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E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

APR 19

ENERGIE & NACHHALTIGKEIT

Interview

THOMAS STOCKER

Kann man das Klima noch retten? Lesen Sie mehr auf fokus.swiss.


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EDITORIAL

WWW.FOKUS.SWISS

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LESEN SIE MEHR...

Wir brauchen eine intelligente Klimapolitik

04 Energieeffizienz

12 Nachhaltig bauen

08 Solarenergie

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Recycling

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Interview:

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Zukunft

Thomas Stocker

FOKUS ENERGIE & NACHHALTIGKEIT. PROJEKTLEITERIN: Margrith Scherrer COUNTRY MANAGER: Pascal Buck PRODUKTIONSLEITUNG: Miriam Dibsdale

«W

TEXT:

ir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!» So hallt es seit einigen Wochen jeweils freitags auf den Schweizer Strassen, wenn tausende Schülerinnen und Schüler an Klimademonstrationen protestieren. Sie fordern, dass die Politik in Sachen Klima endlich vorwärts macht und ihnen eine lebenswerte Zukunft ermöglicht.

Und sie haben recht. Die Folgen einer ungebremsten Erderwärmung bedrohen unsere Lebensgrundlage. Die Schweiz mit ihren Gletschern und dem Permafrost, der unsere Berge zusammenhält, reagiert besonders sensibel auf diese Entwicklung. Ein Anstieg der Erderwärmung um mehr als 1,5 oder höchstens 2 Grad stellt eine existentielle Gefahr für viele Lebensräume dar. Biologische Vielfalt und Klima sind eng miteinander verbunden. Intakte Ökosysteme speichern CO2 in ihrer Biomasse. Sie tragen mit ihrer Vielfalt entscheidend zur Anpassungsfähigkeit des gesamten Erdsystems bei. Kurz: Sie sind unsere Lebensgrundlage! Die Zeit drängt. Der Bericht des internationalen Weltklimarats warnt eindringlich: Uns bleiben, nach jahrelangem Müssiggang, nur noch etwa zwölf Jahre, um griffige Massnahmen umzusetzen. Danach schwinden unsere Chancen rapide, die Erwärmung auf ein Mass zu beschränken, das keine katastrophalen Auswirkungen auf den Globus haben wird. Klimapolitik stockt Das Klimaabkommen von Paris und die Energiestrategie 2050 setzen Ziele für die Energiewende. Das ist wichtig. Sobald es jedoch darum geht, wie diese Ziele konkret erreicht werden sollen, wird es schwierig. So konnte sich der Nationalrat in der vergangenen Wintersession bei der

Inserat

Uns bleiben, nach jahrelangem Müssiggang, nur noch etwa zwölf Jahre, um griffige Massnahmen umzusetzen. Beratung des revidierten CO2-Gesetzes nicht auf Massnahmen einigen, die den CO2-Ausstoss in der Schweiz wirksam beschränken. Am Ende ist die Vorlage ganz gescheitert und der Ständerat beginnt seine Beratung bei null. In mehreren Kantonen hat die Stimmbevölkerung Massnahmen im Gebäudebereich abgelehnt – etwa die Forderung, dass Neubauten zwingend auch erneuerbare Energie produzieren sollen oder, dass ausgemusterte Heizungen durch Systeme mit erneuerbaren Energien ersetzt werden. Jüngstes Beispiel ist der Kanton Bern, der im Februar das neue Energiegesetz knapp verworfen hat. Die Lösungen sind bekannt Das Wissen und die Technologien für eine 100 Prozent erneuerbare und CO2-freie Energieversorgung sind in der Schweiz längst vorhanden. Die Energiewende kann mit neuen erneuerbaren Energien und der bestehenden Wasserkraft umgesetzt werden. Volkswirtschaftlich ist der Umstieg auf erneuerbare Energien sogar günstiger als ein Festhalten an klimaschädlichen Technologien. Die erneuerbare Zukunft schafft Arbeitsplätze und einheimische Wertschöpfung. Das belegen auch die Firmen und Organisationen, die auf den folgenden Seiten konkrete Lösungsansätze präsentieren.

Moreno Oehninger, Remo Bürgi TITELBILD: zvg LAYOUT: Anja Cavelti DISTRIBUTIONSKANAL: Tages-Anzeiger

Dr. Urs Leugger-Eggimann

DRUCKEREI: DZZ Druckzentrum AG

SMART MEDIA AGENCY AG Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch

Nils Epprecht

Über die Autoren Dr. Urs Leugger-Eggimann ist Zentralsekretär von Pro Natura und Vorsitzender der Umweltallianz, dem Zusammenschluss der grossen Schweizer Umweltorganisationen (www.umweltallianz.ch) Nils Epprecht ist Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung SES und Mitglied der Umweltallianz TEXT DR. URS LEUGGER-EGGIMANN, NILS EPPRECHT

Viel Spass beim Lesen! Margrith Scherrer Project Manager

ANZEIGE

Neue Bildungsgänge Okt. 19 Techniker/-in HF für Energieeffizienz (3 Jahre) KMU-Energiemanager/-in NDS HF (1 Jahr) Höhere Fachschule für Energie, Technik und Wirtschaft mit eidg. anerkannten Bildungsgängen, CH-4800 Zofingen


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BURCKHARDT+PARTNER AG BRANDREPORT

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Sozialverträglich schön: Bauen für Generationen Das Architekturbüro Burckhardt+Partner orientiert sich bei der Planung und Realisierung seiner Projekte an den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung. Ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte werden dabei gleichermassen in die Lösungs- und Entscheidungsfindung miteinbezogen. Ausgehend von der Begrenztheit der natürlichen Lebensgrundlagen werden Projekte ressourcenschonend, bedürfnisgerecht und zukunftsorientiert entwickelt. Nachhaltiges Bauen in drei Facetten – als Freiraumgestaltung mit Begrünung, Bürogebäude mit Photovoltaik-Fassade oder Wohnungsbau mit Hofsituation.

Grüner Erholungsraum Der MFO-Park in Zürich Nord ist ein dreidimensionaler Garten in einer gigantischen Dimension. Mit seinen 100 Metern Länge, 34 Metern Breite und 18 Metern Höhe ist er die grösste Gartenlaube der Welt. Üppig wuchernde Pflanzen hüllen die doppelwandige, von Maschendraht überzogene Konstruktion – eine nach drei Seiten offene Treillage in alter gartenkünstlerischer Manier – ein. Die Jury würdigte das Projekt auf dem ehemaligen Industriegebiet der Maschinenfabrik Oerlikon bei der Preisverleihung vor 20 Jahren als neue Art von Park, als Erholungsraum, der eine eindrückliche Vision formuliert. Der grosszügige Hallenraum wird im hinteren Teil von vier Drahtkelchen unterbrochen: ein Hain im Kletterpflanzenwald. Vier Wasserbecken reflektieren das einfallende Licht. Die Zwischenräume der Doppelwände

sind durchzogen von Treppenläufen, Wandelgängen und auskragenden Loggien. Zuoberst auf dem Dach liegt das Sonnendeck. Es entsteht ein präziser architektonischer Körper, gebildet von filigranem Blattwerk, erfüllt von grünem Lichtspiel und flüchtigen Düften, frei von Zwecken und allen Sinnen offenstehend. Im verdichteten Stadtraum von Zürich Oerlikon, zwischen Wohnungs- und Dienstleistungsbauten für Tausende von Menschen, ist der MFO-Park ein innovativer Erholungsraum. Er ist nachhaltig, weil die begrünte Park-Architektur die Aufenthaltsqualität im Quartier wesentlich verbessert. Der reizvoll gestaltete Aussenraum wird zum Ort der Begegnung. Lädt unterschiedliche Menschen ein, sich auszutauschen und zu verweilen. Nachhaltig, weil er als Ausgleich zur intensiven Nutzung des Gebiets ökologisch einen Ausgleich schafft und in

seiner Dreidimensionalität seine Oberfläche und damit den Park-Raum stark vergrössert.

Burckhardt+Partner AG

Ob Sonnenbad auf der Dachterrasse, Fussballspiel mit Kollegen oder Flirt zwischen den Hecken: Der MFO-Park lässt vielfältigste Nutzungen zu und deckt damit unterschiedlichste gesellschaftliche und soziale Bedürfnisse ab. Die grosse Fläche ist individuell nutzbar, eignet sich für Sport und Spiel, für Treffen aller Art oder Anlässe wie Filmvorführungen, Konzerte und Theatervorstellungen – alles mit barocker Heckenkulisse. Die Atmosphäre und der Raum sind stark durch die Jahreszeiten und die Witterung geprägt. Licht, Luft, Hitze und Regen werden durch die Pflanzen gefiltert, was zu eindrücklichen Stimmungsveränderungen führt. In nächtlicher Beleuchtung erscheint das Park-Haus von Burckhardt+Partner in Arbeitsgemeinschaft mit Raderschall Landschaftsarchitekten als plastisches Objekt.

Burckhardt+Partner ist ein unabhängiges, in der Schweiz führendes Architektur- und Generalplanungsunternehmen. Die Firma wurde 1951 in Basel gegründet. Noch heute hat das mittlerweile auch international agierende Architekturbüro dort seinen Hauptsitz und führt mit Zürich, Bern, Lausanne und Genf vier weitere Standorte in der Schweiz sowie drei in Deutschland. Es ist dabei, sich den deutschsprachigen Markt zu erschliessen und sein internationales Netzwerk zu erweitern. Burckhardt+Partner hat die Architektur in der Schweiz wesentlich geprägt, sich stetig weiterentwickelt und zählt heute rund 395 Mitarbeitende.

Solarenergie wird Architektur Mit dem Grosspeter Tower entstand an prominenter Lage in Basel – unmittelbar beim Autobahnanschluss A2/A3 und in der Nähe des Bahnhofs SBB – eine attraktive Adresse für Unternehmen. Der 78 Meter hohe Tower ragt in die Stadtsilhouette Basels und schafft als eigenständiges Wahrzeichen am Eingang der Stadt eine neue städtebauliche Akzentuierung. Mit seiner Höhe und Architektur ist der Grosspeter Tower zu einem der markantesten Gebäude der Stadt geworden. Seine Form basiert auf der Idee zweier ineinandergreifender Volumina aus Turm und Sockel. Diese nehmen die beiden Nutzungen auf: Im sechsgeschossigen Sockelbereich sind Büroflächen und das Hotel mit grosszügigen, gemeinsam genutzten Lobby-, Empfangs- und Konferenzräumen angeordnet. Im Turm werden weitere 11 000 m2 Büroflächen angeboten. Fassaden sind das prägende Element eines Gebäudes und vermitteln im Stadtbild einen

wichtigen ersten Eindruck für Nutzer und Passanten. Mit der Energiewende stellt sich für Architekten eine neue gestalterische Herausforderung: Wie finden saubere Energieproduktion und Architektur zusammen?

Fenster zum Hof Auf einem ehemaligen Industrieareal im Kleinbasler Hirzbrunnenquartier hat Burckhardt+Partner die erste 2000-Watt-Siedlung in der Region Basel geplant und realisiert. Die Wohnüberbauung Schorenstadt besteht aus 43 Reihen- und zwei Mehrfamilienhäusern mit 22 Eigentumswohnungen und wurde 2015 fertiggestellt. Die Transformation vom eingezäunten Industrieareal hinter dem Bahndamm zum attraktiven Lebensort mit vielen privaten und öffentlichen Grünflächen und damit einer hohen Sozialverträglichkeit ermöglicht gerade jungen Familien nachhaltiges und natürliches Wohnen in Zentrumsnähe. Mit der sogenannten Schorencharta verpflichten sich die Bewohner einer verantwortungsvollen Gemeinschaft und zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Bei Einzug unterzeichnet, regelt die Charta das soziale und ökologische Leben in der autoreduzierten Siedlung. Die nachhaltigen Lösungen im Alltag sehen beispielsweise Ladestationen für Elektrofahrzeuge, einen Car-Sharing-Standort und lebenslange Abonnemente für den öffentlichen Verkehr vor. Mit der verbesserten Anbindung des Hirzbrunnenquartiers daran und der neuen Quartierschule gibt die Siedlung damit selbst positive Impulse ab in die umliegende Nachbarschaft. Die Schorenstadt setzt Massstäbe für zukunftsfähigen Wohn- und Lebensraum gemäss der 2000-Watt-Gesellschaft. Nebst siedlungseigener Photovoltaikanlage und CO2-neutraler Holz-Fernwärme bezieht die Schorenstadt auch Ökostrom. Mit ihrer ressourcenschonenden Bauweise erzielt die Siedlung hervorragende Energie-Werte und erfüllt den Standard Minergie-P-Eco. Die Reiheneinfamilienhäuser sind aus dem Holz einheimischer Bäume gebaut, die Mehrfamilienhäuser jedoch hybrid: Betonkerne und Betonrückgrat sind teilweise aus Recyclingbeton gefertigt. Das macht die Schorenstadt lebenswert und nachhaltig.

Beim Projekt Grosspeter Tower von Burckhardt+Partner – Eigentümer PSP Swiss Property – wird aufgezeigt, wie Solarenergie nicht nur als Materialthema behandelt werden kann, sondern zum dominierenden und gleichzeitig überzeugenden architektonischen Thema wird. Aus den höchsten Qualitätsansprüchen an die Gesamtkonzeption des Gebäudes resultiert der hervorragende ökoeffiziente Fussabdruck. Photovoltaikflächen wurden in die geschlossenen Fassadenflächen und auf dem Dach integriert. Das Erdwärmesondenfeld versorgt die Wärmepumpenheizung und Kältemaschine mit geothermischer Energie. Der Zero-Emission-Betrieb bestätigt das Gütesiegel für nachhaltig gestaltete Bauwerke.


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ENERGIEEFFIZIENZ

WWW.FOKUS.SWISS

Energieeffizient durch den (Büro)-Alltag Schülerinnen und Schüler bleiben dem Unterricht fern und demonstrieren auf der Strasse. Was sie fordern? Die Ausrufung des Klimanotstandes in den Schweizer Städten. Damit soll das Thema Klimawandel endlich wieder in den Vordergrund rücken. Doch nicht nur im Autoverkehr, in der Industrie oder der Landwirtschaft kann man zur Emmissionsreduktion beitragen, sondern jeder Einzelne kann etwas dagegen unternehmen – im Büro sowie zu Hause. TEXT MORENO OEHNINGER

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as Schlagwort hierfür lautet Energieeffizienz. Das bedeutet einfach gesagt: Je niedriger die verbrauchte Energie zur Erreichung des Nutzes ist, desto effizienter wird die Energie genutzt. Dieses Prinzip lässt sich beispielsweise auf alle elektronischen Geräte im Büro sowie in den eigenen vier Wänden anwenden. So kann man mit minimalem Aufwand den Energieverbrauch immens optimieren. Energieeffizienz ist rentabel Dass es für Unternehmen nicht nur wirtschaftlich profitabel ist, die Energieeffizienz zu steigern, sondern die Betriebskosten senken kann, bestätigt auch Gian Cavigelli, Teamleiter der EKZ-Energieberatung: «In den meisten Fällen können bereits durch kleinere Massnahmen wie der Optimierung der Gebäudetechnik bis 15 Prozent Energiekosten gesenkt werden. Dies zahlt sich innert kürzester Zeit aus.» EDV-Nutzung optimieren Computer, Drucker und Kopierer, das sind die Stromfresser schlechthin im Büro. Den grössten Teil der Energie, meistens über 50 Prozent, verbrauchen diese aber im Stand-by Modus, also dann, wenn das Gerät zwar eingeschaltet, aber nicht benutzt wird. Wenn die Geräte nach getaner Arbeit nicht vom Stromnetz getrennt werden, fressen diese weiter Energie – die Nacht hindurch oder auch an den Wochenenden.

zur Verbesserung der Energieeffizienz bei. Es lohnt sich, die Mitarbeitenden zu sensibilisieren, denn bei der täglichen Arbeit kann oft auf einfache Weise Energie gespart werden.» Die Computer bieten bereits zahlreiche Möglichkeiten, Energie zu sparen. Nur schon wenn man auf den Bildschirmschoner verzichtet oder beim PC nach fünf Minuten der Ruhezustand einsetzt, wird enorm viel Strom gespart. Anstatt mehrere Drucker, Scanner und Kopierer in verschiedenen Büros zu nutzen, ist ein zwar teureres, aber viel sparsameres Multifunktionsgerät besser geeignet. Steckerleisten mit Schalter, aber auch Zeitschaltuhren trennen am Feierabend den Arbeitsplatz vom Stromnetz und optimieren somit den Energieverbrauch. Auf Energie-Zertifikat achten Beim Zulegen oder Ersetzen des Inventars empfiehlt es sich, auf anerkannte Zertifikate zu achten. Das amerikanische Energy Star Label bescheinigt beispielsweise, dass die gekennzeichneten Geräte energiesparend sind. So können Unternehmen bereits beim Kauf energieeffiziente Geräte erkennen.

So spart die Privatperson Energie Auch privat bieten sich viele Möglichkeiten, Energie zu sparen und Vorgänge oder Geräte zu optimieren. Leider pflücken sich die meisten nur das raus, was sie nicht einschränkt. Aber es ist durchaus attraktiv, energieeffizient zu sein. Es komme auf die Einstellung an, meint Felix Nipkow, Projektleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung. «Es stellt sich die Frage: Möchte man lieber Teil des Problems oder Teil der Lösung sein?» Energieeffizient zu sein bedeute nicht Verzicht, sondern bewusste Konsumation. Mit dem gesparten Geld könne man beispielsweise das Arbeitspensum reduzieren, um mehr Freizeit zu geniessen. Dies fängt in den eigenen vier Wänden an. Wenn man bereits beim Heizen anstatt auf 22 Grad nur auf 20 Grad erwärmt, spart man rund zwölf Prozent Energie. Dabei ist dies erst noch gesünder, da die Luft nicht so trocken ist. «Lieber kurz und heftig lüften, statt mit Kippfenstern über längere Zeit», rät Nipkow. Elektroheizungen sollte man schleunigst auswechseln, da diese unglaublich ineffizient sind und enorm viel Strom benötigen. Die nächste Hürde,

Wenn man bereits beim Heizen anstatt auf 22 Grad nur auf 20 Grad erwärmt, spart man rund zwölf Prozent Energie.

Der beste Weg Energie einzusparen ist also, seine eigenen Abläufe und Prozesse zu überprüfen. Dafür ist eine Sensibilisierung der Mitarbeiter essentiell. Dies bestätigt auch Gian Cavigelli: «Die Mitarbeiter tragen erheblich

die es zu bewältigen gilt, ist die Beleuchtung. Denn rund 15 Prozent des gesamten Energiebedarfs entfallen dafür. Am besten verwendet man LED-Lampen oder Energiesparlampen. Moderne Leuchtmittel verbrauchen nicht nur viel weniger Energie als Glühbirnen oder Halogenlampen, sondern halten oftmals auch um ein Vielfaches länger. Bei Treppenhausbeleuchtungen und ähnlichen Anwendungen können Bewegungsmelder sicherstellen, dass Energie nicht unnötig verschwendet wird. Bestgeräte kaufen Beim Kauf von neuen elektronischen Geräten sollte man Webseiten miteinbeziehen. Seiten wie www.topten.ch beispielsweise sind unabhängige Plattformen. Sie listen die effizienten, umweltfreundlichen und qualitativ hochstehenden Produkte auf – vom Kühlschrank bis zum Auto. Langlebigkeit und Reparierbarkeit sind ausserdem wichtige Merkmale, auf welche man achten sollte, um effizient Energie zu sparen. Liegenschaftsbesitzer können zudem ihr Eigenheim jederzeit einer Energieberatung unterziehen, um sich über die Möglichkeiten von energetischen Sanierungen, Photovoltaikanlagen und dergleichen zu informieren. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 sind wir aber bereits auf guten Wege, wie der Bund selbst im Monitoringbericht verlauten liess. Der Endenergieverbrauch sowie der Stromverbrauch pro Kopf haben bereits die Zielwerte von 2020 erreicht. Mit den geschilderten Massnahmen können Privatpersonen und Firmen ihren Beitrag leisten und somit massgeblich dazu beitragen, dass die Schweiz auf dem richtigen Weg bleibt.

BRANDREPORT AVELON

Wie gut verstehen Sie sich mit Ihrem Zuhause? Für viele private HauseigentümerInnen und MieterInnen ist professionelles Gebäudemonitoring noch Neuland. Dabei sind die Vorteile auch im Heimgebrauch offensichtlich. Seit kurzem kann der kostengünstige Raumfühler «Wisely» über die Online Händler Brack.ch und Digitec bezogen werden.

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ie Produkte und Services der Zürcher Firma Avelon finden seit rund 17 Jahren im Bereich der professionellen Bewirtschaftung und Überwachung von Gebäuden ihren Einsatz. Leo Putz, CEO von Avelon, ist überzeugt, dass der Mehrwert, von dem heute vor allem Systemintegratoren und Facility Manager profitieren, den HauseigentümerInnen und MieterInnen nicht vorenthalten werden sollte. Raumklima und Luftqualität Der Avelon Wisely ist im Handumdrehen installiert und zeichnet lückenlos ausgewählte Parameter auf. Er überwacht diese und sendet eine Meldung, wenn grosse Abweichungen auftreten sollten. So misst er zum Beispiel die Raumtemperatur, die Luftfeuchtigkeit und in einer erweiterten Version, mittels einer CO₂-Messung, sogar die Luftqualität. So können allfällige Baumängel oder Optimierungspotential beim Energieverbrauch aufgezeigt werden. Davon abgesehen, kann der Wisely auch genutzt werden, um einem Weinliebhaber eine Meldung zu senden, sollte sein Weinkeller von der Idealtemperatur abweichen.

Dreifache Datensicherheit Der Wisely verwendet das Long Range Wide Area Network (LoRaWAN), um die Daten auf eine Cloudplattform zu senden. Dort werden sie aggregiert und können schliesslich auf einem Smartphone eingesehen werden. Die Messdaten sind dabei gesichert, doppelt verschlüsselt und in der Schweiz gehostet.

Der Avelon Wisely ist im Handumdrehen installiert und zeichnet lückenlos ausgewählte Parameter auf. Ein Wisely Leuchtturm Projekt Die Baugenossenschaft Zurlinden (BGZ) - die grösste auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Baugenossenschaft der Schweiz - hat zusammen mit der Hochschule Luzern (HSLU) und mit Unterstützung des Bundesamts

für Energie ein Projekt lanciert, um Energieeinsparungen durch Sensibilisierung der MieterInnen zu erzielen. «Wir verfolgen seit ca. 15 Jahren das Ziel ‹2000-Watt-Gesellschaft›. Neben unseren modernsten technischen Anlagen haben die BewohnerInnen den grössten Einfluss auf die Energieeffizienz», sagt Stefan Kälin, Vizepräsident der BGZ. «In Zusammenarbeit mit der HSLU wollen wir mit dem Projekt deshalb unsere MieterInnen sensibilisieren, ihren Wärmeverbrauch nachhaltig zu reduzieren und dadurch auch Kosten zu sparen.» Rund 2/3 des Energiebedarfs im Haushalt fürs Heizen «Wir haben in der Baugenossenschaft fast 140 vergleichbare Wohnungen, doch der jeweilige Energieverbrauch variierte teilweise stark», ergänzt Stefan Kälin. «Dank dem Wisely können wir nun den Energieverbrauch schon vor der jährlichen Heizkostenabrechnung sichtbar machen.» Reto Marek von der HSLU sagt zur technischen Umsetzung mit den Avelon Wiselys: «Wir haben Vergleiche mit verschiedenen Varianten gemacht. Die Lösung

mit den Avelon Wiselys war die kostengünstigste und praktikabelste. Der Wisely braucht dank der Funktechnologie LoRaWAN weder Verkabelung noch WLAN. Das war uns wichtig, da wir nicht ins Heimnetz der MieterInnen eingreifen wollten.» Mehr Informationen zum Avelon Wisely unter: wisely.eco und avelon.com


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REPOWER BRANDREPORT

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«Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung» Kurt Bobst ist langjähriger CEO des Bündner Energieunternehmens Repower und ein Kenner der Branche. Mit der Energiewende will die Schweiz ein über 100 Jahre aufgebautes Elektrizitätsversorgungssystem umbauen. Im Interview spricht Kurt Bobst über die Herausforderungen und die Chancen, die dieser Megatrend für Elektrizitätsunternehmen mit sich bringt. Kurt Bobst, die Energiewende ist ein Gebot der Stunde. Ist die Schweiz mit ihrer Energiestrategie 2050 auf Kurs? Die Schweiz hat sich mit der Energiestrategie 2050 sehr viel vorgenommen. Einige der Ziele werden schwierig zu erreichen sein, doch im Grundsatz ist die Energiewende absolut richtig. Die Reduktion des CO2-Ausstosses, der Ausbau von nachhaltig produzierter Energie, das sind alles Ziele, die wir bei Repower unterstützen. Ist die Schweiz in einer guten Ausgangslage? Die Schweiz hat mit über 60 Prozent erneuerbarer Energieproduktion, basierend vor allem auf Wasserkraft, eine sehr gute Ausgangslage. Wir von Repower arbeiten sehr intensiv daran, die erneuerbare Energieproduktion weiter zu stärken. Die Herausforderungen sind aber gross und dürfen nicht unterschätzt werden. Der Ausbau der Wasser- und Windkraft stockt derzeit an vielen Orten aus verschiedensten Gründen. Droht der Schweiz beim konsequenten Umbau auf erneuerbare Energiequellen eine Versorgungslücke? Wir müssen das realistisch betrachten. In der Schweiz werden wir aufgrund der absehbaren Abschaltung der Atomkraftwerke über kurz oder lang rund 40 Prozent unserer Stromproduktion ersetzen müssen. Ein Teil davon soll durch eine Importstrategie kompensiert werden. Ein Blick über die Grenze zeigt aber, dass Deutschland ihre Kohle- und Atomkraftwerke abschalten wird, Italien selbst ein Importland ist, in Frankreich ungewiss ist, was entschieden wird und Österreich keine unbegrenzten Kapazitäten hat. Vor diesem Hintergrund ist es dringend angezeigt, die alternativen Produktionsmöglichkeiten in der Schweiz genau zu analysieren. Diese

Kurt Bobst CEO Repower

Diskussion muss die Schweiz in den nächsten vier, fünf Jahren vertieft führen. Was bedeutet die wachsende Dezentralisierung durch Photovoltaikanlagen, Speicher und Elektroautos für Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber wie Repower? Die grösste Herausforderung wird es sein, auch in Zukunft eine stabile Netzsituation sicherstellen zu können. Dazu müssen wir die Flexibilität auf der Produktions- und Verbraucherseite künftig besser nutzen und Speicherkapazitäten optimal einsetzen. Das betrifft unsere Speicherseen genauso wie kleine, dezentrale Stromspeicher in Quartieren und Häusern. Unsere Aufgabe als Netzbetreiber wird darin bestehen, all diese produzierenden und konsumierenden Einheiten miteinander zu verbinden. Kurz: Produktion und Konsum müssen mit neuen Steuermechanismen besser aufeinander abgestimmt werden. Die Stichworte sind bekannt: Smartgrid, Smartmetering, Smarthome etc. Wir stehen aber erst am Anfang der Entwicklung. Welche Rolle spielen neue Technologien auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung?

Ich bin überzeugt, dass wir bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 Instrumente brauchen, die auf digitalen Lösungen basieren, um den Stromkonsum besser auf die Stromproduktion anpassen zu können. Wir hatten in der Vergangenheit die Situation, dass wir jeweils genau so viel Strom produziert hatten, wie gerade verbraucht wurde. In Zukunft läuft es umgekehrt. Wir müssen dann den Strom verbrauchen, wenn er produziert wird. Das ist der eigentliche Paradigmenwechsel. Was trägt Repower als Energieunternehmen zur Energiewende bei? Unsere primäre Aufgabe ist die Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Deshalb müssen wir zu den Produktionsanlagen für erneuerbare Energie, die wir haben, unbedingt Sorge tragen und einen allfälligen Ausbau der Wasserkraft nicht behindern. Weiter müssen wir den Kunden helfen, ihre eigenen Möglichkeiten zur Stromproduktion auszuschöpfen. Beispielsweise durch den Zubau von eigenen Photovoltaikanlagen und Speichermöglichkeiten. Und zuletzt ist es wichtig, dass wir die Instrumente, welche die Harmonisierung von Produktion und Verbrauch sicherstellen, für die Kunden bereitstellen können. Haben Energieunternehmen für diese Aufgaben denn schon konkrete Lösungen? Unser Kerngeschäft ist wie erwähnt die Versorgungssicherheit. Diese stellen wir sicher, indem wir konstant in unsere Anlagen und unser Netz investieren. Mit Produkten wie SUN@HOME stellen wir als Repower AG unseren Kunden ausserdem Gesamtlösungen für Solaranlagen und dezentrale Speicherung inklusive Steuerung zur Verfügung. Für die Harmonisierung von Produktion und Verbrauch haben wir SMARTPOWER entwickelt. Das ist unser digitaler Smartmeter, der es unseren Kunden

ermöglicht, ihren Stromkonsum aktiv zu steuern. Der Smartmeter nimmt auch automatisierte Steuerungen vor und stellt damit die Netzstabilität sicher. Grosse Veränderungen sind auch im Verkehr zu erwarten. Ist die Schweiz für eine flächendeckende Elektromobilität gerüstet? Die Herausforderungen sind auch hier gross. Zum einen muss die dafür notwendige Energiemenge zur Verfügung gestellt werden. Zum andern – und das sehe ich als die grössere Herausforderung – muss auch die entsprechende Energieleistung zur Verfügung gestellt werden. Stellen Sie sich vor, wenn am Morgen zwischen sieben und neun Uhr die halbe Schweiz am Arbeitsplatz ihr Elektroauto an die Ladestation anhängt und dasselbe dann nochmals nach Feierabend zu Hause passiert. Der Leistungsbedarf wird in diesen Situationen enorm sein und es wird die Aufgabe der Netzbetreiber sein, diese Leistungen zur Verfügung zu stellen. Wie bringt Repower die Elektromobilität in Fahrt? Wir sind mit PLUG’N ROLL, unserem Full-Service-Provider für Elektromobilitätslösungen, seit bald drei Jahren auf dem Markt und gut positioniert. Wir bieten intelligent aufgebaute Ladeinfrastrukturen und stellen sicher, dass die Elektromobilität dank einer einfachen Abrechnung alltagstauglich wird. Doch auch hier gilt: Wir stehen erst am Anfang einer vielversprechenden Entwicklung.

ELECTROSUISSE BRANDREPORT

Spektrum Energieeffizienz Die rund um die Uhr zur Verfügung stehende Energie ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Bewusstsein des sparsamen Umgangs mit den Ressourcen sowie Nachhaltigkeit beschäftigen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Als Fachverband bietet Electrosuisse verschiedene Lösungsmodule an.

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lectrosuisse ist der führende Fachverband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik. Als unabhängige und neutrale Fachorganisation bietet Electrosuisse Leistungen und Produkte rund um Inspektion, Beratung, Prüfung, Zertifizierung, Normung und Weiterbildung an. Mit der Veranstaltung etablierter Branchen-Events und Fachtagungen setzt sich der Verband für den Wissenstransfer und fachlichen Austausch ein und stärkt das Technik-Netzwerk. Bei all diesen Tätigkeiten steht die Förderung der sicheren, wirtschaftlichen und umweltgerechten Erzeugung und Anwendung von Elektrizität im Zentrum.

Energieeffizienz im Betrieb Die Anlage heizt nach draussen, das Licht brennt im leeren Gebäude oder Heizung und Kühlung liefern sich einen sinnlosen Wettkampf um den angestrebten Temperaturwert. «Betrieb ohne Nutzen» ist das Effizienzthema, das die Energieexperten von Electrosuisse bei ihrer Arbeit am häufigsten antreffen. Ebenfalls verbreitet sind mangelhaft eingestellte Systeme, denn auch eine Topanlage verliert an Wirkkraft, wenn sie nicht laufend überwacht und auf die übrigen Gewerke abgestimmt wird.

Electrosuisse kennt sich auf diesem anspruchsvollen Terrain der Energieeffizienz aus und hilft den Unternehmen Energie- und Betriebskosten zu sparen. Ein Beispiel: So führte die Beleuchtungsoptimierung des grössten Autobahntunnels der Schweiz zu einer Energieeinsparung in der Grösse von 500 Einfamilienhäusern. Effiziente Mobilität Elektroautos haben den Vorteil, dass sie mit erneuerbarem, einheimischem «Treibstoff» betrieben werden können. Dennoch sind die Fragen vielfältig und das Informationsbedürfnis ist noch immer sehr gross. Wie weit komme ich im Alltag mit einem Elektrofahrzeug? Wie und wo werden Autos mit alternativen Antrieben betankt, respektive geladen? Was kosten effiziente Fahrzeuge über ihren gesamten Lebenszyklus? Welcher Antrieb passt am besten zu meinen Ansprüchen und Gewohnheiten? Zahlen und Fakten Gegründet 1889 Hauptsitz Fehraltorf Niederlassung Bulle Mitarbeitende 230 Mitglieder 4 500 Fachleute und mehr als 2 100 Firmen Zertifiziert ISO 9001 und ISO 29990

Electrosuisse Luppmenstrasse 1 8320 Fehraltorf T 044 956 11 11 www.electrosuisse.ch

Electrosuisse bietet mit ihren schweizweiten Veranstaltungen «Driving Experience» die Gelegenheit, sich über effiziente Fahrzeuge nicht nur zu informieren, sondern sie auch gleich Probe zufahren. Unter www.e-mobile.ch sind Informationen zu den Veranstaltungsdaten «Driving Experience» sowie über effiziente Fahrzeuge und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur abrufbar.

Fachinformationen Sei es in Form von Fachbeiträgen in der Fachzeitschrift «Bulletin» gedruckt oder online unter bulletin.ch oder an den Fachveranstaltungen von Electrosuisse. Blog Electrosuisse: Interessante Beiträge zu aktuellen Projekten, Veranstaltungen oder Themen. Besuchen Sie uns auf blog.electrosuisse.ch - bleiben Sie mit uns informiert. Speziell möchten wir auf die beiden Fachtagungen hinweisen: «Energien der Zukunft» am 14. Mai 2019. Diese Veranstaltung spricht eher den Planer sowie auch Behörden an und hat das Ziel, den bisherigen Fortschritt im Ausbau erneuerbarer Energien und im Effizienzgewinn einzuschätzen und quantitativ auf das Jahr 2030 zu prognostizieren. electrosuisse.ch/energiezukunft «FaktorEnergie» am 31. Oktober 2019, zeigt dem Praxisanwender Möglichkeiten auf, wie die Blackbox mit ihren Energieflüssen analysiert und entwirrt wird. Energieeffizienz mit Kennzahlen aus der Prozess- und Systemwelt spielt eine Schlüsselrolle. electrosuisse.ch/faktor-energie


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BRANDREPORT IWK

Strom, Wärme und Kohle aus Holz – Ein Bollwerk gegen den Klimawandel Holz als erneuerbarer Energieträger ist der verlässlichste Rohstoff zur Stromgewinnung. Komplett witterungsunabhängig und jederzeit nach Bedarf verfügbar.

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aldhackgut ist der Brennstoff für hochmoderne Holzkraftwerke. Erneuerbar, kostengünstig, regional erhältlich und absolut feinstaub- und rückstandsfrei in saubere Energie umwandelbar. Wie das geht? Die Firma SynCraft aus Schwaz in Tirol demonstriert es eindrucksvoll. Brennstoffnutzungsgrad 92 Prozent Im Holzkraftwerk von SynCraft wird frisches Waldhackgut mit Abwärme aus dem Verarbeitungsprozess zuerst getrocknet. Das getrocknete Hackgut wird thermochemisch in einen gasförmigen Brennstoff übergeführt und schlussendlich in einem Motor mit Generator in Strom und Wärme gewandelt. Als Bonus liefert das Holzkraftwerk zusätzlich noch hochwertige Holzkohle zum Verkauf als Bodendünger, Tierfutterergänzung oder auch als Grillkohle. So können dort, wo normalerweise

Entsorgungskosten zu erwarten wären, Einkünfte aus einem neuen Rohstoff erzielt werden. Aus 1 kW Brennstoff stellt das Holzkraftwerk annähernd 0,3 kW Strom und 0,6 kW Wärme zur Verfügung. Ohne jeden Zusatzaufwand. Das Waldhackgut wird direkt vom Wald ins Holzkraftwerk gebracht. Eventuelle Fremdkörper wie Steine oder Metallteile können am Fusse des Schwebefestbettreaktors abgezogen werden. Emissionsfreie Energiegewinnung aus Holz – wie geht das? Möglich wird diese emissionsfreie Energiegewinnung durch die patentierte Schwebefestbett-Technologie von SynCraft: Anstatt Asche oder Reststoffe entsteht als Nebenprodukt wertvolle und qualitativ hochwertige Holzkohle. Holzkohle ist dabei nichts anderes als der Atmosphäre

entzogenes CO2. Wird diese Holzkohle dann zum Beispiel als Bodendünger genutzt, bleibt das gebundene CO2 stabil im Boden über Jahrhunderte gespeichert. Wie eine Lebenszyklusanalyse unseres Holzkraftwerks wissenschaftlich belegt gelingen damit sogar negative CO2-Emissionen. In Österreich, Italien, Kroatien und Japan sorgt das Holzkraftwerk bereits für Strom Während in Österreich und Italien diese Kraftwerke schon seit Jahren erfolgreich arbeiten, entsteht zum Zeitpunkt ein weiteres Holzkraftwerk in Kroatien. Der bisher grösste Exporterfolg für das innovative Tiroler Unternehmen ist der Bau einer 4-fach Anlage in Shingu City, Japan, welche 3 900 Haushalte mit Strom versorgen wird. Während die japanische Zeder herkömmliche Biomassekraftwerke an ihre Grenzen bringt, hat die Tiroler Technik ihren klaren Vorsprung in Sachen Brennstoffflexibilität und Nutzungsgrad unter Beweis gestellt. Schlüsselfertig aus einer Hand Die Ingenieure der Firma SynCraft erarbeiten je nach regionaler Anforderung ein individuelles Wärmenutzungskonzept für jeden Standort. Auf Kundenwunsch wird auch ein Trocknungskonzept erarbeitet. Somit wird gewährleistet, dass jedes Holzkraftwerk mit dem regional anfallenden Brennstoff hocheffizient arbeitet und der höchstmögliche Nutzungsgrad erzielt wird. Planung, Bau und Montage erfolgen unter Aufsicht der Tiroler Techniker. Bei Inbetriebnahme und zur Optimierung der Leistung steht SynCraft dem Kraftwerksbetreiber zur Seite. Dank modernster Automatisierungstechnik läuft das Kraftwerk vollautomatisch.

©Syncraft

EnergieWerk Ilg (AUT) ©Syncraft Schweizer Partner vor Ort Hier in der Schweiz wird das österreichische Unternehmen von der Firma IWK vertreten. IWK Integrierte Wärme und Kraft AG bietet komplette, nachhaltige Energielösungen im Bereich der Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) mit Gasmotoren. Die gemeinsame Erzeugung von Wärme und Strom mittels WKK ist eine wertvolle Stütze, um den Eigenversorgungsgrad und die Versorgungssicherheit trotz Ausstieg aus der Atomenergie zu garantieren. www.iwk.ch

BRANDREPORT ALECTRON

Mit Kochsalz kommt die richtige Würze in die Produktion von Solarstrom Gegenüber der Natur und Umwelt stehen wir alle in der Verantwortung. Alectron ist sich dessen bewusst und setzt auf die unendliche Energie der Sonne. Für die Speicherung kommt ein Rohstoff zum Einsatz, den jeder kennt und zuhause hat: Kochsalz.

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erade jetzt, wenn der Frühling erwacht, kann der Kunde mit Alectron die volle Kraft der Sonne tanken. Das Gesamtkonzept bietet alles, was es für eine nachhaltige und saubere Zukunft braucht: Solaranlagen für jedes Dach, Wärme- und Stromspeicher, Elektromobilität, eine intelligente Steuerungstechnik, sowie Beratung zu allen Fragen zum Thema erneuerbare Energien. «Wir planen, installieren und unterhalten individuelle und massgeschneiderte Lösungen für den Kunden, damit jeder sein persönliches, umweltschonendes Solarkraftwerk in den eigenen vier Wänden hat», erklärt der Geschäftsleiter Josef-Urs Grüter und gibt zu bedenken: «Das Thema Energieeffizienz betrifft uns alle. Für eine gut durchdachte smarte Energiestrategie, braucht es einen Mix aus

unterschiedlichen Energien, aber auch eine Auflösung des Konkurrenzdenkens. Es geht vielmehr darum, gemeinsam Lösungen zu finden!» Bei der Produktauswahl achtet Alectron auf ein optimales Zusammenspiel aller Komponenten, schliesslich ist auch hier die Vernetzung untereinander ein immer wichtigerer Bestandteil. Mit dem Gesamtkonzept My Energy, ist Alectron in der Lage, den Kunden ein perfekt aufeinander abgestimmtes Konzept zu bieten. Weg von der Abhängigkeit nicht erneuerbarer Energien, hin zu einer sauberen Lösung. «Jeder, der ein Dach besitzt, hat das Potenzial, Sonnenenergie zu nutzen», ist der Geschäftsleiter überzeugt. Sichere Speicherung Der Eigenverbrauch und damit verbunden die Speicherung der Stromüberschüsse während des Tages, sind die Hauptthemen bei jedem Kundengespräch. «Ich will meinen eigenen Strom auch nachts einsetzen können!» Die Lösung dafür nennt sich «melt-Batterie» und enthält Kochsalz, wie es jeder zuhause in der Küche hat. Die Phasenveränderung des Salzes beim Schmelzen kann benutzt werden, den Strom einzulagern. Der Salzbatteriespeicher Salino für zuhause ist voll rezyklierbar und dadurch sehr umweltfreundlich, da er keinerlei Gifte enthält. Das System und auch die Batterie werden in der Schweiz hergestellt. Der dafür notwendige Rohstoff Salz muss nicht von weit hertransportiert werden, sondern wird transparent im eigenen Land abgebaut. Auch bei extremen Temperaturen von -25°C bis + 65°C ist Salino, der ähnlich kompakt wie eine Lithium-Batterie ist, absolut sicher im Betrieb - es entstehen keine Gase oder Brandgefahren. «Mit dem Kochsalzspeicher ist die Rückführung in ca. 15 Jahren gelöst und beim Rückbau sind keine Materialien

vorhanden, die bedenklich sind, dass passt genau zu unserem Gedankengut», erzählt Josef-Urs Grüter. Der gleichen Technologie bediente sich übrigens auch das erste Elektroauto, welches um die Welt fuhr. Kochsalz – die Sonnenbatterie für die Landwirtschaft, Gewerbe und Immobilien Keine Weltfirma kann den Rohstoff limitieren und kontrollieren. Das Speicherkonzept wird für jeden Kundenwunsch speziell konzipiert und gefertigt. Es können Grössen von 3,6 kWh bis mehrere MWh produziert werden. Die Härtetests auf Alpbetrieben sind bereits abgeschlossen und bestätigen: die Batterie hält die starken Temperaturschwankungen und Erschütterungen mühelos aus. Energiearchitektur von alectron concept Alectron berät mit ihren Energieingenieuren Bauherren und Unternehmer bei Fragen der Energieeffizienz und Produktion. Dabei werden Sparpotentiale, Synergien und Produktionsflüsse berechnet und optimiert. Jede Energieeinheit die eingespart werden kann, ist nachhaltig in Bezug auf Oekologie und Oekonomie! Ein Baum pro installiertes kWp Solar Mit dem Kauf einer Alectron Solaranlage wird der Welt von Morgen mehr Sorge getragen. Neben dem sauberen Solarstrom werden anteilsmässig Baumpflanzungen in Auftrag gegeben und damit zusätzliches CO2 gebunden. Vielen Menschen dienen diese Pflanzungen auch als Arbeitsverdienst in ihrem Lebensumfeld. Die Stiftung www.plant-for-the-planet.org organisiert und koordiniert diese Baumaktion weltweit. Alectron hat diese von Kindern geschaffene Aktion auserwählt, weil sie zu ihrer Philosophie passt, transparent nachhaltig und langfristig gesichert ist!

TEXT JOSEF-URS GRÜTER, GESCHÄFTSLEITER

Alectron Solar AG Wolhuserstrasse 31 6017 Ruswil T +41 41 884 70 00 F +41 41 884 70 09 info@alectron.ch www.energiewender.ch


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SINOVIS AG BRANDREPORT

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Intelligente Gebäude sind effizienter und nachhaltiger Das effektive und kostensparende Betreiben eines Gebäudes ist heute für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung. Die Mieter und Eigentümer werden immer anspruchsvoller, die Technologie komplexer und qualifiziertes Personal ist nur schwer zu finden. Viele Beschwerden fressen wertvolle Zeit und die Servicedienstleister fragen sich ständig, wie sie wettbewerbsfähig bleiben.

Geringe Investitionen erzielen grosse Wirkung optimieren statt investieren! Beat Koller Geschäftsführer Sinovis AG

Ä

ltere Gebäude verbrauchen im Vergleich zum heutigen Baustandard viel Energie. Mit dem Einsatz intelligenter Lösungen kann bei diesen Gebäuden, ohne grosse Investitionen in die Gebäudehülle, der Energieverbrauch durchschnittlich um 20 Prozent und mehr gesenkt werden, ganz nach dem Motto «optimieren statt investieren». Neuere, moderne Gebäude sind mit komplexer Gebäudetechnik ausgestattet und verbrauchen relativ wenig Energie. Aber auch diese neuen Gebäude haben oft ein Effizienzsteigerungspotenzial von bis zu 20 Prozent, weil deren Planung und oder die Inbetriebnahme mangelhaft ausgeführt werden. Gebäudeanalyse als Grundlage Die Optimierung von Gebäuden gehört zu den Kernkompetenzen der Firma Sinovis. Mit ihrer Erfahrung aus verschiedensten Betriebsoptimierungen analysiert und dokumentiert sie den Betrieb eines Gebäudes im Detail. Für die Optimierung des Betriebs- und Energiemanagement und zur Verbesserung des Raumklimas konnte Sinovis schon mehrfach die smart-Data-Lösung MeteoViva Climate erfolgreich zum Einsatz bringen.

des Gebäudes (Modell) den Betrieb und das Raumklima der nächsten Tage. Es übergibt die berechneten Sollwerte zum Steuern an die Gebäudeautomation im Gebäude, analysiert und vergleicht deren Wirkung mit der vorausberechneten Prognose, justiert falls erforderlich das Modell und berechnet die weiteren Prognosen für den nächsten Zeitabschnitt.

MeteoViva Climate (MVC) MVC ist eine vollautomatische Betriebsoptimierung für alle Gebäudearten. Sie ist vorausschauend, selbstlernend und optimiert und überwacht das Gebäude rund um die Uhr. MVC ist einfach bedienbar und Fachpersonal ist nicht erforderlich. Speziell geeignet ist MVC für Bestandesbauten mit grossem Energieverbrauch und für Gebäude mit komplexer Gebäudetechnik. Einzigartigkeit Grosse Gebäude sind mit grossen Containerschiffen vergleichbar; sie reagieren auf Steuerbefehle sehr träge, d.h. mit grosser Zeitverzögerung. Die heute vorwiegend eingesetzte Gebäudeautomation funktioniert ereignisbasiert, d.h. sie steuert erst, wenn ein ungewünschter Zustand bereits eingetreten ist, also zu spät. Um wieder «auf Kurs» zu kommen, ist oft grosser Einsatz von Energie und Zeit nötig. MVC ist für die Steuerung eines Gebäudes wie das «Navigationssystem» für ein Containerschiff. Es antizipiert mögliche Störungen und agiert vorausschauend, damit das Schiff immer «auf dem gewünschten Kurs» bleibt. Simulationsbasierte Betriebsoptimierung MVC simuliert und prognostiziert am digitalen Zwilling

Bürogebäude PostFinance

Vollautomatischer Optimierungsprozess von MVC Lösung für die Zukunft MVC reduziert den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss um bis zu 40 Prozent, verbessert das Raumklima und betreibt die Anlagen sanft und nur wenn nötig. MVC macht Wartungsarbeiten effektiver, den Betrieb deutlich effizienter und sorgt für weniger Beschwerden. Mit MVC steigern Eigentümer den Wert ihres Portfolios, Mieter fühlen sich wohl und bleiben gerne und Servicedienstleister können sich einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Im Einsatz MVC ist seit zehn Jahren in Europa und den USA erfolgreich im Einsatz. Mittlerweile optimiert MVC ca. 100 vorwiegend grössere Gebäude. In der Schweiz ist MeteoViva Climate unter anderem in Gebäuden von Novartis, PostFinance, Migros und SBB aktiv. Informationen Sinovis sind Energie-, Gebäudetechnik- und Nachhaltigkeitsspezialisten, die gebäudetechnische Anlagen analysieren und optimieren. Zudem beraten und vertreten sie Bauherren in ihren Bauvorhaben.

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e-Bike als Mobilitätslösung im Alltag Kennen Sie das Gefühl, wenn am Morgen der Zug Verspätung hat oder man im Stau steht und am Ziel angekommen keinen Parkplatz findet? Dies können Sie ändern. Mit einem e-Bike kommen Sie zuverlässig und stressfrei an Ihr Ziel und das erst noch nachhaltig. Sie vermeiden lange Wartezeiten an Haltestellen und können verstopfte Strassen einfach umfahren. Bei der Arbeit angekommen, haben Sie Ihr Morgentraining bereits absolviert und viel frische Luft getankt. In der Schweiz setzen immer mehr Personen auf das e-Bike als Mobilitätslösung im Alltag. Erfahren Sie mehr darüber am Fachreferat von Daniel Rey, Inhaber und Geschäftsführer der e-motion e-Bike Welt Dietikon, an der MEGA19, am 27. April 2019, um 15.15 Uhr, in der Kreisschule Mutschellen (www.mega19.ch)

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Die Teilnahme ist für die Besucher der MEGA19 kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

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FACHARTIKEL

WWW.FOKUS.SWISS

Solarstrom für den Klimaschutz Ausstieg aus der Atomenergie, Elektromobilität, Heizen ohne fossile Energien: Unser Energiesystem ist im Umbruch. Die Herausforderungen sind mit einem intelligenten Mix von Massnahmen gegen die Energieverschwendung und dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu bewältigen. Das grösste, immer noch unterschätzte Potenzial hat dabei die Photovoltaik. Mit einem massiven Ausbau der Solarstromproduktion kann die Schweiz den Ausstieg aus den nuklearen und fossilen Energien erreichen. TEXT DAVID STICKELBERGER

B

ezüglich unserer Energieversorgung stehen wir vor einer grossen Herausforderung: Zum einen gilt es, den Strom aus den bestehenden AKW zu ersetzen, die nach Ende ihrer Laufzeit nicht durch neue ersetzt werden sollen - so sieht es die Energiestrategie 2050 vor, die 2017 vom Volk beschlossen wurde. Hier geht es um einen Drittel unserer Stromproduktion, respektive jährlich rund 20 Terawattstunden (kurz TWh, dies entspricht 20 Milliarden Kilowattstunden). Zum anderen müssen wir die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 umsetzen: Ein globaler Temperaturanstieg von deutlich weniger als zwei Grad ist nur zu erreichen, wenn der Ausstoss von Treibhausgasen bis Mitte des Jahrhunderts auf null gesenkt wird. Man spricht auch von Dekarbonisierung, also dem Verzicht auf Erdölprodukte, Erdgas und Kohle. Die Schweiz ist jedoch von diesem Ziel noch weit entfernt. Zwischen 1990 – dem Bezugsjahr für die weltweite Klimapolitik – und 2016 ging der Treibhausgasausstoss lediglich um zehn Prozent zurück.

Mehr Strom für Gebäude und Verkehr Rund 60 Prozent unserer CO2-Emissionen stammen aus Heizungen und dem Verkehr. In diesen beiden Sektoren kann aber auch besonders viel bewegt werden: Gut gedämmte Gebäude können mit verschiedenen erneuerbaren Systemen beheizt werden, z.B. mit Sonnenkollektoren, Holz oder Wärmepumpen. Beim Verkehr geht der Trend klar in Richtung Elektromobilität, denn ein Elektromotor ist fast vier Mal effizienter als ein Verbrennungsmotor. Trotz aller Unsicherheiten über zukünftige technische Entwicklungen lässt sich schon jetzt sagen, dass der Stromverbrauch in Gebäuden und im Verkehr wohl deutlich zunehmen wird. Dies lässt sich teilweise kompensieren durch Massnahmen zum effizienten Stromeinsatz, aber unter dem Strich verbleibt wohl ein Mehrbedarf von rund 20 Terawattstunden pro Jahr.

Gebäude werden zu Kraftwerken Wir brauchen also zusätzlich zum bereits vorhandenen Strom aus Wasserkraft rund 40 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien. Diese sollten wir möglichst im eigenen Land produzieren, um die Importabhängigkeit gegenüber heute nicht zu vergrössern. Rund einen Viertel dieses Bedarfs könnten Wind- und Biomassekraftwerke liefern, aber leider stossen solche Projekte oft auf grossen Widerstand. Ähnliches gilt für neue Wasserkraftwerke. Projekte für Geothermie-Kraftwerke sind bisher an technischen Schwierigkeiten gescheitert. Das bei Weitem grösste Potenzial weist die Photovoltaik auf: Allein auf den besonders

geeigneten Dächern und Fassaden der Schweiz könnten gemäss Berechnungen des Bundesamtes für Energie jährlich 67 Terawattstunden Solarstrom geerntet werden – mehr als wir heute verbrauchen. Unsere Gebäude, heute verantwortlich für die Hälfte unseres Energieverbrauchs, sind also die Kraftwerke von morgen. Vereinfacht wird dies durch die immer grössere Vielfalt von Solarmodulen, die ästhetisch überzeugend anstelle von Ziegeln oder Fassadenelementen eingesetzt werden können. Zukünftig werden wir auch Strassenbeläge, Lärmschutzwände, Autobahnböschungen, Parkplatzüber-

Wohnhaus Solaris in Zürich-Wollishofen. Eine ganzflächig dach- und fassadenintegrierte PV-Anlage erzeugt die Hälfte des Gesamtenergiebedarfs des Mehrfamilienhauses. © Schweizer Solarpreis 2018

dachungen und vorbelastete Gebiete im Gebirge für die Produktion von Sonnenstrom nutzen. Vorsichtig geschätzt könnten damit weitere 10 bis 15 Terawattstunden produziert werden. Ganzjährige Versorgungssicherheit Bei der Deckung des zusätzlichen Strombedarfs wird somit die Photovoltaik eine entscheidende Rolle spielen. Aber ist damit die Versorgung sichergestellt, auch wenn die Sonne nicht scheint? Der Schlüssel liegt der intelligenten Kombination mit anderen erneuerbaren Energien, allen voran der Wasserkraft. Die Stauseen sind so zu bewirtschaften, dass sie vor allem im Winter Strom liefern, wenn weniger Solarstrom zur Verfügung steht. Für den saisonalen Ausgleich wird auch die Power-to-Gas-Technologie eine wichtige Rolle spielen, also die Umwandlung von sommerlichen Produktionsüberschüssen in Wasserstoff und Methan mittels Elektrolyse. Diese können besser als Strom gespeichert werden und stehen im Winter wieder zur Verfügung. Für den Tag-/Nacht-Ausgleich werden jedoch vor allem Batteriespeicher zum Einsatz kommen, vorzugsweise mit grösseren Anlagen für ein ganzes Dorf oder Quartier. Der Ball liegt bei der Politik Es lässt sich noch nicht bis ins letzte Detail sagen, wie unsere Energieversorgung in 30 Jahren aussehen wird. Aber schon heute ist klar, dass eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien möglich sein wird. Jetzt gilt es, den Umstieg möglichst rasch anzupacken. Die im Rahmen der Energiestrategie 2050 beschlossenen Massnahmen genügen dafür nicht: Auch wenn Solarstrom heute 80 Prozent günstiger ist als noch vor 10 Jahren: Insbesondere bei grossen Photovoltaikanlagen fehlt es oft an der Investitionssicherheit. Das nationale Parlament kann demnächst beim CO2-Gesetz und beim Design des zukünftigen Strommarkts die Weichen richtig stellen. Das wird etwas kosten, aber Nichtstun wäre sehr viel teurer.

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ÖKOZENTRUM BRANDREPORT

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Pflanzenkohle könnte den Klimawandel bremsen Energie und Wärme produzieren und dabei CO2 aktiv aus der Atmosphäre entfernen? Zudem fruchtbare und resistente Böden schaffen, die Staunässe und Trockenheit besser ertragen können und weniger Dünger brauchen? Zu schön, um wahr zu sein? Nein, denn diese Potentiale stecken in der Pflanzenkohleproduktion, einer einfachen und cleveren Methode, die dazu beitragen kann, den Klimawandel deutlich zu verringern und den Treibhauseffekt rückgängig zu machen!

E

s sieht unscheinbar aus, das kleine schwarze Stückchen Kohle. Seine Reise begann auf dem Acker eines Bauers. Dort wuchs es als Kaffeepflanze heran und nahm währenddessen CO2 aus der Atmosphäre auf. Später entwickelte die Pflanze Früchte, die geerntet und verarbeitet wurden. Die Fruchtschale bleibt dabei übrig, zusammen mit Millionen anderer Fruchtschalen. Doch diese werden für den Kaffeebauer wichtig, denn in seiner Pyrolyseanlage verkohlt er sie zu eben jenem unscheinbaren Stückchen Pflanzenkohle. Dabei wird Energie in Form von Wärme und Strom frei. Die Wärme wird für die Trocknung der Kaffeebohnen verwendet, der Strom um die Maschine anzutreiben. Und der springende Punkt ist nun, dass während dem Pyrolyseprozess weniger CO2 ausgestossen wird, als die Kaffeepflanze während ihres Daseins aufgenommen hat: Die erzeugte Wärme und Energie sind daher klimapositiv.

Verhinderung weiterer Humusverluste und der Wiederaufbau des Humusbodens sein. Kohlenstoff, das C von CO2, ist das zentrale Element allen Lebens. Wir brauchen es im Körper, in der Nahrung und im Boden - nicht jedoch als CO2 in der Luft. Wird Pflanzenkohleproduktion aus Pflanzen- und Ernte-Reststoffen kombiniert mit humusaufbauender Landwirtschaft weltweit angewandt, könnte der Klimawandel deutlich vermindert werden und der Treibhauseffekt langfristig sogar rückgängig gemacht werden, so Martin Schmid

vom Ökozentrum und Präsident des schweizerischen Pflanzenkohle-Fachverbands CharNet. Kohlenstoff im Ackerboden verbessert zudem die Umwandlungsfähigkeit für Nährstoffe und reduziert so Düngerverluste. Pflanzenkohle hat also eine ganze Reihe positiver Effekte, die wir für den nachhaltigen Umgang mit Boden und Nähstoffen nutzen können und ist gleichzeitig ein cleverer Weg, wie wir den Kohlenstoff wieder zurück in den Boden bekommen! Über das Ökozentrum Das Ökozentrum forscht und entwickelt seit 1980 als unabhängige, private Stiftung im Bereich für Nachhaltige Entwicklung und erneuerbare Energien. Im Jahr 2010 begann die Pyrolyseforschung des Ökozentrums für die tropische Landwirtschaft. Nach den ersten Erfolgen wurde klar, dass Pyrolyse in der Schweiz ebenfalls auf grosses Interesse stösst. Um alle Akteure zusammenzubringen, entstand daraus CharNet, der Fachverband für Pflanzenkohle mit rund 135 aktiven Mitgliedern.

Das kleine Stückchen Kohle hätte ursprünglich auch ein Holz-Hackschnitzel, eine Reisspelze oder ein Kirschenkern sein können. Jegliche Biomasse lässt sich zu Pflanzenkohle verarbeiten. Und zurück in der Erde kann Pflanzenkohle noch mehr. Durch ihre Speicherfähigkeit macht die Pflanzenkohle den Boden resistenter gegen Staunässe und Trockenheit und hat zudem, während Jahrhunderten und Jahrtausenden, einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Ökozentrum Schwengiweg 12 4438 Langenbruck Tel.: 062 387 31 11

Der weltweite Verlust an fruchtbarer Humuserde mit den heutigen Landwirtschaftsmethoden ist gravierend. Die Universität Basel spricht von 35 Milliarden Tonnen pro Jahr. Eine der wichtigsten Aufgaben wird daher die

www.oekozentrum.ch www.charnet.ch

FONTAVIS AG BRANDREPORT

Nicht nur Investoren sind die Gewinner – sondern auch die Umwelt Es klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein: eine stabile Finanzanlage, die Investoren eine gute Rendite generiert und gleichzeitig nachhaltige Energie- und Infrastrukturprojekte fördert. Doch genau dies ermöglichen die von der Fontavis AG betreuten Fonds. Wie das funktioniert, wollte «Fokus Energie und Nachhaltigkeit» von CEO Thomas Schmid und der Direktorin Business Development, Eliane Riner, wissen. Thomas Schmid, die Fontavis AG ist ein unabhängiger Fonds- und Investment Manager, spezialisiert auf Direktinvestitionen in Clean Energy und Infrastruktur-Anlagen. Was darf man sich darunter vorstellen? Unsere primäre Mission besteht darin, eine Brücke zu schlagen zwischen der Energie- und der Finanzwelt. Das gelingt uns, indem wir langfristiges Kapital von qualifizierten Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen via Fonds in verschiedene Infrastruktur-Projekte und -Anlagen investieren. Diese sind u.a. in Bereichen angesiedelt wie Wärme, Wind, Sonne, Recycling und Wasser. Das Prinzip solcher «Energy and Infrastructure Funds» kennt man im Ausland schon länger, in der Schweiz wird das Thema aber erst stiefmütterlich behandelt. Das ist schade, weil so ein enormes Potenzial ungenutzt bleibt. Aus diesem Grund setzen wir uns in diesem Feld ein. Warum liegt dieses Potenzial denn brach? Weil es hierzulande im KMU-Sektor zwar viele extrem spannende Ideen und Projekte gibt, die auf lokaler sowie regionaler Ebene zu einer nachhaltigeren Entwicklung beitragen würden. Doch leider fehlt in den meisten Fällen das Kapital, um diese Visionen umzusetzen. Paradoxerweise besteht gleichzeitig bei den Anlegern eine steigende Nachfrage nach solchen Projekten, da sie eine attraktive Alternative zur Anlagenklasse «Immobilien» bieten. Darum gehen wir als Pioniere voran – so haben wir z.B. mit unseren Partnern UBS und Mobiliar im Jahr 2012 den allerersten Energie - und Infrastruktur Fonds der Schweiz lanciert, den «UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland KGK». Seither haben wir dieses Angebot um zwei weitere Fonds erweitert. Sie haben die Nachfrage nach Energie-Investments früh erkannt. Wie ist Ihnen das gelungen? Ein zentraler Vorteil der Fontavis AG liegt darin, dass unsere Expertinnen und Experten wirklich aus dem Energiesektor kommen und dementsprechend über viel Branchenwisssen

verfügen. Darum haben wir auch den «richtigen Riecher». Ich selber war früher bei der Stiftung «Klimarappen» für das Inlandgeschäft verantwortlich und durfte in dieser Zeit mit über 400 Millionen Franken inländische CO2-Zertifikate erwerben. Ich verfügte daher über ein hervorragendes Branchen-Netzwerk und konnte das Potenzial von Energie- und Infrastruktur Fonds für die Schweiz abschätzen. Die Realisierung dieser Idee war aber nur möglich, weil wir ein fantastisches Team zusammenbringen konnten: Zwei der vier Gründungsmitglieder der Fontavis AG kommen aus der Energiewelt und die beiden anderen aus der Bankenwelt – es kamen also die perfekten Kompetenzen zusammen. Und dieses Know-how bauen wir seither stetig aus. Eliane Riner, seit vielen Jahren betreuen und beraten Sie Pensionskassen und Versicherungen. Welche Vorteile ergeben sich für Kunden, die bei Ihnen investieren? Vor allem bieten wir ihnen eine stabile Anlageklasse an, da wir in nicht-börsenkotierte Unternehmen und Projekte investieren. Demensprechend sind die Investitionen viel weniger den volatilen Schwankungen des Kapitalmarktes unterworfen. Es handelt sich um langfristige Anlagen mit einem regelmässigen Cashflow, was insbesondere für institutionelle Anleger wie z.B. Pensionskassen interessant ist. Zudem hat man die Gewissheit, dass man in Projekte

investiert, die einen positiven und nachhaltigen Effekt haben. Dennoch muss ich klar betonen: Wir wählen nur Anlagen und Objekte für unsere Fonds aus, die wirtschaftlich attraktiv sind. Das gilt übrigens auch für unsere Auslandinvestitionen: Wir investieren nur an den besten Standorten, also z.B. in Ländern mit sehr hohem Windaufkommen. Unsere Windparks in Norddeutschland und Schweden erfüllen sowohl unsere ökologischen als auch unsere ökonomischen Ziele. Und inwiefern profitieren Anlagenbetreiber und Projektentwickler? Sie sind dank uns in der Lage, ihre Ideen zu verwirklichen. Denn Infrastruktur- und Energieprojekte sind sehr kostenintensiv – es müssen oft auf einen Schlag sieben- bis achtstellige Summen aufgebracht werden. Das verhindert die Umsetzung vieler guter Ideen. Durch das grosse Kapitalvolumen unserer Investoren können wir attraktive kleinere und mittelgrosse Vorhaben fördern, die anderweitig nicht unterstützt würden. Dazu kommt die professionelle Begleitung von uns für die Betreiber. Wir möchten gemeinsam erfolgreich sein, unsere Investoren erwarten diesen Einsatz von uns. Eines Ihrer aktuellen Projekte fokussiert sich auf die Planung und Realisierung eines Heizwerks in Engelberg. Wie kam es dazu?

Thomas Schmid

Eliane Riner

CEO

Direktorin Business Development

Das Bauvorhaben in Engelberg ist ein sehr spannendes Projekt. Hier geht es um ein Investitionsvolumen von bis zu 30 Millionen Franken. Das Heizwerk soll künftig grosse Teile des Klosterdorfes mit Wärme aus einheimischem Holz versorgen. Damit schaffen wir eine echte, lokale Kreislaufwirtschaft, von der die gesamte Region profitiert. Schon vor der Planung unterhielten wir eine langjährige Beziehung zu den Projektentwicklern. Gemeinsam kamen wir schnell zum Schluss, dass Engelberg als Standort für ein nachhaltiges Heizwerk prädestiniert wäre. Und da wir das Kloster und seine Bewohner als Schlüsselkunden für die Wärmedienstleistung gewinnen konnten, dürfen wir uns auch über einen breiten Zuspruch aus der Bevölkerung freuen. Das ist uns übrigens bei allen unseren Vorhaben sehr wichtig: Die Akzeptanz aus der Bevölkerung muss gegeben sein. Darauf legen wir auch bei unseren Engagements im Ausland Wert, denn auch dort unterstützen wir mit unserer Investment-Strategie nachhaltige Energie- und Infrastruktur Projekte. Davon profitiert auch die Schweiz, die nach wie vor zu grossen Teilen von Energie aus dem Ausland abhängig ist. Denn wenn wir schon Strom von Ausserhalb beziehen müssen, dann doch am besten sauberen. Weitere Informationen sowie das gesamte Fondsangebot für qualifizierte Investoren finden Sie unter www.fontavis.ch

Visualisierung Heizwerk Engelberg


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INTERVIEW THOMAS STOCKER

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«Es gibt noch Rettung fürs Klima!» Die CO2-Emissionen erreichten 2018 einen Rekordwert. Der Klimaforscher und Umweltphysiker Thomas Stocker weiss, dass ohne baldiges Handeln die Klimaziele von Paris immer ehrgeiziger werden. INTERVIEW MORENO OEHNINGER BILD REMO EISNER

Thomas Stocker, woran arbeiten Sie gerade? Im Moment arbeite ich mit Kollegen ein Grossprojekt für die kommenden zehn Jahre aus, in dem die Wirkung von Klimaänderung, Landnutzung und Biodiversität auf Mensch und Natur an vier Hotspots auf der Erde untersucht werden soll. Damit leisten wir einen Beitrag zur besseren Anpassung und zur Erhaltung von Ökosystemen in diesen verletzlichen Gebieten. Gleichzeitig führt eine Doktorandin Klimasimulationen der letzten 500 Jahre durch, um herauszufinden, was die Auswirkungen der kleinen Eiszeit auf die Ozeantemperatur war. Das ist etwas ganz Spannendes. Sie möchten 1.5 Millionen Jahre altes Eis erforschen. Wie weit sind sie bereits mit diesem Vorhaben? Es sieht gut und vielversprechend aus, aber es gibt noch viele Knackpunkte, die es zu lösen gilt. Zum einen bereiten wir uns in einem grossen europäischen Konsortium vor, die Bohrstelle in der Antarktis zu installieren. Diese sollte im nächsten Jahr aufgebaut werden. Zum anderen arbeiten wir daran, einen Mikrobohrer für Polareis zu entwickeln, unseren sogenannten «Zahnarztbohrer». Dieser ist übrigens der kleinste Bohrer der Welt. Er soll uns ermöglichen, an verschiedenen Orten in der Antarktis ca. 2500 Meter tief zu bohren und dann im Bohrloch Temperatur und Staubgehalt zu messen. In Grönland konnten wir bereits erste Tests durchführen. Haben Sie schon einen passenden Ort für diese Bohrungen gefunden? Aufgrund von verschiedenen Radarmessungen von Kollegen aus England und Deutschland vermuten wir, in der Nähe von Dome Concordia ganz altes Eis zu finden. Dome Concordia ist die französisch-italienischen Forschungsstation in der Antarktis. Eine neue Studie der Universität Washington und der kanadischen McGill Universität sagt voraus, dass das Eis am Nordpol bis 2040 geschmolzen sein könnte, falls der Ausstoss von Treibhausgasen gleichbleibt. Können Sie dem zustimmen? Das ist durchaus ein plausibles Szenario für die Situation im Sommer. In unserem letzten Klimabericht des UNO Weltklimarats IPCC haben wir solche Projektionen gemacht und abgeschätzt, wie stark die Eisbedeckung der Arktis zurückgehen wird. Diese neue Studie bezieht sich jedoch nur aufs Sommereis. Im Winter ist es in der Arktis dunkel und sehr kalt, da friert die Ozeanoberfläche auf jeden Fall zu, selbst bei einem Szenario von ungebremster globaler Erwärmung. Aber im Sommer ist es durchaus ein Szenario, mit welchem wir rechnen müssen, falls die Emissionen nicht zurückgehen. Die CO2-Emissionen sind 2018 erneut angestiegen und erreichten einen neuen Höchstwert. Was wird konkret unternommen? Die «Nationaly Determined Contributions» zur Reduktion der CO2-Emissionen, die im Rahmen vom Pariser Abkommen von jedem Land geleistet werden, sind Absichtserklärungen, die nun aber umgesetzt werden müssen. Am Beispiel der Schweiz sieht man sehr gut, wie schwierig dieser politische Prozess ist. Es gibt nach wie vor Kräfte, die mit vielfältigen Mitteln versuchen, die Reduktion der Emissionen, vor allem im Bereich Treibstoffe, hier in der Schweiz zu verhindern. Nach den Jahren der Stagnation sind die globalen CO2-Emissionen leider erneut messbar angestiegen. Das ist natürlich kein gutes Zeichen im Hinblick auf die Erreichbarkeit der Klimaziele von Paris. Die Schweiz setzte sich das Ziel, den CO2Ausstoss bis 2030 zu halbieren. Sind wir auf gutem Weg dieses Ziel zu erreichen? Nein, sind wir nicht! In einem demokratischen Land geht das über gesetzgeberische Anpassungen. Hier müssen wir feststellen, dass der politische Prozess äusserst langsam ist und dass man den Ausstoss vor allem im eigenen Land nicht reduzieren möchte. Einzelne Parteien bevorzugen Massnahmen im Ausland. Doch das ist zu kurzfristig gedacht: Anstatt den Franken bei uns zu investieren und KMUs an hiesigen Investitionen und Umbauten Geld verdienen zu lassen, und so Schweizer Arbeitsplätze zu

schaffen, schicken diese Parteien den Franken für den Klimaschutz offenbar lieber ins Ausland. In der Annahme, die CO2-Emissionen werden dann im jeweiligen Land reduziert und uns angerechnet. Man ist sich aber gar nicht sicher, ob und in welcher Qualität dies stattfindet. Schweizer Parteien fordern international verbindliche Schlüsse, bevor die Schweiz handeln soll. Daher sprechen sich einige gegen eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2030 aus. Das sind billige Entschuldigungen und auch wieder nur kurzfristig gedacht. In wenigen Jahren werden alle Länder, ausnahmslos ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten müssen, um die Ziele von Paris zu erreichen. Die Transformation, die fossilen Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen, bietet fantastische ökonomische Chancen. Die Schweiz, als Innovationsland Nummer 1 war beim technologischen Umbau in Vergangenheit vorne dabei und hat davon enorm profitiert. Zum Beispiel war die Schweiz das erste Land, das bei der Eisenbahn von Kohle auf Strom umgestiegen ist. Das war eine enorme Leistung, die grosse Investitionen in die Infrastruktur erforderte, von denen wir 80 Jahre später immer noch profitieren. Also soll die Schweiz auch im Klimaschutz vorne dabei sein? Genau, dieser Pioniergeist sollte auch im Kampf gegen den Klimawandel unser Massstab sein. Aber leider stellen wir fest, dass der Status Quo offenbar noch bei vielen Verbänden und Parteien das Kredo ist. Das ist wie wenn man vor 100 Jahren einem Pferdefuhrhalter gesagt hätte: «Die Zeit der Pferdefuhrwerke ist langsam vorbei, sieh' Dich vor!», und der hätte erwidert: «Ach, die Autos. Das geht wieder vorbei». Die Wertschöpfung findet heute nicht mehr bei den Pferdefuhrhaltern statt. Wie realistisch ist das Pariser Abkommen von 2015 überhaupt noch? Wenn nicht möglichst schnell die CO2 Emissionen sinken, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit, dann werden wir das 1.5-Grad-Ziel verlieren. IPCC hat klar

und deutlich aufgezeigt, dass es für jedes Klimaziel ein sogenanntes Kohlenstoffemissionsbudget gibt. Wir wissen, dass wir für das Zwei-Grad-Ziel bereits über zwei Drittel des Budgets verbraucht haben. Das restliche Budget wird bei heutigen Emissionen in spätestens 30 Jahren aufgebraucht sein. Zudem ist es eine Tatsache, dass in zehn Jahren, bei gleichbleibenden Emissionen, das Zwei-Grad-Ziel genauso ehrgeizig sein wird, wie heute das 1.5 Grad Ziel. Also kann man salopp sagen: Mit jeden zehn Jahren, die man wartet, verliert man ein halbes Grad Klimaziel. Was wäre der Super-GAU, wenn wir es nicht schaffen, die maximalen zwei Grad Erwärmung einzuhalten? Diese zwei Grad sind keine magische Grenze. Die Welt geht bei 2.01 Grad nicht unter. Doch die Klimaschäden nehmen nicht linear, sondern überproportional zu. Zum Beispiel: Bei 1.5 Grad erwartet man, dass die Arktis etwa einmal alle 100 Jahre im Sommer eisfrei wird. Bei zwei Grad erwartet man dieses Ereignis zehn Mal häufiger, also alle zehn Jahre. Was wären die Folgen? Wenn das so weitergeht, wird in vielen Regionen die Grenze der menschlichen Anpassbarkeit an den Klimawandel überschritten. Die Häufung und Verstärkung von Hitzewellen setzt schwächere und ältere Menschen gesundheitlichen Risiken aus, häufigere extreme Trockenperioden sind eine grosse Herausforderung für die Landwirtschaft, und der ansteigende Meeresspiegel bedroht Inseln und Küstengebiete. Diese werden langfristig unbewohnbar und zwingen Menschen, sich neuen Lebensraum zu suchen. Klimaflüchtlinge gibt es bereits heute und diese würden in Zukunft zunehmen. Der ungebremste Klimawandel bedroht ganz generell unsere Ressourcen. Wenn es an diese materiellen und immateriellen Güter eines Landes geht, sind Konflikte unvermeidbar. Klimaschutz ist also letztendlich Ressourcenschutz. Donald Trump will eine Klima-Kommission einrichten. Diese soll untersuchen, ob der

Klimawandel eine nationale Bedrohung für die USA darstellt. Vorsitzender soll der Physiker und Klimakritiker William Happer werden. Das ist ein Witz, oder? Das ist leider Realität. Bill Happer ist ein renommierter Physiker, der jedoch als Forscher nie im Bereich Klimawandel gearbeitet hat. Dementsprechend hat er keine Kompetenz vorzuweisen, das komplexe System auch nur annähernd zu verstehen. Rat zu suchen von jemandem mit diesem Leistungsausweis zum Thema Klima, ist unverantwortlich. Ebenso wie die unzähligen wissenschaftlichen Arbeiten der amerikanischen Kollegen zu ignorieren, welche seit Jahren umfassende Berichte für die US Administration erstellen, in denen aufgezeigt wird, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die USA hat. Diese Berichte sind sogar federführend von Forschungszentren der US Regierung erstellt worden. Diesen international anerkannten Wissenschaftlern eine «Klima-Kommission» entgegenzustellen, das eine klare Agenda und Verbindungen zu bekannten Interessengruppen in Washington pflegt, die von industriellen Organisationen und von Erdölproduzenten finanziert sind, ist ein unglaublicher Vorgang. Was kann eine einzelne Person gegen den Klimawandel unternehmen? Unser Gesamtkonsum ist ein Problem: Es wird viel mehr verbraucht als noch vor 30 Jahren. Und genauso wie jeder Einzelne die Ursache für CO2-Emissionen ist, ist auch jeder Einzelne die Lösung. Es braucht aber gesellschaftliche Vereinbarungen und zwar auf Gemeindeebene, Kantonsebene, auf nationaler und internationaler Ebene, um dieses Problem anzugehen und etwas zu bewegen. Diese Vereinbarungen kommen nicht aus dem Nichts, sondern vom einzelnen Bürger, der das von der Gemeinschaft einfordert, von engagierten Politikern, und seit Kurzem von Schülerinnen und Schülern, die mit ihren Klimastreiks grosse Wirkung erzielt haben. Hoffentlich hält das an, diese Stimme wird nämlich gehört. Wir haben in unserer Demokratie viele weitere Instrumente zur Verfügung: Referendum, Initiativen, und Wahlen. Und natürlich gibt’s noch den ganzen Katalog, den Sie selber als Individuum aus freien Stücken und aus Vernunft heraus machen. Sie sprachen die Klimastreiks der Schüler an – was bringen diese? Ich finde das fantastisch. Es zeigt, dass die Jugendlichen sich wieder politisch äussern. Das ist ein Engagement, das man in den letzten 20 Jahren nicht gesehen hat. Eine neue, wichtige Bevölkerungsgruppe bringt sich in die Diskussion ein. Und das ist genau die Bevölkerungsgruppe, die das nächste Jahr an die Urne geht und zu einer politischen Kraft werden kann. Das ist phänomenal! Unterstützen sie gesetzliche Abgaben auf Benzin, oder eine «Umwelt-Taxe» auf den Flugpreis? Eine Gebühr, für die Tatsache, dass wir einen Rohstoff verwenden und dessen Abfall, das CO2, in der Atmosphäre deponieren? Absolut! Ich kann ja auch nicht einfach meinen Abfallsack ohne zu zahlen vors Haus stellen. Das wäre Littering. Und das Verbrennen von CO2 ist eigentlich globales Littering und das muss etwas kosten. Diese Abgabe soll aber als Lenkungsabgabe eingerichtet und der Bevölkerung zurückgegeben werden. Selbst mit einer vergleichsweise geringen CO2-Abgabe von 50 Rappen aufs Benzin, könnte man jährlich 2.5 Milliarden Franken mobilisieren. Aber man muss dieses Geld wirksam einsetzen! Beispielsweise indem man es zur Entlastung der Krankenkasse verwendet, oder ein Teil davon verwendet, um den Umstieg auf erneuerbare Energien zu beschleunigen. Das heisst eine Renovation unserer Infrastruktur und letztendlich Arbeitsplätze unserer KMUs. Eine solche CO2-Abgabe schafft Arbeitsplätze und Wertschöpfung im eigenen Land und kommt so allen zugute. Gibt es noch Rettung fürs Klima? Auf jeden Fall. Wie vorhin gesagt, diese zwei Grad sind keine magische Grenze. Wenn man diese überschiesst, fällt man nicht direkt in den Abgrund. Es gibt Rettung! Aber man muss jetzt handeln und entschlossene Schritte unternehmen, sonst wird uns das Klimaziel von Paris entgleiten.


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HSLU BRANDREPORT

Nachhaltigkeit bei Bauvorhaben ermöglichen Bauprojekte sind komplexe sowie teure Vorhaben mit diversen Beteiligten und Anspruchsgruppen. Es ist die Aufgabe der Baumanagerinnen und Baumanager, in diesem hochdynamischen Umfeld den Überblick zu behalten und die Ansprüche zu koordinieren. Die Hochschule Luzern vermittelt das dafür notwendige Know-how im Rahmen ihres «MAS Baumanagement». Warum diese Kompetenzen für die Branche so wichtig sind und wie sie nachhaltigere Projekte ermöglichen, erklärt Studienleiter Christian Winet im Interview. Christian Winet, welche Probleme ergeben sich jeweils bei der Planung und Umsetzung von Nachhaltigkeit bei Bauprojekten? Praktisch jedes Projekt startet mit grossen Ambitionen und viele auch mit einer guten Portion Idealismus seitens Bauherrschaften. Auch das Expertenwissen ist mittlerweile weitverbreitet und es finden sich Spezialisten praktisch für jedes Thema. Oft wird die Worthülse Nachhaltigkeit aber nicht mit konkreten Zielen – hier kann das erweiterte Qualitätsdreieck helfen - gefüllt und die «Wünsche» gehen dann in der Hektik der alltäglichen Zusammenarbeit unter. Aber wenn bspw. die finanziellen Voraussetzungen nicht gegeben sind, muss man doch Abstriche machen? Sie sprechen die Kosten an, diese sind sicherlich ein zentraler Faktor, dienen aber in viele Fällen nur als Alibiargument. Denn die Bauverantwortlichen geben sich dabei einem Trugschluss hin: Durch den Rückgriff auf Bewährtes nimmt die Risikowahrscheinlichkeit ab, die Möglichkeit Chancen zu nutzen wird aber komplett vertan. Anspruchsvolle Ziele brauchen dementsprechend ein gutes Risiko- und Chancenmanagement. So können für den jeweiligen Kontext der Bauaufgabe vorausschauende Lösungen erarbeitet und verantwortet werden. Wenn man bereits im frühen Projektstadium clevere Lösungen zur Nachhaltigkeit konzipiert, sind diese meist gar nicht teurer (Gebäudeanordnung, Fensterausrichtung etc.). Warum klaffen bei Bauvorhaben Anspruch und Wirklichkeit denn so häufig auseinander? Weil im Rahmen eines Bauprojektes viel isoliertes Expertenwissen zusammenkommt – oder vielmehr

nebeneinander koexistiert: Die klassische Arbeitsaufteilung bei einem Bauvorhaben sieht abgegrenzte Verantwortungsbereiche sowie klar definierte Aufgabenfelder vor. Dadurch wird zwar eine effiziente Umsetzung eines Projektes ermöglicht, doch sehr viel Potenzial bleibt auf der Strecke. Die Art und Weise der Zusammenarbeit ist eine direkte Folge davon, wie ein Projekt organisiert ist. Die Grundfrage muss daher lauten: Wie lassen sich die Akteure sinnvoll in die Wertschöpfungskette einbinden – und zwar auf eine Art und Weise, durch die sie und vor allem das Projekt voneinander profitieren. Das ist der nachhaltige Ansatz. Dies Braucht ein gemeinsames Verantwortlichkeitsbewusstsein aller Beteiligten. Daraus entsteht dann die Erkenntnis, dass partielle Frage nach den Kosten oder Energieverbrauch zu kurz greifen. Vielmehr muss sie lauten: Wo wird der Franken am nachhaltigsten eingesetzt? Diese Frage kann nur in enger Zusammenarbeit Aller beantwortet werden.

wahrgenommen, anstatt dass kooperativ die für das Projekt nachhaltigste Lösung erarbeitet wird. Können Sie ein Beispiel nennen, wie sich dieser kooperative Ansatz konkret äussern könnte? Am Thema «Energieverbrauch» lässt sich dies gut veranschaulichen: Fassaden und Haustechnik sind zwei wichtige Einflussfaktoren. Im klassischen Modell gibt der Architekt (das Gesetz) die Werte vor, an denen sich der Fassadenbauer bei der Ausgestaltung der Fassade orientiert. Der Haustechniker wiederum richtet die Heizanlage, respektive Lüftung entsprechend diesen Vorgaben aus. Dies gibt sicher eine solide Lösung. Ist der Franken dabei aber optimal eingesetzt? Was passiert, wenn wir diese Grenzwerte der jeweiligen Aufgabe anpassen und bezüglich Nachhaltigkeitskriterien und Frankeneinsatz gemeinsam ausgewogene

Lösungen suchen und umsetzen? Dafür müssen aber Planung, Kommunikation sowie die Koordination der Beteiligten inklusive Bauherr als Zieldefinierer, Mitdenker und Zahler ineinandergreifen und gemeinsam Verantwortung übernommen werden. Dann haben wir es mit echtem Projekt-, bzw. Baumanagement zu tun und dann können von der Realisierung nachhaltiger Projekte sprechen.

Für Informationen bezüglich:

Demnach sind Koordination und Kommunikation für das Gelingen eines Bauprojektes entscheidend. Diese Faktoren sind essenziell. Alle, die an einem Projekt mitarbeiten von der Bauherrschaft über Planer und Behörden bis hin zu jedem einzelnen Handwerker sind verantwortlich für die Zielerreichung. Dazu braucht es Koordination. Echtes «Projektmanagement» beschäftigt sich vor allem damit, diese Schnittstellen, die Zusammenarbeit optimal zu gestalten. Sämtliche Akteure müssen sich untereinander austauschen und alle müssen über den gleichen Wissenstand verfügen und die gleichen Projektziele verfolgen – gerade bei ambitionierten Bauvorhaben. Heute wird diese Projektverantwortung noch häufig durch Befehlen und Kontrollieren

MAS Baumanagement DAS Baumanagement CAS Projektmanagement Bau CAS Projektmanagement Bau KBOB CAS Kommunikation und Führung im Bauwesen CAS Baukostenplanung CAS Strategisches Projektmanagement I&II k​ ontaktieren Sie: Gabriella Hügli +41 41 349 34 83 gabriella.huegli@hslu.ch www.hslu.ch/de-ch/technik-architektur/ weiterbildung/bau/mas-baumanagement

SMART GRID

Smart Grid – wenn das Stromnetz intelligent wird Nachhaltige Energie aus erneuerbaren Quellen spielt bei der Stromversorgung eine immer grössere Rolle. Und obschon diese Entwicklung begrüssenswert ist, bringt die Energiewende diverse technische Herausforderungen mit sich, die langfristig die Entwicklung eines neuen Stromnetzes nötig machen werden. Doch was bedeutet das konkret?

E

s ist eine saubere und logische Angelegenheit: Anstatt Energie aus Nuklearkraft oder fossilen Brennstoffen wie Kohle und Öl zu gewinnen, macht man sich die Kräfte von Sonne, Wind und Wasser zu Nutze. Diese Art der Stromerzeugung schont die Umwelt und ist damit nachhaltig. Gleichzeitig sind diese Energiequellen prinzipiell unbeschränkt verfügbar und dank des kontinuierlichen technischen Fortschritts, zum Beispiel beim Bau von Photovoltaikanlagen, wird die Gewinnung von nachhaltigem Strom immer effizienter. Das macht «saubere» Energie zunehmend wettbewerbsfähig. Der Strommarkt verändert sich entsprechend: So lag 2016 gemäss Bundesamt für Energie (BFE) der gesamte erneuerbare Anteil am schweizerischen Elektrizitätsverbrauch bei rund 55 Prozent. Insbesondere die Solarenergie befindet sich im Aufwind. «Seit 2012 haben die Photovoltaik-Anlagen sehr stark zugenommen und weisen nun nach der Wasserkraft das zweitgrösste absolute Wachstum bei der erneuerbaren Stromproduktion in der Schweiz auf», heisst es im BFE-Bericht «Schweizerische Statistik der erneuerbaren Energien 2016». Während diese Entwicklung begrüssenswert ist und auch im Sinne der «Energiestrategie 2050» des Bundes verläuft, stellt die Energiewende dennoch Herausforderungen an die Betreiber der Stromnetze. Das Grundproblem: Zwar sind erneuerbare Energien prinzipiell unlimitiert verfügbar – aber nicht zu jeder Zeit. Der Zusammenhang ist denkbar einfach: Scheint keine Sonne, stoppt die Stromproduktion der Photovoltaikanlagen. Herrscht nicht genügend Niederschlag, stockt die Produktion im Wasserkraftwerk. Weht kein Wind, dreht keine Turbine. Schwankungen ausgleichen Warum ist das ein Problem? Dieses ergibt sich aus der Tatsache, dass sich elektrische Energie nach wie vor nicht gut speichern lässt. Gleichzeitig kann man Strom aus erneuerbaren Quellen nicht einfach «on demand»

produzieren, sondern nur dann, wenn die Gegebenheiten durch die Natur stimmen. Das kann zu Versorgungsengpässen führen. Zum Beispiel dann, wenn tagsüber zwar viel Solarstrom generiert wird, dieser aber genau abends, wenn der Strombedarf deutlich höher ist, nicht zur Verfügung steht. Ein weiteres Problem stellt gemäss BFE die zunehmend dezentrale Stromversorgung dar. Statt grosser Kraftwerke werden in Zukunft immer mehr Privathaushalte und Bürogebäude zu Stromlieferanten. Diese Quellen sinnvoll zu bündeln und die «Energielogistik» zu sichern, ist komplex.

Wie kann die Schweiz diesen Herausforderungen begegnen? Gemäss BFE kommen hier die intelligenten Netze ins Spiel, sogenannte «Smart Grids». Als ein Smart Grid wird ein elektrisches System verstanden, das unter Einbezug von Mess- sowie meist digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien den Austausch elektrischer Energie aus verschiedenen Quellen mit Konsumenten sicherstellt. Smart Grids sind also in der Lage, dank intelligenter Steuerung beispielsweise die fluktuierende Elektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energien sowie den Stromverbrauch

auszubalancieren. Smart Grids sind das Resultat der Digitalisierung der Stromnetze und gewährleisten damit lauf BFE «einen sicheren, effizienten und zuverlässigen System- und Netzbetrieb.» Gleichzeitig tragen sie dazu bei, den Netzausbaubedarf zu verringern. Vernetzung als Schlüssel Doch wie wird die Entwicklung vom heutigen Stromnetz zum Smart Grid aussehen? Aufschluss gibt die «Smart Grid Roadmap Schweiz» des Bundes. Sie dient den verschiedenen Akteuren als Wegweiser in die Energiezukunft und zeichnet eine Vision von Smart Grids, in der verschiedene neue Technologien im Netz zusammenspielen und über eine Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) vernetzt sind. Gerade diese IKT spiele eine zentrale Rolle. Kurzfristig könne man von einfachen, dezentralen Lösungen ohne viel Vernetzung ausgehen. Langfristig werde jedoch eine gewisse Vernetzung der Technologien stattfinden, was die Komplexität des Systems erhöht. Damit das System aber überhaupt weiss, wer welchen Strombedarf hat, wer wie viel produziert und wo mögliche Engpässe entstehen, müssen diese Daten an der Quelle gesammelt werden. Hier kommen die «Smart Meter» ins Spiel. Dabei handelt es sich um intelligente Messsysteme, die das BFE als wichtige Elemente der intelligenten Netze bezeichnet. Smart Meter übermitteln den Stromverbrauch der Kunden automatisch an den Energieversorger. Da sie ins Kommunikationssystem des Smart Grids eingebunden sind, sollen sie künftig in der Lage sein, die Distribution von Strom bedarfsgerecht mitzusteuern. Damit tragen Smart Meters zur Erhöhung der Energieeffizienz bei und unterstützen die neuartigen Funktionalitäten des Netzes. Intelligente Messsysteme sind dementsprechend ein integraler Bestandteil der «Energiestrategie 2050». Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Energie: www.bfe.admin.ch TEXT SMA


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NACHHALTIG BAUEN

WWW.FOKUS.SWISS

Nachhaltiges Bauen bedeutet mehr als ein Solarpanel auf dem Dach Nach dem trockenen und heissen Sommer 2018 und den aktuellen Debatten über Klimapolitik hat der Begriff «Nachhaltigkeit» wieder Hochkonjunktur. Oft geht es dabei um erneuerbare Energie und Umweltschutz. Das ist ebenso richtig wie wichtig, doch eigentlich umfasst Nachhaltigkeit noch viel mehr – zum Beispiel beim Bauen. Einblicke in die unbekannteren Seiten eines prominenten Schlagworts. TEXT REMO BÜRGI

«D

as Schöne an der ganzen Sache ist, dass nachhaltiges Bauen allen nützt.» Das sagt einer, der es wissen muss: Andreas Baumgartner arbeitet als technischer Sekretär beim Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS). Baumgartner erläutert, dass zur Nachhaltigkeit in der Baubranche auch eher unbekannte Aspekte gehören: «Lieferketten, Sicherheit, Mobilität, die Verwendung von regionalen Materialien oder die Lebenszykluskosten eines Gebäudes sind wichtige Faktoren beim nachhaltigen Bauen.» Es gehe dabei immer um ein Zusammenspiel von verschiedenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Ansprüchen. Kompromisse sind nötig Dass sich die Interessen von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt nicht selten widersprechen, ist eine der grossen Herausforderungen beim nachhaltigen Bauen. Gemäss Experte Baumgartner müssen die Beteiligten solche Konflikte von Beginn an in die Planung einbeziehen, gemeinsam eine verbindliche Lösung finden und dann auch umsetzen. Letzteres sei der schwierigste Teil, weil sich Bauprojekte oft über mehrere Jahre hinziehen. Baumgartner empfiehlt deshalb, dass sich ein Mitglied des Projektteams speziell um das Thema Nachhaltigkeit kümmert. Nicht zuletzt aufgrund des breiten Spektrums, das der Begriff Nachhaltigkeit abdeckt, wurde auf Wunsch von Wirtschaft und öffentlicher Hand ein Schweizer Standard entwickelt. Für die Betreuung dieses Standards ist das NNBS verantwortlich. Der Standard beinhaltet zwölf Kriterien aus den Sphären Umwelt, Gesellschaft

und Wirtschaft. Anhand dieser Kriterien – dazu gehören beispielsweise «Kontext & Architektur», «Regionalökonomie» und «Klima» – lässt sich die Nachhaltigkeit eines Bauwerks beurteilen. Regional herstellen und verwenden Die Förderung der Regionalökonomie etwa zählt zu den zentralen Zielen des Standards. Gemeint ist damit, dass das Material für den Bau möglichst regional produziert und verarbeitet wird. Das mag heutzutage nicht ganz einfach sein, wo doch im globalisierten Markt Produkte aus aller Herren Länder bezogen werden. «Aber möglichst billige Metallfassaden aus China – verkleidet mit Natursteinplatten aus Indien – sind wirklich keine Alternative für ein nachhaltiges Wirtschaften in der Schweiz», hält Andreas Baumgartner dezidiert fest. Der Experte ist sich bewusst, dass diesbezüglich noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist. In einigen Bereichen sieht er immerhin bereits Erfolge: «Die regionale Bereitstellung von Recyclingbeton funktioniert schon gut, teilweise auch die Verwendung von Holz und Holzprodukten aus der Region.»

Das Beispiel Holz zeigt exemplarisch, wie Regionalökonomie für alle Anspruchsgruppen Vorteile bietet. Die kurzen Transportwege und der nachhaltige Baustoff sind positiv für die Umwelt. Die einheimische Wirtschaft profitiert derweil von der regionalen Wertschöpfung, was wiederum aus gesellschaftlicher Sicht erfreulich ist: Dadurch entstehen Arbeitsplätze im Inland. Nicht selten auch in eher strukturschwachen Regionen, denn das Holz stammt überwiegend aus den ländlichen Teilen der Schweiz. Langfristig effizient Nachhaltiges Bauen beschränkt sich indes nicht nur auf den Bauprozess per se, sondern auch auf das, was danach kommt: Der Betrieb des Bauwerks soll ebenfalls möglichst effizient und kostengünstig sein. Fachleute sprechen dabei von tiefen Lebenszykluskosten, die aber nur mit viel Denkarbeit in einer frühen Projektphase erreicht werden können. Experte Baumgartner erklärt, dass dazu verschiedene Szenarien durchgerechnet werden müssten. «Das ist manchmal anstrengend und sorgt für rote Köpfe. Doch es ist unumgänglich, wenn wir

Nachhaltiges Bauen beschränkt sich indes nicht nur auf den Bauprozess per se, sondern auch auf das, was danach kommt: Der Betrieb des Bauwerks soll ebenfalls möglichst effizient und kostengünstig sein.

Gebäude bauen wollen, die uns im Betrieb nicht täglich mit hohen Kosten belasten.» Besonders im Fokus stehen dabei Bauteile wie die Fassade inklusive Fenster und Sonnenschutz, Lüftungs- und Klimaanlagen oder Systeme zur Gebäudeautomation. Dabei gilt es jeweils, einen möglichst optimalen Ausgleich zwischen Investitions- und Folgekosten zu finden. Auch Kunden sind gefordert Man ahnt es: Nachhaltiges Bauen erfordert viel Fachkompetenz. Als Bauherr sucht man sich deshalb am besten einen Architekten, der bereits Erfahrung mit nachhaltigem Bauen hat oder zumindest offen ist dafür. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Endkunde nichts beitragen kann. Im Gegenteil: Wer als Kunde bewusst nachhaltige Produkte fordert, generiert eine Nachfrage und beeinflusst so den Markt. Auch ein Mieter kann dazu beitragen, wie Andreas Baumgartner aus eigener Erfahrung weiss. «In unserem Haushalt musste der Kühlschrank ersetzt werden. Wir haben bei der Verwaltung angeregt, ein Gerät mit besserer Energieeffizienz zu installieren. So sparen wir Energie – und dank der tieferen Stromkosten ist der höhere Kaufpreis rasch amortisiert.» Von Energie- und Ressourceneffizienz über Lieferketten und Regionalökonomie und bis hin zu den Lebenszykluskosten: Nachhaltiges Bauen basiert auf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise. Das Ziel ist klar: Der Einbezug möglichst vieler Aspekte von Nachhaltigkeit soll zum Normalfall werden. Dieser Ansatz gewährleistet, dass Gebäude umweltverträglich, wirtschaftlich sowie zweckdienlich werden – und zwar längerfristig. Eben: Das Schöne an der Nachhaltigkeit ist, dass sie allen nützt.

BRANDREPORT ETERNIT (SCHWEIZ) AG

Von Natur aus nachhaltig Der Schutz unserer Umwelt ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen ist die grundlegende Voraussetzung des Erfolgs der Eternit (Schweiz) AG.

D

ie Eternit (Schweiz) AG denkt und handelt über den ganzen Lebenszyklus eines Produktes hinweg. Ihr Faserzement besteht zu über 95 Prozent aus natürlichen Rohstoffen aus den Schweizer Bergen. Dadurch werden wichtige Rohstoffressourcen wirkungsvoll geschont und es kann auf unnötige Transportwege verzichtet werden.

Der benutzte Werkstoff ist sortenfrei rückbaubar und jederzeit wiederverwendbar. Darüber hinaus schöpft Eternit Recycling-Potenziale aus: Beispielsweise zirkuliert das zur Plattenherstellung benötigte Wasser in einem geschlossenen Kreislauf dank einer eigens verfügbaren Kläranlage. Heute ist die Eternit (Schweiz) AG nach ISO 9001-2008 zertifiziert und verfügt über Umweltdeklarationen des Instituts «Bauen und Umwelt» (IBU) für seine Produkte.

Bauen mit Köpfchen Der Erfolgsfaktor für einen wirkungsvollen und nachhaltigen Bau heisst langlebige Qualität. Konstruktive Schwachstellen lassen teure Energie verpuffen, verursachen hohe Unterhaltskosten und beeinträchtigen das Raumklima durch unerwünschte Feuchtigkeit, Wärmeverlust und Zugluft. Umso wichtiger ist eine nachhaltige und richtig geplante Gebäudehülle mit kombinierbaren und innovativen Systemlösungen für die Bereiche Fassade, Dach und Solar. Die Eternit-Fassadensysteme basieren auf dem bauphysikalisch optimalen Prinzip der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade. Als Marktführerin hat die Eternit (Schweiz) AG dieses System zur Perfektion weiterentwickelt. Mit ihrer hervorragenden Schutzwirkung regeln sie den energiesparenden und komfortablen Temperatur- und Feuchtigkeitshaushalt der Gebäudehülle über Jahrzehnte wie am ersten Tag. Eternit Fassadenplatten müssen nie nachgestrichen werden und schützen zudem effizient die Unterkonstruktion vor Schäden. Die Fassadenprodukte erfüllen die Anforderungen von eco-bau und Minergie-Eco.

Auch die Eternit-Dachsysteme gewähren dank erstklassiger Funktionseigenschaften und ausgereifter Befestigungstechnik jahrzehntelangen Schutz vor allen klimatischen Widrigkeiten auch bei Sturm und Hagel. Bei der Planung oder Sanierung von Fassaden und Dächern sollten auch Eternit-Solarsysteme berücksichtigt werden, um die Liegenschaft zukunftsgerecht auf umweltfreundliche, erneuerbare Energie auszurichten. Die Eternit-Solarelemente fügen sich in Form und Farbe rahmenlos, flach und ohne schwierige Anschlussdetails perfekt in die Fassaden und Dächer ein. Hohe Ansprüche an Qualität zahlen sich aus Eine Erstinvestition zahlt sich dank der sicheren Nutzungsdauer von mehr als 60 Jahren immer aus, angefangen bei den niedrigeren Heiz- und Klimakosten über minimale Unterhaltskosten bis hin zum Werteerhalt der Immobilie. Somit verbessern die Produkte sowohl die ökologische als auch die ökonomische Bilanz jeder Gebäudehülle.

Projekt: Siedlung Sturzenegg, hinterlüftete Eternit Fassade mit NOBILIS Fassadenschiefer, Architekten: wild bär heule Architekten AG, Auftraggeber: WBG St. Gallen Foto: Mark Drotsky


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STADTWERK WINTERTHUR BRANDREPORT

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In Stettbach kommen Wärme und Kälte aus dem Erdreich Direkt am S-Bahnhof Stettbach entstehen zurzeit zwei neue Gebäude mit 290 Wohnungen sowie Retail-, Büro- und Dienstleistungsflächen. Das Energie-Contracting von Stadtwerk Winterthur ist für die Realisierung der kompletten Wärme- und Kälteversorgung der Gebäudekomplexe verantwortlich.

U

m heute schon die energetischen Vorgaben der Energiestrategie 2050 zu erfüllen, wird oberflächennahe Geothermie genutzt. Zum Einsatz kommt eine Wärmepumpenanlage mit einer zusätzlichen Free-Cooling-Funktion. Ein wirklich cooles Konzept, denn rund 75 Prozent des gesamten Wärme- und Kältebedarfs wird so über eine erneuerbare Energiequelle abgedeckt. Hierfür werden 64 Erdsonden bis zu 250 Meter tief in den Boden eingelassen.

Im Winter liefern die mit einer Wärmepumpe verbundenen Erdwärmesonden die Wärme. Im Sommer wird die Geothermie als natürliche Kältequelle zur Gebäudeklimatisierung genutzt. Diese einfache Methode der ökologischen Kälteerzeugung wird als Free-Cooling bezeichnet. Das Free-Cooling macht sich die thermische Trägheit des Bodens zunutze. Rund 15 Meter unter der

Erdoberfläche beträgt die Temperatur etwa 10 Grad Celsius und kann in den Sommermonaten direkt zur Gebäudekühlung verwendet werden.

Sanierung aufkommen. Stadtwerk Winterthur bietet ein «Rundum-sorglos-Paket», das alle Lebensphasen einer Energieversorgungsanlage abdeckt.

Für die Heizwärme steht eine Heiz-Wärmepumpe zur Verfügung. Die Trinkwarmwasseraufbereitung erfolgt über eine Trinkwarmwasser-Wärmepumpe, welche im Rücklauf des Heiz- oder Kältekreislaufes eingebunden ist. Die Kaltwasseraufbereitung für die Klimatisierung erfolgt über das Free-Cooling-System. Zur Spitzenabdeckung kann die Trinkwarmwasser-Wärmepumpe zur Kälteproduktion hinzugeschaltet werden. In erster Linie werden damit die Büro- und Geschäftsflächen gekühlt.

Als Contractor nimmt Stadtwerk Winterthur den Kunden alle Aufgaben rund um die Energieversorgungsanlage ab. Diese erhalten eine komfortable Lösung, die Zeit und Kosten spart.

Zur Regeneration des Erdwärmesondenfeldes sind neben dem Free-Cooling die WRG Lüftung-KWL und ein Rückwärmer in den Erdsondenkreislauf eingebunden. Im Vergleich zu einer konventionellen Wärme- und Kälteversorgung sind so erhebliche Energiekosteneinsparungen sowie CO2-Reduktionen möglich. Weitere Vorteile sind die geringen Investitions- und Betriebskosten. Das Energie-Contracting von Stadtwerk Winterthur hat das Versorgungskonzept entwickelt und ist für den Bau, die Finanzierung und den Betrieb über 30 Jahre beauftragt. Das Projekt ist ein Musterbeispiel für eine wirtschaftlich und umweltfreundlich betriebene Energieanlage und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050. Massgeschneiderte Contracting-Lösungen Dank Energie-Contracting müssen Bauherren keine Heiz- oder Kälteanlage mehr kaufen oder für deren

Bereits bei der Konzeption der Anlage kann Stadtwerk Winterthur sein Know-how einbringen. Je nach Bedürfnis übernimmt es Planung, Bau, Finanzierung und Instandhaltung der Anlage. Das individuell zugeschnittene Konzept entspricht wirtschaftlich, technologisch, organisatorisch und ökologisch den neuesten Standards.

Kundenvorteile im Überblick:

• Nutzung von Erneuerbaren Energien • Optimale Anlagenplanung • Ständige Betriebsoptimierung

Über Stadtwerk Winterthur Seit über 150 Jahren sorgt Stadtwerk Winterthur für den Komfort der Kundschaft. Heute ist Stadtwerk Winterthur ein erfolgreiches Ver- und Entsorgungsunternehmen. Es liefert Elektrizität, Gas, Wasser und Fernwärme. Ausserdem reinigt es das Abwasser, baut das Winterthurer Glasfasernetz, verbrennt und verwertet Abfall energetisch. Die Nachfrage nach Energie-Contracting-Lösungen ist sehr hoch und das Unternehmen im Markt für seine Kompetenz bekannt. Stadtwerk Winterthur betreut heute rund 280 Kundenobjekte zwischen Zürichsee und Bodensee stadtwerk.winterthur.ch

durch laufende Überwachung • Investitions- und Finanzierungseinsparungen • Verbesserte Liquidität • Verbrauchsreduktion • Verlagerung des Ausfallrisikos • Werterhaltung bzw. Wertsteigerung der Immobilie • Transparenz der Kostenfaktoren • Fokus auf das Kerngeschäft • Störungsdienst 24h an 365 Tagen im Einsatz

KÄMPFEN FÜR ARCHITEKTUR AG BRANDREPORT

Sonne statt Erdöl Alle reden vom Klimawandel. Es sind aber Taten gefragt. Der Architekt Beat Kämpfen «tut» - und das seit Jahren. Hier die zwei aktuellsten Beispiele aus der Stadt Zürich.

B

eat Kämpfen steht mit seinem Büro «kämpfen für architektur» für moderne Solararchitektur und hat im In- und Ausland bereits zahlreiche Preise für seine innovativen Pionierprojekte gewonnen. Kaum ein anderer Architekt erkannte das Potential der gebäudeintegrierten Photovoltaik so früh wie er. Das Team von «kämpfen für architektur» vereint kompromisslos Energieeffizienz, Ökologie und Solarenergie im Einklang mit hohen architektonischen Ansprüchen. Umbauen statt abreissen Das Mehrfamilienhaus von 1970 in Zürich-Schwamendingen mit 46 Kleinwohnungen war eine regelrechte Energieschleuder. Jedes Jahr wurden allein zum Heizen 30 000 Liter Erdöl verbrannt, in 46 Jahren somit rund 1,5 Millionen Liter. Eine bedenkliche Zahl. Das Büro «kämpfen für architektur» hat das Gebäude nicht nur

energetisch erneuert, sondern auch um ein Geschoss aufgestockt. Die vier zusätzlichen Wohnungen bieten eine herrliche Rundsicht über Zürich-Nord und sind durch und durch wohnlich und nachhaltig. Dazu die Fakten: Der Wohnkomfort und die Ausnützung des Grundstückes entsprechen einem Neubau. 180 m2 Sonnenkollektoren verleihen den Fassaden einen markanten Ausdruck. Ein sechsgeschossiger Solartank im Gebäudeinnern speichert die Solarenergie. Überschüssige Solarenergie regeneriert die Erdsonden, welche im Verbund mit den Sonnenkollektoren arbeiten. Die Kosten für den Umbau waren deutlich tiefer als diejenigen eines vergleichbaren Ersatzneubaus; die aufgewendete graue Energie sowieso. Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind heute vernachlässigbar, praktisch alle Energie kommt von der Sonne oder aus der Erde. Die CO2-Emissionen liegen bei Null, der Energieverbrauch der Gebäudetechnik ebenso. Das Minergie-A zertifizierte Projekt wurde mit dem Schweizer Solarpreis 2017 ausgezeichnet. Verdichten und Plus-Energie Das war vorher: ein Einfamilienhaus an bevorzugter Wohnlage in Zürich-Höngg. Neu gibt es sechs lichtdurchflutete und modern gestaltete Familienwohnungen. Die naturbelassenen Holzdecken geben den Räumen eine «Wohlfühlatmosphäre». Mit seiner Solar-Fassade, die dank teilweiser Bedruckung in den Farben Grau-Grün schimmert, fügt sich das abgewinkelte Gebäude gut in den durchgrünten Hönggerberg ein. Beat Kämpfen fügt schmunzelnd an, dass die Entwicklung der speziell angefertigten Photovoltaikmodule schon mit ein paar Unsicherheiten verbunden war.

Die 50 Kleinwohnungen des Umbaus in Schwamendingen brauchen viel Warmwasser. Die Sonnenkollektoren erwärmen es.

Unsichtbar, aber umso wichtiger: Hier handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt der Energiewende: Der vorfabrizierte Holzbau ist hochwertig gedämmt und erreicht den Minergie-P Standard. Die grosszügigen Fenster nutzen die passiv-solare Energie der Sonne. Dach und Fassaden sind vollständig mit Photovoltaikmodulen verkleidet und produzieren elektrischen

Beim Neubau in Höngg produzieren Fassaden und Dach elektrischen Strom. Die Sonne liefert mehr als benötigt.

Strom. Dieser wird für die Erwärmung von Heiz- und Brauchwarmwasser mittels Wärmepumpe und Erdsonden, die Lüftungsanlage und die Haushaltgeräte gebraucht. Zwei Batterien helfen, die Energie kurzzeitig zu puffern. Übers Jahr gesehen produziert das Gebäude mehr Elektrizität als die Bewohner benötigen. Heisst: es ist ein Plus-Energie-Gebäude ohne CO2-Emissionen!

kämpfen für architektur ag

Die zwei Beispiele zeigen, dass, sowohl Umbauten als auch Neubauten, heute schon so gestaltet werden können, dass sie das Klima absolut nicht belasten. Man muss es nur wollen!

www.kaempfen.com

TEXT SIGRID HANKE FOTOS MARCO BLESSANO

Badenerstrasse 571 CH-8048 Zürich Tel. +41 44 344 46 20 info@kaempfen.com


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BRANDREPORT HOLZENERGIE SCHWEIZ

Wohltat Wohnraumfeuerung Das Wort «Stube» ist verwandt mit dem englischen «stove – Ofen», weil die Stube früher lange der einzige geheizte Wohnraum war und die Wärme meistens von einem Holzofen stammte. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Nach wie vor sorgen in der Schweiz über 500 000 Cheminées, Zimmer- und Kachelöfen sowie Holzherde dafür, dass die «Wärme aus dem Wald» in unsere Stuben und Seelen gelangen.

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war gibt uns der Frühling gerade einen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Sommer, doch so richtig warm möchte es nach Sonnenuntergang noch nicht werden. Gibt es denn etwas Schöneres, als an einem dieser kühlen Abende mit einem Glas erlesenen Weins und einem spannenden Buch vor einem Holzfeuer zu sitzen, dessen wohltuende Wärme nach und nach den ganzen Wohnraum und die Gemüter erfüllt? Gibt es dann etwas Spannenders, als das Buch von Zeit zu Zeit beiseite zu legen, um sich dem faszinierenden Spiel der Flammen hinzugeben und seine Gedanken auf Weltreise zu schicken? Abschweifen, loslassen, träumen… Nachhaltige Energiepolitik Dabei hat die Geschichte auch eine ganz nüchterne, praktische Seite und sehr viel mit Energiepolitik zu tun. Im Mai 2017 sagten die Schweizerinnen und Schweizer mit grossem Mehr Ja zur Energiestrategie 2050 und zu einer nachhaltigen und erneuerbaren Energiezukunft unseres Landes. Holz ist ein wichtiger Pfeiler dieser neuen Energiepolitik, deckt es doch bereits heute mehr als 10 Prozent des schweizerischen Wärmebedarfs. Und hier kommt den Cheminées, Zimmer-, Pellets- und Kachelöfen eine grosse Bedeutung zu. Nicht nur weil nach wie vor fast ein Fünftel der gesamten genutzten Energieholzmenge in solchen Wohnraumfeuerungen verbrannt wird, sondern auch aus energiepolitischen Gründen. Dank seinem Schwedenofen kann der Hausbesitzer seine «fossile Heizsaison» nämlich ganz beträchtlich verkürzen, indem er im Herbst ein oder zwei Wochen länger mit dem Einschalten seiner zentralen Öl- oder Gasheizung zuwartet und diese im Frühling entsprechend früher wieder ausschaltet. Das schont das Portemonnaie und das Klima! Denn Holz ist CO2-neutral,

weil die nachwachsenden Bäume das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 laufend wieder binden. Vielseitige Wärme für jeden Geschmack Doch auch im tiefsten Winter ist die Wohnraumfeuerung energiepolitisch aktiv. In gut gedämmten Gebäuden mit Wärmepumpen-Heizungen übernimmt der Pellet- oder der Zimmerofen die Deckung der Spitzenlasten an ganz kalten Tagen. Das spart Strom und Geld! Überhaupt kommen die Vorteile der Wohnraumfeuerungen umso besser zum tragen, je besser das Gebäude gedämmt ist. In Minergie-Gebäuden etwa ist der Raumwärmebedarf derart gering, dass keine grossen Mengen an Stückholz oder Pellets notwendig sind. Erleichtert wird der Entscheid zugunsten einer Wohnraumfeuerungen auch durch die enorme Vielfalt an geeigneten Heizsystemen. Ob halbautomatischer Pelletofen, effizienter Speicherofen, geschlossenes

Cheminée, Holzkochherd, Satellitenspeicherofen, welcher die Wärme in Wand-Hohlräumen im Haus verteilt, oder High Tech-Ofen mit wasserführendem Wärmetauscher – der Hauseigentümerschaft oder dem Architekten steht eine riesige Auswahl an Technologien, Farben und Materialien zur Verfügung. Und das ist gut so! Denn die Wohnraumfeuerung ist nie bloss eine Heizung, sondern immer auch ein Seelenwärmer und ein wichtiges Element einer behaglichen Inneneinrichtung des Platzes, an welchem wir am liebsten sind! TEXT HOLZENERGIE SCHWEIZ

HOLZENERGIE SCHWEIZ. Der Branchenverband Holzenergie Schweiz betreibt seit bald 40 Jahren einen professionellen Informationsund Beratungsdienst und setzt sich bei Behörden und Entscheidungsträgern für eine vermehrte Nutzung der «Wärme aus dem Wald» ein. Weitere Informationen unter www.holzenergie.ch Ihr Kontakt: Andreas Keel Geschäftsführer Direktwahl 044 250 88 10 Mobile 079 306 0034 keel@holzenergie.ch

BRANDREPORT DREES & SOMMER

Wertvolle Hilfe für die Zertifizierung von Green Buildings Über das von Drees & Sommer mitentwickelte, innovative Online-Tool «Building Material Scout» finden Planer, Investoren, Bauherren und Hersteller aktuelle bauökologische Produktdaten und einen Verifizierungsservice.

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ass nachhaltiges Bauen die lokale und globale Umwelt schützt, aber auch zur Wertsteigerung und besseren Recyclingfähigkeit einer Immobilie beiträgt, diese Erkenntnis ist in der Bau- und Immobilienbranche angekommen. Viele Bauherren, insbesondere von visionären Büro- und Wohnprojekten, bestehen sogar auf sogenannte «Green Buildings», welche den Anforderungen an Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit in hohem Masse entsprechen. Ein Problem in der Praxis ist jedoch der zeit- und kostenintensive Aufwand für die Produktrecherche und die Dokumentation. Ausserdem existieren unzählige Produktlabels, Gebäudezertifikate, Materialdeklarationen und Ökobilanzdaten, die es Bauherren und Planern schwer machen, den Überblick zu behalten. Auf Seiten der Produkthersteller ist der Aufwand ebenfalls gestiegen: Kontinuierlich werden diese mit Anfragen nach Nachweisen und Deklarationen konfrontiert und müssen ihre Produktdaten immer auf dem aktuellen Stand halten. Angesichts dieser Marktentwicklung erscheint die Entwicklung und der fortwährende Ausbau der neuen Online-Plattform www.building-material-scout.com nur konsequent. Sie liefert einen einfachen Zugang zu gesunden und nachhaltigen Baumaterialien und schafft damit Planungssicherheit in der Produktauswahl und Dokumentation. Nutzniesser der Big-Data-Sammlung sind Architekten, Planer, Bauherren, Investoren, Auditoren und ausführende Firmen, aber auch die Hersteller sowie Betreiber von Immobilien. «Building Material Scout» bewertet und strukturiert materialbezogene Informationen und erleichtert es, passende Bauprodukte zu finden. Die Suche wird durch Filtermöglichkeiten unterstützt, zum Beispiel nach Anforderungen zum gesunden Bauen über Eco-Labels. Der Nutzer kann die gefundenen Produkte in einem Planungstool abspeichern und direkt mit seinen Projekten verknüpfen - auch mit Building Information Modeling (BIM). Hersteller profitieren ebenfalls: Sie laden Produktdaten schnell manuell oder automatisiert in das System,

vermeiden Direktnachfragen und können so zusätzlich ihre Materialien vermarkten. Bauprodukte entscheidend für Öko-Zertifizierungen Unabhängige Zertifizierungssysteme für nachhaltige Gebäude werden in der Baubranche immer bedeutsamer. So stieg von 2008 bis 2018 weltweit die Zahl zertifizierter LEED-Projekte (Leadership in Energy and Environmental Design) von 1 200 auf über 95 000. Auch die Anzahl vergebener Zertifikate der Schweizer Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI) und des englischen Klassikers «Building Research Establishment Enviromental Assessment Method» (BREEAM) wächst von Jahr zu Jahr. Wichtig: Das Ergebnis aller Audits wird bis zu einem Anteil von

30 Prozent durch die Wahl der Bauprodukte beeinflusst. LEED, SGNI und BREEAM fordern dabei mehr als nur die Erfüllung gesetzlich festgelegter Standards – es geht auch um Kriterien wie VOC-Gehalt (volatile organic compounds) in Klebern, Dichtstoffen und Beschichtungen, um Nachhaltigkeitsberichte der Hersteller oder um Nachweise bezüglich der Schadstoffe und Emissionen in Dämmstoffen, Bodenbelägen und Holzprodukten. Auch Recycling und Regionalität werden bewertet, genauso wie vorhandene und neue Produktlabels wie etwa «Cradle to Cradle©». Alle Bewertungskriterien berücksichtigen Das erfordert sehr viel Einsatz von Auditoren und Assessoren in den Zertifizierungsprozessen. Aktuell wird dennoch kein positives Ergebnis erzielt, weil

Bauunternehmen – und sogar die Produzenten selbst – nicht immer die Informationen parat haben, die für die Erfüllung der Zertifizierungskriterien notwendig sind. Das führt so weit, dass einige LEED-, SGNI- und BREEAM-Punkte nicht angestrebt und so für eine hohe Qualität und Auszeichnung des Projekts «verschenkt» werden. Wird ein bestimmter Prozentsatz von Produkten gar nicht geprüft, kann dies sogar das Zertifizierungsziel gefährden. Fazit: In Green-Building-Projekten ist es wichtig, frühzeitig geeignete Produkte zu finden, um die geforderten ökologischen Material- und Verarbeitungsqualitäten sicherzustellen. Das setzt viele Detailinformationen und ein komplexes bauökologisches Fachwissen voraus. Mit «Building Material Scout» existiert erstmals ein laufend aktualisiertes digitales Info- und Dokumentationsportal zu allen bauökologischen Materialien und Zertifikaten. Was bislang einzeln in verschiedenen Datenblättern und Handbüchern, auf Hersteller-Webseiten oder Datenbanken von Eco-Labels recherchiert werden musste, ist jetzt zentral und anwenderfreundlich in einem System zusammengefasst.

Nachhaltig bauen Das Portal www.building-material-scout.com wurde von Drees & Sommer gemeinsam mit der HOINKA GmbH (D) und SundaHus Linköping AB (SE) entwickelt. Über 10 600 nachhaltige Bauprodukte sind bereits abrufbar. www.building-material-scout.com

© Fernando Guerra


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ENPULS AG BRANDREPORT

Maximale Transparenz – dank hochpräziser Energiedaten Ohne die exakte Messung und Abrechnung des Energieverbrauchs ist die reibungslose Bewirtschaftung einer Immobilie unmöglich. In diesem Segment bietet die Enpuls AG neue, innovative Lösungen an. Wodurch sich diese auszeichnen und wie sie das Leben von Immobilienverwaltern erleichtern, erklärt Geschäftsführer Michael Jastrob im Interview. Michael Jastrob, die Enpuls AG ist ein Mess- und Abrechnungsdienstleister im Energiebereich. Was bedeutet das genau? Wir sind vor drei Jahren im Markt gestartet und verstehen uns als «One-Stop-Shop» für sämtliche Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit der Messung sowie der Abrechnung des Energieverbrauchs von Immobilien stehen. Dabei unterscheiden wir uns von anderen Anbietern vor allem durch unsere massgeschneiderten Mess- und Abrechnungslösungen, die zu einer optimalem Immobilienbewirtschaftung beitragen. Die Tatsache, dass wir vom Energie-Monitoring bis hin zur Abrechnung alle Dienstleistungen schnell und unkompliziert aus einer Hand bieten können, stellt für unsere Kunden, zu denen vornehmlich Liegenschaftsverwaltungen gehören, einen entscheidenden Mehrwert dar. Zudem sind wir Vorreiter in Sachen Messung / Abrechnung von selbstproduziertem Strom (Stichwort Eigenverbrauch) sowie von E-Ladestationen. Um möglichst exakt auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu können, bringen wir unser Know-how auf Wunsch gerne bereits während der Planungsphase einer Immobilie ein. So lassen sich auch potenzielle Fehlplanungen vermeiden. Welche Fehlplanungen können denn entstehen? Wir stellen häufig fest, dass die Bedürfnisse der Liegenschaftsverwalter bei der Gebäudeplanung kaum oder gar nicht berücksichtigt werden. Eine paradoxe Situation, schliesslich wäre ein optimaler Gebäudebetrieb ja im Interesse der Eigentümer. Konkret kann es dann zum Beispiel vorkommen, dass einfach der billigste Wasserzähler eingebaut wird, der kaum Transparenz zum Verbrauchsverhalten liefert. Ein anderes potenzielles Problem: Damit ein Eigentümer sein Gebäude bspw. mit

Wir wollen Planer und Eigentümer für die Bedürfnisse der Liegenschaftsverwalter sensibilisieren. Michael Jastrob Geschäftsführer

der Minergie-Plakette zertifizieren lassen kann, muss das Objekt gewisse Auflagen erfüllen – auch im Bereich der Energiemessung. Wird da die falsche Mess-Infrastruktur verbaut, ist dieses Vorhaben gestorben. Um solche Situationen zu vermeiden, wollen wir Planer und Eigentümer für die Bedürfnisse der Liegenschaftsverwalter sensibilisieren. Sie haben die Transparenz bei der Messung von Verbrauchsdaten angesprochen. Wie stellen Sie diese bei Ihren eigenen Dienstleistungen sicher? Die Enpuls AG ist mehr als ein Messdienstleister, der einfach einmal im Jahr die Zähler abliest und dann eine Rechnung stellt. Wir stellen die Verbrauchs- und Produktionsdaten vielmehr smart für Monitoring- und Abrechnungszwecke zur Verfügung – ohne den Einsatz einer proprietären Messinfrastruktur. Zudem ist unser Dienstleistungsportfolio modular aufgebaut: Kunden können also genau die Leistungen beziehen, die sie benötigen. Sie bestimmen selber, welche Verbrauchs- und Zustandsdaten (wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit) wir für sie messen sollen. Transparenz schaffen wir überdies

nicht nur in Bezug auf unsere eigenen Dienstleistungen, sondern helfen Liegenschaftsverwaltern auch dabei, gegenüber den Immobilienbenutzern transparent zu sein. Wie das? Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, den Immobiliennutzern eine Visualisierung ihrer individuellen Daten zur Verfügung zu stellen. Auch ein Monitoring der Gesamtverbräuche der betreuten Objekte können wir bereitstellen. Bei der Abrechnung wiederum haben Liegenschaftsverwalter ebenfalls die Wahl zwischen unterschiedlichen Abrechnungsarten, wie etwa Direktabrechnung inkl. Inkasso, verbrauchsabhängige Abrechnung oder Nebenkostenabrechnung.

Tochterunternehmen der EKZ, weitreichendes Knowhow anbieten und die Gebäudeeigentümer und Planer im Vorfeld beraten. Zum Beispiel müssen für E-Ladestationen separate Leitungen verlegt werden. Da stellt sich direkt die Frage, wie die Verrechnung abgewickelt werden soll. Auch hier verfolgen wir einen individuellen Lösungsansatz, je nach Kunde. So bieten wir bspw. an, die Strombezüge an den Ladestationen über die Nebenkosten abzurechnen. Möchte der Kunde die Bezüge lieber separat und direkt verrechnen, können wir auch das anbieten. Welche Verrechnungsweise sich mittel- bis langfristig durchsetzen wird, werden wir sehen, die «Best Practices» bilden sich gerade erst heraus. Doch unabhängig davon, welche Methode sich letztlich etabliert – wir können sie anbieten.

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Sie haben auch E-Ladestationen erwähnt. Diese gehören bei immer mehr Immobilien zur Infrastruktur. Wie gehen Sie in diesem Bereich vor? In der Tat findet in diesem Feld aktuell sehr viel Bewegung statt. Da es sich um eine relativ neue Technologie handelt, will das Vorgehen gut überlegt sein. Denn das Bekenntnis zur nachhaltigen Ladestation ist sicherlich begrüssenswert, doch mit der Installation ergeben sich auch viele Fragen. Hier können wir, als

2019 2019 2020 2020 2021 2019

Über die Enpuls AG Das in Dietikon ZH ansässige Unternehmen versteht sich als Dienstleister der Zukunft: Die Enpuls AG bietet massgeschneiderte Abrechnungslösungen zur optimalen Immobilienbewirtschaftung, unter anderem auch für den Eigenverbrauch von selbst produziertem Strom und E-Ladestationen. Weitere Informationen finden Sie unter www.enpuls.ch

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Schweizer Schafwolle Wer mit dem natürlichen Schweizer Rohstoff der Fisolan AG Wohnräume isoliert, wohnt zukünftig in der Natur.

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Die nachhaltigen Produkte aus unserem Sortiment bieten Holzbauern, Architekten und Bauherren alle wichtigen Eigenschaften, damit sie beim Bauen richtig isolieren können. Schafwolle hat in den letzten Jahren alle wichtigen Eignungstests erfolgreich durchlaufen und wird heute in jeglichen Bausituationen als Isolation eingesetzt. Schafwolle isoliert nicht nur gegen Wärme und Kälte, sondern sie absorbiert auch Geräusche und schlechte Luft. Sie ist das ideale, natürliche Produkt, um ein gesundes Wohnklima vom Dach bis in den Keller sicherzustellen. Schafwolle ist ein hundertprozentiges Naturprodukt, dessen positive Eigenschaften technisch kaum zu übertreffen sind. Unsere Dämmplatten überzeugen bei der Wärmedämmung u. a. aufgrund ihres hohen Gewichtes von 27.5 kg / m3 und einer Wärmeleitfähigkeit von D = 0.036 W/mK. Unsere Schafwolle ist gegen Schädlinge wie Motten wirkungsvoll ausgerüstet. Schafwolle ist atmungsaktiv und sorgt für saubere, natürliche regulierte Luft. Sie hat einen um ein Vielfaches tieferen Primärenergiebedarf als marktübliche Produkte. Wir verwenden für die Herstellung unserer Isolationsmaterialien 100 Prozent Schweizer Schafwolle, die aus der Umgebung stammt.

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RECYCLING

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Plastikmüll verwerten, statt einfach wegschmeissen Die Schweiz sieht sich selber gerne als Vorzeigeland, wenn es um die Wiederverwertung von Abfallstoffen geht. Und obschon Recycling hierzulande wirklich fleissig praktiziert wird, befinden wir uns in einer entscheidenden Kategorie im Hintertreffen: der Wiederverwertung von Kunststoffabfällen. Welche Folgen das für die Umwelt hat und wie man die Lage verbessern könnte, haben wir bei Branchenkennern nachgefragt. TEXT REMO BÜRGI

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las, Aluminiumverpackungen und Stahlblech – diese drei Güterkategorien stellen sozusagen die «Recycling-Paradedisziplinen» der Schweizerinnen und Schweizer dar. Denn gemäss den Erhebungen von «Swiss Recycling» weisen sie hierzulande eine besonders hohe Sammel- und Verwertungsquote auf, zwischen 86 und 96 Prozent (Stand 2016). Wird die Schweiz ihrem Ruf als Recycling-Nation also gerecht? Leider nur teilweise, erklären Branchenkenner wie der Verein Schweizer Plastic Recycler. Denn es gebe bei uns zwei ganz grosse Potenziale im Bereich der Verwertung, die wir nicht ausschöpfen: Biomasse und Kunststoffe. Gerade der Bereich der Kunststoffe sei problematisch, betonen Experten. Nun mag man zwar einwenden, dass die PET-Rücklaufquote mit rund 83 Prozent durchaus hoch ausfällt. Doch leider macht PET nur einen vergleichsweisen kleinen Anteil am Plastikverbrauch aus. Schaue man sich die Zahlen an, zeigt sich, dass nur gerade elf Prozent des Kunststoffes zurückgeführt werden. Und da ist PET bereits miteinberechnet. Wie aber kommt es zu dieser schlechten Quote? Ein grosses Problem ergibt sich beim Haushaltsabfall. Hier falle laut Fachleuten viel Plastik an, der leider direkt im

Kehrichtsack verschwinde: Einpackfolien, Tragtaschen sowie Joghurtbecher sind nur einige Beispiele dafür. Grosse CO2-Belastung Die Folgen für die Umwelt sind beträchtlich. Zur Veranschaulichung: Das Verbrennen von einem Liter Diesel führt zu 2.65 Kilo CO2. Verbrennt man hingegen ein Kilo Plastik, entstehen dabei bei Polyethylen sogar 3,14 Kilo. Dies sei spätestens jetzt, in Zeiten in denen «Klimaschutz» und «CO2-Reduktion» soviel Aufmerksamkeit erfahren, nicht tragbar. Leider gehe in der öffentlichen Diskussion die Rolle der Kunststoffe noch immer vergessen. Aus diesem Grund müsse man die Konsumenten dringend aufklären. Das alleine reicht aber noch nicht: Fachleute betonen, dass es auch Infrastrukturen braucht, die das Recyceln von Plastikabfällen erleichtern. Dies zu erreichen sei allerdings alles andere als leicht. Denn hierzulande gebe es eine starke Lobbying-Gruppe, die an den bestehenden Strukturen festhalten will und sich für die Verbrennungsanlagen einsetzt. Die Betreiber derselben befürchteten offenbar, dass durch eine separate Trennung von Plastikmüll die Auslastung der Verbrennungsanlagen nicht mehr gegeben sei. Dies hat damit zu tun, dass Plastik rund 50 Prozent des Volumens eines durchschnittlichen Abfallsacks

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ausmacht. Darum werde die Angst geschürt, dass man durch Kunststoff-Recycling nicht mehr über genügend Brennstoff verfüge.

man in Sachen Plastikverwertung etwas unternehmen könne. Man kann auch leicht externe Experten beiziehen – etwa vom Verein Schweizer Plastic Recycler.

Plastik ist nicht gleich Plastik Wie gross ist das Potenzial für die Verwertung von Plastik tatsächlich? Man kann zwar nicht jede Art von Plastik wiederverwerten – aber viele. Dazu gehören Tragtaschen, Schrumpffolien (in die bspw. WC-Rollen verschweisst werden), Blumentöpfe sowie Behälter für Milchprodukte. Gesamthaft könnte man rund 77 Prozent der Kunststoffe dem Recycling zuführen. Bei den restlichen 23 Prozent handelt es sich um sogenannte «Verbundstoffe», die man aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht mehr verwerten kann. Recycling-Fachleute sehe eine Kunststoff-Verwertungsquote von 70 Prozent als realistisch und erstrebenswert an.

Eine echte Kreislaufwirtschaft schaffen Viele Kunststoff-Verpackungen, die heute im Umlauf sind, können nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand rezykliert werden. Um die Kreislaufwirtschaft bei Kunststoff-Verpackungen zu fördern, haben sich Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur «Allianz Design for Recycling Plastics» zusammengeschlossen. Die Allianz strebt an, das Recycling einfacher, transparenter, hochwertiger und marktfähiger zu machen – mit dem Ziel, die Umweltbelastung, die durch Kunststoff-Verpackungen entsteht, zu reduzieren. Dafür sollen Massnahmen ergriffen werden, die einen ressourcenschonenden Einsatz der Rohstoffe ermöglichen und sowohl zu einem vermehrten Einsatz hochwertiger Kunststoffrezyklate, einer recyclinggerechten Konstruktion von Produkten und Verpackungen (Design-for-Recycling) als auch einem nachhaltigen, abfallvermeidendem Konsum kunststoffhaltiger Produkte führen. Zuletzt muss eine einheitliche und flächendeckende Erfassung der Kunststoffabfälle (Sammelsystem) eine hochwertige stoffliche Verwertung ermöglichen.

I rifiuti di plastica sostituiscono l’importazione di plastica – Nuovi materiali e denaro! ersetzt Import Natürlich kommt bei der Erreichung dieses Ziels nicht nur den privaten Haushalten eine wichtige Rolle zu, sondern auch dem Gewerbe. Betriebe können sofort konkrete Schritte unternehmen, um das Plastik-Recycling anzutreiben. In den meisten Fällen kümmert sich ein regionales Entsorgungsunternehmen um die anfallenden Abfälle. Fragen Sie dort ganz einfach nach, ob

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10.04.19 10:02 PAPREC SCHWEIZ AG BRANDREPORT

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Recycling ist mehr als Wiederverwertung Aus alten Produkten werden neue. Auf der Basis dieser Idee ist Recycling in den vergangenen Jahren zu einem elementaren Bestandteil des Umweltschutzes geworden.

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ie Paprec Schweiz AG mit Sitz in Basel betreibt Recycling nicht nur als erfolgreiches Geschäftsmodell, sondern vor allem als gelebte Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Natur – seit über einem Jahrhundert. Mit lösungsorientierten Ansätzen will sich das Unternehmen international noch stärker aufstellen. «Für uns ist Nachhaltigkeit kein leerer Slogan», sagt CEO Christophe Gence. «Nachhaltigkeit bedeutet für uns, als Unternehmen konkret Verantwortung zu übernehmen und eine gesunde Zukunft mitzugestalten.» Diesen Anspruch dokumentiert Paprec Schweiz auch überzeugend in seinem Logo: eine Weltkugel mit den Gesichtern einer Mutter und eines Kindes.

Christophe Gence VR-Delegierter & CEO, Paprec Schweiz AG

One-Stop-Shop-Lösungen «Wir bieten wirklich alles an, von Papier über Kehricht, Sperrgut und Bau bis hin zu Eisen, Metall, Elektroschrott und Kunststoffrecycling», so der CEO. «Je nach Volumen arbeiten wir mit Partnern zusammen.» In der Schweiz hat das Unternehmen mit neun Standorten eine landesweite Abdeckung. In den vergangenen Jahren hat Paprec Schweiz über zehn Millionen Franken in den Ausbau der Standorte sowie in die Akquisition der Rewag und in digitale Lösungen für die Vereinfachung von Prozessen investiert. Mit Wurzeln, die zurück bis ins Jahr 1896 reichen, beschäftigt der Schweizer Standort von Paprec – die einzige Niederlassung des Unternehmens – 180 Mitarbeiter. Die gesamte Unternehmensgruppe verfügt über eine Belegschaft von rund 8 500 Mitarbeitern und erwirtschaftet in Frankreich und in der Schweiz einen Jahresumsatz von EUR 1,5 Milliarden. «Es ist uns gelungen, Paprec Schweiz und seine Gesellschaften als Lösungsanbieter zu positionieren», erklärt Christophe Gence den Erfolg des Unternehmens. Global & lösungsorientiert «Wir können global denken und haben durch den Support der Gruppe die Möglichkeit, immer eine Lösung zu

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Kunststoff Sammelsack für Private und Gewerbe in den Regionen Aarau, Basel, Luzern und Zürich zu kaufen:

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Recyclingparks sehr weit entwickelt», so Christophe Gence. «Im Bereich der Akten- und Datenträgervernichtung kommen vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung des Themas Datenschutz verstärkt Privatpersonen auf uns zu. Auch das Gesundheitswesen entwickelt sich hier, zum Beispiel bei der Vernichtung von Röntgenbildern und sonstigen Trägern von Gesundheitsdaten der Patienten. Egal, um was für haptische Produkte es sich handelt, ob Bilder, Kreditkarten, PCs, Handys oder Uhren – hier ist die mechanische Vernichtung immer noch die sicherste Art und

Weise der Entsorgung, die es gibt.» Einem partnerschaftlichen Ansatz folgend, bietet Paprec Schweiz One-Stop-Shop-Entsorgungslösungen an; die Bearbeitung von verschiedensten Materialien.

finden. Wir arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Lösungen und adaptieren frühzeitig Marktveränderungen.» In den nächsten Jahren, da ist sich Christophe Gence sicher, wird die bereits begonnene Konsolidierung des Schweizer Marktes noch weiter anhalten. «Unsere Priorität wird es sein, ein dichtes Netz zu haben. Dabei geht es uns nicht nur um Wachstum, sondern in erster Linie um die zunehmende Schonung unserer natürlichen Ressourcen und Rohstoffe. Die Rohstoffverwertung ist ein essenzielles Thema der Nachhaltigkeit. Darüber hinaus werden wir uns weiter diversifizieren und verschiedene Bereiche konsequent stärken. So sichern wir uns eine gewisse Marktunabhängigkeit.»

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Recycling, Akten- und Datenvernichtung Paprec Schweiz konzentriert sich heute auf drei Geschäftsbereiche. Dies sind Recycling inklusive Entsorgung, Sammeln, Sortieren, Wiederverwertung und Rohstoffhandel sowie die Vernichtung von Akten und Datenträgern und die Verwaltung von Recyclingparks. «Insbesondere in der Schweiz ist das Konzept der

Unser Weg ist nachhaltig – der Menschheit und der Umwelt zuliebe.

Lopatex AG Lindenstrasse 3 8108 Dällikon info@lopatex.ch 044 844 27 44 www.lopatex.ch

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ZUKUNFT

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Transformation zum Energiesystem der Zukunft Der Umbau des Energiesystems ist eine Generationenfrage und eine der wichtigsten Herausforderungen in der nahen Zukunft. TEXT SMA

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mmer weniger Schweizer und Schweizerinnen und auch Politiker stellen den Klimawandel ernsthaft in Abrede. Mittlerweile gehen Jugendliche, Schülerinnen und Schüler aus Protest auf die Strasse, weil sie sich sorgen um ihre Zukunft und die der Welt machen – und damit der Politik den Vorwurf, dass sie nicht handle. Die ersten Auswirkungen haben sich vermutlich bei den Kantonsratswahlen im Kanton Zürich im März bereits gezeigt: Die grünen Parteien haben enorm zugelegt.

einerseits die Wirtschaft und den Wohlstand der Gesellschaft nicht gefährden und muss gleichzeitig auch kosteneffizient sein.

Die Herausforderung, dem Klimawandel entgegenzutreten, war noch nie so gross wie heute. Ein Satz, der bereits millionenfach geschrieben und gelesen wurde – und trotzdem nimmt der Wille der Politik, je nach Partei, nur langsam Fahrt auf. Zur wichtigsten Aufgabe gehört die Begrenzung des von Menschen verursachten Klimawandels. Einig sind sich alle, dass eine massive Minderung der Treibhausgasemissionen erforderlich ist. Diese entstehen bei der Nutzung fossiler Energieträger, aber auch durch viele andere Aspekte des Lebens und Wirtschaftens, in der Nahrungsmittelproduktion, der Industrie und durch unsere Mobilität.

Das heutige Energiesystem der Schweiz steht immer noch am Anfang des Transformationsprozesses. Der Weg ist noch nicht ganz klar, das Ziel aber bekannt:

Komplexer Prozess Die sogenannte Energiewende erfordert die Transformation des gesamten Energiesystems. Bei dieser Entwicklung ist es wichtig, dass die Nachfrage aus dem Verkehr, der Industrie, dem Gewerbe und auch den privaten Haushalten weiter erfüllt werden kann. Sie darf

Bei der Transformation des Energiesystems handelt es sich also um eine sehr komplexe Aufgabe, bei der technologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Anforderungen und Entwicklungen ineinandergreifen. Eine einseitig ausgerichtete Entwicklung ist nicht effizient.

Um eine mittlere Erderwärmung von unter 1,5 bis 2 Grad Celsius zu erreichen, ist eine drastische Reduktion der Treibhausgase bis 2050 notwendig. Das heisst im Klartext: Das Energiesystem muss so schnell wie möglich ohne fossile Kohlenwasserstoffe auskommen. 2050 soll in der Schweiz zudem das letzte Kernkraftwerk abgestellt werden. Erneuerbare Energien im Fokus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse oder Geothermie sind erneuerbare Energiequellen, die sich auf natürliche Weise immer wieder regenerieren. Sie basieren nicht auf Rohstoffvorräten, die mit der Zeit zur Neige gehen, wie es unter anderem bei den fossilen Energien wie Erdöl, Kohle oder Erdgas der Fall ist. Im Strombereich ist die

Schweiz mit über 60 Prozent der Produktion aus erneuerbaren Energiequellen bereits Spitzenreiterin in Europa. Diese Energie stammt überwiegend aus unseren Wasserkraftwerken. Bei der Mobilität und Wärme hingegen besteht ein sehr grosses Verbesserungspotenzial, nur 22 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs werden durch erneuerbaren Energien gedeckt. Die Transformation des Energiesystems bringt auch Veränderungen und neue Möglichkeiten in der Distribution der Energie – neue Formen der Verteilung und neue Geschäftsbeziehungen. Klassische Tankstellen wird es immer weniger geben, die Heizölhändler müssen sich nach und nach der Energiewende anpassen. So kann beispielsweise ein privater Betreiber einer Solaranlage seinen über den eigenen Bedarf hinaus produzierten Strom an einen Netzbetreiber verkaufen. Autofahrer können die Batterien ihres Elektrofahrzeuges während des Abendessens im Restaurant oder während dem Einkauf im Shoppingcenter aufladen. Firmen sparen mit einer eigenen Fotovoltaikanlage Kosten ein und sind nicht mehr oder nur noch teilweise von einem Netz abhängig. Liberalisierung des Strommarktes umstritten Grossen Einfluss auf die Transformation des Energiesystems hätte auch die Liberalisierung des Strommarktes. Derzeit können private und Gewerbetreibende und damit fast 99 Prozent aller Strombezüger ihren Lieferanten nicht frei wählen. Die vom Bundesrat vorgeschlagene

Öffnung ist aber politisch umstritten. Grundsätzlich geht es dabei um die Frage, ob ein Monopolsystem im Gegensatz zu einem freien Marktsystem besser in der Lage wäre, für eine kostengünstige, zuverlässige und umweltverträgliche Stromversorgung zu sorgen. Die Befürworter gehen davon aus, dass die volle Liberalisierung den Wettbewerb fördere und ineffiziente Strukturen abschaffe und damit den kostengünstigen Ausbau von Produktionskapazität und Netzen fördere. Die Gegner befürchten bei einer vollständigen Marköffnung eine Verteuerung der Grundversorgung der Haushalte. Digitale Transformation Damit die Energiewirtschaft und die Energieversorgung der Schweiz durch die Digitalisierung nicht überrollt werden, sondern sie so schnell wie möglich nutzen können, hat das Bundesamt für Energie bereits eine Expertengruppe eingesetzt. Diese beobachtet das Potenzial und versucht aufzuzeigen, wohin der digitale Weg führt. Dabei ist klar, dass die digitale Transformation den Energiesektor grundlegend und nachhaltig verändern wird. Durch die Verbreitung des «Internets der Dinge» stehen sehr grosse Mengen an Daten (Big Data) und Informationen zur Verfügung, die der Energiesektor nutzen kann. Diese Daten ermöglichen auch neue Dienstleistungen. Ein konkretes Beispiel dafür sind virtuelle Speicher. Solche sind besonders interessant im Zusammenhang mit stromproduzierenden Konsumenten, die überschüssigen Strom in ein Netz einspeisen wollen.

BRANDREPORT STADT ZÜRICH

2000 Watt für das Klima Der Klimawandel bewegt. Auch die Stadt Zürich. Es wird gebaut, saniert, elektrifiziert und transformiert, um der 2000-Watt-Gesellschaft näher zu kommen. Auch die Stadtbevölkerung engagiert sich, tauscht, repariert, fährt ÖV und kauft regional ein. Trotz aller Erfolge und Fortschritte: Es reicht noch nicht. Es sind mehr Anstrengungen nötig, um die Klimaerwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1.5 °C, zu begrenzen. Wohnen, lernen und arbeiten in der 2000-Watt-Gesellschaft Überall in der Stadt Zürich wird gebaut. Zukunftsweisende städtische Gebäude wie das Schulhaus Blumenfeld, das Bettenhaus des Stadtspitals Triemli oder die Sportanlage Heuried mischen sich unter innovative Gebäude privater und öffentlicher Investoren und Genossenschaften. 2000-Watt-Areale bieten Tausenden von Menschen Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Neue Tram- und Buslinien vernetzen Stadt und Menschen. Die Fahrzeugflotte des ÖV wird elektrifiziert und das Fuss- und Velowegnetz erweitert. Umweltfreundliche Fernwärmenetze und Energieverbunde werden ausgebaut. Weitere wichtige Massnahmen sowie notwendige Weichenstellungen hat die Stadt Zürich in der «Roadmap 2000-Watt-Gesellschaft» erarbeitet, bewertet und priorisiert. Die Dringlichkeit steigt, diese Massnahmen möglichst bald umzusetzen. Auch immer mehr private Hauseigentümerschaften steigen von fossilen auf erneuerbare Heizsysteme um. Heute existieren noch rund 23 000 Öl- und Gasheizungen in der Stadt Zürich. Um den Wechsel von fossil zu

erneuerbar zu erleichtern, bietet die Stadt unter anderem mit dem Energie-Coaching eine unabhängige und kostengünstige Beratung an. Auf der städtischen Internetplattform EnerGIS ist für jede Adresse in Zürich ersichtlich, welche erneuerbaren Energien oder Wärmeverbunde nutzbar sind. Eigentümerschaften erhalten ausserdem 2000-Watt-Beiträge etwa für Wärmepumpen oder Solaranlagen und Fördergeld, wenn sie ihre

Öl- oder Gasheizung vorzeitig stilllegen und sich einem klimafreundlichen Energieverbund anschliessen. Viele neue Ideen aus der Bevölkerung In der Stadt Zürich gibt es vielfältige private Initiativen. Secondhand-Läden, Tauschbörsen, Reparaturwerkstätten und verpackungsfreie Geschäfte erleben einen Aufschwung. Die Sharing-Economy hält Einzug:

Zürcherinnen und Zürcher teilen Velos, Mode, Werkzeuge und vieles mehr. Nachhaltiger Konsum und saisonale, pflanzliche Küche sind in aller Munde. Und die Verwertung von Lebensmittelresten regt viele zur Kreativität an. Um diese Initiativen weiter zu fördern, arbeitet die Stadt Zürich mit Netzwerken wie «Transition Zürich» zusammen, die Impulse für ein enkeltaugliches Leben geben. Mit dem 2000-Watt-Rechner der Stadt Zürich kann man den eigenen Energieverbrauch berechnen. Mit wenigen Fragen zu Wohnen, Geräte, Mobilität, Konsum und Ernährung ermittelt der Rechner, welcher Energietyp man ist. Dort gibt es auch Tipps, wie man seinen Lebensstil klimafreundlicher gestalten kann: etwa weniger konsumieren und heizen, effiziente Geräte nutzen, ÖV oder Velo fahren und tauschen, teilen, reparieren, rezyklieren. www.stadt-zuerich.ch/2000watt


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

ENERBIT GMBH BRANDREPORT

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Wie Blockchain und Smart Contracts nachhaltige Lösungen ermöglichen Die Herausforderungen und Chancen der Energiewende sind vielfältig: eine zunehmend dezentrale Erzeugungsstruktur; eine umfassende Integration der Sektoren (Strom, Wärme, Gas); der Ausbau der Elektromobilität; eine intelligente Nutzung der bestehenden Netze; die Nutzung bestehender Flexibilitätspotenziale sowie ein neuer Umgang mit dem digitalen Informationsaustausch – um nur einige zu nennen.

O

hne Dezentralisierung und Digitalisierung ist die dazu erforderliche Transformation des Energiesystems nicht denkbar: Die zunehmende Anzahl von Prosumern, die in Zukunft selbstbestimmt im Energiesystem interagieren, machen die Notwendigkeit des Einsatzes digitaler Technologien offensichtlich. Zugleich entwickeln sich mit der Energiewende neue Herausforderungen wie zum Beispiel bei der sicheren und geschützten Erhebung, Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe von Daten im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Einführung intelligenter Messsysteme.

sie die gleichen hohen Qualitäten bzgl. Unveränderbarkeit und Stabilität wie für die Blockchain selbst.

Haupteigenschaften der Blockchain und der Smart Contracts Die Blockchain als Informationssystem mit dezentralen Wesensmerkmalen stellt ein dezentral organisiertes Datenregister bereit, das durch seine spezifischen Eigenschaften der Sicherheit, Unveränderbarkeit, Transparenz, Robustheit und Multi-Stakeholder-Teilnahme geprägt ist. Dabei unterscheidet man zwischen Public Bockchains (für alle zugänglich wie z.B. Bitcoin, Ethereum) und Private Blockchains (nur für einen bestimmten Nutzerkreis zugänglich). Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass bei Private Blockchains das energieintensive Mining, ein wesentlicher allgemeiner Kritikpunkt an Blockchains, grundsätzlich entfällt.

Mit dem Energiegesetz 2018 wurde zusätzlich zur Eigenverbrauchsgemeinschaft (EVG), bei welchem die produzierte Energie auf dem gleichen Grundstück verbraucht werden muss, der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) über mehrere Gebäude auf angrenzenden Grundstücken möglich. Durch die Anforderungen an die Verwaltung und Abrechnung solcher Zusammenschlüsse eröffnete sich ein geeigneter Use Case für die Umsetzung mittels einer Blockchain und Smart Contracts: • mehrere Parteien innerhalb der EVG/ZEV (Verwaltung, Produzenten, Stockwerkeigentümer, Mieter) nutzen auf Basis von Verträgen eine gemeinsame Datenbasis;

Bei der Umsetzung dieses Praxisbeispiels konnte EnerBit wertvolles Wissen aufbauen, welches in heutige und zukünftige Beratungs- und Umsetzungsprojekte einfliesst.

Smart Contracts ergänzen die Speicherschicht von Blockchains um eine funktionale Transaktionsschicht, die autonomen Handlungen wie Lieferungen, Zahlungen, Datenübertragungen oder das Dokumentieren eines Vorgangs/Ergebnisses auslösen. Da diese Handlungen innerhalb einer Blockchain ablaufen, gelten für

• die abzubildenden Verträge zwischen den einzelnen Parteien können aufgrund eines unterschiedlichen Nutzerverhaltens von unterschiedlicher Komplexität sein;

Ausblick Die Transformation des Energiesystems bedeutet in Zukunft, dass lokal erzeugte Energie auch lokal verbraucht wird. Energiesysteme von Gebäuden, Quartieren und Städten sowie die Mobilität müssen dabei in die Nachhaltigkeitsbetrachtungen miteinbezogen werden.

Potential der Blockchain früh erkannt und umgesetzt Die EnerBit hat vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Energiewende das Potential der Blockchain und der Smart Contracts früh erkannt und sich in den letzten Jahren intensiv damit befasst. Dabei ist eine Liste der möglichen Use Cases aufgebaut und regelmässig auf deren Eignung für eine entsprechende Umsetzung überprüft worden.

• die Direktvermarktung der überschüssigen Energie wird ab 2020 für grosse Anlagen zur Pflicht und für

kleine Anlagen freiwillig möglich. Dies ist auf Basis einer Blockchain, z.B. mit einem «Peer-to-Peer» Marktplatz einfach umsetzbar. Bei der Realisierung der Lösung «SmartEVG» für die Umsetzung des Use Case ist eine dafür geeignete generische IT-Architektur geschaffen worden. Sie besteht aus • einem intelligenten Frontend mit einem Applikationsserver, einer NO-SQL Datenbank und einem Single Page Web-GUI; • einer Middleware basierend auf einer Blockchain agnostischen «Contract Specific Language» sowie den entsprechenden Schnittstellen zum Frontend und der verwendeten Blockchain. Durch die Blockchain – Agnostizität der Middleware ist es möglich, zukünftige Blockchains einzubinden und dabei die Logik der Smart Contracts weiter zu verwenden; • der Private Blockchain «Corda», einer Open Source Blockchain mit breiter Verwendung im Banken- und Versicherungsumfeld.

Energieversorger befinden sich aufgrund ihrer Nähe zu den Quartieren und Städten in einer guten Ausgangsposition, den Wandel zu begleiten. Damit verändern sich aber die Geschäftsmodelle grundlegend und sie tun gut daran, sich mit Technologien wie der Blockchain bereits heute auseinanderzusetzen. Zusammen mit Partnern arbeitet EnerBit derzeit an der Definition und dem Aufbau eines Blockchain basierten «Energy Ecosystems», bei welchem die klassichen EVU nicht zwingend dabei sein müssen, als Anbieter von innovativen Services aber dabei sein können.

EnerBit GmbH Firststrasse 15 CH-8835 Feusisberg info@enerbit.ch Tel. +41 44 786 86 96 www.enerbit.ch

POWER TO GAS

Aus Strom wird Gas – und umgekehrt Im Rahmen der «Energiestrategie 2050» des Bundes wird die Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Quellen wie Solar- und Windkraft ausgebaut. Das Problem: Erneuerbare Energien führen zu Versorgungsschwankungen im Netz. Um diese auszugleichen, muss Strom gespeichert werden. Eine vielversprechende Möglichkeit dafür ist die Umwandlung in Gas.

K

ann man jemals «zu viel» Strom haben? Ja, durchaus. Und das wird teuer, wie ein Blick zum nördlichen Nachbarn zeigt: Im Jahr 2014 beispielsweise erhielten die deutschen Stromproduzenten insgesamt 89 Millionen Euro an öffentlichen Entschädigungen für nicht erzeugten oder nicht eingespeisten Strom. Die Entschädigung wurde für jede Kilowattstunde fällig, die sie nicht produzieren konnten, weil das Netz bereits maximal ausgelastet war. Doch wie kommt es zu einem ausgelasteten Stromnetz? Und ist dieses Problem auch für die Schweiz relevant? Gemäss den Experten des Paul Scherrer Instituts (PSI) entstehen durch erneuerbare Energien erhebliche Schwankungen in der Versorgung. Dies, weil Photovoltaik-Anlagen und Windräder bei schönem Wetter, bzw. starkem Wind, oft mehr Strom erzeugen, als das Netz zu diesem Zeitpunkt aufnehmen kann. Bei Windflaute, Nebel oder in der Nacht hingegen entstehen «Lieferschwierigkeiten». Laut PSI belastet dies nicht nur die Stromnetze, sondern erschwert auch die Planung der Netzbetreiber. Strom auf Vorrat produzieren? Nun erscheint es logisch, dass man überschüssigen Strom speichert und dann zur Verfügung stellt, wenn die Versorgung Lücken aufweist. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn Energie lässt sich nur schwer direkt – und vor allem nicht langfristig – als Strom speichern. Eine der vielversprechendsten Speichertechnologien sehen die PSI-Forscher in der Methode «Power-to-Gas». Der Name ist Programm: Befindet sich zu viel Strom im Netz, wird dieser verwendet, um ein energiereiches Gas herzustellen. Diese kann in speziellen Druckbehältern gelagert werden, um es dann bei Bedarf wieder in Strom umzuwandeln. Diese sogenannte «Verstromung» erfolgt beispielsweise in Blockheiz-Kraftwerken. Doch Energiespeicherung ist nicht die einzige Anwendungsmöglichkeit, denn Power-to-Gas kann auch die

Industrie sowie den Verkehr nachhaltig beeinflussen. Aus dem Umwandlungsprozess von Energie in Gas lassen sich Wasserstoff oder Methan gewinnen. Laut der deutschen «Strategieplattform Power to Gas» gilt Wasserstoff als einer der Energieträger der Zukunft, da er im Gegensatz zu fossilen Stoffen bei der Verbrennung keine schädlichen Emissionen verursacht – es entsteht lediglich Wasser, aber kein Kohlenstoffdioxid (CO2). Die Anwendungsbereiche für Wasserstoff sind vielfältig: So findet er zunehmend Einsatz als Kraftstoff in Wasserstoffverbrennungsmotoren oder in Brennstoffzellen. Mit Wasserstoff lassen sich bei der Kohlehydrierung künstlich flüssige Kohlenwasserstoffe herstellen, die fossile Kraftstoffe ersetzen. Damit eröffnet das Power-to-Gas-Verfahren im Verkehrssektor neue Chancen, die klimaschädlichen CO2-Emissionen und

andere Schadstoffe (wie etwa Feinstaub) zu reduzieren. Durch die Bereitstellung von Wasserstoff oder synthetischem Erdgas als Kraftstoff ermöglicht Power-to-Gas eine nachhaltige und wirtschaftliche Kurz- und Langstreckenmobilität, wobei der erneuerbar erzeugte Kraftstoff den fossilen ersetzt. Das zweite Power-to-Gas Produkt, Methan, entsteht durch die Anreicherung von Wasserstoff mit Kohlenstoffdioxid. Der Vorteil der Methanisierung liegt in der Tatsache, dass ein synthetisches Erdgas (SNG) erzeugt wird das die beinahe gleichen, brenntechnischen Eigenschaften aufweist wie fossiles Erdgas. Damit lässt sich Methan ohne Mengenbegrenzung in die Erdgasinfrastruktur integrieren, wodurch das erneuerbare Gas aus

dem Power-to-Gas-Verfahren zum nachhaltigen Heizen verwendet werden kann. Wo stehen wir heute? Das Potenzial von Power-to-Gas ist beträchtlich, aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Aktuell geht es darum, Wissen und Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln, um daraus Lösungen mit einem mittel- bis langfristigem Zeithorizont zu erarbeiten. In der Schweiz kooperieren Forschung und Wirtschaft, um solche markttauglichen Lösungen zu schaffen. So stellt hierzulande das PSI der Forschung und der Industrie eine Versuchsplattform zur Verfügung, auf der vielversprechende Lösungsansätze in ihren komplexen Zusammenhängen getestet werden können: die ESI-Plattform (Energy System Integration). Verschiedene Energieanbieter nuten diese, um die Technologie von Power-to-Gas voranzutreiben. Des Weiteren arbeiten verschiedene Institute von Fachhochschulen und Universitäten an Innovationen in diesem Bereich. Das Nationale Forschungsprogramm «Energiewende» (NFP 70) befasst sich seinerseits mit den naturwissenschaftlich-technologischen Aspekten der Energiewende und der damit zusammenhängenden Umstellung auf ein neues Energiesystem. Ziel ist die «Erarbeitung technisch innovativer und wirtschaftlich attraktiver Lösungen für eine nachhaltige Energiepolitik der Schweiz» – wobei natürlich auch das Power-to-Gas-Verfahren eine wichtige Rolle spielt. Und wie sieht es im Ausland aus? Hier lohnt sich wieder der Vergleich mit Deutschland. Dort werden derzeit über 20 Forschungs- und Pilotanlagen betrieben, in denen das Power-to-Gas-Verfahren eingesetzt und weiterentwickelt wird. Die Projekte haben unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele. Bei allen geht es darum, die technische Machbarkeit zu demonstrieren, Standardisierung und Normierung zu erreichen, die Kosten zu senken und Geschäftsmodelle zu erproben. TEXT SMA


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Fokus Energie & Nachhaltigkeit  

Tages-Anzeiger

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