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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

Bei Unzustellbarkeit retour an: risControl, 3701 Oberthern, Oberthern 33

NR. 08 • 2014 • HEFT 421 • 35. JAHRGANG • EURO 10,00

Neue Wege Bei ARAG Österreich wurde tüchtig um- und aufgebaut.

Autoupdate

Alles rund um Österreichs beliebtestes Fortbewegungsmittel, das Auto.

Realitätsverweigerung Ereignisse die nur den Nachbarn treffen, aber nie einen selbst.


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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser!

Frauen werden deswegen nicht bessergestellt bzw. gleich entlohnt wie ihre männlichen Kollegen, nur weil jetzt statt Fließbandarbeiter gendergerecht Fließbandarbeiterin gesagt wird. Die sprachliche Aufwertung der Putzfrau, jetzt eine facility Managerin, macht das imaginäre Lohnsackerl nicht wirklich schwerer. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, ob Sie einen Putzmann kennen? Mein (virtuelles) Wörterbuch übrigens auch nicht. Aber wenn Straßenschilder ausgetauscht werden sollen, um den Hinweis auf die Fußgängerzone in eine FußgängerInnen Zone gendergerecht darzustellen, fehlt mir das Verständnis. Die Kosten, ob dieser neuen Schilder, sollte man dem Frauenhaus spenden. Abgesehen davon finde ich es persönlich bedenklich, dass unsere aufgeklärte Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer ein Frauenhaus zum Schutz der Frauen braucht. Das ist ein wichtigerer Ansatz als Kunstworte für beide Geschlechter zu finden, damit Mann und Frau sprachlich gleich gestellt sind (Auszubildende statt Lehrling oder Studierende statt Studenten und Studentinnen). Es fehlt eigentlich auch ein Männerhaus, oder? Immer mehr Gendergegner bilden sich die versuchen, die Schriftgebarung wieder lesbarer zu machen, weil der Lesefluss und das Textverständnis massiv erschwert wird. Andere bestehen unbedingt darauf, weil es sonst den Wert der Frau untergräbt. Ich bin wirklich überzeugt, dass viele Frauen, wahrscheinlich die Mehrheit, andere Probleme haben. Denjenigen hilft auch die Umbenennung in FußgängerInnen Zone kaum. Wir, in der Redaktion haben beschlossen, wir gendern ab sofort nicht mehr in unseren Artikeln. Also, liebe Frauen bitte seid uns nicht böse, wir schätzen alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht gleich, aber wir bleiben bei der „bösen“ alten Schreibweise und werden das „I“ nicht mehr verwenden. Denn sonst ist so mancher Artikel nicht mehr lesbar. Lustig wär`s aber doch, wenn wir ein Horoskop veröffentlichen in dem wir gendern, also Widder und Widderin, Fisch und Fischerin, und als Schmankerl Stier und Stierin. Ihre Doris Schachinger Chefredakteur

Gender-Hinweis Im Sinne einer besseren Lesbarkeit der Texte wurde von uns entweder die männliche oder weibliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung des jeweils anderen Geschlechts. Frauen und Männer mögen sich von den Inhalten unserer Zeitschrift gleichermaßen angesprochen fühlen. Wir danken für Ihr Verständnis.

Einmal noch

Bereits bei Beginn der Diskussion und auch bei der Einführung der allseits beliebten gendergemäßen Schreib- und Sprachweise, habe ich meine Meinung kundgetan. Jetzt muss ich mich noch einmal dem Thema widmen. Dass ich kein Freund der „Genderei“ bin, ist nun hinreichend bekannt.


INHALT

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risControl 08/14 Ausgabe-Nr.: 08 | risControl 08/2014 Heft-Nr.: 421 | 35. Jahrgang

EDITORIAL

3 Einmal noch

KARRIERE

6 DONAU VERSICHERUNG: Wechsel 6 ERGO AUSTRIA: Führungswechsel 6 NÜRNBERGER VERSICHERUNG: Leiterin 6 KÄRNTNER LANDESVERSICHERUNG: Maklerservice 7 VERCON WIRTSCHAFTSBERATUNG GMBH: Vertriebsleitung 7 CASCAR: Veränderung 7 Todesfall

14 Neue Wege

KURZNACHRICHTEN

8 INDIEN: Versicherungen boomen 8 BRITISCHE AUFSICHT: Transparenz bei Erneuerungen 8 QUANTUM LEBEN: Neues Produkt 8 ERGO: Notruf App 9 SCHWEDEN: Aus für Traditionsmarke? 9 ACREDIA VERSICHERUNG: Big Player 9 CREDIT SUISSE: Rote Zahlen 9 GENERALI/ITALIEN: Verkauf 9 VKI: Vorerst Recht erhalten 10 HAPAG LLOYD: Umweltgerecht 10 CHINA: Land des Lächelns 10 SWISS LIFE: Auslandsgeschäft 10 CREDITREFORM: Neubeginn 10 KFZ-ZULASSUNG: Super Öffnungszeiten

30 Herausforderung

KOMMENTAR

12 Gefahrensignale bei Staatsanleihen erkennen

INTERVIEW

14 ARAG ÖSTERREICH: Neue Wege 32 EFM VERSICHERUNGS AG: Herausforderung

VERSICHERUNG

20 Autoupdate 23 VVO ÖSTERREICH: „Der Weg ist das Ziel“ 42 WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG: PflegerIn mit Herz 42 COFACE: Serbien 42 VVO ÖSTERREICH: „Der Weg ist das Ziel“ 42 COFACE: Brasilien 43 ÖSTERREICHISCHE LÄNDERVERSICHERER (VÖL): Erstmals auf Platz vier 43 VVO ÖSTERREICH: Einmalerlag

20 Autoupdate


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INHALT

TITELGESCHICHTE

24 Realitätsverweigerung

WIRTSCHAFT

12 Zusammenhänge von Unternehmensgröße, Sortimentsbreite bzw. -tiefe und Erfolg in der österreichischen Versicherungswirtschaft

MARKT

24 Realitätsverweigerung

29 HÖHER INSURANCE SERVICES GMBH: Staatswappen 29 GRECO JLT GRUPPE: Neues Mitglied 44 Shitstorm

VERANSTALTUNG

34 HELVETIA VERSICHERUNG: Groß Aufgekocht 36 NIEDERÖSTERREICHISCHE VERSICHERUNG: Sponsor Partnerschaft 36 IGV INTERESSENGEMEINSCHAFT ÖSTERREICHISCHER VERSICHERUNGSMAKLER: Fünf-Jahresfeier 37 NÜRNBERGER VERSICHERUNG AG: Charity Gold Turnier 37 WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNGSVEREIN: Kulturerlebnis 38 INSTITUT FÜR VERSICHERUNGS WISSENSCHAFTEN E.V. AN DER UNIVERSITÄT LEIPZIG: Gelungener Start

34 Groß Aufgekocht

FINANZEN

40 STANDARD LIFE: Neues Portfolio 40 CREDITREFORM: Insolvenzstatistik 40 GENERALI VERISCHERUNG: Zukunftsstudie

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Abo

Impressum: “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221, Telefon: +43 (0)720 515 000, Fax: +43 (0)720 516 700, e-mail: office@riscontrol.at Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, Christoph Schönfellner, Layout

38 Gelungener Start

Titelbild: risControl, Weitere Bilder: risControl, Andreas Kolarik, Arman Rastegar, WKNÖ/Wieser, Spiola, 123rf.de, Nürnberger. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/ Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2012 / (ca)


KARRIERE

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DONAU VERSICHERUNG

ERGO AUSTRIA

Wechsel

Führungswechsel

Prof. Elisabeth Stadler wird ab 1. September die neue Generaldirektorien der Donau Versicherung. Das Führungsteam besteht dann aus Vorstandsdirektor Reinhard Gojer MBA, Mag. Gerhard Lahner und Mag. Harald Riener. Dazu Elisabeth Stadler: „Die Donau Versicherung ist eines der führenden Versicherungsunternehmen in Österreich und ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und die Herausforderung, das Unternehmen auf dem kompetitiven Markt in Österreich weiter voran zu bringen.“ Die gebürtige Niederösterreicherin studierte Versicherungsmathematik an der Technischen Universität Wien und machte Karriere in der österreichischen Versicherungswirtschaft in den Funktionen als Vorstandsmitglied und als Vorstandsvorsitzende.

Thomas Schöllkopf ist vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates Nachfolger von Prof. Elisabeth Stadler. Prof.Stadler ist zum 31.8.2014 aus der ERGO Austria International AG ausgeschieden. „Ich habe mit ERGO die Chance ergriffen, den Weg für die Positionierung einer neuen Versicherungsmarke aufzubereiten. Dank der Unterstützung und dem hohen Engagement meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir ein extrem ambitioniertes Programm in einer sehr kurzen Zeit erfolgreich umgesetzt“ erklärt Elisabeth Stadler. Diese Entscheidung wurde gemeinsam und im Einvernehmen mit den Eigentümern der ERGO Austria getroffen. „Frau Stadler hat einen sehr hohen Anteil daran, dass unsere verschiedenen Unternehmen, Kulturen und Unternehmens-prozesse zu einer neuen Einheit unter der Marke ERGO geformt wurden. Dafür gebührt Frau Stadler

NÜRNBERGER VERSICHERUNG

Leiterin Mag. Stephanie Harant hat die Leitung der Abteilung Produktund Vertriebsförderung in der Nürnberger Ve r s i c h e r u n g AG Österreich übernommen. Die gebürtige Oberösterreicherin verfügt über langjährige Branchenerfahrung. Zuletzt war sie in einem großen österreichischen Finanzvertrieb für das Produkt- und Risikomanagement zuständig. Mag. Harant: „Aus meiner bisherigen Arbeit weiß ich, welche Anforderungen Vertriebspartner an gute Produkte und Services stellen. Diese Erfahrungen möchte ich in meine neue Tätigkeit einbringen.“

besonderer Dank und persönlich hohe Wertschätzung“, betont Thomas Schöllkopf, derzeitiger Aufsichtsratsvorsitzender. Er behält seine Vorstandsfunktion im Management in Düsseldorf und wird voraussichtlich die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der ERGO Austria übernehmen. Seine Nachfolge als Aufsichtsratsvorsitzender in Österreich wird in naher Zukunft neu geregelt. 

KÄRNTNER LANDESVERSICHERUNG

Maklerservice

Patrick Kerschbaumer hat die Leitung des Maklerservice der Kärntner Landesversicherung übernommen. Seit Anfang März ist er verantwortlich für die umfassende Betreuung aller Makler geschäfte sowie Kooperationspartner in Kärnten und ganz Österreich. Er absolvierte

eine Lehre zum Versicherungskaufmann. In weiterer Folge war er in verschiedenen leitenden Funktionen im Vertrieb tätig, zuletzt bei der Wiener Städtischen Versicherung als Verantwortlicher für den Makler- und Agenturenvertrieb in Kärnten und Osttirol. Über seine neue Aufgabe: „Unser Maklerservice bildet die Brücke zwischen unseren Vertriebspartnern und der Kärntner Landesversicherung. Wir arbeiten daran die guten und langfristigen Beziehungen zu unseren Partnern weiter zu stärken.“ Neben der Betreuung der vorhandenen Kooperationspartner steht für Kerschbaumer aber auch der Aufbau weiterer Partnerschaften auf dem Programm: „Die Kooperationen mit unseren bisherigen Vertriebspartnern laufen sehr erfolgreich, natürlich für beide Seiten. Deshalb werden wir künftig aktiver als bisher nach weiteren Partnern Ausschau halten, vor allem auch über die Grenzen Kärntens hinaus.“


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CASCAR

Vertriebsleitung

Veränderung

Herbert Arneth hat die Vertriebsleitung von VerCon Wirtschaftsberatung übernommen. Als anerkannter Versicherungsexperte mit langjähriger Erfahrung in der Branche wird er das Team rund um Dr. Peter Kainz und Elisabeth Bicik in Linz und Wien verstärken. Zu seinen Hautaufgaben zählt der kontinuierliche Marktausbau, um das weitere Wachstum

Gesucht: Versicherungswirtschaftliche Themen für Bachelorarbeiten an der WU An der Wirtschaftsuniversität Wien werden von ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler, Institute for Finance, Banking and Insurance, im Wintersemester 2014/15 wieder Themen für Bachelorarbeiten an Studierende vergeben werden, die Praxisrelevanz für die Versicherungswirtschaft haben sollen. Daher wird um Themenvorschläge aus der Versicherungswirtschaft gebeten. Die Fragestellungen sollen betriebswirtschaftlicher Art sein (also nicht: volkswirtschaftlich, juristisch – auch nicht Rechnungslegung – oder mathematisch), von allgemeinem Interesse sein (also nicht: unternehmensspezifische Spezialuntersuchungen) und schließlich in Publikationen münden. Ihre Vorschläge und Anregungen senden Sie bitte an Erwin.Eszler@wu.ac.at

der VerCon im Industrie und Groß- und Mittelgewerbe zu gewährleisten.Seit mehr als 20 Jahren ist Herbert Arneth, erfolgreich in der Versicherungsbranche tätig: Am Anfang als Vertriebsdirektor bei einer großen regionalen Versicherung, danach als selbständiger Versicherungsberater, um die Branche aus Sicht der Makler besser kennen und einschätzen zu lernen. Zuletzt war er als Vertriebsleiter bei der Donau Versicherung für den Außendienst mit über 700 Mitarbeitern verantwortlich. Herbert Arneth: „VerCon ist in einem sehr wichtigen und sensiblen Marktsegment tätig. Die professionelle, auf jedes Unternehmen individuell abgestimmte, Beratung erfordert viel Erfahrung, um das Vertrauen der Kunden aufbauen und verstärken zu können. Mit Engagement und vernetzten Fachwissen werden wir den zukünftigen Herausforderungen der Kunden und des Marktes bestens nachkommen.“

Martin Janovsky (44), Gründer und Miteigentümer des auf Oldtimerversicherungen spezialisierten Unternehmen CASCAR, hat mit 30. 6. die Geschäftsführung zurückgelegt und das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Grund für die Trennung sollen wie man hört unüberbrückbare Differenzen hinsichtlich der Ausrichtung und Führung des Unternehmens zwischen den Eigentümern gewesen sein. Janovsky wird ab Herbst 2014 bei dem renomierten Wiener Makler K&P einsteigen und dort gemeinsam mit Gründer Werner Kraus neben dem Ausbau des Unternehmens ab 2015 auch neue Projekte umsetzen. Man darf gespannt sein.

Todesfall

Karl Heinz Setinek, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Beamtenversicherung (ÖBV), ist unerwartet im 63. Lebensjahr verstorben. Die Österreichische Beamtenversicherung (ÖBV) trauert um ihr langjähriges Vorstandsmitglied Karl Heinz Setinek (62, Bild), der am 7. August 2014 unerwartet

im Kreise seiner Familie während seines Urlaubs verstorben ist. „Mit Karl Heinz Setinek durften wir einen großartigen Menschen kennenlernen, der uns allen stets mit großer Wertschätzung und Respekt begegnet ist. Bekannt war er für sein exzellentes Know-how im Veranlagungsbereich. Seine ganz besondere Leidenschaft galt den Immobilien, denen er sich mit sehr viel Hingabe widmete“, schreibt ÖBVVorstandsvorsitzender Mag. Josef Trawöger in einer uns vorliegenden Pate.Setinek war seit 15 Jahren bei der ÖBV, seit 1999 Vorstandsmitglied, seit Anfang 2009 stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

KARRIERE

VERCON WIRTSCHAFTSBERATUNG GMBH


KURZNACHRICHTEN

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INDIEN

BRITISCHE AUFSICHT

Versicherungen boomen

Transparenz bei Erneuerungen

Der Versicherungsmarkt in Indien boomt, es wird erwartet, dass sich der Versicherungsmarkt künftig alle vier bis fünf Jahre verdoppeln wird. Alleine das Potenzial im Lebensversicherungsbereich ist enorm, da auch die Lebenserwartung rasant steigt. Von den 1,25 Milliarden Inder sind auch nur ein geringer Anteil versichert. Im Moment werden fast nur Lebensversicherungen abgeschlossen, das aber eher aus steuerlichen als aus Absicherungsgründen. Ausländische Versicherer haben es im Zukunftsmarkt Indien leicht, sie müssen sich nur mit dem Marktmonopolisten LIC mit einem Marktanteil von 89 % auseinandersetzen, das Monopol soll aber langsam bröckeln. Die Regierung in Neu Delhi hat beschlossen die Beteiligungsgrenze für ausländische Investoren von derzeit 26 % so rasch als möglich auf 49 % zu erhöhen. Damit steht den großen Konzernen der Weg in einen Zukunftsmarkt offen.

QUANTUM LEBEN

Die britische Finanzaufsicht will Versicherer zwingen, Kunden bei der Erneuerung von Verträgen, einen Vergleich von alter und neuer Prämie zu zeigen. So sollten etwa Anfangs-Rabatte transparenter werden. Die Versicherer unterstützen die Idee, wenn auch nicht für alle Vertragsarten. Diese grundlegende Veränderung ist nicht zuletzt dem Druck von Verbrauchergruppen zu verdanken. Und so werden Versicherungen gezwungen sein, klare Informationen über Vertragsverlängerung zu geben. Derzeit ist es so, wenn Verbraucher über eine neue Prämie (bei Vertragsänderung oder Verlängerung) benachrichtigt werden, werden sie in aller Regel nicht klar informiert, wie viel sie bisher bezahlt haben. Dadurch könnte den Kunden gar nicht bewusst werden, welche Kosten für ihre Versicherung bisher aufliefen. Nun will der Regulator neue Marktregeln um sicherzustellen, dass Versicherungsnehmer

erkennen, ob und um wie viel ihre Prämie gestiegen ist. Der Verband der britischen Versicherer (ABI) hat die Änderung auf Druck der Konsumenten selbst vorgeschlagen. Die neuen Regeln sollen jedoch nur die privaten Haus-, Wohnungs- und KfzVersicherungen gelten. Denn diese Sparten hätten einen großen Marktanteil. Nicht gelten soll die neue Regelung, zumindest am Anfang, für die Versicherung von Haustieren, Auslandsreisen oder für Versicherungen für kommerzielle Zwecke. Weiters wird darüber nachgedacht transparent über Rabatte zu informieren. Damit soll die Branche ermuntert werden die bisherigen Erschwernisse aufzugeben, die bei Erneuerung oder Verlängerung von Verträgen vorkommen. Abschließend sagte eine ABI-Sprecherin, die Idee sollte auch den Wettbewerb in der Branche fördern, und Verbraucher ermutigen, Versicherungsunternehmen zu wechseln.

ERGO

Neues Produkt

Notruf App

Es kommt eine neue Möglichkeit zur Altersvorsorge auf den Markt. Die Multi Asset Sachwertpolizze investiert direkt in Immobilien, Holz, Rohstoffe, erneuerbare Energien und Aktien mit fixer Basisverzinsung und Inflationsabgeltung. Kunden können 5 verschiedene Assetklassen wählen, lediglich die Aktienquote ist auf 40 % begrenzt. Die Investitionen in die gewählten Sachwerte erfolgt über Wertpapierverbriefung, ohne Börsen und Handelsplattform als Zwischenmittler. Mit Ausnahme der Investion in den Bereich der handelbaren Aktien werden neben einer Basisverzinsung, ein jährlicher Inflationsausgleich sowie jeweils eine Besicherung im Immobilienbereich über eine grundbücherliche Eintragung vorgesehen. Die Polizze wird ausschließlich über Versicherungsmakler, Vermögensberater und Banken erhältlich sein, Walter Schuster ist für den Vertrieb in Österreich zuständig.

Die ERGO App ist um die Funktion „myRescall“ erweitert worden. Auf Knopfdruck löst die App einen Notruf aus, der den Standort an die Leitstelle weiterleitet. Die Leitstelle organisiert sofort die zuständigen Einsatzkräfte. „MyRescall“ ist eine eigenständige App, die in die Alles klar! App eingebunden ist. Die App ist kostenpflichtig. Durch die Kooperation mit „myRescall“ bietet das Unternehmen ihren Kunden eine besondere Vergünstigung: ERGO Kunden zahlen einmalig 2,69 Euro

an den Anbieter. Die sonst jährlich fällige Jahresgebühr von 2,69 Euro entfällt. Im Notfall oder für den Schadensfall mit dem Auto stehen weitere Funktionen zur Verfügung, Standortbestimmung, Schadenmeldung, Checkliste, allgemeine Notfallnummern, eine detaillierte Beschreibung aller Funktionen und die Links zum Downloaden sind auf der Website der ERGO zu finden. www.ergoaustria.at/apps


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KURZNACHRICHTEN

SCHWEDEN

Aus für Traditionsmarke? Die chinesischen Eigentümer der schwedischen Automarke SAAB stehen kurz vor der Pleite. Obwohl 22 % der Anteile die chinesische Großstadt Qingdao hält, gelingt es anscheinend nicht die ausstehenden Zulieferer zu bezahlen. Das schwedische Traditionsunternehmen musste 2011 Insolvenz anmelden und ist Mitte 2012 von der chinesischen National Modern Energy Holding übernommen worden, diese wollte Elektroautos für den chinesischen Markt bauen, die Produktion soll aber vergangenen Herbst ins Stocken geraten sein. Hoffentlich findet sich noch eine Lösung, haben wir doch auch so ein Traditionsauto.

ACREDIA VERSICHERUNG

CREDIT SUISSE

Big Player

Rote Zahlen

Die österreichische Kontrollbank AG und die Euler Hermes AG Hamburg strukturieren ihre Kreditversicherungsaktivitäten in Österreich neu. Ab 1. August fusionieren die Gesellschaften in die Acredia Versicherung AG. Die Marken „OeKB Versicherung und „Prisma Die Kreditversicherung“ bleiben weiterhin am Markt bestehen. Die Fusion soll eine vereinfachte Administration ermöglichen und mit einem Marktanteil von 55 % den größten Kreditversicherer am Österreichischen Markt abbilden. Bewertungen sind die Basis für die Übernahme von Versicherungsdeckungen. Die neue Gesellschaft verwaltet ein versichertes Obligo in Höhe von 26 Mrd. Euro.

Seit der Lehman Krise im Jahre 2008 hat die Schweizer Credit Suisse das schlechteste Ergebnis im zweiten Quartal des heurigen Jahres eingefahren. Grund dafür ist die Milliarden Geldstrafe, die das Unternehmen der USA für Beihilfe zur Steuerhinterziehung zahlen musste. Mit der Zahlung hat die Bank den seit Jahren schwelenden Steuerstreit beendet und sich schuldig bekannt. Der gesamte

GENERALI/ITALIEN

Verkauf Die Generali hat ihre 1998 erworbene Schweizer Privatbank BSI für 1,5 Mrd. Schweizer Franken an das brasilianische Bankhaus Banco BTG Pactual verkauft. Der Deal soll nach Zustimmung der gesetzlichen Stellen im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen werden. Laut Zeitungsberichten wurde über zwei Jahre ein Käufer gesucht, der Preis liegt weit unter dem erhofften Erlös, und soll sogar ein Minus in den Büchern erzeugt haben.

Geschäftsertrag liegt bei 6,4 Mrd. Franken, das ist zwar weniger als im Vorquartal aber mehr als die Analysten erwarteten. Im Rahmen von Restrukturierungen im Makrogeschäft hat das Unternehmen beschlossen aus dem Rohstoffhandel auszusteigen. Trotz der Buße und dem Schuldeingeständnis sollen keine weiteren personellen Konsequenzen an der Konzernspitze folgen.

VKI

Vorerst Recht erhalten Der Verein für Konsumentenschutz hat vorerst Recht beim Oberlandesgericht für die Deckungsklage des VKI gegen die ARAG SE erhalten. Die Deckungsklage beschäftigt sich damit, dass die Rechtsschutzversicherung Streitigkeiten aus Fremdwährungskrediten decken muss. Das Oberlandesgericht hat dem VKI nun Recht gegeben, das Urteil ist aber nicht rechtskräftig und die ARAG SE wird nach Auskunft in Revision gehen. Aber nicht immer erhält der Verein für Konsumentenschutz Recht vor Gericht. Die Branche erwartet ein richtungsweisendes Urteil im Bereich Rechtsschutz, wir werden darüber berichten.


KURZNACHRICHTEN

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HAPAG LLOYD

Umweltgerecht Die Reederei Hapag Llyod hat ihre Firmenpolitik verändert und wird ihre ausgedienten Frachtschiffe künftig nicht mehr auf dem Gebrauchtmarkt verkaufen, sondern umweltgerecht auf Abwrackwerften entsorgen. Damit will man unter den fragwürdigen Umweltund Sozialbedingungen der bisherigen „Schiffsverwertung“ einen Strich ziehen. Bislang verkaufte die Reederei ausgemusterte Schiffe an andere Betreiber und erzielte noch gute Preise, aber oft werden die Frachter schnell zur Verschrottung freigegeben. Diese Verschrottung wird auf Stränden des indischen Subkontinents vorgenommen, weit weg vom Umwelt bzw. Sozialgedanken, oft sind Arbeiter nicht

einmal 15 Jahre alt. Im vergangenen Jahr wurden in der Region mehr als 600 Schiffe abgewrackt. Eine Tonne Schrott bringt ca. 450 Dollar, der Wert eines kleinen Containerschiffes liegt da bei ungefähr 2,6 Mio. Dollar. In China ist die Tonne Schrott

bei der Abwrackung der Schiffe nur mehr 308 Dollar wert, rund ein Drittel weniger. Dennoch hat sich Hapag Llyod als erste deutsche Reederei dazuentschlossen sich dem neuen Weg zu stellen.

CHINA

SWISS LIFE

Land des Lächelns

Auslandsgeschäft

Die chinesische Notenbank hat sich bei der Generali um 470 Millionen Euro eingekauft und hält damit 2 % am Versicherungskonzern. Die chinesische Notenbank besitzt die weltweit größten Devisenreserven rund vier Billionen Dollar. Aber nicht nur der italienische Versicherungskonzern stand auf der Einkaufsliste, auch Beteiligungen an Fiat, der Telecom Italia, dem Kabelhersteller Prysmian und dem Öl- und Gaskonzern Eni wurden gezeichnet.

Der schweizer Lebensversicherer Swiss Life hat seine Prämieneinnahmen im ersten Halbjahr um 5 % auf 10,8 Mrd. Franken steigern können, der Reingewinn erhöhte sich um 3 % auf umgerechnet 400 Mio. Euro. Mit diesem positiven Hintergrund wurde nun in Deutschland für 210 Mio. Euro der Immobiliendienstleister Corpus Sireo rückwirkend zum 1. Jänner 2013 übernommen. Nach Zustimmung der Kartellbehörde soll das Closing im Herbst erfolgen.

CREDITREFORM

KFZ-ZULASSUNG

Neubeginn

Super Öffnungszeiten

Am 17. August war nicht nur die letzte Aufführung des heurigen Opernspektakels, sondern wenn es nicht noch zu einem kleinen Wunder kommt, war es die letzte Aufführung überhaupt in St. Margarethen. Denn es wurde der Antrag auf insolvenzgerichtliche Genehmigung der Schließung des Unternehmens gestellt. Es soll keine Basis auf eine weitere Unternehmensfortführung bestehen und auch keine Mittel zur Verfügung stehen. Aus für große Gefühle in atemberaubender Kulisse? Eine Fortführung der Festspiele soll angeblich unter einem neuen Betreiber stattfinden.

Es gibt die erste „Abend“ KfzZulassungsstelle in Wien. Bis 19 Uhr können Kraftfahrzeuge am selben Tag zugelassen werden. Darüber hinaus bietet die Zulassungsstelle - EFG Vermögensverwaltung Liebel KG im 12. Wiener Gemeindebezirk - ein Zustellservice für die angrenzenden Bezirke an. Dabei können die notwendigen Unterlagen bis 20 Uhr abgegeben werden, nach erfolgter Anmeldung erhält der Versicherungsvermittler oder der Fahrzeugeigentümer diese am nächsten Tag zugestellt. Wo gibt’s das: 1120 Wien Schönbrunner Straße 221.

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Einfach von überall Schadenmeldungen senden? Wer macht‘s möglich?


KOMMENTAR

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Gefahrensignale bei Staatsanleihen erkennen von Michael Kordovsky Anlässlich des Zahlungsausfalls Argentiniens werden sich Anleger erneut der Emittentenrisiken bei Staatsanleihen bewusst. Die richtigen Indikatoren helfen jedoch dabei, steigende Risiken von Zahlungsausfällen frühzeitig zu erkennen. Anleger, die in Staatsanleihen investieren, sollten sich nicht in trügerische Sicherheit wiegen, denn betrachtet man die Staatspleiten von 1983 bis 2012 so war im Schnitt die Hälfte weg und im Falle von Argentinien 2001 lag das Minus gegenüber den ursprünglich vereinbarten Zahlungen sogar bei 70 %. Um derart negative Überraschungen zu vermeiden, sollte auf folgende Indikatoren geachtet werden. Credit-Rating Am Naheliegendsten ist die Betrachtung des Credit-Ratings selbst. Je schlechter die Kreditqualität ist, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles. Kritisch wird es vor allem unter dem Investmentgrade-Level, nämlich unter BBB-nach S&P u. Fitch bzw. unter Baa3 nach Moody´s. Institutionelle Anleger wie Investmentfonds und Pensionsfonds können dann nur noch eingeschränkt in diesem Spektrum investieren. Im Falle eines Downgrades auf Junkbond-Status setzt der Rückzug der Institutionellen die Bondpreise unter Druck. Sobald die Anleihen fällig werden, wird die Refinanzierung schwieriger. Es werden höhere Zinsen gefordert und dies bei gleichzeitig sinkendem Finanzierungspotenzial. Die Abwärtsspirale droht. Während bei in Fremdwährung emittierten Anleihen mit AAA-Rating laut S&P im Zeitraum von 1975 bis 2012 das Rating nur in 3,1 % der 1-Jahres-Zeiträume herabgestuft wurde, hat sich die Häufigkeit bei BBB bereits mehr als verdoppelt. In einem 5-Jahreszeitraum begannen mit Griechenland die Zahlungsausfälle bereits mit dem A-Rating, während es laut S&P von der Kategorie BBB bis hin zu B einen explosionsartigen Anstieg der Default-Rates von 3,4 auf 14,8 % gab. Daran erkennt man, dass die Ausfallsrisiken mit sinkendem Rating überproportional ansteigen. Wer vorsichtig ist, investiert ausschließlich in die Kategorien AAA und AA.

CDS-Spreads Ein Credit Default Swap (CDS) ist eine Versicherung gegen bzw. eine Wette auf einen Kreditausfall. Als Versicherungsnehmer bezahlt man der Versicherung eine Prämie und bekommt im Falle eines Ausfalls Ausgleichszahlungen. Die Höhe der Prämien ist dabei ein guter Indikator für die vom Markt erwarteten Ausfallswahrscheinlichkeiten, die sich auf der Website von DBResearch auf die jährlichen Größenordnungen beziehen. Beispielsweise weisen derzeit Venezuela und die Ukraine CDS-Spreads von jeweils 1082 bzw. 957 Basispunkten auf, was bei einer angenommenen Verwertungsrate von 40 % im Falle einer „Staatspleite“ erwartete Ausfallswahrscheinlichkeiten von jeweils 11,9 bzw. 11,0% p.a. bedeutet. Im Gegensatz dazu liegt die implizite Ausfallswahrscheinlichkeit Norwegens lediglich bei 0,2 % p.a. und jene von Schweden, dem UK und der USA bei 0,3 % vgl. mit 0,6 % p.a. bei Österreich. Die Entwicklung dieser Wahrscheinlichkeiten sollte laufend verfolgt werden. Zuletzt auffällig stark im Steigen sind die erwarteten Ausfallsrisiken von Russland. Korruption Ein sehr wichtiger Faktor für die langfristige Zahlungsfähigkeit bzw. Zahlungsbereitschaft von Staaten ist die Korruption im öffentlichen Dienst. Dazu misst der Corruption Perception Index von Transparancy International die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Dienst, deren Folgen eine Verschwendung von Steuergeldern und niedrigere Steuereinnahmen sind. Die Weltbank schätzt die jährlichen Schäden durch Korruption auf 1 bis 4 Billionen US-Dollar oder 12 % der weltweiten Bruttowirtschaftsleistung. Die Folgen von Korruption sind ein schlechteres Kredit-

Rating, Kapitalabflüsse und somit auch ein höheres Ausfallsrisiko. Den quantitativen Nachweis des Zusammenhangs zwischen Korruption und Staatsbankrott-Wahrscheinlichkeit lieferte im Jahr 2011 eine über 170 Länder in den vergangenen 30 Jahren angelegte Studie von Professor Friedrich Thiessen und Johannes Weigl, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität Chemnitz mit dem Titel „Irland, Griechenland und Co. – Der Korruptionsindex als Indikator für die Rückzahlungswahrscheinlichkeit von Staatsschulden“. Sie zeigt eine auffallend hohe Korrelation zwischen dem Korruptions-Index von Transparency International und der Umschuldungswahrscheinlichkeit (Daten des Pariser Clubs) von 0,92. (1 = vollständige Korrelation). Somit besteht ein erkennbarer Zusammenhang zwischen Korruption und Ausfallswahrscheinlichkeit. Während sich die Länder Dänemark, Neuseeland, Finnland, Schweden, Norwegen und Singapur in punkto Korruption am wenigsten zu Schulden kommen lassen, liegt Österreich bereits weit abgeschlagen unten auf Rang 26, Griechenland liegt sogar gleichauf mit China auf Rang 40. Noch schlechter sieht es in Venezuela (Rang 160), der Ukraine (Rang 144) und Russland (Rang 127) aus. Die Ausfallsrisiken von Anleihen dieser Länder sind derzeit nicht zu unterschätzen!


generali.at/partner

Meinen Arzt will ich mir selber aussuchen. Ich kenn’ mich, wenn ich krank bin. Johannes R., Innsbruck

Verstanden:

Die umfassende e Gesundheitsvorsorg

Um zu verstehen, muss man zuhören. Mit „MedCare: Sonderklasse“ und „MedCare: Privatarzt & Alternative Vorsorge“ immer in besten Händen: Stationäre Unterbringung auf Sonderklasse, Schulund Alternativmedizin im ambulanten Bereich sowie Unterstützung durch speziell geschulte Gesundheits-Manager sind bei Generali ganz selbstverständlich.

Unter den Flügeln des Löwen.


INTERVIEW

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ARAG ÖSTERREICH

Neue Wege


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INTERVIEW

Bei ARAG Österreich wurde tüchtig um- und aufgebaut. Eine neue Unternehmensstrategie ist implementiert und wird von einem neu zusammengesetzten Führungsteam gesteuert. „Neue Wege“ wurden eingeschlagen. Für uns Anlass genug, um einen Termin hinter den Kulissen zu vereinbaren – Inside.

D

em externen Beobachter fällt sofort auf: Das Führungsteam und die Belegschaft könnte vielfältiger nicht sein. „ ,Diversity’ oder auch ‚Vielfalt’ unter den Mitarbeitern ist einer der Leitsätze im familiengeführten, international aufgestellten ARAG Konzern“, so Alexander Plank, ÖsterreichCFO und Personalchef. Und Plank weiter: „Diversity bedeutet bei uns aber viel mehr als nur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Es bedeutet verschiedene Erfahrungshintergründe, Altersgruppen, Denkweisen, bis hin zu kultureller Vielfalt, alles vereinigt in einem großen Team“. COO Lieven Goethals konkretisiert: „Es gibt bei uns z.B. Führungskräfte mit zum Teil weit über 20-jähriger ARAG-Erfah-

rung, als auch solche, die ihr Wissen bei anderen Versicherern oder auch ‚branchenfremd’ aufgebaut haben, z.B. als selbständiger Anwalt.“ CEO Dr. Matthias Effinger sieht hierin den wesentlichen Motor im aktuellen Change Prozess: „Das neu aufgestellte, vielfältige Führungsteam bildet eine ideale Symbiose aus Erfahrung, neuen Ideen und kritischem ‚in Frage stellen’. Dies führt dazu, dass Problemstellungen parallel von ganz unterschiedlichen Sichtweisen betrachtet werden und somit oft ganz neue Wege bei der Lösungsfindung identifiziert werden.“ Für uns stehen die Schnittstellen zum Markt im Fokus, welche neuen Wege wurden eingeschlagen? Wer agiert an den wesentlichen Schnittstellen zum Markt?


INTERVIEW

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Produktentwicklung Gottfried Eisele gehört mit seinen 35 Jahren Betriebs-Zugehörigkeit quasi noch zur Gründer-Generation der ARAG Österreich. Zu seinem unermesslichen Erfahrungsschatz gehören u.a. alle Rechtsschutz-Produktgenerationen seit 1979. Seit dem 1. Juli 2012 ist Eisele (wieder) Leiter der Produktentwicklung. „Der Rechtsschutzspezialist des 21. Jahrhunderts muss sich neu erfinden um sich von der Masse abzusetzen. Rechtsschutz ist heute keine Nische mehr. Jeder Kompositer ist als Mitbewerber am Start. Jedes noch so innovative Produkt kann heute kurzfristig übernommen werden. Für den Nischenplayer und Spezialversicherer der Zukunft ist der „Text“ auf Polizze und Bedingungen bei Massenprodukten lediglich noch das „must have“ (anders natürlich bei Produkten für spezifische Zielgruppen). Neben den versicherten Leistungen stehen vor allem Dienst- und Serviceleistungen im Vordergrund. Fühlbare Mehrwerte im Leistungsfall sind z.B. unsere neu aufgebaute inhouse-Bearbeitung – „IHB“. Ein hochqualifiziertes inhouseJuristen-Team bietet „Erste Hilfe“ auf unserer Schaden-Hotline – oft auch wenn gar keine Deckung besteht. Oder mit dem Angebot der Online-Rechtsdatenbank bieten wir unzäh-

den Spezialprodukten wie Landwirtschafts-, Gemeinde- oder Ärzte-Rechtsschutz Innovationen geben.“ Parallel tausche ich mich intensiv mit den Produktentwicklern von 14 weiteren ARAG-Ländergesellschaften aus, um heute bereits die Produkt-InnovationsPipeline von 2016 bis 2018 zu füllen.“

lige Hilfestellungen bei den kleinen juristischen Fragenstellungen des täglichen Lebens. Über 1000 Dokumente wie z.B. Miet- oder Kaufverträge, Patientenverfügung etc. stehen zur Verfügung. Unsere „Massen-Produkte“ im Privat- und Betriebsbereich haben wir durchgängig und übersichtlich in die drei Stufen „Basis“, „Komfort“ und „Premium“ umgegliedert. In 2015 wird es selektiv Zusatzvarianten geben, sowie bei

Inhouse-Juristen-Team Martina Horvath ist seit ihrem Berufseintritt vor 27 Jahren im Unternehmen und leitet seit Beginn 2012 eines der vier Schadenteams. An sie berichten rund 20 inhouse-Juristen. „Fitness-Studios, TelekommunikationsFirmen oder dubiose Internetanbieter in Österreich wissen mittlerweile genau, was ihnen blüht, wenn sie unsere Telefonnummer im Display aufblinken sehen. In der Anfangsphase mussten wir natürlich erst ein paar Mal unsere Krallen so richtig ausfahren. Mittlerweile kooperieren die Vertragspartner unserer Kunden fast vorbildlich mit uns. Alles andere

würde ihnen ja auch nichts bringen. Beide Seiten sind Profis und begegnen sich auf Augenhöhe, jeder kennt seine Rechte und Erfolgschancen ganz genau. Jeden Monat bekommen wir mehr Fälle. Der neue Service spricht sich bei Makler und Kunde im nu herum. Aber auch unsere Mitarbeiter sind begeistert. „Job enrichment“ und „job satisfaction“, so wie man es aus den Lehrbüchern kennt. Wer über den Tag hinweg so vielen Menschen zu ihrem Recht verholfen hat, geht abends zufrieden nach Hause. Das Volumen erlaubt uns einen hohen Spezialisierungsgrad. Zum Vorteil unserer Kunden. Wir haben jetzt diverse Expertenteams. Ein inhouse-Jurist, der sich z.B. Tag für Tag für die Rechte geprellter Internet-Kunden einsetzt, kennt absolut jeden Trick und jede Masche. Meist reicht ein sachliches Telefonat oder ein deutliches Mail und unser Kunde kommt schnell zu seinem Recht. Und wenn’s mal nicht funktioniert, schlagen wir den Gerichtsweg ein. Es sei denn, der Streitwert ist klein. Dann bieten wir gerne eine Ablöse an.“


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Birgit Eder ist seit zwölf Jahren in der Versicherungsbranche. Anfang 2012 hat sie als Partner-Anwalts-Managerin bei ARAG angeheuert und leitet seit Mitte 2013 die Schadenabteilung mit mittlerweile 40 Juristen. Zudem wird Sie von Geschäftsleitung bei vielen versicherungstechnischen Fragestellungen zu Rate gezogen. „Deckungsprüfung und am Ende Honorarbegleichung. Das ist noch gar nicht so lange her. Mit einem strategischen Quantensprung sind

wir nun tief in den Wertschöpfungsprozess der juristischen Leistungsabwicklung eingedrungen. Das Fundament unseres neuen Geschäftsmodells ist schlichtweg „Volumen“. Wir sind der größte Privatrechtsschutzversicherer in Österreich mit über 50.000 Schadenmeldungen pro Jahr. Die „kritische Masse“ zur perfekten Auslastung eines hochspezialisierten inhouseJuristenteams ist komfortabel erreicht. Viele dieser Causen haben nämlich das Potenzial zu einer außer-

Underwriting Verena Hamperl ist das frischeste Mitglied im Team und leitet seit dem 1. April 2014 die Abteilung Underwriting. Vorher war sie drei Jahre für einen italienischen Versicherer im Underwriting in der Haftplichtsparte tätig. Davor für viele Jahre in der Rechtsschutzsparte. „Wir möchten uns noch stärker im Betriebsrechtsschutz positionieren. Zuletzt habe ich nochmals deutlich unsere Zeichnungsrichtlinien überarbeitet und ausgeweitet. ‚Gibt’s nicht gibt’s zukünftig (fast) nicht mehr’. Die Prämie macht dann den Unterschied. Außerdem haben wir unsere Prämienpolitik ebenfalls nochmals überarbeitet. Zuletzt erzielte Kostenvorteile

erleichtern jetzt das Underwriting bei kompetitiven Gegenofferten. Größere Konvertierungsaktionen laufen auch über das Underwriting. Auf Basis der bisherigen Vertragsqualität definieren wir attraktive Konvertierungsrabatte.“

gerichtlichen Streitbeilegung, vor allem bei kleineren Streitwerten. Schnell und im konzilianten Einvernehmen mit der Gegenseite. Hierauf sind wir jetzt spezialisiert. Meist geht alles über Telefon.Unsere Erfolgsquoten sind sehr hoch. Wir sind mittlerweile extrem routiniert. Alles andere geht eben zu Gericht. Viel öfter als früher lösen wir auch pragmatisch ab, gerade bei sehr zweifelhaften Erfolgsaussichten oder kleinen Streitwerten. Mit unseren inhouse-Juristen schreiten wir oft auch trotz Deckungsablehnung ein. Das kommt gut an. Kanzleibesuch geschweige Gerichtsweg will der Kunde bei kleinen Causen ja selber nicht. Gleichzeitig können wir durch unsere Größe umfangreiches Causa-Volumen in ein hochkarätiges externes Partneranwaltsnetzwerk einsteuern, welches zuletzt optimiert wurde. Geht die Sache zu Gericht, will der Kunde gewinnen. Wir auch. Der richtige Anwalt beeinflusst den Erfolg maßgeblich. Wir haben sehr viel Erfahrung um eine gute Empfehlung auszusprechen – sofern der Kunde das wünscht. Die Gretchenfrage ist, welcher Anwalt ist für welches Rechtsgebiet in einer bestimmten Region der absolute Siegertyp. Hierzu können wir zum Beispiel Erfolgsquoten aus unserer umfangreichen Schadendatenbank ableiten.“

INTERVIEW

Schadenbearbeitung


INTERVIEW

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Vertrieb CEO Dr. Matthias Effinger leitet seit Anfang 2014 den Vertrieb sowie Marketing und Kommunikation. Bis auf weiteres und in Personalunion. Die Länderverantwortung für Österreich, Belgien, Slowenien und Griechenland hat er Anfang 2012 übernommen. Seit 2003 ist er im ARAG Konzern tätig.

„Unter den vielen beschrittenen neuen Wegen bleibt unsere Vertriebsstrategie die klare Konstante: Wir sind und bleiben Versicherer der Makler und ungebundenen Vermittler. Neue vertriebliche Akzente setzen und das nachhaltige Vertrauen unserer Vertriebspartner zu gewinnen bzw. nachhaltig sicherzustellen ist höchste Priorität. Unsere zuletzt erzielten Kostenvorteile geben uns jetzt Spielraum im aggressiven Marktumfeld. Ja, wir wollen wachsen. Unsere Preispolitik wird aktuell revidiert, insbesondere im Betriebsrechtsschutz und bei Konvertierungen bauen wir Rabattmöglichkeiten aus. Bei Offerten sind wir kompetitiv, aber wir wissen genau wo unsere „rote Linie“ ist. Unsere Vertriebsreprä-

sentanten sind echte Profis. Sie werden sukzessive mit mehr Entscheidungs-Kompetenzen ausgestattet. Bei Maklerschulungen setzen wir vermehrt auf neue Medien wie „webinare“. Klare und transparente Kommunikation mit den Partnern ist uns wichtig, z.B. versenden wir anlassbezogene „Push-Mails“, Schadenrendements sind übersichtlich und nachvollziehbar. Der regelmäßige persönliche Kontakt mit unseren Partnern ist uns sehr wichtig und wird besonders gefördert.“ Resümee der neuen Wege CEO Dr. Effinger: „Uns ist bewusst, dass wir noch vor großen Herausforderungen

stehen, vor allem im Vertrieb. Aber wir haben erhebliche Fortschritte erzielt. Klar, noch nicht alles läuft so, wie wir uns das im Zielszenario vorstellen. Aber wir sehen, dass unsere neuen Wege die richtigen sind. Viele Vertriebspartner, Kunden und auch Anwälte bestätigen uns darin. Die Vielfalt in unserer Belegschaft stärkt unsere Kreativität und Schaffenskraft. Das neue Team hat bereits viel erreicht und birgt großes Potenzial für die Zukunft. Wir sehen erste klare Erfolge: beispielsweise der bisherige Geschäftsverlauf 2014. Wir erwarten erstmals seit langem eine erfreuliche Bilanz. Wir sind zurück!“


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Alles rund um Österreichs beliebtestes Fortbewegungsmittel, das Auto.

Autoupdate

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llerhand Neues gibt es rund ums Auto in der letzten Zeit am Markt. Eine Autostudie, die nervige und gefährliche Verkehrssünden der Österreicher aufzeigt. Den Mobilitätsbarometer der anschaulich beweist, dass noch viel Aufklärungsarbeit geleitstet werden muss im Nutzungsverhalten von Österreichs Autofahren mit Handy und Co beim Fahren. Was es Neues gibt beim C und C1 Führerschein. Wie viele Autos in Österreich noch mit schwarzen Taferln unterwegs sind und wie man seinen vierbeinigen Freund im Auto sicher mitführt und welche Lösungen es dazu gibt.

Verhalten im Straßenverkehr Im Zuge der Autostudie 2014 von der Generali Versicherung wurden 2.000 Autobesitzer ab 18 Jahren nach jenen Verhaltensweisen befragt, die sie im Straßenverkehr als besonders gefährlich einschätzen, die sie als besonders nervig empfinden und die ihnen gelegentlich auch selbst passieren. Zu den Top 3 der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr zählen, Missachten des Rechtsvorranges, das Fahren ohne Licht bei Dämmerung und das Telefonieren am Steuer ohne Freisprecher, im Vergleich zum Vorjahr hat sich bei den

Gefahrensituationen nicht viel verändert, nur die Fahrradfahrer wurden als noch gefährlicher als im Vorjahr eingestuft. Die Aufreger des heurigen Jahres sind die Blockierer der linken bzw. mittleren Spur, das Missachten des Reißverschlusssystems und das zu langsame Fahren. Was die Autolenker am wenigsten nervt, ist zugleich jenes Verhalten, das ihnen selbst am häufigsten „passiert“. Ein Viertel der Autofahrer gibt zu, hin und wieder zu schnell unterwegs zu sein. Auch das Einfahren in eine Kreuzung bei gelber oder roter Ampel wird angegeben, aber gleichzeitig wie das Schnellfahren als Gefahrenquelle erkannt. Und das


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Telefonieren am Steuer ohne Freisprecher ist auch eine häufige Verkehrssünde. Zwischen den jüngeren (unter 30 Jahren) und den älteren Autofahrern (über 50) zeigen sich signifikante Unterschiede beim Eingestehen der eigenen Verkehrssünden. Jüngere gestehen sich häufiger Fehler ein als ältere Verkehrsteilnehmer. Einen deutlichen Generationsunterschied gibt es bei den lästigen Verhaltensweisen im Straßenverkehr. Ältere Autofahrer stört am stärksten das Missachten des Reißverschluss Systems. Drängeln auf der Autobahn und das Vorfahren in Rettungsgassen ist für die Mehrzahl der jüngeren störend, Allerlonge tendieren Autolenker unter 30 Jahren dazu, gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern ungeduldiger zu sein. Das Bellen vom Rücksitz Ungeduldig sollte man auch nicht mit seinen vierbeinigen Mitfahrern sein, wie schon der Crashtest der Allianz Versicherung zeigt. Eine richtige Sicherung des Tieres im Fahrzeug wird schnell zur Überlebensfrage. Denn schon kleine Hunde mit 7 kg können ungesichert zu einem gefährlichen Geschoß bei einem Unfall werden. Ab 12 kg sollten Hunde mit einer Hundebox im Kofferraum gesichert werden, bis zu 12 kg mit einem Gurtesystem.

Die ERGO Versicherung bietet im Rahmen ihrer Kfz Versicherung eine Haustier – Mitfahrversicherung an. Diese bezahlt Behandlungs-, Arzt-, oder Heilungskosten bis zu 2.500 Euro, wenn das mitfahrende Haustier bei einem Verkehrsunfall im versicherten Auto verletzt wird. Die Leistung wird sowohl bei Eigenverschulden des versicherten Lenkers erbracht und bezahlt als auch bei Fre m d v e r s c hu l d e n , wenn aus der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners nur eine teilweise Leistung für das verletzte Tier erfolgt. Handy weg vom Steuer Aber nicht nur der geliebte Hund am Rücksitz lenkt ab, auch das immer während läutende Handy oder die „Wahnsinns“ wichtige SMS während

der Fahrt. Handy weg vom Steuer, das ist die neue Werbekampagne der Asfinag und überall an den Straßen mit großen Kampagnetafeln ersichtlich. Was Autofahrer mit Ihren mobilen Endgeräten beim Autofahren den wirklich alles machen, hat der Mobilitätsbarometer der VAV Versicherung aufgezeigt. Das Telefonieren ohne Freisprecher und das Bedienen der Geräte ist vom Gesetzgeber zwar verboten, aber die Realität sieht anders aus. Autofahrer sind online. „Das Bewusstsein für die Gefahren, die mit der Nutzung des Handys oder Smartphones während des Autofahrens einhergehen, ist gegeben. Trotzdem erscheint den Autofahrern subjektiv notwendig, jederzeit erreichbar und handlungsfähig zu sein“ Je jünger die Fahrer sind, desto häufiger werden die verschiedenen Funktionen mobiler Endgeräte auch während des Lenkens eines Autos genutzt. Fast die Hälfte aller Befragten bis 29 Jahre gab an, während der Fahrt fallweise Textnachrichten zu lesen, ein Drittel beantwortet diese sogar. Die Nutzung der vielfältigen Funktionen


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eines Handys steigt aber leider auch mit der Häufigkeit der Autofahrten pro Woche. Allerdings nehmen auch Autofahrer, die ihr Auto vergleichsweise nur sehr selten nutzen, während der Fahrt oft ihr Mobiltelefon zur Hand und sogar öfter als jene, die mehrmals wöchentlich fahren. „Wir lesen daraus, dass sich der geübte Autofahrer besser der Risiken bewusst ist und entsprechend diszipliniert agiert. Sehr häufige Autofahrten, also die fast tägliche und zumeist berufliche Nutzung des Autos, führt dazu, dass die Lenker ihre Erreichbarkeit nicht einschränken wollen“, erklärt Dr. Norbert Griesmayr, Generaldirektor VAV Versicherung. „Eine Interpretation dieses Ergebnisses kann im Erfordernis des modernen Wirtschaftslebens gefunden werden: Zeit ist Geld – wer telefonisch, oder per E-Mail häufig nichtunmittelbar erreichbar ist, hat das Nachsehen.“ In der allgemeinen Einschätzung der steigenden Unfallhäufigkeit aufgrund der Nutzung mobiler Endgeräte während der Fahrt, sind sich alle Altersgruppen weitgehend einig. Knapp 90 Prozent der Autofahrer jedes Alters denken, dass die Unfallhäufigkeit gestiegen ist – die Hälfte davon geht sogar davon aus, dass es einen starken Anstieg gab. Die Frage nach dem zukünftigen

Nutzungsverhalten zeichnet so gesehen ein positives Bild: Über die Hälfte der Befragten wollen ihr Handy während der Fahrt seltener nutzen. Wir sehen eine besondere Verantwortung bei den Fahrschulen – wir leben nicht mehr in derselben Welt wie vor 30 Jahren. Die jungen Leute sind es gewöhnt, sich rund um die Uhr zu vernetzen. Ihnen muss in der Fahrschule bewusst gemacht werden, dass das Lenken von Fahrzeugen keine Nebenbeschäftigung ist - und auch keine Nebenbeschäftigung zulässt. Ebenso sollten Autofahrerclubs dieses Thema in Fahrsicherheitstrainings aufgreifen und auf diesem Weg die Gefahren anschaulich demonstrieren.“ Alt aber gut Vor 30 Jahren waren auch noch alle Fahrzeuge mit „schwarzen Taferln“ unterwegs. Die Wiener Städtische Versicherung hat analysiert, dass noch knapp 220.000 schwarze Taferln in Österreich im Umlauf sind. Das sind immerhin noch drei Prozent aller in Österreich zugelassenen Fahrzeuge. Für diese Kraftfahrzeuge bietet das Unternehmen einen speziellen Oldtimer Rabatt an. Für diesen 50 Prozent Rabatt müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt

werden. Der Versicherungsnehmer muss Mitglied eines Vereins sein, dessen Zweck der Betrieb, die Pflege, die Erhaltung und die Instandhaltung historischer Kraftfahrzeuge ist, der Oldtimer darf höchstens 120 Tage im Jahr für Ausfahrten genutzt werden und auf den Versicherungsnehmer muss bereits ein weiteres Kraftfahrzeug zugelassen sein. Führerschein News Die Frist für Berufskraftfahrer für die Eintragung des Code 95 im Führerschein, endet mit 10.September 2014, dann muss jeder den Fahrerqualifizierungsnachweis, C95 oder D95 eingetragen haben. Lenkerberechtigungen für die Klassen C / C1 die vor dem 10.09.2009 erteilt wurden, erfüllen automatisch die Grundqualifikation und müssen nun eine Weiterbildung im Ausmaß von 35 Stunden nachweisen. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen beim Lenken für Streitkräfte, Katastrophenschutz und Feuerwehr, beim Lenken von LKW´s, die für Notfälle oder Rettungsaufgaben eingesetzt werden und bei der Beförderung von Material, sofern das Lenken des LKW´s nicht die Hauptbeschäftigung ist. 18- jährige dürfen mit einer C95 Qualifikation große LKW´s lenken ohne einer Einschränkung auf C1.


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„Der Weg ist das Ziel“

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ie schon in unserer Juni Ausgabe ausführlich berichtet, Motorradfahren ist nicht unbedingt eine der sichersten Fortbewegungsarten auf unseren Straßen. Zum Thema Sicherheit beim Motorradfahren hat der Versicherungsverband Österreich, in Kooperation mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, der arge2Rad und dem Verkehrsministerium eine Pressekonferenz abgehalten. Bundesministerin Doris Bures stellte einige Möglichkeiten zur Senkung der Unfallzahlen bei Einspurigen in der Zukunft vor. Denn noch nie gab es so viele Motorräder wie heute. Der Bestand an motorisierten Zweirädern hat in den letzten 10 Jahren um 60 % zugenommen. Die Motorradindustrie ist ebenfalls sehr an der Sicherheit ihrer Fahrer interessiert, und investiert bereits seit einigen Jahren viel Geld in die Entwicklung

von Sicherheitssystemen. Bereits 25 % aller in Österreich neu zugelassenen Zweiräder haben ein ABS-System, welches ab 2017 verpflichtend sein wird. Viele Hersteller bauen serienmäßig bereits Traktionskontrollen ein. Zwei Hersteller sind bereits in Testphasen dabei, dem „Toten Winkel“ zu eliminieren, sollte sich ein Fahrzeug dem Motorrad zu sehr nähern, leuchtet am entsprechenden Seitenspiegel ein rotes Licht auf. Besonderes Augenmerk legt man auf die Sicherheit der Führerscheinneulinge ab dem Alter 39+. Denn in dieser Altersgruppe ist die Gefahr, in einem schweren oder tödlichen Verkehrsunfall verwickelt zu sein besonders hoch, laut Statistik betrifft es jeden Zweiten. Nun startet die Bundesministerin in Kooperation mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit eine 3 Säulen Kampagne, um die Sicherheit rund um das beliebte Hobby zu erhöhen. Lernen

aus den Fehler anderer, Bewusstsein schaffen durch Gespräche und Vorträge von verunfallten Motorradlenkern, Biken mit Begleitung - dabei wird der Fahranfänger über 2.000 Kilometer von einem erfahrenen Biker begleitet - und individualisierte Lernprogramme. Auch bei der Führerscheinausbildung will man einige Reformen bei „MotorradSpätstartern“ durchsetzen, die rechtzeitig vor der nächten Motorradsaison im Gesetz verankert werden sollen. Laut dem Motto „Mehr Fahrpraxis in der Ausbildung bringt mehr Sicherheit“ wird auf mehr Praxis statt Theorie gesetzt. Geplant ist ein zusätzliches Modul mit zwei Praxisunterrichtseinheiten, derzeit bieten Fahrschulen das Modul auf freiwilliger Basis an. Bei der Perfektionsfahrt statt 2-er Gruppen 4-er Gruppen, um auch die Gruppenausfahrt zu üben, und bei der Praxisausbildung soll die Stundenanzahl auf 14 Stunden erhöht werden. Die Versicherungswirtschaft begrüßt die geplanten Sicherheitsmaßnahmen und könnte sich vorstellen, Bemühungen um die eigene Sicherheit mit Vergünstigungen zu honorieren.

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VERSICHERUNG

VVO ÖSTERREICH


TITELGESCHICHTE

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Realitätsverweigerung

Ereignisse die nur den Nachbarn treffen, aber nie einen selbst. Diese sind Pflegebedürftigkeit, Krankheit und Armut. Nicht darüber nachdenken, Verdrängungsverhalten (Ignoranz) nach dem Motto was ich nicht sehe, das sieht auch mich nicht. Womit ich mich nicht beschäftige, dass beschäftigt sich auch nicht mit mir.

D

ie Österreicher leben immer länger, die Lebenserwartung beträgt bereits mehr als 82 Jahre. Laut Statistik Austria liegt die berechnete Lebenserwartung der Männer bei 80,7 Jahren für Frauen bei 83,3 Jahren. Davon haben bis Ende 2013 bereits 440.000 Pflegegeld bezogen und es werden stetig mehr. Im Jahre 2012 wurden in Österreich rund 140.000 Personen im Rahmen mobiler Dienste, und 71.800 Personen in stationären Einrichtungen mit finanzieller Unterstützung der Sozialhilfe

bzw. der Mindestsicherung der Länder und Gemeinden betreut. Pflege und Alter werden noch immer in Österreich tabuisiert. Viele Kampagnen unterstützen das Thema Pflege und Vorsorge, und wollen diese gesellschaftsfähig machen und es gelingt bereits, aber nur in homöopathischen Dosen. Die Wiener Städtische Versicherung mit ihrer alljährlichen Suche nach dem Pfleger mit Herz, die Österreichische Beamtenversicherung mit ihrem Pflegebuch, um nur ein paar anzuführen.

Was ist zu tun, wenn das Schicksal doch zuschlägt. In den meisten Fällen passiert es unvorhergesehen und rasch. Spitäler haben keine Ressourcen längere Aufenthalte zu bewerkstelligen, und so fällt die Obsorge des zu Pflegenden wieder auf die Familie zurück. Es fehlen in einigen Bundesländern jedoch leistbare Pflegeplätze. So werden die meisten Pflegebedürftigen in ihrem häuslichen Umfeld von Angehörigen gepflegt. In diesem Bereich gibt es seit 1.1.2014 eine Erleichterung für Angehörige,


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denn sie haben die Möglichkeit um Pflegekarenzgeld anzusuchen. Seit 1.1.2014 besteht ein Rechtsanspruch auf das Pflegekarenzgeld, dieses ist einkommensabhängig und gebührt in derselben Höhe wie das Arbeitslosengeld (55% des täglichen Nettoeinkommens), zumindest jedoch in der Höhe der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze. Für die Dauer von ein bis drei Monaten besteht ein Motivkündigungsschutz, es werden Abfertigungsansprüche erworben und bei der Anwartschaft auf das Arbeitslosengeld führt es zur Rahmenfristerstreckung. Alles ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Thematik müsste viel mehr in den Köpfen manifestiert werden. Vorsorge Planung und Vorausschau, wenn sich eine klassische Pflegevorsorge nicht finanzieren lässt, sollte eine Absicherung der Grundfähigkeit überlegt werden. Sicher ist, dass wir immer älter werden, und damit die Gefahr, Pflege zu brauchen ansteigt. In den nächsten 15 Jahren gehen ca. 50.000 Pflegekräfte, der im Moment 100.000 arbeitenden Personen in dieser Berufsgruppe in Pension. Pflegenotstand, ein geflügeltes politisch besetztes Wort oder die kommende Wirklichkeit? Um die Situation noch etwas komplizierter zu machen, gibt es jetzt das Ansinnen den Zugang zur Pflege und Krankenbetreuung in „Pflegeausbildung NEU“ umzustellen. Ab nächstem Jahr soll die Ausbildung

zum diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger in fünf Bereiche unterteilt werden, Berufsgruppen zur Unterstützung, die direkt oder indirekt unter Aufsicht stehen u.a. werden hier die Heimhilfen genannt. Pflegehilfepersonal die ihren Beruf innerhalb definierten Grenzen ausüben. Der gehobene Dienst in der Gesunden- und Krankenpflege, diese Ausbildung ist nur mit Matura möglich, wird Generalisten genannt, und basiert auf einer Fachhochschulen Ausbildung von 6 Semestern und schließt mit einem Bachelor ab. Die Spezialistin oder „Nurse Spezialist“: Voraussetzung: Es muss die Ausbildung zum Generalisten oder wie so schön englisch heißt zur „Registered Nurse“ abgeschlossen werden, benötigt weitere Ausbildung und Kompetenz in einem Spezialbereich und schließt mit einem Master Paramedic ab. Der Olymp der Ausbildung ist der oder die APN „Advanced Practice Nurse“, dabei muss man sich einer erweiterten vertieften Fachpraxis stellen, klar definierte Aufgabenfelder haben, und sich mit der wissenschaftlichen Weiterentwicklung des Faches beschäftigen. Es bestehen drei Ausbildungsmodelle, der beschriebene ist Bundesvorschlag, die Länder möchten die Ausbildung „APN“ und Generalist zusammenlegen, das dritte Modell schlägt eine 5-stufige Ausbildung vor. Eines ist sicher ab Jänner 2015 soll die neue

Pflegefall

Haften Kinder für ihre Eltern?

Ausbildungsart zur Anwendung kommen, in der Erwachsenen Bildung ist der Zugang zur Ausbildung zum „Dipl. Gesundheitsund Krankenpfleger“ nur mehr mit Matura möglich. Bereits heute gibt es Bedarf an Pflegepersonal, mit oder ohne Matura, ob diese neuen Ausbildungsmodelle den Zugang erleichtern, man wird sehen. Im Jahr 2013 gab es insgesamt 440.000 Menschen die Pflegegeld bezogen haben. Innerhalb der letzen 10 Jahren hat sich der Anteil an den Pflegegeldbeziehern um mehr als 30% erhöht, der Anteil in den einzelnen Pflegesparten hat sich erschreckend verändert. In der 1. Skurriles: Ein innovativer Geschäftsmann plant ein Franchiseunternehmen im Pflegebereich mit Übernahme aller Haftungen und ähnlichen „Vorschriften“ aber mit Pflegerinnen, die kaum der deutschen Sprache mächtig sind und in ihren Ländern mit den besten Versprechungen angeworben werden. Hoffentlich wird es nie dazu kommen.


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Erfahrung können wir in der Redaktion behaupten, dass ein Pflegeplatz in einer privaten Institution in Wien pro Monat über 6.000 Euro kostet. In unserem Fall, war die zu Pflegende in der Pflegestufe 3, hatte eine gute Pension und Witwenrente und dennoch sind Kosten in Summe von ca 3.500 Euro aufgelaufen. Zuviel Geld für eine durchschnittlich verdienende Familie. Obwohl seit 20 Jahren eine Anmeldung bei einem staatlichen Heim bestand, gab es für diesen akuten Fall keinen Platz. Wenn die Kosten eines Pflegeplatzes das durchschnittliche Familieneinkommen bei weitem übersteigen, bleibt entweder der Weg in die Hauspflege mit Einbezug eines Pflegedienstes über vielleicht inoffizielle Wege, oder beim Worst Case der Weg in die Armut.

Armut eine stille Gefahr

Die Höhe des Pflegegeldes wird je nach Ausmaß des erforderlichen Pflegebedarfs und unabhängig von der Ursache der Pflegebedürftigkeit in sieben Stufen festgelegt. Bei der Beurteilung des Pflegebedarfs werden Zeitwerte für die erforderlichen Betreuungsmaßnahmen und Hilfsverrichtungen berücksichtigt und zu einer Gesamtbeurteilung zusammengefasst. Für die Beurteilung des Pflegebedarfs können nur fünf Hilfsverrichtungen berücksichtigt werden:

• Herbeischaffen von Nahrungsmittel, Medikamenten und Bedarfsgüter des täglichen Lebens • Reinigung der Wohnung und der persönlichen Gebrauchsgegenstände • Pflege der Leib- und Bettwäsche • Beheizung des Wohnraumes einschließlich der Herbeischaffung des Heizmaterials • Mobilitätshilfe im weiteren Sinn (zb. Begleitung bei Amtswegen oder Arztbesuchen)

14 % aller österreichischen Haushalte sind armutsgefährdet. Laut der Armutskonferenz, dem Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung, ist Armut mehr als nur wenig Geld zu haben. Es bedeutet einen Mangel, um an den zentralen gesellschaftlichen Bereichen zumindest in einem Mindestmaß teilhaben zu können. Dazu gehören Wohnen, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Bildung und Sozialkontakte. Es verhindert die Gestaltungsfreiheit des eigenen Lebens, und es hält die Menschen vor einer Absicherung im Alter und Krankheit außen vor. Von den armutsgefährdeten Haushalten sind aber nicht nur die von Sozialleistungen lebenden betroffen, sondern überwiegend

Pflegegeld Pflegegeld kann bezogen werden, wenn Ständige Betreuungs- und Hilfsbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird, besteht. Ein ständiger Pflegebedarf von zumindest mehr als 60 Stunden im Monat besteht. Der gewöhnliche Aufenthalt in Österreich ist, wobei auch die Gewährung von Pflegegeld im EWR Raum unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

Pflegebedarf in Stunden pro Monat Mehr als 60 Stunden Mehr als 85 Stunden Mehr als 120 Stunden Mehr als 160 Stunden Mehr als 180 Stunden, wenn • ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist Mehr als 180 Stunden, wenn • zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder • die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist Mehr als 180 Stunden, wenn • keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder • ein gleich zu achtender Zustand vorliegt

Pflegestufe 1 2 3 4 5

Betrag in Euro monatlich (netto) 154,20 Euro 284,30 Euro 442,90 Euro 664,30 Euro 902,30 Euro

6

1.260,00 Euro

7

1.655,80 Euro

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Pflegestufe verdoppelten sich die Zahlen der Bezieher, aber auch in der sechsten und in der letzten Pflegestufe liegen die Zahlen bereits fast dreifach so hoch, dass betrifft das zwar nur 9.186 Personen, diese sind aber zu 100 % 24- Stunden pflegebedürftig. Es sind doppelt so viele Frauen als Männer betroffen. Frauen pflegen Frauen, denn auch in den Pflegeberufen sind mehr als doppelt so viele Frauen als Männer tätig. Pflege ist immer noch eine Familienaufgabe, denn von allen pflegegeldbeziehenden Personen haben über 80% keine professionellen Dienste in Anspruch genommen, oder diese Pflege eben durch organisierte Institute vornehmen lassen. Woran liegt es, dass so wenige Hilfen von außen in Anspruch nehmen, ist es vielleicht der finanzielle Aufwand? Aus eigener


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wird darauf hingewiesen, dass nachgeprüft wird, ob der Unterhalt durch die Eltern bzw. der volljährigen Kinder nicht möglich sei. Aus Angst vor familiären Zwistigkeiten, überlegen sich daher manche den Schritt einen Antrag auf Mindestsicherung zu stellen. Ein bisschen mehr ist auch nicht viel

Frauen, ohne oder mit eigener Pension oder Alleinerziehende. Alleinlebende Pensionistinnen gibt es im Moment 74.000 in Österreich, allein lebende Frauen ohne eigene Pension 133.00 und Alleinerziehende ca. 80.000. Eine Hilfestellung gegen diese stille Gefahr ist die Mindestsicherung. Es gibt in Österreich auch Menschen, die unter der Armutsgrenze leben müssen die meisten davon leben in Wien, und in ganz Österreich sind fast 1 Million Haushalte betroffen. Das Haushaltseinkommen liegt hier im Durchschnitt bei 872,-- Euro. Frauen sind wie immer am stärksten vertreten, bei den über 65- jährigen sind doppelt so viele Frauen als Männer betroffen, in absoluten Zahlen bedeutet das 146.000 Frauen gegenüber 71.000 Männer. Bei den Jüngeren in der Altersgruppe 20 bis 39-jährigen ist der Unterschied nicht so gravierend, da stehen 194.000 Frauen 151.000 Männer gegenüber. Am ausgeglichensten ist die Altersgruppe der 40 bis 64 –jährigen, da liegen Männer mit 168.000 nur knapp vor 167.000 Frauen. Eine erschreckende Statistik. Wenn das Bewusstsein arm zu sein nicht schon ausreicht, um auf die Seele zu drücken, so kommt mancher Behördengang noch erschwerend dazu. Vergleichbar mit etwas Schlagobers auf dem, nicht

leistbaren, Kaffee. Der Weg zum Sozialamt und der Antrag auf Mindestsicherung sind nicht immer mit Erfolg gekrönt, bzw. können manche Steine im Weg liegen. Bis auf Kärnten haben derzeit alle Bundeländer den Verwandtenregress bei der Mindestsicherung abgeschafft. Jedoch bringt eine neue Idee mancher Sozialämter vermehrt Unruhe ins Leben der Antragsteller. Natürlich spricht man von Einzelfällen und nur ausnahmsweise. Um die Antragssteller zu verunsichern Mindestlebensstandard (materielle Deprivation = bezeichnet allgemein den Zustand der Entbehrung, des Entzuges, des Verlustes oder der Isolation von etwas Vertrautem sowie das Gefühl einer Benachteiligung = nach EUDefinition): Für die Ziele der Europa 2020-Strategie wird materielle Deprivation bei Zustimmung zu mindestens vier von neun Aussagen über die Leistbarkeit von Gütern/Bedürfnissen für den Haushalt festgelegt. Der Haushalt kann sich nicht leisten: - regelmäßige Zahlungen in den letzten 12 Monaten rechtzeitig zu begleichen (Miete,

Von den Österreichern, die nicht unter der Armutsgrenze leben denen geht es doch gut, weil sie alles haben. Oder sieht die Wahrheit doch ein bisserl anders aus? Denn laut einer EU - weiten Statistik gibt es Menschen die nicht in der Lage sind, eine unerwartete Ausgabe von 1.000,-- Euro zu leisten. Bei uns in Österreich betrifft das bereits 22%, das sind 1,8 Millionen Menschen, also fast ein Viertel der Bevölkerung. Knapp 10% können sich nicht jeden zweiten Tag „frisch und gesund“ ernähren. Übrigens wir stehen in der Einkommensarmutsstatistik der EU gleichauf mit Ländern wie Slowenien und der Slowakei. Nur zum Vergleich die tschechische Republik hat übrigens die wenigsten armutsgefährdeten Menschen in Europa mit 9,8 % Rumänien, Spanien und Bulgarien teilen sich den letzten Platz mit 22,2 %. Also geht’s uns ja gut. Oder? Betriebskosten, Kreditrückzahlungen, Wohnnebenkosten, Gebühren für Wasser-, Müllabfuhr und Kanal, sonstige Rückzahlungsverpflichtungen) - unerwartete Ausgaben bis zu 1.000 Euro zu finanzieren  - die Wohnung angemessen warm zu halten  - jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch (oder entsprechende vegetarische Speisen) zu essen  - einmal im Jahr eine Woche auf Urlaub zu fahren  - einen Pkw  - eine Waschmaschine  - ein Farbfernsehgerät  - ein Telefon oder Handy 


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MARKT

HÖHER INSURANCE SERVICES GMBH

Staatswappen

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ie Höher Insurance Services GmbH, ein auf Vermögensschadenhaftpflicht spezialisiertes Unternehmen (ein Tochterunternehmen der Hompasz Versicherungsmakler GmbH), wurde vom Bundesminister Dr. Reinhold Mitterlehner für deren besondere Verdienste um die österreichische Wirtschaft mit dem österreichischen Staatswappen ausgezeichnet. Anlässlich dieser hohen Auszeichnung gratulierten seitens der Wirtschaftskammer NÖ deren Präsidentin Bundesrätin Komm.-Rat Sonja Zwazl, Wirtschaftskammerdirektor Dr. Franz Wiedersich und Spartengeschäftsführer Mag. Wolfang Schwärzler dem geschäftsführenden Gesellschafter der Höher Insurance Services GmbH René Hompasz. „Diese hohe Auszeichnung ist für unser Unternehmen eine besondere Ehre, welche wir entsprechend wertschätzen. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an unsere Kunden, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre!“, so Firmeninhaber René Hompasz und weiter „Wir werden auch in Zukunft im Interesse unserer Kunden aktiv sein, um eine proaktive Weiterentwicklung unserer Versicherungslösungen zu gewährleisten.

WKNÖ-Direktor Dr. Franz Wiedersich, WKNÖ-Präsidentin Bundesrätin Komm.-Rat Sonja Zwazl, René Hompasz (Höher Insurance Services GmbH) sowie Spartengeschäftsführer Mag. Wolfang Schwärzler freuen sich über die hohe Auszeichnung eines niederösterreichischen Unternehmens.

GRECO JLT GRUPPE

Neues Mitglied Der Aviationmakler CMV und die GrECo JLT Gruppe kombinieren ihre langjährige Expertise und Marktpräsenz und planen das Spezial-Knowhow in allen 17 Ländern der Gruppe verstärkt einzubringen. Ing. Friedrich Neubrand, CEO der GrECo JLT Gruppe erklärt: „Mit CMV verstärken wir unsere Kompetenz im Bereich Luftfahrt und bauen weiter auf unsere Strategie der Spezialisierung. Die renommierte Gesellschaft wird als Spezialmakler für das Luftfahrtgeschäft der gesamten Gruppe positioniert, die Marke CMV

bleibt bestehen!“ Christian Mädel, CEO und Gründer der CMV bleibt der Gruppe mit seiner Expertise erhalten. „Ich freue mich, mein Knowhow zur Verfügung zu stellen. Unser Ziel ist es, die lokale Kompetenz der GrECo JLT Gesellschaften im Aviation Bereich, deutlich zu erhöhen.“ Die langjährige Geschäftsführerin der CMV Nina Schnelzer bleibt Mitglied der Geschäftsführung. Ferner wird Dr. Christian Oppl aus der Geschäftsleitung der GrECo JLT Gruppe das Management der CMV verstärken.

Ing. Friedrich Neubrand Junior


WIRTSCHAFT

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Zusammenhänge von Unternehmensgröße, Sortimentsbreite bzw. -tiefe und Erfolg in der österreichischen Versicherungswirtschaft Teil 1

1. Einleitung In einer an der Wirtschaftsuniversität Wien von Hans-Georg Steiner verfassten Bachelor1 arbeit (Betreuer: Erwin Eszler) sollten auf Basis allgemein verfügbarer Daten mögliche Zusammenhänge zwischen drei Merkmalen von Versicherungsunternehmen statistisch untersucht werden: Unternehmensgröße, Sortimentsbreite bzw. –tiefe, Erfolg. Ausgewählte Ergebnisse werden im vorliegenden Beitrag 2 vorgestellt. 2. Methodik 2.1. Unternehmen und Zeitraum Für die statistischen Untersuchungen wurden die Daten von 43 in Österreich konzessionierten Versicherungsunternehmen für das Jahr 2012 3 herangezogen . Es wird darauf hingewiesen, dass bei allen Abbildungen und Analysen die Allianz Elementar Versicherung AG und die Allianz Elementar Lebensversicherungs-AG als zwei Unternehmen dargestellt wurden. 2.2. Unternehmensgröße Es gibt mehrere Möglichkeiten (Kriterien), nach denen „Unternehmensgröße“ gemessen wer-den kann (z. B. auch Bilanzsumme;

Hans-Georg Steiner BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien

durchschnittliche Beschäftigtenzahl in einem Jahr). Im Folgenden kommen zwei Kriterien zur Anwendung: (a) Prämien (absolute Größe): Bei den verrechneten Prämien der Gesamtrechnung handelt es sich um eine Umsatzgröße, also um die den Versicherungsnehmer/innen vorgeschriebenen Prämien exklusive Versicherungs- und Feuerschutzsteuer, aber inklusive der Nebenlei4 stungen der Versicherungsnehmer.

lich den Unterschiedsbetrag aus den Erträgen und Aufwendungen aus dem reinen Versicherungsgeschäft darstellt. Das VTE ist folglich eine geeignete Kennzahl um die nachhaltige Profi-tabilität des Kerngeschäfts darzustellen, da die oft sehr volatilen Kapitalanlageergebnisse nicht in die Berechnung miteinbezogen werden.

2.1. Unternehmenserfolg Im vorliegenden Zusammenhang ist der finanzwirtschaftliche Unternehmenserfolg gemeint, also die Fähigkeit eines Versicherungsunternehmens die gesetzten Gewinnziele zu erreichen. Dabei wird zwischen absoluten und relativen Erfolgsgrößen unterschieden.

(b) Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT): Das EGT ist nach § 231 UGB ein bezüglich der Gliederung gesondert auszuweisender Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Ausgehend vom Betriebsergebnis ist das Finanzergebnis, Saldo aus den Finanzerträgen und -aufwendungen, zu addieren. Folglich handelt es sich um eine Erfolgsgröße, die sich auf das ordentliche Geschäft und den Finanzerfolg beschränkt und ein mögliches außerordentliches Ergebnis nicht berücksichtigt. Weiters handelt es sich um ein Ergebnis vor Steuern, welches aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung der Gesellschaftsformen und vor allem den möglichen bilanzpolitischen Gestaltungsmaßnahmen, die Vergleichbarkeit verbessert.

(a) Versicherungstechnisches Ergebnis (VTE): Dieses errechnet sich aus den Nettoprämien abzüglich der Schadenaufwendungen, Verwaltungs- und Akquisitionskosten, was grundsätz-

(c) Jahresergebnis nach Steuern (JE n. St.): Beim Jahresergebnis nach Steuern kann es sich entweder um einen Jahresüberschuss nach Steuern oder einen Jahresfehlbetrag nach Steuern

(b) Marktanteile (relative Größe): Bruttoprämien eines Versicherungsunternehmens (oder auch nur einzelner Sparten) im Verhältnis zu den Gesamtprämien des jeweils relevanten Marktes.

1 Hans-Georg Steiner: Zusammenhänge von Unternehmensgröße, Sortiment und Unternehmenserfolg in der österreichischen Versicherungswirtschaft, Bachelorarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, 2014 (unveröffentlicht). 2 Das Thema für die Bachelorarbeit wurde vom Betreuer vorgeschlagen und von Hans-Georg Steiner weitgehend selbständig bearbeitet. Für die Richtigkeit der Darstellungen der Daten und Datenauswertungen ist ausschließlich Hans-Georg Steiner verantwortlich. Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat Erwin Eszler besorgt (unter Verwendung von Daten und Textteilen/Abbildungen aus der Bachelorarbeit). 3 Vgl. VVO Jahresbericht 2012 Gesamt (2013), S. 104f. Es waren diese folgende Unternehmen: UNIQA Österreich Versicherungen AG; Wiener Städtische Versicherung AG; Generali Versicherung AG; Allianz Elementar Versicherung AG; Sparkassen Versicherung AG; Donau Versicherung AG; Raiffeisen Versicherung AG; Zürich Versicherung AG; Wüstenrot Versicherungs-AG; Finance Life Lebensversicherung AG; Grazer Wechselseitige Versicherung AG; Bank Austria Creditanstalt Versicherung AG; Allianz Elementar Lebensversicherungs AG; Oberösterreichische Versicherung AG; Merkur Versicherung AG; Niederösterreichische Versicherung AG; Helvetia Versicherungen AG; Ergo Versicherung AG; BAWAG P.S.K Versicherung AG; Skandia Lebensversi-cherung; Österreichische Beamtenversicherung VVaG; HDI Versicherung AG; Basler Versicherungs-AG in Österreich; Salzburger Landes-Versicherung AG; Nürnberger Versicherung AG Österreich; Tiroler Versicherung V.a.G.; Österreichische Hagelversicherung VVaG; HDI Lebensversicherung AG; Vorarlberger Landesversicherung V.a.G.; VAV Versicherungs-AG; D.A.S. Rechtsschutz AG; Europäische Reiseversicherung AG; Prisma Kreditversicherung AG; Kärntner Landesversicherung a.G.; Porsche Versicherungs-AG; Muki Versicherungs-verein a.G.; OEKB Versicherungs AG; SK Versicherung AG; ERGO Direkt Lebensversicherung AG; Hypo-Versicherungs AG; GARANT Versicherungs-AG; Drei-Banken Versicherungs-AG; APK-Versicherung AG. 4 Vgl. Noack, T./Schäfer, A./Wolf, S.: 100 Versicherungskennzahlen, 1. Auflage, Wiesbaden 2010, S. 58.


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Abbildung 1: Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße (Prämien) und versicherungstechnischem Ergebnis

Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße (Prämien) und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Abbildung 3: Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße (Prämien) und Jahresergebnis nach Steuern

handeln. Es beinhaltet neben dem Finanzergebnis, welches das EGT ergeben würde, auch das außerordentliche Ergebnis und die Steuern.

einer positiven Umsatzrentabilität anhand des JE n. St./Verrechnete Prämien sicher.

3. Unternehmensgröße und Erfolg

(d) Umsatzrentabilität: Der relative Unternehmenserfolg der ausgewählten Versicherungsunternehmen wird anhand der Umsatzrentabilität gemessen. Verwendet man etwa das VTE im Zähler und die verrechneten Prämien im Nenner könnte man dass Ergebnis so interpretieren, dass ein Versicherungsunternehmen durch jede verrechnete Prämie einen operativen Gewinn in der Höhe von X Prozent erzielt. Da hierbei aber das Finanzergebnis, das außerordentliche Ergebnis und die Steuern außer Betracht bleiben, soll die Umsatzrentabilität auch mittels EGT und JE n. St. im Zähler errechnet werden. Während eine positive Umsatzrentabilität anhand des VTE oder EGT keinen Jahresüberschuss nach Steuern garantiert, da mögliche außerordentliche Aufwendungen und die Steuern nicht eingerechnet werden, ist der Gewinn nach Steuern eines Versicherungsunternehmen bei

2.2. Sortiment Das Versicherungsschutzsortiment zeigt die Anzahl und Art der betriebenen Versicherungs-zweige und innerhalb eines Versicherungszweiges die angebotenen Versicherungsschutzarten. Die Extremausprägungen eines Sortiments sind eine sehr hohe Spezialisierung und die totale Generalisierung. Die Sortimentsbreite eines Versicherungsunternehmens gibt darüber Auskunft, wie viele Zweige bzw. Sparten durch dieses betrieben werden. Bei den folgenden Analysen der einzelnen Versicherungsunternehmen wird aufgrund der Datenverfügbarkeit und des Informationsmehrwertes zwischen den folgenden vier Zwei5 gen unterschieden: Schadenversicherung, Un-fallversicherung, Krankenversicherung, Lebensversicherung. Auf die Sortimentstiefe in der Schaden- und Unfallversicherung wird in Abschnitt 6. näher eingegangen.

Nicht überraschend ergab sich ein deutlich positiver Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße (Prämienvolumen) und absolutem Unternehmenserfolg, sei dieser nun in VTE, EGT oder JE n. St. gemessen. Also: je größer das Unternehmen, desto größer tendenziell der absolute Unternehmenserfolg (allerdings insb. beim VTE mit einigen deutlichen „Ausreißern“), wie aus den Regressionsgeraden in den Abbildungen 1, 2 und 3 zu erkennen ist. Ganz anders sieht es aber bei den Umsatzrentabilitäten aus: Hier ist durchwegs – nehme man nun VTE, EGT oder JE n. St. – aus den Regressionsgeraden ein ganz leicht negativer Zu-sammenhang ablesbar (vgl. Abb. 4, 5 und 6). Die mit Abstand drei größten Unternehmen weisen keine deutlich anderen Umsatzrentabilitäten als der Durchschnitt auf. Bei den kleinen Unternehmen fällt die große Streuung der Umsatzrentabilitäten auf.

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe

Abbildung 4: Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße (Prämien) und Umsatzrentabilität „VTE/Prämien“

Abbildung 5: Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße (Prämien) und Umsatzrentabilität „EGT/Prämien“

Abbildung 6: Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße (Prämien) und Umsatzrentabilität „JE n. St./Prämien“

5 Sonst werden meist nur drei Versicherungszweige angeführt, wobei die Schaden- und Unfallversicherung zu einem Versicherungszweig zusammengefasst werden.


INTERVIEW

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EFM VERSICHERUNGS AG

Herausforderung

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risControl: Herr Pichler bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor. Pichler: Im Juli 1983 begann ich in der kleinen Geschäftsstelle der Interunfall in Jennersdorf als Innendienstmitarbeiter. Ich hatte zwar nur vier Außendienstmitarbeiter zu betreuen, die jedoch im österreichischen Spitzenfeld positioniert waren. Kaum vorstellbar heute, konnte ich parallel zu meinem Innendienstjob Verkaufserfahrungen im Außendienst sammeln. Nach einigen Jahren wechselte ich dann zuerst als Firmenberater und dann zusätzlich als Finanzdienstberater endgültig in den Vertrieb. Von 1993 – 1995 schloss ich den Universitätslehrgang der österreichischen Versicherungswirtschaft als akademischer Versicherungskaufmann ab. Weiter ging es mit der Position des Organisationsleiters und Vertriebsleiters bis zum Landesdirektor der Interunfall Burgenland. Diese Funktion übte ich auch nach der Fusion der Interunfall/ Generali aus. Der Einstieg der Generali in die BAWAG P.S.K. sollte meinen Berufsweg dann ganz entscheidend verändern. Der damalige GeneraliVorstand Franz Meingast (nun UNIQA) holte mich 2006 in den Bankenvertrieb, um dann als Geschäftsführer den Versicherungsdienst der BAWAG P.S.K. zu übernehmen. Es war eine Herausforderung in der Zeit massiver Umbrüche (Einstieg von Cerberus), sowohl in der BAWAG P.S.K. Bank als auch in der Post, das Interesse des neugewonnen Vertriebspartners für Versicherungsprodukte zu gewinnen. Der Bankenvertrieb hat mich dann aber nicht mehr losgelassen, und so wechselte ich Mitte 2008 in den Vorstand der VictoriaVolksbanken Versicherung (nun ERGO). risControl: Was sind Ihre Ziele mit der EFM? Pichler: Die EFM kenne ich als eine sehr dynamische Gruppe, die gemeinsame Ziele sehr konsequent verfolgt, die den Kunden aber auch den Franchisepartner wirklich in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellt. Ich möchte wesentlich dazu beitragen, dass die hohe Qualität kontinuierlich wächst. Strategisch von entscheidender Bedeutung ist

es für mich die „richtigen“ Partner zu finden. Das hat jedoch absolut nichts mit Größe zu tun. Viel wichtiger sind die professionelle Arbeitsweise und die persönliche Einstellung. Ein Franchisepartnerunternehmen wie die EFM ist kein Club, für den eine Mitgliedsgebühr zu entrichten ist, um dafür Leistungen zu erhalten. Das System funktioniert deshalb so gut, weil die einzelnen Franchiseunternehmer die ganze Organisation und damit auch sich selbst immer weiter nach vorne bringen wollen. Das hat sehr viel mit persönlichem Engagement und Kollegialität zu tun. Und genau mit solchen Partnern wollen wir stetig mit hoher Qualität wachsen, um mittelfristig österreichweit flächendeckend vertreten zu sein. Und das mit einer einzigen, starken Marke!

risControl: Wo sehen Sie nach so kurzer Zeit die größten Vorteile für EFM Versicherungsmakler? Pichler: Die EFM als Franchisegeber bietet für einen potentiellen Bewerber viele Vorteile. Die Risikoerfassung am iPad, die Datenübernahme in CCA/together durch qualifizierte Mitarbeiter im Front Office und das abschließende Analysegespräch mit dem Kunden sind

aus meiner Sicht absolute Highlights. Diese technische Gesamtlösung bringt für den Franchiseunternehmer ganz einfach gesagt einen garantierten Umsatz bei höchster Beratungsqualität. Und das wirkt sich wiederum sehr positiv auf die Kundenzufriedenheit aus. Ich habe in den letzten Wochen dieses System einige Male selbst ausprobiert und behaupte, dass dieses System seinesgleichen sucht. Berater und Kunde sind im gesamten Prozess immer auf der sicheren Seite. Es kann kaum etwas vergessen werden und das Ergebnis ist ein All Inclusive Deckungskonzept, welches ständig von allen Franchiseunternehmern selbst weiterentwickelt wird. Klientenanwalt, Solidaritätsfond und die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit samt Marketing runden das Angebot der EFM ab. risControl: Gibt es Schwerpunkte, die Sie in der Expansion setzen? Pichler: Unser strategisches Ziel ist es, mit qualitativ hochwertigen Partnern weiter zu wachsen. Wir wollen unsere Präsenz in ganz Österreich vom Neusiedler See bis zum Bodensee signifikant steigern. Deshalb werden wir in den nächsten Monaten freie Gebiete sowohl an neue Bewerber vergeben als auch unseren bestehenden Partnern die Möglichkeit einer Gebietsausdehnung geben. Bereits vor der ersten Kontaktaufnahme schauen wir uns mögliche zukünftige Partner sehr genau an. Mit den in Frage kommenden Personen führen wir Gespräche in mehreren Stufen um schließlich mit hoher Wahrscheinlichkeit den „richtigen“ Franchisepartner zu finden. Wir nehmen es mit unserer Verantwortung Menschen in eine neue Zukunft zu begleiten sehr ernst. Deshalb ist es ganz wichtig, dass der zukünftige Partner und wir als EFM Gruppe schon vorher bestens Bescheid wissen, was auf den jeweiligen Partner zukommt. Einen weiteren Schwerpunkt werden wir im gesamten Bereich der Bestandsübergaben, Bestandsnachfolgen, Kauf und Verkauf von Versicherungsmaklerunternehmen setzen. Die Probleme und Anforderungen sind sehr vielschichtig und je nach Zielgruppe unterschiedlich. Wir werden als Nr. 1 in Österreich gerne die richtige Lösung für jede Zielgruppe anbieten. risControl: Herr Pichler, danke für das Gespräch.

INTERVIEW

Wie schon in der letzten Ausgabe berichtet verstärkt Akad.Vkfm. Erwin Pichler, seit Mai als Expansionsmanager das Expansionsteam der EFM. Wir haben mit ihm über seine neue Strategie gesprochen.


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HELVETIA VERSICHERUNG

Groß Aufgekocht

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Toni Klein und Alexander Neubauer

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ie Helvetia Versicherung hat mit ihren besten Vertriebspartner den Kochlöffel geschwungen. Die Gewinner des Vertriebspartner Wettbewerbs „Vitalität on Tour“ 2014 nahmen am exklusiven ShowCooking mit dem Sportwissenschaftler und Bestsellerautor Toni Klein teil. Mit seiner Mobilküche war Toni Klein Ende Juni österreichweit mit der Veranstaltungsreihe in St. Pölten, Linz, Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg und Wien unterwegs. Schnelle, vollwertige Gerichte, die sich trotz stressigem Berufsalltag rasch zubereiten lassen, standen auf dem Programm. Denn gerade bei Berufsgruppen, die im Vertrieb tätig sind und unregelmäßige Arbeitszeiten haben, kommt eine ausgewogene Ernährung oft zu kurz. Gemeinsam wurden in der Mobilküche Gerichte gekocht und

mit ernährungswissenschaftlichen Tipps und Tricks gewürzt. Toni Klein über die Roadshow: „Danke an alle Teilnehmer! Ihr wart mit so viel Motivation und Freude bei diesem tollen Projekt dabei! Gemeinsam macht vital kochen und genießen einfach Spaß. Es waren auch für mich und mein Team sensationelle Projekttage, die uns in Erinnerung bleiben werden.“ Ein Thunfischdip zur Rohkost, rohe Zucchinispaghetti mit zweierlei Sugo und ein leichtes Dessert waren unterandrem Bestandteile des Menüs. Die Teilnehmer wurden in Teams eingeteilt und konnten ihre Kochkenntnisse voll zum Einsatz bringen. Viele Passanten und Touristen waren über die emsigen Köche so wohl erstaunt, als auch begeistert, und einige wollten sogar mit bekocht werden. Alexander Neubauer, Leiter Helvetia Partnervertrieb, über „Helvetia Vitalität On Tour“: „Vitalität On

Tour war gleichzeitig ein Incentive und ein Wettbewerb für unsere Vertriebspartner. In unserem Beruf kommt die Zeit für sich selbst und „gesunde Themen“ oft zu kurz. Mit „Vitalität On Tour“ wollten wir - auch im Sinne des Versicherungsgedankens über Gesundheit reden und Gesundheit erleben.“ Zu dieser ungewöhnlichen Road Show wurden die besten Vertriebspartner aus sieben Bundesländern eingeladen. Ein Koch- und Wellnesserlebnis der besonderen Art. Die Helvetia plant gemeinsame Veranstaltungen bewusst im außergewöhnlichen Rahmen – die Station in Wien war z. B. im Freien auf dem Franziskanerplatz gemeinsam mit dem ausgezeichneten Restaurant „Artner“. „So etwas haben unsere Partner und auch wir vorher noch nicht erlebt“, so Alexander Neubauer.


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NIEDERÖSTERREICHISCHE VERSICHERUNG

Sponsor Partnerschaft

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ie Niederösterreichische Versicherung hat eine neue Sponsor Patenschaft mit Snowboarder Benjamin Karl übernommen. Damit ergänzt das Unternehmen den Kreis der Top Athleten und Sportclubs, die im Rahmen seiner Sportsponsoring Strategie unterstützt werden. Benjamin Karl: „Die NV war seit langem mein Wunschkandidat für eine Partnerschaft. Ich bin richtig froh, dass das geklappt hat. Es fühlt sich sehr gut an, weil ich in der NV-Familie von Anfang an sehr freundlich aufgenommen wurde. Ich hatte vom ersten Tag an das Gefühl, dass ich gleichermaßen als Sportler, wie als Persönlichkeit geschätzt werde. Als Niederösterreicher ist es für mich eine Partnerschaft mit Heimvorteil. Wenn ich zu Hause bin, schaue ich immer gerne in

der NV-Arena vorbei und drücke dem SKN die Daumen. Unsere langfristige Zusammenarbeit gibt mir Sicherheit für meine vielen großen Ziele, die ich mir in meiner sportlichen Karriere noch gesetzt habe. Als nächstes natürlich die Snowboard-Heim-WM 2015 am Kreischberg. Vor heimischer Kulisse zum fünften Mal Weltmeister zu werden, das wäre ein weiterer Höhepunkt in meiner Karriere. Schön, dass mich die NV dorthin begleitet.“ „Unser Motto `Wir schaffen das` drückt vor allem aus, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Ziele und Träume zu verwirklichen. Wo könnte das besser passen, als bei den herausragenden Leistungen von Sportlerinnen und Sportlern aus Niederösterreich“, freut sich Mag. Bernhard Lackner, Vorstandsdirektor der NV, über die Zusammenarbeit.

NV-Vorstandsdirektor Mag. Bernhard Lackner, Benny Karl, NÖ-Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll

IGV INTERESSENGEMEINSCHAFT ÖSTERREICHISCHER VERSICHERUNGSMAKLER

Fünf-Jahresfeier

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ie IGV Austria wurde 2009 gegründet und feierte ihr fünfjähriges Bestehen beim traditionellen IGV Partnertreff im Seepark Hotel am Wörthersee, mit rund 350 IGV-Mitgliedern sowie Vorständen und Vertretern aus der österreichischen Versicherungsbranche. Aber nicht nur der Geburtstag war Anlass zur Freude der beiden Vorstände Rudolf Glantschnig und Gerald Tschrepitsch, sondern auch die positive Entwicklung der letzten Jahre und die Ehrung der IGV-Akademieteilnehmer. Unter anderem hieß man Gunther Riedlsperger, Bundesobmann des Fachverbandes der Versicherungsmakler, Helmut Karner, Direktor der Dialog Versicherung, sowie Albert Gunzer, Vizebürgermeister der Stadt Klagenfurt, willkommen. Das „nicht genormte“ Saxroyal Ensemble, unter der Leitung von Wolfram Dullnig, begeisterte nach dem Essen mit musikalischen Einlagen auf der Terrasse des Seeparkhotels.


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NÜRNBERGER VERSICHERUNG AG

Charity Gold Turnier

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olfen für einen guten Zweck“ unter diesem Motto veranstaltete die Nürnberger Versicherung AG Österreich ein Golfturnier, das kürzlich in Bad Gastein stattfand. Drei gemeinnützige Initiativen können sich über eine Geldspende freuen. Vorstandsvorsitzender Kurt Molterer: „Es ist schön, dass so viele Freunde und Geschäftspartner die Einladung zum Turnier angenommen haben, und damit ihr soziales Engagement bewiesen haben. Wir unterstützen seit Jahren soziale Institutionen auf regionaler Ebene. Das Charity Golfturnier in Bad Gastein leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Mit den Nenngeldern und zusätzlichen Spenden der NÜRNGERGER können wir insgesamt € 10.000 für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen.“ Konkret sind das die „Nachbarschaftshilfe Bad Gastein“, die sich für die Anliegen von bedürftigen Bad Gasteinern einsetzt. Weiters das Projekt „Spürnasen-Ecke“, bei dem Kindergartenkinder den Umgang mit Natur, Umwelt und Technik

spielerisch erlernen. Und schließlich der Verein „Rainbows Salzburg“, der Kinder und Jugendliche, die von Trennung, Scheidung der Eltern oder vom Tod eines nahestehenden Menschen betroffen sind, begleitet.Die Abendveranstaltung fand im 5-Sterne-Hotel Europäischer Hof statt,

Dir. Kurt Molterer, Vorstandsvorsitzender der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich; Judith Wiesner-Floimair, Turnierbotschafterin NÜRNBERGER Gastein Ladies; Mag. Markus Ploner, Geschäftsführer der Spängler IQAM Invest; Günther Kerle, Managing Director Mazda Austria GmbH

WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNGSVEREIN

Kulturerlebnis

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ie neue Ausstellung der Reihe „Architektur im Ringturm“ wurde von Dr. Peter Hagen, Generaldirektor der Vienna Insurance Group, und S.E. Jan Sechter, Botschafter der Tschechischen Republik, eröffnet. Neben einer Auswahl von Spitzenbauten der Kulturlandschaft Mähren, werden auch die Menschen der Region ins Zentrum der Ausstellung gerückt. Viele bedeutende Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens um 1900 wie Hoffmann, Loos, Freud und Mahler stammten aus Mähren. Die umfangreiche Schau ist bis zum 5. September 2014 bei freiem Eintritt im Ringturm zu sehen ist. Dr. Peter Hagen, S.E. Jan Sechter, Prof. Dr. Adolph Stiller, Ing. Milan Nidl

das es ausgezeichnet verstand, die Golfer kulinarisch zu verwöhnen. Kurt Molterer dankte allen Spielern für ihre Teilnahme und kündigte an, dass es auch im kommenden Jahr wieder ein Wohltätigkeitsturnier in Bad Gastein geben werde.


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INSTITUT FÜR VERSICHERUNGSWISSENSCHAFTEN E.V. AN DER UNIVERSITÄT LEIPZIG

Gelungener Start Die Pilotkonferenz „Aktuelle Entwicklungen im Risikomanagement von Versicherungsunternehmen“ des Instituts für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig fand im Juli in Köln statt.

Ü

ber 70 Repräsentanten der Ve r s i c h e r u n g s w i r t s c h a f t nahmen an der Pilotkonferenz unter der Leitung von Prof. Dr. Fred Wagner, Vorstand des Instituts für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig, teil. Risikomanagment Der Eröffnungsvortrag von Karin Clemens, Managing Director, Lead Analytical Manager Insurance, Standard & Poor‘s Credit Market Services Europe Limited, über die „Bedeutung des Faktors Risikomanagement für das Rating: Bestandsaufnahme und kritische Würdigung.“ Clemens erörterte zunächst die Modifizierung von Ratingkriterien, die aufgrund von regulatorischen Veränderungen notwendig geworden waren. Ein zentraler Aspekt ist seit 2005 das „Enterprise Risk Management“ als Faktor für die Bewertung. Im Anschluss daran stellte Sie die Bewertung des Risikomanagements im Detail vor. Für eine positive Bewertung muss das Risikomanagement integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie sein. Den Abschluss bildeten ein internationaler Vergleich zu den Bewertungsergebnissen des Risikomanagements von Versicherungsunternehmen und eine kurze Erläuterung zur Bewertung und Analyse von internen Modellen. Internationale Aussicht Einen internationalen Blick lieferte auch Jan Leiding, Partner, EMEIA Financial Services, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der zum

„Umsetzungsstand von Solvency II im europäischen Vergleich – Ergebnisse einer aktuellen Benchmarkstudie“ referierte. Leiding stellte die zweite europaweite Studie seines Hauses vor, bei der mehr als 160 Versicherer zum Umsetzungsstand von Solvency II und zu aktuellen Themen des Aufsichtsrechts und zur Kapitaloptimierung Stellung nahmen. Die Ergebnisse wurden thematisch nach den Säulen I-III gegliedert. Die Auswertung der Daten erfolgte auch immer mit einem speziellen Fokus auf die Ergebnisse in Deutschland. Insgesamt 80 % der teilnehmenden Unternehmen gehen nach eigener Einschätzung davon aus, die Anforderungen von Solvency II zum Stichtag 01.01.2016 zu erfüllen. Dabei ist in Säule I der Fortschritt aktuell bereits groß, was mit einigen Abstrichen auch für die Säule II zutrifft. Die Säule III ist hingegen noch ein Problemfeld. Weiterhin ließen sich vor allem noch Defizite im Bereich der IT-Infrastruktur und bei der Erfüllung von Anforderungen an die Datenqualität feststellen. Dr. Uwe Pfeifer, Geschäftsbereich Financial Services, Director Insurance, SAP Deutschland AG und Co. KG, veranschaulichte „Anforderungen an die IT im Finanz- und Risikomanagement von Versicherungsunternehmen – Bestandsaufnahme und Lösungsansätze“. Dabei griff er die im vorhergehenden Vortrag erwähnten Datenanforderungen erneut auf und beleuchtete sie aus Sicht der IT-Perspektive. Dr. Pfeifer präsentierte die IT als wesentlichen Faktor für Compliance, da sich Risiken in den Daten der Versicherer manifestieren und sie dadurch auch über die Daten analysierbar und bewertbar sind. Anhand der immer weiter steigenden regulatorischen Anforderungen

formulierte er wesentliche Problemfelder für die IT in Versicherungsunternehmen. Insbesondere betonte er Handlungsbedarf bei der Daten- und Methodenkonsistenz sowie in Fragen der Nachvollziehbarkeit, der Offenheit und Flexibilität der zukünftigen Systeme. Zuletzt konzentrierte sich Dr. Pfeifer auf Lösungsansätze, und er zeigte die Vorteile von Standardsoftware im Vergleich zu Office-Anwendungen oder Data-Warehouse-Ansätzen auf. Dabei wurde betont, dass es keine Standardlösungen der Form „one size fits all“ gibt, sondern dass Standardplattformen auf die individuellen Anforderungen anzupassen sind. Abschließend betrachtete erden SAP Insurance Analyzer als beispielhafte Standardplattform für Finanzund Risikoprozesse. Risikomanagment unter Solvency II Die “Versicherungsmathematische Funktion: Bedeutung für das Risikomanagement unter Solvency II“ wurde von Christoph Laarmann, stellv. Vorstandsmitglied, Barmenia Krankenversicherung a. G., Barmenia Lebensversicherung a. G., vorgestellt. Den Einstieg in das umfangreiche Thema bildete zunächst ein Überblick über diese Schlüsselfunktion im Versicherungsunternehmen, aufgezeigt anhand von Allgemeinen Richtlinien, Leitlinien der EIOPA und einer BaFinVerlautbarung vom 16.04.2014. Im Anschluss wurden die Aufgaben der versicherungsmathematischen Funktion im Detail betrachtet. Dazu stellte Laarmann ausgewählte Punkte aus der Richtlinie und den Leitlinien der EIOPA vor. Unter anderem ging er näher auf die Aufgabe


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zur Koordination der Berechnung von versicherungstechnischen Rückstellungen, zur Kontrolle bzw. Gewährleistung der Angemessenheit der verwendeten Methoden oder Basismodelle und zur Rolle der versicherungsmathematischen Funktion in der Zeichnungs- und Annahmepolitik ein. Herr Laarmann stellte heraus, dass der Inhaber der versicherungsmathematischen Funktion „nicht schwerpunktmäßig rechnen, sondern zusammenführen muss.“ Weitere Schwerpunkte des Vortrags waren die Berührungspunkte zwischen dem Risikomanagement und der versicherungsmathematischen Funktion sowie die Aufgabenund Verantwortungsabgrenzung zum verantwortlichen Aktuar im Versicherungsunternehmen. Own Risk and Solvency Assessment – die „Knackpunkte” bei der Implementierung standen bei Sarah Rössler, Mitglied des Vorstands, HUK-Coburg Versicherung, im Mittelpunkt. Frau Rössler analysierte unter dem Motto: „Warum ist etwas, was gut gedacht ist, schlecht gemacht?“. Dabei ging sie zunächst auf den Werdegang der Ausgestaltung des ORSA-Prozesses ein, und sie legte einen Fokus auf das stark wachsende Regelsystem der eigentlich prinzipienbasierten Umsetzung von ORSA. Anschließend arbeitete sie die drei wesentlichen Knackpunkte „Regulatorik, Inhalte und Strategie“ heraus. Für die Ausführungen nahm sie den Begriff „Own“ wörtlich und zeigte Lösungsansätze anhand der unternehmenseigenen Umsetzung bei der HUK-Coburg. Insbesondere betonte sie, dass ORSA nicht der Risikovermeidung, sondern dem bewussten Eingehen von Risiken dienen sollte, um einen Mehrwert für das Unternehmen generieren zu können. Dr. Immo Querner, Mitglied des Vorstands, Talanx AG, analysierte anschließend „Die Rolle des Risikomanagements im Versicherungsunternehmen: zum Selbstverständnis im Spannungsfeld zwischen „Förderer und Verhinderer“. Dabei stellte er seine Sicht zum Selbstbild der Risikomanager innerhalb der Versicherungsunternehmen vor. Das Selbstverständnis leitete Dr. Querner schwerpunktmäßig von der

Außenwahrnehmung durch den Konzern ab. Er baute seine Ausführungen auf zwei grundsätzlichen Fragen auf: Was ist Risiko und aus welcher Perspektive wird es betrachtet? Im weiteren Verlauf näherte sich Dr. Querner dem vielschichtigen Begriff des Risikos aus der Sicht verschiedener Stakeholder, und er hob die Perspektive der Investoren hervor. Als Resümee seiner Betrachtungen wurden Bedingungen für ein vernünftiges Risikomanagementsystem genannt und die notwendigen Instrumente abgeleitet. Dazu gehören eine ökonomische Risikostrategie und Risikomessung, ein strategiekonformes Anreizund Vergütungssystem sowie ein unternehmerisches Limitund Schwellenwertsystem. Die praktische Umsetzung wurde beispielhaft anhand des TalanxStrategiekonzepts verdeutlicht. Herausforderungen Den Schlusspunkt setzte Jörn Scherff, stellv. Direktor, Leiter Value- & Riskmanagement Governance, AXA Konzern AG. Sein Thema lautete „Herausforderungen bei der Berichterstattung unter Solvency II aus Sicht der Praxis“. Den Fokus setzte Herr Scherff explizit nicht auf die viel diskutierten QRT´s (Quantitative Reporting Templates); vielmehr stellte er jene Themen in den Vordergrund, die nach eigener Aussage noch nicht allzu viel Aufmerksamkeit erhalten haben. Zu Beginn seines Vortrags arbeitete Scherff die Ziele und konkreten Anforderungen der dritten Säule von Solvency II heraus. Dabei stellte er insbesondere die vielen Überschneidungen bei den verschiedenen Berichtsarten heraus und betrachtete kritisch das eigentliche Ziel der Säule III, die Erhöhung der Marktdisziplin durch ein verstärktes Reporting. Darauf aufbauend zeigte er die bisherigen Umsetzungsschritte bei der Erfüllung der Berichtspflichten unter Solvency II im eigenen Unternehmen auf. Anhand des

Prof. Dr. Fred Wagner Zeitplans in der Vorbereitungsphase wurde der geringe Spielraum für die praktische Implementierung sichtbar, insbesondere in Bezug auf die Terminierung der ersten Testläufe für die QRT´s. Weiterhin wurden als Schwerpunkte der Umsetzung die IT-Landschaft und deren Eignung für die bevorstehenden Berichtsprozesse hervorgehoben, veranschaulicht durch ein komplexes Schaubild als Abbildung der Systeme bei der AXA. Herr Scherff ging dann auf ausgewählte Herausforderungen zur Erfüllung der Berichtsanforderungen ein. Unter anderem wurden die Harmonisierung der Meldezeitpunkte, die zahlreichen Schnittstellen und Überlappungen im Berichtswesen mit Risikobezug und die Integration der erforderlichen IT-Systeme in die bestehende Finanzberichterstattung genannt. Die Vorträge der Tagesveranstaltung regten die Konferenzteilnehmer zu regen Diskussionen im Plenum an, die sich während der Pausen in angenehmer Atmosphäre noch informell fortsetzten.


FINANZEN

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STANDARD LIFE

CREDITREFORM

Neues Portfolio

Insolvenzstatistik

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ie Standard Life hat ein neues Portfolio ausgewählter Absolute Return Fonds auf den österreichischen Markt gebracht. Das „SL Morningstar Absolute Return Portfolio“ steht im Rahmen der fondsgebundenen Maxxellence Invest zur Verfügung. Standard Life stellt den Versicherungsmantel, Morningstar Investment ist für die Asset Allokation zuständig. Es wird in breit diversifizierten unterschiedlichen Asset Klassen, Asset Manager und Investmentstile investiert. Die jährliche Rendite des Portfolios soll über einen rollierenden Drei-Jahreszeitraum bei sechs Prozent über dem Geldmarktzins Citigroup EUR 3 Months Eurodeposit liegen, mindestens jedoch über der Rendite dieser Benchmark. Das Portfolio soll sich in einer Volatilitätsbandbreite von sechs bis neun Prozent bewegen. Es eignet sich besonders für Investoren mit

GENERALI VERSICHERUNG

Zukunftsstudie

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ir Österreicher sind und bleiben optimistisch, das hat die zum achten Mal durchgeführte Zukunftsstudie der Generali Versicherung ergeben. Mit Zuversicht wird auf die kommenden Jahre geblickt. Diese Werte entsprechen der letzten Erhebung vor zwei Jahren. Weniger erfreulich wird hingegen die Entwicklungen der Altersarmut, der Arbeitslosigkeit, des Wohlstandes und der Lebensqualität gesehen. Die Österreicher fürchten 2014 wieder stärker wirtschaftliche und politische Risiken. Knapp zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass es der kommenden Generation schlechter gehen wird. Die Sorgen um die Gesundheit und die Umwelt sind hingegen wieder gesunken. Familie, Freunde und Freizeit sind die bestimmenden Faktoren für Freude und Glück im Alltag. Sorge macht der Anstieg der Lebenserhaltungskosten, 73 % das ist ein Plus von 6 % gegenüber der letzten Studie. Wirtschaftliche und

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einem längerfristigen Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren. Das SL Morningstar Absolute Return Portfolio wird zwischen sieben und 20 Zielfonds verschiedener Gesellschaften enthalten, darunter nicht nur bekannte Größen, sondern auch weitgehend unbekannte Fondsperlen. Auf der Versicherungsseite hat der Kunde umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch individuelle Zuzahlungen, sowie finanzielle Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit. Zusätzlich erhält er einen Treuebonus, sofern der Vertrag bis zum vereinbarten Rentenbeginn bestehen bleibt. Das Portfolio positioniert sich in der Angebotspalette der ausgewogenen Produkte von Standard Life zwischen dem GARS-Fonds mit seiner jährlichen Volatilität von vier bis acht Prozent und dem gemanagten Portfolio MyFolio Balance (Volatilität 8,5 bis zwölf Prozent pro Jahr).

as erste Halbjahr 2014 hat im Bereich Firmen- und Privatinsolvenzen einen leichten Rückgang zum ersten Halbjahr des Vorjahres gebracht. Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist um 4,5% auf 2.936 gesunken, auch die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzen sind rückläufig. Im heurigen ersten Halbjahr sind Großpleiten ausgeblieben, dennoch waren rund 10.000 Arbeitsplätze betroffen und die Insolvenzverbindlichkeiten betrugen ca 1. Mrd. Euro. Die am stärksten betroffenen Branchen bleiben das Bau- und Transportwesen, den größten Zuwachs gab es im Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Bei den Privatinsolvenzen sind die Werte ebenfalls rückläufig, mit 40 Insolvenzen pro Werktag liegen sie nur mehr bei 4.830 Anträgen, auch bei den mangels Vermögen abgewiesenen Anträge ist ein Rückgang von 2 % zu vermelden. Laut Creditrefom ist damit das Niveau von 2008 erreicht.

politische Themen, wie Verschlechterung der Wirtschaftslage befürchtete Pensionskürzungen und Steuererhöhung haben wieder an Bedeutung zugenommen. Die im Vorjahr dominierenden Themen wurden weit nach hinten verschoben, so rangiert die Angst vor einer schweren Krankheit nurmehr auf Platz 8 (2013 Platz 2) die Umweltverschmutzung ist auf den Platz 5 gerutscht und die Sorge um die Kürzung der staatlichen Gesundheitsleistungen von Platz 4 auf Platz 7. Zugenommen hat auch die Angst vor Krieg und bewaffneten Konflikten sowie kriminellen Übergriffen. Raub, Einbruch und Diebstahl sind vor allem in Ostösterreich ein großes Thema. Frauen sorgen sich mehr als Männer, das war bei 85% aller angeführten Risiken der Fall. Auch gibt es deutliche Unterschiede nach dem Alter. Bei den unter 30 jährigen sind der Anstieg der Lebenserhaltungskosten, Kriege, Klimawandel, Verlust des Arbeitsplatzes, Unfall aber auch Vereinsamung und soziale Isolation im Sorgenranking ganz vorne. Bei den über 50 jährigen stehen Risiken wie Pflegebedürftigkeit und Verlust der Selbstbestimmung, Themen rund um

Pensions- und Wirtschaftslage, Zukunft der Kinder und Enkelkinder im Vordergrund. Hoffnungsvolle Jugend Unabhängig von den genannten Risiken und Sorgen blicken drei Viertel der Befragten hoffnungsvoll in die Zukunft. Bei den unter 30 jährigen sind es sogar 88 %. Auf die Frage, ob es kommende Generationen besser oder schlechter gehen wird als der heutigen Generation geben 64 % eine schlechte Prognose ab. Auch hier urteilen junge Menschen optimistischer als ältere Befragte, es überwiegt jedoch die negative Einschätzung. Zu den persönlichen Glücksmomenten, die den Alltag bestimmen, zählen Familie, soziale Kontakte und Freundschaften gleich gefolgt von Freizeit mit Reisen, Sport, Natur und Kultur und der Lebenspartner. Frauen finden ihr Glück mehr in der Familie und bei Freunden, Männern ist die Freizeit wichtiger. Zwischen 50 und 69 Jahren steht die Gesundheit an erster Stelle. Also auch die persönlichen Glücksmomente unterscheiden sich nach Geschlecht und Alter.


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VERSICHERUNG

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WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG

COFACE

PflegerIn mit Herz

Serbien

ereits zum dritten Mal startet die Wiener Städtische Versicherung mit zwei weiteren Unterstützern die Kampagne „PflegerIn mit Herz“. Auch heuer ist es Ziel, die Sensibilität für Themen im Pflegebereich zu schärfen, und Österreichs PflegerInnen vor den Vorhang zu holen. Neben den „Partnern der ersten Stunde“ das Sozialministerium, das Wirtschaftsministerium und die Erste Bank und Sparkassen, konnten die Wirtschaftskammern Österreichs und die Arbeiterkammer als Unterstützer dazu gewonnen werden. Für viele Österreicher ist ein Leben ohne professionelle Betreuung und Hilfestellung kaum vorstellbar. Dennoch wird das Thema Pflege von der Gesellschaft allerdings immer noch tabuisiert. Aber, ob Jung oder Alt vor der Situation, einmal Pflege in Anspruch nehmen zu müssen, ist niemand gefeit. Heute betreuen über 100.000 professionelle PflegerInnen rund 450.000 Pflegebedürftige. Der größte Teil der pflegebedürftigen Personen wird vielfach von Angehörigen gepflegt, oftmals selbst schon in einem fortgeschrittenen Alter. Aber auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind eine unentbehrliche Stütze: Über 42.000 Kinder und Jugendliche in Österreich - so genannte „Young Carers“ - unterstützen betreuungsbedürftige Familienmitglieder. Zur Kampagne: Gesucht werden mit der

er internationale Kreditversicherer Coface erweitert sein Angebot in Serbien durch eine Kooperation mit AXA. Zu den bereits verfügbaren Services, Inkasso und Unternehmensinformationen, profitieren serbische Unternehmen jetzt auch von der Erfahrung im Bereich Kreditversicherung und der internationalen Präsenz der Gruppe. „Coface hat mit Serbien - als Beitrittskandidat der EU - einen strategischen Markt zur Geschäftserweiterung gewählt“, erklärt Katarzyna Kompowska, Coface Executive Manager Central Europe. Jahr für Jahr stärkt das Unternehmen seine Position in Zentraleuropa, einer wirtschaftlich dynamischen Region mit einem attraktiven Wachstumspotential. Heute ist Coface, direkt oder über strategische Partnerschaften, in 14 Ländern Zentraleuropas vertreten.

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Initiative „PflegerIn mit Herz“ 2014 die besten und beliebtesten PflegerInnen des Landes. Nominiert werden kann jede/r, die/ der im Pflegebereich tätig ist: Diplomierte/r Gesundheits- und Krankenschwester/pfleger aller Sparten, Pflegehelfer/in, Altenfachbetreuer/in, Heimhelfer/in, 24-Stunden-Betreuer/in oder pflegende/r Angehörige/r. Aus allen Nominierungen wählt eine Jury - bestehend aus den Kampagnenpartnern sowie VertreterInnen der größten NGOs im Pflegebereich - eine/n GewinnerIn pro Bundesland aus. Diese werden bei einer Abschlussveranstaltung im Dezember mit einem Geldpreis des Wiener Städtische Versicherungsvereins gewürdigt. Darüber hinaus wird zusätzlich pro Bundesland ein/e 24-Stunden-BetreuerIn gewählt und mit einem Geldpreis der Wirtschaftskammern Österreichs geehrt. Nominierungen können ab sofort auf der Website www.pflegerIn-mit-herz. at oder auf dem Postweg (Postfach 2500o/1011 Wien, Kennwort: „PflegerIn mit Herz“) eingereicht werden. Die Nominierungsfolder liegen in allen Filialen der Wiener Städtischen Versicherung, der Erste Bank und Sparkassen, sowie bei den NGOs Hilfswerk, Volkshilfe, Diakonie, Rotes Kreuz und Caritas auf. Einsendeschluss ist der 24. Oktober 2014. (Die Redaktion entschuldigt sich für die erschwerte Lesbarkeit durch die gendergerechte Schreibweise.)

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COFACE

Brasilien

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ach der Fussball-WM muss sich die brasilianische Wirtschaft nun auf ein Jahr der Reformen einstellen. Coface stuft auf A4 herunter, man erwarte innerhalb der nächsten Monate Handelsschwächen, geringere Wirtschaftsaktivitäten und eine hohe Inflation. Die WM und die Präsidentschaftswahlen haben nicht zur Erleichterung beigetragen, im Gegenteil. So musste die Geschäftstätigkeit bei einigen Industriezweigen und Dienstleister zum Teil eingeschränkt werden, an manchen Tagen wurde sie überhaupt eingestellt. Die nächste Regierung wird restriktive Maßnahmen setzen müssen, um die Inflation wieder in den Griff zu bekommen. „Wir erwarten für 2014 eine schwächere Entwicklung des BIP - im besten Falle ein Plus von +1,3 %. Die höhere Risikowahrnehmung kann auf die Verschlechterung offizieller wirtschaftlicher Indikatoren, den niedrigen Investitionslevel, die hohe Inflation und die fehlende Geschäftstätigkeit zurückgeführt werden“, erklärt Patricia Krause, Regional Economist Coface Latin America.


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ÖSTERREICHISCHE LÄNDERVERSICHERER (VÖL)

Erstmals auf Platz vier

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ie Länderversicherer blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurück und liegen mit einem Prämienwachstum von 2,87% erstmals auf Platz vier des heimischen Versicherungsrankings. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 4,90%, die Zuwächse aus Kapitalanlagen betrugen 4,68% und die Eigenmittel erhöhten sich um 8,47%. Bei beinahe gleichbleibender Kundenanzahl konnte die Anzahl der Verträge um knapp 90.000 Stück erhöht werden. „Die einzelnen Mitgliedsunternehmen der VÖL blicken auf eine bis zu 200-jährige Erfahrung zurück. In dieser Zeit wurde so manche Krise gemeistert - mehr noch - man ging jedes Mal sogar gestärkt daraus hervor. Das macht die Länderversicherer zu einem

Die Vereinigung ist das Netzwerk der sechs in Österreich tätigen Länderversicherer (Niederösterreichische Versicherung, Grazer Wechselseitige Versicherung, Kärntner Landesversicherung, Tiroler Versicherung, Vorarlberger Landesversicherung, Oberösterreichische Versicherung). Gemeinsam beschäftigen die Unternehmen rund 3.500 MitarbeiterInnen in sechs Zentralen und betreuen 1,5 Mio. KundInnen mit 5,8 Mio. Verträgen.

zuverlässigen und Verrechnete Veränderung vertrauenswürdigen Prämie 2013 zum Vorjahr Partner für die rund Grazer Wechselseitige Versicherung € 470,96 Mio. + 3,92 % 1,5 Mio. KundInnen“, € 385,41 Mio. + 1,70 % erklärt Dr. Othmar Oberösterreichische Versicherung Ederer, Vorsitzender Niederösterreichische Versicherung € 272,01 Mio. + 3,30 % der VÖL und Tiroler Versicherung € 105,74 Mio. + 2,36 % Generaldirektor € 77,76 Mio. + 6,50 % der Grazer Vorarlberger Landesversicherung € 55,43 Mio. + 2,04 % We c h s e l s e i t i g e n Kärntner Landesversicherung Versicherung AG. Quelle: VVÖ „SU/LV/KV (Konzerne) 2013 Kooperationen bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen Rückversicherung oder EDV zusammen. für die MitarbeiterInnen zählen ebenso Die Nutzung von Synergieeffekten steht zu den Aktionsfeldern der Vereinigung dabei im Vordergrund, jede Gesellschaft wie die gemeinsame Abwicklung von ist und bleibt aber eigenständig. „Unser Rückfragen: Projekten. Darüber hinaus arbeiten die oberstes Ziel ist die effiziente Nutzung von Gabriela Schneider, Niederösterreichische Versicherung AG, Marketing, Synergiepotentialen. Unser Größenvorteil, Unternehmen in weiteren wichtigen Tel. 02742/9013-6315, gabriela.schneider@noevers.at Bereichen wie beispielsweise Veranlagung, den wir als Netzwerk haben, soll so gewinnbringend wie möglich eingesetzt werden.“ so Othmar Ederer. Fit für Solvency II

Foto (v.l.n.r.): Vorstandsdirektor Robert Sturn (Vorarlberger Landes-Versicherung); Vorstandsvorsitzender Dr. Walter Schieferer (Tiroler Versicherung V.a.G.); Generaldirektor Dr. Othmar Ederer (Grazer Wechselseitige Versicherung AG); Generaldirektor Dr. Hubert Schultes (Niederösterreichische Versicherung AG); Generaldirektor Dr. Josef Stockinger (Oberösterreichische Versicherung AG); Vorstandsdirektor Mag. Gerhard Schöffmann (Kärntner Landesversicherung) - (Foto: VÖL)

VVO ÖSTERREICH

Einmalerlag

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ie gesetzliche Mindestlaufzeit bei Einmalerlägen für über 50-jährige wurde mit 1. März 2014 wieder auf zehn Jahre reduziert. Im ersten Halbjahr hat die Versicherungsbranche im Segment

Rentenversicherung eine Steigerung des Prämienvolumens von 487 Mio. Euro auf 711 Mio. Euro, das sind 46 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, gemeldet. Den größten Anteil daran hatte der Prämienanstieg im Einmalerlaggeschäft. Die österreichischen Lebensversicherungen weisen in der Rentenversicherung im Einmalerlag im 1. Halbjahr 2014 367 Mio. Euro an Prämien aus, was gegenüber den 155 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2013

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Die Österreichischen Länderversicherer sind mit überdurchschnittlichen Solvabilitätsgraden gemeinsam gut vorbereitet. Was nicht zuletzt auch zur Marktbereinigung gedacht war, entpuppt sich nunmehr als echter Vorteil für die kleineren Häuser. Die Länderversicherer sind aufgrund ihrer Eigentümerstruktur und dem daraus resultierenden hohen Anteil an Garantiemitteln traditionell stabil aufgestellt. In Vorbereitung auf Solvency II ergeben sich dadurch weniger Probleme als für die oft großen internationalen Konzerne.

einen Anstieg um 137 % bedeutet. DI Manfred Rapf, Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im österreichischen Versicherungsverband, geht davon aus, dass dieser Trend bis zum Jahresende anhalten wird. Auch unter der Berücksichtigung, dass viele ihre Pensionskontonachricht noch nicht erhalten haben, mit der auch die Notwendigkeit ergänzender Vorsorge zur staatlichen Pension erst richtig bewusst gemacht wird.

VERSICHERUNG

Die Vereinigung Österreichischer Länderversicherer (VÖL)


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Shitstorm Eine Geschichte von Mario Passini

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angsam, aber unweigerlich sterben jene lieben Menschen aus, die jene Zeiten noch erlebten als es auf den Straßen hieß: Freie Fahrt für freie Bürger. Jetzt gibt es unzählige Geschwindigkeitsbegrenzungen, bis hin zu jenen Geboten, wo es so langsam vorangeht, dass man – gefühlt – schon steht. Verdeckte und offene Radarposten, zivile Autobahnpolizei, und was es sonst noch alles an Freudenbrechern gibt. Aber bald wird es Generationen geben, die auch das freie, unzensierte Internet nur noch vom Hörensagen kennen. Man wird seine Personal-E-card in den Computer stecken müssen, damit man das Gerät starten und im Netz surfen darf. Damit wird nicht nur der Computer – das geht heute schon - sondern auch der Nutzer identifiziert. Und wenn die gute alte WWW-Zeit lange vorbei ist, wird man erzählen wer am Untergang der Freiheit im Netz schuld ist: Nämlich jene die das WWW-Netz missbrauchten. Das reichte von harter E-Kriminalität bis hin zu den massenweisen anonymen Posters und Hassmails. Wahrscheinlich geht es Ihnen, lieber Leser, genauso. Sie erhalten anonyme Mails oder Hasspostings auf ihren Social-Media-Account oder in Ihre Mailbox. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek kann ein Lied davon singen, und unser aller Liebling, unser Volks-Gabalier, durfte diese Erfahrung ebenfalls genießen. Er wagte es den Text der Hymne, unseres so innig geliebten Landes, in seiner schönen, originalen Form zu singen. Es gibt schlimmeres Immer mehr Phishing-Mails, Fakeshops und Betrugsversuche bedrängen die Nutzer. „Wir können einen Trend zur Professionalisierung sehen“, erklärt Sonja Schwarz, Projektleiterin von Watchlist Internet. Und

weiter: „Bei Betrug wird nicht mehr so dilettantisch wie früher vorgegangen, denn die Betrugsangebote sind professionalisiert, schauen immer seriöser aus, sind immer schwieriger zu erkennen. Selbst die deutsche Sprache beherrschen jetzt die Gauner schon einigermaßen. Und was dazukommt: Die Betrüger nehmen sich immer mehr Zeit für ihre Opfer. Immer mehr E-Gauner versuchen auf der emotionalen Ebene zu spielen. Über mehrere Wochen wird Vertrauen aufgebaut. Und dann schlägt man „zu“. Es gibt Banden mit hochspezialisierten Websites. Da hilft oft nicht einmal mehr genau hinzusehen, um die Falle zu erkennen. „Deshalb sei es wichtig, dass sich die Menschen im Internet informieren und sich die Tipps von Watchlist zu Herzen nehmen“, so Sonja Schwarz. Besonders vor Fallen in Facebook wird gewarnt. Hier melden sich Freunde mit einer Einladung, sich ein tolles Video anzusehen.

Wer anklickt hat schon verloren. Entweder wird dabei eine Schadsoftware auf den Computer geladen, oder es installiert sich ein Lösegeldtrojaner. Anschließend wird Geld erpresst, um den Computer wieder frei zu bekommen. Oder es wird ein Facebook-Wurm aktiviert, der die Nachricht an viele weitere Freunde verschickt. Das ist derzeit topaktuell. Jedenfalls können die Betrüger bei erfolgreichem Angriff die persönlichen Daten ausspionieren. Teure Abos über Handelsplattformen Als Köder dienen hier vermeintlich günstige Warenangebote, hinter denen kostenpflichtige Aboverträge stecken, warnt Sonja Schwarz weiter: „Viele Österreicher fallen derzeit auf betrügerische Handelsplattformen im Internet herein: Es wird gezielt bei Facebook für günstige Waren geworben. Man kommt auf eine vertrauensvoll wirkende Plattform und glaubt, man erwirbt


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das Produkt: Man muss sich über ein Anmeldeformular anmelden. Doch mit dem Anmeldeformular bestellt man ein zweijähriges Abo im Wert von bis zu 480 Euro. Ware gibt es – natürlich - keine. Die Handelsplattform sagt, sie biete nur Produkte für andere Unternehmen an. Das ist der Trick dabei. Denn in Wahrheit wirbt man auf Facebook gezielt Privatkonsumenten an. Die Experten von Watchlist Internet gehen davon aus, dass in den gemeldeten Fällen kein rechtsgültiger Vertrag mit der Handelsplattform zustande gekommen ist. Das sagen auch die Konsumentenschützer des VKI. Geld von solchen betrügerischen Firmen zurückzufordern, ist allerdings meist aussichtslos. Schwache Abwehr Während sich private User meist gar nicht gegen Angriffe aus dem Internet wehren können, bzw. die Gefahr erst gar nicht erkennen, trifft das immer größer werdende Gefahrenpotential im Businessbereich auf eher antiquierte Abwehrmaßnahmen, weiß Christian Prenger vom Extradienst zu berichten. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens PwC sind die Unternehmen mit einer wachsenden Bedrohung konfron­ tiert, die offenbar vielfach un­ terschätzt wird. „Die meisten Organisationen verteidi­gen sich aktuell gegen Bedrohungen von gestern, während ihre Angreifer die Schwachstellen von morgen aus­nutzen“, warnt Andre­as Plamberger, Head of Technology Consulting bei PwC Österreich. Im Rahmen einer Studie wurden weltweit mehr als 9.600 IT- und Sicherheitsmanager sowie Geschäftsführer aus 115 Ländern darunter auch 30 österreichische Betriebe - befragt. Die Studie zeigt, dass hochspezialisierte EKriminelle Schutzmechanismen umgehen kön­nen, um schwer erkennbare At­tacken zu verüben. Ebenso bieten Unternehmen zunehmend Angriffs­flächen, bedingt durch das immer größer werdende Datenvolumen, Cloud Computing oder private Ge­räte im Unternehmen, bekannt unter „Bring your own Device“. Eine steigende Zahl an Sicherheits­bedrohungen prognostiziert auch das europäische ITK-Marktanalyseund Beratungshaus Pierre Audoin Con­ sultants (PAC). Danach stehen die meisten Infrastrukturen einer Steigerung der E-Kriminalität völlig unvorbereitet gegenüber. Eine weitere große Herausforderung ist der Mangel an Cyber-­Security-Spezialisten.

Duncan Brown, Director bei PAC in London: „Wir versuchen die Cyber-SecurityProbleme mit 20 Jahre alten Ansätzen zu lösen. Es muss sich etwas ändern.“ Ein Lösungsansatz: Mehr Security-Leistungen.

die Masche womit sexlüsterne Opfer ausgenommen werden. Konsequenz: Man kann gar nicht vorsichtig genug sein.

Wer Emotionen zeigt hat schon verloren

Genug von Betrügereien und E-Kriminalität. Anonyme Postings sind erbärmlich. Einem österreichischen Verleger platze eines Tages der Kragen. Er hatte genug von anonymen Postings, Hassmails, Shitstorms und von der „Vermummung im Internet“. Er startet eine Initiative um jenen Medien, die derartiges auf ihren Internetplattformen zulassen – und nicht löschen - zu stoppen. Klug, scharfsinnig und mutig wusste der ausgewiesene Medienzampano genau, wo er die Meute treffen konnte, dort wo es am meisten weh tut. Bei den Werbeeinnahmen. Üblicherweise gehen solche Initiativen in Österreich den Bach hinunter. Nicht bei dieser. Denn der Mutige ist nicht irgendwer, sondern der Eigner des Mucha Verlages: Christian W. Mucha. Er meint zu den anonymen Postings: „Gegen anonyme Postings bin ich schon ab der ersten Stunde angetreten. Wer so etwas fördert, spekuliert mit den niedersten Instinkten des Abschaums am un­teren Ende unserer Gesellschaft. Wenn eine Geschäftemacherriege, die onlinemäßig agiert, derartiges zulässt, dann räumt man Platz für eine ganz miese Art von Voyeurismus ein. Ich behaupte, dass ein Gutteil der hervorragenden Besucherzahlen, die so eine

Die Begeisterung für Online-Shops birgt Gefahren. Da der Konsument weiß, dass er ungenügend informiert ist, agiert er mit erhöhtem Unbehagen. Das wiederum drückt die Umsätze der Shops. Dabei gilt E-Commerce als das Geschäft der Zukunft mit jährlich steigenden Umsätzen. Doch zögerliche E-Konsumenten halten den Umsatz gedrückt. Die Angst vor Online-Fallen ist weit verbreitet. Wer kennt das nicht. Man klickt eine Website an, um eine groß angebotene Gratisleistung, sei es Software, sonstige Ware oder Beratung zu erhalten. Dabei muss sich anmelden. Ok, warum nicht. Erst später erfährt man, durch den Brief eines Anwalts, dass in den AGB irgendwo im Kleingedruckten eine Kostenpflicht ausgewiesen wird. Mehrere hundert Euro samt Kosten seien fällig. Erfreulicherweise ist diese Art der Abzocke leicht bekämpfbar. Wer nicht zahlt, wird nichts mehr von den E-Gaunern hören. Die Konsumentenschützer weisen ausdrücklich darauf hin, dass kein gültiger Vertrag zustande gekommen sei. Eine besonders grausliche Form des E-Betruges sind Heiratsschwindler, Tierverkäufer und

Die E-motionale Ebene


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46 Zeitung auf ihrer Webpage erzielt, dem Sensationsgier-Effekt zu verdanken ist. Sie kennen das: Auf der Auto­bahn brennt ein Fahrzeug ab. Und auf der Gegenfahrbahn bildet sich ein Stau, wo alle mit Tempo-20 am Unfall vorbeischleichen, um möglichst viel vom Unfall auf der anderen Straßen­ seite mitzukriegen. Dieser zutiefst degoutante Voyeurismus funktioniert natürlich auch im Internet, wenn man neurotischen Menschen die Möglichkeit ein­räumt, vermummt oder unter dem Deckmantel der Anonymität ihre Gehässigkeiten, gegen wen oder was auch immer abzusondern. Beson­ders bei kontroversiellen Themen brechen dann alle Dämme. Diese Flut lässt sich dann nicht mehr moderieren. Wer schutzbehauptend vorgibt, wir löschen sowieso die schlimmsten Aus­rutscher, der lügt. Mit ein paar Hiasln kann man weder zeitmäßig noch volumenmäßig eine losbrüllende Horde stoppen. Um einer Stampede Herr zu werden, würde man eine Hundertschaft von Moderatoren benötigen. Und das ist wirtschaftlich unfinanzierbar. Alle die vehementen Bekenntnisse gegen anonyme Hass-Postings haben einen Haken: sie verändern nichts. Die Betreiber der einschlägigen Pages und Foren lachen sich einen Ast ab und kassieren weiter händereibend die fetten Werbeeinnahmen, die sie dank gesteigerter Aufmerksamkeit lukrieren.“ Und weiter: „Ich halte anonyme Postings für erbärmlich. Wann auch immer ich in diesem Leben etwas geäu­ßert habe, dann war das mit meinem Namen, meinem Gesicht, meiner Überzeugung verbunden. So wie ich ja überhaupt glaube, dass man nur dann Medien ma­chen soll, wenn man sich Byung-Chul Han wurde 1959 in Seoul, Südkorea geboren und studierte in Deutschland Philoso­phie, deutschsprachige Literatur und katholi­sche Theologie. Er promovierte 1994 in Freiburg mit der Studie „Heideggers Herz. Zum Begriff der Stimmung von Martin Heidegger“, wechselte dann an die Universität Basel. Seit 2012 lehrt Han Philosophie und Kulturwissenschaften an der „Universität der Künste Berlin“.

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ein Meinungsbild erlebt/erarbeitet hat, das mit dem eigenen Gewissen kompa­tibel, glaubwürdig und anständig ist. Selbst gestandene Medienprofis zeigen übel Wirkung, wenn die Häme geballter Postings oder gar von Shit­storms über sie hereinbricht.“ Gott, hat der Mann Mut. Branchenkenner wissen, so was traut sich nur einer: Christian W. Mucha. Und das Ergebnis: Er hat Erfolg! Die Werbebranche teilt seine Meinung und ist – namentlich genannt – dafür, solchen Medien, den Förderern von anonymen HassPostings, das Werbegeld zu streichen. Zwischenstand der Initiative: Mittlerweile gibt es ein Votum, laut dem die Budgetverantwortlichen von über 65 % (in Worten – fünfundsechzig Prozent) der heimischen Werbebudgets, Me- losigkeit, Neid und Indiskretion gemeindien die anonyme Postings fördern, nicht sam mit den Echtzeitmedien, Google, mehr werblich be­ legen wollen. Muchas Facebook und Co. einen ordinären und Schlusssatz zur laufenden Kampagne: „Ich asozialen Saustall der Sonderklasse genehabe das Gefühl, dass anonyme Postings rieren, berichtet Walter Pohl vom Extraschnell aussterben werden, wenn sich da- dienst. Hier ein Auszug. „Das Posten im mit kein Profit mehr machen lässt.“ Der Internet ist eine Machtkommunikation mit große Mucha, so wird man ihn eines Tages der umgegan­gen werden muss. Und diese nennen. ist nicht einmal dialogisch, erläutert „Dr. Shitstorm“ in seinem jüngsten Buch „Im Shitstorm Schwarm - Ansichten des Digi­talen“ (Verlag Matthes & Seitz Ber­lin, 107 Seiten, Euro Ein Philosophie-Professor aus Berlin hat 12,80). dem „Shitstorm“ als Phänomen der IT- Neben ethischen Defiziten der ModerGesell­ schaft ein ganzes Buch gewidmet. ne, die aber noch nichts mit dem Trä­ Der Südkoreaner Byung-Chul Han erklärt germedium unethischer Botschaf­ten zu tun darin mit feinster Klinge, warum Respekt- haben, erklärt Byung­-Chul Han sehr wohl, warum gerade die vermeintliche digitale Revoluti­on die Entstehung von Shitstorms Seine Publikationen beschäftigen sich auf fördert, ja sogar in vielen digitalen Medihöchstem intellektuellem Niveau mit den en von einem Schwarm zu ei­nem Sturm Mas­senphänomenen der Postmodernen, heranwächst, der seine vermeintlich willidie er kri­tisch durchleuchtet und erklärt. gen Opfer fordert. Die mediale Anamnese Han sieht in der IT-Gesellschaft ein „tota- dieser Be­findlichkeit führt den Autor zu litäres System der Offenheit zu Lasten an- folgendem schwer um deutbaren Befund: derer sozialer Werte wie Scham, Vertrau- ordinäre und respekt­lose Schimpf-Diarrhö. lichkeit und Vertrauen“. Ein anderer Weiser, der Politologe Anton Sein Buch „Im Schwarm — Ansichten des Pelinka meint im Standard: Die Wurzeln Digitalen“ ist bei Matthes & Seitz Berlin des Internet-Extremismus liegen in der erschienen, wie auch die thematisch ähn- Gesellschaft. Hasserfüllte Vorurteile exislichen Werke „Transparenzgesellschaft“ tieren, Gewaltfantasien lassen sich immer und „Digitale Rationalität und das Ende wieder beobachten. Seine Schlussfolgerung: des kommunikativen Handelns“. Er gilt als „Das Internet ist so böse und verkommen, einer der anerkanntesten lebenden Philo- wie es Teile der Gesellschaft böse und versophen deutscher Zunge. kommen machen.“

SHITSTORM VORAUS


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Bedeutungserklärungen,

Wikipedia (Auszug) erklärt das so: shitstorm, „Scheißesturm“, zusammengesetzt aus shit  „Scheiße“ und  storm „Sturm“ bezeichnet im Deutschen das Auftreten des als  Flame-war  bekannten Phänomens bei Diskussionen im Rahmen von  sozialen Netzwerken,  Blogs  oder Kommentarfunktionen von Internetseiten. Der  Duden  definiert einen Shitstorm als „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“. Der Begriff Shitstorm bezieht sich vor allem auf „Blogbeiträge oder -kommentare,  Twitter Nachrichten oder Facebook-Meldungen“. Typisch für einen Shitstorm ist, dass die Teilnehmer  Dysphemismen  verwenden. Dabei richtet sich „in kurzem Zeitraum eine subjektiv große Anzahl von kritischen Äußerungen, von denen sich zumindest ein Teil vom ursprünglichen Thema ablöst und stattdessen aggressiv, beleidigend, bedrohend oder anders attackierend geführt werden gegen Unternehmen, Institutionen, Einzelpersonen oder in der Öffentlichkeit aktive Personengruppen, etwa Parteien oder Verbände. Das Wort ‚Shitstorm‘ gilt als Anglizismus. Die erste gedruckte Verwendung findet sich in Norman Mailers im Zweiten Weltkrieg  spielenden Roman  The Naked and the Dead  von 1948. Dort stand „shit storm“ für eine brenzlige Gefechtssituation; ebenso in dem Kriegsroman  The Day the Century Ended  von  Francis Irby Gwaltney  von 1955. Beide Romane thematisieren die Rückeroberung der Philippinen  durch die US-Armee und schöpfen aus der eigenen Erfahrung der Autoren, die dort gedient hatten. In den 1960er Jahren taucht die erste Verwendung des Wortes ohne militärischen Zusammenhang auf. In Ken Keseys Roman, One Flew over the Cuckoo’s Nest, bezeichnet das Wort allgemein chaotische Situationen. Als prägend für den angestiegenen Gebrauch wurde ein Vortrag des Bloggers  Sascha Lobo  auf der Web-2.0-Konferenz  re:publica  vermutet. Sascha Lobo, der deutsche

Kult‑eBlogger, entschuldigte sich öffentlich dafür, dass er: „Ohne es zu beabsichtigen, die Welt ein bisschen schlechter gemacht hat.“ Mit diesen Worten zeigte Lobo in „Spiegel Online“ seine intellektuelle Zerknirschtheit darüber, dass er sich zwar als Schöpfer des medialen Begriffs „Shitstorm“ benennen darf, selbige Schöpfung ihn nun aber zum Canossagänger macht. Wie es dazu kam? Im Zuge einer neuen Werbekampagne für „Vodafon“ (im Jahre 2009) war es zu nachhaltiger, heftiger Kritik im Internet gekommen, als bekannt wurde, dass der IT-­ Gigant NetzsperrenVorhaben der Behörden aktiv unterstützen würde. Dazu kam es zwar letztlich nicht, der Begriff jedoch, den Sascha Lobo für das fraglos sperrige Terminus-Monster „Netzempörungssturm“ kreiert hatte, hieß von da an „Shitstorm“. Seither muss sich der IT-Guru Vorhal­tungen gefallen lassen, er stünde quasi auch als Copyright hinter jeder Verwendung des Begriffes. Und das waren Millionen. Shit, schon wieder ein Saurier weniger oder alles wird geglaubt oder kommentiert

Triceratops (Dinosaurier). Das Bild soll beweisen, dass er auch Jagd auf große Tiere macht. User waren entsetzt und machten ihrem Ärger Luft: „Kranke wie er sind schuld daran, dass ganze Arten aussterben. Er hätte das Gefängnis verdient“, steht dann in Facebook. Eine Frau schreibt: „Eine Frechheit, er sollte sich wirklich schämen.“ Die Wut übereifriger Aktivisten kannte keine Grenzen: „Mir egal, wer er ist. Er hätte dieses Tier nicht erschießen dürfen“, antwortet ein anderer. Auslöser des Shitstorms war ein Beitrag Jay Branscomb, einem Satiriker. Der bloggte am 6. Juli: „Skandalöses Foto eines Freizeitjägers, der glücklich neben einem Triceratops posiert, den er eben erst erlegt hat. Bitte teilen, damit die Welt diesen abscheulichen Mann benennen und beschämen kann“, schrieb Branscomb darunter. Beim Foto handelt es sich um eine Aufnahme von 1993. Die Aufnahme zeigt den jungen Spielberg am Set von „Jurassic Park“, neben einem Dinosaurier-Modell. Ist es nicht unheimlich, wie groß Realitätsverweigerung sein kann, nach dem Motto: „Shit, schon wieder ein Saurier weniger.“

Wie abgründig Meldungen im Netz auch sein mögen, man glaubt an den „Blog“ und sei er noch so absurd. So zeigt ein Foto Steven Spielberg, weltberühmter Regisseur u.a. von Jurassic-Park, vor einem erlegten

QUELLEN: Extradienst. Ausgaben 5, 6 2014, Christian W. Mucha, Christian Prenger, Walter Pohl, Wikipedia, Tagesticker, Newscron, ORF-TVthek, Anton Pelinka im Standard (RAU), Facebook, Twitter, Documenta, u.a.

MARKT

Shitstorm Wortherkunft


Effizienter Arbeitsalltag mit VAV PRO In modernen Abläufen ist das Internet nicht mehr weg zu denken. Das gilt auch für die Zusammenarbeit von Versicherern mit Vermittlern. Die VAV hat mit

ihrem Vertriebspartner-Portal schon sehr früh auf webbasierte Geschäftsabwicklung gesetzt. Die Online-Services von VAV PRO im Überblick.

ermittler erwarten von einem Service-Portal optimale Unterstützung im Alltag und somit eine klare Zeitersparnis. Effizienz und konkrete Geschäftsabwicklung stehen bei den Anforderungen ganz vorne. Die fünf wichtigsten Eigenschaften, die ein Vermittlerportal bieten soll, hat die VAV vor einiger Zeit in einer User-Umfrage ermittelt: Online-Tarifrechner, Auskünfte zum Status der Schadenabwicklung, Service-Formulare, Bestandsinfo und Schadenmelde-Formulare. Der Service-Aspekt ist also ganz zentral. Und genau hier hat VAV PRO, das ServicePortal der VAV, seine Stärken und wird daher von unabhängigen Vermittlern auch unter die Top-3 Portale gereiht (lt. AAAUmfrage 2013). Mehr als 3.500 User sind auf VAV PRO registriert und nützen die zahlreichen Services.

eine Courtage-Vereinbarung bis hin zu Änderungen von Kundendaten – mit wenige Eingaben ist alles erledigt. Besonders effizient: Sie erhalten eine Kopie Ihrer Eingaben per Mail und haben damit einen Beleg dafür, was Sie an die VAV übermittelt haben.

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Wir haben für Sie eine kurze Beschreibung der wichtigsten Funktionalitäten von VAV PRO zusammengestellt.

Bestands-Info Hier erhalten Sie tagesaktuelle Informationen zum Kunden und den einzelnen Verträgen. Neu: Die Anzeige des Inkasso-Status – also ob die Prämien bezahlt wurden oder ob noch Zahlungen offen sind. Diese Ansicht ist direkt auf der Vertragsebene einsehbar. Weitere praktische Funktionen von VAV PRO: • Vermittlerabrechnung • OMDS-Daten • Offene Posten-Liste • Umfangreiche Bedingungsdatenbank • Download des Bau- und Business-Rechners zur Berechnung und Beantragung von Gewerbe- und Bauversicherungen

Joachim Klepp Abteilungsleiter Maklervertrieb

• Detaillierte Produktbeschreibungen, Deckungsübersichten, Annahmerichtlinien etc. • Newsletter-Archiv und VAV FORUMNachlese Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.VAVPRO.at

Online-Tarifrechner für alle Privatsparten Bei der Berechnung von Prämien sind nur wenige Eingaben erforderlich, für einen Antrag müssen noch manche Daten ergänzt werden. Die Übertragung an die VAV erfolgt im Hintergrund mittels XML und wird großteils automatisch verarbeitet. Der Vorteil: die Ausstellung der Polizzen erfolgt sehr zeitnah. Weiteres Plus: die integrierte Angebots- und Antragsdatenbank (Meine Angebote / Anträge) Komfort-Schadenmeldungen Das Schadenmelde-Formular kann direkt in der Vertragssicht aufgerufen werden. Sehr praktisch: In diesem Fall werden die Stammdaten des Versicherungsnehmers übernommen und müssen nicht nochmal eingegeben werden. Service-Formulare Auf VAV PRO stehen mehr als 20 Formulare für die häufigsten Geschäftsfälle zur Verfügung. Vom Formular für den Antrag auf

VAV PRO – das Service-Portal für unabhängige Versicherungsvermittler


AUSGEZEICHNET: DIE BESTE KFZ-VERSICHERUNG* Qualitätstest.at

ÖGVS - Gesellschaft für Verbraucherstudien mbH

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KFZ-Versicherer

TESTSIEGER Test 05/2014, 16 Anbieter im Test: Tarife & Servicequalität

Best Advice für Ihre Kunden: Die VAV überzeugt mit bestem Tarif, Transparenz und Komfort sowie Kundendienst. Wechseln Sie zur VAV und kassieren Sie dabei die Bonus-Provision für viele ausgewählte TOPTYP-Modelle. Alle Informationen auf www.VAVPRO.at oder bei Ihrem Service Team. *Das Wochenmagazin FORMAT und die ÖGVS (Gesellschaft für Verbraucherstudien) weisen in einem unabhängigen Test im Mai 2014 die VAV als beste KFZ-Versicherung Österreichs aus!

Foto: clipdealer.de / pixelio.de / Montage

*LAUT ÖGVS 05/2014


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Wirtschaftskammer Wien 14 | 100,-1041 Wien jeweils um 9:00 und endet um 17:00 und istSchwarzenbergplatz der Skriptensatz um Euro extra Fachgruppe Wien der Versicherungsmakler findet in der Wifi Wien, wko campus zuT 51450-3750, erwerben. 3752 Unabhängig von einer | F 51 450-3754 Berater in Versicherungsangelegenheiten Wien (Währinger Gürtel 97/ Raum und B203, Kursbuchung kann ein Online-Zugang (für E dieversicherungsmakler@wkw.at 1180 Wien) statt. Ab zehn gebuchten Sparte drei Monate) umund290,-Euroder erworben Information Consulting W http://www.wiener-versicherungsmakler.at Kurstagen sind im Kurspreis die Skripten werden. Die Anmeldung zum Kurz Wirtschaftskammer Wien

Am 19.9.2014 startet der zweite Vorbereitungskurs zur Befähigkeitsprüfung für den Versicherungsmakler, in welchem alle wichtigen Themen rund um die Branche behandelt werden. Die Seminarreihe ist Kostenübersicht 02-2014 aber auch bestens dazu geeignet Wissen in Hardcopy sowie ein Online Zugang zu Seminarreihe Wissen für Versicheaufzufrischen bzw. „Aktuelles neue Mitarbeiter denden Skripten inkl. Fragenkatalog enthalten. rungsmakler von heute und morgen“ einzuschulen. Die Seminarreihe beginnt Bei weniger als zehn gebuchten Kurstagen

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1

19.09.2014

200,00

http://www.wiener-versicherungsmakler.at Berufsbild – Versicherungsmakler / W KommR Christian Schäfer

4 1

27.09.2014 19.09.2014

800,00 200,00

Steuerrecht und betriebliche Altersvorsorge/Akad. Vkfm. Eric Rubas, Dr. Berufsbild – Versicherungsmakler / KommR Christian Schäfer Roger Emmett

2 5

20.09.2014 03.10.2014

400,00 980,00

Allgemeine / KommR Mag. Kurt Stättner SachspartenRechtsgrundlagen I / Dr. Elisabeth Schörg

3 6

26.09.2014 04.10.2014

600,00 1.160,00

Privateund gesetzlicheKreditversicherung Pensionsversicherung / RudolfHajek Mittendorfer Transportversicherung, / Wolfgang

7 4

10.10.2014 27.09.2014

1.340,00 800,00

8 5

11.10.2014 03.10.2014

1.500,00 980,00

Steuerrecht und betriebliche Altersvorsorge/Akad. Vkfm. Eric Rubas, Dr. Sachsparten II / KommR Christian Schäfer Roger Emmett Kranken- und Unfallversicherung inkl. Sozialversicherung / KommR Helmut Sachsparten I / Dr. Elisabeth Schörg Mojescick

6 9

04.10.2014 17.10.2014

1.160,00 1.660,00

Transportversicherung, Kreditversicherung / Wolfgang Hajek Rechtsschutzversicherung und D&O / Dr. Helmut Tenschert

7 10

10.10.2014 18.10.2014

1.340,00 1.820,00

11 8

24.10.2014 11.10.2014

1.960,00 1.500,00

12 9

25.10.2014 17.10.2014

2.100,00 1.660,00

Sachsparten II / KommR Christian/ Schäfer Formen der Lebensversicherung Akad. Vkfm. Eric Rubas Kranken- und Unfallversicherung inkl. Sozialversicherung / KommR Helmut Haftpflichtversicherung / Dr. Johannes Stögerer Mojescick Bauwesenversicherung, Bauherrenhaftpflicht-, Computer-, ElektronikversiRechtsschutzversicherung und D&O / Dr. Helmut Tenschert cherung / Mag. Peter Grünberger

10 13

18.10.2014 07.11.2014

1.820,00 2.240,00

Formen derRechtsgrundlagen Lebensversicherung / Akad. Vkfm. Eric Rubas Besondere / Mag. Wilhelm Hemerka

11 14

24.10.2014 08.11.2014

1.960,00 2.360,00

Haftpflichtversicherung / Dr. Johannes Stögerer BUFT und BU / KommR Helmut Mojescick

15 12

14.11.2014 25.10.2014

2.480,00 2.100,00

16 13 17 14 18 15

15.11.2014 07.11.2014 21.11.2014 08.11.2014 22.11.2014 14.11.2014

16

15.11.2014

17

21.11.2014

2.600,00 2.240,00 2.700,00 2.360,00 2.800,00 2.480,00 200,00 2.600,00 2.800,00 2.700,00

Bauwesenversicherung, Computer-, ElektronikversiRisk-Management / Ing. Bauherrenhaftpflicht-, Tibor Nehr cherung / Mag. Peter Grünberger Veranlagung d. Lebensversicherung / Univ.-Doz. MMag. DDr. Peter Ladreiter Besondere Rechtsgrundlagen / Mag. Wilhelm Hemerka KFZ-Versicherungen / Brigitte Kreuzer BUFT und BU / KommR Helmut Mojescick Rechtliche Bestimmungen für Unternehmer / Dr. Manfred Pichelmayer Risk-Management / Ing. Tibor Nehr Einzelkurstag Veranlagung d. Lebensversicherung / Univ.-Doz. MMag. DDr. Peter Ladreiter Gesamtkurskosten KFZ-Versicherungen / Brigitte Kreuzer

18

22.11.2014

2.800,00

Rechtliche Bestimmungen für Unternehmer / Dr. Manfred Pichelmayer

Kostenübersicht 02-2014 2 20.09.2014 400,00 Rechtsgrundlagen / KommR Mag. Kurt Stättner Seminarreihe „Aktuelles WissenAllgemeine für den Versicherungsmakler von heute und morgen“ 3 26.09.2014 600,00 Private- und gesetzliche Pensionsversicherung / Rudolf Mittendorfer

200,00 2.800,00 DVR 0590134

Einzelkurstag Gesamtkurskosten

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risControl 08/2014  

Ausgabe August 2014