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FASHION &BEAUTY

DIE

PIONIERIN

A

Ann Delafield gilt als die Pionierin der Kosmetikwelt. Dabei galten Körperbewegung, strenge Diäten, die sie «Schönheitsessen» nannte, und Kosmetik zu ihren Grundpfeilern der Schönheit. Sie entwickelte nicht nur den berühmten «Ann Delafield Reducing Plan», sondern gilt auch als Vorreiterin des modernen Schönheits-Marketings.

nn Delafield wurde als May M. MacGregor in Grossbritannien geboren und kam 1920 als Schauspielerin in die USA. Hier legte sie sich ihren Künstlernamen Ann Delafield zu, den sie bis zu ihrem Tode benutzte. Ann Delafield war kein hübsches Mädchen, dessen ­ sie sich auch durch die immer wiederkehrenden Bemerkungen ihrer Mutter bewusst war. Letztlich legten deren Ermahnungen im Kindesalter aber den Grundstein für ihre spätere Karriere. Denn Ann wollte es nicht hinnehmen, den Rest ihres Lebens als «hässlich» zu gelten, sondern war felsenfest davon überzeugt, dass jede Frau einen Mangel an Schönheit durch eigenes Dazutun beseitigen könnte. Sie war sicher, dass «das A und O eines jeden Erfolges im Leben in erster Linie die Selbstdisziplin ist». Nach diesem Motto entwickelte sie ein Konzept für die Damen der Gesellschaft, welche Mutter Natur nicht von vornherein mit Schönheit ausgestattet hatte. Es war ihr ein Bedürfnis, diesen zu «helfen», sich selbst und damit auch die Welt schöner zu machen. Übrigens nicht nur die Damen der Gesellschaft, auch die Herren müssten ihrer Pflicht nachkommen und durch ein gepflegtes Äusseres die Gesellschaft bereichern.

Der Vorher-nachher-Effekt Massstab für ihren Masterplan waren stets ihre eigenen Regeln, nach denen sie selber lebte: Körperbewegung, eine strenge Diät und Kosme-

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tik waren die Grundpfeiler der Schönheit. Sie war sich stets bewusst, dass es nicht leicht ist, sein Leben um der Schönheit willen umzustellen, aber «das Gute ist eben nur selten leicht zu erreichen». Dabei kamen die Bewegung und die Diät an ­erster Stelle, sie waren die Voraussetzung für alles Weitere. Kosmetik oder elegante Kleidung konnten nur den letzten Schliff geben. So erar­ beitete sie während ihrer Zeit in New York den ersten «Erfolgskurs», um ihren Mitmenschen zu jenem geheimnisvollen «Glamour» zu verhelfen. Die Anzeigen bestanden meist aus zwei Fotos: Foto 1 zeigte eine dicke, unvorteilhaft gekleidete und schlecht frisierte Frau (oder Mann) mit schlaffen Gesichtszügen, Foto 2 zeigte dieselbe Person, schlank, elegant, hübsch und voller Energie und Lebensfreude. Kundinnen, die glaubten, sie bekämen für ihr Geld einen Zaubertrank, wurden durch die strenge Anweisung zur Änderung der Lebensweise, die sie einhalten sollten, eines Besseren belehrt.

Positiv denken Das blieb Ann Delafield trotz eiserner Disziplin auch ein ganz wichtiger Punkt. Sie betonte in ihren Regeln die schönen Dinge des Lebens, die ihre «Anhänger» unbedingt geniessen sollten, ihre Diät nannte sie «Schönheitsessen». Man musste bereit sein, das, was man sich vorgenommen hatte, gerne zu tun. Ansonsten sah sie das Projekt scheitern –

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