 27. August verstorben.
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Auf dem Pasinger Friedhof hat Franz Pany seine letzte Ruhe gefunden.
Foto: Miksch
er ehemalige Landtagspräsident und Altsprecher Johann Böhm betonte in seiner Trauerrede seine enge Verbundenheit und die stets gute Zusammenarbeit mit dem Verstorbenen in seiner Amtszeit als Sprecher und Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung.
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft gestaltet am Donnerstag, 16. September, 11.00 Uhr in der St.-Michael-Kirche (Neuhauser Straße 6, 80333 München) ein Requiem für den Verstorbenen und lädt dazu herzlich ein. Für alle Teilnehmer gilt die 3G-Regelung. Den feierlichen Gottesdienst zelebrieren: Monsignore Karl Wuchterl, Ehrenvorsitzender des Sudetendeutschen Priesterwerks, und Monsignore Dieter Olbrich, Präses der sudetendeutschen Katholiken. Fahnenabordnungen sind ausdrücklich erwünscht. Im Anschluß an den Gottesdienst wird der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, eine kurze Traueransprache halten.
Klaus-Zernack-Colloqium
Frauen als Vorkämpfer
Das vierte Klaus-Zernack-Colloquium steht am Donnerstag, 23. September, 18 Uhr, unter dem Motto „Frauen als Vorkämpferinnen sozialer Gerechtigkeit?“
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m Mittelpunkt der Online-Veranstaltung stehen zwei Frauen, die sich, jede auf ihre Art, für die Gleichbehandlung und für die Rechte der Frauen eingesetzt haben: Agnes Wabnitz und Rosa Luxemburg. Anmeldung: https://us06web.zoom.us/ webinar/register/WN_Jw3tqyuNQiKkyySNZlHzZA
VERANSTALTUNGSKALENDER Freitag, 10. September, 16.00 Uhr, SL-Ortsgruppe Warmensteinach: Gedenkfeier anläßlich 50 Jahre Gustav-LeuteltGedenkstein am Gedenkstein. Anschließend Stehempfang im Freizeithaus, Oberwarmensteinacher Straße 420, und Gelegenheit zum Besuch des Fichtelgebirge-Glasmuseums. Samstag, 11. September, 14.30 Uhr, SL-Ortsgruppe Stuttgart-Weilimdorf: Jahreshauptversammlung. Haus der Begegnung, Giebelstraße 14, 70499 Stuttgart. Anmeldung: Kreisobfrau Waltraud Illner, Telefon (07 11) 86 32 58, eMail illner@ sudeten-bw.de Samstag, 11. September, 10.00 Uhr, SL-Landesgruppe Hessen: Landesversammlung. Haus der Heimat, Großer Saal, Friedrichstraße 35, Wiesbaden. Tagesordnung: Wahl des gesamten Landesvorstands.
Samstag, 11. September, 15.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Krefeld. Versammlung. Restaurant Lus Bell, Nieper Straße 242, Krefeld. Sonntag, 12. September, 10.30 Uhr, Heimatverband der Falkenauer: 34. Bundestreffen. Oberpfalzhalle, Schwimmbadstraße 4, Schwandorf. Die Heimatstube (Brau-hausgasse) ist von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Sonntag, 12. September, 15.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Kassel: Gedenkveranstaltung „Flucht, Vertreibung, Deportation“. Kassel, Hauptfriedhof (Nähe Eingang Heckershäuser Straße), Anmeldung: Dietmar Pfütz, Obmann SL Kassel, Telefon: (05 61) 51 43 59. Donnerstag, 16. September, 11.00 Uhr, SL-Bundesverband: Requiem für Franz Pany. St.-Michael-Kirche, Neuhauser
Großes Programm am 26. September
Tag der offenen Tür zum HDO-Jubiläum Sonntag, 26. September, 11.00 bis 19.00 Uhr. Tag der offenen Tür im Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, München. Die zentrale Festveranstaltung des Jubiläumsjahres mußte im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden, jetzt wird das 50jährige Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür nachgeholt. Beim Zutritt ins HDO gilt die 3G-Regel, außerdem besteht Maskenpflicht. Das Programm: 11.00 bis 19.00 Uhr: Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir? Zu Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa“ (keine Anmeldung nötig). 12.00 und 13.30 Uhr: Führungen durch die Ausstellung mit Prof. Dr. Andreas Otto Weber und Lilia Antipow (Anmeldung nötig). 14.30 Uhr: Gespräch in der Ausstellung mit Renate BeckHartmann, Maria Schefner und Lukas Moj (Anmeldung nötig). 11.00 bis 15.30 Uhr: Bibliothek des Hauses des Deutschen Ostens – Anmeldung, Ausleihe und Informationen (keine Anmeldung nötig
ab 11 Uhr: Gaststätte „Zum alten Bezirksamt“ (keine Anmeldung nötig). 11.00 bis 15.30 Uhr: Handwerkliche Vorführungen und Handwerksmarkt (keine Anmeldung nötig). 11.00 bis 15.30 Uhr: Bücherflohmarkt zu Gunsten des Vereins der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens e.V. (keine Anmeldung nötig). Lesungen aus Werken deutschsprachiger Autoren aus dem östlichen Europa (Anmeldung nötig): 12.00 Uhr mit Prof. Dr. Andreas Otto Weber, 12.45 Uhr mit Dr. Enikő Dácz, 13.30 Uhr mit Lilia Antipow, 14.15 Uhr mit PD Dr. Heinz Starkulla, 15.00 Uhr mit Dr. Zuzana Jürgens. 16.30 bis 19.00 Uhr: Festakt mit Konzert „Crossing Life Lines“ und Gespräch mit Mulo Francel und Philipp Schiepek (Anmeldung nötig), Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 81669 München Anmeldung: Telefon (0 89) 4 49 99 30 oder eMail poststelle@hdo.bayern.de
Straße 6, München (siehe oben). Donnerstag, 16. September, 10.30 Uhr, SL-Kreisgruppe Augsburg-Land: Kreisdelegiertenversammlung. Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München. Ehrengäste: Schirmherrschaftsministerin Carolina Trautner, Schwabens Bezirkstagspräsident Martin Sailer und Schwabens BdV-Bezirksvorsitzender MdL Andreas Jäckel. Es wird ein Bus eingesetzt, der über Meitingen, Gersthofen, Königsbrunn, Bobingen, Wehringen und Klosterlechfeld nach München fährt. Anmeldung bei Kreisobmann Kurt Aue, Telefon (08 21) 8 85 37 56, eMail sudetenaue@koenigsau.de Samstag, 18. September 9.00 Uhr, SL KG Roth-Schwabach, Denkmalrundfahrt (mit Bus) zu den Vertriebenendenkmälern im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach: Beginn in Schwabach, Am Vogelherd. Auskunft und Anmeldung bei Kreisobmann Dieter Heller, Telefon (0 91 71) 6 00 85. Samstag, 18. September, 10.00 Uhr, SL-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen: Landesversammlung mit Neuwahlen des Landesvorstands. GerhartHauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Samstag, 18. September, 13.00 Uhr, Heimatkreis Budweis: Jahrestreffen. Hotel-Gasthof Soller, Bahnhofstraße 1, Ismaning. Anmeldung: Heimatkreisbetreuer Josef Sailer, Telefon (0 82 91) 6 88. Samstag, 18. bis Sonntag, 19. September, Heimatbezirksgruppe Wigstadtl: Heimatreffen der Wigstadtler aus Stadt und Bezirk in der „heimlichen Patenstadt“ Göppingen. Samstag, 18.00 Uhr: Totengedenken in den Mörike-Anlagen mit anschließendem Beisammensein der Teilnehmer im Gasthof „Hirschkeller“. Sonntag, Haupttag des Treffens. Gasthof Hirschkeller in Göppingen-Jebenhausen, Wasenstraße 15. 10.00 Uhr: katholische Wortgottesfeier. 11.00 Uhr: offizielle Eröffnung mit Ansprachen. Informationen unter www.troppau-opava.de Samstag, 18. bis Sonntag, 19. September, Adalbert Stifter Verein: Böhmerwaldseminar – Tagung zu den deutschtschechischen Beziehungen. Jesuitenkolleg in Klattau. Themen: Kollektive Gewalt während der NS-Herrschaft in Böhmen und in der Zeit der Vertreibung sowie die Wiederbesiedlung der Grenzgebiete. Podiumsgespräch mit dem Künstler Lukáš Houdek. Anmeldung: www.stifterverein.de Sonntag, 19. September, 11.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Stutt-
gart: Gedenkveranstaltung „Vertreibungen und Deportation ächten – Völkerverständigung fördern“. Mahnmal im Kurpark Bad Cannstatt. 14.00 Uhr: Volkstumsnachmittag in der Liederhalle, Berliner Platz 1-3; Festrede: Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper. Anmeldung: Kreisobfrau Waltraud Illner, Telefon (07 11) 86 32 58, eMail illner@sudeten-bw.de Mittwoch, 22. September, SL-Kreisgruppe Stuttgart: Ausflug und Fahrt mit dem Apfelzügle. Abfahrt in Giebel (8.30 Uhr) und am Bahnhof in Stuttgart-Feuerbach (8.45 Uhr). Anmeldung: Kreisobfrau Waltraud Illner, Telefon (07 11) 86 32 58, eMail illner@sudeten-bw.de Freitag, 24. September, 10.00 Uhr, SL-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen: Landesfrauentagung mit Neuwahlen des Landesvorstands. GerhartHauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf. Samstag, 25. September, 10.00 Uhr, SL-Bezirksgruppe Oberfranken: Jahreshauptversammlung mit MdB Martin Schöffel und Landrat Peter Berek im Egerlandhaus in Marktredwitz. Sonntag, 26. September, 14.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Stuttgart und die Heimatgliederungen Altvater Runde Stuttgart, Alte Heimat – Kuhländchen, Böhmerwaldgruppe Stuttgart, Gemeinschaft der Wischauer: „Sudetendeutscher Kulturtag 2021“. Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, Großer Saal, Schloßstraße 92, Stuttgart. Anmeldung: Kreisobfrau Waltraud Illner, Telefon (07 11) 86 32 58, eMail illner@sudeten-bw.de Freitag, 8. Oktober, 14.30 Uhr, SL KG Roth-Schwabach Kreishauptversammlung. Restaurant-Cafe Waldblick, Ostring 28, Roth. Sonntag, 10. Oktober, 14.30 Uhr, BdV-Kreisverband Limburg-Weilburg: Tag der Heimat. Bürgerhaus, Hauptstraße 19, Weilmünster. Festredner: Bürgermeister a.D. Hans-Peter Schick. Sonntag, 10. Oktober, 17.00 Uhr, SL-Kreisgruppe Stuttgart und SL-Ortsgruppe Stuttgart-Weilimdorf: Europäisches Volksmusikkonzert. Stadthalle Korntal, Martin-Luther-Straße 32, Korntal-Münchingen. Anmeldung: Kreisobfrau Waltraud Illner, Telefon (07 11) 86 32 58, eMail illner@sudeten-bw.de Samstag, 16. Oktober, 14.30 Uhr, SL OG Roth, Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen. Restaurant-Cafe Waldblick, Ostring 28, Roth
Online-Seminar: 20 Jahre „Nine Eleven“ Dienstag, 14. September, 18.00 bis 20.00 Uhr: Online-Seminar: „20 Jahre ,Nine Eleven‘ – Gespräch mit dem Orientalisten und Historiker Matthias Hofmann“. Veranstaltung für Multiplikatoren und historisch-politisch Interessierte, Als am 11. September 2001 zwei Passagiermaschinen mutwillig von Terroristen in das New Yorker World Trade Center gesteuert wurden, begann mit einem großen Knall eine neue weltgeschichtliche Epoche, das Zeitalter des Anti-Terror-Kampfes. Das letzte Jahrzehnt – die 1990er Jahre – war durch die Beendigung des Kalten Krieges und den damit verbundenen Aufbruch in ein friedlicheres Miteinander geprägt, auch wenn es in vielen Gebieten des ehemaligen Warschauer Paktes zu brutalen Revolutionen und Unabhängigkeitsbewegungen gekommen war. In den folgenden Monaten und Jahren erweiterte sich der militärische Bewegungshorizont der USA auch um die direkte Einflußsphäre von Rußland und sogar bis an die Grenzen der Volksrepublik China. Anmeldung und weitere Informationen unter eMail info@heiligenhof.de Heiligenhof · Alte Euerdorfer Straße 1 · 97688 Bad Kissingen Telefax (09 71) 71 47 47 info@heiligenhof.de · www.heiligenhof.de
Doppeltes Dienstjubiläum auf dem Heiligenhof
Seltenes Doppel-Dienstjubiläum in der Sudetendeutschen Heimstätte „Der Heiligenhof“. Petra Schneider, heutige Hauswirtschaftsleiterin, begann am 1. September 1991 ihre Ausbildung. Ruth Kirchner, damals Keßler, heutige Verwaltungsmitarbeiterin, hatte zuvor schon ihre Ausbildung als Bürokauffrau beendet und begann ihr erstes und bis heute einziges Arbeitsverhältnis. Beide Mitarbeiterinnen wurden seinerzeit von Traudl Kukuk als Hausleiterin und Erich Kukuk als Direktor eingestellt und sind jetzt seit 30 Jahren auf dem Heiligenhof im Einsatz. Während Petra Schneider durchgehend tätig war, hatte Ruth Kirchner einen dreijährigen Erziehungsurlaub. Damit sind Petra Schneider und Ruth Kirchner die dienstältesten Mitarbeiter des Heiligenhofs und können als Rekordhalter noch Traudl und Erich Kukuk sowie Lilo Zurek, die vormalige Hauswirtschaftsleiterin, an Dienstjahren überholen. Steffen Hörtler, heutiger Direktor der Einrichtung, gratulierte mit je einem Blumenstrauß und einem Präsent zum Jubiläum und bedankte sich für die langjährige und treue Mitarbeit. Hörtler: „Durch und mit solch fleißigen Mitarbeiterinnen ist der Heiligenhof stetig gewachsen, ohne den freundschaftlichen Kontakt zu den Gästen zu verlieren, gekennzeichnet vom umsichtigen Kümmern. Sie sind Vorbilder für alle im Haus tätigen Personen. Ihnen einen herzlichen Dank!“
AKTUELL
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10.9.2021
5 Mut tut gut
Einsam, aber würdig Bernd Posselt und MdB Stephan Mayer, der in Waldkraiburg seinen Wahlkreis hat.
Die Egerländer Trachtenkapelle Waldkraiburg unter der Leitung von Anton Lenhart sorgte für die musikalische Umrahmung der feierlichen Verleihung des Ehrenbriefs der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Fotos: Hildegard Schuster
Leonhard „Hardi“ Schleich und sein Nachfolger als Ortobmann, Andreas Pawel.
Ehrenbrief-Verleihung durch den Sprecher der Sudetendeutschen Volkgsgruppe in Waldkraiburg
Hans Pieke – ein umfassender und im übertragenen Sinn großer Baumeister
In Anwesenheit politischer Prominenz hat am Samstag in Waldkraiburg Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Landsmann Hans Pieke für desssen Verdienste um die sudetendeutschen Anliegen den Ehrenbrief verliehen – die höchste Auszeichnung, die die Landsmannschaft nach dem Karls-Preis vergibt.
M
it Hans Pieke, Vorstandsvorsitzender des Vereins Heimwerk – Adalbert Stifter Seniorenwohnen, wurde eine höchstverdiente Persönlichkeit ausgezeichnet, die sich seit Jahrzehnten mit großem ehrenamtlichen Engagement
Seine beruflichen Stationen führten Hans Pieke von der Großwerft Bremer Vulkan in Bremen, den Jenaer Glaswerken Schott in Mainz und Schott in Zwiesel, der Loher AG in Ruhstorf an der Rott Richtung Waldkraiburg zur Gießerei EMG, die er mit aufgebaut habe. Nach der Wende habe er auch, um den Wiederaufbau und die Umstrukturierung eines Elektromaschinenwerks in Dresden entsprechend mit zu gewährleisten, eine weitere Herausforderung in den neuen Bundesländern angenommen. Vor rund 15 Jahren, mit Beginn seines wohlverdienten Ruhestands, konnte er als Experte für Wirtschaftsfragen für das Adalbert Stifter Seniorenwohnen in
Wohnheim sei nicht nur ein Heim, es sei ein Zentrum der Kultur, der Kulinarik, weit über ein übliches Heim hinaus. Hans Pieke kocht und ißt hervorragend. Seine wirtschaftliche Begabung: Wenn Pieke etwas anfasse, dann werde es zu Gold, so Posselt. Pieke sei ein Mann, der in den unterschiedlichen
vativ. Diese Zukunftsorientiertheit ließe ihn jung bleiben. Der Geehrte dankte in sehr persönlichen Worten für die Auszeichnung und ließ einige seiner beruflichen Stationen Revue passieren. „Erfolg ist nie eine Ein-Mann-Show, das ist immer eine Gemeinschaftsaufgabe“ so
Hans Pieke (Vierter von rechts) und die Gratulanten: SL-Kreisobmann Dr. Wolfgang Theissig, Vize-Landrätin Ilse Preisinger-Sontag, Ortsobmann Andreas Pawel, Volksgruppensprecher Bernd Posselt, Urd Rothe, Parlamentarischer Staatssekretär Stephan Mayer, Bürgermeister Robert Pötzsch und Hubert Forster, Heimleiter Adalbert Stifter Seniorenwohnen. den sudetendeutschen Anliegen verschrieben hat. Heimleiter Hubert Forster lobte Pieke in seiner Begrüßungsrede für seine Empathie und überragende Menschlichkeit und brachte mit einem Zitat von Rosa Luxemburg seine Wertschätzung zum Ausdruck: „Menschsein ist von allem die Hauptsache. Und das heißt fest und klar und heiter sein. Ja, heiter trotz alledem, denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche. Menschsein heißt, sein ganzes Leben auf die schicksalsgroße Waage freudig hinwerfen, wenn es sein muß, sich zugleich aber an jedem hellen Tag und jeder schönen Wolke sich freuen.“ Bürgermeister Robert Pötzsch überbrachte die Glückwünsche der Stadt und betonte die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Hans Pieke, der mit dem Projekt „Adalbert Stifter Seniorenwohnen 2“ derzeit die größte Baustelle in Waldkraiburg betreut. Er freue sich darauf, so der Bürgermeister, diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzusetzen. Auch Innenstaatssekretär und Bundeswahlkreisabgeordneter Stephan Mayer lobte das großartige Engagement Piekes. In seinem Grußwort zeichnete er den Lebensweg des 1938 in Böhmisch Leipa geborenen Preisträgers nach, der 1945 mit Mutter, Großmutter, Tante und Schwester vertrieben wurde und zunächst in Darlingerode in Sachsen-Anhalt eine neue Heimat fand.
Waldkraiburg gewonnen werden. Aus der anfänglichen Tätigkeit von zwei, drei Tagen im Monat sei eine Vollzeittätigkeit mit bis zu zwölf Arbeitsstunden täglich geworden. „Sie sind der der große Motor des Seniorenwohnheims. Das Adalbert Stifter Seniorenwohnrn hätte sich nicht so entwickelt, wenn Sie sich nicht so engagiert, so umsichtig, so professionell in den letzten eineinhalb Jahrzehnten darum bemüht hätten“, so der Staatssekretär in seinen Dankesworten. In seinen Dank bezog er Piekes Lebensgefährtin Urd Rothe mit ein. Symbolisch stünden Rothe und Pieke mit ihrem großartigen Wirken für ehrenamtliches Engagement in der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die schwerpunktmäßig vom Ehrenamt getragen werde. Sprecher Bernd Posselt würdigte in seiner Laudatio die Lebensleistung seines Landsmannes mit den Worten, Pieke sei „im umfassenden und auch im übertragenen Sinn ein großer Baumeister“. Und Bauten bräuchten Fundamente und Ecksteine. Das Werk von Hans Pieke habe vier dieser Ecksteine, für die er ausgezeichnet werde. Seine Liebe zur Heimat und zur Volksgruppe: Er habe sein ganzes Leben der Sudetendeutschen Volksgruppe gewidmet und ihr von Kindheit an die Treue gehalten. Seine typisch böhmische Liebe zur guten Küche: Das Adalbert-Stifter-
Berufen, in den unterschiedlichen Branchen wirtschaftlich Herausragendes geleistet habe. Man sehe dies an seinen großen Sanierungs-, Ausbau- und Weiterbauerfolgen im bisherigen AdalbertStifter-Heim, das auch gerade durch seine Arbeit zu dem Schmuckstück geworden sei, das es heute ist. Seine Zukunftsgewandtheit: Hans Pieke sei geschichtsbewußt, ein Mann, der auf seine Leistungen stolz zurückblicken könne, aber er schaue nicht zurück. Er schaue nach vorne. Er sei berühmt für kühne Pläne, die er auch in die Tat umsetzen würde. Was in Waldkraiburg in Gestalt des Adalbert-Stifter-2-Bereiches entstehen würde, sowohl an neuem Wohnraum als auch das neue Adalbert-Stifter-Heim, sei inno-
Pieke. Stellvertretend für die Mitarbeiter im Haus Adalbert Stifter Seniorenwohnen dankte er Heimleiter Hubert Forster, er sei die Seele des Hauses. Das Durchschnittsalter in Haus betrage 89 Jahre. „Diesen Menschen können wir Wohlfühlen vermitteln.“ Er, Pieke, fühle sich wohl in Waldkraiburg, auch weil er sich angenommen fühle. „Mein schönstes Erlebnis an den Werktagen ist, wenn ich morgens ins Haus gehe und wenn dann einer von unseren Senioren sagt „,Schön, daß Sie da sind.‘ Das ist das höchste Lob, das man bekommen kann.“ Mit Stolz könne er sagen: „Wir haben eine beispielhafte Organisation, weil wir beispielhafte Mitarbeiter haben.“ Hildegard Schuster
A
m 14. September feiert die Katholische Kirche das Fest Kreuzerhöhung. Damit erinnert sie an ein Ereignis im Jahr 335 in Jerusalem. Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, hatte einige Jahre vorher Reste des Kreuzes Christi gefunden. Am 13. September 335 wurde an der Fundstelle eine große Kirche eingeweiht. Tags darauf wurde den zahlreichen Pilgern das Kreuz gezeigt und zur Verehrung dargeboten. So kommt es zu diesem Festtag am 14. September. Das Ereignis aus der christlichen Antike hat für mich heute, da ich diese Zeilen schreibe, einen fernen Widerhall. Dazu muß ich etwas ausholen. Ich mache gerade wieder einmal Urlaub im Braunauer Ländchen. Hier habe ich in den letzten Jahren viele Wanderungen unternommen, die mich diese zauberhafte Gegend an der Grenze zwischen Ostböhmen und dem Glatzer Land mittlerweile gut kennenlernen ließen. Aber immer entdecke ich Neues. So war ich bisher noch nie in Schönau gewesen. Einst war das eine stolze Ortschaft mit weit mehr als 1000 Einwohnern, doch von der einstigen Größe ist kaum etwas geblieben. Nicht wenige Häuser sind seit der Vertreibung ihrer ehemaligen Bewohner verwüstet. Das früher stolze Pfarrhaus ist eine Ruine. Die schöne Dientzenhofer-Kirche thront zwar wie eh und je über dem Dorf und der Landschaft, doch hat auch sie ihre besseren Zeiten weit hinter sich. Immerhin hat das Gotteshaus ein neues Dach, welches verhindert, daß es ebenfalls zur Ruine wird. Wandernd versuchte ich heute, von Schönau aus einen für mich noch unbekannten Teil des Braunauer Ländchens zu erkunden. Von den Lichtungen der Waldhänge des Heidelgebirges, zu dessen Füßen das Dorf liegt, ergaben sich an diesem schönen spätsommerlichen Tag wunderbare Ausblicke auf das Heuscheuergebirge und die Braunauer Wände. Die Stadt Braunau mit ihrer prächtigen Klosteranlage schob sich ebenfalls an vielen Stellen ins Blickfeld. Dazwischen Weiden mit Schafen und Kühen und abgeerntete Felder. Mit meinem Wandergefährten war ich bereits wieder auf dem Weg zum Dorf zurück. „Da muß noch eine kleine Kapelle kommen“, sagte er mit kundigem Blick auf die Landkarte. Kaum hatte er es ausgesprochen, tauchte sie auf. Zu unserer Überraschung war sie in bescheidener Weise renoviert. Und nun der ferne Widerhall zur Kreuzerhöhung im Jahr 335. Neugierig schauten wir durch das Metallgitter in das Innere der Kapelle. Zu meiner Überraschung war dort nichts anderes zu sehen als ein großes Holzkreuz an der Stirnwand und auf dem Boden davor einige Plastikblumen in einer Vase und abgebrannte Kerzen. Eigentlich hätte ich mir mehr erwartet: Bilder, Statuen, einen Altar. Doch war ich auch berührt. In dieser kleinen Kapelle am Rande eines durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung überaus verwundeten Dorfes steht einsam, aber würdig das Kreuz als symbolische Dominante unseres christlichen Glaubens: Denkmal der unauslöschlichen Liebe Gottes. Möge das Fest der Kreuzerhöhung wie auch die Begegnung mit manchem Kreuz auf unseren Wegen tatsächlich ein „Denkmal“ sein – eine Hilfe zum dankbaren Nachdenken. Dr. Martin Leitgöb CSsR Seelsorger der Pfarrei Ellwangen-Schönenberg
6
FORUM
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10. 9. 2021
PERSONALIEN Franz-Joseph-Ritter-von-Gerstner-Medaille
Heimatforscher Fritz Pfaffl
Die 600jährige Lipnitzer Bibel gastiert in der Prager Nationalbibliothek.
Prager Nationalbibliothek
Lipnitzer Bibel Bis 15. September zeigt die Nationalbibliothek in Prag die Bibel von Lipnice alias Lipnitz an der Sasau, die aus dem späten Mittelalter stammt.
D
ie Handschrift entstand vor 600 Jahren in Lipnitz bei Deutschbrod. Sie ist als Leihgabe des Bibel-Museums in Washington im Spiegelsaal des Klementinums ausgestellt.
Experten zufolge spiegelt die wertvolle Handschrift aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die unruhigen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit wider und wirft so manche Fragen auf. Für mehrere Jahrhunderte war sie nämlich verschollen. Die Ausstellung informiert die Besucher über die Herkunft der Bibel. Zudem kann man eine digitale Version des Buches durchblättern.
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Gesellschaft oder die Gemmologische Gesellschaft Österreichs aufgenommen. 1979 heiratete er Karin, die ihn bis heute verständnisvoll und tatkräftig unterstützt. Pfaffl besuchte Forschungsgebiete im Inund Ausland und sammelte viele Fundstücke für seine große Mineraliensammlung. Die Forschungsreisen führten ihn nach Asien sowie nach Süd- und Mittelamerika. Bei internationalen Geologenkongressen trat er mit Fachgelehrten aus aller Welt in Kontakt. Sein Schwerpunkt aber war die Erforschung des Bayerischen Waldes mit seiner Geologie, den Mineralien, den Steinbrüchen, Ziegeleien, Böden und Torflagen. Besonders erforschte und kartierte Fritz Pfaffl den Pfahl und die rund 30 Nebenpfäh-
schaft in der Mineralogical Society of America 2019 ergänzen läßt. Seit 1966 ist Fritz Pfaffl ununterbrochen als Amtsträger der Sudetendeutschen Landsmannschaft im Kreisverband Regen/Viechtach in verschiedenen Funktionen wie Ortsobmann, Kreisgeschäftsführer oder Kreisobmann tätig. Diese 53jährige aktive Mitgliedschaft wurde durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande gewürdigt. Die Ortsgruppe Zwiesel verlieh ihm das Große Ehrenzeichen und die Verdienstmedaille in Bronze und Silber“, schloß Kaunzner. In seiner Rede berichtete Wolf-Dieter Hamperl, daß die Sudetendeutsche Landsmannschaft 1975 in Erinnerung an die bedeutenden wissenschaftlichen
te er sich seinen Lebensunterhalt. 1781 setzte Gerstner in Wien seine Studien der Medizin und der Astronomie fort. 1784 wurde er in die Gelehrte Gesellschaft in Prag als Mitglied aufgenommen. Seine Erfindungen in der Hochofentechnik der Hüttenwerke in Böhmen, Mähren, Schlesien, in der Steiermark, in Kärnten und in Ungarn sprachen sich bald herum. Seine historisch herausragende Leistung war jedoch alter Kaunzner aus Viechdas von ihm 1806 gegründete Potach begrüßte zu dieser Feilytechnische Institut in Prag, die erstunde besonders SL-Bundeserste Technische Hochschule auf kulturreferent Wolf-Dieter Hamdeutschem Boden.“ perl. Kaunzner übernahm die 1932 wurde Gerstner in seiner ehrenvolle Aufgabe, den LebensGeburtsstadt Komotau ein Denkweg von Fritz Pfaffl nachzuzeichmal errichtet, das 1945, nach dem nen. Ende des Zweiten Weltkriegs „Der renommierte Geologe und während der Vertreibung und Mineraloge wurde am 21. der Deutschen gesprengt wurJuni 1942 in Zwiesel geboren. de. Die Tschechoslowakei ehrAufgewachsen ist Fritz Pfaffl te ihn nachträglich 1957 mit am Stromerhof bei Deffernik der Herausgabe einer Sonderin der Gemeinde Böhmisch Eibriefmarke und 2004 mit einer senstein. 1946 wurde die FamiSondermünze. lie Pfaffl aus ihrer Heimat verAnschließend überreichtrieben. Die Volksschulausbilte Wolf-Dieter Hamperl die dung erfolgte in Ludwigsthal Verdienstmedaille an den reund Zwiesel, den Realschulabnommierten Wissenschaftler schluß machte der junge Fritz mit den Worten: „In die bishePfaffl in Regen. rigen Preisträger dieser Me1961 trat er in die Bayerische daille reiht sich heute ProfesFinanzverwaltung ein und arsor Fritz Pfaffl ein. Er erhält beitete als Vermessungsbefür seine wissenschaftlichen amter bei der BodenertragsErforschungen der Geologie wertermittlung in Zwiesel. Das und Mineralogie des Bayerikam ihm im Hinblick auf seine schen Waldes und des dortiwissenschaftliche Ausrichtung gen Pfahls die Franz-Josephauf dem Gebiet der MineraloRitter-von-Gerstner-Medaille. gie und Geologie sehr zuguHerzlichen Glückwunsch.“ te. Bereits als Schüler wurde Dr. Wolf-Dieter Hamperl, die Ritter-von-Gerstner-Urkunde und -Medaille, Fritz „Ich bedanke mich für die sein Interesse für diese Gebie- und Karin Pfaffl sowie Laudator Dr. Walter Kaunzner. große Ehre, daß ich die Verte von fach- und sachkundigen dienstmedaille Ritter von Pädagogen bestärkt. le. Seine Erstbeschreibung des Leistungen des Landsmannes Gerstner bekommen durfte“, Fritz Pfaffl veröffentlichte 1961 Rundlinger Pfahls bei Cham er- Franz Joseph Ritter von Gerst- sagte Fritz Pfaffl. Er erzählte Geeine Abhandlung über die Mine- regte großes wissenschaftliches ner (1756–1832) eine nach ihm schichten über sein Leben und ralien am Hennenkobel mit sei- Interesse. benannte Medaille gestiftet ha- vor allem über seine Herkunft. nem unterirdischen See und Bereits 1975 gründete der be. Der Preis sei bisher nur an Seine Vorfahren stammten aus sorgte damit für Aufmerksam- Geologe den Naturkundlichen 54 Menschen verliehen worden. der Steiermark und aus dem niekeit bei Professor Hugo Strunz Kreis Bayerischer Wald, für den Ferdinand Porsche habe 1976 derösterreichischen Weinvieran der Technischen Universität er seit 1981 als Schriftleiter die als Erster die Medaille erhalten. tel. Als Siedler gingen sie unter Berlin. Für Pfaffl bedeutete dies naturwissenschaftliche Zeit- 2003 sei der Physiker und Nobel- Kaiserin Maria Theresia in den den Startschuß für seine inten- schrift ,Der Bayerische Wald‘ preisträger Peter Grünberg Preis- Böhmerwald. „Nach der Vertreisive Weiterbildung auf dem Ge- herausgibt. Von 1995 bis 2003 träger gewesen. bung 1946 blieben meine Eltern biet der Mineralogie und Geo- war Fritz Pfaffl Präsident des Nur wenige Menschen wis- im Grunde Böhmerwäldler, aber logie. Dozenten des Gesteins- Dachverbandes der Naturwis- sen heute, wer Franz Joseph Rit- auch Altösterreicher“, erinnert kundlichen Instituts München senschaftlichen Vereinigungen ter von Gerstner war. Hamperl sich Fritz Pfaffl gerne. begleiteten ihn auf dem wissen- Deutschlands. Seitdem ist er Mit- erklärte, daß Gerstner am 23. FeEin solch erfolgreiches Wirschaftlichen Weg seiner eigentli- glied des erweiterten Vorstandes bruar 1756 in Komotau zur Welt ken bleibt nicht ohne Ehrunchen Berufung und Lebensaufga- mit dem Aufgabenbereich ,Do- gekommen sei. „In der dortigen gen. Unter anderem erhielt Fritz be. kumentation und Geschichte der von Jesuiten geleiteten Lehran- Pfaffl 1988 die Verdienstmedaille Seine Forschungsergebnis- Naturwissenschaftlichen Vereine stalt erhielt er erste Einblicke in der Russischen Mineralogischen se publizierte er in mehr als 500 Mitteleuropas‘. wissenschaftliches Denken und Gesellschaft, 1996 das Ehrenzeiwissenschaftlichen AbhandlunDie Ernennung zum Ehren- Arbeiten. Er ging an die Karls- chen des Bayerischen Ministergen. Folgerichtig trat Pfaffl meh- mitglied und Professor der Öster- Universität in Prag, wo er neben präsidenten, 2008 das Bundesreren wissenschaftlichen Gesell- reichischen Gemmologischen den üblichen Lehrgegenständen verdienstkreuz am Bande und schaften bei oder wurde in ent- Gesellschaft im Jahr 2016 bedeu- auch noch Astronomie, höhere 2016 die Ehrenmitgliedschaft sprechende Institutionen wie die tet für Fritz Pfaffl eine besonde- Mathematik, Griechisch und He- und Professur der ÖsterreichiMineralogical Society of Ameri- re Auszeichnung, die sich mit der bräisch lernte. Durch Orgelspie- schen Gemmologischen Gesellca, die Deutsche Mineralogische Ehrung für 50jährige Mitglied- len und Privatunterricht verdien- schaft Wien. Anfang August wurde Fritz Pfaffl aus dem niederbayerischen Zwiesel für seine wissenschaftlichen Erforschungen der Geologie und Mineralogie des Bayerischen Waldes und des dortigen Pfahls mit der Franz-Joseph-Ritter-von-Gerstner-Medaille der SL geehrt. Die hohe und seltene Auszeichnung erhielt er aus der Hand des damaligen SL-Bundeskulturreferenten Wolf-Dieter Hamperl.
W
SL-Aktivistin aus dem Altvatergebiet
Emmi Langer † Am ersten August starb Emmi Langer, SL-Aktivistin aus Sternberg in der Heimatlandschaft Altvater, in einem Altersheim im oberfränkischen Creußen im 96. Lebensjahr.
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mmi war sehr liebenswürdig und fidel, vermochte jedoch ihren Standpunkt gut durchzusetzen. Sie war am 9. Dezember 1925 zur Welt gekommen. Umsorgt von den Eltern ist Emmi zusammen mit ihrer Schwester Grete in einer Bäckerei im nordmährischen Sternberg aufgewachsen. Sie wollte immer schick sein und wäre so gerne Modezeichnerin geworden. Ihre Meinung darüber: „Und dann kam dieser Hitler und hat alles zerstört. Unser Geselle mußte bald einrücken und ich landete in der Backstube.“ Sie konn-
te richtig zornig darüber werden. Das hat nicht allen gefallen. Sie sagte immer wieder: „Wenn Hitler nicht einmarschiert wäre, könnten wir heute noch zu Hause sein.“ Manche Landsleute faßten dies fast als Verrat auf. Emmis Vater wurde gleich beim Einmarsch der Russen im Keller seiner Bäckerei erschossen. Aber auch dies lastete sie Adolf Hitler an, ebenso die Vertreibung. Mit Mutter und Schwester strandete sie in der Nähe von Creußen, fand in Creußen Arbeit und dort schließlich eine Bleibe. Ein weiterer Schock war für Emmi und ihre Mutter, daß Grete heimlich nach Sternberg in die Heimat zurückfuhr und dort ih-
ren Jugendfreund heiratete. Das war um das Jahr 1970. Danach mußten die Angehörigen entweder eine weite Reise oder ein langes Telefonat machen, um Kontakt zu halten. Emmi war in Creußen gut integriert und engagierte sich in mehreren Vereinen. Oft traute man ihr manches nicht zu. Aber Emmi schaffte mit ihrer Frohnatur vieles. Für die Sudetendeutschen führte sie jahrzehntelang die Kasse und war immer zur Stelle. Nach einem Schwächeanfall mußte sie ins Altersheim – die Schwester war schon gestorben. Emmi hatte einen Betreuer, dessen Mutter auch aus dem Sudetenland war. Er war sehr geduldig. Sie kehrte so ger-
ne zum Essen in einem Restaurant ein, und dann sprang für ihn auch ein Mittagessen raus. Mancher neidete ihm dies. Aber daß er vorher seinen Schützling vier Stunden lang kostenlos begleitet hatte, das sahen die Neider nicht. Emmi liebte lackierte Fingernägel. Bis zum Schluß lackierte ihr Betreuer ihr die Fingernägel. Und noch etwas: Wegen des Bäckereigeschäftes konnte Emmi sehr gut Tschechisch. In ihren letzten Wochen verfiel sie immer mehr in diese Sprache. Ja, Emmi wollte heim. Die Coronazeit war schwer für die 95jährige Emmi Langer. Am 1. August schlief sie für immer ein. Angehörige hatte sie keine mehr. Doch die sudetendeutschen Freunde trauern um sie und gönnen ihr die Heimkehr. Margaretha Michel
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KULTUR
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10. 9. 2021
Gemeinsam mit der Heimatpflege der Sudetendeutschen veranstaltete der Freundeskreis Sudetendeutscher Mundarten am Heiligenhof bei Bad Kissingen eine Tagung über das Thema „Heimat – Identität – Mundart“ mit Vorträgen und Lesungen. Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Sudetendeutschen Stiftung, dem AdalbertStifter-Verein und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
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hristina Meinusch, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, hatte zur alljährlichen Mundarttagung der Sudetendeutschen nach Bad Kissingen eingeladen. Am Heiligenhof trafen sich nun doch Autoren und Interessierte, auch wenn die Begegnung wegen Corona erst Ende August und nicht wie üblich in März stattfinden konnte. Das Motto dieser Begegnung lautete: „Heimat–Identität–Mundart“. Bei dieser Tagung wurden auch Aufnahmen für das Projekt „Heimat im Ohr – Mundart im Netz“ gemacht. Eine große Neuerung war die Tatsache, daß die Tagung im Internet übertragen wurde. Nach der Begrüßung durch Ingrid Deistler, der Vorsitzenden des Freundeskreises Sudetendeutscher Mundarten führte die Heimatpflegerin in das Programm ein. Gleich am Anfang wurde es spannend. „So, jetzt darf jeder seine Hausarbeiten vortragen“, forderte Ingrid Deistler gleich. Ein „Limerick in Mundart“ war das Thema. Nach den einzelnen Darbietungen ging es zum Abendessen. Der anschließende Abend gehörte allen Mundartsprechern. Zuerst folgte aber eine Vorstellungsrunde der Teilnehmer und ihrer mundartlichen Arbeit. Ein Beispiel der AltvaterMundart trug Lorenz Loserth vor und als einen Ausschnitt aus seinem Werk „Die Geschichte der Kuh Lieselotte im Urlaub“. Mit der schönen Mundart und einem Glas Wein oder Bier ging der erste Seminartag zu Ende. Der zweite Tag bot eine Vortragsrunde und begann mit dem Vortrag über „Finite Verben in
Die Tagungsteilnehmer lauschen gespannt.
Bilder: Ingird Deistler (6), Christina Meinusch (1)
� 44. Treffen des Freundeskreises Sudetendeutscher Mundarten am Heiligenhof
Die Angel in der Hand
Bei der Tagung: Heimatpflegerin Christina Meinusch und die Referenten Dr. Mojmír Muzikant, Dr. Richard Rothenhagen und Eva Haupt. den Mundarten Mährens und Schlesiens“. Der Referent kam aus Brünn. Mojmír Muzikant ist emeritierter Lektor der dortigen Universität. Die Kuratorin im Sudetendeutschen Museum, Eva Haupt, brachte das Thema „Mundart
im Sudetendeutschen Museum“ nach Bad Kissingen. Zuerst stellte sie kurz das Sudetendeutsche Museum in München vor. Die Mundarten würden im Museum etwa in der Hörstation „Bräuche“ dargestellt. Interaktiv könne man durch die einzelnen Mundartge-
biete gehen und zu verschiedenen Bräuchen im Jahreslauf einzelne Mundartsprecher anhören. „In einer Präsentation eines Kaffeehauses kann man versuchen, bei einem Quiz einzelne Mundartgebiete zu erkennen“, erklärte Haupt. Der nächste Bereich, in
Ehrung für Ingrid Deistler fand 1978 statt. Die Teilnehmer waren die noch in der Heimat geborenen Sprecher, die zur Erfassung der sudetendeutschen Dialekte als eines wesentlichen Kulturgutes beitragen wollten. In der Mundarttagung 2008 wurde aus dem Kreis der langjährigen aktiven Mitglieder Ingrid Deistler zur neuen Vorsitzenden gewählt, um den Freundeskreis in die Zukunft zu führen und den Kontakt zwischen den Mundartfreunden zu halten. Zur Seite steht ihr seitdem Ingeborg Schweigl, die auch die alljährlichen Mund-
fil der Mundarttagungen. 2009 trat an Stelle des Rundbriefes „Der Mundartfreund“, eine von Deistler herausgegebene „Nachlese“ mit Texten und Bildern von den Mundarttagungen. Ein Faltblatt wurde gestaltet, das an Sudetendeutschen Tagen ausgelegt wird. Die Mundartfreunde haben ür ihre Verdienste um die unter Deistlers Leitung und auf langjährige, vielfältige und Anregung von Helmut Sprinz umfassende Pflege der sudeund Ingeborg Birke die „Max tendeutschen Mundarten und und Moritz“-Geschichten in ihdie herausragende Leitung des re Mundarten frei übersetzt. Bei Freundeskreises Sudetendeutder Mundarttagung wurden dascher Mundarten wird Ingrid von Aufnahmen gemacht. Deistler geehrt, die langjähAb 2012 beauftragte Ingrid rige Vorsitzende des FreunDeistler Franz Hanika, Tondeskreises Sudetendeutscher aufnahmen von den BeiträMundarten. Der Freundesgen an den Mundarttagunkreis wurde 1977 auf dem gen zu machen, um die mit Heiligenhof in Bad Kissinder Erlebnisgeneration weitgen mit dem Ziel gegrüngehend aussterbenden audet, Kenner und Liebhaber thentischen Mundarten für sudetendeutscher Mundarkommende Generationen ten zu einer losen Arbeitsgefestzuhalten. meinschaft zusammenzufas2019 wurde klar, daß sich sen, um für die Heimatstuder Freundeskreis Sudetenben, -museen und -archive deutscher Mundarten dahin neben dem dinglichen Kulentwickelt, daß kaum noch turgut auch entsprechende Teilnehmer bei den Mundartmundartliche Sammlungen tagungen auftraten, die eigein schriftlicher Form und/ ne Gedichte und Geschichoder auf Tonträgern zu erten schreiben. Auf Initiatistellen oder zu ergänzen; und Ingrid Deistler beim ST 2019. ve von Ingrid Deistler wurde diese Sammlungen auch dem Bild: Susanne Habel. ins Tagungsprogramm die zuständigen wissenschaftliSchreibwerkstatt unter Leichen Institut, nämlich dem „Su- artlesungen am Sudetendeut- tung von Etta Engelmann neu detendeutschen Wörterbuch“ schen Tag mitmoderiert. aufgenommen. Auf diese Weise in Gießen, zur Auswertung zu Seit ihrem Amtsantritt er- entstanden in den vergangenen überlassen. Die erste Mund- neuerte und erweiterte Ingrid zwei Jahren neue mundartliche arttagung des Freundeskreises Deist ler das inhaltliche Pro- Prosatexte und Gedichte.
Im Rahmen der Tagung wurde Ingrid Deistler mit der Dank urkunde der SL für ihre langjährige Arbeit für den Erhalt der Sudetendeutschen Mundarten geehrt. In ihrer Laudatio faßte Zuzana Finger die Jahre ihrer Vorstandschaft und ihre Erfolge zusammen.
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Ingrid Deistler gewann für die Mitwirkung im Freundeskreis Vertreter jüngerer Generationen, die gerne Mundart sprechen und vortragen oder wieder den Klang der Sprache ihrer Großeltern hören möchten. Seit Deitlers Anregung ist die Teilnahme der heimatverbliebenen sudetendeutschen Mundartsprecher und Fachreferenten aus der Tschechischen Republik von den Mundarttagungen nicht mehr wegzudenken. Neben der einzigartigen Gelegenheit, in den Tagungen eine breite Palette sudetendeutscher Mundarten sprechen und hören zu können, entwickelte Ingrid Deistler die wissenschaftliche Komponente zu einem festen Schwerpunkt der alljährlichen Treffen. Ingrid Deistler ist Egerländer Mundartsprecherin, Mundartschriftstellerin und Mundartsängerin. Ihre heimatliche Mundart hat sie auch ihren Kindern Gerald und Irmgard beigebracht, die zum aktiven Nachwuchs der sudetendeutschen Mundartsprecher gehören undmit dem SL-Förderpreis geehrt wurden. Alljährlich leitet Ingrid Deistler die Mundartlesungen an Sudetendeutschen Tagen und bereichert diese wichtige Veranstaltung der Sudetendeutschen Volksgruppe, die der Pflege immateriellen sudetendeutschen Kulturerbes dient.
dem Mundarten behandelt würden, sei in der Abteilung „Angekommen–angenommen?“. Die aus Wilhelmshaven an der Nordsee angereiste Zuzana Finger brachte eine positive Nachricht aus dem Norden mit: „Wer eine Mundart kann, ist stärker daheim“, sagte die ehemalige Heimatpflegerin. Die Redialektisierung der Hanse-Sprache sei ein interessantes Thema. Fingers Vortrag stellte die Region als „dialektales Rückzugsgebiet“ vor, wogegen mit Redialektisierung gekämpft werde. Ortsschilder in Ostfriesland seien beispielsweise zweisprachig, in deutsch und in Mundart. Die Touristen fänden das „sehr cool“. Das alles falle unter die „Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen.“ Die Maßnahmen, der in den drei Kapiteln angeführten Aktivitäten, müßten alle gemeinsam praktiziert werden. Ein Sprichwort bildete das Schlußwort des Vortrages: „Lege nicht die Angel aus der Hand, auch wenn kein Fisch anbeißt.“ Dieter Schaurich aus Kaufbeuren-Neugablonz stellte das Projekt „wir-noppern.de“ vor. Mit der Musikkapelle „Mauke die Band“ werde die „Paurische Mundart“ aus der Gablonzer Region auf sehr lebendige Art der Bevölkerung nähergebracht. Um die Zuschauerzahl bei den Konzerten und die Leserschaft der Zeitungskolumne „Nej suwos“ zu vergrößern, kam Schaurich mit einer Idee: Mit Videos die Artikel in der Paurischen Mundart in der „Allgäuer Zeitung“ zu ergänzen. Ergänzend werde ein Flugblatt ausgeteilt, und auch ein Videolehrgang über „Paurische Mundart“ sei geplant. Sogar die Kebab-Verkäufer sollten in der Zukunft angesprochen werden. Wäre es nicht schön, so etwas auch mal in der tschechischen Presse zu versuchen? Der Filmemacher Edwin Bude berichtete über seine eigenen Erfahrungen mit Identität, Mundart und Heimat. Budes Vorfahren stammen aus Lindewiese im Alt-
vatergebirge, und er ist auch der Macher von Sudeten-TV. Eine interessante Geschichte habe habe er als junger Mensch erlebt – wie Bude erzählte –, als er beim Fußballspielen mit bayerischen Buben zunächst als „Rucksackel-Deutscher“ beschimpft worden sei. „Sport und Musik verbindet“, resümierte Edwin Bude. Richard Rothenhagen, der aus dem Isergebirge stammt, berichtete zuerst über den „Atlas der Deutschen Mundarten in Böhmen und Mähren“, an dem er über viele Jahre für die Universtäten Brünn, Leipzig und Regensburg mitarbeitete. „Heimat ist ein dehnbarer Begriff, “ so Rothenhagen. Die Mundart könne man von der Heimat und der Familie nicht trennen. „Das alles ist Identität.“ Die heutige Mobilität der jungen Menschen in der ganzen Welt lasse die Mundarten nicht so überleben wie früher. Der Donnerstagabend gehörte Vorträgen der einzelnen Mundartsprecher. Richard Šulko
Ausblick Am letzten Tag der Mundarttagung stellte die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Christina Meinusch, die grundsätzliche Frage, wie die sudetendeutschen Mundarten in 50 Jahren sein würden. Man bildete drei Arbeitsgruppen, wobei sich auch die Online-Teilnehmer an der Diskussion beteiligten.
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ach einer einstündigen Besprechung wurden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Die Mundartsprecher stellten übereinstimmend fest, daß es die sudetendeutschen Mundarten in 50 Jahren geben werde, wenn auch wesentlich „flacher“ gegenüber ihrem früheren Status als Muttersprache. Voraussichtlich würden die Bezeichnungen für heimatliche Speisen erhalten bleiben, ebenso auch Elemente der familiären Umgangssprache, da sie zu den Merkmalen der sudetendeutschen Abstammung gehören. Auf jeden Fall sei es wichtig, die Mundarten als Audio- und Videoaufnahmen für die nachfolgenden Generationen festzuhalten. Der Freundeskreis sudetendeutscher Mundarten wird in Zusammenarbeit mit der Heimatpflege der Sudetendeutschen auch künftig ein wichtiger Anlaufpunkt für mundartinteressierte junge Sudetendeutsche bleiben und seine wichtige Rolle der Erhaltung und Weitergabe der heimatlichen Ausdrucksweise wahrnehmen. Zuzana Finger
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KULTUR
Neues Gerät im Einsatz: Ein Stativ mit Flaschenzug ermöglicht das Wiederaufstellen einiger umgestürzter Grabsteine.
„Wiedersehen“ als Inschrift findet sich auf außergewöhnlich vielen Grabsteinen auf dem Friedhof in Merkelsdorf. Bilder: Barbora Větrovská (6), Erik Buchholz (2)
Eine Gruppe von Freiwilligen hat unter Leitung des tschechischen Denkmalschutzvereins Omnium kürzlich wieder Grä ber auf böhmischen Friedhöfen und dortige sakrale Denkmale vor dem kompletten Verfall gerettet.
� Arbeitseinsatz von Omnium in Merkelsdorf und Deutsch Wernersdorf
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lichte das Wiederaufen Walzel, Textilfabristellen einiger umkanten in Halbstadt gestürzter Grabsteiund Umgebung, und ne. So konnte auch Rosenberg aus Bireiner der wertvolkigt, die als Begrünlen Grabsteine des der der RollofabrikatiTrautenauer Bildhauon der Region gelten. ers Emil Schwantner Immer wieder gab neu gesichert werden. es auch berührenSchwantner arbeitede Begegnungen mit te zeitweise im nach der eigenen FamilienMerkelsdorf eingegeschichte. So konnmeindeten Liebenau/ te der im vergangeLibná direkt in den nen Jahr auf dem dortigen SteinbrüFriedhof Merkelschen, die bis vor wedorf wiederentdecknigen Jahren einen te Grabstein von Marqualitätsvollen Sandgaretha Drößler von stein höchster Güte ihrem Urenkel Mattlieferten. hias Rentzsch (Greiz/ Der Friedhof in Johnsdorf) in diesem Merkelsdorf bietet Jahr wieder repariert nun – nach drei Jahund aufgestellt werren mit Arbeitseinden, wobei auch das sätzen – einen anPorzellanbild wieder deren, besseren Einangebracht werden druck. Dennoch konnte. Bernd Hegbleibt auch noch für ner (Pausa/Niederdie nächsten EinsätAdersbach) konnte ze genügend Arbeit. am Grab der UrgroßSo wartet die Grabkaeltern die Schrift erpelle der Familie Elneuern und so ein senwanger, ehemaliStück Familiengege Besitzer der Herrschichte bewahren. schaft Adersbach, auf Die Gruppe wurde sichernde Handgrifauch von Pfarrer Marfe. Aber auch weitetin Lanzi besucht, der re Grabsteine könnAuskunft über die Siten wiederaufgestellt Die Teilnehmer des Arbeitseinsatzes mit dem Heimatkreisbetreuer Erik Buchholz links, der Heimat- tuation rund um die werden, die oft auf die pflegerin Christina Meinusch dahinter und dem Omnium-Vorsitzenden Jakub Děd rechts vorne. Kirchen und Kirchenim zerstörten Liebegemeinden des Braunau ansässigen Familien verwei- im Braunauer Land die Projekt wird an vielen Stellen zum Pro- nauer Landes machte. Hier wersen und so den Ort und dessen reihe fortsetzen, zumal die gute blem, da er Mauerwerk destabili- den bei einigen Kirchen LösunBewohner im Gedächtnis halten Verbindung zum Bürgermeister sieren kann. Für den Abtransport gen zur Rettung und zur weiteren helfen. Josef Bitnar in Wekelsdorf/Te- der großen Mengen Grünschnitt Nutzung gesucht. Daß die deutschen Gräber eine plice nad Metují eine gute Basis wird die Gemeinde KapazitäMan plante noch den Aussteinerne Chronik darstellen, da- für weitere Aktivitäten bietet. ten zur Verfügung stellen. Auf tausch zwischen allen Unterstütvon sind auch die HeimatpflegeBeim zweiten Einsatz, in dem großen Friedhof erinnern zern und den Arbeitseinsatz von rin der Sudetendeutschen, Chri- Deutsch-Wernersdorf/Vernéřo die Grabsteine auch an die In- Omnium, der Heimatpflegerin stina Meinusch, und Braunaus vice galt es vor allem, die großen dustriegeschichte des Braunauer der Sudetendeutschen und dem Heimatkreisbetreuer Erik Buch- Gräber an der Friedhofsmauer Landes. So finden sich unter an- Heimatkreis Braunau im Jahr holz überzeugt. Sie würden gern vom Bewuchs zu befreien, Efeu derem Hinweise zu den Famili- 2022. kz
um vierten Mal trafen sich engagierte Menschen aus Deutschland, der Tschechischen Republik, Polen und den Niederlanden im Braunauer Land, um auf zwei ausgesuchten Friedhöfen zu arbeiten und damit zur Rettung der deutschen Gräber und Grabdenkmale beizutragen. Die Gruppe umfaßte mehr als 20 Teilnehmer, die im Kreis Braunau im Riesengebirge die Arbeiten in Merkelsdorf fortsetzten. Dann starteten die Freiwilligen ihre Arbeit in Deutsch-Wernersdorf – ebenfalls Kreis Braunau – mit einem Teil der Gräber im Schatten der ältesten der Dientzenhofer-Kirchen der Braunauer Kirchengruppe. In Merkelsdorf/Zdoňov konnte von der Gruppe unter Jakub Děd und Barbora Větrovská neue Technik eingesetzt werde. Ein Stativ mit Flaschenzug ermög-
Restauriertes Grab der Walzels.
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10. 9. 2021
Grabpflege im Braunauer Land
Die Schrift auf einigen Grabsteinen wurde mit Goldfarbe nachgezogen.
Gesicherter Grabstein des Trautenauer Bildhauers Emil Schwandtner.
Restaurierte Gräber von Margareta Drößler und Marie Stenzel (unten).
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VERBANDSNACHRICHTEN
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10. 9. 2021
� SL-Kreisgruppe Stuttgart/Baden-Württemberg
Bewegender Museumsbesuch Mitte August unternahm die baden-württembergische SLKreisgruppe Stuttgart unter Kreisobfrau Waltraud Illner einen Ausflug nach München in das Sudetendeutsche Museum, das vergangenen Oktober eröffnet worden war.
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ei sonnigem Wetter kam die 40köpfige Reisegruppe in der bayerischen Landeshauptstadt an. Dort begrüßten die Kunsthistorikerin Eva Haupt und der Historiker und Pädagoge Raimund Paleczek vom Museumsteam die Landsleute und führten sie durch das neue Museum. Das Sudetendeutsche Museum ist das zentrale Museum der deutschsprachigen Bevölkerung
in den böhmischen Ländern. Es zeigt auf einer Ausstellungsfläche von 1200 Quadratmetern und über fünf Etagen in einer Dauerausstellung über 1100 Jahre Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte der Sudetendeutschen. Neben der Geschichte der Sudetendeutschen in den böhmischen Ländern vor 1945, beginnend bei der Besiedlung Böhmens und Mährens und der Heimatlandschaften über Religionsgeschichte, Wirtschaft und Kultur bis zur Geschichte der Nationalitätenkonflikte, schildert die Ausstellung auch die Katastrophe von Krieg und Vertreibung, den anschließenden mühsamen Neubeginn und die Integration der Sudetendeutschen in den We-
sten. Dabei veranschaulichen vor allem authentische Objekte die Geschichte der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien und beleuchten so die gemeinsame Heimat in ihren unterschiedlichen Facetten. Ein Glanzstück unter den vielen Exponaten ist das Böhmerland-Motorrad. Es ist das längste Motorrad der Welt. Von den ursprünglich 600 Exemplaren existieren heute noch rund 55. Aber auch Kunert-Strümpfe, ThonetMöbel und Gablonzer Modeschmuck zählen zu den Ausstellungsgegenständen, die multimediale Einblicke in das Leben der Heimatvertriebenen ergänzen. Nicht zuletzt die originalen
Erinnerungsstücke von der Vertreibung, die Heimatvertriebene dem Museum gestiftet hatten, sorgten bei den Führungen für emotionale Momente. Am Ende war die Stuttgarter Gruppe von dem neuen Museums tief beeindruckt, vor allem jene Landsleute, die die Vertreibung aus ihrer Heimat noch selbst erlebt hatten. Bewegt von der Ausstellung und mit dem festen Vorhaben, dieses tolle Museum in München nochmals zu besuchen, um in aller Ruhe sich der Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern zu widmen, verließen die Stuttgarter Sudetendeutschen wieder die bayerische Metropole. Helmut Heisig
Erich Kessler und Franz Ripper.
� SL-Landesgruppe Hessen
Obmann tourt durch Heimatstuben Auch in diesem Jahr hatte sich Markus Harzer, Obmann der SL-Landesgruppe Hessen, wieder vorgenommen, ostdeutsche Heimatstuben und Sammlungen im Raum Hessen zu besuchen. Er berichtet.
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Die SL-Kreisgruppe Stuttgart vor dem Sudetendeutschen Museum in München.
Bild: Raimund Paleczek
� SL-Ortsgruppe Rückersdorf/Mittelfranken
In der Stadt und auf der Heide Anfang August unternahm die mittelfränkische SL-Ortsgruppe Rückersdorf eine Reise in die Lüneburger Heide. Bärbel und Otmar Anclam berichten.
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nsere Anreise erfolgte mit dem Bus über Bamberg, Erfurt, Hildesheim, Hannover in das Hotel Zur grünen Eiche in
ist dieses große Obstanbaugebiet für seine alten Apfelsorten wie Holsteiner Cox, Boskoop oder Elstar. Abgerundet wurde unser Besuch bei dem Apfelbauern Schuback, wo wir mit frischem Apfelkuchen und Kaffee verwöhnt wurden. Vorbei an alten reetgedeckten Fachwerkhäusern ging es zurück ins Hotel.
Die SL-Ortsgruppe Rückersdorf vor dem Rathaus in Lüneburg. Bispingen-Behringen. Das familiengeführte Hotel ist aus einem Bauernhof entstanden und großzügig angelegt. Am Vormittag des zweiten Tages besuchten wir die Hansestadt Buxtehude. Die Stadt wurde im Krieg nie zerstört, deshalb sind die alten Fachwerkhäuser mit ihrer Backsteingotik erhalten geblieben. Der Fleth, mit einem künstlich angelegten Hafen mit maritimem Flair, wurde grachtenartig angelegt. Die berühmtesten Figuren der Stadt sind wohl ein Hase und ein Igel aus einem Märchen der Brüder Grimm. Am Nachmittag fuhren wir an der Landungsbrücke von Lühe vorbei ins Alte Land. Bekannt
Der nächste Tag galt der Hansestadt Lüneburg und der Schiffshebeanlage Scharnebeck. Große Salzvorkommen machten Lüneburg reich. In seiner Blütezeit war es größer als Hamburg. Die zu Wohlstand gekommenen Salzmeister bauten große und reichverzierte Häuser. Bekannt ist die Stadt auch für ihre spätgotischen Backsteinkirchen Sankt Nikolai, Sankt Johannis und Sankt Michaelis. Die Blütezeit endete, als in Frankreich und Italien Salz in großen Mengen gewonnen werden konnte. Nach der Stadtführung ging es zum Schiffshebewerk Scharnebeck. In dieser Anlage werden Schiffe bis 100 Metern Länge in
Trögen mit Wasser etwa 38 Meter angehoben oder abgesenkt. Eine tolle Ingenieurleistung. Der interessanteste Tag führte uns in den 1962 eröffneten Vogelpark Walsrode. Der weltgrößte Vogelpark beherbergt 650 Vogelarten mit 4000 Tieren. Seltene, farbenprächtige und auch sehr laute Vögel zeigten
muß die Heide wieder von nachwachsenden Bäumen und Büschen gesäubert werden, da sie die Heide zurückdrängen würden. Die Schößlinge werden alle vier Jahre von Hand und mit Maschinen entfernt. Als natürliches Pflegepersonal werden Heidschnucken eingesetzt. Die höchsten Erhebungen in dem Gebiet sind 150 Meter hoch. Die am weitesten verbreitete Pflanze ist die Besenheide, lateinisch Calluna Vulgaris. Die Heide war Anfang August leider erst im Aufblühen. Nach dem Mittagessen besuchten wir den Heidegarten in Schneverdingen. Hier sind 180 Heidearten mit 150 000 Pflanzen in einem Park zu bewundern. Die Hansestadt Hamburg mit Hafenrundfahrt und Besuch der Elbphilharmonie stand am vorletzten Tag auf unserem Programm. Nach der Ankunft mit dem Bus an den Landungsbrücken bestiegen wir ein kleines Boot, das uns quer durch die Hafenanlage schipperte. Unser Kapitän gab uns wichtige Informationen über die einzelnen Schiffe und die riesigen Hebekränen im Verladehafen. Anschließend fuhren wir zur ElbphilBild: Otmar Anclam harmonie. Eine lange Rolltreppe führt sich den Zuschauern in den Vo- auf die Aussichtsplattform. Von lieren. Beeindruckend war das dort oben hat man einen wunTraining mit den großen Greifvö- derschönen Überblick auf Hageln und den bunten Papageien. fenanlage und Stadt. Unser Bus, Der fünfte Tag führte durch die der uns zur Stadtrundfahrt abhoHeidelandschaft. Pünktlich hörte len wollte, wurde durch eine Heder Regen auf, und wir konnten bebrücke ausgebremst, da ein zu unserer Kutschenfahrt durch Schiff mit einem höheren Aufdie Lüneburger Heide starten. bau unter der Brücke durchfahDer Naturpark Lüneburger Hei- ren mußte. Anschließend machde mit dem Naturschutzgebiet te uns eine Stadtführerin auf die umfaßt 1070 Quadratkilometer. wichtigsten Gebäude und SeEntstanden ist dieses Ge- henswürdigkeiten aufmerksam. biet mit dem Seßhaftwerden des Beeindruckend ist die SpeicherMenschen in der Jungsteinzeit. stadt mit ihren alten BacksteinEr rodete Wälder, um Ackerflä- bauten. chen und Weideflächen zu erhalUm Staus zu umgehen, wählten. Auf den sandigen unfrucht- ten wir bei der Rückfahrt eine anbaren Böden wuchsen einfache dere Route zu unserem HeimatBäume und Heidekraut. Heute hafen Rückersdorf.
ie erste Tour führte mich in den Bereich des Odenwaldes, wo ich das Museum der Stadt Bensheim aufsuchte. Hier in der Patenstadt von Aarau im Riesengebirge findet sich nach einer vollständigen Neukonzeption noch eine kleine Ecke, die an das Geschehen von Flucht und Vertreibung erinnert. Vieles ist jetzt im Archiv verschwunden, das in Rücksprache mit dem Museumsleiter besucht werden kann. Hinsichtlich der Gesamtkonzeption auf beengtem Raum ist die Neugestaltung des Museums allerdings gelungen. Wünschenswert wäre natürlich eine Ausweitung des Themas vielleicht an anderer Stelle. Erich Kessler und Franz Ripper empfingen mich an der katholischen Kirche in Höchst im Odenwald und berichteten ausführlich über die Geschichte. So sei der aus Brüsau im Schönhengstgau stammende katholische Pfarrer Franz Po-
lak (1909–2000) in Bölten im Kuhländchen Pfarrer gewesen. Im Zuge der Vertreibung sei er 1946 in Höchst gestrandet und mit dem Aufbau einer neuen katholischen Pfarrei in der Diaspora beauftragt worden. 1953 habe Höchst die Patenschaft über die Böltener übernommen. Seit 2006 bestehe eine Partnerschaft zwischen den Gemeinden Höchst und Bölten. Bedauerlich sei aber, daß das Interesse der Nachkommen nachgelassen habe. Das letzte Heimattreffen habe 2019 stattgefunden. Die Heimatstube in Höchst bestehe nur noch aus einem unbedeutenden Raum, der mit anderen Vereinen geteilt werden müsse. Die ursprüngliche Sammlung lagere in den Räumen der Feuerwehr. Bezeichnend sei, daß die Büste von Pfarrer Polak nicht mehr in der Christkönigskirche stehen dürfe, deren Existenz Polak zu verdanken sei. Ich versicherte, daß ich mit den politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Stellen vor Ort in Kontakt treten werde. Meine Tour durch die Heimatstuben in Hessen werde ich fortsetzen.
� SL-Kreisgruppe und BdV-Kreisverband Augsburger Land
Geehrte Landsleute Zwei Landsleute aus der SLKreisgruppe und dem BdVKreisverband Augsburger Land in Bayerisch Schwaben wurden geehrt. Christa Eichler berichtet.
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ie am 23. August 1931 im nordböhmischen Aussig geborene und jetzt in Täfertingen wohnende Eleonore Becker erhielt aus den Händen von Kurt Aue, SL-Kreisobmann und BdVKreisvorsitzender, eine Ehrenurkunde mit Anstecknadel für 70jährige Treue und Mitgliedschaft in der SL. Im Rahmen der gemeinsamen Sitzung der SL-Ortsgruppe Königsbrunn/Wehringen und
Kurt Aue und Eleonore Becker.
Bürgermeister Manfred Nerlinger, Walter Eichler und Kurt Aue. Bilder: Christa Eichler
des BdV-Kreisverbandes Augsburger Land im Bürgersaal der Gemeinde Wehringen wurde der Neusässer Walter Eichler geehrt. Er erhielt aus den Händen von Wehringens Bürgermeister Manfred Nerlinger und des Vorsitzenden des BdVKreisverbandes Augsburger Land, Kurt Aue, für seine besonderen Verdienste als Betreuer der Stadt Graupen im Heimatkreis TeplitzSchönau die Silberne Ehrennadel mit Urkunde des BdV.
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Dux
Ladowitz
Klostergrab
Ossegg
für die Kreise Dux, Bilin und Teplitz-Schönau
Bilin
Heimatlandschaft Erz- und Mittelgebirge – Landschaftsbetreuer: Dietmar Heller, Hillenloher Straße 10, 87733 Markt Rettenbach, Telefon (0 83 92) 9 34 72 77, Telefax 9 34 72 78, eMail dietmar.heller@deheller.de. Heimatkreis Bilin – Patenstadt Gerolzhofen; Heimatkreisbetreuer: Dietmar Heller. Internet www.heimatkreisbilin.de. H eimatkreis Dux – Patenstadt Miltenberg; Heimatkreisbetreuer: Klaus Püchler, In den Seegärten 35a, 63920 Großheubach, Telefon (0 93 71) 9 94 01, eMail klauspuechler@web.de. Heimatkreis Teplitz-Schönau – Patenstadt Frankfurt am Main; Heimatkreisbetreuer: Erhard Spacek, Franz-Schubert-Straße 13, 01796 Pirna, Telefon (01 60) 95 32 07 27, eMail spacek@ teplitz-schoenau-freunde.org. Redaktionsschluß: Freitag der Vorwoche. Redaktion: Lexa Wessel, eMail heimatruf@ sudeten.de
Teplitz-Schönau
Graupen
Niklasberg
� Kreis Dux
Herbert Ring 97 Herbert Ring aus Sobrusan im Kreis Dux, seit 25 Jahren fleißiger Text- und Bildberichterstatter für den Heimatruf, erhielt am 15. August die Adalbert-Stifter-Medaille der SL für seinen ehrenamtlichen Einsatz. Am 17. August feierte er seinen 97. Geburtstag. HR & HR – Herbert Ring und der Heimatruf waren Synonyme. Verlagsassis tentin Birte Rudzki überbrachte die Auszeichnung mit der von Volksgruppensprecher Bernd Posselt und SL-Bundeskulturreferent Ulf Broßmann unterzeichneten Urkunde. Sie berichtet.
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eit einem Jahr lebt Ring in der Seniorenresidenz Lambertusstift in Haltern am See im Kreis Recklinghausen in Nord rhein-Westfalen. „Die Beine machen nicht mehr so mit“, bedauert er. „Früher bin ich täglich drei Stunden zu Fuß gegangen. In der Schule hatten wir jeden Monat einen Wandertag. Als Lehrer habe ich besonderen Wert auf Heimatkunde gelegt. In seiner Heimat sollte sich jeder unbedingt auskennen. Das Schlimmste ist, seine Heimat zu verlieren.“ Ring wurde mit 18 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen. Danach konnte er nicht mehr zurück in seine sudetendeutsche Heimat. Zunächst fand er in Magdeburg eine Arbeit als Dolmetscher, später zog er nach Oberhausen im Rheinland, wo seine Eltern Herbert Ring. Bild: Birte Rudzki gestrandet waren. Schließlich zog er nach Haltern, wo er mit seiner Frau Karoline (1925–2008) und drei Kindern eine Dienstwohnung direkt an der Schule bewohnte. Auch wenn Ring seine Schreibmaschine nicht in das Heim mitgenommen hat, brauchen die Heimatruf-Leser künftig nicht auf seine Artikel zu verzichten. Die SdZ ist im Besitz etlicher bisher nicht veröffentlichter Beiträge über die Kreise Dux, Bilin, Teplitz-Schönau und darüber hinaus. Er könnte eigentlich weiter schreiben, denn sein Gehirn arbeitet einwandfrei. Doch die Motivation fehlt: „Ich habe hier zu wenig Ansprache“, bedauert er. Im Seniorenheim habe er einen Freund gehabt, mit dem er täglich etwas erlebt habe. Einmal seien sie über eine Baustelle in eine Kirche geklettert. Aber dieser sei nun nicht mehr da. Doch gleich komme sein Enkel Berni zu Besuch. Der habe auch am 17. August Geburtstag. Ring feierte diesen Tag im Kreise seiner Familie. Die SdZ gratuliert ihrem hochverdienten Mitarbeiter zu seinem 97. Geburtstag und wünscht ihm von Herzen das Allerbeste.
Mit der Sesselseilbahn vom Mückentürmchen ins Tal.
Der gotische Altarraum der Kirche Sankt Peter und Paul. Bilder: Heidelinde Obermann
� Teplitz-Schönau – Teil II und Schluß
Heimattreffen 2021 Jutta Benešová berichtet über das Heimattreffen von 38 Teplitz-Schönauern Mitte August. Hier der erste Teil.
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ie Sankt-Peter-und-Paul-Kirche neben dem Schloß hat ihre Anfänge bereits im 12. Jahrhundert und bezaubert durch ihre Innenausstattung, die wir uns nach dem Mittagessen in Ruhe ansahen. Ein deutsches Faltblatt gab wertvolle Informationen über die Geschichte der Kirche. Das anliegende Beinhaus erinnert an die Pestepidemien vergangener Zeiten. Die Besucher erhielten einen Überblick über die Entstehung dieses „Massengrabes“. Ein kleiner Rundgang über den nahen historischen Marktplatz von Melnik mit seinen zahlreichen Renaissance- und Barockhäusern und dem eindrucksvollen Rathaus beendete unseren Besuch in dieser geschichtsträchtigen Stadt. Nun ging es in Richtung Leitmeritz, denn ein Abendessen in der dortigen Bischofsbrauerei sollte den Tag beschließen. Schon bei einem früheren Besuch 2017 hatten eine Stadtführerin und der Domherr und Generalvikar Stefan Davídek sowohl über die Geschichte des SanktStephan-Doms als auch über die heutige Tätigkeit der tschechischen Bistümer berichtet. Monsignore Davídek ist uns treu geblieben und zeigte sich auch an diesem Abend im Kreis der Heimatfreunde. Bischof Jan Baxant befand sich auf Reisen in Frankreich und konnte uns nicht begrüßen. Aber das von ihm kreierte Getränk Bax aus alkoholfreien Bier mit einem Schuß Fruchtsaft in geheimer Zusammensetzung sofort das Interesse des Fürsten Clary. Müde von dem langen Ausflugstag und dem Biergenuß
kehrten wir nach Teplitz-Schönau zurück. Am Samstag besichtigten wir ein weiteres ehemaliges Lobkowitz-Schlosses, diesmal der Linie der Raudnitzer Lobkowitze. Das Schicksal des Schlosses Eisenberg endete aber nicht durch Restitution in den fürsorglichen Händen des alten böhmischen Adelsgeschlechts – sehr zum Nachteil des alten Gemäuers, in dem 1805 schon die Klänge der „Eroica“ von Ludwig van Beethoven die Räume durchfluteten. Beethoven hatte diese und zwei weitere Symphonien seinem Gönner und Freund Maximilian von Lobkowitz gewidmet, welcher der damalige Besitzer des Jagdschlosses über OberGeorgenthal mitten im Grün der Wälder des Erzgebirges war. Berühmte Gäste aus aristokratischen, künstlerischen und politischen Kreisen ganz Europas gehörten einst zu den illustren Besuchern des Schlosses. Ein tragisches Schicksal sollte das Schloß nach 1945 erwarten. Zunächst sollte es der am Fuß des Erzgebirges gelegenen Braunkohle geopfert werden. Riesige Tagebaue erstreckten sich unterhalb des Schlosses, verursachten Erdrutsche, die einen Teil des unter dem Schloß liegenden, wertvollen Arboretums in die Tiefe rissen. Der Nutzung des Schlosses als Kaserne der Tschechoslowakischen Armee in den 1950er bis 1970er Jahren fiel das gesamte kostbare Mobiliar des Schlosses zum Opfer. Und als das Gebäude dann unbewacht Jahrzehnte vernachlässigt wurde, hatte der Vandalismus freie Hand. Nach 1989 wurde zumindest dem Bergbau Einhalt geboten, um das Schloß zu retten. Seit 2015 finden dort im Staatlichen
Der frühere Eingang zum Schloß Eisenberg.
Schloß jährlich Sommer-Musikfeste statt. Dazu wurden einige Räume wieder für Besucher hergerichtet, ausgestattet mit vom Staat oder Privatpersonen gestiftetem Mobiliar. Das ehemalige Herrenhaus im Schloßgarten bietet den Besuchern Souvenirs und Erfrischungen, bevor sie an den kommentierten Führungen durch das Schloß teilnehmen können. So erweckte zunächst der Anblick des bröckelnden Putzes von außen Mitleid und Trauer, die anschließende Führung durch die Innenräume aber auch wieder Hoffnung, daß dieses ehemals prächtige Schloß inmitten von Parkanlagen doch noch zu retten sei. Nach dem etwas anstrengenden Rundgang treppauf und treppab gingen wir wieder zu unserem Bus. Das Mückentürmchen oberhalb von Graupen war unser nächstes Ziel. Dort oben in 810 Metern Höhe empfing uns der Bürgermeister der Stadt Graupen, Zdeněk Matouš. Ihm und seiner Stadtvertretung ist es zu verdanken, daß Graupen als Teil des Erzgebirges für die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO 2020 gut vorbereitet war. Sie hatten auch veranlaßt, von der Eisenbahn-Verwaltung die Seilbahn in den Besitz der Stadt Graupen zu überführen. Diese befördert jährlich sommers wie winters Tausende von Touristen zwischen Mückenberg und Graupen. Nach dem Mittagessen wurde uns die Fahrt mit dem ZweierSessellift in das Tal angeboten. Schön, daß uns die Stadt Graupen dank Vermittlung ihres Bürgermeisters diese Fahrt kostenlos ermöglichte. Sie war ein wunderschönes Erlebnis. Zunächst schwebten wir 15 Minuten lang
Gruppenfoto bei der Statuen-Gruppe auf dem Kalvarienberg in Graupen.
Das Abschlußkonzert im Kulturhaus Teplitz-Schönau.
Einige Kreuzwegstationen beim Kalvarienberg in Graupen. durch die grünen Erzgebirgswälder. Dann eröffnete sich uns ein atemberaubender Ausblick in den Talkessel mit Teplitz-Schönau und dem Schloßberg. Unten an der Talstation stand bald auch wieder unser Bus bereit. Aber zunächst erwartete uns ein weiterer Höhepunkt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Statuen-Gruppe auf dem Kalvarienberg in Graupen entstanden. Der dazu gehörige Kreuzweg mit XIV. Stationen deutsch beschrifteter, gußeiserner Reliefs war zuletzt 1905 restauriert worden. Ich bekam dazu folgende Nachricht: Gegen Ende des Buches des Jesuiten Alois Kröß „Die Residenz der Gesellschaft Jesu und der Wallfahrtsort Mariaschein“ aus dem Jahr 1894 werde kurz über den Graupener Kalvarienberg berichtet. Demnach wurde „die Kreuzwegandacht durch die Errichtung von Stationen auf dem Kalvarienberg am 1. August des Jahres 1886 wieder zu beleben gesucht“. Daß
Blick auf die Johanneskirche und Schloßkirche vom Hotel Prince de Ligne.
dieser Kreuzweg so komplett erhalten geblieben ist, wirkt wie ein Wunder. Am Ende dieses Tages erwartete uns ein Konzert im Kulturhaus von Teplitz-Schönau mit Arien aus bekannten Opern. Solisten waren die Teilnehmer eines internationalen Meisterkurses, die dort ihr Abschlußkonzert gaben. Den etwa 20 durchweg jungen Künstlern wurde mit reichlichem Applaus gedankt. Der Mariä-HimmelfahrtsSonntag war unser Rückreisetag. Michael-Philipp Irmer aus Maria-Radschitz zelebrierte einen Gottesdienst in der renovierten Mariä-Himmelfahrts-Kirche in Böhmisch Zinnwald. Diejenigen, die ihre Rückreise über Zinnwald wählten, konnten daran teilnehmen. Ein festlicher Abschluß unseres Heimattreffens 2021. Wir hoffen, daß wir uns auch nächstes Jahr wieder gemeinsam und gesund in Teplitz-Schönau treffen können. Zu guter Letzt erinnere ich an die beiden Projekte, die der Freundeskreis Teplitz-Schönau mit Spenden unterstützen möchte. Zum Einen geht es um die Renovierung des Kreuzwegs in Graupen, Stichwort „Kreuzweg Graupen“. Zum Anderen geht es um das Projekt der Salesianer – zu denen auch Pater Benno gehörte –, Stichwort „Lebendiges Haus“. Spendenkonto Verein TeplitzSchönau Freundeskreis, Commerzbank München – IBAN: DE45 7004 0048 0796 6906 00, BIC: COBADEFFXXX. Bitte das Stichwort beim Verwendungszweck angeben. Die Spenden werden dann im Namen unseres Vereins an die entsprechenden Konten in der Tschechischen Republik überwiesen.
HEIMATBOTE
Sudetendeutsche Zeitung Folge 36 | 10. 9. 2021
Bischofteinitz
FÜR DEN KREIS BISCHOFTEINITZ
Ronsperg
11 Hostau
Heimatkreis Bischofteinitz – Patenstadt Furth im Wald. Heimatkreisbetreuer: Peter Pawlik, Palnkamer Straße 73a, 83624 Otterfing, Telefon (0 80 24) 9 26 46, Telefax 9 26 48, eMail peter-pawlik@t-online.de, Internet www.bischofteinitz.de. Spendenkonto: Heimatkreis Bischofteinitz, Raiffeisenbank Chamer Land – IBAN: DE55 7426 1024 0007 1343 20, BIC: GENODEF1CHA. Heimatbote für den Kreis Bischofteinitz – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Verantwortlich von seiten des Heimatkreises: Peter Pawlik. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de
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en Gedenkstein zur Erinnerung an die Vertreibung der deutschen Bewohner aus den Orten der damaligen Pfarrei Muttersdorf schmückte Udo Girg wieder mit Blumen. Dieses Jahr nahmen wieder mehr Tschechen und Deutsche am Gottesdienst zum Festtag des heiligen Bartholmäus teil. Zelebrant war heuer Monsignore Emil Soukup. Roland Liebl Ortsbetreuer
Taus
Die Choden feiern Das traditionelle Chodenfest in Taus ist das älteste und größte Folklorefestival in Westböhmen, das bereits seit 1955 gefeiert wird. Heuer fand es wieder Mitte August statt, war aber wegen der Corona-Beschränkungen kleiner.
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Taus
Wallfahrt mit barocken Wurzeln Freilicht-Eucharistiefeier auf dem Laurentiusberg mit Neupriester Tomáš Kadlec.
Das traditionelle Chodenfest in Taus ( rechts) ist untrennbar mit der Laurentius-Kirchweih verbunden. Diese wird auf dem Hügel Laurentiusberg, der auch Lustiger Berg genannt wird, gefeiert.
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abei werden jeweils am Samstag- und Sonntagvormittag Gottesdienste unter freiem Himmel zelebriert. Zu diesen Gottesdiensten kommen jedes Jahr auch prominente Zelebranten. In diesem Jahr zelebrierte am Samstag der Neupriester Pater Tomáš Kadlec aus Taus, Sohn des Tauser Zahnarztes, den Gottesdienst. Er wurde am 19. Juni in Pilsen zum Priester geweiht und feierte am 20. Juni in Taus seine Primiz. Am Sonntag war Monsignore Tomáš Holub, Bischof aus Pilsen, zur Meßfeier gekommen. An beiden Gottesdiensten nahmen Bürgermeister Zdeněk Novák und seine beiden Stellvertreter Stanislav Antoš und Radek Wiesner teil. Immer wieder ist es überraschend, daß zu diesen Gottesdiensten stets viele Besucher kommen, obwohl die Tschechische Republik als atheistischtes Land in Europa gilt. Erstaunlich war auch die Zahl der Gläubigen, welche zur Kommunion gingen. Und dies waren nicht nur ältere Leute. Die Sankt-Laurentius-Wallfahrt kann übrigens eine bedeutend längere Geschichte als das Chodenfest aufweisen, denn diese hat ihre Wurzeln bereits in der Barockzeit. Die Laurentius-Kapelle wurde 1695 auf dem Laurentiusberg erbaut, von dem sich ein herrlicher Ausblick bietet. Diese Kapelle ist rund drei Kilometer von Taus entfernt. Die Kapelle wurde später zu einer Kirche umgebaut.
Die größten Wallfahrten fanden dort bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt, und zwar zu einer Zeit, als in Böhmen die nationale Wiedergeburt ihren Höhepunkt erreicht hatte. Diese Wallfahrten hatten damals auch häufig prominente Besucher wie die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová oder den chodischen Schriftsteller Jindřich Šimon Baar. Die größte Wallfahrt überhaupt wurde 1939 verzeichnet. Diese ent-
Bischof Tomáš Holub zelebriert die Wallfahrtsmesse am Sonntag. Bilder: Karl Reitmeier wickelte sich zu einer gewaltigen Protestkundgebung gegen das Hitler-Regime. Während des Zweiten Weltkriegs gab es keine Wallfahrten mehr. Erst danach wurde die Tradition der Laurentius-Kirchweihfeste wieder erneuert. Doch dann kamen 1948 die Kommunisten an die Macht, die alle Wallfahrten verboten. Zu einer Ausnahme wurde jedoch das Jahr 1968 im Prager Frühling. In dieser kurzen Zeit der Entspannung wurde die Laurentius-Kirchweih in Taus wieder in einem großen Rahmen gefeiert. Doch der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen führte letztlich dazu, daß in den
1970er und 1980er Jahren sämtliche Kirchenfeste, die in der Öffentlichkeit und nicht hinter Kirchenmauern stattfanden, erneut verboten wurden. Nach der Samtenen Revolution 1989 wurde die Wallfahrt wiederbelebt. So finden nun seit 1990 die Wallfahrten wieder regelmäßig statt. Seitdem kamen namhafte Zelebranten nach Taus. Neben Bischof František Radkovský und seinem Nachfolger Tomáš Holub nahm auch schon der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer am Laurentius-Fest teil, dessen Mutter aus dem westböhmischen Kladrau stammte. Auch der inzwischen verstorbene Giovanni Coppa, der apostolische Nuntius in der Tschechischen Republik war, hatte die Wallfahrtsmesse schon zelebriert. Das Interessante an der Laurentius-Wallfahrt ist, daß viele Pilger in Chodentracht kommen. Zur Aufrechterhaltung der Volkstrachten in der Region trugen die Schriftsteller bei, die im 19. Jahrhundert die Volkskultur populär gemacht hatten. Die Religiosität im Chodenland ist noch bedeutend stärker als in den anderen tschechischen Grenzgebieten. Und noch viel interessanter ist, daß hier nicht nur die ältere Generation, sondern vor allem auch die jungen Menschen mit Hochschulbildung religiös sind. Bei der Laurentius-Kirchweih versammeln sich Zelebranten, Ministranten, Fahnenabordnungen, eine Musikkapelle und Gläubige in chodischer Tracht 300 Meter unter dem Laurentiusberg und marschieren in einem feierlichen Zug zur Kirche, bei der unter freiem Himmel Gottesdienst gefeiert wird. Dazu kommen alle Jahre auch viele Gläubige aus dem benachbarten bayerischen Grenzraum.
uch der Altböhmische Jahrmarkt war vergleichsweise klein und mit entsprechendem Abstand angelegt. Das ganze kulturelle Programm auf der Bühne am Stadtplatz beim Unteren Tor boten nur einheimische Gruppen, zu dem nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt hatten. Dabei wurde streng kontrolliert. Auf den Empfang im Rathaus wurde gänzlich verzichtet. Die Besucherzahlen kamen natürlich nicht an die Zahlen in früheren Zeiten heran, als sich mitunter bis zu 80 000 Gäste in der Chodenhauptstadt tummelten. Wie viele es in diesem Jahr waren, läßt sich nicht sagen. Der neue Kulturamtsdirektor Michal Karolyi und sein Vorgänger Kamil Jindřich meinten nur, daß überraschend viele Gäste gekommen seien. Bei dem Kulturprogramm wurde einmal mehr deutlich, daß den böhmischen Nachbarn Musik, Gesang und Tanz schon in die Wiege gelegt worden war. Und Nachwuchssorgen gibt es bei den Folkloregruppen keine, wie die Auftritte der Mädchen und Buben bezeugten. Es wurde mit einer Herzenslust und Lebensfreude agiert, von der sich auch die vielen deutschen Besucher anstecken ließen. Seinen Auftakt hatte das Chodenfest bereits am Freitag im Kino Čakan mit der Veranstaltung „Taus in Volksliedern“ genommen. Ein erster Höhepunkt war am Abend ein Konzert der Militär-Kapelle Ondráš, das alle begeisterte. Das Hauptprogramm fand am Samstag am Unteren Tor am Stadtplatz statt. Dieses startete mit Auftritten des Frauenchors „Canzonetta“ und des Männergesangsvereins „Haltravan“ aus Klentsch. Dabei führten Jan und Olga Holoubek gekonnt Regie. Im Verlaufe dieser Veranstaltung wurde die erste CD des Frauenchors vorgestellt, für die man Antonín Konrády als Taufvater hatte gewinnen können. Danach gastierte das Choden-Ensemble aus Mraken, unterstützt vom Kinderensemble „Mráček“ und der Folkloregruppe „Pomněnka“ aus Turnitz in Südmähren, glänzend moderiert von Josef Nejdl. Auch diese Folkloregruppe stellte ihre neue CD vor und nahm dabei die obligatorische Taufe vor. Anschließend war das Ensemble aus Pos-
sigkau an der Reihe, wobei auch die Kindergruppe ihr Können zeigte. Chodische Lieder und Erzählungen gab es dann von der „Domažlická Dudázká Muzika“ (Dudelsackmusik Taus) unter der Leitung von Josef Kuneš. Dem folgten Auftritte von Musikund Volksmusikensembles aus dem Chodenland, moderiert von Michaela Vondráčková vom Pilsener Rundfunk. Viele Besucher
Antonín Konrády: 90 Jahre und kein bißchen leise. fand auch der Auftritt der Schwestern Kuželka aus Klentsch, die von Jana Hojdová und Martina Morysková begleitet wurden. Bei Einbruch der Dunkelheit folgte eine Veranstaltung zu Ehren von Antonín Konrády zu dessen 90. Geburtstag, den er im April gefeiert hatte. Konrádys Dudelsackmusik präsentierte sich dabei in verschiedenen
Josef Nejdl (rechts), Leiter des Folkloreensembles aus Mraken, läßt die neue CD des Ensembles taufen. Formationen. Auf dem Veranstaltungsgelände war kein freier Platz mehr, denn alle wollten der lebenden Musikerlegende huldigen. Moderiert wurde dieses große Gänsehaut-Finale von Vlastimil Bursa und Jaroslav Pokorný. Die Veranstaltung war quasi eine nachgeholte Geburtstagsfeier, und nichts hätte sich dafür besser geeignet als das Chodenfest. Dem rüstigen Jubilar wurden dabei unvergeßliche Momente bereitet. Bewundernswert war, wie vital er den Dudelsack spiel-
te, mit der Teufelsgeige den Takt angab oder mit Witzen die Lachmuskeln der Besucher strapazierte. Er ist wahrlich eine lebende Legende, der seine Heimatstadt Taus mit der Chodenmusik nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern auch im Ausland bekannt gemacht hat. Als ihm Michal Karolyi einen Blumenstrauß überreichte, dachten sicherlich alle, daß damit die Veranstaltung beendet sei. Doch dann stürmte überraschend das Folklore-Ensemble aus Possigkau von den Zuschauer-Rängen vor die Bühne und begann zu tanzen und zu singen. Musiker dieses Ensembles und der „Tauser Dudelsackmusik“ begaben sich auf die Bühne, und so wurde es noch ein gemeinsames Musizieren und Singen, das alle hellauf begeisterte. Schließlich gab es noch stehende Ovationen für das Geburtstagskind. Sichtlich bewegt, aber stets mit einem Lächeln im Gesicht, nahm Konrády diese verdiente Würdigung entgegen. Der Sonntag war der Blasmusik gewidmet, als verschiedene Blasmusik-Ensembles aus der Region Taus aufspielten. Und am Laurentiusberg, auch Lustiger Berg genannt, gab es nach dem Gottesdienst anläßlich der Laurentiuskirchweih mit Pilsens Bischof Tomáš Holub ( links) wie schon im Vorjahr ein spontanes Musizieren, Singen und Tanzen, das alle Besucher begeisterte. Dabei war auch für Getränke und Speisen durch Michal Černy vom neuen Restaurant des Kulturzentrums Galerie Pivovar bestens gesorgt. Tradition ist auch längst, daß am Sonntagnachmittag im benachbarten Mraken zur Veranstaltung „Chodská hyjta“ eingeladen wird, die heuer ganz im Zeichen des 60jährigen Jubiläums des Folklore-Ensembles Mraken stand und zu der sich viele Gäste eingefunden hatten. Auf der Bühne wechselten sich das Erwachsenen- und Kinderensemble aus Mraken, der Männergesangsverein „Haltravan“ und der Frauenchor „Canzonetta“ ab. Mit von der Partie war auch das südmährische Ensemble „Pomněnka“. Eine nette Geste war zweifelsohne, daß Zweiter Bürgermeister Stanislav Antoš mit einem Faß Tauser Bier nach Mraken gekommen war und dieses als Geburtstagsgeschenk an Josef Nejdl überreicht hatte. Großes Interesse erregte auch eine Fotoausstellung zum Jubiläum, die Martina Pincová zusammengestellt hatte. Auch diese Veranstaltung war geprägt von der Freude am Musizieren, Singen und Tanzen, wie es nur das Chodenland bieten kann.
Nach dem Gottesdienst mit Bischof Tomáš Holub anläßlich der Laurentius-Kirchweih verlagert sich das Chodenfest vor die Kirche, wo die chodischen Landsleute spontan musizieren. Bilder: Karl Reitmeier
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Sudetendeutsche Zeitung Folge 34+35 | 10. 9. 2021
Heimatbote für den Kreis Ta<au
Heimatkreis Tachau – Patenstadt Weiden in der Oberpfalz. Heimatkreisbetreuer: Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Aubergstraße 21, 83352 Altenmarkt, Telefon (0 86 21) 6 36 27, Telefax 64 75 27, eMail wolf-dieter.hamperl @online.de. Internet www.tachau.de. Tachauer Heimatmuseum: Kulturzentrum Hans Bauer, Schulgasse 3a, 92637 Weiden, Telefon (09 61) 81 41 02, Telefax 81 41 19, eMail museum@tachau.de. Spendenkonto: Heimatkreis Tachau, HypoVereinsbank Nürnberg – IBAN: DE38 7602 0070 0002 0824 54, BIC: HYVEDEMM460. Heimatbote für den Kreis Tachau – Redaktionsschluß: Donnerstag der Vorwoche. Redaktion: Nadira Hurnaus, eMail post@nadirahurnaus.de
WIR BETRAUERN
Dr. Dorith Müller, Manfred Klemm,Gerhard Reichl, Reinhold Wurdak, Paula Marterer, Lothar Meitner, Sieglinde Wolf, Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Ludmilla Himmel und Gernot Schnabl mit der Ehrenurkunde zur Silbermedaille des Heimatvereins. Bilder: Karin Wilk
� 32. Heimatkreistreffen
Neue Erzplatte und alte Chronisten bis zu Kunert-Strümpfen, von der Glasund Porzellanindustrie bis zu Karlsbader Oblaten. Besonders wird die reichhaltige Bäder- und Kur-Kultur gezeigt. Aber auch Musikinstrumente wurden im Egerland produziert und im Böhmerwald viele, viele Gebetbücher gedruckt. Man muß unbedingt noch einmal hierher kommen, um die vielen Dinge geegen der immer noch bestehen- nau zu besichtigen und die 62 Medienden Bedenken vor dem Corona-Vi- stationen zu testen, die beispielsweise rus waren wir ein kleinerer Kreis. Den- Kostproben von den Mundarten und der noch fuhren wir mit Unterstützung eini- typischen deutsch-böhmischen Musik ger Oberpfälzer und Sudetendeutscher vermitteln. Leider kommen Kunst und am Samstag mit dem Bus zum neuen Su- Kultur etwas zu kurz, aber das ist in jedem Museum so. Dann folgt eine ausführliche, gut bebilderte Abteilung über die Geschichte der böhmischen Länder in der k. u. k. Monarchie, die nach dem Ersten Weltkrieg endet, die Zeit der ČSR und die unguten 1920er und 1930er Jahre. Dem Anschluß 1938 wird breiter Raum bemessen. Dem folgen das Protektorat, das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie die wilde Vertreibung 1945 und die organisierte 1946. Medienstationen vertiefen die politischen Ereignisse: KZ-Außenstellen im Sudetenland und Arbeitsund Internierungslager nach Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Bürgermeister Lothar Höher 1945. Schließlich die Vertreiund Wosants Ortsbetreuer Stefan Kapusta bei der Eröff- bung aus der Heimat. nung der Ausstellung „Chronisten der Heimat“. Eine letzte Abteilung schildert die Geschichte der detendeutschen Museum in München. Sudetendeutschen Landsmannschaft in Der Bus war mit 20 Personen coronage- der BRD und die Integration. Vor der recht besetzt. Nach fast dreistündiger Rückfahrt stärkte sich die ReisegrupFahrt erreichten wir das Sudetendeut- pe im nahen Paulaner am Nockherberg. sche Haus an der Hochstraße. Vor dem Am Abend saßen alle im Ratskeller in Museum empfingen uns Ortfried Kotzi- Weiden wieder gemütlich beisammen. an, der Vorsitzende des Vorstandes der Für gute Stimmung sorgte der EgerlänSudetendeutschen Stiftung, und Klaus der Wirtshausmusikant Peter Schmidt Mohr, Leiter des Museumsdepots. Die mit Dudelsack und Ziehharmonika. beiden waren eigens aus Augsburg und Der Sonntag begann am GedenkWolnzach gekommen. stein, den die Stadtgärtnerei mit KränDie erste Überraschung war, daß die Führungen kostenfrei waren. In 30minütiger Versetzung wurden wir durch das neue Haus geführt. Die großartige Architektur gibt dem angrenzenden Sudetendeutschen Haus aus den 1970er Jahren einen wohltuenden Akzent. Der Lift trug uns in das oberste Stockwerk. Das informiert über die Heimat „Sudetenland“: über Landschaft, Religion, Brauchtum, und die mehr als 2000 verschwundenen Orte. Eine enge Treppe führt in das untere Stockwerk, das die ganze Breite des Handwerks und der Industrie im Sudetenland zeigt. Erstmals gibt es eine solche breite Darstellung vom Böhmerland-Dreisitzer-Motorrad Das 32. Heimatkreistreffen fiel vergangenes Jahr Corona zum Opfer. Am letzten Augustwochenende wurde es nun in der Patenstadt Weiden in der Oberpfalz nachgeholt. Wolf-Dieter Hamperl – alter und neuer Heimatkreisbetreuer und Heimatkreisvereinsvorsitzender – berichtet.
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zen geschmückt hatte. Neu rin von Galtenhof und Beiist eine Erzplatte, die auf sitzerin im Vorstand der die Vertreibung und die SL-Landesgruppe Bayern. Patenschaft von Weiden Sieglinde Wolf und Gernot über Tachau verweist. Nach Schnabl hatten aus untermeiner kurzen Begrüßung schiedlichen Gründen um sprach Bürgermeister LoRückzug gebeten. Schriftthar Höher zu den Landsführer sind Ludmilla Himleuten. Er übermittelte die mel und Lothar Meitner. Grüße von OberbürgermeiPaula Marterer wird weiterster Jens Meyer, der sich hin die Finanzen verwalten, im Urlaub befand, und verauch hier ist Lothar Meitsicherte uns die Solidariner Stellvertreter. Kassentät der Stadt. Meine Stellprüfer bleiben noch für eivertreterin Sieglinde Wolf ne Wahlzeit Reinhold Wursprach bewegende Wordak und Sieglinde Wolf. te im Gedenken an die OpZu Beisitzern wurden Gerfer der Vertreibung und die hard Reichl, Ortsbetreuer vielen, die in den Nach- „Tanzende Tachauerin“ von Neudorf, und Gernot kriegsjahren den Heimat- in der Max-Reger-Anla- Schnabl, Stadtbetreuer von verlust nicht überlebten. ge in Weiden. Tachau, gewählt. Das Böhmerwaldlied beenDaß ohne Probleme ein dete die Feier. neuer Vorstand gewählt werden konnDann versammelten sich die Ortsbe- te, machte mich glücklich. Sieglinde treuer und Vereinsmitglieder im Kul Wolf, Paula Marterer, Gernot Schnabl tursaal des Hans-Bauer-Kulturzentrums und Manfred Klemm dankte ich mit der zur Vereinssitzung mit Neuwahlen, dar- Übergabe einer Ehrenurkunde und der unter waren auch die aus USA angerei- Silbermedaille des Heimatkreisvereins. ste Barbara Gettelman, deren Wurzeln Der hochbetagte Ernst Adler aus Drißin Neuzedlisch liegen, und der neue globen erhielt die goldene Ehrennadel. Stadtbetreuer von Neustadtl, Franz Hö- Außerdem dankte ich allen Ortsbetreuring. Nach dem Totengedenken erinner- ern für ihre Treue zur Heimat. te ich in meinem Tätigkeitsbericht an Anschließend eröffnete ich die Ausdie zahlreichen Aktivitäten der vergan- stellung „Chronisten der Heimat“, zu genen drei Jahre, über die auch der Hei- der auch Bürgermeister Lothar Höher matbote immer wieder berichtete. gekommen war. Kurze Lebensläufe von Kassenleiterin Paula Marterer trug zehn Frauen und Männern weisen auf den Kassenbericht vor. Die Kassenprü- deren Biographien und Wirken hin. In fer bestätigten eine ordentliche und den meisten Fällen verfaßten sie aussorgfältige Führung der Finanzen. Mu- führliche Chroniken über ihren Heimatseumsleiter Sebastian Schott berichtete ort, hielten das spezielle Leben im Ort in über unser Museum und über die länge- Wort und alten Fotos fest. In einem späre, coronabedingte Schließung. teren Bericht werde ich über die AusNach der Entlastung des alten Vor- stellung berichten. Sebastian Schott gilt standes wurde ein neuer gewählt. Ein- Dank für die Gestaltung mit Exponaten stimmig wurde ich als Kreisbetreuer und aus unserem Depot. Nach dem abschlieVorsitzender bestätigt. Stellvertreter ßenden Mittagessen, zu dem wieder die sind nun Manfred Klemm, bisher Stell- Patenstadt eingeladen hatte, verstreuten vertretender Kassenleiter, und Dorith sich alle wieder in alle HimmelsrichtunMüller, seit einem Jahr Ortsbetreue- gen.
Totengedenken in der Max-RegerAnlage am Tachauer Mahnmal.
n Altzedlisch: Am 30. Juni starb Barbara Thums (Towakerer). Unsere Betti war die Tochter von Marie und Josef Thums und kam am 17. Februar 1931 im Haus Nr. 332 zur Welt. Sie wuchs mit ihrem älteren Bruder Andreas auf. Sie besuchte die Schule in Altzedlisch. 1946 kam die Vertreibung. Nach einem Monat im Lager kam die Familie ins mittelfränkische Schnelldorf. Dort lebte sie mit Bruder und Eltern 15 Jahre lang bei einer Familie, danach wohnte sie bis 2015 mit im Haus ihres Bruders. Betti arbeitete einige Jahre in einem Haushalt in Dombühl, danach als Zuschneiderin in einer Firma in Crailsheim und bis zur Rente in einer Firma in Schnelldorf. Seit 2015 lebte sie im Seniorenheim in Schnelldorf, wo sie sich wohl fühlte. Unser Mitgefühl ihrem Neffen Michael mit Frau Margret. Mit ihrem stillen, bescheidenen, hilfsbereiten und freundlichen Wesen war Betti überall beliebt. Auch Gastfreundschaft war ihr immer wichtig. Bei ihr fühlte man sich wohl. Sie freute sich immer, wenn sie ein Neuigkeiten von Zedlisch erfuhr. Danke, liebe Betti, für Deine Heimatliebe und Deine nette Art. Du wirst uns fehlen. Gott schenke Dir seinen ewigen Frieden. Am 29. Juli starb Traudl Stangl/Emmerling (Kläiwa). Auch unsere Kläiwa Traudl wird uns fehlen. Sie war am 5. März 1931 im Haus Nr. 29 geboren. Ihre Eltern war das Metzgers- und Landwirtsehepaar Josef und Hermine Emmerling. Sie hatte zwei jüngere Brüder, Edmund und Helmut, die bereits verstorben sind. Nach der Volksschule in Altzedlisch besuchte sie die Bürgerschule in Tachau. Über Emmering in Oberbayern kam die Familie 1946 nach Schönbrunn bei Floß in der Oberpfalz. Nach der Mittleren Reife in Weiden arbeitete Traudl als Kaufmännische Angestellte in Altenhammer. Aus finanziellen Gründen konnte sie sich den Wunsch, Lehrerin zu werden, nicht erfüllen. Sie besuchte dann noch ein Jahr die Landwirtschaftsschule in Weiden und heiratete 1958 Fritz Stangl, Bauer in Ellenbach. Traudl wurde eine begeisterte Bäuerin und Mutter von Waltraud, Josef und Maria. Nach der Hofübergabe an den Sohn war ihr das Kälbertränken bis ins hohe Alter wichtig. Ihr Mann, den sie mehrere Jahre gepflegt hatte, starb 2016. 1990 bis 1996 war Traudl die erste CSU-Frau im Flosser Gemeinderat. Auch im Vorstand des Frauenbunds war sie aktiv. Sie genoß hohes Ansehen, war liebenswürdig, gütig, aufgeschlossen, kontaktfreudig und heimatverbunden. Bis zu ihrem Lebensende war sie am Zeitgeschehen interessiert, insbesondere an geschichtlichen und politischen Zusammenhängen.
TERMINE n Freitag, 10. bis Sonntag, 12. September, Haider Loretofest: Freitag 17.00 Uhr Heilige Messe und Primizsegen mit Neupriester Pater Tomáš Kadlec aus Taus. Samstag 10.00 Uhr Wallfahrtsgottesdienst mit Bischof Tomáš Holub aus Pilsen in der Loreto; anschließend Prozession mit der schwarzen Muttergottes durch den Park zur Schloßkapelle; 19.00 Uhr deutsche Pilgermesse mit Pfarrer Georg Hartl aus Waidhaus in der Loreto; anschließend Kirchkaffee in der Sakristei. Sonntag 8.00 Uhr Heilige Messe mit Pater Martin Duchoslav in der Kirche Sankt Nikolaus.