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Jammern hilft nicht …

… alles besser wissen auch nicht …

… einfach mal machen wäre ein Anfang.

GRAND PRIX DER MOLEKÜLE

EUROPA KANN ES BESSER

DIE ALIENS UNTER UNS

Das kleinste Autorennen der Welt ganz groß

Die EU hat einige Probleme und wir ein paar Ideen

Die ESA sucht kreative Köpfe in den Alpen

Rette die Welt und werde ...  GLÜCKLICH  REICH  BERÜHMT


Der Der neue neue Passat Passat GTE. GTE. Performance Performance und und Innovation Innovation vereint. vereint. Im neuen Im neuen Passat Passat GTE GTE steckt steckt ein Plug-in ein Plug-in Hybridantrieb, Hybridantrieb, der mit der hoher mit hoher Alltagstauglichkeit, Alltagstauglichkeit, beeindruckender beeindruckender Dynamik Dynamik und und überragender überragender Sparsamkeit Sparsamkeit überzeugt. überzeugt. Mit der Mit Kombination der Kombination aus Elektroaus Elektround und Benzinmotor Benzinmotor fahren fahren Sie bis Siezu bis50 zuKilometer 50 Kilometer rein rein elektrisch elektrisch und und 1.000 1.000 Kilometer Kilometer ohneohne zu tanken. zu tanken. Und Und wer wer es sportlich es sportlich mag,mag, kannkann mit dem mit dem GTE-Button GTE-Button zusätz zuliche sätzliche Power Power aus dem aus dem Fahrzeug Fahrzeug kitzeln. kitzeln. Auf www.volkswagen.at/emobility Auf www.volkswagen.at/emobility finden finden Sie alle Sie Volkswagen alle Volkswagen GTE-Partner GTE-Partner in Ihrer in Ihrer Nähe. Nähe.

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CAPTURED BY BRIANNA FICK


¨ ¨ FLUGEL FUR JEDEN GESCHMACK.


EIN WORT MIT AUF DEN WEG

DANIEL KIM

LIT MOTORS

Er wurde fast von einem Gelände­ wagen erdrückt, später fiel er vom Motorrad. Heute arbeitet der Industriedesigner am sichersten Fahrzeug der Welt (Seite 26).

INNOVATOR

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EDITORIAL

EINFACH MAL

MACHEN Wir haben viel Lob für unser erstes Heft bekommen.

UND EINE EINZIGE KRITIK. ABER DIE WAR TOTAL BERECHTIGT. DAS HEFT IST: JA EH. ES HAT VIEL NEUES UND VIEL GUTES, ABER DAS GUTE IST NICHT NEU, UND DAS NEUE IST NICHT GUT. (NICHT EINMAL DIESER SPRUCH IST GUT UND NEU, SONDERN VON LESSING.) ALSO HABEN WIR UNS GESAGT: WIR MACHEN JETZT MAL! WIE WIR WOLLEN! ABER. RICHTIG.

ALSO LOS! DEINE REDAKTION

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INNOVATOR


INHALT A

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NEULAND

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2DE/3DE, 7AB/8AB, 7EF/8EF START. Projekte mit Potential, unfassbare Trends und ein Ding aus der Zukunft, das es schon immer gab. Diesmal: das E-Motorrad. Seite 22

4CDE/5CDE/6CDE

7CD/8CD

5FGH/6FGH/7FGH

ALIENS GESUCHT. Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und fördert die kreativsten Köpfe Europas – in den Alpen. Wir haben sie besucht. Seite 42

3 TAGE WACH. Wir haben einen brillanten Autor zum größten Hackathon Europas geschickt – dass er mit seinem Smartphone Fotos macht. Das Ergebnis auf Seite 62

1FGH/2FGH/3FGH

NANOCAR RACE. Das kleinste Rennen der Welt auf der großen Bühne. Welches Design wird sich durchsetzen? Seite 30

DIE ZUKUNFT DES FERNSEHENS. TV ist von anderen Medien längst überholt worden. ­Warum wir trotzdem noch immer in die ­Röhre glotzen. Seite 52

2BC/3ABC/4AB/5AB/6B

3FG/4FG

NEUROPA. Die EU hat ein paar Probleme und wir ein paar Ideen. Vier Vorschläge, die auch von dir stammen könnten, ab Seite 36

HOW TO. Expertentipps, Insiderwissen, Dos & Don’ts aus erster Hand. Die Service-­ Strecke mit Erfolgsgarantie auf Seite 57

Weil das übliche Inhaltsverzeichnis nicht zu The Red Bulletin Innovator passt, haben wir etwas anderes ­gemacht. Klar, alles Neue wirkt erst einmal etwas seltsam. Like oder Dislike? Bewerte und kommentiere diese und anderen Seiten aus diesem Heft auf: ­redbulletin.com/innovator

Fast Forward. Kleine Ideen, die die großen Probleme der Welt lösen. Seite 12     Das Letzte. Eine Frage zum Schluss. Seite 66 10

INNOVATOR

SHUTTERSTOCK, SINCLAIR C5, ILLUSTRATION: SCHIRIN CHARLOT,

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FAST FORWARD Wie kleine Ideen die großen Probleme der Menschheit lösen.

Rette die Welt

In Peking kannst du an Tagen mit besonders hoher Schadsto≠belastung nur wenige Meter weit sehen.

DUKAI PHOTOGRAPHER/GETTY IMAGES, GREEN CITY SOLUTIONS (PORTRAIT)

FAST FORWARD IDEEN die bewegen


DIE LÖSUNG

Dicke Luft

Den Schmutz aufsaugen Wir kennen die Bilder: Men­ schen mit Mundschutz im ­Gesicht, ein grauer Schleier, der über den Häusern liegt. Mittlerweile ersticken nicht nur asiatische Metropolen im Smog. Auch die Städte Europas hätten ein Problem, sagt Peter Sänger. Deshalb hat der Bio­ loge mit seinen Kumpels „City Trees“ entwickelt. Die großen, schmalen Anlagen (ca. 4 Meter hoch, 3 Meter breit) sind beid­ seitig mit über 1600 Moosen und anderen Pflanzen begrünt. Wie ein riesiger Schwamm sau­ gen sie den Dreck aus der Luft – und das mit Erfolg. Bereits im ersten Jahr schrieb das Unter­ nehmen schwarze Zahlen.

Peter Sänger BAUT BIO-LUFTFILTER. greencitysolutions.de Mehr über „City Trees“ auf www.redbulletin.com/innovator

INNOVATOR

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FAST FORWARD

Rette die Welt

DIE LÖSUNG

Charly Kleissner will den schlechten Ruf der Wall Street ­ändern. Und zwar, indem er ­Anbieter von nachhaltigen Finanz­produkten wie etwa „Sustainable Agriculture ­Notes“ unterstützt. Solche ­Anleihen bringen dem Anleger nicht einfach nur Rendite, also Geld. Mit ihnen wird in Unternehmen investiert, die ökologisch nachhaltige oder soziale Ziele verfolgen. Kleissner will mit seinem Engagement bei der UNO-Initiative „Sustainable Stock Exchange“ auch Durchschnittsanlegern den Handel mit solchen Anleihen zugänglich machen. Denn je mehr in nachhaltige Unternehmen investiert werde, desto sichtbarer würden sie am Kapitalmarkt, prognostiziert der gebürtige Österreicher, der in Kalifornien lebt. Und das zwinge irgendwann auch die großen Konzerne zum Umdenken.

Charly Kleissner SETZT AUF GUTE AKTIEN. Mehr über die Sustainable Stock Exchange und Charly Kleissner auf www.redbulletin.com/innovator

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INNOVATOR

JUSTIN LANE/EPA/PICTUREDESK.COM, KL FELICITAS FOUNDATION (PORTRAIT)

Böse Börse

Guter Handel


Nicht alle handelten seriös: Nach dem Ausbruch der Finanz­marktkrise im Jahr 2008 kamen diverse Risiko­ spiele der B ­ roker ans Licht. INNOVATOR

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MATTHEW NORMAND/360CITIES.NET VIA GETTY IMAGES, LUKAS ILGNER (PORTRAIT)

Wenn ein kleiner Fehler im System passiert, gehen alle unter. Das gilt genauso für dieses U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg wie für komplexe Systeme wie das Stromnetz, die uns allzu selbstverständlich erscheinen.


FAST

FORWARD DIE LÖSUNG

Ups, falscher Knopf!

Kleine Ein­ heiten, die sich selbst erhalten

INNOVATOR

„Ein Hacker meinte mal zu mir, er habe weniger Angst vor Kri­ minellen als vor menschlicher Schlamperei und Dummheit. Im Mai 2013 zum Beispiel ließ eine einfache Zählerabfrage in einem bayrischen Gasnetz fast das österreichische Hochspan­ nungsnetz kollabieren. Wenn das passiert wäre, hätten wir nicht nur Schwierigkeiten in Österreich bekommen – halb Europa wäre womöglich ohne Strom dagestanden. Wie kann eine einfache Routineabfrage solche Folgen haben? Unser Energiesystem ist extrem kom­ plex. Ein kleiner Fehler dort kann riesige Kaskadeneffekte anderswo auslösen. Das sehen wir überall, auch in anderen Bereichen, im Finanzsystem zum Beispiel. Das Ganze zu entwirren, halte ich für sinnlos. Stattdessen sollte man dafür sorgen, dass kleinere Einheiten im Krisenfall zu einem gewis­ sen Grad autonom funktionie­ ren und eine Zeitlang Grund­ funktionen aufrechterhalten können. Für den Fall eines Stromausfalls habe ich zum Beispiel Vorräte für zwei ­Wochen zu Hause, der Wein­ schrank hilft auch im Zweifels­ fall. Das ist nichts anderes als eine erhöhte Autonomie einer Zelle in einem komplexen Sys­ tem. Mauern zu bauen funk­ tioniert übrigens auch nicht. In globalen Systemen wie dem Energienetz sind Hacker, menschliches Versagen, aber auch unvorhersehbare Dinge wie das Wetter immer drinnen. Resilienz wäre da viel wichti­ ger: dass, wenn etwas passiert, das System insgesamt nicht so sehr darunter leidet. So wirkt ein kleiner Fehler nicht gleich groß im Ganzen.“

Rette die Welt

Marc Elsberg

beschrieb im Science-Thriller „BLACKOUT“ (2012), was pas­ sieren würde, wenn in Europa und den USA der Strom ausfiele. Sein neuestes Buch „HELIX. Sie werden uns ersetzen“ erscheint Ende Oktober bei Blanvalet. Lies das Interview mit dem Autor auf www.redbulletin.com/innovator

„BLACKOUT“: wenn uns das Licht ausgeht.

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LUCA ZANETTI, WOHNWAGON (PORTRAIT)

Santa Cruz del Islote liegt vor der Küste Kolumbiens, ist nur ein Stück größer als ein Fußballfeld und mit über 1200 Einwohnern die am dichtesten besiedelte Insel der Welt.


FAST FORWARD

Rette die Welt

DIE LÖSUNG

Es wird eng

Mobil wohnen

INNOVATOR

Wie viel Platz braucht man zum Leben? Exakt 25 Quadratmeter, meinen die Macher von „Wohnwagon“. Das österreichische Start-up baut Naturholz-Camper, ausgestattet mit eigener Photovoltaikanlage, Bio-Toilette und Wasseraufbereitungsanlage. Angesichts steigender Mietpreise und des zunehmenden Platzmangels in Städten liege die Zukunft des Wohnens im mobilen, autarken Leben, sagt Wohnwagon-Geschäftsführerin Theresa Steininger. Der Preis für die minimalistische Behausung: 83.996 Euro. Das scheint für viele leistbar. Derzeit läuft schon die Produktion von Wohnwagon Nummer 12.

Theresa Steininger HAT EINE WOHNVISION. Und die wird mit Preisen überhäuft. Mehr über das Selbstversorger-­ Projekt auf wohnwagon.at

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FAST FORWARD

Rette die Welt

SHUTTERSTOCK, FIFTEEN SECONDS (PORTRAIT)

Plastikessen, das weit gereist ist: Laut einer Studie der Heinrich-Böll-Stiftung ist die Ernährung der Bevölkerung vor allem in europäischen Staaten von Importen abhängig.

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INNOVATOR


FAST FORWARD

DIE LÖSUNG

Werde Bauer Eigentlich wollte Michael Kelly nur Knoblauch kaufen. Doch im Supermarkt bekam er zu seiner Überraschung nur Knollen aus China. Der Ire recherchierte und fand heraus, dass in seiner Heimat Obst und Gemüse zu 85 Prozent importiert werden. Mit „Grow It Yourself“ (GIY) will Kelly die Menschen dazu bringen, sich mit ihrer Ernährung und der Anbauweise ihres

­Essens auseinanderzusetzen. Seine Organisation unterstützt mittlerweile weltweit 150.000 Mitglieder beim Anbau der ­eigenen Nahrung zu Hause oder am Arbeitsplatz. Mit Workshops und Events soll auch Nichtmitgliedern das Gärtnern schmackhaft gemacht werden. Dabei gehe es GIY nicht darum, sämtliches Obst und Gemüse selbst anzubauen, sagt Kelly. Ein Schritt in die richtige Richtung sei auch mit einem Kräutertopf am Fensterbrett getan.

Rette die Welt

Michael Kelly BAUT SELBST AN. www.giyinternational.org Lies das Interview mit Michael Kelly auf www.redbulletin.com/innovator

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START IDEEN

mit Zukunft

HUBBLE FÜR ALLE „Jedem Menschen per App Einblick ins Universum zu geben treibt mich jeden Tag aufs Neue an“, sagt Ralf Belusa von Astrofactum. Das Münchner Start-up entwickelt ein öffentliches Weltraumteleskop für Forscher, Bildungseinrichtungen und Hob­ by-Astronomen. 2019 soll es ins All abheben.

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Mit seinem 80-Zentimeter-­ Spiegel soll das Public Tele­ scope dem altgedienten ­Hubble Konkurrenz machen.

INNOVATOR


Die Platzwahl ist entscheidend: Bei einer therapeutischen Achterbahnfahrt sollte man ganz hinten sitzen.

S TA R T Ideen mit Zukunft

Nierenstein

Looping-Therapie Achterbahn vs. Nierenstein US-amerikanische Mediziner haben kürzlich mit einer Studie für Aufsehen gesorgt. Sie hieß „Validation of a Functional Pyelocalyceal Renal Model for the Evaluation of Renal Calculi Passage While Riding a Roller Coaster“. Zu Deutsch: ­Achterbahnfahren hilft gegen Nierensteine!

Gel statt Pille Für Lang(strecken)schläfer

WOW

Schlafen im Flugzeug sorgt selten für Erholung – dafür allzu oft für einen steifen Nacken. Gleich zwei Kickstarter-Projekte sollen jetzt Abhilfe schaffen.

ASTROFACTUM GMBH BENJAMIN HÄUSSLER, ASTROFACTUM GMBH, ROBOWUNDERKIND.COM, PR, SHUTTERSTOCK

NEW

Hallo Alexa!

VS.

NOD POD Ein Polster aus Memory-­ Schaum, der an der Kopf­ stütze befestigt wird (und sich bei einem Unfall ­automatisch löst). Auf Kickstarter hat das US-­ amerikanische Start-up gleich das 15fache seines Zielbetrags erreicht. Im November werden die ersten Nod Pods versandt.

INNOVATOR

FACE CRADLE Das Konkurrenzprodukt aus Australien erinnert zwar an eine Klobrille, bietet dafür aber mehrere Schlaf-Modi: Es kann als Nackenkissen zum Dösen verwendet werden – oder im Tiefschlaf-Modus, bei dem der Kopf wie in einer Massageliege ruht. ­Angenehmen Flug!

Amazon Echo Der Bluetooth-Lautsprecher von Amazon kann mehr als Musik spielen: Die integrierte Sprach­ assistentin Alexa ver­ waltet auch Kalender und Einkaufslisten und kann sogar Pizza bestellen. In Nordamerika ist sie schon in über drei Millionen Haushalten im Einsatz. Jetzt hat Alexa Deutsch gelernt: Ab 26. Oktober gibt es Amazon Echo im deutschsprachigen Raum für 179 Euro zu kaufen.

Hör-Fühler

Senso Da er sich jedes Mal Sorgen machte, wenn seine gehörlose Tante in der Stadt unterwegs war, hat ein südafrikanischer Social Entrepreneur dieses Armband entwickelt: Es erkennt verschiedene typische Geräusche in Gefahrensituationen – von der Autohupe bis zum Feueralarm – und wandelt sie in Licht und Vibration um. So könnte das Stadtleben für gehörlose Menschen sicherer werden.

Vasalgel Vor 20 Jahren patentiert – endlich marktreif? Das Gel, das in den Samen­ leiter gespritzt wird und reversible Verhütung für den Mann bieten könnte. Jetzt wurde Vasalgel erstmals an Pavianmännchen getestet – mit hundertprozentigem Erfolg. Im Lauf des Jahres 2017 soll es erste Versuche an Menschenmännchen geben.

„The amount of sleep required by the average person is five ­minutes more.“  W I L S O N M I Z N E R

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S TA R T Trend Radar

DAS ORAKEL VON WIKI Wer braucht schon eine Glaskugel, wenn er Wikipedia und Google hat?

„POKÉMON GO“

40.000 38.461

INGRESS

Justin Bieber Pageviews: 20.468 am Tag

5000 PAGEVIEWS ANALYSIS

Elon Musk Pageviews: 21.281 am Tag

Ist Elon Musk der Justin Bieber unter den Tech-Unternehmern? Im englischsprachigen Wikipedia werden die Seiten der beiden jedenfalls etwa gleich oft aufgerufen.

Socken

800

201

15. 7. 2016

Duftkerze

Badesalz

4460

16. 9. 2016

Schnapp sie dir alle Der Hype um „Pokémon Go“ zeigte sich auch bei den ­Wikipedia-Aufrufen. Sie sind rasant angestiegen – und ähnlich rasant wieder gefallen. Nebeneffekt: Auch Ingress, das erste Augmented-Reality-Spiel der Entwicklerfirma Niantic, konnte vom Pokémon-Hype profitieren.

Drei Dinge, die genau ein Jahr lang halten

Äpfel und Birnen im All

Danke, Tante Gitti! Socken sind nach wie vor das Maß aller Dinge, wenn es um generische Weihnachtsgeschenke geht. Die Überraschung: Duftkerzen und Badesalz – zwei andere Verlegenheitsklassiker – rangieren im Google-Ranking nur unter ferner liefen.

Socken 

Badessalz 

Dezember 2014 Duftkerze

GOOGLE TRENDS

PAGEVIEWS ANALYSIS

Dezember 2012

Dezember 2015

„Star Wars“ 4750/Tag

INNOVATOR

MARKUS KUCERA, SHUTTERSTOCK

„Star Trek“ 2673/Tag

2016

2011

Dezember 2013

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Im Sommer lief „Star Trek Beyond“ in den Kinos, im Herbst feierte man das 50-Jahr-Jubiläum. Trotzdem kann „Star Trek“ lang nicht mit der Popularität von „Star Wars“ mithalten – wenn es nach der Zahl der Aufrufe in der deutschen Wikipedia im Jahr 2016 geht.


Großartige Momente. Gestochen scharf Eine Kamera mit 3-fach Bildsensor, die jede Bewegung perfekt einfängt, ob kompakt oder im Premium Design.

© 2016 Sony Mobile Communications Inc.


S TA R T Die Zukunft gab es schon immer

DAS ELEKTROMOBIL

Stau und Abgase, ade: Elektroroller wären die perfekte Lösung für viele Probleme im Stadtverkehr. Doch wann werden sie sich durchsetzen? Sinclair C5 Drei Räder, zwei Pedale und ein Elektro­ motor mit 30 Kilometer Reichweite: Mit dem C5 wollte der britische Erfinder Clive Sinclair nichts Geringeres als den Straßen­ verkehr revolutionieren. Doch das Lotus-­ Design war seiner Zeit weit voraus: Sinclair Vehicles ging noch im selben Jahr pleite.

1985

2017? 26

Frisch aus San Francisco: Der C-1 von Lit Motors hält sich mit Gyroskopen selbst auf­ recht, bietet den Komfort eines Autos und sogar Platz für einen Mitfahrer. Firmen­ gründer Daniel Kim verspricht 300 Kilo­ meter Reichweite und 160 km/h TopSpeed. Was fehlt: ein Erscheinungsdatum.

INNOVATOR

LIT MOTORS, SINCLAIR C5

Lit Motors C-1


SKY OHNE LANGE

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S TA R T Das hat uns noch gefehlt!

DER HOKUSLOKUS Heutzutage bleibt kein Lebensbereich vom Streben nach Effizienz verschont. Nur auf dem stillen Örtchen hat man noch seine Ruhe. Zeit, auch das zu ändern!

Der Daten-Abort Der „Quantified Self“-Trend wird schon bald in den Toiletten dieser Welt ankommen. Warum sollte man auch wertvolle Daten das Klo runterspülen? Kontinuierliches Monitoring der Harn- und Stuhlwerte ­garantiert optimale Leistungsfähigkeit.

Das Motivations-Klosett

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Die Meeting-Toilette

Das Workout-Örtchen

Der Logik-Lokus

Schon im alten Rom war die öffentliche ­Toilette ein Treffpunkt, um seine – daher der Name – Geschäfte zu machen. Klingt doch ideal für jeden gestressten Manager von heute! Denn Zeit ist Geld, und das stinkt bekanntlich nicht.

Außerhalb Mitteleuropas weiß man, dass Hocken die beste aller Klohaltungen ist. Man hält sich fit, trainiert die Beinmuskulatur, entspannt den Darm und positioniert sich garantiert genderneutral. Yoga-Geschulte dürfen Rückbeugen probieren.

Sudokus und andere Rätsel sind beliebt für längere Sitzungen. Aber warum nicht den Einsatz erhöhen, um das Gehirnjogging effektiver zu machen? Zum Beispiel, indem das Klopapier erst ausgegeben wird, wenn man eine Denksport-Aufgabe gelöst hat.

INNOVATOR

ILLUSTRATION: DAVID KELLNER

Warum muss es am stillen Örtchen immer still sein? Vorträge großer Denker, motivierende Reden und inspirierende Sprüche über Lautsprecher könnten für den Extra-­ Motivationsschub sorgen – und zugleich etwaige Nebengeräusche überdecken.


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INNOVATOR


Das Nanocar Race in Toulouse ist das kleinste Autorennen der Welt. Hier treten Autos gegeneinander an, die nur aus einzelnen Molekßlen bestehen. Doch welches Design wird das schnellste sein? ILLUSTRATION: Max Kulich

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NANOCARS

DIPOLAR RACER TEAM Nanoprix Team LAND USA/Österreich (Rice University, Houston/Universität Graz)

D

as Nanocar Race in Toulouse lässt sich in seinen Dimensionen kaum fassen: Die ge­ samte Rennstrecke ist kleiner als das kleinste Bakterium, die Autos bestehen aus einzelnen Molekülen. Unter einem optischen Mikroskop sind sie nicht zu erken­ nen, weil selbst die Wellenlänge des Lichts dafür zu groß ist. „Das ist die Größenordnung, in der wir täglich arbeiten“, sagt Rémy Pawlak von der Universität Basel. Er ist der Pilot des Schweizer Teams und Experte für Rastertunnelmikro­ skopie. Diese Mikroskope haben keine Linsen, sondern scannen mit einer feinen Nadel eine Oberfläche

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ab. Dank Quanteneffekten können sie sogar die Anordnung einzelner Atome sichtbar machen. „Durch die Nadelspitze fließt elektrischer Strom“, sagt Pawlak, „damit können wir die Moleküle nicht nur ansehen, sondern auch beeinflussen – und ­einen Nano-Rennwagen antreiben.“ Die Rennstrecke in Toulouse steht unter einem Rastertunnel­ mikroskop, das vier solcher Nadeln hat, damit vier Teams gleichzeitig gegeneinander antreten können. Sie haben für das Rennen ganz unter­ schiedliche Gefährte entwickelt, die teils zwei, teils vier Räder haben – oder gar keine, wie der „Swiss Nano Dragster“, der wie ein Luftkissen­ fahrzeug über die Strecke gleitet.

Doch um ihn zu bewegen, ist s­ tundenlange Konzentration nötig: Vor jedem Antriebspuls muss Pawlak die Nadelspitze exakt ausrichten, damit der Dragster sich in die kor­ rekte Richtung bewegt – und danach muss er die Strecke absuchen, um ihn wiederzufinden. „Unser Geschwin­ digkeitsrekord liegt bei 20 Nano­ metern pro Stunde.“ Ob das für den Sieg beim Nanocar Race reicht, wird sich im Frühling 2017 zeigen. Bis da­ hin üben sich Pawlak und sein Team in Geduld – und die werden sie auch für das Rennen brauchen: Es wird bis zu 38 Stunden dauern.

Lies mehr über das Nanocar Race auf: redbulletin.com/innovator

INNOVATOR

RICE UNIVERSITY, NANO-CAR TEAM - TEXAS AND AUSTRIA

EIGENSCHAFTEN Polare (also unterschiedlich geladene) Gruppen machen den Dipolar Racer schnell und leicht steuerbar.


GRAND PRIX DER MOLEKÜLE

BOBCAT NANOWAGON TEAM Ohio Bobcat NanoWagon Team LAND USA (Ohio University)

OHIO UNIVERSITY, OHIO BOBCAT NANO-WAGON TEAM – OHIO

EIGENSCHAFTEN Besteht aus zirka 650 Atomen. Der Großteil davon steckt in den Rädern – die wirklich rotieren können.

Die Rennstrecke ist kleiner als das kleinste Bakterium. Unter einem optischen Mikroskop ist sie nicht zu erkennen – selbst die Wellenlänge des Lichts ist dafür zu groß.

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NANOCARS

SWISS NANO DRAGSTER TEAM Swiss Team LAND Schweiz (Universität Basel) EIGENSCHAFTEN Robust und beweglich. Besitzt keine Räder, sondern gleitet fast reibungslos wie ein Luftkissenfahrzeug.

NIMS-MANA CAR

LAND Japan (National Institute for Materials Science, Tsukuba) EIGENSCHAFTEN Besteht aus NaphthylVerbindungen, die für ihren Geruch bekannt sind (Mottenkugeln!). Bewegt sich ähnlich wie eine Raupe.

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UNIVERSITY OF BASEL, SWISS NANO DRAGSTER – SUISSE; MANA-NIMS, NANO-VEHICLE MANA-NIMS TEAM – JAPAN

TEAM NIMS-MANA Team

INNOVATOR


GRAND PRIX DER MOLEKÜLE

WINDMILL TEAM Nano-Windmill Company LAND Deutschland (Technische Universität Dresden)

TECHNICAL UNIVERSITY DRESDEN, NANO-WINDMILL COMPANY – GERMANY; P. ABEILHOU CEMES-CNRS, NANO MOBILE CLUB – FRANCE

EIGENSCHAFTEN Lässt sich besonders präzise steuern dank vier Lenkpunkten an den Enden des ­Moleküls.

THE GREEN BUGGY TEAM Toulouse Nanomobile Club LAND Frankreich (Université Paul Sabatier, Toulouse) EIGENSCHAFTEN Ist aus exakt 300 Atomen aufgebaut. Ein stark gekrümmtes Fahrgestell minimiert Interaktionen mit der Oberfläche.

INNOVATOR

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N.EU MACHEN

DIE EU HAT EIN PAAR PROBLEME UND WIR EIN PAAR LÖSUNGEN Genau genommen sind es vier Probleme, drei Lösungen und eine Erkenntnis: Niemand außer dir kann die EU retten.

KOMMENTAR: Boro Petric ILLUSTRATION: Nicolás Aznarez Lopez de Guereño

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INNOVATOR


INNOVATOR

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N.EU MACHEN

DIE FAHNE Die schöne Theorie (im o∞ziellen Wortlaut des Europarates aus dem Jahr 1955): „Gegen den blauen Himmel der westlichen Welt stellen die Sterne die Völker Europas in einem Kreis, dem Zeichen der Einheit, dar. Die Zahl der Sterne ist unveränderlich auf zwölf festgesetzt, diese Zahl ­versinnbildlicht die Vollkommenheit und die Vollständigkeit … Wie die zwölf Zeichen des Tierkreises das gesamte Universum verkörpern, so stellen die zwölf goldenen Sterne alle Völker Europas dar, auch diejenigen, welche an dem Aufbau Europas in Einheit und Frieden noch nicht teilnehmen können.“ Das schnöde Problem: Die Europa-­ Fahne mag in der Theorie die voll­ kommene Einheit repräsentieren, in der Praxis aber verkörpern zwölf Sterne einfach nicht 28 Mitgliedstaaten.

NICHT A ­ LLES, WAS EIN P ­ ROBLEM IST, LÄSST SICH AUCH LÖSEN Versuche, alle Mitgliedstaaten darzustellen und alle Fahnen zu einer zu vereinen, haben nur zu bizarren Barcode-Fahnen geführt. Die Erkenntnis: Es gibt ­Dinge, die muss man einfach so lassen, wie sie sind.

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INNOVATOR


N.EU MACHEN

JEDER E ­ U-BÜRGERIN AUF JEDEM EURO 510 Millionen Einwohner hat die EU. 17 Milliarden Euro-Banknoten sind im Umlauf. Mehr als genug, um jeden EU-Bürger auf über 33 Euro-­ Scheinen abzubilden. Stell dir das vor: Du bist Euro. Dein Gesicht zahlt. – Geld zum Lieben!

DER EURO Die gute Idee: Die auf der Vorder­ seite der Banknoten abgebildeten Tore und Fenster symbolisieren „den Geist der Offenheit und der Zusammenarbeit“. Die auf den Rückseiten abgebildeten ­Brücken symbolisieren die „Ver­ bundenheit zwischen den Völkern Europas und zwischen Europa und der übrigen Welt“. Die böse Wirklichkeit: Du siehst nur tote Steine – das ist der Ein­ druck, der beim Betrachten der Geldscheine entsteht. Gefühle werden keine geweckt, schon gar keine von Verbundenheit und Zusammengehörigkeit. Kein Tor, kein Fenster und keine Brücke gibt es wirklich. Wie aber soll ­etwas, das es gar nicht gibt, in der Wirklichkeit etwas bewirken und verbinden? Wie etwas, das so kalt und glatt ist, die Herzen der Menschen berühren?

INNOVATOR

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N.EU MACHEN

SPRICH MIT JUNCKER! Was die EU braucht, ist so etwas wie ein Facebook-­ Account, auf dem alle EU-Bürger Freunde sind und in direktem Dialog nach ihrer Meinung gefragt werden können. Ebenso könnten Bürger dort auch direkt Fragen und Wünsche an ihre EU-Vertreter richten.

DIREKTE DEMOKRATIE Das Gefühl von vielen: „Die EU ist zu groß. Zu undurchschaubar. Zu unpersönlich. Mischt sich aber überall ein. Ist zu bürokratisch. Ich werde nicht gesehen. Nicht gehört. Ich kann nichts bewirken. Ich bin egal.“ Das müsste nicht sein. Noch funk­ tioniert der Dialog der EU mit uns Bürgern wie im 19. Jahrhundert. Beschränkt sich zuweilen auf bloß eine Frage bei einer Wahl: Wer soll dich vertreten? Eine Demokratie des 21. Jahr­ hunderts könnte die Kommunika­ tionsmöglichkeiten des 21. Jahr­ hunderts besser nutzen. Noch nie war es so einfach, die Menschen zu fragen: Was willst du? Was ist dir wichtig? Was sollen wir deiner Meinung nach tun? Soziale Medien – schöpfen wir ihr volles Potential einfach aus.

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INNOVATOR


N.EU MACHEN

DIE SPRACHEN Die Vielfalt ist Europas größte Stärke – oder wir belügen uns selbst, und sie ist Europas g ­ rößtes Hindernis. Menschen, die einander nicht verstehen, die nicht miteinander reden können, können auch nicht viel mitein­ander machen. 24 Amtssprachen in jeweils alle anderen zu übersetzen verlangt nach 276 Dolmetschern.

EIN HANDY, DAS ALLE VERSTEHT Wann kommt also das Handy, mit dem ich mit jedem Menschen sprechen kann – nicht nur mit jenem Bruchteil der Bevölkerung, die zufälligerweise meine Sprache spricht? Smartphone- und Mobilfunk-Unternehmen sollten das ändern und endlich ein Handy schaffen, das beim Telefonieren jede europäische Sprache in Echtzeit in jede andere übersetzt. Damit wir endlich mit unseren Mitbürgern in Finnland sprechen können.

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ALIENS GESUCHT!

VIELE INNOVATIONEN haben ihren Ursprung in der Raumfahrt. Doch um Anwendungen für Weltraumtechnologie hier auf der Erde zu finden, braucht es kreative Köpfe. Nach ihnen sucht die Europäische Weltraumorganisation (European Space Agency/ESA) mit einem eigenen Inkubationsprogramm – das jetzt Filialen in Österreich und der Schweiz eröffnet. TEXT: RAFFAEL FRITZ

SEBASTIAN GABRIEL

DRAUSSEN die Kuhweide, drinnen die Zukunft: In Oberpfaffenhofen bei München befindet sich eines der größten Inkubationszentren der ESA.

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DIE NACH DEN STERNEN GREIFEN


ALIENS GESUCHT!

Noordwijk, Niederlande

Im größten Technologiezentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA, nur ein paar hundert Meter vom Nordseestrand entfernt, müssen sich Raumsonden einiges gefallen lassen. Bevor sie ins All fliegen, werden sie durchgeschüttelt, dem Vakuum und extremen Temperaturen ausgesetzt und sogar mit riesigen Lautsprechern bedröhnt, um den Lärm eines Raketen­ starts zu simulieren. „Da oben gilt: ­Failure is not an option“, sagt Frank Salzgeber. Sein Büro liegt in einem unschein­ baren einstöckigen Zweckbau, der sich neben den riesigen Hallen des Test­ zentrums leicht übersehen lässt. Hier hat das Technologietransfer-Programm der ESA seinen Sitz. Denn Technolo­ gien, die den Widrigkeiten des Weltalls standhalten, können auch hier auf der Erde einen Verwendungszweck finden. Die Frage ist nur: welchen? Salzgeber sucht Menschen, die darauf neue, über­ raschende – und vielleicht sogar revo­ lutionäre – Antworten parat haben. Oder, wie er es ausdrückt: „Wir suchen die Aliens.“ Für diese Aliens, deren Ideen im besten Fall wirken wie nicht von dieser Welt, hat die ESA ein eigenes Ökosys­ tem geschaffen: In Business Incubation Centers, kurz BICs, bekommen sie ­Kapital und Räumlichkeiten gestellt, profitieren vom Know-how und den Kontakten der ESA – und können ihre Ideen reifen lassen, bis funktionierende Produkte daraus werden. Im Jahr 2003 wurde hier in Noordwijk das erste ESA

BIC gegründet. Mittlerweile gibt es über ein Dutzend von ihnen in ganz Europa. Und diesen Herbst kommen zwei weitere BICs dazu: je eines in ­Österreich und in der Schweiz. Dieses Konzept der Weltraum-­ Inkubatoren stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten, wo die NASA und ihre Partnerfirmen schon seit den sechziger Jahren Spin-offs aus der Raumfahrt entwickeln. Die vielzitierte Teflonpfanne gehört übrigens nicht da­ zu – Teflon kam zwar in Hitzeschilden und Raumanzügen für das Apollo-Pro­ gramm zum Einsatz, erfunden wurde es aber schon in den 1940er Jahren. Doch es gibt genug andere Beispiele, die direkt aus den Forschungslabors der amerikanischen Raumfahrtagentur stammen: etwa die Rettungsdecke aus glänzender Plastikfolie, die sich in ­jedem Erste-Hilfe-Kasten findet – im Englischen heißt sie heute noch „space blanket“. Auch die Sensoren von Digi­ talkameras haben wir der NASA zu verdanken, genauso wie kratzfeste ­Linsen für Handy-Kameras und Brillen. Und unzählige andere Dinge, die auf den ersten Blick wenig mit Raumfahrt zu tun haben – vom Infrarot-Ohr­ thermometer bis zum Kinderwagen in Leichtbauweise. So viele illustre Spin-offs hat die Europäische Raumfahrtagentur noch nicht vorzuweisen. Aber: „Wer im Auto ein Navi verwendet oder Fernsehen per Satellitenschüssel empfängt, nutzt Technologien der ESA“, sagt Salzgeber. Und die Möglichkeiten seien noch ­lange nicht ausgeschöpft.

Die ESA-Testanlage: Hier werden Raumsonden auf Herz und Nieren geprüft. Etwa mit riesigen Lautsprechern, deren Schalldruck Menschen töten könnte.

Der Deutsche Frank Salzgeber leitet das Technologietransfer-Programm der ESA und sucht Menschen, die irdische Anwendungen für Weltraumtechnologie finden. Je visionärer – manche würden sagen: verrückter – die Idee, desto eher weckt sie seinen Enthusiasmus. 44




ESA, SJM PHOTOGRAPHY

EXTREME TEMPERATUREN, das Vakuum des Alls oder den Krach eines Raketenstarts: Technologie für die Raumfahrt muss allerhand aushalten.

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„HIER HABEN WIR den nötigen Platz für unseren Windkanal. Und wenn der erst mal über Schallgeschwindigkeit läuft, wird’s ganz schön laut!“

Katharina Kreitz und Florian Wehner von Vectoflow bauen Sonden für die aerodynamische Messtechnik. Auch ihre Tests sind nichts für empfindliche Ohren.

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SEBASTIAN GABRIEL, ESA

Kommunikation und Navigation, aber auch Robotik und Energiewirt­ schaft: alles Bereiche, in denen Raum­ fahrttechnologie uns auf der Erde ­nützen könnte – auf Arten, die wir uns heute vielleicht noch gar nicht vor­ stellen können. Je visionärer – manche würden sagen: verrückter – die Idee, desto eher weckt sie Salzgebers Enthu­ siasmus. Modulare Mikrosatelliten für Kleinunternehmer? Gekauft! Ein senkrecht startendes Elektroflugzeug für Privatpersonen? Her damit! Eine Raumsonde, die Asteroiden einfängt, um sie in der Erdumlaufbahn auszu­ schlachten? Na klar! Dabei beginnen seine Augen zu leuchten, und der ­Manager einer multinationalen Orga­ nisation lässt den Enthusiasmus eines jungen Gründers aufblitzen. Schließlich kennt Salzgeber das ­Gefühl: Nach einem Engagement bei Apple in den neunziger Jahren war er Geschäftsführer eines IT-Start-ups, das schließlich erfolgreich verkauft wurde, woraufhin er bei der ESA landete: „Ich bin reingekommen und hab ihnen ge­ sagt, was sie alles falsch machen. Dann haben sie mich angestellt.“ Auch mit ihrem Inkubationspro­ gramm betreibt die ESA eine Art Frisch­ zellenkur: Denn Raumfahrtagenturen sind schon allein wegen ihrer Größe behäbige Organisationen – ganz zu schweigen davon, dass bei einer Welt­ raum-Mission allein die Reisezeit ­einige Jahre ausmachen kann: Die ESA-Sonde Rosetta etwa, die 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erforschte, war im Jahr 2004 gestartet. In der gleichen Zeit sind in den BICs der ESA etwa 400 Start-up-Unter­ nehmen gefördert worden. Viele davon existieren noch heute. Doch mit Erfolgs­ raten möchte Salzgeber sich lieber nicht rühmen. Bei einer Weltraum­ mission ist Scheitern zwar keine Option, hier auf der Erde aber gehört es dazu – besonders wenn man technologisches Neuland betreten will.

Oberpfaffenhofen, Deutschland

„In einem Start-up-Hub? Da würd ich durchdreh’n!“ Nein, ein hippes Ge­ meinschaftsbüro in der Großstadt – das wäre nichts für Katharina Kreitz. Sie fühlt sich wohl hier am Rande von München, wo der Speckgürtel der Stadt abrupt ins bayrische Landidyll übergeht und die Zeit ein bisschen langsamer zu vergehen scheint – be­ sonders wenn man auf der Landstraße hinter einem Traktor dahintuckert. 

Oben: Das Team von Lilium arbeitet an einem Elektroflugzeug, das senkrecht startet und landet – und dabei kinderleicht zu bedienen ist. Schon Anfang 2019 könnte es auf den Markt kommen. Unten: Im Windkanal von Vectoflow wird gerade eine Messsonde getestet.

Hier zwischen Oberpfaffenhofen und Gilching befindet sich seit 2009 einer der Standorte des ESA BIC Bavaria. Dieser Technologie-Brutkasten bietet Platz für 15 junge Unternehmen. Und eines davon ist die Firma Vectoflow, die drauf und dran ist, die aerodynamische Messtechnik zu revolutio­nieren. Das sei immer ein bisschen schwierig zu er­ klären, meint Katharina, darum hat sie ein Plastikkästchen mit Anschauungs­ material dabei – und zieht daraus ein metallenes Etwas h ­ ervor, das einem Zahnarztbesteck verdächtig ähnlich sieht („Das sagen alle!“). In Wirklich­ keit ist es eine Sonde zum Messen aero­ dynamischer Strömungen. Im Kopf der Sonde befinden sich fünf Löcher, die bereits minimale Druckunterschiede regis­trieren. Und daraus lässt sich

­ enau errechnen, woher ein Luftstrom g kommt und wie stark er ist. Solche Messsonden gibt es schon lange – mit ihnen plagte sich Kreitz schon während ihres Maschinenbau-Studiums herum, weil sie ständig falsche Messergebnisse lieferten oder einfach kaputtgingen. „Die werden normalerweise von Hand gefertigt wie in einer Uhrenmanufaktur. Trotz aller Sorgfalt kriegt man das ­jedoch einfach nie so genau hin“, sagt Kreitz, „und wir dachten uns, das muss doch besser gehen.“ Es ging: Die Sonden von Vectoflow entstehen in speziellen 3D-Druckern, wo sie exakter, kleiner und aus hitze­ beständigeren Materialien gebaut wer­ den. Ihr erster Kunde war ein Formel-1-­ Team, mittlerweile bekommen sie Anfragen zu den unterschiedlichsten 47


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Benedikt Seitz und Michael Haus sind vor kurzem im ESA BIC eingezogen. Mit ihrem Unternehmen evalu entwickeln sie eine smarte Schuheinlage, die Fußbewegungen von Läufern analysiert und ihnen über das Smartphone Tipps gibt, wie sie ihre Technik verbessern können.

Prototyp aus Holz wurde erst am Abend vor der Präsentation bei der ESA fertig. Er hob ab. Heute hat Lilium knapp 30 Mitarbeiter, die am ersten ­lebensgroßen Modell des Flugzeugs werkeln. Nach anfänglichem Zaudern erlaubt Wiegand einen kurzen Blick in die Werkstatt: Auf einer Stereoanlage läuft Hip-Hop, der das Surren der 3D-Drucker in der Ecke übertönt. An einer Werkbank sitzen ein paar Mit­ arbeiter und schrauben an Rotoren ­herum. Und ganz hinten steht es: Ein tropfenförmiges mattschwarzes Gebilde aus carbonfaserverstärktem Kunststoff, etwas kleiner als ein VW Käfer und so leicht, dass man es problemlos mit ­einer Hand an einem Ende hochheben kann. Noch ist das Flugzeug nur eine leere Hülle, doch in den kommenden

Monaten wird es mit der nötigen Technik befüllt, um noch in diesem Jahr ­einen ersten unbemannten Testflug zu machen. Es seien vor allem die Leichtbau-­ Materialien gewesen, bei denen sie vom Know-how der ESA profitiert ­hätten, meint Wiegand. Und auch die exakte Positionsbestimmung, wie sie in der Raumfahrt immer weiter per­ fektioniert wird, soll beim Lilium-Flugzeug eine wichtige Rolle spielen: Denn es wird vollautomatisch fliegen können. Anfang 2019 soll das Flugzeug auf den Markt kommen und den Traum vom fliegenden Auto wahr machen, das uns die Science-Fiction seit den „Jetsons“ für die Zukunft versprochen hat – auch wenn die Idee heute noch wirkt wie nicht von dieser Welt.

SEBASTIAN GABRIEL, MARKUS KUCERA

Projekten, die mit Strömungen zu tun haben: von der Dunstabzugshaube bis zum Raketentriebwerk. Wie alle Start-ups am BIC Bavaria bekommt das Team von Vectoflow hier bis zu zwei Jahre lang ein Büro gestellt und kann günstig weitere Räume dazu­ mieten. Außerdem gibt es 50.000 Euro Startkapital – und Workshops mit Wissenschaftlern der ESA und Verbindungen zu möglichen Investoren und Industriepartnern. Und wer sich ein wenig in die Kaffeeküche setzt, findet immer interessante Gesprächspartner: etwa Benedikt Seitz und Michael Haus von evalu, die gerade erst eingezogen sind. Sie haben eine smarte Schuheinlage entwickelt, die die Bewegungen von Läufern analysiert und ihnen über eine Smartphone-App Vorschläge macht, wie sie ihre Technik verbessern können. Der digitale Laufcoach soll noch dieses Jahr auf den Markt kommen. Ein paar Büros weiter sitzt das Team von Reactive Robotics: Sie verwenden Sensorik und Steuerungstechnik aus der Raumfahrt, um Therapieroboter für bettlägerige Patienten zu bauen. Und in einem Nebengebäude hat sich das Unternehmen Quantum Systems breitgemacht, das intelligente Drohnen für Landwirtschaft und Vermessungswesen entwickelt. Sie alle wirken nicht unbedingt wie Aliens, sondern einfach wie Menschen, die von ihren Ideen überzeugt sind und alles geben, um sie in die Tat umzusetzen – und die vielleicht ein bisschen nerdiger sind als in anderen Start-up-Büros. Das größte – und vielleicht ambitionierteste – Projekt am BIC Bavaria findet sich im Erdgeschoss des Gebäudes: Es heißt Lilium und wurde von Daniel Wiegand gegründet. „Im Urlaub hab ich mal eine V-22 Osprey gesehen, das ist ein senkrecht startender Truppentransporter von den Amerikanern“, sagt Daniel. Die Osprey mutet ein ­wenig wie eine Promenadenmischung aus Flugzeug und Hubschrauber an – „und ich dachte mir, das wär doch der Wahnsinn, wenn es so etwas für jedermann gäbe“. Also begann Wiegand, herumzurechnen und Konzepte zu erstellen: Das Flugzeug sollte einen elektrischen Antrieb haben, es musste sicher und leise sein – und so einfach zu bedienen wie ein Smartphone. Am Anfang sei das alles nur ein Gedankenexperiment gewesen, sagt er: „Doch eines Abends habe ich entschieden, gut, ich bau jetzt einen Elektroflugzeughersteller auf.“ Und genau das tat er. Ein erster, kleiner


In seiner Beschaulichkeit lässt Graz kaum vermuten, wie viel Weltraumtechnologie hier entsteht – etwa Experimente und Messgeräte für die Rosetta-Mission.

DIE BÜROS DES ESA BIC ­Austria stehen schon bereit: Sie liegen im obersten Stockwerk eines frisch renovierten Gebäudes der TU Graz.

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„WENN ICH MIR eine An­ wendung zuerst gar nicht vor­ stellen kann, ist das ein gutes Zeichen, dass es sich um ein innovatives Projekt handelt.“

Martin Mössler hat früher im Stab des Bundespräsidenten Heinz Fischer gearbeitet. Heute sucht er Querdenker für das neu eröffnete ESA BIC Austria.

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Graz, Österreich

MARKUS KUCERA

Seit ihren Anfängen hat die Raumfahrt der menschlichen Intelligenz und Krea­ tivität alles abverlangt: Der Weltraum ist größer, unwirtlicher und fremder als alles, was die Pioniere der Mensch­ heitsgeschichte bisher erlebt haben. Vielleicht übt er darum auch so eine Faszination auf Menschen wie Martin Mössler aus. „Es ist die Idee, etwas scheinbar Unmögliches zu versuchen und die uns alle umfassende Gravita­ tion zu überwinden, die mich daran so fasziniert“, sagt er und klingt dabei, als würde er am liebsten sofort in einen Raumanzug schlüpfen und eine Rakete besteigen. Doch derweil begnügt Mössler sich mit einem normalen An­ zug – und arbeitet daran, Weltraum­ technologie auf die Erde zu bringen: Martin Mössler leitet das neue ESA BIC Austria in Graz, das diesen Herbst seine Pforten öffnet. Die Büros dafür stehen schon ­bereit: Sie liegen im obersten Stock­ werk eines frisch renovierten Gebäudes der Technischen Universität Graz. Von hier hat man einen Blick über die ganze Stadt, die in ihrer Beschaulich­ keit nicht vermuten lässt, wie viel ­Forschung für die Raumfahrt hier ­betrieben wird: „Die Rosetta-Mission ­hatte gut 20 Experimente und Mess­ geräte dabei“, erklärt Martin Mössler, „ungefähr ein Viertel davon wurde in Graz entwickelt.“ Momentan ist Mössler dabei, die ersten Start-ups für das BIC Austria auszuwählen. Die Bedingungen sind einfach: Das Unternehmen muss schon gegründet, darf aber nicht älter als fünf Jahre sein, und es braucht einen Weltraum-Bezug – wie auch immer der aussehen mag. Mössler denkt dabei etwa an Satellitenkommunikation und -navigation. Aber auch Wettervorher­ sage und Klimaforschung können von ESA-Technologie profitieren, genauso wie die Entwicklung von besseren ­Solarzellen und Akkus, bei denen die Raumfahrt schon immer ein Innova­ tionstreiber war. Doch am meisten freut sich Martin Mössler auf die ­Ideen, an die er noch nicht gedacht hat: „Wenn ich überrascht werde und mir eine Anwendung zuerst gar nicht vorstellen kann, ist das ein gutes Zeichen, dass es sich um ein wirklich innovatives Projekt handelt.“ Vor ihrer Aufnahme in das BIC-­ Programm werden die Bewerber von den ESA-Granden interviewt und die Projekte auf ihre technische und wirt­ schaftliche Machbarkeit abgeklopft. 

BUSINESS INCUBATION CENTERS DER EUROPEAN SPACE AGENCY Hast du eine Idee, wie Weltraumtechnologie auf der Erde ­genutzt werden kann – oder vielleicht schon ein Start-up ­gegründet, mit dem du daran arbeitest? Dann bist du richtig bei den neuen Business Incubation Centers der ESA in der Schweiz und Österreich. Die ESA BICs stellen Unternehmen, die nicht älter als fünf Jahre sind, ein Büro, 50.000 Euro Startkapital (beim BIC Switzerland sogar [umgerechnet] 500.000 Euro) und Zugang zu ihren Daten und Patenten zur Verfügung. Die Inkubationszeit liegt bei maximal zwei Jahren. Das ESA BIC Switzerland betreibt Community Hubs in Zürich, Genf und Bern. Die nächste Selektionskampagne findet Anfang 2017 statt. www.esabic.ch Das ESA BIC Austria hat Büros in Graz und Wiener Neustadt. Die nächste Bewerbungsrunde findet Anfang November 2016 statt. www.esa-bic.at

Ist das geschafft, können sie schon am nächsten Tag den Vertrag unter­ schreiben. Ein valides Geschäftsmodell sei bei Start-ups natürlich wichtig, sagt Martin Mössler, aber er wolle nicht, dass sie zu sehr von der Schwerkraft von Bürokratie und Businessplänen hin­ abgezogen werden. Und: „Wirtschaft­ licher Erfolg steht nicht im Wider­ spruch zu gesellschaftlicher Wirkung.“ Von Letzterer wird Martin Mössler offensichtlich angetrieben. Sein erstes Studium des Maschinenbaus brach er nach zwei Jahren ab, um Politikwissen­ schaft, Internationale Beziehungen und European Social Policy zu studieren. Eine Zeitlang arbeitete er sogar im Stab von Bundespräsident Heinz ­Fischer. Und schließlich kam er nach Graz, wo seine Faszination für den Weltraum entfacht wurde. Im Jahr 2013 begann Mössler mit der Vorarbeit für das ESA BIC Austria. Aus seiner Motivation macht er keinen Hehl: „Was ich mir wünsche, ist, Firmen zu unter­ stützen, die einen Beitrag zu einem besseren und gerechteren Planeten leisten.“ Und wie er das sagt, klingt es kein bisschen gekünstelt. Dabei haftet der Raumfahrt nicht unbedingt das Image an, eine Institu­ tion zur Weltverbesserung zu sein. Schon zu Zeiten der Mondlandung hieß es: Warum sollen wir Milliarden investieren, um fremde Welten zu er­

forschen, wenn wir gleichzeitig unsere eigene Welt so vernachlässigen? Doch inzwischen hat Technologie aus der Raumfahrt für bessere Prothesen und bildgebende Verfahren in der Medizin gesorgt. Die hitze­beständige Aus­ rüstung von Feuerwehrleuten besteht aus Materialien, die ­ursprünglich von der NASA ent­wickelt wurden. Und Erdbeobachtungssatelliten haben zu höheren Erträgen in der Landwirt­ schaft geführt. „Eine Entkoppelung von Wirtschaft und Gesellschaft, von Technologie und Technikfolgen ist ohnehin nicht mög­ lich“, sagt Martin Mössler vom ESA BIC Austria. Wer die Probleme auf der Erde lösen will, muss vielleicht nach den Sternen greifen. Statt Entwederoder heißt es: Sowohl-als-auch. Und so lässt sich auch beantworten, welche Motivation eigentlich hinter den Start-­ up-Förderungen der ESA steckt. Natür­ lich wurden sie nicht nur aus Forscher­ drang und Altruismus gegründet, sondern auch mit PR-Kalkül und hand­ festen wirtschaftlichen Interessen: Das next big thing könnte ja auch mal aus Europa kommen. Doch wenn es gleich­ zeitig die Welt zu einem besseren Ort macht – umso besser. Und vielleicht entsteht es schon bald in einem der leeren Räume in Zürich oder Graz, die schon auf die ersten WeltraumStart-ups warten. 51


Warum gibt’s das Fernsehen eigentlich noch? Warum glotzen wir noch immer TV? Warum reden wir noch über dieses Medium? Obwohl es doch hundertmal vom technologischen Fortschritt überholt und abgeschafft sein müsste. Warum also? Weil sich das Fernsehen verwandelt hat in eine Idee. Eine Idee, die von uns allen geliebt wird. Und die damit unsterblich geworden ist.

SCHIRME, DIE SCHIMMERN 52

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BLICK IN DIE ZUKUNFT

Drohnen-TV

PICTUREDESK.COM, SHUTTERSTOCK

E

s ist keine Kathodenstrahl­ geburt, um Gottes willen, so ­etwas gibt es doch nur noch im Technikmuseum. Wo es noch grobkörnige Bilder zu ­bestaunen gibt. Und Inter­ ferenzen, Störungen, Ver­ zerrungen – ­Infektionen der Mattscheibe quasi. Nein, es ist etwas anderes: Zwei Wolken, zwei Clouds, begegnen sich in der weltweiten Daten­ sphäre; gar nicht leise finden und befruchten sie sich in 4K, wie die Channel-Abonnentin Nina gleich am Morgen danach broadcastet. Sie und ihr Frank sind stolz darauf, wie gut ihnen das virtuelle Kleine ge­ glückt ist. Ein Content ist es geworden. In Cloud Nine können wir ihm beim Aufwachsen zusehen. Ninas und Franks Avatare umsorgen Content-Kid, das nach zwei Tagen schon 14 Jahre alt ist und in einer Community-Soap die Hauptrolle des pubertierenden Helden spielt. Den Followern, für die er schon mehr als einen Geheimtipp darstellt, ist er ans Herz gewachsen – an weltweit 42 Millionen Herzen um genau zu sein. Sie verfolgen das Leben des Next-­ Generation-Tamagotchis täglich. Innerhalb von knapp vier Wochen haben Nina und Frank ein kleines Vermögen durch Behavioral Advertising in ihrer Un-Reality-Show gemacht. Platinum-Abonnenten können die virtuelle Welt, in der Content-Kid auf­ wächst, mittels Virtual-Reality-Headsets persönlich besuchen – und dort durch eine Einkaufsstraße schlendern, in der sie genau die Produkte finden, die sie immer schon mal ausprobieren wollten. Hier sind alle Produkte, alle Werbeflächen und selbst alle Follower, denen man unterwegs potentiell begegnen kann, vollkommen personalisiert. Content-Kid ­hingegen ist nach einigen Wochen Realzeit schon ­ziemlich alt geworden, im Zeitraffer der Daten­ banken war sein Leben jedoch lang genug; er hat ein bewegendes Leben auf tausenden von Screens unterschiedlichster Größe hinter sich gebracht. Die Abonnenten des Community-Kanals mochten ihn

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So fern war Fernsehen noch nie: Bei der diesjährigen Ars Electronica in Linz gab der kalifornische Prozessorhersteller Intel den Blick in eine mögliche Zukunft des gemeinsamen Film- und Serienschauens frei: Hundert Drohnen flogen über der Stadt eine LED-Lightshow und schrieben dabei Zeichen in den Nachthimmel. Konsequent weitergedacht, könnten in einigen Jahren statt hundert vielleicht eine Million Mini-Drohnen als fliegende Pixel einen Megascreen bilden. Traumhaft: nächtliches Binge-Watching, in der Wiese liegend.

Das Open-Air-Kino der Zukunft: Mit fliegenden Screens aus Millionen von Pixel-Drohnen könnte das Firmament zur „Leinwand“ werden.

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BLICK IN DIE ZUKUNFT

mehrheitlich. Sonst hätte er nicht so lange überlebt. Schließlich aber erlischt seine ­aktive Existenz, und als Datensatz wird er Teil des ewigen Archivs. Ein Blinzeln später – und ein neues Programm, eine neue Serie, eine neue Sendung, ein neuer Film, wie auch immer wir den Content nennen wollen, schält sich aus dem unaufhaltsamen Datenstrom und presst sich eine Aufmerksamkeitsspanne lang an Ninas, Franks und unser aller Bildschirme. Manches in diesem kurzen Szenario mag nach Zukunftsroman klingen, nach Aldous Huxley auf Gras, doch vieles davon ist längst Realität oder zumindest technologisch auf Schiene. Was aber ziemlich wahrscheinlich ist: Auch unsere Zukunfts-Nina wird ihre Mediennutzung wohl noch immer als eine Art „Fernsehen“ begreifen. Wir hängen nun mal an diesem alten Begriff. Schauen wir in die Jetztzeit: Was heute als Fernsehen bezeichnet wird, hat eigent­ lich nichts mehr mit dem ursprünglichen Medium dieses Namens zu tun. Das TV des 20. Jahrhunderts war eine eigenständige Technologie, die ihre eigene, fest umgrenzte Wirklichkeit erzeugte und ihre eigene Bildsprache entwickelte. Mit seinen „Studiokameras“ und „Interviews“, mit seinen „Nachrichten“ und „Samstagabendshows“, mit seinen „Programm­ ansagerinnen“ und seinem „Testbild“. Und natürlich auch mit seinen „Serien“. Heute, wo wir statt von 576 Rasterzeilen (wie beim alten PAL-Format) bereits von 7680 Pixelreihen (8K-Fernseher) sprechen und jeden Content digital codiert aus dem Internet saugen, statt analoge Signale über Funkantennen aus dem Äther zu fischen, heute also müsste das Fern­ sehen doch schon hunderte Male abgeschafft worden sein. Und ganz neuen Formen der Mediennutzung Platz gemacht haben. Zum Teil ist das auch passiert, wenn man an die Omnipräsenz von YouTube und ­unsere diversifizierte Handhabung von allen mög­ lichen ins Netz hochgeladenen Kurzclips denkt. Doch viel auffälliger ist es, wie viele von uns die ­neuen Bild- und Netzwerktechnologien dazu nutzen, um alte Fernsehgewohnheiten zu reproduzieren. ­Immer aufs Neue. Nur noch besser, vielleicht. Man montiert sich Smart-TVs an die Wand – im Grunde genommen vernetzte Computer mit Riesenscreens – und müht

Das Fernsehen des 20. Jahr­ hunderts war eine eigenständige Technologie, die ihre eigene, fest umgrenzte Wirk­ lichkeit erzeugte. 54

Fernsehfolie Statt den Fernseher auszuschalten, rollst du ihn einfach platzsparend zusammen. Oder du nimmst ihn mit in die Küche und pappst ihn dort an den Kühlschrank. Noch vor zehn Jahren waren TV-Geräte schwere Kisten. Heute sind sie wenige Zentimeter flach. Und in zehn Jahren werden unsere Screens hauchdünne Folien mit einer speziell entwickelten Polymerschicht sein. LG hat zu Jahresbeginn auf der Elektronikfachmesse CES in Las Vegas einen beeindruckenden Prototyp vorgestellt.

Die Fernsehfolie LG 30R hat einen 18-ZollScreen, ist 0,15 mm dünn und lässt sich zusammenrollen.

Und wann kommen die Dinger auf den Markt? LG sagt, man würde ja gern, aber die Nach­ frage sei noch zu gering. Oh-kay.

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Videolinsen Sie ist schon seit längerem der heilige Gral der Videotechnologie: die Kontaktlinse mit inte­ griertem Fernseher. Tatsächlich hat Samsung schon mal das Patent für eine Kontaktlinse angemeldet, die ein Display, eine Kamera und einen Sender beherbergen soll. Und wie Forscher an der University of South Australia bewiesen haben, können schon jetzt Schaltkreise in eine dünne Polymerbeschichtung auf der Kontaktlinse eingearbeitet werden. Was dann als Nächstes kommen wird, wenn alle mit Kamera im Auge rumlaufen? Gesichtscreme mit Störsender-Partikeln.

Retinadisplay

PICTUREDESK.COM, PR, SHUTTERSTOCK

Die Netzhaut als Leinwand: Wer sich den Glyph des US-Start-ups Avegant aufsetzt, bekommt das Videobild direkt ins Auge ­projiziert. Das Hirn verarbeitet die Licht­ information, die dabei auf die Netzhaut tri≠t, so als wäre es das reflektierte Licht der realen Umgebung. Noch nie hat uns eine Technologie so gut Realität vorgeschwindelt. Angeblich, so viele Tester, habe der Glyph das klarste Bild aller Virtual-Reality-Brillen, die derzeit am Markt eintrudeln. Aber dieser La-Forge-Balken vorm Gesicht, na ja.

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Von hinten: Zwei Millionen Mini-Spiegel reflektieren die Videoquelle (Auflösung: 720p) in jedes Auge des Benutzers.

Von oben: Mit Augenbalken und Kopfhörern macht der Avegant Glyph den Trip in die Parallelwelt perfekt.

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BLICK IN DIE ZUKUNFT

Ein durchaus vorhersehbarer Zukunftstrend: Die Fernseher werden weiter wachsen. Sie werden nicht nur wandgroß sein, sie werden selbst Wände sein. Und Teil der Architektur unserer Wohnungen. Samsungs Videowand der Zukunft läuft unter dem Namen „Modular TV“: Einzelne Wandpaneele fügen sich je nach Programminhalt, Bildformat und gewünschter Auflösung zu verschieden großen Screens ­zusammen. Blofeld hätte seine Freude dran.

Media World: Reise zum Medienplaneten

„Media Globe“ nennt sich das Wahrzeichen (linkes Bild) der Media World im Verkehrshaus in Luzern. Die 112 Monitore des Kunst­ werks stehen symbolhaft für die diversifizierte Medienlandschaft unserer Zeit. Genau diese Vielfalt vermittelt die im Oktober erö≠nete Media World ihren Besuchern in einer einzigartigen Erlebniswelt, die in Zusammenarbeit mit dem Red Bull Media House in der Schweiz konzipiert und umgesetzt wurde. So kannst du etwa in einem Studio dein Programm mit professionellem Equip­ ment produ­zieren, die Greenbox benutzen oder im 360° Booth dein Rundum-Selfie festhalten. Das Red Bull Media House bietet unter der Marke Red Bull Media World ein umfangreiches Rahmenprogramm, das aus Events, TV-Produktionen und einer Media Academy besteht. Mehr unter: mediaworld.redbull.com 56

GETTY IMAGES, JEAN-CHRISTOPHE DUPASQUIER (2), PICTUREDESK.COM, SHUTTERSTOCK

Screenwand

sich nun dabei ab, diese Wand-Computer mit Fernbedienungen (!) anzusteuern. Doch die Programme selbst sind rundum digital, sie kommen alle aus der Cloud, und sie schimmern verlustfrei auf dem Plasma­ schirm. Das Fernsehen lebt weiter. Nicht als Medium, sondern als pure Idee, als Konzept. Und anscheinend lebendiger denn je zuvor. Im Zentrum des Fernsehens scheint also nicht die Technik zu s­ tehen, auch die Inhalte und die Produktionsweisen haben sich im Lauf der Zeit immer wieder verändert. Was dem Fernsehen sein Leben einhaucht, ist vielmehr noch immer die alte Kunst des Erzählens. Wir wollen Geschichten hören und sehen. Von Menschen, die so sind wie wir und doch ganz anders. Was wir Menschen – auch im Jahr 2016 – in Wahrheit wollen, sind Storys in Bildern und Tönen. Die Technik da­hinter kümmert uns viel weniger, als man glaubt. In vielen Formen erblüht schimmernd und ewiglich aufs Neue unsere Liebe zum sich bewegenden Bild, das uns aus der Welt fortreißt und uns gleichzeitig mit ihr vereint.

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HOW T0 Helden der Arbeit, die erklären, wie es geht: Wie gute Führung funktioniert. Und wie du deine Idee nicht verkaufst. m

E rf it g a r olg s a nt ie

ILLUSTRATION: DAVID KELLNER

Profitipps

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e r­ I n s idse n wi s

Exklusive Infos

Dos a nd Don’t s

Spezial­ tricks

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HOW TO Be a Boss

Weil einer nicht alles kann Führung muss auf mehrere Schultern verteilt werden, findet Hermann Arnold. In seinem Unternehmen löste er mit dieser Idee eine kleine Revolution aus. Herr Arnold, der Titel Ihres Buches „Wir sind Chef“ klingt aufrührerisch. Dabei sind Sie selbst in höchster ­Position in einem Schweizer Unternehmen tätig. Wollen Sie sich selbst abschaffen? Hermann Arnold: Ja, darum geht es tatsächlich. Der Titel meines Buches wird aber sehr unterschiedlich wahr­ genommen. Für die einen klingt er wie ein Kampfruf der Gewerkschaften. Die anderen sagen: Das ist Turbo­ kapitalismus, jetzt müssen sich die Mit­ arbeiter auch noch selbst Zuckerbrot und Peitsche geben! Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Warum haben Sie dieses Buch geschrieben? Wir leben in einer Zeit, in der der Blick immer nach oben geht: Der Chef, der muss es lösen, der muss alles können! Das geht aber irgendwann nicht mehr. Deshalb habe ich mich gefragt, welche Systeme wir brauchen, die tatsächlich unsere Herausforderungen lösen. Wie lautet Ihre Antwort? Wir brauchen ein System, in dem wir einander sagen können: Du kannst es besser. Und damit meine ich nicht ein lehrerhaftes Maßregeln. Sondern: Ich helfe dem anderen, sich zu verbessern. Jeder muss Verantwortung über­ nehmen. Wir müssen auch klassische Führungsaufgaben auf verschiedene Schultern verteilen. Und wirklich jeder soll und kann Chef sein? Nicht in der Form, wie wir Chef-Sein heute verstehen. Aber jeder kann ­Führung übernehmen – für ein Projekt, für ein bestimmtes Thema, idealer­ weise auch nur für eine bestimmte Zeit. Ja, das kostet Kraft. Gleichzeitig hat man so aber auch die Möglichkeit zu sagen: Jetzt möchte ich nicht mehr führen, sondern folgen.

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Wenn es ums Chef-Sein geht, sprechen Sie aus Erfahrung: Sie selbst waren lange Geschäftsführer der Haufe-umantis AG. 2013 traten Sie zurück. Warum? Als Chef verliere ich irgendwann die Bodenhaftung. Da sind zu viele Leute um mich rum, die mich verstärken, die zu wenig kritisches Feedback geben. Die meisten kommen an einen Punkt, wo sie nicht mehr die Richtigen sind. Das war mir sehr bewusst. Deshalb habe ich mir jedes Jahr die Frage ­gestellt, ob es nicht jemand Besseren als mich gibt. Und als ich diese Person im Unternehmen gesehen habe, gab ich meinen Rücktritt bekannt.

Daraufhin haben Sie das Unter­ nehmen jedoch nicht verlassen, sondern sind als Mitarbeiter geblieben. War das nicht komisch? Ja, aber in der Zeit habe ich unglaub­ lich viel gelernt. Was zum Beispiel? Ich habe meinen Nachfolger in Situatio­ nen gesehen und genau gewusst, wie ich es machen würde. Und manchmal dachte ich mir: Ui, das geht jetzt richtig in die Hose. Aber das Spannende war: Es ging nicht in die Hose. Seine Strate­ gie hat vielleicht oft bessere Ergebnisse erzielt, als ich mit meinem eigenen Vor­ gehen gehabt hätte. Auf der anderen Seite konnte ich für meinen Nachfolger ein viel besserer Mentor sein. Weil ich ihm aus der Perspektive eines Mit­ arbeiters Feedback geben konnte – was ich sehr zurückhaltend tat. Aber wenn er mich darum gebeten hat, konnte ich ihm das sehr ehrlich geben. Weil ich ja davor sein Chef war. In Ihrem Unternehmen haben auch andere Mitarbeiter ihre Funktion zurückgelegt. Mittlerweile werden alle Chefs demokratisch gewählt. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

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ILLUSTRATION: DAVID KELLNER

Viele, die bereits Chefs gewesen waren und danach wiedergewählt wurden, waren nun in Sachen Führung viel sou­ veräner, weil sie sich weiterentwickelt hatten. Andere haben gesagt, dass sie gar nicht mehr Chef oder Chefin sein wollten. Durch dieses System konnten wir Leute im Unternehmen halten, die sonst gegangen wären. Vom Gefühl her ist ein Rücktritt ja etwas Negatives, eine Niederlage, ­etwas, das man keinesfalls gern tut. Hat man Sie nach Ihrem Rücktritt als Versager behandelt? Da ja alle im Unternehmen über ­meinen Rücktritt abstimmen konnten, haben sie über meine Entscheidung ­reflektiert und nachgedacht – und sie nicht als Versagen gesehen. In meinem persönlichen Umfeld war das anders. Ich komme aus einer Unternehmer­ familie, die haben das anfangs nicht verstanden. Ich war und bin immer noch signifikanter Aktionär dieser ­Firma. Da gab es dann schon ein paar Kommentare in die Richtung: Spinnst du, da führt jemand anderer deine ­Firma! Was, wenn der dein Vermögen kaputt macht? Das heißt: Je weiter weg von der Firma, desto eher wurde ich schief angeguckt. Apropos: Als Chef hat man nicht nur mehr Verantwortung und mehr Stress, man hat auch ein höheres Gehalt. Ist das nicht ein Knackpunkt? Natürlich ist es ein Thema. Im Moment fragen wir die Person, die von einer Führungsposition zurücktritt, was er oder sie als fairen Lohn für sich be­ trachten würde. Meistens wird dann ein niedrigerer Lohn als zuvor vor­ geschlagen, der aber trotzdem noch höher ist als der Durchschnitt des Teams. Was für uns eine gute Zwischen­ lösung ist. Wir hoffen, dass wir irgend­ wann ein Lohnsystem haben, wo jeder verdient, was er verdient. Ich sollte als normaler Programmierer ein höheres

P ro t ippfsi-

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Gehalt als mein Chef beziehen können – was bei uns im Unternehmen teil­ weise schon der Fall ist. Es ist Blödsinn, mehr zu verdienen, nur weil man for­ mell eine hierarchisch höhere Position belegt. Ganz ohne Chef geht es aber doch nicht? Es gibt kein hierarchieloses Unter­ nehmen. Wenn ich Führung formell abschaffe, gibt es sie informell. Und das ist sehr gefährlich. Ein guter Ver­ gleich ist das Autofahren. Wenn ich keine Regeln hätte, dann würden sich weniger Leute auf die Straße trauen, weil es wie im Wilden Westen wäre. Deshalb wollen wir Weisung und Kon­ trolle modernisieren, auf mehrere Schultern verteilen, aber mit klaren Regeln und mit einem Verständnis, wer wofür zuständig ist. In so einem System können viel mehr Leute mit­ machen – und mitgestalten. Das Interview in voller Länge findest du auf: www.redbulletin.com/innovator

Hermann Arnold ist Gründer und gewählter Verwaltungsratspräsident der Haufe-umantis, eines der weltweit führenden Anbieter von Software und Expertise im Bereich Talent­ management. Sein Buch „Wir sind Chef. Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert“ erschien bei Haufe Lexware. 336 Seiten, 24,95 Euro. ISBN: 978-3-648-08205-8

LASS LOS!

empfiehlt sie* aus Erfahrung

Ins wi side rsen

Nachdem wir Talkdesk gegründet hatten, arbeiteten wir 24/7. Es war eine groß­ artige Zeit. Doch als unser Unternehmen wuchs, veränderten sich meine Aufgaben – ich wurde zur Managerin und tat nicht mehr das, was ich eigentlich konnte: Pro­ grammieren. Ich vermisste die Arbeit im kleinen Team, das gemeinsame Tüfteln an Problemen. Also beschloss ich, etwas Neues zu starten und meine verrückte Work-Life-Balance in den Griff zu bekom­ men. Das war echt schwer. Auch wegen all der Kollegen, die ich ja selbst ins Unter­ nehmen geholt hatte. Ich war nicht sicher, wie sie reagieren würden. Mein Tipp: Rede mit jedem, den es betrifft und der will, persönlich über deine Entscheidung. Hal­ te dir dafür ein, zwei Tage frei. Und ziehe die Sache schnell durch: Nachdem ich meinen Austritt offiziell verkündet hat­ te, habe ich innerhalb von zwei Wochen all meine Aufgaben übergeben – und bin dann verreist. * Cristina Fonseca ist Mitbegründerin von Talkdesk, einem der erfolgreichsten Start-ups Portugals. Anfang 2016 gab sie ihren Austritt aus dem Unternehmen bekannt.

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HOW TO

From: Sabine Lintschinger, freie Journalistin To: Boro Petric, Red Bull Media House Subject: hydros oder Wie aus meiner Idee nichts wurde Lieber Boro, ich soll erzählen, wie aus meiner Idee, dem Wassermagazin hydros, nichts wurde. Das ist eine lange Geschichte, die bei einem Gespräch mit einem Journalistenkollegen im Frühjahr 2008 beginnt: Er hatte die Idee, ein Printmagazin zum Thema Trinkwasser auf den Markt zu bringen. Ich nahm den Geistesblitz auf und entwickelte ihn weiter. Ein Magazin mit Tiefgang und übersprudelnder Lebensfreude sollte es werden. Wer in hydros blätterte, sollte spüren, dass in jedem Blatt Papier zehn Liter Wasser steckten. Ich stellte mir vor, wie die Kolleginnen und Kollegen Reportagen lieferten, die uns alle klüger, achtsamer und offener werden ­ließen. Gut recherchierte, toll geschriebene, grandios fotografierte Storys. Die Geschichte, wie aus hydros nichts wurde, könnte hier enden. Eine Redaktion kostet Geld. Eine gute Redaktion kostet viel Geld. Und ich hatte keins. Aber ich machte weiter – und ging auf die Suche nach Investoren, denn die übliche Geldquelle – Inserate – erschien mir unpassend. Im ersten Jahr führte ich ein „reflection diary“, in dem ich alle meine Schritte dokumentierte. Das liest sich im Nachhinein wie das „Große Buch vom Scheitern“: Staatliche Institutionen lassen einen zwar in ihre heiligen Hallen vor, schicken einen dann aber förmlich in die Wüste. Und erst der Förderdschungel für EU-Gelder, der einen entweder das Fürchten lehrt oder die Zornesröte ins Gesicht treibt. 2009 startete ich mit einer Kollegin „sweetwater2025“, ein Projekt, das wir als Verein aufziehen wollten – kostet nichts, macht aber viel Arbeit. Alles online, alles gratis. Willkommen in der Welt von Facebook und Crowdfunding, von sharing und caring. Nach acht Jahren und 3500 Arbeitsstunden kam ich dann zu dir mit meinem Pitch. „Leider, hydros wird nichts“, hast du geantwortet. „Leute, die ein so schönes Magazin kaufen würden, trinken lieber Wein.“ Ich muss gestehen, ich war einen ­Moment lang froh. Zwei Tage zuvor war ich in einem Wolkenbruch auf der Autobahn unterwegs. Mit 40 km/h. Als einer mit 140 an mir vorbeipreschte, schwappte eine Badewanne Wasser über mein Auto. Um mich herum: ein weißer Strudel. So viel Kraft, die einen wegzuschwemmen vermag. Mit lieben Grüßen, Sabine

nd D o s na’t Do s KOLUMNE

EVENT-IQUETTE Tipps aus erster Hand*

TU DAS STELLE FRAGEN Deine besten Freunde heißen ab jetzt: Wer? Was? Wo? Wann? Warum? Wie? Wel­ che Gemeinsamkeiten hast du mit der Person, mit der du grade sprichst? Was sind seine oder ihre nächsten Heraus­ forderungen oder Bedürfnisse? Was pas­ siert in den nächsten Wochen oder Mo­ naten? Sei ehrlich interessiert! Heuchler werden schnell durchschaut. BLEIB DRAN Du hast eine spannende Person kennen­ gelernt, mit der du in Kontakt bleiben willst? Großartig! Mach dir gleich eine Erinnerungsnotiz in deinem Kalender mit ein paar Stichworten zu der Person (Pro­ bleme, Bedürfnisse, Angebote, über die ihr gesprochen habt, etc.). Veranstaltun­ gen sind anstrengend, gib deinem neuen Kontakt also ein bisschen Zeit zum Ver­ schnaufen. Melde dich fünf bis sieben Tage nach dem Event.

LASS DAS DU BIST UNVORBEREITET Veranstaltungen können extrem wertvoll sein oder eine komplette Zeitverschwen­ dung. Das hängt von deiner Einstellung ab: Bist du nur dort, um ein bisschen ab­ zuhängen und um ein paar Leute zu tref­ fen, die du eh schon kennst oder in die du zufällig hineinläufst? Dann geh lieber in einen Tanzklub. DU REDEST ZU VIEL Die Türen zur Veranstaltung öffnen sich, und du bist sofort in deinem Element: Du referierst über deine neueste Idee, du lässt jeden wissen, was du schon alles erreicht hast, und du versuchst so viele Visitenkarten wie möglich deinen Opfern zuzustecken. Mach mal langsam! Das Ziel sollte sein, Menschen kennenzulernen. Ruf dir deine besten Freunde in Erinne­ rung: Stelle Fragen und höre zu! *Jürgen Furian ist Mitbegründer des Pioneers Festival, des größten Start-up-Events Österreichs, das jedes Jahr Innovatoren und Investoren aus aller Welt in der Wiener Hofburg zusammenbringt. www.pioneers.io

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INNOVATOR

KURT PRINZ; ILLUSTRATION: DAVID KELLNER

Sell Your Idea


ENTREPRENEURS AHEAD OF THEIR TIME TWITCH – WIRED – REDDIT DECEMBER 12

WATCH ON

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HACKATHON

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igentlich komisch, dass noch nie ­etwas gestohlen wurde. Laptops, Bildschirme und Tastaturen stehen dicht an dicht auf und unter den Tischen. Die Ausrüstung, die im Techno­ park Zürich beim größten Hackathon Europas, dem HackZürich, offen herum­ liegt, ist Millionen Euro wert. Dennoch zählt Diebstahl nicht zu den Sorgen von Jonathan Isenring, einem der Gründer der Veranstaltung. Ein Feuer oder ein Ausfall von Strom oder Internet hätten wesentlich schlimmere Auswirkungen. Denn dann wäre nicht nur der gute Ruf, sondern auch das Herzstück des Events dahin: die Arbeit der rund 600 Teilnehmer. Rund 40 Stun­ den lang hauen sie in kleinen Teams in die Tasten, coden, rechnen und füttern ihre Algorithmen mit Daten. U ­ nterbrochen­ wird der Programmiermarathon nur von den Mahlzeiten und ein paar wenigen Stunden Schlaf. Und warum? Um eine Idee umzusetzen. Bis zur Deadline am Sonntagmorgen soll jedes Team einen Prototyp einreichen. Dabei sind kleine Fehler egal, Hauptsache, es funktioniert! Um ein Gefühl für die Arbeitsweise, die Belastung und die Euphorie der Hack­ Zürich-Teilnehmer zu bekommen, hat ­unser Reporter Valentin Ladstätter mit zwei Teams durchgemacht.

WOW!

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In gerade mal 40 Stunden sollen die Teilnehmer des HackZürich eine Idee umsetzen. Wie das aussieht? Unser Reporter dokumentierte den Programmiermarathon mit seinem Smartphone.

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WIE IN EINER RIESIGEN SCHULKLASSE sitzen knapp 600 Programmierer Seite an Seite an ihren Plätzen. Von Freitagabend bis Sonntag früh werken sie in Teams von zwei bis vier Personen an ihren Projekten.

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Was heißt da „Error“?


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LIZA und ihr Team entwickeln ein Programm, das vorhersagen soll, wie sich ansteckende Krankheiten verbreiten. What?!

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AUF DIESEM SELFIE sieht unser Reporter noch recht fit aus. Doch mit Zunahme des Ko≠eins im Blut verwackelte er immer öfter die Bilder.

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JOHN arbeitet an einer automatischen Lösung von Puzzles. Durchmachen ist für ihn kein Pro­ blem. „Ich bin zäh wie ein Kamel.“

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VALENTIN

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FREITAG, 22:00  Die letzten Vorbereitungen laufen. Bei der Wahl des Betriebssystems schlägt Apple Microsoft im Verhältnis 9:1.

FREITAG, 23:00  Startschuss! Und schon knurrt der Magen. „600 Pizzen in den Techno­ park, bitte!“ Rund dreieinhalb Tonnen Verpflegung verbrauchten die rauchenden Köpfe in zwei Tagen. Eine Person könnte von der Menge Kalorien fünf Jahre leben.

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SAMSTAG, 08:00  Die ersten Codezeilen sind fertig, jetzt werden schwere Geschütze aufgefahren. Mit Löt­ kolben rücken einige Hacker ihren Prototypen zu Leibe.

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VALENTIN LADSTÄTTER

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INNOVATOR

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+ ; # ( > = × % =( ÷ ; # ( ÷ + > = × SAMSTAG, 01:40  Nach den ersten Besprechungen geht’s ans Eingemachte. Lizas Team findet eine Quelle mit Krankheitsdaten: „Hurra! Wir haben die Grippe!“

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Jetzt nur nicht wackeln!

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WÄHRENDDESSEN arbeitet John mit 60 Puzzlestücken aus Karton und einem Schachbrett. Ein erster Praxistest zeigt: Das Programm erkennt die Ecken der einzelnen Teile noch nicht einwandfrei. „Mist!“ Die Zeit wird knapp.

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SAMSTAG, 10:00  Liza erklärt die komplexen mathematischen Modelle, mit denen sie arbeitet. Unser Reporter versteht nur Bahnhof.

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SAMSTAG, 16:43  Schlafmangel senkt bekanntlich die Hemmschwelle. Einige Hacker halten sich mit lauter Musik wach.

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SAMSTAG, 20:30  Der Druck steigt, die Blicke werden immer ernster. Daran können auch Goodies wie diese Stressbälle nichts ändern.

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EIN TRAUM? Ferngesteuerte Autos und ein programmierbarer Snackautomat werden von Sponsoren bereitgestellt. Schoko, bitte!

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SAMSTAG, 23:00  Schlaflos in Zürich. Wer das nicht scha≠t, legt eine kurzes Päuschen ein. Natürlich möglichst nah am Arbeitsplatz. WIE SIEHT EINE DUSCHE für 600 Personen aus? So!

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SONNTAG, 08:00  Liza und ihr Team müssen ihr Modell vereinfachen, um bis zur Deadline fertig zu werden. Dafür kann die Rohversion ihres Projekts theore­ tisch eine Zombie-Epidemie vorhersagen. „Nicht schlecht, oder?“, meint Liza.

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SONNTAG, 07:00  John legt auch nach 40 Stunden Wert auf Körperpflege. Sein Projekt ist nicht fertig geworden. „Halb so wild. Jetzt habe ich eine Menge Code für zukünftige Projekte.“

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SONNTAG, 03:00  Die Deadline rückt näher. Noch einmal schnell die Denkmütze aufgesetzt. Ob das letzte Ass im Ärmel noch hilft?

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Der rennt mir auch überallhin nach.

SCHOKOLADE und Chips im Überfluss. Eine ausgewogene Diät liegt den Veranstaltern am Herzen. Und die Teilnehmer greifen zu.

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SONNTAG, 00:45  „Ein Selfie-Stick für dich?“ Nein, danke! Die Müdigkeit steht nicht nur unserem Reporter ins Gesicht geschrieben.

FORTSETZUNG FOLGT ...

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SONNTAG, 09:00  Schlusspfiff. Dann werden die Projekte bewertet und die Sieger gekürt. John und Liza kommen nicht aufs Stockerl, aber das stört sie nicht. Für sie und viele andere Teilnehmer ist der Hackathon nur Ausgangspunkt für eigene Projekte.

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STOP

DAS LETZTE Eine Frage zum Schluss.

KANNST DU UNSER RÄTSEL LÖSEN? 1. Sie ist groß, rund und wird von unseren Helden auf den Seiten 12 bis 21 gerettet. 2. Leo Külme heißen die ver­ drehten Bestandteile der kleinsten Rennautos der Welt, die wir auf sechs Seiten extra groß zeigen. 3. Die Europäische Weltraum­ organisation sucht sie nicht im All, sondern auf der Erde (und im Magazin auf den ­Seiten 42 bis 51). 4. Eine sagenhafte Figur und gleichzeitig Schauplatz unse­ rer Geschichte von Seite 36 bis 41. 5. Eine altmodische Beschäf­ tigung, die zu einer unsterb­­ lichen Idee geworden ist ­(Seiten 52 bis 56). 6. Der erste Teil des Koffer­ wortes von Seite 62 bis 65 klingt illegal, der zweite ziem­ lich anstrengend.

Editorial Director Boro Petric Chefredakteurin Martina Powell Creative Director Esther Straganz Photo Director Markus Kucˇera Textchef Clemens Stachel Grafik Stefanie Werth, Julia Bitschi Fotoredaktion Philipp Patuzzi Chefin vom Dienst Lisa Blazek Autoren Raffael Fritz, Chris Haderer, Valentin Ladstätter, Elisabeth Oberndorfer, Hannah Stadlober Web Kurt Vierthaler (Ltg.), Christoph Kristandl Lektorat Hans Fleißner Illustrationen Heri Irawan (Cover), Schirin Charlot, Nicolás Aznarez Lopez de Guereño, David Kellner, Max Kulich Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Karsten Lehmann Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Friedrich Indich Country Project Management Thomas Dorer Country Management & Marketing Stefan Ebner (Ltg.), Manuel Otto, Kristina Trefil, Sara Varming Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Mathias Schwarz Anzeigenverkauf Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Thomas Hutterer, Corinna Laure anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigen-Disposition Andrea Loprais Office Management Kristina Krizmanic IT Systems Engineer Michael Thaler Vertrieb Thomas Dorer Druck Leykam Druck GmbH & Co KG, A-7201 Neudörfl THE RED BULLETIN Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Creative Director Erik Turek Global Editorial Office Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Vienna Web redbulletin.com Red Bull Media House GmbH Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager und Publisher Wolfgang Winter Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall

Hast du eine gute Idee? Ein Projekt, das wir noch nicht entdeckt haben? Lob, Kritik? Oder das Lösungs­ wort dieses Rätsels (das übrigens in Aliensprache so viel wie „Einfach mal machen“ heißt)? Dann schreib an contact@at.redbulletin.com oder besuch uns auf facebook.com/theredbulletininnovator. Die nächste The Red Bulletin INNOVATOR-Ausgabe erscheint im Mai 2017.

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INNOVATOR


DESIGN, DAS NEUE WEGE GEHT.

M{ZD{ CX-3 Herzklopfen für Fortgeschrittene: Im Mazda CX-3 trifft Design auf Dynamik, Kraft auf Komfort und Spaß auf Stil. Der aufgeweckte Leistungsträger definiert die Klasse der kompakten SUVs neu. Dabei hält seine Motorisierung, was seine sportliche Linienführung verspricht: Fahrspaß pur. Und dank optionalem Allradantrieb bringt ihn auch bei heraus­ fordernden Straßenbedingungen nichts aus dem Rhythmus. Jetzt Probefahrt vereinbaren! MEHR AUF MAZDA.AT

Verbrauchswerte: 4,0–6,4 l/100 km, CO2-Emissionen: 105–150 g/km. Symbolfoto.


ŠKODA.

Made for Austria.

Verbrauch: 3,7–6,6 l/100 km. CO2-Emission: 99–154 g/km. CNG-Verbrauch: 3,5 kg/100 km (5,3–5,4 m3/100 km). CO2-Emission: 94–96 g/km.

Der ŠKODA Octavia. Profitieren Sie von der attraktiven ŠKODA Wirtschaftsförderung. Die Österreicher sind geradlinig – und doch sind sie neugierig darauf, was hinter der nächsten Kurve wartet. Geradlinig ist auch der Octavia, der mit Innovation, Funktionalität und Dynamik überzeugt. Sparen Sie jetzt mit den Vorteils-Paketen bis zu 1.400,– Euro und profitieren Sie zusätzlich von der attraktiven ŠKODA Wirtschaftsförderung für Firmenkunden. Symbolfoto. Stand 09/2016. Alle angegebenen Preise sind unverb., nicht kart. Richtpreise inkl. NoVA und 20 % MwSt. Details zum Preisvorteil der Vorteils-Pakete bei Ihrem ŠKODA Berater und unter www.skoda.at. Die Angebote sind streng limitiert und gültig für Neubestellungen solange der Vorrat reicht bzw. ab Lager solange der Vorrat reicht. Keine Barablöse möglich. Angebot gültig bei Erstzulassung bis 31.12.2016.

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The Red Bulletin INNOVATOR AT 2016 - #2  
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