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risControl

DAS Nachrichtenmagazin für SICHERHEIT & VERMÖGEN

NR. 01 • Januar 2011 • HEFT 378 • 33. JAHRGANG • EURO 10,00

Überzeugendes Service Interview mit Dr. Peter Loisel, VAV

Der Europäische Gerichtshof Prof. Dr. Dexter Morse

Erfolgreich GenDir. Mag. Robert Lasshofer im Gespräch


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EDITORIAL

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o, das wär´s. Die erste Woche des neuen Jahres ist geschafft. Darf man, braucht man in einer so seriösen Branche wie jener der Assekuranz, in der es stetig aufwärts geht, überhaupt fragen, wie die restlichen Wochen des Jahres verlaufen? Deshalb lautet die Botschaft: Es muss sich niemand fürchten. Wer und was ist im Visier? Der Jahreszeit entsprechend sollte man diese Frage erst beantworten, nachdem man das Jahr 2010 im Rückblick betrachtet hat. Heuer wird es spannend und abwechslungsreich. Denn seit 2006 bewegen wir uns in einem 13-jährigen „Roten-Mond-Zyklus“. Daraus folgt: Wir werden durchaus Erfreuliches erleben. Im Visier. Die Versicherungsmakler? Heroes on move. Die Risikofreunde bewegen sich weiter auf der Straße des Erfolges. Sie sind gut aufgestellt, zeigen Mut, Entschlossenheit und Leidenschaft. Dazu haben sie den Trend auf ihrer Seite – und bessere Argumente. Und seitdem man nicht mehr Schafe zum Suchen schwarzer Schafe benutzt, sondern sich moderner Analyse- und Monitoring-Tools bedient, kommt man in der Öffentlichkeit gut an. Kommen die Versicherer ins Visier? Kaum. Es geht aufwärts. Immer. Die Krise ist vorbei – das Vertrauen des Marktes wiederhergestellt. Die Frage ist nur noch, wie hoch die Zuwächse ausfallen werden. Im vergangenen Jahr verpasste man nur knapp Rekordwerte. Heuer könnte es klappen. Einer, der es wissen muss, sagt: „Ein Ausbau unseres Pflegesystems ist unbedingt notwendig.“ Wer schließlich über den Tellerrand der Branche schaut, dessen Blick bleibt unweigerlich auf einem Dauerthema haften. In allen Gazetten, auf allen TV-Kanälen gibt es nur ein Thema: Wie weiß ist die Weste des besten Finanzministers, den unsere Republik je hatte? (© Schüssel). Er glänzte auch als einer der besten Verkäufer im politischen Geschäft. Wer sonst hätte einer ganzen Nation ein Nulldefizit verkaufen können? Und er bewies hohe soziale Verantwortung. Er sorgte für Freunde und Bekannte und wird nun für diese guten Taten ständig angegriffen. Sogar dafür, weil er seiner lieben Tante, völlig uneigennützig, ihr schmales Altersgeld aufbesserte, sagt man. Blütenweißes Geld, wie sein berühmter Anwalt kundtut. Man könnte richtig neidisch werden. Deshalb: Die Tant´ vom Grasser möcht´ ich sein, der Karli kommt, packt d´Éuro ein und bringt fast´s Doppelte zurück. Mein Gott, was hat der Mann ein Glück! Und braaav ist er, der liebe Bua. Weil für sich selber, sagt er, hat er g´nua. Und nimmt kan´ anz´gen Euro ein. D´rum ist sein Westerl weiß und rein. Na, mit solchen Aussichten kann man getrost ins neue Jahr starten.

Im Visier

Liebe Leserinnen und Leser!


4 INHALT

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Ausgabe-Nr.: 01 | risControl 01/2011 | Januar 2011 Heft-Nr.: 378 | 33. Jahrgang

3 EDITORIAL Im Visier GenDir. Mag. Robert Lasshofer im Gespräch

6 KARRIERE 6 DONAU VERSICHERUNG: Vorstand 6 KOBAN SÜDVERS GROUP AUSTRIA: Kundenservice 6 VIG: Neue Generalsekretärin 6 VIENNA INSURANCE GROUP: Ungarn 7 ERGO AUSTRIA: Vorstandsstrukturen 7 HDI GERLING: Gemeinsam 7 ALLIANZ VERSICHERUNG: Wechsel 7 AON JAUCH & HÜBENER: CEO

Seite 10

8 KURZNACHRICHTEN 8 Verzinsung gesenkt 8 Vignette 8 Stabiler Euro 8 Bank des Jahres 2010 8 Luxusmarke 8 Analyse 8 Expansion in Euroländer 8 Versicherungswelt 9 Überschussbeteiligung 9 Einkaufstour 9 Mazedonien 9 Neue Website 9 Das „Neue Chance” Konto 9 Beste Lebensversicherung 9 Pensionen

Interview mit Dr. Peter Loisel, Vorstand für Vertrieb und Marketing VAV

Seite 12 Betriebliche Altersvorsorge: Nach wie vor Stillstand zum Thema Pensionskassengesetznovelle

10 INTERVIEW 10 Erfolgreich 12 „Wollen auch im Service überzeugen“

Seite 16

14 WISSENSCHAFT Aktives Schadenmanagement – Praktische Umsetzung bei den größten Versicherungsunternehmen in Österreich

16 BAV 16 Betriebliche Altersvorsorge: Nach wie vor Stillstand zum Thema Pensionskassengesetznovelle 18 Emmett Studie „BVK 2010“ – fair-finance erstmals dabei und gleich an der Spitze

Generali Versicherung, Geldstudie

Seite 22


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INHALT

20 KOMMENTAR 20 Aufgabe von Briefen 30 Schwellenländer Allianz Vers icherung, Wirtschaftswachstum

22 FINANZEN

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22 Geldstudie 24 Wirtschaftswachstum 25 Rating angehoben 25 Einheitliche Sanktionen 26 Neue Aufgaben 27 Fragen rund ums Auto

27 KOLUMNE Wie geht’s Ihnen bei Netzwerkveranstaltungen? Generali Vers icherung, Unter dem Löwen spielt es sich sicherer

Seite 42 Versicherungsmarkt Ungarn

Seite 44

28 VERSICHERUNG 28 Männer sind vom Mars – Frauen von der Venus... Ist der Europäische Gerichtshof vom Pluto? 32 Gesundheitsvorsorge erweitert und Geburtstag 33 Neues Tätigkeitsfeld 34 e-FOX mobile 36 Limited Edition 37 Bildungsoffensive 38 Mobiles Service 38 Long Hui, Yang Yang und Fu Hu 40 Auszeichnungen am laufenden Band 40 Geburtstag 41 Let’s work TOGETHER: Viel mehr als nur ein Schlagwort! 42 Unter dem Löwen spielt es sich sicherer 43 10-prozentige Steigerung 44 Versicherungsmarkt Ungarn 45 Der Versicherungsmakler in Ungarn

48 VERANSTALTUNG 48 Alle Jahre wieder... 51 Kindernothilfe 52 „WEST:MARKT:OST“ TOGETHER / CCA, Alle Jahre wieder...

53 BUCHBESPRECHUNG Der Zug der Lemminge Magisch Kochen

Seite 48

54 ABO / IMPRESSUM


KARRIERE

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DONAU VERSICHERUNG

VIG

Vorstand

Neue Generalsekretärin

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it Wirkung 1.Jänner 2011 wurde Mag. Roland Gröll als weiteres Mitglied in den Vorstand der Donau Versicherung berufen. Er ist für den Bereich Vermögensveranlagung und –verwaltung, sowie Lebensversicherung zuständig. Mag. Gröll ist seit 1994 in verschiedensten Funktionen im Konzern der Vienna Insurance Group tätig, unter anderem ist der Betriebswirt seit 2008 Bereichsleiter Finanz- und Rechnungswesen, sowie Mitglied der erweiterten Konzernleitung und Stellvertreter des Vorstandes der Vienna Insurance Group. Das Vorstandsmandat von Mag. Robert Haider wurde verlängert und er wurde per 1.1.2011 zum Mitglied der Konzernleitung der VIG bestellt. In dieser Funktion leitet er das konzernweite SAP-Smile Projekt. In der Donau zeichnet Haider für Versicherungstechnik, Betriebsorganisation/Informationstechnologie, Geschäftsbeziehung zur BIAC Business Insurance Application Consulting GmbH und Rückversicherung im Schaden- und Unfallbereich verantwortlich.

ag. (FH) Sabine Stiller wurde zum 1. Jänner 2011 zur Generalsekretärin der Vienna Insurance Group AG berufen. Bereits seit Anfang 2010 leitet sie das Generalsekretariat, das als zentrale Koordinations- und Kommunikationsstelle für die Steuerung von länder- und konzernübergreifenden Projekten zuständig ist. Das Generalsekretariat zeichnet für die Vorbereitung von Vorstands- und Aufsichtsratsthemen, die Erstellung der Geschäfts- und Zwischenberichte, die Begleitung des Ratings durch Standard & Poor’s sowie Marktanalysen führend verantwortlich. Mag. (FH) Sabine Stiller, gebürtige Oberösterreicherin, absolvierte ihr Studium der „Wirtschaftsberatung“ an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Im Jahr 2005 trat sie in die Wiener Städtische als Vorstandsassistentin im Generalsekretariat ein und setzte nach knapp zwei Jahren ihre Karriere innerhalb der Vienna Insurance Group in den tschechischen Konzerngesellschaften Česká podnikatelská pojišťovna (ČPP) und der Kooperativa fort.

KOBAN SÜDVERS GROUP AUSTRIA

VIENNA INSURANCE GROUP

Kundenservice

Ungarn

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ng. Erich Artner, MSc fungiert ab sofort als Leiter des Kundenservice der Koban & Kiefhaber Versicherungsmakler GmbH in Wien, ein Unternehmen der Koban Südvers Group Austria. Seine Spezialgebiete sind das Gewerbe- und Industrieversicherungsgeschäft, Internationale Versicherungsprogramme sowie der Risikotransfer bei Firmenkunden. Der akademische Versicherungskaufmann lernte sein Handwerk bei der Allianz Gruppe in Österreich. Seit 1995 war Artner, gebürtiger Wiener, in den Bereichen nationales und internationales Großkundengeschäft, Vertriebssteuerung und Maklervertrieb in den Führungspositionen Abteilungsleiter, Chief Underwriter und Leiter Maklervertrieb Niederösterreich tätig.

abor Lehel wird Mitte 2011 zum neuen Generaldirektor der UNION Biztosito VIG in Ungarn berufen. Der bisherige Generaldirektor Miklos Zsoldos verlässt auf eigenen Wunsch die Funktion. Lehel ist seit 2003 in unterschiedlichen Funktionen bei der VIG beschäftigt und derzeit Vorstandsmitglied bei der Union Biztosito und im Vorstand der Kooperative in der Slowakei. Er studierte Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Finanzwesen in Tatabanya und Budapest.


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KARRIERE

ERGO AUSTRIA

ALLIANZ VERSICHERUNG Mag. Ge

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ther Weiß, Vorstan

Gün

HDI Versicherung

Gemeinsam

AON JAUCH & HÜBENER

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it 1. Jänner 2011 wird der Vorstandsvorsitzende der HDI Versicherungs AG, Günther Weiß, die Agenden von Josef Sagmeister bei der HDI Gerling Lebensversicherungs AG und der Aspecta Lebensversicherung übernehmen. Damit wird der Sach- und Lebensbereich enger zusammengeführt und die Vertriebseinheiten in Österreich unter eine gemeinsame Führung gestellt. Weiß ist auch Geschäftsführer der HDI Gerling Financial Services GmbH.

CEO

A

lfred Schönburg wurde zum CEO von Aon Jauch & Hübener berufen, er wird gemeinsam mit Franz Brandl die Geschäfte führen. „Um künftig innovativer und noch erfolgreicher auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können, haben wir uns entschlossen, die Geschäftsleitung der Aon Jauch & Hübener GmbH in Österreich zu erweitern. Ab Jahresbeginn 2011 werden Alexander Gallati, Doris Garnweitner, Helga Koller, Franz Schleifer und Georg Winter dem erweiterten Geschäftsleitungskreis angehören“, berichtet Schönburg über die weitere Entwicklung der Gesellschaft. Nach langjähriger und erfolgreicher Tätigkeit für Aon scheidet Herald Berkovitch mit Jahresende aus der Geschäftsführung sämtlicher österreichischer Unternehmen des Aon Konzerns aus. Berkovitch wird dem Unternehmen weiterhin verbunden bleiben.

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HDI GERLING

ag. Gerhard Tomasitz wird per 1. Jänner die Leitung der Landesdirektion Burgenland übernehmen und so in seine Heimat und in seine frühere Wirkungsstätte zurückkehren. MiMich a el chael Sturmlechner, MBA, übernimmt die Stu rm Leitung des ungebundenen Vertriebes der Allianz Gruppe in Österreich. Er ist damit für rund ein Drittel des Geschäftsaufkommens der Allianz im Bereich Versicherungsmakler, Kooperationen und Sondervertriebswege verantwortlich. Sturmlechner startete seine Karriere innerhalb des Konzerns als Lehrling und war in verschiedenen Fachabteilungen tätig. Seit 2008 war er Leiter der Abteilung Kundengruppenmanagement-Firmenkunden tätig. Sein Credo: „Drei Faktoren sind für den Erfolg ausschlaggebend: höchste Qualität der Dienstleistung, Schnelligkeit in der Bearbeitung sowie die persönliche Beziehung – wenn möglich vor Ort.“ Sturmlechner ist gebürtiger St. Pöltner und wohnt in Mödling bei Wien. Er ist Vater von drei Kindern, und den Großteil seiner Freizeit widmet er seiner Familie.

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it 1. Jänner 2011 kommt Mag. Harald Londer neu in den Vorstand der ERGO Austria International AG. Mag. Karl Vosatka geht mit Ende 2010 in Pension. Mag. Londer startete seine Karriere bei der Grazer Wechselseitigen und war von 1993 bis Ende 2008 im UNIQA Konzern tätig. Mit April 2009 wurde er in den Vorstand der HYPO Versicherungs AG berufen. Mag. Harald Londer: „Meine gewonnenen Erkenntnisse künftig im Team der ERGO im Auslandsbereich einbringen zu können ist eine besonders spannende Herausforderung für mich. Zumal hier auf Grund der Intensivierung bestehender Märkte und weiterer Ausbaupläne der Auslandsaktivitäten besonders hohes Potential vorhanden ist.“ Londer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Vorstand der ERGO Austria International AG setzt sich künftig zusammen aus: Elisabeth Stadler (Vorstandsvorsitzende), Mag. Josef Adelmann, Mag. Ingo Lorenzoni, Dkfm. Josef Kreiterling und Mag. Harald Londer.

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Wechsel

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Vorstandsstrukturen

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KURZNACHRICHTEN

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ALLIANZ/DEUTSCHLAND

NORDEA

VCÖ

Verzinsung gesenkt

Bank des Jahres 2010

Analyse

Die Allianz Versicherung Deutschland senkt die laufende Verzinsung bei Lebensversicherungen von 4,3% auf 4,1%. Bereits 2009 wurde die Verzinsung um 0,2% gesenkt. Es betrifft aber nicht nur Lebensversicherungsprodukte sondern auch die Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherungen. Ob es Erhöhungen der Prämien gibt wurde nicht gemeldet. Aber auch andere Versicherer haben ihr Zinsniveau bereits angepaßt.

SLOWAKEI

Vignette Die Vignettenpreise für Autos bis 3,5 Tonnen steigen ab 1.1.2011. Die Kosten für die Jahresvignette betragen dann 50 Euro, für die Monatsvignette 14 Euro und die Wochenvignette wird 7 Euro kosten. Im Vergleich zu 2010 bedeutet dies eine Preissteigerung um 40,3%. Die Vignettenpflicht gilt auf ausgewählte Autobahn- und Schnellstraßenabschnitte und unmittelbar nach der Grenze. KFZ über 3,5 Tonnen brauchen eine „OBU – On Board Unit“, diese funktioniert ähnlich wie unsere „Go-Box“.

Stabiler Euro EZB Präsident Jean Claude Trichet sieht laut der jüngsten leichten Anstiege der Preise keine Inflationsgefahr und sieht im Euro eine genauso stabile Währung wie in der ehemaligen Deutschen Mark. Trichet laut Redetext: „Preisstabilität für diesen großen Währungsraum gesichert zu haben und sie allen Indikatoren entsprechend auch für die absehbare Zukunft gesichert zu wissen - das ist die entscheidende Errungenschaft der währungspolitischen Säule in der Wirtschafts- und Währungsunion.“ Die EZB wird angeblich noch lange warten, ehe sie an der Zinsschraube drehen wird, und beim Leitzins ist auch mit keiner Änderung zu rechnen.

Nordea ist „Bank des Jahres 2010“ in Dänemark, Schweden und Norwegen. Diese Auszeichnung erhielt das Institut vom Bankund Finanzmagazin „The Banker“. Jährlich zeichnet das Fachmagazin Banken für die beste Gesamtleistung in ihrem Land aus. „Die Auszeichnung als beste Bank in Schweden, Dänemark und Norwegen ist eine große Ehre. Die Experten von ‚The Banker’ haben von London aus eine unabhängige Sicht auf den Sektor und bewerten alle Banken in den verschiedenen Regionen und Ländern sehr sorgfältig“, sagt Christian Clausen, CEO von Nordea. Um die Auszeichnung bewarben sich in diesem Jahr mehr als 500 Geschäftsbanken. In die Bewertung flossen die Ergebnisse aus der Auswertung eines umfangreichen Fragebogens ein, mit dem die Experten von „The Banker“ Wertentwicklungszahlen erhoben und die strategische Entwicklung sowie Gesamtleistung der Banken bewerteten. Nordea erhielt bereits zum zweiten Mal in Folge die begehrte Auszeichnung als „Bank des Jahres“ in Dänemark und Norwegen. Die Gewinner des Jahres 2010 wurden am 2. Dezember in London bekannt gegeben. Das Bank- und Finanzmagazin „The Banker“ hat Leser in 150 Ländern und erscheint in der Financial-Times-Gruppe.

CHINA

Luxusmarke Die Modefirma Cerruti wurde an das chinesische Handelsunternehmen Trinity Limited verkauft. Das Unternehmen vertreibt in China europäische Luxusmarke, wird aber weiterhin das Stammhaus in Paris belassen. Das 1967 von Nino Cerruti gegründete Modelabel hat seit dem Jahr 2000 nun bereits den dritten Besitzerwechsel hinter sich.

Die neue VCÖ Analyse über Kinderunfälle im Straßenverkehr zeigt, dass 2010 im Vergleich zum Jahr 2009 die Zahl der tödlich verunglückten Kinder um ein Drittel gesunken ist. In der Analyse sieht man, dass die Zahl der Kinderunfälle seit dem Jahr 2005 um zehn Prozent gesunken ist, das erste Mal seit Bestehen der Unfallstatistik sind weniger als 3.000 Kinder verletzt worden. Rund 40% der Kinder verunglücken als Pkw-Insassen.

CHINA

Expansion in Euroländer China will neben den bereits gekauften Staatsanleihen von Griechenland und Portugal nun auch in Spanien investieren. Noch ist es nicht bestätigt, aber man spricht von einer Investitionssumme in Höhe von sechs Milliarden Euro. Die Chinesen sehen in der Eurokrise eine Chance, mit relativ wenig Einsatz große Gewinne für ihre staatlichen Industriekonzerne zu erzielen. Die Währungsreserven in Peking belaufen sich auf 2648 Billionen Dollar.

CHINA

Versicherungswelt Die chinesische Versicherungsaufsichtsbehörde kann für das Jahr 2010 sehr erfreuliche Daten veröffentlichen. Innerhalb der ersten elf Monate wurde ein Plus bei den Prämieneinnahmen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 von 31,6% verzeichnet. Die Versicherungsunternehmen konnten 2010 ihre Gewinne gegenüber dem Jahr 2009 um 25,1% steigern.


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BAWAG P.S.K.

Überschussbeteiligung

Das „Neue Chance” Konto

Die Dialog Versicherung bleibt auch 2011 unverändert bei einer Überschussbeteiligung von 4,3%. Die Ratingagentur Fitch und Moody‘s hat das Unternehmen als finanzstark geratet. Die Gesamtverzinsung liegt einschließlich Schlussüberschuss und ggf. Anteilen aus Bewertungsreserven zwischen 4,9 und 5,1%.

Rüdiger R. Burchardi, Vorstandsdirektor Dialog Lebensversicherung

ALLIANZ /CHINA

Einkaufstour Die Allianz kauft sich in China ein, bei der China Pacific Insurance hält der deutsche

Versicherungsriese nun 2,8% aller Aktien. Das Investment betrug eine Milliarde Dollar. Der chinesische Versicherungsmarkt wächst derzeit jährlich über 20% im Jahr. Obwohl der Versicherungsmarkt als außerordentlich schwierig gilt, will man das Engagement in China weiter ausbauen.

VIG

WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG

Mazedonien Die WINNER Life-Vienna Insurance Group Skopje hat durch die mazedonische Versicherungsaufsicht die Lebensversicherungskonzession erteilt bekommen. Der Vertrieb ist über die zur Erste Group gehörende Sparkasse Bank Makedonija AD Skopje geplant. Mit rund 2 Millionen Einwohnern ist Mazedonien einer der kleineren Märkte in der Region, weist im Versicherungsbereich jedoch hohe Entwicklungschancen aus. Die Versicherungsdichte (Prämien pro Kopf) beträgt rund 50 Euro und die Versicherungsdurchdringung (Anteil der Prämien am BIP in Prozent) 1,5 Prozent. Im Vergleich dazu weisen die EU-15-Staaten eine Versicherungsdichte von mehr als 2.500 Euro und eine Versicherungsdurchdringung von 8,7 Prozent auf.

Neue Website

Im Dezember präsentierte die Wiener Städtische Versicherung ihre neue Website: ein neuer moderner Auftritt, der eine übersichtliche Gliederung in die Bereiche Privat, Business und Service bietet. Zusätzlich zum neuen Design finden sich auch vertraute Elemente auf der Website: Die beliebten Charaktere der TV-Spots – die allein erziehende Mutter, ihre Tochter und der nette Nachbar – begleiten die BesucherInnen der Website durch die einzelnen Lebenswelten.

Bei der BAWAG P.S.K. gibt es ab sofort ein Konto das gegen Ausgrenzung und soziale Diskriminierung wirken soll. Ohne Zugangskriterien gibt es ein Konto auf Habenbasis, ohne Vermittlung über eine Schuldnerberatung oder ähnliche Institution. Auch steht jedem Kontonutzer das E-Banking zur Verfügung. Das Neue Chance Konto wurde im Juni 2010 für den TRIGOS nominiert.

WWK VERSICHERUNG

Beste Lebensversicherung Die WWK Lebensversicherung a.G. wurde von der Fachzeitschrift Focus Money in Zusammenarbeit mit der renommierten Ratingagentur Franke Bornberg mit dem Titel „Beste Lebensversicherer des Jahres 2010“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde in der Kategorie „Inländische Anbieter- Agentur- und Maklervertrieb“ vergeben.

ÖSTERREICH

Pensionen Das Budgetbegleitgesetz bestimmt, dass ab 2011 die Kosten für den Nachkauf von Schul- und Studienzeiten massiv ansteigen werden. Auf Anfrage der APA hat der Sprecher der Pensionsversicherungsanstalt Johannes Pundy mitgeteilt, dass nun ein echter Antragsboom auf die Nachkaufszeiten herrscht. Im Jahr 2009 wurden 14.000 Anträge gestellt, im Jahr 2010 bereits 31.000. Die Kosten sind für den Nachkauf bereits heuer massiv angestiegen, bis 31.12.2010 mussten für Schulzeiten 312,36 und Studienzeiten 624,74 Euro monatlich bezahlt werden, nun sind es jeweils 957,60 Euro. Eine weitere Belastung ist die bereits auch schon früher geltende Malusregelung, wo Zeiten, die erst nach dem 50 bzw. 55 Lebensjahr gekauft werden, nochmals teurer werden.

KURZNACHRICHTEN

DIALOG VERSICHERUNG


INTERVIEW

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WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG

Erfolgreich


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risControl: Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung, ein Meilenstein in Ihrer Karriere, was wollen sie noch erreichen? Lasshofer: Ich freue mich über die Position des Generaldirektors der Wiener Städtischen Versicherung. Was ich in meiner Karriere erreichen möchte ist, den erfolgreichen Weg der Wiener Städtischen weiterzuführen und auszubauen – dabei sehe ich mich als Bestandteil eines hervorragenden Teams. Wir sind das erfolgreichste Versicherungsunternehmen in Österreich – das wird auch unter meiner Führung so bleiben.

Lebensversicherung mit Expertise und zugleich für jeden verständlich nachzukommen – ebenso wichtig: sich in die Situation des Kunden hineinversetzen und über den Tellerrand blicken. Wesentlich daher: eine laufende Aus- und Weiterbildung, die wir in der Wiener Städtischen als Selbstverständlichkeit erachten.

risControl: Was wird es neues bei der Wiener Städtischen im Jahr 2011 geben?

risControl: Was wird die Ära Lasshofer in der Wiener Städtischen verändern? Lasshofer: Ich führe das Unternehmen mit dem Ziel der ständigen Weiterentwicklung. Wir müssen alles daran setzten, unter der obersten Prämisse „Kundenzufriedenheit“ unsere Produkte und unsere Beratungs- bzw. Serviceleistungen den Wünschen der KundInnen entsprechend laufend zu optimieren. Und nicht nur das, wir müssen „vordenken“, um zum ehest möglichen Zeitpunkt mit einem entsprechenden Angebot an unsere KundInnen heranzutreten. Wir haben daher heuer eine Innovationsoffensive im Produktbereich gestartet. Das Ergebnis ist eine Reihe von neuen Produkten sowohl für Privat- als auch für Businesskunden, die wir ab kommendem Jahr anbieten werden. risControl: Was macht einen erfolgreichen Versicherungsverkäufer aus? Lasshofer: Den Kundenbedarf zu erkennen, die bestmögliche Lösung anzubieten und diese im Sinne des Kunden umzusetzen. Kunden sind heute kritisch, was die Angebote betrifft. Wichtig ist es daher, die einzelnen Lösungen bis ins Detail zu kennen und dem Erklärungsbedarf zum Beispiel bei Produkten wie einer

Lasshofer: Nein, es steht immer die Qualität im Mittelpunkt. Es stimmt, dass wir in der Produktentwicklung schneller geworden sind und rascher agieren müssen. Dadurch leidet aber sich nicht die Qualität – es ist umgekehrt: die Qualität von Produktlösungen bzw. Produktbausteinen steigt. Sie werden in der Darstellung transparenter, in ihrer Flexibilität besser kombinierbar und in der Gestaltung treffen sie den Kundenbedarf punktgenau.

risControl: Wie sehen sie den Vermittlermarkt in 5 Jahren? Lasshofer: Neben einer top qualifizierten Vertriebsmannschaft aus dem Haus wird die Bedeutung des ungebundenen Vertriebs im Markt in Zukunft zunehmen. Wir setzen daher auf Qualität in der individuellen und persönlichen Betreuung, wie wir sie derzeit praktizieren und weiter ausbauen: Mit 100%-igem Engagement sind unsere Partnerbetreuerinnen und Partnerbetreuer in ganz Österreich bemüht, mit Fachund Lösungskompetenz den Ansprüchen des freien Vertriebs Rechnung zu tragen. In einem Gewerbe, das zu einem hohen Maß auf Vertrauen basiert, sind persönliche Kontakte das Um und Auf einer Beziehung. Ebenso steigen wird die Bedeutung des Bankenvertriebs – hier haben wir mit der Erste Bank den besten Partner an Bord. risControl: Der Markt verlangt immer rascher nach neuen Produkten, Quantität vor Qualität?

Lasshofer: Ein großer thematischer Schwerpunkt im kommenden Jahr ist die private Vorsorge. Der Bedarf nach finanzieller Absicherung der Zukunft machen Produkte wie die klassische Lebensversicherung oder die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge zu gefragten und langfristigen Vorsorgeelementen. Damit gibt die Wiener Städtische ihren KundInnen eine Antwort auf demographische Entwicklungen und bietet optimale private Ergänzungsprodukte. Insbesondere die Prämienpension vereint die Produktvorteile der Lebensversicherung mit einer attraktiven staatlichen Förderung in optimaler Weise. Daher wird sie ein Kernprodukt der Wiener Städtischen im Jahr 2011 darstellen. Ebenfalls im Kommen: Die vermehrte Nutzung neuer Technologien im Servicebereich für eine breitere „Kontaktbasis“ mit unseren KundInnen. Wir haben daher unsere Homepage unter dem Schwerpunkt „Serviceorientierung und Benutzfreundlichkeit“ modernisiert und bieten zum Beispiel das kostenlose mobile Schadenservice über APP, SMS-Unwetterwarnung oder Onlineversicherungsabschlüsse an. Fokus 2011 – Angebot neuer Produkte mit folgenden Schwerpunkten: Innovation, Vereinfachung, Kundenfreundlichkeit und Flexibilität sowohl bei den Privat-Versicherungen als auch den Business-Versicherungen.

INTERVIEW

Mag. Robert Lasshofer, einer der wohl bekanntesten Vertriebspersönlichkeiten der Branche ist nun seit August 2010 Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung. Dies ist ein großer Schritt auf seiner Karriereleiter und gleichzeitig ist er ein verlässlicher Wegbegleiter für eines der größten österreichischen Versicherungsunternehmen.


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INTERVIEW

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„Wollen auch im Service überzeugen“


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INTERVIEW

Mit einem ausdrücklichen Bekenntnis zur weiteren Optimierung im Service startet die VAV ins Jahr 2011. Dr. Peter Loisel, Vorstand für Vertrieb und Marketing, erläutert im Interview mit risControl, wo der Fokus der Maßnahmen liegen wird. risControl: Herr Doktor Loisel, die VAV hat in der letzten Zeit mehrere Projekte gestartet, um die Servicequalität zu steigern.. In welchen Bereichen hat es Ihrer Meinung nach die maßgeblichsten Verbesserungen gegeben? Dr. Loisel: Die VAV hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Bei den unabhängigen Vermittlern war allgemein bekannt, dass die VAV bei den Prämien sehr günstig

ist, aber im Service war die Sichtweise nicht so eindeutig. Da gab es die einen, die sehr gute Zusammenarbeit mit der VAV pflegten und aufgrund enger persönlicher Kontakte ihre Angelegenheiten geregelt bekamen. Bei manchen Vermittlern hatte jedoch die VAV das subjektive Image, angeblich kompliziert, nicht leicht erreichbar und bei Polizzierung sowie Schadenbearbeitung langsam zu sein. Seit 2008 wurden verstärkte Aktivitäten im Bereich Service gesetzt. Die Organisationsstruktur wurde gestrafft, Abteilungen und Teams wurden zusammengelegt, um mehr Effizienz zu erreichen und Produktivität besser messbar zu machen. Ein Beispiel: die Polizzierung wurde zentralisiert und weitgehend automatisiert. Jetzt können wir sagen, dass wir den Antragseingang tagesaktuell erledigen, sodass im Regelfall die Polizze binnen fünf Tagen beim Kunden ist. Parallel dazu wurde die vertriebliche Betreuung neu definiert und ausgeweitet: Im April 2010 wurde ein weiteres Service Team eingerichtet, sodass derzeit drei Teams im

Innendienst unsere Vertriebspartner servicieren. Sie agieren im Sinne von „one-faceto-the-customer“. Als namentlich bekannte Ansprechpartner sind sie zentrale Anlaufstelle für sämtliche Anliegen. Die Regionalleiter – bei der VAV nennen wir unsere Maklerbetreuer so – konzentrieren sich nun verstärkt um die Schulungen der Vertriebspartner und den Aufbau von engen, nachhaltigen Beziehungen vor Ort.

das ist neu – auch auf Vertragsebene im Vertriebspartner-Portal VAV PRO abrufbar. Mit diesem Service und den anderen Verbesserungen wollen wir unsere angestrebte Positionierung, als die Nummer Eins beim Makler zu gelten, schon bald erreichen.

risControl: Welche Verbesserungen sind seit Ihrem Eintritt bei der VAV im Mai 2010 vorgenommen worden? Dr. Loisel: Gleich nach meinem Eintritt in die VAV haben wir einige Handlungsfelder identifiziert und rasch Schritte eingeleitet. So verbesserten wir die telefonische Erreichbarkeit und verkürzten deutlich einige Entscheidungsprozesse im Vertrieb durch eine neue Kompetenzenregelung. Aber die vermutlich wichtigste Entwicklung der jüngsten Vergangenheit war die Optimierung des Schadenmanagements, welches mit April 2010 unter neue Leitung gestellt wurde. Seit dem vergangenen Sommer erreichen wir Service Levels, die als Benchmarks für die gesamte Branche gelten können. Inzwischen werden mehr als 95 Prozent aller Schadenmeldungen binnen einem Werktag angelegt und die Schadennummer wird noch am gleichen Tag per Mail dem Vertriebspartner gemeldet.. Ganz neu ist, dass wir in dem Info-Mail nach der Schadenanlage den Vertriebspartner auch darauf hinweisen, was die nächsten Schritte bei der Schadenregulierung sind (z.B.: Datum der Sachverständigenbegutachtung) und welche Schritte von seiner Seite erledigt werden müssen, damit die Leistung der VAV rasch erfolgt. Diese Informationen sind – und auch

Dr. Loisel: Für das Jahr 2011 haben wir uns ein Drei-Punkte-Programm vorgenommen, um den unabhängigen Vertrieb noch besser zu unterstützen. Den ersten Punkt, die Optimierung des Schadenmanagements, habe ich ja bereits angesprochen. 2011 werden wir daran arbeiten, die Verbesserungen nachhaltig zu verankern und konstant auf hohem Niveau zu halten. Punkt zwei: Den persönlichen Service ausbauen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, dass wir die Unterstützung unserer Vertriebspartner sowohl in der Zentrale in Wien als auch vor Ort weiter verbessern. Schon jetzt sind wir sehr gut aufgestellt, dank unserer langjährigen Mitarbeiter, die viele Vertriebspartner auch persönlich kennen. Wir wollen aber noch mehr Kompetenz in den Innendienst bringen und gleichzeitig unseren Maklerbetreuern Handlungsspielräume für die individuelle Betreuung in den Bundesländern geben. Im Jahr 2011 wird die Vertriebsmannschaft weiter aufgestockt. Unser drittes Handlungsfeld 2011 ist die Technologie. Auf unserer To-Do-Liste steht einerseits die Ausweitung des Automatisierungsgrades durch die Erstellung zusätzlicher Schnittstellen. Wir erreichen schon jetzt eine Quote von mehr als 50 Prozent bei den XML-Anträgen; dieser Anteil soll aber weiter gesteigert werden, da die Automatisierung nicht nur die Polizzierung verkürzt und die Schadenbearbeitung beschleunigt, sondern auch die Möglichkeit bietet, den Vermittler in Echtzeit zu informieren. Ein weiterer Fokus wird die Komplettierung der Online-Tarifrechner auf VAV PRO, unserem Vertriebspartner-Portal sein, sowie die Vereinfachung des KFZ-Tarifrechners.

risControl: Wo sehen Sie für 2011 noch Verbesserungsbedarf? Was haben Sie im Bereich Service geplant?


14 WISSENSCHAFT

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Aktives Schadenmanagement – Praktische Umsetzung bei den größten Versicherungsunternehmen in Österreich Mag. Bernhard Bayer und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien

Schadenmanagement findet im Spannungsfeld der drei Ziele (a) Kundenorientierung, (b) Schadenkostenverminderung und (c) Senkung der Bearbeitungskosten statt. Aktives Schadenmanagement umfasst Instru-mente zur Gestaltung der Prozesseffizienz, des Restitutions- und Ersatzmanagements (alternative Schadenregulierung), der Betrugsverminde-rung und der Assistance. Die Ergebnisse einer Befragung geben einen Einblick, in welchem Umfang solche Instrumente bei den größten Versicherungsunternehmen in Österreich in der Praxis eingesetzt und wie sie eingeschätzt werden.

1. Einleitung

I

m November 2010 wurde am „Institute for Finance, Banking and Insurance“1 der Wirtschaftsuniversität Wien eine Diplomarbeit von Bernhard Bayer unter der Betreuung von ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler abgeschlossen, die zum einen die theoretische Literatur und vorhandene Statistiken zum aktiven Schadenmanagement systematisch aufarbeitete, zum anderen der Frage nachging, inwieweit die theoretischen Möglichkei-ten des aktiven Schadenmanagements bei den großen Versicherungsunternehmen in Österreich realisiert sind, und auch, wie diese Möglichkeiten eingeschätzt werden.2 Für eine Expertenbefragung wurden hierfür die fünf Versicherungsunternehmen mit dem prämienmäßig größten Marktanteil in der Schaden-/Unfall-Versicherung im Jahr 2009 ausgewählt. Es waren dies die Generali Versicherung AG, die Wiener Städtische Versi-cherung AG (Vienna Insurance Group), die UNIQA Sachversicherung AG, die Allianz Elementar Versicherung-AG und die DONAU Versicherung AG (Vienna Insurance Group). Die fünf Gesprächspartner waren zum Teil Schadenmanager in leitenden Funk-tionen und zum Teil Schadenreferenten im operativen Bereich. Die Befragungen fanden im Zeitraum von Juni bis August 2010 anhand eines Fragebogens statt. Die Auswertung erfolgte anonym (hinsichtlich Personen und Unternehmen). Im Folgenden werden

aus-gewählte Ergebnisse aus dieser Diplomarbeit vorgestellt.3

2. Bewältigung der Zielkonflikte: Einschätzungen und Umsetzungen Auf die offene Frage, wie die Unternehmen die Zielkonkurrenz von Senkung der Bearbeitungskosten, Verbesserung des Kundennutzens und Verminderung des Schadenaufwands bewältigen, wurde von allen Experten der Themenkreis Prozesseffizienz mit vielen seiner Facetten als wichtigste Lösung angesprochen. Zum einen gaben zwei der fünf befragten Experten an, dass ihre Versicherungsunternehmen in den letzten Jahren die Schadenbearbeitungskapazitäten zentralisierten. Weiters wurde auf die Bedeutung der Schadensegmentierung und der digitalen Systeme zur Unterstützung der Scha-denbearbeitung hingewiesen. Außerdem wiesen die Schadenmanager und Schadenre-ferenten auf den Faktor Zeit hin und auf die enorme Bedeutsamkeit der Geschwindig-keit der Schadenregulierung für das aktive Schadenmanagement. Ferner wurde von allen Experten ausdrücklich auf die Relevanz der Kundenkommunikation und der Erreichbarkeit hingewiesen. Alle befragten Versicherungen bieten eine 24-Stunden-Schadenhotline. Darüber hinaus ergibt sich eine Verbesserung des Kundennutzens durch mehrere Kommunikationskanäle. Ein weiterer Aspekt der Kundenkommunikation, der die Kunden-

1 In diesem Großinstitut ist zu Beginn des Jahres 2010 zusammen mit anderen Instituten das „Institute for Risk Management and Insurance“ (davor „Institut für Versicherungswirtschaft“) aufgegangen. 2 Vgl. Bayer, Bernhard: Aktives Schadenmanagement in der Versicherungswirtschaft: Lösungsansätze für den Zielkonflikt zwischen Kundenzufriedenheit und Schaden- sowie Prozesskostenreduktion - Eine empirische Erhebung bei den fünf prämienmäßig größten Versicherungsunternehmen in Österreich, Diplomarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, 2010. 3 Die Diplomarbeit wurde vom Diplomanden hinsichtlich Themenwahl, Konzeption und Ausführung weitgehend eigenständig erstellt. Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat der Diplomarbeitsbetreuer besorgt (unter Verwendung von Darstellungen und Textteilen der Diplomarbeit). Für die Richtigkeit der Daten und Auswertungsergebnisse sowie die Ergebniskommentare ist ausschließlich der Diplomand verantwortlich.


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3. Kostenoptimierung versus Kundenzufriedenheit? Es waren sich alle Experten einig, dass die ständig laufende Kostenoptimierung die Kundenzufriedenheit nicht einschränken darf und man dies bestmöglich und ausgewo-gen managen muss. Drei Experten sehen im Moment keine Gefahr einer solchen Beein-trächtigung in ihren jeweiligen Versicherungen. Sie sind der Meinung, dass die Kunden von den Kosteneinsparungen nichts mitbekommen. Die anderen beiden Experten sahen hier sehr wohl ein Spannungsfeld, und konnten konkrete Beispiele nennen. So gibt es in einer Versicherung gerade eine EDV-Umstellung, welche zur Prozesseffizienz und so zur Ko-

Sehr Nicht so Wichtig unwichtig wichtig wichtig Schnellere Schadenregulierung

4

1

5

Outsourcing von Geschäftsprozessen

1

4

Restitutions- und Ersatzmanagement

2

2

Betrugsverminderung

3

2

Assistanceleistungen anbieten

2

1

Summe der Nennungen

5 1

5 5

2

5

Abbildung 1: Wichtigkeit bestimmter Maßnahmen nach Einschätzung der fünf befragten Experten (Anzahl der Nennungen) befragten Versicherungsunternehmen angeboten werden und die das Schadenaus-maß an Sachschäden vermindern, da die Kunden dieses Dienstes die Möglichkeit haben, sich auf das Naturereignis passend vorzubereiten (Fenster, Türen schließen, PKWs in die Garage stellen, …). Dieses Frühwarnsystem wird von den Kunden sehr gut ange-nommen. Wie die Wichtigkeit bestimmter Maßnahmen zur Lösung des Zielkonflikts zwischen Kostenoptimierung und Kundenorientierung eingeschätzt wurde, zeigt die Abbildung 1.4 Diese fünf Maßnahmen werden nach Aussage der Experten von allen fünf Unternehmen angewandt. Jeder der Experten meinte aber, dass Outsourcing von Geschäftsprozessen bei Nebentätigkeiten vorkommt, aber sonst eine eher untergeordnete Rolle spielt.

stenoptimierung beitragen soll. Da aber diese Maßnahme noch nicht reibungslos funktioniert dauert es zurzeit länger, den Akt zu bearbeiten. Das führt zu längerer Scha-denbearbeitung, was für die Kundenzufriedenheit nicht zuträglich ist. Ein weiteres Beispiel zur Kostenoptimierung, welche die Kundenzufriedenheit beeinflusst, geht vom Personalmanagement aus. Der Experte sieht ein generelles Problem darin, dass Akade-miker als Schadenreferenten angeworben werden, das Gehaltsniveau aber niedrig ist. Dadurch kommt es zu einer hohen Fluktuationsrate, wodurch die Gefahr einer Falsch-bearbeitung steigt. Des Weiteren wird oft zu wenig Geld für die Weiterbildung zur Verfügung gestellt, sodass manche Schadenreferenten nicht über das nötige Know-how verfügen. Ferner wird

in Versicherungsunternehmen das Thema Geschwindigkeit der Schadenregulierung als Bewertungskriterium für Schadenreferenten herangezogen. Es wird oft nach der Stückzahl der bearbeiteten Akten bewertet und nicht nach der Quali-tät.

4. Prozesseffizienz 4.1. Zeit zwischen Schaden und Eingang der Schadenmeldung Alle Experten waren sich bei der Beantwortung dieser Frage einig, dass es von großer Wichtigkeit ist, die Kunden zur schnellst machbaren Meldung des Schadens zu bewe-gen. Einerseits, damit der entstandene Schaden nicht noch an Ausmaß zulegt, anderer-seits um die Kontrolle des Schadenbearbeitungsprozesses so rasch wie möglich in die Hände der Versicherung zu bekommen. Die beste Maßnahme das zu bewerkstelligen, ist, dem Kunden eine Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten zu bieten, um den Schaden zu melden. Daher werden nicht mehr nur die klassischen Schadenmeldewege Telefon, E-Mail, Post oder Fax, sondern auch Onlineschadenmeldungen über die Homepages der Versicherer von allen befragten Versicherungsunternehmen angeboten. Es wurde von einem Experten darauf hingewiesen, dass diese Form der Schadenmel-dung immer mehr Akzeptanz erfährt und in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Außerdem bietet ein befragtes Versicherungsunternehmen seit Anfang Mai 2010, eine weitere Neuheit an. Mit einer Applikation für Smartphones wie das iphone oder dem Blackberry können Kunden nach einem KfzUnfall direkt vor Ort eine Schadenmeldung mit Unfallbericht via E-Mail an die Versicherung schicken. Weiters können Fotos vom Unfall beigefügt werden. 4.2. Digitale steme

Dokumentenverwaltungssy-

Alle fünf Experten bestätigten das Vorhandensein eines Workflow-Managementsystems in ihren Versicherungsunternehmen, welches es ermöglicht, dass die Schadenakte von allen Bearbeitern jederzeit eingesehen und entsprechend der Kompetenz auch bearbeitet werden kann.

4 Als andere sehr wichtige Maßnahmen wurden die generelle Optimierung von Prozessen sowie Präventionsmaßnahmen genannt, die gleichzeitig einen Kundennutzen stiften.

WISSENSCHAFT

zufriedenheit erhöhen soll, wurde von zwei Experten angesprochen: Um die Versicherungskunden laufend zu informieren, senden der Vertrieb, die Vermittler und Makler eine Pushmail mit dem jeweiligen Stand des Schadenaktes an die Kunden. Zweitens wurden die Themen Assistance und Naturalrestitution angeführt. Vor allem wurde Bezug genommen auf Partnernetzwerke; sowohl mit Sachverständigen, als auch mit Professionisten. Wenngleich auch nicht zum Schadenmanagement sondern zur Schadenprävention gehö-rend, soll nicht unerwähnt bleiben, dass ein gutes Beispiel für kundengerechten, schadenreduzierenden Service punktgenaue Unwetterwarnungen per SMS sind, die von drei


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Betriebliche Altersvorsorge: Nach wie vor Stillstand zum Thema Pensionskassengesetznovelle Kaum wo in Europa ist die zweite Säule des Pensionssystems, die betriebliche Altersvorsorge, schwächer als in Österreich. Eine Expertenkommission, einberufen schon Anfang des Jahres 2009, sollte den Weg für die höchst dringende Sanierung des österreichischen Pensionskassengesetzes bereiten. Ziel war, moderne Strukturen und Rechtssicherheit für zentrale Themen wie Mindestertrag, Risikomanagement oder steuerliche Anreize für Neueinsteiger zu schaffen. Außer Ankündigungen ist seither aber wenig passiert.

D

er schon oft angekündigte finale Gesetzesentwurf liegt bis heute nicht vor. Experten sehen nicht nur die Gefahr, dass die zweite Säule in Österreich kippt. Der lange Stillstand und das begleitende Herumlavieren ist Gift für das gesamte betriebliche Vorsorgesystem. Nicht nachvollziehbar ist, dass Zwischenrufe von einzelnen Interessensgruppen – Stichwort Kapitalabfindung bzw. Pauschalbesteuerung für Pensionsbezieher – zum Erlahmen der gesamten Diskussion über die Novelle führten. Damit verhindern einseitige Forderungen die längst notwendige Reform.

Reformbedarf in vielen Bereichen Änderungen besonders in folgenden Punkten sind aus Expertensicht essentiell für den Fortbestand der betrieblichen Altersvorsorge in Österreich: Garantien Pensionskassen sind nicht auf Garantieprodukte ausgerichtet. Mit der betrieblichen Kol-

lektivversicherung (BKV) gibt es bereits ein Produkt am Markt, das eine Garantie bietet. Dieses Produkt wird von den Arbeitgebern aber kaum angenommen. Die angedachte Einführung von Garantien, auch bei den Pensionskassen, bringt für die Anleger keine Vorteile. Einerseits haben die Pensionskassen keine Erfahrung mit dem Thema Garantie, andererseits ist es das Bedürfnis der Pensionskassen, Kostentransparenz anzubieten. Jeder einzelne Mitarbeiter sollte im Rahmen der Novelle die Möglichkeit haben, zu bestimmten Stichtagen von der Pensionskasse in die betriebliche Kollektivversicherung zu wechseln. Es ist also keinesfalls nachvollziehbar, warum jetzt die Pensionskasse auch zu einem Garantieinstrument mutieren soll, zumal es schon ein Garantieinstrument am Markt gibt. Senkung des Rechnungszinses für Neueintritte in alte Verträge Derzeit werden Neueintritten nicht mehr marktkonforme Parameter zugrunde gelegt. Jeder einzelne Neueintritt in einem Altvertrag (Rechnungszins von 5 Prozent oder höher)

begibt sich derzeit in ein Vertragverhältnis, dem unrealistische Parameter zu Grunde liegen. Für jeden neuen Mitarbeiter, der jetzt in einen Altvertrag aufgenommen wird, ist das Ärgernis einer Pensionskürzung vorprogrammiert. Die automatische Senkung des Rechnungszinses für Neueintritte in Altverträgen ist einer der wesentlichsten Punkte, die durch das Hinauszögern der Novelle nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Um dem Entgegen zu wirken, können aber Arbeitgeber mit Höchstzinsverträgen auch ohne Novelle eine Änderung des Pensionskassenvertrages festlegen, um sich für die Zukunft selbst abzusichern. Flexibilisierung der Veranlagung Erlaubt werden sollten mehrere Veranlagungsstrategien je Veranlagungs- und Risikogemeinschaft (VRG) analog zu den Lebensphasen der Veranlagten sowie die Wahlmöglichkeit der Veranlagungsstrategie je nach individueller Risikoeinschätzung. Also mehr Risiko für junge, mehr Sicherheit für ältere Pensionskassenkunden. Abgerechnet wird die Performance im eigenen Ver-


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Einzahlung in die Pensionskasse zu versteuern sind. Sinnvoll wäre eine Einzahlung aus dem Brutto analog zu den Arbeitgeberbeiträgen. Hier gibt es bereits Vorschläge aus anderen europäischen Ländern, aber auch von Vertretern der Pensionskassen. Leider wurde dieses Thema im Rahmen der Diskussion über die Novelle bis dato nie vertieft.

Mag. Michaela Plank, Mercer Austria Gmbh anlagungskreis. Diese Performance wird im zweiten Schritt übernommen, um die Ergebnisverwendung in der VRG zu vollziehen, das heißt die Ergebnisverwendung basiert dann wieder am kollektiven Ansatz der gesamten VRG. Andere Länder leben diese Flexibilität bereits vor, bei uns in Österreich wird die Umsetzung aber eher als problematisch gesehen.

trollmechanismen (etwa durch die Österreichische Kontrollbank im Rahmen der Performanceberechnung) und die Darstellung von transparenten Kostenstrukturen. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung vollkommener Transparenz ist der Ausweis der Management Fees sprich die Höhe der Gebühren, die in den Fonds anfallen. Eine Maximalregelung dafür sollte in Abstimmung mit der Pensionskasse im Pensionskassenvertrag festgelegt werden.

Mehr Entscheidungsspielraum Dem Einzelnen soll die Möglichkeit eingeräumt werden, nach persönlicher Risikoeinschätzung die Wahl des Altersvorsorgeinstruments (Pensionskasse oder BKV) selbst zu treffen. Hier gilt es aber zu beachten, dass für mehr Entscheidungsfreiheit auch eine gewisse Portion an Information notwendig ist. Je mehr Entscheidungen auf Einzelbasis zu treffen sind, desto mehr Transparenz und Unterstützung muss seitens der Pensionskasse kommen.

Flexiblere Gestaltung von Arbeitgeberbeiträgen – Gehaltsumwandlungsmodelle Es fehlt die Möglichkeit der flexiblen Beitragsgestaltung und Umwandlung von Prämien und Gehältern in Pensionskassenbeiträge. Als erfolgreiches Vorbild sollte das als „Deferred Compensation“ bezeichnete Modell in Deutschland dienen. In Österreich können lediglich EUR 300,- umgewandelt werden, in Deutschland liegt das Limit bei rund EUR 4.000,-

Mehr Transparenz Je höher die Kosten der Veranlagung (Management Fee) sind, desto belastender ist dies für die Performance. Es fehlen präzise Kon-

Begünstige Besteuerung von Arbeitnehmerbeiträgen Es trägt nicht zur Stärkung der zweiten Säule bei, wenn Arbeitnehmerbeiträge vor der

Österreich liegt bei der Verbreitung der BAV im Europavergleich am hintersten Ende. Mit der Verschleppung der Novelle wird die weitere Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge nun auch noch verhindert. Unternehmen, die eine neue Pensionskassenlösung geplant haben warten derzeit ab, bis ein neues Gesetz definiert wurde. Wir rechnen – wenn überhaupt – nicht erst heuer mit dessen Inkrafttreten. Somit werden insgesamt zwei Jahre vergeudet, die gerade in Krisenzeiten sehr wichtig zur Stärkung der zweiten Säule gewesen wären. Zusätzlich werden neu Veranlagten noch Verträge angeboten, deren Parameter lange nicht mehr der Marktüblichkeit entsprechen. Die Regierung soll endlich langfristig stabile Rahmenbedingungen schaffen, so die einhellige Expertenmeinung. Es bedarf einer raschen, inhaltlich repräsentativen Reform, die positive Impulse für die einzelnen Arbeitgeber bringt und das österreichische Pensionskassensystem nachhaltig stark und attraktiv macht. Mag. Michaela Plank, Mercer Austria Gmbh

ÜBER MERCER (WWW.MERCER.COM) Mercer zählt mit über 18.000 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern zu den führenden globalen Anbietern von Dienstleistungen in den Bereichen Consulting, Outsourcing und Investments. Mercer (Austria) GmbH ist für österreichische Konzerne das Portal in die weltweit führende Human Ressource-Beratung von Mercer. Die Experten vor Ort verbinden globale Expertise mit effektiver Unterstützung bei allen landesspezifischen Fragen und Chancen und Länder- bzw. marktspezifische Beratungsleistungen auf der Grundlage von vernetztem Knowhow.


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Emmett Studie „BVK 2010“ – fair-finance erstmals dabei und gleich an der Spitze Interview mit Dr. Roger Emmett über das Ranking der Betrieblichen Vorsorgekassen risControl: Sehr geehrter Herr Dr. Emmett, Sie haben vor wenigen Wochen Ihre jährliche Studie über die Betrieblichen Vorsorgekassen fertiggestellt. Wie geht es dieser wachsenden Branche? Dr. Emmett: Mit Ende des Jahres 2009 konnten mehr als 4,9 Mio. Konten von Anwartschaftsberechtigten im System der Abfertigung neu gezählt werden. Davon verfügten 2 Mio. über eine aktive, aufrechte Anwartschaftszeit. Das Gesamtvermögen aller Kassen betrug Ende 2009 EUR 2,8 Mrd. und stieg somit um 33% gegenüber dem Vorjahr. Den laufenden Beitragszahlungen von EUR 786 Mio. standen EUR 194 Mio. an Auszahlungen gegenüber. Also wir sprechen von einer bedeutenden Branche. Mittlerweile sind über die Hälfte aller Erwerbstätigen Österreichs im System der Abfertigung Neu. risControl: Für die Kunden sind aber weniger diese Bestandskennzahlen relevant. Die Kunden wollen wissen, wie sich die eingezahlten Beiträge verzinsen und welche Kasse die Beste ist. Beantwortet Ihre Studie diese Fragen? Dr. Emmett: Ja, natürlich. Ich ermittle anhand der fünf Beurteilungskriterien Sicherheit, Veranlagung, Kosten, Nachhaltigkeit und Service die beste Kasse und nehme eine Reihung der Anbieter vor. In der Studie sind auch alle relevanten Daten zu den Anbietern dargestellt, so dass sich jeder Leser selbst ein Bild machen kann und durch eine Änderung

der Kriteriengewichtung zu einem individuellen Ergebnis kommen kann. Übrigens gerade hinsichtlich des Kriteriums der Veranlagungsperformance gibt es doch signifikante Unterschiede zwischen den Anbietern. Man kann aber sagen, dass die durchschnittliche Wertentwicklung etwa bei 3% p.a. liegt. risControl: Wie sieht denn jetzt das Ranking der Anbieter an? Dr. Emmett: Wenn wir uns kurz die einzelnen Kriterien ansehen, dann gibt es in für jedes Kriterium einen anderen Gewinner. Die höchste Eigenkapitalquote hat die Victoria Volksbanken Vorsorgekasse. Am stärksten gewichtet wird aber das Kriterium Veranla-

gung. Gewinner in diesem Kriterium ist die VBV. Erstmals in die Bewertung aufgenommen wurde das Angebot einer Zinsgarantie, welche ausschließlich von fair-finance angeboten wird. fair-finance ist auch hinsichtlich der Kosten der günstigste Anbieter. Hinsichtlich dem Kriterium Nachhaltigkeit erhalten sieben von zehn Kassen die volle Punktanzahl. Hinsichtlich Service ist BONUS vor VBV erstgereiht. Überraschend für mich ist aber doch das Gesamtergebnis. Denn die neue fair-finance Vorsorgekasse führt bereits im ersten Jahr ihres Bestehens die Reihung der Anbieter an. Die zuletzt führende VBV wird auf den zweiten Platz und BONUS auf den dritten Platz verdrängt. Siemens bleibt Schlusslicht.


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BAV

Ergebnis der Studie BVK 2010 von Dr. Roger Emmett

damit meine ich die Selbständigen und die Entscheider in den größeren Unternehmen, werden sich zunehmend der Frage stellen, ob denn die richtige betriebliche Vorsorgekasse ausgewählt wurde oder ob die Kasse gewechselt werden soll. Punkten wird hier neben dem bisherigen Marktführer VBV vor allem die fair-finance Vorsorgekasse. Ich würde erwarten, dass fair-finance relativ rasch einen achtenswerten Marktanteil erreichen wird. risControl: Mit welchen Veranlagungsergebnissen können die Kunden für 2010 und 2011 rechnen?

Vergleich der Abweichungen vom Durchschnitt Ergebnisse der Studien 2006 bis 2010

Dr. Emmett: Ich erwarte ein Jahresergebnis 2010 in Höhe des langjährigen Durchschnitts von etwa 3%. Allerdings wird die Bandbreite der Anbieter wiederum relativ groß sein. Das Jahre 2010 war sicherlich nicht leicht und geprägt von Währungsbewegungen und den drohenden Kursverlusten im Anleihenbereich. Letztendlich haben sich aber sowohl Aktien als auch Anleihen durchaus erfreulich entwickelt. Für 2011 kann ich eigentlich keine Prognose abgeben. Erfreulicherweise sind die Portfolios der Anbieter gut diversifiziert und vorbereitet auf steigende Zinsen. Ich erwarte aber eher ein moderates Jahr. Eine Zinsgarantie, wie sie von fair-finance auch für 2011 in Höhe von 2,25% geboten wird, stellt sicherlich einen besonderen Mehrwert dar. risControl: Abschließend noch eine Frage. Wo oder wie ist Ihre Studie erhältlich?

risControl: Wie verhält sich das Ergebnis mit den Ergebnissen der letzten Jahre? Dr. Emmett: Mit Ausnahme der neuen fairfinance Vorsorgekasse, die erstmalig teilgenommen hat, zeigen die Ergebnisse der letzten fünf Studien ein sehr deutliches und aussagekräftiges Bild. Die Analyse der Abweichungen vom Durchschnitt nach Punkten aus den Bewertungen der Studien 2006 bis 2010 teilt die neun Anbieter in drei Gruppen. Zur ersten Gruppe zählt neben den zwei bisher führenden Anbietern BONUS und VBV nunmehr auch die fair-finance Vorsorgekasse. Die zweite Gruppe stellt das Mittelfeld dar. BUAK, NÖVK, BAWAG und Valida zeigen regelmäßig Bewertungsergebnisse nahe dem Durchschnittswert. Die Bewertungen dieser Anbieter liegen nahe beisammen, so dass

die Plätze im Mittelfeld in den letzten Jahren mehrmals getauscht wurden. Die hinteren Plätze belegen Siemens, VVVK und APK. Diese Anbieter bilden die dritte Gruppe. Siemens fällt zudem vor allem durch volatile Veranlagungsergebnisse und die höchsten Verwaltungskosten auf laufende Beiträge auf. Die APK liegt mit der größten durchschnittlichen Abweichung vom Durchschnitt im Vergleich über fünf Jahre an letzter Stelle. risControl: Welche Konsequenzen sehen Sie aus dem Ergebnis Ihrer Studie? Dr. Emmett: Nun, man darf eine Studie nicht überschätzen. Aber die zugrundeliegenden Fakten werden doch in den nächsten Jahren zu einer Veränderung führen. Die Kunden, und

Dr. Emmett: Die Studie kann kostenfrei von meiner homepage www.emmett.at heruntergeladen werden. risControl: Sehr geehrte Herr Dr. Emmett, vielen Dank für das Gespräch.

Dr. Emmett ist gerichtlich beeideter Sachverständiger für betriebliche Vorsorgeeinrichtungen und betriebliches Pensionswesen mit dem Spezialgebiet Pensions- und Betriebliche Vorsorgekassen. Er berät Unternehmen bei allen Fragen der betrieblichen Altersvorsorge. Seit dem Jahr 2006 erstellt Herr Dr. Emmett jährlich eine Studie über die Betrieblichen Vorsorgekassen in Österreich.


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Aufgabe von Briefen Dr. Ingo Kapsch ist Absolvent der Universität Graz mit Studienaufenthalten an der Universität Utrecht (Niederlande) und der Rutgers University School of Law, Camden (New Jersey). Der Schwerpunkt seiner anwaltlichen Tätigkeit liegt auf dem Gebiet des Gesellschafts- und Unternehmensrechtes sowie in komplexen Zivilverfahren, insbesondere in den Bereichen Gesellschaftsrecht und Anlageberaterhaftung. Er ist Fachvortragender und Autor zahlreicher Publikationen. Kanzlei HLMK Hochedlinger Luschin Marenzi Kapsch Rechtsanwälte GmbH Gonzagagasse 19 1010 Wien

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ereits vor Jahrzehnten hatte der OGH – in einer zwischenzeitig „legendären“ Entscheidung – festgehalten, dass auf die österreichische Post kein 100%-iger Verlass ist: Bei nicht eingeschriebenen Briefsendungen hat das Ankommen eines Briefes derjenige zu beweisen, der dies behauptet. Bei eingeschriebenen Briefsendungen war indes – seinerzeit – die Rechtsauffassung des OGH noch die, dass das Aufgeben eines Briefes keineswegs seine „Aufgabe“ bedeutet: „Es gibt keinen Rechtssatz, dass bei bewiesenem Absenden eines – nicht eingeschrie-

benen – Briefes mit der Post der Zugang beim Adressaten zu vermuten wäre. Trotz der Verlässlichkeit der Briefbeförderung durch die Österreichische Post kann es hin und wieder zu Verlusten nicht eingeschriebener Sendungen kommen.“ (OGH 18.10.1983, 4 Ob 583/83). Diese Rechtsansicht (in puncto „Verlässlichkeit bei Einschreiben“) teilt der OGH jedoch heute nicht mehr.

Aufgabe eines „Einschreibens“ beweist nicht den Zugang Zuverlässigkeit der Österreichischen Post lt OGH ist offenbar nicht mehr so wie früher der Fall. Da rechtsgeschäftliche Erklärungen die Funktion haben, einem anderen etwas bekannt zu geben, legt § 862a ABGB die Empfangstheorie fest: Empfangsbedürftige Willenserklärungen, wie etwa die Kündigung eines Vertrags, rufen erst dann rechtliche Wirkungen hervor, wenn sie in die Sphäre des Adressaten gelangt sind. OGH 30.6.2010, 3 Ob 69/10h Zum Beweis dafür, dass eine empfangsbedürftige schriftliche Willenserklärung auch tatsächlich beim Empfänger angekommen ist, wurde von der Rechtssprechung über Jahrzehnte die Aufgabe eines Briefs mittels „Einschreibens“ für ausreichend angesehen.

Von dieser Judikatur ist der OGH jüngst mit Entscheidung 3 Ob 69/10h abgegangen. Der OGH sprach aus, dass nach allgemeinen Grundsätzen jede Partei die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Tatsachen zu beweisen hat. Nach dem derzeit noch in Geltung stehenden § 2 Z 9 PostG stellt das „Einschreiben“ lediglich eine entgeltpflichtige Sonderbehandlung einer Postsendung dar, mit der diese durch den Dienstanbieter pauschal gegen Verlust, Entwendung oder Beschädigung versichert wird. Damit darüber hinaus vor Gericht der Zugang eines Schreibens bewiesen werden kann, muss die entgeltpflichtige Zusatzleistung „TuT für Einschreiben“ oder die Zusatzleistung „Eigenhändig“ oder „Rückschein“ gewählt werden. Aufgrund dieser Rechtssprechungsänderung ist nunmehr anzuraten, dass Sendungen, bei denen der Absender den Zugang an den Empfänger beweisen muss, nicht mehr als bloßes „Einschreiben“, sondern mit der Zusatzleistung „Rückschein“ zur Post gegeben werden, weil nur in diesem Fall auch tatsächlich bewiesen werden kann, dass der Brief vom Empfänger entgegengenommen wurde. Ansonsten kann man vor Gericht nur allzu leicht in Beweisnotstand gelangen, wenn das Gegenüber behauptet, die Sendung niemals erhalten zu haben.


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KOMMENTAR

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FINANZEN

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FINANZEN

GENERALI VERSICHERUNG

Geldstudie Die Generali Geldstudie 2011 zeigt, dass wir Österreicher und Österreicherinnen die Wirtschaftskrise der Vergangenheit zuordnen, aber überzeugt sind, dass der Staat uns mehr zur Kassa bitten wird.

I

n der repräsentativen Studie wurde erhoben, wofür heuer mehr oder weniger Geld ausgegeben werden soll. Mehrausgaben planen die Österreicher vor allem bei Urlaub, Wohnen und Sport. 19% wollen sich im neuen Jahr einen teureren Urlaub leisten, 18% haben höhere Ausgaben für ihre vier Wände vor, und 17% wird Wellness/Sport mehr wert sein. In allen drei Bereichen sind die Männer zum Teil deutlich spendabler als Frauen, die jeweils nur um 17% mehr Geld ausgeben wollen. Anders die Männer: Stolze 23% - also fast ein Viertel – der Männer wollen sich den Urlaub mehr kosten lassen, beim Wohnen sind es 20% und bei Wohlbefinden/Sport 18%. Frauen ist ihre Aus- und Weiterbildung ein besonderes Anliegen: Während 15% der Frauen dafür Mehrausgaben planen, sind es bei Männern lediglich 10%. Auch bei der Gesundheitsvorsorge dominieren die Frauen über die Männer: 12% der Frauen haben angekündigt, mehr für ihre Gesundheit aufzuwenden, bei Männern ist das Interesse mit 9% Mehrausgaben deutlich schwächer ausgeprägt. Das Auto ist freilich männlich: Mit 14% sind doppelt so viele Männer als Frauen bereit, in ihren fahrbaren Untersatz bzw. in ihre Mobilität 2011 mehr zu investieren als im nun zu Ende gegangenen Jahr. Einig sind sich die Geschlechter freilich, was den Fiskus anlangt: Jeweils 10% rechnen für das neue Jahr mit einer höheren Steuerbelastung – das Sparbudget der Bundesregierung schlägt hier stark durch. Denn im Vorjahr war die Erwartung höherer Steuern mit 4% sehr niedrig.

Insgesamt sind die Österreicherinnen und Österreicher im Umgang mit ihrem Geld wenig experimentierfreudig, sondern sehr konstant. Dies gilt nicht zuletzt auch für ihre persönliche Vorsorge. So planen 90%, für die Altersvorsorge 2011 gleich viel Geld zur Verfügung zu stellen wie 2010, 87% für die private Gesundheitsvorsorge und ebenfalls 87% für die Pflegevorsorge. Bei den jungen Österreicherinnen und Österreichern sitzt das Geldbörserl markant lockerer als bei ihren älteren Mitbürgern. Jeweils 26% wollen für Urlaub und Wohnen mehr ausgeben, während es bei der Gesamtbevölkerung mit 19% bzw. 18% deutlich weniger sind. Sehr groß auch die Differenz bei

Wohlbefinden/Sport: Ein Viertel der unter 30-Jährigen plant dafür Mehrausgaben – unter den Befragten aller Altersgruppen sind es 17%. Für Freizeit/Hobbys rechnen mit 20% fast doppelt so viele junge Menschen mit höheren Aufwendungen als die Gesamtbevölkerung. Allerdings: Auch die Spargesinnung ist bei den jungen Österreichern in hohem Maße vorhanden: 23% wollen 2011 für spätere Zeiten mehr Geld zur Seite legen als heuer (Gesamtbevölkerung: 13%). Überdurchschnittlich hoch stehen bei den unter 30-Jährigen – wenig überraschend auch die Themen Aus- und Weiterbildung sowie Auto/Mobilität und Mode/Bekleidung im Kurs.


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ALLIANZ VERSICHERUNG

Wirtschaftswachstum Prof.Dr. Michael Heise

Versicherungswirtschaft als Stabilisator und Konjunkturmotor

P

rof. Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, sieht für das nächste Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandproduktes von 1,8%. „Die Wirtschaftsleistung wird bereits im Verlauf des Jahres 2011 auf Vorkrisenniveau liegen. Damit gehört Österreich zu den Euro-Ländern mit einem soliden Wirtschaftswachstum“, so Heise. In einer Studie zur Ausgewogenheit des Wachstums innerhalb der Währungsunion, gemessen anhand von Verschuldungs-, Wettbewerbsfähigkeits- und Arbeitsmarktindikatoren, belegt Österreich im Jahr 2010 gleich nach Deutschland den zweiten Platz.

Am Fundament für nachhaltiges Wirtschaftswachstum könne die Versicherungswirtschaft besonders mitwirken: „Die aktuelle Relation zwischen staatlicher und privater Vorsorge liegt bei 90 zu 10. Wenn wir in die Zukunft blicken, sehen wir, dass es in Österreich immer noch starken Nachholbedarf und damit Chance auf Wachstum gibt“, erklärte Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. 65 Milliarden Euro – das sind 15 Prozent des Gesamtvermögens privater Haushalte – haben die Österreicher in Lebensversicherungen veranlagt. Ein Teil davon fließt in österreichische Bundesanleihen – als größter inländischer Gläubiger hält die Versicherungswirtschaft damit fast ein Drittel der österreichischen Staatsschulden im Inland. „Pro Jahr werden seitens der Versicherungswirtschaft 6 Milliarden Euro an Leistungen im Bereich Lebensversicherungen ausbezahlt. Ein Großteil davon fließt in die Erhöhung der Kaufkraft der Pensionisten, die entweder in den Konsum mündet oder in Form eines generationenübergreifenden Geldtransfers weitergegeben wird. In jedem

Fall wird die Wirtschaft angekurbelt und dadurch das Konjunkturpaket zum planbaren Wachstumstreiber“, so Littich. Die Lebensversicherung habe einen langfristig stabilisierenden Effekt: Das Konstrukt unterstütze langfristige Sparvorgänge des Einzelnen, aber auch der gesamten Volkswirtschaft.

Währungsunion stabil Europa steht vor zahlreichen wirtschaftspolitischen Herausforderungen, wobei die Stabilität der Währungsunion oberste Priorität hat. „Die Stabilität des Euro-Raums ist 2011 das wichtigste Thema. Ohne den Euro wäre die aktuelle wirtschaftliche Lage in Österreich nicht so gut wie sie ist“, betonte Heise. Für eine dauerhaft stabile Währungsunion sind nach Ansicht der Allianz die folgenden Maßnahmen notwendig: Eine rasche Einführung des neuen Defizitverfahrens der EU mit schnelleren Sanktionsmechanismen bei finanzpolitischen Verfehlungen, die schnelle Konkretisierung des geplanten Frühwarnsystems für makroökonomische Ungleichgewichte und die baldige Schaffung von Transparenz über die Ausgestaltung und Ausstattung des neuen Europäischen Stabilitätsmechanismus ab 2013. Darüber hinaus bedarf es einer klaren Kommunikation der Euro-Gruppe an die Finanzmärkte, dass die Eurozone keinesfalls gefährdet ist und dass staatliche Insolvenzen keine Rechtfertigung haben. Heise: „Die Eurozone wird auch eine Phase erhöhter Spreads für Länder wie Spanien oder Italien durchstehen. Neue Hilfsgelder in Aussicht zu stellen, wäre zum jetzigen Zeitpunkt wie eine Einladung an die Finanzmärkte, sie auch in Anspruch zu nehmen.“


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ACE EUROPEAN GROUP LIMITED

Rating angehoben Evan Greenberg, Präsident & CEO der ACE Limited

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(Very Strong) angehoben. Der Outlook der Ratings ist „stable“. Die Begründung liegt in der sehr soliden und beständigen Betriebsleistung, der hohen Wettbewerbsfähigkeit,

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FMA

tandard & Poor‘s hat die Finanzstärkerating der ACE und ihrer Versicherungstöchter in Nordamerika, Europa und den Bermudas auf AA-

ie FMA begrüßt den Vorschlag von EU Kommissar Michel Barnier zu einer EWR-weiten Mindestharmonisierung der Sanktionsregelungen im Finanzdienstleistungssektor. „Die national festgelegten Sanktionsmöglichkeiten und Bußgelder für die Nicht-Einhaltung von EU Finanzmarktvorschriften sind so unterschiedlich, dass es hier Anreize zu Aufsichts-/Sanktionsarbitrage gibt,“ so der FMA-Vorstand: „Das Ausweichen einzelner Marktteilnehmer in Länder mit schwachen Sanktionen oder geringer Sanktionswahrscheinlichkeit stellt nicht nur eine Wettbewerbsverzerrung im EWR dar, es erschwert auch zusätzlich eine effiziente und effektive internationale Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden.“ Insbesondere begrüßen Ettl und Pribil die Vorschläge, Sanktionen wegen missbräuchlichem Marktverhaltens einer Veröffentlichungspflicht zu unterwerfen, neben der natürlichen auch die juristische Person sanktionieren zu können sowie eine einheitliche und klare Zuordnung zu zivilrechtlichen, verwaltungsstrafrechtlichen sowie strafrechtlichen Sanktionen zu treffen.

einer sehr starken und gesteigerten Eigenkapitalleistung. „Wir freuen uns sehr über diese wichtige Anerkennung durch S&P und glauben, dass diese Ratinganhebungen unseren Kunden, Geschäftspartnern und Investoren ein weiteres Maß an Sicherheit und Vertrauen bietet“, kommentiert Evan Greenberg, Präsident & CEO der ACE Limited. „Unsere Finanzkraft und konsistente Betriebsleistung sind das direkte Resultat sorgfältiger Zeichnungskriterien, Investitionen, Risk Managements und Bilanzmanagements. Wir konzentrieren uns auf ein Geschäft, welches wir verstehen, nämlich die Versicherung und sind dadurch eine finanzstarke Organisation.“

Einheitliche Sanktionen

FMA Vorstände Mag. Helmut Ettl u. Dr. Kurt Pribil


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FMA

Neue Aufgaben Mit Jänner 2011 muss sich auch die FMA neuen Herausforderungen stellen. Kampf gegen Geldwäsche und die Finanzierung des Terrors

Vorstand Mag. Helmut Ettl

Vorstand Dr. Kurt Pribil

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soll dem Verlustrisiko, das bei einzelnen, sehr großen Veranlagungen für das Kreditinstitut besonders bedeutend ist, vorgebeugt werden. Weitere Neuerungen ergeben sich durch Vorschriften zur engeren Zusammenarbeit der EWR-Aufsichtsbehörden in der Überwachung von grenzüberschreitend tätigen Kreditinstitutsgruppen. Hier erfolgt eine Intensivierung der Koordination in den „Supervisory Colleges“ mit klar definierten Rechten und Verantwortungen der nationalen Aufseher sowie der europäischen Ebene. Die Neuregelung der Vergütungspolitik bei Banken ermächtigt die FMA, bei Gefährdung der Finanz – und Solvabilitätslage des Instituts, die variablen Vergütungen der Führungskräfte zu begrenzen und die Verwendung des Nettogewinns - oder Teile davon - zur Stärkung der Kapitalbasis anzuordnen. Weiters hat das Risikomanagement eines Kreditinstitutes immer im Einklang mit der Vergütungspolitik zu stehen, und es kann prinzipiell keine Garantie für Bonusauszahlungen geben. Ferner sind Kreditinstitute angehalten, künftige Bonuszahlungen für mehrere Jahre zurückzustellen.

it Jahresbeginn nehmen die europäischen Aufsichtsbehörden für Banken, Versicherungsunternehmen und Pensionskassen sowie die Wertpapieraufsicht (European Banking Authority (EBA), European Securities and Markets Authority (ESMA) und European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA)) ihre Tätigkeit auf. Die FMA ist in allen drei dieser europäischen Institutionen vertreten und bildet einen wesentlichen Teil im Netzwerk der nationalen Aufseher, auf das sich die zentralen europäischen Institutionen stützen. Weiters ist die FMA im „European Systemic Risc Board“ vertreten. Durch die Umsetzung der neuen europäischen Aufsichtsarchitektur wird die Aufsicht über grenzüberschreitend tätige Market–Player verstärkt und die internationale Zusammenarbeit weiter intensiviert. Mit der Umsetzung der neuen Eigenkapitalrichtlinie („Capital Requirement Directive II“, CRD II) im österreichischen Recht wird insbesondere die Beschränkung von Großveranlagungen verschärft und nunmehr europaweit stärker harmonisiert. Damit

Mit 1. Jänner 2011 hat in der FMA eine eigene Abteilung „Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ die Arbeit aufgenommen. Sie hat die Einhaltung der Sorgfaltspflichten zu überprüfen, Vor-Ort-Prüfungen und andere Formen der Einsichtnahme durchzuführen sowie gegebenenfalls entsprechende behördliche Aufsichtsverfahren zu führen. Ihr ist überdies die Rechtsauslegung in diesem Bereich übertragen sowie die Vertretung in den einschlägigen nationalen und internationalen Gremien zugewiesen. Durch die Schaffung der eigenen Abteilung und die Übertragung zusätzlicher Kompetenzen in diesem Bereich kann die Zahl der „Geldwäsche-Vor–Ort–Prüfungen“ mehr als verdoppelt werden (2010: 11; geplant für 2011: 25). Durch die Bündelung der Ressourcen und Expertisen in einer eigenen Fachabteilung kann eine einheitliche und konsequente Verfolgung von Auffälligkeiten auf dem gesamten österreichischen Finanzmarkt erfolgen.

Aufsicht über Kapitalanlagegesellschaften Im Bereich der Aufsicht über Kapitalanlagegesellschaften und Betriebliche Vorsorgekassen hat mit Wirkung 1. Jänner 2011 die FMA die Vor–Ort–Prüfkompetenz aller inländischen Kapitalanlagegesellschaften und Betrieblichen Vorsorgekassen übernommen. Dies dient bereits der Vorbereitung auf die Umsetzung der UCITS-IV-Richtlinie (europaweite Harmonisierung der Bestimmungen über Investmentfonds), welche mit 1. Juli 2011 in Kraft tritt. UCITS IV sieht unter anderem grenzüberschreitende behördliche Überprüfungen von Kapitalanlagegesellschaften vor.


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FINANZEN

Fragen rund ums Auto Frage: In Bushaltestellen gilt während der Betriebszeiten ein Halte- und Parkverbot. Welchen Zeitraum umfassen die Betriebszeiten? Ich habe hierzu unterschiedliche Meinungen gehört. Wie sieht das bei folgendem Beispiel aus? Laut Fahrplan fahren täglich vier Busse: der erste um 07:45 Uhr, der zweite um 11:45 Uhr, der dritte um 15:45 Uhr und der letzte um 17:45 Uhr. Ist das Halten und Parken durchgehend von 07:45 bis 17:45 Uhr verboten, oder darf ich auch zwischen den langen Abfahrtsintervallen parken. Und muss bei jeder Bushaltestelle ein Fahrplan angebracht sein?

D.A.S. Rechtsschutz dazu: Die Betriebszeiten sind den in den Haltestellen angeschlagenen Fahrplänen zu entnehmen. Werden nur einige wenige Kurse täglich geführt, dann gilt als Betriebszeit die sich aus dem Fahrplan ergebende Bedienungszeit (Ankunfts- und Abfahrtszeit) unter Einbeziehung von kleineren Fahrplan-Differenzen (etwa eine Viertelstunde vor und nach der fahrplanmäßigen Ankunft). In Ihrem Beispielfall wäre daher das Halten und Parken zu folgenden Zeiten erlaubt: von 08.00 Uhr bis 11:30 Uhr, von 12.00 Uhr bis 15:30 Uhr, von 16:00 Uhr bis 17.30 Uhr und ab 18:00 Uhr bis 07:30 Uhr am folgenden Tag. Darüber hinaus ist noch zu beachten, dass gemäß § 24 Abs. 2a StVO im Haltestellenbereich zum Ein- und Aussteigen kurz angehalten werden darf.

Der Fahrplan der Busse muss grundsätzlich bei der Haltestelle ausgewiesen sein bzw. eine Kontaktnummer des Busunternehmers zur Fahrplanabfrage angebracht sein. Es empfiehlt sich aber, die Fahrtzeiten laufend zu kontrollieren, da es immer wieder zu Fahrplanänderungen und neuen Abfahrtszeiten kommen kann.

Frage: Eine Pannenweste mitzuführen ist Pflicht, nicht aber zwei Westen. Sitzen aber zwei Leute in einem Auto, das auf der Autobahn eine Panne hat, muss dann die zweite Person im Auto sitzen bleiben? Oder darf sie ohne Pannenweste aussteigen und z.B. hinter die Leitplanken verschwinden? Ist das Auto aber nicht mehr fahrfähig, müssen doch alle Insassen irgendwann aussteigen, egal ob sie eine Signalweste tragen oder nicht. Wie ist das gesetzlich geregelt?

D.A.S. Rechtsschutz dazu: Laut Kraftfahrgesetz hat der Lenker eine Warnweste mitzuführen und zu tragen, wenn er eine Panne auf der Autobahn bzw. Freilandstraße hat und aussteigen muss, um z.B. das Pannendreieck aufzustellen. Wenn der Lenker keine Warnweste mitführt oder trägt, dann riskiert er eine Verwaltungsstrafe. Für den Beifahrer gibt es eine solche gesetzliche Verpflichtung nicht. Die Pannenweste muss aber von der ersten Person, die aussteigt, getragen werden. Es ist jedoch ratsam, eine zweite Weste mitzuführen, da das Tragen der Warnweste der eigenen Sicherheit und Sichtbarkeit dient.

Mag. Harald Woschitz Geschäftsführender Partner

Wie geht’s Ihnen bei Netzwerkveranstaltungen?

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KOLUMNE

Beantwortet von den Expertinnen der D.A.S. Österr. Allg. Rechtsschutz-Versicherungs-AG

Mag. Gerhard Jeidler Geschäftsführender Partner

enn Sie öfter Gast bei diversen geschäftlichen Einladungen sind, dann kennen Sie möglicherweise folgende Frage, die Sie sich vielleicht immer wieder stellen: Wie beginne ich ein Gespräch, das meinen gewünschten Gesprächspartner interessiert, das nicht nach den ersten Sätzen ins Stocken gerät und mit einer Option auf ein spannendes 4-Augengespräch einige Tage danach endet? Einige „Eisbrecherfragen“ - nachdem man einander vorgestellt hat - haben sich in der Praxis bewährt, die hier beispielhaft genannt werden sollen und dem anderen ernsthaftes Interesse an ihm oder seinem Unternehmen demonstrieren. • „Wie und wann haben Sie Ihr aktuelles Geschäft begonnen?“ • „Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am besten?“ • „Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der in Ihrer Branche neu startet?“ • „Welche signifikanten Veränderungen haben Sie in Ihrer Branche in den letzten Jahren bemerkt?“ • „Welche Trends sehen Sie in nächster Zukunft in Ihrer Branche?“ • „Was sollen andere Menschen über Sie in einem Satz sagen?“ Noch mehr Informationen und Tipps erhalten Sie über das Referral Institute Wien, Strategische Mundpropaganda™ und Fokussiertes Netzwerken™ auf ReferralNetworker.com. Diese und ähnliche Fragen werden den anderen „öffnen“ und umgekehrt sein Interesse an Ihnen und Ihrer Dienstleistung steigern – wer spricht nicht gerne über sich und seine Vorzüge und schätzt zugewandte und aktive Zuhörer? Viel Spaß beim Ausprobieren – schicken Sie uns Ihre Erfahrungswerte!

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VERSICHERUNG

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VERSICHERUNG

Männer sind vom Mars – Frauen von der Venus...

Ist der Europäische Gerichtshof vom Pluto?

Prof. Dr. Dexter Morse ist ein internationaler Berater, der auf Risiken, Versicherungen/Rückversicherungen und Rechtsfragen spezialisiert ist. Er ist Autor einer Vielzahl von Artikeln und Büchern und erscheint regelmäßig als eingeladener Referent bei Konferenzen auf der ganzen Welt.

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n einfachen Worten setzt die erfolgreiche Versicherung eine Prognose der etwaigen Kosten eines Risikos voraus. Ein wichtiges Werkzeug dieser Prognose sind die ursprünglichen Kosten des spezifischen Risikos oder im Falle neuer Risiken die Risikoart, der geographische Standort und, vielleicht am wichtigsten, die Identität und die wesentlichen Charaktereigenschaften der vorgeschlagenen Versicherungsnehmer. Die Europäische Richtlinie 2004/113 verbietet die Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes beim Zugang zu und der Lieferungen von Waren- und Dienstleistungen. Eine Einschränkung der Richt-

linie ermöglicht den EU-Mitgliedstaaten, dort geschlechtsspezifische Unterschiede bei Versicherungsprämien und –begünstigungen zu genehmigen, wo das Geschlecht eine Einflussgröße ist, die auf relevanten und präzisen versicherungsstatistischen Daten gründet. Angesichts dessen hat kürzlich eine Meinungsäußerung der Generalanwältin des Europäischen Gerichtshofes unter den Versicherungsgesellschaften für Aufsehen gesorgt. Die Stellungnahme vom 30. September 2010 ergab sich aus der Bezugnahme des Belgischen Verfassungsgerichts auf den Europäischen Gerichtshof hinsichtlich dessen, ob der Hinweis auf das Geschlecht in der Versicherungsübernahme von Versicherungsprodukten die Gleichstellungsgesetze der Europäischen Union verletze. Die ursprüngliche Klage wurde vom Belgischen Verbraucherverband Test-Achats und zwei Privatpersonen zur Aufhebung einer Belgischen Bestimmung zur Umsetzung der Richtlinie eingebracht. Die Frage, die von der Generalanwältin zu Beginn ihrer Stellungnahme gestellt wurde, war: „Ist das in Betracht ziehen des Geschlechts der versicherten Person als Risikofaktor in der Formulierung der privaten Versicherungsverträge mit den Grundrechten der Europäischen Union zu vereinbaren?”. Die Generalanwältin war der Meinung, dass es nicht vereinbar sei. Der Europäische Gerichtshof hat folgerichtig die wesentliche Bedeutung des Prinzips der Gleichbehandlung von Männern und Frauen betont. Dieser Punkt wurde im Lissabon-Vertrag wiederholt

und auch in der Grundrechtecharta hervorgehoben. Obwohl man dies anerkannte, basierte diese Versicherungsübernahme auf „Erfahrungswerten“ wie die Lebenserwartung im Falle einer Lebensversicherung und die Tendenz zur Unfallverursachung im Falle einer Autohaftpflichtversicherung. Die Generalanwältin sagte, dass solche Betrachtungsweisen nicht erlaubt sein dürften, um die Umsetzung eines Grundprinzips der Gesetzgebung der Europäischen Union zu vereiteln. Aus diesem Grund ist es unangebracht, Versicherungsrisiken mit dem Geschlecht der Personen in Verbindung zu bringen. Ebenso unangemessen ist es, diese potentiellen Risiken mit der Rasse oder der Volkszugehörigkeit zu assoziieren. Es lässt sich zumindest statistisch gesehen nicht bezweifeln, dass Frauen länger als Männer leben und weniger oder zumindest weniger schlimme Unfälle auf der Straße verursachen. Die Generalanwältin stimmte jedoch der Aussage zu, dass viele weitere Faktoren das Eintreten eines Risikos beeinflussen, so zum Beispiel der Lebensstil und die allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen. Wie sehen also die Auswirkungen auf dem Versicherungsmarkt aus? Der Europäische Gerichtshof hat immer noch sein Urteil abzugeben und dieses wird nicht vor Anfang 2011 erwartet, obgleich die Stellungnahme der Generalanwältin üblicherweise ein guter Hinweis auf das wahrscheinliche Ergebnis ist. In einem Pressebericht, welcher kurz nach Veröffentlichung der Stellungnahme der Generalanwältin publiziert wurde, sagte der Europäische Versicherungsverband (CEA), dass


Nick Price, Fondsmanager des Fidelity Emerging Markets Fund und des Fidelity EMEA Fund

FIDELITY

Schwellenländer

GASTKOMMENTAR

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ie Wachstumstreiber für Schwellenländermärkte sind nach wie vor intakt: eine junge Bevölkerungsstruktur, Wettbewerbsvorteile aufgrund geringer Lohnkosten, Reichtum an natürlichen Ressourcen, wachsender Wohlstand, steigende Produktivität und gesunde Staatsbilanzen. Insbesondere die Staatsfinanzen sorgen für die Attraktivität der Schwellenländer, da zahlreiche Industrieländer mit einem hohen Verschuldungsgrad kämpfen. Ein Ergebnis dieser Divergenz ist, dass sich die Bewertungen für Schwellenländeraktien erhöht haben. Aber ich gehe momentan nicht davon aus, dass sich eine Blase bildet. Ich finde immer noch attraktive Investmentgelegenheiten mit angemessener Bewertung. Trotz kurzfristiger Schwankungen an den Märkten bin ich sehr positiv, was die langfristige Entwicklung angeht.

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die Prämien möglicherweise pauschal erhöht werden, der Deckungsumfang verringert und in manchen Fällen Produkte vollkommen vom Markt genommen werden, wenn sämtliche relevante Risikofaktoren von Versicherungsgesellschaften im Versicherungsübernahmeprozess nicht berücksichtigt werden. Michaela Koller, die Geschäftsführerin des CEA, sagte „die Versicherungsgesellschaften sollten in der Lage sein, ihre Prämien auf faire und nachhaltige Weise zu berechnen und dabei alle relevanten Faktoren zu benutzen.“ Könnte dies das Ende für britische Versicherungsgesellschaften wie Sheilas’ Wheels oder Men Only Insurance sein? Sheila‘s Wheels ist die Marke einer der größten Direktversicherer von Großbritannien. Ursprünglich bot sie lediglich KFZ-Versicherungen für weibliche Autofahrerinnen an, jetzt bietet sie auch Hausversicherungen und Reiseversicherungen nur für Frauen an. Die Idee für dieses Unternehmen wuchs aus einer Studie heraus, die deutlich machte, dass sich Frauen weniger anmaßen und weniger Verurteilungen wegen Verkehrsvergehen haben. Das Unternehmen hat erkannt, dass Frauen häufiger beim Fahren eine Handtasche mit ihren Geldbörsen und Wertgegenständen bei sich tragen und bieten somit eine spezifische Deckung für vom Fahrzeug gestohlene Handtaschen, zusätzlich zu einer Deckung des persönlichen Eigentums, an. Sie benutzen „frauenfreundliche“ KFZ-Werkstätten, die zusätzliche

Vorgaben zum Thema erhalten, wie man empfänglicher für die Bedürfnisse der Frau sein kann. Sie folgen einem Leitfaden, um die individuellen Anforderungen der weiblichen Autofahrerinnen besser zu erfüllen. Dies könnte die Hilfe mit Kindersitzen, die Koordination von Besuchen, die um den privaten Schülertransport herum festgelegt werden oder das Anbieten von flexiblen Abholund Bringzeiten zu bestimmten Tageszeiten sein. Sie bieten ebenso Zugang zu einer von geschulten Fachleuten betriebenen Standleitung eines Beratungsdienstes, um Frauen dabei zu helfen, Fahrangelegenheiten zu meistern, so zum Beispiel aggressives Verhalten im Straßenverkehr oder Auswirkungen eines Unfalls. Men Only Insurance ist der Fachbereich einer der führenden Versicherungsvermittler Großbritanniens. Es wurde 1995 in Romford, Essex, Großbritannien gebildet und gegenwärtig besitzt es mehr als 100 Angestellte. Es ist nicht verwunderlich, dass Sheilas’ Wheels plant, Mitglieder des europäischen Parlaments (MEPs) auf diesen Fall anzusetzen und der Verband der Britischen Versicherungswirtschaft hat ebenfalls aktiv seinen Einfluss gegen die Stellungnahme der Generalanwältin geltend gemacht. Im Fall einer Einigung zwischen der Generalanwälting und dem Europäischen Gerichtshof können sich die Versicherungsgesellschaften sehr wohl die Frage stellen: Was nun?


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GENERALI VERSICHERUNG

Gesundheitsvorsorge erweitert und Geburtstag

Peter Thirring, Vorstand Generali Versicherung

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it einem umfangreichen wichtigen Baustein wird das Gesundheitsvorsorgeprodukt der Generali Versicherung erweitert. Mit „Aktiv gegen Krebs“ können Kunden ab Jänner zwei medizinische Vorsorgeuntersuchungen hinsichtlich der Früherkennung von Krebs, aber auch von Erkrankungen des Herz- Kreislauf-Systems und des

Stoffwechsels in Anspruch nehmen. Für eine monatliche Prämie in Höhe von 5,41 Euro wird ein Kostenersatz bis zu 150 Euro pro Jahr geleistet. „Aktiv gegen Krebs“ kann bis zu einem Lebensalter von 70 Jahren als Zusatz zu Sonderklasse-, Privatarzt-, KrankenhausTagegeld- und Pflegeversicherungen abgeschlossen werden. Auf Wunsch können sich die Kunden per SMS an ihre Vorsorgeunter-

suchungen erinnern lassen. „Das ist ein spezieller Service, den wir unseren Kunden 2011 anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums unserer Krankenversicherung zur Verfügung stellen“, erklärt Generali-Vorstand Peter Thirring. Eine weitere Neuheit ist das „Rund um die Uhr“ Gesundheitstelefon, das einen einfachen und direkten Zugang zu medizinischem Fachpersonal und Ärzten ermöglicht. Es werden Informationen zu Krankheiten sowie Therapien geboten, Beipacktexte von Medikamenten und auch deren Wechselwirkungen dargelegt, aber auch Diagnosen erklärt und Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Auskünfte unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Das private Krankenversicherungsprodukt bei der Generali Versicherung feiert heuer 50-jähriges Bestehen, bei Beginn des Produkts 1961 betrug das Prämienaufkommen der gesamten österreichischen Versicherungswirtschaft in dieser Sparte rund 36 Mio. Euro. 2009 war den ÖsterreicherInnen ihre private Krankenversicherung insgesamt 1,6 Milliarden Euro wert. Allein in die Generali Gesundheitsvorsorge investierten die Konsumenten rund 214 Mio. Euro, für 2010 wird mit einem Wachstum von mehr als 3% gerechnet. Der Marktanteil der Generali beträgt nahezu 13,7%, womit sie zu den Top-4-Krankenversicherern Österreichs zählt. GeneraliVorstand Peter Thirring sieht die Leistungen der privaten Krankenversicherung als wichtige Ergänzung zur Sozialversicherung: „Österreich verfügt über ein sehr gutes staatliches Gesundheitssystem. Dennoch zeigt die starke Nachfrage der Konsumenten, dass sie sowohl für die Prävention als auch für Leistungen im Krankheitsfall an privaten Zusatzangeboten hohes Interesse haben.“


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D.A.S. ÖSTERREICH

Neues Tätigkeitsfeld

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Mag. Ingo Kaufmann, Vorstand D.A.S. Rechtsschutzversicherung, Constantin Svoboda, Vorstand D.A.S. Prozessfinanzierung AG der D.A.S. übernimmt ausschließlich aktive Forderungen ab 100.000 Euro für einen 30% Anteil des erstrittenen Kapitals. Es werden kei-

ne Prozesse im Bereich Feststellungsbegehren, Strafverteidigung oder Fälle der Abwehr von Ansprüchen übernommen.

WIEN NORD

b sofort bietet die D.A.S. Österreich über eine Schwesterfirma Prozessfinanzierungen in Österreich an. Vorstand Ingo Kaufmann nennt als Grund für die Repräsentanz der D.A.S. Prozessfinanzierung AG in Österreich: „Seit der Änderung des Insolvenzrechtes im vergangenem Jahr ist die Verfahrenshilfe auf natürliche Personen beschränkt. Insolvenzverwalter können seither keine Verfahrenshilfe mehr in Anspruch nehmen. Der angestrebte Geschäftsbetrieb konzentriert sich ausschließlich auf die Unterstützung von Insolvenzverwaltern bei der Evaluierung und Durchsetzung von Forderungen der Masse. Im Fokus steht hier insbesondere die Aufdeckung unrechtmäßiger Vermögensverschiebungen vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Dieser Tätigkeitsbereich ist nicht Gegenstand der klassischen Rechtsschutzversicherung.“ Die Prozessfinanzierung

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SKANDIA

e-FOX mobile Skandia ist dem Trend, Infos und Services leichter, rascher und überall abrufbar zu machen, gefolgt und hat eine eigene Applikation ins Leben gerufen. Via Smartphone ist das Vertriebsportal e-FOX nun zum mobilen Tool für unterwegs geworden.

„A

ls innovatives und kommunikatives Unternehmen nutzen wir ganz bewusst auch neue Kommunikationskanäle, wenn es um den engen Kontakt zu unseren Vertriebspartnern und Kunden geht. e-FOX mobile ist für mich punkto Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit ein geniales Tool – und das Echo unserer Vertriebspartner ist durchwegs positiv“, berichtet Skandia Vorstand Gerhard Hopfgartner. Das Partnerportal e-FOX ist ab sofort jederzeit abrufbar. Fast überall können individuelle Vertragsdetails abgefragt, Formulare geladen oder bei Bedarf weitergemailt werden. Natürlich können auch aktuelle Infos rund um Skandia, sowie Produkte und Services angesehen werden. Der Zugriff auf e-FOX mobile erfolgt für alle Smartphones einfach per

Link im aktuellen e-FOX E-Mail Newsletter oder in Kürze auch als Gratis-Download im AppStore. Die vereinfachte und optimierte Benutzeroberfläche macht die mobile Vertragssuche zum Kinderspiel. Und ein „click“ reicht, um auch jederzeit direkten Kontakt zur Ansprechperson aufnehmen zu können. „Neben e-FOX mobile haben wir zusätzlich einen Infodienst eingerichtet. Für jeden Vertrag kann der Vertriebspartner individuell am Antrag wählen, ob er über den Bearbeitungsstatus per Mail oder SMS informiert werden möchte. Somit ist der Vertriebspartner bezüglich Status oder notwendiger Ergänzungen immer am Laufenden. Unsere Service-Initiative ist die Antwort auf die Frage: „Wie können wir unseren Partnern das Leben erleichtern und sie noch schneller informieren?“, erklärt Vertriebsleiter Michael Witsch.


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ÖSTERREICHWEIT / BASIS WIEN

VAV VERSICHERUNG / Als mehrfach ausgezeichneter Schaden-Unfallversicherer zeigt unser Unternehmen seit Jahren überdurchschnittliches Wachstum. Unser Erfolg begründet sich auf der innovativen Produktgestaltung gepaart mit einer sehr kompetitiven Preisgestaltung und in der engen Kooperation mit Versicherungsmaklern und -Mehrfachagenten. Seit Mai 2010 ist der Bereich Vertrieb und Marketing als Vorstandsressort unter neuer Führung und wird als strategische Säule weiter aufgebaut. IHRE AUFGABEN / Mit strategischem Vertriebs-Know-How steuern Sie erfolgreiche Geschäftsbeziehungen zu bestehenden Key Accounts in unserem Kernmarkt und bauen neue Kooperationen auf. Ihr Fokus liegt dabei auf großen und expansiven Maklervereinigungen. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung identifizieren Sie potenzielle Partnerschaften, stellen das VAV-Produktportfolio in enger Abstimmung mit den Fachbereichen zusammen und verantworten die Umsetzung in Österreich. IHR PROFIL / Sie sind unser/e ideale/r Kandidat/in, wenn Sie bereits mehrere Jahre Erfahrung im Maklervertrieb, im Produktmanagement einer Versicherung oder einem großen Maklerunternehmen gesammelt haben. Exzellente Branchen- und Produktkenntnisse des österreichischen SchadenUnfallmarktes sind ebenso wichtig wie gute strategisch-analytische Fähigkeiten, Kommunikationsstärke und ausgeprägtes Verhandlungsgeschick. IHRE PERSPEKTIVE / In dieser neu geschaffenen Position bieten wir Ihnen eine herausfordernde Tätigkeit und vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im erfolgreichen Team der VAV. STARTEN SIE MIT UNS IN EINE ERFOLGREICHE ZUKUNFT / Senden Sie uns bitte Ihre schriftliche Bewerbung inklusive Porträtfoto per E-Mail.

VAV VERSICHERUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT Dr. Peter Loisel / Vorstand Beatrixgasse 1 / 1030 Wien / www.vav.at Ihr Ansprechpartner: Akad. Vkfm. Ernst Vallant / Vertriebsleitung Regionen / ernst.vallant@vav.at

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KEY ACCOUNT MANAGER/IN


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UNIQA FINANCELIFE

Limited Edition Werner Holzhauser, Vorstandsvorsitzender FinanceLife

Der dritte limitierte Einmalerlag mit Inflationsschutz wurde von UNIQA FinanceLife aufgelegt.

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it einer vereinbarten Mindestauszahlung nach 15 Jahren Laufzeit von 173,72% auf den Nettobeitrag wird der neue limitierte Einmalerlag angeboten. Darüber hinaus ist durch die inkludierte Derivatkomponente zusätzlich ein Kaufkrafterhalt des Nettobeitrags für den Fall einer hohen Inflation vorgesehen. Die vereinbarte Mindestauszahlung wird durch Veranlagung in einer Senior Anleihe der Raiffeisen Bank International AG gewährleistet. Ein Abschluss ist bereits ab einem Betrag von EUR 2.000,-- möglich. Berücksichtigt sind bereits die mit 1.1.2011 geltenden Vorgaben des Gesetzgebers. Die vereinbarte Mindestauszahlung beträgt 173,72% auf

den Nettobeitrag (ohne Berücksichtigung der 4%-igen Versicherungssteuer). Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 3,75%, im Vergleich dazu müsste bei einer KESt-pflichtigen Veranlagung ein jährlicher Ertrag von 5% erwirtschaftet werden. Zusätzlich profitiert der Anleger vom vereinbarten Inflationsschutz: Überschreitet der durch den Inflationsindex aufgewertete Nettobeitrag die vereinbarte Mindestauszahlung, so wird jeweils der höhere Betrag ausbezahlt. Somit hat der Kunde die Sicherheit, dass die Kaufkraftleistung erhalten bleibt. Gewährleistet wird dies durch den zugrundeliegenden Inflationsindex HVPI (= harmonisierter Verbraucherpreisindex des Euroraumes, exklusive Tabakwaren).


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Bildungsoffensive Die D.A.S. Österreich und die Helvetia Versicherung starten gemeinsam eine KMU Bildungsoffensive.

Dir. Johannes Loinger, Vorstandssprecher D.A.S. Österreich

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ls Rechtsschutzspezialist der über einen großen Kundenbestand im Firmenbereich verfügt und die Anforderungen und Probleme der KMUs kennt, will die D.A.S. mit der Helvetia Versicherung, die den Bereich der Gewerbeversicherung abdeckt, eine Weiterbildungsoffensive für Makler anbieten. „Diese beiden Bereiche stellen das Rückgrat des Geschäfts mit Klein- und Mittelbetrieben (KMU) dar“, informiert Dir. Johannes Loinger, Vorstandssprecher der D.A.S. „In Österreich sind über 90 Prozent aller Betriebe KMU. Rund 316.000 Firmen verfügen über kein eigenes Risikomanagement. Vielen Unternehmern ist nicht ausreichend bewusst, dass sie durch falsche oder fehlende Versicherung existentielle Gefahren eingehen. Berater, die als kompetente Partner des Unternehmens gesehen werden, können hier wichtige Aufklärungsarbeit liefern und Betriebe vor großem Schaden bewahren“, so Loinger weiter. „Jede Branche hat besondere Bedürfnisse, jeder Betrieb ist als Einzelherausforderung zu betrach-

Werner Panhauser, Vertriebsvorstand Helvetia Versicherung ten. Mit Deckung `von der Stange´ finden KMU nicht mehr das Auslangen“, erklärt Loinger die Herausforderungen, Betriebe richtig zu beraten. „Da Firmenkunden anspruchsvoll sind, kann man das passende Versicherungsprodukt mit einem Maßanzug vergleichen.“ Als Partner der beiden Versicherungsunternehmen wurde die Vermittlerakademie gewählt. Vorerst sind zwei Lehrgänge geplant, einer im Frühjahr 2011 in Wien und der zweite im Sommer 2011 in Salzburg. Jeder Lehrgang wird in drei Teilen abgehalten. Im ersten Modul wird Firmen-Rechtsschutz vertiefend vermittelt, im zweiten Modul die Gewerbeversicherung. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass sowohl Produktkenntnis als auch Verkaufsmethodik Lehrgegenstand sind. Die Prüfung zum zertifizierten KMU-Experten erfolgt im dritten Modul. Während der ganzen Dauer des Lehrgangs können die Teilnehmer ihre Trainer konsultieren, etwa wenn sich bei Verkaufsgesprächen herausfordernde Fragen ergeben.

Vorstandsdirektor Werner Panhauser, Helvetia Versicherung

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ür diese Fortbildungsveranstaltung, die wir gemeinsam mit der D.A.S. und der Vermittlerakademie veranstalten, und die erstmals in so einer Form gestaltet wurde, möchten wir den Schwerpunkt auf eine vertriebsnahe Vermittlung von Fachwissen legen. Die Kombination Gewerbeversicherung plus Firmen-Rechtsschutz in einem Lehrgang ist für die Vermittler besonders vorteilhaft. Wichtig ist auch die Wissensvermittlung von Theorie und Praxis, die hier wohl in einzigartiger Form geboten wird.

VERSICHERUNG

D.A.S. ÖSTERREICH/ HELVETIA VERSICHERUNG


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UNIQA, RAIFFEISEN UND SALZBURGER LANDESVERSICHERUNG

Mobiles Service

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un gibt es die Schadensmeldung via iPhone auch für Kunden der Uniqa Gruppe. Die Applikation kann man bequem auf das iPhone herunterladen und mit wenigen Schritten wird man durch die Schadensmeldung geführt, die dann an das jeweilige Versicherungsunternehmen innerhalb der Gruppe versendet wird. Bei einem Kfz-Schaden wird über GPS auch der

genaue Unfallort bestimmt. Somit ist eine raschere Erledigung bei einfacherer Handhabung sichergestellt. Nach dem Versand erhält jeder Kunde eine Empfangsbestätigung. Auch eine Notfall-Hotline ist in der Applikation integriert, um Kunden auch telefonisch zur Seite stehen zu können und gegebenenfalls rund um die Uhr schnell Hilfe nach einem Schadensfall zu organisieren.

UNIQA VERSICHERUNG

Long Hui, Yang Yang und Fu Hu

v.l.n.r.: UNIQA Vorstand Johannes Hajek und Dr. Dagmar Schratter, Direktorin des Tiergarten Schönbrunn

...stehen nun unter dem Schutz der UNIQA Versicherung. Seit Anfang 2003 gibt es einen umfangreichen Versicherungsschutz für die Pandabären, der nun auf das neue Pandababy ausgeweitet wurde. Die Kooperation von UNIQA mit dem Tiergarten Schönbrunn zum Schutz der Pandas startete mit einer Transportversicherung für die Überstellung der beiden Tiere aus ihrer Heimat nach Wien. Die Volksrepublik China - der eigentliche Besitzer der beiden großen Pandas - hat für den Aufenthalt der Tiere diverse Garantien vertraglich festgesetzt. Daher galt es, für eine Haftpflichtversicherung für das Schönbrunner Pflegepersonal einen Versicherer zu finden, der die ganz individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. „Wir haben damals für dieses außergewöhnliche Risiko eine Spezialversicherung für die beiden Pandabären entwickelt“, so

UNIQA Vorstand Johannes Hajek. Dieser einzigartige Versicherungsschutz wurde nun auf den im August geborenen Pandajungen ausgedehnt. „Solange die Tiere in Schönbrunn sind, werden sie von uns abgesichert“, ergänzt Hajek. Dr. Dagmar Schratter, Direktorin des Tiergartens Schönbrunn: „Die Pandabären Long Hui, Yang Yang, Fu Long und Fu Hu sind ganz besondere Tiere. Wir sind sehr glücklich, dass UNIQA uns hilft, die vertraglichen Bedingungen mit China optimal zu erfüllen und unser finanzielles Risiko zu vermindern, falls doch einer der Bären zu Schaden kommt. Natürlich haben alle Beteiligten großes Interesse, dass es den Tieren bei uns gut geht“, so Schratter abschließend. Das zweite im Tiergarten Schönbrunn geborene Jungtier wird den Wiener Zoo voraussichtlich nach zwei Jahren verlassen.


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UNIQA INTERNATIONAL

Auszeichnungen am laufenden Band

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NIQA Biztosito feiert in Ungarn ihr zwanzigjähriges Jubiläum und die Auszeichnung „Business Superbrands“ im B2B Bereich. In Tschechien erhielt UNIQA pojištòvna von der Gesellschaft Fincentrum für ihre Risikolebensversicherung jüngst die Auszeichnung „Lebensversicherung des Jahres 2010“, nachdem man bereits vor wenigen Wochen den „CEE-MAX“ im Rahmen der EFFIE-Verleihung für effiziente und nachhaltige Marketingkampagnen in Empfang nehmen durfte. In Polen wurde UNIQA TU S.A. der Preis „Trustworthy Financial Product“ für das vertrauenswürdigste Finanzprodukt von der European Federation of Financial Professionals verliehen. In Rumänien wurde die von der UNIQA Asigurari eingeführte Unwetterwarnung

via SMS mit dem Titel „Produkt des Jahres“ ausgezeichnet. UNIQA Generaldirektor Klien: „UNIQA erhält seit 2003 nach den jährlichen, von Reader´s Digest erstellten Umfragen, den Titel „Most Trusted Brands“ und ist damit für die ÖsterreicherInnen jene Versicherungsmarke, zu der sie am meisten Vertrauen haben. Diese Auszeichnungen zeigen uns, dass wir mit unserer Arbeit richtig liegen und die Bedürfnisse der Menschen treffen. Dass uns das im internationalen Rahmen ebenso gelingt, beweist, dass wir zu einem wirklich integrierten Konzern geworden sind“, zeigt sich Klien erfreut. „Und nicht zuletzt“, so Klien weiter, „sind diese Auszeichnungen auch als Anerkennung für die Leistungen unserer MitarbeiterInnen zu sehen, denen ich für ihre Arbeit danken möchte und denen ich zu den Preisen gratuliere.“

GenDir. Dr. Konstantin Klien

VALIDA PENSION AG

Geburtstag Die Valida Pension AG (ehemalige ÖPAG Pensionskassen AG) feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

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Mag. Andreas Zakostelsky, Vorsitzender des Vorstandes der Valida Vorsorge Management

ie Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1991 mit 20 Unternehmensverträgen und liegt nun bereits bei 5.300, wobei sich die Valida Pension als führende heimische Pensionskasse positionieren konnte. Im laufenden Jahr konnten 60 neue Firmenkunden dazu gewonnen werden. Die durchschnittliche Performance im Zeitraum von 1991 bis 2009 liegt bei rund 5,8% pro Jahr. Mag. Andreas Zakostelsky, Vorsitzender des Vorstandes der

Valida Vorsorge Management, sieht enormen Aufholbedarf bei der Verbreitung der betrieblichen Vorsorge in Österreich. „Nur etwa 20 Prozent der Österreicher haben aktuell Anspruch auf eine Betriebspension, womit wir vom EU-Durchschnitt mit 50 Prozent weit entfernt sind. Aus zahlreichen Studien und Erhebungen geht hervor, dass sich Großunternehmer deutlich öfter für betriebliche Vorsorgelösungen entscheiden als Klein- und Mittelbetriebe (KMU)“, erläutert Zakostelsky.


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TOGETHER

Let’s work TOGETHER: Viel mehr als nur ein Schlagwort! TOGETHER bringt Qualität in die Zusammenarbeit zwischen Vertriebs-partnern und Versicherungen.

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urch die Integration des Bestand-führungssystems CCA mit der Ab-wicklungsplattform TOGETHER wurde eine weitere Beschleunigung und Qualitäts-verbesserung in der Abwicklung und Verwaltung für deren Partner ermöglicht. CCA und TOGETHER fungieren dabei im Markt als Zahnräder, die das Zusammen-spiel von EDV-Systemen und reibungs-losen Abläufen kontinuierlich sicherstellen. Das offene Schnittstellenkonzept von CCA und TOGETHER ermöglicht weiteren EDVWegbegleitern gemeinsame Vorteile auch Ihren Kunden anbieten zu können. Dabei geht es nicht nur alleine um die technische Umsetzung, sondern vor allem auch um die Schaffung einer gemeinsamen Vorgehensweise zur Realisierung übergreifender Mehrwerte. Durch die Vielzahl von Abstimmungs-möglichkeiten im Zuge von Roadshows, Workshops, Vertriebsbesuchen oder Anrufen auf der Hotline entstehen regelmäßig innovative Ideen die CCA und TOGETHER helfen, weitere bedarfs-gerechte versicherungübergreifende Lösungen, die Zeit sparen für Ihre Kunden zu realisieren . Im Rahmen der Prozessinitiative ist es gelungen Maklerprozesse, Risiken und Qualitätskriterien der Vertriebspartner zu analysieren und ein gemeinsames Professionalitäts-Ver-

ständnis und bewußteres Handhaben der wesentlichen Belange und Probleme zu ermöglichen. Die Unterstützung übergreifender Initiativen, zB durch Zurverfügungstellung von Know How (OMDS) oder EDV-Bausteinen (VVO Schadenmeldung) helfen CCA und TOGETHER Standards und sichere Transportwege für alle Beteiligten zu schaffen. Der dadurch geschaffene Nutzen entfaltet erst durch die

enge Zusammen-arbeit mit und die Akzeptanz von allen beteiligten Marktteilnehmern seine volle Wirkung. Damit entstehen Win-Win Situationen für alle, nämlich schnellere, bessere und richtigere Lösungen! Gute Zahnräder benötigen oft nur kleine Schritte, um große Wirkung zu erzielen. Machen Sie mit… Let’s work TOGETHER!


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GENERALI VERSICHERUNG

Unter dem Löwen spielt es sich sicherer

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ie Generali Versicherung und der FK Austria Wien intensivieren ihre Partnerschaft. Das Franz Horr Stadion wird zur Generali Arena. Bereits beim ersten Heimspiel am 12. Februar 2011 werden die umfassenden Brandingmaßnahmen bemerkbar sein. Nicht nur die Kampfmannschaft der Austria sondern alle drei Akademie Teams und die Austria Amateure haben ab sofort den Schriftzug der Generali Versicherung auf dem Trikot. Die Vereinbarung wurde für die nächsten 5 Jahre abgeschlossen. CEO Dr. Lu-

ciano Cirina: „Mit der Übernahme der Patenschaft unterstreichen wir die Nachhaltigkeit unseres Engagements beim FK Austria Wien. Die Generali Arena unter den Flügeln des Löwen wird die Austria sicher auch bei ihren Heimspielen weiter beflügeln. Vertriebsvorstand Harald Steirer: „Die Intensivierung unserer Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf die Nachwuchsförderung. Ein Fußballverein kann seine Zukunft nur mit starkem Nachwuchs sichern, und auch für ein Versicherungsunternehmen wie die Generali ist die Zukunftssicherung das Kerngeschäft an sich.“

Generali Arena, Wien


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VERSICHERUNG

UNIQA GRUPPE

Dr. Konstantin Klien, Generaldirektor

10-prozentige Steigerung

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er UNIQA Konzern konnte in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres die gesamten Konzernprämien um 10,25% auf 4.665 Mio. Euro steigern. Die regionale Aufteilung der Zuwächse zeigen den stark gesteigerten Internationalisierungsgrad der Gruppe, Ost- und Südeuropa liegen bei 961 Mio. Euro (+ 11%), Westeuropa 815 Mio. Euro (+ 37,1%) und 2,889 Mio. Euro in Österreich (+4,2%). Mit dem starken technischen Ergebnis und den massiv gestiegenen Kapitalerträgen konnten in den ersten drei Quartalen das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 142,7% auf 103 Mio. Euro gesteigert werden. UNIQA Generaldirektor Dr. Konstantin

Klien: „Die Kerndaten der Geschäftsentwicklung der Gruppe zeigen, wie überdurchschnittlich gut es uns durch die starke Internationalisierung gelingt, jene Chancen zu nutzen, die sich aus der Risikostreuung ergeben. Gleichzeitig hat der Diversifikationsgrad in 21 Ländern für einen gewissen Ausgleich bei den Schäden aus Naturkatastrophen gesorgt. Mit dem Ergebnis von 103 Mio. Euro liegen wir heuer nach nur drei Quartalen bereits über den Gesamtwerten der Jahre 2008 und 2009 und auch über unserem internen Plan. Diese Entwicklung erlaubt es auch die bisherige Prognose von 120 Mio. Euro für das Jahresergebnis anzuheben. Wenn für den Rest des Jahres außergewöhnliche Schadensereig-

nisse und extreme Volatilitäten auf den Finanzmärkten ausbleiben sind 135 Mio. Euro durchaus in Reichweite.“ In Österreich ist die UNIQA Gruppe mit einem Prämienzuwachs von 6,4% auf 1.213 Mio. Euro rund eineinhalb Mal schneller als der Markt (+4,1%) gewachsen. Hier waren insbesondere die Produkte aus dem fondsund indexgebundenen Bereich - wo die Prämien um 24,0% auf 558 Mio. Euro kletterten - für das insgesamt erfreulich starke Wachstum verantwortlich. Dabei konnten sowohl in der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge als auch bei den fondsgebundenen Produkten und insbesondere bei den Garantieverträgen gegen Einmalerlag deutliche Bestandszuwächse verbucht werden. Die Zuwachsraten von laufenden Prämien und Einmalerlagsprämien liegen dabei mit 6,1% bzw. 7,2% auf annähernd gleichem Niveau. Für das gesamte Geschäftsjahr 2010 wurden nun die Ergebniserwartungen gesteigert unter der Voraussetzung, des Ausbleibens negativer Überraschungen auf den Kapitalmärkten und etwaiger Naturkatastrophen erwartet man nun ein Ergebnis von rund 135 Mio. Euro.


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Versicherungsmarkt Ungarn

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ngarn, ein Binnenstaat in Mitteleuropa ist seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Nation. Die Einwohnerzahl liegt bei ca. 10 Millionen Einwohner, wobei über 15% der Bevölkerung unter 15 Jahre sind. Derzeit sind 31 Versicherungsgesellschaften am ungarischen Markt tätig (Quelle Verband ungar. Versicherungsgesellschaften) . Die Top 10 sind: • Allianz Hungária Zrt. • Aegon Magyarország Zrt. • Generali-Providencia Zrt. • ING Biztosító Zrt. • Groupama Garancia Biztosító Zrt. • Uniqua Biztosító Zrt. • Union Vienna Insurance Group Zrt. • K&H Biztosító Zrt. • Ahico Biztosító Zrt. • Aviva Életbiztosító Zrt.

Laut ungarischem Versicherungsverband, die staatliche Aufsicht die PSZÁF – Hungarian Financial Supervisory Authority wird geleitet von Dr. Károly Szász, sind bereits ca. 467 österreichische Versicherungsmakler und Agenten sind in Ungarn tätig. Dr. Zsuzsa Oroszlán hat uns einen Überblick über den ungarischen Markt gegeben:


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VERSICHERUNG

Der Versicherungsmakler in Ungarn I. Einleitung

II. Begriffe

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1. Wer wird nicht als Versicherungsmakler betrachtet?

ie zwingenden Rechtsnormen über die Tätigkeit des Versicherungsmaklers in Ungarn sind im Gesetz Nr. IV aus dem Jahre 1959 über das Bürgerliche Gesetzbuch („ZGB“) und im Gesetz Nr. LX aus dem Jahre 2003 über die Versicherer und die Versicherungstätigkeit („VersicherungsG“) enthalten. Ein separates Gesetz für Versicherungsmakler gibt es also in Ungarn nicht. Mit Wirkung vom 01. Juli 2007 – mittels Gesetz Nr. L aus dem Jahre 2007 über Modifizierung des VersicherungsG – wurde die Richtlinie Nr. 2002/92 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Versicherungsvermittlung („IMD“) implementiert. Wie deren Umsetzung ins ungarische Rechtssystem gelungen ist, fällt außerhalb des Untersuchungsgegenstandes dieses Aufsatzes. Dementsprechend werde ich mich lediglich auf die geltende ungarische Rechtsregelung bezüglich der Versicherungsmaklertätigkeit konzentrieren.

Vom ersten Moment an, als der Gesetzgeber Normen auch hinsichtlich der unterschiedlichen Arten Versicherungsvermittlungstätigkeit vorsah, haben in Ungarn alle Agenten damit begonnen, sich ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Inhalt ihrer Tätigkeit entweder nach englischem Muster als „Broker“ oder nach deutschem Beispiel als „Makler“ zu bezeichnen. Da der Inhalt dieser Begriffe praktisch niemandem bekannt war, aber im sozialistischen ungarischen Umfeld äußerst exotisch und vornehm klangen, versteckten sich die von den Versicherungsnehmern traditionell weniger beliebten Agenten hinter diese neuen Titeln.1 Auch heute noch differenziert man höchstens zwischen den Mehrfachagenten und den „echten“ Versicherungsmaklern. Die abhängigen Agenten werden - sogar im fachlichen Alltagsgespräch über

Dr. Oroszlán Zsuzsa Ügyvédi Iroda Anwaltskanzlei Dr. Zsuzsa Oroszlán Versicherungsvermittler - nach wie vor als „Broker“ oder als „Makler“ genannt. Daher ist es wichtig festzuhalten, dass unabhängig von diesem, in unserem Lande weit verbreitetem Phänomen, nicht als Versicherungsmakler gelten:

1 Daher griff der Gesetzgeber ein und gewährt den Versicherungsmaklern diesen Titel nur dann, wenn sie nach Maßgaben des VersicherungsG gegründet und tätig sind (Benennungsschutz).


VERSICHERUNG

46 a. die abhängigen Agenten nach ungarischem Recht (die im VersicherungsG abweichend als in IMD verankert, definiert werden); b. die Mehrfachagenten; und c. diejenigen Vermittler, die weder gemäß IMD noch dem ungarischen Recht als Versicherungsvermittler angesehen werden. 2. Wer gilt als Versicherungsmakler? Als Versicherungsmakler wird gemäß VersicherungsG grundsätzlich diejenige unabhängige Versicherungsvermittlergesellschaft betrachtet, a. die als Versicherungsmaklergesellschaft von der Staatlichen Aufsicht für Finanzorganisationen („SAF“)2 genehmigt wurde; b. deren Leiter für unabhängige Versicherungsvermittlung von der SAF genehmigt wurde; c. deren sich mit Versicherungsvermittlung befassende Mitarbeiter im Register der SAF als unabhängige Versicherungsvermittler eingetragen wurden; d. die berechtigt ist, die miteinander konkurrierenden Produkte mehrerer Versicherungsgesellschaften zu vertreiben, aber dabei i. ausschließlich im Auftrag ihrer Mandanten vorgehen darf; und ii. ihre Vergütung von derjenigen Versicherungsgesellschaft bezieht, deren Produkt der Kunde nach fundierter Beratung seines Versicherungsmaklers, jedoch frei wählt.

III. Rechte und Pflichten des Versicherungsmaklers Rechtsquellen Die für den Versicherungsmakler maßgebenden Rechtsnormen bzw. die zwingenden Normen ohne juristischen Charakter sind wie folgt: 1. die sich auf den Mandatsvertrag beziehenden Vorschriften des ZGB; 2. die sich für die Lizenzierungsvoraussetzungen und die Tätigkeit des Versicherungsmaklers geltenden Normen des VersicherungsG;

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3. die Verordnungen der Regierung, des Finanzministers oder sonstiger Minister bezüglich der Versicherungsmakler;3 4. die Regulierungsmaßnahmen der SAF, die zwar keinen juristischen Charakter aufweisen, aber dem Beaufsichtigten nichtsdestotrotz obliegen, und die wie folgt, genannt werden können: a. Empfehlung; b. Stellungnahme; c. Brief an die Generaldirektoren; etc. Diese Maßnahmen werden auf der Homepage von SAF (www.pszaf.hu) verkündet.

IV. Einige praktische Aspekte 1. Wem gehört der Bestand? Gemäß geltender Regelung gehören die vom Versicherungsmakler vermittelten Versicherungsverträge zum Bestand des Versicherers und nicht zum Portefeuille des Versicherungsmaklers. Das ist ein wunder Punkt für Versicherungsmakler, wogegen sich sowohl der Verband für Unabhängige Versicherungsmakler Ungarns als auch der Verband für Versicherungsmakler Ungarns heftig wehren. Ihre Argumentation basiert auf der bösen Erfahrung, dass die Versicherungsgesellschaften ihren Kunden nicht selten direkte, günstigere Angebote als mit dem Versicherungsmakler erzielt, machen. Der Abschluss eines neuen Versicherungsvertrages aufgrund dieser vorteilhaften Bedingungen und unter Ausschluss des Versicherungsmaklers führt zu großen Provisionsausfällen bei den Versicherungsmaklern. 2. Versicherungsmaklertätigkeit – unentgeltlich oder gegen Entgelt, Kostentragung Derzeit wird in Ungarn heftig darüber diskutiert, ob zwecks Sicherung der tatsächlichen Unabhängigkeit des Versicherungsmaklers ihm seine Entlohnung nicht von dem Mandatsgeber, also dem Kunden selbst bezahlt werden sollte. Befürworter dieser Alternative sind diejenigen, die erkannten, dass ein

typischer Versicherungsmakler in Ungarn – mit einigen wenigen Ausnahmen - eher die Tätigkeit eines Mehrfachagenten ausübt, d.h. er kennt den Markt nicht genug, holt von den Versicherungsgesellschaften nur so viele Angebote wie bequem ein, und bei seiner Beratung spielt oft nur die von ihm erzielbare Provision eine entscheidende Rolle. Dies kann dazu führen, dass nicht die Interessen des Kunden, sondern die Provisionsinteressen des nur nach Buchstaben des VersicherungsG unabhängigen Versicherungsmaklers Priorität genießen. Deshalb entwickelte sich bei besseren Versicherungsmaklern u. a. die höchst umstrittene Praxis, dass sie vom Kunden vor dem Abschluss des Versicherungsvertrages eine Vergütung für ihre fundierte Beratungsleistung verlangen. In diesem Fall wird also die Entlohnung des Versicherungsmaklers sowohl vom Kunden (für die Beratung) als auch von der bereicherten Versicherungsgesellschaft (für den Abschluss und Aufrechterhaltung des Versicherungsvertrages) getragen.

3. „Vererben“ des Bestandes an eine neue Versicherungsgesellschaft In Ungarn ist auch die ungünstige und bis zu ihren Wurzeln rechtswidrige Tendenz zu beobachten, dass einzelne Versicherungsmakler den nicht ihren Eigentum bildenden, von ihnen nur betreuten Versicherungsbestand an eine neue Versicherungsgesellschaft, meistens ohne Nachfrage beim Kunden „vererben“, um von der neuen Versicherungsgesellschaft erneut einen Abschluss – und eine möglicherweise höhere Aufrechterhaltungsprovision verlangen zu können. Für die Kurzsichtigkeit der neuen Versicherungsgesellschaft weist hin, dass sie diesen Bestand meistens

2 Die SAF ist eine integrierte Aufsicht für die Finanz-und Kapitalmärkte. 3 Die Umorganisierung der Staatsverwaltung ist nach den Parlamentswahlen vom 11. April 2010 im Gange. Demnach gibt es kein eigenständiges Finanzministerium mehr, nur einige wenige „Spitzenministerien“ mit Staatssekretären im Rang ehemaliger Minister wurden geschaffen. Demnach ist da auch bei Maßnahmen dieser Organe eine Änderung des VersicherungsG notwendig.


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V. Fazit 4. Risikobeurteilung Das VersicherungsG verlangt vom Versicherungsmakler nicht mehr, die Risiken des Kunden als Fachmann selber zu beurteilen, sondern begnügt sich damit, dass der Versicherungsmakler diese Risiken aufgrund der Informationen des Kunden konkretisiert. Was diese Konkretisierung auch immer bedeuten mag, scheint die Pflicht des Versicherungsmaklers allerdings entfallen zu sein, die einschlägigen, versicherbaren und zu versichernden Risiken des Kunden selbst zu ermitteln. Dies ist meines Erachtens wieder ein Schritt in Richtung der faktischen Umwandlung des Versicherungsmaklers in einen Mehrfachagenten. Daran ändert es nichts, dass der Versicherungsmakler diejenigen Argumente festzuhalten hat, die seine Empfehlung begründen. Wenn nämlich die Informationen bezüglich des abzuschließenden Versicherungsvertrages lediglich vom Kunden stammen müssen, kann der Versicherungsmakler praktisch keine falsche Empfehlung geben: Er kann sich hingegen immer darauf beziehen, dass die Grundlage seines sich später als ungeeignet oder unzureichend erweisender Versicherungsvertrages die Auskunft des Kunden war. 5. Online-Versicherungsmakler Interessante Probleme scheinen sich im Zusammenhang mit der Tätigkeit von OnlineVersicherungsmaklern abzuzeichnen. Diese befassten sich bislang lediglich mit dem Vertrieb von Kfz-Haftpflichtversicherungen. Neuerdings möchten sie aber neue Marktsegmente erobern (Wohn- und Hausrats-

Chairman der ungarischen Aufsicht Dr. Károly Szász versicherungen, Transportversicherungen, Lebens- und Unfallversicherungen, Versicherungen für Verdienstausfall, etc.), wo die Versicherungsbedingungen einerseits nicht einheitlich, in einer Rechtsnorm verbindlich vorgegeben sind, andererseits eine aktive, lebendige Beziehung zwischen dem Kunden und dem Versicherungsmakler voraussetzen, damit Letzterer seine Beratungspflicht gemäß ZGB und VersicherungsG erfüllen kann. Diese Bestrebung wirft einige wichtige Grundfragen auf, die die Aufmerksamkeit der SAF bislang jedoch noch nicht erweckt haben: a. Wie kann man mit den bisherigen Softwares, die nur die Prämienhöhe erkannt haben, eine hinreichende Prüfung der Versicherungsbedürfnisse des Kunden ermitteln, oder anders formuliert: Wie kann eine angemessene Beratung im Interesse des Kunden vorgenommen werden, wenn beim Versicherungsvertragsabschluss nicht nur die Höhe der Versicherungsprämie als Entscheidungsgrundlage dient? b. Darf ein Online-Versicherungsmakler an seiner Website Inserate von Versicherungsgesellschaften platzieren und/oder unter den Versicherungsgesellschaften irgendwie – mit farblicher Markierung, mit Bezeichnung: „tiefste/günstigste Prämie!“ – differenzieren und dafür von der betroffenen

Sehr vereinfacht formuliert kann Folgendes festgehalten werden: 1. Die Maklertätigkeit wird in Ungarn nicht in einem gesonderten Gesetz, sondern in dem grundsätzlich öffentlich rechtlichen VersicherungsG geregelt, das allerdings auch eine Reihe von vertraglichen Bestimmungen enthält.4 Wichtige Normen bezüglich der Maklertätigkeit befinden sich auch im ZGB. Daher fällt es den Kunden schwer, sich bezüglich ihrer Rechte gegenüber einem Versicherungsmakler zu informieren. Hinzu kommt, dass selbst die sich mit Versicherungsvermittlung befassenden Personen kaum ihrer Rechte und Verpflichtungen bewusst sind. Sollten sie diese dennoch kennen, ist es oft sehr fraglich, ob sie ihren Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern auch nachkommen. 2. Im VersicherungsG sind dieselben Tendenzen zu beobachten, die eigentlich für die gesamte Gesetzgebung der letzten Jahre in Ungarn typisch waren: Intransparenz, Inkonsequenz und massiver Einfluss der wirtschaftlich stärkeren Akteure des jeweiligen Marktes. Daran konnte bislang nicht einmal die gutgläubige, fachkundige und zunehmend strenge Praxis der SAF, die neuerdings auch als Konsumentenschutzbehörde fungiert, ändern. Diesbezüglich werden Ende dieses Jahres anhand Modifizierung des VersicherungsG Fortschritte erwartet. Das Recht der Versicherungsmakler in Ungarn ist wegen des oben Geschriebenen reif für eine generelle Neuregelung.

4 In Ungarn wurde das IMD implementiert, jedoch nicht konsequent genug. Dies zu erörtern geht jedoch über die Rahmen dieses Aufsatzes hinaus.

VERSICHERUNG

Versicherungsgesellschaft eine Entlohnung beziehen? c. Darf ein Online-Versicherungsmakler auf seiner Website Allgemeine Versicherungsbedingungen von Versicherungsgesellschaften veröffentlichen, die u.U. gesetzeswidrig sind? d. Wie soll ein guter und sorgfältiger Versicherungsmakler dafür sorgen, dass seine Kunden in Ermangelung der Unterrichtung über Risiken im Zusammenhang mit der Gesellschaftsform einer Versicherungsgesellschaft keine Schäden erleiden?

ohne Zögern annimmt und den Versicherungsmakler dafür belohnt. Obwohl dieses Geschäft weder dem Grundprinzip des ZGB über Anstand noch dem Grundsatz von Ulpian, wonach „nemo plus iuris ad alium transferre potest, quam ipse haberet“ entspricht, gewinnt immer wieder und immer häufiger das Interesses des Versicherungsmaklers und verliert das des Kunden. Dies führt auch dazu, dass viele Versicherungsmakler mit einem einzigen Bestand auf dem Markt unterwegs sein und davon gut leben können, ohne einen neuen Versicherungsvertrag abgeschlossen zu haben.


VERANSTALTUNG

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TOGETHER / CCA

Alle Jahre wieder...

...sind viele dem Ruf des CCA und TOGETHER Teams gefolgt und zu einer großartigen Weihnachtsfeier zusammengekommen. Die diesjährige Veranstaltung stand wieder unter dem Titel „Kunst und gute Gespräche“. In den Begrüßungsworten stellten die Geschäftsführer Ing. Mag. Stefan Schambron(TIS), Wilhelm Brandstetter (TIS) und Mag. Alexander Petzmann (CCA) die Errungenschaften, wie beispielsweise die „NullFehler Strategie“ des letzten Jahres und die positiven Zahlen (über 8.000 User bei TIS) der Unternehmen vor. Auch die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und die gemeinsamen Mehrwerte wurden betont. Die Kunst war dieses Jahr wieder am Zug, und so konnten die Gäste Aquarelle des Künstlers Heinz Schweitzer bewundern. Der Sieger des Aquarellpreises 2010 des Leopoldmuseums rangiert unter den Top 50 der europäischen Aquarellisten.

Inmitten der zahlreichen Gäste waren viele Vertreter der Maklerschaft und der Versicherungen. Unter anderem kamen: KR Siegfried Fleischacker (WKO), Günther Gustavik (Generali), Mag. Josef Hauer (D.A.S), Vorstandsdirektor Mag. Robert Haider (Donau Versicherung), Dr. Gerhard Kalcik (ARAG), Laszlo Köszeghy (Zürich), Geschäftsführer Dr. Werner Kurzreiter (UNIQA Software Services) Vorstandsdirektor Mag. Peter Lackner (UNIQA Versicherung), Vorstandsdirektor Dr. Erich Leiß (Wiener Städtische Versicherung), KR Rudolf Mittendorfer (WKO), LA Vorsitzender Mag. Gerhard Schuster (Siemens), Mag. Florian Weikl (Zürich), Ingrid Wetzstein (VVO) und Vorstandsdirektor Dr. Felix Wieser (SK Versicherung). Alle Anwesenden genossen den Abend mit kulinarischen Genüssen und guten Gesprächen.


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VERANSTALTUNG

Die Versicherung einer neuen Generation.

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VERANSTALTUNG

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FACHGRUPPE DER WIENER VERSICHERUNGSMAKLER

Weiterbildung

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uch 2011 steht wieder im Fokus der Aus- und Weiterbildung. Die Anforderungen an den Beruf des Versicherungsmaklers steigen täglich. Die 1. Seminarreihe „ Aktuelles Wissen für den Versicherungsmakler von heute und morgen“ startet am 11.3.2011. Anmeldungen zur Seminarreihe unter www.wiener-versicherungsmakler.at oder unter der Telefonnummer 01 514 50 3750.

1

11.03.2011

€ 160 Wie werde ich Versicherungsmakler? / KR Chrisan Schäfer

2

12.03.2011

€ 320 Allgemeine Rechtsgrundlagen / KR Mag. Kurt Stäner

3

18.03.2011

€ 480 Besondere Rechtsgrundlagen / Mag. Wilhelm Hemerka

4

19.03.2011

€ 640 Steuerrecht und betriebliche Altersvorsorge / Akad. Vkfm Eric Rubas

5

25.03.2011

€ 800 Sachsparten 1 / Dr. Elisabeth Schörg

6

26.03.2011

€ 960 Sachsparten 2 / KR Chrisan Schäfer

7

01.04.2011

€ 1.120 Transportversicherung / Mag. Peter Grümberger

8

02.04.2011

€ 1.280 Markng und Kommunikaon / Renate Längauer

9

08.04.2011

€ 1.440 Hapichtversicherung / Dr. Johannes Stögerer

10

09.04.2011

€ 1.600 Rechtsschutzversicherung und D&O / Dr. Helmut Tenschert

11

15.04.2011

€ 1.730 Risk-Management / KR Kurt Dolezal

12

16.04.2011

€ 1.860 KFZ-Versicherungen / Brigie Kreuzer

13

06.05.2011

€ 1.990 Gesetzliche Pensionsversicherung und private Vorsorge / Rudolf Miendorfer

14

07.05.2011

€ 2.090 Kranken- und Unfallversicherung inkl. Sozialversicherung / Helmut Mojescick

15

13.05.2011

€ 2.190 Pege / BUFT und BU / Helmut Mojescick

16

14.05.2011

€ 2.270 Lebensversicherung (Geschichte, Gesetz, Bedingungen, Tarif) / Rudolf Miendorfer

17

20.05.2011

€ 2.350 Veranlagung in der LV (Deckungsstock, FLV, Fondsorienert,..) / Michael Katscher

18

21.05.2011

€ 2.430 Rechtliche Besmmungen für Unternehmer / Dr. Manfred Pichelmayer € 80 Büroorganisaon in einem Maklerbüro (3 Std. Kleingruppen)

Die Seminarreihe beginnt jeweils um 9.00 Uhr und endet ca. um 17.00 Uhr.

Ab vier gebuchten Kurstagen ist ein online Zugang zu den Skripten enthalten, ansonsten ist der Zugang um EUR 200,00 für drei Monate zu erwerben.


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Kindernothilfe

C

lerical Medical Österreich verzichtete auch heuer auf die Weitergabe von Weihnachtsgeschenken und spielte dafür Weihnachtsengel für Kinder in den bolivianischen Anden. Martin Kappl überreichte an die Geschäftsführerin der Kindernothilfe Österreich, Luzia Wibiral, einen Scheck über 10.000 Euro. Mit diesem Betrag wird ein umfassendes Hilfsprojekt der Kindernothilfe im Hochland von Tacobamba unterstützt, wo rund 650 Familien mit ihren Kindern im kargen

Südwesten Boliviens auf 4.000 m Höhe unter schlechtesten Bedingungen leben. Oft reicht die Ernte in dieser Region nicht aus, um die Kinder ausreichend zu ernähren. Österreich Chef Bernd Hartweger: „Mit der Spende an die Kindernothilfe unterstützen wir ein Projekt, das Kindern und ihren Familien nicht nur eine warme Mahlzeit täglich garantiert, sondern durch professionelle Hilfestellung auch in ihre Zukunft investiert. Mit diesem Betrag erhalten knapp 1.000 Kinder eine Chance auf ein nachhaltig besseres Leben - ein schöner Gedanke in unserer schnelllebigen Zeit.“

Spätestens in Reihe 7, Arbeitsrecht Band 3, Seite 8 Mitte wird es Zeit für den Rechtsschutz-Spezialisten.

Ohne einen kompetenten Partner verlieren Sie im Paragrafendschungel schnell die Orientierung. Nicht so mit einer Rechtsschutzversicherung von ARAG, Europas großem Rechtsschutzversicherer. Denn mit uns steht Ihnen der Spezialist in allen Rechtsfragen zur Seite. Näheres bei Ihrem Berater oder unter www.ARAG.at.

VERANSTALTUNG

CLERICAL MEDICAL


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9. INFORMATIONSTAG DER WIENER VERSICHERUNGSMAKLER, 2. MÄRZ 2011

„WEST:MARKT:OST“ D

ie Wiener Versicherungsmakler greifen an ihrem 9. Informationstag am 2. März 2011 im Wiener Palais Ferstel erneut ein hochaktuelles Thema auf: die demografische Entwicklung. „Mit dem Tagesmotto „WEST:MARKT:OST“ pointieren wir die notwendige Verknüpfung dieser Märkte für unsere Zukunft“ sagt FGO Rudolf Mittendorfer, der sich freut, mit bewährten Partnerschaften die erfolgreiche Veranstaltungsreihe fortführen zu können. Keynote-Speaker Prof. Dr. Hans Werner Sinn, Vorstand des Ifo-Institutes in München, wird ökonomische Fakten präsentieren und am Podium mit Kurt Ebner/ Aktuar Vienna Insurance, Zahlen sprechen lassen. KR Mag. Christine Hapala /human-money-company sowie der Roma-Geiger Harri Stojka ergänzen mit persönlicher Erfahrung, während Gastgeber FGO Rudolf Mittendorfer die Praxis bei den Kunden beiträgt. Ob die Zahl dem Zufall überlassen ist, wird zum Abschluss der „Wissenschaftler des Jahres 2004“, Prof. Dr. Rudolf Taschner, in einer unnachahmlichen Art beweisen. „Betrachtet man die geographische Lage des Landes und seine Geschichte, dann wird klar,

dass das heutige Österreich auf eine lange und wichtige Tradition der Zuwanderung zurückblickt“ meint Mittendorfer und ergänzt, dass aktuell mit 12% der gesamten Beschäftigten die Bürger aus Ostmitteleuropa die größte ausländische Gruppe sind. „Dies führt jedenfalls mittelfristig zur Veränderung der Einwohnerstruktur. Die Bevölkerungs-entwicklung wird weiters von der Geburtenrate der verschiedenen Gruppen beeinflußt. Es entstehen Chancen und neue Konfliktpotenziale, auch und besonders für den Versicherungsmarkt“ präzisiert der Fachgruppenobmann die Wahl des Tagesthemas.

Inmitten der Veränderungen bleibt das Tageskonzept der Veranstaltung konstant: die Eröffnung erfolgt durch die Präsidentschaft der WKW und die politische Stadtvertretung um 16.30h für alle geladenen Gäste aus Wirtschaft, Politik und der Versicherungsbranche. Dem Programm folgend wird nach der Podiumsdiskussion der alljährliche „Hammurabi-Preis“ (in Zusammenarbeit mit der WUWien) verliehen und das „talk together“ ist die Basis für Kontakte am 2.3.2011 im Palais Ferstel in Wien.

AVISO ZUM 9. INFORMATIONSTAG DER WOHNEN VORSORGE WIENER VERSICHERUNGSMAKLER PESIONSVORSORGE VORSORGE PENSION GESUNDHEIT HAFTPLICHTVERSICHERU HAFTPLICHTVERSICHERUNG WOHNEN KFZ GESUNDHEIT PE WEST:MARKT:OST KFZ RECHTSSCHUTZ VORSORGE WOHNEN VORSORGE WOHNEN PENSION VORSORGE RECHTSSCHUTZ K RECHTSSCHUTZ PENSION VORSORGE KFZ HAFTPLICHTVERSI 2. März 2011 WOHNEN VORSORGE PENSION KFZ RECHTSSCHUTZ VORSOR Palais Ferstel, Wien KFZ RECHTSSCHUTZ Nur für geladene Gäste PENSION KFZ VORSORGE HAFTPLICHTV VORSORGE PENSION GESUNDHEIT HAFTPLICHTVERSICHERU


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Der Zug der Lemminge „Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir einen großen Schritt weiter“

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sterreich droht ein Weg in den Untergang: Mangelndes Zukunftsdenken der Politik, das Negativimage der Massenmedien, die fehlende Vergangenheitsbewältigung und zunehmende Fremdenfeindlichkeit, die kaum noch überbrückbaren Konfliktlinien von jung und alt bis zu privat und öffentlich, das Versagen der Bildungsdebatte als fauler Kompromiss, das mangelnde Verständnis des Umgangs mit Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. Trotzdem beschäftigt man sich hierzulande lieber mit der provinziellen PfleDer Autor: Peter Filzmaier Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier, geboren 1967 in Wien, ist Politikwissenschaftler, Kommunikationsberater und Zeitungskolumnist.

ge seines National- und Regionalstolzes. Von den Parteien über die Medien bis zur Bevölkerung machen fast alle mit. Die wahren Probleme der heimischen Demokratie kümmern keinen. Wir Österreicher führen uns so auf, als wären wir Lemminge. Dabei stürzen diese gar nicht freiwillig in den Tod. Das Phänomen wurde für einen Dokumentarfilm lediglich nachgestellt. In Österreich ist die Lage ernster, weil sich das ganze Land in falscher Gemütlichkeit freiwillig sprungbereit macht.

EcoWin Verlag Format: 15 x 21,5, gebunden mit Schutzumschlag Preis: EUR 21,50 (A/D), CHF 38,00 ISBN: 978-3-902404-91-6

MANUEL HORETH, YVES WEISANG

Magisch Kochen

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anuel Horeth, der Mentalist, ist auch leidenschaftlicher Koch. Er präsentiert Gerichte, die verzaubern und die darüber hinaus eine Wirkung auf Geist und Seele haben. Die Besonderheit liegt dabei darin, dass die Zutaten und deren Wirkung und Kraft auf

Verlag Carl Ueberreuter Ges.m.b.H. Format: 20,0 x 25,0 cm 160 Seiten - 100 farbige Abbildungen Preis: EUR: 24,95 CHF: 37,90 ISBN: 978-3-8000-7499-0

uraltem Wissen basiert. Bereits in der Antike und im Mittelalter wussten Kräuterfrauen und Hexen um die Kraft und Wirkung bestimmter Zutaten und Kräuter. Manuel Horeth nutzt dieses Wissen und kreiert gemeinsam mit Maître Yves Weisang eine moderne, magische Küche.

BUCHBESPRECHUNG

PETER FILZMAIER


ABONNEMENT/IMPRESSUM

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ABO

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risControl ist ein unpolitisches Nachrichtenmagazin für die Sicherheitsindustrie, die Versicherungswirtschaft und die Finanzwirtschaft im europäischen Raum, sowie Sicherheits- und Risikoprofessionals. Medieninh. & Herausg.: AT Zeitschriftenverlag GmbH Fn 273 317 A 3100 St.Pölten, Purkersdorferstraße 6/II/7, Geschäftsführer Christian Proyer Redaktion: A 3100 St.Pölten, Purkersdorferstraße 6/II/7 Verlags & Herstellungsort ist Redaktionsadresse Gesellschaft 100% Erwin Lang, Der Gegenstand des Unternehmens ist: Ausübung des Gewerbes des Zeitschriftenverlages, Ausübung von Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung, der Erwerb und die Pachtung sowie Beteiligungen an anderen Unternehmungen und Gesellschaften mit Ausnahme solcher, die den Betrieb von Bankund Börsegeschäften zum Gegenstand haben, sowie die Übernahme der Geschäftsführung und Vertretung solcher Unternehmen und Gesellschaften. Weiters ist die Gesellschaft zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszweiges notwendig oder nützlich sind, ausgenommen Bankgeschäfte Namentlich gezeichnete Artikel, Beiträge, Kommentare etc. spiegeln die Meinung des Autors wieder und müssen ausdrücklich nicht mit jener der Redaktion übereinstimmen. Auf unseren Seiten verwendete Fotos unterliegen dem Urheberrecht des jeweiligen Fotografen. Die Verwendung von Artikeln unseres Mediums auf Internetseiten und in Druckform bedarf einer Zustimmung des Verlages.

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risControl 2011/01  

Heft 1 aus 2011

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