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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

Bei Unzustellbarkeit retour an: risControl, 3701 Oberthern, Oberthern 33

NR. 07 • 2013 • HEFT 408 • 33. JAHRGANG • EURO 10,00

Hochwasser 2. Teil - Pflichtversicherung die Lösung?

Elektrosmog Die unsichtbare Gefahr

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EDITORIAL

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as ist medienwirksamer? Ein „Aufdecker“ auf der Flucht, oder fast 11.000 Menschen die in den letzten Monaten ihre Arbeitsstelle verloren haben? Alpine Bau, MPS Personalservice GmbH, Niedermeyer und jetzt auch noch Daily. Wer noch aller den Schritt in die Insolvenz gehen wird, zeigen die nächsten Wochen. Vielleicht sollte die Berichterstattung auch andere Themen in den Vordergrund stellen. Denn der „Eine“ hat sich sein Schicksal selbst gewählt, wobei ich das Verhalten seines ehemaligen Dienstherrn nicht verstehe, da doch sein eigener Außenminister meinte, dass sich sowieso alle Länder in irgendeiner Form belauschen und bespitzeln. Das klingt dann eher nach Kindergartenargumentation. Hat niemand davon gewusst, oder sollte es niemand wissen? Das zeigt schon allein die Aussage, dass auch wir in Europa an den Frühstücksgesprächen des CEO des „Aufdecker“- Dienstgebers interessiert sind. Wahrscheinlich interessiert es nur eine Handvoll Menschen, den Gesprächen bei der Aufnahme des Haferbreis zu folgen. Vielleicht werden politisch relevante Gespräche in Konferenzräumen geführt, diese sollen aber auch nicht wirklich gegen Abhörmanöver helfen. Möglicherweisen brauchen in einigen Jahren die Politiker aller Länder gar nicht mehr miteinander sprechen da sie einen Teil Abhören erfahren, den Rest über Facebook und Google Earth macht das passende Bild dazu. Dass Spionieren eine alte Zunft ist, ist spätestens seit Mata Hari oder dem „dritte Mann“ bekannt. Wie heißt es so schön? „Hat es immer gegeben und wird es immer geben.“ Aber, die Situation der erwähnten 11.000 Arbeitnehmer, die ihre Arbeit verlieren bzw. verloren haben, über die sollte öfters in der Headline der Zeitungen zu lesen sein. Vielleicht überlegt sich die Politik dann doch etwas mehr in Richtung Menschen zu handeln. Hat die Wirtschaftskrise nun Österreich erreicht, oder handelt es sich immer nur um Managementfehler? Denn es betrifft in Wirklichkeit nicht nur die 11.000 Menschen, sondern auch deren Familien. Ich habe jetzt die durchschnittliche Personenanzahl einer Familie in Österreich nicht parat, aber ich denke, dass in Wahrheit mehr als 30.000 Personen von den Insolvenzen betroffen sind. Da sitzen sie nun zu Hause und haben keine neue Arbeitsstelle in Aussicht und eingeschränkte Perspektiven, denn die meisten waren auch schon vor dem Verlust der Arbeitsstelle nicht in der höheren Einkommensschicht zu finden. Und dann lesen sie von den Summen, die die Suche nach dem Herrn „Aufdecker“ verschlingt, hören den Pressekonferenzen unserer Politiker zu und könnten sich vielleicht denken: „Wow, was ist der wichtig und wo bleiben wir?“

Medienwirksam

Liebe Leserinnen und Leser!

Ihre Doris Schachinger

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4 INHALT

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Ausgabe-Nr.: 07 | risControl 07/2013 Heft-Nr.: 408 | 33. Jahrgang

3 EDITORIAL Medienwirksam E-smog, Das Risiko ist immer und überall

6 KARRIERE 6 GENERALI VERSICHERUNG: Neue Leitung 6 ZÜRICH VERSICHERUNG: Lebensversicherungsvorstand 6 VIG AG: Kommerzialrat 6 WWK LEBENSVERSICHERUNG A.G.: Vertriebsdirektor 7 ERSTE GROUP: Vorstandswechsel 7 MERKUR VERSICHERUNG: Wechsel im Vorstand 7 VERO: Gratulation und Zuwachs

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8 KURZNACHRICHTEN 8 News 8 Urlaub ohne Bargeld 8 Keine Garantie 8 Gesundheitsreform 8 Wasserversorgung ist raus... 8 Starkes Wachstum 9 Italien 9 Note: „Sehr gut“ 9 Checkliste 9 Beteiligung 9 Kooperation 9 Expansionskurs

Hochwasser-Risiken: Keine Umverteilung unter dem Deckmantel der Versicherung!

Seite 24 OeKB Versicherung AG, Easy Kreditversicherung

10 KOMMENTAR Bondcrash-Gefahr betrifft Anleger und Kreditnehmer

12 WIRTSCHAFT 12 E-smog, das Risiko ist immer und überall 20 Helfen Sie helfen 21 Verordnung 21 Entwurf 22 Aufräumarbeiten 24 Hochwasser-Risiken: 24 Keine Umverteilung unter dem Deckmantel der Versicherung!

Seite 28 Die Waldversicherung, Neue Lösung

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INHALT

28 VERSICHERUNG EFM Versicherungsmakler AG, Voller Erfolg

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28 Finanzbildungsoffensive 28 Easy Kreditversicherung 29 FLV hat große Marktchancen 30 Marktführer im Lande 30 Neue Lösung 32 Maschinenbruch 32 Allgefahrendeckung für fahrbare und transportable angemietete Baumaschinen 33 Solide, sicher und stabil 34 Ausgezeichnete Verkaufsargumente 36 Das Entwicklungslabor von TOGETHER arbeitet auf Hochtouren

37 FINANZEN Standesregeln Networking auf hohem Niveau

38 VERANSTALTUNG

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38 Voller Erfolg 40 Networking auf hohem Niveau 42 30 Jahre! 44 Professioneller Innendienst 45 Landesdirektion Niederösterreich 46 40 Jahresfeier 46 FH Kufstein

HDI Versicherung, 30 Jahre!

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Abo

Impressum: “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221, Telefon: +43 (0)720 515 000, Fax: +43 (0)720 516 700, e-mail: office@riscontrol.at Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, Prof. Goran Devrnja, Layout

HK Versicherungsmakler GesmbH 40 Jahresfeier

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Titelbild: risControl, Weitere Bilder: risControl, Fotolia.de, 123rf.de, APA/Haslinger, Merkur Versicherung AG, Bundesheer/Kermer, leadersnet/Piestrzynsk, Lorenz. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2012 / (ca)

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KARRIERE

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GENERALI VERSICHERUNG

Neue Leitung

Kommerzialrat

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ie Kranken- und Unfallversicherungsabteilung der Generali Versicherung hat eine neue Leiterin. Emma Kovacs folgt Dr. Peter Wilk. Bereits seit 1978 ist Emma Kovacs bei der Generali tätig. Berufsbegleitend absolvierte sie erfolgreich den Universitätslehrgang für Versicherungswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und studierte anschließend Versicherungsmathematik an der Technischen Universität. Im Jahr 1995 avancierte sie zur Prokuristin und zum verantwortlichen Aktuar in der Krankenversicherung.

ZÜRICH VERSICHERUNG

Lebensversicherungsvorstand

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hristine Theodorovics ist ab 1. Juli Vorstandsdirektorin für den Bereich Lebensversicherung in der Zurich Versicherung zuständig sein. Vor ihrer Karriere bei Zurich übte Christine Theodorovics Managementfunktionen bei Swiss Life und Credit Suisse aus. Sie verfügt über Abschlüsse der Wirtschaftsuniversität Wien, des Europacolleges in Brügge sowie des Swiss Finance Institutes in Zürich. Christine Theodorovics ist Österreicherin, hat ihre Karriere bislang jedoch international ausgerichtet. Zuletzt hatte sie die weltweite Verantwortung im Bereich Business Development / Makler Global Life bei der Zurich Insurance Group inne.

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VIG AG

orstandsmitglied Franz Fuchs wurde der Berufstitel „Kommerzialrat“ verliehen. Die Auszeichnung erhielt er für seine Verdienste um die Versicherungswirtschaft. Das Dekret wurde im Palais Festetics in Wien vom KommR Dr. Paulus Stuller, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien verliehen. Franz Fuchs, Jahrgang 1953, ist geprüfter Versicherungsmathematiker und begann seine Laufbahn als Aktuar mit dem Schwerpunkt Personenversicherung. Der gebürtige Waldviertler sammelte in der Tschechischen Republik, Polen und Ungarn wertvolle Erfahrungen als Versicherungsmanager. Im Jahr 2003 trat er in die Vienna Insurance Group ein und übernahm die Führung der polnischen Konzerngesellschaften Compensa Leben und Nichtleben. Im Jahr 2009 folgte die Berufung in den Konzernvorstand. Zu seinen Schwerpunkten im Unternehmen zählt die Länderverantwortlichkeit für Polen, Rumänien und die baltischen Staaten, wie auch die Ertragssteuerung in der Personenversicherung.

WWK LEBENSVERSICHERUNG A.G.

Vertriebsdirektor

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alibor Miceski leitet seit 1. Juli die Vertriebsdirektion Linz der WWK Lebensversicherung. Er verantwortet damit den Ausbau und die Pflege der vertrieblichen Geschäftsbeziehungen im westlichen Niederösterreich und Oberösterreich. Miceski berichtet direkt an Organisationsdirektor Thomas Heß. Er blickt auf eine über 10-jährige Erfahrung in der Finanzdienstleistung zurück. So hatte er vertriebliche Führungspositionen bei der Partner Bank AG und der Helvetia Versicherung inne.

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KARRIERE

ERSTE GROUP

VERO

Vorstandswechsel

Gratulation und Zuwachs

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m Vorstand der Erste Group Immorent gibt es eine Veränderung. Heinz Knotzer folgt Karel Mourek nach. Karl Mourek der seit 2011 im Unternehmen als Finanz- und Risikovorstand tätig war, wird in den Vorstand der Česká spořitelna wechseln und dort das Kreditrisiko verantworten. Heinz Knotzer war 17 Jahre in verschiedenen Managementpositionen als Banker in Tschechien tätig. Zuerst im Firmenkundengeschäft in der Creditanstalt, dann in der Erste Bank sowie nach deren Privatisierung in der Česká spořitelna. 2004 wurde er dort Mitglied des Vorstandes. Er verantwortete zuerst das Firmenkundengeschäft und ab 2007 das Risikomanagement dem, im Zuge des wirtschaftlichen Abschwungs, eine wesentliche Funktion für den Erfolg der Bank zugekommen ist. Der gebürtige Wiener wird mit 1. August die Funktion des Risiko- und Finanzvorstandes in der Erste Group Immorent übernehmen.

MERKUR VERSICHERUNG

Wechsel im Vorstand

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it 1. Jänner 2014 wird Mag. Gerald Kogler den Vorsitz des Vorstandes der Merkur Versicherung AG übernehmen. Mag. Gerald Kogler hat das Studium der Handelswissenschaften mit Schwerpunkt Versicherungen absolviert und im Rahmen seiner beruflichen Stationen bei KPMG Wien, London und Berlin, IBM sowie Ernst & Young umfangreiche Erfahrungen im In- und Ausland gesammelt. Seit Oktober 2009 ist er als Finanzvorstand im MerkurKonzern tätig, und wurde im September 2012 zum Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden ernannt. In seine derzeitige Verantwortung fallen die Bereiche Finanzanlagen, Rechnungswesen, Controlling, Informationstechnologie, Lebensversicherung, Inlandsbeteiligungen und Personalwesen.

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v.l.n.r. Thomas Sykora, Gerald Herbst, Christian Harisch, Ursula Hintringer, Franz Wagner, Christian Kaiser

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er Unternehmensgründer und Vorstand der VERO, KR Franz Wagner, feierte kürzlich seinen 60. Geburtstag. Im malerischen Landhaus Stift Ardagger in Niederösterreich kamen zahlreiche Kunden und Partner zu einem fulminanten Fest zusammen. Unter den über 200 Gästen waren Kunden und Prominente aus Politik und Wirtschaft: Abgeordnete zum NÖ Landtag Michaela Hinterholzer, Vizepräsident der WKO Dr. Hans-Jörg Schelling, aus der Versicherungsbranche Generaldirektor Dr. Hubert Schultes, Niederösterreichische Versicherung, die Winzer Franz u. Irmgard Hirtzberger und viele mehr. Neben den Glückwünschen für den Jubilar wurde auch die Verstärkung des VERO Management gefeiert. Ex-Skirennläufer Thomas Sykora wird als Führungskraft mit seinem Team bestehende Kunden persönlich betreuen. „Spitzensportler sind Experten in Sachen Zielerreichung, Sicherheitsbewusstsein und Risikoabwägung. Damit bildet er die Speerspitze auf unserem Weg in die Zukunft“, freut sich Vorstand Christian Kaiser über den Zuwachs im VERO-Team.

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KURZNACHRICHTEN

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OENB

DEUTSCHLAND

EU KOMMISSION

News

Keine Garantie

Aufgrund der Anklage der Staatsanwaltschaft Wien gegen Vize-Gouverneur Dr. Duchatczek und acht weitere Personen in der Strafsache Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS), hat der Generalrat der Österreichischen Nationalbank (OeNB) in einer außerordentlichen Sitzung über den neuen Sachverhalt sowie gesellschafts- und dienstrechtliche Maßnahmen gegen VizeGouverneur Dr. Duchatczek diskutiert. Der Generalrat hat folgenden Beschluss gefasst: Herr Vize-Gouverneur Dr. Duchatczek wird mit sofortiger Wirkung vom Amt suspendiert. Dr. Duchatczek hat sich entschlossen alle Funtkionen zurückzulegen und in den Ruhestand zu gehen.

Die Allianz Deutschland hat nun analog, zum bereits vorgestellten ERGO Produkt, ein Lebensversicherungsprodukt ohne Garantiezins in Planung. Während der Ansparphase sollen nur das eingezahlte Kapital und eine Mindestrente garantiert sein. Ein zusätzlicher Bonus wird zur Auszahlung gebracht, wenn die Versicherungsnehmer die Versicherungen bis zum Ablauf behalten. Mit dieser Produktlinie tragen die Unternehmen dem immer mehr sinkenden Zinsen Rechnung.

Wasserversorgung ist raus...

GFK AUSTRIA

Gesundheitsreform

MASTERCARD

Urlaub ohne Bargeld

Mastercard hat in seiner neuen Studie das Zahlungsverhalten der Europäer im Urlaub erhoben. 91% nehmen die Karte im Urlaub immer mit, verglichen mit 60% im Alltag. Die wichtigsten Gründe sind Bequemlichkeit der Kartenzahlung, gefolgt von der Furcht vor Diebstahl von Bargeld bis zur besseren Kontrolle über die Ausgaben. Insgesamt denken bereits 44% der befragten Europäer, das Bargeld durch das Tempo der Innovation über kurz oder lang ein Phänomen von gestern sein wird. Eine Entscheidung die Mastercard als Absicherung für eine Urlaubsreise zu nutzen war kein Thema in der Umfrage.

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...aus der Konzessionsrichtlinie. EU - Binnenmarktkommissar Michel Barnier hat aufgrund der vielen Diskussionen und über 1,5 Millionen gesammelten Unterschriften

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger hat die GfK mit einer Studie zum Thema „Gesundheitsreform“ in Österreich beauftragt. Im Allgemeinen sind wir mit den Leistungen unseres Gesundheitssystems und der Krankenhäuser, unverändert hoch, zufrieden. Die höchste Zufriedenheit liegt bei Personen über 70 Jahren und bei den Gesunden. Lediglich 15% waren eher bzw. sehr unzufrieden. Die zu erwartende Reform des heimischen Gesundheitswesens bringt eher positive Überlegungen bei den über 2.000 Befragten. Wie auch in den letzten Jahren spielt der Hausarzt eine immer zentralere Rolle im Gesundheitssystem, hier wünschen sich 45% mehr Zeit für Gespräche. Im Gegensatz zur Ärztekammer sehen nur ein kleiner Teil der Befragten einen Ärztemangel, wobei dies mehr am Land als in der Stadt gesehen wird. Zusammengefasst wünschen sich die meisten mehr Zuwendung, Aufmerksamkeit und Versorgungsqualität statt mehr Quantität.

der ersten europäischen Bürgerinitiative zum Thema Wasser, die Wasserversorgung vom Anwendungsbereich der Konzessionsrichtlinie herausgenommen. Die Kommission bestätigt nach wie vor, dass es nie Absicht gewesen sei, die Wasserversorgung zu privatisieren. Trotz zahlreicher Änderungen am Richtlinienvorschlag konnte keine Garantie in diesem Bereich abgegeben werden, und deshalb wurde die Wasserversorgung aus der Konzessionsrichtlinie herausgenommen.

UNIQA SERBIEN

Starkes Wachstum UNIQA Serbien hat im ersten Quartal das Prämienvolumen um 21,3% auf rund 10,4 Mio. Euro steigern können. Der Marktanteil liegt nun bei 7,7% und belegt Franz Weiler, Platz fünf auf CEO Uniqa Serbien dem serbischen Markt. Im Bereich Sachversicherung stieg das Prämienvolumen um 20,1%, im Lebensversicherungssegment um 25,8%. Die Gesellschaft betreut in Serbien 528.000 Kunden.

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Italien Das Zahlungsverhalten der Unternehmen verschlechtert sich. Bereits das 7. Quartal in Folge gibt es einen Rückgang des BIP. Die Wirtschaftstätigkeit verringerte sich 2012 um 2,4% und wird auch 2013 um weitere 1,7% sinken. Auch der private Konsum bricht aufgrund der sinkenden Kaufkraft und der steigenden Arbeitslosigkeit ein. Die positive Exportdynamik konnte den Rückgang der Inlandsnachfrage nicht ausgleichen. Aufgrund aller Schwachstellen hat Coface eine Verschlechterung des Zahlungsverhaltens der italienischen Unternehmen festgestellt. Diese haben ohnehin traditionell eine höhere Ausfallsrate bei Zahlungen als andere europäische Länder und seit dem Beginn der Wirtschaftskrise hat sich diese Kluft noch erweitert. 2007 war die Ausfallsrate drei Mal höher als in Frankreich, nun ist sie sieben Mal höher.

FACHVERBAND DER FINANZDIENSTLEISTER

Checkliste Der Fachverband der Finanzdienstleister hat auf seiner Homepage eine kostenlose Checkliste zur K re d i t a u f n a h me veröffentlicht. Damit sollen Menschen, die für die Anschaffung einer Eigentumswohnung, den Kauf einer Liegenschaft oder den Bau eines Eigenheims eine Finanzierung benötigen, wichtige Informationen übermittelt werden. Bei einem Konditionenvergleich unter einigen österreichischen Banken gab es bei einem Darlehensbetrag von 250.000 Euro und einer Laufzeit von 25 Jahren eine Differenz von bis zu 22.000 Euro. Die richtige Entscheidung über die Finanzierung kann eine Menge Kosten sparen.

MORGEN & MORGEN DIALOG LEBENSVERSICHERUNG

Note: „Sehr gut“ Die Stiftung Warentest hat in Deutschland 75 Berufsunfähigkeitstarife aller wichtigen Anbieter untersucht. Die Dialog Lebensversicherung AG erzielte mit Ihrem Tarif SBU-professiRüdiger R. Burchardi, Vorstandsdirektor Dialog onal die SpitLebensversicherung zenbewertung „sehr gut“. Damit konnte sich das Unternehmen gegenüber der letzten Untersuchung erheblich verbessern. Rüdiger R. Burchardi zeigte sich über die Top Bewertung sehr erfreut und sieht darin eine Bestätigung der Unternehmensausrichtung.

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Beteiligung

KURZNACHRICHTEN

COFACE

CHEGG.NET/CAR4YOU

Kooperation

Die Versicherungssuchmaschine chegg. net und car4you, die heimische Autoplattform, arbeiten ab sofort zusammen. Mit einem integrierten Online-Vergleichsrechner von chegg.net sehen die User der Autoplattform welche Versicherung für ihren Gebrauchtwagen die passendste ist. Mit einem Partnernetzwerk von über 1.000 Versicherungsmaklern will man den Usern eine professionelle Vor-Ort-Beratung und eine hilfreiche Betreuung im Schadensfall anbieten.

COFACE

Expansionskurs Nach dem Beitritt von Kroatien zur Europäischen Union bietet die Coface Kreditversicherung nun ihre Kreditversicherungsprodukte auch in dem neuen Mitgliedsland an. Für den Kreditversicherer ist Kroatien kein unbekanntes Land, denn seit 1998 ist Coface am kroatischen

Joachim Geiberger und Dr. Ortmann Das Analysehaus Morgen & Morgen beteiligt sich mit 50% an dem Institut für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA). Beide Unternehmen verfolgen auf unterschiedlichen Gebieten die Mission, Transparenz in der Finanzdienstleistungsbrache herzustellen und bieten dem Markt komplementäre Dienstleistungen. Mit dem Schulterschluss der beiden Unternehmen hofft man, neue Möglichkeiten für weitere Dienstleistungsfelder zu finden, und noch mehr Transparenz aufzeigen zu können.

Markt mit Unternehmensinformation und Inkassoservices aktiv. Das Team von Coface Croatia wird die Unternehmer in Kroatien betreuen und die Services vor Ort übernehmen. Die Ausstellung der Versicherungsverträge, die Kreditprüfung und Schadenbearbeitung wird die Coface Niederlassung Austria übernehmen.

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KOMMENTAR

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Bondcrash-Gefahr betrifft Anleger und Kreditnehmer Die jüngsten Renditeanstiege bei Staatsanleihen könnten erst der Anfang einer langjährigen Zinswende sein. Defensiven Anlegern und Kreditnehmern stehen dann unruhige Zeiten bevor. Weltweit bedrohen zahlreiche potenzielle Krisenherde die Ruhe an den Bondund Kreditmärkten. Berater mit Weitblick sorgen vor.

Michael Kordovsky, INFINA Credit Broker GmbH, Head of Research

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ie Angst vor einer „starken“ bankinterner Probleme (z. B. Verluste mit nämlich in den USA von den Banken wieWirtschaft in den USA und Subprime-Hypothekenpapieren) die Kre- der vermehrt Kredite vergeben, steigt die somit vor einem Ende der ex- ditvergabe ins Stocken und mit dem zu- Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und die pansiven Geldpolitik der No- sätzlichen Zentralbankgeld überbrückten Markterwartungen zukünftiger Inflationstenbank (Fed) ist allgegenwärtig und die Finanzinstitute entweder Liquiditätseng- anstiege hätten einen erneuten Bondcrash globalen Bondmärkte hatten darauf mit pässe oder erhöhten primär ihre Sicher- bzw. weltweite Renditeanstiege zur Folge. einer kräftigen Korrektur reagiert. Die Fed heitsreserven. Das zeigt sich vor allem in Dies würde enorme Wertverluste und erknüpft dabei das Ende der vorherrschenden den USA:: Vom Durchschnitt des Zeit- neuten Abschreibungsbedarf für Banken Nullzinsperiode an einen Rückgang der Ar- raums 2004 bis 2008 bis Mai/Juni 2012 und Versicherungen bedeuten. Genau diebeitslosenquote auf 6,5% (Juni 2013: 7,6%). ging dort der Geldschöpfungsmultiplikator sem Szenario versuchen weltweit die größDie monatlichen Anleihekäufe in Höhe (Verhältnis Geldmenge M2 / Geldbasis) ten Notenbanken durch einen Balanceakt von 85 Milliarden US-Dollar könnten – je von 8,5 auf 3,8 zurück. Mit einer schnellen zwischen Drosselung ihrer expansiven nach Inflation und Entwicklungen der Re- Vervierfachung der Geldbasis hat die Fed Geldpolitik und weiteren Interventionen alwirtschaft – laut Fed-Chef, Ben Bernanke zwar eine deflationäre Kontraktion ähnlich im Notfall entgegenzuwirken. bereits im weiteren Verlauf des laufenden der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre Jahres gedrosselt und bis Mitte 2014 gar auf verhindert, dafür droht Verlustgefahr bei Erste Gefahrensignale null reduziert werden. In Großbritannien amerikanischen Anleihen und somit auch ist aufgrund der Gefahr einer Immobilien- an den globalen Bondmärkten. Werden Dass die fetten Anleihen-Jahre nun vorbei sein dürften, zeigt die jüngste Scheiblase ein Ende der expansiven GeldRenditen von Staatsanleihen steigen telbildung bei den Bondpreisen politik absehbar, während in der (gereiht nach Renditeanstieg 1 Jahr) bzw. der Wendepunkt bei den RenEurozone Rezession und die hohen Veränderung in BP* Renditen per diten. Seit dem 52-Wochen-Hoch Verlustrisiken im Bankensystem   1 Monat 1 Jahr 09.07.13 hat der Bund-Future bereits 4,2% noch für einen längeren Zeitraum   0 154 2,39% an Wert verloren und binnen eines niedrige Leitzinsen und notfalls Hongkong 58 121 4,37% Jahres stiegen die Renditen 10jähsogar zusätzliche Interventionen in Brasilien (USD) 46 112 2,63% riger deutscher Bundesanleihen um Form von Anleihekäufen oder gar USA Singapur 73 110 2,52% 38 Basispunkte auf 1,70%. BesonNegativzinsen erfordern. UK 36 85 2,43% ders starke Renditeanstiege gab es Kanada 32 81 2,47% Langfristiges in Hongkong, Singapur, Brasilien Schweiz 27 50 1,00% Inflationspotenzial spricht für und den USA. Deutschland 11 33 1,65% Zinsanstiege In den Peripherieländern der EuNiederlande 15 28 2,03% rozone gingen zwar infolge der Japan 1 7 0,86% Das eigentliche Problem liegt im Frankreich Ankündigung unbegrenzter An11 -19 2,25% langfristigen Inflationspotenzial, Italien leihekäufe durch die EZB und vo22 -170 4,41% das die Zentralbanken seit der Fi- Spanien rübergehender Entspannungsten19 -233 4,72% nanzkrise 2008/09 durch die Aus- Portugal denzen am Bondmarkt die Renditen 59 -348 6,54% weitung ihrer Geldbasis geschaffen Griechenland auf Jahressicht noch zurück, doch 152 -1472 10,58% haben. Damals geriet infolge meist *Basispunkte, 1 BP = 0,01 Prozentpunkte in den vergangenen Monaten hat Quelle: Bloomberg

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zur Verfügung, steigt die Abhängigkeit von den Interbanken-Geldmärkten. Mangels Vertrauen der Institute zueinander würden dann die Libor- und Euribor-Sätze massiv ansteigen, was dann auch Kreditnehmer hart treffen würde. Bereits eine Annäherung des Kreditzinsniveaus an historische Durchschnitte hätte eine signifikante Erhöhung der monatlichen Kreditraten zur Folge.

PROFIN ZinsCheck mahnt vor Normalisierung des Zinsgefüges!

In der Finanzierungsberatung können Kredite mit langjähriger Zinsbindung favorisiert werden. Spitzenkonditionen ab 2,75 Prozent p. a. auf 10 Jahre oder 3,0 Prozent p.a. auf 15 Jahre sollten noch so schnell wie möglich gesichert werden, denn der Euro-Swapsatz 10 Jahre ist bereits auf ca. 2,0 Prozent gestiegen. Eine baldige Verteuerung der Fixzinskonditionen ist absehbar. Bezüglich aktueller günstiger Kreditangebote sollte der Kontakt mit kompetenten Kreditmaklern aufgenommen werden, die über den notwendigen Marktüberblick verfügen.

KOMMENTAR

sich die Ausgangssituation wieder drastisch verschlechtert: In Griechenland droht ein neuer Schuldenschnitt, in Spanien und Portugal spitzt sich die Lage immer mehr zu und Meinungsverschiedenheiten zwischen der EZB und der zypriotischen Regierung könnten bis zum Staatsbankrott Zyperns führen. Es gibt genügend Zündstoff für neue Turbulenzen in der Eurozone und diesmal ist es fraglich, ob noch

KRITISCHE FAKTEN

Quelle: INFINA Credit Broker GmbH

Ein Wohnkredit mit der Kondition 3-Monats-Euribor plus 1,50 Prozentpunkte Aufschlag kostet derzeit 1,717 Prozent p. a. Der Durchschnitts-Kreditzins der vergangenen 10 Jahre lag jedoch bei 3,64 Prozent, was bei einem Kreditbetrag von 150.000 Euro mit einer Laufzeit von 30 Jahren eine monatliche Pauschalrate von 663,88 Euro bzw. eine Verteuerung um 121,17 Euro bedeuten würde. eine Flucht der Anleger in deutsche und österreichische Bundesanleihen stattfindet. Die Rezession in der Eurozone erfasst zunehmend mehr Länder und die Gefahr, dass gesunde Länder wie Deutschland und Österreich mit massiven Erhöhungen ihrer Haftungen und Transferzahlungen konfrontiert werden, ist nicht zu unterschätzen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass im Falle zukünftiger Bankinsolvenzen das Modell von Zypern zur Anwendung kommt. Das bedeutet, dass im Falle einer Bankenschieflage nicht mehr der Staat einschreitet, sondern Sparer mit Guthaben über der Einlagensicherung von 100.000 Euro mit dem übersteigenden Betrag haften. Entweder die übersteigenden Beträge wandern direkt in die Konkursmasse und man muss sich mit einstelligen Quoten zufriedengeben, oder die Guthaben werden in wenig werthaltige Aktien umgewandelt, was letztendlich ebenfalls eine Vermögensdezimierung bedeutet. Bei solchen Szenarien könnte langsam auch das Vertrauen der Sparer in ihre Banken schwinden und im Extremfall würden die Einlagen markant sinken. Stehen weniger Spareinlagen

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Informierte Berater sorgen vor Sowohl in der Finanzierungsberatung als auch bei einer Veranlagung in Anleihen weisen informierte Berater auf die Risiken steigender Zinsen hin. Wie weit die Zinsbandbreiten in den vergangenen 10 Jahren waren, kann mithilfe des PROFIN-ZinsChecks genau aufgezeigt werden. Derartige Analysen dürften spätestens nach Umsetzung der aktuell anstehenden Wohnimmobilienkreditrichtlinie der EU auch in der Finanzierungsberatung verpflichtend sein, während in der Anlageberatung schon alleine aus Haftungsgründen auf Zinsrisiken im Zusammenhang mit direkten und indirekten (über Fonds oder FLVs) Anleiheinvestments hingewiesen werden muss. Wer bei festverzinslichen Papieren größere Kursschwankungen vermeiden möchte, muss kurze Laufzeiten erstklassiger Emittenten (Schweiz, Österreich, Deutschland, supranationale Institutionen wie die Weltbank) bevorzugen bzw. in Fonds gehen, die kurz laufende Papiere derartiger Emittenten halten.

• Chinas Wirtschaftswachstum verzeichnete 2012 mit 7,8% den niedrigsten Wert seit 13 Jahren und der HSBC Purchasing Managers Index als Stimmungsindikator in der Industrie stürzte im Juni von 49,2 auf ein 9-Monats-Tief von 48,3 (Kontraktionsbereich unter 50). Nun werden aus China plötzlich keine monatlichen Daten zu einzelnen Branchen aus der zugrunde liegenden Umfrage unter den Einkaufsmanagern der Industrie mehr veröffentlicht. Gleichzeitig wird in China dem Immobiliensektor sowie Branchen mit Überkapazitäten seitens des Staates und der Zentralbank Liquidität entzogen. Ein weiterer Abschwung in China würde die Rezession in der Eurozone verschärfen und die Budgetkonsolidierung der Peripherieländer noch zusätzlich erschweren. • Laut den Schätzungen der Wirtschaftsprüfer von „Ernst & Young“ stiegen 2013 die faulen Kredite in den Bilanzen der Banken in der Eurozone um 80 auf 918 Mrd. Euro. 7,6% der Kreditsumme drohen zu platzen. Hart trifft es vor allem Banken in Spanien und Italien wo mittlerweile 15,5 bzw. 10,2% der vergebenen Kredite ausfallsgefährdet sind. • Die Arbeitslosenquote der Eurozone erreichte im Mai einen Rekordwert von 12,2%, jene von Griechenland und Spanien betrug zuletzt 26,8 bzw. 26,9%. Im ersten Quartal veröffentlichten 15 der damals 27 EU-Länder eine Schrumpfung des BIP. • Bereits im März 2013 reduzierten chinesische Institutionen den Anteil amerikanischer Staatsanleihen um 0,1% auf 1,25 Billionen US-Dollar. Weitere Verkäufe von US-Treasuries drohen.

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Teil 1 Willkommen, smarte Leserinnen und schöne Leser. Um gleich mit der ganzen Wahrheit herauszurücken: Pierluigi Spanozzo mag sie nicht. Eigentlich mag er gar niemanden. Er grantelt wegen der ständig auf ihn einprasselnden Elektrostrahlung. Und besonders deswegen, weil man das Thema nicht ausreichend ernst nimmt. Dabei verspüre er die Strahlung schon seit Kinderbettchens Zeiten, sagt er. Was Pierluigi Spanozzo quält kennt man heutzutage unter dem Begriff Elektrosmog. Luigi sagt: „Das Risiko ist immer und überall“.

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WIRTSCHAFT

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lektrosmog. Nur wenige Themen polarisieren derart extrem. Es ist eine Materie, die keine Grau- oder Zwischentöne zulässt. Entweder schwarz oder weiß. Entweder contra, also Angst und Sorge wegen des Elektrosmogs und damit überzeugter Elektrosmogbekämpfer, oder pro, also ebenso überzeugter Anhänger des Lehrmeinung Elektrosmog sei – falls es den überhaupt gäbe – ungefährlich. Die Auffassungsgegner stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Industrie hat Gutachten in Auftrag gegeben. Die kommen – zugegeben die Expertisen wurden bezahlt – zu fundierten und glaubhaften Erkenntnissen: Es gibt keinen Schaden durch Elektrosmog. Conclusio: Elektrosmog ist nicht gefährlich. Einer der Experten steigerte sich in seinem Gutachten sogar zur Behauptung, dass es Elektrosmog an sich gar nicht gäbe. Der Sachverständige weiter: „Was wissenschaftlich bewiesen sei, das ist die Weltraumstrahlung.“ Sachverständige sind eben auch nur Menschen. Über all das kann Pierluigi nur müde lächeln. Er, der Elektronensen-

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sible, fühlt ständig die Bombardierung mit Elektroteilchen. Er weiß schon längst, dass es die Higgs-Gottesteilchen gibt – er spürt sie. Pierluigi lebt in einer Welt ständiger Schwingungen. Sogar in der Nacht verfolge ihn die Strahlung, sagt er. So sieht er - schlafend, ständig ein Firmament mit Milliarden strahlender Sterne. Er würde sich wünschen, dass es ihm endlich einmal schwarz vor Augen werde. Beim Schlafen, natürlich. Lächerlich, sagen Gutachten. Das sind natürliche, elektromagnetische Felder, die seit Jahrmillionen unsere ständigen Begleiter sind und sonst nix. Das hat nichts mit Handys, TV-Sendungen und Ähnlichem zu tun. Das seien mögliche Einwirkungen, die vielfach schwächer und ungefährlicher sind, als jene Strahlungen, die uns das Weltall immerfort schon sendet. Natürliche Spannungen und Ströme sind unser Lebensmotor. Sie sind die Software des BioComputers Mensch, sagt einer der Experten, der es wissen muss. So stellt sich die Frage: Was also ist wirklich dran an diesem Thema. Was sind Tatsachen, was Ängste. Eines kann man heute schon sagen: Die Theorie aus vergangenen Tagen, wonach es keinen Elektrosmog gibt, ist unhaltbar. Es gibt ihn, den Elektrosmog. Es stellt sich nur die Frage, wie gefährlich ist das Zeugs? Doch Pierluigi fürchtet sich schon vor der nächsten Eskalationsstufe. Die 4k-Strahlen drohen. Denn um mit noch schärferen Bildern und dreidimensional (3D) Fernsehen zu können wird mit noch höherer Auflösung im UHDTV Format gesendet werden. Pierluigi sieht sich schon - strahlenmäßig - dreidimensional durchbohrt.

Aus tausend und einem Kabel Durch die ständige Zunahme von künstlichen Umwelteinflüssen wie Feinstaub, Autoabgase, laute Geräusche durch Ver-

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Es gibt unzählige Vermutungen, wonach sich Elektrosmog negativ auf den menschlichen Körper auswirke und gesundheitliche Risiken in sich berge.

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kehr und Maschinen und elektrischen Feldern, ist der Mensch immer mehr Belastungen ausgesetzt, die es früher nicht gab. Ein stark zunehmender Faktor ist Elektrosmog. Es gibt unzählige Vermutungen, wonach sich Elektrosmog negativ auf den menschlichen Körper auswirke und gesundheitliche Risiken in sich berge. Und durch die zunehmende Verbreitung von Sendemasten für Mobiltelefone wird die Diskussion noch weiter verschärft. Kritiker behaupten, Elektrosmog wäre eine mögliche Ursache für eine Vielzahl von Beschwerden, wie zB: Kopfschmerzen, Blutdruckveränderungen, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit oder sogar Krebserkrankungen. Weiteres: Migräne, gesteigerte Nervosität, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Fruchtbarkeitsstörungen, Augenreizungen, Schwindel, Stress, Leistungsabfall, Unruhezustände, Alzheimer, Schlaflosigkeit, und vieles andere. Gegner dieser Darstellungen sehen jedoch gerade in der Emotionalität, mit der dieses diffizile Thema in der Öffentlichkeit abgehandelt wird, eine Gefahr. Zwar könnten Störfelder auf den menschlichen Körper wirken. Es ist nur sehr schwierig zu beweisen, dass ein bestimmter Mobilfunkmast die Leukämierate erhöht. Oder dass ein Tu-

mor vom Handy-Telefonieren entstanden ist. Welche Ursachen eine Krankheit oder ein Unwohlsein hat, kann allzu oft nicht eindeutig geklärt werden. Speziell beim Thema Elektrosmog gibt es viele mächtige Leute, die finanzielle Einbußen befürchten, falls sich herausstellte, dass zum Beispiel Mobilfunk krank macht. Andererseits, ausschließen kann das niemand. E-Smog-Bekämpfer weisen hintergründig darauf hin, dass es schon seinen Grund haben wird, wenn Mobilfunkanbieter für das Risiko von Folgeschäden durch Strahlung keine Versicherung finden. Bisher sind etwa 13.000 Untersuchungen, Berichte, Studien und Veröffentlichungen zum Thema Elektrosmog und die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit veröffentlicht worden. Klarheit brachten sie nicht. Denn genau so zahlreich wie die Studien sind auch die Ergebnisse. Einen Beweis anzutreten, wonach Elektrosmog der alleinige Verursacher der Symptome ist, oder im Gegenteil, wonach E-Smog ungefährlich ist, das ist derzeit unmöglich. Zweifelsfrei ist, dass elektromagnetische Felder existieren und mit Materie und somit auch mit biologischen Systemen wie dem Mensch in Wechselwirkung treten. Und es ist nicht auszuschließen, dass Elektrosmog eine Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigungen darstellen kann. In enger Zusammenarbeit von Ärzten und Elektrotechnikern arbeitet man seit Mai 2012 an einer Feldforschung in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark, meldet die Wiener Zeitung. Ziel ist es, die Belastung des Menschen durch elektrische Größen in Heim und Arbeit zu messen, und im Fall des Falles präventive Maßnahmen zu setzen, so Bundesinnungsmeister Josef Witke von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) im Rahmen einer Pressekonferenz. Bei der Studie soll überprüft werden, ob körperliche Beschwerden eines Patienten mit den elektromagnetischen Einflüssen seiner Umgebung zusammenhängen. Dabei werden vier Ebenen erfasst: Das elektromagnetische Feld, das elektrische Feld und die Funkfrequenzen im nahen Umfeld aus elektrotechnischer sowie die körperliche Verfassung des Probanden aus medizinischer Sicht. Die Ergebnisse der Studie werden in etwa einem Jahr erwartet.

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Besonders schädlich sollen sogenannte Reizpunkte oder Reizzonen sein, in denen der Körper punktuell einer sehr hohen elektromagnetischen Belastung ausgesetzt ist: Dazu gehören beispielsweise eine WLAN-Verbindung, ein tragbares Festnetztelefon gleich neben dem Kopf auf dem Nachtkästchen, ein Heizkörper gleich neben dem Bett oder ein metallischer Gegenstand unter dem Bett. „Metalle, Magneten und Rohre beeinflussen den Körper“, sagt Ärztin und Projektinitiatorin Dr. Elisabeth Plank vom Salzburger Ingenieursbüro für Mess-, Steuer- und Regeltechnik. „In diesen Reizzonen kann es oftmals zu körperlichen Beschwerden kommen.“ Plank zeigt sich von der gesundheitsschädlichen Auswirkung von Elektrosmog überzeugt. Durch die Erkenntnisse des „neuen Messverfahrens“ werde es nun möglich, durch gezielte Anpassung des Lebensraums, derartigen durch Elektrosmog ausgelösten Beschwerden vorzubeugen. Die elektrotechnischen Vermessungen, ein

EKG und ein Stresshormontest sollen die „objektiven Befunde“, die Beschwerden des Probanden die „subjektiven Befunde“ für die Studie liefern. Dem Projektteam sei es ein Anliegen, diese Thematik „aus dem esoterischen Eck“ zu holen und wissenschaftliche Beweise zu sammeln.

Die Zeit ist noch nicht reif Manche Elektrosmogbekämpfer werden unausbleiblich zu Missionaren. Das liest sich dann so: Elektrosmog ist nicht natürlich, sondern künstlich. Die natürlichen Felder und die sensiblen biologischen Funktionen werden dramatisch zunehmend von viel gröberen technischen Feldern aus zivilisatorischen Quellen überlagert. Die Elektrifizierung unserer modernen Welt mit inzwischen unzählbaren Strom- und Funkquellen ist der größte und unberechenbarste globale Eingriff in die physikalische Grundordnung der Schöpfung, in alle lebenssteuernden, elektromagnetischen Abläufe. Oder kurz abgewandelt nach einem Werbespruch: Alles ist möglich. Die Meldungen in den Medien zeugen von Aktualität: „Hirntumor durch Handy, Kinderleukämie durch Hochspannungsleitungen“ oder „WLAN raus aus Wohnungen und Schulen“. Wissenschaftler arbeiten auf Hochtouren. Die Elektroindustrie besänf-

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Die Elektrifizierung unserer modernen Welt mit inzwischen unzählbaren Strom- und Funkquellen ist der größte und unberechenbarste globale Eingriff in die physikalische Grundordnung der Schöpfung, in alle lebenssteuernden, elektromagnetischen Abläufe.

ist t i e Z Die cht i n h c o n reif

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„Gepulste Mikrowellen sind biologisch kritisch.“ „Gepulste Mikrowellen greifen tief in biologische Prozesse ein.“

Es gibt bald mehr Handys als es Ohren gibt

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tigt. Panikmacher hauen auf den Putz. Geschäftemacher wittern neue Marktlücken. Scharlatane reiben sich die Hände. Bürgerinitiativen protestieren. Richter legen Funkmasten still. Politik und Ämter aber warten erst einmal ab. Elektrosmog stört die natürlichen Lebensabläufe, greift in biologische Prozesse ein und verändert sie, bedeutet Stress für Körper und Psyche, kultiviert Krankheit und verhindert Heilung. Sicher gibt es solche Effekte nicht bei jedem Menschen, aber bei verdächtig vielen. Mindestens ein Viertel der Menschen reagieren, die meisten freilich ohne es zu wissen, mehr oder minder heftig auf den meist völlig unnötigen Elektrosmog ihrer Umgebung, speziell wenn es um Schlafplatzbelastungen geht. (www. el-smog.info) Elektrosmog entsteht, wenn Elektrizität produziert, transportiert oder verbraucht wird, wenn elektrische Spannung anliegt oder elektrischer Strom fließt, wenn Sender senden oder Funker funken. Jedes Elektrogerät, jedes Stromkabel, jede Steckdose, alle Sendeantennen und alle Funktürme verursachen neben den gewünschten Wirkungen auch unerwünschte Nebenwirkungen, nämlich mannigfaltig viele künstliche elektromagnetische Felder in äußerst unterschiedlichen und kaum einschätzbaren Größenordnungen, wenig wissenschaftlich, dafür treffend und laienverständlich Elektrosmog genannt.

Die Feldstärken fallen sehr unterschiedlich aus, je nach Qualität der Installationen und Geräte, je nach Art und Leitfähigkeit der Umgebung, je nach Abstand zu den Emittenten. Steckdosen, Leitungen, Lampen, Geräte... Energiesparlampen sind viel kritischer als Glühlampen. Nichts explodierte in den letzten Jahren so maßlos wie die „Verfunkung“ der Welt. Leitungen sind out, drahtlos ist in, einschließlich Nebenwirkung namens Elektrosmog. (Baubiologie Maes)

Dauerelektrosmog ohne Sinn Dabei stellen Mobilfunksender und deren Handys, wie auch die schnurlosen DECTTelefone (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) und die drahtlosen WLAN-Internetzugänge ein besonders Risiko dar. Denn deren Strahlung ist gepulst, getaktet, so wie Stroboskop- Licht getaktet wird. Solche gepulsten Mikrowellen, das haben Wissenschaftler herausgefunden, sind besonders aggressiv, verändern die menschlichen Hirnströme, das Blutbild und andere biologische Funktionen, öffnen die Blut-Hirn-Schranke, greifen in Zell-, Immun- und Hormonabläufe ein, stehen im Krebsverdacht. Zudem strahlen viele DECT-Schnurlostelefone und WLANNetzwerke nonstop, auch über die Nutzungszeit hinaus, Auf manch einer Federkernmatratze zeigt eine Kompassnadel nach Süden, wo sie ei-

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Es gibt bald mehr Handys als es Ohren gibt Immer schnellere Datenübertragung, noch mehr Handys, noch mehr Elektrosmog. Die Auswirkungen dieses weltweiten Feldversuchs auf alles Leben sind unbekannt, wenngleich es reichlich wissenschaftliche Hinweise auf biologische Risiken gibt. Nicht nur technische Antennen empfangen diese Wellen, sondern auch Menschen, Tiere, Bäume, die ganze Natur. Naturschützer horchen auf: Mikrowellen scheinen am Waldsterben beteiligt zu sein, je mehr Funkaktivität umso mehr geschädigte Bäume. Vögel und Fledermäuse verlassen ihre Nester nach Installation neuer Sender in der Nähe. Tierärzte untersuchten Bauernhöfe. Und zwar Höfe mit Mobilfunkbelastung und ohne. Auf den Höfen mit Sendern in der Nähe gab es mehr Missbildungen, und die Tiere verhielten sich anders. „Gepulste Mikrowellen sind biologisch kritisch.“ Medizin-Physiker Dr. Lebrecht von Klitzing fand bei Hirnstrommessungen auffällige Spitzen im menschlichen EEG. Andere Wissenschaftler bestätigen den Effekt, so der Neurologe der kalifornischen Loma-Linda-Universität, Prof. Dr. Ross Adey: „Gepulste Mikrowellen greifen tief in biologische Prozesse ein.“ Die Effekte wurden bei alltäglichen Strahlungsstärken im Bereich einiger 100 bis wenige 1000 Mikrowatt pro Quadratmeter festgestellt. Das sind Intensitäten, wie sie einige 10 bis wenige 100 Meter um Mobilfunk-Basisstationen herum gemessen werden. Mit dem Handy

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am Ohr gibt es noch viel höhere Werte, sogar Grenzwertüberschreitungen. Dr. George Carlo, Medizin-Physiker und Leiter einer von der US-Mobilfunkindustrie geplanten und begonnenen 27-MillionenDollar-Studie sollte eigentlich die Ungefährlichkeit des Mobilfunks beweisen, kam aber 1999 während seiner Untersuchungen doch zu ersten unerwarteten Erkenntnissen: „Wir haben Blut in Reagenzgläsern mit Mikrowellen bestrahlt, die ähnlich der Handyfelder sind. Es zeigte sich, dass sich unter dem Feldeinfluss die Zellkerne spalten.“ Es gibt Beweise für Schäden durch Mobilfunk. Es geht nicht nur um Hirntumore, Krebs und Blutveränderungen sondern auch um genetische Störungen und andere Probleme. Fazit: Wenn jetzt keine umfassenden Forschungen angestellt und die Augen geschlossen werden, dann wird es einmal zu spät sein um Änderungen herbeizuführen. Mit den Informationen, wie man sie zum jetzigen Zeitpunkt hat, sei Entwarnung unmöglich.“ Anstatt gewissenhaft und praxisnah zu forschen, was dran ist am Elektrosmog, wird viel Mühe und Geld investiert um zu beweisen, dass etwas Schädliches nicht schaden kann. Wenn Politiker, Wissenschaft und Industrie den Fehler der Verharmlosung begehen, dann wird es neben unnö-

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gentlich nach Norden weisen müsste. Das natürliche Erdmagnetfeld sollte ungestört sein, nie verzerrt durch technische Felder, es ist ein wichtiger Ordnungsfaktor für alle Lebewesen Beim Elektrosmog muss neben den Feldstärken die gesamte Charakteristik erfasst und bewertet werden, das heißt Frequenzgemische, Oberwellen, Feldschwankungen, Signale, Modulationen usw., was selten bis nie getan wird. Laborergebnisse werden voreilig auf den Alltag übertragen. So wird mit Grenzwerten Sicherheit vorgegaukelt, die es nicht gibt. Inzwischen ist unbestritten, dass schwache Felder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können, wenn sie nur langfristig genug einwirken.

Es gibt Beweise für Schäden dur ch Mobilfunk! Wenn jetzt keine umfassenden Forschungen angestellt und die Augen geschlossen werden, dann wird es einmal zu spät sein um Änderungen herbeizuführen.

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tigem menschlichem Leid unermessliche Kosten durch Schadenersatzansprüche und gerichtliche Klagen geben, meinen Sachverständige. Auch Versicherungen sehen das mit Sorge. Makler haben mehr und mehr Probleme mit Objekten in der Nähe von Funkanlagen und berichten von Wertminderung. Man stehe am Anfang einer dringend notwendigen Forschungs- und Aufklärungsarbeit. Keiner sollte so tun, als hätte er den Überblick. Die Zeit für Entwarnung ist genau so wenig reif, wie für Panikmache. Die Zeit ist aber überreif für die Reduzierung unnötiger Elektrosmogverursacher und für vorbeugenden Schutz. (Baubiologie Maes)

Das große Werben

Verbraucherschützer warnen vor Abzockern, die oft mehrere tausend Euro teure Produkte bei Kaffeefahrten oder am Telefon anbieten.

Immer mehr Berater verspreche n Hilfe

Wo Unsicherheit herrscht und sorgenvoll nach Abhilfe gesucht wird, wer in Angst lebt vor Handys, Mobilfunk-Sendemasten, Elektrogeräten und Stromleitungen, der ist oft ein fügsames Opfer von Geschäftemachern. Verbraucherschützer warnen vor Abzockern, die oft mehrere tausend Euro teure Produkte bei Kaffeefahrten oder am Telefon anbieten. Darunter sind Strahlenschutzmatten, Magnetfeldbetten oder ein 30 Euro „billiger“ Chip. Der soll, aufs Handy gepappt, die Strahlung mit dem Erdmagnetfeld harmonisieren. Oder ein zehn! Quadratmeter großer Vorhang mit eingewebten Silberfäden – um 700 Euro, der den Schlaf einer betagten Lady sichern soll. Immer mehr Berater versprechen Hilfe mit tollen, technischen Tricks - oft für viel Geld. Das große Werben geht meist einher mit dem Versprechen vor bleibenden Schäden durch Strahlen zu schützen Hier einige Beispiele (Auszug): In Vorträgen und aus Büchern kann man lernen auf welche Felder (gemeint sind natürlich EFelder) der Körper reagiert und wie man in die Lage versetzt wird, entsprechend zu reagieren. • Versprochen wird, dass, sobald (sauteure) E-Smog-Messergebnisse vorliegen mit Feng Shui-Maßnahmen eine Verbesserung der Lage vorgenommen werden könne. Allerdings müsse vorher noch geklärt werden, ob bestimmte Gegenstände das Chi blockieren.

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• Gegen Elektrosmog hilft auch die sibirische Wurmdistel. Wer genau wissen will wie, der muss wohl oder übel seinen Beitrag leisten. • Ein begeisterter Blogger meldet im Internet, dass er im Selbstversuch festgestellt hat, dass er sich, nach Installation eines „Bio-Harmonizers“ (Name geändert. d. Red.) auf der Toilette und anderswo, mittlerweile deutlich wohler fühle als vorher. Er könne den Harmonizer nur wärmstens empfehlen. Sicher ein unbezahlbares Testimonial. • Wer einem Harmonizer nicht traut, der kann sich in einem Buch über die Wirkung von Heilsteinen informieren. Diese können, so die Werbung, zwar die Strahlung nicht abwehren, aber sie können die Strahlungsbelastung mindern und ausgleichen. Wie groß die Steine sein müssen wird in der Buchbesprechung nicht erwähnt. • Besonders gerne werden Schlafplatzuntersuchungen angeboten, als Offerte für ein besseres Wohlfühlen. Versprochen wird, die gravierenden Auswirkungen auf den Organismus zu mildern, bis diese völlig ausgemerzt seien. • Und das befreit Menschen auch nicht gerade von ihren Ängsten: Eine geistige Heilerin beschreibt das Risiko so: Die Erd- oder Untergrundformationen können die frei in der Natur vorkommenden Energien so verändern, dass die Nervenenergien, der Fluss der Meridiane oder die Zellsteuerung gestört werden und somit für viele Körperprobleme mit verantwortlich sind. Unter anderem für chronische Krankheiten, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Depressionen, Asthma und Rheuma, Krebs und vieles mehr. • Ich wollte Großmutters Küchenrezept nachkochen. Die Schlüsselstelle des Rezeptes lautet: „der Teig geht sehr rasch und luftig auf “. So weit so gut. Die Knödel wurden mit Butter gebraten. Doch dann lief etwas schief: Die Knödel gingen kein bisschen auf! Was lief falsch? Woran liegt es, dass Großmutters Rezepte heute

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• Angeboten wird spezielle Kleidung, die vor Elektrosmog schützt. Mittlerweile gibt es auch entsprechende Unterhosen, T-Shirts oder Anzüge, auch für den privaten Gebrauch. Den Vogel schießt wohl ein Professor Doktor Valdimir Aleksandr Kalashnykov (Name von der Redaktion geändert) ab. Er reiste als Erfinder von Wellnessgeräten, die auf dem ebenfalls von ihm erfundenen „Global Scaling“ basierten, durch die Lande. Beim Fundrising für seine epochemachenden Erfindungen, sammelte er von mehreren tausend Anlegern über fünf Millionen Euro ein. Er sprach in Universitäten, so u.a. in der Donau-Universität Krems. Mit dem von ihm gleichfalls erfundenen „Vital-Generator“, der mittels natürlich vorkommender Gravitationswellen aus dem kosmischen Hintergrundrauschen arbeitet, versprach er – nicht nur Schutz vor Elektrosmog – sondern vor allem auch eine Verbesserung der Lebenskraft. Viel Eindruck hinterließen auch die ihm von einer Moskauer-Organisation verliehenen Orden. Er prunkte unter anderem mit dem „Brillanteren Stern am goldenen Band“ (Bezeichnung von der Redaktion geändert) welchen Orden er für seine wissenschaftlichen Leistungen verliehen bekam. Der Herr Professor, schmiss mit physikalischen Fachausdrücken nur so um sich, und beeindruckte damit nicht nur Laien, sondern auch höchst seriöse Experten. Am Ende der Geschichte stellte sich vor Gericht heraus, dass alles, aber auch wirklich alles Schwindel war. Die Titel, die Orden, die Gravitationswellen und der Schutz vor Elektrosmog. Wenn Angst und Panik um sich greift, dann passiert auch das: Polizisten in einer Ortschaft in B-Land befreiten zwei Mädchen aus einem Kellerverschlag. Wie das Jugendamt später feststellte, wollten die Eltern ihre Töchter schützen - weil in der Umgebung in den letzten Jahren immer mehr Mobilfunkmasten aufgestellt worden waren. Da bleibt nur mehr eines: Man hat die Wahl ob man den Geist aufgibt oder die Einbildung.

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nicht mehr gelingen? An der Klimaerwärmung? Am Elektrosmog?

Pro & Contra Esmog.todsicher PRO und CONTRA. Die hier zu den „Contras“ zu Zählenden, sind Anhänger des Glaubenssatzes: Elektrosmog ist schädlich. Das sind Millionen Menschen die sich als Opfer von Elektrosmog fühlen. War es vor kurzem noch die Diskussion um gentechnisch veränderte Lebensmittel oder Klimawandel, so geht es heute um das Risiko Elektrosmog. Fürchteten sich die Menschen früher vor Hexen, den Launen der Götter oder Eisenbahnen, ist es heute das Strahlenrisiko. Angst kennt jeder: Herzrasen, schwitzige Hände, Atemnot - alles ganz normal und ist in aller Regel innerhalb von wenigen Minuten wieder vorbei. Doch bei manchen Menschen wird die Angst zum ständigen Begleiter. Wer hörte dann nicht gerne, dass dieser grausliche Zustand behandelt, dass man geheilt werden kann. Welche mutmaßlichen Gefahren im Elektrosmog lauern, welche Pro- und Kontrastimmen es gibt, wie die Versicherungswirtschaft darauf reagiert mit Vermutungshaftung und wie weit die Forschung ist, lesen sie im 2. Teil in der August Ausgabe.

Die „Contras“ sind überzeugt!

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v.l.n.r: FG-Obmann Helmut Mojescick, FG-Obmann Stv. Mag. Wilhelm Hemerka, FG Geschäftsführerin Mag. Eva Woharcik-Binder, FG-Obfrau Stv. Brigitte Kreuzer, Arabella Chefredakteur Ralph Waldhauser

WIENER VERSICHERUNGSMAKLER

Helfen Sie helfen D er Radiosender Arabella hat unter dem Motto „Helfen Sie helfen“ zur finanziellen Unterstützung der Hochwasseropfer aufgerufen. Die Wiener Versicherungsmakler zeigten sich solidarisch und haben auch geholfen. Erst jetzt, nachdem sich das Hochwasser der letzten Wochen zurückgezogen hat, wird das Ausmaß der Naturkatastrophe sichtbar. Zerstörte Wohnungen und Häuser müssen renoviert oder neu aufgebaut werden. Viele Menschen stehen vor dem Nichts, denn

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sie haben, nach dem Hochwasser 2002, heuer bereits zum zweiten Mal ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Zahlreiche Spendeninitiativen wurden in den letzten Wochen ins Leben gerufen, um Familien und Unternehmen in den Hochwassergebieten zu helfen. Auch Radio Arabella hat zur finanziellen Hilfe aufgerufen. „Das sprichwörtliche Dach über dem Kopf zu verlieren ist eine Katastrophe, die sich nur wenige von uns vorstellen können. Mit unserer Spende an „Arabella hilft!“ wollen wir einen kleinen, solidarischen Beitrag

leisten und den Betroffenen helfen, rasch wieder in den Alltag zurück zu finden“, erklärt Helmut Mojescick, Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler. Als Konsumentenschützer an vorderster Front, fordern die österreichischen Versicherungsmakler seit Jahren besseren Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen. Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass rasch Lösungen gefunden werden müssen, damit Bewohner in besonders gefährdeten Teilen Österreichs nicht im Stich gelassen werden.

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iner Änderung sollen die DatenschutzangemessenheitsVerordnung, die Datenverarbeitungsregister-Verordnung und die Standard- und Musterverordnung unterliegen. Ein Verordnungsentwurf wurde zur Begutachtung vorgelegt und die Stellungsnahmefrist endet per 4.7.2014. Inhalt der Änderungsvorschläge sind Schaffung neuer Standardanwendungen (Personen und Staatsbürgerschaftsregister) Der Entwurf enthält: • Terminologische Anpassungen der Datenschutzangemessenheits-Verordnung

sowie der DatenverarbeitungsregisterVerordnung 2012 an die mit der DSGNovelle 2014 erfolgten Änderungen im Datenschutzgesetz, welche insbesondere die Einrichtung der neuen Datenschutzbehörde als Nachfolger der Datenschutzkommission betreffen. • Die Schaffung neuer Standardanwendungen für die Führung des im Personenstandsgesetz 2013 vorgesehenen zentralen Personenstandsregisters (SA 008a) sowie des mit Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes 1985 eingeführten zentralen Staatsbürgerschaftsregisters (SA 009a).

Damit sollen die rund 1.700 Behörden, welche Auftraggeber gleichartig vorzunehmender Datenanwendungen des zentralen Personenstands- und Staatsbürgerschaftsregisters sind, von der Meldepflicht an die Datenschutzkommission befreit werden. Die bestehenden „SA008 Personenstandsbücher“ und „SA009 Staatsbürgerschaftsevidenz“ werden beibehalten; hier wird die Höchstdauer der zulässigen Datenaufbewahrung neu festgelegt, da die bereits bestehenden Datenverarbeitungen solange fortgeführt werden können müssen, als die Daten noch nicht gänzlich nacherfasst wurden.

IASB

Entwurf D as International Accounting Standard Board hat den neuen Entwurf zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen veröffentlicht. Damit rückt ein einheitlicher europäischer Standard für die Versicherungsbranche immer näher. Die neuen Vorschläge kennzeichnen einen wichtigen Schritt zur Umsetzung eines allgemeinen Rahmens, für die internationale Rechnungslegung bei Versicherungen. Der Zeitraum für Kommentare zu den Vorschlägen läuft am 25. Oktober 2013 ab. Die Änderungen liegen wesentlich im neuen Ansatz der Darstellung sowohl für GuV und OCI, wie auch für die Bilanzeinnahmen aus Versicherungsverträgen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

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1. Volatilität der Ergebnisse und des OCI • Mehr Volatilität bei Gewinn- und Verlustrechnung und im OCI • Deutlicheres Aufzeigen von übernommenen Verbindlichkeiten 2. Angabe von Wertveränderungen von Optionen und Garantien in der GuV Rechnung 3. Neuer Ansatz der Darstellung sowohl für GuV und OCI als auch für die Bilanz • Einnahmen aus Versicherungsverträgen werden über den Deckungszeitraum im Verhältnis zu dem Wert der Leistungen zugeteilt, die im jeweiligen Zeitraum erbracht wurden.

sprüfungsund Steuerkanzlei KPMG Austria sieht einen enormen technischen Aufwand für die österreichische Versicherungswirtschaft. „Die Kosten aus der Umstellung und die Vorbereitungszeiten sollten nicht unterschätzt werden“ so Thomas Smrekar, Partner bei KPMG Wien. Die Änderungen wären die bisher größten in der Finanzberichterstattung für Versicherungen, und es steht außer Frage, dass die Finanzberichte im Vergleich zu heute ganz anders aussehen würden.

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Aufräumarbeiten

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ie ersten Aufräumarb eiten sind in den meisten Gegenden bereits erledigt, nun arbeiten die Menschen am Wiederaufbau ihres Eigentums. Hilfe war von vielen Seiten gekommen, so konnte das Team Österreich, eine Initiative vom Radiosender Ö3, mit 3.500 aktiven Helfern zur Seite stehen und Sachspenden von über 3 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Bundesheer wird seinen Assistenzeinsatz mit über 3.700 Soldaten im Laufe des Monates beenden. Neben den Obengenannten waren natürlich auch zahlreiche privaten Helfer und wie immer die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren hilfreich zur Stelle. Eine Studie der TU Wien unter Univ. Prof. Günter Blöschl hat die

JOSEF STOCKINGER, Generaldirektor der Oberösterreicher Versicherung: „Eine „vernünftige Lösung“ für alle, die keine Versicherung gegen Murenabgänge, Erdbeben oder Lawinen haben, wäre eine Pflichtversicherung für Elementarereignisse. Der Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung beziffert die Kosten für eine solche Versicherung mit „unter 100 Euro pro Jahr“, womit es „wenn ganz Österreich zusammenlegt, einen ordentlichen Risikoschutz für alle gibt“. (Quelle ORF)

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Entstehungsgründe des fast „Jahrhunderthochwassers“ erhoben. Auch die Auswirkungen auf das Hochwassermanagement wurden von den Experten behandelt. So ist noch immer der wirksamste Hochwasserschutz die Bereitstellung von großen Gebietsflächen, auf der das Wasser mehrere Meter ansteigen kann. Wobei das in besiedelten Gebieten schwierig sei. Zitat Studie: „ Falls hohe Dämme, etwa aus touristischen Gründen ungünstig sind, kommen mobile Hochwasserschutzsysteme zum Einsatz. Zudem kommt dem Objektschutz eine große Bedeutung zu. Dabei geht es um die Eigenverantwortung betroffener Bürger und deren Bereitschaft zur eigenen Risikowahrnehmung und zur Mitwirkung zur Verringerung der Schäden. Für derartige Maßnahmen sind funktionierende Hochwasserfrühwarnsysteme essenziell, um durch rechtzeitige Evakuierung oder Objektschutz das Ausmaß der Schäden zu vermindern. Zentral beim modernen Hochwassermanagement ist das funktionierende Zusammenwirken aller dieser Maßnahmen.“ Nun werden nach dem Hochwasser einige Maßnahmen bereits wieder diskutiert. Wir haben in der letzten Ausgabe bereits darüber berichtet. Eine Pflichtversicherung ist in aller Munde.

Ganz anders sieht das die Versicherungsbranche in Deutschland. Hier sprechen sich viele Unternehmen gegen eine Pflichtversicherung aus. So ist Jens Lison, Vorstand der Allianz Versicherung, überzeugt: „Dass eine Pflichtversicherung falsche Signale sendet, denn sie unterstütze nur falsche Besiedelungspolitik in Hochwasser gefährdeten Gebieten“. Außerdem sieht die Allianz darin ein Bedenken gegenüber der Konformität mit dem Verfassungsrecht. Denn schließlich sei ein Pflichtversicherungsschutz nur

Generaldirektor Mag. ROBERT LASSHOFER, Wiener Städtische Versicherung, sieht in einer Pflichtversicherung gegen Naturgefahren die einzige Möglichkeit, um auch in Risikozonen erschwingliche Prämien für einen Versicherungsschutz zu erhalten. Auch er spricht von einer Jahresprämie von unter 100 Euro für ein Eigenheim. (Quelle Kleine Zeitung). dem Drittschutz vorbehalten. Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft Alexander Erdland geht sogar so weit zu meinen, dass eine Pflichtversicherung den Staat davon abhalten würde mehr Geld in den Hochwasserschutz zu investieren. Er sieht darin eine Gefahr von einer unbezahlbaren Spirale aus steigenden Schäden und steigenden Prämien. A.o. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler schlägt in die gleiche Kerbe, lesen Sie hier seine Ausführungen.

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Mein Auto hat 17 Beulen. Ich nur eine. Eine große. Laura K., Reith bei Kitzbühel

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Hochwasser-Risiken: Keine Umverteilung unter dem Deckmantel der Versicherung! ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien

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ährend in risControl 06/2013, S. 22-24, fundamentale Irrtümer und Missverständnisse hinsichtlich einer Hochwasserversicherung und überhaupt hinsichtlich des Funktionierens der Individualversicherung aufgezeigt wurden, soll im vorliegenden Beitrag genauer auf die Umverteilungseffekte eingegangen werden, die bei derzeit in den Medien vielfach von Proponenten gepriesenen „Pflichtversicherungsmodellen“1 entstehen würden. Eine Analyse der Umverteilungseffekte hat vom Vermögenserwartungswert eines Risikoträgers bzw. Versicherungsnehmers auszugehen.

Vermögenserwartungswert Unter „Vermögenserwartungswert“ ist der mathematischen Erwartungswert des

wahrscheinlichkeitsverteilten Vermögens eines Wirtschaftssubjektes für das Ende der betreffenden Betrachtungsperiode (etwa eines Kalenderjahres) zu verstehen. Was heißt das? Beispiel 1 (stark vereinfacht): Person A (=Wirtschaftssubjekt) habe ein Wohnhaus (=Vermögenswert) mit einem Wert am Beginn der Betrachtungsperiode (etwa Kalenderjahr) von € 400.000,-. Es kann (ganz stark vereinfacht) nur ein

Hochwasserschaden (alle anderen Risiken seien ausgeblendet) von € 100.000,- mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,03 (also im Durschnitt 3 mal in 100 Jahren) an diesem Objekt auftreten. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung stellt sich somit wie in Abb. 1 dar. (Wahrscheinlichkeiten können Werte zwischen 0, dem unmöglichen Ereignis, und 1, dem sicheren Ereignis annehmen; die Wahrscheinlichkeiten aller möglichen und sich einander ausschließenden Ereignisse summieren sich auf 1).

SituaƟon am Ende der Betrachtungsperiode:

Vermögen am Ende der Betrachtungsperiode:

Kein Hochwasserschaden eingetreten

(400.000 – 0 =) 400.000,-

0,97

Hochwasserschaden eingetreten

(400.000 – 100.000 =) 300.000,-

0,03

EintriƩswahrscheinlichkeit

1,00 (Summe) Abbildung 1

1 Vgl. z. B. Robert Lasshofer, Wiener Städtische Versicherung, zitiert in „Pflichtversicherung gegen Hochwasser: Wenn alle zahlen, wird es erschwinglich“, Oberösterreichische Nachrichten“ (elektronische Ausgabe) vom 11. Juni 2013, unter http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/Pflichtversicherung-gegen-Hochwasser-Wenn-alle-zahlen-wird-es-erschwinglich;art15,1144532 . Vgl. auch z. B. Josef Stockinger, Oberösterreichische Versicherung, zitiert in: „Vorstoß der Versicherungen nach Hochwasser“ in ORF Oberösterreich vom 25. Juni 2013http://ooe.orf.at/news/stories/2590135/ .

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WIRTSCHAFT

Der mathematische Vermögenserwartungswert (die möglichen Ergebnisse werden gleichsam mit den jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten „gewichtet“) beträgt dann (alle anderen Vermögenswerte von Person A mit deren Risiken seien hier ausgeblendet) 400000*0,97 + (400000-100000) * 0,03 = 397000,-. Oder: 400000 - 3000 (= Schadenerwartungswert aus 0*0,97 +100000*0,03) = 397000,-.

Versichern mit risikogerechten Prämien ist NICHT Umverteilung! Bei einer risikogerechten, also individuellrisikoäquivalenten Nettorisikoprämie2 ändert sich der Vermögenserwartungswert bei den einzelnen Versicherungsnehmern nicht. Beispiel 2: Ausgangsdaten wie oben in Beispiel 1. Risikogerechte (individuellrisikoäquivalente) Nettorisikoprämie (entspricht dem Erwartungswert des hier angenommen voll versicherten/gedeckten Schadens) = 3000,(= Schadenerwartungswert aus 0*0,97 +100000*0,03.) Vermögenserwartungswert mit Versicherung somit: 400000 - 3000,- (Schadenerwartungswert) – 3000 (Nettorisikoprämie) + 3000 (Erwartungswert der Versicherungsleistungen/ Entschädigung = 0*0,97 +100000*0,03) = 397000,-. Der Vermögenserwartungswert hat sich also gegenüber der Situation ohne Versicherung nicht geändert. Der Versicherungsnehmer wird durch die Versicherung nicht reicher und nicht ärmer. Wenn bei allen Versicherungsnehmern solch eine jeweils risikogerechte, individuellrisikoäquivalente Nettorisikoprämie eingehoben wird, die dem Erwartungswert der versicherten Schäden entspricht, dann wird niemandes Vermögenserwartungswert vermindert oder erhöht, niemand wird ärmer oder reicher, es kommt zu keiner Vermögensumverteilung.

Manchmal wird aber irrigerweise gemeint, Versichern sei immer Umverteilung, werde doch von denjenigen Versicherungsnehmern, die keinen Schaden haben, hin zu schadenbetroffen Versicherungsnehmern „umverteilt“. Das ist falsch! Wenn ein Versicherungsnehmer einen versicherten Schaden von € 50.000,- hat und eine Entschädigung vom Versicherer in Höhe von € 50.000,- erhält, dann wird er dadurch nicht reicher, und wenn ein Versicherungsnehmer keinen Schaden hat und daher auch keine Entschädigung erhält, dann wird er dadurch nicht ärmer. Es ist also völlig verfehlt, auf realisierte Effektivschäden (ex post) abzustellen. Umverteilungseffekte kann man hier nur auf Basis von Erwartungswerten (Schadenerwartungswerten, Vermögenserwartungswerten wie oben, ex ante) im Vergleich mit den Nettorisikoprämien ausmachen. Individualversicherung hat auch nicht das Geringste mit „Solidarität“ zu tun. Kein Versicherungsnehmer „opfert“ in der Individual-/Privatversicherung etwas für andere Versicherungsnehmer!

Versichern mit NICHT risikogerechten Prämien ist Umverteilung! Wenn allerdings einem Versicherungsnehmer zu wenig Prämie für sein Risiko

verrechnet wird, dann erhöht sich sein Vermögenserwartungswert, wie folgendes Beispiel zeigt:

Beispiel 3: Ausgangsdaten wie in Beispiel 2, aber jetzt betrage die Schadenseintrittswahrscheinlichkeit nicht 0,03, sondern 0,04 (im Durchschnitt also ein Schaden alle 25 Jahre). Nettorisikoprämie dennoch gleichbleibend. Vermögenerwartungswert ohne Versicherung: 400000 - 4000 (Schadenerwartungswert 100000*0,04) = 396.000,-3 Vermögenserwartungswert mit Versicherung: 400000 - 4000 (Schadenerwartungswert) - 3000 (Nettorisikoprämie) + 4000 (Erwartungswert der Versicherungsleistungen) = 397.000,-. Es kommt also zu einer Erhöhung des Vermögenerwartungswertes: 397000-396000= +1000,-: Zahlt hingegen ein Versicherungsnehmer zu viel Prämie für sein Risiko, dann vermindert sich sein Vermögenserwartungswert, wie im folgenden Beispiel gezeigt wird.

2 Nur dieser Prämienbestandteil soll zunächst hier betrachtet werden; Sicherheitszuschläge, Betriebskosten-/Verwaltungskostenzuschläge etc. seien vorerst ausgeblendet. 3 Oder: 400000*0,96 + 300000*0,04 = 396 000,-.

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Beispiel 4: Ausgangsdaten wie in Beispiel 2, nur betrage jetzt die Schadenseintrittswahrscheinlichkeit nicht 0,03, sondern 0,02 (im Durchschnitt also ein Schaden alle 50 Jahre). Nettorisikoprämie dennoch gleichbleibend. Vermögenerwartungswert ohne Versicherung: 400000 - 2000 (Schadenerwartungswert 100000*0,02) = 398 000,-.4 Vermögenserwartungswert mit Versicherung: 400000 - 3000 (Nettorisikoprämie) - 20000 (Schadenerwartungswert) + 2000 (Erwartungswert der Versicherungsleistungen) = 397 000,-: Verminderung des Vermögenerwartungswertes 397000-398000= -1000,-: Es kommt also (wenn man zugrunde legt, dass die kollektive Nettorisikoprämie, die ein Versicherer insgesamt einnehmen muss, mindestens dem kollektiven Schadenerwartungswert zu entsprechen hat und er daher zu niedrige Prämien entsprechend durch zu hohe Prämie kompensieren muss) zu einer Umverteilung zwischen den Versicherungsnehmern: Bei einem Teil der Versicherungsnehmer vermindert sich der Vermögenserwartungswert (Erwartungswert der versicherten Schäden kleiner als die Nettorisikoprämie; diese Versicherungsnehmer werden „ärmer“) und bei einem anderen Teil der Versicherungsnehmer erhöht sich der Vermögenserwartungswert (Erwartungswert der versicherten Schäden höher als die Nettorisikoprämie; diese Versicherungsnehmer werden „reicher“.) Solche Umverteilungen sind in der Individual-/Privatversicherung systemwidrig, es kommt zu einem Vermengen von Versichern und Umverteilen. Umverteilen ist

nicht Aufgabe der privaten Versicherungswirtschaft, sondern allenfalls ausschließlich Aufgabe staatlicher Institutionen, wo das politisch stets zu rechtfertigen ist.

Umverteilung unter dem Deckmantel der Hochwasserversicherung Die derzeit von verschiedenen Proponenten angepriesene Versicherungsmodelle mit Pflichtversicherung für eine bestimmte Gruppe von Versicherungsnehmern (hier wird zumeist an der Feuer- und/oder Haushaltsversicherung bzw. an Hausbesitz angeknüpft) sehen zwar offenbar nicht (mehr) einen einheitlichen Zuschlagsatz zur Feuerversicherung bzw. eine einheitliche Durchschnittsprämie vor – hier wären dann Umverteilungseffekte wie in den Beispielen 3 und 4 gezeigt (unterschiedliche Gefährdung, aber einheitliche Prämie), sondern eine gewisse Prämiendifferenzierung. So wird etwa davon gesprochen5, dass die Prämien („100%-iger Versicherungsschutz mit Rechtsanspruch“) für „Versicherte in Hochrisikozonen … jährlich einige Hundert Euro ausmachen“

würden, „für Versicherte in weniger gefährdeten Zonen würde die Prämie unter 50 Euro liegen“. Das klingt zwar scheinbar recht gut, aber es ist nicht vorstellbar, dass diese Prämien risikogerecht sind. Und zwar aus folgenden Gründen: 1. In unserem Beispiel 1 bzw. 2 wurde von sehr moderate Annahmen ausgegangen: nicht allzu hohe Schadenseintrittswahrscheinlichkeit (nur 3 mal in 100 Jahren), und dann nur ein möglicher Schaden von 25% des Gebäudewertes (und also kein Totalschaden; auch andere Schäden, bei z. B. 20-jährlichem Hochwasser usw., sind hier noch gar nicht berücksichtigt6). Und doch macht alleine hier schon die risikogerechte Nettorisikoprämie für eine volle Deckung des Schadens bereits € 3000,- aus (dazu kommen noch Zuschläge wie Sicherheitszuschlag7, Betriebs-/Verwaltungskostenzuschlag etc.). Eine risikogerechte Jahresprämie für Versicherte in Hochrisikozonen wird daher wohl nicht „einige Hundert Euro“ ausmachen8, sondern „in die Tausende Euro gehen“.

4 Oder: 400000*0,98 + 300000*0,02 = 398 000,-. 5 Vgl. Franz Prettenthaler, Joanneum Research (Graz), zitiert in einem Interview mit Veronika Mauler im Ö1-Morgenjournal am 17. Juni 2013. 6 Die Berücksichtigung aller möglichen Schäden würde zu einer mathematischen Dichtefunktion („Wahrschein-lichkeitsdichte“) führen, wo dann Wahrscheinlichkeiten nicht für einzelne Schadenbeträge, sondern nur für bestimmte Schadenbetragsintervalle angegeben werden können (als Integral zwischen den Grenzen dieses Intervalls bzw. graphisch als Fläche unter der Funktion/Kurve über diesem Intervall), also z. B. die Wahrschein-lichkeit für 10.000,- € < Schadenbetrag ≤ 20.000,- €. 7 Vgl. hierzu auch Eszler, Erwin: Gibt es den umverteilungsfreien Sicherheitszuschlag im Versicherungsentgelt?. Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft Jg. 99 (2010), Nr. 1, S. 65-82. 8 Robert Lasshofer, Wiener Städtische Versicherung, spricht sogar von Jahresprämien von unter 100 Euro für ein Einfamilienhaus in Risikozonen. Zitat in „Pflichtversicherung gegen Hochwasser: Wenn alle zahlen, wird es erschwinglich“, Oberösterreichische Nachrichten“ (elektronische Ausgabe) vom 11. Juni 2013, unter http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/Pflichtversicherung-gegen-Hochwasser-Wenn-allezahlen-wird-es-erschwinglich;art15,1144532 . - Ebenso Josef Stockinger, Oberösterreichische Versicherung; zitiert in: „Vorstoß der Versicherungen nach Hochwasser“; in ORF Oberösterreich (elektronische Ausgabe) vom 25. Juni unter 2013http://ooe.orf.at/news/stories/2590135/ .

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Appell an die Vertreter der Versicherungswirtschaft Versuchen Sie nicht über eine Pflichtversicherung weniger oder gar nicht durch Hochwasser Gefährdete zur Subventionierung von stärker durch Hochwasser Gefährdeten zu zwingen! Versuchen Sie nicht durch das Zusammenpacken von

verschiedenen Elementargefahren nichtrisikogerechte und ungerechte Prämiengestaltung in der Hochwasserversicherung zu verschleiern! Argumentieren Sie nicht mit „Solidarität“ in der Individualversicherung! Wer hier von „Risikogemeinschaft“ oder „Solidaritätsgemeinschaft“ spricht, hat entweder das zentrale Funktionsprinzip der (Individual-)Versicherung10 nicht verstanden oder argumentiert mit diesen Begriffen wider besseres Wissen!

Appell an die Wirtschaftskammern

WIRTSCHAFT

2. Manche Bereiche erscheinen, selbst dann, wenn man die Möglichkeit von Rückstau u. ä. berücksichtigt, aufgrund der Entfernung zu einem potentiell Hochwasser führenden Gewässer und aufgrund einer anderen, sicheren Höhenlage als nicht von einem Hochwasser erreichbar und überhaupt nicht bedroht (z. B. weite Bereiche Wiens, aber auch für viele andere, große Bereiche in Österreich durchaus vorstellbar). Dann ist jede Prämie für eine Hochwasserversicherung zu hoch! 3. Auch die Forderung nach einer Pflicht-/ Zwangsversicherung ist ein starker Hinweis darauf, dass die in den propagierten Modellen vorgesehenen Prämien nicht risikogerecht sind, also nicht ausreichend differenziert sind, und nicht/weniger Gefährdete gezwungen werden sollen, die Prämienfehlbeträge bei den Versicherten in Hochrisikozonen auszugleichen. Und es ist zu argwöhnen, dass zum Zwecke einer Verschleierung dieser offensichtlichen Umverteilung und Ungerechtigkeit vorgeschlagen wird, dass man eine Reihe anderer Elementargefahren (Muren, Lawinen, Sturm, Hagel, …) auch dazu nehmen soll, denn dann „wird schon „jeder irgendwie betroffen“9 sein. Dass aber dann die Prämie weiterhin nicht risikogerecht sein wird – jedenfalls wegen des nicht risikogerecht tarifierten Hochwasserrisikos, möglicherweise aber auch wegen einer nicht risikogerechten Nettorisikoprämienberechnung auch für die anderen Risiken -, das soll wohl dadurch kaschiert werden!

Verhindern Sie, dass es dazu kommt, das Betriebe, die außerhalb der Gefährdungszonen liegen (und für ihre Liegenschaft deswegen wohl mehr zahlen mussten) gezwungen werden, mit überhöhten Prämien jene Betriebe zu subventionieren, die in Gefährdungszonen liegen (und deshalb wohl für ihre Liegenschaft aufgrund dieses Minderwertes weniger zahlen mussten) und es so zu einer Wettbewerbsverzerrung kommt!

Appell an die Wissenschaftler Appell an die Politiker Stellen Sie keine umfangreichen Berechnungen an und machen Sie keine Vorschläge für ein Hochwasserversicherungsmodell ohne die Umverteilungswirkungen zu berücksichtigen bzw. ohne diese klar herauszustellen oder ohne gar das zentrale Funktionsprinzip der Individualversicherung (Risikoausgleich im Kollektiv11) wirklich verstanden zu haben (letzteres gilt insbesondere für Juristen!)! Lassen Sie sich nicht einspannen für ein ungerechtes Versicherungsmodell!

Appell an die Konsumentenschutzorganisationen und die Arbeiterkammern Verhindern Sie, dass Hunderttausende von Konsumenten durch eine solche Pflichtversicherung gezwungen werden, für etwas zu zahlen, was sie nicht brauchen – oder mehr zu zahlen, als das wert ist, was sie für ihre Prämie bekommen! Bedenken Sie, dass es bei einer solchen Pflichtversicherung mit nicht risikogerechten Prämien auch zu paradoxen und absurden Umverteilungen von Einkommensschwachen (die aber im Hinblick auf die Prämie ein unterproportionales Risiko oder gar kein Risiko haben) hin zu Einkommensstarken (die aber im Hinblick auf die Prämie ein überproportionales Risiko haben) kommt!

Lassen Sie es nicht zu einer Pflicht-/ Zwangsversicherung kommen, die – abgesehen von den paradoxen Umverteilungseffekten12 und Wettbewerbsverzerrungen13 - ungerecht für diejenigen ist, die nicht oder im Hinblick auf die Prämie nur unterproportional gefährdet sind! - Das sieht auch Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) so!14 Erfreulicherweise nimmt auch die Bevölkerung diese Ungerechtigkeit wahr und lässt sich nicht täuschen, wie die Vielzahl von sehr kritischen Kommentaren zu Äußerungen von Proponenten dieses Modells zeigt15: Die Verpflichtung zu einer Zwangsabgabe „wäre wohl glatter politischer Selbstmord“.16 Durch Hochwasser mehr oder weniger unverschuldet in Not Geratenen möge angemessen geholfen werden – aber nicht dadurch, dass gerade nur eine bestimmte Gruppe durch Zahlung überhöhter bzw. unnötiger Prämien und unter dem Deckmantel „Versicherung“ gezwungen wird, hierfür die Mittel aufzubringen, sondern indem die finanzielle Belastung auf möglichst viele aufgeteilt wird, etwa auf alle Steuerzahler, wie das ja sinnvollerweise schon beim staatlichen Katastrophenfonds der Fall ist.

9 Josef Stockinger, Oberösterreichische Versicherung, zitiert in: „Vorstoß der Versicherungen nach Hochwasser“, in ORF Oberösterreich (elektronische Ausgabe) vom 25.06.2013 unter http://ooe.orf.at/news/stories/2590135/ . 10 Vgl. hierzu auch Eszler, E.: Hochwasserversicherung – Irrtümer und Missverständnisse, risControl 06/2013, S. 22-24. 11 Vgl. hierzu Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, insb. S. 43 ff.; Eszler, Erwin: Hochwasserversicherung – Irrtümer und Missverständnisse, in:risControl 06/2013, S. 22-24; Eszler, Erwin:. Risikoausgleich und Versicherung: Analyse und Systematisierung divergenter Auffassungen, Zeitschrift für Versicherungswesen, 45. Jg. (1994), Heft 6, S. 152-156; Eszler, Erwin: Umverteilungseffekte in der Individual-versicherung, Zeitschrift für Versicherungswesen, 45. Jg. (1994), Heft 17, S. 414-419. 12 Vgl. oben „Appell an die Konsumentenschutzorganisationen und Arbeiterkammern“. 13 Vgl. oben „Appell an die Wirtschaftskammern“. 14 Vgl. Berliner Zeitung (elektronische Ausgabe), „Alle ins selbe Boot“, vom 14. Juni 2011 unter http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/hochwasser-versicherung-alle-ins-selbe-boot,10808230,23322994,view,pri ntVersion.html (am Schluss des Artikels). 15 Vgl. die zahlreichen kritischen, z. T. sehr heftigen elektronischen Kommentare (Postings) zum Beitrag „Pflichtversicherung gegen Hochwasser: Wenn alle zahlen, wird es erschwinglich“ in den „Oberösterreichische Nachrichten“ (elektronische Ausgabe), unter http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/Pflichtversicherung-gegen-Hochwasser-Wenn-alle-zahlen-wird-es-erschwinglich;art15,1144532 16 Vgl. ebd., Kommentar (Posting) vom 25. Juni 2013, 17:13.

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VVO UND VEREIN FÜR KONSUMENTENSCHUTZ

Finanzbildungsoffensive

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ie Kooperation zwischen dem VVO und dem Verein für Konsumentenschutz geht weiter. Um den steigenden Bedarf nach Finanzbildung in jungen Jahren Rechnung zu tragen, setzen die beiden Unternehmen auf mehr Information und Aufklärung der Jugendlichen. Dr. Wolfram Littich Vize-Präsident des Versicherungsverbandes sieht die Versicherungswirtschaft in der Verantwortung, wenn es um

v.l.n.r.: VVO-Generalsekretär Dr. Louis Norman-Audenhove, Dr. Josef Kubitschek, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) und VVO-Vize-Präsident Dr. Wolfram Littich die Finanzbildung bei Jugendlichen geht. Der in Finanzfragen aufgeklärte Jugendliche von heute, ist der mündige Konsument von morgen. Es gehe vor allem darum, dass Menschen Risiken richtig einschätzen lernen. Sowohl hinsichtlich eines bestehenden als auch hinsichtlich eines künftigen Bedarfs. Um den Bedarf an mehr

Information zu wecken, hat der VKI ein neues „KONSUMENT – Spezial“ herausgebracht, das sich einer einfachen Sprache bedient und komplizierte und grundlegende Begriffe des Versicherungswesens erklärt. In der Juliausgabe des Magazins Konsument wird die Spezialausgabe beiliegen.

OEKB VERSICHERUNG AG

Easy Kreditversicherung

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Karolina Offterdinger, Vorstand der OeKB Versicherung AG

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ie OeKB Versicherung hat erstmals eine Kreditversicherung für KMU mit einfachster Abwicklung auf den Markt gebracht. Die EASY Pauschal richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, deren gesamter Außenstand bis zu 500.000 Euro netto ausmacht. Die Anzahl der zu versichernden Abnehmer im In- und Ausland bewegt sich zwischen 5 und 20 Vertragspartnern. Liegt die Gesamtanzahl der Abnehmer darunter oder darüber, bietet der Kreditversicherer andere maßgeschneiderte Lösungen. Der Versicherte übermittelt den gesamten Forderungsstand nur aufgeschlüsselt nach

In- und Ausland. Dieser Betrag wird ganz einfach pro Quartal im Nachhinein an die OeKB Versicherung gesendet. Auflistungen nach Ländern und Abnehmern fallen dadurch weg. Hat man sich für die EASY Pauschal entschieden, besteht eine schriftliche Limitgarantie für sechs Monate. Das heißt, der Kreditversicherer bleibt die ersten sechs Monate bei allen Limits im Wort. Als besondere Serviceleistung gibt es bei Bedarf fünf Vorprüfungen gratis – auf Basis der aktuellen Liste der offenen Posten des KMU. Karoline Offterdinger Vorstand: „ Damit gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse von KMUs ein.“

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NÜRNBERGER VERSICHERUNG

FLV hat große Marktchancen

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roduktmanager Michael Lacchini von der Nürnberger Versicherung sieht hohe Marktchancen bei der fondsgebundenen Lebensversicherung. Denn das niedrige Zinsniveau und die daraus resultierenden negativ Realzinsen sprechen heute mehr denn je für die FLV. Wobei eine Zukunftsvorsorge auf Basis einer Fondsgebundenen Lebensversicherung nicht zwangsläufig mit einem hohen Risiko verbunden sein muss. „Oft zu Unrecht wird die FLV pauschal als riskant und spekulativ betrachtet. Die Wahrheit ist, dass die FLV auf die individuelle Risikoneigung des Anlegers ausgerichtet werden

kann“, so Lacchini. Dabei reiche das Spektrum von sehr konservativen Strategien über ausgewogene Konzepte bis zu sehr dynamischen Veranlagungen. Dies bedeutet, dass jeder Berater den Kundenbedarf punktgenau abdecken kann und dabei die Flexibilität besitzt, einmal getroffene Anlageentscheidungen zu ändern. Die Kombination des Rendite-Aspektes der FLV mit der Möglichkeit der Absicherung biometrischer Risiken (Langlebigkeit, Berufsunfähigkeit und Pflegebedarf) macht diese Vorsorgeform zu einem hervorragenden Instrument für die individuelle finanzielle Zukunftsplanung.

Produktmanager Michael Lacchini, Nürnberger Versicherung

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Die Niederösterreichische Versicherung

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SALZBURGER LANDESVERSICHERUNG

Marktführer im Lande

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m vergangenen Geschäftsjahr hat die SALZBURGER im Verbund gemeinsam mit der UNIQA ihr Prämienvolumen um 1,8% gegenüber dem Vorjahr steigern können und liegt bei 275,4 Mio. Euro. Der Marktanteil liegt bei 22,3%, auch dieser wurde wieder ausgebaut. Peter Hummer, Vorstandssprecher: „Das Jahr 2012 ist für uns gut gelaufen. Wir konnten die Prämien entgegen dem allgemeinen Markttrend steigern. Die Investition in den Ausbau unserer regionalen Präsenz bewährt sich. Ich bin zu-

v.l.n.r.: Vorstand Salzburger Landes-Versicherung: Reinhold Kelderer und Peter Humer versichtlich, dass wir unsere Führungsposition auch im laufenden Jahr halten werden. Wir sind der regionale Versicherer vor Ort, mit einer mehr als 200-jährigen Geschichte.“ „Unser weiter gestiegener Marktanteil ist für uns ein Ansporn den Kundenservice und die regionale Nähe weiter auszubauen“, bestätigt

auch Reinhold Kelderer, Vorstand der SALZBURGER. Das Vorstandsmandat von Reinhold Kelderer und Peter Humer wurde bei der letzten Aufsichtsratssitzung um weitere drei Jahre verlängert, somit steht das eingespielte Führungsteam bis Ende 2016 an der Spitze des Unternehmens.

DIE WALDVERSICHERUNG

Neue Lösung

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s gibt eine neue Wald-Sturmversicherung, die eine Entschädigung für die erhöhten Kosten nach einem Windwurf zahlt. Entwickelt wurde diese innovative Lösung vom unabhängigen Makler IRM-KOTAX in Zusammenarbeit mit der Grazer Wechselseitigen Versicherung. Die Prämie wird nach Größe der Waldfläche berechnet und beträgt bei der Standardvariante brutto 9,99 Euro. Die beiden anderen Varianten unterscheiden sich in der Deckungssumme. Die Standardvariante eignet sich für alle Waldbesitzer, die mit durchschnittlichen Bergungskosten zu rechnen haben. Entschädigung gibt es pro Festmeter für die bestätigte Sturmschadholzmenge von je 5,92 pro Festmeter (bei 325 Vorratsfest-

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Alexander Kottulinsky, Geschäftsführer IRM Kotax meter/FM je ha). Für Bagatellschäden bis zu 30 Festmeter pro Sturm gibt es keine Entschädigung. Christbaumkulturen sind nicht versicherbar. Geltungsbereich ist ausschließlich Österreich. Die neue Wald Sturmversicherung ist für Waldbesitzer mit einer Fläche von 0,5 ha bis rund 200 Hektar Wald empfehlenswert.

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R+V VERSICHERUNG

Maschinenbruch Allgefahrendeckung für fahrbare und transportable angemietete Baumaschinen

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ie mittelständische Musterbau GmbH freut sich über einen größeren Bauauftrag. Der eigene Maschinenpark reicht hierfür nicht aus. Wie in der Branche üblich, mietet der Betrieb die zusätzlich benötigten Baumaschinen hinzu. Im Rahmen der Bauarbeiten stürzt ein Baugerät durch Unachtsamkeit des Fahrers in eine Baugrube. Der Schaden ist immens. Normalerweise beinhaltet der Mietpreis einen Prämienanteil für die vom Vermieter abgeschlossene Versicherung. Das Problem für die Musterbau GmbH: Der für die Baumaschine gültige Deckungsumfang sowie die Selbstbehaltsvarianten sind im Mietvertrag nicht transparent dargestellt. Für die Musterbau GmbH eine nicht kalkulierbare

Thomas Koch, Direktionsbevollmächtigter Technische Versicherung

Situation, die mit der neuen Maschinenbruch-Allgefahrendeckung der R+V für angemietete Baumaschinen der Vergangenheit angehört.

mieteten Baumaschinen innerhalb eines Jahres. Nach Ablauf des Jahres werden die tatsächlichen angefallenen Mietaufwendungen nachträglich abgerechnet.

Die R+V-Lösung: einfaches PauschalDeckungskonzept

Transparenz, Sicherheit und Kostenersparnis für den Kunden

Mit einem einmaligen Deckungskonzept bietet die österreichische Niederlassung der R+V Allgemeine Versicherung AG für das Baugewerbe die Möglichkeit, sämtliche angemietete fahrbare Baumaschinen und -geräte im Rahmen einer Pauschaldeckung zu versichern. Die Prämienkalkulation ist denkbar einfach, denn als Ausgangsbasis dient lediglich die fiktive Summe der geschätzten Aufwendungen aller ange-

Mit dem neuen Konzept erhält der Kunde die Gewissheit, dass die angemietete Maschine auch wirklich versichert ist und kennt Art, Umfang und Selbstbehalt der Maschinenversicherung genau. Die mit der Anmietung verbundenen Risiken werden somit nicht nur transparenter, sondern auch besser kalkulierbar. Des Weiteren liegen die Preise der R+V-Deckung in der Regel unter dem Prämienniveau des für die Fremdversicherung geforderten Mietanteils. So kann der Bauunternehmer durch Vorlage einer entsprechenden Deckungsbestätigung der eigenen Maschinenversicherung seine Kosten für die angemieteten Maschinen senken.

Vorteile für den Makler Der vermittelnde Makler hat durch das bisher am österreichischen Markt einzigartige Produkt nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal, sondern kann sich durch die Aufdeckung risikotechnischer „Grauzonen“ bei gemieteten Maschinen sowie die kaufmännische Argumentation im Risikomanagement der Baubranche ideal profilieren. Weitere Informationen zur neuen R+V-Maschinenbruch-Allgefahrendeckung finden sich auf www.ruv.at

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VERSICHERUNG

MERKUR VERSICHERUNG

Solide, sicher und stabil

Der Vorstand der Merkur Versicherung AG präsentiert die Bilanz 2012: Vorstandsdirektor Mag. Gerald Kogler, Generaldirektor Komm.-Rat Alois Sundl und Vorstandsdirektor Ing. Andreas Stettner (von links)

Erfolgreiche Bilanz im 215. Jahr des Bestehens: Die Merkur Versicherung wuchs 2012 in ihrer Kernkompetenz, der Gesundheitsvorsorge, zum 7. Mal in Folge über dem Branchenschnitt.

M

it dem Bilanzergebnis 2012 setzt die Merkur Versicherung den Weg des soliden Wachstums fort. Auf dem österreichischen Markt wurden abgegrenzte Prämien von insgesamt 370,5 Mio. Euro erzielt. Damit legte die Merkur um 4,8% gegenüber 2011 zu. Die Zahl der Risken erhöhte sich 2012 um 3,6% auf 931.652.

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Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Merkur Österreich betrug 2012 8,2 Mio. Euro. Generaldirektor Alois Sundl: „Solide, sicher, stabil: Im 215. Jahr ihres Bestehens hat die Merkur Versicherung ihre Ergebnisse erneut verbessert. Durch umsichtiges, erfolgreiches Wirtschaften erhöht sich die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens weiter, und das bedeutet mehr Sicherheit für unsere Kundinnen und Kunden.“

Gesundheitsvorsorge wächst fast doppelt so stark wie der Markt Die Gesundheitsvorsorge war und ist die Kernkompetenz der Merkur Versicherung in Österreich. Seit sieben Jahren schon liegt die Steigerung in der Gesundheitsvorsorge klar über der des heimischen Marktes. 2012 war das Plus sogar fast doppelt so hoch wie

in der gesamten Branche ausgewiesen. 270,0 Mio. Euro an abgegrenzten Prämien in der Gesundheitsvorsorge bedeuten einen Zuwachs von 6,0% gegenüber 2011. Zum Vergleich: Das Wachstum des Marktes lag bei 3,4%. Die Riskenanzahl wurde ebenfalls massiv gesteigert und belief sich im Jahr 2012 auf 476.019. Das ist um 6,4% mehr als im vorangegangenen Jahr.

Der Merkur Konzern Im Gesamtkonzern erwirtschaftete die Merkur Versicherung 2012 abgegrenzte Prämien von 470,3 Mio. Euro (+ 3,8%). Die Zahl der Risken lag bei 1.415.482, (+ 5,4%). Von den insgesamt 1.368 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern per 31.12.2012 arbeiten 486 in den Tochterunternehmen in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro.

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VAV

Ausgezeichnete Verkaufsargumente Innovationskraft gepaart mit einem exzellenten PreisLeistungsverhältnis: Das scheint das Geheimrezept für Auszeichnungen bei Branchenund Endkundenvergleichen zu sein. Die VAV wurde im heurigen Frühjahr gleich mehrfach prämiert – und das nicht nur im angestammten KFZ-Bereich.

„A

ls kleiner Marktteilnehmer muss man immer um eine Nasenlänge voraus sein, wenn man wie David gegen Goliath im gesättigten Markt kämpft“, erklärt Dr. Peter Loisel, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei der VAV Versicherungs-AG. „Daher haben wir in den vergangenen 36 Monaten ein ganz besonderes Augenmerk auf unsere Produktlandschaft gelegt, und diese sukzessive modernisiert.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Erstmals erhielt das Unternehmen eine Ehrung bei der Verleihung des Assekuranz Award Austria 2013 – und zwar in der Sparte KFZKasko. „Als etablierter KFZ-Versicherer freut uns diese Auszeichnung sehr, denn gerade der KFZ-Markt ist hoch kompetitiv und teilweise wird mit unsauberen Taktiken, etwa Stufengeschenken, um Marktanteile gerungen. Wir hingegen verfolgen konsequent unsere Strategie, mittels Risikoselektion und cleverer Tarifpolitik gesunde Risiken einzukaufen und können daher auch dauerhaft günstige Prämien anbieten“, so Loisel. Gleichzeitig legt die VAV einen großen Fokus auf Service und Tarifrechner. So investiert der Versicherer seit Jahren gezielt in das Vertriebspartner-Portal VAV PRO, wo User angefangen von Tarifinfos über Bestandsauskünfte bis hin zu Schadenmeldungen alles erledigen können. Die VAV

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„Danke für Ihre Inputs“ Dr. Peter Loisel, Vorstand für Vertrieb und Marketing VAV

sind wir nun im Privatgeschäft gut aufgestellt. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch bei unseren Vertriebspartnern bedanken, die uns über die Jahre immer wieder mit wertvollen Inputs versorgt haben und so dazu beigetragen, dass wir marktadäquate Produkte kreiieren“, so Loisel.

vav.at: Nummer 2 beim Ranking-Check PRO-Tarifrechner sind auf dem letzten Kenntnisstand. Das schlägt sich auch in der exzellenten Automatisierungsquote nieder, was für Vermittler Durchlaufzeiten verringert und Fehlerquellen ausschaltet. Loisel: „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, unseren Vertriebspartnern nicht nur ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis, sondern auch ein angenehmes „Einkaufserlebnis“ anzubieten. Der Vorteil beim elektronischen Antrag: Die eingegebenen Daten werden 1:1 von uns übernommen, das heißt, dass hausgemachte Fehler bei der Polizzierung unmöglich sind. Und weil wir immer die Usability der Rechner im Blick haben, erreichen wir inzwischen eine Vollautomatisierungsquote von beinahe 70 Prozent.“

Gleich zwei Preise für Eigenheim- und Haushalt-Tarif Neben dem Stockerlplatz in der KFZ-Kasko erhielt die VAV auch „Sehr gut“ für die KFZ-Haftpflicht- und den Eigenheim- und Haushalt-Versicherungen. Doch nicht nur die Makler kürten beim AAA-Award die aktuellen Eigenheim- und Haushalt-Produkte, auch bei der Fachjury der Goldmünze fanden sie Anklang. „Nach einer intensiven Restrukturierungs-Phase unseres Produktportfolios

Aus einer ganz anderen Ecke kam eine weitere Auszeichnung: Bereits zum zweiten Mal in Folge belegte die Unternehmens-Website vav.at im Ranking-Check des IT-Dienstleisters Iphos den zweiten Platz. „Immer mehr Konsumenten informieren sich vor Abschluss einer Versicherung im Internet, machen den Abschluss aber weiterhin beim Vermittler ihres Vertrauens. Der Vorteil: Die VAV wird bekannter, da aufgrund der laufenden Suchmaschinen-Optimierung die VAV immer öfter ganz oben ist. Dadurch verringert sich der Erklärungsbedarf beim Endkunden“, erklärt Loisel, und weiter: „Immer öfter hören wir von Maklern, dass Kunden mit selbst erstellten Offerten bzw. Marktvergleichen zur Beratung zu ihnen kommen und sie sich dadurch Rechenaufwand ersparen und sich auf die Best-Advice-Beratung (zum Beispiel Mitdeckung grobe Fahrlässigkeit, etc.) konzentrieren können. Und sehr positiv registrieren die Makler, dass die VAV als Maklerversicherer in der auf der VAV-Homepage stark frequentierten Expertensuche Endkunden an die unabhängigen Vertriebspartner vermittelt, während bei allen Versicherern mit eigenem Außendienst die Interessenten natürlich an die eigenen Mitarbeiter und damit an die Konkurrenz der Makler vermittelt wird.“

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„DANKE FÜR IHR VERTRAUEN!“ risControl 07/13

DR. PETER LOISEL VORSTAND VERTRIEB UND MARKETING

Assekuranz Award Austria: 3 x SEHR GUT in den Sparten KFZ-Haftpflicht, KFZ-Kasko und Eigenheim / Haushalt

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VERSICHERUNG

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TOGETHER

Das Entwicklungslabor von TOGETHER arbeitet auf Hochtouren

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ald ist es wieder soweit! TOGETHER geht auch dieses Jahr wieder für Sie auf Tour. In ganz Österreich werden die Neuerungen und Erweiterungen der Plattform vorgestellt. Anschließend lädt TOGETHER auf einen gemütlichen Ausklang ein, um bei regionalen Schmankerln in angenehmer Atmosphäre den Abend bei guten Gesprächen zu genießen. Die TOGETHER Entwicklung arbeitet mit Hochdruck an den neuen Features und Funktionen, die den Besuchern, eingebettet in aktuelle und spannende Themen, vorgestellt werden.

Neues Look & Feel OMDS Bestandsauskunft Der OMDS Browser wurde komplett neu überarbeitet und ist jetzt noch moderner, benutzerfreundlicher und übersichtlicher gestaltet. Mit der einzigartigen Mikro - Navigation ist das Finden der gesuchten Information jetzt noch intuitiver und schneller. Und das Beste – die neue OMDS Bestandsauskunft läuft auch auf mobilen Endgeräten. „Mit flexyTIS ist es möglich, ohne Zertifikat von unterschiedlichen PCs und Tablets auf TOGETHER zuzugreifen. Auf Anfrage geben wir Ihnen gerne detaillierte Information zu den von uns unterstützten Browsern & Tablets.“ Dr. Georg Steinort, Geschäftsführer TOGETHER

„Wir arbeiten ständig daran, die Plattform noch benutzerfreundlicher zu gestalten, damit die User noch einfacher und schneller mit TOGETHER arbeiten können.“ DI Peter Straka, Leiter TOGETHER Entwicklung

TOGETHER Plattform zugreifen – und das bei höchster Sicherheit und gewohntem Funktionsumfang und ohne vorinstalliertes Zertifikat. Die Handy-Signatur des österreichischen Bundeskanzleramts bietet maximale Sicherheit bei der Arbeit im virtuellen Raum. In Kombination mit dem Produkt tis2go kann flexyTIS auch auf mobilen Endgeräten eingesetzt werden.

Volle Mobilität mit flexyTIS

Elektronische Unterschrift per App

Mit flexyTIS, dem flexiblen Login, kann der Benutzer mit seiner Handy-Signatur von unterschiedlichen Endgeräten auf die

Mit der elektronischen Unterschrift lassen sich alle PDFs bequem und einfach elektronisch unterschreiben. Dabei werden

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biometrische Merkmale, wie Schriftbild, Schriftgeschwindigkeit, Druckverlauf etc. automatisch erfasst. Unter Umständen ist die Beweisbarkeit einer solchen Unterschrift sogar höher als bei einer Unterschrift auf Papier. Die elektronische Unterschrift ist bei TOGETHER seit über einem Jahr im Einsatz und bereits in ausgewählten Tarifrechnern vollständig integriert. Der Einsatz auf Tablets befindet sich bereits in der letzten Phase der Pilotierung und ist in Kürze per App für alle verfügbar. Alle TOGETHER User und Interessenten können sich unter www.servicebytogether.at/anmeldung zu TOGETHER on Tour anmelden.

QR Code scannen und direkt anmelden!

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FINANZEN

FDL

Standesregeln

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er Fachverband der Finanzdienstleister hat sich für die gewerbliche Vermögensberater und die Wertpapiervermittler zu einheitlichen Standesregeln entschlossen. Neben Ethik- und Kollegialitätsklauseln, sind darin konkrete Regeln zur redlichen Berufsausübung in den Bereichen Investitionen, Finanzierung und Risikoabsicherung und zum standesgemäßen Verhalten im Interesse der Kunden enthalten. Die Mitglieder des Fachverbandes haben ab Jänner 2014 die Möglichkeit sich freiwillig den Regeln zu unterziehen, ein Beitritt löst jedoch gleichzeitig die Pflicht zur Einhaltung dieser Regeln aus. Diese Pflichten werden vom

Ehrenschiedsgericht, das ebenfalls neu eingerichtet wird, durchgesetzt. Die Besetzung des Ehrenschiedsgerichtes wird im Herbst bekannt gegeben. Wolfgang Göltl, Obmann des Fachverbands Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zeigt sich erfreut: „Nach jahrelangen intensiven Diskussionen haben wir uns auf Standesregeln für die gewerbliche Vermögensberatung und die Wertpapiervermittler einigen können. Auch das – noch zu errichtende - Ehrenschiedsgericht des Fachverbands Finanzdienstleister zeigt, dass Standesbewusstsein bei den Berufsangehörigen der gewerblichen Vermögensberatung einen sehr hohen Stellenwert innehat. Ich danke allen Beteiligten, allen

KR Wolfgang K. Göltl, Obmann des Fachverbandes Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Österreich voran den Fachausschuss-Vorsitzenden Wilhelm Miklin und Sascha Dastl, für ihr Engagement, welches die Entstehung der Standesregeln ermöglicht hat.“

Wir suchen eine/n

VersicherungssachbearbeiterIn im Angestelltenverhältnis

PARTNER FÜR WIRTSCHAFTLICHEN ERFOLG Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung: VBW-Wilhelm Gmbh auritas finanzmanagement gmbh Hollandstraße 18/7, 1020 Wien Tel.: 01 / 219 63 73 Fax: 01 / 219 63 73 73 E-Mail: tischler@auritas.at

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Welches Aufgabengebiet umfasst die ausgeschriebene Stelle? • Pflege bestehender und langfristiger partnerschaftlicher Kundenbeziehungen (Privat- und Firmenkunden) • Offerterstellungen für alle Versicherungssparten • Individuelle Absicherung der Lebenssituation Ihrer Kunden • Durchführen von Kundenberatungen • Erstauskunft und Bearbeitung von Schadenfällen • Evidenzführung von offenen Geschäftsfällen • Beantwortung von Kundenanfragen Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen? • Verkaufserfahrung und Verhandlungsgeschick • selbstbewusste Persönlichkeit mit entsprechenden Fingerspitzengefühl für Menschen und deren Situationen • Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft

• Flexibilität, selbständige Arbeitsweise und hohe Dienstleistungsorientierung • Gute Ausdrucksfähigkeit (mündlich und schriftlich) • gute MS Office Kenntnisse • Sehr gutes Versicherungsfachwissen und Marktkenntnisse (wünschenswert) Was können wir Ihnen bieten? • eine spannende und herausfordernde Tätigkeit im Innendienst • Einschulung mittels „learning by doing“ • Angestelltenverhältnis mit bestehendem Kundenstock • Flexible Arbeitsmöglichkeit • Praxisnahe Aus-/Weiterbildung durch jahrzehntelange Erfahrung Marktkonformes Bruttomonatsgehalt ab € 2.200,-- mit der Bereitschaft zur Überzahlung (abhängig von Qualifikation und Berufserfahrung)

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EFM VERSICHERUNGSMAKLER AG

Voller Erfolg Der 2. EFM Expertennachmittag war ein voller Erfolg, mehr als 150 Makler aus ganz Österreich besuchten die Veranstaltung.

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m Mai und Juni ging die zweite Serie der Veranstaltungsreihe an acht Standorten in ganz Österreich über die Bühne. Begleitet von hochkarätiger Besetzung, wurde auch dieses Mal auf Erfahrungsaustausch und rege Diskussionen über aktuelle und brisante Themen der Branche gesetzt. Im Fokus der Diskussionen stand die Causa „Provisionsverbot“, welche zurzeit wohl die ganze Branche beschäftigt und im Rahmen des Events von AFPA-Leiter und Lobbyist Johannes Muschik ausführlich behandelt wurde: „Wer glaubt, dass hier schon alles entschieden sei, irrt. Erst kürzlich sprach sich das IMCO Komitee

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des EU Parlaments (Internal Market And Consumer Protection) gegen ein Provisionsverbot und für eine Offenlegung bei Nachfrage der Kunden aus. Auch über das Wort ‚unabhängig’ und verpflichtende Ausbildungsstunden werden diskutiert. Auch die österreichische Politik mischt in den Gesprächen mit. Täglich gibt es neue Informationen. Das Thema bleibt brisant.“ Die Veranstaltungsreihe wurde von mehr als 150 Maklern, Agenten, Vertretern und Teilnehmern seitens der Versicherungsindustrie aus ganz Österreich besucht. „Die Veranstaltung war sehr professionell und auf extrem hohem Niveau. Neben den Präsentationen standen vor allem offene

Expansionsmanager Ernst Vallant

Kommunikation und Networking im Vordergrund. Das hat mir sehr imponiert.“, so Michael Taurer, Versicherungsagent aus Spittal/Drau. Auch die Vortragenden waren von der angenehmen Atmosphäre und dem anregenden Erfahrungsaustausch begeistert. „Die erfreulich intensive Diskussion mit den Maklerkollegen des Expertennachmittags zum Thema Schaden zeigte mir, dass dieses Thema ‚unter den Nägeln brennt’. Sie zeigte mir aber auch, dass aufgrund der Vielfalt von Bedingungen, gesetzlichen Bestimmungen und rechtlichen Beurteilungen noch stark an den Ausbildungsmodellen für unsere Kollegen zu arbeiten sein wird. Das Maklergesetz sieht

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v.l.: Ernst Vallant, Akad.Vkfm. Reinhard Jesenitschnig, Manuela Kumpitsch, Johannes Muschik zwar die Unterstützung im Schaden nur optional vor, sie wird aber als Argument im Verkauf immer wichtiger.“, so Reinhard Jesenitschnig. Am Schluss des Events griff EFM Expansionsmanager Ernst Vallant noch das Thema „Unabhängigkeit im Verbund“ auf: „Rund 40% aller Makler in Österreich haben keinen oder nur einen Mitarbeiter. Das heißt sie müssen das meiste selbst machen und das bedeutet, dass gut 50% ihrer Arbeitszeit für Nebentätigkeiten verwendet werden mussen – und der Aufwand wird immer größer. Aus diesem Grund geht der Trend hin zu Zusammenschlüssen. Wir sind überzeugt, dass eine enge Partner-

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schaft wie wir sie bieten, die Voraussetzung für Effizienz und einen echten Mehrwert für jeden einzelnen Makler ist. Wichtig ist, dass die Eigenständigkeit des Unternehmers gewahrt bleibt – und darauf ist unser System ausgerichtet.“ Die Teilnehmer waren von der Aktualität und Bedeutsamkeit der Vorträge angetan. Manfred Friedl, Versicherungsmakler aus Feldbach dazu: „Alle Präsentationen waren sehr interessant und verständlich vorgetragen. Ein Lob an die Referenten.“ Die Verlängerung des Expertennachmittags scheint also geglückt und man darf sich auf eine Wiederholung im nächsten Jahr freuen.

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INTERNATIONALES SYMPOSIUM FÜR VERSICHERUNGSMAKLER UND FÜHRUNGSKRÄFTE

Networking auf hohem Niveau Unter dem Hauptthema „Zukunft“ könnte man die diesjährigen zwei heißen Tage im sonnigen Velden einreihen. Referiert und diskutiert wurde über die Zukunft der Versicherungsvermittler und der Aus- und Weiterbildung. Alle zwei Jahre veranstalten die Gesellschaft für Versicherungsfachwissen und der Fachverband der Versicherungsmakler die, mit hochkarätigen Referenten besetzte Informationstagung. Diesjährige Thematik war die zu erwartenden Änderungen im IMD II und über die Zukunft der Aus- und Weiterbildung.

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ie Änderungen und die zu erwartenden Auswirkungen der IMD II waren schon in vielen Diskussionen und Tagungen Hauptthema, diesmal wurde aber über das Thema in einer fast schon erschreckenden Weise von Werner Langen, Abgeordneter des EU Parlaments, referiert. Das Ziel der EU alle Finanzmärkte auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen ist unter den herrschenden Vorzeichen äußerst schwierig, da einige Länder mit so manch einer Geschäftsgebarung nichts anzufangen wissen. So ist eine Provision bei einem Versicherungs- bzw. Finanzgeschäft für einige

Länder komplett unbekannt. Die Auffassungsunterschiede geben dann Ausschlag auf Regulierungsvorschläge bzw. auf das Abstimmverhalten der EU Mandataren. Fast schon wäre man versucht zu behaupten, dass hier manch Blinder von der Farbe spricht. Langen ist auch der Meinung dass es wichtig wäre, gewisse Gesetztentscheidungen in den diversen Mitgliederstaaten zu belassen, und nur eine Minimalregulierung über das EU-Parlament notwendig ist. Er sprach sich auch gegen eine Überregulierung durch die EIOPA aus. Mit einem kompletten Provisionsverbot würde man über das Ziel hinausschießen, seiner

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Mag. Thomas Tiefenbrunner

Werner Langen, Mitglied des Europäischen Parlaments

Dr. Franz Kronsteiner

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Meinung nach genüge es, Art und Quelle im Sinne der Transparenz offen zu legen. Scharf kritisierte er die Überlegung einer Provisionsweitergabe bzw. Rabatte die über die Provision finanziert werden, da der Kunde aller Wahrscheinlichkeit nach, mehr Augenmerk auf das monetäre legen wird als auf das eigentliche Thema der Risikoabsicherung. Lange würze seinen Vortrag mit kleinen Beispielen über das EU Parlament und die Motivation so manch eines Abgeordneten. Wo die Lobbying mehr im Vordergrund der Entscheidungsfindung steht als die Fachkompetenz. Und noch viele andere Beispiele, die das Tagungspublikum teils belächelte aber auch den einen oder die andere erschütterte. Das die im Raum stehende oder vielleicht schon nicht mehr aktuelle Thematik Provisionsverbot auch die anderen Referenten beschäftigte und zu einigen aufgezeigten Horrorszenarien verleitete, war schon nach dem letzten Jahr der

Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger Gespräche in Alpbach zu erkennen. Das Kunden nicht von einem Verbot profitieren ist auch nichts Neues mehr. Man kann nur hoffen, dass unser Rufen bis in die hohen Gremien der EU gehört wird. Was die verschiedenen Fachverbände in vieler Kleinarbeit unermüdlich täglich versuchen. Einig waren sich viele Vortragende darüber, dass nicht die Versicherungswirtschaft die Finanzkrise ausgelöst hat. Daher keine neuen Vorschriften nötig seien. Der zweite Tag stand unter dem Zeichen der Aus- und Weiterbildung. Hier konnte man die einhellige Meinung erkennen, dass ohne qualifizierter Weiterbildung und Ausbildung der Berufsstand der Versicherungsvermittler keine Zukunft haben wird. Die Versicherungsmakler planen, wie der Fachverband der Finanzdienstleister bereits eingeführt hat, eine verpflichtende Weiterbildung für alle ihre Mitglieder. Welche Ausbildungen und Weiterbildungen in diesem Pflichtenkatalog aufgenommen sind, wird ab Herbst vom Fachverband veröffentlicht werden. Auch die Versicherungswirtschaft sieht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung aber die Meinung der verschiedenen Vorstände geht doch auseinander. Wo die einen ihren Nachwuchs lieber im eigenen Haus ausbilden und auch auf allgemeine umfassende Wissensthemen wert legen, so sehen andere eher das Fachwissen im Vordergrund stehend. Was Thomas Tiefenbrunner Fachgruppenobmann der Tiroler Versicherungsmakler zu Aus- und Weiterbildung zu sagen hat, lesen Sie in der August Ausgabe.

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HDI VERSICHERUNG

30 Jahre! 30 wird man nicht alle Jahre. Das dachten sich auch die Verantwortlichen bei HDI und nutzten die Gelegenheit, im Rahmen ahmen des schon traditionellen HDI Trabrenntages in der Wiener Krieau eau den 30. Geburtstag zu feiern. So zelebrierten mehr als 1.200 Besucher cher bei wunderbarem Wetter gemeinsam mit dem Unternehmen n das 30-jährige Bestehen in Österreich.

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enn HDI Geburtstag feiert, dann brechen die Rekorde. Mehr als 1.200 Besucher sind der absolute Besucherrekord und eine Steigerung von rund 30 % gegenüber den vorangegangenen Renntagen in der Krieau. „Im privaten Bereich wird der 30. Geburtstag ja ebenso oft besonders zelebriert. Wir haben uns gedacht, so möchten wir das mit unseren Partnern und unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen machen. Umso mehr freue ich mich, dass sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind“, ist Günther Weiß, Vorstandvorsitzender vom Andrang begeistert. Neben Vertriebspartnern und ihren Familien waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von HDI ebenfalls dazu

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eingeladen, den 30. Geburtstag zu feiern. Für die Caterer von Tip Top Table war die große Anzahl an Besuchern eine Herausforderung, die sie perfekt bewältigten. Sehr beliebt war der Würstelstand beim Richterturm, der neben dem klassischen Würstelstand-Angebot auch Popcorn und Eis feilbot.

Das Geburtstagsprogramm Anders als bei herkömmlichen Geburtstagen sorgte beim Trabrenntag das Geburtstagskind selbst in Form eines umfangreichen Rahmenprogramms für die Geschenke. Und dabei war für alle Geschmäcker gesorgt: Mutige nutzten die Gelegenheit beim Acro Bungee waghalsige

Sprünge auszuprobieren, während sich die Sportlichen mit dem Lenken verkehrter Go-Carts oder an der Radar Torschusswand versuchten. Die Jüngeren waren von der Hüpfburg und den Ponys begeistert, und der Liliput-Bummelzug durch den Prater brachte einen besonderen Einblick in den Vergnügungspark. Auch die Trabrennbahn selbst war Bühne. Neben regelmäßigen Stallführungen und drei Doppelsitzer-Rennen konnten zahlreiche Gäste im Rahmen einer Schnupperrunde echte Trabrennluft einatmen. Für lustige und kurzweilige Show-Einlagen sorgten während des ganzen Tages die ROTE NASEN Clowndoctors. Der fulminante Abschluss war ein mehr als 15-minütiges Feuerwerk und der Start der Live-Musik. Mit Soul-

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und Discohits der 70er und frühen 80er des vergangenen Jahrhunderts sowie den abgefahrensten Outfits seit der Mondlandung, sorgte die wahrscheinlich heißeste Partyband des Universums, die Bad Powells, für ausgelassene Partystimmung bis spät in die Nacht.

ALM OLYMPIADE

Der gute Zweck kam ebenfalls nicht zu kurz Schließlich gab es auch noch ein weiteres Geburtstagsgeschenk: In schöner Tradition überreichten die Vorstände von HDI zum Abschluss der Doppelsitzer-Rennen einen Scheck in der Höhe von 5.000,- Euro an Martin Kotal, den künstlerischen Leiter der ROTE NASEN Clowndoctors.

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Einladungen von der HDI Versicherung zeichnen sich immer durch besondere Aktionen aus. So auch die 10 - Jahresfeier der HDI Salzburg. Claudia Felice, Landesdirektorin, lud mehr als 130 Gäste auf die Unterhof Alm in Filzmoos. Mit Autobussen ging es auf die 1.280 Meter hoch gelegene idyllische Alm. Nach den Begrüßungsworten musten die Gäste im Rahmen der Alm Olympiade ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Belohnt wurden sie mit regionalen Köstlichkeiten aus der Küche der Unterhof Alm und einem unterhaltsamen Abendprogramm.

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UNIQA MAKLERAKADEMIE

Professioneller Innendienst

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it außergewöhnlichen Seminaren und spannenden Aktiv-Programmen ist die UNIQA-MaklerAkademie die erste Adresse bei der Weiterbildung, und das seit mehr als 16 Jahren. Alle UNIQA-Geschäftspartner in Österreich profitieren vom Seminarprogramm auf höchstem Niveau zu moderaten Kostenbeiträgen. Das vielseitige Programm wird

laufend erweitert. So können wir und unsere Makler immer mit neuesten Trends und aktuellen Markterfordernissen Schritt halten. Heuer neu in der MAK-Familie ist die Seminarreihe MAKwissen, speziell für den Makler-Innendienst. Denn gerade dort muss die Qualität stimmen und das Knowhow sitzen, damit Kunden rundum perfekt betreut sind.

DAGMAR KIRALY, Leiterin der MaklerAkademie, über das neue Angebot: „Unsere MAK-Seminare sind gut gebucht und die Nachfrage nach qualifizierten, unabhängigen Schulungen auch für den Innendienst ist groß. Unsere Antwort darauf: Die Reihe MAKwissen, die im Herbst mit zwei intensiven Workshops startet.“

Krankenversicherung Basisseminar: Von A wie Altersvorsorge bis Z wie Zahnversicherung Basiswissen zur Krankenversicherung: Praxisbeispiele ergänzen die theoretischen Grundlagen, Produkte für spezielle Zielgruppen werden ebenso erläutert wie allgemeine Tarif- und Leistungsgrundsätze. TERMINE: Do, 17. Oktober bis Fr, 18. Oktober 2013 in NÖ Di, 3. Dezember bis Mi, 4. Dezember 2013 in Tirol

Grundlagen Versicherungswesen: Solides Basiswissen und gezielte Kundenansprache Umfangreiche Vorbereitung für die erste Zertifizierungsstufe seitens des Versicherungsverbandes und/oder Wirtschaftskammer: Schritt-für-Schritt-Einführung in den Vorsorge- und Absicherungsbereich, richtiger Auftritt beim Kunden und Nutzenargumentation. PETER PRINZ, Leiter Maklervertrieb, freut sich auf zahlreiche Anmeldungen: „Besonders für Quereinsteiger, Neulinge, aber natürlich auch für Mitarbeiter von Maklerbüros, die schon im Versicherungsbereich tätig sind, sind unsere Workshops eine gute Gelegenheit, die komplexe Versicherungsthematik von Grund auf kennenzulernen. Kompakt, fachlich fundiert und gewohnt professionell“.

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TERMINE: Mo, 30. September bis Di, 1. Oktober 2013 in NÖ Do, 14. November bis Fr, 15. November 2013 in Tirol

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WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG / DONAU VERSICHERUNG

Landesdirektion Niederösterreich

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nde Juni wurde die neue Landesdirektion der beiden Versicherungen in Niederösterreichs Landeshauptstadt durch die beiden Generaldirektoren Mag. Johanna Stefan, Donau Versicherung, und Mag. Robert Lasshofer, Wiener Städtische, feierlich eröffnet. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Bürgermeister Mag. Matthias Stadler überbrachten Grußworte. Abtpräses Christian Haidinger OSB vom Stift Altenburg und Superintendent Mag. Paul Weiland segneten die neue eröffnete Landesdirektion. Die beiden Hausherren, Landesdirektor Wolfgang Lehner (Wiener Städtische) und

Der beste BU-Schutz ist maßgeschneidert!

Norbert Zäsar (Donau Versicherung) präsentierten die neuen Räumlichkeiten. In der Umsetzung wurde neben einer zeitgemäßen Büroinfrastruktur, auch modernsten energetischen Grundsätzen entsprochen. Als sogenanntes „Green Building“ wurde das Gebäude mit Niedrigenergie, Fotovoltaikanlage und Geothermie zur Kühlung der EDV- und Technikräume ausgestattet. Die neue Landesdirektion bietet mit rund 3.800 m² den 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausreichend Platz. Zusätzlich stehen 116 Parkplätze zur Verfügung, auch eine Kfz-Zulassungsstelle ist im Haus.

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v.l.n.r.: Wiener Städtische Landesdirektor Wolfgang Lehner, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Vorstandsvorsitzender Wiener Städtische Versicherungsverein Dr. Günter Geyer, Donau Generaldirektorin Mag. Johanna Stefan, Wiener Städtische Versicherung Generaldirektor Mag. Robert Lasshofer

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Umfangreiche Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung

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HK VERSICHERUNGSMAKLER GESMBH

40 Jahresfeier H

elmut Kaiser (72) begann seine berufliche Karriere als gelernter Bergarbeiter im Braunkohle-Bergbau und war, ehe er in die Versicherungsmaklerbranche wechselte, u.a. von 1967 bis 1972 Reviersteiger (Anm.: Abteilungsleiter von 150 Beschäftigten) im Kupferbergbau in Mühlbach am Hochkönig. Im Jahr 1973 startete der Vater von zwei Kindern, die heute beide im Unternehmen verankert sind, in Bürmoos als erster selbstständiger Versicherungsmakler und -berater in Westösterreich. Darüber hinaus war Helmut Kaiser lange Zeit u.a. als Berufsgruppenvorsitzender der Versicherungsmakler in der Wirtschaftskammer Salzburg und als Vorsitzender der Prüfungskommission für die Abnahme der Befähigungsprüfung zum Versicherungsmakler und Vermögensberater sowie für die Unternehmerprüfung tätig. Seit 30 Jahren

WEITERBILDUNG

FH Kufstein

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v.l.n.r.: Willibald Rath, Dr. Thomas Naglik, Günther Kaiser, Hans Peter Hofmann, Elisabeth Kaiser, Helmut Kaiser, Karin Gritsch, Gerhard Gritsch, Regina Gritsch, Mag. Hannes Danner ist Helmut Kaiser auch als allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Versicherungswesen (eingetragen beim Landesgericht Salzburg) tätig. 10 Mitarbeiter garantieren Spezialwissen in allen Komponenten der Versicherungswirtschaft. Aber nicht nur die 40 Jahresfeier gibt Anlass zu umfangreichen Feierlichkeiten. Helmut Kaiser wurde vom überparteilichen und Brachen übergreifenden europäischen Gremium, dem Europäischen Wirtschaftssenat, zum Wirtschaftssenator berufen. Mit der Auszeichnung an Helmut Kaiser ist er einer von 11 heimischen Unternehmer die als Wirtschaftssenator für die EWS-Sektion

Österreich in das internationale Gremium erfolgreicher europäischer Unternehmer und Persönlichkeiten berufen wurde. „Ich freue mich sehr diesem elitären Kreis unternehmerischer Persönlichkeiten angehören zu dürfen und mein Wissen und meine Erfahrungen zum Wohle einer erfolgreichen Zukunft einbringen zu können“, sagt Helmut Kaiser, „Die Ernennung ist für mich Ehre und Herausforderung zugleich. Und sie ist auch die Krönung einer langen, erfolgreichen Karriere als Versicherungsmakler, die ich vor fast vier Jahrzehnten als erster selbstständiger Versicherungsberater in Westösterreich begann.“

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„Akademische/r Versicherungsmakler/ in und Berater/in in Versicherungsangelegenheiten“ und „Zertifizierte/r Versicherungsvertriebsmanager/in“ liegt in der Wissensvertiefung von beispielsweise versicherungsmaklerspezifischen Rechtsgrundlagen und Versicherungssparten sowie dem wissenschaftlichen Arbeiten beim „Akademischen Versicherungsmakler/In & BeraterIn“ innerhalb des dritten Semesters. Der „Zertifizierte VersicherungsvertriebsmanagerIn“ schließt nach zwei Semestern mit einem Prüfungsworkshop und der Möglichkeit eines Zertifikats ab.

ie FH Kufstein Tirol International Business School bietet ab dem Wintersemester 2013 3 neue Weiterbildungsangebote zum Thema „Versicherungsmanagement“ an. Akademische/r VersicherungmaklerIn & BeraterIn in Versicherungsangelegenheiten, Zertifizierte/r Versicherungsvertriebsmanager/in und Executive Management MBA mit Fokus Vertriebsmanagement. Die Lehrgänge werden berufsbegleitend in Form von „Blended Learning Design“ angeboten. Der Unterschied der beiden Lehrgänge

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Ausgabe Juli 2013