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2 EDITORIAL

Claudia Witt

Der Mensch steht im Zentrum – trotz Künstlicher Intelligenz

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ie Digitalisierung in der Medizin hat enormes Potenzial, um Qualität, Kosteneffektivität und Zugangsgerechtigkeit der Gesundheitsversorgung zu verbessern. Aktuelle Möglichkeiten, aber auch Grenzen dieser Entwicklung, werden vielfältig diskutiert. Dabei sehen wir, dass digitale Gesundheitsanwendungen und der Einsatz Künstlicher Intelligenz einerseits einen übertriebenen Enthusiasmus fördern, zugleich aber auch die Angst vor dem Unbekannten schüren. Oder zugespitzt: entscheidet in Zukunft Künstliche Intelligenz... ... wie wir uns gesund halten?

Nur eine solche Arbeitsweise führt zu fruchtbaren Kooperationen und ermöglicht kritische Diskussionen.

Künstliche Intelligenz wird in der Zukunft Teil der medizinischen Versorgung sein.

... welche Krankheit wir haben? ... in welchem Spital wir behandelt werden? ... welche Therapie wir bekommen? Der bisherige Mangel an gut implementierten und breit kommunizierten medizinischen Best-Practice-Beispielen in der Schweiz wirft zahlreiche Fragen auf – nicht nur in den Bereichen Ethik und Governance, auch in der Kommunikation. Klar ist: Künstliche Intelligenz wird in der Zukunft Teil der medizinischen ANZEIGE

Versorgung sein – doch wie weit soll die Integration gehen? Und was erwartet uns in naher und fernerer Zukunft? Bei der Beantwortung solche Fragestellungen spielt die Wissenschaft eine zentrale Rolle. Um Szenarien für künftige Entwicklungen zu erarbeiten, ist das breite Wissen vieler unterschiedlicher Expert:innen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team unabdingbar. Dabei müssen wir uns insbesondere erlauben, out of the box zu denken.

Dass das gut funktioniert, hat zum Beispiel gerade einer unserer Workshops gezeigt: 20 Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichsten Bereichen beschäftigten sich mit der Fragestellung «Künstliche Intelligenz in der Medizin – wohin wollen wir?» Dabei kamen selbstverständlich auch Fragen auf wie: Welche Rolle spielt unsere Menschlichkeit in diesem Kontext? Oder: Wie balancieren wir das Zusammenspiel «Mensch und Digitalisierung» in einer Form, die der gesamten Gesellschaft und nicht nur Einzelnen nutzt? Welche Rolle Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen in ferner Zukunft konkret spielen werden, können wir indes nicht beantworten. Wir arbeiten jedoch daran, die digitale Transformation des Gesundheitswesens möglichst breit abgestützt mitzugestalten. Denn mir ist wichtig, dass im Gesundheitswesen der Zukunft weiterhin der Mensch im Mittelpunkt steht.

Text Claudia Witt, Ärztin, Professorin und Co-Direktorin der Digital Society Initiative (DSI) der Universität Zürich

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