Programmheft Schauburg-Cinerama, Karlsruhe September 2022

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2022 SEPTEMBER

NACH DEM BESTSELLER VON

DÖRTE HANSEN

EIN FILM VON

LARS JESSEN

WWW.MITTAGSSTUNDE-FILM.DE

/MITTAGSSTUNDE

/MITTAGSSTUNDE.FILM

AB 22. SEPTEMBER IM KINO


jazzfest in der Schauburg est. 1979

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9.9. & 10.9.‘22

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SEBASTIAN GAHLER: Two Moons Quartett A.R.K.

JO ALDINGER Downbeatclub

Insomnia Brass Band

Clara Haberkamp Trio

ARNAUD DOLMEN Quartet

In Kooperation mit:

jazzclub.de


DIE WUNDERWELT DER GEBRÜDER GRIMM

BEVOR DER VORHANG AUFGEHT

DREHARBEITEN ZU DIE WUNDERWELT DER GEBRÜDER

NEUERSCHEINUNGEN IM SEPTEMBER Liebe Gäste und Freunde der Schauburg,

AB 1. SEPTEMBER

vom 1. bis 3. Oktober findet in der Schauburg das nunmehr 16. 70mm Tod-AO Festival statt. Nach einer sehr bedauerlichen dreijährigen Pause – darunter zwei Jahre mit Einschränkungen durch Covid 19 – nehmen wir das jährliche Todd-AO-Festival wieder auf und freuen uns sehr, Sie wiederzusehen. Drei Tage lang feiern wir das KINO und alles, was BREIT, TIEF GEKRÜMMT und auf 65mm-FILM gedreht ist. „Bewegte Bilder“, wie sie eigentölich gesehen werden sollten: In der Pracht von 70mm. Neben zwei brandneuen 70mm Kopien des Kubrick Klassikers SPARTACUS und des Katastrophen Bestsellers AIRPORT, freuen wir uns, Ihnen die Restauration des größtenteils in Deutschland gedrehten MGM-Cinerama Filmes DIE WUNDERWELT DER GEBRÜDER GRIMM aus dem Jahre 1962 als europäische Erstaufführung zu präsentieren. Wir heißen Sie wieder herzlich willkommen!

FADO – DIE STIMMEN VON LISSABON HIVE DAS LEBEN EIN TANZ AB 15. SEPTEMBER

ALLE REDEN ÜBERS WETTER ALICE SCHWARZER DANCING PINA MOONAGE DAYDREAM FISHERMAN’S FRIENDS 2 DIE KÜCHENBRIGADE

AUSGABE #147

REDAKTION GESTALTUNG

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PETER VON KANT UNSERE HERZEN – EIN KLANG DON’T WORRY DARLING MITTAGSSTUNDE

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DER BAUER UND DER BOBO REX GILDO – DER LETZTE TANZ WEINPROBE FÜR ANFÄNGER DA KOMMT NOCH WAS

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PROGRAMM 16. TODD-AO 70MM FILMFESTIVAL SPECIALS SEPTEMBER & OKTOBER FILMVORSCHAU OKTOBER 2022 HERAUSGEBER

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AB 22. SEPTEMBER

AB 29. SEPTEMBER

IMPRESSUM

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AB 8. SEPTEMBER

Mit cineastischen Grüßen

FREIBAD THREE THOUSAND YEARS OF LONGING

Schauburg Kino Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 Fax: 0721 38 00 47 born@schauburg.de schauburg.de Herbert Born, Marcus Vetter, Wolfram Hannemann Dušan Tomić – www.duto.studio

MITTE 20 22

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters erscheint monatlich.


AB 1. SEPTEMBER

FREIBAD

KOMÖDIE | DEUTSCHLAND | 2022 In einem Freibad, zu dem Männer keinen Zutritt haben, steigen mit den Temperaturen die Konflikte unter den Besucherinnen. Vorurteile, Rassismus, Eitelkeiten sind Themen dieser ziemlich klugen und wunderbar vergnüglichen Culture-Clash-Komödie . Polizeieinsatz im Freibad. Was in den Nachrichten längst traurige Sommer-Realität geworden ist, präsentiert sich auch als Auftakt zum neuen Dörrie-Vergnügen. Doch Fehlalarm, schließlich gibt es in diesem Freibad überhaupt keine Männer. Aggressives Macho-Verhalten und sexuelle Übergriffe also Fehlanzeige in diesem reinen Damenbad. Probleme und Problemchen gibt es gleichwohl auch hier, wo Besucherinnen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und gesellschaftlichen Klassen aufeinander treffen ist nicht alles eitel Sonnenschein – ganz im Gegenteil. Eva (Andrea Sawatzki) und Gabi (Maria Happel) gehören zu den Stammgästen im idyllischen Frauenbad, dem einzigen im ganzen Land. Die eine ein feministischer Freigeist, eine „Uschi Obermaier von Giesing“. Die andere eine vermögende Modeliebhaberin, die nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Hündchen mit luxuriösem Hermes ausstattet. Der Wellness-Faktor der ungleichen Freundinnen wird getrübt als eine türkischstämmige Großfamilie auftaucht. Nicht nur der Qualm von ihrem Grill sorgt für Ärger, die traditionsbewusste Tochter Yasemin (Nilam Farooq) zieht lieber vollbekleidet im Burkini ihre Bahnen. Als Protestaktion hüpft Eva spontan oben ohne ins Wasser, worauf sie die schwarze Bademeisterin mit schweizerischem Dialekt sofort zur Ordnung ruft. Auffallend unangestrengt spielt die Handlung an ein paar heißen Sommertagen ausschließlich im Bad. Mit erfrischender Leichtigkeit werden die ausgetrampelten Pfade der gängigen Culture-Clash-Komödie verlassen. In diesem Freibad sonnen sich Slapstick und Klamauk gleichermaßen, wobei der nachdenkliche Witz, gleichsam als Sonnenöl, nie fehlt. Burka-Verbot? Bodyshaming? Altersängste? Selbstbestimmtheit? Vorurteile? Rassismus? Toleranz? Politische Korrektheit? Woke-Gebaren? Dörries Themen könnten ganze Kirchentage füllen. Ihr gelingt es, die schwere Kost mit leichter Hand zu präsentieren. Serviert wird das Comedy-Menu von einem umwerfend ulkigen Ensemble, dem die Sache sichtlich Spaß macht und welches sich die Pointen-Bälle ganz uneigennützig zuspielt. PROGRAMMKINO.DE / DIETER OßWALD REGIE Doris Dörrie DARSTELLER Andrea Sawatzki, Maria Happel, Nilam Farooq, Lisa Wagner, Melodie Wakivuamina, Julia Jendroßek, Sabrina Amali, Nico Stank LAUFZEIT 102 Minuten FSK 12

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AB 1. SEPTEMBER

THREE THOUSAND YEARS OF LONGING ROMANZE, FANTASY, DRAMA | USA, AUSTRALIEN | 2022 Eine Literaturwissenschaftlerin und ein Djinn treffen sich und beginnen, einander ihre Geschichten zu erzählen. Ein Film, der auf wundersame Weise von der Macht und der Bedeutung des Geschichtenerzählens erzählt. Alithea (Tilda Swinton) kommt nach Istanbul, um über ihre literarische Forschung zu sprechen. In einem kleinen Laden kauft sie eine Flasche. Als sie diese in ihrem Hotelzimmer öffnet, erscheint der Djinn (Idris Elba), der ihr drei Wünsche offeriert, die gewissen Regeln folgen müssen. Alithea kennt die Literatur und die in ihr erhobenen Warnungen über derlei Wünsche, die mit einem Haken einhergehen. Also wieso sollte sie sich etwas wünschen? Weil der Djinn, um frei zu sein, diese drei Wünsche erfüllen muss. Er beginnt ihr zu erzählen, wie er das erste Mal in einer Flasche landete. Und sie erzählt ihm, wer sie ist. Dabei kreisen beide umeinander, denn letztlich sind es drei Wünsche, die gesprochen und erfüllt werden müssen … George Millers erster Film seit „Mad Max: Fury Road“ basiert auf A.S. Bryants Novelle „The Djinn in the Nightingale’s Eye“ aus dem Jahr 1994, einer intertextuellen Geschichte, die einer Collage gleich Motive von Märchen aufgreift, aber auch die Werke von Geoffrey Chaucer und William Shakespeare sowie das Epos von Gilgamesch referenziert. Der in Sydney und in Istanbul gedrehte Film greift so wie die Novelle auch Motive von „Eine Geschichte aus 1001 Nacht“ auf, geht dabei aber ganz eigene Wege. Der Film ist im Grunde ein Kammerspiel, aber eines, das den Zuschauer an längst vergangene Orte führt, wenn der Djinn von seiner ersten Liebe und Einkerkerung, aber auch von seiner zweiten Inhaftierung, und schließlich von seiner dritten erzählt. Es sind brillante Vignetten, die Miller hier bietet. Die Bilder, die Miller hier mit seinem wie schon bei „Mad Max: Fury Road“ für ihn aus dem Ruhestand zurückgekehrten Kameramann John Seale einfängt, sind von traumwandlerischer Schönheit. Einer genauen Einordnung entzieht sich der Film allemal. Natürlich ist er Fantasy, ebenso ist er aber auch die Geschichte eines Liebenden, eines die Menschen Liebenden, und mehr noch ist es die Geschichte zweier verwandter Geister, die Raum und Zeit zu diesem Moment geführt hat, an dem sie sich kennen lernen. PROGRAMMKINO.DE / PETER OSTERIED REGIE George Miller BUCH George Miller, Augusta Gore DARSTELLER Tilda Swinton, Idris Elba LAUFZEIT 108 Minuten

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AB 8. SEPTEMBER

FADO – DIE STIMMEN VON LISSABON DOKUMENTATION | PORTUGAL, UNGARN | 2020 Zwei Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen kämpfen um das Überleben ihrer Kunst und ihrer Gemeinschaft. Doku, die die Beziehung zwischen Fado-Sängern und der sich ständig verändernden Welt um sie herum erforscht. „Fado – Die Stimmen von Lissabon“ ist ein Dokumentarfilm, der vor dem Hintergrund eines entfesselten Wohnungsmarktes in der Alfama Lissabons spielt, dem ursprünglichsten Altstadtviertels der portugiesischen

Hauptstadt. Auf den Spuren von Céline, die seit 20 Jahren in Portugal lebt, lernen wir Ivone Días und Marta Miranda kennen, zwei Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen, die für das Überleben ihrer Kunst, ihrer Gemeinschaft und Nachbarschaft kämpfen. Ihre gemeinsame Sprache ist Fado, ein traditioneller Musikstil, der vom täglichen Kampf des Lebens erzählt. Mit den Texten und dem Klang von Fado-Liedern, die uns durch die Geschichte führen, bringt uns der Film die Beziehung zwischen Fado-Sängerinnen und Sängern und der sich ständig verändernden Welt um sie herum näher, und wärmt das Herz für die einzigartige Kultur des Fado. Die Regiseurinnen Celine Carlisle und Judit Kalmar über ihren Film: „Wir sind zwei Filmemacherinnen aus der Schweiz und Ungarn, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen: Céline, eine bildende Künstlerin mit musikalischem Hintergrund, und Judit, eine Journalistin mit langjähriger Medienerfahrung. Die ursprüngliche Idee für den Film, inspiriert durch das Leben der 80-jährigen Ivone, entstand aus dem Wunsch, die Geschichten der Fado-Sänger von Lissabon durch das Gefäß ihrer Texte zu erzählen. Mit Célines künstlerischem Standpunkt und Judits Interesse an sozialen Themen wurde unser gemeinsames Bestreben, die menschlichen Geschichten hinter den allgemeinen Statistiken zu enthüllen. So entstand ein Film, der nicht nur vom Fado erzählt, sondern auch von den Kämpfen der Menschen mit ihrer kulturellen Identität, die sich durch die Veränderungen in ihrer Stadt ergeben. Über Gentrifizierung zu wissen, ist eine Sache; die Emotionen und das Dilemma derer, die davon betroffen sind, zu spüren, ist etwas ganz anderes.“ PROGRAMMKINO.DE / PETER OSTERIED REGIE Celine Carlisle, Judit Kalmar LAUFZEIT 86 Minuten


AB 8. SEPTEMBER

HIVE

DRAMA |KOSOVO, SCHWEIZ U.A.| 2021 Fahrije hat ihren Mann verloren, und im Kampf ums Überleben gewinnt sie ihre Freiheit. Von einer wahren Geschichte inspirierter Film über eine mutige Frau im Kosovo, die ihren eigenen Weg geht. Fahrijes Ehemann gilt seit Kriegsende als vermisst – wie viele Männer in ihrem Dorf im Kosovo. Zusätzlich zur Ungewissheit hat die Familie auch finanzielle Sorgen. Als die Bienen, die sie züchten, kaum noch Honig geben, beschließt Fahrije, den Führerschein zu machen und mit hausgemachtem Ajvar, einer Paprikapaste, Geld in der Stadt zu verdienen. Doch die traditionelle patriarchalische Dorfgemeinschaft beobachtet ihr Tun misstrauisch und verurteilt offen ihre Bemühungen. Fahrije aber lässt sich nicht einschüchtern, und schon bald wagen es weitere Frauen, ihr bei diesem revolutionären Unternehmen zu helfen. In ihrem preisgekrönten Spielfilmdebüt zeigt Regisseurin Blerta Basholli eine mutige Frau, die zur Ernährerin ihrer Familie wird. Sie gründet eine Frauengenossenschaft in ihrem Heimatdorf und motiviert andere Frauen mit ähnlichem Schicksal zu Eigenständigkeit. Der Film erzählt vom Zusammenhalt unter Frauen, vom Aufbruch und von Heilung. Trotz großer Widerstände und patriarchaler Strukturen bringt Fahrije wieder Hoffnung und liebevolle Menschlichkeit zurück in eine Gemeinschaft, die sich durch Krieg und Zerstörung verloren hat. “Hive” ist von der wahren Lebensgeschichte von Fahrije Hoti inspiriert. Ebenso wie im Film hat die Kosovo-Albanerin ihren Mann seit Kriegsende als vermisst gemeldet. Sie ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin und engagiert hauptsächlich Frauen und Witwen in ihrem Betrieb, in dem Ajvar und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse hergestellt werden. Seit sie über Frauenrechte spricht, ist sie im ganzen Land bekannt. Regisseurin Blerta Basholli ist im Kosovo geboren und aufgewachsen. Mit 16 Jahren flüchtete sie mit einem Teil ihrer Familie nach Deutschland. 2011 kehrte sie an ihren Geburtsort zurück. REGIE Blerta Basholli DARSTELLER Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi LAUFZEIT 83 Minuten FSK 12

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AB 8. SEPTEMBER

DAS LEBEN EIN TANZ

›EN CORPS‹ |TRAGIKOMÖDIE, DRAMA | FRANKREICH | 2022 Die Geschichte einer jungen Frau, einer Tänzerin, die sich verletzt, und einen neuen Lebensweg finden muss. Das Ergebnis ist ein inspirierender, die Schönheit der Bewegung zelebrierender Film. Es ist wahrscheinlich der mieseste Tag im Leben der Balletttänzerin Elise (Marion Barbeau). Während einer Aufführung findet sie heraus, dass ihr Freund sie betrügt, und dann verletzt sie sich auch noch auf der Bühne. Von der Ärztin erfährt sie dann, dass die Rekonvaleszenz an die zwei Jahre dauern wird. Elise kehrt nach Hause zu ihrer Familie zurück und muss sich nun fragen, wie ihr Leben weitergehen soll. Die ältere, am Stock gehende Josiane erklärt ihr, dass sie bisher Glück hatte, weil sie mit Talent und Schönheit gesegnet war, aber nun in der Normalität angekommen ist. Denn normale Menschen sind selten glücklich. Aber Josiane erklärt ihr auch, was die erste Frau auf dem Himalaya sagte: „Ich musste erst so tief fallen, um so hoch aufsteigen zu können.“ Und das gilt auch für Elise. Sie erlitt in zweifacher Sicht ein Trauma, aber sie kämpft sich aus beiden wieder hervor. Von der Spitze auf den Boden und wieder zurück. Klapisch liebt den Tanz – das klassische Ballett ebenso wie die modernen Versionen. Er beginnt seinen Film mit einer Aufführung von „La Bayadére“, einem Ballett in drei Akten. Die ersten 15 Minuten des Films kommen praktisch ohne jeden Dialog aus. Sie sind ganz und gar der Performance von Marion Barbeau vorbehalten. Es ist eine makellose Inszenierung, eine Präsentation des Balletts, die auch anspricht, wenn man selbst kein gar so großes Faible dafür hat. Die Hauptdarstellerin ist ausgebildete Tänzerin und war im Ballett immens erfolgreich. Als Schauspielerin in „Das Leben ein Tanz“ beweist sie sich nun. Ihre Natürlichkeit ist einnehmend, ihre Lust an der Bewegung und der Performance immer spürbar. Ein Film wie dieser wäre nicht möglich gewesen, wenn die Hauptrolle nicht von einer echten Tänzerin gespielt worden wäre. Der Film ist die Zelebration des Tanzes, zugleich aber auch eine inspirierende Geschichte darüber, dass ein Lebensbruch manchmal auch die Chance bedeutet, sich neu zu erfinden. Was, wie das Ende eines Traums aussieht, kann in Wahrheit der Beginn eines neuen sein. PROGRAMMKINO.DE / PETER OSTERIE REGIE Cedric Klapisch BUCH Cedric Klapisch, Santiago Amigorena DARSTELLER Marion Barbeau, Hofesh Shechter, Muriel Robin LAUFZEIT 117 Minuten FSK 12

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AB 1. SEPTEMBER IM KINO


AB 15. SEPTEMBER

ALLE REDEN ÜBERS WETTER DRAMA | DEUTSCHLAND | 2022

Eine Dozentin kehrt zum 60. Geburtstag ihrer Mutter in die ostdeutsche Heimat zurück. Feines Mütter-Töchter-Drama mit herzlichem Blick auf die ostdeutsche Provinz. Clara hat es geschafft. Weg aus der ostdeutschen Provinz führt sie als Dozentin ein unabhängiges Leben in Berlin und macht ihren Doktor in Philosophie. Zwischen ihren beruflichen Ambitionen, einer Affäre mit einem ihrer Studenten und der fordernden Freundschaft zu ihrer Doktormutter Margot bleibt wenig Zeit für die Familie. Als Clara mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter zum 60. Geburtstag ihrer Mutter Inge zurück in die Heimat fährt, wird sie mit ihrem Ideal von einem freien, selbstbestimmten Leben konfrontiert. Wie hoch ist der Preis, den sie dafür zahlen muss? Kommentar der Regisseurin Annika Pinske: „Es gibt wenige positive Darstellungen von starken Mutter-TochterBeziehungen in kulturellen Erzählungen. Das Thema ist historisch so untererzählt, dass es für mich fast einer Verantwortung gleichkam, einen Film über Mütter und Töchter zu machen. Alle die Geschichten der Frauen vor mir, die für immer im Verborgenen bleiben, weil sie keinen Zugang zu Kunst und Kultur hatten – ein Verlust, der niemals nachzuholen ist. Was hätte alles zu meiner Identitätsfindung beitragen können, als Tochter, als Mutter und auch als Filmemacherin? Es ist mühselig, wenn Selbstverständlichkeiten, Vorbilder und Überlieferungen der Vordenkerinnen fehlen. Vielleicht ist es bezeichnend, dass ich erst mit Ende dreißig meinen ersten Langfilm gemacht habe. Es ist selbstverständlich nicht nur eine Frage des Geschlechts, sondern auch eine des sozialen Status.“ REGIE Annika Pinske DARSTELLER Anne Schäfer, Ann-Kathrin Gummich, Judith Hofmann LAUFZEIT 89 Minuten FSK 12

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AB 15. SEPTEMBER

ALICE SCHWARZER

DOKUMENTATION | ÖSTERREICH, DEUTSCHLAND | 2022 Porträt der berühmten streitbaren Journalistin, die es geschafft hat, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Alice Schwarzer, Journalistin, Autorin und Verlegerin, ist durch ihre vielfältigen Fernsehauftritte und als Leiterin von Diskussionsrunden seit den 70er Jahren ein Medienstar. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Selbstbestimmung der Frau. Alice Schwarzer hat es mit Emma und ihrer Medienpräsenz geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Dafür wird sie geliebt und gehasst. Es gibt kaum jemanden, den sie kalt lässt. „Alice Schwarzer“, der Kinodokumentarfilm ist die Biografie einer streitbaren Journalistin, die niemals lockerlässt, und eine Reise durch die Geschichte des Feminismus der zweiten Frauenbewegung bis heute. Der Film wandelt mit Montagen zwischen den Zeiten und bedient in seinem historischen Anspruch informative und ästhetische Aspekte gleichermaßen. Geprägt wurde Alice Schwarzer durch ihre Kindheit bei den Großeltern in Wuppertal, ihre Jugendzeit in Frankreich, das Leben mit ihrem damaligen Lebensgefährten Bruno und ihr Eintritt in die französische Frauenbewegung MLF. Heute lebt Alice Schwarzer in Köln, im Bergischen und in Paris. Sie schreibt Bücher, verlegt seit 1977 die Frauenzeitschrift “Emma” und greift jedes heiße Eisen im Zusammenhang mit den Machtfragen zwischen den Geschlechtern auf. Nach wie vor befindet sich die Streitbare im Brennpunkt heftiger Diskussionen. In Zeitdokumenten und aktuell gedrehtem Material erleben wir die Ikone bei ihrer Arbeit und im Privaten. Im Film kommt Bettina Flitner, Fotografin und Alices Ehefrau, zu Wort, ebenso sehen wir Interviews mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern wie Élisabeth Badinter, Peter Merseburger, Jenny Erpenbeck, Jasmin Tabatabai, Franziska Becker, Anne Zelensky und Sonja Hopf, sowie Archivaufnahmen, unter anderem mit Henri Nannen, Rudolf Augstein, Margarete Mitscherlich, Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre. REGIE Sabine Derflinger MIT Alice Schwarzer LAUFZEIT 100 Minuten

AB 15. SEPTEMBER

DANCING PINA

DOKUMENTATION | DEUTSCHLAND, SENEGAL | 2021 Dokumentarfilm, der die Kunst der legendären Choreographin Pina Bausch feiert und die Menschen, die sich ihrem Werk heute annähern. Mit einer elementaren Wucht, die beflügelt und berauscht. Zwei Stücke, zwei Kontinente, zwei Tanzwelten: Die altehrwürdige Semperoper in Dresden, Deutschland, und die École des Sables in einem Fischerdorf in der Nähe von Dakar, Senegal. Die spektakulären Projekte der Pina Bausch Foundation zeigen, wie eine junge Generation Tänzer:innen aus aller Welt Pinas Choreographien neu entdeckt. Unter Anleitung ehemaliger Tänzer:innen ihrer Company. Doch Pina lässt sich nicht einfach kopieren. Die Tänzer:innen müssen Pinas Choreographien mit ihren Körpern und ihren Geschichten neu erleben. Eine faszinierende Metamorphose: Während die Tänzer:innen vom Streetdance, klassischen Ballett sowie traditionellen und zeitgenössischen afrikanischen Tänzen Pinas Werk verändern, verändern Pinas Choreographien die Tänzer:innen. “Dancing Pina” macht die universelle Kraft des Tanzes sichtbar, wo Körper, Identität und Biographien aufeinandertreffen. Ein mitreißender Film über das ewig leuchtende Vermächtnis einer der prägendsten Figuren des internationalen Tanzes. Florian Heinzen-Ziobs hypnotisierende und kraftvolle cineastische Gegenüberstellung zweier spektakulärer Tanzprojekte der Pina Bausch Foundation - Iphigenie auf Tauris und Le Sacre du printemps – und die Umsetzung auf zwei Kontinenten ist nicht nur eine Hommage an Pina Bausch und ihr Tanztheater. Sie dient auch als inspirierende Reflexion über die Kraft des Tanzes, wo Körper, Identität und Biographien aufeinandertreffen und eine junge Generation von Tänzer:innen aus aller Welt die transformative Energie entdeckt, die damit verbunden ist, das Werk von Pina Bausch lebendig zu halten. REGIE Florian Heinzen-Ziob DARSTELLER Pina Bausch LAUFZEIT 116 Min. FSK 0

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AB 15. SEPTEMBER

MOONAGE DAYDREAM DOKUMENTATION | USA | 2022

Willkommen im Mikrokosmos einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte: David Bowie. In einem Film, der das Leben und die Genialität des Ausnahmekünsterls beleuchtet. Weder Dokumentarfilm noch Biografie, sondern ein eindringliches Filmerlebnis – mit „Moonage Daydream“ gelingt Brett Morgen („The Kid Stays in the Picture“, „Cobain: Montage of Heck“, „Jane“) ein nie dagewesenes Porträt des Ausnahmekünstlers David Bowie. Er war nicht nur eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikszene, er war außerdem ein brillanter Sänger und Songwriter, der die Welt mit seinem ständig wechselnden musikalischen Stil sowie dem dazu passenden Look überraschen konnte. Das David Bowie Estate gab dem Dokumentarfilmer Morgen einzigartigen Zugang zu ihren Archiven, eine Ehre, die bislang noch keinem Filmemacher vergönnt war. In deren Sammlung befanden sich seltene und nie zuvor gesehene Zeichnungen, Aufnahmen, Filme und Tagebücher. Morgen sichtete alles und verbrachte vier Jahre mit der Zusammenstellung des Films und weitere 18 Monate mit der Gestaltung der Soundkulisse, der Animationen und der Farbpalette. Für den Film hat das Soundteam – bestehend aus Bowies langjährigem Mitarbeiter, Freund und Musikproduzenten Tony Visconti und dem Oscar®-prämierten Tonmeister Paul Massey (Bohemian Rhapsody) – Bowies Originalaufnahmen neu abgemischt und für die Kinoleinwand aufbereitet. Das Ergebnis ist eine expressive Collage aus Bildern und Musik, Gedanken und Inspirationen, in der David Bowie sogar größtenteils selbst zu Wort kommt. Wer vor dem Film noch kein Bowie-Fan ist, wird es spätestens nach den 140 Minuten sein. Selbst der Nachlass des Idols gab dem Film seinen Segen und das, obwohl sie sich von jedem anderen Vorgänger vehement distanzierten. „Moonage Daydream“ feierte seine Premiere beim renommierten Filmfestival in Cannes 2022, wo er außer Konkurrenz gezeigt wurde und das dortige Publikum begeisterte. REGIE Brett Morgen MIT David Bowie LAUFZEIT 140 Minuten

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AB 15. SEPTEMBER

FISHERMAN’S FRIENDS 2 KOMÖDIE, DRAMA, MUSIK | GROSSBRITANNIEN | 2021

Fortsetzung des erfolgreichen, von einer wahren Geschichte inspirierten Feelgood-Movies über einen Fischerchor aus Cornwall, dessen Shantys es in die Charts geschafft haben. Nach dem unerwarteten Erfolg des Debütalbums „No Hopers, Jokers and Rogues“ treffen wir die britische Shanty-Band fast ein Jahr später wieder, wo sie mit dem Druck, den Fallstricken und den Verlockungen ihres neu entdeckten Ruhms, dem „Zweiten Album“-Syndrom und dem Auftritt auf der Pyramidenbühne in Glastonbury zu kämpfen haben. „Fisherman’s Friends 2” ist die Fortsetzung der erstaunlichen und ermutigenden Geschichte der Fisherman's Friends. Nach dem unerwarteten Erfolg ihres Debütalbums „No Hopers, Jokers and Rogues“ treffen wir die älteste „Bojenband“ der Welt ein Jahr später wieder und erleben, wie sie mit dem Druck, den Fallstricken und den Verlockungen ihres neu entdeckten Ruhms zu kämpfen haben. Der Film begleitet die gefeierten Shanty-Sänger durch die Höhen und Tiefen, während lebenslange Freundschaften auf die Probe gestellt werden und sie gegen den gefürchteten „Fluch des zweiten Albums“ kämpfen. James Purefoy spielt erneut die Rolle des Jim, und auch Maggie Steed, Dave Johns, Sam Swainsbury, Jade Anouka und David Hayman sind wieder mit von der Partie. Zu den neuen Gesichtern in Port Isaac gehören Richard Harrington als das neue Bandmitglied Morgan, Ramon Tikaram, Joshua McGuire und die irische Singer-Songwriterin Imelda May, die in ihrer ersten Rolle zu sehen ist. Meg Leonard und Nick Moorcroft, das kreative Team des Originalfilms, geben ihr Regiedebüt nach dem gemeinsam mit Piers Ashworth verfassten Drehbuch. Die Fortsetzung des britischen Kassenschlagers basiert auf der nächsten Etappe der herzerwärmenden Geschichte der Seemannslieder-Singgruppe. REGIE Meg Leonard, Nick Moorcroft DARSTELLER Daniel Mays, Tuppence Middleton, James Purefoy LAUFZEIT 112 Minuten FSK 12


ONKEL TOMS HÜTTE

EXODUS

16. TODD-AO 70mm-Filmfestival

TENET

Samstag, 1.10.2022

20.30 Uhr

TENET

13.00 Uhr

16.00 Uhr

In Gedenken an Heinz Hölscher

EXODUS

ONKEL TOMS HÜTTE Originaltitel: La Capanna Dello Zio Tom | Le Case De L'Oncle Tom / D/I/F 1965 / Aufgenommen in MCS 70 Superpanorama® (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Stereo Magnetton / Deutsche Fassung / 151 Min. / Erstaufführungskopie / Welturauuführung: 14.04.1965 / Deutsche Erstaufführung: 14.04.1965 / Roadshow-Präsentation mit Pause / Produktion: Aldo von Pinelli / Regie: Géza von Radványi / Buch: Fred Denger / Buchvorlage: Harriet Beecher-Stowe (Roman ) / Kamera: Heinz Hölscher / Musik: Peter Thomas / Schnitt: Victor Palfi, Hans Schubert / Darsteller: O.W. Fischer (Mr. Saint Claire), Mylène Demongeot (Harriet), Thomas Fritsch (George Shelby), Herbert Lom (Simon Legree), Gertraud Mittermayr (Eva Saint Claire) Bunte Breitwandverfilmung eines Romans von 1852 gegen die Sklavenherrschaft am Beispiel eines grenzenlos liebenden und leidenden Schwarzen in Amerika. Der Film nimmt den romantisch-sentimentalen Stil des Buches zum Anlaß, vordergründige Episoden idyllisch auszumalen, wobei das ehrenwerte Anliegen der Vorlage in den Hintergrund rückt (Quelle: Film-Dienst) “Thomas Fritsch als menschenrechtekundiger Farmersohn und O. W. Fischer als feudaler Südstaatler mit Wiener Akzent erwecken die Illusion, der Mississippi fließe im Donautal” (Der Spiegel) “Bunte Breitwandverfilmung. Akkurat romantisch und sentimental.“ (Lexikon des internationale Films)

Originaltitel: Exodus / USA 1960 / Aufgenommen in Super Panavision® 70 (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal-Stereo-Magnetton / Deutsche Fassung / 205 Minuten / Erstaufführungskopie / Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 15.12.1960 / Deutsche Erstaufführung: 05.10.1961 / Produktion: Otto Preminger / Regie: Otto Preminger / Buch: Dalton Trumbo / Buchvorlage: Leon Uris (Roman) / Kamera: Sam Leavitt / Musik: Ernest Gold / Schnitt: Louis Loeffler / Darsteller: Paul Newman (Ari Ben Gannan), Eva Marie Saint (Kitty Fremont), Ralph Richardson (General Sutherland), Lee J. Cobb (Barak Ben Canaan), Sal Mineo (Dov Landau), Peter Lawford (Major Caldwell), John Derek (Taha) Episoden aus dem Freiheitskampf jüdischer Flüchtlinge auf Zypern und in Palästina (1946-1948); im Mittelpunkt der Hungerstreik auf dem Schiff "Exodus". Im Stil eines aktionsreichen Spannungsstückes verfilmt, wobei die geistigen und politisch-historischen Hintergründe sehr vereinfacht werden. Das ernsthafte Bemühen, den Anspruch jedes Menschen auf Freiheit und Würde auch aus der abenteuerlichen Handlung aufleuchten zu lassen, sichert dem Film dennoch (Quelle: Film-Dienst) Ausgezeichnet mit 1 Oscar®: • Beste Musik (Drama): Ernest Gold „Der misslungene Versuch eines Geschichtsbildes. Für urteilsfähige Erwachsene.“ (Evangelischer Filmbeobachter) “The good outweighs the shortcomings. Preminger can take pride in having brought to the screen a Twentieth Century birth of a nation." (Los Angeles Times)

Originaltitel: Tenet / USA/UK 2020 / Aufgenommen in IMAX® (1:1.44) und Panavision® Super 70 (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Datasat® Digitalton / Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln / 150 Minuten / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 22.08.2020 / Deutsche Erstaufführung: 26.08.2020 / Produktion: Christopher Nolan, Emma Thomas, Andy Thompson, Helen Medrano, Thomas Hayslip / Regie: Christopher Nolan / Buch: Christopher Nolan / Kamera: Hoyte van Hoytema / Musik: Ludwig Göransson / Schnitt: Jennifer Lame / Darsteller: John David Washington (Protagonist), Elizabeth Debicki (Kat), Robert Pattinson (Neil), Kenneth Branagh (Andrei Sator), Aaron Taylor-Johnson (Ives), Dimple Kapadia (Priya), Himesh Patel (Mahir), Michael Caine (Michael Crosby), Clémence Poésy (Barbara), Fiona Dourif (Wheeler), Wes Chatham (Sammy), Martin Donovan (Fay), Jack Cutmore-Scott (Klaus) Eine neue Technologie ermöglicht die „Inversion“ von Zeit und führt zu einem Konflikt zwischen Gegenwart und Zukunft. Ein namenloser Protagonist muss den Untergang der Welt verhindern, indem er die finsteren Pläne eines russischen Oligarchen verhindert. Dafür stehen ihm jedoch nur eine Geste und das Wort „Tenet“ zur Verfügung. Der filmische Hybrid aus Spionage- und Science-Fiction-Thriller überzeugt mit perfekt inszenierten Actionsequenzen, während Figuren und Erklärungen bewusst abstrakt und reduziert bleiben. Dies verhindert eine emotionale Überladung des Stoffes, belässt aber auch die mitschwingenden philosophischen Fragen sehr im Ungefähren. (Quelle: Film-Dienst) Ausgezeichnet mit 1 Oscar®: • Beste Spezialeffekte: Andrew Jackson, David Lee, Andrew Lockley, Scott R. Fisher „Wenn es noch einen Grund braucht, warum das Kino nicht sterben darf, hier ist er!” (Teleschau) „So cool hat ein überlebensgroßer Held auf der Leinwand selten gewirkt.” (Der Spiegel) "Grandly entertaining, time-slipping spectacle" (Variety)


Sonntag, 2.10.2022

HERKULES EROBERT ATLANTIS

SPARTACUS

11.00 Uhr

15.00 Uhr

HERKULES EROBERT ATLANTIS

SPARTACUS

Originaltitel: Ercole Alla Conquista Di Atlantide / Hercule A La Conquete De L'Atlantide / I/F 1961 / Aufgenommen in Super Technirama® 70 (1:2.35) (35mm Negativfilm, 8-Perf horizontal) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Mono Magnetton / Deutsche Fassung / 103 Minuten / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 19.08.1961 / Deutsche Erstaufführung: 02.02.1962 / Produktion: Hugo Grimaldi, Achille Piazzi / Regie: Vittorio Cottafavi / Buch: Vittorio Cottafavi, Duccio Tessari, Sandro Continenza / Kamera: Carlo Carlini / Musik: Gino Marinuzzi Jr., Armando Trovajoli / Schnitt: Maurizio Lucidi / Darsteller: Reg Park (Herkules), Fay Spain (Antenea), Laura Altan (Ismene), Ettore Manni (Androkles), Luciano Marin (Illo), Salvatore Furnari (Timoteus), Ivo Garrani (König von Megalia) Nach vielen Abenteuern verschlägt es den Göttersohn Herkules nach Atlantis, wo er die Inselkönigin Antenea bekämpfen muß, die die Götter der Griechen stürzen will. Nach vielen Kämpfen und Kraftakten versinkt das Inselreich bei einem gewaltigen Vulkanausbruch in den Fluten des Meeres. Teuer produziertes Monumentalepos, dessen Aufwand in keinem Verhältnis zum Inhalt steht: eine Heldensage im veräußerlichten Comic-Stil. (Quelle: Film-Dienst) „Ein respektloses Drehbuch, Comic-Strip-Episoden, harmlose Gewalt und die auf artifizielle Weise prächtigen Kostüme und Sets vereinigen sich zu einem unterhaltsamen Musterbeispiel für jenen feinen Instinkt, den Cottafavi (…) für diese Art von Kino zu haben scheint.“ (Monthly Film Bulletin) „Die Anfangskeilerei der Herkuleskumpane ist so hinreißend inszeniert und mit so wendiger Kamera aufgenommen, daß ich sie dem steifen Pathos in Eisensteins vielgerühmter Schlacht auf dem Peipussee ohne Bedenken vorziehe.“ (Zeitschrift Filmkritik).

Originaltitel: Spartacus / USA 1959/60 / Aufgenommen in Super Technirama®70 (1:2.35) (35mm Negativfilm, 8-Perf horizontal) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Datasat® Digitalton / Englischsprachige Originalfassung / 197 Minuten / Neue Kopie von 2022 / Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 06.10.1960 / Deutsche Erstaufführung: 16.12.1960 / Produktion: Edward Lewis / Regie: Stanley Kubrick / Buch: Dalton Trumbo / Buchvorlage: Howard Fast (Roman) / Kamera: Russell Metty, Clifford Stine / Musik: Alex North / Schnitt: Robert Lawrence, Robert Schulte, Fred A. Chulack / Darsteller: Kirk Douglas (Spartacus), Laurence Olivier (Marcus L. Crassus), Jean Simmons (Varinia), Charles Laughton (Gracchus), Peter Ustinov (Lentulus Batiatus), Tony Curtis (Antonius), John Gavin (Julius Cäsar), Nina Foch (Helena Glabrus), Herbert Lom (Tigranes), John Ireland (Crixus), John Dall (Glabrus), Charles McGraw (Marcellus), Joanna Barnes (Claudia Marius), Woody Strode (Draba), John Hoyt (Caius) Die Geschichte des Sklavenaufstandes gegen die unmenschliche Gesellschaft Roms um 74 v. Chr. unter dem thrakischen Sklaven Spartacus. Eine Freiheitskämpfer-Saga mit melodramatischen und sentimentalen Akzenten in freier Auslegung der historischen Fakten und starker Vereinfachung der Ereignisse. Allein in der außergewöhnlichen Bildgestaltung der Massenszenen und kämpferischen Auseinandersetzungen vermittelt der Film einen Eindruck dieser ersten revolutionären Freiheitsbewegung. 1992 kam die rekonstruierte, ungekürzte Originalfassung des Films in die Kinos (O.m.d.U.); bei allen dramaturgischen Schwächen und sozialgeschichtlichen Vereinfachungen offenbaren sich hier bislang unentdeckte Reize, so zum Beispiel die homoerotischen Untertöne der Fabel. (Quelle: Film-Dienst) Ausgezeichnet mit 4 Oscars® • Beste Ausstattung (Farbe): Russell A. Gausman, Alexander Golitzen, Julia Heron, Eric Orbom • Beste Kamera (Farbe): Russell Metty

13.15 Uhr

Vortrag Thomas Hauerslev »70mm Sonderformate« Kurzfilm

HERE’S CHICAGO! THE CITY OF DREAMS Originaltitel: Here’s Chicago! The City Of Dreams / USA 1983 / Aufgenommen auf 65mm Negativfilm / Scan in 6K von der einzig existierenden 70mm-Kopie / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Datasat® Digitalton / Englische Originalfassung / 13 Minuten / Neue Kopie / Regie: Ted Hearne / Musik: John Tatgenhorst "Here's Chicago!", ein seltener Travelogue aus dem Jahr 1983, kehrt in restaurierter Fassung in die Kinos zurück. Der Film wurde von 1983 bis 1996 in der Water Tower Pumping Station in Chicago etwa 25 Mal am Tag gespielt und zeigt die Sehenswürdigkeiten, die Skyline und die Parade der Stadt. .

• Beste Kostüme (Farbe): Bill Thomas Valles • Bester Nebendarsteller: Peter Ustinov “Allein in der außergewöhnlichen Bildgestaltung der Massenszenen und kämpferischen Auseinandersetzungen vermittelt der Film einen Eindruck dieser ersten revolutionären Freiheitsbewegung”. (Lexikon des Internationale Films) “Kubrick demonstrates here a technical talent and comprehension of human values" (Variety) “Achieves the unlikely triumph of being intimate on a big scale” (Washington Post)


Montag, 3.10.2022

20.00 Uhr

11.00 Uhr

WONDER WOMAN

AIRPORT

Originaltitel: Wonder Woman / USA 2017 / Aufgenommen in Super 35 (35mm Negativfilm) und Digital (Phantom RAW (4K), ProRes 4:4:4 XQ (4K), ARRIRAW) (Gemastert vom 2K Digital Intermediate) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Datasat® Digitalton / Englische Originalfassung / 141 Minuten / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 15.05.2017 / Deutsche Erstaufführung: 15.06.2017 / Produktion: Charles Roven, Deborah Snyder, Zack Snyder, Richard Suckle, Steven Mnuchin, Rebecca Steel Roven / Regie: Patty Jenkins / Buch: Allan Heinberg / Buchvorlage: William Moulton Marston / Kamera: Matthew Jensen / Musik: Rupert Gregson-Williams / Schnitt: Martin Walsh / Darsteller: Gal Gadot (Diana Prince / Wonder Woman), Chris Pine (Steve Trevor), Connie Nielsen (Königin Hippolyta), Robin Wright (Generalin Antiope), David Thewlis (Sir Patrick Morgan), Danny Huston (General Erich Ludendorff), Elena Anaya (Maru / Doctor Poison), Lucy Davis (Etta Candy), Saïd Taghmaoui (Sameer), Ewen Bremner (Charlie), Eugene Brave Rock (The Chief), James Cosmo (Feldmarschall Haig)

Originaltitel: Airport / USA 1970 / Aufgenommen in Todd-AO® (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Datasat® Digitalton / Englische Originalfassung / 136 Minuten / Neue Kopie von 2022 / Welturaufführung: 05.03.1970 / Deutsche Erstaufführung: 25.03.1970 / Produktion: Ross Hunter / Regie: George Seaton , Henry Hathaway / Buch: George Seaton / Buchvorlage: Arthur Hailey / Kamera: Ernest Laszlo / Musik: Alfred Newman / Schnitt: Stuart Gilmore / Darsteller: Burt Lancaster (Mel Bakersfield), Dean Martin (Vernon Demerest), Jean Seberg (Tanya Livingston), Jacqueline Bisset (Gwen Meighen), George Kennedy (Patroni), Helen Hayes (Ada Quonsett), Van Heflin (D.O. Guerrero), Maureen Stapleton (Inez Guerrero), Barry Nelson (Anson Harris), Lloyd Nolan (Harry Standish), Dana Wynter (Cindy), Barbara Hale (Sarah Demerest), Gary Collins (Cy Jordan), John Findlater (Peter Coakley), Jessie Royce Landis (Mrs. Harriet DuBarry Mossman), Larry Gates (Commissioner Ackerman), Peter Turgeon (Marcus Rathbone), Whit Bissell (Mr. Davidson), Virginia Grey (Mrs. Schultz), Eileen Wesson (Judy Barton), Paul Picerni (Dr. Compagno), Nick Cravat (Nick Valli), Marion Ross (Joan Myers), Frederick Worlock (Frederick Williams)

Ein britischer Kampfpilot, der sich als Spezialagent der Regierung erweist, lockt die Prinzessin der Amazonen in den Ersten Weltkrieg, wo sie ihre Superkräfte entdeckt und gegen den Kriegsgott Ares antritt. Fantasy-Spektakel, über weite Strecken inszeniert als betont altmodisches Abenteuer-Melodram, das der Comic-Heroine Wonder Woman ein sympathisches Entree in die Welt des modernen BlockbusterKinos verschafft. Die durch ihre Emotionalität zur wahren Stärke findende Heldin wandelt sich in Begleitung eine Gruppe markanter Nebenfiguren zur Hoffnungsträgerin einer verzweifelten Welt, die sich nach Frieden sehnt. (Quelle: Film-Dienst)

Ein Geisteskranker bringt mit einer Bombe Besatzung und Passagiere eines Flugzeuges in Lebensgefahr; zusätzlich ist die Landebahn durch eine verunglückte Maschine blockiert. Mit privaten Problemen überfrachteter Katastrophenfilm nach dem Bestseller von Arthur Hailey; streckenweise spannend, aber in der Charakterzeichnung klischeehaft und ohne die atmosphärische Dichte der Vorlage. (Quelle: Film-Dienst)

“Einer der besten Blockbuster der letzten Zeit, ein Vergnügen für Männer wie für Frauen” (Der Spiegel)

Ausgezeichnet mit 1 Oscar®: Beste Nebendarstellerin: Helen Hayes

“Ein ausgelassenes Action-Abenteuer in der Tradition von Indiana Jones mit einem gut funktionierenden Sinn für Humor.” (Time Out)

“Der Prototyp des Flugzeug-Thrillers hebt ab” (Cinema)

“Patty Jenkins erfrischt und belebt mit Wonder Woman das Superheldenkino” (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

“An immensely silly film - and it will probably entertain people who no longer care very much about movies” (The New York Times)

14.00 Uhr

CINEVISION - UDO KAUP

Vortrag Marcel Kaup »Cinema 180« anschl. Cinema-180 Kurzfilme


Montag, 3.10.2022

16.00 Uhr In Anwesenheit der Restauratoren David Strohmaier & Randy Gitsch

DIE WUNDERWELT DER GEBRÜDER GRIMM Originaltitel: The Wonderful World Of The Brothers Grimm / USA 1962 / Aufgenommen in 3-Streifen Cinerama® (1:2.59) (3x35mm Negativfilm) / Präsentiert in digitaler Projektion als 4K DCP im Smilebox-Format (1:2.89) / PCM 5.1 Surround Sound / Roadshow-Präsentation mit Pause / Englische Originalfassung / 140 Minuten / Restaurierte Fassung von 2022 / Welturaufführung: 07.08.1962 / Deutsche Erstaufführung: 19.09.1963 / Produktion: George Pal / Regie: George Pal, Henry Levin / Buch: David P. Harmon, Charles Beaumont, William Roberts / Buchvorlage: Hermann Gerstner / Kamera: Paul C. Vogel / Musik: Leigh Harline / Schnitt: Walter Thompson / Darsteller: Laurence Harvey (Wilhelm Grimm), Claire Bloom (Dorothea Grimm), Karlheinz Böhm (Jacob Grimm), Walter Slezak (Stossel), Oskar Homolka (Herzog), Barbara Eden (Greta Heinrich), Arnold Stang (Rumpelstilzchen), Martita Hunt (Anna Richter), Betty Garde (Fräulein Bettenhausen), Bryan Russell (Friedrich Grimm), Ian Wolfe (Gruber), Tammy Marihugh (Pauline Grimm), Walter Rilla (Priester), Yvette Mimieux (Prinzessin), Russ Tamblyn (Holzfäller), Jim Backus (König), Beulah Bondi (Zigeunerin), Clinton Sundberg (Premierminister), Walter Brooke (Bürgermeister), Sandra Gale Bettin (Ballerina), Robert Foulk (Jäger), Terry-Thomas (Ludwig), Buddy Hackett (Hans), Otto Kruger (König), Billy Barty (Hofnarr), Peter Whitney (Riese) Aufwendiger Ausstattungsfilm nach Hollywood-Art, der drei Märchen der Brüder Grimm - "Die tanzende Prinzessin", "Der Schuster und die Zwerge", "Der singende Knochen" - in eine (sachlich nicht immer richtige) biografische Rahmenhandlung bettet. Vom Geist der Märchen weit entfernte anspruchslose Familienunterhaltung. (Quelle: Film-Dienst) Ausgezeichnet mit 1 Oscar® • Beste Kostüme (Farbe): Mary Wills "The story itself will charm the hearts of the young-in-years-and-spirit” (New York Daily News)

20.30 Uhr

LICORICE PIZZA Originaltitel: Licorice Pizza / USA 2021 / Aufgenommen in Panavision® Anamorphic (1:2.39) (35mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Datasat® Digitalton / Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln / 134 Minuten / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 20.11.2021 / Deutsche Erstaufführung: 27.01.2022 / Produktion: Paul Thomas Anderson, Sara Murphy, Adam Somner / Regie: Paul Thomas Anderson / Buch: Paul Thomas Anderson / Kamera: Paul Thomas Anderson, Michael Bauman / Musik: Jonny Greenwood / Schnitt: Andy Jurgensen / Darsteller: Cooper Hoffman (Gary Valentine), Alana Haim (Alana Kane), Sean Penn (Jack Holden), Tom Waits (Rex Blau), Bradley Cooper (Jon Peters), Benny Safdie (Joel Wachs), Skyler Gisondo (Lance), Mary Elizabeth Ellis (Momma Anita), John Michael Higgins (Jerry Frick), John C. Reilly (Fred Gwynne), Maya Rudolph (Gale), Christine Ebersole (Lucy Doolittle), Harriet Sansom Harris (Mary Grady), Joseph Cross (Matthew) Ein Schüler aus der High School verliebt sich in eine zehn Jahre ältere Mittzwanzigerin. Der Altersunterschied kann die Beziehung nicht aufhalten, verkompliziert sie aber auf wahnwitzige Weise zu einer platonischen Liebesgeschichte, die zugleich Coming-of-Age-Film, Musikvideo und Epochenporträt ist, ohne dabei das Paar aus den Augen zu verlieren. Mit unzähligen Richtungswechseln entwirft der Film nicht nur ein meisterlich inszeniertes kinetisches Abbild einer Liebesbeziehung, sondern findet zugleich einen ganz eigenen Zugang zu 1970er-Jahre-Nostalgie und einer vergangenen Hollywood-Ära. (Quelle: Film-Dienst) „Es handelt sich um einen der schönsten Liebesfilme des Kinojahres 2022” (Redaktionsnetzwerk Deutschland) „Ein Film, in dem es zu viele fantastische Szenen gibt, um sie aufzuzählen.” (Bild)

“Spectacularly beautiful scenic delights” (Newsday) “First and most important, this is not a restoration and I’m fully aware what that word means. David Strohmaier and Tom March have gone so far beyond that concept, creating a version of the film that looks far better than it did upon release, that restoration is the wrong word.” (Robert Harris, Restoration Expert)

DIE WUNDERWELT DER GEBRÜDER GRIMM

LICORICE PIZZA


Ein Film von Judit Kalmár und Céline Coste Carlisle · Ursprungsidee von Céline Coste Carlisle

FADO DIE STIMMEN VON LISSABON Charneca Bubble präsentiert Ein Film über Fado in einer sich wandelnden Stadt

AB 15. SEPTEMBER

DIE KÜCHENBRIGADE DRAMA, KOMÖDIE | FRANKREICH | 2022

Eine Köchin mit Ambitionen landet in der Kantine eines Heims für minderjährige Flüchtlinge. Komisch, bewegend und unterhaltsam. Seit ihrer Kindheit träumt die Köchin Cathy davon, ein eigenes Restaurant zu führen. Doch ein Streit mit ihrer Chefin zu viel und sie steckt plötzlich in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Eine neue Anstellung auf ihrem Niveau zu finden, erweist sich als fast aussichtsloses Unterfangen. Und so sieht sich Cathy mit fast 40 Jahren gezwungen, das zu nehmen, was gerade da ist: Kantinenköchin in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Dosenravioli, Mikrowelle und eine ungeschickte Küchenbrigade aus Heimbewohnern: Cathy ist in die kulinarische Hölle geraten. Ihr Traum scheint in weite Ferne gerückt. Oder doch nicht? Nach „Der Glanz der Unsichtbaren“ ist „Die Küchenbrigade“ der neue Film von Regisseur Louis-Julien Petit mit den großartigen Schauspielern Audrey Lamy und François Cluzet in den Hauptrollen. Ein Film voller Menschlichkeit und Optimismus, komisch, unterhaltsam und bewegend, mit unendlicher Liebe für seine Protagonisten, die von Geflüchteten in der gleichen Lebenssituation dargestellt werden. „Ich wollte eine Sozialkomödie drehen, ein Genre, dass ich für eines der besten halte, um schwierige gesellschaftliche Themen anzusprechen. Die Herausforderung bestand darin, die Problematik der minderjährigen Migranten realistisch zu behandeln und gleichzeitig einen Teil Komik und Optimismus zu bewahren“, so Regisseur Louis-Julien Petit über seinen Film. REGIE Louis-Julien Petit DARSTELLER Audrey Lamy, François Cluzet, Chantal Neuwirth LAUFZEIT 97 Minuten

AB

8. SEPTEMBER IM KINO

NEU 13

arsenalfilm.de


AB 22. SEPTEMBER

PETER VON KANT

TRAGIKOMÖDIE, DRAMA | FRANKREICH | 2022 François Ozon adaptiert und variiert einen Film von Rainer Werner Fassbinder und nutzt ihn für ein Spiel mit Verweisen. 1972 entstanden, gilt „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ als eines der ersten ganz großen Meisterwerke von Rainer Werner Fassbinder, ein Kammerspiel, basierend auf einem von Fassbinder selbst verfassten Stück, in dem Margit Carstensen, Hanna Schygulla und Irm Hermann eine (selbst) zerstörerische lesbische Dreiecksbeziehung darstellen. Dieser Figurenkonstellation folgt François Ozon in seinem Remake Punkt für Punkt, mit dem kleinen, feinen Unterschied, dass er aus drei Frauen, drei Männer gemacht hat. Doch nicht nur das, der Mann namens Peter (Denis Ménochet) ist Filmregisseur und durch Äußerlichkeiten, wie durch sein Verhalten ganz eindeutig als Wiedergänger Rainer Werner Fassbinder zu erkennen. Mit seinem Übergewicht und dem Kokskonsum ähnelt er zwar eher dem Fassbinder der späten 70er Jahre, aber die Lebenssituation in der sich dieser Peter befindet, ähnelt erstaunlich dem, was Fassbinder Anfang der 70er erlebte. Man merkt: „Peter von Kant“ ist eine Fundgrube für Fassbinder-Kenner, steckt voll von Anspielungen auf Leben und Werk des wichtigsten deutschen Regisseurs der letzten 50 Jahre. Einer seiner größten Verehrer ist ganz ohne Frage François Ozon, der vor 20 Jahren mit der Adaption des Theaterstücks “Tropfen auf heiße Steine“, das Fassbinder geschrieben, aber nie selbst fürs Kino adaptiert hat, bekannt wurde. Schon damals ging es um zerstörerische Beziehungen, bei denen das Geschlecht der Figuren ebenso keine Rolle spielte wie bei Fassbinder. Dieses Thema hat Ozon immer wieder variiert, ist inzwischen zum etablierten Regisseur geworden, der souverän mit den filmischen Mitteln umgeht. Das lässt die kurzen 85 Minuten von „Peter von Kant“ wie im Fluge vergehen. Von den überzeugenden Darstellern, über die wunderbar authentische 70er Jahre Ausstattung, bis zur pointiert eingesetzten Musik ist Ozon erneut ein Film wie aus einem Guss gelungen – allein das Buch bleibt allzu sehr an der Oberfläche und beschränkt sich zu sehr darauf, dem großen Vorbild Fassbinder zu huldigen. PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYNS

REGIE François Ozon BUCH François Ozon, nach dem Film „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ von Rainer Werner Fassbinder DARSTELLER Denis Ménochet, Isabelle Adjani, Khalil Gharbia, Hanna Schygulla, Stefan Crépon, Aminthe Audiard LAUFZEIT 85 Minuten FSK 16

14 NEU

AB 22. SEPTEMBER

UNSERE HERZEN – EIN KLANG DOKUMENTATION | DEUTSCHLAND | 2022

Intensiver und emotionaler Dokumentarfilm, der hinter die Kulissen des Chorsingens schaut und nach Magie und Technik des Chors fragt, nach den Strategien und Erfahrungen, die das gemeinsame Singen ausmachen. Eine besondere Magie liegt im gemeinsamen Singen – da sind sich alle einig, die schon einmal im Chor gesungen haben. Wenn die unterschiedlichsten Stimmlagen in aller Verschiedenheit zueinanderfinden, entsteht eine enorme musikalische Kraft. „Unsere Herzen – Ein Klang“ geht diesem Zauber nach und begleitet zwei Chorleiterinnen und einen Chorleiter, wie sie aus einer Gruppe sing-begeisterter Menschen, die teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, Chöre von mitreißender musikalischer Intensität entstehen lassen. Es ist ein Blick in ein Arbeitsfeld, in dem Nähe und Distanz, Identifikation und Projektion jedes Mal aufs Neue in Balance gebracht werden müssen. Mal spielerisch, mal ernsthaft, aber immer im höchsten Maße fasziniert und offenherzig durchleuchtet der Dokumentarfilm das Chorsingen als eine einzigartige symbiotische Verbindung zwischen allen Beteiligten. Das überwältigende Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bestimmt den Rhythmus des Films. Entdeckt wird die Menschlichkeit in der Musik, dort, wo das gemeinsame Klangerlebnis zum sozialen Abenteuer und Moment der Selbstverwirklichung gleichermaßen wird. Den beiden Filmemachern Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier ist mit „Unsere Herzen – Ein Klang“ eine großartige Symbiose aus Musik- und Dokumentarfilm gelungen, die einen lebensnahen Eindruck vom Gemeinschaftsgefühl schafft, was Singen im Chor bedeutet. Ihr Film findet die Menschlichkeit in der Kunst und die Magie in der Musik. Ein bewegendes und mitreißendes Kinoerlebnis von großer Wärme, das in Zeiten der Isolation die unaufhaltsame Kraft der Gemeinschaftlichkeit betont und verständlich macht, wie Musik Menschen zusammenbringt. REGIE Torsten Striegnitz, Simone Dobmeier LAUFZEIT 108 Minuten FSK 0


INTERNATIONALES FILMFEST EMDEN 2022

FESTIVAL DE L’ALPE D’HUEZ 2022

– PUBLIKUMSPREIS –

– Beste Schauspielerin –

BESTER FILM

Audrey Lamy

NACH »DER GLANZ DER UNSICHTBAREN« DER NEUE FILM VON LOUIS-JULIEN PETIT »Mitreißend, berührend und voller Hoffnung« LE JOURNAL DES FEMMES

»Lachen, Emotion, Engagement und ein glänzendes Ensemble« RTL FRANCE

»Ein sehr besonderes Feelgood-Movie mit großem Herz« LA LIBRE

AB 22. SEPTEMBER

DON’T WORRY DARLING

Audrey

Lamy

THRILLER, DRAMA | USA | 2021

François

Cluzet

Chantal

Fatou

Neuwirth Kaba

Thriller um einen nur scheinbar perfekten utopischen Wohnkomplex von und mit Schauspielerin Olivia Wilde mit exquisiter Besetzung und aparter visueller Umsetzung. Alice und Jack können sich glücklich schätzen: Sie gehören zu den Bewohnern der utopischen Gemeinde Victory, einer experimentellen Unternehmenssiedlung, in der die Mitarbeiter des streng geheimen Victory-Projekts mit ihren Familien leben. Der gesellschaftliche Optimismus der 1950er-Jahre, den Victory-CEO Frank – zu gleichen Teilen Unternehmensvisionär und motivierender Life-Coach – versprüht, durchzieht jeden Aspekt des täglichen Lebens in dieser verschworenen Gemeinde mitten in der Wüste. Während die Ehemänner ihren Alltag in der VictoryProjektzentrale verbringen und an der „Entwicklung progressiver Materialien“ arbeiten, vertreiben sich ihre Frauen – darunter auch Franks elegante Partnerin Shelley – die Zeit damit, sich der Schönheit, dem Luxus und den Ausschweifungen hinzugeben, die der Ort zu bieten hat. Das Leben ist perfekt, denn die Firma liest den Bewohnern jeden Wunsch von den Augen ab. Alles, was im Gegenzug verlangt wird, ist Diskretion – und bedingungslose Hingabe an die Ziele des Unternehmens. Doch dann legen sich erste Schatten über das idyllische Leben, und es wird deutlich, dass hinter der verführerischen Fassade etwas Unheimliches lauert. Alice beginnt sich zu fragen, was genau in Victory vor sich geht – und warum. Doch wie viel ist sie bereit zu verlieren, um zu enthüllen, was in dem vermeintlichen Paradies tatsächlich geschieht? „Don’t Worry Darling” ist ein gewagter, komplexer und visuell atemberaubender Psychothriller von Regisseurin Olivia Wilde, in dem Florence Pugh und Harry Styles mit berauschenden Performances begeistern. Unterstützt werden sie dabei von einer außergewöhnlichen Riege hochkarätiger Schauspielerinnen und Schauspieler. Wilde führte Regie nach einem Drehbuch, das aus der Feder der „Booksmart”-Autorin Katie Silberman stammt. Das Script basiert auf einer Geschichte von Carey Van Dyke, Shane Van Dyke („Chernobyl Diaries”) und Silberman.

DIE

YANNICK

KÜCHEN BRIGADE

KALOMBO

AMADOU MAMADOU

BAH

ALPHA

YADAF

DEMBA

BOUBACAR MOHAMAT hamit

KOITA BARRY AWEL GUIRO BALDE

MOUSSA

IRAKLI

SAYED farid

SAIKAT

AMADI

REGIE Olivia Wilde DARSTELLER Florence Pugh, Chris Pine, Olivia Wilde LAUFZEIT 122 Minuten

NEU 15

AIHAM

MAISAIA HOSSINI BARUA DIALLO DEEB

AB 15.09. IM KINO


AB 22. SEPTEMBER

MITTAGSSTUNDE DRAMA | DEUTSCHLAND | 2022

Verfilmung des #1-Bestsellers von Dörte Hansen („Altes Land“), eine große Erzählung über die Menschen im Norden Deutschlands, die nicht viel reden, es aber verstehen, sich zu kümmern, wenn es Not tut. Ingwer, 47 Jahre alt und Dozent an der Kieler Uni, fragt sich schon länger, wo eigentlich sein Platz im Leben sein könnte. Als seine „Olen“ nicht mehr allein klarkommen, beschließt er, dem auf den Grund zu gehen, seinem Lehrstuhl an der Universität und seinem Leben in der Stadt den Rücken zu kehren, um in seinem Heimatdorf Brinkebüll im nordfriesischen Nirgendwo ein Sabbatical zu verbringen. Doch den Ort seiner Kindheit erkennt er kaum wieder: keine Schule, kein Tante-Emma-Laden, keine Dorfkastanie, keine Störche, auf den Feldern wächst nur noch Mais. Als wäre eine ganze Welt versunken. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Knicks und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und seine Eltern mit dem Gasthof sitzen ließ? Wann verschwand die Mittagsruhe mit all ihren Herrlichkeiten und Heimlichkeiten? – Sönke Feddersen, de Ole, hält immer noch stur hinter seinem Tresen im alten Dorfkrug die Stellung, während Ella, seine Frau, mehr und mehr ihren Verstand verliert. Beide lassen Ingwer spüren, dass er sich schon viel zu lange nicht um sie gekümmert hat. Und nur in kleinen Schritten kommen sie sich wieder näher … „Mittagsstunde“ ist die Verfilmung des Bestsellers von Dörte Hansen, eine große Erzählung über die Menschen im Norden Deutschlands, die nicht viel reden, es aber verstehen, sich zu kümmern, wenn es Not tut. Unter der Regie von Lars Jessen („Am Tag als Bobby Ewing starb“, „Dorfpunks“, „Fraktus“), nach einem Drehbuch von Catharina Junk wird voll leiser Melancholie die Geschichte des Verfalls der Dorfkultur erzählt, bei der immer die Frage mitschwingt, wer wir als Individuen und als Gesellschaft in Zukunft sein wollen und wo wir hingehören. Die heimliche Hauptfigur ist das fiktive Dorf Brinkebüll, von Mitte der Sechzigerjahre, als die Landvermesser kamen, um die große Flurbereinigung vorzubereiten, bis in die Jetzt-Zeit, in der sich das Land in eine bequem mit dem Auto zu erreichende Schlafstätte für Zugezogene verwandelt hat. REGIE Lars Jessen DARSTELLER Charly Hübner, Peter Franke, Hildegard Schmahl LAUFZEIT 93 Minuten

16 NEU

AB 29. SEPTEMBER

DER BAUER UND DER BOBO DOKUMENTATION | ÖSTERREICH | 2022

Doku über die ungewöhnliche Freundschaft eines Bio-Bauern und eines Verlegers, die exemplarisch die Chancen und Schwierigkeiten moderner, nachhaltiger Landwirtschaft von kleinbäuerlichen Betrieben aufzeigt. Bio-Bergbauer Christian Bachler und Chefredakteur Florian Klenk könnten nicht unterschiedlicher sein: Der eine bewirtschaftet den höchstgelegenen Bauernhof der Steiermark, der andere gibt in Wien die österreichische Wochenzeitung „Falter“ heraus. Als Klenk ein umstrittenes Schadensersatzurteil gutheißt, das gegen einen Bauern gefällt wurde, platzt Christian Bachler der Kragen. Auf Facebook macht er seinem Ärger Luft und fordert den „Oberbobo“ Klenk auf, ein Praktikum auf seinem Hof zu machen. Klenk nimmt die Herausforderung an und der Bauer und der Bobo kommen ins Gespräch: über Klimawandel, Fleischindustrie, Agrarpolitik und Banken – und werden Freunde. Die Freundschaft der beiden zeigt, warum es sich lohnt, mit Leuten zu reden, deren Meinung man nicht teilt. Die beiden kämpfen nun gemeinsam für eine nachhaltige Landwirtschaft. Klenk recherchiert und berichtet über die tier- und menschenverachtende Schweineindustrie und die Agrarpolitik der EU. Und Bachler bemüht sich in Wien um die „Bobos“, die Kunden seiner Produkte werden sollen. Und der Einzelkämpfer sucht und findet Partner unter den Bauern, die wie er kaum wirtschaftliche Grundlagen finden, wenn sie naturnah produzieren. „Der Bauer und der Bobo“ ist ein wichtiger und dabei amüsant erzählter Dokumentarfilm über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft, der exemplarisch die Chancen und Schwierigkeiten moderner, nachhaltiger Landwirtschaft von kleinbäuerlichen Betrieben aufzeigt. Während Klimawandel, Fleischindustrie und EU-Vorschriften dem Bio-Bauern zusetzen, öffnen sich durch die Digitalisierung neue Vermarktungschancen. Als Bachlers Hof Ende 2020 vor dem Ruin stand, fanden die beiden Freunde aus zwei Welten binnen zweier Tage 12.000 Menschen, die bereit waren, zu helfen und 420.000 Euro spendeten. Der Hof ist schuldenfrei. REGIE Kurt Langbein LAUFZEIT 96 Minuten


AB 29. SEPTEMBER

REX GILDO – DER LETZTE TANZ DRAMA, BIOGRAFIE | DEUTSCHLAND | 2022

Der Vater der Schwulenfilme, Rosa von Praunheim, zeichnet ein liebevolles Porträt des einstigen Schlager- und Filmstars, der seine Homosexualität stets abstritt, und stellt die Frage in den Raum, ob das Versteckspiel nicht am Ende die Seele beschädigt. Ein glücklicher Morgen, die Sonne scheint ins Zimmer: Rex Gildo (Kilian Berger) und sein deutlich älterer Manager Fred Miekley (Ben Becker) liegen noch im Bett. Der Jüngere schmiegt sich in den Arm seines Liebhabers. Doch plötzlich treten drei schwarz gekleidete Frauen auf. Sie

zetern wie Furien und wie ein antiker Chor kommentieren sie die Handlung, wollen sie gar beeinflussen. „Stopp“ rufen sie, Rex habe nie mit seinem Manager im Bett gelegen. Und triumphieren gar: „Die Szene ist gestrichen“. Was sie natürlich nicht ist. Der Auftritt der Furien dient lediglich als kluger Schachzug, um Protesten gegen den Film zuvorzukommen, indem man sie von vornherein in ihn einbaut. Einige der Hardcore-Anhänger des 1999 gestorbenen Schlagerstars bestreiten bis heute vehement, dass ihr Idol schwul gewesen sein soll. Ist Regisseur Rosa von Praunheim, Urvater der deutschen Schwulenbewegung, noch immer mit FremdOuting beschäftigt? Natürlich nicht. Gerüchte über Gildos Homosexualität gibt es seit Jahrzehnten, für das bloße Aufdecken seiner Neigung zu Männern hätte es den Film nicht gebraucht. Dem Regisseur geht es um mehr. Er überrascht mit dem Bekenntnis, in jungen Jahren sei Rex ein Idol von ihm gewesen. So ist sein Film auch eine Art verspätetes Geburtstagsgeschenk an den Sänger, der letztes Jahr 85 Jahre alt geworden wäre. Ein Geschenk freilich nicht ohne ironisch-spielerische Verpackung, mit einem knallbunten Bändchen darum. Wie in vielen seiner Filme tobt Rosa von Praunheim seine Lust an der Übertreibung aus. Zudem nimmt er in diesem Fall die Freiheit der Fiktion in Anspruch. Spielszenen (als älterer Rex fungiert Kai Schumann) paaren sich mit dokumentarischem Material: Archivszenen, alte Filme, aktuelle Gespräche unter anderem mit Rex‘ Weggefährtinnen wie Cornelia Froboess, Gitte Hænning, Vera Tschechowa oder Cindy Berger (vom Duo „Cindy & Bert“). PROGRAMMKINO.DE / PETER GUTTING REGIE & BUCH Rosa von Praunheim DARSTELLER Kilian Berger, Ben Becker Kai Schumann LAUFZEIT 88 Minuten FSK 12


AB 29. SEPTEMBER

DA KOMMT NOCH WAS DRAMA, KOMÖDIE | DEUTSCHLAND | 2022

AB 29. SEPTEMBER

WEINPROBE FÜR ANFÄNGER

Als sich eine verlassene Ehefrau frisch verliebt, muss sie sich zwischen ihrem Glück und gesellschaftlichen Konventionen entscheiden. Berührende Tragikomödie mit einer sensationellen Hauptdarstellerin

Jacques (Bernard Campan), ein mürrischer Mitfünfziger und schon viel zu lange Single, betreibt einen kleinen Weinladen und pflegt zu seinen Weinen eine innigere Beziehung als zu Menschen. Die charmante Hortense (Isabelle Carré) hat zwar ein großes Herz, aber niemanden mit dem sie es teilen kann außer ihrer Katze und ihrer verbitterten Mutter. Durch Zufall landet Hortense eines Tages in Jacques´ Weinladen: zwei Welten – die unterschiedlicher nicht sein könnten – prallen aufeinander und doch merken beide, dass da etwas ist, am jeweils anderen, dass sie nicht loslässt. Zunächst scheint das Glück auf ihrer Seite, doch dann nehmen Missverständnisse ihren Lauf und als beide dann noch von ihrer Vergangenheit, unerfüllten Träumen und großen Hoffnungen eingeholt werden, ist Chaos vorprogrammiert … Mit seinem Debütroman „Der Sommer mit Pauline“ gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller, zuletzt lockte der vielfach ausgezeichnete Regisseur, Autor und Filmproduzent Ivan Calbérac mit „Frühstück bei Monsieur Henri“ mehr als eine halbe Million Zuschauer in die deutschen Kinos. Sein neustes Werk „Weinprobe für Anfänger“ wurde ursprünglich als Boulevardkomödie fürs Theater geschrieben und mit dem französischen Theaterpreis Prix Molière ausgezeichnet. In den Hauptrollen dieser romantischen Komödie ist César-Preisträgerin Isabelle Carré an der Seite von Bernard Campan zu erleben, und zusammen überzeugen sie mit gewitzten Dialogen und pointierter Finesse in ihrem Spiel.

Spätestens als Helga durch den Boden ihres Wohnzimmers kracht, wird ihr klar, dass sie feststeckt. Zwei Jahre ist es her, dass ihr Ehemann sie für eine andere Frau verlassen hat, aber sie ist immer noch wütend und verletzt ist. Alles ändert sich, als ihre Putzfrau in den Urlaub fährt und den polnischen Arbeiter Ryszard als Vertretung schickt. Anfangs selbst noch Zielscheibe von Helgas Unmut, wird Ryszard bald ihr Vertrauter. Obwohl sie nicht die gleiche Sprache sprechen, fühlt Helga sich verstanden. Im Schutz der eigenen vier Wände kommen die beiden sich näher. Doch als Helgas Familie und Freunde von ihrem Geheimnis erfahren, fällt es ihr schwer, vor den Anderen zu ihren Gefühlen für Ryszard zu stehen, der so gar nicht dem gängigen Männlichkeitsbild ihres Milieus entspricht. Wird Helga ihr junges, spätes Glück gesellschaftlichen Konventionen opfern? Mareille Klein blickt in ihrem zweiten abendfüllenden Spielfilm – nach ihrem viel beachteten Debüt „Dinky Sinky“ (FIPRESCI-Preis und Förderpreis Neues Deutsches Kino für Drehbuch beim Filmfest München 2016) – ironischliebevoll hinter die bürgerliche Fassade einer 62-jährigen Frau, deren Leben unerwartet auf den Kopf gestellt wird. Der distanzierte und zugleich nahe Blick der Filmemacherin auf ihre Hauptdarstellerin sorgt für Spannung, Humor und Dynamik in der ebenso zärtlich wie lakonisch erzählten Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe – und der Gefahr, sie im Spannungsfeld bürgerlicher Befindlichkeiten aufs Spiel zu setzen. Eine sensationelle Ulrike Willenbacher, davor feste Größe in der Münchner Theaterszene als langjähriges Ensemblemitglied des Residenztheaters, wurde hier für das Kino ganz neu entdeckt. Sie spielt ihre erste Hauptrolle und trägt den Film mit großer Leinwandpräsenz und uneitlem Witz. An ihrer Seite brilliert der dreifach mit dem polnischen Filmpreis ausgezeichnete Film- und Theaterstar Zbigniew Zamachowski („Lauf Junge lauf“, „Lichter”).

REGIE Ivan Calbérac DARSTELLER Isabelle Carré, Bernard Campan, Eric Viellard LAUFZEIT 90 Minuten FSK 12

REGIE Mareille Klein DARSTELLER Ulrike Willenbacher, Zbigniew Zamachowski, Imogen Kogge LAUFZEIT 98 Minuten FSK 0

KOMÖDIE, ROMANZE | FRANKREICH | 2022

Zwischen einem mürrischen Alten und einer Frau mit großem Herz funkt es, doch Chaos ist schon vorprogramiert. Romantische Komödie vom Regisseur von „Frühstück bei Monsieur Henri“.

18 NEU


Täglich 15.00 Uhr

KINDERKINO IM SEPTEMBER nur

F

roß & Kl

4

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Astrid Lindgren

Studio Ghibli

01. – 07. SEPTEMBER

08. – 14. SEPTEMBER

15. – 21. SEPTEMBER

ARRIETTY – DIE WUNDERSAME WELT DER BORGER

ALFONS ZITTERBACKE – ENDLICH KLASSENFAHRT!

PIPPI GEHT VON BORD

Als Sho in das Haus seiner Tante einzieht, entdeckt er die kleine Arrietty, die mit ihrer Familie unter den Dielen des Hauses lebt. Sie sind Borger und viel kleiner als die Menschen.

Fliegende Makkaroni, aufregende Nächte am Lagerfeuer und eine gefährliche Klettertour machen die Klassenfahrt zu einer Reise, die die Freunde so schnell nicht vergessen werden.

JAHR: 2010 / LÄNGE: 95 MIN. / FSK: 0

JAHR: 2022 / LÄNGE: 91 MIN. / FSK: 0

22. – 28. SEPTEMBER

29. SEPTEMBER – 05. OKTOBER

06. – 12. OKTOBER

BIBI & TINA – EINFACH ANDERS

LIGHTYEAR

Bibi und Tina haben drei neue Feriengäste auf dem Martinshof. Gemeinsam bestreiten sie ein Abenteuer nach dem anderen und bekommen es mit dem mysteriösen V. Arscher zutun.

Der junge Space Ranger Buzz Lightyear will hoch hinaus! Mit seinem Spaceshuttle startet er, um die unendlichen Weiten des Weltraums zu erkunden.

MEIN LOTTA-LEBEN – ALLES TSCHAKA MIT ALPAKA

JAHR: 2022 / LÄNGE: 105 MIN. / FSK: 0

JAHR: 2022 / LÄNGE: 105 MIN. / FSK: 6

Kapitän Langstrumpf möchte Pippi mit nach Taka-Tuka-Land nehmen. Sie kann jedoch ihre traurigen Freunde nicht allein zurücklassen und bleibt in der Villa Kunterbunt. JAHR: 1969 / LÄNGE: 85 MIN. / FSK: 0

Lotta freut sich riesig auf ihre erste Klassenfahrt. Endlich ohne Eltern – das verspricht Abenteuer pur! Doch Mama Sabine sabotiert Lottas Pläne und schlägt ausgerechnet Papa Rainer als Begleitperson für die Klassenfahrt vor! JAHR: 2022 / LÄNGE: 88 MIN. / FSK: 6

STAG SK IN D ER ! AC H TU N G G EB U RT stag habt Ihr An Eurem Geburt

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GEBURTSTAGSFEIER IM KINO??

Es ist ganz einfach und viel günstiger als Sie vielleicht denken. Wenn gewünscht inklusive Feier mit Pizza, Chicken Nuggets oder Kuchen und Kakao. Eine Führung hinter die Kulissen der Schauburg ist möglich. Sprechen Sie uns einfach an ... Telefon 0721 35000 15 / -17 / -18 (Büro) / info@schauburg.de

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die SCHAUBURG von 1976 bis 2018 jährlich für ein hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet.


SPECIALS IM

SEPTEMBER & OKTOBER KURZFILME IN DER SCHAUBURG: GESELLSCHAFT KURZFILME FESTIVAL DIENSTAG | 20. SEPTEMBER | 19.00 UHR An jedem dritten Dienstag um 19.00 Uhr haben bei uns junge Talente mit kurzen Streifen das Wort – und das Bild. Sorgfältig kuratiert zeigen wir einen spannenden Querschnitt der letzten 25 Jahre „Kurzfilm“ – meist prämierte Festivaldarlings, also nur die Kirschen der Sahnetorte. Pepe Danquart, zuletzt für „Vor mir der Süden“ bei uns persönlich zu Gast holte 1994 den Oscar® für den „Besten Kurzfilm. Sein SCHWARZFAHRER hält dem Alltagsrassismus den Spiegel vor. Ebenfalls Oscar®-prämiert in diesem Block sind BALANCE (Stop-Motion um „das zerbrechliche Miteinander“) und der 23 Minüter „Harvie Krumpet“, um einen gebeutelten Außenseiter mit Tourette-Syndrom.

DAS SUPERNASEN-FAN-EVENT

EXKLUSIVE FEATURES + DER FILM ›PIRATENSENDER POWERPLAY‹ SONNTAG | 18. SEPTEMBER | 17.00 UHR 40 Jahre ist es her, dass der erste von vier Supernasen-Filmen in den Kinos startete. „Piratensender Powerplay“ begründete 1982 das erfolgreichste Comedy-Duo im Kino der 80er Jahre: Thomas Gottschalk und Mike Krüger. Der Film wurde zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres. Kaum eine andere Filmreihe fängt den Zeitgeist und das Lebensgefühl dieser Zeit so ein, wie die Supernasen. Nonsens pur, lockere Sprüche am laufenden Band und kein Gag zu flach... Ein herrlicher Spaß, so bunt und überdreht, wie es nur in den 80ern möglich war.

DER SCHWIMMER QUEERFILMNACHT MITTWOCH | 28. SEPTEMBER | 21.00 UHR | OMU Erez will das Ticket für Olympia! Aber dafür muss sich der ehrgeizige Nachwuchsstar erst noch beim Vorentscheid durchsetzen, der vom israelischen Schwimmverband in einem abgelegenen Trainingscamp veranstaltet wird. Die Konkurrenz in hautengen Speedos ist hart. Doch die schwerste Prüfung stellt sein bildhübscher Mitbewerber Nevo dar, in den sich Erez gegen alle Warnungen mit Haut und Haar verliebt.

20 SPECIALS


SEPTEMBER

SENIORENKINO Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 6€ inkl. 1 Glas Sekt

LUIGI CHERUBINI: MEDEA LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DER METROPOLITAN OPERA IN NEW YORK SAMSTAG | 22. OKTOBER | 19.00 UHR Die neue MET-Live-Saison eröffnen wir mit einem großen Knall: Luigi Cherubinis Medea ist vielleicht die bekannteste musikalische Adaption der Tragödie von Euripides rund um den griechischen Mythos der Argonautensage: Die Königstochter Medea wird von Jason, für den sie ihre eigene Familie verlassen hatte, verstoßen und rächt sich grausam. Ein Werk von tiefgründigem Ernst und einer monumentalen Melodik, von David McVicar klassisch, zeitlos und ungeheuer atmosphärisch inszeniert.

07.09.

14.09.

21.09.

28.09.

ZOMBIES UNTER KANNIBALEN – ZOMBIE HOLOCAUST HALLOWEEN SPECIAL IN DEUTSCHER FASSUNG MONTAG | 31. OKTOBER | 21.00 UHR | OV Lust auf einen waschechten Expoitation-Klassiker aus der Zeit, in der selbst Videotheken solche Titel nicht anbieten durften? Bis Mitte Juli 2022 noch beschlagnahmt, zeigen wir dieses Splatterfest in restaurierter und natürlich ungekürzter Fassung auf unserer großen Cinerama-Leinwand.

SPECIALS 21

Foto: © Monkey Business – fotolia.com

Zum Inhalt: Eine amerikanische Südsee-Expedition trifft auf einer bislang unbekannten Insel den in bester Frankensteinmanier herumbastelnden Dr. Abrero und seine wenig gastfreundlichen Kreaturen. Mit Hilfe einer Blondine, die von den ebenfalls auf der Insel hausenden Kannibalen angebetet wird, gelingt es, dem Arzt das Handwerk zu legen.

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

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FILMVORSCHAU

OKTOBER 2022

AB 6. OKTOBER

RIMINI An Sonne, Strand und Meer mag man beim Namen „Rimini“ denken, doch wenn ein Film dieses Namens von Ulrich Seidl stammt, liegt das italienische Strandbad im Nebel, ist winterlich verlassen und die Heimat eines abgehalfterten Schlagersängers. Eine typische SeidlGestalt ist dieser Richi Bravo, doch wie er im Lauf der Geschichte eine gewisse Nähe zu seiner Familie aufbaut, zeigt den österreichischen Extremfilmer in fast altersmilder Stimmung. REGIE Ulrich Seidl DARSTELLER Michael Thomas,

Tessa Göttlicher, Hans-Michael Rehberg

AB 13. OKTOBER

TRIANGLE OF SADNESS Nachdem er 2017 für seine Kunst-Satire „The Square“ in Cannes ausgezeichnet wurde, war es nun „Triangle of Sadness“, eine Art Reichen-Satire, für die der Schwede Ruben Östlund prämiert wurde. Was auch immer man also von der mal pointierten, mal banalen Sezierung der Gegenwart halten mag: Sie trifft augenscheinlich einen Nerv. REGIE Ruben Östlund DARSTELLER Harris Dickinson,

Charlbi Dean Kriek, Woody Harrelson

22 VORSCHAU

AB 6. OKTOBER

WIR SIND DANN WOHL DIE ANGEHÖRIGEN Für den 13-jährigen Johann ist an einem Tag des Jahres 1996 plötzlich nichts mehr wie zuvor. Mit der Entführung seines Vaters erlebt er zum ersten Mal in seinem Leben wirkliche Angst – und wird Zeuge beklemmender 33 Tage. Polizisten werden zu Hausgenossen von fragwürdiger Kompetenz... Der Entführungsfall Jan Philipp Reemstma erstmals aus der Sicht der Angehörigen. REGIE Hans-Christian Schmid DARSTELLER Claude

AB 13. OKTOBER

HALLELUJAH: LEONARD COHEN, A JOURNEY, A SONG Ein Song, der zunächst von der Plattenfirma abgelehnt wurde und schließlich als Welthit in die Geschichte einging: 1984 veröffentlichte der SingerSongwriter Leonard Cohen seine bis heute gefeierte Hymne „Hallelujah“. Mit einer großen Fülle an bisher unveröffentlichtem Archiv- und Interviewmaterial zeichnet der Dokumentarfilm anhand der bewegten Reise dieses Songs ein vielschichtiges Porträt einer musikalischen Legende.

Albert Heinrich, Adina Vetter, Justus von Dohnányi

REGIE Daniel Geller, Dayna Goldfine

AB 13. OKTOBER

AB 20. OKTOBER

DER PASSFÄLSCHER

DER NACHNAME

Berlin 1942. Cioma Schönhaus lässt sich nicht von niemandem einschüchtern – schon gar nicht von den Nazis! Er tritt die sprichwörtliche Flucht nach vorne an. Zusammen mit seinem guten Freund Det begibt er sich mitten ins Leben und unter Menschen – denn seiner Ansicht nach sind die besten Verstecke dort, wo alle hinsehen! Sein Talent – das perfekte Fälschen von Pässen – hilft zwar zahlreichen Menschen bei der Flucht, bringt ihn selbst jedoch zunehmend in Gefahr. REGIE Maggie Peren DARSTELLER Louis Hofmann,

Luna Wedler, Jonathan Berlin

Die ursprüngliche Komödie um einen Familienzwist, der sich am Vornamen Adolf für ein erwartetes Baby entzündet, stammte aus Frankreich und fand schließlich auch den Weg nach Deutschland. Toppbesetzt ging „Der Vorname“ im Jahr 2018 an den Start und war so erfolgreich, dass es anders als beim Original jetzt sogar eine Fortsetzung gibt. Folgerichtig: „Der Nachname“. Aber der ist hier nur der Aufhänger für ganz andere Streitigkeiten, die erneut pointiert dargeboten werden. REGIE Sönke Wortmann DARSTELLER Florian David

Fitz, Christoph Maria Herbst, Caroline Peters


16.

TODD-AO 70mm-Filmfestival

1. – 3.10.2022 Samstag, 1.10. 13.00 ONKEL TOMS HÜTTE 16.00 EXODUS 20.30 TENET (OmU)

(Tribute to HEINZ HÖLSCHER)

Sonntag, 2.10. 11.00 HERKULES EROBERT ATLANTIS 13.15 „TODD-AO“ VORTRAG & KURZFILM „CHICAGO“ 15.00 SPARTACUS (OV – neue Kopie) 20.00 WONDER WOMAN (OV) Montag, 3.10. 11.00 AIRPORT (OV – neue Kopie) 14.00 „CINEMA 180“ VORTRAG MIT VINTAGE CLIPS 16.00 THE WONDERFUL WORLD OF THE BROTHERS GRIMM (OV – 4K in Anwesenheit der Restauratoren DAVE STROHMAIER & RANDY GITSCH)

20.30

LICORICE PIZZA

(OmU)

OV = Originalversion | OmU = Original mit dt. Untertiteln

Plakatmotiv: EXODUS

www.70mm-festival.de

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Mit freundlicher Unterstützung der

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2022 SEPTEMBER

„Ein bildGEwaltiGEs märchEn Für ErwachsEnE“ stErn

IDrIs

TIlDa

Elba

sWInTon

Ein Film von GEorGE

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Was würdest Du Dir wünschen? AB 1. SEPTEMBER IM KINO FILMNATION ENTERTAINMENT PRäsENTIERT IN ZUsAMMENARBEIT MIT ELEVATE PRODUCTION FINANCE UND sUNAC EINE KENNEDY MILLER MITCHELL PRODUKTION EIN GEORGE MILLER FILM „THREE THOUsAND YEARs OF LONGING” IDRIs ELBA TILDA sWINTON sCHNITT MARGARET sIXEL ACE sZENENBILD ROGER FORD KAMERA JOHN sEALE AsC, ACs MUsIK TOM HOLKENBORG KOsTÜME KYM BARRETT AUsFÜHRENDE BAsIEREND AUF DER KURZGEsCHICHTE PRODUZENTENDEAN HOOD CRAIG MCMAHON KEVIN sUN DREHBUCH GEORGE MILLER AUGUsTA GORE „THE DJINN IN THE NIGHTINGALE’s EYE” VON A.s. BYATT PRODUZIERT VON DOUG MITCHELL GEORGE MILLER REGIE GEORGE MILLER www.ThrEEThOUSaNDyEarS-fILm.DE

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