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PROGRAMMHEFT DEZEMBER 2018


INHALT NEU IM DEZEMBER AB 6. DEZEMBER ASTRID UNDER THE SILVER LAKE CLIMAX AB 13. DEZEMBER DIE ERSCHEINUNG GEGEN DEN STROM RBG – EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT AB 20. DEZEMBER WESTWOOD: PUNK, IKONE, AKTIVISTIN DIE POESIE DER LIEBE DIE SCHNEIDERIN DER TRÄUME AB 25. DEZEMBER DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT Liebe Gäste und Freunde der Schauburg, AB 26. DEZEMBER DREI GESICHTER AB 27. DEZEMBER SHOPLIFTERS die Tage werden wieder kürzer. Untrügliche Zeichen, dass wir uns MARY SHELLEY langsam dem kürzesten Tag des Jahres nähern. Diesen kürzesten Tag

BEVOR DER VORHANG AUFGEHT

des Jahres feiern wir am 20. und 21. Dezember 2018 wie gewohnt unter dem Qualitäts-Label „Best Independent International Films“ (BIIF) mit insgesamt drei Kurzfilmprogrammen. Sicher eine willkommene Abwechslung im Vorweihnachtstrubel, das Programm finden Sie im Innenteil dieses Heftes oder unter www.kurzfilmtag.com. Schauen Sie doch mal herein. Zu guter Letzt bedanken wir uns bei Ihnen für die jahrelange Treue zur Schauburg und wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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SONDERPROGRAMM KINDERKINO SENIORENKINO

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SPECIALS IN DER SCHAUBURG

DER DEUTSCHE KURZFILMTAG 2018 SPECIALS IM DEZEMBER

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Mit cineastischen Grüßen

PROGRAMMVORSCHAU

UNSERE PROGRAMMVORSCHAU FÜR JANUAR 2019

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IMPRESSUM AUSGABE #115

Schauburg Kino Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 Fax: 0721 38 00 47 redaktion@schauburg.de schauburg.de REDAKTION Herbert Born, Wolfram Hannemann (www.wolframhannemann.de) GESTALTUNG Dušan Tomić HERAUSGEBER

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters, erscheint monatlich.


NEU IM DEZEMBER 04

ASTRID Schweden, Deutschland, Dänemark 2018

Biopic über die berühmteste Kinder- und Jugendschriftstellerin der Welt: Astrid Lindgren. Ein wunderschöner Film mit einer Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt. Allerbestes skandinavisches Erzählkino. Astrid wächst als Tochter einer streng protestantischen Familie im südschwedischen Vimmerby auf und ist zunächst vor allem mit dem Jungsein beschäftigt. Sie hat für die damalige Zeit – Anfang der 20er Jahre – viele Freiheiten, ist mutig, blitzgescheit und optimistisch, dabei alles andere als mädchenhaft – ein ziemlich temperamentvoller Wirbelwind. Mit 17, nach der Schule, erhält Astrid einen Job als Mädchen für alles in der Zeitungsredaktion des benachbarten Städtchens, und das bedeutet den Abschied aus dem Bullerbü-Land ihrer Kindheit. Endlich ein Hauch von Unabhängigkeit! Ihr Chef Reinhold Blomberg erkennt das erwachende Talent und lässt sie Reportagen schreiben. Astrid stürzt sich voller Begeisterung auf die Arbeit und bald darauf genauso begeistert in die Liebe zu Blomberg, der ebenfalls ein Freigeist ist, allerdings einer von der verheirateten Sorte. Astrid wird schwanger … Astrid Lindgren, wie sie wurde, was sie war: Der Film von Pernille Fischer Christensen ist alles andere als eine typische Künstlerbiographie. Hier geht es deutlich handfester und realistischer zu. Das Drehbuch reduziert den Menschen Astrid Lindgren nicht auf ihre Bücher oder Geschichten, sondern lässt diese faszinierende Frau und ihre Zeit lebendig werden, mit allen Problemen und Hindernissen, die ihr in den Weg gelegt wurden oder die sie sich selbst geschaffen hat, je nach Standpunkt. Vieles an diesem Film ist ganz besonders und ganz besonders gut: Wie es Pernille Fischer Christensen gelingt, die Stimmung und Atmosphäre der 20er Jahre einzufangen, die Kostüme, die in meist sanften Farben gehalten sind, herrliche Landschaftsbilder und die eindrücklichen Szenen von Astrids Leben in Angst und Armut. Vor allem anderen aber ist es Alba August, die unfassbar gut und einfühlsam die junge Astrid spielt. Sie ist das übermütige Kind, die einsame Frau, die wartende Geliebte, die glückselige und die verzweifelte Mutter – manchmal alles gleichzeitig, aber immer mit faszinierender Leichtigkeit und großer schauspielerischer Intelligenz.

AB 6. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE Pernille Fischer Christensen DREHBUCH Kim

Fupz Aakeson, Pernille Fischer Christensen DARSTELLER Trine Dyrholm, Alba August, Maria

Bonnevie, Björn Gustafsson, Magnus Krepper KAMERA Erik Molberg Hansen LAUFZEIT 121 Minuten FSK 6 VERLEIH DCM


»Ökothriller, Abenteuerfilm, Märchen und Komödie – Erlingssons Film über eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad ist all das und noch mehr: großes, originelles Arthousekino!«

»Eine mit traumhafter Sicherheit erzählte Geschichte über Solidarität und die Stärke der Frauen sowie ein Mix aus der Lakonie von Jarmusch und des magischen Realismus eines Kusturica.«

PROGRAMMKINO.DE

BLICKPUNKT FILM

»›Gegen den Strom‹ fesselt, rührt, belustigt und begeistert. Mehr kann niemand von einem Film erwarten.« DIE WELT

Ein Film von

Benedikt Erlingsson

www.gegen-den-strom-film.de

AB 13. DEZEMBER IM KINO


NEU IM DEZEMBER 06

UNDER THE SILVER LAKE USA 2018

Ein Tagträumer macht sich auf die Suche nach seiner verschollenen Nachbarin. Stilistisch mutiger Film von David Robert Mitchell („It follows“) mit einer Fülle filmischer und anderer popkultureller Anspielungen. Sam (Andrew Garfield) ist ein bisschen so etwas wie ein Tagträumer, der wegen Mietschulden drauf und dran ist, seine Bleibe in Los Angeles zu verlieren. Von seinem Balkon aus oder versteckt hinter seinen – Hitchcock lässt grüßen – Lamellenjalousien, schaut der 33-Jährige barbusigen Nachbarinnen nach, und als ihn die umwerfend schöne Sarah (Riley Keough) zu sich einlädt, beeindruckt ihn das natürlich kolossal. Als sie tags darauf spurlos verschwunden und ihr Appartement leergeräumt ist, wittert er – auch angesichts eines in der Wohnung an die Wand gepinselten mysteriösen Symbols aus dem Zeichensatz der Hobos (heimatlose amerikanische Wanderarbeiter) und eines Mannes mit Augenklappe – eine Verschwörung. Auf der Suche nach Sarah irrt er durch die Stadt der Engel, verliert seinen schicken Ford Mustang, findet eine Schachtel mit Miniaturstatuen früherer Hollywoodschönheiten, ist zu Gast bei Poolparties und im Modemilieu, begegnet einem suizidalen Comiczeichner und Frauen hinter Eulenmasken ebenso wie einem alten Mann, der von sich behauptet, bereits über Generationen hinweg der eine Schöpfer der gesamten populären Musik zu sein... Wie dem Hauptdarsteller Andrew Garfield wird einem da immer wieder ein Staunen ins Gesicht gezaubert, vermutlich wird ein einmaliges Sehen dieses lässig-stylischen und poetisch-vespielten Komödienthrillers gar nicht ausreichen, um all die Hinweise, die philosophischen wie moralischen Reflektionen und kulturgeschichtlichen Referenzen von Comic bis Super-Mario-Popkultur oder auch die vielen Anspielungen auf Hollywoodklassiker beim ersten Sehen zu erkennen und zu entschlüsseln, bzw. Zusammenhänge zu erkennen – etwa jenen verzerrten Verweis zu Beginn am Pool an Marilyn Monroe und den aufgrund ihres plötzlichen Todes nie vollendeten Film „Something‘s got to give“. Antworten gibt der Film nicht unbedingt. Doch wer bereit ist, sich zusammen mit Sam durch dieses ebenso elegant wie wild verschlungene Werk treiben zu lassen, wird garantiert belohnt.

AB 6. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE David Robert Mitchell DARSTELLER Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Zosia Mamet, Callie Hernandez, Patrick Fischler, Grace Van Patten, Jimmi Simpson, Don McMandus, Jeremy Bobb, Riki Lindhome u.v.m. LAUFZEIT 139 Minuten FSK 16 VERLEIH Weltkino Filmverleih


NEU IM DEZEMBER 07

CLIMAX Frankreich 2018

Die Party einer französischen Tanzgruppe läuft aus dem Ruder. Gaspar Noés neuer Film ist ein maßloses, von treibenden Klängen unterlegtes Spektakel für Augen und Ohren, das man so schnell nicht vergisst. Zwei Dutzend Tänzerinnen und Tänzer (u.a. Sofia Boutella, Romain Guillermic, Kiddy Smile) beziehen eine abgeschiedene Turnhalle, um ihre Choreografien zu üben. Bei der anschließenden Party kommt es jedoch zum kollektiven Exzess, denn: Ein Unbekannter hat LSD in die Sangría gemischt. Dem Glücksgefühl weichen Hass, Vorurteile und Brutalität. Zuneigung entwickelt sich in ungezügelte Lust und Verlangen. Bald fließt Blut. Am nächsten Morgen treffen Polizisten ein und entdecken das ganze Ausmaß einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Nacht. Drei Jahre nach seinem Liebes-Drama „Love“ kehrt Gaspar Noé mit „Climax“ zurück auf die große Leinwand. Europas wohl kontroversester Regisseur („Enter the void“, „Irreversibel“) inszenierte sein mit Thriller- und Horror-Elementen angereichertes Musical-Drama überwiegend mit Profi-Tänzern ohne Schauspielerfahrung. Der Film ist thematisch und hinsichtlich seiner Atmosphäre in zwei Abschnitte geteilt. Im ersten Teil stehen die Einführung der Protagonisten und die Tanzproben im Zentrum. Zu pulsierenden Disco-, Synthieund Hip-Hop-Klassikern filmt er die Tänzer in langen Einstellungen und außergewöhnlichen Kameraperspektiven. Mal ist die Kamera mitten im Geschehen, mal hält sie Abstand, mal beobachtet sie das Geschehen von oben. Nach der Probe beginnt die Aftershow-Party und damit ändert sich langsam aber sicher auch die Stimmung im Film. Es kommt in der Folge zum orgiastischen Rausch, bei dem Noé alle (audiovisuellen) Register zieht. Die Musik wird dabei zum pumpenden, fast aggressiven Soundtrack der entfesselten Szenen auf der Leinwand, die den Menschen als genusssüchtiges, paranoides und gewalttätiges Wesen zeigen, der einzig seine Bedürfnisse zu befriedigen versucht. Diese zweite Filmhälfte ist nichts für zarte Gemüter (bei der Pressevorführung verließen einige frühzeitig den Saal). Wie bei Noé üblich fällt allerdings auch das Wegsehen schwer, da er menschliche Abgründe so radikal offenlegt wie niemand sonst.

EIN

FILM

VON

DAVID ROBERT MITCHELL IT FOLLOWS

REGISSEUR VON

ANDREW

GARFIELD

RILEY

KEOUGH

AB 6. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE & DREHBUCH Gaspar Noé DARSTELLER: Sofia

Boutella, Romain Guillermic, Giselle Palmer, Taylor Kastle, Kiddy Smile, Lea Vlamos LAUFZEIT 95 Minuten FSK 16 VERLEIH Alamode

AB 6. DEZEMBER IM KINO /UNDERTHESILVERLAKE.DERFILM


NEU IM DEZEMBER 08

DIE ERSCHEINUNG »L'APPARITION« — Frankreich 2018

Ein rationaler Journalist wird mit einer möglichen Marien-Erscheinung konfrontiert. Das ist der spannende Ansatz von Xavier Giannolis Film, der vielfältige Fragen anreißt. Gerade ist der Journalist Jacques Mayano (Vincent Lindon) aus einem Krisengebiet zurückgekehrt, wo ein Kollege einem Terroranschlag zum Opfer gefallen ist, da bekommt er einen Anruf aus dem Vatikan. Warum er unbedingt nach Rom kommen soll, kann man ihm nicht sagen, doch die Neugier des Reporters siegt. In den heiligen Hallen erfährt Jacques schließlich warum man ihn braucht: Im Süden Frankreichs soll es eine Marien-Erscheinung gegeben haben, seitdem ist ein kleines Dorf zur Pilgerstätte geworden. Eine offizielle Untersuchungskommission des Vatikans, in der vor allem Vertreter der Kirche sitzen, aber auch der atheistische Journalist, soll nun feststellen, ob die Geschichte der 18jährigen Anna (Galatea Bellugi) der Wahrheit entspricht. Jacques journalistischer Eifer ist schnell geweckt und so ermittelt er vor allem in der Vergangenheit Annas … Von der Spannung zwischen einem im Kern rationalen Mann, der nicht an Gott glaubt und einem Ereignis, das nicht zu erklären scheint, lebt Gianollis Film lange. Ohne sich zu positionieren werden hier die finanziellen Interessen angedeutet, die bei einer Bewertung einer möglichen Erscheinung eine Rolle spielen, wird die Rolle des Vatikans hinterfragt, der Strukturen der Kirche, die ihre Macht bekanntermaßen nicht immer zu noblen Zwecken benutzt. Im Stile einer Detektivgeschichte ist das inszeniert, agiert Lindon in seiner typischen, stoischen Manier wie ein Ermittler, der sich immer mehr in das Thema verbeißt, der zwar ein Skeptiker ist, aber auch gewillt scheint, seinen Glauben zu hinterfragen, wenn er alle rationalen Erklärungen für die Erscheinung ausgeschlossen hat. Das Gianolli es nicht wagt, diese Ambivalenz bis zum Ende durchzuhalten, sondern stattdessen klare Antworten gibt, ist schade, sollte aber auch nicht überschatten, dass „Die Erscheinung“ über weite Zeit ein hervorragend gefilmtes Drama ist, das sich schwierigen Fragen stellt.

AB 13. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE Xavier Giannoli BUCH: Xavier Giannoli, Jacques Fieschi, Marcia Romano DARSTELLER

Vincent Lindon, Galatea Bellugi, Patrick d'Assumçao, Anatole Taubman, Elina Löwensohn, Claude Lévèque LAUFZEIT 137 Minuten VERLEIH Filmperlen


„MITTEN INS HERZ“ KINO-ZEIT.DE


NEU IM DEZEMBER 10

GEGEN DEN STROM »KONA FER Í STRÍ« — Island 2018

Eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad. Großes, originelles Arthousekino mit wunderbaren Bildern der isländische Natur und einer brillanten Hauptdarstellerin. Nach außen ist Halla eine patente, liebenswürdige Frau in den besten Endvierziger-Jahren, die allein lebt und als Chorleiterin arbeitet. Doch der Eindruck täuscht, denn Halla führt ein geheimes Doppelleben. In ihrer Freizeit ist sie eine Umweltaktivistin, die einsam, mutig und zielstrebig die isländischen Berge durchstreift, um Stromleitungen zu zerstören. Der Grund: Sie will die Natur retten, indem sie gemeinsame Machenschaften von Politik und Wirtschaft bekämpft und dafür sorgt, dass der Verkauf der isländischen Aluminiumindustrie nach China gestoppt wird. Auch wenn sie sich vieler Sympathien in der Bevölkerung sicher sein darf – die Obrigkeit betrachtet sie als Bedrohung. Als Halla erfährt, dass sie nach vielen Jahren der Wartezeit tatsächlich ein Kind aus der Ukraine adoptieren darf, verstärkt sie ihre Aktivitäten.. Spannung und Action, herrliche Bilder aus der ursprünglichen isländischen Bergwelt, eine Erzählweise, die bei allem Tempo und Schwung gelassen bleibt. Dazu eine wunderbare Hauptdarstellerin, Halldóra Geirharðsdóttir, die sehr sportiv mit Pfeil und Bogen als weiblicher Robin Hood die Wildnis durchstreift, eine arktische Schwester der Göttin Artemis - das ist Abenteuer pur und wirklich sehr, sehr gut gemacht. Halldóra Geirharðsdóttirs darstellerisches Repertoire ist beachtlich, sie überzeugt als rechtschaffene, liebenswürdige Chormusikerin, flotte Dame und Naturkind zugleich, als zu allem entschlossene Guerillakämpferin und Beschützerin der Natur. Ein besonders auffälliges Stilmittel ist der Musikeinsatz, denn Halla wird im wörtlichen Sinn von Musik begleitet. Ein Trio mit Schlagzeug, Tuba und Akkordeon ist stets in ihrer Nähe. Als quasi griechischer Chor zitiert er – wie das Artemis-Motiv – antike Muster, drei singende Frauen in ukrainischer Tracht gesellen sich später dazu. Das Timing ist dabei absolut perfekt. Dies zeugt dann unbedingt nicht nur vom handwerklichen Können, sondern auch vom Witz des Filmemachers, der, wie in „Von Menschen und Pferden“, mit Zitaten und Andeutungen spielt..

AB 13. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE Benedikt Erlingsson DREHBUCH Benedikt Erlingsson & Ólafur Egill Egilsson DARSTELLER

Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, Davíð Þór Jónsson, Charlotte Bøving, Hilmir Snær Guðnason LAUFZEIT 100 Minuten FSK 6 VERLEIH Pandora Film Medien


Illustration: © natcha29 – stock.adobe.com; Gestaltung: kummerdesign

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MIT DEN SCHAUBURG-GUTSCHEINEN FILM & KINOFRÜHSTÜCK AM SONNTAG (14,00 €) GOLDKARTE (5 x Kino für 30,00 €) KINOGUTSCHEIN (10,00 / 15,00 / 20,00 €)

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GROSSBILDWAND


NEU IM DEZEMBER 12

RBG – EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT USA 2018 — Dokumentarfilm

Mittlerweile ist sie 85 und immer noch Mitglied des Obersten Gerichtshofs der USA: Ruth Bader Ginsburg. Für politisch Interessierte ein lohnender Film und eine gute Gelegenheit, eine überaus scharfsinnige Frau kennenzulernen. Gerade In den USA ist Ruth Bader Ginsburg, besser bekannt als RBG, mit vielen Äußerungen bekannt geworden. Einer davon lautet: “I ask no favor for my sex. All I ask of our brethren is that they take their feet off our necks.” Frei übersetzt ungefähr: „Ich bitte nicht um Wohlwollen für mein Geschlecht. Alles, worum ich unsere Brüder bitte, ist, dass sie ihre Füße aus unserem Genick nehmen.“ Schon dieses Zitat zeigt viel von dem, was RBG ausmacht: Mut, Radikalität, Scharfsinn und Humor. In den USA ist sie mittlerweile eine Art Pop-Ikone. Dabei hat sie sich bestimmt nicht darum gerissen, im Mittelpunkt zu stehen. Sie war eine der ersten Jura-Professorinnen der USA und wurde in den 70er Jahren recht bekannt, weil sie als Anwältin zugunsten von Frauen Gerichtsurteile erkämpfte, die maßgeblich für die Entwicklung der Frauenrechte in den USA wurden. Ihr brillanter Geist, ihr klares analytisches Denken und ihre Hartnäckigkeit machten sie zu einer wichtigen Fürsprecherin der Frauenbewegung und zu einer Kämpferin für die verfassungsmäßigen Rechte von Minderheiten... Die immer noch sehr aktive, engagierte Juristin spricht sehr klar und deutlich, manchmal auch mit leiser Ironie über die Vergangenheit und über ihr Privatleben. Doch sobald es um ihr ureigenes Metier geht, um die Rechtsprechung, wird sie absolut professionell. Die beiden Filmemacherinnen wählten für ihr Doku-Biopic die klassische chronologische Variante, die sie mit zahlreichen Interviews, Fotos, Film- und Fernsehbildern aus Archiven und aus Privatbesitz ausstaffieren. Man sieht RBG auf Empfängen, Schulund Collegeveranstaltungen, bei Fernsehauftritten und mit ihrem Personal Trainer beim Sport. Ihre Freundinnen, die deutlich lebhafter sind als die Porträtierte, berichten lachend über RBGʼs Fitnesseinheiten. Trotz vieler Verweise und Bezüge ist es aber nicht nötig, sich mit dem amerikanischen Rechtswesen auszukennen, um diesen Film zu schätzen. Es genügt zu erkennen, dass hier eine sehr kluge, engagierte Frau unterwegs ist, die mit großem Einsatz für Gerechtigkeit kämpft.

AB 13. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG

WESTWOOD: PUNK, IKONE, AKTIVISTIN »WESTWOOD: PUNK, ICON, ACTIVIST« — Großbritannien 2018

Im klassisch aufgebauten Doku-Porträt rekapituliert die Filmemacherin Lorna Tucker die biographischen Stationen Vivienne Westwoods, eine Außenseiterin im Mode-Business. „Lassen Sie es einfach hinter uns bringen,“ meint Vivienne Westwood am Anfang des Films. Einwürfe dieser Art folgen im Verlauf der Doku noch häufiger. Westwood erweist sich in den Interviews als ebenso störrisch wie ihre Modeschöpfungen und kapituliert nur widerwillig vor den Fragen der Regisseurin Lorna Tucker: „Ich werde alles erzählen – es ist so langweilig.“ Die Modedesignerin ist keine leicht zugängliche Protagonistin. Auch deswegen kommt ihr das Porträt nicht sonderlich nah, liefert aber immerhin einen Überblick über ihre Biographie und die Phasen ihrer Modedesigns. Es war ein langer Weg, bis die 1941 in Großbritannien geborene Vivienne Westwood zur Modeikone aufstieg. 17-jährig zog die aus einfacher Familie stammende Künstlerin nach London, wo sie die Swinging Sixties und die Subkultur der Punkszene miterlebte. Gemeinsam mit dem „Sex Pistols“-Manager Malcolm McLaren, den sie jung heiratete, eröffnete sie einen alternativen Laden an der Kings Road. Nach der Scheidung von McLaren entwickelte Westwood ihre Handschrift weiter, wurde aber von der Modebranche ignoriert und in Talkshows vom Publikum ausgelacht. Als 1985 ein hoch dotierter Vertrag mit Giorgio Armani platzte, musste sie Sozialhilfe beantragen. Doch letztlich wurde die Querdenkerin zwei Jahre in Folge als Designerin des Jahres prämiert und schaffte den Durchbruch in der Modewelt. Heute nutzt sie ihre Bekanntheit als Umweltschutzaktivistin und tritt bei Protestaktionen als Rednerin auf. Tucker zeichnet Westwoods Werdegang chronologisch nach, begleitet die Protagonistin zu Modenschauen und unterfüttert die einzelnen Stationen mit Interviews und Archivmaterial. Westwoods progressiver Designhandschrift und ihrer bis ins hohe Alter bewahrten Punk-Attitüde wird der Film nur in wenigen Momenten gerecht, etwa wenn das Titelthema des Kubrick-Klassikers „Clockwork Orange“ ertönt, der ebenso Skandale machte wie Westwoods Mode. Anders als im intimen Porträtfilm „Lagerfeld Confidential“ gibt es in der Dokumentation nur wenige Momente, in denen Tucker der Designerin auf persönlicher Ebene nahe kommt.

AB 20. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Lorna Tucker MITWIRKENDE Vivienne REGIE & BUCH Betsy West, Julie Cohen LAUFZEIT 97 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung VERLEIH

Koch Films

Westwood, Christina Hendricks, André Leon Talley LAUFZEIT 83 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung VERLEIH NFP marketing & distribution


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24.02.19

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NEU IM DEZEMBER 14

DIE POESIE DER LIEBE »MR & MME ADELMAN« — Frankreich, Belgien 2017

Die Geschichte einer drei Jahrzehnte überdauernden Liebe. Ein auf die Leistungen seiner Hauptdarsteller konzentriertes Lebensdrama, das auf ein Publikum im gehobenen Alter zugeschnitten ist. Bei der Beerdigung des Literaturstars Victor Adelman (Nicolas Bedos) sorgen dessen seltsame Todesumstände für Gesprächsstoff. Klärung kann Adelmans Witwe Sarah (Doria Tillier) bringen, die dem Verstorbenen über vierzig Jahre lang in Liebe verbunden war. In einem Gespräch mit dem Nachwuchsautor Antoine (Antoine Gouy), der eine Adelman-Biographie verfassen will, rekapituliert Sarah die Stationen des gemeinsamen Lebens mit Victor. Als die beiden in jungen Jahren 1971 in einem Pariser Club aufeinandertreffen, funkt es sofort, doch im Gegensatz zu Sarah will der zu dieser Zeit noch erfolglose Victor keine feste Bindung zulassen. Der Zufall – oder das Schicksal? – führt die beiden jedoch erneut zusammen. Victor und Sarah heiraten, bekommen Kinder, ringen mit Eifersüchteleien und lernen, mit dem Reichtum und Ruhm des Literaturstars Adelman umzugehen. An Höhen und Tiefen mangelt es in der lebhaften Beziehung nicht, wobei das von Nicolas Bedos und Doria Tillier geschriebene Skript naturgemäß vor allem die Krisen in den Blick nimmt. Das Kapitel, in denen das Paar frisch verliebt ist, fällt besonders kurz aus. Die Phase sei langweilig, meint Sarah im Interview, weil sie und Victor einfach nur glücklich waren. Der Autor und Schauspieler Nicolas Bedos, der die männliche Hauptrolle als Victor spielt und erstmals Regie führt, inszeniert die von 1971 bis ins Jahr 2003 andauernde Liebesgeschichte in gediegener Manier. Der Fokus auf die Dialoge, die hier oft beim Abendessen stattfinden, und Sarahs in die jeweiligen Abschnitte einleitende Erzählerinnenstimme erzeugen einen literarisch wirkenden Erzählfluss, bei dem Montagen zu Musik die vergehende Zeit illustrieren. Schon der Umstand, dass die Geschichte mehrere Jahrzehnte mit den entsprechenden Kostümen und Dekors umfasst, sorgt für Abwechslung. Auch der teils zynische Humor funktioniert, wenn Victor beispielsweise seinen langjährigen Therapeuten aufsucht, während dieser im Sterbebett einfach nur seine Ruhe haben will.

AB 20. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE Nicolas Bedos DREHBUCH Nicolas Bedos, Doria Tillier DARSTELLER/INNEN Doria Tillier,

Nicolas Bedos, Denis Podalydès, Antoine Gouy, Christiane Millet, Pierre Arditi, Julien Boisselier LAUFZEIT 120 Minuten VERLEIH temperclayfilm


NEU IM DEZEMBER 15

DIE SCHNEIDERIN DER TRÄUME Indien, Frankreich 2018

Die Romanze zwischen einem ungleichen Paar: der Hausangestellten Ratna und ihrem Herrn aus Mumbais Oberschicht. Ein indisches Kino-Juwel, meisterlich in Szene gesetzt vor dem Hintergrund der quirligen Megacity Mumbai. Im pulsierenden Leben der flirrenden Metropole Mumbai versucht Ratna (Tillotama Shome) ihr Glück. Selbstbewusst entkommt sie damit ihrem düsteren Schicksal als Witwe auf dem Land. Und so arbeitet sie als Dienstmädchen im Haushalt einer reichen Familie. Doch die junge ambitionierte Frau besitzt Hoffnungen und Träume. Nicht nur, dass sie Geld für das Studium ihrer Schwester Choti spart, sie möchte irgendwann Schneiderin und dann Modedesignerin werden. Aber als die arrangierte und aufwändige Hochzeit ihres Dienstherrn Ashwin (Vivek Gomber) platzt, ist ihr Job in Gefahr. Denn, dass eine junge verwitwete Frau mit einem alleinstehenden Mann in einer Wohnung lebt, ist ein Tabu. Während er scheinbar alles hat, um glücklich zu sein, versinkt er in Depression und Selbstmitleid. „Das Leben ist nicht vorbei“, versucht sie ihn zu trösten und überschreitet damit eigentlich eine Grenze... Sparsam an Dialogen, jedoch reich an Gesten, verdichtet sich der Film zum Porträt weiblicher Stärke vor dem Hintergrund traditioneller Strukturen. Mehr minimalistisch, ohne hektische Handkamera und poppiger Optik, treibt Regisseurin Rohena Gera das Entstehen der feinen Beziehung voran: Hier ein Wort, dort ein Blick, hier eine Geste. Man kommt sich zaghaft näher ohne es auszusprechen. Zart verknüpft sie in ihrem Spielfilmdebüt die Schicksale eines melancholischen Sohnes aus der Oberschicht und einer, trotz allem, optimistischen, jungen Witwe vom Land. Kreischend bunte Paillettensaris, wilde Tanzeinlagen und schmalzige Liebesszenen, wie man sie sonst aus Bollywood-Filmen kennt, haben in dem Arthouse-Film genauso wenig Platz wie folkloristischer Indien­klim­bim à la Darjeeling Limited oder dunkle Bilder von Armut und Gewalt wie in „Slumdog Millionaire“. Nur das Ganesh Chaturthi, ein Fest zu Ehren des Elefantengottes, bringt scheinbar etwas Exotik in den Film, die jedoch keineswegs überzogen wirkt.

AB 20. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE & DREHBUCH Rohena Gera DARSTELLER Tillotama

Shome, Vivek Gomber, Geetanjali Kulkarni, Rahul Vohra, Divya Seth Shah MUSIK Pierre Avia LAUFZEIT 99 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung) VERLEIH Neue Visionen Filmverleih

EIN FILM VON

GASPAR NOE „NICHTS KONNTE EINEN VORBEREITEN AUF DIE GNADENLOSE BRILLANZ VON CLIMAX !“ BLICKPUNKT:FILM

/CLIMAXDERFILM

WWW.CLIMAX-FILM.DE


NEU IM NOVEMBER

NEU IM DEZEMBER

DIE DOKU-SENSATION, ÜBER DIE GANZ AMERIKA SPRICHT

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IKONE. HELDIN. FREIGEIST.

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT Deutschland 2018

Der neue Film von Oscar-Preisträgerin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“, „Jenseits der Stille“) – basierend auf dem gleichnamigen Romanbestseller von Hape Kerkeling.

SUPERHELDIN MIT 85 – RUTH BADER GINSBURG, RICHTERIN AM SUPREME COURT

EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT

Ruhrpott 1972. Der pummelige neunjährige Hans-Peter wächst auf in der Geborgenheit seiner fröhlichen und feierwütigen Verwandtschaft. Sein großes Talent, andere zum Lachen zu bringen, trainiert er täglich im Krämerladen seiner „Omma“ Änne. Aber leider ist nicht alles rosig. Dunkle Schatten legen sich auf den Alltag des Jungen, als seine Mutter nach einer Operation immer bedrückter wird. Für Hans-Peter ein Ansporn, seine komödiantische Begabung immer weiter zu perfektionieren. Die berührende Kindheitsgeschichte eines der größten Entertainer Deutschlands, Hape Kerkeling. Regisseurin Caroline Link über ihren Film: „Am Neujahrstag 2017 lag ich mit einem frisch gerissenen Kreuzband in einem Tiroler Berghotel im Bett und habe mir das Drehbuch von Ruth Toma, das mir erst wenige Tage zuvor zugeschickt worden war, durchgelesen. Vom ersten Moment hat mich diese Geschichte gepackt. Diese Kombination aus Komik und Trauer hat mich sofort sehr gerührt. Da war dieser pummelige neunjährige Junge, der so verzweifelt, aber durchaus mit viel Talent seine Mutter aus ihrer Depression retten will. Das hatte etwas ganz Einzigartiges. Noch dazu war es ja eine wahre Geschichte. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit den erwachsenen Hape Kerkeling vor Augen. Ruth Toma hat ja viele Anleihen aus seinen bekannten Sketchen in seine Kindheit übertragen. Und ich wusste damals kaum etwas über Hapes dramatische Kindheitsgeschichte. Die Beschreibung von Hapes Familie, die schrullige Herzlichkeit einer jeden Figur, die Geborgenheit im familiären Verbund, auch wenn jeder auf seine Art spinnt – das kenne ich aus meiner eigenen Geschichte, dazu fällt mir viel ein. Wie er bin ich in der Provinz aufgewachsen. Die Welt, die er erlebt hat, das Milieu der einfachen Leute, das alles kenne ich genau. Auch in meiner Familie gab es die kriegstraumatisierten Großeltern, die exaltierten Tanten, die warmherzigen Verwandten, mit denen man prima feuchtfröhliche Familienfeste feiern konnte. Als ich das Drehbuch zugeklappt habe, wusste ich, dass ich das verfilmen wollte.“

AB 25. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Caroline Link​DARSTELLER Julius Weckauf, Katharina Hintzen, Sönke Möhring​LAUFZEIT 100 Minuten FSK 6 VERLEIH Warner

AB 13. DEZEMBER IM KINO


NEU IM DEZEMBER 17

DREI GESICHTER Iran 2018

Eine Schauspielerin und ein Regisseur werden mit einer traditionellen, patriarchalische Kultur konfrontiert. Bemerkenswert zeitgeistiger Film mit dem Fokus auf die Rolle und vor allem die Unterdrückung von Frauen. Mit einem minutenlangen Handyvideo beginnt „Drei Gesichter“, gefilmt von Marziyeh (Marziyeh Rezaei), einer jungen Frau, die auf dem Land lebt, aber davon träumt, Schauspielerin zu werden. Sie fleht um Aufmerksamkeit, berichtet von der Unterdrückung durch ihre Familie, die sie daran hindert, ihren Traum zu verwirklichen und sie schließlich – scheinbar – in den Selbstmord treibt. Gerichtet war das Video vor allem an die erfolgreiche Schauspielerin Behnaz Jafari (Behnaz Jafari), die das Video über Umwege erhalten hat und nun voller Schuldgefühle auf der Suche nach der jungen Frau ist. Zusammen mit einem Freund, dem Regisseur Jafar Panahi (Panahi selbst), fährt sie in den ländlichen Nordwesten des Landes, um Marziyeh zu finden. Im Heimatdorf der jungen Frau stoßen sie auf eine traditionelle, patriarchalische Kultur, die kein Verständnis für den ungewöhnlichen Traum zeigt, sich künstlerisch zu verwirklichen. Unweit des Dorfes lebt schließlich auch die ältere Schauspielerin Shahrazade, die vor der iranischen Revolution eine Berühmtheit war … Ob diese Schauspielerin das dritte Gesicht des Titels von Jafar Panahis neuem Film ist, mag man vermuten. Zu Gesicht bekommt man Shahrazade nie, nur in der Ferne sieht man ihren Schatten am Fenster, in der abgeschlossenen Welt ihres Hauses, die für Panahi in doppelter Weise unsichtbar bleibt. Als Figur in seinem Film bleibt er außen vor, während sich Behnaz Jafari um die anderen Frauen des Dorfes kümmert, aber auch als Regisseur des Films untersagt er es sich, einen Blick in eine Welt zu werfen, deren Probleme und Sorgen er nachfühlen kann, die aber doch weit weg von seinen eigenen Erfahrungen sind. Seinen vierten Film hat Panahi nun schon gedreht, seit er mit Hausarrest und Arbeitsverbot belegt wurde. „Drei Gesichter“ ist nun ein Panahi-Film, der oft an die Filme seines Lehrers Abbas Kiarostami erinnert. Dieser konfrontierte in etlichen Filmen einen aus Teheran stammenden Intellektuellen mit der ländlichen Bevölkerung des Irans und ließ dadurch Moderne auf Tradition prallen.

AB 26. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Jafar Panahi BUCH Jafar Panahi, Nader Saeivar DARSTELLER Behnaz Jafari, Jafar Panahi,

Marziyeh Rezaei, Maedeh Erteghaei, Narges Del Aram LAUFZEIT 100 Minuten VERLEIH Weltkino


NEU IM DEZEMBER 18

MARY SHELLEY Großbritannien 2017

Ein rebellischer Teenager verliebt sich in einen aufstrebenden Dichter und wird selbst zur Ikone der britischen Literatur. Biopic, das der jungen Pionierin romantischer Literatur ein längst fälliges Denkmal setzt.

SHOPLIFTERS Japan 2018

Ein Ladendieb und eine Arbeiterin finden nachts auf der Straße ein vernachlässigtes Mädchen und nehmen es spontan bei sich auf. Ein berührendes Lehrstück in Humanismus und Nächstenliebe – ganz ohne erhobenem Zeigefinger. Sie sind eingespieltes Team. Vater und Sohn baldowern beim gemeinsamen Laden-Diebstahl im Supermarkt geschickt aus, wie die Einkaufsliste lässig für lau abgehakt werden kann. Als raffinierte Mini-Meisterdiebinnen erweisen sich auch die beiden kleinen Mädchen im Angler-Geschäft. Der kleine Clan um den Bauarbeiter Osamu lebt dicht gedrängt im Häuschen von Großmutter Hatsue. Sechs Menschen aus drei Generationen, die nicht unbedingt miteinander verwandt sind aber bedingungslos zusammenhalten. „Familie geht durch Herz und Magen, nicht durchs Blut“ heißt es einmal über diese Wahlverwandtschaften. Nach diesem Prinzip handeln Osamu und seine Partnerin Nobuyo auch, als sie nachts auf dem Heimweg auf das kleine Mädchen Yuri treffen. Spontan retten sie die Kleine vor der Kälte und nehmen sie mit nach Hause … Wie üblich erweist sich der langjährige Dokumentarfilmer Hirokazu Kore-eda („Like Father, Like Son“) als genauer Beobachter, der seine Figuren mit psychologischer Präzision entwickelt und behutsam ihre Geschichten erzählt. Eine Story wie diese, zumal mit kleinen Kindern, könnte leicht zum Sozialkitsch oder Armutsporno mutieren. Diese Gefahr besteht bei dem japanischen Meisterregisseur zu keiner Minute. Bereits bei den ersten Bildern bekommt man das sichere Gefühl: Hier stimmt einfach alles. Der Eindruck trügt nicht, sondern er trägt bis zum Abspann. Die gekonnte EmpathieOffensive lässt den Zuschauer schnell zum mitfühlenden Komplizen dieser Außenseiter werden. Die mögen Kleinkriminelle, Kindesentführer oder Pensionsbetrüger sein („Großmutter ist toll, sie hilft uns auch noch nach ihrem Tod.“). Aber bekanntlich kommt erst das Fressen, dann die Moral.

AB 27. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Hirokazu Kore-eda DARSTELLER Lily Franky,

Sakura Ando, Mayu Matsuoka, Kilin Kiki, Kairi Jyo LAUFZEIT 121 Minuten FSK 12 VERLEIH Wild Bunch Germany

Als aufmüpfiger Teenager vertreibt sich Mary Wollstonecraft Godwin (Elle Fanning) am liebsten die Zeit im gemütlichen Buchladen ihres Vaters, einem finanzklammen Philosophen. Nach einem heftigen Streit wird die Rebellin samt Schwester zu Verwandten nach Schottland geschickt. Die Begegnung mit dem attraktiven Poeten Percy Shelley (Douglas Booth) sorgt indes für Aufregung. Die Sechzehnjährige ist von dem fünf Jahre älteren Dichter begeistert – und umgekehrt! Trotz der massiven Drohungen des Vaters zieht das Paar zusammen. Bei einem gemeinsamen Besuch des schillernden Lord Byron (Tom Sturridge) in dessen Villa am Genfer See, macht der Dandy einen folgenschweren Vorschlag: Alle Gäste sollen am Abend, bei reichlich Wein, spontan eine Gruselgeschichte zum Besten geben. In dieser Nacht wird für Mary die Idee zur melancholischen Monster-Saga des „Frankenstein“ geboren. Die aus Saudi-Arabien stammende Regisseurin Haifaa AlMansour wurde vor sechs Jahren mit der deutsch-saudischen Koproduktion „Das Mädchen Wadjda“ gefeiert. Für die feministische Vorkämpferin aus dem Orient lag es nahe, ihrer künstlerischen Pionier-Schwester aus England ein Biopic zu widmen. Der KostümSchinken bietet ausreichend, was das Genre braucht: Herz. Schmerz. Intrigen. Eifersucht und natürlich Happy End. Während das „Burberry“-Model Douglas Booth die passende Besetzung für den blasierten Schönling Percy darstellt, hat Elle Fanning („Super 8“) einiges mehr zu bieten. Mit über 40 Filmen auf dem Buckel, verkörpert die 20-Jährige mit erstaunlicher Leichtigkeit die Höhenflüge und Tiefschläge ihrer Figur und hält souverän die Balance zwischen trotzigem Rebellentum und sensibler Verletzlichkeit. Hätte eine Mary Shelley nicht ein radikaleres Porträt verdient? Über 50 Prozent der Filmstudierenden hierzulande sind weiblich. Fast alle Chefposten der föderalen Filmförderung sind in Frauenhand. Und dann bedarf es einer resoluten Regisseurin aus Saudi-Arabien, um ein Biopic über eine feministische Avantgardistin zu realisieren? Das hätte der Mutter aller Monster wohl ganz gut gefallen können!

AB 27. DEZEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Haifaa Al-Mansour DARSTELLER Elle Fanning, Douglas Booth, Bel Powley, Tom Sturridge, Stephen Dillane, Maisie Williams, Joanne Froggatt, Ben Hardy LAUFZEIT 120 Minuten VERLEIH Prokino


t h g i n d Mi s e i v o M ! r e h c e r b n e h c o n Edition K

r haolin Der Bronzeschwur de S eimnis der Todesschlange 29.12.18. Das Geh e lag aus gelber Höll h sc er u Fe . 19 1. .0 05 Bruce Lee“) (aka „Ein Mann wie Fu – Der gelbe Tiger g n u K n li ao h S . 12.01.19 ühle n in der Knochenm re h o tz li ch S ei w Z 19.01.19. schflegel schlagen re D ei w Z . 19 1. .0 26 alles kurz und klein aolin siegreichen der Sh 02.02.19. Die 10 goldenen Drachen es d ch au h es d To 09.02.19. Der ten des Adlers at ch S im r eh k ck ü 16.02.19. Die R lin berspeer der Shao 23.02.19. Der Sil ye, Bruce Lee 02.03.19. Goodb

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RONJA RÄUBERTOCHTER

DIE UNGLAUBLICHEN 2

DIE KLEINE HEXE

Ronja und Birk versöhnen ihre zwei verfeindeten Räuberfamilien miteinander. Verfilmung des Kinderbuchs von Astrid Lindgren.

Fortsetzung des Animationsabenteuers von Pixar über eine Familie von Superhelden, die zugleich alltägliche Probleme und internationale Schurken bekämpft.

Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers von Otfried Preußler, um die kleine Hexe und ihren Raben Abraxas, die auch wie die großen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg herumfliegen möchten.

JAHR: 1984 / LÄNGE: 120 MIN. / FSK: 0 JAHR: 2018 / LÄNGE: 103 MIN. / FSK: 6

JAHR: 2018 / LÄNGE: 103 MIN. / FSK: 0

20. – 26. DEZEMBER

27. DEZEMBER – 02. JANUAR

PETTERSSON & FINDUS – DAS SCHÖNSTE WEIHNACHTEN ÜBERHAUPT

DER ZAUBERER VON OZ

Zweiter Realfilm nach den Kinderbestsellern des schwedischen Autors Sven Nordqvist. JAHR: 2016 / LÄNGE: 86 MIN. / FSK:

STAG SK IN D ER ! AC H TU N G G EB U RT stag habt Ihr An Eurem Geburt

FREIEN EerINkinoTR! ITT ins Kind

Das Mädchen Dorothy, die Vogelscheuche, der Zinnman und der ängstliche Löwe suchen den Zauberer von Oz, in der Hoffnung, dass dieser ihre Wünsche erfüllen kann. JAHR: 1939 / 102 MIN. / FSK: 0

GEBURTSTAGSFEIER IM KINO??

Es ist ganz einfach und viel günstiger als Sie vielleicht denken. Wenn gewünscht inklusive Feier mit Kuchen, Kakao und Führung hinter die Kulissen der Schauburg. Sprechen Sie uns einfach an ... Telefon 0721 35000 15 / -17 / -18 (Büro) info@schauburg.de

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die SCHAUBURG von 1976 bis 2017 jährlich für ein hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet.


DEZEMBER

SENIORENKINO Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 5€ inkl. 1 Glas Sekt

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05.12.

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


SPECIALS IN DER SCHAUBURG 22

BEST INDEPENDENT INTERNATIONAL FILMS PRÄSENTIEREN

DER DEUTSCHE KURZFILMTAG 2018 MIT DREI KURZFILMPROGRAMMEN IN SCHAUBURG In diesem Jahr steht der 7. Kurzfilmtag unter dem Motto von „Stadt. Land.Fluss“ und natürlich sind auch das Filmboard Karlsruhe und die SCHAUBURG am 20. und 21. Dezember 2018 wie gewohnt unter dem Qualitäts-Label „Best Independent International Films“ (BIIF) mit insgesamt drei Kurzfilmprogrammen dabei. Zudem ist das BIIF ein offizieller Programmpunkt der Weihnachtsstadt Karlsruhe, für alle Kulturhungrigen in der Vorweihnachtszeit. Am Donnerstag, 20. Dezember, beginnt das zweitägige BIIF-Festival um 19 Uhr mit dem „Kurzfilmprogramm 1: Für Gourmets und Feinschmecker“. Die größten Streits brechen immer wieder gerne am Küchentisch, im Restaurant oder in der Kneipe aus. Die besten Freunde werden hier zu Feinden, Familien zerbrechen und vermeintlich harmonische Rendezvous werden zum Fiasko. Mehr als delikat geht es also in diesem Kurzfilmprogramm zu. Was wäre Liebe ohne Erinnerung? Und was Leidenschaft ohne Erwiderung? Die Emotionen kochen hoch in diesem Kurzfilmprogramm, sei es auf einer Krankenhaustoilette, einem fremden Land oder in der traurigen Einsamkeit eines Puppenspielers, der von seiner Frau verlassen wurde. Um 21 Uhr startet das „Kurzfilmprogramm 2: Liebe und andere Laster“. Am Freitag geht es um 17 Uhr mit dem „Kurzfilmprogramm 3: Stadt.Land.Fluss“ weiter. Wir haben es uns am Kurzfilmtag nicht nehmen lassen, das diesjährige Motto aufzugreifen und ein spezielles Kurzfilmprogramm zusammen zu stellen. Epische Landschaften, urbane Städte und pitoresque Siedlungen: und dazwischen Menschen mit ihren Sorgen, Nöten, Hoffnungen und Wünschen.

KURZFILMPROGRAMM BEST INDEPENDENT INTERNATIONAL FILMS

1. FÜR GOURMETS UND FEINSCHMECKER

DONNERSTAG, 20. DEZEMBER UM19:00 UHR SCHAUBURG, KARLSRUHE

2. LIEBE UND ANDERE LASTER

DONNERSTAG, 20. DEZEMBER UM 21:00 UHR SCHAUBURG, KARLSRUHE

3. STADT.LAND.FLUSS

FREITAG, 21. DEZEMBER UM 17:00 UHR SCHAUBURG, KARLSRUHE ÜBER DEN KURZFILMTAG Einmal im Jahr, am 21. Dezember, verwandeln sich landauf, landab die unterschiedlichsten Orte in temporäre Kinos. Dort, aber auch in vielen „echten“ Kinos bestimmt dann das kurze Format den Spielplan. Über 20.000 Zuschauer machen sich am kürzesten Tag des Jahres zwischen Husum und Konstanz auf den Weg, um auf professioneller oder improvisierter Leinwand in kurzfilmische Welten einzutauchen. Geboren wurde der Kurzfilmtag 2011 in Frankreich als „Le jour le plus court“. Seit 2012 findet er in Deutschland statt und wird von der AG Kurzfilm, dem Bundesverband Deutscher Kurzfilm, koordiniert. Der Kurzfilmtag hat sich inzwischen zu einem international bedeutsamen Kulturereignis entwickelt, mehr als 20 Länder nehmen teil. Schirmherrin der deutschen Ausgabe ist die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters.

WWW.KURZFILMTAG.COM


CHINA im Kino Traumfabrik #16

OmU – Originalfassung mit Untertitel; OmeU – Originalfassung mit engl. UT; dt – deutsche Synchronfassung; Änderungen sind nicht beabsichtigt, müssen wir uns jedoch ausdrücklich vorbehalten. Gestaltung: kummerdesign

Interkulturelle Annäherungen, zwischen Tradition und Globalisierung

immer sonntags 15 Uhr in der schauburg (falls nicht anders angegeben) Di 16.10.2018 Hero (Director’s Cut) Zhang Yimou. China 2002, dt. 18 Uhr

So 28.10.2018 So 4.11.2018 So 11.11.2018 So 18.11.2018 So 25.11.2018 So 2.12.2018 So 9.12.2018 Mi 12.12.2018 18 Uhr

So 16.12.2018 So 13.1.2019 Fr 18.1.2019 17:30-19 Uhr

Auftaktveranstaltung mit Mikroeinführung, Film, Kinogespräch und Buffet-Networking Anschl. Kinogespräch mit dem Sinologen Prof. Dr. Marc Matten (Univ. Erlangen-Nürnberg)

55 Tage in Peking Nicholas Ray. USA 1963, 35mm, Technicolor, dt. Dragon Inn King Hu. Taiwan 1967, OmU Bruce Lee – Todesgrüsse aus Shanghai Lo Wei. Hongkong 1972, 35mm, dt. The Killer John Woo. Hongkong 1989, 35mm, OmeU Lebewohl, meine Konkubine Chen Kaige. China 1993, dt. Eat Drink Man Woman Ang Lee. Taiwan 1994, dt. Der letzte Kaiser Bernardo Bertolucci. GB/Italien 1987, 70mm, dt. Ai Weiwei – Bildkünstler und Filmemacher Medien, Kunst, Politik und Transkulturalität – Filmexploratorium mit Film-/Videoclips im ZKM Medientheater, Lorenzstr. 19, EG. Eintritt FREI

2046 Wong Kar-wei. Hongkong 2004, 35mm, dt. Kill Bill Vol.2 Quentin Tarantino. USA 2004, 35mm, dt. Fremde Welten, interkulturelle Perspektiven: Filme aus und über China

Beginn AWWK-Filmseminar in der Schauburg, 6 Termine. Info/Anmeldung: www.awwk-karlsruhe.de

So 20.1.2019 So 27.1.2019 So 3.2.2019

A Touch of Sin Jia Zhangke. China/Japan 2013, OmU Feuerwerk am helllichten Tag Diao Yinan. China 2014, dt. Human Flow Ai Weiwei. Deutschland 2017, OmU

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

In Zusammenarbeit mit CuLTURE China - The KIT Network for Innovation in Cultural Learning and Training in a University and Research Environment. Alle Filme mit Mikroeinführung von Wolfgang Petroll (Filmdozent, ZAK); nach dem Film Kinogespräch. Filmreihe kuratiert von Wolfgang Petroll (ZAK), Herbert Born, Marcus Vetter (Schauburg). Eintritt: 9€ / Studierende/ermäßigt 7,50€ /Seminarteilnehmer 6€

Mit freundlicher Unterstützung der


SPECIALS IM DEZEMBER 24

FILMFESTIVAL

TRAUMFABRIK #16 – CHINA IM KINO Unsere Traumfabrik geht in die 16. Runde. In Zusammenarbeit mit dem ZAK und der AWWK eröffnet Dozent Wolfgang Petroll jede Vorstellung mit kurzer Einführung. Nach den Filmvorstellungen gibt es Raum zur Diskussion.

QUEERFILMNACHT

PRINCESS CYD (ENGL. OMU) MITTWOCH, 26. DEZEMBER UM 21:00 UHR

Die 16-jährige Cyd und ihre Tante Ruth haben grundlegend andere Ansätze beim Thema Liebe: Cyd erkundet gerade ihr sexuelles Begehren, hat Sex mit dem Nachbarsjungen und verliebt sich in die smarte Kellnerin Katie. Ruth hingegen ist Langzeit-Single und hat scheinbar kein Bedürfnis, daran etwas zu ändern. In seinem neuen Film porträtiert Regisseur Stephen Cone mit feinem Gespür für kleine Gesten, Blicke und Zwischentöne zwei komplexe Frauenfiguren. Ein berührender Film über weibliche Sensibilität, Sexualität und Befreiung.

EAT DRINK MAN WOMAN SONNTAG, 2. DEZEMBER UM 15:00 UHR Ein Meisterkoch, Vater dreier Töchter mit Liebeskummer, versucht die Familie mit sonntäglichen Mahlzeiten zusammenzuhalten. Einziger Film von Ang Lee („Der Eissturm“), der in Taiwan spielt.

DER LETZTE KAISER SONNTAG, 9. DEZEMBER UM 15:00 UHR

BAHNHOFSKINO DELUXE IN ANALOGER 35MM FILMPROJEKTION

MIDNIGHT MOVIES: EDITION KNOCHENBRECHER AB 22. DEZEMBER IMMER UM 23 UHR IM GROSSEN SAAL

Puyi, 1908-12 letzter Kaiser der Mandschu-Dynastie, kommt mit zwei Jahren auf den Thron, erlebt nach seinem Sturz den Bürgerkrieg, kollaboriert mit der japanischen Besatzungsmacht, gerät in Stalins Gulag und in maoistische Umerziehungslager. Bertoluccis monumentales Epos wurde mit 9 Oscars ausgezeichnet. Gebührend zeigen wir den Film in einer analogen 70mm Filmkopie.

Bad Taste in der Schauburg: Begleitend zu unserer Traumfabrikreihe „China im Kino“ zeigen wir zur Spätvorstellung ein paar BodensatzPerlen des chinesischen Kung Fu-Kinos der 70er Jahre. Nach dem überraschenden Erfolgen der Filme Bruce Lees und seinem unerwartet schnellen Ableben formierten sich clevere Filmproduzenten, um den Karate-Hype weiter auszuschlachten. So wurden in den Jahren 1974-79 circa 100 Kung Fu-Filmchen meist billig heruntergekurbelt. Es erwarten Euch Werke wie Feuerschlag aus gelber Hölle, Der Todeshauch des goldenen Drachen oder Der Silberspeer der Shaolin …

EXTREMSPORT SPECIAL

REEL ROCK 13

DIENSTAG, 18. DEZEMBER UM 20:00 UHR Auch die neue Staffel von REEL ROCK macht in der Schauburg halt. Schnallt Euch an für die wildesten Kletter- und Abenteuer-Sportfilme aus diesem Jahr. Umrahmt wird das Programm von Live-Moderationen und Gewinnspielen.Sichert Euch schnell die Karten – die Nachfrage ist groß.

2046 SONNTAG, 16. DEZEMBER UM 15:00 UHR Wong Kar-Wais letzter Film vor seiner Abwanderung nach Hollywood ist auch sein bildgewaltigster: 2046 zeigt einen mit sich hadernden Schriftsteller in Hongkong. Während er an einem Science-Fiction-Roman schreibt, tauchen Erinnerungen an die Frauen auf, die für sein Leben wichtig waren. Vier Story-Linien kreuzen sich zu futuristischer Kameraführung in einem Strudel aus imaginären Zeitreisen (Die Zahl 2046 spielt auf das Jahr an, in dem das Selbstverwaltungsstatut von Hongkong in der VR China endet). Hiernach macht die Traumfabrik Weihnachtspause.


SPECIALS IM DEZEMBER 25

AUFZEICHNUNG AUS DEM BOLSCHOI IN MOSKAU

DON QUICHOTTE

SONNTAG, 2. DEZEMBEER UM 16:00 UHR Cervantes Held erwacht in dieser von Kritikern gefeierten Inszenierung zu neuem Leben. Mit Elan und herausragender Technik führen die Haupttänzer Ekaterina Krysanova und Semyon Chudin eine spektakuläre Besetzung an. Inspiriert von den heroischen Geschichten tapferer Ritter zieht Don Quichotte de la Mancha gemeinsam mit seinem treuen Diener Sancho Panza los, um die perfekte Frau Dulcina zu erobern.

LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DER METROPOLITAN OPERA IN NEW YORKS

LA TRAVIATA

SAMSTAG, 15. DEZEMBER UM 19:00 UHR LA TRAVIATA ist wahrscheinlich neben Mozarts „Zauberflöte" die beliebteste aller Opern. Die „Walzeroper" - ursprünglich wollte Verdi ihr den Titel „Amore e morte" geben - erzählt in betörendem Dreivierteltakt eine bewegende Geschichte um Liebe und Tod, in der Opernliteratur geradezu unzertrennlich. Unvergleichliche Melodien garantieren ein atemberaubend gefühlvolles Opernerlebnis. Eine Neuinszenierung mit Traumbesetzung!

„Ein Road Feel Good Movie“ Thierry Frémaux, Cannes Film Festival

„Mit großer Leichtigkeit und Humor“ Zeit Online

„Panahi verzaubert das Publikum“ Deutsche Welle

LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DEM BOLSCHOI IN MOSKAU

DER NUSSKNACKER

SONNTAG 23. DEZEMBER UM 16:00 UHR Der Weihnachtsklassiker kehrt in dieser Live-Übertragung auf die majestätische Bolschoi-Bühne zurück. Der Nussknacker nimmt das Publikum mit auf eine magische Reise durch eine verzauberte Welt, zwischen tanzenden Schneeflocken und lebendig gewordenen Puppen, begleitet durch Tschaikowskis geniale Partitur. Am Weihnachtsabend erwacht Maries Nussknacker auf magische Weise zum Leben und wird zu einem Prinzen. Ein wunderbares Abenteuer beginnt.

AB 26.12. IM KINO /DreiGesichter.DerFilm


PROGRAMMVORSCHAU 26

UNSERE PROGRAMMVORSCHAU FÜR

JANUAR 2019

3. JANUAR 2019

3. JANUAR 2019

27. JANUAR 2019

Die 1873 geborene Schriftstellerin und Sidonie-Gabrielle Colette galt schon zu Lebzeiten als emanzipierte Frau, die ihrer Zeit in vielen Dingen voraus war. Das Biopic über die freigeistige Französin konzentriert sich auf die frühen Jahre Colettes, in denen sie als Ghostwriterin für ihren Ehemann reüssierte und peu à peu die gesellschaftlichen Gepflogenheiten überwand. Eingängiges Unterhaltungskino im historischen Setting.

Joan und Joe Castleman sind seit fast 40 Jahren verheiratet. Als Joe für sein literarisches Oeuvre mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden soll, reisen sie gemeinsam nach Schweden. Zwischen hochoffiziellen Empfängen, Ehrfurchtsgebaren und Damenprogramm werden die Risse der Ehe sichtbar und eine unruhige Unzufriedenheit beginnt durch Joans stoische Fassade zu brechen. Grandioses Schauspielerkino.

Es ist der Triumph eines Mannes, der einen Unterschied gemacht hat und das Drama derer, die eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte wegen dem, was er getan hat, überlebt haben. Sorgfältig restauriert aus dem Originalfilmnegativ in makelloser High Definition und unter der Leitung von Spielberg, ist der Film eine kraftvolle Geschichte, deren Lehren aus Mut und Glauben auch heute noch Generationen inspirieren.

REGIE Wash Westmoreland DARSTELLER Keira Knightley, Dominic West, Eleanor Tomlinson

REGIE Björn Runge DARSTELLER Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater

REGIE Hirokazu Kore-eda DARSTELLER Rirî Furankî, Sakura Ando, Mayu Matsuoka

10. JANUAR 2019

17. JANUAR 2019

31. JANUAR 2019

Je nach Sichtweise als Utopie oder Dystopie mag man die Welt betrachten, die Marine Francen in ihrem bemerkenswerten Debütfilm beschreibt: Eine Welt ohne Männer, in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Handvoll Frauen in einem abgelegenen Bergdorf leben, anfangs voller Illusionen, die bald jedoch von der Realität zerstört werden.

Kaum eine Wahl hat die Öffentlichkeit so stark beschäftigt wie die von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Als einer der Wenigen, die das Ergebnis vorhergesagt haben, offenbart Oscar®-Preisträger Michael Moore die Umstände und Mechanismen, die zur Machtergreifung des umstrittenen Kandidaten geführt haben. Furchtlos, provokativ und hochgradig unterhaltsam.

Ein latent rassistischer Einfaltspinsel heuert in den 60er Jahren als Chauffeur für einen sehr gebildeten, schwarzen Musiker an. Die Tour führt in den tiefsten Süden der USA - und die Abgründe der alltäglichen Diskriminierung. Aus dem ungleichen Duo werden alsbald ziemlich beste Freunde. Vergnüglichstes Arthouse-Kino in Bestform!

REGIE Marine Franssen DARSTELLER Pauline Burlet, Alban Lenoir, Géraldine Pailhas

REGIE Michael Moore

REGIE Peter Farrelly DARSTELLER Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini

COLETTE

DAS MÄDCHEN, DAS LESEN KONNTE

DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS – THE WIFE

FAHRENHEIT 11/9

SCHINDLERS LISTE (WIEDERAUFFÜHRUNG IN 4K)

GREEN BOOK – EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT


100 DINGE

AB DO

6.12.

Von Florian David Fitz („Der geilste Tag“) Mit Florian David Fitz („Der Vorname“) Matthias Schweighöfer („Vaterfreuden“) Maria Furtwängler („Tatort“) Hannelore Elsner („Die Kommissarin“) Miriam Stein Toni liebt seine Espressomaschine. Paul liebt sein Handy. Toni kann nicht ohne Haarpillen, Paul nicht ohne seine heiligen Sneakers. Aber vor allem kann Paul nicht ohne Toni und Toni nicht ohne Paul. Aber das wissen sie nicht. Immer geht es darum, wer besser oder cooler ist, und das haben sie jetzt davon: Jetzt sitzen sie da, ohne Möbel, ohne Kleidung, nackt und verfroren. Hundert Tage, haben sie gewettet, müssen sie auf alles verzichten. Jeden Tag kommt nur ein Gegenstand zurück. Und das ist erst Tag eins!

FILMhighlights im DEZEMBER AB DO

20.12. Von James Wan („Fast & Furious 7“) Mit Jason Momoa („Conan“) Amber Heard („Drive Angry“) Willem Dafoe („Spider-Man“) Nicole Kidman („Moulin Rouge“)

LadyPalast inkl. ein Glas Sekt

Aquaman, der mit bürgerlichem Namen Arthur Curry heißt, ist als Sohn des menschlichen Vaters Tom Curry und der atlantischen Mutter Atlanna berechtigt, den Thron von Atlantis zu besteigen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Mera regiert er das mythische Königreich und lässt sich dabei von Vulko beraten. Aquaman kann dank seiner Abstammung nicht nur unter Wasser atmen, sondern auch per Telepathie mit Meerestieren kommunizieren und ist ein extrem schneller Schwimmer – als diese Fähigkeiten muss er einsetzen, als er es mit dem machthungrigen Ocean Master zu tun bekommt.

nur Mi 5.12. um 19:45 Uhr

TABALUGA - DER FILM

3D

AB DO

6.12.

Von Sven Unterwaldt („Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“, „Otto‘s Eleven“) Der kleine Drache Tabaluga lebt mit seinem besten Freund, dem Glückskäfer Bully, und seinem Ziehvater, dem Raben Kolk, im idyllischen Grünland. Es könnte alles so schön sein, doch Tabaluga will es nicht gelingen, sein Feuer zu entfachen und ohne Feuer fühlt er sich nicht als richtiger Drache. Eines Tages erfährt er, dass der böse Herrscher Arktos im fernen Eisland nicht nur seine Eltern getötet hat, sondern noch dazu dabei ist, Grünland zu vereisen. Tabaluga nimmt seinen ganzen Mut zusammen und bricht gemeinsam mit Bully auf, um diese Bedrohung von seiner Heimat abzuwenden. Dabei lernt er im Eisland den Eisbären Limbo und die schöne Eisprinzessin Lilli kennen. Durch sie entdeckt Tabaluga die Macht der Liebe, die endlich auch sein Feuer zu entzünden vermag. Dank Lilli ist er nun stark genug, sich gegen das Böse zu stellen…

PREVIEW am So 2.12. 14:30 Uhr AB DO

13.12.

PREVIEW am Mi 19.12.

BUMBLEBEE

3D

AB DO

20.12.

Von Travis Knight („Kubo: Der tapfere Samurai“) Mit Hailee Steinfeld („Ender‘s Game“) Justin Theroux („Girl on the Train“) Angela Bassett („Olympus Has Fallen“) Im Jahr 1987 versteckt sich das mysteriöse Maschinenwesen Bumblebee in der Gestalt eines alten VW Käfers auf dem Schrottplatz einer kleinen kalifornischen Küstenstadt. Kurz vor ihrem 18ten Geburtstag und auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, findet die rebellische Charlie (Hailee Steinfeld) den kaputten und kampfgeschwächten Bumblebee. Mit mechanischem Geschick beginnt sie ihn zu reparieren und lernt schnell, dass es sich keineswegs nur um eine alte Schrottmühle handelt …

Von Christian Rivers Mit Hugo Weaving („Der Herr der Ringe“) Stephen Lang („Avatar“) Die Ressourcen werden in der fernen Zukunft immer knapper und die Städte streiten sich unentwegt darum. Mittlerweile sind die urbanen Dschungel nicht mehr an einem Ort verankert, die Städte stehen auf riesigen Rädern, mit denen sie über die Erdoberfläche fahren - immer auf der Suche nach Essbarem und anderweitig notwendigem Material. Das Leben des Stadtbewohners Tom Natsworthy ändert sich vollkommen, als er eine schönen jungen Frau aus dem Ödland trifft.

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT

AB DI

25.12.

Von Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“) Mit Julius Weckauf Luise Heyer Sönke Möhring („Inglourious Basterds“) Joachim Król („Der bewegte Mann“)

MARY POPPINS‘ RÜCKKEHR

3D

AB DO

20.12.

Von Rob Marshall („Chicago“) Mit Emily Blunt („Girl on the Train“) Lin-Manuel Miranda („Hamilton“) Meryl Streep („er Teufel trägt Prada“) Ben Wishaw („Spectre“) Emily Mortimer („Hugo“) Julie Walters („Harry Potter“-Reihe) Colin Firth („The King’s Speech“) London in den 1930er Jahren, mitten in der Wirtschaftskrise: Michael Banks ist inzwischen erwachsen geworden und arbeitet für die Bank, bei der auch schon sein Vater angestellt war. Er lebt noch immer in der Cherry Tree Lane 17 mit seinen mittlerweile drei Kindern – Annabel, Georgie und John und der Haushälterin Ellen. Seine Schwester Jane Banks tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter und setzt sich für die Rechte der Arbeiter ein. Zusätzlich hilft sie Michaels Familie wo sie kann. Als sie einen persönlichen Verlust erleiden, tritt Mary Poppins auf magische Weise wieder in das Leben der Familie Banks und mit Hilfe ihres Freundes Jack kann sie die Freude und das Staunen zurück in ihr Zuhause bringen.

Ruhrpott 1972. Der pummelige neunjährige Hans-Peter wächst auf in der Geborgenheit seiner fröhlichen und feierwütigen Verwandtschaft. Sein großes Talent, andere zum Lachen zu bringen, trainiert er täglich im Krämerladen seiner „Omma“ Änne. Aber leider ist nicht alles rosig. Dunkle Schatten legen sich auf den Alltag des Jungen, als seine Mutter nach einer Operation immer bedrückter wird. Für HansPeter ein Ansporn, seine komödiantische Begabung immer weiter zu perfektionieren. Die berührende Kindheitsgeschichte eines der größten Entertainer Deutschlands, Hape Kerkeling.

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PROGRAMMHEFT DEZEMBER 2018 DORIA

NICOLAS

TILLIER

BEDOS

„Grandiose Romantik für die Leinwand!“ The Hollywood Reporter

„Die schönste Liebesgeschichte des Jahres!“ Variety

EIN FILM VON

NICOLAS BEDOS

Denis PODALYDÈS Antoine GOUY Christiane MILLET Pierre ARDITI Zabou BREITMAN Julien BOISSELIER

AB 20.12.2018 IM KINO

Programmheft Dezember 2018 - Schauburg Cinerama Karlsruhe  

Das Programmheft Dezember 2018 des Schauburg Cinerama Programmkinos in Karlsruhe

Programmheft Dezember 2018 - Schauburg Cinerama Karlsruhe  

Das Programmheft Dezember 2018 des Schauburg Cinerama Programmkinos in Karlsruhe