Fokus Business Success

Page 1

E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

NOV 20

BUSINESS SUCCESS

Interview

BRACKEN DARRELL Der Logitech-CEO spricht über die Wichtigkeit von Feedback und Ehrlichkeit

Schneller digital.

swiss21.org

Mit einem Paket an kostenloser Business Software. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren. Sie gewinnen an Speed und Effizienz und können sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren: Ihr Unternehmen und Ihre Kunden. Bereits mehr als 30’000 KMU & Startups nutzen die Plattform von Swiss21.org.

Rechnungen & Offerten

Automatisierte Buchhaltung

Bankanbindung

Zeiterfassung & Lohnbuchhaltung

Online Shop / Online Kasse

CRM / Kunden- & Kontaktmanagement


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

02

EDITORIAL

WWW.FOKUS.SWISS

Ein gutes Krisenmanagement braucht Prognosen, trotz Unsicherheit

«P

rognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.» Dieses Bonmot hat in Zeiten der Coronapandemie unverändert seine Gültigkeit. So ist economiesuisse Ende 2019 davon ausgegangen, dass die Schweizer Wirtschaft 2020 um 1.2 Prozent wachsen wird. In der neusten Prognose vom 9. Juni 2020 wurde ein Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 5.4 Prozent prognostiziert. Inzwischen haben viele das Gefühl, dass wir bei dieser Prognose wohl eher zu pessimistisch waren. Es gibt nicht nur Prognosen zum BIP-Wachstum. So prognostizieren beispielsweise viele Unternehmen ihren Umsatz und weitere relevante Geschäftsindikatoren. Wieso werden so viele Prognosen gemacht, obwohl sie ungenau sind und oft revidiert werden müssen? Jedes Unternehmen wie auch der Staat müssen ihre Einnahmen und Ausgaben planen. Diese Planung muss sich auf gewisse Vorhersagen und Annahmen abstützen. Wenn ein KMU entscheidet, für das nächste Geschäftsjahr einen unveränderten Umsatz zu budgetieren, dann ist das eigentlich bereits eine Prognose.

Bei den Vorhersagen ist es wichtig, nicht zu stark auf eine einzige Prognose zu vertrauen. Man sollte sich immer auf verschiedene Eventualitäten vorbereiten. Deshalb ist das Denken in Szenarien wichtig. Es braucht oft unterschiedliche Prognosen mit divergierenden Annahmen. So gibt es momentan diverse Szenarien zur Entwicklung des BIP im kommenden Jahr. Wir gehen aktuell von einem Wachstum

Bei den Vorhersagen ist es wichtig, nicht zu stark auf eine einzige Prognose zu vertrauen. DR. ROGER WEHRLI STV. LEITER ALLGEMEINE WIRTSCHAFTSPOLITIK & BILDUNG ECONOMIESUISSE

von 4.1 Prozent und einem Ausbleiben eines weiteren namhaften Einbruchs aus. Dies ist aber nur das Szenario, das wir momentan als am wahrscheinlichsten erachten. Die Wirtschaft könnte sich auch schneller erholen oder unter gewissen Umständen könnte es auch zu einem zweiten Einbruch nach einer Erholungsphase kommen. Wichtig ist es, die Treiber der verschiedenen Szenarien zu identifizieren. Wenn man diese kennt, kann man schnell reagieren. Denn Krisenmanagement bedeutet, flexibel zu bleiben und kurzfristig Anpassungen vorzunehmen. Dabei darf man das langfristige Ziel nicht aus den Augen verlieren, damit man nach der Krise auf gesunden Beinen steht. Dies gilt nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Politik. Sie muss darauf achten, dass die Massnahmen zur Krisenbewältigung nicht langfristig der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz schaden. Oder anders gesagt: Sie muss die erwünschten Treiber verstärken und die negativen schwächen, damit sich am Ende des Tages das positive Prognoseszenario bewahrheitet. TEXT DR. ROGER WEHRLI

04

10

16

20

LESEN SIE MEHR... 04 Fintech 10 Firmengründung 12

Intervirew: Bracken Darrell

16 Smart Workplace 20

Coaching

22

Krisenmanagement

FOKUS BUSINES SUCCESS. PROJEKTLEITUNG: Kristina Nadjarian COUNTRY MANAGER: Pascal Buck PRODUKTIONSLEITUNG: Miriam Dibsdale TEXT: Patrik Biberstein, Lars Meier, Fatima Di Pane, Kevin Meier TITELBILD: zVg LAYOUT: Anja Cavelti DISTRIBUTIONSKANAL: BILANZ Magazin DRUCKEREI: Swissprinters

SMART MEDIA AGENCY Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch

Viel Spass beim Lesen! Kristina Nadjarian Senior Project Manager

ANZEIGE

COMING SOON: BUILDUP-PLATTFORM 2.0

digitalisieren bereitstellen vernetzen


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

INTERXION SCHWEIZ BRANDREPORT

03

Chef des grössten Rechenzentrums hat alle Hände voll zu tun, schläft aber trotzdem gut Hans Jörg Denzler ist Managing Director der Schweizer Niederlassung von Interxion: A Digital Realty Company. Das Unternehmen betreibt weltweit über 280 Rechenzentren, davon aktuell zwei in Zürich.

W

as er und seine rund 60 Mitarbeitenden leisten, ist für alle Schweizer relevant: Bei Interxion stehen nicht nur die Server vieler grosser, mittlerer und kleiner Unternehmen, hier ist auch der Schweizer Internetknoten namens SWISSIX daheim. Zudem nutzen viele Unternehmen via Interxion private und sichere Zugänge zu den wichtigsten Cloud-Anbietern. Das bedeutet: Hans Jörg Denzler und sein Team sind verantwortlich für einen wichtigen Teil des Schweizer Internetverkehrs.

Herr Denzler, Corona hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie abhängig wir im Privaten wie im Geschäftlichen von der digitalen Infrastruktur sind. Dass das alles funktioniert, hängt massgeblich auch von Ihrem Unternehmen ab. Können Sie eigentlich ruhig schlafen? Danke der Nachfrage, ich schlafe gut. Das liegt sicherlich auch daran, dass meine Branche zu denjenigen gehört, die mit am besten mit Corona umgehen können. Im Moment ist der Fokus auf

unsere Services sehr gross, weil das analoge Leben gerade stark eingeschränkt ist. Alle hoffen, dass wenigstens das Digitale weiter funktioniert. Was das angeht, kann ich Sie beruhigen. Wir sind schon immer darauf getrimmt, unter allen Umständen unterbrechungsfrei zu funktionieren und mit steigender Nachfrage klarzukommen. Was das Private angeht, so musste auch ich mich mit der neuen Situation erst arrangieren und muss es bis auf weiteres noch immer. Homeoffice ist auch im Rechenzentrum eine Option, zumindest für diejenigen unter uns, die nicht unmittelbar mit dem Betrieb unserer Infrastruktur oder dem Erbringen von Kundenservices betraut sind.

Was wir zum Arbeiten selbst besitzen oder gar bei uns tragen müssen, ist immer weniger geworden. Dafür wächst für viele unsichtbar die Infrastruktur an anderen Stellen, wie beispielsweise bei uns in unseren Rechenzentren. In Zürich ist die Nachfrage, getrieben durch nationale und internationale Unternehmen aller Grössen und nicht zu vergessen durch die grossen CloudAnbieter, so stark, dass wir aktuell mit ZUR2 ein neues Rechenzentrum mit knapp 7000 qm Fläche eröffnen. Das macht Interxion nicht nur zum mit Abstand grössten Anbieter in der Metropolregion Zürich, sondern zementiert auch den Status von Zürich als Internethauptstadt des Landes.

Wie können wir uns das Homeoffice des Managing Directors eines Rechenzentrumsanbieters vorstellen? Mein Homeoffice ist leider total unspektakulär. Ich brauche meinen Laptop und mein Smartphone und freue mich, dass ich Platz für zwei Bildschirme habe. Das Homeoffice ist ein gutes Sinnbild für den digitalen Wandel.

Widerspricht eine solche Konzentration von Daten an wenigen Orten nicht der Idee des Internets als dezentrale Infrastruktur? Das Internet dezentral zu bauen, war eine kluge Idee. Sie lebt auch weiter, etwa durch redundante Standorte. Dennoch haben Daten die Tendenz sich zu sammeln. Das ist per se auch überhaupt nicht schlimm, solange

gewährleistet ist, dass wir mit den Daten arbeiten können. Dies zu ermöglichen, ist der vielleicht grösste Dienst, den wir als Rechenzentrumsanbieter unseren Kunden bringen können. Mit dem Data Gravity Index haben wir das Thema messbar gemacht und in eine Formel gegossen: Data Gravity ist Datenmasse mal Datenaktivität mal Bandbreite und das Ganze geteilt durch Latenz im Quadrat. Was bedeutet das für moderne und datengetriebene Unternehmen? Als solches wollen sie sich keinen technischen Einschränkungen bei Datenmasse und Datenaktivität unterwerfen. Also müssen sie Bandbreite und Latenz so optimieren, dass am Ende der für ihre Anforderungen passende Wert herauskommt. Und weil Latenz und Bandbreite nirgendwo besser sind als in hochgradig vernetzten Rechenzentren wie unseren, muss ich mich auf absehbare Zeit zumindest aus geschäftlichen Gründen nicht um meinen Schlaf sorgen. Weitere Informationen: www.interxion.com

Auf einen Blick Colocation/Serverhousing: Rechenzentrum, in dem ein Anbieter Fläche zum Aufstellen von IT-Hardware, die Internetanbindung, eine sichere Stromversorgung, Klimatisierung, etc. für seine Kunden bereitstellt. Interxion sprich «Inter-Äktschn»: Colocation-Anbieter, führender Cloud-Knotenpunkt der Schweiz

Hans Jörg Denzler, Managing Director der Interxion (Schweiz) GmbH.


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

04

FINTECH

WWW.FOKUS.SWISS

Open Banking erobert die FinTech-Welt FinTech gibt es schon lange; Kreditkarten oder Bankomaten waren bei der Einführung genauso FinTech wie heute Blockchain oder Open Banking. Trotzdem ist das Thema erst in den letzten Jahren populär geworden. «Fokus» hat mit einem Experten über FinTech und Open Banking gesprochen.

D

urch die Digitalisierung der Schweizer Finanzbranche komme die Kundschaft zu tieferen Kosten an stärker individualisierte Produkte, so Prof. Dr. Thomas Ankenbrand, Dozent an der Hochschule Luzern und Leiter der jährlich erscheinenden IFZ FinTech-Studie. Er führt weiter aus: «Auch Anbieter können von Digitalisierung profitieren. Während die Erträge bei innovativen Anbietern durch neue Kunden steigen können, führt die Digitalisierung durch optimierte Bankprozesse zu tieferen Kosten und Risiken. Aber wie jede Entwicklung hat auch FinTech nicht für alle Vorteile. Die Marktstrukturen verändern sich. «Ist man als Unternehmen nicht agil genug, wird man langfristig aus dem Markt ausscheiden», erläutert Thomas Ankenbrand. Wer FinTech nicht als Chance sieht, für den stellt es eine Gefahr dar.

Effizient, skalierbar und individuell Einer der populäreren FinTechTrends der letzten Zeit ist Open Banking. Das Modell beruht auf Kollaborationen verschiedener Teilnehmer der Finanzbranche – sowohl

Banken als auch andere Anbieter und Nutzer von Finanzdienstleistungen. Ziel ist es, mithilfe offener APIs (Programmierschnittstellen) und Technologieplattformen, den Datenaustausch zu optimieren. Die Vorteile gegenüber bisherigem Vorgehen sieht Experte Ankenbrand hauptsächlich darin, dass monolithische Strukturen aufgebrochen werden. Es ergibt sich dadurch eine Modularisierung der

Finanzindustrie. Dies ermögliche sowohl Endkunden als auch Dienstleistenden, welche ihr Angebot mit den Services verschiedener Drittanbietern zusammenstellen, ein individuelles Produktangebot. Die einzelnen Bausteine verfügen über eine höhere Skalierbarkeit und die Produkte werden damit kosteneffizienter – auch dadurch, dass man nur noch das bezahlt, was man auch benötigt.

Daten haben einen Preis – eigentlich «Die grösste Blockade in Bezug auf Open Banking ist meiner Einschätzung nach weder rechtlich noch mentalitätsbezogen und geht oft vergessen: Daten haben eigentlich einen Preis», so Ankenbrand. Viele seien aber der Auffassung dieser Datenaustausch müsse beim Open Banking kostenfrei stattfinden. Davon hat allerdings weder die betroffene Person – welche natürlich sowieso ihr Einverständnis zum Datenaustausch geben muss – noch die Bank dieser Person, welche die Daten zur Verfügung stellt, etwas. «Es müssten ökonomische Anreize geschaffen werden», meint Thomas Ankenbrand. In der Schweiz herrschen gute Rahmenbedingungen für innovative Technologien: «FinTech ist dazu da, reale Probleme zu lösen. Es ist zu beobachten, dass Tech gegenüber Fin wichtiger wird, also mehr Technologie als Finanzen für die Lösung von Problemen», schliesst Ankenbrand in Bezug auf die diesjährige FinTech-Studie.

TEXT PATRIK BIBERSTEIN

ANZEIGE

Weitere Informationen: www.veb.ch oder 043 336 50 30

Zertifikatslehrgang – Digital CFO Nächster Start: 11. März 2021 in Zürich In acht Tagen entwicklen Sie eine massgeschneiderte Digitalisierungsstrategie für Ihr Rechnungswesen und Controlling. Ausgewiesene und praxiserfahrene Dozenten, die mit Ihnen gemeinsam Lösungen für Ihre beruflichen Herausforderungen erarbeiten. Erfahren Sie mehr über brandaktuelle Themen – von der digitalen Unternehmenskultur über ERP-Prozesse und BI Business Intelligence zur operativen Excellenz im Rechnungswesen und Controlling. Erstmals ein praktischer Lehrgang im Bereich Digitalisierung, der in die Tiefe geht – dank der Kooperation von veb.ch und des Institute for Digital Business der FH HWZ.


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

INVESCO ASSET MANAGEMENT (SCHWEIZ) AG BRANDREPORT

05

Die ETFs (Exchange Traded Funds) gewinnen immer mehr an Bedeutung Nima Pouyan, Head ETF Sales der Invesco Asset Management (Schweiz) AG, erklärt im Interview die Gründe dafür und wo er die Themen und Trends der Zukunft sieht. zeichnen sich auch durch die geringeren Gebühren aus. Dabei werden keine aktiven Wetten eingegangen, sondern der breite Markt abgebildet.

Nima Pouyan

Herr Nima Pouyan, wir sprechen in diesem Interview über die sogenannte Exchange Traded Funds (ETF). Worum handelt es sich dabei genau und was ist der Unterschied zu den traditionellen Fonds? ETFs sind börsengehandelte Fonds, die wie Aktien während der Handelszeiten gekauft und verkauft werden können und nicht nur zum Tagesschlusskurs wie bei den traditionellen Fonds. Sie

Welches sind die wichtigsten Kriterien bei der ETF-Auswahl? Neben den Gebühren sollten auch die steuerliche Effizienz und der Tracking Error zur unterliegenden Benchmark angeschaut werden. Zudem ist es wichtig, dass man den richtigen Emittenten aussucht. Optimalerweise ist der ETF-Anbieter unabhängig von einer Bank und bietet sowohl die physische als auch synthetische Replikation an. Speziell für Indizes wie beispielsweise S&P 500 oder MSCI USA haben synthetische ETFs den Vorteil, dass die US-Quellensteuer von 30 Prozent auf den Dividenden nicht anfällt.

In der Performance spricht man dann schon von 0,60 Prozent, die man pro Jahr spart. Diese Steuerersparnis ist in der vollen Höhe mit Indexfonds nicht möglich, sondern nur mit börsengelisteten synthetischen ETFs, die den Bruttoindex replizieren.

Nachhaltigkeit wird für Investoren immer wichtiger. Wie kann sichergestellt werden, dass nur in ökologisch und sozial verantwortungsbewusste Unternehmen investiert wird? Auf der Anbieterseite gibt es dafür mittlerweile eine Vielzahl von nachhaltigen ETFs. Der Invesco Gold ETC beispielsweise setzt auf nachhaltig generierte Goldbarren. Im Aktien- und Obligationenbereich ist dieser Trend ebenfalls schon weit.

Analysten bewerten Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeit. Erfüllen sie diese Kriterien nicht, werden sie ausgeschlossen. Dadurch erhalten nachhaltige Unternehmen ein höheres Gewicht in der Benchmark.

Und als Blick in die Zukunft: Welches sind die Themen und Trends der Zukunft? Es gibt einen Trend weg von Einzeltiteln und Fonds zu Obligationen-ETFs. Es ist oft günstiger, mit einem ETF in einen Korb von Obligationen zu investieren, statt die Einzeltitel zu kaufen. Zudem sind Obligationen oft nur mit Minimum Investments zu erwerben, die für Privatinvestoren zu hoch und deshalb nicht umsetzbar sind. www.invesco.ch

Die Höhe der Verzinsung ist das wichtigste Kriterium für die nächsten Jahre Die Umwandlungssätze werden gesenkt; die Altersrenten sinken. Es braucht mehr Sparkapital im Alter, um das Rentenniveau halten zu können. Eine hohe Verzinsung kann den grössten Beitrag dazu leisten. Sinkende Umwandlungssätze führen zu tieferen Altersrenten. Diese Leistungsreduktion kann durch verschiedene Massnahmen wie zusätzliche Sparbeiträge, früheren Beginn des Sparprozesses, spätere Pensionierung oder höhere Verzinsung kompensiert werden. Der politische Prozess für die Realisierung dieser Änderungen braucht aber Zeit. Einmal umgesetzt, wirken gewisse Massnahmen (höhere Sparbeiträge) erst nach Jahren. Höhere Verzinsung Noventus ist überzeugt, dass der Höhe der Verzinsung in den nächsten Jahren die grösste Bedeutung zukommen wird. Sie wirkt sowohl unmittelbar als auch langfristig. Alle kennen aus der Schule die Wirkung von Zins und Zinseszins. Zudem führt eine Höherverzinsung nicht zu einer finanziellen Mehrbelastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Noventus zeigt seit Jahren, dass Höherverzinsung und solider Deckungsgrad kein Widerspruch sind. Die Strategie ist so gewählt, dass der

BVG-Mindestzinssatz mit kontrolliertem Risiko übertroffen werden kann. Es wird vor allem passiv investiert. Die Aktienquote beträgt rund 40 Prozent. Offen für Kleinstunternehmen Jede Sammelstiftung steckt im Spannungsfeld von Standardisierung und Eingehen auf individuelle Kundenwün-

sche. Noventus stellt auch Kleinstunternehmen eine Palette von Planmodulen zur Verfügung. Damit lassen sich vielfältige Vorsorgebedürfnisse abdecken. Unternehmen mit fünf versicherten Personen oder mehr sind in der Wahl ihres Vorsorgeplans völlig frei. Dank des Poolings vieler Anschlüsse profitieren auch Kleinstunternehmen

Publireportage

von einer Verzinsung, die deutlich über dem BVG-Zinssatz liegt. Kader- und Zusatzvorsorge Zahlt eine Sammelstiftung Altersrenten, führt jede neue Pensionierung zu einem einmaligen Verlust in der Grössenordnung von 25-45 Prozent des Alterskapitals des Neurentners. Warum? Im Umwandlungssatz steckt eine Renditeerwartung drin (Zinssatz). Die Sammelstiftung berechnet im aktuellen Zinsumfeld die notwendige Rückstellung mit einem tieferen Zinssatz. Daher die Differenz respektive der Verlust. Wer finanziert diesen zusätzlichen Kapitalbedarf? Die aktiven Versicherten in Form einer tieferen Verzinsung. In der Kader- und Zusatzvorsorge werden in der Regel die Altersleistungen nur in Kapitalform ausbezahlt. Da keine Pensionierungsverluste anfallen, sollte die Verzinsung höher sein. Noventus trägt diesem Umstand Rechnung und verzinst die Kapitalien der Kader- und Zusatzvorsorge seit 2018 mit einem höheren Zinssatz als in der Pensionskasse. www.noventus.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

06

BRANDREPORT ALSO

«Wir wollen aktiv das Next Normal gestalten» Die ALSO Holding AG bietet enorm viele Dienstleistungen im ITK-Bereich an und ist europaweit in 23 Ländern tätig. Im Gespräch mit «Fokus» verraten Reto Vogel, Head of Consumptional Business, und Daniel Steiner, Head of Services & Solutions, was ALSO so erfolgreich macht und sprechen über Consumptionals sowie das IoT.

ALSO hat allein in den letzten Monaten vier Produkte entwickelt, mit denen Reseller schnell und einfach in die IoT-Technologie einsteigen können.

Daniel Steiner Head of Services & Solutions

Reto Vogel Head of Consumptional Business

Herr Daniel Steiner, was würden Sie sagen, macht ALSO so erfolgreich? D.S.: Wir haben eine klare Strategie – MORE – die wir konsequent verfolgen. MORE steht für Maintain, Optimize, Reinvent und Enhance. Maintain: Dabei geht es um Erhalt und Ausbau des klassischen SupplyGeschäfts, das sich derzeit mehr und mehr in Richtung unseres E-Commerce Marktplatzes verschiebt. Optimize: Mit der Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse wurde die Grundlage für den Einsatz von Business-Intelligence- und CRMSystemen geschaffen. Das sind für uns entscheidende Instrumente, um unsere Abläufe immer weiter zu verbessern und unsere Marktpräsenz zu stärken und auszubauen. Reinvent: Das betrifft einerseits das Cloud-Geschäft, angefangen beim ALSO Cloud Marketplace über unsere ITaaS-Angebote bis zu den Plattformen und Produkten für IoT, Cybersecurity und Streaming oder dem 3-D-Druck. Enhance: Wir nutzen die Erfahrung und Expertise, die wir erworben

haben, um unser Solutions-Geschäft weiter auszubauen und durch Akquisitionen unsere Kompetenz und Marktpräsenz in Europa zu erhöhen.

Herr Reto Vogel, wie soll dieser Erfolg auch in Zukunft sichergestellt werden? R.V.: Wir haben eine ganze Reihe von Technologien, mit denen wir aktiv das Next Normal gestalten wollen. Zunächst das Cloud-Geschäft, das für unsere Kunden zunehmend wichtig wird. Remote Work, Home Schooling, all das wäre ohne die Cloud undenkbar. Wichtig ist auch die weitere Virtualisierung, besonders durch das IoT. Sie betrifft alle Arbeits- und Lebensbereiche. Die Revolution von Entwicklung und Produktion durch Digital Twins ist ein Beispiel, die Einführung «smarter» Warehouses und Logistik ein anderes. ALSO hat allein in den letzten Monaten vier Produkte entwickelt, mit denen Reseller schnell und einfach in die IoT-Technologie einsteigen können. Eine zweite, eng damit verbundene Linie ist die künstliche Intelligenz. Zudem verhilft uns die zunehmende Virtualisierung zu enormen Datenmengen mithilfe derer man – wenn intelligent kombiniert – Optimierungschancen, Dynamiken und auch Risiken erkennen kann. Sie bieten IT-Services als Consumptional Business an. Was sind Vorteile des Consumptional-Modells gegenüber herkömmlichen Methoden? R.V.: Zum einen sind das natürlich die planbaren, fixen Kosten, welche ich im Consumptional Business habe. Diese Verlagerung der Ausgaben von

Kapitalkosten zu Betriebskosten ist sicher der Vorteil, der einem am meisten ins Auge sticht. Doch nicht zu vergessen sind die vielen Value Added Services, also Lösungen und Dienstleistungen, die man bedürfnisgerecht dazu buchen kann, zum Beispiel Angebote für Cybersecurity. Im Mittelpunkt beim Consumptional Business steht ganz klar das Bedürfnis unseres Kunden.

Für welche Firmen ist dieses Modell besonders geeignet? R.V.: Eigentlich für jede Firma. Kleinere Firmen haben zum Beispiel meistens keine eigene IT-Abteilung oder Techniker und können vom Support und der Produktberatung profitieren. Grössere Firmen können hingegen die IT-Ressourcen schonen, indem sie zum Beispiel von Staging und Device Management profitieren. Auch hier steht das Kundenbedürfnis letztlich im Fokus und deshalb profitieren die unterschiedlichsten Unternehmen. Die Digitalisierung schreitet immer schneller voran. Wie würden Sie das Potential des IoT dahingehend einschätzen? D.S.: Der Einsatz von IoT ist ein wichtiger Enabler in der Digitalisierung. Oft nehmen Konsumenten das IoT gar nicht direkt wahr. Aber wenn im Parkhaus ein Licht und ein Wegweiser anzeigt ob ein Parkplatz frei oder besetzt ist, sind wir bereits in der Welt von IoT. Daher ist das Potential enorm; wir rechnen bis 2024 mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 37 Prozent. Wie wird das IoT den Arbeitsplatz der Zukunft beeinflussen? D.S.: Man wird im Next Normal viel flexibler arbeiten als bisher. Für die

Planung dieser flexiblen Nutzung setzen wir IoT-Technologie ein, die sozusagen auf dem Büro-Tisch stattfinden wird: Sie werden von zu Hause aus Ihren Desk reservieren – eventuell gleich den Parkplatz mit dazu – und wenn Sie dann wider Erwarten die gebuchten Ressourcen nicht benutzen, werden diese automatische freigegeben. Die so erhobenen Daten können im Weiteren für eine gerechtere Kostenverteilung nach dem Verursacherprinzip verwendet werden. In anderen Fällen werden wir viel mehr aktiv informiert werden, wenn Sensoren eine Anomalie in einem Prozess feststellen – zum Beispiel, wenn bei einem Transport von Ware ein Diebstahlversuch stattfindet oder eine Erschütterung erkannt wird.

Warum ist ALSO in Bezug auf Consumptionals und IoT-Solutions der beste Ansprechpartner? R.V. & D.S.: Wir haben die Kompetenz und die Systeme im eigenen Haus. Unser ALSO Cloud Marketplace bietet Systemhäusern die Möglichkeit, ihr Cloudgeschäft von der Offerte über die Installation und Pflege bis zur monatlichen verbrauchsgenauen Abrechnung jedes Kunden zu automatisieren. Darüber hinaus können sie auch ihre eigenen Produkte und Services über den ACMP vertreiben. Der ACMP ist unsere proprietäre Entwicklung. Im Bereich IoT haben wir ebenfalls eigene Entwicklungen mit dem Rapid Development Kit, Workplace+ oder dem Smart and Secure Trolley. Das heisst: Wir haben Inhouse-Kompetenz durch Leute, die seit Jahren für den Channel arbeiten und ganz genau wissen, wovon sie reden. Mehr Informationen: also.ch TEXT PATRIK BIBERSTEIN


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

HAFNER & HOCHSTRASSER AG BRANDREPORT

07

Data Protection – eine Utopie? «Das Recht hinkt der Entwicklung hinterher.» Was wohl auf viele Rechtsgebiete zutreffen mag, galt bisher insbesondere für das Schweizer Datenschutzrecht. «Cloud Storage», informationelle Selbstbestimmung, Onlineshop usw. waren 1993 bei der Redaktion des bis heute geltenden Datenschutzgesetzes (DSG) noch kein Thema.

D

für eine betroffene Person erforderlich ist, um ihre Rechte nach DSG geltend zu machen», erweitert.

ie Bedeutung des Schutzes der persönlichen Daten nimmt mit den täglich besser werdenden Algorithmen und der exponentiell steigenden Datenmenge rasant zu. Das Parlament verabschiedete deshalb am 25. September 2020 die erste Totalrevision des DSG. Niemand ist von einer Verletzung der Persönlichkeit durch ungerechtfertigte Bearbeitung der Personendaten gefeit; die Weitergabe von Personendaten an Dritte ist nur eines der vielen Beispiele. Der Gesetzgeber wollte deshalb die Rechte des Einzelnen stärken. Dies gilt jedoch nicht für juristische Personen, denn deren Daten sind neu generell vom Anwendungsbereich des DSG

ausgenommen. Voraussetzung für die Abwehr einer Persönlichkeitsverletzung ist die Auskunft darüber, inwiefern überhaupt persönliche Daten bearbeitet wurden. Das Auskunftsrecht wird deshalb von einer momentan abschliessenden Liste an Pflichtinformationen auf «jede Information, die

Den erwähnten Herausforderungen wird auch mit erweiterten ComplianceVorgaben für die sogenannte «Datenbearbeiter» (insbesondere auch KMUs) begegnet. So sind diese neu zum Führen eines Verzeichnisses aller Bearbeitungstätigkeiten verpflichtet, welches unter Anderem den Bearbeitungszweck und die Aufbewahrungsdauer der Personendaten beinhalten muss. Weiter wird eine Meldepflicht bei Datenverlusten bzw. Datensicherheitsverletzungen eingeführt. Das revidierte Gesetz wird voraussichtlich anfangs 2022 in Kraft treten, wobei keine Übergangsfristen

vorgesehen sind. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Folgen für das eigene Unternehmen ist deshalb unumgänglich. Dies gilt aufgrund Abweichungen des neuen DSG von der europäischen Datenschutz-Verordnung (DSGVO), auch für bereits DSGVOkonforme Unternehmen. Ob das neue DSG einen effektiven Beitrag zu einem griffigeren Persönlichkeitsschutz zu leisten vermag, muss sich in der Anwendung noch weisen.

www.h-h.ch

ANZEIGE

Künstliche Intelligenz ist nicht mehr Science Fiction, sondern Business Realität Begegnen Sie heutigen und zukünftigen Herausforderungen mit IBM High Performance Computing Systemen, welche kosteneffizient die nötigen Leistungen für Ihre Business Strategie liefern Sprechen Sie jetzt mit WIRD Group Schweizer IBM Platinum Partner info@wirdgroup.com www.wirdgroup.com

TM


08

KRISENMANAGEMENT


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

LIVIT AG BRANDREPORT

09

«Erfolg zu haben, ist einfach schöner» Dementsprechend «schön» ist die Ausgangslage der Livit AG als einer der grössten Player auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Im Interview mit «Fokus» spricht Livit-CEO Andreas Ingold über Erfolg, das Verhältnis zwischen Firma und Mitarbeitenden sowie die Auswirkungen von Corona.

Herr Andreas Ingold, Livit ist eine der erfolgreichsten Real-EstateFirmen der Schweiz. Was macht Livit so erfolgreich? Wie wird dieser Erfolg auch in Zukunft sichergestellt werden? Bei uns nimmt Konstanz eine zentrale Rolle in unserer Erfolgsgeschichte ein. Fehlt die Konstanz, so ist dies nicht nur für den Kunden unangenehm, sondern auch für die Mitarbeitenden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Veränderungsbereitschaft und die – auch wenn es ein Modewort ist – Agilität (lacht.) Persönlich bin ich kein Fan dieses Wortes, aber es ist nun mal so: Man muss als Firma agil sein, bereit sein, sich zu verändern. Der dritte – und meiner Ansicht nach wichtigste – Punkt ist Teamspirit und Firmenkultur. Wie sonst bindet man Mitarbeitende langfristig und motiviert sie?

Das ist kein blosses Lippenbekenntnis, dafür stehen wir ein. Wir möchten sie bestmöglich unterstützen, sie befähigen. Und es muss – das finde ich ganz wichtig – Teamspirit vorhanden sein. So begleiten wir beispielsweise neue Mitarbeitende in der ersten Phase sehr intensiv – sei dies mit gegenseitigem Feedback, aber auch mit Anlässen. Beispielsweise führe ich alle zwei Monate einen Event für neu hinzugekommene Mitarbeitende durch. Bei unserem Wachstum sind dies jeweils 15 bis 25 Personen. Von den neu Dazugestossenen kriege ich unisono positives Feedback; sie fühlen sich wohl, sie werden gut aufgenommen und unterstützt. All dies sind Themen, die zu der Kultur, die wir uns für Livit wünschen, dazugehören. Vielleicht bin ich dahingehend auch von meinem

langjährigen Engagement als Fussballtrainer geprägt: Wenn Sie mit einem Team etwas gewinnen wollen, dann ist der Zusammenhalt entscheidend.

Wie hat sich die Coronapandemie auf Livit ausgewirkt? Und wie auf den Markt im Allgemeinen? Wir bei Livit haben uns bestätigt gefühlt, denn wir haben seit 2012 kontinuierlich in die Digitalisierung und Automatisierung bestimmter Bereiche investiert. Als die Krise kam, waren wir bereit. Sie hat uns gezeigt, dass wir den richtigen Weg gegangen sind. Als im März das Beil fiel, gingen wir ohne Probleme zum Homeoffice über. Zudem sind wir als Belegschaft stärker zusammengewachsen. In der Marktbetrachtung hat sich gezeigt, dass Homeoffice ein grosser

Was macht Livit als Arbeitgeber aus? Welche Employee-Benefits bietet Livit ihren Mitarbeitenden, die andere Firmen nicht bieten? Unser Ziel ist es, ein moderner und attraktiver Arbeitgeber zu sein; ob nun in den Anstellungsbedingungen, in puncto Firmenkultur oder rein optisch am Arbeitsplatz. In all diese Aspekte investieren wir sehr viel – wir wollen unsere Mitarbeitenden motivieren und befähigen. Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Aspekt. In unserer Livit-Akademie führen wir jährlich rund 1200 Kurse durch. Ich bin davon überzeugt, dass das für unsere Mitarbeitenden sehr attraktiv ist: Bei uns stehen ihnen praktisch alle Türen offen. Nun ist der Begriff Firmenkultur bereits mehrfach gefallen. Wie würden Sie denn die Livitkultur beschreiben? Wir haben eine Leistungskultur und dazu stehen wir auch. Denn seien wir mal ehrlich: Erfolg zu haben, ist einfach schöner (lacht). Aber trotzdem stehen bei uns am Ende des Tages die Mitarbeitenden stark im Mittelpunkt.

Faktor ist. Es ist davon auszugehen, dass mit zunehmender Bedeutung des Homeoffice die Gewerbeflächen stärker unter Druck geraten und einige Firmen Flächen reduzieren. Gleichzeitig gibt es einen gegenläufigen Trend, dass den Mitarbeitern wieder mehr Fläche pro Person zur Verfügung gestellt wird. Ich kann mir zudem gut vorstellen, dass mit zunehmendem Homeoffice auch eine Tendenz hin zu grösseren Wohnungen einhergeht. Denn: Man ist vermehrt zu Hause, mehr Platz schadet dann nicht – vielleicht sogar ein extra Arbeitszimmer.

Haben sich durch die Coronakrise auch Chancen ergeben für Livit? Durch Covid-19 werden Leerstände weiter anwachsen, schon nur durch den bereits erwähnten Effekt des Homeoffice. Leerstände sind aber, aus unserer Sicht, auch eine Chance – eine Chance, die wir bei Livit schon seit zwei, drei Jahren ausschöpfen: Wir haben eine Abteilung für Vermietungsmanagement etabliert und in zusätzliches Knowhow investiert. Da es sehr wenige Dinge gibt, die Investoren und Eigentümer mehr unter Druck setzen als Leerstände, ist es ein essenzieller Marktvorteil, wenn man als Firma dahingehend reüssiert. Bezüglich des Wohnens weisen wir aktuell eine schweizweit sehr tiefe Leerstandsquote von rund zwei Prozent auf, beim Gewerbe liegen wir mit 3,6 Prozent im Vergleich zum landesweiten Benchmark ebenfalls sehr tief. Weitere Informationen: www.livit.ch INTERVIEW PATRIK BIBERSTEIN

Andreas Ingold, CEO Livit AG, Präsident SVIT


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

010

FIRMENGRÜNDUNG

WWW.FOKUS.SWISS

Was Firmengründer wissen sollten Ein Blick auf aktuelle Zahlen zeigt: Firmengründungen boomen zurzeit. So wurde beispielsweise diesen Sommer ein neuer Höchststand erreicht. Nichtsdestotrotz ist die Gründung einer Firma nichts, was von heute auf morgen geschieht. «Fokus» über alles Wissenswerte zur Firmengründung.

D

ie Gründung einer Firma ist immer ein Aufbruch zu neuen Ufern, der besonders in der Schweiz gerne gewagt wird. 2019 lag die Zahl an Firmengründungen in der Schweiz bei knapp 44 500, was einem neuen Rekord entsprach. In der ersten Jahreshälfte 2020 ging die Zahl an Firmengründungen im Zuge der Coronakrise im Vergleich zum Vorjahr jedoch um vier Prozent zurück. Eine Entwicklung, die sich aber nicht auf alle Berufsfelder unisono übertragen lässt: Während man in Branchen wie Marketing & Kommunikation eine Zunahme an Firmengründungen beobachten konnte, kam es währenddessen besonders in der IT & ICT, im Grosshandel sowie im Immobilienwesen zu massiven Einbussen.

Die Krise als Chance Doch im Frühsommer wendete sich das Blatt erneut. Im Juni 2020 erfolgten im Handelsregister rund 4 900 Eintragungen von neu gegründeten Firmen – was einer Zunahme von knapp einem Viertel gegenüber dem Vorjahresmonat entsprach. Die Gründe sind vielfältiger Natur: Überwiegt die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, liegt der Schritt in die

gilt es unter anderem, die passendste Rechtsform auszuwählen, denn die Möglichkeiten sind vielfältig. Hierzulande überwiegen zwar die Rechtsformen der Einzelfirma, der Aktiengesellschaft (AG) und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), doch dies sind bei Weitem nicht die einzigen Optionen (siehe Infobox). In jedem Fall ist es das A und O, dass die Rechtsform auf die Firma abgestimmt ist. Berücksichtigt man einige wichtige Punkte, steht einer erfolgreichen Firmengründung nichts mehr im Weg. TEXT LARS MEIER

Selbstständigkeit nahe. Ebenso hält die Krise aufgrund der veränderten Lebensumstände auch neue Geschäftschancen bereit, deren Potenzial es zu nutzen gilt.

Die häufigsten Fehler Eine Firmengründung will gut geplant sein. Eine Firma lässt sich im übertragenen Sinne mit einer Uhr vergleichen: Viele verschiedene Mechanismen greifen ineinander und müssen aufeinander abgestimmt sein; bereits eine Schwachstelle kann das

System zum Stillstand bringen. Eine Idee für eine Firma kann beispielsweise noch so innovativ sein, wenn sie auf ein nicht vorhandenes Marktbedürfnis stösst. Erfahrung in der Branche, ein durchdachter Businessplan und ein definiertes Marketingkonzept stellen weiterhin wichtige Bausteine für eine sukzessive Firmengründung dar.

Rechtliche Fragen zeitig klären Mit der Gründung einer Firma kommen auch rechtliche Fragen auf. So

Die verschiedenen Rechtsformen von Firmen in der Schweiz Einzelfirma GmbH AG Kollektivgesellschaft Verein Zweigniederlassung Stiftung Genossenschaft

ANZEIGE

New Work – gestalten Sie die Zukunft Ihrer erfolgreichen Arbeitswelt mit Schoch Werkhaus! www.werkhaus.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

011

OPTIVE AG BRANDREPORT

Digitale Büroorganisation für jedes Unternehmen Die Optive AG bietet ein fundiertes Wissen aus mehr als 700 Projekten und 20-jähriger Erfahrung bei Entwicklung und Implementierung von Komplettlösungen für das Dokumenten Management (DMS/ECM/EIM).

D

ie ELO ECM Suite ist ein vollwertiges Enterprise Content Management System (DMS/ECM/EIM).

einsetzbar und leicht auf individuelle Kundenwünsche anpassbar sind. Hierbei werden auch die gesetzlichen Normen (DSGVO) eingehalten.

Mit der ELO ECM Suite verfügen Sie über alle Funktionen zur effizienten Verwaltung, schnellen Nutzung und sicheren Kontrolle der Unternehmerinformationen. Gesetzeskonforme Archivierung, Dokumenten-Management (DMS) und Workflow bilden hierbei das Fundament der ELO ECM Suite.

Das inkludierte Modul ELO Analytics bietet zudem individuelle Dashboards und übergreifende Auswertungen an, um Informationen zentral zu verwalten.

Mittels Kreditoren-Workflow und den intelligenten RechnungserkennungsModule Optive Capture Fibu oder ELO DocXtractor lassen sich auch die papier-lastigen Prozesse effizient und digital gestalten.

Wir bieten damit eine ganzheitliche Lösung an, um das Maximum aus Ihren Geschäftsprozessen herauszuholen. Darüber hinaus decken die ELO Business Solution weitere Unternehmensbereiche wie HR (Recruiting/ digitales Personaldossier), Vertrags-, Knowledge-, Besuchermanagement und viele mehr ab. Die ELO Business Solution sind intelligente, branchenspezifische Lösungen, welche sofort

Eine starke Kombination, die ELO ECM Suite als ganzheitliche Unternehmenslösung mit der 20-jährigen Erfahrung der Optive AG im Bereich DMS/ECM/EIM und dies rein mit den Produkten von ELO. Wir begleiten Sie auf dem Weg zur Digitalen Büroorganisation. Ob Kleinunternehmen, Mittelstand oder Grosskonzern, wir haben die richtige Lösung für jede Unternehmensgrösse.

Optive AG Frauenfelderstrasse 35, 9545 Wängi Tel.: 052 366 42 42 Limmatquai 84, 8001 Zürich Tel.: 044 552 30 40 Zürichstrasse 16, 6000 Luzern Tel.: 041 552 30 40 info@optive.ch, www.optive.ch

ANZEIGE

Sie möchten Zeitaufwand reduzieren und Prozesse digitalisieren? Jetzt mit der bexio Business Software

Unsere Kunden sparen 3,1 Stunden an Büroarbeit – jede Woche! Bereits über 30'000 Unternehmen in der Schweiz vertrauen auf bexio. Bewältigen auch Sie Ihre Administration effizienter, digitaler und sicherer - jederzeit und überall.

Exklusiv für Fokus Leser: 30 Tage kostenlos testen und von 30% profitieren

Promocode: fokus30 gültig bis 30.11.2020

www.bexio.com


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

012

INTERVIEW BRACKEN DARRELL

Da s gib kom t e pl s a ett uf e In fok te us rvi .sw ew iss

«Von der Vergangenheit zählt nur, was wir daraus lernen können» 2013 übernahm Bracken Darrell bei Logitech das Ruder. Der US-Amerikaner erzählt vom Wert der Ehrlichkeit und wie Kunst sein Denken beeinflusst.

Ich interessiere mich für so viele Dinge. Mein Kunststudium begann mit Gombrichs «The Story of Art» und führte mich dann in die heutige Kunstwelt. Ich habe mich sehr früh dazu entschieden, unsere Produkte als Teile der Weltkultur zu behandeln.

Herr Bracken Darrell, während der Coronakrise explodierte die Nachfrage nach Logitech-Produkten in der Sparte des Videokonferenzmaterials. Wie sind Sie mit dieser Situation umgegangen? Bereits vor der Pandemie hatten wir uns so aufgestellt, dass wir die vier Haupttrends abdecken können; dazu gehören die Videokollaboration, unterwegs Arbeiten, E-Sports sowie die Demokratisierung der Contenterstellung. Dies war langfristig angelegt und trieb bereits vor der Pandemie das Wachstum des Unternehmens an. Im Januar und Februar kamen unsere Produktionsstätten sowie die unserer Zulieferer in Asien wegen Covid-19 völlig zum Erliegen. Wir erholten uns schnell von dem dreiwöchigen Stillstand. Wir haben schnell wieder Vollgas in unserer Produktion gegeben und haben in wichtigen Kategorien den Bedarf aufgeholt. Unsere hervorragenden Teams ermöglichten diese zügige Erholung.

Sie bitten in bestimmten Abständen um ungefiltertes Feedback von Ihren neuen Mitarbeitenden. An welche Art von Feedback erinnern Sie sich besonders? Ich bitte in vielerlei Hinsicht um Feedback. Ich frage vor allem neue Mitarbeiter nach Feedback, weil diese den Vorteil haben, noch nicht zu viel zu wissen und damit eher unvoreingenommen sind. Wir versuchen, das «Speaking-up» zu einem Teil unserer Kultur zu machen. Zuletzt hörten wir von Mitarbeitenden, dass das Arbeitstempo im Lockdown zu Hause eine Herausforderung sei. Wir haben die Logi-Thanks-Feiertage (weltweit ein Tag pro Monat) eingeführt, um den zusätzlichen Aufwand zu würdigen und unseren

Kollegen hoffentlich eine Pause zu verschaffen. Wir sind auch dazu übergegangen, freitags keine Sitzungen abzuhalten, um den sehr arbeitsreichen Sitzungszyklus während der Pandemie etwas aufzulockern.

Wann ist Ehrlichkeit nicht angebracht? Einer unserer Werte ist es, offen und authentisch zu sein. In letzter Zeit haben wir in Themen wie Umwelt und Gleichberechtigung ganz besonders auf Ehrlichkeit und Transparenz geachtet. Wir müssen uns der Realität stellen und extern wie intern aufrichtig unseren Standpunkt kommunizieren, und mit mehr Dringlichkeit handeln. Ich glaube, es gibt nicht viele Momente, in denen Ehrlichkeit nicht angebracht ist. Wenn jemand meine grosse, dank Basketball oft gebrochene, Nase nicht mag, muss ich das natürlich nicht unbedingt wissen. Aber würde ich jemanden fragen, ob sie meine Nase mögen, hätte ich schon gerne eine ehrliche Antwort. (lacht)

Sie haben eine Zeit lang Kunst studiert. Können Sie aus dem Studium Nützliches für den Business-Alltag mitbringen?

Ich habe meinen Assistenten beispielsweise damit beauftragt, die zehn ersten Produkte, die wir herstellen, aufzuheben, weil diese eines Tages ihren Platz in einem Museum finden werden. Ich glaube nicht wirklich daran, dass diese Dinge in einem Museum enden, aber ich setze meine Standards so hoch.

Sie sagen, dass Geld und Erfolg träge machen kann. Wie verhindern Sie es, selbst in die Trägheit zu rutschen? Nicht das Geld oder der Erfolg machen träge, aber ich glaube das Konzept des Erfolgs ist nicht gut. Die Worte Erfolg und Versagen sollten aus dem Vokabular gestrichen werden; es sind Lern-Möglichkeiten. Erfolg ist, was wir versuchen zu erreichen und wenn wir es dann haben, fürchten wir uns davor, es zu verlieren. Wir schützen es, hören auf, Risiken einzugehen und wollen unseren Ruf nicht verlieren. Jeder Tag beginnt bei null. Von der Vergangenheit zählt nur, was wir daraus lernen können. Mit dem Versagen ist es ähnlich: Es verleitet uns dazu, unsere Vergangenheit zu verurteilen, statt davon zu lernen.

Sie glauben daran, dass E-Sport eines Tages olympisch sein wird. Worauf fusst diese Meinung? Spielen Sie selbst? Ja, ich spiele selbst auch. Die Olympischen Spiele sind eine Bewegung, welche die besten einer Kategorie

zusammenbringt, um sich aneinander zu messen. Doch auch die Olympischen Spiele müssen sich erneuern und experimentieren, ansonsten verlieren sie an Relevanz. Das ist einfach so. Aufgrund der grossen Beliebtheit wird E-Sports die nächste Generation zu den Olympischen Spielen bringen. Und für viele Menschen unter 30 sind E-Sports wichtiger, als jede andere existierende Olympische Sportart.

Sie setzen sich in jeder Sparte Ihres Lebens akribische Ziele. Warum? Ich hatte diese Idee in meinen Zwanzigern. Mir fiel damals auf, dass ich bei der Arbeit viele Tools zur Zielsetzung hatte, und diese auch stets nutzte. Wenn es jedoch um mein Privatleben, mein Leben als Vater, die Gesundheit oder um Hobbies ging, hatte ich viel weniger Zielsetzung oder Struktur. Also begann ich damit, meine Werte zu definieren sowie mir lang-und kurzfristige Ziele in allen Bereichen meines Lebens zu setzen. Am Ende jedes Jahres beurteilte ich die Erfüllung meiner Ziele. Ich habe noch nie mehr als 68 Prozent erreicht, aber ich höre nie damit auf, nach 100 Prozent zu streben. Diese Vorgehensweise hat mein Leben um einiges strategischer gemacht. Ich möchte für immer weiterarbeiten. Ich glaube an kontinuierliches Wachstum und Entwicklung, Neugierde und die Suche nach neuen Erfahrungen. Deshalb setze ich mir Ziele und verfolge sie, um zu versuchen, mich zu verbessern und zu wachsen und etwas zu schaffen. INTERVIEW FATIMA DI PANE


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

LEO TRUST SWITZERLAND AG BRANDREPORT

013

Neue Impulse für ein traditionelles Geschäftsmodell Die Leo Trust Switzerland AG ist seit 40 Jahren ein weltweit tätiger Finanzdienstleister; mit einem breiten Spektrum an Services für institutionelle und private Kunden. Seit April liegt die operative Leitung des Zürcher Unternehmens bei dem 31-jährigen CEO Dimitar Jauch. Im Interview spricht er über Veränderungen im Wettbewerbsumfeld, wo und warum die Digitalisierung des Geschäfts Sinn machen kann, die Balance zwischen Bewährtem und Veränderung – aber vor allem darüber, warum die Schweiz als Finanzplatz Zukunft hat. Herr Jauch, das Geschäft mit Family Offices und auch das TrustGeschäft sind alte Hüte, aber ein erheblicher Teil Ihrer Tätigkeit. Warum bieten Sie das weiter an? Weil es sich lohnt, weil es Bedarf gibt, weil es Sinn macht und sowohl für Kunden wie für Dienstleister von Vorteil ist. Ich weiss, dass es ein paar sogenannte Fach-Journalisten gibt, die dieses Geschäft für ein Auslaufmodell halten. Angeblich deshalb, weil in den Zeiten von Steuertransparenz und Regulierung die Geschäftsgrundlage fehlt. Aber das ist kompletter Unsinn. Ich kann Ihnen 100 Gründe nennen, die für das Geschäftsmodell sprechen. Drei Gründe reichen. Das ist ein Interview, kein Buch über Finanzund Wirtschaftswissenschaften… Weder das Bankgeheimnis noch der Wunsch nach Steueroptimierung sind die wesentlichen Treiber. Hier geht es vor allem um den generationsübergreifenden Schutz von Familienvermögen oder um die Weiterführung eines Unternehmens im Familienbesitz. Wenn von vornherein geregelt ist, was betrieblich und familiär unter welchen Umständen zu passieren hat, werden Unstimmigkeiten unter den Beteiligten verhindert. Auch die Vermeidung von Erbstreitigkeiten spricht beispielsweise dafür, Vermögenswerte vor dem Todesfall in einen Trust zu überführen. Ein weiteres Beispiel wäre… Oh bitte, wir hatten uns auf drei Beispiele geeinigt! Ja, aber der folgende Fakt ist noch sehr wichtig. Vermögenswerte in Family Offices oder Trusts werden professionell gemanagt – und zwar durch ein Team unterschiedlich spezialisierter Experten. Damit sind Einzelpersonen oder Familien in der Regel überfordert. Jetzt sind wir beim Kern unseres Geschäfts. Institutionell unterstützen wir unter anderem bei Firmengründungen, Übernahmen, Fusionen und bei der Corporate

Governance. Privatkunden beraten wir beispielsweise beim Asset- und Wealth-Management, bei Nachfolgeregelungen für Familienunternehmen und bezüglich Trusts oder Stiftungen. Dazu braucht es viel Knowhow – und wir haben die Profis, die das können. Hinzu kommen Partner, etwa für Rechts- und Steuerberatung. Wir garantieren unseren Kunden, dass sie eben gerade nicht in Schwierigkeiten geraten wegen Regulierungsfragen, Steuergesetzen oder anderen juristischen Problemen.

Sie sind jetzt ein halbes Jahr CEO von Leo Trust Switzerland AG. Was haben Sie in dieser Zeit bisher verändert? Leo Trust ist ein Familienunternehmen mit einer 40-jährigen Tradition und vielen treuen Kunden. Von Anfang an war mir wichtig, dass wir diesen Aspekt

betonen. Diese Kontinuität ist ein Kapital von unschätzbarem Wert – und ich war überrascht, dass ein solcher Wettbewerbsvorteil keinesfalls allen voll bewusst war. Hier haben wir angesetzt, auf dieser Basis wurden Werte und Vision den Notwendigkeiten und Herausforderungen angepasst, die sich aus Regulierung, Wettbewerbsveränderungen und Digitalisierung ergeben.

Was meinen Sie damit konkret? Früher war unsere Branche ein eher reaktives Business. Die Kunden kamen, nahmen die Dienstleistungen in Anspruch – aktives Customer Re­ lationship Management gab es kaum. Heute sehen wir uns als Mittler für unsere Kunden und als persönlichen Ansprechpartner. Kundenprobleme sind unsere Herausforderungen. Persönliche und individuelle Betreuung

inklusive hervorragender Service-Qualität; das ist unser Anspruch und das vermitteln wir unseren Mitarbeitern. Gleichzeitig modernisieren wir unsere gesamte IT-Infrastruktur, intern für die Optimierung von Arbeitsabläufen und extern für Bereitstellung neuer digitaler Services.

Also steigen Sie in das FinTech-Business ein? Digitale Transformation ist ein Thema für uns, Schritt für Schritt werden wir auch neue Technologien und darauf basierende Services einsetzen. Die Services müssen für den Kunden aber sinnvoll und in der Anwendung sicher sein. Wir haben nachweislich Expertise in den Bereichen Blockchain, Kryptowährungen und bei Transaktionsmöglichkeiten ohne Mittler. Das ist ein Anfang. Aktuell ist vor allem wichtig, unsere vorhandenen Services so weit wie möglich und so weit wie sinnvoll zu digitalisieren. Wenn Kunden heute etwas wollen, muss es schnell gehen. Sonst ist der Kunde weg. Und Digitalisierung – klug umgesetzt – kann die Abläufe enorm beschleunigen. Was ist Ihnen besonders wichtig? Der Finanz- und Wirtschaftsplatz Schweiz. Die Verhältnisse sind in jeder Hinsicht attraktiv, stabil und wettbewerbsfähig. Hier wird rund ein Viertel des weltweiten Wealth-Managements umgesetzt und das Vertrauen in Schweizer Dienstleistungen ist nach wie vor extrem hoch. Leo Trust wird sich in dieser Hinsicht und hier engagieren. INTERVIEW REMO MINZ

Dimitar Jauch (31), CEO Leo Trust Switzerland AG


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

014

BRANDREPORT TAX PARTNER AG

Steuern in Zeiten der Covid-19-Pandemie Schweizer Unternehmen sind auch im aktuellen aussergewöhnlichen Umfeld mit verschiedensten steuerlichen Fragestellungen konfrontiert. Dabei sind nicht nur schweizerische Steueraspekte zu berücksichtigen, sondern auch internationale Entwicklungen. Mit diesen und ähnlichen Fragen befasst sich Remo Küttel, Partner im Bereich Unternehmenssteuerrecht bei Tax Partner AG, tagtäglich.

Remo Küttel Partner bei Tax Partner AG, Dr. oec. publ., dipl. Steuerexperte

Remo Küttel, Sie sind Partner beim Steuerberatungsunternehmen Tax Partner AG im Bereich Unternehmenssteuerrecht. Welche Steuerthemen beschäftigen die Schweizer Unternehmen zurzeit besonders? Die Unternehmen manövrieren gegenwärtig durch eine schwierige Zeit mit Covid-19. Dadurch ergeben sich natürlich vielfältige Herausforderungen, z.B. im Bereich der Geschäfts- oder Organisationsentwicklung, welche häufig mit steuerlichen Fragestellungen verknüpft sind. Schweizer Unternehmen mit grenzüberschreitendem Bezug haben unverändert vielfältige internationale Fragestellungen und regulatorische Entwicklungen zu berücksichtigen. Der grenzüberschreitende Handel etwa, welcher je länger je mehr online erfolgt, ist ein Dauerthema. Nicht zuletzt: bei vielen Unternehmen ist auch die jüngste Steuerreform (Steuerreform und AHV-Finanzierung) immer noch Teil der Agenda. Im Kontext von Covid-19, welche steuerlichen Themen sind bei den Unternehmen konkret im Fokus? Die Situation führt etwa zu Fragen in den Bereichen Unternehmensfinanzierung, Reorganisationen, Sanierungen, Darlehens-/Miet-/Zinserlasse, aber auch zu Fragen zur Bildung von Rückstellungen. Diese Themen sind in der Regel auch aus Steueroptik zu beurteilen. Durch vermehrtes Arbeiten

im Homeoffice werden Fragen der steuerlichen Betriebsstättenbegründung oder der tatsächlichen Leitung eines Unternehmens wichtiger. Dies war während der Phase des Lockdowns noch unproblematisch. Wird Homeoffice aber in erheblichem Umfang weitergeführt, bringt dies bei Erreichen einer gewissen «Dauerhaftigkeit» Steuerthemen mit sich. Dies gilt im nationalen und im internationalen Kontext. Weiter können auch bei internationalen Arbeitnehmern bzw. Grenzgängern Fragen auftreten; mit den angrenzenden Staaten wurden hierzu ja temporäre Vereinbarungen getroffen. Bei Arbeitnehmern und Privatpersonen stellen sich praktische Fragen, etwa bei der Geltendmachung von Berufsauslagen inklusive der Zulässigkeit eines «Homeoffice»-Abzugs für das private Arbeitszimmer.

Sie erwähnten international tätige Unternehmen. Was interessiert diese Unternehmen besonders? Fragestellungen ergeben sich unter Umständen bei konzerninternen Vergütungen. Zum Beispiel: Sind die fixierten Transferpreise richtig für das aktuelle Jahr? Welche Gesellschaften haben gegebenenfalls Verluste zu tragen? Generell ist das internationale regulatorische Umfeld zusehends anspruchsvoller. Ich denke beispielsweise an die steuerlichen Meldepflichten («DAC-6»)

nach der EU-Richtlinie 2011/16. Dazu kommt, dass wir seit Jahren «eine härtere Gangart» ausländischer Steuerbehörden erleben, welche in einer Vielzahl von Amtshilfeverfahren mündete. Dies wird sich auch in der Zukunft nicht ändern. Unternehmen tun daher gut daran, wenn sie ihr bestehendes Geschäftsmodell in Einklang mit den international anerkannten Standards ausgestalten. Dies bedeutet nicht, dass es bei Steuerprüfungen im Ausland bzw. im internationalen Zusammenhang keine Fragen geben kann. Aber es ist der beste Ausgangspunkt, um Diskussionen zur richtigen Gewinnallokation zu begegnen. Brexit und zollrechtliche Fragestellungen beschäftigen die Unternehmen ebenfalls.

Führt die aussergewöhnliche Lage zu einem Innehalten bei neuen Steuerregeln? Vielleicht kurzfristig. Doch die wirtschaftliche Entwicklung und die Pandemie sorgen für einen erhöhten Finanzbedarf aller Staaten. Wir werden weiter neue Steuern sehen und die Rivalität der Staaten um Steuersubstrat wird nicht abnehmen. Sie erwähnten zu Beginn auch die Steuerreform, die bereits zu Beginn dieses Jahres in Kraft getreten ist. Gibt es diesbezüglich für Unternehmen wirklich noch Handlungsbedarf?

Absolut. Ein wichtiges Thema sind die neuen Entlastungsmassnahmen, wie der Sonderabzug für Forschungs- und Entwicklungsausgaben, die Patentbox und der Abzug für Eigenfinanzierung. Hier prüfen viele Unternehmen, inwiefern sie daraus einen Vorteil gewinnen können. Weiter stellen wir fest, dass doch noch einige Unternehmen, welche bis Ende 2019 von einem Steuerregime profitierten, typischerweise auch Holdinggesellschaften bei Familienunternehmen und KMUs, noch keine Überlegungen angestellt haben, was dies nun für die künftige Steuersituation bedeutet. In der Mehrheit der Kantone müssen allfällige Übergangsmassnahmen im Rahmen der Steuererklärung für das Jahr 2019 geltend gemacht werden.

Über Tax Partner Tax Partner AG mit Sitz in Zürich ist spezialisiert auf schweizerisches und internationales Steuerrecht. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und verfügt heute über 15 Partner und Counsel sowie insgesamt rund 40 Steuerberater. Die führende unabhängige Schweizer SteuerBoutique berät nationale und multinationale Unternehmen sowie Privatpersonen in allen Steuerbereichen. Tax Partner arbeitet global mit führenden Steuerrechtskanzleien zusammen und war 2005 Mitgründerin von Taxand. Taxand ist die weltweit grösste unabhängige Organisation von hochqualifizierten Steuerberatern. Mehr Informationen: www.taxpartner.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

KLARA BRANDREPORT

015

Digital unterwegs zu sein war noch nie einfacher Mit Klara gehören langwierige bürokratische Prozesse der Vergangenheit an: Wie sich der digitale Assistent von anderen Business-Software-Lösungen abhebt und warum sogar die Schweizerische Post beim Luzerner Start-up mitmischt.

Renato Stadler CEO, Klara Business AG

A

m 9. Oktober 2020 war der Deal unter Dach und Fach: Die Schweizerische Post übernimmt die Aktienmehrheit des Zentralschweizer Start-ups Klara. «In der Wachstumsstrategie der ‹Post von morgen› ist die Kooperation mit Klara ein weiterer Schritt. Wir erleichtern damit den Unternehmen und den Menschen in der Schweiz Schritt für Schritt den Alltag auch in der digitalen Welt», sagt Roberto Cirillo, Konzernleiter der Post.

Digitaler Assistent für KMU Doch was genau steckt hinter Klara und warum ist das Angebot des jungen Unternehmens so einzigartig, dass sich die Schweizerische Post eine Aktienmehrheit gesichert hat? Klara ist nicht einfach ein Softwareanbieter. Klara positioniert sich vielmehr als Assistent, der auf smarte

vorausschauende Art eine Vielzahl an Aufgaben dem Unternehmer abnimmt. So besorgt Klara beispielsweise nicht nur die Buchhaltung, sondern auch den gesamten Prozess der Auftragsabwicklung: von der Offerte bis zur Rechnungsstellung. Oder die gleich mit Pensionskasse und Ausgleichskassen vernetzte Personaladministration. So beinhaltet Klara die erste KI-basierte Buchhaltungsanwendung, die in über 80 Prozent der Fälle die automatische Verbuchung, Verrechnung und Archivierung ermöglicht. Klara geht aber noch einen Schritt weiter und unterstützt die Schweizer KMU auch durch einen modernen Webauftritt, in der Online-Kommunikation zu ihren Kunden und nicht zuletzt durch eine direkte Integration in Google zur Steuerung der eigenen Google My Business Präsenz. «Das spart vielen Betrieben viel Zeit und Aufwand, die sie viel besser in ihr Kerngeschäft investieren können», sagt Renato Stadler, CEO der Klara Business AG.

Klara reagiert schnell Die ausschlaggebenden Punkte bei der Übernahme durch die Schweizerische Post waren die Agilität von

Klara und die schnelle Reaktion auf sich verändernde Kundenbedürfnisse. So lancierte Klara im Frühjahr 2020 nach einer Entwicklungszeit von nur wenigen Wochen eine einfache Online-Shop-Lösung, speziell zugeschnitten auf Schweizer KMU. Kleine Läden, die aufgrund des unerwarteten Lockdowns ihre Türen schliessen mussten, hatten so einen neuen Vertriebskanal zur Verfügung, um die Umsatzeinbussen abzufedern. Klara macht die Digitalisierung für KMU also fassbar. Klara öffnet ihnen Türen, die bisher den Grosskonzernen vorbehalten waren. So passt das Angebot von Klara in Partnerschaft mit der Post genau zu den Bedürfnissen der Schweizer KMU – ob sie fünf Mitarbeitende beschäftigen oder fünfzig.

Integration weiterer Partner Die vertiefte Partnerschaft der Klara Business AG mit der Post und ihren E-Post-Dienstleistungen – also etwa dem Versenden und Empfangen, Verarbeiten und Speichern von Dokumenten – ist für Renato Stadler eine Win-win-Situation. Für die Kunden sieht das konkret so aus: Mit dem Service «Print & Send» übermitteln User ihre Dokumente zum Ausdrucken, Verpacken und Versenden direkt an

die Schweizerische Post und sparen sich den Weg zum Postschalter. Ausserdem können Kunden der PostFinance ihre Konti direkt mit der Klara Buchhaltung abgleichen. Und die Zukunft von Klara klingt vielversprechend: Für die KMUKundschaft arbeitet das Luzerner Start-up konsequent am Ausbau und der Integration weiterer Partner und Dienste. Im Privatkundensegment verfolgt Klara eine sehr weitreichende Vision – unter anderem mit neuen Angeboten in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post. Ganz im Sinne von: «Klara macht dein Büro einfach» oder zukünftig «Klara macht dein Leben einfach».

Über Klara Die Klara Business AG mit Sitz in Luzern ist Teil der Axon Gruppe, wurde 2016 gegründet und beschäftigt rund 110 Mitarbeitende. Das Unternehmen hilft KMU und Privathaushalten in der Schweiz, administrative Aufgaben zu digitalisieren und zu vereinfachen. Dafür stellt sie ihren Kunden den digitalen Assistenten Klara zur Verfügung, eine cloudbasierte Mehrwertlösung für die Digitalisierung und Vereinfachung administrativer Prozesse, wie zum Beispiel Lohnadministration oder die Kundendatenverwaltung. Über 25 000 KMU nutzen bisher die Dienstleistungen von Klara. Monatlich wächst die Zahl der Klara-Nutzer um rund 4 Prozent. Die Post hat per 09.10.2020 mit einer 50.1 Prozent Beteiligung die Mehrheit an der Klara Business AG übernommen. Mehr Informationen: www.klara.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

016

SMART WORKPLACE

WWW.FOKUS.SWISS

Alte Idee neu gedacht Der Begriff «Smart Workplace» taucht immer wieder auf, wenn es um den Arbeitsplatz der Zukunft geht. Doch was steckt wirklich hinter dem Ausdruck und wo gibt es Unsicherheiten?

I

m Allgemeinen ist «Smart Workplace» kein definierter Ausdruck. Was wirklich dahinter steckt, wird von mehrseitigen Parteien verschieden ausgelegt. Gemeinhin versteht man darunter aber orts- und zeitunabhängiges und vernetztes Arbeiten. Was futuristisch klingt, ist aber keine Zukunftsvision, sondern eigentlich schon Realität. Karin Frick, Leiterin Research und Mitglied der Geschäftsleitung des Gottlieb Duttweiler Instituts, findet den Begriff unpräzise: «Was ist denn smart? Meine These ist, dass wir schon 20 Jahre so arbeiten. Wir arbeiten in der Cloud, bei der spielt es keine Rolle, wo man sitzt.» Die Aufgaben an sich ändern sich nicht und die Technologie steht zur Verfügung. Nur die Art, wie man Aufgaben erledigt, erzeugt noch Fragen.

Rechtliche Grauzonen Wie bei allen neu eingeführten Strukturen, gibt es noch Unsicherheiten. Rechtlich gesehen, stellen sich altbekannte Fragen in einem neuen Kontext. Welche Auslagen bezahlt ein Arbeitgeber, wenn mehrheitlich Telearbeit stattfindet? Wem gehören die Geräte? Bei Grenzgängern stellt

sich dann auch die Frage, wo deren Arbeitsplatz verortet wird und die Regelungen darum herum. Ebenso müssen Themen zu Privatsphäre und Analysetools neu betrachtet werden. Einige dieser Fragen sind noch nicht gelöst, aber den Übergang zu ehr Smart Workplaces werden diese nicht behindern. «Diese Hindernisse sind nicht unüberwindlich», ist Karin Frick überzeugt, sie seien eigentlich Verhandlungssache zwischen den betreffenden Parteien.

Motivation als entscheidender Faktor Eine weitaus interessantere und drängendere Frage als das Recht und die Technologie, ist die Frage der Motivation. Wenn immer mehr Menschen unterwegs oder zu Hause arbeiten, bleiben die zwischenmenschliche Gesten auf der Strecke: kein Schulterklopfen, keine schnellen Rückfragen, keine kurzen Worte. Wie kann man also die Produktivität, die Kreativität und den Teamgeist

erhalten? «Damit die Motivation und der Zusammenhalt bestehen bleiben, muss man sich ab und zu sehen», meint auch die Expertin. Wie so eine Zusammenkunft aber aussehen muss und wie viel davon auch digital stattfinden kann, das sind noch Fragen, die es zu beantworten gilt. Zu diesem Thema ist man derzeit in einer Experimentierphase, die noch genauer zu analysieren ist.

Den ersten Schritt wagen Auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft muss man sich zuerst die gegenwärtige Situation vor Augen führen. Laut Karin Frick sind Begriffe wie Smart Workplace zuweilen eine Vernebelung der Tatsachen. Ein erster Schritt sollte sein, diesen und ähnliche Ausdrücke explizit für sich selbst zu definieren. Denn so wird man erkennen, dass viele Komponenten der zukünftigen Arbeit bereits Bestandteil der jetzigen Arbeitssituation sind. Diese Standortbestimmung wird aufzeigen, dass Vorbehalte fehl am Platz sind. In den meisten Fällen sind nur wenige Anpassungen erforderlich, um einen effizienten Smart Workplace zu realisieren. TEXT KEVIN MEIER

ANZEIGE

Der

KUMAEFFEKT entspannt!

Entspannt in die Zukunft mit KUMAVISION: Entdecken Sie unsere Smart-Workplace-Lösungen für Industrie, Handel und Service. Ob ERP, CRM, BI, DMS oder IoT: Wir gestalten mit Ihnen die digitale Transformation. Tel. +41 44 5785030 schweiz@kumavision.ch www.kumavision.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

UNISYS (SCHWEIZ) GMBH BRANDREPORT

017

Homeoffice und IT-Security – ein Dilemma?

Martin Ninnemann Director Business Development Security

C

ovid-19 hat bereits und wird noch längere Zeit unsere gewohnte Arbeitswelt nachhaltig verändern. Homeoffice und der Einsatz von mobilen Devices wachsen dramatisch. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die Sicherheitsproblematik durch klassische VPN-Verbindungen in ihr Unternehmensnetzwerk grundsätzlich gelöst ist. Wer glaubt, mit dieser Technik sicher unterwegs zu sein, der irrt sich leider gewaltig.

Gibt es eine sichere Lösung für diese Problematik? Es ist ein wenig wie mit Covid-19. Die alten «Rezepte» und «Impfungen» funktionieren nicht mehr. Es braucht neue Lösungen, neues Denken für diese Problematik. Mit Unisys Stealth AOA (always on access) bietet Unisys eine Lösung basierend auf einem völlig neuen Lösungsansatz, welchen auch Gartner und Forrester als Trend für die Zukunft erkannt haben. Den Trend könnte man kurz als «Netzwerk Microsegmentierung» umschreiben. Wir alle kennen Microsegmentierung aus Stadionbesuchen. Da gibt es auch unterschiedliche Sektoren, wobei Stealth zusätzlich den Charme hat, dass man die anderen Sektoren (unendlich viele können definiert werden) im Stadion gar nicht sehen kann und nebenbei sämtliche Kommunikation end-to-end verschlüsselt abläuft. Kurz

zusammengefasst bedeutet dies: «Was ich nicht sehe, kann ich auch nicht angreifen.» In Kombination mit einer identitätsbasierten Authentifizierung kann man so den Zugang in ein Firmennetzwerk auf einen ganz neuen Sicherheitslevel bringen und z.B. die Ausbreitung von Malware weitestgehend verhindern.

Infrastruktur muss verändert werden. Mit der Lösung erhöhen die Unternehmen aber sehr kurzfristig ihre IT Sicherheit um Faktoren und können mittelfristig auf einen Teil ihrer physischen Sicherheitsinfrastruktur verzichten, was zu enormen Einsparungen führen wird. Es ist wie mit Covid-19 – man kann hoffen, dass es einen nicht trifft oder den aktuell besten und verfügbaren Impfstoff nutzen. martin.ninnemann@unisys.com stealthsecurity.unisys.com

Muss die ganze IT-Infrastruktur angepasst werden? Stealth AOA ist rein softwarebasiert und nichts an der aktuellen

SAFE SWISS CLOUD BRANDREPORT

Homeoffice und digitale Zusammenarbeit mit höchster Datensicherheit Mit der «Remote Working» Suite von Safe Swiss Cloud bleiben alle Daten innerhalb der Schweiz – und immer unter Kontrolle der Kunden.

C

ovid-19 hat die Zusammenarbeit in vielen Unternehmen grundlegend verändert. Die Arbeit im Homeoffice ist die neue Normalität, Videokonferenzen und Chats sind Alltag. Die Services und Tools, die diese neuen Prozesse ermöglichen, wurden oft überhastet eingeführt. In vielen Unternehmen ging es in der ersten Phase der Pandemie vor allem darum, die Geschäftsprozesse aufrecht zu erhalten. Überlegungen zur Sicherheit und zur Kontrolle über die Daten waren dabei oft zweitrangig. Das Resultat: Ein grosser Teil der in der Schweiz verwendeten Videoconferencing- und Collaboration-Anwendungen stammen aus den USA oder aus Asien. Diese Anwendungen bergen vor allem deshalb ein Risiko, weil damit auch geschäftskritische Assets und Prozesse in den Clouds der Hersteller betrieben werden – wo

genau, das bleibt oft im Verborgenen. Darüber hinaus kann der Cloud Act, ein US-amerikanisches Gesetz zum Zugriff auf gespeicherte Daten im Internet, Anbieter aus den USA dazu zwingen Zugriff zu den Kundendaten zu gewähren, auch wenn diese in schweizerischen oder europäischen Rechenzentren liegen. Nur Anbieter in ausschliesslich schweizerischem oder europäischem Eigentum können absolute Datenhoheit und volle Kontrolle bieten – und damit Sicherheit für Firmengeheimnisse und Kundendaten. Safe Swiss Cloud, ein zu 100 Prozent schweizerischer Provider und mit Cloud-Infrastruktur in eigenen Rechenzentren in der Schweiz, hat daher die «Remote Working Suite» für Unternehmen lanciert, die all diese Risiken vorbeugt: «Wir stellen damit einerseits allen Kunden die nötigen Tools für

Videokonferenzen, Chats und Datenablage zur Verfügung und garantieren andererseits den höchstmöglichen Schutz der Daten», sagt Prodosh Banerjee, CEO von Safe Swiss Cloud.

Maximale Kontrolle – maximale Convenience Jeder Kunde erhält einen eigenen dedizierten Cloud-Server, den niemand anderer nutzt. Auch geteilte Daten werden immer nur dort gespeichert, bleiben unter der Kontrolle der Kunden und werden in schweizerischen Rechenzentren durch diese selbst verwaltet. Darüber hinaus sind die Anwendungen auf maximale Convenience ausgelegt. Ob Chats, Videokonferenzen oder Datenaustausch – alles läuft im Webbrowser sowie auf Apps für mobile Geräte, PCs und Macs. Dank dieses Ansatzes kann etwa auch ein Lieferant von ausserhalb an einer sicheren

Videokonferenz teilnehmen, ohne vorher eine eigene App zu installieren. «Viele Organisationen wünschen grösstmögliche Kontrolle über ihre unternehmenskritischen und vertraulichen Informationen», so Banerjee. «Unser Angebot erfüllt dieses Bedürfnis. Die Kombination aus 100 Prozent Data-Ownership, schweizerischem Standort und einfacher Nutzung hat bereits viele überzeugt.»

Alle Details zur Remote Working Suite von Safe Swiss Cloud: safeswisscloud.com/ remote-working Unverbindliches Briefing anfordern: E-Mail: sales@safeswisscloud.ch Telefon: +41 61 564 11 11


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

018

BRANDREPORT FABIAN PRIVACY LEGAL

Privacy by Design als Chance für Unternehmen Das Schweizer Parlament hat kürzlich das revidierte Datenschutzgesetz verabschiedet. Neu gilt der Grundsatz des sogenannten «Privacy by Design». Die korrekte Umsetzung dieses Prinzips ist die Grundvoraussetzung für einen verantwortungsvollen und effektiven Datenschutz und trägt entscheidend zum Erfolg eines Unternehmens bei. Daniela Fábián, Rechtsanwältin und Datenschutzexpertin, erläutert den Grundsatz und seine praktische Umsetzung.

und generell in jegliche Datenbearbeitung integrieren. Diesen Ansatz nennt man «Privacy by Design», kurz «PbD».

D

Daniela Fábián

atenschutz hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Konsumenten, Kunden, Patienten und Arbeitnehmer sowie Unternehmensführer und Behörden sind zunehmend sensibilisiert und haben höhere Erwartungen an den Schutz von Personendaten. Infolgedessen wurden Datenschutzgesetze weltweit entsprechend verschärft. Während viele Unternehmen bis vor Kurzem kaum Ressourcen für den Datenschutz bereitgestellt haben, ist den meisten Unternehmen inzwischen bewusst, dass Datenschutz ein ernst zu nehmendes Thema ist. Grund hierfür sind nicht nur drohende Sanktionen und Reputationsverlust im Falle einer Verletzung der Datenschutzvorschriften, sondern dass Unternehmen verstanden haben, dass sie die Vorteile neuer Technologien wie Blockchain, Machine Learning, Künstliche Intelligenz, Internet of Things oder autonomes Fahren nur dann voll ausschöpfen können, wenn sie gleichzeitig die Erwartungen der betroffenen Personen erfüllen, ihr Vertrauen gewinnen sowie deren Privatsphäre respektieren. Verantwortungsvoller und effektiver Datenschutz setzt voraus, dass Unternehmen die grundlegenden Datenschutzgrundsätze wie Datenminimierung und Transparenz sowie technische Sicherheitsmassnahmen wie Pseudonymisierung oder Verschlüsselung bereits bei der Konzeption von digitalen Lösungen

Das Schweizer Parlament hat nun diesen Grundsatz unter dem Titel «Datenschutz durch Technik und datenschutzfreundliche Voreinstellungen» im revidierten Datenschutzgesetz verankert.

Was bedeutet Privacy by Design für Unternehmen? PbD ist nicht bloss eine neue Verpflichtung für Verantwortliche. PbD ist vielmehr Grundvoraussetzung für verantwortungsvollen Datenschutz. Um Datenschutzgrundsätze wirksam umzusetzen, müssen Unternehmen proaktiv handeln und potenzielle Risiken für die Privatsphäre von betroffenen Personen antizipieren. Unternehmen, die z. B. ein neues Datenmanagementsystem einführen, eine App entwickeln, sensible Daten in einer Cloud speichern, Überwachungssysteme im Unternehmen einführen oder die Bearbeitung von Personendaten an Dritte ins Ausland verlagern wollen, müssen sich schon früh über potenzielle Auswirkungen und Risiken für die betroffenen Personen und deren Daten im Klaren sein. Bei der Entwicklung einer App z. B. muss ein Unternehmen bereits in der Designphase prüfen, ob und wenn ja, welche Personendaten für die Nutzung erforderlich sind und wie technisch

sichergestellt wird, dass nicht mehr Daten als erforderlich erhoben werden. Wo und wie lange werden die Daten gespeichert, in der App oder auf einem zentralen Server, im In- oder Ausland? Wer soll auf die Daten Zugriff haben und warum? Sind Dienstleister involviert und wenn ja, wie wird sichergestellt, dass auch sie die Datenschutzvorschriften einhalten? Wie wird technisch sichergestellt, dass die Nutzer vor dem Download der App die Datenschutzerklärung sehen und gegebenenfalls in die Datenbearbeitung einwilligen sowie ihre Rechte geltend machen können, dass die Daten nicht für andere Zwecke bearbeitet werden und bei Bedarf gelöscht oder herausgegeben werden können? Welche technischen Massnahmen sind erforderlich, um die Daten vor Cyberrisiken zu schützen? Mit diesem Ansatz kann das Unternehmen nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen sicherstellen, sondern bereits im Vorfeld strategische und operative Entscheidungen treffen und Geschäftsprozesse effizient umsetzen. Dazu können z. B. die Speicherung von Daten auf Servern in der Schweiz statt in den USA oder der Kauf von Software mit integriertem Datenschutz gehören.

Wie können Unternehmen Privacy by Design in der Praxis umsetzen? Eine wirksame Möglichkeit, PbD in der Praxis umzusetzen, ist ein Datenschutzmanagementund

Risikobewertungsprogramm mit Verantwortlichkeiten und einem Prozess zur systematischen Identifizierung, Bewertung, Behandlung und Minderung potenzieller Datenschutz- und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit der Datenbearbeitung aufzubauen. Durch systematische Konformitäts- und Risikoprüfungen können Unternehmen notwendige und geeignete Massnahmen bestimmen, um die Einhaltung der Datenschutzgrundsätze sicherzustellen und Risiken für die betroffenen Personen, und damit verbunden für das Unternehmen selbst, zu reduzieren. Privacy by Design ist ein entscheidender Faktor für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von Vertrauen, Wettbewerbsfähigkeit und Erfolg auf dem Markt. Unternehmen sollten PbD also durchaus als Chance begreifen.

Über die Autorin Daniela Fábián ist Rechtsanwältin und Gründerin von FABIAN PRIVACY LEGAL, einer auf internationales, europäisches und schweizerisches Datenschutzrecht spezialisierten Anwaltskanzlei mit Sitz in Basel. Sie berät und unterstützt multinationale Unternehmen mit einem pragmatischen Ansatz bei der Bewertung, Entwicklung, Umsetzung und Überwachung von Datenschutzstrategien, Governance-Modellen und globalen Datenschutzprogrammen. Mehr Informationen: www.privacylegal.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

BEARINGPOINT BRANDREPORT

019

Innovation in der Entwicklung des «Neuen Arbeitens» Mit dem Smart Ecosystem Lab verändert BearingPoint die Businesswelt von Kunden nachhaltig. Inwiefern hat Matthias Roeser, Partner bei BearingPoint, im Gespräch mit «Fokus» verraten.

Matthias Roeser

Herr Matthias Roeser, BearingPoint hat das Smart Ecosystem Lab entwickelt – was kann man sich genau darunter vorstellen? Das Smart Ecosystem Lab ist der digitale und virtuelle Arbeitsraum, in welchem wir gemeinsam mit Kunden das «New Normal» sowie die allgemeinen Digital Business Roadmaps entwickeln. Das Labor kombiniert physische, virtuelle und digitale Dienste und bietet eine Plattform, die Kunden hilft, Ideen

zu entwickeln und schnell greifbar zu machen. Verteilte Arbeitsräume werden virtuell verknüpft und mit digitalen Diensten angereichert. Für die Kundeninteraktion von Unternehmen kann man beispielsweise Prototypen von «Virtual Private Rooms» designen. Das ganze System überzeugt durch eine hohe Skalierbarkeit, ist über APIs offen und cloudbasiert.

Ein Faktor, der bei der Entwicklung eine zentrale Rolle gespielt hat, ist die Coronapandemie. Inwiefern hat diese die Planung des Smart Ecosystem Labs beeinflusst? Feststeht, dass die Coronapandemie eine aussergewöhnliche Beschleunigung für das Smart Ecosystem Lab dargestellt hat. Die Krise hat weiterhin aufgezeigt, dass das Smart Ecosystem

Lab bestens für die damit einhergehenden Herausforderungen gewappnet ist – denn inzwischen besucht kaum jemand mehr ein physisches Lab oder Office vor Ort. Im Zuge dessen wird ein Hieven auf eine nächste Stufe, quasi eine Metaebene, zentral. So haben wir das gesamte Lab in die Cloud gestellt und komplett virtualisiert. Das ist auch wichtig, wenn in Zeiten wie diesen nahezu alle im Homeoffice arbeiten.

Sehen Sie Potenzial, das Smart Ecosystem Lab noch zu perfektionieren? Wenn ja, wo? Wir möchten das Smart Ecosystem Lab fördern und mehr Startups miteinbeziehen – besonders jene, die aufgrund der aktuellen Situation mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und eher schwierig an Aufträge

kommen. Anfang nächsten Jahres laden wir Entwickler zu einem Hackathon mit Zugriff auf das Lab ein. Auf technischer Ebene gilt es, auf eine verbesserte Integration mit IoT-Komponenten und XR-Plattformen zu setzen. Aktuell arbeiten wir mit einem grossen ERP SW Anbieter und einem Automobilkonzern an einer Virtual Reality ERP-Schulungsplattform. Wenn man auf die Vergangenheit zurückblickt, hat jede grössere Krise zu einer Innovationswelle geführt – und ich bin überzeugt davon, dass gerade die Coronakrise eine grosse Welle von Innovationen hervorbringen wird. Weiterführende Informationen bearingpoint.com INTERVIEW LARS MEIER ANZEIGE

Ich stelle moderne und leistungsfähige Informatikdienste zur Verfügung. Ich arbeite für die Schweiz. Francesco Leiter Betrieb Backend Services

stelle.admin.ch

Bundesverwaltung Arbeiten für die Schweiz


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

020

COACHING

WWW.FOKUS.SWISS

Supervision und Teamcoaching Ein Team ist mehr als die Summe aller Teile. Und nur wenn alle harmonieren, lässt sich das volle Potenzial ausschöpfen. Dies kann man mit Supervision und Teamcoaching erreichen.

A

m Anfang von Teamcoaching und Supervision steht die Erkenntnis, dass gute Teamarbeit selten von alleine entsteht und der Erfolg sowie die Leistung eines Teams nicht nur von individuellen Leistungen und Fähigkeiten abhängt, sondern auch Ergebnis der Komplexität der Interaktionen in den Beziehungen ist. Somit ist es die Zusammenarbeit, welche diese Kennzahlen prägt.

Synergien nutzen Gelungene Teamentwicklung steigert die Arbeitszufriedenheit, sowie die Gesundheit der Teammitglieder und somit schliesslich auch den Leistungsoutput. Wenn die Teammitglieder ihre Dynamiken und Muster kennen, verbessert dies sowohl die Kommunikation untereinander als auch die individuelle Motivation. So

können schlussendlich die Stärken der jeweiligen Teammitglieder optimal zur Erreichung gemeinsamer Ziele genutzt werden.

Supervision, eine Beratungsform mit vielen Schichten Durch sich ständig ändernde Rahmenbedingungen sehen sich heutzutage viele Unternehmen gezwungen, Strukturen und Prozesse laufend zu adaptieren. Sich dem anzupassen, kann für Mitarbeitende schwierig sein. Da kommen SupervisorInnen ins Spiel. An der Schnittstelle von Profession, Organisation und Person begleiten sie Menschen in ihrer Arbeit und helfen zu verstehen, was für das gemeinsame und erfolgreiche Erledigen gewisser Aufgaben erforderlich ist. TEXT PATRIK BIBERSTEIN

ist. Das kann man wirkungsvoll durch Teamcoaching begleiten.

Sonja Kupferschmid Boxler Lehrcoach, Dozentin, Produkte/Entwicklung Frau Sonja Kupferschmid Boxler, wie würden Sie die Wichtigkeit von Teamcoaching und Supervision in Zeiten von Corona und Homeoffice beurteilen? Wir haben gesehen: Hinter dem Schlagwort Digitalisierung stehen komplexe Prozesse, welche markante Auswirkungen auf die Zusammenarbeit im Team haben. Gruppen erreichen dann ein hohes Kooperationsniveau, wenn es den Mitgliedern gelingt, eine Gemeinschaft zu bilden, die vom Gefühl der Zugehörigkeit und vom Vertrauen getragen wird. In der Online-Begleitung ist das eine neue Herausforderung, die zu bewältigen

Wie können Führungskräfte Elemente von Teamcoaching und Supervision einsetzen, um ihren Mitarbeitenden das Homeoffice effizienter und angenehmer zu gestalten? Jeder Mensch ist anders. Fragendes Vorgehen berücksichtigt dies. Man schätzt Mitarbeitende damit wert und lässt sie spüren, dass ihr Beitrag wichtig ist. Bei den Führungskräften braucht es zudem eine hohe Sensibilität dafür, wie Mitarbeitende mit der höheren Selbstverantwortung umgehen können – manche schätzen die Freiheit, was sich positiv auf die Motivation auswirkt, und andere sind komplett überfordert. Es braucht auf jeden Fall klare Kommunikation; Klarheit in Bezug auf den Rahmen, in welchem sich die Mitarbeitenden bewegen dürfen, denn Selbstverantwortung darf nicht mit «Laisser faire» verwechselt werden.

ANZEIGE

CAS Supervision und Teamcoaching Gute Teamarbeit steigert Zufriedenheit und Leistung. Unser Lehrgang bietet Ihnen folgende Vorteile: ü ü ü ü

Hohe Praxisorientierung Berufsbegleitende Weiterbildung Gruppendynamik erfahren Breites Repertoire an Interventionstechniken

Bereit für Ihren nächsten Karriereschritt? Coachingzentrum Olten GmbH Konradstrasse 30 | 4600 Olten www.coachingzentrum.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

FHNW BRANDREPORT

021

Ein MBA als Garant für den Erfolg im Job? MBA-Programme erfreuen sich weiterhin einer grossen Beliebtheit. Alleine in der Schweiz gibt es rund 30 verschiedene Angebote. Doch was bringen MBA-Programme wirklich?

Prof. Dr. Rolf Meyer Leiter MBA FHNW

Dass dieses Ziel durchaus realistisch sein kann, zeigen Evaluationen der führenden MBA-Anbieter. Die IMD in Lausanne (MBA zwischen 50 000 – 90 000 Franken) gibt an, dass 88 Prozent der Absolventinnen und Absolventen eine höhere Karriereposition innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss der Weiterbildung erklimmen.

Das Klischee: Top Karriere Viele Leute assoziieren mit einem MBA eine Weiterbildung, die den Weg zur Firmenspitze international erfolgreicher Konzerne vorbereitet. Die MBA-Studierenden werden denn auch als sehr ehrgeizig eingestuft, weil sie das Top-Management anvisieren, wo es mehr unternehmerische Verantwortung, Entscheidungskompetenz, Macht und Einkommen gibt.

MBA als persönliche und berufliche Bereicherung Ein MBA kann jedoch noch verschiedene weitere Ziele erfüllen. Viele Führungskräfte sehen die Aneignung von Wissen und Kompetenzen, das Reflektieren von Trends und des eigenen Verhaltens als grosse persönliche Bereicherung. Primäres Ziel ist hier nicht das berufliche Vorankommen, sondern persönlich zu wachsen und sich ein

besseres Verständnis von gesellschaftlich relevanten Themen zu erschliessen.

MBA als Türöffner Ein MBA kann als Career Changer den Wechsel in eine andere Branche oder einen anderen Funktionsbereich ermöglichen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass bei rund der Hälfte der MBA-Studierenden der Wunsch nach einem Wechsel eine grosse

Rolle spielt. Vielfach sind es hochqualifizierte Personen, die in einem engen Arbeitsgebiet tätig sind. Dazu gehört die Biologin, die für den Waldkataster eines Kantons zuständig ist ebenso wie der Rettungssanitäter, der die Notfallund Rettungsdienste seines Kantons leitet. Ihr Tätigkeitsgebiet ist zwar sehr interessant, bietet jedoch keine Aufstiegs- und nur sehr beschränkte Umstiegschancen. Ein MBA kann hier zusätzliche Optionen ermöglichen und Türen öffnen. Weitere Informationen: www.fhnw.ch/de/ weiterbildung/mba

ANZEIGE

academy

Weiterbildung / Trainings für Fach- und Führungspersonen aus Industrie und Wirtschaft Prozesse verschlanken, Digitalisierung ermöglichen, Ertrag steigern !

www.inspire.ethz. ch/academ y

Black Belt

Continuous Improvement

HoQ

Green Belt

Value Stream Mapping Kanban

Change Management

TRIZ

Pull

Master Black Belt

FMEA

Six Sigma

Lean Office

Operational Excellence

Minitab DOE

QFD

TQM

Green Belt, Black Belt Yellow Belt for Executives Lean Office (Lean for the Service Industry) Digital Lean

Design for Lean Six Sigma

Target Costing

Lean Six Sigma / OPEX Trainings

Lean Production

Business Excellence

Lean Six Sigma


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

022

KRISENMANAGEMENT

WWW.FOKUS.SWISS

Im Auge des Sturms Was passiert, wenn ein Fauxpas eines Unternehmens von den Konsumenten angeprangert wird? Nicht unbedingt etwas Schlechtes, findet ein Marketingspezialist.

I

n Zeiten des Internets darf man sich als Unternehmen keine Fehltritte erlauben. Problematisches Verhalten wird von aufmerksamen Konsumenten beobachtet und sogleich online angeprangert. Dieser starke, kollektive Ausdruck von Kritik, vor allem online, wird umgangssprachlich als Shitstorm bezeichnet. Doch wie schädlich ist es für ein Unternehmen, in so einen Sturm aus Kritik zu geraten? Olivier Kennedy, CEO und Gründer eine Werbe- und Kommunikationsagentur in Bern, sagt: «Als allererstes müssen wir uns fragen, ob es überhaupt schädlich ist».

Das Palmöl-Debakel Dabei verweist er auf den Schokoriegel KitKat, welcher aufgrund der Verwendung von Palmöl ins Social Media-Kreuzfeuer geraten ist. Greenpeace verbreitete damals ein Video, welches einen Mann zeigt, der in ein KitKat beisst. Bloss: Anstatt der herkömmlichen Schokoriegel verspeist der Mann die Finger eines Orang-Utans. Es fliesst Blut. Das Video verbreitete sich rasend. Intuitiv würde manch einer darauf tippen, dass KitKat zum Ladenhüter

dem Hashtag JustBurnIt verbrannten tausende Menschen vor laufender Kamera ihre Nikes. «Nike hat sich klar dafür entschieden, eine spezifische Gruppe als Kunden zu verlieren», erklärt Kennedy. Die Aktien des Sportartikelherstellers stiegen um fünf Prozent.

wurden. Falsch gedacht: «Die Verkäufe von KitKat stiegen an», hält Kennedy fest. Doch warum ist das so?

Negationen sind intellektuell «Denken Sie bitte auf keinen Fall an einen weissen Elefanten», fordert Kennedy. «Wahrscheinlich haben Sie gerade an einen weissen Elefanten gedacht.» Negative Aussagen sind für das menschliche Gehirn schwerer verständlich als positive. Wenn man dazu aufgefordert wird, etwas nicht zu tun, lässt das Gehirn die Negation oftmals einfach fallen. Und darin liegt auch die Erklärung für die gestiegenen Verkaufszahlen. Bewusste Provokation Der Shitstorm ist daher durchaus auch ein geeignetes Werkzeug, um

eine Marke bekannter zu machen. «Die Menschen zu schockieren ist eine legitime Form, eine neue Marke zu etablieren», meint Kennedy. «Wer schockt und wütend macht, dem eröffnen sich neue Tools im Marketing.» Ein Beispiel ist die Nike-Kampagne mit dem Footballspieler Colin Kaepernick. Dieser protestierte gegen Polizeigewalt gegen Schwarze in Amerika und weigerte sich im Zuge dessen, sich für die US-Nationalhymne zu erheben. Stattdessen kniete er. Kurz darauf wurde er von der NFL entlassen. Als Kaepernick in einer Nike-Kampagne mit den «Worten Believe in something. Even if it means sacrificing everything» auftrat, war der Aufschrei bei Nationalisten gross. Unter

Eine effektive Entschuldigung Dies soll jedoch keinesfalls heissen, dass ein Shitstorm immer eine gute Sache ist. Die Reaktion auf Kritik muss durchdacht vonstatten gehen. «Das Unternehmen muss sich überlegen: Haben wir die Legitimität, uns effektiv zu entschuldigen? Falls nicht: Wie können wir das ändern?» Für ein Unternehmen, welchem ein Fauxpas im Marketing unterlaufen ist, kann dies bedeuten, ihr Engagement offenzulegen. Im Falle von KitKat bedeutete dies, den Fehler einzugestehen und auf die Nutzung von Palmöl zu verzichten. «Shitstorms sind eine Win-win-Situation», findet Kennedy. «Der Konsument kann die Handlungsweise eines Unternehmens beeinflussen» Und: «No advertisement is bad advertisement». TEXT FATIMA DI PANE

ANZEIGE

Teil Ihrer Lösung. Teil Ihrer Lösung.

www.rihm-law.ch THR_anz_d_296x147_RZ.indd 1

www.rihm-law.ch 22.01.20 17:41

22.01.20 17:41