Fokus Finanzen

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FOKUS.SWISS

Ein Investment, bestehend aus Kapital, Branchenkenntnis und Kontakten Selten zuvor waren innovative Unternehmen, die neue Lösungen auf den Weg bringen, so wichtig wie heute. Diese finanziell zu unterstützen und sie damit in ihrer Weiterentwicklung voranzutreiben, ist wichtig – und lohnt sich. Genau diesen Ansatz verfolgt Private Equity. «Fokus» nimmt Einblick in eine Anlagekategorie, bei der nicht nur Geld, sondern auch Wissen und Erfahrung fliessen.

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ehmen wir an, ein Technologie-Start-up hätte mit künstlicher Intelligenz sowie additiver Fertigung ein Produkt entwickelt, das den Markt der Medizinalprodukte nachhaltig revolutionieren dürfte. Vielleicht handelt es sich dabei um eine Prothese, welche die Bewegungsmuster der Patientin oder des Patienten «lernt» und mit der Zeit zu einer echten Erweiterung ihres oder seines Körpers wird. Oder stellen wir uns ein neuartiges, neurologisches Implantat vor, das sehbehinderten Menschen eine ganz neue Art der visuellen Wahrnehmung ermöglicht. Das Problem eines solchen innovativen Start-ups: Gute Ideen und Konzepte alleine genügen nicht. Und das Fertigen von Prototypen, das Durchlaufen von Abklärungsverfahren sowie das Durchführen von Studien braucht Zeit – und viel Geld. Und längst nicht jede Jungunternehmerin und jeder Jungunternehmer verfügt über das notwendige finanzielle Polster. Mehr als nur Geldfluss An dieser Stelle kommt Private Equity ins Spiel. Der englische Begriff steht gleichbedeutend für das deutsche Wort «Beteiligungskapital». Gemäss dem BVK (Bundesverband Deutscher

Kapitalbeteiligungsgesellschaften), investieren Private-Equity-Gesellschaften in vielversprechende Unternehmen und profitieren vom Gewinn, den diese Firmen generieren. Gleichzeitig ergeben sich für die so geförderten Betriebe neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Beteiligungskapital ist dabei weit mehr als nur das Zur-Verfügung-Stellen von Kapital: Private-Equity-Fonds investieren nämlich auch Zeit sowie viel Know-how in die Betriebe. Das bedeutet konkret, dass gemeinsam Unternehmensstrategien entwickelt, Expansionen geplant und Arbeitsabläufe optimiert werden. Laut BVK besteht ein weiterer essenzieller Nutzen von Private Equity im weitreichenden Netzwerk, über das Beteiligungsgesellschaften verfügen. Damit können Start-ups eine Reichweite erlangen, die ohne diese Hilfestellung undenkbar wäre. Private-Equity-Gesellschaften nehmen also aktiv Einfluss auf «ihre» Unternehmen und entwickeln sie weiter. Aus diesem Grund wird Private Equity auch als unternehmerisches oder gar intelligentes Kapital bezeichnet. Die Zeitspanne, während der eine Beteiligungsgesellschaft mit einer Firma verbunden bleibt, kann variieren und erstreckt sich je nach Fall und Branche über drei bis zehn Jahre.

Unterschiedliche Varianten Fachleute unterscheiden verschiedene Formen von Private Equity. Diese stehen in direkter Relation zum Reifegrad des Unternehmens, in das eine Beteiligungsgesellschaft investiert. Wenn ein junges Start-up unterstützt wird, spricht man in der Regel von «Wagniskapital». Das Beispiel vom Medtech-Jungunternehmen vom Beginn dieses Artikels würde definitiv in diese Kategorie fallen. Da sich solche Firmen über die klassischen Kreditwege schwertun, das notwendige Kapital anzusammeln, ist für sie die Zusammenarbeit mit Wagniskapital-Geber:innen entscheidend. Wenn eine Firma ihre Start-up-Phase bereits hinter sich gelassen und sich in ihrem Zielmarkt schon etabliert hat, spricht man im Private Equity von «Wachstumskapital». Der Name ist Programm: Das investierte Geld wird meist dazu verwendet, um die supportete Firma zu vergrössern, neue Sparten zu etablieren oder international zu expandieren. Wie bei Private Equity üblich, geht es auch hierbei nicht allein um das Bereitstellen von finanziellen Mitteln – zum Beispiel für neue Produktionsgeräte oder Infrastrukturen – sondern auch um die Weitergabe des entsprechenden Know-hows durch die Beteiligungsgesellschaft.

Die dritte Variante des Beteiligungskapitals stellt die sogenannte «Buy-Out-Finanzierung» dar. Hierbei beteiligt sich die Gesellschaft laut BVK mehrheitlich an einem nichtbörsennotierten Unternehmen – um es nach einiger Zeit gewinnbringend zu verkaufen. Der Konzern erhält dadurch die Gelegenheit, sich neu zu strukturieren und mit dem zur Verfügung stehenden Beteiligungskapital erfolgreich zu wirtschaften. Zu dieser Kategorie gehören auch die «Large Buy-Outs», die sich in Milliardenhöhe bewegen können. Der Einstieg für Private Und wie profitiert man nun als Privatanleger:in von Private Equity? Schliesslich war diese Anlageklasse aufgrund der hohen Einstiegsschwelle lange Zeit nur für eine institutionelle Anlegerschaft geeignet. Doch inzwischen existieren Private-Equity-Fonds, die das Kapital von Anlegerinnen und Anlegern bündeln und dieses Geld entweder in einzelne Unternehmen oder in Portfolios, bestehend aus mehreren Firmen, investieren. Die Nachfrage nach Privae Equity steigt: Laut einem Bericht der Credit Suisse vom letzten Oktober nimmt nicht nur die Anzahl der Schweizer Private-EquityGesellschaften zu, gemäss dem Research-Unternehmen Preqin haben sich die verwalteten Vermögen von in der Schweiz domizilierten Private-Equity-Manager:innen seit 2008 zudem mehr als versechsfacht.

BRANDREPORT • B&I CAPITAL AG

REITs: Immobilienbesitz ohne Aufwände B&I Capital hat sich auf den Real-Estate-Investment-Trust-Markt spezialisiert. Denn REITs bieten so einige Vorteile. Welche das sind, erklärt Fund Manager und CEO Charles Isaac im Interview.

Charles Isaac

Fund Manager & CEO

Herr Charles Isaac, wie unterscheiden sich REITs von anderen Anlagen? REITs sind eine Anlageklasse für sich. Einerseits teilen sie Ähnlichkeiten mit anderen Anlagen. Sie sind beispielsweise börsennotiert und so mit Aktien vergleichbar. Andererseits zeigen sie sehr sichere Dividendenerträge. Aus dieser Perspektive teilen sie auch

Eigenschaften mit Anleihen. Investoren in REITs halten Anteile an einer Gesellschaft, die Immobilien besitzt und diese aktiv verwaltet. Man kann sagen, als Inhaber eines REITs wird man zu einem Immobilieneigentümer ohne die Unterhaltsaufwände. Diese übernimmt das REIT-Management normalerweise zu tieferen Kosten, als wenn man die Immobilien selbst verwaltet und aktiv bewirtschaftet. Inwiefern können REITs ein Portfolio diversifizieren? Dazu gibt es akademische Studien, die zeigen, dass REITs eine gute Möglichkeit darstellen, ein Portfolio weiter zu diversifizieren. Investoren können durch diese Anlageklasse ihr Portfolio auf der Effizienzgrenze

Zurzeit besteht der REIT-Markt etwa je zur Hälfte aus traditionellen und aus wachsenden modernen Sektoren.

platzieren: Die Aufnahme von REITs in ein diversifiziertes Portfolio von Anleihen und Aktien erhöht die Rendite und reduziert zur selben Zeit die Volatilität. Denn auf lange Sicht zeigt sie eine relativ tiefe Korrelation zu Anleihen und Aktien, hingegen eine relativ hohe zu den Immobilienmärkten. Wie divers ist diese Klasse in sich selbst? Das ist ein wichtiger Punkt. Üblicherweise denkt man meist an konventionelle Arten von Immobilien wie Wohnhäuser, Bürogebäude oder Ladenflächen. Dabei gibt es weitere interessante Sektoren. Wir teilen den Markt in 25 verschiedene Sektoren und Subsektoren ein. Einige davon nennen wir «spezialisiert», wie zum Beispiel Landwirtschaftsflächen und Kindertagesstätten, andere wie Logistik und Gesundheit. REITs ermöglichen den Zugang zu diesen besonderen Sektoren. Darüber hinaus kann man in Regionen oder Länder investieren. Zurzeit besteht der REIT-Markt etwa je zur Hälfte aus traditionellen und aus wachsenden modernen Sektoren, wozu Logistik, Mobilfunkmasten und Datenzentren zählen. In dieser Diversität findet sich auch in schwierigen Zeiten ein performanter Sektor. Zudem

erlauben sie den Investoren, ihr Portfolio basierend auf ihrer Sicht des Makroumfelds zu positionieren. Welchen Einfluss haben Marktschwankungen und Inflation? Börsennotierte REITs unterliegen Marktschwankungen. So kann man kaufen, wenn der Preis für den zugrunde liegenden Wert zu niedrig liegt und umgekehrt. Dennoch sind sie solide, da das Letzte, was Menschen und Unternehmen in schwierigen Situationen tun, ist, ihren Standort aufzugeben. Die Inflation ist in diesem Fall ein zweischneidiges Schwert. Es steigen zwar die Zinsen, aber auch die Mieten und Immobilienpreise, und dies gegebenenfalls schneller.

Weitere Informationen unter bnicapital.com