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VOLUME 8

TRAVEL & SAVOIR VIVRE

USA Tokio

Florida, North Carolina und Texas

Die Sushi-Metropole

Finnland

Zwischen Luftgitarren WM und Saunieren

Brighton

Englands ältestes Seebad

Oman

Heimat des Weihrauchs

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April 2013 – März 2014

USA

USA

Bahamas

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April 2013 – März 2014

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EDITORIAL

Stars and Stripes – von Texas über Florida nach South Carolina Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser Eine spanische Redewendung besagt: «Das Reisen will uns eines lehren: Das Schönste bleibt stets heimzukehren. Aufenthalt im fremden Land mehrt und kräftigt den Verstand.» Getreu diesem Motto machten sich unsere Redaktoren auf und erkundeten den Erdball für Sie auf jegliche erdenkliche Art. Auf kulinarischen Wegen wandelte unser Autor Thomas Hauer. Im Land der Ölgiganten und Cowboys schaute er in texanische Töpfe, probierte Klapperschlangenbratwurst und besuchte die BBQ-City Austin. Keine Reise für Vegetarier, aber sicherlich für alle Tex-Mex-Fans. Ein ganz anderes kulinarisches Highlight bietet Tokio, die neue Welthauptstadt der Gourmetkultur. Mit 191 Michelin-Sternen und über 160'000 Restaurants stellt die japanische Hauptstadt selbst Paris in den Schatten. Ganz Mutige probieren hier den Fugu! Begeistert kam unsere Redaktorin aus Brighton zurück, der beliebtesten Stadt am Meer. Eingebettet zwischen dem Hügelland South Downs und dem Ärmelkanal, bietet Brighton eine reiche Mischung aus Regency-Kulturstätten, Fachgeschäften, schönen Künsten in Hülle und Fülle sowie das ganze Jahr über stattfindenden Events. Nicht zu vergessen ist der eigene königliche Palast, der exotische Royal Pavilion. Doch auch für alle, die Sonne suchen, haben wir einige Tipps zusammengetragen, ob Seychellen, Freegate Island oder Florida. Die Welt ist bunt und faszinierend. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungstour und begleiten Sie uns auf einer spannenden Lesereise rund um den Globus.

Francesco J. Ciringione Verleger

7

Yvonne Beck Chefredaktorin


INHALT

Inhalt

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Editorial ..................................................................................... 7

SPECIAL DESTINATIONS West-Florida ........................................................................... 12 Von schlanken Nixen und fetten Kühen

Filmkulisse, Wildpferde und Piratengeschichten ......... 20 Let`s go North Carolina

FOOD LOUNGE

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Tex-Mex im Lone Star State ................................................. 28 Kulinarische Entdeckungsreise

Gourmetparadies Japan ......................................................... 36 Shushi-Town Tokio

CITY & CULTURE A Love Story in Brighton ....................................................... 46 Der Ruf der Möwen

Savoir vivre à Paris ................................................................... 54

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The French Way of Life

Deutschlands Weihnachtsmärkte ...................................... 60 Tradition und Gemütlichkeit

HOTELS Gezeiten der Malediven .......................................................... 64 Die Welt in der Welt, die es gar nicht geben kann

Die grösste Suite in St.Moritz .............................................. 70 Residieren wie die Zaren

Ein Schloss am Wörthersee .................................................. 74 Wohnen wie Könige

8


INHALT

ADVENTURE & SPORT Snowkiten ...................................................................................... 78 Ein Flug durch die schneebedeckten Berge

Top Skidestinationen ............................................................... 86 Where to go & where to stay

Adventure Time ......................................................................... 94 Sechs Abenteuertrips rund um den Erdball

PURE LIFE Duftreise ins Heimatland des Weihrauchs .................. 102 Dem Weihnachtsgeruch auf der Spur

Picture Postcards from ......................................................... 108 Cuba

78

Ein James für alle Fälle ......................................................... 110 Aus dem Leben eines Inselbutlers

Luxus für die Seele .................................................................. 116 Perle im indischen Ozean

UNIQUE Ein tierischer Luxusurlaub auf den Seychellen ....... 122

102

Frègate Island Private

Tervetuola im Land der Klischees .................................. 126 Sauna, Koskukorva, Luftgitarren

Reisefragebogen ...................................................................... 132 Leedonal Moore aka. Jazzmin Dian Moore

AIR, ROAD & SEA Auf dem Nassersee zu den nubischen Tempeln ........ 134

134

Eine Kreuzfahrt ganz besonderer Art

Der Beginn einer grossen Liebe... ................................... 140 Unterwegs auf den Weltmeeren

Kulinarik über den Wolken ................................................142 Wine Selection by Singapore Airlines

126

«Kalaallit Nunaat» - Land der Menschen ...................... 144 Mit der «MS Farm» zu Besuch an Grönlands Küsten

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INHALT

148 LOST & FOUND Mangrovenwälder ................................................................... 148 Ein wichtiges und vielfältiges Ökosystem

7 Summits ................................................................................... 154 Die Gipfel der Welt

SHORT CUTS Food Lounge ................................................................................ 42 Food News

154

Books & More ............................................................................... 62 Provence, Alpenhotels und Bella Italia

Travel News 1 ............................................................................... 69 News & Shorties

Travel Gadgets ............................................................................. 84 Must-haves 1

Travel Gadgets ............................................................................. 92 Must-haves 2

Travel News 2 ............................................................................. 101 News & Shorties

Travel News 3 ............................................................................. 107 News & Shorties

Travel News 4 ............................................................................. 115 News & Shorties

Vorschau & Impressum ............................................................. 160

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SPECIAL DESTINATIONS

West-Florida Von schlanken Nixen und fetten Kühen von Angelika Schwaff

Wo der beliebte amerikanische Bundesstaat nicht rosarotes und lautes «Miami Vice» und nicht draufgängerischer Freizeitpark, sondern ursprünglich, naturverbunden und auch ein bisschen altbacken ist – und genau deshalb eine Reise wert.

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SPECIAL DESTINATIONS

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SPECIAL DESTINATIONS

F

lorida – der Sunshine State, das Rentnerparadies, Retro-Amerika. Die vielen Klischees gehen mir durch den Kopf, als ich im Flugzeug sitze und wir langsam in den Landeanflug gehen. Ich staune nur: Schon in der Luft überrascht mich der Staat. Denn ich sehe Grün. So viel Wald, Wiesen und Felder hätte ich hier nicht vermutet. War der Garden State nicht woanders? Wem Miami zu trubelig und unsympathisch ist, der sollte sich in den Wagen setzen und einmal quer durch das Land Richtung Westen fahren. Richtung Tampa. Hinter der Millionenstadt geht es noch gemächlicher zu. Vom Crystal River bis hinunter nach St. Pete ist der Sonnenstaat weniger luxuriös und bescheidener – und vielleicht genau deshalb auch liebenswerter.

Riese als ungeplanter Statist auf. Ein Manati, eine Seekuh, schaut vorsichtig um die Ecke. Die Nixe daneben lacht. Dieses Mal ist das Lachen echt.

Unterwasserballett auf Amerikanisch Die Nixen gleiten grazil durch das klare Wasser. Sie ziehen Kreise, schlagen Purzelbäume und lächeln dabei gekonnt. Typisch Amerika – immer volle Kanne Showeinlage. Ab und an schwimmen sie galant an die Seiten und holen durch einen fast unsichtbaren Schlauch Luft. Sie gehören zu Florida wie das Empire State Building zu New York. Und sind fast so alt. Seit über 60 Jahren läuft die Nixenshow am Weeki Wachee River, einer glasklaren Quelle im Nordwesten Floridas. In den See des Flusses ist ein Theater gebaut. Fast 500 Touristen finden hier Platz und fast immer ist es voll. Statt einer Bühne befindet sich vorne ein Fenster zum See und dahinter führen die hübschen Nixen ihr halbstündiges Unterwasserballett auf. Als ich hier bin, ist es die Geschichte der kleinen Meerjungfrau, natürlich. Die Mädchen schlagen Salti und wedeln gekonnt mit ihrem langen Fischschwanz. Es sieht alles so leicht aus. Und dann plötzlich taucht von hinten ein neugieriger

Stromaufwärts mit Seekühen Die Freude ist auch beim Publikum gross, denn viele, die hier sitzen, werden sich nicht die Mühe machen, nach der Show den knapp elf Kilometer langen Fluss stromaufwärts zu paddeln – wobei genau das eigentlich das Highlight ist. Für mich geht es aber nach dem Unterwasserballett raus in die Natur. Ich verpacke meine Habseligkeiten wasserfest und sprühe mich noch einmal kräftig mit Sonnenspray ein. Dann besteige ich ein Kajak und versuche, nicht gleich ins Wasser zu plumpsen, was gar nicht so leicht ist, und fast mache ich mich gleich hier am Bootseinstieg zum Klops. Aber schnell gewinne ich mein Gleichgewicht wieder und paddle los stromaufwärts. Hier, wo die Boote eingelassen werden, ist das Wasser etwas trüb und dunkel, aber mit jedem Paddelschlag wird die Farbe heller. Mir kommen ein paar Boote entgegen. Ich frage nach. «Haben Sie Seekühe gesehen?» Die Touristen von gleich zwei Booten hintereinander verneinen mit bedrückter Miene.

Ein paar Kilometer weiter im Landesinneren entspringen täglich unvorstellbare 660 Millionen Liter sauberstes Wasser, das Richtung Meer strömt. Weil es so konstant kalt und klar ist, fühlen sich hier viele Tiere wohl, darunter die wohl friedlichsten Säugetiere der Welt: Seekühe, auch Manatis genannt. Sie haben hier und weiter nördlich im Crystal River ihr Zuhause gefunden und grasen in aller Gemütlichkeit den Boden nach pflanzenreicher Nahrung ab. Und ab und an zeigen sie sich in den grossen Shows der Nixen.

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SPECIAL DESTINATIONS

so kräftig schwimme. Die Strömung ist so stark, dass ich auch nur noch mit Mühe in meinen Kajak robben kann, grazil ist anders. Aber es kennt mich hier ja niemand.

Aber ich bleibe optimistisch. Ich ziehe vorbei an das Ufer säumenden verwunschenen Häusern, die sicherlich ein Vermögen kosten. Pensionäre sitzen auf ihren Veranden, lesen Zeitung und grüssen freundlich. Viele haben ein Boot direkt vorm Haus liegen. Motorboote – ich hoffe für die Seekühe, dass die Besitzer damit umgehen können. Etwa fünfzehn Minuten nach Besteigen des Kajaks sehe ich einen Schatten im Wasser. Meine erste Seekuh in freier Natur. Mein Herz schlägt höher. Mächtig ist sie. Ich schätze ihre Länge auf vier Meter. Sie ist ziemlich moppelig für einen Vegetarier. Ich bin ganz aufgeregt und will näher an sie ran. Direkt neben ihr kann ich erkennen, dass sie auf dem Rücken Narben trägt. Ein eindeutiges Zeichen für ruppigen Kontakt mit Menschen und ihren Bootsschrauben. Wie traurig.

Schnell versuche ich, die Seekuh aufzuholen, damit ich noch sehe, wie sie auftaucht und Luft holt. Wie bestellt, gleitet der Riese in dem Moment auf, als ich endlich neben dem Tier bin. Ein majestätisches und unbezahlbares Erlebnis. Durch die Nase kommt ein zischender Ton und eine kleine «Schnauf-Fontäne» schiesst in die Luft. Bis zu 20 Minuten kann so eine Seekuh ohne Luft tauchen, dann spätestens muss sie wieder nach oben. Ich schaffe es an dem Tag bis fast ganz an den Anfang der Quelle, die natürlich unterirdisch entspringt und nicht wie im Märchen irgendwo aus einem Berg läuft. Das Paddeln wird dabei immer schwerer, aber auch das Wasser wird immer klarer. Zum Schluss mag man meinen, man paddle auf einem Pool, so klar ist der Fluss. Komplett durchsichtig bis zum Grund. Und noch zweimal sehe ich Seekühe und gleite immer zu ihnen ins Wasser. Und komme erschöpft, glücklich und durch meine vielen Badeeinlagen völlig von Mücken zerstochen wieder an der Nixenshow an.

Rauhe Schale, weicher Kern Der Seekuh sind meine Gefühle schnurzegal. Sie grast ganz gemütlich den Flussboden ab. Da Schwimmen hier erlaubt ist, nutze ich die Gunst der Stunde und gleite vorsichtig neben der Seekuh ins Wasser und schaffe das tatsächlich, ohne das Boot umzukippen. Langsam schwimme ich auf die Seekuh zu und strecke meinen Arm aus. Man darf die Tiere nur ganz vorsichtig mit einer Hand am Rücken berühren – das hatte man mir vorher gesagt. Ich erwarte eine glatte und kalte Haut und bin sehr überrascht, als meine Hand eine ganz rauhe Oberfläche berührt. Die Seekuh stört sich an meinem leichten Streicheln nicht, sie zuckt nicht mal. Ganz ruhig und entspannt grast sie weiter den Boden nach Essbarem ab. Unermüdlich. Ich bin entzückt und grinse wie ein Honigkuchenpferd. Der mächtige Koloss schwebt mit so viel Kraft weiter stromaufwärts, dass ich nicht nachkomme – auch wenn ich noch

Wo St. Petersburg Sonne und Sandstrand bedeutet Zwei Stunden weiter südlich gibt es keine Seekühe mehr, wohl aber die schönsten Strände der gesamten Vereinigten Staaten von Amerika. Die Strände bei St. Petersburg, die sich kilometerweit erstrecken, liegen am warmen Golf. Die Region ist ein Paradies für Sonnenhungrige, die dazu noch den American Liftstyle geniessen möchten. Das komplette Kontrastprogramm zum gemächlichen Weeki Wachee River. Aber dennoch bei

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SPECIAL DESTINATIONS

«In dem warmen Küstengewässern Floridas haben die rund 3800 Manatis keinen einzigen Fressfeind zu fürchten. Nur auf die Bedrohung durch Schiffspropeller hat die Natur sie nicht vorbereitet.»

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SPECIAL DESTINATIONS

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SPECIAL DESTINATIONS

||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������

weitem nicht so durchgestylt wie die Strände von Miami. Hier findet das Leben in der Saison am Strand statt. Sogar geheiratet wird hier direkt im Sand – ein Geheimtipp ist das allerdings nicht mehr. Der feinsandige Clearwater-Beach hat es mir angetan. Ich habe mich mit einem kleinen Picknick und einer Decke am Strand platziert, um einen der spektakulären Sonnenuntergänge zu beobachten. Und auch die Einheimischen kommen. Sobald die Sonne in allen Rottönen dramatisch im Meer versinkt, werfen sie ihre Netze ins Wasser. Sie suchen nach kleinen Fischen. Die grossen liegen derweil schon auf den Grills der umliegenden Restaurants und warten auf Kundschaft. Die Preise für Jakobsmuscheln und viele andere köstliche Meeresfrüchte sind hier übrigens so lächerlich niedrig, dass man, ohne rot zu werden und ohne seine Urlaubskasse zu sehr zu belasten, einen ganzen Hummer oder auch gleich zwei bestellen kann. Das tue ich dann auch – während die Sonne zielgerade nach Westen und knallrot mit viel Pathos im Golf von Mexiko versinkt. Genauso hatte ich mir meinen Florida-Aufenthalt vorgestellt. Mit Entspannung, ein bisschen mit Abenteuer und Romantik gewürzt. Und etwas Retro-Anmutung war ja auch dabei.

Anreise Flüge ab Zürich nonstop mit Swiss oder Edelweiss nach Tampa International Airport. Klima Florida gilt ganzjährig als tolles Reiseziel. Als beste Reisezeit gelten das Frühjahr und der Sommer. Die Temperaturen im Frühling sind angenehm warm und es gibt wenige Regentage im Monat. In den heissen Sommermonaten herrscht oft eine hohe Luftfeuchtigkeit und es kommt nicht selten zu starken Regenschauern bzw. Gewittern. Diese treten meistens erst am Nachmittag auf. Von August bis November kann es zu Hurricanes und Tropenstürmen kommen. In den Wintermonaten können auch mal kalte Luftmassen aus dem Norden der USA bis nach Orlando und Miami vordringen. Das ist aber eine Ausnahme. Nicht umsonst verbringen viele US-Pensionäre die kalten Monate des Jahres im Sunshine State. www.visitflorida.com. ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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Filmkulisse, Wildpferde und Piratengeschichten Let’s go North Carolina von Yvonne Beck

North Carolina ist das Tor zum traditionellen Süden der USA, die Kulisse für viele beliebte Fernseh- und Filmproduktionen von «Der letzte Mohikaner» über «Dirty Dancing» bis zu «Dawson's Creek» und ein echter Geheimtipp für Liebhaber endlos langer Sandstrände, weitläufiger Dünenlandschaften und malerischer Dörfer.

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D

ie US-Bundesstaaten North- und South Carolina gehörten zu den ältesten Kolonien Grossbritanniens in Nordamerika. Der britische König Karl II. gründete im Jahre 1663 die nach seinem Vater Karl I. benannte Besitzung Carolina. Da sich der Norden und der Süden jedoch recht unterschiedlich entwickelten, wurde die Kolonie im Jahre 1729 in eigenständige Provinzen geteilt. Während South Carolina durch Filme wie «Fackeln im Sturm» und «Der Patriot» den meisten ein Begriff ist, gehört North Carolina noch immer zu den echten Geheimtipps in den USA, obwohl auch hier einige grosse Serien und Filme gedreht wurden.

senwerden. Seine beste Freundin ist die gleichaltrige Josephine «Joey» Potter, gespielt von der noch blutjungen Katie Holmes, die er seit frühester Kindheit kennt und mit ihr aufgewachsen ist wie Bruder und Schwester. Die Probleme beginnen, als Joey sich hoffnungslos in Dawson verliebt. Schon die erste Staffel begeisterte 6,6 Millionen Zuschauer, per Episode. Die Cape Fear Memorial Bridge Wilmington wurde fast zu so etwas wie dem Symbol der Serie. Aber auch das Water Street Restaurant, der Riverfront Park, die University of North Carolina Wilmington oder «Hell’s Kitchen» waren Filmlocations. Der «Dawson's Creek»-Hipe hat inzwischen zwar etwas nachgelassen, die letzte Staffel lief 2003, doch längst folgten andere Serien wie «One Tree Hill», die die Stadt in Atem hält. Spiel Stevenberg kennt sie alle und hat zu jeder eine kleine Anekdote bereit. Auf der Hollywoodtour kommt man zudem an kleinen Restaurants und Bars vorbei, und nicht selten sieht man dort den einen oder anderen Filmstar sitzen. Robert Downey Jr. soll beispielsweise häufiger in der Stadt zu sehen sein und Spiel Stevenberg kennt natürlich auch sein Stammlokal.

Den US-Serien- und -Filmstars auf der Spur «Welcome to Wilmywood», so begrüsst uns Spiel Stevenberg, unser Tourguide durch Wilmington, einer kleiner Hafenstadt im Südosten North Carolinas. Er wirkt auf den ersten Blick wie ein leicht verschrobener Regisseur, daher passt sein Alias perfekt zu ihm. Seit sieben Jahren macht er regelmässig Hollywoodtouren durch seine Heimatstadt Wilmington und führt Movie-Fans zu den Drehorten bekannter Filme und quotenstarker Serien. Die Filmindustrie, die Mitte der 80er Jahre nach Wilmington kam, stellt heute einen wichtigen Faktor für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt dar. Wilmington ist inzwischen nach Hollywood und New York das drittgrösste Zentrum der US-amerikanischen Filmindustrie. Und so findet man hier die Drehorte von David Lynchs Film «Blue Velvet», der TV-Serie «Matlock», «Iron Man III» mit Robert Downey Jr. oder «We are the Millers» mit Jennifer Anniston.

Die Geschichte des legendären Piraten Blackbeard Mit den USA verbindet man gerne Cowboygeschichten. Ein jeder kennt Winnetou und Old Shutterhand, doch die wenigsten wissen, dass auch Piraten hier ihr Unwesen getrieben haben. Und das vor allem vor der Küste North Carolinas. Mit der Filmreihe «Fluch der Karibik» hat das Genre des Piratenfilms weltweit wieder Hochkonjunktur erlangt. Und im vierten Teil, «Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten», spielen der berüchtigte und gefürchtete Pirat Blackbeard und sein Schiff, die «Queen Anne’s Revenge», eine wichtige Rolle. Der echte Blackbeard erwarb sich zwischen 1716 und 1717 bei wiederholten Beutezügen auf Schiffe und Küstenregionen der Westindischen Inseln und der atlantischen Küste von Nordamerika wegen seiner angeblichen Grausamkeit einen finsteren Ruf.

Dass Filmfans jedoch auch von weither extra in die Stadt am Cape Fear River pilgern, ist vor allem der Serie «Dawson's Creek» zu verdanken. Die Geschichte handelt von Dawson Leery, einem 15-jährigen Filmfreak, und seinen Problemen mit dem Erwach-

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Viele Legenden haben Blackbeard romantisiert und er wurde zum Thema von Romanen, Spielfilmen und Berichten. Sein Schiff wurde 1996 nahe dem Küstenstädtchen Beaufort wiederentdeckt und wird seitdem von Archäologen ausgegraben. Erst letztes Jahr wurde der Anker von Blackbeards berüchtigter «Queen Anne’s Revenge» aus dem Atlantik geborgen. Das 1400 Kilogramm schwere Stück ist mit weiteren Fundstücken aus der Piratenzeit (unter anderem dem Schwert des Freibeuters) im Maritime Museum Beaufort zu bestaunen. Zudem gibt das Museum einen Einblick in das Leben auf dem Schiff des schwarzbärtigen Piraten. Rund um die Stadt ranken sich einige Geistergeschichten. Im «Hammock House», dem ältesten Haus der Stadt, hatte nicht nur Blackbeard sein Hauptquartier, sondern hier spuken auch seine Opfer und gefallene Soldaten. Voller skurriler und gruseliger Geschichten steckt auch der alte Friedhof, der Old Burying Ground, etwa über den Kapitän, der unter der Kanone seines Schiffes «Snapdragon» begraben liegt, den englischen Soldaten, der nur stehend beerdigt werden wollte, um seiner Majestät der Königin auch noch im Tode Ehre zu erweisen, das Mädchen, das in einem vollen Fass Rum bestattet wurde, oder die erfrorene Besatzung des Schoners «Crissie Wright». Die schaurige Vergangenheit von Beaufort können Besucher bei einem geführten «Ghost Walk» erkunden, welcher gerade wenn es dunkel wird besonders schaurig wird. Strandidylle und Wildpferde Beaufort ist mit 13'000 Einwohnern die grösste Stadt des Low Country mit einem Tiefseewasserhafen. Trotzdem wirkt sie mit ihren klassischen Südstaatenvillen und den typischen Schaukelstühlen auf den hölzernen Verandas wie ein kleines verschlafenes Küstenstädtchen. Die Crystal Coast und die Outer Banks locken mit menschenleeren Stränden und Dünen auf der Atlantikseite, mit Küstenwäldern und feuchten Marschen an der Pamlico Sound zugewandten Westseite. Eine Reihe von Leuchttürmen auf den vorgelagerten Inseln sind heute vielbesuchte Ausflugsziele, früher sollten sie Schiffsunglücke verhindern, von denen es in vergangenen Zeiten viele gab. Rund 1000 Schiffswracks sind allein vor den Outer Banks lokalisiert worden. Die Outer Banks sind nur im Norden von Devil Hills über eine Brücke mit dem Festland verbunden, doch es gibt einige Fährverbindungen zur knapp 56 Meilen langen Inselgruppe der Cape Lookout National Seashore. Hier kann man einen ruhigen Tag mit dem Beobachten von Vögeln, Angeln, Wandern, Fahrradfahren verbringen. Die meisten der Inseln sind unbesiedelt, verfügen weder über Strassen noch Hotels, dafür kann man an jener Stelle stehen, an der sich die Gebrüder Wright zum ersten Mal in die Lüfte erhoben. Auf der Insel Shackleford gibt es zudem noch wilde Pferde (Bank Ponies). Es sind die Nachfahren der spanischen Mustangs, die vor mehr als 400 Jahren hier Schiffbrüche überlebten. Und beim Anblick der durch das seichte Wasser galoppierenden Pferdeherden kommt man sich vor wie in einem der schönsten Naturfilme – kein Wunder, dass so viele Regisseure sich North Carolina als Filmlocation aussuchen.

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SPECIAL DESTINATIONS

«Das wichtigste im Leben finden wir nicht durch intensive Suche, sondern so, wie man eine Muschel am Strand findet, im Grunde findet es uns.»

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SPECIAL DESTINATIONS

||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ Anreise North Carolina hat vier internationale Flughäfen: Raleigh Durham International Airport, Charlotte Douglas International Airport, Piedmont Triad International Airport und Wilmington International Airport. Charlotte ist eine bedeutende Drehscheibe für US Airways, sodass es keinen Mangel an Verbindungen innerhalb North Carolinas sowie der USA gibt. Verkehrsmittel Die beliebteste Art, North Carolina zu erkunden, ist mit dem Auto. Ein ausgedehntes Strassennetz (North Carolina hat mehr geteerte Strassen als alle anderen Staaten) macht das Fahren auf breiten Highways unkompliziert. Mit dem Zug zu reisen, ist ebenfalls möglich und sehr entspannend. Die Eisenbahngesellschaft Amtrak bietet tägliche Fahrten entlang sechs verschiedener Strecken an. Beaufort für Blackbeard-Fans Das Flaggschiff des Piraten lief im Jahr 1718 in der Nähe von Beaufort auf eine Sandbank. Nach vorheriger Anmeldung können auch Hobbytaucher die Ausgrabungsstätte unter Wasser besuchen. Dies ist durch das Programm «QAR Dive Down» möglich, das ein einführendes Seminar und zwei Tauchgänge umfasst. www.archaeology.ncdcr.gov Hoteltipp Das «Inlet Inn» in Beaufort liegt nur eine Strasse von Taylors Creek entfernt und man hat vom grosszügigen Balkon einen herrlichen Blick aufs Wasser und den Jachthafen. Im Holzschaukelstuhl sitzend fühlt man sich versetzt in eine andere Zeit. www.inlet-inn.com Restauranttipp Das «Blue Moon Restaurant» ist vom Geschmack, Ambiente und Service her ein echtes Highlight. Nicht günstig, aber seinen Preis wert. www.bluemoonbistro.biz Weitere Informationen www.visitnc.com ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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SPECIAL DESTINATIONS

Für mein romantisches Rendezvous: Pop und klassische Liebeslieder

Für mein Couture Einkaufserlebnis: Die neuesten Kollektionen vom Laufsteg

Musik- und Visuellunterhaltung für jede Stimmung.

Ich bin nicht die gleiche Person bei jedem Flug. Meine Welt ist luxuriös und ich lebe meine Stimmungswechsel. Eine persönliche Begleitung durch das Check-in und Passkontrolle an Bangkoks Flughafen Suvarnabhumi geniesse ich immer, auch werde ich dort mit einer Spa-Behandlung verwöhnt. An Bord, eine erlesene Gourmetselektion, PrivatsphäreOptionen mit dem zum bequemen Bett wandelbaren Sitz und immer neuesten Unterhaltungsprogramm, was möchte ich heute? Das muss ich jetzt noch nicht entscheiden. Am Board der Royal First Klasse wähle ich, was und wann ich will. Ich fliege THAI.

Information und Reservation: T 044 215 65 00, www.thaiair.ch, reservation@thaiair.ch oder in jedem Reisebüro.

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FOOD LOUNGE

Tex-Mex im Lone Star State Kulinarische Entdeckungsreise zwischen Austin und San Antonio von Thomas Hauer

Haben Sie schon einmal eine Klapperschlangenbratwurst probiert? Nein? Dann wird es höchste Zeit, die Koffer zu packen. Unsere Reise führt in den Süden der USA, mitten ins Herz des zweitgrössten amerikanischen Bundesstaates, nach Texas. Dort finden abenteuerlustige Foodies im Landstrich zwischen Texas’ Hauptstadt Austin und der Flussperle San Antonio eine Unmenge traditioneller BBQs, Imbisse und Diners, in denen die ethnischen Töpfe und Küchen des Landes zur typischen Tex-Mex-Küche verschmelzen.

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ugegeben – für überzeugte Vegetarier ist eine Reise zu den prall gefüllten Fleischtöpfen in Amerikas Süden nicht unbedingt erste Wahl. Freunde von Beef und Co. wähnen sich dagegen schon bei der Ankunft auf dem internationalen Flughafen von Dallas im Karnivorenparadies, wo ermattete Reisende, um die Wartezeit auf den Anschlussflug zu verkürzen, mal eben eine Portion saftiger Spareribs vertilgen, die hier an jeder Ecke angeboten werden. BBQ-City Unsere Reise führt uns zunächst in die BBQ-Metropole Austin. Die mit Superlativen nicht eben geizenden Texaner haben die Stadt kurzerhand zur Live Music Capital of the World erklärt, aber auch in Sachen BBQ ist Austin zweifellos Spitze. Entlang der berühmten 6th Street und im East End reihen sich hier nicht nur unzählige Musiklokale aneinander, in denen allabendlich, je nach Etablissement, ein bunter Musikmix von Country, Blues, Soul, Rock, Tejano bis zu Death Metal oder Punk geboten wird – Eintritt frei versteht sich. Dazwischen verstecken sich auch unzählige BBQ-Restaurants, die meist in dicke Rauchschwaden der überdimensionalen Freiluft-BBQ-Smoker gehüllt sind, in denen das Beste von Rind, Schwein und vom Hühnerhof der Perfektion entgegenbrutzelt. Dabei ist das BBQ für Texaner weit mehr als eine gesellige Art, Fleisch zuzubereiten, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung und wichtiger Teil ihrer kulturellen Identität.

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FOOD LOUNGE

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FOOD LOUNGE

Eine der besten Mikrobrauereien der Stadt ist Uncle Billy’s in der Barton Springs Row, die aber auch eine schöne Filiale am nahegelegenen Lake Travis betreibt. Gebraut werden mehr als ein halbes Dutzend Sorten – darunter zum Beispiel das malzige Hop Zombie, Hill Country Organic Amber, das Ax Handle Pale Ale oder auch aromatisierte Spezialitäten wie Agave Wit mit Agavennektar, Orangen- und Zitronenschale und Koriander. Hier könnte so mancher hiesige Braumeister noch etwas lernen. Gut sind auch die Biere der Live Oak Brewing Company, die in vielen Kneipen und Pubs von Austin ausgeschenkt werden.

Wir besuchen am ersten Abend das legendäre «Stubb’s», in dem sowohl Gegrilltes wie Livebands auf der Karte stehen. Natürlich bestellen die Gäste auch hier – wie praktisch überall im Lone Star State – nach dem All-you-can-eat-Prinzip, und so trägt unser Kellner Tony einen Fleischberg nach dem anderen aus der Küche zu uns an den Tisch. Wer nun aber meint, ein echtes Texas-BBQ bestünde vor allem aus gewaltigen T-Bone- oder Rib-Eye-Steaks, irrt gewaltig – diese Form des Fleischverzehrs ist eher an der Ostküste rund um New York zu Hause. In Texas stehen andere Fleischspezialitäten auf dem Speisezettel – allen voran Beef Brisket. Das wird aus dem unteren Teil der Rinderbrust geschnitten und ist vergleichsweise fett, wird auf dem Grill aber unheimlich saftig und ist – neben glasierten Rippchen und knackigen Würstchen – der absolute Favorit der Einheimischen.

Foodtrailer Neben seiner traditionellen BBQ-Kultur hat Austin foodtechnisch aber noch ein weiteres Highlight zu bieten: die sogenannten Foodtrailer, zum Beispiel entlang der South Congress Avenue. Dort finden Besucher auch einige spannende Läden wie das Cowboystiefel-Paradies Allens Boots, den Herrenausstatter Stags, wo Männer von Welt beim Einkaufen mit einem Fläschchen Bier bei Laune gehalten werden, oder das Trödelparadies Uncommon Objects, in dem man beim Stöbern zum Beispiel auf Dr.-Pepper-Flaschen aus den 40er Jahren oder einen ausgestopften Lamakopf stossen kann.

Zu diesen Fleischgebirgen bestellt man alibihalber noch ein paar Beilagen wie frittierte Okraschoten, Kartoffelsalat mit reichlich Mayonnaise, Sweet Potato Fries, Krautsalat oder würzige Pinto-Bohnen. Natürlich landen auch Turkey und Chicken auf dem Grill, aber das ist aus Sicht echter Texaner eher etwas für Ost- oder Westküstenneurotiker, die um ihre schlanke Linie besorgt sind, als für wahre BBQ-Fans. Zu einem echten BBQ gehört ausserdem auch eine rauchige, süss-pikante BBQ-Sauce, die oft noch selbst gemacht wird – zumindest in den «echten» BBQ-Restaurants. Das einzig zulässige Getränk beim BBQ: eiskaltes Bier. Viel eiskaltes Bier.

Doch zurück auf die Strasse: Zur Lunchtime treffen sich Locals und Touristen hier auf einen Snack an einem der zahlreichen Imbisse, die hier wie Perlen an einer Kette aufgereiht liegen: «Mighty Cone», «Hey Cupcake» oder «Fat Cactus». Wir entscheiden uns aber für «Wurst Tex». Was hier serviert wird, sind weniger Hot Dogs als Bratwürste. Freilich nicht x-beliebige. Wie wäre es zum Beispiel mit der sinnreich betitelten Variante Predator&Prey, Jäger&Beute, in der Kaninchen und Klapperschlangen eine geschmackvolle Verbindung eingehen. Oder Elchbratwurst mit Jalapenos und Cheddarkäse. Das Ganze mit gebratenen Zwiebeln und ein wenig Sauerkraut in ein butterweiches Bun geklemmt. Voila! Fertig ist ein formidabler Mittagssnack.

Microbreweries Apropos Bier: Auch Austin liegt voll im amerikanischen Bier-Trend, und der geht eindeutig in Richtung Microbreweries, die den texanischen Grossbrauereien wie Shiner oder Lone Star – deren Biere im Übrigen nicht schlecht sind – gehörig Konkurrenz machen.

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Tex-Mex in San Antonio Durch das idyllische Texas Hill Country geht unsere Reise weiter nach Süden in Richtung San Antonio. Gilt Austin BBQ-Freunden als wahres Mekka, ist San Antonio mit seinem weltberühmten Downtown Riverwalk die Hauptstadt des Tex-Mex, zweites Standbein der texanischen Küche.

Me-Portionen serviert werden, liegt falsch, ist San Antonio doch seit wenigen Jahren ebenfalls Heimat eines Campus des Culinary Institute of America (CIA) – der Kaderschmiede für angehende Kochtitanen in den USA. Untergebracht ist die Gastrouniversität in der ehemaligen Pearl Brewery direkt am San Antonio River. Schwerpunkt bei der Ausbildung ist die Küche der Südstaaten und Lateinamerikas. Gäste können die feinen und apart arrangierten Kreationen der hochmotivierten Kocheleven im «NAO – New World Flavours Restaurant» probieren. Eine der besten kulinarischen Adressen der Stadt.

Dabei hat Tex-Mex, abgesehen von vielen Zutaten wie Tortillas, Enchiladas, Salsas, Chili und natürlich Bohnen, nur wenig mit mexikanischer Küche zu tun, denn die ist traditionell weder sonderlich fleischlastig noch schwer. Harte Tacoschalen, angedickte Tomatensauce oder gar der unvermeidliche Schmelzkäse zum Überbacken von Nachos und Co. sind in Mexiko sogar weitgehend unbekannt. Im Gegenteil präsentiert sich die einheimische Küche dort eher leicht und mit feinen Geschmacksnuancen. Tex-Mex ist dagegen schwer, fett und ziemlich flüssig – aber gerade deshalb unheimlich lecker! Der Einsatz von reichlich Chili sorgt für einen würzigen und oft recht scharfen, gleichzeitig meist aber auch angenehm süssen Geschmack. Eines der typischsten Gerichte der Tex-Mex-Küche ist übrigens das auch bei uns beliebte Chili con Carne.

||||||||||| SHORTCUT ��������������������������������������������������������������������������������������� Woran erkennt man ein echt texanisches BBQ-Restaurant? 1. Vor der Tür liegt haufenweise Mesquite-Holz gestapelt – sein aromatischer Rauch verleiht gegrilltem Fleisch eine besondere Note. 2. Teller? Fehlanzeige! Ein echt texanisches BBQ wird auf Pergamentpapier serviert.

Einer der Tex-Mex-Tempel von San Antonio, in dem aber auch authentische mexikanische Gerichte auf der Karte stehen, ist das «Mi Tierra» am alten Marktplatz, das von Selfmademan Michael D. Cortez geführt wird. Der Enkel mexikanischer Immigranten führt das 24 Stunden geöffnete Gastroimperium mit eiserner Hand. Hartgesottene nehmen hier schon ein Tex-Mex-Frühstück zu sich mit reichlich Eiern, Bacon und – natürlich – Fleisch, ob in Streifen, gehackt oder als Burgerpattie, ganz egal, Hauptsache reichlich.

3. Gegessen wird, wenn nicht mit den Fingern, allenfalls mit Plastikbesteck – Silberbesteck ist für BBQ-Freaks dagegen ein absolutes No-Go. 4. Die meist im Freien aufgebauten gusseisernen BBQ-Smoker qualmen so, als stünde das ganze Restaurant in Flammen, während sie gleichzeitig einen lieblich-würzigen Duft verströmen, der hungrigen Passanten noch mehrere Strassenzüge entfernt das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Culinary Institute of America Wer jetzt glaubt, die texanische Küche erschöpfe sich in bodenständigen Kalorienbomben, die ausschliesslich in Super-Size-

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Gourmetparadies Japan Sushi-Town Tokio von Yvonne Beck

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Tokio ist die Welthauptstadt der Gourmetkultur. Über 160’000 Restaurants, jeden Monat eröffnen neue. 191 Sterne verleiht der Guide Michelin an die Restaurants der japanischen Hauptstadt. Fast doppelt so viele wie an Paris und dreimal so viele wie an New York.

ür erlebnishungrige Gourmets ist Tokio ein Paradies der Köstlichkeiten. Für manchen Europäer jedoch eine fremde Welt, in der so manche Überraschung lauert. So gibt es Restaurants, die ausschliesslich giftigen Fisch servieren, und auf vielen Speisekarten ist noch die bei uns verpönte Schildkrötensuppe zu finden. Trotzdem lohnt es sich, in die kulinarischen Genüsse Tokios einzutauchen. Als Ausgangspunkt empfiehlt sich der weltberühmte Fischmarkt. In den heiligen Hallen des Fisches Der Tsukiji-Fischmarkt ist Tokios Topattraktion. Wer das Gelände bei Tagesanbruch besucht, erlebt ein Feuerwerk der Sinne: Es wird gehandelt, versteigert, gekauft, geboten, Ware kontrolliert, Händler schneiden Thunfisch mit höchster Präzision in Stücke und man kann den Geschmack eines morgendlichen Sushi-Snacks geniessen. Einen Geschmack, den man so schnell nicht vergisst, denn der Fisch ist so frisch, dass er fast noch zappelt. Ein reger und hektischer Betrieb herrscht auf dem Markt – allerdings nur von 5 bis 8 Uhr. Wer dabei sein will, muss also sehr früh aufstehen. Auf diesem Markt steht dafür so ziemlich alles zum Verkauf, was das Meer hergibt. Hier wechseln zahlreiche Fische ihren Besitzer und es herrscht eine lebendige, für Tokio fast schon chaotische Atmosphäre. Doch wie überall in der Stadt hat auch hier alles seinen festen Platz und seine Ordnung, auch wenn dies von Besuchern nicht sofort durchschaut wird. Emsig fahren kleine Transporter zwischen den Auktionshallen und Markthallen hin und her und verteilen Ware, Touristen müssen höllisch aufpassen, dass sie nicht unter die Räder kommen, man kann keine Rücksicht

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erkunden. Hier bekommt man alles, was für die Zubereitung einer japanischen Mahlzeit nötig ist. Hier kann man auch ein beliebtes und praktisches Mitbringsel ergattern – die japanischen Messer gehören zu den besten Messern auf der Welt und ihre Klingen sind so scharf, dass sie jeden Fisch oder jedes Stück Fleisch wie Butter durchschneiden. Nach der Besichtigung der Hallen und Märkte erfolgt traditionsgemäss ein Sushi-Frühstück in einem der vielen Lokale vor Ort. Nirgends sonst auf der Welt bekommt man so frisches und köstliches Sushi serviert. Um 13 Uhr wird das Gelände abgeriegelt und gereinigt. Wie überall in Tokio ist auch der Fischmarkt erstaunlich sauber und auch der Geruch ist nicht so streng, wie man annehmen möchte. Trotzdem sollte man nicht unbedingt die beste Kleidung tragen, sondern vor allem feste Schuhe, denn der Boden ist an vielen Stellen sehr glitschig und nass.

nehmen auf fotografierende und flanierende Touristen, denn hier wird gearbeitet und es geht um sehr viel Geld. Wer einen Blick auf die Verladestellen wirft, entdeckt Tintenfisch-Berge, Schalentiere in Mengen, Bassins über Bassins voller zappelnder, exotischer Fische und immer wieder riesige Thunfische oder den berühmtberüchtigten Fugu. Der ergiebige Handel mit dem Fisch Zweitausendeinhundert Tonnen Fisch und Meeresfrüchte im Wert von über 1,8 Milliarden Yen (21,5 Millionen Franken) werden täglich auf Tokios Fischmarkt verkauft, das sind im Jahr circa 575’000 Tonnen im Wert von über 480 Milliarden Yen (5,7 Milliarden Franken). Immer wieder kommt es zu Versteigerungen von hochpreisigen Thunfischen aus Nordjapan – dabei kann es sein, dass Summen von bis zu 10 Millionen Yen pro Fisch erzielt werden. Wer eine Auktion besuchen möchte, sieht zwischen 5.00 und 6.15 Uhr von einer Besuchergalerie aus zu. Einige Jahre war Touristen der Besuch der Auktionen untersagt, denn sie behinderten das rege Geschäft, bei dem es um eine Menge Geld geht. Seit einiger Zeit lässt man täglich bis zu 120 Besucher zu. Anmeldung ist nicht möglich, wer zuerst kommt, kommt rein – daher ist ein frühes Aufstehen vonnöten, wer nach 4.00 Uhr erscheint, ergattert meist keins der begehrten Einlasstickets. Dafür ist es umso spannender, wenn man mit dabei sein darf. Von der Auktion selbst versteht man als Tourist reichlich wenig, Fisch für Fisch wird versteigert. Das geht blitzschnell, und ehe man sich versieht, zieht die Menschenmenge zum nächsten Thunfisch weiter. Zuvor wurde jeder Fisch von den potentiellen Käufern genau unter die Lupe genommen. Dafür werden die Schwanzflossen abgeschnitten, damit der Fisch nach Festigkeit und Farbe beurteilt werden kann.

Lernen vom Sushi-Meister Auch für alle, die gerne selber einmal professionell Sushi herstellen möchten, ist gesorgt. Im «Peninsula Tokyo» führt Chef Teruyuki Kojima Gäste in die faszinierende Welt der japanischen Küche ein. The Peninsula Academy Sushi and Tempura Cooking Class gibt einen Einblick in eine kulinarische Welt, die eine perfekte Balance und Harmonie zwischen Geschmack, Farbe und Textur auf die Teller zaubert. Die Teilnehmer lernen, wie man perfekte Tempura und zwei Arten von Sushi zubereitet – Nigiri und Maki. Innerhalb von zwei Stunden begreift man hier, dass auch scheinbar einfache Handgriffe wie Reiskochen einer Kunstfertigkeit und eines genauen Wissens über Alter und Herkunft des Reises bedürfen. So braucht frischer Reis stets weniger Wasser als länger gelagerter, da dieser noch einen hohen Eigenwasseranteil beinhaltet. Zudem kommt es auf die richtige Mischung an und jeder Sushi-Koch hat sein Geheimrezept. Im «Peninsula» mischt man den Reis mit einem speziellen Essig, Salz, Zucker und einem Algenblatt. Der Sushi-Chef Teruyuki Kojima ist ein wahrer Meister der Klinge. Sein Messer gleitet präzise wie das eines Schwertmeisters in einer einzigen fliessenden Bewegung durch das feste Fleisch des Fisches. Hauchfein kann er einen Fisch filetieren. Seine Messer sind höllisch scharf und flössen den Sushi-Lehrlingen einigen Respekt ein. Den hellen und fettreicheren Thunfisch benutzt Teruyuki Kojima für Nigiri, den dunklen für die Sushi-Rollen. Nach dem Kurs sind die Teilnehmer nicht nur fit in der Herstellung von Sushi und Tempura, auch wenn aller Anfang schwer ist, sondern wissen zudem genau, wobei es beim Kauf von Thunfisch ankommt und wo die teuren fettreichen, hochwertigen Stücke am Fisch zu finden sind. Chef Teruyuki Kojima ist jedoch nicht nur ein Meister der Tempura- und SushiZubereitung, sondern auch gelernter und lizenzierter Fugu-Koch. Das Filetieren und Ausnehmen des hochgiftigen Fisches ist eine Kunst, die viel Erfahrung braucht.

Zum Frühstück frischen Fisch Nach den Auktionen streift man auf dem Grossmarkt durch endlose, verwinkelte Gänge. Grosshändler verkaufen hier ihre Ware direkt vom Stand an Restaurants, Hotels und Einzelhändler. Einige von ihnen sind schon seit mehr als zwanzig Generationen im Geschäft. Auch hier wird hart gearbeitet und Besucher sollten die Geschäfte möglichst nicht stören, besonders Besuchergruppen sollten davon absehen, sich um einen Stand zu drängen. Wer kein Ticket für die Auktion ergattern kann oder schnell genug hat von dem Meeresgetier, kann einen Aussenmarkt mit einer riesigen Auswahl an Obst und Gemüse erforschen. Hier ist das Treiben auch weniger hektisch und die Besucher müssen sich nicht vor den halsbrecherischen Fahrten der vielen motorisierten Karren in Acht nehmen. In aller Ruhe lassen sich hier viele Gänge voller Nudelshops, Cafés, kleiner Läden mit Küchenzubehör

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«Aber kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend.» (Goethe)

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Und wer Fugu isst, legt sein Leben in die Hände des Küchenmeisters – doch bisher haben alle seine Gäste das Essen unbeschadet überstanden. Im Hotel Peninsula wird jedoch kein Fugu serviert, doch verstreut über die ganze Stadt sind in Tokio einige Spezialrestaurants zu finden.

Anreise Direktflüge aus der Schweiz nach Tokio mit der Swiss (www.swiss.ch) oder mit Umsteigen in Frankfurt mit der ANA (hier empfehlen wir den neuen Dreamliner (Boeing 787)) – Vorteil: Mit etwas Glück landet man in Tokio-Haneda, welcher bedeutend zentraler liegt. Die Flugzeit beträgt circa 11,5 Stunden. (www.ana.co.jp)

Die tödlichen Gaumenfreuden des Fugu Tradition, Luxus, Todesverachtung und unberechenbare Gefahr, das sind die Zutaten des Krimis aus Japans Edelküchen. In der Hauptrolle der Fugu oder auch Kugelfisch. Kenner schätzen den festen Biss und das feine Aroma des Fisches. Der Fugu hat einen zurückhaltenden und delikaten Geschmack, gerade deshalb kann man so viel aus ihm machen. Ob Salat aus Fugu-Haut, angedünstetes Fugu-Fleisch, Fugu-Sashimi, gegrillte Fugu-Rippchen oder Fugu-Filet in süsslicher Soja-Sosse – hier kommen auch lebenslustige Japaner ins Schwärmen. Japans grösste Herrscher fürchteten den Kugelfisch, konnte er doch ihre Heerscharen schneller dezimieren als jeder Gegner. Daher wurde den Samurai der Fugu-Verzehr strengstens untersagt. Und kraft Gesetz sogar dem japanischen Kaiser verboten. Dieses gilt unverändert bis heute. Doch dem Volk war der Fugu-Genuss nicht auszutreiben. Himmlische Gaumenfreude oder teuflische Versuchung? In jedem Fall ein sündhaft teurer Luxus, denn unter 150 Franken ist ein FuguGericht kaum zu bekommen. Dafür kann man danach von sich behaupten, eine tödliche Delikatesse probiert zu haben. Die inneren Organe des Fugu, insbesondere die Leber, sind hochgiftig und dürfen nur von lizenzierten und speziell ausgebildeten Köchen zubereitet werden. Drei Jahre dauert die Ausbildung zum FuguKoch. Wer seinen Mut auch beim Trinken unter Beweis stellen möchte, probiert ein Glas «hirezake» – geröstete Fugu-Flosse in heissem Sake – der traditionell das Fugu-Gericht begleitet. Sake gilt als Nationalgetränk der Japaner.

Hoteltipp Das Luxushotel The Peninsula Tokyo liegt im Geschäftsviertel Marunouchi, gegenüber dem Kaiserlichen Palast und dem HibiyaPark. Von hier aus lassen sich alle Attraktionen Tokios problemlos erreichen. Die Ginza ist fussläufig in circa 15 Minuten zu erreichen und quasi vor der Tür liegen zwei U-Stationen unterschiedlicher Linien. Das im September 2007 eröffnete «Peninsula Tokyo» ist das erste freistehende Hotel, das seit einem Jahrzehnt in Tokio erbaut wurde. Es verfügt über 314 Zimmer, darunter 47 Suiten. Die Gästezimmer (ab 51 m2) zählen zu den grössten in Tokio. Wir empfehlen es aufgrund seiner hervorragenden Lage und Ausstattung und seinem exzellenten, zuvorkommenden Service. www.peninsula.com Restauranttipp Iwasa Sushi Das frischeste Sushi in der ganzen Stadt, direkt am Fischmarkt gelegen. Mit einer zauberhaften freundlichen Chefin. www.iwasasushi.com Robataya Die Küche Japans erschöpft sich keinesfalls auf rohen oder tödlichen Fisch. Im «Robataya», einer winzigen Bauernhütte inmitten des Grossstadtdschungels von Roppongi, werden knackige Langusten und würzige Rindfleischspiesse, aromatische Doraden und allerlei sonstige Delikatessen über glühenden Kohlen gegrillt. Reservieren ist empfohlen, denn längst ist dieses Lokal, mit Ableger in New York, ein echter Insider- und Promitreff. Eric Clapton, Bruce Willis und die Twilight Crew zählten unlängst zu den Besuchern. www.roppongi-robataya.com ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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Sushikurs bei Chef Teruyukic Kojima im «Peninsula Tokyo»

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Food News Showküche und Markteinkäufe Das Fünf-Sterne-Luxusresort «Indigo Pearl» befindet sich im Norden von Phuket und verbindet moderne und zeitgenössische Architektur mit historisch begründeten Zinn-Designelementen. Zum Resort gehören sieben Restaurants, welche mit einigen Neuigkeiten aufwarten. Der Kanadier Robert Kirk ist nach 14 Jahren Berufserfahrung und Stationen unter anderem bei den Mandarin Oriental Hotels, dem SterneRestaurant «Gordon Ramsey» in London sowie Koch-Events im Buckingham Palace nun neuer Küchenchef von «Rivet Grill» sowie stellvertretender Küchenchef aller Hotel-Restaurants des Fünf-Sterne-Luxusresorts. Khun Anongrat Meklai wiederum hat zwar noch nie in einer Sterneküche gearbeitet, dafür ist sie seit über 20 Jahren ein grosser Sympathieträger des Hotels: Zweimal die Woche weiht sie Gäste des Hotels in ihrer Showküche «Moo’s Kitchen» in das Geheimnis von Curry, Papayasalat und Co. ein: Die Gäste kaufen mit ihr auf dem lokalen Markt ihre Zutaten ein und bereiten im Anschluss unter Anleitung ein viergängiges Menu zu. www.indigo-pearl.com

Reizvolles aus der Flussfahrtenküche Die Flussfahrten-Kataloge des nächsten Jahres halten viel Innovatives und Krea-tives für Flussfahrtenliebhaber bereit. Ein ganz spezielles Erlebnis verspricht beispielsweise die Gourmetflussfahrt auf der Mosel: Auf der Route von Trier nach Würzburg besucht der TV-Koch Johann Lafer die «MS Excellence Queen» und setzt für die Reisegäste die Kochhaube auf – ein Genuss für Augen und Gaumen. Die «MS Cyrano de Bergerac» hingegen – exklusiv gechartert vom Reisebüro Mittelthurgau – bringt neu Flussfahrtenliebhaber in die Flussgebiete Gironde und Dordogne. So können Kultur- und Weinliebhaber unter anderem bequem Bordeaux, die Hauptstadt des Cognacs, besuchen. Musikalisch geht es hingegen auf der «MS Excellence Royal» zu. Diese fährt erstmals zu den Seefestspielen Mörbisch – dem weltweit grössten und erfolgreichsten Operettenfestival am Neusiedlersee. Auf dem liebevoll nachgebauten historischen Raddampfer «American Queen» aus dem Jahr 1995 begeben sich Fans der Südstaaten auf eine Zeitreise. Eine Flussreise auf dem Mississippi von Memphis nach New Orleans – wer träumt nicht davon? www.mittelthurgau.ch

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Liebe geht durch den Magen… Wenn man diesem Sprichwort Glauben schenkt, müssten die Gäste im Hotel Arlberg ständig Schmetterlinge im Bauch haben. Küchenchef Franz Riedler legt grossen Wert auf die Regionalität der verwendeten Produkte. Ob Gemüse, Käse, Fleisch oder Fisch, die Grundprodukte stammen vorwiegend aus der Umgebung und sind echt, unverfälscht und absolut frisch. Die Kräuter zum Verfeinern der ideenreichen Rezepte kommen aus dem hauseigenen Kräutergarten. Wer das Mediterrane liebt, findet im Haubenrestaurant La Fenice erstklassige italienische Küche. Wer allerdings österreichische Spezialitäten und Fondues bevorzugt, wird die traditionelle Walser Stube lieben! Hier werden Kaspressknödelsuppe, Hirschragout mit Speckpilzen, Preiselbeeren und Spätzle, Wiener Schnitzel mit Petersilienkartoffeln oder der klassische österreichische Kaiserschmarren serviert. Und am Abend werden acht verschiedene Fondues angeboten. Seit über 50 Jahren arbeiten zwei Generationen an dem ganz besonderen Charme des Hauses. Johannes Schneider leitet gemeinsam mit seiner Frau, Christiane das Fünf Sterne Hotel Arlberg ohne jemals die Philosophie, die hohe Servicequalität und Tradition des Hauses zu vergessen. www.arlberghotel.at

Die richtige Würze über den Wolken Mit dem neuen Winterflugplan bietet airberlin an Bord ab sofort eine neue Auswahl der Sansibar-Gourmet-Menus an. Bis Ende März 2013 stehen neben der Kult-Currywurst auch der Klassiker «Hähnchengeschnetzeltes nach Zürcher Art» und die exotische Variante «Asiatische Weizennudeln mit Hähnchenbruststreifen» zur Auswahl. Die beiden Menus sind jetzt ohne Vorbestellung auf airberlin-Flügen ab 90 Minuten an Bord erhältlich. Auch wenn sich mit jedem Sommer- und Winterflugplan die zwei Gerichte auf der Bord-Menukarte ändern: Die Currywurst bleibt! 2011 verkaufte airberlin die schmackhafte Wurst der Marke Sansibar rund 210’000 Mal. airberlin entwickelt bereits seit 2006 gemeinsam mit dem bekannten Sylter Restaurant «Sansibar» kulinarische Köstlichkeiten für den besonderen Genuss über den Wolken. airberlin verkauft pro Jahr etwa 600’000 Gourmetessen und ist nach wie vor die einzige Airline in Deutschland, bei der man in der Economy Class warme Speisen ohne Vorbestellung kaufen kann. Derzeit können 16 Sansibar Gourmet-Menus vorab im Internet oder im Reisebüro für Flüge ab 60 Minuten vorbestellt werden. www.airberlin.com

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Starköche für das Fünf-Sterne-Bordcatering Die weltberühmten Chefköche Ramzi Choueiri, Vineet Bhatia, Tom Aikens und Nobu Matsuhisa ergänzen das Fünf-Sterne-Catering an Bord von Qatar Airways mit eigenen Kreationen, um Passagieren ein völlig neues Genusserlebnis an Bord zu bieten. Die Airline hat den libanesischen Starkoch Ramzi Choueiri als Botschafter der arabischen Küche ausgewählt. Der in Mumbai geborene Chefkoch Vineet Bhatia, der als einziger Koch in Indien zwei Michelin-Sterne erhalten hat, bringt eine indische Note in das Kooperationsmenu mit ein. Chefkoch Tom Aikens aus Grossbritannien sorgt mit seiner Auswahl an europäischen Köstlichkeiten, die die britische und französische Küche vereinen, für einen westlichen Einfluss. Der japanische Chefkoch Nobu Matsuhisa ist bereits seit drei Jahrzehnten für seine traditionell japanischen Gerichte bekannt, die er mit südamerikanischen Zutaten verschmelzen lässt, um eine harmonische Mischung entstehen zu lassen. Die Kooperation mit solch hochkarätigen Starköchen unterstreicht weiterhin das Engagement der Airline, das Reiseerlebnis für ihre Passagiere immer wieder neu zu definieren. www.qatarairways.com/ch

Fine-Dining in Beijing Die kanadische Luxushotelgruppe Four Seasons führt ihre Expansion in China fort und eröffnete nach den beiden Häusern «Pudong», Shanghai, und «Guangzhou» nun mit dem Four Seasons Hotel «Beijing» ihr insgesamt siebtes Haus in der Volksrepublik. Das Fünf-Sterne-Hotel in Chinas Kulturmetropole vereint chinesische Traditionen mit modernem Komfort in einer exklusiven Location. Die weisse Fassade des Hotels erinnert an einen kaiserlichen Palast und auch im Inneren des Hotels finden sich traditionelle chinesische Elemente wie das Bild eines Drachens, der eintretenden Gästen Glück bringen soll. Das Hotel verfügt über zwei Restaurants und drei Lounges, darunter das glamouröse chinesische Restaurant «Cai Yi Xuan», das mit acht sehr exklusiven Private-Dining-Bereichen ideal für Geschäftsessen oder private Feiern geeignet ist. Im Restaurant «Mio» werden Gäste mit italienischen Leckereien verwöhnt und geniessen eine offene Showküche. Der Teegarten im sechsten Stock des Hotels bietet Gästen einen idealen Rückzugsort vom hektischen Treiben Pekings und die besten und seltensten Tees der Welt. www.fourseasons.com

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Lukullische Gaumenfreuden Im Wahrzeichen von St. Moritz werden Tradition und Innovation auch auf lukullischer Ebene geschickt kombiniert: Während Kaviar, Austern und Trüffel sowie der italienische Star-Gastkoch Massimo Bottura klassische Akzente auf höchstem Gourmet-Niveau setzen, läutet der «King’s Club» mit einem neuen Konzept die Party-Saison ein und versetzt die Jetset-Partygäste zurück in die wilden 80er Jahre. Auch sonst hält das Team des Badrutt’s Palace Hotel in der Wintersaison 2012/13 zahlreiche Highlights für seine Gäste bereit. An Exklusivität wird es im Badrutt’s Palace Hotel nicht mangeln – und dies liegt nicht nur an der gehobenen Gäste-Klientel. So wird zum Start der Saison, vom 1. bis 23. Dezember 2012, eine Auswahl an Trüffel-Spezialitäten in den sechs Restaurants gereicht und in «Le Grand Hall» ein anspruchsvolles Kaviar-und Austernbüffet angeboten. Die ungeduldig das Weihnachtsfest erwartenden kleinsten Gäste werden am 23. Dezember 2012 mit dem Palace Chocolate Cult in der «Le Grand Hall» mit verschiedensten schokoladigen Kreationen von Chef Pâtissier Stefan Gerber abgelenkt. www.badruttspalace.com

Gourmet-Institution in Miami feiert runden Geburtstag Feinschmecker können zur aktuellen Steinkrabbensaison in Florida gleich doppelt feiern, denn die Restaurantlegende «Joe’s Stone Crabs» in Miami Beach begeht ihren 100. Geburtstag. Bereits im Jahre 1913, zwei Jahre vor der offiziellen Gründung der Stadt, eröffnete Joe Weiss das Lokal, welches zunächst nur aus einem kleinen Tresen bestand, über den Fisch-Sandwichs und Pommes Frites verkauft wurden. Heute gilt Joe’s als Institution für Meeresfrüchtefans aus aller Welt. Besonders während der Fangzeit für die delikaten Stone Crabs (Steinkrabben) zwischen 15. Oktober und 15. Mai sollten Besucher ihre Plätze an einem der rustikalen Tische unbedingt reservieren. Die Scheren der frisch gefangenen Schalentiere werden zunächst gedünstet, anschliessend geknackt und mit geschmolzener Butter sowie pikanter Senfsauce serviert. Grosses Plus: Für das köstliche Vergnügen müssen die Krustentiere nicht sterben. Lediglich eine der zwei Scheren wird für den Verzehr entfernt. Sie wächst mit der Zeit wieder nach, so dass die hauptsächlich rund um die Florida Keys gefangenen Bestände nicht gefährdet sind. www.joesstonecrab.com

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SPECIAL DESTINATIONS

A L ve Story in Brighton Der Ruf der Möwen von Helena Ugrenovic

Cool wie James Bond, sexy wie die Blockbuster «Burlesque» und «Moulin Rouge», warmherzig und einladend wie Oma Wendys Haus in «Hook», schillernd wie ein Regenbogen, aufregend wie die Winkelgasse in «Harry Potter». In Brighton, dem grössten und ältesten Seebad Englands, erlebt so manch einer etwas, das er an zahlreichen Orten der Welt oft genug vermisst – Freiheit und Toleranz.


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righton ist quirlig und pulsierend, jedoch weit entfernt von Hektik und Stress; hier vermischen sich Retro und Vintage, enge Gassen mit ihren unzähligen Boutiquen und Flohmärkten, eine offene und herzliche Bevölkerung, Yorkshire Pudding und Dunkin Donuts mit Ihrer Königlichen Majestät bei einem entspannten English High Tea oder deftigen Sonntagsessen. Der Ruf der Möwen, deren lautes Krähen nur in den Ohren der Touristen wie eine hübsche Melodie klingt, ist wie der berühmte Pier und der «Royal Pavilion» eines der Wahrzeichen der Küstenstadt, die in einer fadengeraden Linie südlich von London liegt. Als der Prinz von Wales George IV im Jahr 1783 nach Brighton reist, um nach seiner Volljährigkeit seinen Onkel, den Herzog von Cumberland, zu besuchen, wird dies gleichzeitig eine glückliche Fügung des Schicksals. Der Royal Pavilion ist nach den Vorbildern der Mogulpaläste in Indien gebaut und aufgrund seiner Inneneinrichtung im chinesischen Stil, meterlangen von den Decken hängenden glitzernden Kronleuchtern und üppig bemalten Wänden der exotischste Palast Europas. Die Anwesenheit und der Lebenswandel des exzentrischen Prinzregenten und seine Vorlieben für rauschende Partys, Kochkünste und Theater locken den Jetset nach Brighton, sodass die Küstenstadt innerhalb kürzester Zeit an immenser Wichtigkeit gewinnt. Visit Brighton Die passende und perfekte Einstimmung für einen unvergesslichen Trip in den Süden Englands ist eine Anreise mit dem legendären Orient-Express, dem König der Züge und Zug der Könige. Mit den Flugverbindungen von easyJet, die täglich mehrere Male von Basel aus an den Flughafen London Gatwick starten, bietet der Morgenflug um 07.00 Uhr eine gemütliche Verbindung und Weiterreise mit dem Gatwick Express zur Victoria Station in London. Auf der «Platform 2» entführt der Orient-Express seine Passagiere auf Schienen in einem nostalgischen Ambiente in längst vergangene Zeiten. Während der vierstündigen, grosszügigen Umweg-Fahrt nach Brighton geniessen Passagiere auserlesene Speisen und äusserste Aufmerksamkeit des Personals. Der kürzere Weg, um von London Gatwick aus Englands beliebteste Stadt am Meer zu erreichen, bietet sich mit einem «Coach» (Bus) des National Express, der alle 15 Minuten von den beiden Flughafenterminals abfährt und je nach Verkehr nach 40 Minuten in der Nähe des Piers hält.

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«Brighton ist Großbritanniens beliebteste Stadt am Meer.»

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und Boutiquen, deren Überleben mit niedrigsten Zinsen und Abgabesteuern von der Stadtverwaltung gesichert wird. Hip ist nicht die Mega-Mall mit 50 Läden, sondern kleine all-in-oneIndies wie die Café-Boutique «Three Angels» im Stadtteil Hove. Hausgemachtes Gebäck, leckere Gemüse-Muffins und 20 Zentimeter hohe Torten laden zum Schlemmen ein. Im Schaufenster stapeln sich Bücher und Zeitungen, auf einem Tisch steht ein Schachbrett, und die Kaffee- oder Tee-Pause mutet an, zu Besuch bei Freunden zu sein. Die verzierten Spiegel und Kerzenständer sind Dekoration und Angebot zugleich, denn alles kann gekauft werden. Der Gang führt nicht etwa zu den Toiletten, sondern ins angrenzende Geschäft mit Vintage-Möbeln und allerlei Bohémien-Art.

Brighton ist ein kreatives Epizentrum, lebendig und bunt, alles geht, nichts ist auffallend genug, als dass es für Naserümpfen sorgen könnte, denn Toleranz wird gross geschrieben. Jeder darf so sein, wie er will, ob es sich dabei um die Bevölkerung oder die Anordnung der Läden handelt, wo Halloween-Shop, Tattoo-Studio, Baby-Laden und der pinkfarbene Hair-StyleSalon nebeneinandergereiht sind. So ist denn auch das typische und nur in Brighton vertretene Getränk nicht etwa ein Scotch, sondern «Tuaca», ein im Jahr 1996 aus Italien importierter Schnaps, der zum Lieblingsgetränk der Stadt avancierte. Die lebenslustige Atmosphäre steht unter dem Motto «amüsier dich und alle um dich herum», so wie George IV es seinerzeit als (Vor-)Herrscher mit seinen unzähligen Mätressen zelebrierte. Die Küstenstadt ist beliebtes Wochenendziel für Londoner und Besucher von überall her sowie das Mekka für Polterabende. Die offene und herzliche Art der Engländer, denen man zu Unrecht Humorlosigkeit und Steifheit nachsagt, versetzt europäische Festländer in helle Verzückung. Komplimente erhalten und diese weitergeben, in ein Gespräch involviert werden und mit wildfremden Menschen feiern, ist in Brighton so gewöhnlich wie die Möwen am Strand. Brighton bietet mit der reichen Mischung aus Regency-Kulturstätten, Vintage-Läden, Shopping bis zum Umfallen, ausgezeichneten Restaurants, Museen, Galerien und Theater sowie Events, die das ganze Jahr über stattfinden, ein zu jeder Jahreszeit perfektes Reiseziel.

Shopping in Brighton ist ein Vergnügen der besonderen Art. Ob man sich in der Clifton & Western Road, in Kemptown, der North Laine, Portland Road, Seven Dials, Trafalgar Street oder den «Lanes» verbummelt, man verliert sich nie. Sämtliche Ziele können gemütlich zu Fuss erreicht werden und irgendwie findet man immer einen Orientierungspunkt. «Snoopers Paradise», der grösste Flohmarkt-Laden, birgt eine Unmenge an Schätzen, die vom Zahnstocherhalter aus den 50er Jahren bis hin zum einmal getragenen Versace-Blazer neuesten Alters reichen. Unvermeidbar ist ein Abstecher in Shops wie Kissing Fish, Lavender House, Purple Heart, To Be Worn Again, Get Cutie, Berts, Utility oder Irregular Choice, wo sich die verrücktesten und ausgefallensten Schuhe finden.

Snoopers Shopping Paradise Nicht von ungefähr sagt man Brighton nach, das europäische San Francisco zu sein. Unabhängigkeit und Freiheit werden in Brighton seit Jahrzehnten gelebt und gefördert. So finden sich haufenweise «independent stores», kleine Fachgeschäfte

Royal Burlesque Cocktail Man feiert, trinkt und amüsiert sich gerne und Besucher stehen vor der Qual der Wahl. Wohin bei ungefähr 400 Restaurants, die

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«Die Stadt, die sich zu jeder Jahreszeit perfekt für einen Kurzurlaub eignet, vitalisiert und inspiriert, wie keine andere!»

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in der Stadt zu finden sind? Steak-Häuser versus vegetarische Festmähler, spanische Tapas oder indische Baltis, japanische Sushis oder einfach nur eine Tüte Fish & Chips? Ein Muss ist ein Abend im «Proud Cabaret Brighton» mit speziellen Themenabenden wie «Blitz», einer Satire mit Burlesque-Tänzerinnen auf die Besatzung der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg inklusive dazu passender Kostümierung. Von der Lazarett-Krankenschwester über den General bis hin zum Fliegerpilot, dessen Schal mit einem Draht so montiert ist, dass es aussieht, als wehe er im Wind, ist an Verkleidungen alles zu sehen, was die 40er Jahre zu bieten hatten. Liebenswürdige Kellnerinnen mit Federkronen im Haar, Mieder und Strapsen servieren im vollbesetzten und Wochen im Voraus gebuchten Ballroom köstliche Menus und prickelnde Cocktails.

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Ein weiteres Muss ist der Royal Pavilion, der in jeder Hinsicht auf den Spuren von George IV wandeln lässt. Der Royal Pavilion ist daher nicht nur als Museum, sondern auch durch spezielle Events wie «A Caribbean Christmas», ein Gala-Abend mit auserlesenem Menu im Ballsaal des «Pavilion», eine Attraktion sondergleichen. Brighton is calling.

«Ginger Pig»: Das beste typische englische Sonntagsessen. (www.gingermainrestaurants.com)

Anreise Tägliche Flüge von Basel oder Zürich nach London Gatwick mit easyJet. (www.easyjet.com) To do Brighton Cabaret: Besuch einer der besten Burlesque Shows. (www.brightoncabaret.com) English High Tea: auf italienischen Vintage-Stühlen aus dem Jahr 1955 der britischen Teetradition frönen. (www.metro-deco.com)

www.visitbrighton.com ���������������������������������������������������������������������� NICE TO KNOW |||||||||||

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Savoir vivre à Paris The French Way of Life von Angelika Möller

Stadt der Mode und der Eleganz, Stadt der Liebe und der grossen Dramen, Stadt der offenen Genusssucht und heimlichen Rendez-vous an den Quais der Seine.

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in finanzielle Nöte geraten. Ein zwar exzellent kredenzter, aber einfacher Café au lait kostet seine sieben Euro. Etwas mehr Milch, Madame? Einen Euro extra, s’il vous plaît! Dazu ist man gerne auch mal underdressed oder fühlt sich zumindest so! Die Pariserin im Allgemeinen schafft es mit einer Mischung aus geschmackssicherem Minimalismus, dezentem Understatement, wie zufällig hingeschneiderten edelsten Stoffen und scheinbar flüchtig aufgetragenem Make-up und drapierten Accessoires, permanent schon zur Morgenstunde so auszusehen, als ob sie sich habituell auf dem Weg zum Lunch mit einer Celebrity trifft.

st Paris wirklich heute noch so romantisch, so reich an Flair, Stil, Klasse, Mystik, an Noblesse? Wird hier heute noch so sehr geliebt? Gelebt? Und das ureigene Bewusstsein einer französischen, zutiefst fundierten Identität präsentiert, das sich allem voran darin widerspiegelt, das viel bedichtete «savoir-vivre» zu zelebrieren? «Ja, sie zweifeln nicht selten, die Franzosen; sie zweifeln jedoch nicht an ihrer Identität», so Ulrich Wickert, Ex-Anchorman der Tagesthemen, der schon als junger Garçon täglich in kurzen Hosen, Steinchen über das schiefe Pflaster kickend, in seine Pariser Bildungsanstalt trödelte, schon damals auf seinem Weg zur Schulpforte die verwirrend betörende Vielfalt an Menschen, Geräuschen und Düften wahrnahm. Und all dies heute noch so geniesst, als ob er das erste Mal einen Fuss auf die schief getretenen Steintreppen am Montmartre oder die glänzend gebohnerten alten Parketts der Bistros setzt, in einer atemberaubenden Metropole, die ehedem für edlen Glamour, Luxus und gleichsam traditionsreiche Etikette stand.

Stil ist alles. So dachte auch Nicolas Sarkozy. Seine Liebe zu der immer schon eleganten und auf dem Politparkett attraktivst defilierenden First Lady Carla Bruni stellte diejenigen Pariser zutiefst zufrieden, die sich eben mit dieser celebrityartigen Aura und luxuriösen Eleganz assoziieren und repräsentiert und geprägt sehen wollten. Eine Hymne an das Leben – c’est Paris Dabei ist Paris so viel mehr! Paris – das sind nicht zu zählende zauberhafte Strassenbistros und Bars. Schummrige Cabarets und traditionelle Jazzkeller. Verschlungene Gassen und majestätische Prachtboulevards. Mitreissende modernste Architektur zwischen grosszügig angelegten Parks und atemberaubenden Palästen. Hier Synagogen, dort Moscheen, überall Kirchen. Ein wahres Defilee an exquisiten Galerien mit alter und neuer Kunst, ehrwürdigen Literatur-Antiquariaten, welche die Chance auf den Fund wahrer Juwelen zwischen den staubigen Buchrücken bieten. Und inmitten dieser regenbogenartigen Facetten in einer der schönsten Städte der Welt findet sich ein wahres multikolores und bizarres Gemisch aus Intellektuellen und Immigranten, Models und Clochards, Schriftstellern und Bohemiens.

Style, s’il vous plaît! Noch immer gehört es für viele Damen der Gesellschaft zum guten Ton, sich zweimal im Jahr in Paris einzukleiden. Gern macht man das während der Fashion Weeks im Frühjahr und Herbst. Gehen doch wieder die Mode-Impulse von dieser Stadt aus, seitdem die grossen Modehäuser die jungen wilden und kreativen Designer verpflichteten. Ein Muss für viele der Society sowie ein «Ich will auch» für diejenigen, die von jenem Stil und Luxus träumen, den Paris ausmacht. Wenn man nach Paris zum Flanieren und Shoppen einfliegt und nicht mit genügend Selbstbewusstsein ausgestattet ist sowie einer prallen Börse voller Euros, Yen oder Dollar, dann können sich die Besucher aus aller Welt inmitten der Faszination Paris schnell fehl am Platze fühlen und nebenbei übergangslos

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«Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.» (Heinrich Heine)

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Eher Pech hat, wer kein Französisch spricht. Der kann sich einer gewissen, vielleicht eher ungewollten Arroganz seitens des Parisers nicht erwehren, der im Allgemeinen kaum Anstalten macht, sich eines nicht französischen Wortes oder gar englischen – mon dieu, non! – zu bedienen.

Übernachtung Four Seasons Hotel George V: der Klassiker der Grandhotels mit herausragenden «Old-World-Service-Leistungen». Hier zelebriert man Savoir-vivre comme il faut. www.fourseasons.com/paris

Was die Menschen auf der Suche nach der besonderen Magie von Paris noch nie davon abgehalten hat, für eine glückliche Weile an die Seine-Stadt zu gehen. Henry Miller kam das erste Mal mit Ehefrau June in den 1930er Jahren. Wenig später brachte der amerikanische Schriftsteller wie kein anderer die Essenzen eines und seines Pariser Lebens auf den literarischen Punkt, so auch zu sehen in Brassaïs Dokumentation «Henry Miller in Paris». Millers brachial autobiografischen «Stillen Tage in Clichy» sind eine Hymne an das Leben an sich und im Besonderen an Paris, zeichnen eine wilde, gleichfalls unschuldige, brüchige, erotische Gesichtsarchitektur der Stadt im durchweg epikureischen Sinne.

Costes Hotel Szene-Hotel mit komfortablen Zimmern im Stil verschiedener Epochen und liebevoller Diskretion. Très chic! www.hotelcostes.com Restaurants Chez Julien: typisches französisches Bistro, herrliche Lage direkt an der Seine gegenüber der Île Saint-Louis mit sehr guter Küche. www.bistro-dhenri.com Guy Savoy: setzt seit langem Massstäbe in der Kochkunst, 3 Michelin-Sterne und 19 Gault-Millau-Hauben belegen seinen Ruf. www.guysavoy.com

Haute Cuisine mit Weltruf Nicht erst seit der als Chef brillierenden Maus Rémy in «Ratatouille» wissen wir, dass die Franzosen unter geringstem Aufwand, aber mit ausgesuchten und delikat zusammengestellten Ingredienzien die Könige aller Küchenrezepte sind und den Herd zu einem Ort der wahren Kunst erhoben haben. Die Liebe zu ausserordentlichen Gourmet-Kreationen und der weltweit berühmten Haute Cuisine steht hier oft über allem und treibt viele Pariser sogar manchmal zu drastischen Massnahmen in der Einteilung ihres mitunter bescheidenen Budgets: Ein Pariser Tontechniker und seine Frau verschliessen traditionell und konsequent monatlich 50 Euro ihres vergleichsweise schmalen Einkommens in eine dafür bereitstehende Holzschatulle, die genau einmal im Jahr geplündert wird: um sich gegenseitig in den Drei-Sterne-Gourmet-Tempel «Guy Savoy» einladen zu können. Auf gutes Essen und einen guten Wein verzichten, überhaupt auf einen Moment des Genusses, der Schönheit, der Eleganz – nein, dies ist kein Klischee, es ist für den Pariser einfach undenkbar. Das Savoir-vivre lebt!

Bars The Art Room: Nirgendwo trinkt man in Paris glamouröser als hier, und das nicht nur wegen der Goldsplitter im Wodka. Auf drei Ebenen funkelt und glitzert es, was den Schönen und Reichen aus der Fashionszene gefällt. 13 rue Tiquetonne, Paris 75002 Club Silencio: Inhaber ist der Filmregisseur David Lynch, Treffpunkt der Kreativszene von Künstlern und Intellektuellen. Normalsterbliche haben ab Mitternacht Zutritt. www.silencio-club.com Shopping Le 66: an den Champs-Elysées unter gleichnamiger Hausnummer. Schuhe, Accessoires und Prêt-à-porter mit temporären Kunstausstellungen und Musik, sieben Tage die Woche bis 22 Uhr. Total angesagt bei Fashion-Victims. www.le66.fr Montaigne Market: Multi-Brand-Store auf 400 Quadratmeter mit Designern wie Stella McCartney, Marc Jacobs, Zac Posen u.a. www.montaignemarket.com Art Places Neben den «Musts» wie Louvre, Palais d’Orsay oder dem Centre Pompidou lohnen sich das Palais de Tokyo, Hotspot der jungen Kunstszene (www.palaisdetokyo.com), und die Galerien von Thaddaeus Ropac, top Kunst-Location in acht Gebäuden einer ehemaligen Eisenhütte im tollen Marais-Viertel (www.galerieropac.net) sowie die Galerie Ropac Pantin (www.ropacpantin.com) ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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Deutschlands Weihnachtsmärkte Tradition und Gemütlichkeit Text: Fabienne Bünzli, Fotos: Deutsche Zentrale für Tourismus

Aus Handwerkermärkten im Mittelalter entwickelten sich die traditionsreichsten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Heute flanieren mehrere Millionen Besucher durch die Verkaufsstände an den Weihnachtsmärkten und lassen sich den Tag von allerlei Köstlichkeiten wie Lebkuchen oder gebrannten Mandeln versüssen.

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schon damals über ein spezielleres und breiteres Angebot als gewöhnliche Wochenmärkte: Geröstete Kastanien, Mandeln und Zuckerstangen waren rare Köstlichkeiten und machten den Besuch an den Märkten zu einem besonderen Ereignis. Wo sich jedoch der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands befindet, ist bis heute nicht eindeutig geklärt: Einige Quellen gehen davon aus, dass der älteste Weihnachtsmarkt im Jahre 1310 in München entstand. Andere wiederum vermuten, der Bautzener Wenzelsmarkt – urkundlich erstmals 1384 erwähnt – verfüge über die längste Tradition.

enn es draussen kalt ist, die Schneeflocken wie Federn im Wind tanzen und ein feiner Duft nach Lebkuchen in der Luft liegt, dann ist es wieder so weit: Deutschlands Weihnachtsmärkte laden zum Verweilen ein und versprühen eine weihnächtliche Atmosphäre. Jährlich besuchen Tausende von Gästen Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland. Beim Flanieren durch die Stände wird schnell ersichtlich, warum sich die deutschen Weihnachtsmärkte einer so grossen Beliebtheit erfreuen: Funkelnde Lichterketten, festliche Dekorationen mit Tannenzweigen und stimmungsvolle Musik verwandeln die Innenstädte in wahre Wintermärchen. Hier kann man den Alltag hinter sich lassen und sich auf die kommende Weihnachtszeit einstimmen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Leckereien wie gebrannte Mandeln, Zimtsterne oder Spekulatius versüssen den Besuch am Weihnachtsmarkt und dürfen keinesfalls fehlen.

Nicht nur Handwerker und Kaufleute, sondern auch die Spielwarenindustrie, die im 17. Jahrhundert aufblühte, entdeckten die Weihnachtsmärkte als lukrativen Absatzkanal. Herstellungszentren wie Berchtesgaden, der Thüringer Wald und das Erzgebiet verkauften ihre Spielwaren vorwiegend über Weihnachtsmärkte in Nürnberg, Dresden oder Leipzig. Mit diesem Angebot war ein weiterer Grundstein für eine zunehmende Orientierung der Weihnachtsmärkte am Weihnachtsfest gelegt. Auch der Weihnachtsbaum galt nicht von Anfang an als Symbol für die Weihnachtsmärkte. Der Tannenbaum als weihnachtlicher Schmuck – dieser Brauch bürgerte sich erst im 19. Jahrhundert ein.

Jahrhundertealte Tradition Weihnachtsmärkte weisen in Deutschland eine lange Tradition auf. Die Anfänge dieses Brauchs reichen rund 600 Jahre zurück. Jedoch hat sich der Zweck der Weihnachtsmärkte im Verlaufe der Zeit stark gewandelt. Bereits im 14. Jahrhundert entstand der Brauch, Handwerkern während der Adventszeit die Erlaubnis zu erteilen, auf dem Marktplatz Verkaufsstände zu errichten. Dort konnten sie Waren wie Werkzeuge, Lebensmittel, Wolle oder Feuerholz feilbieten. Daher dienten diese Märkte ursprünglich dazu, die Bürger zu Beginn der kalten Jahreszeit mit Winterwaren zu versorgen. Mit besinnlichem Schlendern durch die Verkaufsstände und Einkaufen von Geschenken hatten die damaligen Weihnachtsmärkte eher wenig zu tun. Jedoch verfügten diese Märkte

Rekordmässige Besucherzahlen Wie beliebt Deutschlands Weihnachtsmärkte sind, belegen die Besucherzahlen. Dabei gilt der Christkindlmarkt in Dortmund mit circa 3,6 Millionen Besuchern als einer der grössten Weihnachtsmärkte. Zu den populärsten und zugleich schönsten Weihnachtsmärkten gehören ausserdem der Stuttgarter Weihnachtsmarkt, der Christkindlmarkt in München und der Striezelmarkt in Dresden. Jährlich verzeichnen sie zwischen 2,5 und 3 Millionen

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für seine «Dresdner Christstollen», die sogenannten «Striezel». Mit der Weihnachtspyramide, die auf dem Altmarkt vor der Kreuzkirche steht, schaffte es der Striezelmarkt 1999 sogar ins Guinness-Buch der Rekorde.

Gäste. Auch über die deutschen Grenzen hinaus hat sich die weihnächtliche Tradition durchgesetzt: Egal ob Wien, Prag, Budapest, Stockholm oder Barcelona – überall gibt es Weihnachtsmärkte. Sogar bis nach Amerika hat sich die Begeisterung für den deutschen Adventsbrauch ausgedehnt.

www.dresden.de

Weihnachtsmärkte, die man unbedingt besucht haben muss:

Exotischer Weihnachtsmarkt Exotik und eine kulinarische Weltreise – die wenigsten würden dies an einem Weihnachtsmarkt vermuten. Doch nicht umsonst gilt der Weihnachtsmarkt in Essen als einer der aussergewöhnlichsten Weihnachtsmärkte Deutschlands: Vom 22. November bis zum 23. Dezember wird hier Traditionelles mit Internationalem verbunden. Neben prächtig geschmückten Tannen, einem Riesenrad und Krippen sorgen Skulpturen aus Afrika, Kunsthandwerk aus Russland sowie aufwändige Figurengruppen aus Kuba für ein breites kulturelles Angebot.

Weihnachtsmarkt in Lübeck Wie schmeckt eigentlich ein Marzipan-Capuccino? Am besten findet man das am Weihnachtsmarkt in Lübeck – auch bekannt als Mekka für Marzipanliebhaber – heraus. Ab dem 26. November bis Ende Dezember verwandelt sich die Hansestadt in einen wahren Weihnachtstraum. Die liebevoll geschmückten Altstadtstrassen bieten dabei eine romantische Kulisse, um gemütlich einen Glühwein zu trinken und sich nach Weihnachtsgeschenken für die Liebsten umzusehen. Ein Highlight ist zudem der Weihnachtsbasar der Konditorei Niederegger: Hier erhalten die Besucher einen einmaligen Einblick in die Marzipanherstellung.

www.weihnachtsmarkt.essen.de

Triberger Weihnachtszauber Ein wahrer Winterzauber erwartet die Besucher vom 25. bis 30. Dezember am Weihnachtsmarkt im baden-württembergischen Triberg. Während dieser Zeit verwandeln 900'000 Lichter Deutschlands höchsten Wasserfall in ein romantisches Weihnachtsmärchen. Zudem verzaubern der bekannte Feuerartist Hannes Schwarz und sein Team den winterlichen Wasserfall mit sensationellen Feuershows in ein beeindruckendes Schauspiel aus Eis und Feuer. Den krönenden Abschluss des Triberger Weihnachtsmarktes bildet ein gigantisches Feuerwerk-Finale.

www.luebecker-weihnachtsmarkt.de

Striezelmarkt Dresden Ursprünglich ein Fleischmarkt und einige Jahrhunderte später einer der traditionsreichsten Weihnachtsmärkte in Deutschland – schon erstaunlich, wie sich der Striezelmarkt in Dresden im Verlauf der Zeit entwickelte. Als einer der ältesten und schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands wird der Striezelmarkt seit 1434 regelmässig im Advent veranstaltet – dieses Jahr schon zum 578. Mal. Weltbekannt ist der Markt dabei

www.triberger-weihnachtszauber.com

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Provence, Alpenhotels und Bella Italia …

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Europa neu entdecken

Die besten Urlaubsadressen für das ganze Jahr

Lust auf ein Wochenende in Paris oder Perm? Kultur, Geschichte, Mode, kulinarische Köstlichkeiten und atemberaubende Architektur – Europa lockt mit so vielen Reichtümern, dass ein Leben dafür kaum ausreicht. Mit der richtigen Anleitung kommt man andererseits schon an einem Wochenende ziemlich weit! Diese aktualisierte, erweiterte Sammlung der berühmten «36 Hours»Reisekolumnen aus der «New York Times» enthält 125 Reisepläne für europäische Kurztrips, mit lockerer Hand geschrieben und schick illustriert. Bekannte Höhepunkte unseres Kontinents, von der Renaissance in Florenz bis zum Flamenco in Sevilla. Und viel Unerwartetes: sizilianische Mumien in ihrem Sonntagsstaat, eine sommerliche Schlittenfahrt auf Madeira oder das Penthouse eines Hotels in Tallinn, in dem der KGB ein Spionagenest unterhielt.

Das Buch «Alpenhotels» präsentiert 29 einzigartige Berghotels in sechs europäischen Ländern für jede Jahreszeit. Diese Häuser sind nicht nur fantastisch gelegen, sondern bieten auch stilvolle Interieurs, eine hervorragende Küche, ausgedehnte Wellnessbereiche sowie vielerlei Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Im Iglu Fondue essen und danach in die Sauna? In Scuol kein Problem! Mit Kind und Kegel verreisen? Das Haus «Hirt» in Bad Gastein ist auf Ihren Nachwuchs bestens vorbereitet. Oder einfach mal so richtig entspannen? Die Therme Vals kann gleich mit einem ganzen Thermalbad aufwarten – entworfen vom Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor. Ob gemütlicher Gasthof, moderne Nobelherberge oder altehrwürdiges Grandhotel – für Ihren nächsten Urlaub in den Bergen finden Sie hier garantiert die richtige Unterkunft! Mit Stil!

«The New York Times: 36 Hours – 125 Weekends in Europe», Taschen Verlag

«Alpenhotels. Die besten Urlaubsadressen für das ganze Jahr», Knesebeck Verlag

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BOOKS & MORE

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Entdecken und Geniessen

La bell'Italia è per sempre

Blühende Lavendelfelder, duftende Kräuter, verwunschene Dörfer, malerische Altstädte, ein unvergleichliches Licht und natürlich hervorragendes Essen – kein Wunder, dass so viele Menschen die Provence lieben. Doch gibt es noch so viel mehr zu entdecken. Rachael McKenna entführt uns auf eine Bilder-Reise, die alle Sinne anspricht. Begleitet werden ihre stimmungsvollen Aufnahmen von Zitaten berühmter Schriftsteller und Rezepten des Sternekochs Jean-André Charial. Ob traditionell, klassisch oder modern – alle Gerichte, die er in seinem preisgekrönten Restaurant «Oustau de Baumanière» kreiert hat, sind in der regionalen provenzalischen Küche fest verankert und machen Lust, den Geschmack der Provence in die eigene Küche zu holen. Oder sich gleich vor Ort vom Duft, von der Landschaft und von der Lebensart inspirieren zu lassen.

Bei einer Reise nach Italien fühlt man sich dem Paradies ganz nahe. Seit Jahrhunderten inspiriert die Schönheit von Venedig, Florenz, Neapel und Rom Schriftsteller, Künstler, Architekten und Händler. Und seit über sechzig Jahren ist Italien eines der weltweit beliebtesten Reise- und Ferienziele. Die Reize Italiens – seine Architektur, seine Landschaften, die Kultur und das fantastische Essen – gehören einfach zum Besten der Welt. Unvergleichlich ist auch das «dolce far niente», die entspannte und lockere italienische Lebensart. Dieser Band führt durch einige der schönsten Orte und Landschaften Italiens, zum Beispiel zum Comer See (Wohnort von George Clooney), nach Venedig und ins Veneto, nach Florenz und in die Toskana, an die atemberaubende Amalfiküste und zu den genauso wunderschönen Äolischen Inseln vor Sizilien.

«Der Geschmack der Provence», Knesebeck Verlag

«Great Escapes Italy», Taschen Verlag

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HOTELS

Gezeiten der Malediven Die Welt in der Welt, die es gar nicht geben kann von Joos K체ndig

Ein orangefarbener Ball zerschmilzt, legt sich in die Wiege des Ozeans. Die Ebene dunkelt sich sanft, spiegelglatt und bes채nftigt. Das Herz pocht, die Erde legt sich zu Schlaf.

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Genussvolle Überforderung Zwanzig Minuten später laufe ich über den Holzsteg hinaus über die Lagune in Richtung Festland. Ich habe mir für diesen Abend einen Platz im Restaurant «The Lighthouse» reservieren lassen. Kulinarik soll hier auf traumhafte Architektur des einheimischen Architekten Mohamed Shafeeq treffen. Ein Rundum-Panorama, wie man es sonst nur von Schiffen auf hoher See kennt, begleitet diesen Abend. Auf der Terrasse nehme ich an einem Tisch direkt am Wasser Platz und entdecke die ersten Fische: Babyhaie! Auf meinen entgeisterten Blick versichert man mir, dass sie völlig zahm seien. Nach dem Champagner zum Apéritif bestelle ich mir als Vorspeise gebratene Jakobsmuscheln auf Papaya, Champagner- und Koriander-Mousseline an einem maledivisch inspirierten Salat mit Palmherzen und frischem Gemüse und als Hauptgang Hummer an einer pikanten Noilly Prat Butter. Von dem aufmerksamen und freundlichen Kellner werde ich beim Wein beraten und entscheide mich für einen leichten Weisswein aus Frankreich. Die Gerichte schmecken vorzüglich und ich fühle mich beinah überfordert ob der zahlreichen Sinneseindrücke.

nwirklich mutet diese Szenerie an. Weisser Sandstrand, türkisblaues Meer, eine leichte Brise und weit und breit kein Geräusch außer dem Rascheln der Palmenblätter im Wind. Dieses paradiesische Fleckchen Erde ist für die nächsten Tage mein zu Hause. Eine eigene Welt entsteht Zurück im Jahre 1973. Der Grundstein für eine etwas andere Welt wird gelegt. Das «Baros Maldives» entsteht. Vor nun beinah 40 Jahren als drittes Resort der Malediven eröffnet, bleibt das Boutique-Resort ein Geheimtipp für anspruchsvolle Gäste. Die Jahre vergehen, die Welt verändert sich, doch das «Baros Maldives» bleibt bestehen. Wie eine gute Erinnerung, fest verankert inmitten des Ozeans. Doch während sich mancher an seine Erinnerungen klammert, erfindet sich das «Baros Maldives» immer wieder neu. Der Pioniergeist der ersten Jahre ist tief verwurzelt. Ich bin nicht das erste Mal auf den Malediven. Doch im Jahr 2012 besuche ich zum ersten Mal das «Baros Maldives». Obwohl es fünfundzwanzig Minuten vom Malé International Airport entfernt, erwartet mich hier eine andere Welt, weit entfernt von der, die ich kenne. Ruhe, Entspannung und eine innere Zufriedenheit breiten sich aus, während ich auf der Terrasse meiner Pool-Wasser-Villa dösend auf den Ozean blinzle. Die Pool-Wasser-Villen sind gerade erst im September entstanden und liegen am äussersten Ende des Holzstegs, der die über dem Meer erbauten Wasser-Villen miteinander verbindet. Die Sonne beginnt im Ozean zu versinken, ein leichter Wind kühlt meine Haut. Ich nehme ein letztes Bad in meinem 26 Quadratmeter grossen Pool, der in diesen Tagen zu meinem Reich gehört. Wie so vieles auf dieser Insel.

Es ist Mitternacht und ich spaziere über die Sandwege durch den alteingewachsenen, üppigen Palmenbestand zurück in meine Villa. Habe ich erwähnt, dass Schuhe auf Baros völlig überflüssig sind? Sind sie. Viel schöner ist es, den Sand zwischen den Zehen zu spüren. Ich freue mich nun auf mein kuscheliges Bett. Und das Geräusch des Meeres, das auf der gerade mal 300 mal 350 Meter kleinen Insel überall präsent ist. Ein letzter Blick in den Sternenhimmel und dann übermannt mich der Schlaf.

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Morgenstund hat Gold im Mund Etwas verknittert schaue ich schon aus der Wäsche, doch mein privater Yogalehrer lächelt mich freundlich an. Es ist kurz vor sechs. Die Nacht war kurz, doch erholsam und dieser Morgen würde einzigartig werden, wurde mir versprochen.

Nach einer Stunde und vielen neuen Eindrücken kehren wir zum Resort zurück. Ich fühle mich tatsächlich wie neu geboren und voller Energie für den Tag. Nach einem leichten Frühstück und einer kurzen Pause entscheide ich mich für eine erste Schnorcheltour am Hausriff. Ein Unterwasserparadies ist das hier, anspruchsvoll und sensibel, wie ich am Nachmittag erfahren soll.

Wir gleiten über das Wasser. Die Nacht hält sich noch knapp am Himmel. Unser Ziel ist eine zum Resort gehörende Sandbank, nur etwa zehn Minuten von der Insel Baros entfernt. Das gemächliche Schaukeln des Bootes lässt mich langsam erwachen. Ich trinke ein Glas kühles Wasser und lausche dem Tuckern des Motors. Ich bin ein wenig nervös, es wird meine erste Yogastunde sein. Plötzlich, wie aus dem Nichts, entdecke ich einen kleinen weissen Fleck im Meer: Wir nähern uns der Sandbank, die auch bei näherer Betrachtung ein weisser Fleck mitten im Indischen Ozean bleibt. Das ist RobinsonCrusoe-Gefühl pur – nur Palmen gibt es hier nicht. Freundlich wird mir die Hand gereicht. Mit etwas wackeligen Beinen steige ich aus dem Boot und wate die letzten Schritte durch das warme Wasser. Mein Yogalehrer lächelt mir aufmunternd zu und sagt: «Ich werde Ihnen alles zeigen, versuchen Sie einfach, mir zu folgen.» Ich nicke bestätigend. Mehr liegt im Moment nicht drin. Der Moment ist überwältigend: Es muss kurz nach sechs Uhr sein und erste Sonnenstrahlen schwappen über den Horizont. Ich höre auf meinen Atem und befinde mich in einem Zustand zwischen Wachsein und Schlaf. Da sitzen wir zu zweit auf einer Sandbank, umgeben von Wasser, fernab der Zivilisation. Und da ist sie wieder: diese ganz andere Welt. Die Yogaübungen wirken beruhigend auf mich, ebenso die magische Ausstrahlung meines indischen Yogalehrers Kurma. Ich fühle mich kraftvoll und wach, und das, obwohl ich den frühen Morgen eigentlich nicht besonders schätze. Die Sonne ist inzwischen am Himmel emporgestiegen und wärmt den Sand unter meinen Füssen.

Zukunft und Jetzt Es ist 15 Uhr, die Sonne lacht seit Stunden auf die Insel herab. Der Sand ist nicht warm, er ist gewaltig heiss. Ohne Flip-Flops würde man eher wie ein Rumpelstielzchen über den Sand hüpfen. Mit einer kleinen Gruppe mache ich mich im ersten EcoDive Centre der Malediven bereit für eine Tauchsafari. In einer kleinen Gruppe steuern wir einen Tauchspot an, den wir nur mit dem Boot erreichen können. Das Hausriff habe ich bereits beim Schnorcheln bestaunt und erkundet und nun zieht es mich in die Tiefe. Ich darf bei meinem «Diving by Design» auf einen ganz speziellen Begleiter zählen. Sepp Zedelmayer ist seit 30 Jahren auf den Malediven unterwegs. Er wird mit mir einen massgeschneiderten Tauchgang durchführen, ein spezielles Angebot im «Baros Maldives», damit jeder Gast genau das bekommt, was er sich von seinem Malediven-Urlaub verspricht. Wir tauchen gemeinsam ab. Das Wasser ist angenehm warm. Sepp zeigt und erklärt mir mit Zeichensprache die faszinierende Unterwasserwelt der Malediven. Die Farbenpracht der Korallen ist atemberaubend und wie die Fische da einfach um uns herumschwimmen, beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Wir sind zu Besuch in einer anderen Welt. Wieder eine Welt, die ich hier neu entdecke. Sepp gibt mir ein Zeichen, doch ich sehe nichts. Fragend schaue ich ihn an. Er führt mich langsam näher an die Stelle,

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die er mir zeigen möchte. Ich bin aufgeregt. Dann sehe ich es. Ein Kopf schaut grimmig aus einem Versteck zwischen zwei Felsen. Mein Herz klopft kräftig. Es ist die erste Muräne, die ich aus nur zwei Meter Entfernung sehe. Hinter uns schwimmt mit langsamen Zügen eine Schildkröte vorbei. Nichts Neues für mich, aber doch immer wieder faszinierend. Wir haben uns vor dem Tauchgang ein Ziel gesetzt. Ich möchte einen Schwarz- oder Weissspitzenhai sehen. Gewährt mir die Natur diesen Wunsch? Das bleibt mein Geheimnis. Zurück auf dem Boot, wird mir unverzüglich die schwere Tauchausrüstung abgenommen. Getränke und Früchteplatten stehen bereit. Ein Tuch wird mir gereicht. Das Boot beschleunigt und nur kurze Zeit später haben wir festen Boden unter den Füssen. Zusammen mit der hauseigenen Meeresbiologin stöbern wir durch die Safarifotos, die wir eben aufgenommen haben. Das «Baros Maldives» sieht es als seine Aufgabe, die Gäste auf die Sensibilität des Ökosystems hinzuweisen. Auf eindrückliche Weise wird das gerade Erlebte mit einem gigantischen Wissen verknüpft. Fasziniert lausche ich, stelle viele Fragen und merke nicht, wie die Zeit vergeht.

||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ «Baros Maldives» im Nord-Malé-Atoll, Mitglied der Small Luxury Hotels, verfügt über 75 grosszügige Villen, davon zehn mit eigenem Pool und 30 auf Stelzen über dem Ozean. Das Resort verbindet gekonnt authentisch maledivischen Stil mit dem Komfort eines Luxusaufenthaltes und hat sich auf einzigartige Weise den Charme eines Inselparadieses bewahrt. Mit drei Restaurants, zwei Bars, einem Spa der Extraklasse und exzellentem Tauchcenter schätzen Ruhesuchende, Gourmets, frisch Verheiratete und neugierige Taucher das Spitzen-Resort «Baros Maldives» gleichermassen. Das Fünf-Sterne-Resort «Baros Maldives» steht schlichtweg für Luxus, Barfuss-Feeling, exzellenten Service und grossartige Taucherlebnisse.

Meine Tage in dieser anderen Welt neigen sich dem Ende zu. Ich bin ein wenig traurig, denn ich könnte hier noch so viel erleben. Gewissheit ist nicht meine Stärke, aber in diesem Moment verspüre ich sie ganz stark – ich werde zurückkehren, vielleicht schon im nächsten Jahr, wenn «Baros» sein 40-jähriges Jubiläum feiert.

Weitere Informationen und aktuelle Angebote unter www.baros.com

Jetzt geniesse ich meinen vorerst letzten Sonnenuntergang, während ich in meinem Pool auf dem Wasser entspanne. Vor mir die Wiege des Ozeans in der Welt, die es gar nicht geben kann.

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SPECIAL SHORTCUTS DESTINATIONS

Travel News I ckt. Des h entde ic s r e fü d ie n uch ickelt, d deutig a tw Treatm in n e e a d p ts n S n tme s-Tre m strafNeu e nd eine ue Trea Wellnes e u n n t e u d ls n a t te a H o -H elt h lfen, de ener r von W eninsula it samtgern he P a m r n e a n d e e M s d e Der Her Spa n, M r Stun ssten ben die d gestre romaöle weniger n A u n it e in n m e M s » halb ha in 60 tlas rap nb mt nur lltag en Body W en Man n. Der « modern in den A ork» nim ie insula Y r e e n e d w fr e e P ie « b N per w sula g. Im ast zu n in ll u n a n n e B n P « a fen Kör m p ge hampio Ents a des n unnöti aillen-C Art der e im Sp d e k e s it ig a m e il w m ld Kopf vo e lt o n To t we urzw ei G m oder t eine k Thai gil sofort b is y b d a a je n u u r schlam M te e s ch Gä portl rnen. Anspru nen die pricht S ens erle n s x ö o d k im b n a nuten in k n u p e ic en eg sK as S k» hing Abnehm unst de ole ist d d Bangko hohe K Metrop pp zum ti n ie e d Geist un im h , e n r c a e h is ich Körp hines rer Ge r c s h e fü n a n e g w Dam Sr n d n a n ls a iere rholu des M essfans der puls e und E rfnisse h n ü ie u d te w R e it bei Fitn o s r B m e e In die ag ed ers an. ine Oas iell auf re-Mass den Alt ist spez ealthca eijing» e e H B is ’s e la n u w e s ls M nin pie ge «The Pe -minüti en» beis . eine 50 re for M t a e en Ölen C lt « lt a . h h ä le See usgew nd bein a u it n m te e it n ssag zugesch apie-Ma ma-ther o r A e ein r Mä e nt s f ü

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Die grĂśsste Suite in St. Moritz Residieren wie die Zaren von Lilly Steffen

Luxus pur auf 386 Quadratmeter mit einem atemberaubenden Panoramablick Ăźber St. Moritz und die Engadiner Bergwelt.

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heute an die glanzvollen Zeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und bei der Innenausstattung kombinierte Carlo Rampazzi antike Möbel mit moderner Farbenvielfalt und gab so dem Haus seinen ganz eigenen, unkonventionellen Charakter. Viele bestehende Möbelstücke wurden aufgearbeitet und durch neue Stoffe sowie Lackierungen aufgefrischt. Die verschiedenen Materialien Glas, Holz und Stoff fügen sich harmonisch zu einem Gesamteindruck zusammen, der immer wieder durch die Liebe zum Detail des Tessiners überrascht.

as «Carlton Hotel St. Moritz» kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Im Jahr 1913 öffneten sich erstmals die Türen des repräsentativen Gebäudes. An Weihnachten in jenem Jahr empfing das fünfte FünfSterne-Hotel in der schon damals sehr eleganten Feriendestination seine ersten Gäste. Von der Geschichte inspiriert Mündliche Überlieferungen sagen aus, dass das Haus ursprünglich einmal als Sommerresidenz für den russischen Zaren Nicolaj II., Spross der berühmten Romanoff-Dynastie und Enkelsohn des Zaren Alexander II., geplant wurde. Jedoch konnten diese nie abschliessend bestätigt werden. In Wahrheit wurde die Zarengeschichte von einem ehemaligen Besitzer erfunden, um das Interesse der Öffentlichkeit am Haus zu wecken. Heutzutage würde man dies einen genialen PR-Coup nennen, denn die Zarengeschichte hält sich tapfer. Und trotz der Tatsache, dass sie nicht mehr als eine Legende ist, hat Interior Designer Carlo Rampazzi die glamouröse russische Geschichte als künstlerische Inspiration für die Vollrenovierung von 2006 bis 2007 mit einem Augenzwinkern gerne mit aufgenommen.

Herrschaftliches Wohnen mit Panoramablick Mit dem neuen Carlton Penthouse kann das Haus endgültig an die glanzvolle Wintersaison im Jahr 1913 anknüpfen. Das neue Carlton Penthouse präsentiert sich auf der achten Etage des «Carlton Hotel St. Moritz» und bietet mit insgesamt fünf Terrassen einen atemberaubenden Rundblick über St. Moritz und die bezaubernde Engadiner Bergwelt. Mittelpunkt der 386 Quadratmeter grossen Suite, und damit der grössten Suite in St. Moritz, ist das Wohnzimmer mit einem offenen Kamin und einer Panoramafront, die auf den zugefrorenen St. Moritzersee blickt. Integriert sind in diesen offen gestalteten Räumen verschiedene Sitzmöglichkeiten sowie ein Esszimmer und ein Arbeitsbereich mit Bibliothek. Von hier aus gelangt man in die drei grosszügigen, lichtdurchfluteten Schlafzimmer, die alle über ein eigenes Badezimmer verfügen. Eine voll ausgestattete Küche, in der die Küchencrew des «Carlton Hotel» gerne ein privates Abendessen zaubert, rundet das Gesamtangebot ab.

In vielen Details ist zu spüren, dass das 1913 erbaute «Carlton Hotel» von einem denkmalwürdigen historischen Charakter geprägt ist. So erinnern der repräsentative Treppenaufgang, die Stuckverzierungen an den Decken des Ballsaals und die historischen Steinwände an verschiedenen Stellen des Hauses noch

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Luxus bekennt Farbe Exklusivität und Privatsphäre sind die Komponenten des «Carlton Hotel St. Moritz», das vom 14.12.2012 bis zum 01.04.2013 für die Wintersaison 2012/13 geöffnet ist. Das luxuriöse Fünfsternehaus betört alle Sinne mit einer extravaganten Farbenwelt, Kulinarik auf höchstem Niveau und einer Grosszügigkeit, die ihresgleichen sucht.

Das 1200 Quadratmeter grosse Carlton Spa bietet zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten zum Entspannen und Durchatmen. Der Wellnessbereich erstreckt sich über drei Etagen und verfügt über sechs verschiedene Behandlungsräume, in denen der Gast mit Blick auf die ausgefallenen Deckenbilder eine Vielzahl an Massagen und Kosmetikbehandlungen geniessen kann. Im untersten Geschoss finden die Gäste eine grosszügige Saunawelt mit Dampfbad, Caldarium, finnischer Sauna und einer Privatsauna für Damen. Für die Abkühlung nach einem entspannenden Saunagang stehen verschiedene Erlebnisduschen, ein Eisbrunnen und ein Kneipppfad im Schnee zur Verfügung. Das Haus bietet zudem ein grosszügiges Schwimm- und Sportbecken, das zur körperlichen Fitness motiviert und als Highlight den Innen- und Aussen-RelaxPool, der für temperaturkonforme Entspannung sorgt.

Esskultur der Spitzenklasse wird im Restaurant «Romanoff» authentisch und ungezwungen zelebriert. Im neuen «Da Vittorio – St.Moritz» dürfen sich Gäste auf die 3-Sterne Michelin Köche Enrico und Roberto Cerea freuen. Für einen leichten Lunch am Mittag oder zum Afternoon Tea ist die grosszügige Sonnenterrasse – die wohl schönste im ganzen Ort – die perfekte Adresse. Salvatore Frequente, der Chefkoch der beiden Restaurants, legt mit seinem Team Wert auf eine schnörkellose Küche, die geprägt ist von einer ausgewogenen, bekömmlichen Esskultur bei vollem Genuss. Die frischen Produkte werden schonungsvoll zubereitet; höchste Qualität und authentische, natürliche Speisen sind eine Selbstverständlichkeit. Das historische Restaurant «Romanoff» bietet klassisches Fine Dining in elegantem Ambiente, während das moderne Restaurant «Tschinè» zum kulinarischen Erlebnis mit mediterranen Spezialitäten in ungezwungener, lockerer Atmosphäre einlädt. Und die «Carlton Bar und Lobby» lädt zum süssen Nichtstun ein – ob nachmittags bei feinster Teekultur oder abends bei einem Glas prickelndem Champagner.

Fazit Ein Aufenthalt im «Carlton Hotel St. Moritz» ist mehr als ein schönes Ferienerlebnis mit den üblichen Annehmlichkeiten. Es bietet seinen Gästen eine ganze neue Erfahrung in Bezug auf Wohlgefühl, Genuss, Luxus und Entspannung.

www.carlton-stmoritz.ch

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Eintauchen in die Welt des Weines IMAGINE verlost unter allen Neu-Abonnenten ein Il Mondo del Vino Special im Hotel Bad Bubendorf für zwei Personen. Stimmen Sie sich mit dem Haus-Apéro an der beliebten BarLounge auf einen unvergesslichen Abend ein. Auf Wunsch folgt anschliessend eine Besichtigung der hauseigenen Weingrotte. In der Osteria TRE, ausgezeichnet mit 15 GaultMillau Punkten und einem Stern Michelin erwartet Sie danach ein Viergang-Gourmetmenü bei Kerzenschein welches von einer auf die Menüfolge abgestimmte Weinreise mit spannenden Aromen und interessanten Informationen begleitet wird. Geniessen Sie die Zweisamkeit in unserem Charming Deluxe Zimmer mit grosszügigem Doppelbett und behaglicher Sofaecke. Der Ausklang bildet am nächsten Morgen ein herzhaftes Frühstück vom Buffet. (Buchbar von Dienstag bis Samstag)

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Ein Schloss am Wörthersee Wohnen wie Könige von Helena Ugrenovic

«Ein Schloss am Wörthersee, am wunderschönen Wörthersee, wo alle Menschen Freunde sind und Rosen blüh’n im Sommerwind. Tiefblauer Himmel, am Strand das Café. Kieselsteinwege, glitzernder See, der Zauber der Berge und Täler umher, die Freude am Leben fällt dir nicht schwer ...»

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Crew zu festgefahren und dem neuen Besitzer gegenüber ablehnend. Der geschäftsführende Direktor Rainer Jansen beobachtet den jungen Inhaber mit Misstrauen, und als Berger eine Werbeaktion plant, die dem spärlich gebuchten Schlosshotel neue Kundschaft bringen soll, versucht Jansen mit allen Mitteln, den neuen Chef zu torpedieren, und so ist es denn ausgerechnet der millionste «Ehrengast», dem ständig kleine Katastrophen widerfahren, sodass Lennie Berger ernsthaft um den Ruf seines Hotels fürchten muss. Die 34 Episoden sind ein Potpourri an Auftritten bekannter Schauspieler, Musiker und Moderatoren aus jener Zeit, und so geben sich Hans Clarin, Drafi Deutscher, Falko, Fritz Eckhardt, Nina Hagen, die früheren Dallas-Stars Linda Gray oder Larry Hagman ein Stelldichein mit Udo Jürgens oder Telly Savalas. Als Roy Black überraschend stirbt, erbt sein Filmsohn Max das Schlosshotel, dessen Leitung seine Exfrau Elke Berger bis zu Max’ Volljährigkeit übernimmt. Was bleibt, ist der Schlossgeist an den Ufern eines blauglitzernden Sees und eine Welt, in der die Probleme zwar nicht wie die Städte aus der Sage in der Tiefe des Wassers verschwinden, doch das Gute immer wieder siegt und Wunder wahr werden. Wie bei Charly Walker.

r ist der grösste See Kärntens und aufgrund seiner klimatischen Lage einer der wärmsten Alpenseen. 19,39 Quadratkilometer Wasseroberfläche liegen in einer Senke zwischen der Hügellandschaft des Klagenfurter Beckens, die zu einem grossen Teil von Gletschern in der Eiszeit geformt wurde. Die Seewanne, die durch Inseln, Halbinseln und unterseeische Schwellen in drei Becken gegliedert ist, reicht von Velden bis Klagenfurt. Ein Schloss am Wörthersee «Der Ehrengast», «Liebesgrüsse aus Venedig», «Zwei Gauner auf Urlaub», «Adel verpflichtet zu nichts» oder «Ein Glatzkopf kommt selten allein» sind die klangvollen Titel des Serien-Quotenhits aus den frühen 90ern. Die deutsche Heimatserie rückte den Wörthersee wieder in den Blick der Allgemeinheit und markierte auch das Comeback des Schlagerstars Roy Black, geborener Gerhard Höllerich und seufzender Sänger der Schlagerhits «Ganz in Weiss» oder «Das Mädchen Carina». In den Achtzigerjahren hatte er unter einer gescheiterten Ehe, Alkohol- und Herzproblemen gelitten, jetzt bugsierte ihn die Rolle des Hotelbesitzers Lennie Berger ins Rampenlicht der Flimmerkisten. Bereits 1968 hatte er mit Uschi Glas den Film «Immer Ärger mit den Paukern» am Wörthersee gedreht, und Uschi Glas ist es auch, die nach Roy Blacks plötzlichem Herztod im Oktober 1991 den führenden Part in der dritten Staffel übernahm. Malerischer Schauplatz und Zentrum der Kulisse ist das verträumte Renaissance-Schloss von Velden, das Gunther Sachs 1990 gekauft hatte.

Charly Walker – vom Tellerwäscher zum Milliardär Karl Wlaschek wird am 4. August 1917 in Wien geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er unter dem Pseudonym «Charly Walker» als Pianist und Bandleader. Unter anderem im Schlosshotel Velden. Den Traum vom eigenen Tanzcafé kann er mangels ausreichender finanzieller Mittel nicht verwirklichen. 1953 hat der pfiffige Wlaschek eine famose Geschäftsidee und eröffnet in Wien Margareten eine Parfümerie, die Markenartikel zu Diskontpreisen anbietet. Bereits sieben Jahre später ist seine Firma, die Warenhandel Karl Wlaschek, auf 45 Filialen angewachsen. Warum das Rad neu erfinden, denkt sich der gewiefte Geschäftsmann

Mein Onkel war, und ich bin Leonhard Berger erbt das noble und traditionsreiche Schlosshotel Velden am Wörthersee von seinem Onkel. Für seinen Geschmack ist das Schloss zu traditionsreich, die im Nachlass inbegriffene

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Das zwischen 1590 und 1603 errichtete Schloss Velden war der gesellschaftliche Mittelpunkt der damaligen Zeit.

Einer Sage nach liegen in den Tiefen des WÜrthersees versunkene Städte und Kirchen.

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Zwei Residenzen wurden zu Demonstrationszwecken bereits komplett ausgestattet und möbliert.

Die hochwertigen Bodenbeläge und italienischen Sanitärgegenstände sind von edelster Qualität.

Im Rahmen des Möglichen ist die Innengestaltung vom künftigen Residenten frei gestaltbar.

Luxus pur und edles Design in allen Räumen.

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Die Residenzen Schloss Velden sind harmonisch in den Schlossgarten eingebettet.

Der Schatz am Wörthersee Der Traum von Karl Wlaschek ist zur ersten Adresse an Österreichs Wörthersee geworden und die Residenzen Schloss Velden, das zu den Leading Hotels of the World gehört, sind ein begehrter Leckerbissen für betuchte Investoren und Käufer. Die klimabegünstigte Gegend mit nahezu unbegrenzten Freizeitmöglichkeiten eignet sich besonders als Zweit- oder Feriendomizil. Die österreichische Riviera, wie die Gegend auch genannt wird, ist eine der schönsten Seelandschaften Österreichs. Das glasklare Wasser des Wörthersees und die Kulisse der Berge sind ein Eldorado für Wasserbegeisterte, die durch das schöne Wetter, das bis in den Oktober hinein anhält, voll auf ihre Kosten kommen. Baden, Tauchen, Segeln, Rudern, ausgedehnte Spaziergänge unter goldenen Baumkronen am glitzernden Ufer und kulinarische Highlights verwöhnen die Herzen sowohl von Natur- als auch von Gourmetliebhabern. Wer auf den Adrenalin-Kick dennoch nicht verzichten möchte, findet beim Wildwasser-Rafting, Canyoning oder Wasserski den nötigen Push-up.

und adaptiert das Geschäftskonzept auf den Lebensmittelhandel, führt das Selbstbedienungssystem ein und nennt seine Filialen ab 1961 «BILLA» – Billiger Laden. In den 1990er Jahren expandiert Eurobilla ins Ausland und Wlaschek verkauft sechs Jahre später seinen unter der BML Vermögensverwaltung AG (Billa-Gruppe) firmierenden Konzern für 1,1 Milliarden Euro an die deutsche Rewe-Gruppe. Der heute 95-Jährige konzentriert sich nach dem Verkauf der Discounter-Kette auf Immobilien und ist heute einer der grössten privaten Immobilien-Investoren Österreichs. Mit einem geschätzten Vermögen von mehr als vier Milliarden Euro gilt er als zweitreichster Mann des Landes. Ihm gehören über 100 Gebäude, einige davon in der Wiener Innenstadt, wo er mehrere Palais und auch die Wiener Börse besitzt. Der Lebenstraum Auf die Frage nach den goldenen Regeln für seinen Erfolg antwortet Karl Wlaschek in einem Interview: «Keine Aktien kaufen. Sparsamkeit. Handschlagqualität. Und keine Partner. 90 Prozent meiner Entscheidungen waren sicher gut gewesen, aber ich habe natürlich auch Blödsinn gemacht. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man das kaufen kann, wo man früher gearbeitet hat, einmal gesessen ist und fast nichts gehabt hat.» Als Charly Walker 1953 im damaligen Schlosshotel Velden in der Piano-Bar die gutbetuchten Gäste mit klangvollen Tönen aus dem Flügel unterhält, ahnt er nicht, dass er 58 Jahre später der Besitzer des märchenhaften Schlosses sein wird, in das und dessen Lebensgefühl er sich verliebt hatte. Heute ist er ein Immobilien-Tycoon und Selfmade-Milliardär, der sich täglich über circa 200’000 Euro Mieteinnahmen freuen darf. «Beim Gschäft bin i guad, bei de Weiber bin i a Depp.» Den legendären Spruch des rüstigen 95-Jährigen nimmt ihm keiner trotz dessen drei Scheidungen ab. Am 14. April 2012 heiratet der legendäre BILLA-Gründer und geniale Geschäftsmann seine Lebensgefährtin Friederike Schenk.

Residieren, wo andere Urlaub machen Die Residenzen Schloss Velden machen es möglich. Die exklusiven Appartements mit ihrem styhlishen, edlen, aber sachlichen Erscheinungsbild in Sandstein, schliessen sich direkt an das berühmte Schlosshotel am Wörthersee an und sind zudem ein aussergewöhnlicher Zweitwohnsitz mit exklusivem Ambiente und attraktiven Serviceleistungen. In prominenter Umgebung, und das nicht nur allein wegen des berühmten Schlosses Velden, residiert man hier in einmaliger Lage abgeschieden und doch nah am Geschehen. Die zwischen 125 und 150 Quadratmeter grossen Appartements sind eingebettet in den knapp sieben Hektar grossen Schlosspark. Eine prominente Käuferin einer der Residenzen ist das ehemalige Model und die Exfrau von Paul McCartney, Heather Mills.

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ADVENTURE & SPORT

Snowkiten Ein Flug durch die schneebedeckten Berge von Lone K. Halvorsen

Alles, was man braucht, sind Schnee, Ski oder Snowboard und einen Powerkite, so wird ein kalter Wintertag in eine adrenalinreiche Erfahrung verwandelt.

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eitab von Liftanlagen, Lärm und Menschenmassen ermöglicht das Snowkiten sensationelle Begegnungen mit den Elementen Schnee und Luft. Raffinierte Sprünge und Tricks erreichen ohne weiteres mehrere Dutzend Meter Höhe und einige hundert Meter Länge. Die Sommervariante zum Snowkiten ist das Kitesurfen: Surfbrett und Lenkdrachen bilden auf der Wasseroberfläche ein rasantes Duo. Im Winter wird das Surfbrett durch Snowboard oder Ski ersetzt und schon kommt man auch im Schnee auf Geschwindigkeiten von mehr als 70 Stundenkilometer. Ein gewagtes Manöver zwischen Himmel und Erde, wo ein zaghafter Hüpfer schon bei der kleinsten Böe gewaltige Ausmasse annimmt. Ab in unberührte Schneelandschaften Diese Sportart verfügt nicht nur über ein einmaliges Freestyle-Potential, sondern bietet sich zudem als natürliche und 100-prozentig ökologische Aufstiegshilfe an. Wenn man die Kraft der Natur benutzen will und sowohl einen Snowkite als auch ein paar Ski besitzt, kann man tief in den unberührten Powder hineinfahren. Diese Möglichkeit kennen sonst nur Heli-Skifahrer, wenn sie auf eine Helikoptertour gehen. Das Potential des Hinterlandes ist un-

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«Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter.» (John Ruskin)

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ADVENTURE & SPORT

erschöpflich, Erkundungen in unberührtem Powder sind nur ein kleiner Teil. Die Sensation, mit dem Kite auch die Berge hochfahren zu können, ist ein einmaliges Erlebnis und legt noch mehr Terrain offen. Das Spektrum des Wintersports wird somit um ein einzigartiges Erlebnis erweitert, denn die Möglichkeiten reichen von Cruisen durch den Pulverschnee bis hin zu spektakulären Sprüngen. Die «Big Air»-Sprünge, die Boarder und Skifahrer mit der Kraft und der Sicherheit von Powerkites machen, sind atemberaubend. Die Windkraft ist eine der wenigen kostenlosen Dinge im Leben und Snowkiter haben damit schon unglaubliche Sachen erreicht. Von einer ungeförderten Reise zum Nordpol und zurück, zu gigantischen Kite-Erlebnissen durch Alaska begrüsst die Welt der Wintersportarten diese fantastische Sportart. Ski oder Snowboard? Snowkiten kann theoretisch jeder! Und wer schon relativ sicher auf dem Snowboard oder den Ski stehen kann, dürfte mit dem Snowkiten schnell die ersten Erfolge erzielen. Ob man sich für Ski oder Snowboard entscheidet, spielt keine Rolle, denn hier ist erlaubt, was gefällt und womit man sich wohler fühlt. Glücklicherweise sind die Lager zwischen Skifahrern und Snowboardern am Drachen nicht so stark gespalten, wie es auf der Piste der Fall ist. Generell ist Snowkiten mit Ski einfacher, da man einen festeren Stand hat, beide Beine unabhängig voneinander bewegen

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kann und zur Not im Skatingschritt auch ohne Drachenantrieb vorankommt. Gerade bei schlechteren Bedingungen hat man daher mit Ski einen Vorteil. Bei wenig Wind kann man beispielsweise mit ein paar Schritten beschleunigen und hat somit schon ein wenig Fahrtwind.

anderen der Silvaplanersee im Engadin, der Zeller See in Österreich oder der Reschensee im Südtiroler Vinschgau. Hier findet man attraktive Reviere mit beständigem Wind und viel Platz für gewagte Sprünge.

Wer springen möchte, wird mit Ski die Kanten meist besser setzen können. Für Tiefschneefreunde sei gesagt, dass die Kombination Snowboard plus Pulverschnee nach wie vor eines der schönsten Fahrgefühle ist, die man haben kann. Mittlerweile gibt es in den meisten Ländern Snowkiter und somit auch Spots, auf denen man fahren kann und auch darf. Im Grunde reicht ein Schneefeld, frei von Strassen, Häusern, Stromleitungen oder anderen Hindernissen.

||||||||||| SHORTCUT ��������������������������������������������������������������������������������������� Extremsportarten Extremsportarten reizen immer mehr Menschen. Es ist der berühmte Kick, den die meisten suchen und der einem im heutigen Alltag kaum mehr begegnet. Sehr beliebt sind Extremsportarten, die sich im Wasser abspielen. Wasser als solches gehört zu den vier Elementen und ist somit absolut unberechenbar. Eine der Vielzahl von Extremsportarten, die man im nassen Element durchführen kann, ist das Kitesurfen. Hier steht man auf einem Board, welches mithilfe eines grossen Lenkdrachens über das Wasser gezogen wird. Auch wenn sich das nicht so spektakulär anhört, so gehört diese Sportart definitiv in den Bereich der Extreme. Schliesslich werden beim Kitesurfen absolute Höchstgeschwindigkeiten sowie meterhohe Sprünge erreicht, die nicht für jedermann zu empfehlen sind.

Snowkite Spots Als wahre Snowkite-Eldorados gelten die Hardangervidda in Norwegen oder der Col du Lautaret in Frankreich, um nur zwei Gebiete herauszugreifen. Doch gerade beim Snowkiten sind noch viele schöne Spots unentdeckt. Man muss nur die Augen offen halten und sich mit dem einen oder anderen Bauern einig werden. Wer allerdings nicht zwischen den Kühen, Bäumen, Hochspannungsmasten und unübersichtlichen Kuppen kiten möchte, erlebt auf zugefrorenen Seen ein grandioses Kite-Erlebnis. Als «Mekka» der Snowkiter gelten unter

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TRAVEL GADGETS

Must-haves I Das ganz persönliche Geschenk Was als pfiffige Idee begann, hat sich im letzten Jahr zum absoluten Renner entwickelt – die Pack Easy Art Collection: Sie bietet die Möglichkeit, ein eigenes Gepäckstück für sich oder seine Lieb-sten mit Airbrush-Motiven nach eigenen Wünschen individuell gestalten zu lassen, und eignet sich daher auch als ideales aussergewöhnliches Geschenk! Für seine Art Collection arbeitet Pack Easy mit dem Airbrush-Künstler Philipp Klopfenstein zusammen. Speziell auf Reisen scheint es ansprechend zu sein, durch individuelles Gepäck der eigenen Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen. Dass der persönliche Koffer auf den Rollbändern der Welt zudem einfach zu erkennen ist, macht das Ganze noch attraktiver! Zur Auswahl stehen Trolleys aus hochwertigem Polycarbonat in zwei verschiedenen Grössen. Alle Trolleys verfügen über praktische Einteilungen, vier komfortable und leise Rollen sowie über ein TSA-Sicherheitsschloss. Für Kurztrips bietet sich der Cabin-Trolley an, für Fernreisen ist der grössere Trolley mit 55 Liter Fassungsvermögen perfekt geeignet. Ein Wahrzeichen der Geschichte der Seefahrt

www.packeasy.ch

Hamilton begeht sein 120-jähriges Jubiläum der Zeitmessung zu Lande, in der Luft und auf See. Die Hamilton Khaki Navy Pioneer Limited Edition spiegelt die tief verwurzelte Seefahrtstradition der Marke wider. Dieser Präzisions-Zeitmesser, eine aufwendig verarbeitete aktuelle Interpretation der in den 1940er Jahren von Hamilton produzierten Marine-Chronometer, ist Armband- und Tischuhr zugleich. Der schlichte, elegante Übergang zwischen beiden Formen unterstreicht die grundlegende Modernität des Modells. Die Auflage der Uhr wurde in Anspielung auf das Jahr der Unternehmensgründung auf 1892 Exemplare limitiert. Jedes dieser nummerierten Exemplare wird in Erinnerung an seinen historischen Vorgänger in einer eigenen Schatulle aus Para-Kautschukbaumholz geliefert. Das Design verbindet den bewährten Pioniergeist mit einer Liebe zum Detail, die sich im Erscheinungsbild und der Funktionalität niederschlägt. Die Uhrenträger können wählen, ob sie diesen hochmodernen Präzisionszeitmesser lieber am Handgelenk tragen oder ihm einen Ehrenplatz auf dem Schreibtisch oder in einer Vitrine zuteilen wollen. www.hamiltonwatch.com

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TRAVEL GADGETS

Das robuste Reise-Digitalradio Pure, der weltweit führende Hersteller von Streaming- und Radiosystemen, stellt vor: Move 400D – ein aufladbares, robustes und kompaktes Digital- und UKW-Radio mit hervorragender Akkulebensdauer und inklusive Reisewecker. Als idealer Reisebegleiter unterstützt es alle derzeitigen Digitalradio-Standards in Europa und Australien. Darüber hinaus verfügt es über einen Alarm mit automatischer Zeitzonen-Umstellung und einem Zusatzeingang für einen iPod/MP3-Player. Move 400D bietet auch unterwegs bis zu 60 Stunden hervorragenden Digitalradio-Sound über seinen internen Lautsprecher oder seinen Kopfhörerausgang. Der integrierte Akku wird über Netzstrom geladen und bietet damit die bedienerfreundlichste Lösung für den Benutzer – einfach ausstecken und los. Move 400D ist dank seiner kompakten Abmessungen und seines robusten und vor Wasser schützendem Aluminiumgehäuses auch ein erstklassiges Radio bei Sport oder Freizeitaktivitäten. Mit Kopfhörern lässt es sich ideal auf dem Weg zur Arbeit einsetzen oder über den eingebauten Lautsprecher auf der Terrasse. www.pure.com

Stilsicher und sportlich Erstmals differenziert der Skibekleidungs-Spezialist Schöffel im Winter 2012/13 zwischen Damen- und Herrenkollektion. Die Modelle unterscheiden sich in Design und Schnitt, Ausstattung und Materialien und werden unterteilt in die Segmente Active und Style. Schöffel lanciert mit der Style-Linie reduzierte Retro-Modelle mit dem «alten» Schöffel-Logo, die für Aufsehen sowohl auf wie neben der Piste sorgen werden. Die Schöffel-Frau ist sportlich, naturverbunden, fühlt sich wohl auf der Piste, fährt auch gern mal ihre eigenen Wege und ist für ein Après-Ski immer zu haben. Das Modell Hermine im schlichten Retro-Design aus Venturi Softshell Stretch und Primaloft-Wattierung ist äusserst funktional. Winddicht, wasserdicht, elastisch und weich bietet dieses Modell viel Bewegungsfreiheit. Augenfällig die blau-weiss-roten Streifen an den Ärmeln, die sich auch in der Kapuze wiederfinden, und die femin-ine Linienführung – sie sorgen zusammen für den modischen Auftritt von Hermine. Ein perfektes Teil für Piste und Après-Ski. Edel, nie protzig, immer funktionell und mit dem «gewissen Etwas». www.schoeffel.com

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Top Skidestinationen Where to go & where to stay von Lone K. Halvorsen

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Schnee fasziniert die Menschen seit Urzeiten. Und für viele gibt es nichts Schöneres, als die Bretter anzuschnallen und schwungvoll die Berge hinabzufahren.

s ist wieder so weit– der erste Schnee fällt leise auf die Dächer und verzaubert die Landschaften in ein weisses Paradies. Während die Tiere ihren Winterschlaf geniessen, will ein Grossteil der Bevölkerung den Winter in all seiner Pracht geniessen! Und für viele bedeutet das: ab in die Berge! An Skigebieten mangelt es nicht, und wer auch nur einen Bruchteil von ihnen erleben möchte, ist ein Leben lang beschäftigt. Für alle, die nicht so viel Zeit haben, hat IMAGINE fünf der besten Skigebiete der Welt unter die Lupe genommen. Der Winter kann also kommen! 1. Niseko, Japan Niseko besteht aus den vier Skigebieten Annapuri, Niseko Village (Higashiyama), Hirafu und Hanazono. Von anspruchsvollen Pisten über Steilhänge an den Hängen der Vulkane bis zu einfachen sanften Pisten, rassigen Buckelpisten und weiten Tiefschneegebieten stehen alle Möglichkeiten offen, den Wintersport zu geniessen. Niseko hat eine rasante Entwicklung erlebt und somit gibt es einen leichteren Zugang zum grössten Skigebiet Japans. Die Region profitiert von den sibirischen Wettereinflüssen, die für grosse Mengen hervorragenden trockenen Pulverschnees sorgen. Acht bis zwölf Meter pro Saison sind keine Seltenheit. Pisten: 61 Kilometer Liften/Bahnen: 50

www.niseko.ne.jp

Unser Übernachtungstipp in Niseko: Kimamaya Boutique Hotel Im Skigebiet Niseko auf Japans Nordinsel Hokkaido liegt das malerische Kimamaya Boutique Hotel. Mit nur neun Zimmern, gestaltet vom Designer Andrew Bell, fängt das Hotel die gebirgige Atmosphäre der Region ein und kombiniert sie mit kosmopolitischem Flair. Das Herzstück des Hauptgebäudes ist die Living Lounge, in der sich Gäste in gemütlicher Runde treffen, ein gutes Buch lesen oder vor dem Kamin ein Glas französischen Weins geniessen. www.kimamaya.com

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Copperhill Mountain Lodge, Åre

Hotel Kristiana, Lech

2. Åre, Schweden Åre ist Nordeuropas grösstes, modernstes und abwechslungsreichstes alpines Wintersportgebiet. Hier gibt es alles, angefangen von Gänsehaut verursachenden schwarzen Pisten und schwierigen Off-Pist-Strecken bis zu einer Fülle einfacher Pisten für Kinder und Anfänger. Das Liftsystem ist so weitläufig, dass Sie tagelang Ski fahren können, ohne dass es Ihnen langweilig wird. Als Wintersportregion ist Åre nicht nur perfekt für Downhill-Skiing, sondern mit seinen insgesamt 400 km gespurten Loipen und 1200 km markierten Skiwanderwegen auch ideal für Langlauf und Tourenski.

3. Lech Zürs am Arlberg, Österreich Auf den historischen Spuren der Skipioniere wedeln und gleichzeitig die Vorzüge modernster Infrastruktur geniessen? Ja, das ist möglich – willkommen in Lech Zürs am Arlberg! Tiefschneeabfahrten und Schneesicherheit von Ende November bis Ende April machen Lech Zürs am Arlberg zu einem beliebten Treffpunkt für anspruchsvolle Wintersportler. Das weitläufige Skigebiet lässt keine Wünsche offen. Auch wenn 39 Prozent der Pisten als anfängertauglich klassifiziert werden, ist Lech Zürs am Arlberg vor allem für eines bekannt – unvergleichlichen Tiefschneegenuss.

Pisten: 91 Kilometer Liften/Bahnen: 40

Pisten: 283 Kilometer Liften/Bahnen: 84

www.visitsweden.com

www.lech-zuers.at

Unser Übernachtungstipp in Åre: Copperhill Mountain Lodge Auf der Spitze des malerischen Bergs Förberget thront die Copperhill Mountain Lodge. Dieses spektakuläre, elegante Ambiente eignet sich ideal als Ausgangspunkt, um Åre und seine vielen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Das Hotel wurde in einem zeitgenössischen Berghütten-Stil von dem renommierten amerika-nischen Architekten Peter Bohlin entworfen.

Unser Übernachtungstipp in Lech: Hotel Kristiania Gertrud Schneider führt das Small Luxury Hotel Kristiania mit ihrem ganz eigenen und unverwechselbaren Stil. Nicht nur, dass dieses Juwel majestätisch und elegant dasteht, an einem der schönsten Sonnenplätze Lechs und mit einem atemberaubenden Blick auf das einzigartige Lecher Gebirgspanorama, nein, auch von innen hebt es sich wohltuend ab von Klischees und Kopien im pseudomodernen Jodel-Look.

www.copperhill.se

www.kristiania.at

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«Wenn die Vögel mich fliegen sehen, gehen sie lieber zu Fuss» (Ernst Vettori)

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Le Lodge Park, Megève

Lagació Mountain Residence, Alta Badia

4. Megève, Frankreich Megève, ein Dorf, eine Seele ... Sein Charme und seine Eleganz zeichnen diesen Wintersportort aus. Er blickt auf eine fast 100-jährige Geschichte als mondänes Ski-Resort zurück. Von diesem Glanz, vor allem der 50er Jahre, spürt man in dem wohlhabenden Skiort mit seinen gepflegten Villen und Chalets immer noch einiges. Vor der Kulisse des Montblanc kann dieser Wintersportort mit Würde behaupten, dass er den grossen Skiorten in nichts nachsteht. Die Hausberge von Megève sind der Mont d’Arbois, der Jaillet und der Rochebrune. Das Skigebiet ist gleichermassen für Anfänger, Kinder sowie Familien geeignet. Anspruchsvollere Skifahrer und Snowboarder finden schwier-igeres Gelände, steil, bucklig und teilweise unpräpariert, unterhalb des 2525 Meter hohen Mont Joly.

5. Alta Badia, Dolomiten, Italien Im Herzen des Dolomiti Superski, am Fusse des Sella-Massivs liegt ein Skizentrum der Sonderklasse: Alta Badia. Im Skikarussell Alta Badia wurde im Jahre 1947 der erste Sessellift in Italien gebaut, der Sessellift Col Alto. Der Skifahrer findet hier perfekt gepflegte Pisten und den Anschluss an die einmalige «Sella Ronda». Das Skigebiet, welches sich zwischen Corvara, La Villa, San Cassiano und der Hochebene Pralongià – Cherz erstreckt, eingebettet im Dolomiti-Superski-Gebiet, bildet ein Karussell von unzähligen Liften und Skipisten. Prunkstück des Karussells sind zwei schwarze Pisten: die «Gran Risa» in La Villa, berühmt für das Weltcup-Riesenslalom-Rennen der Herren, und die Piste «Vallon» – Corvara. Pisten: 130 Kilometer Liften/Bahnen: 53 www.altabadia.org

Pisten: 316 Kilometer Liften/Bahnen: 116

Unser Übernachtungstipp in Alta Badia: Lagació Mountain Residence Mit der Natur als Vorbild gebaut, bestimmen natürliche Materialien und warme Farben die «Residence» im Gadertaler Dorf St. Kassian. Das zertifizierte Klima Haus A trägt höchsten bautechnischen Massstäben Rechnung. Heimische Hölzer, behagliche Lehmwände, Holz- und Steinböden, feine Loden- und Leinenstoffe sorgen für eine einmalige Atmosphäre und ein natürliches Wohngefühl. Die Lagació Mountain Residence lebt von der Schönheit der Details – sei es von der Natur oder den Menschen gestaltet.

www.megeve.com

Unser Übernachtungstipp in Megève: Le Lodge Park Das ruhige, authentische «Lodge Park» gleicht einem traditionellen Blockhaus und liegt nur wenige Schritte von den Skiliften entfernt. Die luxuriösen Zimmer verfügen über Einrichtung inspiriert von den umliegenden Bergen. Grosse Fotos schmücken die Wände und die Betten sind aus Webpelz-Würfen und Lederkopfteilen gefertigt. www.lodgepark.com

www.lagacio.com

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TRAVEL GADGETS

Must-haves II

Alle Jahre wieder ... Dabei hat Frau doch 364 Tage Zeit, um sich Gedanken zu machen, wie sie seine Augen mit den Christbaumkugeln um die Wette glänzen lässt. Mit der aktuellen Winter-Kollektion von camel active kann sie beweisen, dass nicht nur der Winter Einzug hält, sondern auch lässige Styles einen Platz im Kleiderschrank finden. Das Label camel active bietet in bekannter Qualität zahlreiche Accessoires, die Männerherzen höher schlagen lassen, egal ob stilbewusster Schlaufen-Schal, Mütze mit Knopf-Applikationen, Gürtel in allen Variationen oder Handschuhe aus hochwertigem Leder. Diese Kombinationswunder komplementieren jedes Outfit und sorgen für einen trendsicheren Auftritt, und das nicht nur unter dem Weihnachtsbaum. Ein unverzichtbarer GeschenkeKlassiker bleibt auch in diesem Jahr das Hemd. camel active präsentiert dafür einen der up-coming Trends: Das Jeanshemd als männlicher Allrounder. Bei diesen Aussichten stürzt man sich für den Liebsten doch gerne ins Weihnachtsgetümmel.

Hightech und Tradition Elegant, geschmeidig, wild und rar – die Damascus Limited Edition 2012 von Victorinox lässt die Herzen von Messersammlern höher schlagen. Aufbauend auf dem bewährten Schweizer Soldatenmesser, das an alle Rekruten der Schweizer Armee ausgegeben wird, fertigt Victorinox ein einzigartiges Modell, von dem es weltweit nur 5000 Exemplare gibt. Die Seriennummer befindet sich eingraviert auf der Platine hinter dem Philips-Schraubendreher. Für die ergonomisch geschwungenen Griffschalen wird – passend zur Herkunft des Messers – dunkelbraun gezeichnetes Walnussholz aus der Schweiz verwendet. In Kombination mit dem exakt von Hand eingearbeiteten Victorinox-Emblem aus rostfreiem Stahl wird das funktionale Soldatenmesser zum stilvollen Handschmeichler und ein Augenschmaus. Bei der Klinge setzt Victorinox auf rostfreien, einzigartig gemusterten Damast-Stahl. Im Vergleich zu herkömmlichen Stählen zeichnet sich dieser pulvermetallurgisch erzeugte Damast durch eine erhöhte Zähigkeit, Bruchfestigkeit und Schnitthaltigkeit aus. Diese Damastklinge sieht nicht nur wunderschön aus, sie überzeugt auch.

www.camelactive.de

www.victorinox.com

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TRAVEL GADGETS

Der Kleine für die Reisen! Das iPad mini hat alles, was ein iPad zu einem iPad macht – und ist doch deutlich kleiner. Mit gerade einmal 7,2 Millimeter ist es so dünn wie ein Stift und unglaublich leicht. Man kann es ganz einfach in einer Hand halten. Und selbst in der kleinsten Tasche verstauen, damit es, wo auch immer man sich aufhält, stets dabei hat. Das iPad mini wäre jedoch kein iPad ohne die unglaubliche Batterielaufzeit. Selbst bei jeder Menge Leistung in einem so kleinen Gerät kann man mit einem einzigen Ladevorgang bis zu 10 Stunden arbeiten. Und so lesen, ansehen, spielen, schreiben und erstellen, was man will – so lange man will. Auch die intergrierte Kamera hat so einiges zu bieten. Ob spontaner Flashmob in amsterdam, der Siegtreffer beim Fußballspiel, der überwältigende Ausblick vom Gipfel eines Berges – mit der iSight Kamera des iPad mini können diese überraschenden, schönen und spektakulären Momente ganz einfach aufgenommen werden. In 1080p HD und dank automatischer Videostabilisierung auch ganz ruhig. Unser Fazit: Ein idealer Reisebegleiter für alle Fälle! www.apple.com

Der Winter darf kommen! Die neue Ski-Bekleidung von Stöckli übernimmt die Designsprache der Skikollektion in Farbe und Form. Nicht nur der Allrounder wird hier fündig, auch Sportler, die es technischer mögen, kommen vollends auf ihre Kosten. Das schlichte Design und die klare Formensprache sind auf die einzelnen Skimodelle abgestimmt – damit Sie auf der Piste garantiert eine gute Figur machen. Profis und ambitionierte Skifahrer werden sich besonders über die RaceLinie von Stöckli freuen. Perfekter Sitz, absolute Bewegungsfreiheit sowie wasserdicht und atmungsaktiv – für vollen Einsatz und ganz viel Power. Die Jacke aus Dermizax EV mit einer Wassersäule und Atmungsaktivität von 20'000 mm macht jedes Rennen auf und neben der Piste mit. Sämtliche Nähte sind verschweisst, die Reissverschlüsse sind wasserdicht und mit Handschuhen bedienbar. Damit auch der Komfort nicht zu kurz kommt, bietet der 4Way-Stretch ultimative Bewegungsfreiheit. Kapuze und Schneefang sind vollelastisch und abnehmbar. Das Innenleben ist nicht nur schön verarbeitet, sondern die vielen Taschen bieten genügend Platz für einen ausgedehnten Skitag. www.stoeckli.ch

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ADVENTURE & SPORT

Adventure Time Sechs Abenteuertrips rund um den Erdball «Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.» (Johann Wolfgang von Goethe)

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ADVENTURE & SPORT

Unterwegs mit dem Kanu

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pektakuläre Gletscher, eine faszinierende Tierwelt, grandiose Landschaftsbilder, eine enorme Pflanzenvielfalt und die immer noch lebendige Geschichte des legendären Goldrausches – das sind die Höhepunkte einer Erlebnisreise mit dem Kanu durch eine der letzten Wildnisse unserer Erde. Einsamkeit pur erfährt man bei einer mehrtägigen Kanutour auf dem Yukon River. Eine Tour – beginnend in Carmacks bis hin zu der alten Goldgräberstadt Dawson City – ist auch ohne kanutechnische Vorkenntnisse zu bewältigen. Abseits der Touristenwege kann man hier den Spuren der Geschichte folgen. Der Yukon ist mit 3120 Kilometer Länge – gerechnet ab dem Tagish Lake – der fünftlängste Fluss des nordamerikanischen Kontinents. Man kann also auch sehr lange Touren durch Kanada fahren. www.canada.travel

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ADVENTURE & SPORT

Mit dem Geländefahrzeug durchs Outback

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ine Wildnisexkursion im Geländefahrzeug zu den beeindruckendsten Landschaftsparadiesen des australischen Kontinents ist zwar vielleicht nicht so sportlich wie viele andere Reisen, aber nicht minder beeindruckend. Durch den Dschungel Queenslands, auf abenteuerlichen Pisten vom Ayers Rock in die letzten Outback-Reservate der Ureinwohner nach Westaustralien, durch die fast unzugängliche Wildnis der Kimberley Mountains zu den gewaltigen Schluchten im Northern Territory und mit Flussbooten durch den Kakadu National Park. Das und vieles mehr bietet Australien an Abenteuern. Weniger interessante Strecken können mit dem Flugzeug leicht abgekürzt werden, so dass man das Abenteuer Wildnis in vollen Zügen geniessen kann.

www.australia.com

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ADVENTURE & SPORT

Auge in Auge mit den Vulkanen

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irgendwo auf der Erde lässt sich aktiver Vulkanismus leichter beobachten als auf Hawaii. Und nirgends auf der Welt ist es ungefährlicher, dieses Phänomen aus allernächster Nähe zu erleben. «Feuer und Wasser» bieten faszinierende Kontraste, wenn sich glühende Lavaströme dampfend und zischend in den Pazifischen Ozean ergiessen. Die Hawaii-Inseln zählen zu den schönsten Inseln der gesamten Südsee und sind heute noch immer ein ideales Reiseziel für Erlebnishungrige, Naturliebhaber und Camper – eine Wildnis in unberührter Natur. Auf Hawaii gibt es drei aktive Vulkane. Der Kilauea im Hawaii Volcanoes National Park bricht seit 1983 fortlaufend aus. Der Loihi, ein Unterwasservulkan vor der südlichen Küste von Hawaiis Big Island, könnte, wenn er so weiterarbeitet, in circa 200'000 Jahren Hawaii um eine neunte Insel bereichern. www.gohawaii.com

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ADVENTURE & SPORT

Naturabenteuer in Südamerika

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ls Mekka für alle Naturliebhaber gilt Costa Rica. Kaum ein Land hat auf so kleinem Raum einen solchen Artenreichtum der Pflanzen- und Tierwelt zu bieten. Affen, Faultiere, Tapire, Leguane, Krokodile, Schildkröten und der Jaguar sind hier ebenso beheimatet wie Fregattvögel, Pelikane, Tukane und die vielen verschiedenen Kolibri-Arten. Mit einem Besuch bei dem ursprünglichen Naturvolk der Yorkin-Indianer und einer Fahrt in ihrem traditionellen Einbaum lässt sich die Schönheit des Regenwaldes besonders geniessen. Schmale Kanäle führen zu unberührten Plätzen und unversehrten Naturwundern. Doch auch Wanderungen durch Regenwälder auf abenteuerlichen Dschungelpfaden bergen viele atemberaubende Momente wie ein erfrischendes Bad in einem Wasserfall.

www.visitcostarica.com

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ADVENTURE & SPORT

Auf den Spuren des Kondors

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er Kondor ist nicht nur ein Wappentier Südamerikas, sondern zählt mit seiner Länge von 110 cm und seiner Flügelspannweite von bis zu 320 cm zu den grössten flugfähigen Vögeln auf unserer Erde. Sein Lebensraum sind die schneegekrönten Andengipfel, Seen, die Weiten Patagoniens und grandiose Bergmassive im tiefen Süden von Chile und Argentinien – in einer der entlegensten Ecken der Erde. Ein Hauch von Abenteuer begleitet Reisende auch heute noch auf den südlichsten Pisten durch viele überwältigende Naturgebiete. Der Mythos Chiles und Argentiniens mit ihren langen Sommertagen, der Einsamkeit und dem ewigen Wind wird sich besonders an abendlichen Lagerfeuern, bei vielen Bergwanderungen und Aktivitäten für immer einprägen. Wanderer und Naturliebhaber kommen in diesem Flecken der Erde voll auf ihre Kosten.

www.chileinfo.de argentinien.tourismus.de

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ADVENTURE & SPORT

Das immergrüne Wanderparadies

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an muss nicht immer bis ans Ende der Welt fahren, um ein echtes Abenteuer zu erleben. Auch in Europa sind wunderschöne Naturparadiese zu erkunden, und das rund ums Jahr. Angenehme Temperaturen über das ganze Jahr hinweg in einem wunderbaren Naturraum mit einer facettenreichen subtropischen Vegetation – das ist beispielsweise Madeira. Und wer das Inselinnere wandernden Fusses entdeckt, dem bleiben manche Schritte im üppigen Grün einfach unvergesslich. Mit steilen Küsten und einer wilden Berglandschaft thront es über dem tiefblauen Atlantik. Einige der schönsten und entlegensten Wanderabschnitte führen entlang der Levadas (Madeiras raffiniertes Bewässerungssystem) zu schroffen Küsten im Norden sowie über alte Versorgungswege durch die teils wilde und zerklüftete Bergwelt und zeigen die verborgenen Reize der Insel. Im ganzjährig milden Klima herrscht fast das ganze Jahr eine farbenreiche Blumenpracht. Und der Madeirawein macht dieses Reiseziel auch zu einem Genussabenteuer. www.visitmadeira.pt

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SPECIAL DESTINATIONS

altiin B em en G useu ll M storisch f über a b i n i u er a Im h al P cht tion rspiels. Besuch eigt ni a re N o z o e an das t im sich itpr lipp Bal tiert g des F können Silverm Freize Resn n i e s n e d ä i r un ry lle k und ani Dav er p twickl nd ezie acto er-M met n te F ründer nem sp andwer tamme i t p a E a l r p d o i d c s i e G n h a Fl t e o b u s u s Q in m te Ch .A n, b un 100 eschich en The . Museu n bietet ogie, K ren an Bretter ren 1 f ah lll ih y er Au en l ig nol eG uge 15 J inba freu ech ema sond e di pt mor der eh lipper Spiels, menh T ierte ab t von P ch die K «Hum lF s e i s s a g e s a s d bäu riginale ichte de den Th Intere d gefol m die r war d m in B r u u n o e h e ü , wick 100 ie Gesc hops zu räten f telle» u eckten e Flipp ll Mus Ent neu t a t e s a n s d s b g k e g r per el «Ba nur m Wor rett . Der e nal Pin chtlich ch im Flip r i u mB pi o per gram ion von chen S uf eine r Flippe m Nati r gesch en als a te Flip i t t l a e i e a is l d z zwe ische a ereit. taur französ e Näge e sich d en Plat ge mit l im t h a l n as s h t i l c e o en b m e a E k K f o v sow elen: steh ein entwic enfalls nteren n n n n e i e t a p den uchte, hes eb er u at, k räten s automa s lc l in d acht h e e i G p Weg ty», we r sich 0 S em e p er 4 che ut g Dum e hat. W vertra k an üb ktronis s r c l le timo es Spie tten Sto derne e d i o r g d m n lu ch en rg r ho fnet m.o eröf olz ode seu u H m aus ball lpin

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Travel News II

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Duftreise ins Heimatland des Weihrauchs Dem Weihnachtsgeruch auf der Spur von Lilly Steffen

Die Geschichte des wertvollen Harzes auf der alten Weihrauchstrasse in Oman erleben – Sinnesreise ins Weihrauchland Dhofar.

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ie Königin von Saba soll im Jahre 950 vor Christus die Erste gewesen sein, die auf der berühmten Weihrauchstrasse Gold, Edelsteine und das kostbare Harz transportiert haben soll. Diese mythenumwobene Strasse zieht sich über 3500 Kilometer vom Indischen Ozean bis zum Mittelmeer. Weihrauch war sehr wertvoll und hatte den gleichen Stellenwert wie Gold. Daher wurde mit dem edlen Harz ein reger Handel betrieben. Weihrauch stammt von verschiedenen Baumsorten. Grösse und Qualität der Harzstücke bestimmten den Preis, aber auch den Duft des Weihrauchs. Mag so mancher in der Kirche die Nase rümpfen über den Duft des Harzes, so wird ihm doch eine antiseptische und reinigende Wirkung zugesprochen. Zudem soll er entspannend und beruhigend wirken. In Arabien wird der desinfizierende, antiseptische und entzündungshemmende Weihrauch noch heute gegen eine Vielzahl von Leiden und Krankheiten verwendet. Zerstampfter Weihrauch mit Honig wird kauend für frischen Atem benutzt und unter den Beduinen ist das Kauen von Weihrauchklümpchen bei Magenverstimmungen weit verbreitet. Eine lange Tradition hat auch die Beräucherung von Getreidevorräten, Innenräumen, Kleidern und Lebensmitteln, denn Weihrauch gilt als natürliches Insektenmittel. Zudem ist Weihrauch als Duft der Götter bekannt und schlägt so eine Brücke von der materiellen zur spirituellen Welt. Daher eignet er sich sehr gut als Begleiter bei Meditation und Gebet. Die Stadt des gelben Harzes Während in der westlichen Kultur Weihrauch durch die Geschichte der Heiligen Drei Könige fest mit dem Christentum und

Weihnachten verbunden ist, gilt er in den arabischen Ländern als gängiger Duftstoff und sogar als Heilmittel bei Entzündungen und Magenproblemen. Aber Weihrauch lässt sich nicht in beliebigen Mengen ernten. Seine Wachstumsbedingungen sind äusserst anspruchsvoll! Er benötigt einen ganz bestimmten mineralreichen steinigen Boden in extrem trockenen Regionen, um zu gedeihen. Nur drei Gebiete auf der Erde erfüllen diese Voraussetzungen. Eine davon ist als sogenannter Weihrauchgürtel in der Geografie bekannt und liegt auf der Arabischen Halbinsel in Jemen und Oman. Das Sultanat Oman ist von jeher das Zentrum des Weihrauchs. Hier findet sich auch der Anfang der antiken Weihrauchstrasse – alte Städte, Museen und Geschichten zeugen von dieser Blütezeit. Das wertvolle Harz brachte Oman damals – wie heute das Erdöl – unermesslichen Reichtum. Eine Duftreise in die Heimat des edlen Harzes führt Reisende an die Orte, an denen der seltene Stoff wächst. Der alte Haffah Souk in Salalah, der Hauptstadt der Region Dhofar in Oman, gilt als der wichtigste Weihrauchmarkt. Hier finden Besucher alle Qualitäten des gelben Harzes – Feilschen mit glutäugigen Verkäuferinnen inklusive. Die Region Dhofar wird im Volksmund auch «Weihrauchland» genannt. Hier wachsen die seltenen Bäume, die nicht kultivierbar sind. Ein perfekter Reigen an natürlichen Voraussetzungen lässt die Pflanze in Oman wachsen: Das feucht-warme Klima, die Nähe zum Meer, die schützenden Berge, die Höhe über dem Meeresspiegel, die Sonnenstunden – all diese Faktoren sind wichtig für Wachstum und Qualität des Weihrauchs. Besucher dürfen die knorrigen Bäume und die Weihrauchernte aus nächster Nähe erleben.

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«Den Göttern Weihrauch, den Menschen Lob.» (Pythagoras)

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Die Gewinnung des Götter-Duftes Weihrauch ist das natürliche Harz (Olibanum) des Weihrauchstrauches, welches wie bei der Kautschukgewinnung abgezapft wird. Dem Baum werden, zumeist in den Monaten März und April, Schnitte zugefügt, damit aus den Harzgängen ein milchiger Saft austritt, der in der Sonne gerinnt. Der geronnene Saft wird jedoch nach 2 bis 3 Wochen abgekratzt, aber nicht weiterverwendet. Denn für die eigentliche Harzgewinnung ist ein zweiter Schabevorgang notwendig, da erst dann ein qualitativ hochwertiger Saft austritt. Innerhalb von zwei Wochen erhärtet die Sonne den ausgetretenen Saft zu einem bräunlichen Klumpen. Ein Baum kann, bei drei bis vier Ernten pro Jahr, zwischen zehn und zwanzig Kilo Harz liefern.

Heimat des Weihrauchs sollte auf jeden Fall ein Besuch in das 1000 Kilometer entfernte Muscat folgen. Die prächtige Hauptstadt des Sultanats präsentiert den Orient, wie man sich ihn in 1001 Nacht vorstellt: Weisse Gebäude, Minarette, kunstvolle Verzierungen und Zinnen prägen das Stadtbild – in den luxuriösen Hotels wird der Gast mit edlem Weihrauchduft empfangen. Hier lohnt sich auch ein Besuch der Parfumfabrik Amouage – der Sultan von Oman selbst liess sich von dem renommierten Dufthaus ein wertvolles Parfum komponieren – in dem auch der teure Silberweihrauch, der nur in Oman wächst, enthalten ist.

Im «Museum des Weihrauchlandes» in Salalah lernen Reisende die Historie, die Transportmittel und die Routen der alten Weihrauchstrasse kennen. Tausende von Kilometer durch Wüsten und Meere brachten Händler damals den Weihrauch aus dem Orient nach Mitteleuropa, beispielsweise nach Rom. Die Ruinen der antiken Stadt «Samuram» und die Ausgrabungsarbeiten rund um diese historische Stätte in Dhofar geben Oman-Reisenden einen Eindruck von der Macht des Weihrauchhandels vergangener Tage – so erscheint die Stadt dem Betrachter wie eine Festung. Die Piratenüberfälle früherer Zeiten lassen sich nur noch erahnen – heute sieht man in der Bucht von Samuran Flamingos friedlich durch das seichte Wasser stapfen. Einem Aufenthalt in Salalah und der

Oman-Urlauber bemerken das Weihraucherbe schon beim Betreten der Oman-Air-Maschine am Heimatflughafen: Das geschwungene Symbol der nationalen Fluggesellschaft des Sultanats Oman steht für stilisierten Weihrauch. Auf den persönlichen Bildschirmen der neuen und hochmodernen Sitze heissen digitale Weihrauchbrenner die Passagiere der Premium Boutique Airline willkommen. In den Waschräumen und den Necessaires der First und Business Class finden Fluggäste Amouage-Kosmetika, mit denen sie sich olfaktorisch auf die Reise in das Weihrauchland einstimmen können.

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Cuba Bienvenidos auf Kuba, der grösste n Antillenins el und Inbeg Lebensfreu riff karibis de. Die Ins cher el am Golf vo für endlos n Mexiko ste e Sandsträn ht de m it ruhigem, em Wasser , Städte, die türkisblauvo n der Zeit geze und Nostalg ichnet sind ie pur verm itteln, sow ge Lebensfr ie eine einz eude. Heiss igartie Rumba-R legendäre M hythmen und ojito in Hav der anna oder S dazwischen antiago de C ein Meer an u ba, O ld des Regenbo timern in al gens – man len Farben fü h lt eine andere sich zurüc Zeit. Kubas kversetzt in Cocktail au leidenschaf s Kolonialstä tlicher Mus dten, ik, Tabakplan und Zigarre tagen, Oldti n ist einfac m ern h einzigartig Der jetzt 86 auf dieser -jährige Fid Welt. el C as nem Regime, tro versuch die Modernis t mit seiierung so la aufzuhalte nge wie mögl n. Inzwisc ich hen hat sei Macht übe n Bruder R rnommen. Es aul die wird jedoch genommen, allgemein an dass Kuba sich schne wenn er nic ll ve rä ndern wird, ht mehr an der Macht Hemingway ist. Als Er in den 30er nest Jahren in H liebte er sic av an na ankam, ve h sofort in rdie Insel. U auch heute nd so geht noch vielen es Besuchern. te man besu Doch Kuba chen, bevor solles zu spät ist!

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Ein James für alle Fälle Aus dem Leben eines Inselbutlers von Angelika Moeller

Stellt man sich so die Ankunft im Paradies vor? Eine tropische Malediven-Insel im Indischen Ozean, puderzuckerweisser Strand, dahinter wuchert üppiger Dschungel und darüber wölbt sich ein tiefblauer wolkenloser Himmel, die Luft seidenweich mit 28 Grad? Meine Antwort lautet: ja! Festhalten möchte man diesen Anblick, ihn speichern und an grauen mitteleuropäischen Novembertagen abrufen können.

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ugegeben, wir waren schon bei unserem Stopover im «One & Only The Palm» in Dubai in puncto optische Reize und Luxus total verwöhnt worden. Es ist ein Resort der Superlative, was die Lage auf der künstlich angelegten Palme angeht, die so gar nicht artificial wirkt, sondern eine Oase der Ruhe, Eleganz und Schönheit ist. Ein atemberaubender Blick geht in der Ferne auf die von Ästhetik geprägte silbrige Skyline aus Stahl und Glas von Dubai. Die noblen Beach-Villen, das exzellente Spa, die kulinarischen Höhenflüge in den Restaurants, die von dem Drei-Sterne-Koch Yannick Alléno geführt werden, liessen kaum noch Genusssteigerungen zu. Doch es kam noch besser … Call me James or Tony … Nach zwei Tagen in Dubai kamen wir nun vom Flughafen Malé aus per hauseigener Yacht im One & Only MaledivenResort Reethi Rah an. Am Steg der Marina erwartet uns ein kleines Hotel-Team, unter anderem der Resort Manager, der Guest Relation Manager und unser persönlicher Butler oder auch Villa-Host, wie es hier heisst. «Mein Name ist James, Tony James». Augenzwinkernd fügt er hinzu: «Nennen Sie mich Tony oder auch beim klassischen Butlernamen James, wie Sie möchten.» Wir entscheiden uns spontan für Tony, denn die Assoziation zu dem betagten, etwas schusseligen James aus dem legendären Sketch «Dinner for One» ist so gar nicht stimmig.

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Nach dem sehr herzlichen Welcome-Ritual mit eisgekühlten weissen Tüchern für die Hände und einem Empfangscocktail in der luftigen Lobby im Kolonialstil bringt uns Tony mit einem Elektrobuggy in unsere Beach-Villa. Sandwege führen durch den grünen Dschungel zu den verstreut liegenden Strand- oder Wasservillen. Der breite Beach scheint nur uns zu gehören und betört mit dem herrlichen Ausblick auf das Farbenspiel des Indischen Ozeans. Eine Hängematte zwischen zwei Kokospalmen verspricht traumreiches Urlaubsfeeling. Unser grosszügiges Refugium von circa 200 Quadratmeter besticht mit einem harmonischen Dreiklang aus asiatischen, kolonialen und marokkanischen Stilelementen und einem technischen Equipment at its best. Geduldig erklärt uns Tony alle Finessen und wiederholt gern, dass er rund um die Uhr alle Hebel in Bewegung setzt, um wirklich alles zu arrangieren, was unser Wohlbefinden fördert. Das Credo für jede gestellte Anfrage lautet: Ja gern, was ist Ihr Wunsch? What a wonderful day – what a wonderful time Im Moment ist es die unbändige Lust, im Meer einzutauchen, den Glücksrausch auszukosten, auf dieser Trauminsel gelandet zu sein. Wenig später, Sand und Salzwasser in der romantischen, von blühenden Büschen umgebenen Aussendusche abgespült, wartet Tony mit einem duftenden Fussbad auf uns. Zuvor hat er den Begrüssungs-Champagner, ein Obstarrangement und Edelpralinen auf unsere Terrasse gestellt und aus der Villa tönt aus der Hi-Fi-Anlage der Song: «What a wonderful day» ... Wie wahr!

Bevor sich Tony zurückzieht, möchte er noch unsere Vorstellung für den heutigen Abend wissen. Reservierung in einem der drei Restaurants, Sandbank-Dinner draussen auf dem Meer oder Private Dining an unserem Strand? Er scheint sich zu freuen, dass wir uns für Letzteres entscheiden. Für einen Moment möchten wir auf unseren komfortablen Daybeds ein «quick nap» nehmen, die Anreise war doch recht lang – und wachen erst wieder auf, als es dunkel ist. Der Mond spiegelt sich im tiefschwarzen Ozean, der in kleinen Wellen fast lautlos an den Strand schlägt. Ein weiterer Lichtschein kommt vom Meeressaum: Bei genauerem Hinschauen sehen wir einen weissgedeckten Tisch mit üppiger Blütendekoration, Kerzen flackern in silbernen Leuchtern. Auf einem Beistelltisch steht Champagner in einem Kühler, unter silbernen Hauben ruhen offenbar unsere kulinarischen Köstlichkeiten für den Abend. Die Situation ist so überwältigend romantisch, dass man sich für den Augenblick wünscht, mit dem Liebsten und nicht mit der eigenen Schwester diesen Sehnsuchtsort zu geniessen. Der Gedanke verfliegt, und wir verbringen einen Abend voller Lebenslust mit viel Lachen, Schwelgen in Erinnerungen und immer wieder Innehalten, um diese Momente zu verinnerlichen. Wie von Zauberhand, mit sicherem Gespür für den richtigen Zeitpunkt, ist Tony zur Stelle, um den nächsten Gang zu servieren oder vom kühlen Rosé

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nachzuschenken. Spätabends kehren wir mit wenigen Schritten in unsere Villa zurück. Bei gedimmter Beleuchtung sehen wir unsere zauberhaft mit Blumen dekorierten Betten. Ein Schaumbad ist eingelassen, auf dem winzige Orchideen schwimmen. Handtücher sind zu phantasievollen Tierfiguren geformt. Leise Songs von Frank Sinatra kommen aus dem DVD-Player. Oh Tony! Tony – ein Butler für alle Fälle Es folgen Tage, die schöner nicht sein könnten, und zu einem erheblichen Mass trägt Tony dazu bei. Nicht nur seine zuverlässigen Reservierungen in den Restaurants oder dem Massstäbe-setzenden Spa wissen wir zu schätzen. Man hat bei ihm permanent das Gefühl, Vorlieben und Bedürfnisse zu erkennen, bevor wir sie überhaupt angedacht haben, da zu sein, wenn man ihn braucht und sich sonst im Hintergrund zu halten. Als meine Schwester sich bei einem Sprung aus der Hängematte den Meniskus verzerrt, bringt Tony unaufgefordert eisgekühlte Wickel und eine Kniemanschette. Er hilft in Minutenschnelle, als wir uns nachts versehentlich aussperren, er trägt unsere Schnorchelausrüstung zum Boot und zurück. Er überrascht uns mit coolen Drinks und kleinen Snacks, wenn wir am Strand liegen und und und ... Immer gibt er uns das Gefühl, seinen Job mit Lust und Liebe zu machen und seinen Gästen weit mehr als die vorgeschriebenen Serviceleistungen zu bieten. Gerne erzählt er auf unsere Fragen von seiner Herkunft aus Sri Lanka, seiner Frau und den zwei Kindern, seinen Eltern, die er alle nur einmal im Jahr für zwei Monate besuchen kann. Tony ist

stolz, dass er ihnen ein angenehmes Leben von seinem Salär im «One & Only Reethi Rah» ermöglicht. Seit sieben Jahren arbeitet er hier und möchte in nicht allzu ferner Zukunft in die Heimat zurückkehren, ein kleines Geschäft eröffnen und in seiner Grossfamilie leben. Unsere Vertreibung aus dem «Reethi Rah»-Paradies zurück ins bereits spätherbstliche Europa ist nach fünf Tagen unumgänglich. Was tröstet? Die Gewissheit und der feste Wille wiederzukommen.

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SPECIAL DESTINATIONS

Abwechslung

auf der Götte

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Die wenigsten glauben es, ab er auch die In hat ein Winte sel der Aphrod rsportzentrum ite . In Zypern lie liche K limazon gen unterschie en und Höhen dla ge n so dicht zusam aktive Urlaube men, dass r an einem Ta g zw ei Fliegen mit ei schlagen könn ner K lappe en. Ein herrlic h gebräunter Te rantiert – im G int ist dabei ga egensatz zum Winterurlaub am ganzen Kör in den A lpen so per. Nur eine gar Au to st unde von der fernt – dort, w Küste ento auch das Ba den im Winter sant ist – erhebt durchaus intere sich das Troodo ss-Gebirge mit se ter hohen Mou inem 1951 Ment Olympus. D or t un te rhält der Cyprus ein Winter-spor tzentrum mit Ski Club vier Skiliften, zu den 1000 bi die die Skifahr s 2000 Meter la er ngen Pisten br sig wählt die Fé ingen. Regelm dération Intern äs ationale de Sk als Austragung i, FIS, den Oly sort für den in mp te rn at io bei Snowboarde nalen Wettkam pf. Selbst rn hat sich das Troodos-Gebir chen. Sie finde ge herumgespro n hier zwar kein e Halfpipes un mit den Walda d Jumps, sind ab bfahrten vollend er s zufrieden. Au ist gesorgt: Sie ch für Langläuf ziehen ihre Sp er ur en auf zwei Lo durch den vers ipen romantisch chneiten Winte rwald. www.visitcyp

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Luxus für die Seele Perle im indischen Ozean von Lilly Steffen

Die Natur hat es gut gemeint mit den Seychellen. Die schneeweissen Strände mit den typischen, vom Wasser rundgeschliffenen Granitblöcken sind aber noch nicht alles, was den Zauber dieses Insel-Archipels ausmacht. Ferien auf den Seychellen berühren alle Sinne gleichermassen – und sind längst nicht so teuer, wie allgemein vermutet wird. Wir haben Manta Reisen, den Spezialisten für Reisen im Indischen Ozean, nach seinen zwei persönlichen Geheimtipps gefragt.

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uf den Seychellen ankommen heisst, aus dem Flugzeug aussteigen und irgendwie ist Frieden. Und dies schon Stunden bevor zum ersten Mal die Füsse in den weichen, weissen Sand sinken und vom kristallklaren Wasser umspült werden. Und auch noch bevor man sich im Hotel-Spa die erste wohltuende Rückenmassage gönnt. Mag sein, dass es am süsslichen Blütenduft liegt, der überall in der Luft schwebt. Oder an der einlullenden Wärme und den beruhigenden Blau- und Grüntönen, welche die tropische Landschaft zieren. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die Vorfreude, diesen paradiesischen Fleck Erde mit all seinen Sinnen zu geniessen, wie es fast nirgendwo sonst möglich ist. Die Seychellen bieten alles, was man sich unter einem tropischen Inselparadies vorstellt: puderzuckerfeine Strände, satte tropische Vegetation und türkisblaues Meer. Doch an den Seychellen haftet auch das Image der Hochpreisdestination, die sich nur die wenigsten leisten können. Jahr für Jahr kommen Tausende Hochzeitspaare, um hier ihre Flitterwochen zu verbringen oder vor Ort zu heiraten (für Schweizer Bürger rechtskräftig). Royals und Stars entspannen in Villen mit Butler-Service auf privaten Luxusinseln. Dass man auf den Seychellen auch erschwingliche Ferien verbringen kann, wissen die wenigsten. Es gibt noch immer jede Menge landestypische Gästehäuser und kleinere Hotels, einige davon sogar mit Selbstverpflegung. Auch Irene Ackermann, Produktverantwortliche für die Seychellen und Mauritius bei Manta Reisen, widerspricht

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Die kleine Inselgruppe der Seychellen ist eines der letzten echten Paradiese.

geln am besten die multikulturelle Vielfalt aus afrikanischen, asiatischen und europäischen Einflüssen, welche die Seychellen so interessant machen», erklärt Irene Ackermann. Ansonsten finden sich auf Mahé über 70 wunderschöne Sandstrände und Nebelwälder mit einer einzigartigen Flora und Fauna, die sich über Jahrhunderte an isolierter Lage entwickeln konnte.

dem Teuer-Image der Seychellen: «Über die Hälfte unserer Hotels auf den Seychellen liegen im Zwei- bis Vier-Sterne-Bereich und sind gar nicht so teuer, wie allgemein vermutet wird. Die Seychellen verfügen über ein äusserst vielfältiges touristisches Angebot für praktisch jedes Budget.» Eigentlicher Schatz der Inseln sind sowieso nicht nur die feinen Hotels, sondern ihre atemberaubende Natur.

Praslin: Mythos der Coco de Mer Die etwas flachere Insel Praslin ist von der Einwohnerzahl her die zweitgrösste Insel der Seychellen. Sie liegt 40 Kilometer nordöstlich von Mahé und ist bekannt für ihre vielen majestätischen Sandbuchten und winzigen Einschnitte am Ufer. Hauptattraktion von Praslin ist aber das Vallée de Mai, im Herzen des Eilands gelegen. Dieser Nationalpark wurde 1983 zum UNESCOWeltnaturerbe erklärt. Früher glaubte man, in diesem Tal den wirklichen Garten Eden gefunden zu haben. Der berauschend schöne, urzeitliche Wald beheimatet etwa 6000 der faszinierenden Coco-de-Mer-Palmen, die zu den botanischen Wundern dieser Welt gehören und einzig auf den Seychellen zu finden sind. Die Nüsse dieser Palme müssen etwa sechs Jahre reifen und sind mit einem Gewicht von 20 Kilogramm die grössten und schwersten Samen der Welt. Da ihre Form an einen weiblichen Schoss erinnert, wurden der Seychellennuss auch in Europa jahrhundertelang aphrodisierende Kräfte nachgesagt. Noch heute sind die Samen der Coco-de-Mer-Palme auf dem Kunstmarkt sehr begehrt. Und sie waren auch Inspirationsquelle und Namensgeber des auf Praslin gelegenen «Coco de Mer»-Hotels.

Von den insgesamt 115 Inseln des Seychellen-Archipels gehören 43 zu den «Inner Islands». Was über dem Meeresspiegel die typischen Granit-Kulissen der Seychellen formt, gehört zum Mahé-Plateau, einem gigantischen Unterwassergebirge. Dagegen liegen die Korallenatolle und -inseln der «Outer Islands» ausserhalb des Plateaus, meist weiter südlich und westlich. Die Inner Islands um die Hauptinsel Mahé bilden den Mittelpunkt der touristischen Infrastruktur der Seychellen und die meisten Unterkunftsmöglichkeiten liegen auf diesen Inseln. Mahé ist mit 154 Quadratkilometer die grösste und zugleich bergigste Insel der Seychellen und auch die Heimat von rund 90 Prozent der einheimischen Bevölkerung. Unweit ihrer höchsten Erhebung, dem Morne Seychellois, liegt die Hauptstadt Victoria, eine der kleinsten Hauptstädte der Welt, benannt nach der früheren englischen Königin. Im Stadtkern, der vom britischen Kolonialstil geprägt ist, findet man eng verwinkelte Altstadtgässchen, historische Holzhäuser, bunte Boutiquen und Läden. «In Victoria sollte man sich auch auf keinen Fall das bunte Markttreiben entgehen lassen. Der lokale Markt und seine Besucher widerspie-

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Poolbereich des «Coco de Mer»-Hotels

Irene Ackermann, Produktmanagerin bei Manta Reisen, empfiehlt das Resort jedoch nicht nur aufgrund seiner geografischen Nähe zu den sehenswerten Seychellenpalmen: «Das «Coco de Mer» ist ein familienfreundliches Mittelklassehotel mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es legt grossen Wert auf Qualität, Liebe zum Detail und einen persönlichen Service.» Der Preis braucht sich tatsächlich nicht zu verstecken: Eine Nacht mit Halbpension kostet hier pro Person ab 225 Schweizer Franken. Das 3,5-Sterne-Resort liegt eingebettet in einen üppigen Tropengarten an der Südwestküste von Praslin. Die 40 Standard- und Superior-Zimmer verfügen alle über eine gemütliche Sitzecke mit Sofa, Klimaanlage und eine eigene Veranda. Zudem gibt es noch zwölf Junior-Suiten, welche sich im direkt nebenan liegenden Schwesterhotel Black Parrot Suites befinden. In Anlehnung an den Hotelnamen und die geografische Nähe zum natürlichen Lebensraum der Coco-de-Mer-Palmen hat auch einer der zwei Swimmingpools die unverwechselbare Form einer Seychellennuss.

Die sagenumwobene Nuss der Coco-de-Mer-Palme, die nur auf der Insel Praslin wächst. (© Gerard Larose)

Die ruhige und friedvolle Naturlandschaft, die abgeschiedene Lage und der einsame Bilderbuch-Strand mit dem klangvollen Namen «Anse Bois de Rose» sorgen dafür, dass man sich hier nach zwei Tagen schon so erholt fühlt wie in anderen Hotels nach einer Woche. Wem diese Naturgegebenheiten alleine noch nicht ausreichen, findet zusätzliche Entspannung im wunderschönen Waterfront Spa des Schwesterhotels Black Parrot Suites. Das Spa mit der traumhaften Aussicht auf den Indischen Ozean wurde vor kurzem neu eröffnet und setzt auf neue, innovative Behandlungen. Dank einer Kombination aus Ansätzen der ganzheitlichen Medizin und modernen Massagetechniken mit ätherischen Ölen rücken auch die letzten Alltagssorgen und Verspannungen in weite Ferne. Kulinarisch wird man während seines Aufenthalts im «Coco de Mer» mit internationaler und kreolischer Küche und

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Hillside-Villa im Cerf Island Resort

Blätter verschwindet. Eine Unterkunft, die all diese Kriterien erfüllt, ist beispielsweise das Cerf Island Resort auf der gleichnamigen Insel. «Unser absoluter Geheimtipp für Honeymooner und alle Romantiker», schwärmt Irene Ackermann.

Barbecues verwöhnt. «Das wöchentliche kreolische Buffet ist weit herum bekannt für seine Authentizität und sollte darum auf keinen Fall versäumt werden», rät Irene Ackermann. Für Gäste, die im «Coco de Mer» nächtigen, gehört ein Abstecher zu den Coco-de-Mer-Palmen natürlich zum Pflichtprogramm. Das Hotel bietet auch kostenlos geführte Naturwanderungen an. Nicht unerwähnt sollte natürlich auch die Unterwasserwelt bleiben. Vor der Küste von Praslin erstreckt sich ein beeindruckendes, sehr fischreiches Korallenriff, das zum Schnorcheln und Tauchen einlädt. Das Hotel Coco de Mer verleiht auch gratis Kanus und gegen Gebühr Fahrräder, was den Hotelgästen ermöglicht, zahlreiche weitere Traumstände und die idyllische Natur in der Hotelumgebung auf eigene Faust zu entdecken.

Das Cerf Island Resort hat dieses Jahr nach einer umfassenden Renovierung Wiedereröffnung gefeiert. Die Anlage umfasst nur 24 landestypische Holz-Villen, die kreolische Namen von einheimischen Bäumen, Meereslebewesen oder Blumen tragen. Alle sind ausgestattet mit schönen Holz- und Rattanmöbeln, die mehrheitlich auf den Seychellen angefertigt wurden, und verfügen über eine gemütliche Lounge-Ecke, eine Doppelbadewanne und eine grosse Veranda mit Liegestühlen und Kissen. Sieben Villen gehören zur Kategorie «Hideaway» und liegen, wie es der Name schon vermuten lässt, besonders versteckt inmitten üppiger tropischer Bepflanzung. Die Hideaway-Villen haben auch noch einen kleinen privaten Garten – prädestiniert für alle Pärchen, die Zweisamkeit suchen. Und auch sonst bietet das Boutique-Hotel einiges für diese spezielle Zielgruppe unter den Seychellen-Reisenden. Das Cerf Island Resort organisiert auf Wunsch private Abendessen am Strand, bringt das komplette Menu aufs Zimmer oder bietet verschiedene feine Picknickkörbe für romantische Ausflüge auf der Insel an. Ist den Verliebten dann doch wieder nach Gesellschaft zumute, so können sie sich an den zwei Infinity-Pools entspannen oder im Restaurant «1756», das auf einer Felsklippe liegt und eine 180-Grad-Aussicht auf das Meer bietet, dinieren.

Inselromantik auf Cerf Island Nach wie vor ziehen die Seychellen aber nicht nur Naturbegeisterte und Ruhesuchende in ihren Bann. Das paradiesische Flair gab dem Archipel schon vor fast 40 Jahren, als der internationale Flughafen den weltweiten Tourismus ankurbelte, den Beinamen «Inseln der Liebe» und lockt seither unzählige Liebespaare auf die Seychellen. Und tatsächlich war und ist traute Zweisamkeit meist kein leeres Versprechen. «Egal ob unsere Kunden einen besonderen Jahrestag, die Flitterwochen oder die Hochzeit selber feiern möchten, die Seychellen sind die perfekte Kulisse dafür und darum auch meist eine unserer ersten Empfehlungen», sagt Irene Ackermann von Manta Reisen. Da wundert es natürlich nicht, dass fast alle grösseren Hotels besondere Vergünstigungen und «Goodies» für Brautpaare, Hochzeitsreisende oder sogar Hochzeitsjubilare anbieten. Neben entlegenen Inseln und einsamen Buchten können sich Verliebte auch häufig in den weitläufigen Hotelanlagen noch wie Robinson Crusoe fühlen, wenn der Nachbar hinter einem unauffälligen Schirm grüner

Die nur anderthalb Kilometer lange und einen Kilometer breite Insel Cerf liegt im Herzen eines Marine-Nationalparks, vier Kilometer von der Hauptinsel Mahé entfernt. Die Insel erhielt ihren Namen von der Fregatte «Le Cerf», welche die Insel 1756 anlief und sie im Namen Frankreichs in Besitz nahm. Die Überreste der einst blühenden Kokosnussindustrie sind an den noch

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üppigen Palmenhainen im Inselinnern sichtbar. Viele exotische Büsche und Sträucher zieren die Landschaft, die auch Riesenschildkröten und Flughunde beheimatet. Die Insel bietet auch verschiedene schöne Strandabschnitte, die mit dem Kajak (Miete im Cerf Island Resort inklusive) oder bei Ebbe zu Fuss entlang des Hotelstrands erreichbar sind. Bei der Lage mitten im Meeresschutzgebiet sind natürlich auch Schnorchelund Tauch-Ausflüge ein Muss. Allein in den Riffen um Cerf leben mehr als 150 verschiedene Arten von Meeresbewohnern. Schnorchel-Ausrüstung kann im Cerf Island Resort ebenfalls gratis gemietet werden. Preislich ist das Cerf Island Resort gemäss Irene Ackermann sowohl für Hochzeitsreisende, als auch für alle anderen Gäste attraktiv. Im Honeymoon-Package von Manta Reisen gibt es ab vier Übernachtungen 40 Prozent Ermässigung auf den Zimmerpreis der Braut. Ein Candle-Light-Dinner am Strand und eine besondere Aufmerksamkeit des Hauses sind ebenfalls im Package eingeschlossen. Doch auch der Preis für Nicht-Flitterwöchner überrascht erneut: «Wie in vielen anderen Mittelklassehotels auf den Seychellen ist eine Hillside-Villa pro Nacht mit Halbpension schon ab 277 Schweizer Franken pro Person zu haben», so Irene Ackermann. «Ein weiterer Beweis dafür, dass die Seychellen nicht nur puren Luxus, sondern eine Vielfalt an Unterkünften mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.» ||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ Anreise Mit Emirates täglich via Dubai ab Zürich und Genf. Dauer circa 10 Stunden. Zeitverschiebung: im Sommer +2 Stunden, im Winter +3 Stunden. Klima Die Monsunzeit ist von November bis Februar, danach herrscht mildes, trockenes Klima. Die Temperaturen fallen selten unter 26 Grad Celsius. Währung Seychellen-Rupie (SR) Buchung, Unterkünfte und weitere Informationen www.manta.ch, Tel. 044 277 47 02 sowie indischerozean@manta.ch ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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Das Markenzeichen der Seychellen: schneeweisse Strände mit rundgeschliffenen Granitblöcken.

Die verschiedenen Inseln sind auch Heimat einer einmaligen Flora und Fauna.


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Ein tierischer Luxusurlaub auf den Seychellen Frégate Island Private von Angelika Moeller

Erstes Sonnenlicht kitzelt meine Nase. Ich räkle und strecke mich, möchte noch mit geschlossenen Augen dösen, im Bewusstsein, einige Tage auf diesem paradiesischen Eiland verbringen zu können. Ich bin auf Frégate Island, der drei Quadratkilometer grossen Seychelleninsel inmitten des Indischen Ozeans, wo sich eines der weltexklusivsten Privatinsel-Resorts befindet.

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chon die Ankunft war überwältigend: Nach zweistündiger Fahrt von der Hauptinsel Mahé mit der resorteigenen Yacht bot sich mir die Traumkulisse der kleinen Insel, bewachsen mit üppiger Vegetation, puderzuckerweissen Sandstränden, umrahmt von mächtigen Granitfelsen. Am Steg wartete ein persönlicher Butler, tropengerecht gekleidet, und legte mir eine weisse Blütenkette um den Hals. «I am Mike, your private assistant», so stellte sich der dunkelhäutige, vertrauenerweckende Mann vor und geleitete mich zu einem Buggy, der mich in mein Domizil brachte. Resort der Extraklasse Nur 16 Villen im Kolonialstil von mindestens 200 Quadratmeter Grösse verlieren sich zwischen dem Dschungel, jede mit grossem Privatpool, teilweise dramatisch in den Fels gehauen, allesamt mit spektakulärem Ausblick auf den azurblauen Indischen Ozean. Noch bevor der Koffer komplett ausgepackt war, konnte ich nicht widerstehen, in dem 28 Grad warmen Pool ein paar Runden zu schwimmen. Ein atemberaubender Sonnenuntergang versetzte mich in einen euphorischen Zustand. Das schwere Schlagen einer Riesenfledermaus direkt über mir schreckte mich auf. Es war höchste Zeit für das Dinner im «Frégate House», das dem Genusspotential des heutigen Tages mit exzellenter Kulinarik ein natürliches Ende setzte. Mike chauffierte mich im Mondschein in meine Villa zurück. Seine erklärenden Worte zu der Vielfalt der Flora und

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«Wenn ein Gast die Natur und die damit verbundene Tierwelt nicht zu schätzen weiss und sich damit nicht wohlfühlt, ist dieser besser in Dubai aufgehoben mit ‹National Geographic› als TV-Programm.»

Fauna gingen unter in den verwirrend exotischen Tiergeräuschen des Dschungels. Das ständige Knacken unter den Buggy-Rädern konnte ich nicht so recht einordnen. Noch nicht ... Tierische Beischläfer? Nach tiefem traumlosem Schlaf bin ich nun aufgewacht und freue mich auf einen herrlichen Tag im «Garten Eden». Mein ausgestreckter Fuss kitzelt – eher unangenehm. Das können nicht die morgendlichen Sonnenstrahlen sein. Endlich schlage ich die Augen auf: Ein Gecko von mir bisher ungekannter Grösse sitzt auf meinem Fuss und glotzt mich unverwandt an. Mein unwillkürliches Erschrecken lässt das kleine Reptil in Windeseile vom Bett springen und unter demselben verschwinden. Hat mich dieser kurzzeitige Bettgenosse noch amüsiert, so versetzt mich ein weiterer ungeladener Gast in (mittlere) Panik: Ein tiefschwarzes schlangenartiges Wesen von geschätzt einem knappen halben Meter schlängelt sich mir vom Fussende des Bettes entgegen. «Oh Gott, wie lange weilt dieses Biest schon auf oder unter meiner Decke? Und wer ist da noch?» Mit diesem Gedanken springe ich aus meinem Himmelbett, greife nach einem Badetuch, das noch über einem Stuhl hängt, und scheuche das Schlangengebilde durch meine Luxusvilla. Nach einer gefühlten Ewigkeit gelingt es mir, den Eindringling durch die geöffnete Terrassentür in die Flucht zu schlagen. Mit leichter Schnappatmung plumpse ich in einen der Lounge-Sessel. Ich realisiere, was bereits in der «Frégate-Broschüre» offensichtlich sehr treffend stand: «Wenn ein Gast die Natur und die damit verbundene Tierwelt nicht zu schätzen weiss und sich damit nicht wohlfühlt, ist dieser besser in Dubai aufgehoben mit «National Geographic» als TV-Programm.» Begegnungen mit der einheimischen Tierwelt erwünscht Noch in diese Überlegung versunken, klingelt es dezent. Mike bringt mir meinen Early Morning Tea und erkundigt sich nach

meinem Befinden und den Wünschen für den Tag. Mit einem beruhigenden Lächeln erklärt er mir, dass der morgendliche Gast in meinem Bett sicherlich keine Schlange war, sondern einer der unzähligen Giant Millipeds, die auf der Insel zu Hause sind. Diese Tausendfüssler bevölkern auch die Wege der Insel und würden unvermeidlich von Buggys überfahren (Aha, daher die Knackgeräusche am Vorabend!). Schlangen gäbe es zwar auch, aber sie meiden menschliche Behausungen. Voller Enthusiasmus berichtet er über die faszinierende, einmalige Fauna der Insel, den prachtvollen Magpie Robin, einen der weltweit seltensten Vögel, die Kolonie der Aldabra-Riesenschildkröten mit eigener Aufzuchtstation, den archaisch anmutenden Tenebrionid-Käfer und die Palm Spider (gigantische Spinne). Mein etwas nervöses Hüsteln lässt ihn innehalten. Eilig fügt er hinzu, wann immer ich mich von einem «Tierchen» bedroht fühle, sei er zur Stelle, um es zu vertreiben. Nun ja, das klang nach Notfallhilfe. Aber, um es vorwegzunehmen, der gute Mike wäre um seine nächtliche Ruhe gebracht, hätte ich sein Versprechen eingelöst. Flora und Fauna sind in Symbiose mit hochpreisigem Luxus In den kommenden Tagen vertieft sich die Erkenntnis, dass Frégate Island dem anspruchsvollen Traveller den ultimativen Luxus inmitten unberührter Natur bietet gemäss dem Motto: anything, anytime, anywhere. Ob privates Picknick mit Champagner am Strand, Lunch im Baumhaus inmitten des Dschungels, Wellness im Rock Spa, Candlelight-Dinner am Strand – alles wird arrangiert und auf höchstem Niveau serviert. Ein Verwöhnprogramm, das seine Grenzen nur darin hat, die natürlichen Ressourcen und den Lebensraum der einheimischen Tier- und Pflanzenarten nicht zu stören, sondern zu pflegen und zu hegen. Celebrities wie Prinz William von England, Bill Gates, Tom Cruise, Claudia Schiffer, Michael Douglas, Pierce Brosnan, um nur einige zu nennen, unterwerfen sich dieser Regel. Und können es sich leisten ...

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||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ Klima Die Privatinsel liegt fast direkt am Äquator und bietet fast das gesamte Jahr über strahlenden Sonnenschein inmitten eines tropischen Paradieses. Lufttemperatur ganzjährig um 30°, Wasser 27°. Von Oktober bis März Monsunzeit mit kurzzeitigen kräftigen Regenfällen. Anreise Zum Beispiel mit Emirates via Dubai, www.emirates.com Kulinarik: Die Verpflegung im «Frégate Island» ist einer Luxusreise zu den Seychellen ebenfalls würdig und steht ganz im Zeichen der Ökologie. Das Resort verfügt über eigene Plantagen und Gewächshäuser, so dass die erntefrischen Tropenfrüchte, das Gemüse und die Kräuter der Gerichte direkt von der Insel stammen. Typisch für die Seychellen sind etwa Fisch und Meeresfrüchte, einheimisches Obst und Gemüse sowie scharfe Chilischoten. Als Beilage gibt es meist Reis, Süsskartoffeln, Yams oder Ähnliches. Bei einem Luxusurlaub im «Frégate Island» hat man nicht nur die Wahl zwischen den beiden Restaurants, Gäste können ihr Menu auf Wunsch auch überall auf der Insel geniessen. Der persönliche Butler kümmert sich gerne um ein Dinner, ein Picknick oder ein Barbecue am Strand oder in Ihrer Villa. www.fregate.com/de

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Tervetuola im Land der Klischees Sauna, Koskukorva, Luftgitarren von Yvonne Beck

Finnland: Das Land, in dem es im Sommer nicht dunkel und im Winter nicht hell wird und wo es mehr Seen und Saunen als Einwohner gibt.

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«Wenn Schnaps, Teer und Sauna nicht helfen, dann ist die Krankheit tödlich.»

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innland ist das Land der Handys, die Winter sind kalt, endlos lang und dunkel, auch im Sommer wird es nie richtig warm, dafür wird man von Mücken am lebendigen Leib verspeist. Die Finnen trinken viel Alkohol, gehen ständig in die Sauna, ihre Sprache besteht aus lauter «ä», «ö» und «y» und ist für Fremde unmöglich zu verstehen. Kurz gesagt: Die Finnen sind ein sehr spezielles Völkchen, das allen anderen Europäern sehr skurril anmutet. Vorurteilen auf der Spur Diesen und ähnlichen Vorurteilen begegnet man recht häufig. Geschürt werden diese nicht nur von Norwegern, Schweden und Dänen – also dem restlichen Teil Skandinaviens –, die sich so weit es geht von den Finnen distanzieren. Sondern sie werden auch im eigenen Land gehegt und gepflegt und ins Ausland getragen. So vermitteln die Filme des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki gerne das Bild einer wortkargen und dauermelancholischen Nation. Wir machten uns daher auf den Weg nach Finnland, um herauszufinden, wie viel Wahrheit hinter diesen Klischees steckt. Da Hauptstädter jedoch immer ein wenig anders ticken als der Rest eines Landes, entschieden wir uns, Helsinki aussen vor zu lassen. Auch wollten wir nicht zu sehr ins Extreme verfallen und zogen daher die Region Oulu dem ganz nördlichen Lappland vor. Denn wie die Bayern in Deutschland, sind die Lappen nicht unbedingt repräsentativ für das ganze Volk der Finnen. Oulu ist mit 200’000 Einwohnern die grösste Stadt in Nordfinnland. Sie liegt an der Nordküste des Bottnischen Meerbusens an der Mündung des Flusses Oulujocki, wo sich schon vor Jahrhunderten ein lebendiger Handelsplatz befand. Die Stadt, die früher für ihre Exportartikel Teer und Lachs berühmt war, hat sich im

Laufe der Zeit zu einem modernen Know-how-Zentrum entwickelt und ist so seit mehreren Jahren eines der stärksten Wirtschaftszentren des Landes. Doch in Oulu findet man zudem eine wunderbare Kombination aus Stadt und Natur. In der Stadt, die als das Tor zum hohen Norden gilt, kommen moderne Geschäftswelt und das ruhige Leben im Norden sowie Natur pur zusammen. Der perfekte Ausgangspunkt für unsere Klischeeforschung! Vorurteil 1: Finnland ist ausserhalb Helsinkis eine kulturelle Wüste Obwohl wahrscheinlich die meisten Menschen noch nie in ihrem Leben etwas von Oulu gehört haben, gibt es hier eine Menge Veranstaltungen und Kreativität, die sich so manche Schweizer Stadt nur wünschen kann. Oulu besitzt ein sehr abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot, welches frei von jedweden Vorurteilen für jeden etwas zu bieten hat. Wir hatten beispielsweise das Vergnügen, als Zuschauer bei der Luftgitarren-WM teilzunehmen. Ein Happening der ganz besonderen Art. Mehr als 7000 Zuschauer bejubelten die Performance der Luftmusiker aus aller Herren Länder. «Devil’s Niece» aus Deutschland, die Weltmeisterin von 2011, oder «Günther Love» aus Frankreich kämpften gegen rund zwanzig weitere Teilnehmer um den Titel. In verrückten Kostümen und Outfits rockten sie die Bühne, und selbst wer wie ich anfangs etwas skeptisch war, liess sich schnell von der guten Stimmung mitreissen. Mit Kicks und Sprüngen wirbelten die Luftgitarristen über die Bühne und hatten dabei sichtlichen Spass. Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Was nach viel Fun aussieht, ist das Ergebnis monatelangen Einstudierens einer schwierigen Choreographie, bei der Timing und Körperbeherrschung ein unbedingtes Muss sind. Zudem sind die meisten Teilnehmer ausgebildete Gitarristen oder Profimusiker.

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Wie schwer eine solche Performance wirklich ist, erfuhr ich gleich am nächsten Tag beim Besuch des Wissenschaftszentrums Tietomaa. Meine dort aufgezeichnete Luftgitarrenperformance lehrte mich grosse Ehrfurcht für dieses Metier. Doch es gab noch mehr zu erforschen und zu erleben, denn getreu dem Motto: «Am besten hält man sein Gehirn in Schwung, wenn man stets etwas Neues dazulernt», bietet das Wissenschaftszentrum auf drei Stockwerken mit seinen über 150 Objekten genügend Anschauungsmaterial für einen ganzen Tag Rundumbeschäftigung. Und das Ganze definitiv nicht nur für Kinder. Einige Besucher konnten sich aus der Sport- und Musikabteilung kaum mehr losreissen, und in welchem Museum ist Anfassen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht! Oulu wartet jedes Jahr mit einer grossen Anzahl an Festivals auf. Vom Tangofestival übers das nördlichste irische Festival der Welt bis zur Music Video Week – es gibt genug zu erleben, wenn auch manches ein wenig unkonventioneller erscheint als in unseren Breitengraden. Doch was hätte man aus dem Land der Leningrad Cowboys auch anderes erwartet. Spätestens bei Rentierwettkämpfen mit Flamenco-Rhythmen lernt man diese leichte Verschrobenheit lieben. Vorurteil 2: Die Sauna ist Finnlands bekanntestes Exportgut – gefolgt von Nokia-Handys Es gibt Klischees, die haben nichts Negatives an sich, und diese gehört mit Sicherheit dazu. In ganz Oulu gelangt man umsonst über das WLAN-Stadtnetz ins Internet. Das erfreut das Herz eines jeden Journalisten, denn nichts ist nerviger, als sich in Hotels für viel Geld einloggen zu müssen, nur um mal kurz seine Mails zu checken. In dem recht dünn besiedelten Land der

Finnen hat man mit seinem Natel fast überall Empfang, selbst in den abgelegensten Gebieten. Wer die absolute Ruhe sucht, muss sein Telefon halt ausstellen. Fast jeder Finne hat seinen eigenen Schwitzkasten zu Hause, das ist weithin bekannt und eine Tatsache. Doch was bedeutet es, wenn finnische Frauen in der Sauna mit Salz, Mehl und Eiern hantieren? Es handelt sich um einen Junggesellinnenabschied auf Finnisch. Der Rücken der Braut wird von den Freundinnen mit Salz und Mehl gewaschen. Das Salz soll dabei das alte Leben, besonders Exliebhaber, wegwischen, das Mehl verspricht dem Hochzeitspaar Reichtum. Die mit Eiern gewaschenen Haare wiederum versprechen Kindersegen. Lautes Geschrei zum Auftakt verscheucht zusätzlich böse Geister. In der Sauna selbst sitzt die Braut abwechselnd auf Blüten und auf spitzen, dornigen Balken – dies soll sie auf die nicht immer einfachen Zeiten in der Ehe vorbereiten. Auch ohne diese Junggesellinnentradition können Feriengäste rund um Oulu in den Genuss schöner und aussergewöhnlicher Sauna-Locations kommen. Auf dem Gutshof Maikkulan Kartano stehen mehrere Saunen zur Verfügung. Abkühlung verspricht der Fluss Oulu, der direkt am Gutshof vorbeizieht. Zwei Motoren mit je 25 PS treiben hingegen die Laine-Sauna an. Die motorisierte schwimmende Sauna ist mit einer Hütte ausgestattet, die auf vier Schwimmkörpern sitzt. Schwimmend und schwitzend können hier bis zu zwanzig Personen saunieren. Vorurteil 3: Finnen trinken viel und gerne Gegen dieses Vorurteil kämpfen die Tourismusbüros seit Jahren vergeblich an. Doch auch ich kann nichts dazu beitragen, es zu widerlegen. Schon am ersten Abend – vor dem Essen – lernte ich

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mein einziges finnisches Wort – «Kippis!», was so viel heisst wie «Prost!». Und genauso, wie es klingt, so trinken die Finnen auch. Einfach reinkippen. Koskukorva heisst der Schnaps, den man vor, während und nach dem Essen trinkt. Das Gefährliche ist: Er schmeckt nach Wasser, hat es aber in sich. Es sei Fremden also davon abgeraten, es den Finnen gleichzutun, oder aber reichlich dazu zu essen. In Oulu und Umgebung gibt es viele schöne Restaurants mit landestypischer Küche. Das Restaurant «Sokeri-Jussin Kievari» ist eins davon, ein perfekter Ort, die echte finnische Küche zu probieren und gleichzeitig Sozialstudien zu betreiben. An den Nachbartischen sassen bei unserem Besuch Finnen, die man in den besten Kaurismäki-Filmen nicht erwartet hätte. Sie sind doch schon etwas kauzig und sonderbar, diese Finnen. Aber nichtsdestotrotz liebenswürdig und hilfsbereit, wenn man sie denn versteht. Die Bedeutung von Jäätelö, Mustikka oder Sieni erschlossen sich mir erst beim Zeigen auf das jeweilige Objekt. Diese Sprache ist für Fremde einfach nicht zu verstehen, denn kein einziges Wort lässt sich für uns von irgendwoher ableiten.

Vorurteil 4: Finnland ist sehr einsam Finnland hat circa 5,2 Millionen Einwohner, die sich auf 338’432 Quadratkilometer Land verteilen. Da alleine 600’000 Menschen in Helsinki leben, sind naturgegeben einige Landstriche fast menschenleer. So kann man beispielsweise stundenlang durch die einzigartige Landschaft des Geoparks Rokua, der zur Region Oulu gehört, wandern, ohne eine Menschenseele zu treffen. Dafür kann man hier wunderbar Pilze suchen, ohne dass man sich ärgern muss, dass einem schon jemand zuvorgekommen ist. So kommt auf einer Wanderung in Rokua, mit seinen wunderschönen flechtenbedeckten Wäldern, schnell eine Pilzportion fürs Abendessen zusammen. 30 Steinpilzarten, 20 Arten von Täublingen und weitere 50 essbare Pilzarten sind in den Wäldern zu finden. In dem nördlichsten Geopark der Welt gilt wie in ganz Finnland das Jedermannsrecht. Es bedeutet, dass sich jeder frei in der Natur bewegen und Essbares sammeln darf. Verhungern muss hier also niemand, selbst wer keine Pilze mag, kommt auf seine Kosten. Unzählige Beeren-Felder gibt es beispielsweise auf der vor Oulu gelagerten Insel Hailuoto und die klaren Seen und Flüsse eignen sich perfekt zum Angeln. Wer sich beim Pilzesuchen unsicher ist, kann wie wir eine geführte Pilztour mit Erä-Susi buchen. Mister Susi (was übersetzt, passend zu seinem Aussehen übrigens, Wolf heisst) organisiert zudem im Winter Schlittenhund-Touren und in den Sommermonaten Husky-Hiking-Touren. Mit lachenden Augen erzählt er dabei gerne von seinen Hunden, der Schönheit der finnischen Natur und der Region Oulu mit ihrer intakten Natur; ein Paradies für Kanuten, Langläufer, Radfahrer, Wanderer, Angler und Hundeschlittenfahrer. Auf unserer Reise nach Finnland haben sich viele Klischees bestätigt, doch gerade diese machen das Land und seine Menschen aus. Wäre es nicht langweilig, wenn wir alle gleich wären? Man geht ja gerade auf Reisen, um etwas Neues kennen zu lernen. Die etwas verschrobenen Finnen gehörten für mich zu dieser Reise einfach dazu und machen ihr Land so einzigartig und liebenswert.

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||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ Anreise Auf der Karte scheint der Weg in die Hauptstadt des Nordens weit, aber mit dem Flugzeug ist Oulu trotzdem nah, denn es gibt täglich zahlreiche Verbindungen. Aus dem Ausland führt der Weg meist über den Flughafen Helsinki-Vantaa. Oulu liegt etwa 600 Kilometer von Helsinki entfernt. Die Flugzeit von der finnischen Hauptstadt beträgt circa eine Stunde. Über Helsinki fliegen Finnair, Bluel und Norwegian nach Oulu. Events in Oulu Ice-Fishing-Marathon: Im späten März findet auf dem zugefrorenen See ein 48-stündiger Wettbewerb im Eisloch-Fischen statt. Jährlich nehmen bis zu 400 Personen teil. Roviantti Bei diesem kulinarischen im Juli stattfindenden Festival sollte man mehrere Pfefferminzdrops bereithalten, denn hier dreht sich alles um den Knoblauch. (www.roviantti.info) www.oulutourism.fi ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||


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Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Fragen an: Leedonal Moore aka. Jazzmin Dian Moore wird es schnell mal Gute Frage, ehrlich gesagt bin ich kein Sonnenanbeter. Mir finde ich sehr langtun, s nicht und zu heiss, und einfach so in der Sonne liegen Yacht irgendwo einer auf oder ana weilig. Wenn Sommerferien, dann entweder Tosk im Mittelmeer.

Den Sommer verbringe ich am liebsten:

Den Winter verbringe ich am liebsten:

Wallis. In den Bergen!!! Ich geniesse sehr die magische Wirkung des Wohin geht die nächste Ferienreise?

Die nächste Reise geht an Silvester nach Kuba. ältigt von dieser Stadt und Meine letzte Reise ging nach Kopenhagen. Ich bin total überwDie Menschen sind freundön. ersch wund ihren Menschen. Die Architektur ist simpel und sie erklären es Dir und lich und sehr hilfsbereit. Ein Beispiel? Du fragst nach dem Weg, eigentlich gerade keine sie wenn Auch – plötzlich heisst es: Ach komm, ich bring dich hin! die Dänen dem Trend dass ist, ssant intere Zeit haben. Und was natürlich für mich sehr of all ... fresh fish best the And . annter voraus sind, ähnlich wie London, jedoch viel entsp all day long!

Wohin ging die letzte Reise und wie wars?

Singapur. Es ist eine ganz Am liebsten reise ich in den asiatischen Raum. Bangkok oder Sichtweise vermittelt. e ander eine andere Welt, welche mir sehr viel Inspiration und

Ihr liebstes Reiseziel?

bevorzuge Städte- soIch liebe es, in meinen Ferien so flexibel wie möglich zu sein. Ich wie Entdeckungs- und Erlebnisreisen.

Welcher Urlaubstyp sind Sie?

Auf was ich in meinen Ferien gut verzichten kann:

e, meinen Wecker Das kann ich in drei Worten beantworten: auf mein Smartphon und meine Zurückhaltung beim Essen. z kommt (lacht). Auf mein Make-up-Set, Man(n) weiss ja nie, wann es zum Einsat

Auf was ich auf keinen Fall verzichten kann:

Wohin würde die Reise gehen, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen

würden?

Süden. Angefangen in der Eine Weltreise von Osten nach Westen und von Norden nachund interessante Orte auf öne ersch Wildnis von Papua-Neuguinea. Es gibt so viele wund mein Traum, die Erde mal dieser Welt, und ich möchte diese nicht missen. Und dann wäre tränk. ie-Ge von oben zu betrachten. Und zwar gerne ohne Energ mir dann meine eigene MeiSag niemals nie. Ich mache mir immer selbst ein Bild und bilde ch möchte ich es mir denno reizt, sehr nung. Indien ist ein Land, welches mich nicht so mal ansehen.

Wo ich nie hinfahren würde:

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unt (lacht). Ich musste Moment, ich schau schnell auf meinem Miles and More Acco h, um dann einen Tag Züric nach k mal von Zürich nach São Paulo, tags darauf zurüc ok mit ZwischenBangk nach r späte später nach New York zu fliegen. Wieder drei Tage igt. benöt it stopp in Zürich. Danach hab ich erst mal eine Ausze

Was war Ihre weiteste Reise?

l gelegen sind. Es müsIch bevorzuge Hotels, welche freundlich, offen, sauber, zentraes Boutique-Hotel sein. ckelig schnu ein sen nicht immer 5 Sterne sein, es kann auch mal im Detail steckt. Und ich Ich finde es sehr ansprechend, wenn ich merke, wie viel Liebe service kommt, sondern Room der Tag liebe es, wenn ich meine Ruhe habe und nicht jeden Berlin und neuerdings auch erst auf Verlangen. Des Weiteren gibt es in Barcelona, Madrid, Ansprechende bei diesen Das ly. Friend o in New York so genannte Gay Hotels also Heter Top-Service, Topesign, Top-D n. Ganze Hotels für mich ist kurz gesagt die Summe des öglichkeiten. ungsm ernetz Top-V Angebot sowie Top-Events und nicht zu vergessen:

Was ist für Sie ein gutes Hotel?

die Erinnerungen mit. Die Ich bringe grundsätzlich keine Souvenirs mit. Ich nehme lieber muss ich weniger abstauben.

Welche Souvenirs haben Sie von Reisen mitgebracht?

Sei es quer durch Amerika Als Kind hatte ich das Glück, sehr viel herumreisen zu können. oder quer durch Europa.

Wohin sind Sie als Kind verreist?

Zug fahren finde ich nicht Am liebsten mit dem Flieger, gefolgt von Reisen mit dem Auto. so angenehm.

Wie reisen Sie heute am liebsten?

und schnell zu lesen mit «Erfolg ist eine Frage der Haltung» von Britta Heidemann – gutbewältigen kann. g sallta Arbeit nützlichen Tipps, wie man den wieder kommenden

Als Urlaubslektüre empfehle ich:

Reisen ist (in drei Worten) …

Die Erweiterung des eigenen Horizontes. Steckbrief .com) Name: Leedonal Moore aka. Jazzmin Dian Moore (www.jazzmindianmoore

www.salihushpend.com ©

Alter: dank Botox immer 25. Entertainer, Beruf: Coiffeur (www.haarsturm.ch), Visagist, Beauty-Experte, Model, mit im Finger seine überall Lee wo genau, ganz weiss Schauspieler, Allrounder. Niemand Night Charity Artist die für Jahren einigen seit sich er t Spiel hat. Unter anderem engagier (www.artistcharitynight.ch). Promikunden: Inara Aga Khan, Joan Collins, Paul Pott, Denise Bielman ni, Robert Ismajlovic u.v.a.m.

n, Angela Marti-

Hobbies: Fechten und Reisen. Motto: angenehm anders auffallen als alle anderen. unschöne Narbe, Beauty-Tipp: kurz gefasst: Kleine Makel sind kein Desaster, z.B. eine US! FABULO BE JUST and darüber streu einfach etwas Glitzer

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Auf dem Nassersee zu den nubischen Tempeln Eine Kreuzfahrt ganz besonderer Art von Esther Kunz

Nicht Menschenmassen und Bordunterhaltung prägen diese Kreuzfahrt. Die Highlights liegen im Anlaufen von Zielen auf dem zum Nassersee aufgestauten Nil, die nur per Schiff erreichbar sind. Eine wohltuende, zugleich aufregende Entdeckungsreise für Liebhaber altägyptischer Kulturschätze.

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er Flug von Assuan nach Abu Simbel dauert rund 40 Minuten. Die Aussicht ist spektakulär. Unter uns breitet sich inmitten der ockerfarbenen Nubischen Wüste eine immense fjordähnliche Wasserlandschaft aus: Inseln, Dünen, dunkle Wüstenberge. Nichts erinnert mehr daran, dass hier zwischen dem ersten und zweiten Katarakt der Fruchtbarkeit spendende Nil dahinfloss. Verschwunden und überflutet sind ausser den nubischen Dörfern auch einige nicht versetzte Tempel und Heiligtümer. Weder Grünstreifen noch irgendwelches Leben ist auszumachen. Das stimmt nachdenklich, da ja die Effizienz des von den Sowjets gebauten Staudammes sehr umstritten ist und die negativen Auswirkungen zu überwiegen scheinen. Einzig die kaum je abreissenden Touristenströme zu den seit 1980 wieder zugänglichen gigantischen Tempeln von Ramses II. bringen beachtliche Einnahmen. Vor und während der internationalen Rettungsaktion gingen Bilder und Nachrichten um den ganzen Erdball und hatten den Namen Abu Simbel weltweit bekannt gemacht. Seit 20 Jahren werden auf dem Nassersee vier bis fünftägige Kreuzfahrten angeboten, die von Abu Simbel zu anderen «geretteten» Tempeln führen. Das ist ein aussergewöhnliches Erlebnis.

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«Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze.» (Franz Kafka)

Der Fluss wird zum See Der vom Hochdamm Sadd el-Ali aufgestaute Nil ist seit 1974 ein 500 Kilometer langer See mit verästelten, in die Wüste greifenden Armen. Nassersee von den einen genannt, Nubisches Meer von den andern. Wahrlich ein Wassermeer inmitten des Wüstenmeers. Tamarisken sind darin die grünen Farbtupfer. Wo einst nichts war, landen heute mehrmals täglich Flugzeuge, vorwiegend für Touristen, und dies rund vier Kilometer vom eingezäunten Tempelbezirk entfernt. Vor dem Eingang zum Tempelbezirk sind die aus Assuan kommenden Reisebusse geparkt. Wir brauchen nicht Schlange stehen, sondern gehen direkt an Bord unserer «MS Prince Abbas», die in Wurfweite entfernt festgemacht hat. Unser Mövenpick-Schiff «MS Prince Abbas» Beim Anblick des vornehmen, einem der ersten Nildampfer nachempfundenen Schiffes schlägt dem Kreuzfahrt erfahrenen Gast das Herz höher. Ein Schiff, das noch ein Schiff ist und wie ein solches aussieht. Es gibt eine «Rundumpromenade» mit direktem Zugang zu den geräumigen Kabinen. Decks, Türen, Aussentreppen und Geländer sind aus edlen, mit Messing verbrämten Hölzern. Wie wir später entdecken werden, sind Innen- und Aussenaufenthaltsräume ungewöhnlich grosszügig bemessen, äusserst gepflegt und stilvoll eingerichtet. Alles ist vom Feinsten, auch die Liegen und Sessel an Deck. Man fühlt sich wie auf einer luxuriösen Megajacht. Von unserer Kabine fällt der Blick direkt auf die mit Sand bedeckten Tempelrücken, auf denen Rampen und Eingänge auszumachen sind. Es sind die Zugänge zu den grossen Betonkuppeln, die den einstigen Berg ersetzen und die Tempel stützen. Ramses II. liess 1271 vor Christus die zwei Tempel für sich und seine Lieblingsfrau Nefertari 63 Meter in das Innere eines Berges graben und die 20 Meter hohen Kolossalfiguren direkt an Ort und Stelle aus dem Sandstein schlagen. Dieses monumentale Werk musste zersägt und 64 Meter höher und 180 Meter landeinwärts wieder aufgebaut werden. Ein geniales Meisterwerk der Ingenieurkunst!

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Zu Fuss zu den Tempeln Am späten Nachmittag umrunden wir zu Fuss den Komplex. Die Busse sind weg und damit der Hauptharst der Besucher. Spannung und Freude nehmen zu, je näher wir uns den Fassaden des grossen Tempels nähern. Unser Guide Said verspricht uns viel Freizeit für die individuelle Besichtigung, das heisst bis zum Beginn der Tonbildschau. Das ist das erste kostbare Highlight dieser Cruise. Jeder verweilt, wo es ihm beliebt. Statuen, Reliefs und Fresken sind mir aus Büchern bekannt. Die nubischen Sklaven sowie Szenen aus der erfolgreichen Schlacht von Kadesh gegen die Hethiter sind auch im Gruppengedränge zu erkennen. Doch niemand kann so tiefe Ehrfurcht vor diesem imposanten Werk empfinden wie derjenige, der mit Musse auf einer Steinbank vor der Fassade sitzt und jedes Detail verinnerlichen kann. Leinen los Am andern Morgen erwartet den Frühaufsteher der erste unvergessliche afrikanische Sonnenaufgang. Eine Facette von Violett- und Rosatönen am Horizont, die Decks leer, vorbeiziehende schreiende Wasservögel, sonst Stille. Kein Muezzin ruft. Aus der Wüste dringt eine tiefe, wohlklingende Männerstimme bis zu mir hoch. Auf einem Felsen hockend, raucht ein Nubier die Wasserpfeife, während an Bord die Crew lautlos ihre Arbeit verrichtet. Noch vor dem Frühstück legt die «MS Prince Abbas» ab. Die beiden Tempelfassaden liegen bereits in warmes Sonnenlicht getaucht vor uns. Ein grandioser Anblick, der nur vom Schiff aus möglich ist.

Die ersten Busse sind bereits angekommen, auf dem Gelände geht es zu wie in einem Ameisenhaufen. Welche Wohltat, dem Trubel entfliehen und an Deck friedlich zu unbekannten Ufern aufbrechen zu können. Unser heutiges Ziel ist Amada. Immer wieder tauchen Landreste in Form von steinigen Inselchen aus den Fluten. Am Horizont wechseln sich unterschiedliche Wüstenerhebungen ab: flache Hügelketten, natürliche Pyramiden, Tafelberge. Mal sind sie schwarz gebändert, mal goldbraun. Erklärungen eines Geologen wären nicht von der Hand zu weisen. Unser Begleiter Said erklärt, dass auf der Ostseite des Nassersees die Berge aus Granit bestehen, es auf der Westseite hingegen nur Sandstein gibt und natürlich verschiedenfarbigen Sand. Der Nassersee ist sehr fischreich. Wie aromatisch der frische Nilbarsch schmeckt, erfahren wir beim Lunch. Der Küchenchef tranchiert ihn unter den Augen der Fischliebhaber. Ja, auch kulinarisch wird man auf der «MS Prince Abbas» sehr verwöhnt. Da bleibt kein Wunsch offen: stilvolles Ambiente, aufmerksame Bedienung und natürlich exzellentes Essen. Bei Mövenpick findet man Schweizer Qualität! Tempel von Amada Wir erreichen die beiden Tempel mit dem Beiboot. Ausser unserer kleinen Gruppe ist niemand da, auch kein Wächter. Da tut man klopfenden Herzens, was man nicht tun dürfte: fotografieren und die polychromen Reliefs streicheln. Für mich die höchste aller Emotionen! Das kleine, unscheinbare Heiligtum stammt aus dem Mittleren Reich und wurde während der Rettungsaktion als Ganzes auf Schienen rund 2000 Meter weit ins

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Innere und über 60 Meter hoch gezogen. Schon allein dieses Erlebnis ist diese Kreuzfahrt wert! El Derr wurde von Ramses II. in Auftrag gegeben und stammt aus dem gleichnamigen, heute überfluteten Dorf. Mit einem Fussmarsch durch die rötlich-braune Steinwüste zum Schiff endet das unvergessliche Tageserlebnis. Wer Lust hat, kann sogar auf einem Kamelrücken zurückreiten. Wadi El Sebua Nach eingebrochener Dunkelheit machen wir hier an Felsbrocken fest. Herrlich, denn am frühen Morgen begrüssen uns Ibisse, Seeadler und Kormorane anstelle der Touristen. Der Marsch hoch zu den drei voneinander entfernt liegenden Tempeln ist auch unter der Novembersonne anstrengend, doch lohnend, denn die Panoramasicht in alle Himmelsrichtungen ist spektakulär. Erst jetzt kann man sich ein Bild davon machen, wie sich die Landschaft durch den Nassersee verändert hat. Mit eigenen Augen sehen wir das verschlammende Seeufer und die sich bildenden Algenteppiche! Wadi El Sebua bedeutet Tal der Löwen, doch nicht, weil einst Löwen hier gejagt haben. Vor dem Heiligtum Ramses II. schreitet man durch eine Sphinxallee. Löwenkörper mit gekrönten Häuptern von Mensch oder göttlichem Tier begrüssen uns. Die dritte und letzte Nacht liegt unser Schiff beim Hochdamm von Assuan. Von hier aus werden die bekannten KalabschaTempel besucht. Je nach Wasserstand können sie per Boot oder über Land erreicht werden. Die Ausflüge kann man in Assuan buchen.

||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ Aktuelle Sicherheitslage Die Revolution hat Oberägypten kaum tangiert, die Kulturdenkmäler waren immer für Besucher geöffnet und wurden nicht beschädigt. Die Schifffahrt hat wohl Einbrüche erlitten und noch heute sind zahlreiche Schiffe stillgelegt. Das ist nicht verwunderlich, war doch der Massentourismus auf dem Nil zuvor kaum mehr tolerierbar. Heute kann man friedlich geniessen, ohne von Touristen bei den Tempeln getreten und geschubst zu werden. Anreise Edelweiss Air fliegt jeden Montag direkt von Zürich nach Luxor. Das Visum erhält man direkt am Flughafen. Schiffsinfos Die 1998 erbaute 5* Mövenpick «MS Prince Abbas» verfügt über 43 Kabinen, 18 Junior-Suiten und 4 Royal-Suiten für maximal 180 Gäste. Sie wurde zum besten der fünf auf dem Nassersee kreuzenden Schiffe gekürt. Specialtip Ideal ist, die Kurzreise auf dem Nassersee mit einer Nilfahrt zu verbinden und danach einige Tage in einem der Traumhotels in Assuans Umgebung zu verbringen. Schon die Engländer schätzten das wunderbare Klima und verbrachten die Wintermonate sehr gerne hier. Weitere Informationen www.amin-travel.ch, www.egypt.travel

������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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Der Beginn einer grossen Liebe … Unterwegs auf den Weltmeeren von Esther Kunz

Kreuzfahrt? – Nein, danke! Davon war Esther Kunz felsenfest überzeugt, bevor sie selbst ihre erste Kreuzfahrt machte. Und dann kam alles anders als gedacht ... Heute kann sie nicht genug auf den Weltmeeren herumschippern.

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evor ich das erste Mal an Bord eines Kreuzfahrtschiffes ging, erschien mir eine Seereise das Langweiligste und Unerstrebenswerteste der Welt. Ich stellte mir vor, auf engstem Raume überwiegend ältere Menschen um mich zu haben, meiner Bewegungsfreiheit beraubt zu sein und mich wie in einem Käfig zu fühlen. Damals war für mich unbegreiflich, wie man es zwei bis drei Wochen Tag und Nacht auf einem Schiff aushalten konnte. Für Individualisten wohl kaum das Richtige – dachte ich mir. Und erst noch transatlantik fahren und sechs Tage immer auf See sein? Unvorstellbar! Bereits einen oder zwei Seetage auf dem Routing- Programm schienen mir unzumutbar. Nein, das entsprach wahrlich nicht meinen Vorstellungen eines idealen Urlaubs. Doch dann kam alles ganz anders … Ich wurde zu einer Kreuzfahrt eingeladen. Zuerst war ich perplex und unentschlossen, doch da ich allem Neuen stets offen gegenübertrete, mich auch eines Bessern belehren lasse und gerne meine Vorurteile revidiere, sagte ich zu und habe es wahrlich nicht bereut. Meine erste Kreuzfahrt fand auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff mit Megajachtcharakter statt. «Das Feinste vom Feinen», erklärte mein Partner. Und wahrlich, es war wie im Märchen. In Erinnerung geblieben ist mir, dass ich von Anbeginn fasziniert und begeistert war, mich überaus wohl fühlte, mich keineswegs langweilte und mir nicht einen einzigen Augenblick wie in einem Käfig vorkam. Wir speisten tagsüber oftmals auf unserm eigenen Balkon, genossen abends bei Piano-Musik elegant gewandet den Apéro und freuten uns, wenn im Speisesaal Dinner Dance ange-

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sagt war. Nach einigen Tagen kannten die Musiker mein Lieblingslied und intonierten es, sobald sie mich sahen. Ja, daran kann man sich gewöhnen! Spazieren an Deck mit Blick aufs Meer hatte es mir angetan, ebenso Schwimmen im Aussenpool. Fitnessraum und Sauna hingegen suchte ich nur bei schlechtem Wetter auf. An Seetagen wurden unter anderem Kurse in Rückengymnastik, Yoga angeboten. Auf dem Aussendeck demonstrierten Philippinos die Kunst des Gemüse- oder Eisschnitzens. Erstmals erlebte ich mit, wie aus einem Block Eis ein Pferd entstand. Faszinierend! Auf der «Silver Cloud» lud um 11 Uhr der Lektor in die TheaterLounge zu seinem Vortrag ein. Das Thema war auf die Gegend abgestimmt, in der wir navigierten. Zur Teestunde wartete ein Trio mit klassischer Musik auf. Je grösser die Schiffe, desto grösser das Angebot an Bordaktivitäten Auf Schiffen mit mehreren Tausend Gästen sind die Sport- und Unterhaltungsangebote an Seetagen enorm. Es gibt richtige Sportdecks, Golfabschlagplätze, Tennisplätze und vieles mehr. Man kann Bogen schiessen, Fussball spielen. Jedermann findet Aktivitäten, die seinem Geschmack entsprechen, doch man muss nicht teilnehmen, man darf. Für jeden Gusto und jeden Menschenschlag gibt es ein Schiff, man muss nur fündig werden. Ein bisschen Vorsicht ist natürlich geboten, denn nicht jedes Schiff ist ein Traumschiff, auch wenn es als solches vermarktet wird. Vor jeder Buchung sollte man sich

von erfahrenen Kreuzfahrern beraten lassen und auch das Kleingedruckte lesen. Man sollte genau darauf achten, wie lange das Traumschiff im Hafen liegt. Denn nicht immer bleibt genügend Zeit, einen Landausflug auf eigene Faust zu unternehmen. Dann ist man auf das Bordangebot angewiesen oder muss für extra organisierte Landtouren tief in die Tasche greifen. Es ist jedoch viel schöner, individuell, im Taxi zu viert, eine Insel zu erkunden, und zudem viel günstiger. Klein, aber fein Ich persönlich bevorzuge kleine, feine Schiffe und gehe gerne – wenn möglich – auf eigene Faust an Land. Eine stille Ecke an der Reling zum Lesen ist für mich Gold wert. Massenbetrieb liegt mir einfach nicht. Maximal 500 Passagiere sollten für mich an Bord sein. Im Laufe der Jahre bin ich zu einer begeisterten, doch sehr kritischen Kreuzfahrerin geworden und weiss genau, was ich möchte, was mir gefällt und was ich – je nach Preisklasse – auch erwarten kann. Ein Schiff muss für mich ein richtiges Schiff mit geräumigen Decks sein und kein schwimmender Glaskasten. Ich mag weder ohrenbetäubende Animation mit Durchsagen in mehreren Sprachen noch ununterbrochene Musikberieselung von morgens bis Sonnenuntergang. Aber jeder Mensch hat andere Ansprüche. Und so fahren auch die unterschiedlichsten Schiffe auf den Weltmeeren. Man muss nur dasjenige finden, das den eigenen Wünschen entgegenkommt. Heute, nach rund 40 Kreuzfahrten weltweit, sage ich: «Kreuzfahrt? – ja, mit Vergnügen und viel Freude!», aber eben nicht auf jedem Schiff.

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Kulinarik über den Wolken Wine Selection by Singapore Airlines von Joss Kündig

Perfekte Weinselektion, ausgezeichnete Gaumenfreuden und höchst zuverlässiger Gäste-Service kommen nicht von ungefähr. Zumindest nicht bei Singapore Airlines. Ein Blick hinter die Kulissen.

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ichael Hill-Smith ist nichts weniger als Weinjuror, Schreiber, Kommentator und seit gut zwei Jahrzehnten Berater der Singapore Airlines. Als erster Australier darf er sich seit 1988 mit dem «Master of Wine» schmücken. Mit seinem Cousin Martin Shaw zusammen entwickelte er das hoch angesehene «Shaw and Smith»-Weingut in den Adelaide Hills. Als regionaler Vorstandsvorsitzender der Decanter World Wine Awards verfügt er über eine ausgesprochen umfangreiche Erfahrung in der Weinselektion. Ebenfalls seit zwei Jahrzehnten steht der Londoner Steven Spurrier im Dienste der SIA. Zu seiner eindrücklichen Karriere gehört unter anderem die Gründung der ersten Pariser Weinschule, der l’Académie du Vin. Zudem darf er sich zu den Gewinnern des seit 1982 erst drei Mal vergebenen und höchst angesehenen «Le Grand Prix de l’Académie Internationale du Vin» zählen. Ein weiterer grosser Name im Weinbusiness ist Jeannie Cho Lee. Sie ist die erste Asiatin, welche sich den Titel Master of Wine auf die Visitenkarte schreiben darf. Ihr Buch «Asian Palate» gewann seit 2010 gleich drei namhafte Preise; «Best Food and Wine Pairing Book in the World», «International Association of Culinary Professionals»-Preis und den Preis der «Organisation Internationale de la Vigne et du Vin». Drei Menschen aus drei verschiedenen Welten, drei Menschen mit einem Auftrag: Aufbau des weltbesten Weinangebots in den Lüften, exklusiv für die Singapore Airlines (SIA). Drei Wein-Koryphäen im Auftrag von Singapore Airlines Über das ganze Jahr sammeln und testen die drei Sommeliers über 1000 Flaschen Rot- und Weisswein, Port- und Schaum-

wein. Zweimal jährlich trifft man sich bei der von der SIA veranstalteten offiziellen Weinprobe, um gemeinsam die besten Tropfen auszuwählen, welche den Gästen der SIA angeboten werden sollen. In dieser absolut einzigartigen Weinselektion, welche zuletzt von geladenen internationalen Medien beigewohnt werden durfte, wird neben klassischen Kriterien wie Geruch und Geschmack auch der Einfluss der geringen Luftfeuchtigkeit in grosser Höhe berücksichtigt. Der Wein soll in jeder Situation hervorragend munden – vor, während und nach dem Flug. Burgunder Grand Cru ist einer dieser Weine, welcher die scharfen Kriterien der Sommeliers vollumfänglich erfüllt. Exklusiv und als bisher einzige Airline wird dieser exzellente Wein an Bord geführt. Für die Burgunder der Singapore Airlines werden nur Trauben aus einem der 33 Grand-Cru-klassifizierten Weingüter verarbeitet. Als Zeichen der Exzellenz sind diese Weinflaschen nur mit dem Namen des Weinguts beschriftet. Der kultige Cloudy Bay Sauvignon Blanc aus der MalboroughRegion wird als weitere Exklusivität speziell in der First- und Suiten-Klasse serviert. Er gilt als Vorreiter und verlässlicher Wegbegleiter einer zunehmend sehr wertgeschätzten neuseeländischen Weinindustrie. Wer zuerst einen Apéro geniessen möchte, findet mit dem Champagner Krug Grand Cuvée eine hervorragende Wahl. Insgesamt sind Weine aus Frankreich, Deutschland, Australien, Neuseeland, Amerika und Spanien an Bord – darunter Klassiker wie Geheimtipps. Beraten werden die Fluggäste gerne von den kompetent ausgebildeten

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Flugbegleiter/innen. Die Grundausbildung über die wichtigsten Weinkenntnisse ist bei SIA Standard. Weiterführende Ausbildungen für interessierte Flugbegleiter/innen sind im Programm vorgesehen. Gourmetdinner in luftiger Höhe Mancher Wein entfaltet seine ganze Magie erst bei einem entsprechend sorgfältig zubereiteten Essen. Dafür sorgt das Singapore Airlines Terminal Services (SATS), welches vor der Weindegustation besichtigt werden durfte. In der höchst modernen Küche werden alle Menus frisch zubereitet, verpackt, gelagert und für die Flüge vorbereitet. Täglich wird die Produktion dem Bedarf angepasst. Individuelle Mahlzeiten für Personen mit speziellen Bedürfnissen (beispielsweise einer Laktoseintoleranz) werden einzeln zubereitet, mit Namen und Flugnummer des Passagiers versehen. Länger als 24 Stunden verharrt keine zubereitete Mahlzeit in dem SATS. Was in diesem Zeitfenster nicht konsumiert wird, landet direkt in der Mülltonne. Hygiene hat höchste Priorität. Ohne Mundschutz und Haarnetz bewegt sich niemand in der Küche. Die Regeln sind strikt, gewährleisten aber konstante Qualität. Ein spezielles und als solches einmaliges Angebot nennt sich «Book the Cook». Business-, First- und Suiten-Klasse-Gäste können bis zu 24 Stunden vor dem Flug aus einem Angebot von über 60 Menus auswählen. Entwickelt wurden die Menus unter anderem vom 1998 ins Leben gerufenen International Culinary Panel (IPS), ein weltweiter Zusammenzug von ausgewählten Spitzenköchen, organisiert durch die SIA.

||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ Sam Leon, Mitglied des neunköpfigen ICP, verschaffte der Presse die Ehre, vor der Besichtigung des SATS, ein von ihm entwickeltes Menu aus dem «Book the Cook»-Angebot zu kosten. Ein Geschmacksfeuerwerk, weit entfernt von fader Zwecksernährung, wie es von anderen Fluggesellschaften bekannt ist. Man würde nicht glauben, was mit entsprechenden Bemühungen möglich ist, wäre die SIA nicht da. Dass ein solches Kunststück jedoch viel Arbeit bedeutet und selbst für einen Spitzenkoch eine grosse Herausforderung darstellt, betont (erzählt uns) das neuste Mitglied des ICP, Spitzenkoch Carlo Cracco: «Creating menus for an airline will be very different form creating menus for my restaurant, but I look forward to challenging myself.» Der italienische Spitzenkoch geniesst grossen Respekt und Bewunderung in der italienischen, westlichen und kontinentaleuropäischen Kochszene. Er gilt als Vorreiter einer modernisierten italienischen Küche, voller Kreativität und Vorwärtsdrang. Tradition wird der Innovation gleichgestellt, und das höchst erfolgreich. Sein nach ihm benanntes Restaurant «Cracco», mit Sitz in Mailand, ist mit zwei MichelinSternen dotiert und zählt weltweit zu den besten Restaurants. Die einmalige Küche dieses Restaurants soll nun auch an Bord erlebbar werden. «I will strive to express my philosophy, experience, feelings and taste through my receipts and provide customers my cuisine as though they were at my restaurant in Milan», versichert Cracco. Seine Speisen werden ab Januar 2013 vorerst auf italienischen und ausgewählten europäischen Routen erhältlich sein. ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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MS Fram Grönland © Trym Ivar Bergsmo

«Kalaallit Nunaat» – das Land der Menschen Mit der «MS Fram» zu Besuch an Grönlands Küsten von Lilly Steffen

Grönland, das Land der Kontraste, besticht durch gigantische, unglaublich geformte Eisberge und das Inlandeis – eine Eisfläche, die mehrere Kilometer dick ist.

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ie grösste Insel der Welt steht jedoch auch für grüne Berglandschaften, lange Fjorde, schroffe Klippen, heisse Quellen und wilde Blumen. Wale, Seehunde, Rentiere, Moschusochsen und Eisbären finden hier einen idealen Lebensraum vor. Das Hurtigruten-Expeditionsschiff «MS Fram» bietet als wendiges, hochmodernes Passagierschiff der Eisklasse 1B die optimale Ausstattung für den Einsatz in den eisigen Gewässern der Polarregionen. Eine unwirklich anmutende Landschaft präsentiert sich auf den Hurtigruten-Expeditions-Seereisen entlang der grönländischen Küste: Majestätische Eisberge in bizarren Formationen ziehen knackend und knisternd im Licht der Mitternachtssonne vorbei. An die schroffe Felsküste schmiegen sich vereinzelt bunte Häuser in kleinen Dörfern.

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MS Fram Grönland © Thomas Mauch

Extremes Grönland Die extremen Lebensbedingungen, aber auch die fantastische Naturkulisse prägen auch die Einwohner Grönlands. Das Leben als Robbenfänger oder Jäger in kleinen isolierten Gemeinden spiegelt sich auch in Sprache, Musik, Mythen, Kleidung, Essen und Architektur wider. Die Kultur der Bewohner und ihre faszinierende Lebensart werden am besten von den Inuit selbst vermittelt. «Kalaallit Nunaat» – das Land der Menschen –, so nennen die Grönländer ihre Heimat. Der Name ist Programm: Er spiegelt die Tradition der Inuit und die Gastfreundlichkeit der Einwohner wider. Auch auf den Hurtigruten-Expeditions-Seereisen spielt der Kontakt mit den Menschen Grönlands eine wichtige Rolle, zentraler Bestandteil der Reisen sind die Besuche der kleinen Gemeinden an der grönländischen Küste. Davon profitieren Touristen und Einheimische gleichermassen. Für Expeditions-Seereisende bieten die Besuche der grönländischen Gemeinden die seltene Gelegenheit, einen Einblick in den Alltag der Inuit zu erhalten. So stehen beispielsweise ihre Häuser für die Seereisenden offen, die Familien laden zum traditionellen «Kaffemik», der grönländischen Form des Kaffeeklatsches, ein. Eine schöne Möglichkeit für die Touristen, mit den Inuit in Kontakt zu kommen und ihre Lebensgewohnheiten näher kennenzulernen. Auch bei einem Besuch in Uummannaq heissen die Schüler der dortigen Schule die Seereisenden willkommen und freuen sich über einen Austausch mit ihren Gästen. Zu einer mittlerweile festen Institution zählt das traditionelle Fussballspiel in der Gemeinde Ittileq. Hier trifft bei den Anlandungen die Mannschaft, bestehend aus Crew und Gästen, der «Fram» auf die der Einheimischen – so kommen sich die unterschiedlichen

Kulturen gleich «spielerisch» näher. Für die Einheimischen bedeuten die Besuche von der «MS Fram» und ihren Gästen zum einen den Kontakt in die weite Welt, die zu bereisen für viele Grönländer nicht finanzierbar ist. Darüber hinaus bieten sie auch eine Einkommensalternative. Denn der Fischfang und die Jagd, die einst die Lebensgrundlage für die Dorfbewohner bildeten, stellen aufgrund von Fangquoten und niedriger Fischpreise keine ausreichende Einkommensquelle mehr dar. Die Vergütung der Schiffsbesuche ist bei den Gemeinden daher sehr willkommen und wird zum Wohle der Gemeinschaft eingesetzt. Auf den Spuren grosser Entdecker Das Expeditionsschiff «MS Fram» ist das jüngste Schiff der Hurtigruten-Flotte: Gebaut in der Werft Fincantieri im italienischen Triest und getauft am 16. Mai 2007 durch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit in Oslo, ist es seitdem in den polaren Gebieten der Welt unterwegs. Die «MS Fram» wurde speziell für Entdecker-Seereisen in der Arktis und Antarktis mit Eisklasse 1A/1B und den modernsten technischen Standards, wie zwei Stabilisatoren in der Mitte des Schiffes, konzipiert. Benannt wurde das neueste Mitglied der Hurtigruten-Flotte nach dem Polarschiff des berühmten Entdeckers Fridtjof Nansen. Schon vor über 100 Jahren befand sich ein Schiff namens «Fram» auf dem Weg in die polaren Regionen. Der norwegische Entdecker liess das zur damaligen Zeit stärkste Holzschiff der Welt bauen. Mit der «Fram» und zwölf Begleitern brach Nansen 1893 in Richtung Arktis auf, um als erster Mensch den Nordpol über eine von ihm vermutete Strömung durch die nordsibirischen Inseln zu erreichen. In Erinnerung an diese bedeutende Zeit der

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AIR,ROAD & SEA

Fussball in Ittileq © Jimmy Hymøller

Polarforschung nennt die Hurtigruten ASA ihr neues Schiff «MS Fram». Das 114 Meter lange und 20,2 Meter breite Schiff bietet hohen Standard und Komfort und ist mit 128 Passagierkabinen – darunter auch Balkonkabinen – ausgestattet. Die Kapazität des Schiffes umfasst maximal 318 Passagiere. Die modern-klassische Inneneinrichtung wurde in Anlehnung an das Fahrtgebiet Grönland entworfen, so spiegelt zum Beispiel das Design der Kabinen und öffentlichen Räume die drei Elemente Himmel, Land und See wider. Zudem ist die «MS Fram» mit Werken norwegischer und grönländischer Künstler dekoriert. Auf acht Decks mit Sauna, Fitnessraum, Whirlpools auf den Aussendecks und einer Lounge mit Panoramablick sowie modernen Räumen für Lektorenvorträge und Lesungen können Gäste die legere und komfortable Atmosphäre an Bord geniessen. Hurtigruten-Grönland-Reisen 2013 Mit der «MS Fram» zum grössten Nationalpark der Welt Auf der 15-Tage-Reise «Expedition Nordmeer» geht es mit der «MS Fram» zu insgesamt drei arktischen Inseln: Spitzbergen, Grönland und Island. Von Longyearbyen, dem lebendigen Hauptort Spitzbergens, fährt die «MS Fram» in Richtung Norden zum Kongsfjord, dem grössten Fjord an der Nordwestküste. Nach einem Besuch in Ny Ålesund läuft das Schiff die Insel Moffen an: Ihre Schutz bietende Atollform macht die kleine Insel am 80. Breitengrad zu einem Paradies für Walrosse und Vögel. Danach nimmt die «MS Fram» Kurs auf Grönland und bringt die Passagiere zum Nationalpark im Nordosten der Insel: Er ist der grösste der Welt und gleichzeitig mit nur 500 Touristen jährlich auch der am wenigsten besuchte. Das Meer ist übersät mit Eisbergen und in den Tälern der Hochgebirgszüge sind Moschusochsen zu Hause. Weiter geht es entlang der ostgrönländischen Küste nach Ittoqqortoomiit – der entlegensten Stadt Grönlands am Ende des grössten Fjordsystems der Welt. Nach der Fahrt durch die Dänemarkstrasse erreicht die «MS Fram» schliesslich Isafjördur auf Island. Hier wechseln sich Lava- und Felsformationen mit Gletschern und aktiven Vulkanen ab. Nach einem Besuch des Ortes Grundarfjördur, wo Elfen offiziell von den Behörden anerkannt sind, geht es ab Reykjavík schliesslich per Flugzeug zurück nach Hause.

Im Herzen Grönlands: Expedition Diskobucht Mittlerweile ein Klassiker im Grönland-Programm ist die «Expedition Diskobucht»: Sie führt für neun Tage von Kangerlussuaq entlang der Westküste Grönlands in die Diskobucht. Die Reise steht ganz im Zeichen des ewigen Eises: Massige Eisberge begleiten das Schiff auf seiner Fahrt. Von Deck bieten sich beeindruckende Ausblicke, beispielsweise auf den riesigen Gletscher Eqip Sermia, von dessen Eiswand sich immer wieder Brocken lösen und tosend ins Meer stürzen. Wilde Eisgebirge schieben sich durch den Eisfjord Kangia, der den Höhepunkt der Reise markiert. Die beeindruckenden Eiskathedralen und grossformatigen Eistorbögen versetzen die Betrachter in Staunen; die enormen Eismassen faszinieren zutiefst. Zahlreiche Landausflüge stehen auf dem Programm – hier hat man die Möglichkeit, Kontakte zu den Inuit zu knüpfen. Aber auch die Vorträge des versierten Expeditionsund Lektorenteams geben interessante Einblicke in das Leben im ewigen Eis sowie in die grönländische Flora und Fauna und die Geschichte der Insel. Von Gletschern und Eisbergen: Südgrönland und Diskobucht Die elftägige Reise «Von Gletschern und Eisbergen» verbindet auf zwei zusätzlichen Reiseterminen die landschaftlichen und kulturellen Highlights der west- und südgrönländischen Küste miteinander. Die Reise führt von den Höhepunkten der Diskobucht über die wenig besuchten Gebiete Südgrönlands bis nach Island. Unterwegs erleben die Gäste ursprüngliche Inuit-Siedlungen und historische Stätten der Wikingerzeit, die grönländische Hauptstadt Nuuk sowie Südgrönlands beeindruckende Berglandschaft. ||||||||||| NICE TO KNOW ������������������������������������������������������������������������������ Expeditions-Seereisen mit der «MS Fram» können bei der Schweizer Hurtigruten-Agentur Glur Reisen in Basel gebucht werden. Glur Reisen, Spalenring 111, CH-4009 Basel, www.glur.ch, reisen@glur.ch, Tel. +41 (0) 61 205 94 94 ������������������������������������������������������������������������������ NICE TO KNOW |||||||||||

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Mangrovenwälder Ein wichtiges und vielfältiges Ökosystem von Ahmad Allahgholi

Auf den ersten Blick scheinen sie eher unspektakulär und urtümlich, die Wälder, die in Küstennähe aus dem Meer ragen. Weshalb Mangrovenwälder aber unerlässlich für die Gesundheit der Meere und das Leben für Tier und Mensch sind, zeigt ein Blick in die Vielfältigkeit des Ökosystems.

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ie der Name schon sagt, bilden Mangrovenbäume und -sträucher in tropischen Meeresregionen die sogenannten Mangrovenwälder oder kurz Mangroven. Sie spielen eine unerlässliche Rolle im gesunden Kreislauf von Küstenvegetationen. Mangroven haben sich mit der Zeit an das Meerwasser gewöhnt und können durch das Ausscheiden des Salzes über Wurzeln, Stämme und Blätter überleben. Eine weitere Besonderheit der Pflanzen ist die Versorgung mit Sauerstoff. Oft sind die Wurzeln der Mangroven den Gezeiten ausgesetzt und stehen auf schlammigem Untergrund, bedeckt mit Wasser. Die Aufnahme des überlebenswichtigen Sauerstoffs findet über die Rinde statt. Dieser wird anschliessend über ein luftleitendes Gewebe bis in sämtliche Spitzen der Wurzeln geleitet. Eines der produktivsten Ökosysteme der Erde Neben Korallenriffen zählen Mangroven zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. Die im Durchschnitt fünf Meter hohen Baumkronen beherbergen Reptilien, kleine Säugetiere sowie verschiedenste Wasservögel. Das dichte Wurzelwerk ermöglicht einer Vielzahl von Kleinorganismen wie Muscheln, Schnecken und Krebsen, aber auch Algen und Schwämmen, sich gefahrlos zu entwickeln. Unter Wasser finden Jungfische Schutz vor ihren natürlichen Feinden. Ausgewachsen können sie dann zu den meist in der Nähe liegenden Korallenriffen migrieren. Für den Menschen bilden Mangroven nebst einer Vielfalt an Ernährungsmöglichkeiten Schutz vor Sturmwellen. Gerade in Zeiten des Klimawandels

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«Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.» (Charles Darwin)

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verhindern Mangroven auch die gefährlichen Küstenerosionen. Aufgrund von übermässigem Holzabschlag kommt es in Regenzeiten zur Abtragung von Erdschichten, welche dann über Flüsse ins Meer gelangen. Diese Sedimente bilden eine grosse Gefahr zum Beispiel für Korallenriffe in Küstenregionen. Mangroven bilden auch hier eine Art Schutzwand, um einen grossen Teil der erodierten Erde zurückzuhalten. Die Mangroven sind gefährdet Die Liste der möglichen Gefahren für Mangrovenwälder scheint beinahe endlos. Vergiftung durch den Einsatz von Chemikalien in Shrimp-Farmen, wie man sie oft in Vietnam oder den Philippinen vorfindet. Ölverschmutzungen aufgrund von Tanker- oder Bohrinselunfällen zerstören Regionen von Mangroven im grossen Stil. Der Tourismus bringt oft Trockenlegungen mit sich, um Landgewinnung für den Bau riesiger Hotelanlagen zu ermöglichen. Oft werden die Bäume und Sträucher aber einfach nur für Brennholz oder zur Kohleherstellung abgeholzt. Die daraus resultierenden Folgeschäden liegen auf der Hand. Die Biodiversität wie auch die Fischbestände gehen drastisch zurück. Entsprechend nehmen auch die Erträge der Küstenfischerei ab, was zu Ernährungsproblemen und Migrationen der Lokalbevölkerung ins Landesinnere führt. Wiederaufforstung ist möglich Weltweit werden die Auswirkungen mehr und mehr sichtbar. Gleichzeitig steigt aber auch das Verständnis für die Existenz und die Wichtigkeit von Mangrovenwäldern. Verschiedenste Umweltorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die noch bestehenden Gebiete zu schützen und, wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, durch das Pflanzen von Mangrovensetzlingen Gebiete wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu verwandeln.

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7 Summits Die Gipfel der Welt von Lone K. Halvorsen

Die «7 Summits» oder «Seven Summits» sind die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente. Für viele Bergsteiger gilt es als die grösste Herausforderung, diese so unterschiedlichen Berge zu besteigen.

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ebirge gehören zu den vielfältigsten Erscheinungsformen in der Natur unseres Planeten. Sie bestimmen durch ihre Grösse, welche Lebensbedingungen die Menschen umgeben, beschützen Flora und Fauna. Sie sind jedoch auch unberechenbar und zerstörerisch. Überall ist unsere Erde in Aufruhr, und überall werden wir von Vulkanen «getroffen», die als stärkste spürbare Naturgewalt gelten – sei es in Form von Erdbeben oder Tsunamis. Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir die Erde an so vielen Stellen als sanft und erholsam empfinden, denn in ihr stecken viel ungeahntes Potential und geballte Energie. Scheinbar übt gerade diese Energie und Unberechenbarkeit auf viele Menschen einen besonderen Reiz aus – das Unbesiegbare zu besiegen. Die sieben Riesen Die «7 Summits» zu besteigen, hat für viele Bergsteiger einen ganz besonderen Reiz. Die höchsten Gipfel der sieben Kontinente – auch hier hat die Sammelleidenschaft bei den Bergsteigern längst Einzug gehalten. Dieser Plan geht auf Dick Bass aus dem Jahr 1980 zurück. Der US-Amerikaner setzte die Idee mit seinem Gipfelerfolg am Mount Everest am 30. April 1985 als Erster um. Dabei zählte er den Mount Kosciuszko als höchsten Berg des australischen Festlandes. Eine alternative Liste schlug Reinhold Messner vor, die anstelle des Mount Kosciuszko die Carstensz-Pyramide als höchsten Berg Ozeaniens berücksichtigt. Diese Liste komplettierte der Kanadier Patrick Morrow am 5. August 1986 nur vier Monate vor Messner als erster Mensch. Jeder einzelne der «7 Summits» besitzt seinen eigenen, aussergewöhnlichen und faszinierenden Charakter. Somit ist das Projekt nicht nur eine grosse bergsteigerische Herausforderung, sondern auch eine einmalige Reise um unsere Erde!

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Carstensz-Pyramide (Ozeanien), 4884 Meter Der höchste Gipfel Ozeaniens ist mit seinen 4884 Meter auch die höchste Erhebung zwischen dem Himalaya und den Anden. Erstbestiegen wurde die Carstensz-Pyramide von Heinrich Harrer 1962 über die Nordwand. Das grösste Problem ist der Anmarsch zum Basislager. Kriegerische Eingeborene, korrupte Behörden und tourismusfeindliche Minengesellschaften machen die Anreise zu einem eigentlichen Abenteuer.

Mount Vinson (Antarktis), 4892 Meter Der Mount Vinson ist die höchste Erhebung in den Ellsworth Mountains im Westen der Antarktis. Die Erstbesteigung erfolgte durch eine Expedition des American Alpine Club 1966. Extreme Temperaturverhältnisse, orkanartige Winde, verbunden mit der grossen Höhe und der quasi fehlenden Infrastruktur machen den alpinistisch nicht extrem schweren Vinson zu einem äusserst gefährlichen und kostspieligen Berg. Eine einmalige Entschädigung für die hohen Kosten und die Kälte sind allerdings die faszinierenden Eindrücke, die von dem eisbedeckten Kontinent mitgenommen werden können.

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Elbrus (Europa), 5642 Meter Der Mount Elbrus gilt als der höchste Berg Europas. Er liegt allerdings vollständig auf russischem Staatsgebiet. Er befindet sich etwa zwölf Kilometer nördlich des Kaukasus-Hauptkammes und ist damit zur Gänze auf europäischem Gebiet. Bei seinem Gipfel handelt es sich um einen markanten Doppelgipfel, der Sattel dazwischen verstärkt durch «Düsenwirkung» die hier aufgrund der grossen Nähe zum Meer sehr rasch auftretenden Stürme. Der Westgipfel wurde 1874 vom Engländer Frederick Gardiner zusammen mit dem Schweizer Bergführer Peter Knubel erstbestiegen.

Kilimandscharo (Afrika), 5895 Meter Der höchste Gipfel Afrikas liegt rund 340 Kilometer südlich des Äquators an der Grenze zwischen Kenia und Tansania. Kilimandscharo heisst auf Swahili «Berg des bösen Geistes». Die erste Besteigung gelang 1889. Das Landschaftsbild ist auf typischen Vulkankegeln rundherum ähnlich. Technisch bietet der Kilimandscharo kaum Schwierigkeiten, die Hauptroute ist ein Wanderweg – allerdings bis auf fast 6000 Meter Höhe! Wegen des extremen Klimawechsels von tropisch bis zu arktisch stellt er jedoch eine nicht zu unterschätzende Belastung des Kreislaufsystems dar.

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Mount McKinley (Nordamerika), 6195 Meter Der Mount McKinley befindet sich in Alaska, nur etwa 160 Kilometer südlich des Polarkreises. Die erste Besteigung erfolgte 1913 vom amerikanisch-britischen Forscher Hudson Stuck und seinen Begleitern. Der kälteste Berg der Erde erfordert wegen seiner exponierten Lage spezielle Ausrüstung und Insiderwissen. Die Expedition erfordert Teamgeist und höchste Einsatzbereitschaft.

Aconcagua (Südamerika), 6962 Meter Der Aconcagua, höchster Gipfel Südamerikas, liegt in den argentinischen Anden an der Grenze zu Chile. Er wurde im Januar 1897 vom Schweizer Matthias Zurbriggen erstbestiegen. Früher häufig noch als einziger 7000er ausserhalb Asiens bezeichnet, ergaben genauere Messungen jedoch, dass dem Bergriesen 38 Meter zu dieser «Ehre» fehlen. – Der Aconcagua liegt vollständig auf argentinischem Staatsgebiet, gilt als alpinistisch nicht sehr schwer, wird aber häufig unterschätzt.

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Mount Everest (Asien), 8848 Meter Der höchste Berg der Erde befindet sich im Himalaya in Nepal, an der Grenze zu Tibet. Bei den Einheimischen heisst er Qomolangma (Mutter des Universums). 1865 gab man ihm den Namen Everest zu Ehren von Sir George Everest, dem britischen Chefgeometer in Indien. Seit Anfang der 1920er Jahre wurde versucht, den Everest zu besteigen. Aber erst 1953 gelangen dem Neuseeländer Edmund Hillary und Sherpa Tenzing Norgay die Erstbesteigung. Es gibt im Wesentlichen zwei Normalwege, einen von Norden, also von China/Tibet aus, und die klassische Route der Erstbesteiger von Süden, von Nepal aus. Ehrfurcht vor dem höchsten Berg der Welt Hoch oben auf dem «Dach der Welt» ist die Aussicht geprägt von atemberaubender Natur und spektakulären Bergkulissen, dennoch ist Tibet kein ganz einfaches Reiseland. Es herrschen extreme klimatische Bedingungen und anstrengende Luftverhältnisse. Auch wenn der Dalai Lama in der westlichen Welt fast schon Kultstatus geniesst, ist der buddhistische Mönchsalltag ein anderer: Aufregung, Hektik und regsames Treiben sucht man vergebens. Tibet ist damit nicht nur eine Reise an einen magischen Ort, sondern oft auch eine Reise zu sich selbst. Auge in Auge mit dem Qomolangma – Mount Everest –, der mit unvorstellbaren 8848 Meter der höchste Berg der Welt ist, kommen den Gästen Tibets die weltlichen Sorgen des Alltags plötzlich ganz klein vor. Ganz gleich ob heilige Flüsse und Seen, über 100 Kulturstätten oder die bunten Gewänder und Bräuche der Mönche – man kann sich der tibetischen Faszination nur schwer entziehen. Nirgendwo sonst auf der Erde besteht eine so besondere Symbiose aus Natur und Kultur, die spürbar auch in das Blut der Einheimischen übergegangen ist.

Der Mount Everest – sagenumwobener höchster Berg der Welt Nahezu unerreichbar. Nur Helden war es vorbehalten, seinen Gipfel zu erklimmen. Sir Edmund Hillary wurde nach der Erstbesteigung von der Queen zum Ritter geschlagen. Heute verkommt der einst mythische Berg leider zum Rummelplatz. Für viele Bergsteiger, auch ungeübte, ist es ein Traum, den höchsten Berg der Erde zu erklimmen. Mehr als 3000-mal wurde der Gipfel seit Hillarys Erstbesteigung seitdem erklommen – mit der traurigen Bilanz von fast 250 Menschen, die an ihrem Traum gescheitert sind. Sie sind auf der Suche nach dem Abenteuer. Viele aus sportlichem Ehrgeiz, viele, weil sie auf der Suche nach ihren Grenzen neue Extreme suchen. Das Ergebnis ist eine aberwitzige Jagd nach neuen Rekorden, zu denen viele gar nicht fähig sind. Dadurch ist zu erwarten – und mittlerweile schon eingetroffen –, dass in absehbarer Zeit die Abenteurer sich auf dem 8000er gegenseitig auf die Füsse steigen werden. Mittlerweile sind einige bizarre Ereignisse in der Geschichte des Mount Everest zu verbuchen. Zunächst fuhr jemand auf einem Snowboard den Berg hinunter, auf ihn folgten zwei Paraglider, das erste Playboy-Model und der erste Mensch, der sich auf dem Gipfel fast nackt ausgezogen hat. Rekorde und Kommerz – ein Erscheinungsbild des neuen Abenteurertums, das stets neue Herausforderungen sucht. Leider verkommt der Berg bei dem ganzen Kommerz auch zu einer Müllhalde. Seit dem Jahr 2000 haben die kommerziellen Expeditionen schätzungsweise neun Tonnen Müll hinterlassen. Ehrfurcht, aber mit Respektlosigkeit gegenüber einem der beeindruckendsten Gipfel dieser Welt.

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VORSCHAU & IMPRESSUM

Vorschau Volume 8

Impressum

Thailand

Publisher Francesco J. Ciringione Owner Prestige Media AG Publishing Director Boris Jaeggi // b.jaeggi@prestigemedia.ch Sales Boris Jaeggi

Lichterfest in Thailand Das Loy-Krathong-Fest ist eines stimmungsvollsten Feste, die in Thailand gefeiert werden. In der Vollmondnacht des 12. Mondmonats verwandeln sich die Flüsse und Kanäle in wahre Lichtergärten. Feierlich werden mit einem leichten Stoss lotosförmige Blätterschiffchen, sogenannte «Krathongs», ins Wasser gesetzt und auf die Reise geschickt. Auch unsere Redaktorin schickte mit dem Floss allen Ärger und Seelenschmerz auf die Reise.

Art Direction Lea Röttger

REDAKTION Editor in Chief Yvonne Beck // y.beck@prestigemedia.ch Text Chef Joos D. Kündig, Reportagen

Marokko

Ahmad Allahgholi, Yvonne Beck, Lone Halvorsen, Thomas Hauer, Joos D. Kündig, Esther Kunz, Angelika Möller, Lilly Steffen, Angelika Schwaff, Helena Ugrenovic, Fabienne Bünzli

Titelbild Jorge Moro Fotos Shutterstock, Deutsche Tourismus Zentrale, Yvonne Beck, Thomas Hauer, Hotel Indigo Pearl, Air Berlin, Reisebüro Mittelthurgau AG, Badrutts Palace, Qatar Airways, Four Seasons Hotel, Taschen Verlag, Knesebeck Verlag, Baros Maldives Resort, Peninsula Hotels, Hotel Bad Bubendorf, Schloss am Wörthersee, Packeasy GmbH, Schöffel Sportbekleidung GmbH, Pure, Hotel Kristina

Blockbuster aus der Wüste Ein jeder kennt den von Humphrey Bogart gesprochenen Satz: «Schau mir in die Augen, Kleines» und der Film «Casablanca» sicherte der Stadt in Marokko einen festen Platz in der Filmgeschichte. Dass jedoch im Süden des Landes auch James-BondFilme, «Lawrence of Arabia», «Games of Thorns», «Asterix» und «Babel» gedreht wurden, wissen nur die wenigsten. Unsere Redaktorin begab sich in die Wüste Marokkos auf den Spuren von «Gladiator» und Co.

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Lektor Andreas Probst Head of Production Lea Röttger

SITZ Prestige Media AG, Bösch 73, CH-6331 Hünenberg

VERLAG / PRODUKTION Prestige Media AG, Leimgrubenweg 4, CH-4053 Basel Telefon 0041 61 335 60 80, Telefax 0041 61 335 60 88

Schweiz, Österreich & Deutschland

info@prestigemedia.ch, www.prestigemedia.ch Web Support Dejan Djokic Koordination Serpil Dursun

Zuhause und zu Besuch bei den Nachbarn Warum in die Ferne streifen, wenn das Gute so nahe liegt? Was kann man in der Schweiz, in Österreich und Deutschland alles erleben? Vom Lamatrekking über Klosterbesuche bis zu Wildwassertouren – im eigenen Land und in den Nachbarländern sind die Freizeitmöglichkeiten schier unerschöpflich.

Jahresabo CHF 39.– (E-Mail an: info@prestigemedia.ch) Erscheinungsweise vierteljährlich Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von Redaktion und Verlag jede Haftung abgelehnt.

Freuen Sie sich mit uns auf die im Dezember 2012 erscheinende Ausgabe mit vielen spannenden Themen und Geschichten rund um den Globus.

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Davide T., Kunde der Credit Suisse Hainbuche in Bern

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