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2020 OKTOBER

Freitag, 09.10. um 19.00 Uhr

Sondervorstellung in Anwesenheit von Regisseur Jean-Paul SalomĂŠ


ZURICH

INTERNATIONAL FILM FESTIVAL

2019

OFFICIAL SELECTION VENICE INTERNATIONAL FILM FESTIVAL 2019

AB 8. OKTOBER IM KINO


BEVOR DER VORHANG AUFGEHT … Liebe Gäste und Freunde der Schauburg, wenn Sie dieses neue Programmheft für den Monat Oktober lesen, wird Ihnen auffallen, dass wir dieses Jahr gar nicht auf unser regelmäßig im Oktober stattfindendes 70mm Filmfestival hinweisen. Wir Sie wahrscheinlich nur allzu gut wissen, wirkt sich die aktuelle COVID 19-Pandemie auch auf den Kinobetrieb aus: begrenzte Kapazität, Entfernungsregeln, freibleibende Sitze und viele andere Dinge, um die Sicherheit der Zuschauer und unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Beim jährlichen 70mm Todd-AO-Festival, das seit 2005 jedes Jahr im Spätsommer in der Schauburg stattfindet, geht es nicht nur darum, 70mm-Filme zu zeigen. Ein wesentlicher Teil des Wochenendes sind die sozialen Aspekte und der Austausch der Festivalgäste. Der Freitagabend mit dem traditionellen Zusammensein mit "Hoepfner & Freunde", Frühstücksbuffets am Morgen, Tee, Kaffee und Kuchen am Nachmittag und das gemeinsame Abendessen im Schauburg-Biergarten. Alles das sind wesentliche Aktivitäten des Todd-AO Festivals, an die wir alle gewöhnt sind und die wir alle zu schätzen wissen. Wenn wir die Frühstücksbuffets, den Biergarten und den Raum für soziale Interaktion, Filmvorträge und Diskussionen verlieren, werden wir das Todd-AO-Festival in der Schauburg nicht mehr so genießen können wie wir das wollen und gewöhnt sind. Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit der Schauburg-Gäste und -Mitarbeiter, und mit den aktuell herrschenden vernünftigen Einschränkungen wegen COVID 19 im Hinterkopf wird es nicht das Festival sein, das wir veranstalten möchten. Es wird den Gästen und uns keinen Spaß machen. In diesem Sinne haben wir beschlossen, das 16. Festival, das für Oktober 2020 geplant war, abzusagen. Wir planen, im Herbst 2021 mit dem 16. Todd-AOFestival dann wieder dabei zu sein. Mit cineastischen Grüßen

NEUERSCHEINUNGEN SEITE AB 01. OKTOBER

ENFANT TERRIBLE NIEMALS SELTEN MANCHMAL IMMER AB 08. OKTOBER UNSER BODEN, UNSER ERBE EINE FRAU MIT BERAUSCHENDEN TALENTEN VERGIFTETE WAHRHEIT AB 15. OKTOBER DER BÄR IN MIR MOSKAU EINFACH! OECONOMIA TOD AUF DEM NIL AB 16. OKTOBER I AM GRETA AB 22. OKTOBER THE GREAT GREEN WALL CORTEX KAJILLIONAIRE DIE STIMME DES REGENWALDES AB 29. OKTOBER UND MORGEN DIE GANZE WELT SCHWESTERLEIN WILDHERZ – AUF DER REISE ZU MIR SELBST DELIRIA ÖVER KARLSRUHE INDEPENDENT DAYS SPECIALS IM OKTOBER

IMPRESSUM AUSGABE #133

Schauburg Kino HERAUSGEBER Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 Fax: 0721 38 00 47 born@schauburg.de schauburg.de REDAKTION Herbert Born, Wolfram Hannemann (www.wolframhannemann.de) GESTALTUNG Dušan Tomić

04 05 05 06 08 09 10 10 11 11 12 12 13 16 17 18 18 14–15 20–23 26–27

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters, erscheint monatlich.


AB 01. OKTOBER

ENFANT TERRIBLE DRAMA | DEUTSCHLAND 2020

Man kann sich niemand anderen als Oskar Roehler vorstellen, um einen Film über Rainer Werner Fassbinder zu drehen, den wichtigsten deutschen Regisseur der Nachkriegsära. Ende der 60er Jahre beginnt der unaufhaltsame Aufstieg am Münchner Action-Theater, das Fassbinder bald geradezu im Handstreich übernimmt und zum Antitheater formt. Bald bringt er seinen typischen Stil, der den damals bevorzugten Naturalismus mit einer betonten Künstlichkeit ersetzt auch auf die Leinwand, dreht fortan in rasendem Tempo einen Film nach dem anderen, verbraucht Mitstreiter und Männer, nimmt immer größere Mengen Kokain, feiert immer größere Erfolge, bis er 1982 viel zu jung, aber völlig ausgebrannt stirbt. Oliver Masucci deutet mit fettigen Haaren, ungepflegtem Bart und beständig wachsendem Bauch den langsamen körperlichen Verfall Fassbinders an, der mit seinem beständig unruhigen, suchenden Geist einhergeht. Die dunklen, zerstörerischen Seiten Fassbinders stehen neben seinem Genie, der enormen Schaffenskraft, der schneidenden Analyse der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft und ihres oberflächlichen Umgangs mit der eigenen Vergangenheit. All das zeigt Roehler in einem Stationendrama, das seine eigene Künstlichkeit offensiv in den Vordergrund stellt. Komplett im Studio gedreht, sind die Sets überdeutlich als gemalte Kulissen zu erkennen, Fenster, Bilder, Zigarettenautomaten sind nur gemalt, in den Räumen stehen allein einzelne reale Stühle und Tische. Zum einen mag man dies als Hommage an den Stil von Fassbinders letztem Film „Querelle“ erkennen, vor allem aber als treffender Hinweis auf den besonders bei Fassbinder fließenden Übergang von Leben und Kunst. Alles in Fassbinders kurzem, intensivem Leben war Material, er lebte und arbeitete meist mit einem festen Stamm an Mitarbeitern, die er manipulierte, benutzte, aber auch brauchte und nicht zuletzt besser machte. Gut 40 Kino und Fernsehfilme, dazu einige Mehrteiler entstanden in kaum 13 Jahren, gekrönt von der epochalen Serie „Berlin Alexanderplatz“. Den Preis dieser Schaffenskraft zahlten zum Teil Fassbinders Wegbegleiter, am Ende aber er selbst, der mit nur 37 Jahren starb. Die Essenz dieses Lebens hat nun Oskar Roehler in „Enfant Terrible“ eingefangen, der an Exzess, Kraft und Zärtlichkeit seinem Sujet kaum nachsteht. Quelle: programmkino.de / Michael Meyns REGIE: Oskar Roehler  BUCH: Klaus Richter  DARSTELLER: Oliver Masucci, Hary Prinz, Anton Rattinger, Katja Riemann, Erdal Yildiz, Jochen Schropp, Eva Mattes, Sunnyi Melles, André Hennicke, Alexander Scheer  LAUFZEIT: 134 Minuten  FSK: 16  VERLEIH: Weltkino

04 NEU IM OKTOBER


Sonntag, 04.10. 15.00 Uhr Premiere in Anwesenheit des Karlsruher Regisseurs Marc Uhlig

AB 8. OKTOBER

AB 01. OKTOBER

NIEMALS SELTEN MANCHMAL IMMER DRAMA | USA 2019

In fast dokumentarischer Manier beschreibt Eliza Hittman, wie ein 17jähriges Mädchen aus dem ländlichen Amerika eine ungewollte Schwangerschaft beendet. Ausgezeichnet auf der Berlinale 2020 mit dem Silbernen Bären. Schon die ersten Szenen machen die Verhältnisse deutlich: In der Schulaula singt die 17jährige Autumn den Folk-Song „He’s got the Power/ Er hat die Macht“ – und wird plötzlich unvermittelt von einem Mitschüler lautstark als Schlampe beschimpft. Empörung löst dies im Publikum nicht aus, auch Autumns Mutter (Sharon Van Etten) und ihr Stiefvater (Ryan Eggold) reagieren nicht. Es ist eine patriarchalische Welt, die Hittman zeigt, eine Welt, in der sich Mädchen wie Autumn oder ihre etwa gleichaltrige Cousine Skylar (Talia Ryder) fortwährend unerwünschter Avancen oder gar Übergriffe erwehren müssen. In der die Weltanschauung des Patriarchats aber auch von Frauen aufrechterhalten wird. Etwa der Ärztin, die Autumn in ihrer kleinen Heimatstadt ein Video zeigt, das Abtreibung unmissverständlich mit Mord gleichsetzt. Unterstützung hat Autumn hier also nicht zu erwarten und so kratzen sie und Skylar all ihr Geld zusammen und machen sich auf den Weg nach New York. Hier sind die Gesetze (noch) liberaler, hier kann auch eine 17jährige auf legalem Weg eine Abtreibung durchführen lassen. Hier kommt es auch zu der Szene, die dem Film seinen Titel gibt, eine minutenlange Frage und Antwort-Runde, bei der es um Autumns Erfahrungen mit Sex, schließlich auch um erfahrenen Missbrauch geht. Konnte sie vorher noch mit niemals, selten, manchmal oder immer antworten, stockt sie nun und bricht in Tränen aus. Weder hier noch an anderen Stellen geht Hittman in die Tiefe, doch oberflächlich ist ihr Film in keinem Moment. Durch ihren pragmatischen Stil, der komplett auf Pathos und Melodrama verzichtet, zeigt Hittman vielmehr die Strukturen der Gesellschaft auf, die bis zur Selbstverständlichkeit verinnerlicht sind. Dass es Autumn schließlich gelingt, ihr Recht auf eine Abtreibung zu bekommen, ist letztlich nicht das Entscheidende, denn ihr Recht auf ein freies Leben, ohne Übergriffe oder Belästigungen wird auch weiterhin verletzt werden. Quelle: programmkino.de / Michael Meyns OT: Never Rarely Sometimes Always  REGIE & BUCH: Eliza Hittman  DARSTELLER: Sidney Flanigan, Talia Ryder, Ryan Eggold, Sharon Van Etten, Théodore Pellerin  LAUFZEIT: 101 Minuten  FSK: 6  VERLEIH: Universal

UNSER BODEN, UNSER ERBE DOKUMENTARFILM | DEUTSCHLAND 2019

Wie lange kann die Erde den Menschen noch ernähren? Der Karlsruher Regisseur Marc Uhlig zeigt in seinem aufschlussreichen Kinodebüt die aktuelle Bedrohung der Landwirtschaft, aber auch Lösungsmöglichkeiten. Er konzentriert sich auf die Situation in Deutschland, wo die Zerstörung von fruchtbaren Böden immer weiter voranschreitet. Seit Jahren werden die Rufe nach einer „Agrarwende“ in Deutschland immer lauter. Doch was ist damit gemeint? – Nicht nur die Tierhaltung oder die Frage „Bio oder nicht?“ gehört dazu, sondern auch ein anderes, vielleicht sogar wichtigeres Thema: das Ackerland. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern steht Deutschland nicht besonders gut da, was den Umgang mit dem Boden betrifft: Täglich werden allein ca. 70 Hektar Fläche der Landwirtschaft entzogen – durch Versiegelung oder Bebauung. Das entspricht einem Quadrat von 7 km Kantenlänge. Weltweit werden sogar mehr als 10 Millionen Hektar fruchtbarer Boden pro Jahr vernichtet. Vorhandene Böden sind durch chemische Düngemittel, Monokultur und Erosion ohnehin schon gefährdet bis geschädigt. Trotz vieler Informationskampagnen, nicht nur von Umweltaktivisten, wurden die Hilferufe bisher kaum gehört. Nach einigen Quellen wird die dünne Humusschicht der Erde die Menschheit nur noch 60 Jahre ernähren können. Dieses Problem und mögliche Lösungen behandelt der Dokumentarfilm von Marc Uhlig, der wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen mit Bekenntnissen und Meinungen, z. B. von betroffenen Landwirten, kombiniert. Zunächst geht es um den Humus. Ein Experte für Bodenfruchtbarkeit erklärt die Zusammenhänge zwischen den Myriaden von Mikroorganismen in einer Handvoll Ackerboden und der Fähigkeit des Bodens, Flüssigkeit und CO2 aufzunehmen. Makro-Aufnahmen von gesundem Ackerland zeigen das Gewimmel auf und unter der Erde, das ein gutes Zeichen ist. In der Folge wird weiter informiert: Wie lässt sich Landwirtschaft betreiben, ohne den Boden zu schädigen? Welche Alternativen gibt es? Im Mittelpunkt stehen dabei der Gemüsebauer Achim Heitmann und sein Bio-Zwiebelfeld – eine Art Hochrisiko-Patient auf der Gemüsestation. Marco Uhlig findet viele Gesprächspartner aus der Landwirtschaft und aus der Forschung. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Veränderungen scheint sich überall zu verstärken. Auch dieser Film ist ein Zeichen dafür – und ein Mut machendes Signal für einen Paradigmenwechsel. Quelle: programmkino.de / Gaby Sikorski DREHBUCH UND REGIE: Marc Uhlig  KAMERA: Michael Arnieri, Marc Uhlig  MUSIK: Andreas Nesic  LAUFZEIT: 79 Minuten  FSK: 0  VERLEIH: W-film

NEU IM OKTOBER 05


Freitag, 09.10. um 19.00 Uhr Sondervorstellung in Anwesenheit von Regisseur Jean-Paul Salomé

AB 8. OKTOBER

EINE FRAU MIT BERAUSCHENDEN TALENTEN DRAMA/KRIMI | FRANKREICH 2020

Zu Recht gilt Isabelle Huppert als eine der größten Schauspielerinnen des Weltkinos. Als schillernde Drogendiva führt sie die Polizei an der Nase herum. Eine Paraderolle wie geschaffen für die faszinierende Darstellerin vielschichtiger Frauengestalten. Ein turbulentes Komödien-Highlight für ungezähmte Frauen, die sich ihre Unabhängigkeit in der Männerdomäne bewahren wollen. „Da vertickt eine Frau tonnenweise Shit in Paris“, tobt der ehrgeizige Leiter des Drogendezernats Philippe (Hippolyte Giradot) „und wir haben keine Ahnung wer das ist, Scheiße“. Das Ganze ist für den peniblen Fahnder umso peinlicher, da er gerade befördert wurde. Ahnungslos tappt die Polizei im Dunklen auf der Suche nach einem Phantom. Eine Frau sitzt direkt an der Quelle: Patience Pourtefeux (Isabelle Huppert), seine Geliebte. Rund um die Uhr übersetzt die selbstbewusste Dolmetscherin für Arabisch im Drogendezernat die abgehörten Telefonate aus der Szene. Selbst bei Razzien und Vernehmungen ist sie mit von der Partie. Massiv unterbezahlt hat Patience in ihrem Leben schon bessere Zeiten gesehen. Doch im Moment steht ihr das Wasser bis zum Hals. Mit der Miete für die chinesische Hausverwalterin Madame Colette Foo (Jade Nadja Nyguyen) ist die Mutter zweier Töchter massiv im Rückstand. Und das kostspielige Pflegeheim für ihre Mutter (Liliane Roveré) frisst den Rest ihrer kläglichen Finanzen. Zudem droht ihr die Leiterin des teuren Seniorenheims ihre Mutter zu entlassen, falls sie nicht mehr bezahlt. Eine riesige Ladung besten Haschisch ist auf dem Weg in die Stadt. Und am Steuer des Transporters sitzt kein Geringerer als der marokkanische Sohn der netten, hilfsbereiten Pflegerin Khadidja (Farida Ouchani) aus dem Altenheim. Als Patience das begreift, warnt sie die ahnungslose Mutter aus Mitgefühl spontan. Danach weiß die gewiefte Lady, obwohl sie mit dem pflichtbewussten Philippe liiert ist, was sie zu tun hat. Schließlich werden Drogen vom Herumliegen nicht besser und einer muss ja für den Umsatz sorgen. Mitreißend inszeniert Regisseur Jean-Paul Salomé seine Mischung aus Komödie und Thriller, die sich zum großartigen, gefühlsstarken Frauenporträt entwickelt. Das verdankt der ehemalige Präsident der UniFrance vor allem der Ikone des zeitgenössischen Autorenfilms Isabelle Huppert („Elle“), die längst einen Oscar verdient hätte. Quelle: programmkino.de / Luitgard Koch REGIE: Jean-Paul Salomé  DREHBUCH: Hannelore Cayre, Jean-Paul Salomé, Antoine Salomé  KAMERA: Julien Hirsch  SCHNITT: Valérie Deseine DARSTELLER: Isabelle Huppert, Hippolyte Girardot, Farida Ouchani, Liliane Rovére, Jade Nadja Nguyen, Rachid Guellaz, Mourad Boudaoud, Iris Bry, Rebecca Marder, Youssef Sahraoui, Kamel Guenfoud LAUFZEIT: 104 Minuten  FSK: 12  VERLEIH: Neue Visionen

06 NEU IM OKTOBER


„Eine aufwühlende Geschichte in majestätischen Bildern“ CINEMA


AB 8. OKTOBER

VERGIFTETE WAHRHEIT DRAMA/THRILLER | USA 2019

David gegen Goliath: Robert Billot, ein unscheinbarer Wirtschaftsanwalt, legt sich 1998 mit DuPont, einem der weltweit größten Chemiekonzerne, an und deckt den sogenannten TeflonSkandal auf. Ein Kampf, für den Bilott bereits 2017 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Cincinnati 1998. Robert Billot arbeitet als Anwalt für Taft Stettinius & Hollister, eine Kanzlei, die vor allem riesengroße Konzerne vertritt, zum Beispiel DuPont, eine Industriellenfamilie, die ihr Vermögen mit Waffen und Schiesspulver während des amerikanischen Bürgerkrieges gemacht hat und dann zum größten Chemiekonzern Amerikas aufstieg. Und damit ist auch schon der Interessenkonflikt benannt, in der Billot plötzlich steckt. Soeben ist er zum Teilhaber von Taft Stettinius & Hollister ernannt worden. Da erfährt er von Wilbur Tennant, einem Milchbauern aus Parkersburg in West Virginia, dass DuPont einfach seine hochgiftigen Abwässer in ein nahegelegenes Reservoir leitet. Tennants Kühe sind bereits zu Dutzenden verendet. Doch DuPont ein Versagen, vielleicht sogar Absicht zu unterstellen, wird nur schwer zu beweisen sein. Gegen den Willen seiner Kollegen macht sich Billot an die Arbeit. Immer wieder fällt ihm die Formel „PFOA“ ins Auge, eine giftige Voraussetzung für DuPonts lukrativsten Klassiker: Teflon. Mark Ruffalo, der den Film auch co-produzierte, spielt diesen Billot als kleinen, pummeligen, zurückhaltenden Kerl, der sich nicht wohl in seiner Haut zu fühlen scheint. Er ist klug, er hat moralische Grundsätze. Doch schon seine plumpe Körpersprache signalisiert, dass er im Streit mit DuPont unterlegen sein könnte. Ein Kampf David gegen Goliath also, und was nun folgt, ist einer dieser Recherche-Thriller im Stil von Michael Manns „The Insider“, Steven Zaillians „Zivilprozess“ oder Sidney Lumets „The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, in denen sich ebenfalls einsame Streiter mit großen Konzernen anlegten. Manchmal könnte man auch an einen dieser paranoiden Thriller aus den 1970er Jahren denken, Alan J. Pakulas „Zeuge einer Verschwörung“ zum Beispiel, weil hier DuPont, auch mit seiner Verbindung in Regierungskreise, übermächtig erscheint. Warum da noch kämpfen? Antwort: Weil es das Richtige ist. Wissenschaftler gehen übrigens davon aus, dass so gut wie jeder Mensch PFOA in seinem Körper hat. Es baut sich nicht ab. Und das ist der eigentliche Skandal. Quelle: programmkino.de / Michael Ranze LAND/JAHR: USA 2019  REGIE: Todd Haynes  DARSTELLER: Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins, Bill Camp, Mare Winningham, Bill Pullman, William Jackson Harper  LAUFZEIT: 126 Minuten  FSK: 6  VERLEIH: Tobis

08 NEU IM OKTOBER


Freitag, 16.10. um 17.30 Uhr Premiere in Anwesenheit von Regisseur Roman Droux

AB 15. OKTOBER

DER BÄR IN MIR DOKUMENTARFILM | SCHWEIZ 2019

Absolut faszinierend, dabei auf angenehme Weise expressiv und leidenschaftlich: Der Schweizer Dokumentarfilmer Roman Droux begleitet den bekannten Bärenforscher David Bittner nach Alaska, wo sie den arktischen Sommer unter Grizzlybären verbringen. David Bittner ist nicht nur in der deutschsprachigen Schweiz bekannt: Als Biologe und Bärenforscher hält er neben seiner wissenschaftlichen Arbeit viele Vorträge, er schreibt Bücher und ist als Naturfotograf tätig. Der Filmemacher Roman Droux ist zwar erklärter Bärenfan, hat aber noch keine praktischen Erfahrungen im näheren Umgang mit Grizzlys, als er gemeinsam mit David Bittner aufbricht, um einen Sommer an der Küste von Alaska zu verbringen. Nachdem sie ihr Lager mitten in der

Wildnis mit Blick aufs Meer und auf die majestätischen Berggipfel aufgebaut haben, dauert es eine Weile, bis Roman sich traut, die schützende Behausung zu verlassen. Die riesigen Grizzlys, die draußen herumspazieren, flößen ihm ordentlich Respekt ein. Doch David Bittner ist ein guter Lehrmeister und bringt dem Regisseur schnell die wichtigsten Regeln im Umgang mit den größten Braunbären der Welt bei. Hier draußen leben deutlich mehr Grizzlys als Menschen, und in diesem Sommer wird Roman Droux viele von ihnen näher kennenlernen. Unter Anleitung von David entdeckt Roman Droux die Welt der Bären und die Bären selbst als Individuum. Zwischen den Tieren, die er nur hinter Gittern im Zoo kannte, und den wild lebenden Grizzlys in ihrem natürlichen Lebensraum findet er immer weniger Gemeinsamkeiten, stattdessen entdeckt er den Bären in sich selbst. In grandiosen Naturaufnahmen erzählt Roman Droux die Geschichte eines Sommers – vom Erwachen der Bären aus dem Winterschlaf bis zu den ersten Schneefällen. Die Bilder aus unmittelbarer Nähe sind überwältigend, sie zeigen das Bärenleben in all seinen Facetten: flirtende Bärenweibchen, streitlustige Rivalen, zärtlich zausende Mamas, drollig herumpurzelnde Jungbärchen, die einfach schlafend umfallen, wenn sie satt sind – aber auch Grizzlys, die wie Kühe auf der Weide stehen und vor Hunger Gras fressen, geschwächte Bärenmütter, die ihre Jungen nicht mehr verteidigen können, und ein verletzter, erschöpfter Jungbär, der von der Familie aufgegeben wird. Erst im Hochsommer folgt die Erlösung: Die Lachse kommen, und damit endlich Nahrung für die ausgehungerten Bären. Quelle: programmkino.de / Gaby Sikorski DREHBUCH, KAMERA UND REGIE: Roman Droux  Musik: Bänz Isler, Sandra Stalder  LAUFZEIT: 95 Minuten  FSK: 6  VERLEIH: MFA+  VERTRIEB: Die Filmagentinnen

„Ein Triumph von Hoss und Eidinger“ Der Tagesspiegel

www.weltkino.de ·

/ WeltkinoFilmverleih

AB 29. OKTOBER IM KINO


Samstag, 17. Oktober um 12.00 Uhr Premiere in Anwesenheit von Regisseurin Carmen Losmann

AB 15. OKTOBER

MOSKAU EINFACH!

AB 15. OKTOBER

OECONOMIA DOKUMENTATION | DEUTSCHLAND 2020

KOMÖDIE | SCHWEIZ 2020

Zürich 1989. Ein braver Polizeibeamter soll im Schauspielhaus Informationen über linke Theaterleute sammeln. Doch je mehr er hinter den Vorhang schaut, desto weniger glaubt er an seinen Auftrag. Der Fichenskandal folgt auf den Fuß – wunderbar spröde Komödie aus der Schweiz!

Carmen Losmann seziert erneut unser Wirtschaftssystem. Nachdem sich der Vorgängerfilm „Work Hard – Play Hard“ der schönen, neuen Arbeitswelt annahm ist nun der Finanzsektor dran. Woher kommt das Geld, mit dem die Banken wirtschaften, wie vermehrt und verteilt es sich. Anschaulich wird die Frage nach der Haltbarkeit unseres Kapitalsystems laut.

Während in Berlin bald die Mauer fällt, überwacht in der Schweiz im Sommer 1989 die Geheimpolizei Hunderttausende ihrer eigenen Bürger. Viktor (Philippe Graber), ein braver Polizeibeamter, wird von seinem Vorgesetzten Marogg (Mike Müller) verdeckt ins Zürcher Schauspielhaus eingeschleust, um Informationen über angebliche linke Theater- und Kulturschaffende zu sammeln. Er soll Beweise liefern, um eine „demokratiefeindliche“ Gesinnung zu stützen und den Kern der Gruppierung überführen. Als er sich in die Schauspielerin Odile (Miriam Stein) verliebt, jene Person, die er eigentlich observieren soll, gibt es kein Zurück mehr: Er muss sich entscheiden zwischen seinem Auftrag und seinem Herzen. Als Bundesrat Moritz Leuenberger am 24. November vor 30 Jahren den Bericht der PUK zur "Affäre Kopp" präsentierte, liess er eine Bombe platzen. Dienstbeflissene Beamte hatten während des Kalten Krieges über 900000 "Staatsschutzfichen" angelegt, da eine gesellschaftliche und politische Unterwanderung durch Moskau vermutet wurde. Sie dokumentierten alles, was in ihren Augen irgendwie "links", unkonventionell und damit "unschweizerisch" war. Der Fichenskandal in seiner Willkür und Banalität war für Regisseur Micha Lewinsky der ideale Nährboden für seine neue Komödie. „Dieser Skandal ist bis heute nicht als Spielfilm aufgearbeitet worden“, erklärt Regisseur Micha Lewinsky. „Viele Junge wissen kaum noch, was damals passiert ist. Dabei ist das Thema aktueller denn je.“ Micha Lewinsky betont, dass es ihm wichtig war, die Geschichte als Komödie zu erzählen: „Wenn man heute liest, welche Daten da im Detail gesammelt wurden, ist das stellenweise einfach zum Lachen - auch wenn es damals natürlich ernsthafte Konsequenzen für die Betroffenen hatte." Quelle: Verleih

Unser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen. In den letzten Jahren blieb uns oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schiefläuft. Aber was? Der Dokumentarfilm OECONOMIA legt die Spielregeln des Kapitalismus offen und macht in episodischer Erzählstruktur sichtbar, dass die Wirtschaft nur dann wächst, wenn wir uns verschulden, dass sie nur dann boomt, wenn sich die Vermögen an bestimmten Orten konzentrieren. Jenseits von distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen des Ungeheuerlichen letztlich immer wieder verunmöglichen, macht sich Regisseurin Losmann mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten. Erkennbar wird ein Nullsummenspiel, das uns und unsere ganze Welt in die Logik einer endlos fortwährenden Kapitalvermehrung einspannt – koste es was es wolle. Ein Spiel, das bis zur totalen Erschöpfung gespielt wird und vielleicht kurz vor seinem Ende steht. Mit ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm WORK HARD – PLAY HARD setzte sich Carmen Losmann mit den Wirkungen des modernen Human Ressource Managements auseinander. Mit ihrem neusten Werk, das auf der Berlinale 2020 seine Premiere feierte und von der Kritik hoch gelobt wurde, setzte sie ihre eindringlichen Recherchen zu den zerstörerischen Grundlagen unseres Wirtschaftssystems fort und öffnet den Blick jenseits der gängigen Erklärungsmuster und Dogmen auf den Nucleus eines hochexplosiven Systems: Der Schuldner als zentraler Akteur. – Ein Film von brennender Aktualität, der in ästhetischer Hinsicht in eine ähnliche Kerbe wie der Vorgänger schlägt. Streng durchkomponierte Bilder, statische und lange Aufnahmen – volle Konzentration auf die nüchternen Interviews! Quelle: Verleih

REGIE: Micha Lewinsky  DARSTELLER: Miriam Stein, Philippe Graber, Michael Maertens  LAUFZEIT: 99 Minuten  FSK: k.A.  VERLEIH: Arsenal

REGIE: Carmen Losmann  LAUFZEIT: 89 Minuten  FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)  VERLEIH: Neue Visionen

10 NEU IM OKTOBER


EXKLUSIV

in 70mm analoge Filmkopie

FILMSTART VERSCHOBEN! NEU: 17.12. AB 15. OKTOBER

TOD AUF DEM NIL MYSTERY/KRIMI | USA 2020

Stargespickte Neuauflage des John Guillermin-Klassikers (damals mit Sir Peter Ustinov & David Niven) von 1978. Diesmal hält Regisseur Kenneth Branagh den Hammer in der Hand – für ihn ist es nach „Mord im Orient-Express“ der zweite Ausflug in die mysteriöskriminelle Welt von Agatha Christie. Der berühmte belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot kehrt auf die große Leinwand zurück! Der packende MysteryThriller fasziniert mit der unheimlich-unwiderstehlichen Anziehungskraft eines Verbrechens aus Leidenschaft: Der Mord an einer jungen und wohlhabenden Frau während ihrer Flitterwochen – dazu kommen das Ableben von möglichen Zeugen. Ein Nil-Dampfer, eine Art Kreuzfahrtschiff dient als Kulisse für Mord und Todschlag, dessen Entwirrung und Auflösung. Der exzentrische Detektiv Hercule Poirot nimmt sich dem Fall an. Es folgen mörderische Verwicklungen voll von unberechenbaren Wendungen und Entdeckungen. Suspense garantiert! Sir Kenneth Branagh (momentan auch mit TENET im Kino zu sehen) lässt es sich nicht nehmen neben dem Regiestuhl auch die Hauptrolle, die Figur des egomanen Detektivs, selbst zu übernehmen, genau wie in seinem Vorgängerfilm „Mord im Orient-Express“. Er glänzt erneut mit bemerkenswert scharfen grauen Zellen und seinem ebenso bemerkenswerten Schnurrbart. Der stargespickte und pointierte Gesellschaftsthriller punktet durch seine prunkvolle Ausstattung und den traumhaften Kulissen in Ägypten. DEATH ON THE NILE bietet edles und vollendetes Hollywood-Kino der alten Schule, vergisst aber zu keiner Zeit dem zeitlosen Original zu huldigen. REGIE: Sir Kenneth Branagh  DARSTELLER: Sir Kenneth Branagh, Gal Gadot, Armie Hammer  FSK: k.A.  VERLEIH: Walt Disney

AB 16. OKTOBER

I AM GRETA DOKUMENTATION | SCHWEDEN, DEUTSCHLAND U.A. 2020

Greta Thunberg, die schwedische Klimaschutzaktivistin ist zur Symbolfigur, für andere zur „Persona non grata“ empor gestiegen. Eine ganze Generation junger Schüler schließt sich Ihren Forderungen um mehr Umweltschutz an und gründet die Initiative „Fridays for Future“. Schuleschwänzen, um Druck auf die Regierungen auszuüben. "Ich bin Greta" - so beginnt fast jede Rede eines der weltweit bekanntesten Teenager. Mit gerade einmal 15 Jahren hat Greta Thunberg im Sommer 2018 in Stockholm allein ihren "Schulstreik fürs Klima" begonnen und damit die "Fridays for Future"-Bewegung mit Millionen Unterstützer*innen rund um den Erdball initiiert. I AM GRETA erzählt die Geschichte von Greta Thunberg, die mit 15 Jahren anfing, freitags nicht mehr in die Schule zu gehen, sondern vor dem schwedischen Parlamentsgebäude, neben sich ein selbstgemaltes Plakat, zu streiken. In der Folge wurde sie zur Ikone einer globalen Jugendbewegung zur Eindämmung des Klimawandels und zur Rettung des Planeten. Der Dokumentarfilm setzt mit Greta Thunbergs Solostreiks im August 2018 ein, zeigt die Entwicklung der "Fridays For Future"-Initiativen, ihre stetig größer werdende Popularität und ihren atemberaubenden, emissionsfreien Segeltörn zum UNOKlimagipfel in New York im Herbst 2019. I AM GRETA zeigt bisher nie gesehenes Filmmaterial und gibt sehr private Einblicke in das Leben Gretas und ihrer Familie. "Ich mag den Film sehr und denke, er zeigt ein realistisches Bild von mir und meinem Alltag. Ich hoffe, jeder, der den Film sieht, kann letztlich verstehen, dass wir Jugendlichen nicht einfach aus Spaß an Schulstreiks teilnehmen. Wir protestieren, weil wir keine andere Wahl haben", sagt die 17-Jährige. Quelle: Verleih REGIE: Nathan Grossman  DARSTELLER: Greta Thunberg  LAUFZEIT: 97 Minuten  FSK: k.A.  VERLEIH: Filmwelt

NEU IM OKTOBER 11


AB 22. OKTOBER

AB 22. OKTOBER

THE GREAT GREEN WALL DOKUMENTATION | GROSSBRITANNIEN 2019

Die große grüne Mauer, ein Projekt, das aus einem 8.000 Kilometer langen Grüngürtel aus Bäumen bestehen soll, der Afrika durchzieht. Der Film sieht sich die Fortschritte an, aber auch, wie viel noch getan werden muss.

CORTEX

THRILLER | DEUTSCHLAND 2020

Das Regiedebut von Moritz Bleibtreu („Lola rennt“) lotet die Grenze zwischen Realität und Fiebertraum, zwischen Wahn und Wahrhaftigkeit aus. Bleibtreu schrieb zudem das Drehbuch, produzierte den Film und spielt dazu auch noch die Hauptrolle Chapeau!

Die Bäume-Mauer soll nicht nur als Bollwerk gegen die sich in Afrika ausbreitende Wüste dienen, sondern den Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Denn in der Sahel-Zone, in der der Klimawandel am stärksten zuschlägt und bereits zwei Drittel der Länder ausgedörrt sind, ist dies die letzte Chance. Ohne diese Mauer können die Menschen nicht überleben und sind gezwungen, die Heimat zu verlassen. „The Great Green Wall“ befasst sich entsprechend nicht nur mit dem Klimawandel, sondern zeigt auch eine neue, junge Generation an Afrikanern, die das Problem angeht und auf jeden Fall vermeiden möchte, ihre Heimat in Richtung Europa verlassen zu müssen. Die Sängerin Inna Modja ist entlang dieser noch lückenhaften grünen Mauer gereist und hat mit Menschen im Senegal, in Mali, Nigeria und Äthiopien gesprochen. Es geh dabei um ihre Ängste, Träume und Hoffnungen, und das alles in einer Sprache, die für die afrikanische Kultur schon immer bestimmend war: Musik. Ihre Reise lässt sie auf sehr unterschiedliche Menschen treffen. Auf einen Mann, der im Senegal beim Pflanzen der ersten Bäume im Jahr 2008 dabei war und sie wie seine Kinder sieht, auf Kinder, die verschleppt wurden, sich nun jedoch für dieses Projekt einsetzen, auf Musiker, die den Traum weitertragen, nicht wegzugehen, sondern in der Heimat etwas zu verändern. Es sind unterschiedliche Perspektiven, Menschen, Ansichten, Hintergründe, aber sie alle vereint die Hoffnung auf ein besseres Leben, auch wenn die Mühen, sich dem Klimawandel entgegenzustellen, alles andere als leicht sein werden. Rückschläge muss man hinnehmen, auch und gerade auf die Great Green Wall, die mehrere Länder durchzieht und auch zwölf Jahre nach dem Beginn des Pflanzens von Bäumen nur lückenhaft vorhanden ist. In manchen Ländern kommt man besser, in anderen schlechter voran, was auch an den Umständen liegt, sind manche Länder doch Kriegsgebiete. Quelle: programmkino.de / Peter Osteried

Zwei Männer, zwei Leben, eine schicksalhafte Begegnung: Hagen (Moritz Bleibtreu) plagen unkontrollierte Schlafphasen, in denen er zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden kann. Die angeschlagene Beziehung zu seiner Frau Karoline (Nadja Uhl) leidet darunter mit jedem Tag mehr. Ihr Seitensprung mit dem Kleinkriminellen Niko (Jannis Niewöhner) setzt jedoch eine verstörende Verkettung von Geschehnissen in Gang, die das Leben beider Männer drastisch verändern wird. Es steht plötzlich alles Kopf – oder doch nicht? Wer ist Opfer, wer Täter, wer steuert das Liebeskarussell oder hat Hagen alles selber in die Wege geleitet? Ist er schizophren oder wurde er einfach reingelegt und unter Drogen gesetzt? Ein nicht enden wollender Alptraum zwischen Wirklichkeit und wahnvoller Fantasie entfaltet sich, der eine gnadenlose Spirale nach ganz unten in Gang setzt... Kontrolle, Einfluss, Bestimmung. Das Leben folgt festgelegten Routen, die zum Kreislauf unseres Alltags werden. Ein fragiles Konstrukt der Routine, das sich durch Abweichungen in ein zerbrechliches Kartenhaus wandelt. Die Flucht in unbekannte Traumwelten: Ein düsterer Ort, an dem sich Grenzen auflösen und Identitäten verschwimmen. Mit flirrenden Bildern begibt sich der Psycho-Thriller in die dunklen Abgründe der menschlichen Psyche. Vor der Kamera von Thomas W. Kiennast (3 Tage in Quiberon, Das finstere Tal) stehen Jannis Niewöhner (Jugend ohne Gott), Nadja Uhl (Sommer vorm Balkon), Marc Hosemann (Der Goldene Handschuh), Anna Bederke (Soul Kitchen) und Nicholas Ofczarek (Der Pass, Braunschlag). Moritz Bleibtreu ist ein Multitalent. Denkt man an seine Gesangseinlagen in „Ich war noch niemals in New York“, sein atemloses Spiel in „Lola rennt“, die Extrem-Performance in „Das Experiment“, den gutmütigen Dummbatz in „Rico, Oscar und das Herzgebreche“ oder an seine Synchronarbeiten zum Beispiel als Eugene Fitzherbert in Walt Disneys „Rapunzel – Neu Verföhnt“. 2006 gewann er für das Schauspiel in Oskar Roehler’s „Elementarteilchen“ den silbernen Bären! Quelle: Verleih

REGIE: Jared P. Scott  BESETZUNG: Inna Modja, Songhoy Blues, Didier Awadi LAUFZEIT: 92 Minuten  FSK: 6  VERLEIH: Weltkino

REGIE: Moritz Bleibtreu  DARSTELLER: Moritz Bleibtreu, Jannis Niewöhner, Nadja Uhl  LAUFZEIT: 96 Minuten  FSK: 16  VERLEIH: Warner

12 NEU IM OKTOBER


AB 22. OKTOBER

KAJILLIONAIRE KOMÖDIE/KRIMI | USA 2020

Mit der schrullig schönen Lovestory „The Future“ verzauberte Miranda July einst die Berlinale und landete einen veritablen Arthaus-Hit. Elf Jahre dauerte es bis zum nächsten Streich, die kreative Tausendsassa-Künstlerin ist schließlich noch als Autorin und Performance-Künstlerin aktiv. Gleich das erste Bild gerät zum optischen Triumph, gleichsam ein Gruß aus der visuellen Küche der stilbewussten Filmkünstlerin. Der orangefarbene Bus fährt zur Haltestelle vor dem babyblauen Post-Gebäude. Kaum sind die Passagiere ausgestiegen, sieht man das Familien-Trio, das jene Filiale überfallen wird. Kein großer Coup, vielmehr kleine

Trickdiebstähle, bei denen Päckchen aus Schließfächern gemopst werden. Der Inhalt entpuppt sich meist als schnöder Kleinkram. Lukrativer läuft die Masche, gestohlene Briefe als vermeintliche Fundsache an die Besitzer zurückzubringen. Raffiniert sowie mit akrobatischem Körpereinsatz schleicht die schrecklich diebische Familie täglich an ihrem Vermieter vorbei, um peinliche Nachfragen nach den Mietschulden zu vermeiden. Umgekehrt ertragen sie klaglos, wenn regelmäßig rosaroter Schaum der benachbarten Seifenblasen-Fabrik durch die Decke dringt. Die gemütliche Kleinkriminalität findet ein jähes Ende, als in der Postfiliale eine Überwachungskamera installiert wird. Schnell kommen neue Ideen, zum Beispiel Flugzeuggepäckentwendung samt Versicherungsbetrug. Papa Robert lernt bald die charmante Melanie kennen. Man versteht sich nicht nur blendend, spontan steigt die junge Frau sogar in den Familienbetrieb ein. Eine Familienaufstellung à la Miranda July fällt erwartungsgemäß denkbar unkonventionell aus. Da will der Vater etwa gemeinsam mit Melanie nackt in den frisch ergaunerten Whirlpool steigen, den er auf einer Toilette aufgestellt hat. Die hinzukommende Gattin reagiert überrascht, reicht jedoch freundlich die Handtücher. Strenger ist die Frau Mama mit der Tochter, als diese ihr 1.500 Dollar anbietet, damit sie endlich einmal ein liebevolles Kosewort zu ihr sagt. „Du willst Leute mit falschen freundlichen Fassaden aus uns machen!“, reagiert die Mutter schroff. Bei ihrem dritten Kinostreich erweist sich July einmal mehr als ebenso eigenwillige wie einfallsreiche Kino-Poetin mit einem großen Herz für ihre etwas sonderbaren Figuren. Quelle: programmkino.de / Dieter Oßwald REGIE: Miranda July  DARSTELLER: Evan Rachel Wood, Debra Winger, Gina Rodriguez, Richard Jenkins, Adam Bartley  LAUFZEIT: 105 Minuten  FSK: k.A.  VERLEIH: Universal Pictures International Germany GmbH


Seltene Genrekost beim „Deliria Italiano“- Weekend am 16. & 17. Oktober in der Schauburg – präsentiert mit authentischen 35mm Filmbandkopien, selbstverständlich! Umgarnt wird dieser kleine Ausflug von fachkundigen Einführungen, Trailershows und Verlosungen. 1965 löste Sergio Leone („Für eine Handvoll Dollar“) mit dem Prototypen des Italowestern eine Lawine aus. Die nicht zimperliche Darstellung von Gewalt, Sex und anderem amoralischem Spektakel führte zu einem Siegeszug sondergleichen – der italienische Film erhielt nun dauerhaften Einzug in große Kinohäuser, sowie in die Bahnhofskinos. Nachdem innerhalb weniger Jahre 350 Italowestern (in jeglichen Qualitätsstufen) heruntergekurbelt waren und das Genre sich erschöpfte, erfanden die Italiener den Poliziottesco, eine Art Thrillergenre, dessen Zentrum Antihelden jenseits von Gut und Böse zeigte – meist mit einem funky Soundtrack ausgestattet. Neben den Gialli, den Zombiefilme (bis Mitte der 80er) schafften es unter anderem auch die berüchtigten Kannibalenfilme unglaubliche Zuschauermassen anzuziehen. Über Jahrzehnte wurden hier Filme wie am Fließband produziert und das einzige was sie einte, war das wachsende Unbehagen der deutschen Jugendschützer. Die Genrefreunde des Forums „Deliria Italiano“ präsentieren bei uns in der Schauburg Mitte Oktober eine kleine und sehr feine Auswahl des abtrünnigen italienischen Kinos. Wir starten 1965 mit „Sieben goldene Männer“ (16.10. um 20.15

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SPECIAL

Uhr) – eine schwungvolle Gaunerkomödie, die die „Swinging Sixties“ wiederbelebt. Ein paar Schurken reißen einen Straßenzug in der Nähe eines Geldinstituts auf – selbstverständlich wird in Richtung Goldbarren gegraben. Spannende, locker-flockige Bankraubgeschichte. „Suspiria“ (16.10. um 22.15) setzte 1977 Maßstäbe. Ähnlich wie Sergio Leone in „Spiel mir das Lied vom Tod“ die Tonspur mit der Bildebene majestätisch verschmolz, so tat es auch Dario Argento in seinem alptraumhaften Hexenkult-Verwirrspiel - nur dekonstruktiver und experimenteller. Unsere große SchauburgBildwand wird zum Synthie-Score der Band „Goblin“ in grünen und roten Farben wabern – zur Aufführung kommt eine seltene Technicolor-Kopie. SUSPIRIA ist der letzte bekannte Film, der dieses ursprüngliche Farbverfahren nutzte und ist gleichzeitig der populärste Titel der italienischen 70er Jahre Horror-Welle. Nicht verpassen! Zurück nach 1969 – der Erfolg der Italowestern ebbte nicht ab. Das Genre begann allerdings in Richtung Parodie abzudriften, „Friedhof ohne Kreuze“ (17.10. um 15 Uhr) ging einen anderen Weg: Statt blauen Bohnen, zynisch abgeklärten Kopfgeldjägern und den üblichen Stereotypen dominieren hier die ruhigen Töne


und ambivalenten Figuren, die dem düsteren Drama mit seinem melancholischen Charakter existentialistische Substanz verleiht. Ein Glücksfilm für den Italowestern, der damals sicherlich eher als Perle vor die Säue vorgeführt wurde. Wir zeigen die letzte erhältliche 35mm Technicolor-Filmkopie in deutscher Sprache. Den Abschluss macht eine italienisch – englisch - deutsche Superproduktion: „Treffpunkt Todesbrücke“ (17.10. um 17 Uhr) mit Sophia Loren, Burt Lancaster & Richard Harris. Der zu Unrecht in Vergessenheit geratene Katastrophenfilm spielt in einem Zug von Genf nach Stockholm. Ein schwedischer Terrorist, der sich mit einem tödlichen mutierten Pest-Bakterium infiziert hat, ist an Bord und will gestoppt sein. Der Zug muss zudem über die einsturzgefährdete Cassandra-Brücke umgeleitet werden... •

SPECIAL

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AB 22. OKTOBER

DIE STIMME DES REGENWALDES KOMÖDIE/KRIMI | SCHWEIZ 2019

Fast eine Art moderner Wilhelm Tell ist Bruno Manser, ein Aussteiger, der in den 80er Jahren nach Borneo reiste, beim Eingeborenenstamm der Penan heimisch wurde und ihnen half, gegen die Abholzung des Regenwaldes zu kämpfen. Er war auf der Suche nach Authentizität, nach einem Leben, das nicht von Bedürfnissen der kapitalistischen Konsumkultur geprägt war, sondern vom Sein in und mit der Natur: Der Schweizer Bruno Manser (Sven Schelker), der einen ganz gewöhnlichen Lebenslauf hatte, Abitur machte, diverse Berufe ausprobierte, als Schafhirte und Schreiner arbeitete, bis er mit Ende 20 genug hatte. 1984 reiste er nach Asien und fand auf Borneo, eine der größten Inseln Malaysias, sein Paradies. Dort leben die Penans, ein Eingeborenenstamm, der fast abgeschnitten von der Zivilisation auf eine Weise überlebt, die sich im Lauf der Jahrhunderte wohl kaum verändert hatte. Schnell wurde Manser in die Stammeskultur aufgenommen, lernte mit einem Speer jagen und trug nur noch einen Lendenschurz, doch das Paradies war nicht von Dauer. Zu verlockend waren die Hölzer des Regenwaldes, zu viel Profit versprach die Rodung, der nur die Stämme der Penan im Wege standen. Manser wurde zum Gesicht des Widerstandes, wurde von den Medien, die bald auf den Konflikt aufmerksam wurden, als „weißer Penan“ bezeichnet und auch von „seinem“ Stamm als Laki-Penan, als Penan-Mann bezeichnet. Nach Jahren des Kampfes vor Ort, als längst ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt war, floh Manser 1990 aus dem Land und gründete in der Schweiz eine Hilfsorganisation, die sich dem Kampf um die Rettung des Regenwaldes und damit dem Lebensraum der Penan widmete. Immer wieder kehrte Manser in den folgenden Jahren nach Malaysia zurück, zum letzten Mal 2000, obwohl er mit einem Einreiseverbot belegt war. Diese Reise sollte seine letzte sein: Manser verschwand spurlos, seine Leiche wurde nie gefunden. Etliche Bücher sind seitdem über Bruno Manser erschienen, zahlreiche Artikel haben sein Leben und Wirken beschrieben, nun ehrt ihn diese abendfüllende Kino-Dokumentation. Quelle: programmkino.de / Michael Meyns REGIE: Niklaus Hilber  BUCH: Niklaus Hilber, Patrick Tönz, David Clemens DARSTELLER: Sven Schelker, Nick Kelesau, Elizabeth Ballang, Matthew Crowley, David Kse  LAUFZEIT: 141 Minuten  FSK: k.A.  VERLEIH: Camino Filmverleih

16 NEU IM OKTOBER


OKTOBER

SENIORENKINO Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 5€

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UND MORGEN DIE GANZE WELT Nach dem Arthaus-Überraschungserfolg „Hannas Reise“ ist Regisseurin Julie von Heinz mit ihrem neusten Kinofilm auch bei uns zu Gast. „Und morgen die ganze Welt“ berichtet von einer jungen Frau, die aus Widerstand gegen deutsche Nationalisten in ein linkes Milieu abdriftet, das auch Gewalt für ein probates Mittel der politischen Ausdruckskraft hält. Luisa (Mala Emde) ist 20 Jahre alt, stammt aus gutem Haus und studiert Jura im ersten Semester. Sie möchte, dass sich etwas verändert in Deutschland. Alarmiert vom Rechtsruck im Land und der zunehmenden Beliebtheit populistischer Parteien, tut sie sich mit ihren Freunden zusammen, um sich klar gegen die neue Rechte zu positionieren. Schnell findet sie Anschluss bei dem charismatischen Alfa (Noah Saavedra) und dessen besten Freund Lenor (Tonio Schneider): Für die beiden ist auch der Einsatz von Gewalt ein legitimes Mittel, um Widerstand zu leisten. Bald schon überstürzen sich die Ereignisse. Und Luisa muss entscheiden, wie weit zu gehen sie bereit ist - auch wenn das fatale Konsequenzen für sie und ihre Freunde und ihre Familie haben könnte. Inspiriert von persönlichen Erlebnissen und Begebenheiten, hat Julia von Heinz nach „Hannas Reise“ erneut zusammen mit ihrem Ehemann John Quester das Drehbuch zum Film verfasst. In der Hauptrolle fasziniert Mala Emde, die uns vor zwei Jahren bei den Open Air Kinonächten am Schloss Gottesaue für den Film „303“ einen Besuch abstattete. Sie spielt die kämpferische junge Frau, die sich mit den Gegebenheiten in Ihrem Umfeld nicht arrangieren kann und bald vor einer politisch-gesellschaftlich gefährlichen Radikalisierung steht. In Sturm und Drang stehen ihr Noah Saavedra ("Freud"), Tonio Schneider und Luisa-Céline Gaffron ("Als Hitler das rosa Kaninchen stahl") bei. Das brisante Politdrama lief im Wettbewerb der 77. Internationalen Filmfestspiele in Venedig und eröffnete die diesjährigen Hofer Filmtage. Quelle: Verleih

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Foto: © Monkey Business – fotolia.com

DRAMA/THRILLER | DEUTSCHLAND 2020

REGIE: Julia von Heinz  DARSTELLER: Mala Emde, Noah Saavedra, Tonio Schneider  LAUFZEIT: 110 Minuten  FSK: 12  VERLEIH: Alamode (Filmagentinnen) Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


AB 29. OKTOBER

SCHWESTERLEIN DRAMA | SCHWEIZ, DEUTSCHLAND 2020

Nach „Das Vorspiel“ und „Pelikanblut“ der nun bereits dritte Kinofilm innerhalb weniger Monate mit der großartigen Nina Hoss. Neben ihr brilliert der Feuilleton-Tausendsassa Lars Eidinger, der uns ebenfalls erst vor ein paar Wochen als SS-Offizier in „Persischstunden“ begeisterte. „Schwesterlein“ lief unter anderem in diesem Jahr im Wettbewerb der Berlinale. Lisa (Nina Hoss), einst umtriebige und brillante Theaterautorin, schreibt nicht mehr, kann nicht mehr schreiben, ist leer oder steckt fest. Sie lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, hat sich auf ein anderes Leben eingelassen - doch ihr Herz ist in Berlin geblieben – ganz besonders bei ihrem Zwillingsbruder Sven (Lars Eidinger), einem berühmten Bühnendarsteller. Seit dieser an einer aggressiven Leukämie erkrankt ist, sind die Geschwister noch enger verbunden. Lisa weigert sich, den Schicksalsschlag hinzunehmen und setzt alle Hebel in Bewegung, um Sven wieder auf die Bühne zu bringen. Er ist ihr Seelenverwandter, für den sie alles andere vernachlässigt. Selbst als ihre Ehe in Schieflage gerät, hat sie nur Augen und Aufmerksamkeit für ihren Bruder, in dem sich ihre tiefsten Sehnsüchte spiegeln: Er weckt in ihr das Verlangen, wieder kreativ zu sein, sich lebendig zu fühlen, sich ausdrücken zu können, im künstlerischen Kontext. Mit SCHWESTERLEIN ist den Schweizer Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond ein aufwühlendes Drama gelungen, das sich voll und ganz auf seine überragenden Hauptdarsteller verlassen kann: Nina Hoss und Lars Eidinger – erstmals gemeinsam vor der Kamera – verkörpern das innige Geschwisterpaar voller Glaubwürdigkeit und leidenschaftlicher Intensität. Eine berührende Liebeserklärung an die Kunst und die belebende Kraft der Kreativität. Quelle: Verleih REGIE: Stéphanie Chuat, Véronique Reymond  DARSTELLER: Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller  LAUFZEIT: 99 Minuten  FSK: 12  VERLEIH: Weltkino

18 NEU IM OKTOBER

Montag, 02.11. um 18.00 Uhr Premiere in Anwesenheit von Regisseurin Caro Lobig

AB 29. OKTOBER

WILDHERZ — AUF DER REISE ZU MIR SELBST DOKUMENTATION | DEUTSCHLAND 2020

Nach „Die Magie der Wildpferde“ entführt uns Regisseurin Caro Lobig erneut in die Welt der galoppierenden Vierbeiner, denn auch Protagonistin Simone Hage weiss, alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken… Sie ist gerade mal 20 Jahre alt, voller Lebensfreude, aber ohne Plan unterwegs: Simone Hage verkörpert vieles, wonach sich andere sehnen. Sie macht, was sich die meisten Menschen nicht trauen. Die Bayerin hat mit 16 die Schule abgebrochen, um alleine mit dem Rucksack durch die Welt zu reisen. So richtig zurück in ihr kleines Dorf in der Nähe von München kam sie seitdem nicht mehr. Simone will mehr: Die Welt entdecken, von anderen Menschen lernen statt Bücher zu lesen, den Sinn ihres Lebens finden - und jeden Tag aufs Neue hinterfragen. Doch wo findet man die Antworten auf die großen Fragen des Lebens? Simone wandert mit zwei Wildpferden von Bayern 1500 Kilometer hoch an die Ostsee, verbringt den Winter in Dänemark - bis es sie ein paar Monate später wieder zurück in die Berge nach Bayern zieht. Auf ihren Reisen nach Österreich, Spanien und Portugal verliert sie sich zunehmend mehr, statt sich zu finden und am Ende will sie nur noch eines: Wissen, was ihre Aufgabe in diesem Leben ist. Simone gesteht sich immer mehr ein, dass das Reisen nicht immer nur Ausdruck ihres offenen Herzens und ihres Freiheitsdrangs war, sondern oft auch eine Flucht. Am Ende steht sie sich selbst gegenüber - und ist bereit, nicht mehr wegzulaufen. Quelle: Verleih REGIE: Caro Lobig  DARSTELLER: Simone Hage  LAUFZEIT: 93 Minuten FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)  VERLEIH: Catamaran Films (Barnsteiner)


20. Internationale

Filmfestspiele Karlsruhe

21.-25.10.2020 Im Kino und Online-Stream!

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INDEPENDENT DAYS 20: Wiederholungstermin der Internationalen Filmfestspiele Karlsruhe findet vom 21. bis 25. Oktober 2020 statt Als eines der ersten Filmfestivals in Deutschland mussten die INDEPENDENT DAYS|20. Internationale Filmfestspiele aufgrund des Covid-19-Lockdowns ihren April-Termin absagen. Seitdem hat das Organisationsteam rund um Festivalleiter Dr. Oliver Langewitz zahlreiche Optionen durchgespielt, immer die aktuellen Entwicklungen und die damit verbundenen Möglichkeiten im Blick, die für Kulturveranstaltungen möglich sind. Nun steht fest, dass es vom 21. bis 25. Oktober 2020 eine hybride Ausgabe des Filmfestivals geben wird. So sind 22 Programmpunkte im Filmtheater SCHAUBURG und zwei Filmprogramme im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien geplant. Somit kann ein Gros der insgesamt 162 Filme aus 40 Ländern, welche das Programm-Komitee ausgewählt hatten, auch tatsächlich im Kino gezeigt werden. In der SCHAUBURG laufen die Filmprogramme von Mittwoch, 21. Oktober, bis Sonntag, 25. Oktober 2020, in den festen Zeitschienen 14:30 Uhr, 16:45 Uhr, 19:00 Uhr und 21:15 Uhr. Am Freitag und Samstag kommen noch zwei Spätprogramme um 23:15 Uhr dazu. "Uns war es sehr wichtig, unser Festival im Kinosaal stattfinden zu lassen, natürlich unter Einhaltung aller bestehenden Corona-Vorschriften. Umso mehr freut es mich, dass es uns gelungen ist, die meisten Filme auch tatsächlich im öffentlichen Raum aufführen zu können. Die SCHAUBURG hat nun schon seit Wochen ein ausgeklügeltes Hygienekonzept erprobt, sodass ein größtmöglicher Schutz des Publikums gewährleistet ist", betont Langewitz. "Dennoch müssen wir manche Programmpunkte wie die Workshops oder die AWARD GALA ins Internet verlegen, da uns deren Realisierung im Kino unmöglich erscheint." Die Festivalmacher bleiben sich bei der Programmgestaltung aber auch während der Corona-Pandemie treu. So locken insbesondere die Wettbewerbsblöcke des Publikumspreises um 19:00 und 21:15 Uhr in die SCHAUBURG. Die einzelnen Programme sind thematisch geordnet und tragen so

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illustre Namen wie "A Very Sad Symphony", "Am Siedepunkt", "Heartbreaks", "Gauner und Rebellen", "Außenseiter und Underdogs" und "Crazy People". Das Finale des Publikumspreises findet wie gewohnt am Samstag, 24. Oktober, um 19 Uhr statt, das Publikum kann dieses Jahr mithilfe ihres Smartphones digital über seinen Favoriten abstimmen. Auch verschiedene Langfilme befinden sich im Programm. So beginnt das Festival am Mittwoch um 14:30 Uhr mit dem Spielfilm "Faustdick". Darin landet eine Gruppe von Arbeitssuchenden in einer Weiterbildungsmaßnahme ganz besonderer Art. Denn: Die beiden Seminarleiter sind Hochstapler. Sie versuchen heimlich, mit den ahnungslosen Teilnehmern einen Horrorfilm zu drehen. Die Dreharbeiten tarnen sie als Kursübung – was natürlich schnell zu abenteuerlichen Verwicklungen führt! Ein Langfilm aus Polen läuft am Donnerstag um 16:45 Uhr. In "Windows, Windows" geht es um einen blutrünstigen Auerhahn und einen jungen Mann, der sich auf die Jagd begibt. Der brasilianische Beitrag "Taste Matters" am Samstag um 14:30 Uhr erzählt die Geschichte eines bekannten Sternekochs. Dieser verliebt sich in eine junge Managerin, die von Investoren geschickt wurde, um das Restaurant profitabler zu machen. Um 16:45 Uhr wird dem Musical-Genre gefrönt. In "KOPFKINO – Das Filmmusical" haut Lennard ab nach Berlin. Er zieht in eine Wohnung mit dem gut gelaunten Ben und der verrückten Fine. Doch Lennard hat schon viele Mitbewohner – zumindest in seinem Kopf. Um 23:15 Uhr endet der Samstag mit "The Witch and the Ottoman", eine Geschichte, die ins 17. Jahrhundert entführt, in welchem Angst, Aberglaube und Misstrauen die Köpfe der Menschen beherrschen. Natürlich kommt auch das Kurzfilm-Genre in diesem Jahr nicht zu kurz. Am Mittwoch um 16:45 Uhr gibt das "INDEPENDENT DAYS Opening Shorts" einen allgemeinen Überblick über das aktuelle Independent-Filmschaffen. Am Donnerstag um 14:30 Uhr lädt "Geschichten mit Herz" insbesondere Jugendliche ein. Die leicht verständlichen Kurzfilme werden mit inklusiven Untertiteln für Gehörlose und Hörgeschädigte gezeigt.


ANIMAL-MASKS

TASTE MATTERS – GOSTO SE DISCUTE

YEAR OF INNOCENCE

FAUSTDICK

STOLPERSTEINE S P E C I A L 21


FREISCHWIMMER

Aufgrund verschiedener internationaler Partnerschaften werden länderspezifische Kurzfilmprogramme gezeigt. So läuft in Kooperation mit dem Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe das am Freitag um 14:30 Uhr "Vive la France". Damit trägt das Festival seiner Partnerschaft des Interreg-Projektes "Film am Oberrhein" Rechnung, das den oberrheinischen Filmstandort voranbringen möchte. Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung werden am Sonntagabend um 19:00 Uhr die "India Shorts" und im Anschluss um 21:15 Uhr "African Shorts" gezeigt. Hintergrund ist das Label "Karlsruhe – UNESCO Creative City of Media Arts", bei welchem insbesondere Partnerschaften in diese geografischen Richtungen verstärkt werden sollen. Am Samstag um 21:15 Uhr werden die Filmbeiträge des Short Shortfilm Awards gezeigt. Hierbei handelt es sich um Kurzfilme, die eine Laufzeit von maximal fünf Minuten haben. Damit dürfte es sich mit 25 Beiträgen um den buntesten KurzfilmBlumenstrauß des diesjährigen Festivals handeln. Ein traditioneller Höhepunkt des Festivals dürfte zudem "Horror Worlds" am Freitag um 23:15 Uhr sein. Hier kommen Fans des gepflegten Horror-Kurzfilms auf ihre Kosten: Irgendwo im großen Dunklen Haus knarrt bedrohlich eine Tür. Eine knöcherne Hand öffnet langsam die Tür des alten Eichenschranks. In der Ferne heult ein Wolf und in einem geheimen Labor lauert ein tödlicher Killervirus darauf, auf die Menschheit losgelassen zu werden. Beim Roncalli-Forum Filmpreis am Sonntag um 14:30 Uhr werden Kurzfilme gezeigt, die sich auf besondere Weise mit dem Dialog zwischen den Religionen und Kulturen beschäftigen. Seien es die Menschen unterschiedlicher Herkunft in einem Straßencafé, die über die Musik zueinander finden, seien es die Menschen in einer Plattenbausiedlung, die Tür an Tür wohnen oder sei es eine essayistische Auseinandersetzung mit den Grenzen Europas und der Abweisung von Flüchtlingen. Um 16:45 Uhr folgt dann "COUPLES": In der Zweisamkeit entstehen die spannendsten Beziehungskonstellationen mit hohem Konfliktpotenzial. Dies Beweisen der Kurzfilm und mittellangen Filme dieses Programms auf ganz besondere Weise.

22 S P E C I A L

Um den Kontakt zwischen Publikum und Festivalteam so klein wie möglich zu halten, fällt der Festival-Counter im SCHAUBURG-Foyer in diesem Jahr weg. Daher können nur Tickets über die SCHAUBURG-Kasse erworben werden, idealerweise über den Weg der Online-Buchung. Tickets für die beiden ZKMProgramme sind ebenfalls nur online ab Ende September über die Festivalwebsite www.independentdays.de erhältlich. Eine Einzelkarte kostet regulär 9,50 Euro und ermäßigt 8,00 Euro. Festivalpässe und Tageskarten fallen in diesem Jahr weg, da die hierfür notwendige Infrastruktur und Einlassabwicklung aufgrund der Hygienevorschriften als nicht umsetzbar erscheint. "Natürlich müssen wir die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen bis zum Festival genau im Blick behalten und gegebenenfalls entsprechend reagieren. Auch bitten wir das Kino-Publikum, sich genau an die Hygiene-Vorschriften zu halten und unsere Mitarbeiter werden dies auch streng kontrollieren", so Langewitz, der allerdings auch bedauert, dass schon heute feststeht, dass die AWARD GALA nicht in gewohnter Form am Samstagabend stattfinden kann, denn ist dies für die Filmemacher immer ein ganz besonderer Moment. Auf die insgesamt elf Filmpreise im Wert von über 13.000 Euro, darunter der Filmpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe, der Filmpreis der Stadt Karlsruhe, der Newbie-Award der Messe Karlsruhe, der Best Actors-Award der Firma Vollack GmbH, der Short Shortfilm Award der Badischen Neuesten Nachrichten, der Female Award der Stadt Karlsruhe, der Roncalli-ForumFilmpreis und der Best Feature Film Award der Firma IAVF GmbH müssen diese allerdings nicht verzichten. Diese werden während des Festivals in Form einer Online-Gala auf Vimeo zusammen mit den Preisstiftern verliehen. Die Kino-Screenings der nominierten Filme kann das Publikum allerdings dennoch im Kinosaal genießen, denn wurde bei der neuen Programmierung darauf geachtet, dass diese Filme nicht nur online, sondern auch real vor Ort laufen. www.independentdays.de


THE VALIDATION OF VIOLET WORTH

THREE BLADES – TROIS MACHETTES

ABE'S STORY

SONG SPARROW

DISCONNECTED S P E C I A L 23


Täglich 15.00 Uhr

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01. – 07. OKTOBER

08. – 14. OKTOBER

15. – 21. OKTOBER

SCHNEEWITTCHEN UND DIE 7 ZWERGE

PETER HASE

DIE HEINZELS – RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNCHEN

Der erste abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios. Dieser Märchenfilm bildete aufgrund seines großen Erfolges den Grundstein für die weiteren Familien-Zeichentrickfilme aus dem Hause Disney.

Der quirlige Hase Peter hat es auf den Gemüsegarten von Mr. McGregor abgesehen. Dieser will sich das natürlich nicht gefallen lassen. Der Kleinkrieg zwischen Hase und Mann beginnt…

Seit 250 Jahren leben die Heinzelmännchen unter der Erde. Helvi, Kipp und Butz wiedersetzen sich dem Verbot, an die Erdoberfläche zu gehen. Sie treffen einen Bäckermeister, der von seinem Bruder ausgenutzt wird und wollen helfen.

JAHR: 2018 / LÄNGE: 95 MIN. / FSK: 0 JAHR: 1937 / LÄNGE: 88 MIN. / FSK: 0

JAHR: 2020 / LÄNGE: 78 MIN. / FSK: 0

22. – 28. OKTOBER

29. OKTOBER – 04. NOVEMBER

05. – 11. NOVEMBER

BIBI BLOCKSBERG UND DAS GEHEIMNIS DER BLAUEN EULEN

LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN

DIE BIENE MAJA – DER KINOFILM

Über ihre Hexerei hat Bibi die Schule vernachlässigt. Deshalb schicken sie ihre Eltern auf ein Ferieninternat. Das Konzentrieren fällt ihr aber auch dort schwer...

Im Wald herrscht große Trockenheit und die Tiere leiden Durst. In der größten Not weiß Rabe Kork einen Ausweg, doch der verlangt viel Mut.

JAHR: 2004 / LÄNGE: 119 MIN. / FSK: 0

JAHR: 2020 / LÄNGE: 82 MIN. / FSK: 0

Biene Maja widersetzt sich allen Regeln des Bienenstocks und bringt die Ordnung der Arbeitsgesellschaft mit ihrem Entdeckergeist mächtig durcheinander. JAHR: 2014 / LÄNGE: 90 MIN. / FSK: 0

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Es ist ganz einfach und viel günstiger als Sie vielleicht denken. Wenn gewünscht inklusive Feier mit Pizza, Chicken Nuggets oder Kuchen und Kakao. Eine Führung hinter die Kulissen der Schauburg ist möglich. Sprechen Sie uns einfach an ... Telefon 0721 35000 15 / -17 / -18 (Büro) / info@schauburg.de

24 NEU IM SEPTEMBER

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die SCHAUBURG von 1976 bis 2018 jährlich für ein hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet.


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SPECIALS OKTOBER 2020 PREMIERE IN ANWESENHEIT DES KARLSRUHER REGISSEURS MARC UHLIG

PREMIERE IN ANWESENHEIT VON REGISSEUR GEORG PELZER

SONNTAG, 04.10. UM 15.00 UHR

MONTAG, 09.11. UM 18.15 UHR

UNSER BODEN, UNSER ERBE

Wie lange kann die Erde den Menschen noch ernähren? Der Karlsruher Regisseur Marc Uhlig zeigt in seinem aufschlussreichen Kinodebüt die aktuelle Bedrohung der Landwirtschaft, aber auch Lösungsmöglichkeiten. Er konzentriert sich auf die Situation in Deutschland, wo die Zerstörung von fruchtbaren Böden immer weiter voranschreitet. Wir zeigen den Film als Baden- Württemberg- Premiere mit anschließendem Filmgespräch in Anwesenheit des Regisseurs.

FLUTEN

Als Jonas seinen Job verliert, schafft er es nicht, seiner Freundin Katharina davon zu erzählen. Jeden Morgen verlässt er daraufhin die gemeinsame Wohnung und treibt auf seinen täglichen U-Bahn-Fahrten ziellos durch die Großstadt. Bald entgleitet ihm die Kontrolle über die Ereignisse. Das Debut von Georg Pelzer besticht durch improvisierte Dialoge und schafft hiermit eine umwerfende Authentizität. Im Anschluss an die Vorführung steht der Regisseur für Fragen bereit.

SONDERVORSTELLUNG IN ANWESENHEIT VON REGISSEUR JEAN-PAUL SALOMÉ

EINE FRAU MIT BERAUSCHENDEN TALENTEN FREITAG, 09.10. UM 19.00 UHR

Zu Recht gilt Isabelle Huppert als eine der größten Schauspielerinnen des Weltkinos. Als schillernde Drogendiva führt sie die Polizei an der Nase herum. Ein turbulentes Komödien-Highlight für ungezähmte Frauen, die sich ihre Unabhängigkeit in der Männerdomäne bewahren wollen.

QUEERFILMNACHT IM SPANISCHEN ORIGINAL MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN

DER PRINZ

Wie es Regisseur Jean-Paul Salomé geschafft hat Huppert für die Hauptrolle seines Filmes zu gewinnen werden Sie am 09.10. direkt nach der Vorstellung persönlich von ihm erfahren.

MITTWOCH, 28.10. UM 21.00 UHR

Chile 1970. Am Ende einer durchzechten Nacht ersticht der 20-jährige Jaime seinen heimlich begehrten besten Freund. Im Gefängnis landet er in einer Gruppenzelle, die vom gefürchteten Potro geführt wird, den alle nur „den Hengst“ nennen. Potro wird Jaimes Beschützer und macht ihn zu seinem neuen „Prinzen“, erwartet dafür aber Loyalität und sexuelle Unterordnung. Mit pulsierenden Bildern fängt Regisseur Sebastián Muñoz eine schwule Beziehung an einem brutalen Ort ein, der zugleich besondere sexuelle Freiheiten bietet.

FESTIVAL DES OBSKUREN ITALIENISCHEN FILMS

DELIRIA ITALIANO FREITAG, 16. & SAMSTAG, 17.10.

Seltene Genrekost beim „Deliria Italiano“- Weekend am 16. & 17. Oktober in der Schauburg – präsentiert mit authentischen 35mm Filmbandkopien, selbstverständlich! Umgarnt wird dieser kleine Ausflug von fachkundigen Einführungen, Trailershows und Verlosungen. Mit an Bord: „Sieben goldene Männer“ (16.10. um 20.15 Uhr), „Suspiria“ (16.10. um 22.15 Uhr), „Friedhof ohne Kreuze“ (17.10. um 15.00 Uhr) und „Treffpunkt Todesbrücke“ (17.10. um 17 Uhr).

26 S P E C I A L S

PREMIERE IN ANWESENHEIT VON REGISSEURIN CARO LOBIG

WILDHERZ – AUF DER REISE ZU MIR SELBST MONTAG, 02.11. UM 18.00 UHR

Sie ist gerade mal 20 Jahre alt, voller Lebensfreude, aber ohne Plan unterwegs: Simone Hage verkörpert vieles, wonach sich andere sehnen. Sie macht, was sich die meisten Menschen nicht trauen. Die Bayerin hat mit 16 die Schule abgebrochen, um alleine mit dem Rucksack durch die Welt zu reisen. Sie wandert mit zwei Wildpferden von Bayern 1500 Kilometer hoch an die Ostsee und verbringt den Winter in Dänemark. Begleitet wird Sie von Regisseurin Caro Lobig, die nach Ihrem letzten Kinofilm „Magie der Wildpferde“ Ihren neusten Film wieder persönlich in der Schauburg vorstellen wird.


PREMIERE IN ANWESENHEIT VON REGISSEUR ROMAN DROUX

DER BÄR IN MIR FREITAG, 16.10. UM 17.30 UHR

Am äußersten Ende Alaskas erfüllt sich für den weitgereisten Filmemacher Roman Droux ein Traum. Er taucht in die Welt jenes Fabeltiers ein, das ihn seit seiner Kindheit fasziniert und in den Schlaf begleitete. Der bekannte Bärenforscher David Bittner nimmt ihn mit in das Land der Bären. Ein lebendiger Naturfilm für die ganze Familie, fern oberflächlicher Erklärungsversuche. Nach der Vorstellung begrüßen wir den Regisseur für ein Publikumsgespräch.

AUFZEICHNUNGEN AUS DER METROPOLITAN OPERA, NEW YORK Während die MET 2020 für Publikumsverkehr noch geschlossen bleiben muss zeigen wir ein Best-Of-Programm der letzten Jahre. Der Vorverkauf hat begonnen! SAMSTAG, 10.10. UM 19.00 UHR

GIUSEPPE VERDI: AIDA

(Aufzeichnung vom 06.10.2018) mit Anna Netrebko und Anita Rachvelishvili SAMSTAG, 07.11. UM 19.00 UHR

GIUSEPPE VERDI: IL TROVATORE (Aufzeichnung vom 03.10.2015) mit Anna Netrebko und Dolora Zajick SAMSTAG, 12.12. UM 19.00 UHR

GIUSEPPE VERDI: RIGOLETTO (Aufzeichnung vom 16.02.2013) mit Diana Damrau und Piotr Beczala

SURF-SPECIAL

CINE MAR – SURF MOVIE NIGHT (OMU) DONNERSTAG, 29. OKTOBER UM 20.30 UHR

Und wieder macht das Cine-Mar Team bei uns in der Schauburg Halt! Freut Euch auf ein neues Programm mit spektakulärer SurfAction auf unserer großen Cinerama-Bildwand im großen Saal. Neben Dokumentationen und Anime-Filme wird der Abend mit Gewinnspielen abgerundet. Surf On!

BALLETT-AUFZEICHNUNGEN AUS DEM BOLSCHOI-THEATER IN MOSKAU PREMIERE IN ANWESENHEIT VON REGISSEURIN CARMEN LOSMANN

OECONOMIA

SAMSTAG, 17. OKTOBER UM 12.00 UHR

Auch das Bolschoi wird erst 2021 neue Stücke vor Publikum und der Kamera aufführen, bis dahin zeigen wir drei der schönsten Aufführungen der letzten Jahre! Der Vorverkauf ist gestartet! SONNTAG, 04.10. UM 16.00 UHR

Der Dokumentarfilm OECONOMIA legt die Spielregeln des Kapitalismus offen und macht in episodischer Erzählstruktur sichtbar, dass die Wirtschaft nur dann wächst, dass Gewinne nur dann möglich sind, wenn wir uns verschulden. Jenseits von distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen des Ungeheuerlichen letztlich immer wieder verunmöglichen, macht sich der Film mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten.

ROMEO UND JULIA

Carmen Losmann („Work Hard – Play Hard“) entlarvt unser Wirtschafssystem als selbstzerstörerischen Mechanismus – die Regisseurin beehrt uns am 17. Oktober in der Schauburg.

DER NUSSKNACKER

Libretto: Sergei Prokofjew & Sergei Radlov SONNTAG, 01.11. UM 16.00 UHR

DIE KAMELIENDAME Choreographie: John Neumeier SONNTAG, 20.12. UM 16.00 UHR

Choreographie: Juri Grigorowitsch

S P E C I A L S 27


2020 OKTOBER

10. Oktober 2020, 19 Uhr

RIGOLETTO

Verdi

IL TROVATORE

Verdi

AIDA

Verdi

7. November 2020, 19 Uhr

12. Dezember 2020, 19 Uhr

Karten in der SCHAUBURG und Online unter www.schauburg.de

Profile for Schauburg Kino & Theater

Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters Karlsruhe  

Das Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters in Karlsruhe für den Monat Oktober 2020

Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters Karlsruhe  

Das Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters in Karlsruhe für den Monat Oktober 2020