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VOLUME 5

TRAVEL & SAVOIR VIVRE

Verona Weihestätte ewiger Liebe PALM SPRINGS // GRIECHENLAND // RUMÄNIEN // CASABLANCA


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EDITORIAL

Frühlingsgefühle und Reiselust Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser Die Menschen lechzen nach Licht, gehen spazieren, füllen die Strassencafés und geniessen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen – der Frühling ist da! Auch wenn die Gipfel der Berge sich noch mit Schneehauben präsentieren, spriesst und blüht es überall in der Natur. Zeit, sich wieder aufzumachen, um die Welt zu erkunden. Unser Redaktionsteam stellt Ihnen einige der schönsten und spannendsten Ferienziele der Welt vor. Viele davon liegen quasi nur um die Ecke, für andere muss man schon mal einen Ozean überqueren. Allen gemein ist jedoch, dass sie uns immer wieder aufs Neue zeigen, wie bunt und vielfältig unser Globus doch ist. Einen Schwerpunkt dieser Ausgabe bildet «Reisen mit Sinn». Zum einen waren wir auf dem Jakobsweg unterwegs, den vor uns schon tausende von Pilgern beschritten haben, unter ihnen Prominente wie Shirley MacLaine, Paulo Coelho oder Hape Kerkeling. Er zieht sich über 700 Kilometer von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Schon im Mittelalter war er neben den Wallfahrten nach Rom und Jerusalem einer der wichtigsten Pilgerwege. Die Wanderung auf dem Jakobsweg ist mit Entbehrungen und spirituellen Prüfungen verbunden. Und doch wird man um einiges reicher von dieser Reise zurückkommen, denn sie ist vor allem eins – eine Reise zu sich selbst. Reisen mit gutem Gewissen. Aufbrechen, um in Not geratenen Menschen oder Tieren zu helfen. Unterwegs sein, um die Welt etwas besser zu machen. Kurz gesagt: Ferien mit einem Volunteering-Programm zu verbinden, zu ergänzen, ist eine andere Form des Reisens für eine bessere Welt. Wir stellen Ihnen einige Projekte vor, die dem Frieden, der Gesundheit anderer und der Umwelt zugute kommen. Doch jede Reise hat einen Sinn, auch wenn sie keine Projekte unterstützt oder spiritueller Art ist. Denn wie schon Oscar Wilde sagte: «Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf.» In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein spannendes Lesevergnügen und viele Inspirationen für Ihre nächsten ganz individuellen Reiseabenteuer.

Francesco J. Ciringione Verleger

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Yvonne Beck Chefredaktorin


INHALT

Inhalt Editorial ................................................................................... 11

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SPECIAL DESTINATIONS

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Palm Springs .......................................................................... 16 Schillernde Wüstenoase mit Hollywood-Glanz

Griechische Inseln ...................................................................... 22 Eine wundersame mediterrane Odyssee

Die Blumeninsel .......................................................................... 30

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Madeira

SHORT CUTS Travel News ................................................................................... 36 News & Shorties

HOTELS Adlon ............................................................................................... 38 Berliner Hotelikone

Villa Giulia .................................................................................... 42

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Italienisches Liebesnest

CITY & CULTURE

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Die Weihestätte ewiger Liebe .............................................. 44 Mit dem Namen Verona

Culture News ................................................................................ 52 Die «schönsten» Kunststätten der Welt

James Rizzi ................................................................................... 56 Watching Sports in New York

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INHALT

TRAVEL GADGETS Auf zu neuen Taten ................................................................... 64 Kamera, Sonnenbrillen und Reisekoffer

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FOOD LOUNGE Apulien und Oliven .................................................................. 66 Ambiente und Orient

Traum von der «Alchimia» .................................................... 72 Design und Ambiente

Simon Taxacher .......................................................................... 76 Perfektionistische Akribie

Macau ............................................................................................... 80 Das grösste Restaurant der Welt

Food News ..................................................................................... 86 Wissenswertes für Geniesser

LOST & FOUND Zu Besuch beim König der Vampire ................................ 88 Unterwegs in Rumänien

72

Places to see .................................................................................. 94 Besonders sehenswert!

Casablanca .................................................................................... 98

94

As Time Goes By

AIR, ROAD & SEA Die First Class auf Rädern .................................................. 106 Car Rouge

Kolumne ....................................................................................... 108 Das Interesse an Kreuzfahrten ist ungebrochen

Tausend Kilometer zum Geniessen ................................ 110 Eine Reise ins Schlaraffenland

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Die Räthische Bahn im Jahr des Wassers .................... 112 Auf zu neuen Abenteuern

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INHALT

ADVENTURE & SPORT

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Hot Spots ..................................................................................... 114 Cliff Diving, Crossgolf, Sandboarden

It's all about Boards ................................................................ 118 Céline Gehret

Golfen ............................................................................................ 122 Im Engadin

Reisen für eine bessere Welt .............................................. 126 Volunteering

PURE LIFE Spa News ...................................................................................... 130 Entspannung und Erholung pur

114

Jakobsweg ................................................................................... 132 Der Weg ist das Ziel

BOOKS & MORE Inseln, Camper, Tauchen .................................................... 138 Lesenswertes und Informatives

UNIQUE Korallenriffe .............................................................................. 140 Die Wälder der Meere

Die Reise der Liebenden ...................................................... 148 Honeymoon

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Vorschau & Impressum ............................................................. 154

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SPECIAL DESTINATIONS

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SPECIAL DESTINATIONS

Palm Springs Schillernde Wüstenoase mit Hollywood-Glanz von Yvonne Beck

Palm Springs: Mekka für «Mid-Century Modern»Fans und Erholungsoase der Stars. Das HollywoodRefugium Palm Springs erstrahlt im nostalgischen Glanz der Fünfziger.

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SPECIAL DESTINATIONS

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verlaufenden Interstates dickflüssig voranquält. Und viele der Wochenendurlauber haben das langgestreckte Coachella Valley zum Ziel, allen voran Palm Springs, denn es eignet sich bestens als Ausgangspunkt für Touren in die umliegenden Wüstenregionen und den Joshua Tree National Park.

Am Pool mit Marilyn Hier sonnten sich Hollywood-Legenden von Kirk Douglas bis Frank Sinatra. In Palm Springs amüsierten sich Komiker wie die Marx Brothers und Charlie Chaplin. John F. Kennedy übernachtete zufällig im selben Hotel wie Marilyn Monroe. Die Schauspielerin wurde einst am Pool eines Tennisclubs in Palm Springs entdeckt und die Stadtverwaltung leistete sich einen Ehrenbürgermeister namens Bob Hope, dem später der Cher-Ehemann Sonny Bono als gewählter Amtsinhaber folgte. Auch heute hat Palm Springs noch viele gut situierte Einwohner, die sich eines luxuriösen Lebensstils erfreuen. So ist die Wüstengemeinde beliebtes Wochenendziel städtischer Yuppies und Stars wie Nicole Kidman, Samuel L. Jackson, Kevin Spacey, Angelina Jolie und Brad Pitt. Und so wundert es nicht, dass, wenn sich Los Angeles am Freitagnachmittag ins Wochenende verabschiedet, sich der Verkehr aus dem Ballungsgebiet der Millionenmetropole hauptsächlich auf den nach Osten

Wer sich für die VIPs aus den guten alten goldenen Zeiten interessiert, informiert sich am besten auf dem Palm Springs Walk of Stars. Ähnlich wie auf dem Hollywood Walk of Fame sind entlang dem Canyon Drive, Tahquitz Canyon Way und Museum Drive mit in die Gehsteige eingelegten Marmorsteinen knapp 300 Berühmtheiten von Lauren Bacall, Rock Hudson, Catherine Deneuve bis Marlene Dietrich verewigt, die sich auf die eine oder andere Weise um Palm Springs verdient gemacht haben. In Bronze gegossen beobachtet hingegen Sonny Bono auf dem Rande eines Brunnens sitzend das Treiben auf dem South Palm Canyon Drive, zwischen Arnado und Bariston Road. Palm Springs ehrte den ehemaligen Kopf der Stadtverwaltung, der als Interpret von «I Got You Babe» international bekannt wurde, damit für sein Engagement für die Stadt. Der 1998 bei einem Skiunfall am Lake Tahoe ums Leben gekommene ehemalige Promibürgermeister legte grossen Wert darauf, die geruhsame Golfoase nicht zu sehr zu kommerzialisieren. Als Studenten Palm Springs für ihre berühmt-berüchtigten Spring-Break-Semesterferien auserwählten, verbot er die meist

ie Attraktivität von Palm Springs am nordwestlichen Ende des Coachella Valley ist kein neues Phänomen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Heilwiese für Lungenkranke, entwickelte sich die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts zum verschlafenen Refugium Golfschläger schwingender Pensionäre und seit den 1930er Jahren zur winterlichen Sonnenbank berühmter Hollywood-Ikonen.

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klaren, einfachen Linien und allen technischen Annehmlichkeiten. Noch heute ist dieses Haus eines der besten Beispiele des «kalifornischen Stils». Jahrelang residierte der Sänger Barry Manilow in diesem minimalen Kultobjekt der Mid-Century-Modern-Architektur. Zudem prägte die Architektur Frank Lloyd Wrights und des in der Schweiz geborenen Albert Frey bald die privaten Wohnsiedlungen von Palm Springs. Letzterer schuf zudem das am Palm Canyon Drive gelegene Visitors Center. Heute werden die einstigen Villen und Bungalows der Stars meist von Agenturen an Urlauber vermietet. Denn so manch einer möchte gerne einmal im Bett von Marilyn Monroe schlafen oder im gleichen Pool schwimmen wie Liz Taylor. Besonders beliebt ist das Haus von Dinah Shore mit acht Schlafzimmern und vielen Reliquien der 50er Jahre. Die blonde Südstaatenschönheit war in den fünfziger, sechziger, siebziger Jahren als TV-Entertainerin und Sängerin so populär wie Doris Day. Sie sang in ihrer Nachmittagsshow mit Frank Sinatra im Duett, spielte Golf wie ein Profi und lebte mit dem Westerndarsteller George Montgomery zusammen. Palm Springs benannte sogar eine Strasse nach seiner liebsten Einwohnerin. Ferien zu machen in solch einem Haus, ist wie eine Reise zurück in die Glanzzeiten Hollywoods. Die meisten Häuser wurden liebevoll renoviert, ganz im Stil der Zeit. Und fast jedes hält kleine Anekdoten und Geschichten bereit. Ein Riss im Waschbecken stammt von einer Champagner-Flasche, die Ava Gardner rasend vor Eifersucht nach Frank Sinatra warf, hinter

in unrühmliche Saufgelage ausufernden Festivitäten schlichtweg. Jedoch etablierte er auch das renommierte «Palm Springs International Film Festival», das jährlich Tausende in die Wüstenstadt zieht. Palm Springs ist eine schillernde Stadt, die stolz ist auf ihre Historie, aber auch ihre Toleranz und liberale Tradition. Dutzende spezieller Gay-Hotels und -Bars locken Wochenende für Wochenende reiche Städter in die Wüste. Architektur-Mekka In Palm Springs können Urlauber die ehemaligen Villen von Hollywood-Stars bewohnen oder besuchen und dabei auch hinter die Fassaden mancher Glamourehe schauen. Der Hort dafür ist die sogenannte Movie Colony. Cary Grant war einer der Ersten, die es nach Palm Springs zog, und ihm folgte eine bis heute nicht abreissende Schar Stars. Frank Sinatra und seine Freunde, die «Rat Pack», waren zusammen mit Superreichen wie Walt Disney ein werbewirksames Aushängeschild. In den fünfziger Jahren begannen sie, hier Häuser zu bauen, und verwandelten Palm Springs in eine bemerkenswerte Bauausstellung für moderne Architektur. Das Ehepaar Kaufmann, das sich in Pennsylvania eines der berühmtesten Architekturdenkmäler der Moderne, das Wohnhaus «Falling Water» von Frank Lloyd Wright, hatte bauen lassen, beauftragte in Palm Springs Richard Neutra. Neutra baute ihnen ein Glashaus mit

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SPECIAL DESTINATIONS

auch auf den stilvollen Luxus. Mit 117 Golfplätzen, 130 Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel, noch mehr Zweitvillen reicher Amerikaner, wöchentlichem Strassenfest und jährlich 360 Tage mit Sonnenschein lässt es sich perfekt darin schwelgen. Denn trotz Glamour, Geld und Luxus ist Palm Springs nicht laut, sondern beschaulich. Es gibt in der 45ʼ000 Einwohner zählenden Stadt weder Hochhäuser noch riesige Einkaufszentren. Stattdessen herrscht gediegene Kleinstadt-Atmosphäre, in der man sich auf dem Golfplatz vergnügt oder am Pool relaxt. Palm Springs ist heute noch so gemütlich wie in den Fünfzigern. Und warm ist es. Zehn Grad wärmer als in Los Angeles – das muss man einfach grossartig finden, vor allem im Winter.

einer Hecke trafen sich heimlich Dinah und Frank zum Stelldichein, und in diesem Pool wurde Norma Jean Baker entdeckt, die als Marilyn Monroe weltberühmt wurde. Und wenn im Garten vor Frank Sinatras palmengesäumter Villa die Stars-and-Stripes gehisst wurden, bedeutete das: «Tini Time! Come over!», Signal für die illustre Nachbarschaft, sich doch bitte herüberzubemühen, da die Martini-Cocktails fertig waren. Zwischen Kleinstadtflair und Hollywood-Glamour Mit neu entflammter Begeisterung für den Mid-Century-Stil erlebt dieses riesige Freilichtmuseum eine längst verdiente Renaissance. Die meisten der Ferienhäuser aus den Dreissiger- bis Sechzigerjahren sind noch heute im Originalzustand erhalten. Besonders beeindruckend ist Albert Freys Junggesellenbude auf einem Felsvorsprung über Palm Springs. Nur 70 Quadratmeter gross, aber um einen riesigen Felsbrocken herum gebaut, der genial in den Raum integriert wurde, und unter alldem liegt die Stadt. Das Haus steht heute jedoch unter Denkmalschutz und ist für Feriengäste leider nicht mehr offen. Dafür kann man jedoch beispielsweise in Elvis Presleys Honeymoon-Villa Urlaub machen. Das hat jedoch alles seinen Preis. Preiswerter sind hingegen die sogenannten Alexander-Bungalows: Das Vater-Sohn-Architektenteam George und Robert Alexander stellte in den Vierzigerjahren mit schlichten, preiswerten Häusern sicher, dass sich auch ganz normale Leute in der Oase eine schöne Zeit machen konnten. Klar, simpel, ohne Keller, dafür mit Autostellplätzen vor dem Haus.

Nice to know

Von der Wüste in den Schnee Vielleicht gleicht Palm Springs in vielem einer typischen amerikanischen Kleinstadt. Weit dagegen sind der Himmel und der Blick in die Wüstenlandschaft. Wer mag, kann mit einer modernen Seilbahn von Palm Springs auf 2700 Meter Höhe in die Berge des Naturschutzgebietes Mount San Jacinto hinauffahren. Von oben ist der Blick über Palm Springs und die Mojave-Wüste spektakulär. Man sollte sich allerdings warm anziehen, denn auf den Bergen ist es fast 20 Grad kälter als unten in der Wüste, im Winter und im Frühjahr liegt dort noch Schnee. Die Fahrt mit der Aerial Tramway ist fast so, als reise man in einer Viertelstunde von Kalifornien nach Alaska. So kann man auf dem Berg im Schnee spazierengehen, während im Tal und an den Hängen die Menschen ihre Pools geniessen.

2006 hat es Palm Springs nicht nur auf die Liste der zwölf erhaltenswerten Stätten Amerikas geschafft, sondern besinnt sich heute

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Griechische Inseln Eine wundersame mediterrane Odyssee von Ahmad Allagholi

Auf den Spuren der Antike bereisen wir die griechischen Inseln. Gespannt auf die ursprünglichen Traditionen, die mediterrane Küche und die einzigartige Architektur, könnte jeder Reisende eine Ewigkeit in dieser faszinierenden Welt der Mythologie verbringen.

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Am nächsten Tag mieten wir ein Auto und begeben uns an den Strand des südlichen Teils der Insel, wo Caretta-Schildkröten zu finden sind. Es ist erfreulich zu sehen, wie hier ein guter Mittelweg zwischen Tourismus und dem Schutz der gefährdeten Tiere gefunden wurde. Unter Aufsicht und Befolgung strenger Regeln verbringen wir den Nachmittag am Strand. Schildkröten waren keine anwesend, wohl aber eingezäunte Parzellen, wo ihre Eier vergraben sind. Nach einer langen Nacht zusammen mit vielen Stechmücken geht die Reise in Richtung Norden weiter. Durch grüne Wälder und viele Olivenhaine kommen wir immer wieder durch grosse Gebiete, welche von sommerlichen Hitzebränden heimgesucht wurden. Unser Ziel ist eine ganz spezielle Bucht, welche in keinem Reiseführer über Zakynthos fehlen darf: «der Strand mit dem Schiffswrack». Wir entscheiden uns für den Aussichtspunkt etwas weiter oben über der Bucht. Sämtliche Erwartungen werden übertroffen. Das sagenumwobene Wrack, fast schon wie platziert am Strand, umgeben vom Meer mit unglaublich schönen Farbenspielen – von dunklem Blau bis in hellstes Türkis –, eingebettet in die tief abfallende weisse Kalksteinküste. Dieses Bild raubt jedem Besucher den Atem. Nur schwer trennen wir uns von diesem so wundervollen Ort und fahren zum nordöstlichsten Punkt der Insel, dem Leuchtturm. Unweit davon gibt es ein sehr idyllisches Hotel in Form einer Windmühle, mit Aus-

rotz dem Einfluss verschiedener Kulturen sind immer wieder der griechische Stolz auf das eigene Land, die Wiege der Demokratie und der Ursprung vieler Künste und Wissenschaften zu spüren. Wir besuchen zu Beginn die Insel Zakynthos im Ionischen Meer, westlich vom griechischen Festland. Anschliessend begeben wir uns via die Halbinsel Peloponnes über den Kanal von Korinth bis nach Athen. Dort besteigen wir eine der grossen Fähren, welche uns zur Inselgruppe der Kykladen bringt. Wir besuchen Paros, machen einen Abstecher zur atemberaubenden Vulkaninsel Santorini und besuchen anschliessend noch Kreta, die grösste und südlichste Insel Griechenlands. Ökologischer Tourismus Zuerst landen wir in Zakynthos, welches von den Einheimischen Zante genannt wird. Unweit der gleichnamigen Hauptstadt fahren wir mit einem Taxi zum idyllischen Hafen, in welchem wir erst mal einen «Nescafé Frappé me ghala ke me poli zakhari» bestellen (Nescafé Frappé mit Milch und viel Zucker). Ein fast schon traditionelles Sommergetränk, welches wach macht und gleichzeitig abkühlt. Ausserdem kommt es bei den Griechen immer sehr gut an, wenn man sich in ihrer Landessprache ausdrückt. Nach einem kurzen Besuch im venezianischen Fort, welches die Hafenstadt überragt, suchen wir uns eine kleine Herberge zum Übernachten.

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Paros. Wir fühlen eine friedliche und idyllische Stimmung, Gastfreundschaft und gutes Essen werden auch hier gross geschrieben. Die vielen Besucher, die sich über die Partymeilen, wie zum Beispiel in Mykonos oder Kos, ergiessen, gibt es hier nicht. Ein perfekter Ort, um sich zurückzuziehen, Energie zu tanken und die Seele baumeln zu lassen. Es gibt relativ gut vernetzte Busverbindungen zu umliegenden Dörfchen und Stränden. Der Abstecher auf Antiparos, der noch ruhigeren «kleinen Schwester» von Paros, ist ebenfalls einen Tagesausflug wert.

sicht auf die blauen Höhlen, welche an dieser Küstenregion zu finden sind. Es dauert circa zehn Minuten, um die enorm steil abfallende Küste hinabzuklettern, um an das Ufer zu gelangen. Während des Abstiegs sehen wir unweit vom Ufer eine Kreatur im Wasser, welche schwer zu identifizieren ist. Ein Delphin? Ein kleiner Wal? Eine Schildkröte? Es stellt sich schliesslich heraus, dass in einer der blauen Höhlen eine Familie von Seehunden lebt. Was für eine wundervolle Überraschung. Auf zur nächsten Insel Im Hafen von Zakynthos gehen wir an Bord der Fähre nach Patras. Von dort bis nach Piräus, dem Hafen von Athen, sind es einige Stunden Busfahrt. Früh am nächsten Morgen besteigen wir eine der grossen Fähren, welche hier zahlreich verkehren und Teil eines gut organisierten Schifflinien-Netzwerkes im Ägäischen Meer sind. Die Fahrt ist langsam, aber sehr angenehm. Die Sonne strahlt grell vom Himmel und das Blau des Meeres scheint intensiver als sonst wo. Jeder Grieche würde dies sicherlich bestätigen. Nach circa fünf Stunden laufen wir im Hafen von Paros ein und erkennen sofort den sehr unterschiedlichen Charakter dieser Insel. Die berühmten weissen Häuserkuben, eingebettet in die karge Landschaft, bilden hier das Hauptaugenmerk. Wir finden eine kleine und liebevoll eingerichtete Herberge in Naousa, im Norden von

Das nächste Ziel ist die Insel Santorini. Dass dies technisch eigentlich eine falsche Bezeichnung ist, erkennen wir nach vier Stunden Fahrt, als die Fähre in den Krater eines versunkenen Vulkanes einfährt. Man ist hin und her gerissen zwischen einer leichten Angst und der unglaublichen Kulisse mit den wunderschönen, in den Kraterhang gebauten weissen Häusern. Dies ist ein weiterer wirklich atemberaubender Ort. Viele Geschichten ranken sich darum, zum Beispiel, dass sich das versunkene Atlantis am Fusse des Vulkans befinden soll. Nach unserer Einquartierung in einer kleinen Herberge im Hauptort Fira geben wir uns einem dieser wunderschönen Sonnenuntergänge hin. Selten haben wir die Sonne so gross, in so vielen Farben und so langsam untergehen sehen wie hier. Ein unvergesslicher Moment. Am nächsten Tag schlendern

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ÂŤDas Griechische, es ist Symbol eines besonderen, Ruhe und Klarheit, Mass und Form, Leben und Gestalt,

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selten erfüllten Seelenzustands: Stille und Einfalt, es ist mild aufschimmerndes Hoffnungslicht.»

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genen Hafenstädchen Chania. Der starke venezianische Architekturimpuls haucht der schönsten Stadt Kretas eine traumhafte Atmosphäre ein, die Moschee im Hafen mischt eine nahöstliche Note bei. Häuser wurden stilvoll restauriert und zu Restaurants, Shops, Boutiquen und Hotels umfunktioniert. Gerne verbringt man hier ein paar Tage. Mit einem kleinen gemieteten 4x4-Jeep machen wir uns weiter in Richtung Westen auf, mit dem Ziel Gramvousa-Halbinsel nördlich von Kissamos. Die lange und steinige Fahrt ist lohnens- und der 4x4 empfehlenswert. Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir einen ziemlich verlassenen Strand mit wenigen Sonnenschirmen und ein paar Ausflugsbooten. Eines ist von Anfang an klar: An diesem Strand gibt es mehr Ziegen als Menschen. Fernab von jeglicher Zivilisation verbringen wir den Nachmittag mit sonnen und schnorcheln und lassen diese eindrückliche Kulisse auf uns wirken. Am nächsten Tag fahren wir der Küste entlang in den südwestlichen Teil von Kreta. Hier erwartet uns ein endloser weisser Strand mit vielen kleinen Dünen. Etwa 50 Meter vom Strand hinaus ins Meer befindet sich die Elafonisi-Insel, zur welcher man durch das türkisblaue Wasser waten kann. Ein wahrhaft strahlender Schlusspunkt unserer wunderschönen Griechenland-Reise.

wir durch die unzähligen engen Gassen, welche sich auch hier in der nördlichen Ortschaft Oia der Kraterwand entlangziehen. Jedes kleinste Detail, sei es architektonisch, kulinarisch oder einfach nur die Aussicht, beflügelt die Herzen sämtlicher Besucher. Und deren sind viele hier, so viele, dass wir uns trotz aller Schönheit nach drei Tagen von hier verabschieden. Big Kreta Zurück im Hafen, besteigen wir nun eine der unübersehbaren roten Speed Ferries, welche uns zur letzten Insel unserer Reiseroute bringen wird: Kreta. Die grösste Insel Griechenlands scheint wie ein eigenes Land. Einst bewohnt durch die Minoer, ein hochkultiviertes Volk der Antike, werden hier kulinarische, musikalische und gastfreundliche Traditionen auf sehr hohem Niveau gelebt. Angekommen in der Hafenstadt Heraklio, sind die Minoischen Paläste ein Muss. Man wird Zeuge, wie weit man im griechischen Altertum schon entwickelt war. Hier ist auch die Scheibe aus Knossos ausgestellt, welche einen Durchmesser von zwei Metern hat und beidseitig mit Hieroglyphen beschriftet ist, welche sonst nirgendwo bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden. Der Bus bringt uns in Richtung Westen bis zum idyllisch gele-

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Die Blumeninsel Madeira von Lilly Steffen

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Schon der Name klingt exotisch – Madeira! Und das mit Recht, sowohl was das Lebensgefühl betrifft als auch die bizarren Vulkanlandschaften mit unglaublich üppiger Vegetation.

adeira hat viele Gesichter, ein prägendes ist die wilde, oft geradezu unbändige Inselnatur, die es zu einem Eldorado für Naturliebhaber macht. Ortschaften gibt es fast nur in Küstennähe. Unvorstellbar steil ziehen sich dahinter Felswände und durch winzige Felder terrassierte Hänge ins Gebirge im Inselinneren hinauf. Oben ist das Klima rau. Sommerliche Wärme und Sonnenschein werden innerhalb kürzester Zeit durch Nebelschwaden, Regen oder gar Schnee abgelöst. Diese Landschaft ist ein Paradies für Naturfreunde. Kein Wunder, dass Madeira immer mehr zu einem Ziel des Ökotourismus wird. Und dieser spielt sich nicht nur an Land, sondern auch zu Wasser ab. Eine eigentliche Badedestination ist Madeira nie gewesen. Die ersten Reisenden, allen voran Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi), kamen wegen des milden Winterklimas und machten die Insel dadurch berühmt. Heute erstreckt sich die Saison zwar auf das ganze Jahr, doch steht Baden wegen fehlender Strände nach wie vor im Schatten anderer Urlaubsbetätigungen, was Madeira von den negativen Seiten des Massentourismus bewahrt hat.

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Faszinierende Riesen der Meere Früher wurde von Madeira aus Walfang betrieben. Heute stehen Wale und Delfine in den Gewässern rund um die Insel unter strengem Schutz. Whalewatching liegt im Trend. Seit die Wale in Ruhe gelassen werden, nimmt ihre Scheu vor Menschen ab. Vier Arten werden regelmässig beobachtet: Pottwal, Finnwal, Seiwal und kleine Schnabelwale. Wesentlich häufiger bekommt man jedoch Delfine vor Auge und Kamera. Sie sind so zutraulich, dass oft ganze Familien längere Zeit ein Boot begleiten. Zu ihnen zählen Grind- und Pilotwale, die oft in Scharen auftreten, aber auch zum Beispiel Rissosdelfine und der Grosse Tümmler. Letzterer gilt als besonders intelligent und avancierte zum Star der Fernsehserie «Flipper». Ab den Jachthäfen laufen jeden Tag Boote zu ganz- oder halbtägigen Ausflugsfahrten aus. Bei einigen Touren wird unterwegs eine Badepause eingelegt. Es besteht die Qual der Wahl zwischen einem klassischen Ausflugsboot, Motorseglern, Glasbodenbooten oder den Segel-Katamaranen. «Sanftes Whalewatching» mit der Familie des letzten Walfängers bietet der Veranstalter Rota dos Cetáceos, welches in Begleitung eines Meeresbiologen stattfindet (www.rota-dos-cetaceos.pt). Ab Calheta Hafen unternimmt Skipper Rafael, der gut Deutsch spricht, mit

seinem traditionellen Fischerboot «Ribera Brava» Fahrten zum Whalewatching. An bestimmten Terminen ist auch ein deutscher Meeresbiologe an Bord (www.lobosonda.com). Wer selber ins Wasser springt, tut gut daran, einen Schnorchel dabei zu haben. Denn unter der Oberfläche eröffnen sich facettenreiche Welten. Seltene Vögel im Lorbeerwald und Gebirgsmassiv Doch nicht nur im und unter Wasser gibt es einiges zu erkunden. Als Parque Natural da Madeira stehen weite Teile des Archipels unter Naturschutz. Zwei noch weitgehend naturnahe Lebensräume, die zentralen Gebirgsmassive und der Lorbeerwald, verdienen besonderer Beachtung. In den zwei Gebirgsmassiven – dem Gipfelkamm im Zentrum der Insel und der Hochebene Paúl da Serra im Westen – stehen alle Bereiche oberhalb von 1300 Meter unter Schutz. Diese Zone schliesst im Norden nahtlos an den Lorbeerwald an. Diesen Wald erklärte die UNESCO 1999 zum Weltnaturerbe. Derartige Wälder gibt es ansonsten nur auf den Kanaren und den Azoren. Nirgendwo ist die verbliebene Fläche allerdings so gross wie auf Madeira, wo sie heute noch 150 Quadratkilometer – etwa 20 Prozent der Insel – bedeckt. Der üppige, immergrüne Lorbeerwald erinnert an tropische Regenwälder. Jedoch ist er

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geführte Touren in kleinen Gruppen sowie nächtliche Expeditionen zu den Madeira-Sturmvögeln. Wer sich auf eigene Faust auf die Pirsch machen will, sollte sich mit einer SPEA-Karte ausstatten, in denen Beobachtungsstellen verzeichnet sind. Zeichnungen und Texte in Englisch ermöglichen die Identifizierung von jeweils über dreissig Vogelarten.

vor Jahrmillionen aus Mitteleuropa eingewandert, wo es in einem wärmeren, feuchteren Klima als heute ähnliche Wälder gab. Viele empfindliche Pflanzenarten starben dort während der Eiszeit aus. Nur auf den milderen Atlantikinseln konnten sie sich behaupten. Der Lorbeerwald ist also eine Art lebendes Fossil. Auch für Ornithologen ist Madeira ein Paradies. Birdwatching hat ganzjährig Saison, die besten Beobachtungszeiten sind die frühen Morgenstunden und die Abenddämmerung. An unzähligen Felsen in der Gipfelzone der Insel brüten 75 bis 80 Paare des endemischen Madeira-Sturmvogels. Bis 1969 galt er als ausgestorben und ist weiterhin weltweit eine der bedrohtesten Tierarten. Weitere bedeutsame im Loorbeerwald lebende Brutvögel sind: die seltenen Silberhalstauben, von denen auf Madeira noch 10 000 vorkommen, und das winzige Madeira-Goldhähnchen, das Birdlife International von einer Unterart zu einer eigenständigen endemischen Art heraufstufte. In Zusammenarbeit mit Birdlife International hat die Portugiesische Gesellschaft für Vogelkunde (SPEA) auf Madeira acht Important Bird Areas ausgewiesen: Ponta do Pargo, Laurissilva, Zentrales Gebirgsmassiv, Ponta de São Lourenço, Westen von Porto Santo; Ilhéus und Ijhas Desertas. Zudem gibt es fachkundig

Ein süsses Tröpfchen Doch nicht nur Naturliebhaber kommen auf Madeira auf ihre Kosten. Die Insel ist auf dem Weg, eine Trenddestination zu werden. Designerhotels, innovative Gastronomie und Lifestyle Shopping heissen die neuen Schlagworte. Bis vor zwanzig Jahren wirkte die Insel noch wie ein Museum mit Autos, die anderenorts längst als Oldtimer teuer gehandelt wurden und das Strassenbild bestimmten. Supermärkte gab es keine, dafür aber jede Menge uriger Tante-Emma-Läden. Dieses nostalgische Madeira existiert weiter und wird mancherorts gehegt und gepflegt. Besonders bei Madeiras kulinarischem Highlight, dem Wein. Bei Madeira handelt es sich wie bei seinen Verwandten – Port und Sherry – um einen alkoholischen Süsswein, der auf eine lange

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SPECIAL DESTINATIONS

Tradition zurückblicken kann. Schon die ersten Siedler brachten im 15. Jahrhundert die Weinreben nach Madeira. Und auch heute noch wird er nach den Richtlinien hergestellt, die vor rund 200 Jahren aufgestellt wurden. Damals wurde auch die Estufa-Methode erfunden, bei der die Weine zu Beginn der Lagerung mindestens drei Monate lang auf 45 Grad erhitzt werden, bevor sie dann bei normaler Aussentemperatur weiteraltern. Die Masse des Madeiraweins wird auf diese Weise hergestellt, weil die Reifung dadurch erheblich beschleunigt wird. Traditioneller, aber auch aufwendiger ist die Canteiro-Methode. Dabei altert der Wein mindestens vier Jahre auf natürliche Weise auf warmen Speichern in den Dachgeschossen der Kellereien, bevor er in kühlere Räumlichkeiten verlagert wird. Stets darf dabei ein wenig Luft an den Wein, denn was in anderen Anbauregionen unerwünscht ist, nämlich eine Teiloxidation, gilt dem Madeirawein als Qualitätsmerkmal. Eine wichtige Rolle bei der Klassifizierung von Madeirawein spielt auch die Rebsorte. Die hochklassigen Tropfen werden aus den alten noblen

Weissweinsorten gewonnen: Malmsey oder Malvasia ist süss und sehr dunkel, Boal halbsüss und karamellfarben, Verdelho halbtrocken und goldgelb, Sercial hell und trocken. Zu Besichtigung, Weinprobe und Direktverkauf laden unter anderen Kellereien in Funchal und Camara de Lobos ein. Nice to know

Besucher aus Florida Im Sommer, bei ruhiger See, nehmen Meeresschildkröten gerne ein Sonnenbad an der Wasseroberfläche. Fünf Arten wurden bisher bei Madeira registriert. Sogar die grösste aller im Meer lebenden Schildkröten, die bis über zwei Meter lange und 500 Kilo schwere Lederschildkröte, wird ab und an gesichtet. Am häufigsten ist jedoch die Unechte Karettschildkröte. Sie schlüpft an den Stränden Floridas und unternimmt, bevor sie dorthin zum Laichen zurückkehrt, eine «Rundreise» durch den Atlantik, in deren Verlauf sie als Jungtier bei Madeira Station macht.

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Direkt auf die magische Paradiesinsel im Atlantik, Madeira

direkt buchen edelweissair.ch Magisches Madeira. Winston Churchill malte dort Bilder, die Beatles hinterliessen im Hafen von Funchal ihre Yacht, und Weltfussballer Christiano Ronaldo lernte auf der Paradiesinsel das Kicken. Madeira bietet viel zum Entdecken. Auch den besten Flug dorthin mit Edelweiss Air. Jeden Sonntag, direkt ab Z端rich.


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Travel News

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Happy Birthday Disneyland

Birma erleben

Entdeckungsreise zwischen Mittel- und Südamerika

Zu Ehren des 20. Geburtstags von Disneyland® Paris feierte die brandneue Abendshow «Disney Dreams!» im April 2012 Weltpremiere. «Lebe dein Leben in Farbe», sagte einst Walt Disney – getreu diesem Motto wird die schillernde Abendshow «Disney Dreams!» nicht nur Kinderherzen verzaubern und mit einer märchenhaften Geschichte in ihren Bann ziehen. Peter Pan nimmt grosse und kleine Besucher mit auf die Reise in die fantastische Welt von Disney. Eine Weltpremiere, bei der sich der Junge, der nie erwachsen wird, einen Weg durch zeitlose Disney-Abenteuer bahnt, zwischen unglaublichen Laserstrahlen und fantastischen Wasserfontänen hin- und hersaust, bevor die Vorführung in einem sensationellen Finale endet. «Disney Dreams!» gibt Besuchern das Gefühl, mitten in das Geschehen einzutauchen. Unter Verwendung von modernster Technik wird das Dornröschenschloss zur Kulisse umfunktioniert. So erleuchtet das legendäre Wahrzeichen die Nacht als glitzerndes Sternenmeer, dem Peter Pan entgegenfliegt, als Notre Dame, an der der Glöckner emporsteigt, oder als Spielwiese von Mary Poppins tanzenden Kaminfegern.

Nachdem Birma jahrzehntelang wegen der innenpolitischen Situation eher gemieden wurde, wird es jetzt bei Reisenden immer beliebter. Den Gästen steht ein spannendes Land mit vielen Sehenswürdigkeiten wie das weltgrösste Pagodenfeld Bagan offen. Den Birmanen begegnen die Reisenden am besten bei einer Zugfahrt über den Gokteik-Viadukt – eine der höchsten Eisenbahnbrücken der Welt – und dem Besuch des Mahagandayon-Klosters, in dem rund 1000 Mönche leben. Für diejenigen, die lieber im Privatwagen mit eigenem Guide unterwegs sind, bietet zum Beispiel Marco Polo die Reise «Birma – Highlights im Goldenen Land» an. Der Routenvorschlag, der individuellen Wünschen angepasst werden kann, beinhaltet eine zwölftägige Rundreise von Yangon gen Norden über Heho und den Inlesee bis nach Mandalay. Auf der Entdeckerreise «Birma – Pagoden, Menschen, Impressionen» erleben Interessierte hingegen am Inlesee eine Ruderregatta der besonderen Art: Zwei konkurrierende Teams steuern dabei ihre Boote auf traditionelle Weise mit einer Hand und einem Bein. So wie die Fischer, die gewöhnlich die zweite Hand zum Arbeiten brauchen.

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Es war im Jahr 1501, als der Spanier Rodrigo Galvan de Bastidas die berühmte Landbrücke entdeckte, die zwischen Mittel- und Südamerika liegt und gleichzeitig den Atlantik vom Pazifik trennt. Jahrhunderte später rückte das kleine Land Panama in den Fokus des Weltinteresses, als es gelang, einen Kanal durch diesen Isthmus zu bauen. Heute durchqueren täglich grosse Kreuzfahrtschiffe den mittelamerikanischen Staat, der in seinen Regenwäldern und auf seinen Archipelen viel Faszinierendes zu bieten hat. Nur wer ein wenig Zeit mitbringt, kann diese entlegenen Ecken besuchen. Zu solch einer Entdeckungstour lädt in diesem Jahr e-kolumbus ein. Die aussergewöhnliche Reise aus dem Programm des Online-Spezialisten hat nicht nur die unter Naturschutz stehenden Dschungel-Landschaften Panamas zum Ziel, sondern auch die Begegnung mit ihren Ureinwohnern. Trekking-Touren und Kanufahrten führen die Gäste in das Land der Embera-Indianer und auf die Insel des Kuna-Stammes. Fauna und Flora im Regenwald sind einzigartig, davon können sich die Besucher auf ihren Touren überzeugen. Welche Tiere und Pflanzen für die Menschen, die hier leben, wichtig sind, erfahren Sie von den Embera selbst.


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Auf den Spuren der Berliner Mauer

Segeln am Forggensee

Longboard bis Zirkus

«Einmal um die Welt – Auf den Spuren der Berliner Mauer» lautet der Titel einer neuen Weltreise beim FernreiseSpezialisten Tischler Reisen. Die Idee zu der Reise entstand aus einem Zeitungsartikel, in welchem der Autor alle Orte besuchte, in denen heute noch Stücke der Berliner Mauer zu finden sind. 155 Kilometer war der Betonwall, der West- und Ostberlin voneinander trennte, lang. Was von den Mauerspechten übrig blieb, wurde zermalmt und für den Strassenbau verwendet, ganze Stücke der Mauer sind zwar auch erhalten, aber als Mahnmale auf 59 Orte der Erde verteilt. Die neue Weltreise-Kombination bringt zwar nicht alle 59 Orte auf der Route unter, aber einige der spannendsten. 24 Tage lang fliegen die Weltreisenden um den Globus. Los geht es in Berlin, dann weiter nach Japan, Honolulu, Los Angeles, Las Vegas (in der schrägen Glitzermetropole findet sich ein Stück der Berliner Mauer in der Herrentoilette des Main Street Casinos), Washington und New York. Der letzte Stop der Reise führt nach London, wo ein Stück Mauer im Imperial War Museum ausgestellt ist. Ein eindrucksvolles und unvergessliches Abenteuer rund um den Globus.

Kein Auto weit und breit und nur das Glockengeläut der Allgäuer Kühe im Ohr: Am bayerischen Forggensee ist die Welt noch in Ordnung. Vor allem im Sommer, wenn der vom Lech durchflossene Stausee seinen endgültigen Wasserstand erreicht hat und sich darin und darauf die Wassersportler mit all Ihren Aktivitäten tummeln. Besonders attraktiv ist der See für Segler, die nicht nur die günstigen Windverhältnisse schätzen, sondern auch den Blick auf die nahe gelegenen Königsschlösser und die wunderschönen Alpen. In dieser malerischen Berg-und-See-Kulisse befindet sich die Forggensee-Yachtschule, die sich speziell auf Familienurlaub eingerichtet hat. Das Kursangebot der Segelschule umfasst unter anderem Segellehrgänge für Kinder und Jugendliche ab sieben Jahren. Erwachsene mit Segelerfahrung können ihre Kenntnisse auffrischen oder Theorie- und Praxiskurse zu allen Segel- und Motorbootscheinen absolvieren und auch Prüfungen ablegen. Für Anfänger jeden Alters gibt es Schnupperkurse, in denen sich die Teilnehmer langsam an den Segelsport herantasten können und das Freiheitsgefühl in vollen Zügen geniessen können.

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Sylt ist immer in Bewegung – ob beim «Beach Polo World Cup Sylt» am Hörnumer Oststrand (26./27. Mai) oder den «German Polo Masters Sylt» (20. bis 29. Juli) in Keitum, der «Super Sail Sylt» (7./8. Juli), der «Sylter Sailing Week» (10. bis 19. August) oder dem deutschlandweit einzigartigen «Longboardfestival» an Kampens Buhne 16 (4. bis 11. September). Und während sich die Weltelite beim «Kitesurf World Cup» (26. Juni bis 1. Juli), beim «Deutschen Windsurf Cup» (24. bis 29. Juli) und beim «Windsurf World Cup» (28. September bis 7. Oktober) in der Brandung vor Westerland behauptet, beweist die Sportinsel Sylt selbstredend auch ein Herz für ambitionierte Laien. Etwa bei der zweiten Auflage des Sylt-Triathlons am 14. September. Literaten und Autoren der aktuellen Bestsellerlisten wiederum geben sich in den Monaten Juli, August und September in Kampen den Signierstift in die Hand – beim Kampener Literatur- und Klassiksommer im Kaamp-Hüs. Höchstleistungen ganz anderer Art zeigen Artisten, Clowns und Jongleure ein paar Kilometer weiter südlich: Von Ende Juni bis Anfang September schlägt der «InselCircus» zum 15. Mal seine Zelte in Wenningstedt auf.


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Adlon Berliner Hotelikone von Angelika Moeller

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Es gibt nur wenige Hotels auf der Welt, die von einem vergleichbaren Nimbus und Mythos umwoben sind wie das Hotel Adlon in Berlin. Es sind Häuser, die Geschichten erzählen und selbst Geschichte geschrieben haben.

ls der ambitionierte Hotelier Lorenz Adlon Anfang des 20. Jahrhundert seine Vision von einer zukünftigen Nobelherberge verwirklichen wollte, konnte er sich des kaiserlichen Beistands gewiss sein. Wilhelm II. wünschte sich für das Deutsche Reich, das damals auf dem Gipfel seiner Machtfülle war, ein Berlin mit Weltgeltung. Dazu gehörte ein Hotel von internationalem Rang. Und so war der Kaiser der erste Gast, der am 23. Oktober 1907 um 11 Uhr mit seinem gesamten Hofstaat das prachtvolle Portal des feudalen Baus durchschritt. Grandioser konnte eine Hoteleröffnung nicht zelebriert werden. Und als der Monarch enthusiastisch mit schnarrender Preussenstimme das Gebäude samt Intérieur mit «tadellos» kommentierte, war das «Adlon» damit geadelt. Gerne entfloh der Kaiser zukünftig seinen zugigen Schlosssälen und genoss die damals nicht selbstverständlichen Annehmlichkeiten von moderner Elektrizität, wohltemperierten Räumen und fliessend warmem Wasser. Als inoffizielles Gästehaus seiner Majestät wurde das «Adlon» fortan zu einem Forum der Mächtigen, Reichen und der Schönen und spiegelte die wechselvolle Historie nicht nur der Stadt Berlin, sondern auch des Reiches in allen Höhen und Tiefen wider. Treffpunkt der Mächtigen und Reichen Den tosenden Kriegswirren des Ersten Weltkrieges trotzte das «Adlon» als eine Oase der Ruhe und komfortablen Geborgenheit.

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Der Blick vom Brandenburger Tor auf das legendäre Hotel Adlon

sehrt inmitten der Berliner Ruinenlandschaft überstanden, so wurde der Prachtbau vermutlich beim Plündern des wertvollen Weinkellers von den russischen Soldaten in Brand gesetzt. Nur ein Seitenflügel blieb als Ruine stehen.

In den Goldenen Zwanzigern war hier der Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens mit rauschenden Festen, glanzvollen Galas und überschäumender Lebensfreude. Die Gästeliste las sich wie das «Who is who» der damaligen Society. Nun waren es weniger die gekrönten Häupter Europas, sondern Weltpolitiker wie John D. Rockefeller, Auotolegende Henry Ford, der zukünftige Papst Pius XII., Wissenschaftler Albert Einstein, Nobelpreisträger Thomas Mann und Filmstars wie Charlie Chaplin, Greta Garbo, Marlene Dietrich und viele mehr. Mit Hitlers Machtergreifung 1933 und vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel zum luxuriösen Medienzentrum internationaler Presse auserkoren und die berühmte Adlon Bar zum Anziehungspunkt für die Protagonisten des deutschen Films. Hitler selbst nahm im «Adlon» nur Pflichttermine wahr. Gravierende Veränderungen zeigten sich im internationalen Tourismus, der rapide zurückging. Nur die Prominenz der Hauptstadt traf sich weiterhin im «Adlon», wo man sich einer guten Flasche Rotwein gewiss sein konnte. Mit dabei: Chirurg Ferdinand Sauerbruch, Dirigent Wilhelm Furtwängler und Schauspieler Gustaf Gründgens.

1984 riss man den maroden Gebäudeteil, der in DDR-Zeiten als Lehrlingsheim genutzt wurde, gänzlich ab. Hedda Adlon, die Witwe von Louis Adlon, übertrug schon lange vor der Wende der Hotelgesellschaft Kempinski die Genehmigung für einen damals eher unwahrscheinlichen Wiederaufbau des Hauses. Acht Jahre nach dem Fall der Mauer 1989 wurde Heddas Traum Realität: Am 23. August 1997 öffnete das neue Hotel Adlon Kempinski an gleicher Stelle seine Pforten. Wieder war es um 11 Uhr, als ein Staatsoberhaupt, dieses Mal Bundespräsident Roman Herzog, das rotgoldene Band durchschnitt. Gefeiert wurde wie einst mit einer rauschenden Ballnacht. Aus politischer Sicht wurde das «Adlon» ein Symbol des wiedervereinigten Berlin. Die Hauptstadtbevölkerung liebte ihr neues «Adlon» von Beginn an. Und nicht nur sie: Präsidenten wie George Bush, Michail Gorbatschow, Bill Clinton, die englische Queen Elizabeth II, der Dalai Lama oder Stars wie Dustin Hoffmann, Michael Jackson, Sir Peter Ustinov, Modezar Armani und viele gekrönte und ungekrönte Celebrities dieser Welt kehrten ein in dieses legendäre Hotel, dessen Mythos lebt ...

Auferstanden aus Ruinen Bald diente das Hotel jedoch nur noch als Lazarett, bis russische Soldaten am 2. Mai 1945 mit Panzern durch das Brandenburger Tor rollten und um 8 Uhr morgens das «Adlon» belagerten. Hatte das Hotel bisher die Tag-und-Nacht-Bombenangriffe unver-

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Das Restaurant und Club «Felix»

Auch damals schon ein Treffpunkt der High-Society

Die Brandenburger Top Deluxe Suite

Magie und Mythos vergangener Zeiten Die Historie des Hauses im Hinterkopf, betreten wir vor einigen Wochen das «Adlon». Wird uns die Magie des Hotels erfassen, um das sich so viele Erzählungen ranken? Unterscheidet sich die Atmosphäre von anderen Grandhotels dieser Welt? Schon die Umgebung mit dem Pariser Platz, unmittelbar am Brandenburger Tor, die grandiose Allee Unter den Linden, die am Hotel vorbeiführt – all das setzt Kopfkino frei für die Vergangenheit dieses Ortes. Gleichzeitig fasziniert die Neugestaltung der berühmten Stätte mit repräsentativen Sehenswürdigkeiten und dem Flanierboulevard, wenngleich die Flaneure von heute Touristen sind ... Das im Historizismus nachgebaute Hotel Adlon strahlt von aussen und innen Geschichte, Gegenwart und Zukunft aus. Fast überflüssig zu sagen, dass der Empfang des Gastes an Aufmerksamkeit und individuellem Service nichts zu wünschen übrig lässt. Old-World-Style par excellence!

sogenannten «Balkon der Welt». Hier ist Schreiten statt Gehen angesagt. Die 382 Zimmer (davon 80 Suiten) mit einer Mindestgrösse von 38 Quadratmeter entsprechen der Noblesse des Entrées. Aber es ist nicht nur das edle Intérieur unserer Suite, das einen Wow-Effekt auslöst, sondern die grandiose Sicht auf das Brandenburger Tor und den Pariser Platz in der einbrechenden Dämmerung. Köstlichkeiten aus der hauseigenen Pâtisserie, ein opulenter Obstkorb und durchdachte Amenities sind kleine Hinweise auf die Grosszügigkeit, die den Geist des Hauses prägt. Auch die Marmorbäder im «Adlon» sind besonders luxuriös ausgestattet. Weibliche Gäste wird der eingebaute multifunktionelle Schminktisch begeistern. Das gesamte technische Equipment ist «State of the Art» und erfüllt höchste Ansprüche. Für Staatsgäste oder Stars mit (berechtigtem) Security-Bedarf bietet das «Adlon» die neue Sicherheits-Suite «Adlon Royal Suite» und punktet als Deutschlands sicherstes Hotel-Refugium. Abtauchen nach einem ausgiebigen Stadtbummel war unsere Devise. Der «Adlon»-Pool-, Gym- & Spa-Bereich liess uns eintauchen in eine Welt des Wohlbefindens. Der elegant gestaltete Wellnesstempel mit Day-Spa (auch für externe Gäste) wie auch die Kulinarik in den vier Restaurants (eines davon mit zwei Michelin-Sternen gekrönt) hätten einen Extrabericht verdient ... Fazit: Wer legendäre Historie, gepaart mit überdurchschnittlichem Service schätzt, wird auch heute die Magie und den Mythos des «Adlon» erleben.

Wir nehmen uns die Zeit, das Ambiente und Flair der eleganten Lobby, Lounge und Bar aufzusaugen. Gäste aus aller Herren Länder kommen und gehen oder verweilen in den komfortablen Sitzgruppen des Entrées. In der Mitte plätschert ein Springbrunnen, leise Pianomusik perlt durch den Raum; eine perfekte, filmreife Kulisse für das kosmopolitische Treiben eines Grandhotels. Reminiszenz an frühere Zeiten: die grosse Marmortreppe. Sie verbindet die Halle mit der «Bel Etage», dem

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Villa Giulia Italienisches Liebesnest

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ie Villa Giulia liegt am verträumten Westufer des Lago di Garda am Ortsende von Gargnano im Herzen der Riviera dei Limoni direkt am See. Das luxuriöse VierSterne-Hotel ist seit 1955 im Besitz der Familie Bombardelli. Exklusives Ambiente trifft hier auf eine romantische Atmosphäre mit einem sehr zuvorkommenden Service.

von Lilly Steffen

Mit einer fantastischen Gartenanlage, viktorianischem Flair und einem Privatstrand punktet das VierSterne-Hotel Villa Giulia auf der ganzen Linie. Exklusives Ambiente trifft auf romantische Atmosphäre.

Viktorianisches Flair Vor allem dunkle Braun-, Gold- und Cremefarben dominieren die eleganten Räumlichkeiten, ausgewählte Antiquitäten und modernster Komfort ergänzen sich perfekt. Gäste können zwischen Zimmern in der Villa, im Chalet, am Pool und im Turm wählen. Am edelsten sind sicher die majestätischen Zimmer in der Villa selbst. Für Verliebte finden sich in der Villa auch besonders romantische Zimmer. Es sind die vielen besonderen Details, welche die Villa Giulia zu einer eleganten Wohlfühloase für Verliebte machen. Der hauseigene Zitronen- und Rosenhain oder die wunderschöne Aussenpool- und Wellness-Anlage mit Whirlpool, Sauna und Dampfbad. Architektonisch sensationell umgesetzt ist das Interieur der Villa Giulia: Die Bar, die Lounge und die geschmackvoll eingerichteten Zimmer sind ein absolutes Erlebnis. Aber auch die Terrasse als Balkon im See mit Blick entlang der Küste und auf das Bergmassiv des Monte Baldo auf der gegenüberliegenden Seeseite versüsst den Aufenthalt. Abkühlung bietet das kristallklare Wasser des Lago di Garda, der stets zu Füssen liegt und den man über

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zimmer. Die stilvolle Bar wartet mit italienischem Espresso und leckeren Drinks. Hier wie überall auf dem Hotelgelände können Sie die Seele baumeln lassen, Energie tanken und sich eine entspannte Auszeit nehmen. Fazit: Wer wieder einmal so richtig zur Ruhe kommen möchte, ist hier perfekt aufgehoben. Raus aus der Hektik des Alltags und der Arbeitswelt und rein in die Wohlfühloase der Villa Giulia. Und wer einmal in der Villa Giulia Urlaub macht, der kommt immer wieder. Die Villa ist familiengeführt und die sympathische Atmosphäre macht den Unterschied.

den privaten Hotelstrand bequem erreicht. Die Zimmer sind wie die gesamte Villa mit Stilmöbeln ausgestattet, jeweils individuell gestaltet und verbinden traditionellen italienischen Landhausstil mit modernem Luxus. Die Zimmer zur Seeseite bieten einen wunderschönen Blick auf das Ostufer und die fantastische Gartenanlage der Villa Giulia. Am Abend sitzt man bei Fackellicht direkt am Seeufer und geniesst die hervorragende Küche des Hauses mit beispielsweise fangfrischem Fisch und den exzellenten Weinen der Region. Kein Wunder, dass dieser magische Ort im Sommer ein Objekt der Begierde ist. Kulinarische Schmankerl Beim Frühstück auf der wunderschönen Terrasse beobachtet man morgens den Sonnenaufgang über der Ostseite des Gardasees und dem eindrucksvollen Monte Baldo. Tagsüber lädt die Gartenanlage der Villa zum Relaxen und Entspannen am See ein. In der Villa Giulia wohnt die Ruhe, und beim Anblick der Rosen und Palmen fühlt es sich an wie das Paradies auf Erden. Auf der Restaurantterrasse mit Seeblick werden Frühstück, Mittagessen und Abendessen à la carte serviert. Das Restaurant, das auch für Ausser-Haus-Gäste mit Reservierung geöffnet hat, serviert eine traditionelle, feine Küche. Hier geniessen Gäste beispielsweise «Schwertfisch-Carpaccio mit Rauke und Zitronensauce», «Pennette mit Garnelen, Pachino-Tomaten und Bergminze», verschiedene Salatvariationen oder «Semifreddo al pistacchio». Treffpunkt der Gäste an kühleren Tagen ist die Lounge mit Piano und Büchern, in der man sich schnell so wohl fühlt wie im heimischen Wohn-

Hotel Villa Giulia Viale Rimembranza 20 25084 Gargnano sul Garda www.villagiulia.it

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Die Weihestätte ewiger Liebe Mit dem Namen Verona von Sabine Kwapik

Es ist ein Märchen eingebrannt ins Weltgedächtnis: die Tragödie um Romeo und Julia. Schein oder echte Liebe, der Wettstreit zwischen Gut und Böse, Schicksal oder freier Wille. Das Stück von William Shakespeare nimmt es gleich mit einem ganzen Bündel existenzieller Fragen auf, die das Leben der Menschheit seit jeher bestimmen und wohl auch für immer bestimmen werden. Welthauptstadt der Liebenden ist dabei das italienische Verona. Dort soll sich der Legende nach das ergreifende und edle Märchen abgespielt haben. Und so ist das Haus der Giulietta, wie Julia auf Italienisch heisst, jedes Jahr Pilgerstätte für zahllose Verliebte, gerade am Valentinstag. Sie beschwören in Briefen ihre tiefen Gefühle und suchen bisweilen auch Rat. Darum kümmern sich die Mitglieder des Julia-Clubs, Experten in Liebesdingen. Wer dann noch mehr zum Thema Liebe erfahren möchte, kann die ganze Leidensgeschichte in einer der spektakulären Aufführungen in der Arena von Verona mitverfolgen.

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Später klebten sie zu Hunderten, wenn nicht Tausenden an den Wänden des Anwesens, jahrzehntelang mit Kaugummi dorthin gepappt. Mittlerweile ist das verboten, aber nicht immer halten sich alle daran. Die meisten landen in extra aufgestellten Briefkästen. Das ist das Spezialgebiet von Giulio Tamassia. Er sorgt zusammen mit den Mitgliedern des Julia-Clubs, des «Club di Giulietta», um die Hilferufe in Liebesdingen aus aller Welt. «Insgesamt rund 50 000 Briefe aus den Briefkästen und über den Postweg erreichen uns innerhalb eines Jahres», sagt Tamassia. Er ist der Gründer des Clubs, der sich um die Beantwortung der Briefe kümmert. Selbst so rudimentäre Anschriften wie «Julia, Verona, Italy» finden den Weg zu den 15 Mitgliedern des Julia-Clubs. Briefe, verfasst in allen möglichen Sprachen. Maria Pontiki ist eine der «Julia-Sekretärinnen». Sie antwortet etwa auf Schreiben in englischer, griechischer und französischer Sprache. Ehrenamtlich wie auch die anderen JuliaFans des Clubs. «Falls wir eine Sprache nicht verstehen, wenden wir uns an die Universität in Verona», sagt Tamassia.

omantiker aus aller Welt kennen die Adresse für immerwährende Liebe. Sie lautet Via Capello 23 in Verona, ein Ort für eine schicksalhafte Ergebenheit. Dort steht die «Casa di Giulietta» mit dem viel beschworenen Balkon, auf dem die liebende Julia auf ihren Romeo gewartet haben soll. Um 1900 war das Haus aus dem 13. Jahrhundert total verwahrlost, auch wenn das Gerücht immer mehr um sich griff, es handele sich um das Geburtshaus von Julia. Und was in der Welt ist, zieht Kreise. Heute kommen im Jahr rund eine Million Menschen an diesen Ort, von dem vor Dekaden schon der Gelehrte Gioacchino Brognoligo empört sagte: «Wie kann man um das Haus eines Mädchens, das nie existiert habe, so viel Rummel machen.» Den Rummel gibt es nach wie vor. Menschentrauben schieben sich durch das Eingangsgewölbe in den Innenhof. Fotoapparate klicken, Pärchen posieren für das gemeinsame Foto vor der Julia-Statue, Singles schreiben schmachtende Zeilen. Vor 30 Jahren wurden diese Liebesschwüre direkt auf die Wände des Hauses und des Hofes geschrieben.

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Der berühmteste Balkon der Welt Vor 40 Jahren gründete er den Club. Angefangen hat die mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Institution als ein Treffen unter Freunden. «Wir haben uns über die Stadt und das kulturelle Leben unterhalten, und die Geschichte von Romeo und Julia gehört halt untrennbar dazu», erinnert sich der 77-jährige Tamassia an die Anfänge. Aus dieser Kernidee wurde ein Selbstläufer. Die Antworten der Julia-Helfer auf die fröhlichen und bisweilen auch verzweifelten Anfragen sind oft, aber nicht immer, einfach. «Wir antworten auf jeden Fall, aber wir sind keine Psychologen und nicht dafür da, Berater in schwierigen Lebenslagen zu sein», sagt Maria Pontiki. Leidenschaft und Liebeskummer, Hohelieder und Hilferufe. Das sind die Inhalte der Briefe über die grösste Macht der Welt. Experte Tamassia fasst es bündig zusammen: «Die Liebe ist dramatisch oder tragisch.» Wie tröstlich für jeden beim nächsten Liebeskummer. Und es gibt noch eine weitere bittere Pille zu schlucken: Der berühmte Julia-Balkon ist Betrug. Er wurde in den 1930er Jahren an die Fassade angezimmert. Er war vormals aller Wahrscheinlich-

keit nach ein Sarkophag – ganz getreu dem Motto der Legende: Die Liebe bestimmt das Leben – bis zum Tod. Stören tut das dort niemanden. Zu verführerisch und existenziell ist die Geschichte der jungen Liebenden aus den verfeindeten Patrizierfamilien Capulet und Montague, die eher den Tod vorziehen, als ohne einander zu sein: Weltliteratur von William Shakespeare.

So beginnt der Prolog der Tragödie. Es folgen die Ereignisse an fünf Tagen im Juli von Sonntag bis Freitag in Verona und Mantua. Das Lieben und Leiden steht auch im Mittelpunkt in der Arena von Verona. Beim 90-jährigen Jubiläum der Festspielsaison 2012 im drittgrössten römischen Amphitheater der Welt ein Stoff, auf den definitiv nicht verzichtet wird. «Die Legende von Romeo und Julia wird auf jeden Fall auch in Zukunft auf dem Spielplan stehen, denn das ist ein Muss für die Arena in Verona», sagt Nicoletta Sandrone, Sprecherin des Freilufttheaters. Erbaut wurde es im Jahr 30 nach Christi Geburt. Damals fanden in dem Rund etwa

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30 000 Menschen Platz. Wo heute Theaterblut fliesst, war es vor rund 2000 Jahren das Blut der Gladiatoren bei ihren Kämpfen. Nach einem Erdbeben 1117 diente die Arena als Steinbruch zum Wiederaufbau der Häuser, denn Baumaterial war in der boomenden Metropole knapp. Im 13. Jahrhundert war die Arena erneut Schauplatz eines blutigen Handwerks, fanden dort doch Hinrichtungen statt. Die Nutzung als Theater wurde am 10. August 1913 besiegelt. Anlässlich des 100. Geburtstags von Giuseppe Verdi wurde «Aida» aufgeführt. Heute ist die Arena mit 15 000 Sitzplätzen ein Wahrzeichen der Stadt mit opulenten und farbenprächtigen Aufführungen, die auch Sprungbrett grosser Stars für eine internationale Karriere waren, wie etwa für Maria Callas. Das Spektakel an dem historischen Ort ist ein Fest der Farben für die Augen und bietet Hochkultur zu erschwinglichen Preisen.

«Zwei Häuser waren – gleich an Würdigkeit – hier in Verona, wo die Handlung steckt, durch alten Groll zu neuem Kampf bereit, wo Bürgerblut die Bürgerhand befleckt. Aus dieser Feinde unheilvollen Schoss das Leben zweier Liebender entsprang, die durch ihr unglückselges Ende bloss

Hotel Lido Palace Ein Touristenmagnet mit historischen Stätten liegt von dort aus rund eine Autostunde entfernt. Der Gardasee ist einen

im Tod begraben elterlichen Zank.»

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kristallklaren Wasser in Ufernähe. Die köstlichen Fische werden auch fangfrisch im hoteleigenen Restaurant «Tremani» angeboten. In dem Designerhotel mit 42 Zimmern herrscht eine zurückhaltende minimalistische Farbgebung vor. Doch auch die Tradition wird bewahrt, und zwar besonders im Spa des einstigen Sanatoriums, in dem schon prominente Persönlichkeiten ihre Leiden behandeln liessen. Heute setzt man neben verschiedenen anderen Anwendungen auf die revitalisierende Kraft der weissen Traube mit den kosmetisch-medizinischen Produkten. «Die Region ist sehr reich an weissen Trauben, deren Essenzen gegen Stress helfen, weil sie freie Radikale binden und damit einen Anti-Aging-Effekt haben», sagt Spa-Managerin Stefania Grisenti. Erfrischend wirkt auch eine Sandor-Massage in einem Sandbett, eine Methode, die schon vor 111 Jahren im «Lido Palace» benutzt wurde. Nach einer solchen Behandlung ist der Stress wie weggeblasen, eventueller Liebeskummer möglicherweise auch.

Tagesausflug wert. Dabei lohnt sich eine Fahrt mit einem öffentlichen Bus der Autolinea 62-64 von Verona nach Riva Del Garda. Rund zwei Stunden geht es grösstenteils entlang des Ufers von Italiens grösstem Binnensee mit atemberaubenden Aussichten auf das Wasser und die Berge, vorbei an den Weinrebenfeldern der weltbekannten Weine Bardolino oder Valpolicella und an der Stadt Cisano mit einem Ölivenöl-Museum. In Riva del Garda angekommen, kann man auf den Spuren der Belle Époque wandeln. Denn der Ort mit einem ausgesprochen milden Klima stand schon vor mehr als einem Jahrhundert für Sommerfrische und Kuraufenthalt. Dreh- und Angelpunkt war dabei das Hotel Lido Palace. In dem seit mehr als 111 Jahren bestehenden Traditionshaus gingen etwa Schriftsteller wie Heinrich und Thomas Mann, Franz Kafka oder Friedrich Nietzsche ein und aus. Das komplett neu sanierte und 2011 wiedereröffnete Haus ist das einzige Fünf-Sterne-Hotel im Trentino am nördlichen Gardasee. Dort schwimmen Saiblinge im

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It’s Boarding Time

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Die «schönsten» Kunststätten der Welt Berlin: Museumsinsel Mitten in Berlin, auf einer Insel in der Spree, befindet sich einer der herausragenden Museumskomplexe Europas: die Museumsinsel, die seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Laufe von 100 Jahren entstand bis 1930 ein Gebäude-Ensemble, an dem fünf Architekten beteiligt waren. Das Alte Museum von Karl Friedrich Schinkel (erbaut 1825–30) ist ein Meisterwerk klassizistischer Architektur, das Neue Museum mit der berühmten Büste der Nofretete, die Alte Nationalgalerie mit Werken der französischen Impressionisten (Manet, Monet, Renoir) und Gemälden der Romantik von Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel sowie das Bode-Museum. Ein absoluter Publikumsrenner ist das Pergamonmuseum von Alfred Messel (erbaut 1907–30), in dem sich archäologische Funde aus der Antike und Vorderasien befinden, vor allem der rekonstruierte Pergamonaltar.

Wien: Albertina Im Palais Albertina, einem prachtvollen klassizistischen Bau, ist eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt beheimatet. Seit der Renovierung 2003 hat der Palast sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückgewonnen. 21 Prunkräume wurden umfassend restauriert und mit historischen Möbeln ausgestattet. Der Teesalon, das Spanische Appartement, das Billardzimmer oder auch die Säulenhalle erstrahlen wieder in ihrem ursprünglichen Glanz. Vier Dauerausstellungen sind ständig zu besichtigen:die Schausammlung mit Bildern der internationalen klassischen Moderne, von Picasso bis Anselm Kiefer; die Grafische Sammlung mit Werken von Alfred Dürer bis Georg Baselitz; die Architektursammlung mit Skizzen und Modellen von Otto Wagner bis Adolf Loos und die Fotosammlung mit Werken von 1850 bis heute.

Paris: Musée d'Orsay Mitten in Paris, am Seine-Ufer, gegenüber dem Jardin des Tuileries, ist das Museum d'Orsay in einem ehemaligen Bahnhof entstanden, einem Gebäude, das für die Weltausstellung von 1900 errichtet wurde. In gewisser Weise ist das Gebäude das erste «Kunstwerk» der Sammlungen des Museums. Heute ist das Musée d’Orsay ein sich auf 16 000 Quadratmeter und mehr als 4000 Exponate erstreckendes Pariser Kunstmuseum. Die ausgestellten Werke stammen allesamt aus dem Zeitraum zwischen Beginn der Zweiten Französischen Republik im Jahr 1848 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914. Die damals herrschenden Kunstrichtungen waren der Impressionismus, Realismus, Klassizismus, Akademismus sowie die École de Barbizon. Besondere Bekanntheit erlangte das Kunstwerk «Die Sternennacht» von van Gogh.

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Madrid: Prado Der Prado ist ebenfalls eines der grössten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Im Jahr 1819 wurde das Museo Nacional del Prado als Pinakothek und Glyptothek gegründet. Heute beherbergt es nicht nur Skulpturen und Gemälde, sondern auch zahlreiche andere Kunstgegenstände, beispielsweise Münzen und Drucke. Spanische Maler ab dem 12. Jahrhundert sind selbstverständlich stark vertreten, aber auch holländische, flämische, britische, französische, deutsche oder italienische Meister bis zum frühen 20. Jahrhundert. Und so beherbergt er neben Werken von Rembrandt, Botticelli, Caravagio, Dürer auch spanische Künstler: Goya, Velázquez und El Greco. Der Prado bietet mit 8000 Werken einen umfassenden Überblick über die spanische Malerei zwischen 1100 und 1850. Insbesondere Francisco de Goya ist mit über 100 Werken präsent. Sehr interessant sind auch die Werke des Hofmalers Alonso Sánchez Coello.

Amsterdam: Rijksmuseum Das Rijksmuseum Amsterdam ist weltberühmt für seine Sammlung von Werken aus dem 17. Jahrhundert, insbesondere der Malerei. Bereits 1800 wurde das Museum gegründet. Es befand sich zuerst in Den Haag, bevor es 1885 seinen endgültigen Standpunkt in Amsterdam erhielt. Seitdem befindet sich das Rijksmuseum in einem neugotischen Gebäude direkt am Museumsplein. Es ist das grösste Museum für Kunst und Geschichte der Niederlande. Unter einer ganzen Reihe berühmter holländischer Maler sind die bedeutendsten Werke Rembrandts überhaupt in der Dauerausstellung «Rijksmuseum, Die Meisterwerke» zu bewundern. Darunter befinden sich beispielsweise «Die Judenbraut», «Die Vorsteher der Tuchmacherzunft» und sein wohl berühmtestes Bild «Die Nachtwache». Das Museum beherbergt umfangreiche Sammlungen an Puppenhäusern, Silber, Möbel, Porzellan, Waffen und Kleidungsstücke aus dem «Goldenen Zeitalter der Niederlande».

Florenz: Uffizien Das Gebäude wurde ursprünglich für die riesige Kunstsammlung der Medici von 1559 bis 1581 errichtet. So sind die Uffizien eines der ältesten und bekanntesten Kunstmuseen der Welt. Geradezu überwältigend ist die Fülle der Meisterwerke, die hier versammelt und von so hinreissender Schönheit sind, dass selbst diejenigen, die das Museum notgedrungen, zum Beispiel auf einer Klassenfahrt, aufsuchen, angesteckt werden von der Begeisterung, die jeder Kunstliebhaber kennt, wenn er nur schon die Namen der bedeutendsten Werke und Künstler hört. Mehr als 1000 Werke werden in 45 Sälen gezeigt, daneben noch zahllose Skulpturen, Gobelins, historische Karten und vieles mehr. Es beherbergt Werke von so bekannten Künstlern wie Michelangelo, Leonardo da Vinci, Raffael, Sandro Botticelli, Caravaggio, Cimabue, Lucas Cranach der Ältere.

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James Rizzi Watching Sports in New York von Peter Bührer // Fotos: James Rizzi

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Grosse Sportevents gibt es in New York zu jeder Jahreszeit. Da sind im Herbst die Play-offs der nationalen Meisterschaften im Baseball, die American-FootballMeisterschaften im Winter, die US Open im Tennis in Flushing Meadows im Sommer oder die Basketballund Eishockey-Events im Madison Square Garden, die das ganze Jahr über stattfinden.

o stehen Baseball, Basketball und natürlich Eishockey ganz oben auf der Liste der beliebtesten amerikanischen Sportarten. Die NHL, die National Hockey League, ist die beste Eishockey-Liga der Welt. Die New York Rangers spielen im Madison Square Garden und die zweite New Yorker Mannschaft, die Islanders, auf Long Island. New York ist eine der grossen Bastionen des Baseball und hat Legenden wie Mickey Mantle oder Joe DiMaggio hervorgebracht. Die Stimmung bei einem Heimspiel der New York Yankees ist gigantisch und explosiv, und selbst wenn man mit den Regeln nicht vertraut ist, lohnt sich ein Besuch des Yankee Stadium in der Bronx allemal. Die Topspiele der Yankees sind aber wie die der anderen grossen Mannschaften oftmals schon früh ausverkauft. Tickets für fast alle Sportevents können über die Webseiten der Vereine, via Tickethotlines (ticketmaster.com) oder Ticketbroker (stubhub.com) gebucht werden. Die beste Chance, ein Ticket zu finden, ist die Anfrage bei einem Ticketbroker. Finger weg von Schwarzmarkttickets, die draussen vor den Stadien verkauft werden. Erstens ist es illegal, und zweitens sind immer wieder Fälschungen im Umlauf.

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Yankee Stadium Hier spielt das Baseballteam mit den verschnörkelten Buchstaben N und Y auf den Caps; ihre gestreiften Anzüge sehen wie Pyjamas aus. Das Team der New York Yankees ist Kult hier in der Stadt, und das Stadion in der Bronx wird jedes Mal zum Hexenkessel, wenn der Ball mit dem Schläger getroffen wird und das ganze Stadion dem Home Run entgegenfiebert.

Giants Stadium Das Stadion vor den Toren New Yorks ist die Homebase der American-Football-Teams: der Giants und der New York Jets. Offiziell heisst es New Meadowlands Stadium, aber kaum jemand nennt es so. Es gab schon öfter Pläne, die Spielstätte der Footballer wieder nach Manhattan zurückzuverlegen, sie scheiterten aber bisher immer an der Politik oder am Timing. American Football ist übrigens wirklich nur etwas für echte Sportfans. Wenn die muskelbepackten Körper ineinander donnern auf der Jagd nach dem ovalen Ball, dann tun einem schon beim Zuschauen die eigenen Knochen weh.

Madison Square Garden Die Basketballer der New York Knicks spielen von Oktober bis April in der Halle: Karten an der Kasse zu bekommen, ist fast

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Ash Stadium – der Center Court ist nach dem ersten dunkelhäutigen Tennisspieler der USA überhaupt benannt – findet das Finale statt. Das gesamte Gelände der US Tennis Association heisst übrigens Billie Jean King National Tennis Center, nach der legendären US-Tennisspielerin.

ein Ding der Unmöglichkeit; lieber gleich bei einem Ticketbroker nachfragen. Die Arena des Madison Square Garden, eine der berühmtesten Arenen der Welt, wird auch für andere Sportveranstaltungen genutzt. Boxen, Wrestling und Eishockey haben hier ebenfalls ein Zuhause. Und neben den Sportereignissen bietet die Bühne auch Platz für Events, Theater, Zirkus und grosse Konzerte.

Mickey Mantle’s Sports Bar Mickey Mantle ist heute noch eine Legende, er war die Nummer sieben der New York Yankees in den Fünfziger- und Sechzigerjahren und galt als Nachfolger von Joe DiMaggio. Mantle war berühmt für seine kniffligen Schläge, konnte den Ball 200 Meter

Flushing Meadows Park Im Flushing Meadows wird jedes Jahr im August eines der weltweit vier Gran-Slam-Turniere gespielt, die US Open. Im Arthur

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«Ich mag den Gedanken, dass ich mit meinen Bildern gute Laune vermittle.» James Rizzi

Nice to know Mit Rizzi durch New York City Für den Marco-Polo-Reiseführer aus dem Verlagshaus MairDumont hat der Künstler James Rizzi zusammen mit Peter Bührer seine Heimatstadt New York porträtiert: Entstanden ist ein 352 Seiten starkes, extragrosses Reise-Kunst-Buch mit vielen Überraschungen und Spezialseiten. «My New York City» ist ein fantastischer Reisebildband, ohne ein einziges Foto, aber prallvoll mit James Rizzis Pop-ArtKunst. Hinzu kommen mehr als eintausend echte Big Apple InsiderAdressen und -Tipps und von Rizzi gestaltete, herausnehmbare Gadgets. Wie zum Beispiel eine echte Druckgrafik «People in New York», eine Lounge-Music-CD, eine original Metrokarte zum Aufladen, Picture Postcards und vieles mehr. Der Artikel «Watching Sports» ist nur eines von vielen witzigen, spannenden und vor allem informativen Themen, die das Buch beinhaltet. Unser Résumé: einfach einzigartig, sowohl von der Gestaltung als auch von der Themenviefalt her.

weit schlagen. 1988 eröffnete der Baseballstar diese Sportbar mit Restaurant in bester Lage in Manhattan. Auf gigantischen Bildschirmen überall im Lokal werden nicht nur die Baseballspiele übertragen, sondern auch Eishockey, NBA, englische Premier League und sogar UEFA Fussball Champions League. Dekoriert ist die ganze Sportbar mit historischen Sportbildern und Baseball-Sammlerstücken. Für das leibliche Wohl wird typisch amerikanisch gesorgt. Gerühmt werden von allen Seiten die Texas Barbecue Hickory Smoked Ribs. Es sollen die besten der Stadt sein.

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Die neue bmw 3er limousine

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in bestform.

Wer als Athlet der Konkurrenz voraus sein will, hat den Anspruch, immer Bestleistungen zu erzielen – mit einem Höchstmass an Ästhetik, Dynamik und Präzision. So wie bei der neuen BMW 3er Limousine: Athletisch wie nie zuvor vereint sie Sportlichkeit und Eleganz. Die neuen BMW TwinPower Turbomotoren sind kraftvoll und effizient zugleich. Innovative Technologien wie das Head-up-Display und zahlreiche Fahrassistenzsysteme sind wegweisend für ihre Klasse. Die neue BMW 3er Limousine ist gebaut, um vorauszufahren. Denn sie ist in Bestform. Mehr Informationen bei Ihrem BMW Partner oder unter www.bmw.ch

Die neue bmw 3er limousine.

freude am fahren


TRAVEL GADGETS

PACK EASY Swiss Travel Solutions seit über 50 Jahren

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Ein Vorreiter in Sachen Funktion und Design war PACK EASY, das führende Schweizer Reisegepäckunternehmen aus Luzern, bereits kurz nach der Gründung 1961 mit der Innovation des patentierten Aluminiumrahmens für leichteres, strapazierfähigeres Gepäck. Damals wie heute unterstützt das sympathische Schweizer Familienunternehmen mobile Menschen mit durchdachten, qualitativ hochwertigen Produkten. Ausdruck dieses Anspruchs ist eine Neupositionierung, die PACK EASY anlässlich des 50-jährigen Markenjubiläums 2011 vollzogen hat: smart und chic gestaltet sowie sinnvoll mit funktionalen Elementen ausgestattet, ohne dabei die elegante Optik und das unverwechselbare klassisch-moderne Design ausser Acht zu lassen.

er in puncto stilvolles Design und Funktionalität höchste Ansprüche an sein Gepäck stellt, der wird sich mit Cubo Chromo als neuen Reisebegleiter aus dem Hause PACK EASY wohl fühlen. In der neuen Kofferserie haben die Schweizer Reisegepäck-Experten HighTech in luxuriöser Form perfekt umgesetzt. Zur supermatten Diamantoberfläche gesellen sich hochwertige chromfarbige Accessoires. Im Innern eröffnet sich ein dunkelviolettes Futter und unterstreicht den hochwertigen Aussenlook. Komfortabel und bis ins Detail durchdacht gleitet der Cubo Chromo auf extrem leisen und wendigen Rollen dahin. Leicht, zuverlässig und unverwechselbar: Futuro ZIP Nach der im letzten Jahr erfolgreich lancierten Futuro-Kollektion mit Alurahmen wird 2012 die Linie mit einem ReissverschlussModell ergänzt. Ob in flottem Pink oder edlem Schwarz: Dank des eingeprägten formschönen PACK EASY-Vogels im OrigamiStil sind die neuen Koffer Futuro ZIP unverwechselbar und schnell an jedem Bahnhof, Flughafen oder Hafen dieser Welt wieder zu erkennen. Die schicken matten Oberflächen aus 100 Prozent Polycarbonat halten Kratzern stand und die silbernen oder knallroten komfortablen Doppelrollen sind das perfekte Erkennungszeichen auf jedem Rollband! Vom stilvollen Reisegepäck über die neusten Generationen von Businesskoffern bis hin zu modischen und urbanen Trolleys bietet PACK EASY reisefreudigen Menschen nicht nur ein äusserst funktionelles, sondern auch ein immer zeitgerechtes Sortiment an individuellen Reisebegleitern. www.packeasy.ch

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TRAVEL GADGETS

Silhouette Adventurer

Silhouette Centre Court

Sommer, Sonne, Sonnenbrille

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Die wärmenden Strahlen der Sonne sind für den menschlichen Körper lebenswichtig. Sonne tanken, ob am Meer oder in den Bergen, stärkt Knochen und Immunsystem und fördert das Wohlbefinden. Doch für die Augen stellen ungefilterte UV-Strahlen ein hohes Risiko dar, das zu Hornhautentzündungen oder Grauem Star führen kann. Mit zunehmender Höhe, Äquatornähe oder dem Reflexionsgrad am Wasser oder im Schnee steigt die UV-Belastung zudem um ein Vielfaches. Wer also seine nächste Reise in die Sonne plant, sollte unbedingt eine passende Sonnenbrille mit im Gepäck haben.

peziellen Schutz bieten Brillen im sogenannten Wrap Around Design. Überdurchschnittlich gewölbte Gläser, wie bei der Silhouette Centre Court des österreichischen Brillenherstellers Silhouette, verhindern das seitliche Eintreten der gefährlichen Strahlen und bieten ein besonders weites Sichtfeld. Das ist vor allem bei sportlichen Aktivitäten oder Cabrio-Fahrten von Vorteil. Polarisierende Sonnenschutzgläser eliminieren störende Reflexionen, die beispielsweise durch Wasser erzeugt werden. Experten aus Forschung und Entwicklung der Firma Silhouette haben mit IQ-Pol eine zukunftsweisende Polarisationstechnik entwickelt, die nicht nur gefährliche Strahlungen mindert, sondern Kontraste unterstützt und die Farbwahrnehmung intensiviert. Die Sonnenbrillen wirken daher wie ein Wellnessprogramm für die Augen, ob am Strand oder auf dem Meer. Wer die Sonnenbrillen seinen Outfits anpassen möchte, sollte wissen, dass auch die Farbe der Brillengläser die Wahrnehmung der Umgebung beeinflusst. Leuchtende Bilder mit besonders lebhaften Farben entstehen durch erfrischende Grüntöne. Entspannend dagegen wirkt ausgleichendes Grau. Brauntöne verstärken Farbkontraste und schärfen die Wahrnehmung von blassen Farben.

Silhouette Icon

www.silhouette.com

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TRAVEL GADGETS

Auf zu neuen Taten ... 02

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01 Olympus TG-320

Mammut Realization Short

PIZ BUIN Tan & Protect Oil

Wer lange Zeit Freude an und mit seiner Kompaktkamera haben will, entscheidet sich für eine Olympus TOUGH. Denn dieses Rundum-Sorglos-Modell ist stossfest bis zu einer Höhe von 1,5 Metern, wasserdicht bis zu einer Tiefe von 3 Metern und frostsicher bis zu minus 10° Celsius. Diese TOUGH bietet alles, was für die Aufnahme von beeindruckenden HD-Videos und Fotos nötig ist. Neu ist die erweiterte 3D-Funktion für Filme. Und mit dem entsprechenden Unterwasser-Modus wird sogar die Welt unter der Meeresoberfläche dreidimensional festgehalten. Das 3,6-fach-Weitwinkelzoomobjektiv (28–102 mm) wurde mit einer speziellen Hartglas-Beschichtung versehen und auch das 2,7 Zoll grosse LCD ist kratzfest. Dual Image Stabilisation (Dual IS) sowie eine Vielzahl elektronischer Assistenten wie i-Auto und AFTracking sorgen für tolle Bildergebnisse auf Knopfdruck. Kreativ wird es mit den acht Magic-Filtern, die im Handumdrehen Spezialeffekte zu den Fotos und Videos hinzufügen. Die Olympus TG-320 ist in Blau und Rot verfügbar.

Revolution und Evolution, die Realization Short verkörpert gleich beides für den Klettergurtmarkt. Im Vergleich zu bestehenden Konzepten, wo einfach eine Hose über einem Gurt getragen wird, wartet die Realization Short mit einer völlig in die Innenhose integrierten, lasttragenden Klettergurtstruktur auf. Die Mammut Split Webbing-Technologie in der Hüftgurt- und Beinschlaufenkonstruktion sorgt dabei, wie auch beim Hightech-Gurt Zephir, für den nötigen Tragekomfort. So entsteht ein cooler Look, der sowohl auf dem Weg zum Fels wie auch beim Après-Climb getragen werden kann. Die Einbindung erfolgt über zwei speziell konstruierte Schlaufen an der Frontseite. Zwei seitliche Gear Loops bieten Platz für Expressen und weiteres Material. Ausserdem lässt sich eine Bürste praktisch am rechten Hosenbein verstauen. Durch den StretchEinsatz auf der Rückseite der Hose und den robusten, leichten Aussenstoff macht die Hose auch akrobatische Bewegungen mit und behindert einen nicht bei der angestrebten Höchstleistung.

Seit der Erfindung des ersten Sonnenschutzes im Jahr 1938 und der Schaffung des Sonnenschutzfaktor-Systems (SPF) im Jahr 1962 bis zu den ersten wasserbeständigen Sonnenpflege- und Sonnenschutzprodukten, die das Bräunen ermöglichen, ohne bei der Sicherheit Kompromisse einzugehen, und der Nutzung eines breiten Spektrums an (UVA- und UVB-)Filtern, hat PIZ BUIN die Wissenschaft des Sonnenschutzes kontinuierlich weiter vorangetrieben. Auf die bald eintreffenden langen Sommertage, die vor Ihnen liegen, hat PIZ BUIN nun ein neues Produkt lanciert. Das Tan & Protect Oil hilft Ihnen, sicher und schnell eine wunderschöne Farbe zu bekommen – ohne das Risiko, einen Sonnenbrand zu bekommen. Die herkömmlichen Sonnenöle wirken zwar gut, bieten aber einen zu geringen Schutz. Das schnell einziehende, nicht fettende und leicht zu verteilende Tan & Protect Oil kombiniert den effektiven UVA- und UVB-Schutz mit Melitan. Eine innovative Ingredienz, welche die natürliche Bräunung beschleunigt.

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POC-Protektoren

Der schwedische Helm- und Protektorenhersteller POC präsentiert im Frühling/Sommer 2012 die zweite Generation seiner erfolgreichen VPDProtektorenserie. Ein absolutes Highlight-Produkt bei Protektoren ist das Spine VPD 2.0 Jacket. Obwohl die Jacke vollen Schutz am Brust- und Rückenbereich, an Schultern und Ellbogen bietet, ist sie unter einem T-Shirt oder Longsleeve kaum sichtbar, da die einzelnen Protektoren durch das neue VPD-2.0Material sehr schlank gehalten sind. Die Spine VPD 2.0 Jacket ist durch die perforierten Protektoren und das robuste, dehnbare Mesh-Gewebe ausgezeichnet belüftet und eignet sich perfekt für Downhiller. Der Joint VPD 2.0 Knee ist ein wahrer Mehrzweck-Knieschoner. Der Schützer ist extrem leicht und kühl, um allen Anforderungen beim Trailfahren gerecht zu werden. Gleichzeitig erfüllt er auch sämtliche Wünsche eines «hard core»-DH-Fahrers. Der Protektor löst den Kompromiss zwischen Bewegungsfreiheit und echter Schutzwirkung optimal.

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J.Lindeberg Golf-Kollektion

Die im Norden Skandinaviens gelegene Urlaubsinsel Gotland gab die Inspirationen für die J.Lindeberg Golf Frühjahr/Sommer 2012 Kollektion. Lange Sandstrände, elegante Jachten und die wärmende Sonne haben den aktuellen Look in Farbe und Schnitt beeinflusst. Der Inbegriff von Stil und Eleganz der früheren Golf-Elite diente als Grundlage der Kollektion und wurde dem anspruchsvollen Golfer von heute angepasst. Kleidungsstücke sollen sich leicht anfühlen und somit die Performance des Spielers in keiner Weise behindern. Mit auserlesenen Stoffen und raffinierten Schnitten wird J.Lindebergs Golf-Mode sowohl auf den Golfplatz wie auch ins urbane Stadtleben kombiniert. Inspirationen aus den frühen 50ern, wo man auf dem Golfplatz in Jacket, Cardigan und klassischer langer oder kurzer Hose mit Bundfalte erschien, finden sich in der Kollektion. Accessoires wie Fliegen oder Kniestrümpfe runden den Look der diesjährigen GolfKollektion ab. Innovative Materialien in Kombination mit hochwertiger Verarbeitung ermöglichen einen multifunktionalen Einsatz der J.Lindeberg Golf-Mode.

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Stöckli-Elektrobike

Nun ist es so weit, Stöckli präsentiert sein erstes Elektrobike! Vom Rahmendesign über die Entwicklung des gesamten Antriebes und der Steuerung bis hin zu den mechanischen Bauteilen wurde das Stöckli e.t. komplett «Swiss Engineered». Dank einer Auswahl an verschiedenen Akkugrössen kann die Reichweite maximiert werden – so sind Leistungsoptimierungen von bis zu 60 Prozent gegenüber herkömmlichen Elektrobikes möglich! Ganz nach dem Baukastenprinzip stellt man sich ausgehend vom Grundmodell aus einem Mix an cleveren Anbauteilen sein Stöckli e.t. für den individuellen Einsatzbereich zusammen. Ob funktionelles Schutzblech oder Federgabel, ob moderne Ledertasche für den bequemen Transport der Akku-Einheit oder leistungsstarke Lichter, der Kunde erhält genau das, was er wünscht. Der 3-stufige Rekuperationsmodus ermöglicht während der Fahrt die Rückgewinnung der Bremsenergie und lädt den Akku wieder auf. Der Rahmen hält extremen Belastungen stand und präsentiert sich beim Standard-Modell in Matt-Schwarz und als Lady-Version mit Tiefeinstieg in bestechendem Weiss.


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Apulien und Oliven Ambiente und Orient von Sabine Kwapik

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Apulien – hierher kommen gerade auch Norditaliener zur lässigen Sommerfrische im eigenen Land. Denn dafür wurde die Region rund um Bari am italienischen Stiefelabsatz mit den sanften Hügeln und dem tiefblauen Meer quasi erfunden. Denn sie kann mit gewichtigen Argumenten aufwarten. Die lauten Ruhe und Relaxen, Geschichte, Gemütlichkeit und vor allem Genuss.

ehr als 800 Kilometer Küste gehören zu Apulien. Und noch viel mehr! Prächtige Gemüseäcker, üppige Obst- und Mandelbaumplantagen, lichtverwöhnte Weingärten und menschenleere Haine mit knorrigen Bäumen. Oliven, Oliven und immer wieder Oliven. Fingerspitzengrosse ovale Früchte sitzen im filigranen Blattwerk, das in der Sonne aufblitzt. Mal grün, mal blau, mal silbern. Endlos scheinen die Haine und machen Apulien zur Nummer eins der italienischen Olivenproduktion. Sattes GoldGrün, dunkler als etwa das Olivenöl aus der Toskana: So sieht die Essenz der Früchte nach dem kalten Pressen aus. Und die Menschen der Region um Bari schwören auf ihr Öl. Eine Art Liebesbeziehung oder Lebensbekenntnis. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Denn Apulien ist nicht nur der grösste Ölproduzent Italiens, sondern beliefert die Regale im Norden des Landes und exportiert sein «grünes Gold» auch ins europäische Ausland. Zwischen Dezember und Januar werden die Oliven von rund 50 Millionen Bäumen geerntet. Das Öl hat einen unverkennbaren Eigengeschmack und ist als Zutat der regionalen Küche einfach nicht wegzudenken. Das meint auch Mario Musoni, Küchenchef im Restaurant Due Camini des Resorts Borgo Egnazia, rund

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etwa während der Zeit der türkischen und sarazenischen Angriffe die für Apulien typischen Masserien als Zufluchtstätte und Trutzburg. Stattliche weiss getünchte Gutshöfe, oft versteckt inmitten von Obstplantagen und Olivenbäumen. Noch rund 2000 solcher Masserien gibt es in Apulien. Die ältesten stammen aus dem 14. Jahrhundert. Diese grossen Gutshöfe gehören zu den reizvollsten Unterkünften in Italien – von klein bis gross, von ländlichidyllisch bis elegant-luxuriös. Eine davon ist die Masseria San Domenico – umgeben von 60 Hektar Land mit alten Olivenbäumen und Obstplantagen. Ein mehrere tausend Jahre alter Olivenbaum ziert die Einfahrt des Hauses, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückgeht. «In unserer Gegend gibt es Bäume, die rund 5000 Jahre alt sind – also viel älter als die alten Römer», witzelt Hotelmanager Genny Mansi. Früher diente das Anwesen auf halber Strecke zwischen den Städten Bari und Brindisi dem Malteserorden als Wachturm gegen Angriffe der Sarazenen. Der ehemalige Gutshof mit den weiss getünchten Mauern ist ein im-

45 Autominuten von Bari entfernt: «Unser Olivenöl bringt den Geschmack vieler mediterraner Gerichte erst richtig zur Geltung, weil es leicht bitter schmeckt.» Dafür gibt es auch einen Grund, wie der Norditaliener meint, der sich einen Namen mit seinem von Guide Michelin geadelten Restaurant in der Lombardei machte. «In Apulien stehen die Olivenbäume oft zusammen mit Mandelbäumen im Hain und diese verleihen dem Öl die angenehme leichte Bitterkeit – ähnlich wie bei den Nüssen.» Der Baum des Lebens Doch nicht nur die besonders fruchtbaren Böden Apuliens zogen über Jahrhunderte die Menschen für diese Region in ihren Bann. Es war auch die geografische Lage als Brückenkopf in den Orient hinein. «Finis Terrae» – das Ende der Welt. So nannten die alten Römer das heutige Apulien. Die Langobarden waren da und die Türken, die Daunier und nicht zuletzt die moslemischen Sarazenen. Das hat architektonische Spuren hinterlassen. So dienten

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und Brindisi Nudeln in der Küche einen festen Platz einnehmen. Wie die Orecchiette, die öhrchenförmige Pasta. Für ein Mittagessen zu Hause oder in einer Trattoria gibt es sie überall von fleissigen Händen frisch zubereitet, oft von älteren Frauen in Windeseile und traumwandlerischer Sicherheit. Die Zutaten für den Nudelteig sind immer dieselben: ein Teil Hartweizengriess, ein Teil Weizenmehl, Salz und Wasser. Der Teig wird zu einem Strang gerollt, kleine Stücke mit einem scharfen Messer abgeschnitten und über den Finger gestülpt. Fertig ist das für Apulien typische Pasta-Hütchen! Orecchiette sind in Apulien so etwas wie das Nationalgericht und werden traditionell mit Stängelkohl (Cima di Rapa), einem Verwandten des Broccoli, zubereitet. Dieses Rezept steht auch bei Chefkoch Musoni hoch im Kurs. «Die Orecchiette sind das Symbol für die apulische Küche, das weltweit bekannt ist.» Die benötigten Zutaten für das traditionelle Rezept «Orecchiette mit Cima di Rapa»: Orecchiette, Stängelkohl, Knoblauchzehen, Anchovisfilets, Salz und –

posantes Beispiel traditioneller Bauweise der Gegend. Ebenso wie das fussläufig entfernte Borgo Egnazia, in dem Küchenchef Musoni arbeitet. Verwendet werden dort ausschliesslich organische Produkte und natürliche Öle: Meersalz, Zitrusfrüchte und wieder – das auf dem Anwesen gewonnene Olivenöl. «Der Olivenbaum ist der Baum des Lebens. Schon die Römer haben Olivenöl für die Körperpflege verwendet.» Eine Massage damit trägt den Namen «Bad der Jugend», sagt Patrizia Bortolin, SPA-Managerin im Borgo Egnazia. Mehrere tausend Jahre alt sind die Bäume des Anwesens, und deshalb ist das Öl sehr nährstoffreich, wie die Beauty-Expertin sagt. Ob Massageöl, Body Lotion oder Gesichtscreme – Grundlage ihrer Produkte sei das auf dem Anwesen gewonnene Öl. Das Symbol der apulischen Küche Neben Olivenöl liefert die Kornkammer Apulien auch einen Grossteil des Hartweizens, den man in ganz Italien zur Herstellung der Pasta benötigt. Kein Wunder, dass rund um Bari

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Apulien Foodlounge

Masseria San Domenico bei Nacht

die sich dort versteckten. Bisse einer besonderen Spinnenart, der Tarantel, konnten dem alten Aberglauben der Apulier zufolge «schlimme» Folgen haben. Und zwar hauptsächlich für Frauen. Diejenigen, die damals «von der Tarantel gestochen waren», bewegten und verhielten sich merkwürdig. In einer Art volkstümlicher Musiktherapie wurden Musiker gerufen, die mit dem Tamburin und Schellen die so genannte «Pizzica» spielten, um die Frau zu heilen. Wissenschaftler jedoch bezweifeln, dass Spinnenbisse Ursache des eigenartigen Verhaltens waren. Die jungen Leute hingegen kümmert das heute nicht mehr und sie vergnügen sich zu der Melodie auf einer Vielzahl von Festen, gerade im Frühjahr und Sommer.

natürlich – Olivenöl. Wer die Zubereitung genau erlernen möchte, kann bei Mario Musoni wie auch in anderen Hotels der Region eine Kochstunde nehmen. Tarantismus Wer dann auch noch eine Tanzstunde benötigt, liegt ebenfalls in Apulien richtig. Denn hier werden alte Bräuche neu aufgelegt. Und zwar beim Tarantismus. Der hat in der Region eine lange Geschichte und ist heute in abgewandelter Form bei jungen Leuten als Tanz wieder populär. Seinen Ursprung hat er dem Glauben nach in einem eher lapidaren Umfeld. Die Bauern in den Olivenhainen wurden häufig von kleinen Spinnen gebissen,

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the taste of Germany

Š Schloss Wackerbarth, Radebeul

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Traum von der «Alchimia» Design und Ambiente von Sabine Kwapik

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2008 hat die Schweizerin Caroline Groszer die Masseria Alchimia, ein wunderbar gelegenes Refugium in Apulien, eröffnet. Das ehemalige Gutshaus lädt dazu ein, reizvolle Ferientage zu verbringen.

nter meinen Füssen knirschen Kieselsteine, über mir leuchtet der Vollmond, die Grillen zirpen, von irgendwo weither ertönt «Sognami» von Biagio Antonacci. Zweifellos hat meine Stimmung auch damit zu tun, dass ich hier in einem stilvoll herausgeputzten Landgut logiere und den hervorragenden heimischen Negroamaro ab sofort zu meinem Lieblings-Rebensaft erkoren habe. Aber da ist noch mehr: silbrig schimmernde Olivenhaine, der Duft vom Meer und die zauberhafte Ambiance der «Alchimia». Traum verwirklicht Caroline Groszer, die Tochter des ehemaligen Zürcher Opernhausdirektors Christoph Groszer, hat sich mit der Masseria Alchimia einen Traum verwirklicht. «In Apulien habe ich das echte Italien gefunden», sagt sie. Vor rund sechs Jahren dann auch das passende Gutshaus. «Es war Liebe auf den ersten Blick», beschreibt sie ihre erste Begegnung mit der «Alchimia». Schon früh war für die gebürtige Bernerin klar, dass die Mischung von Reisen, Design, Marketing und Gastgeberin ihr Metier ist. Nach ihrem Wirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen arbeitete sie sechs Monate in London beim Auktionshaus Sotheby’s, danach folgten verschiedene Marketingtätigkeiten in

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Luzern, Mailand und Verona, bevor sie als Fotografin für Reportagen im Kosovo, in Südafrika und Italien im Einsatz war. Alsbald trat der Wunsch vom eigenen Hotel in den Vordergrund. 2001 erwarb sie ein Trulli in Apulien, ein kleines Rundhaus mit fünf Appartements. Vier Jahre später wollte sie näher ans Meer und träumte dabei von einer geräumigeren Masseria. In Fasano, auf halbem Weg zwischen Bari und Brindisi, wo Apulien mit landschaftlichen, historischen und kulinarischen Reizen aufwartet, wurde sie fündig. Warum gerade Apulien? «Es zog mich schon immer in den Süden, in die Wärme. Apulien gefiel mir auf Anhieb – wunderschöne Landschaften, Millionen von Olivenbäumen, tolles Essen und herzliche Einwohner.» Groszer erwarb das ehemalige Landhaus im Jahr 2006 und baute es mit viel Liebe zu einem eleganten Design-Hotel um, das 2008 Eröffnung feierte.

seria auch zur zweiten Heimat für ihren Vater geworden. Beide warten mit Insidertipps für jede Generation auf – für ShoppingLiebhaber, Gourmets und Kunstinteressierte oder Gäste mit Kindern – oder empfehlen nahe gelegene Traumstrände.

Insidertipps, Kultur … Die Masseria Alchimia, wo nun Caroline Groszer mit ihrem neunjährigen Sohn Oli wohnt, präsentiert sich als friedliche Oase für entspannte Ferientage. In der Zwischenzeit ist die Mas-

Eine spezielle Note verleihen der Masseria die klassischen Designermöbel wie auch verschiedene inspirierende Kunstobjekte und Antiquitäten. Die Masseria Alchimia ist ein unkonventioneller Ausstellungsort für Künstler aus Italien generell und der

Die komplett renovierte Masseria liegt zwischen knorrigen Olivenbäumen und erstrahlt in weisser Farbe. Zehn Appartements stehen bereit. Ein Highlight ist ein Zweizimmer-Studio von über 50 Quadratmetern im ersten Stock: zwei grosse helle Zimmer, eingerichtet mit schönen Designermöbeln – imposanter Panoramablick. Während der eine Raum über Kochnische und grosse Terrasse mit Doppelliegestuhl verfügt, besticht der zweite mit Designer-Doppelbett und grossem Badezimmer mit exklusiven Armaturen sowie grosser Terrasse mit Doppel-Aussenwanne und Blick auf die Olivenhaine …

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in ghiaccio», dem Drink auf dem Liegestuhl am feinsandigen Strand und dem frisch aufgetischten Fisch nichts fehlt. Den Gästen der Masseria Alchimia steht dieser private Beach Club gegen Entgelt offen.

Region im Speziellen. Die Vorliebe der Gastgeberin für Kunst widerspiegelt sich in jedem einzelnen Raum. Mit viel Gespür hat Caroline Groszer modernes Design und traditionelles Handwerk verbunden. Ob Skulpturen, Fotografien, Malereien – das frühere Landgut ist auch Begegnungsstätte für Kunstliebhaber. «Ich wollte mich von den anderen Unterkünften ganz klar absetzen. Mir persönlich gefällt gutes Design und so wagte ich das Mischen des antiken Hauses in Süditalien mit nationalen und internationalen Designstücken», erklärt Caroline Groszer. «Es sollte eine interessante Mischung, eben eine Alchimie, werden. Ich bin ja auch nicht aus Apulien und brachte etwas von der Alpennord- auf die Alpensüdseite.»

Ob Strand, Shopping, Kultur oder Strand: Die Tage lässt man im bestechenden Abendlicht ausklingen – satte, warme Farben tauchen das Haus und die Umgebung in eine zauberhafte Ambiance. Der exzellente lokale Rotwein aus dem Keller des Hauses und ein paar selbst gemachte Taralli vom Bauernhof nebenan geben dem Tag die unvergessliche Note.

… und Meer Auch Sonnenanbeter und Wasserratten kommen nicht zu kurz: Wenige Fahrminuten entfernt befindet sich hinter den Dünen der kristallklaren Salento-See eine stilvolle Luxus-Lounge – der perfekte Platz für unbeschwerte Stunden am Meer. Genussvolle Tage im Schatten hauchzarter Leinentücher, die nackten Füsse auf warmem Teakholz. Sommertage, an denen vom «caffè

www.masseria-alchimia.it

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Simon Taxacher Perfektionistische Akribie von Lone Halvorsen

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Mit seinen kulinarischen Meisterleistungen lässt der Tiroler Spitzenkoch Simon Taxacher in seinem Hotel Restaurant SPA Rosengarten in Kirchberg Gourmets und Feinschmecker regelmässig in Verzückung geraten.

imon Taxacher gehört zweifelsfrei zu Österreichs Kochelite. Die unvergleichlichen Kreationen, die er in seinem Restaurant Rosengarten auf den Teller zaubert, sind aus der gehobenen Gastronomie nicht mehr wegzudenken.. Als erster Koch überhaupt erreicht Taxacher mit seinem Restaurant Rosengarten auf Anhieb 98 Punkte. Damit liegt er nur einen Punkt hinter dem Allerbesten – Heinz Reitbauer mit seinem «Steirereck» in Wien. Erst im Dezember 2010 hat Simon Taxacher direkt im Anschluss an sein gleichnamiges Restaurant das Hotel Rosengarten eröffnet und somit seine Vision perfekter Gastlichkeit verwirklicht. So ist in Kirchberg in Tirol ein Hotspot des Genusses entstanden, der den kompromisslosen Anspruch des Hausherrn an Stil und Spitzenqualität widerspiegelt. Das «Rosengarten» wurde nun als eines von nur vier Hotels weltweit in die renommierte Vereinigung von Relais & Châteaux aufgenommen und Simon Taxacher gleichzeitig zum «Grand Chef Relais & Châteaux» ernannt. Relais & Châteaux wurde vor mehr als einem halben Jahrhundert gegründet und vereint aussergewöhnliche Hoteliers, Küchenchefs und Restaurateure, die weltweit Gastfreundschaft auf höchstem Niveau zelebrieren. Mit einer Leichtigkeit, die fast ans Ätherische grenzt, zaubert Simon Taxacher lukullische Köstlichkeiten. Sein meisterhaftes Handwerk, gepaart mit seinem starken Hang zum Perfektionismus und viel Liebe zum Detail sowie nicht zuletzt die Unterstützung seines Teams sind Grundlagen seines Erfolges. Im hauseigenen Kochstudio mit Private Cooking kann man dem Meister über die Schulter blicken oder sich beim Private Dining für bis zu zwölf Personen verwöhnen lassen. Nach den kulinarischen Höhenflügen im Restaurant Rosengarten nächtigt man in exklusiven Wohneinheiten, die klingende Namen aus der «Rosengarten»-Küche wie «Beluga», «Olive» oder «Alba» tragen und sich entsprechend ihrer Bezeichnung in edlen Farben, Hölzern und Materialien präsentieren. Ähnlich wie bei den filigranen Tellerkunstwerken, die wie von einem Bildhauer geschaffene Skulpturen in der Küche des Hauses entstehen, bleibt auch im Hotelbetrieb nichts dem Zufall überlassen. Das Hotel Restaurant Spa Rosengarten erfüllt höchste Design- und Qualitätsansprüche in allen Facetten! IMAGINE sprach mit Simon Taxacher über das Hotel Rosengarten und die Passion des Kochens.

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IMAGINE: Ein Hotel mit einem Sterne-Restaurant zu führen, ist gewiss ein 24-Stunden-Job. Sind Sie überwiegend für das kulinarische Angebot des Hauses zuständig oder sind Sie auch in das Administrative involviert? Simon Taxacher: Ich bin für das kulinarische Angebot des Hauses verantwortlich und nicht direkt in das administrative Tagesgeschäft involviert. Aber alle administrativen Entscheidungen werden zwischen meiner Lebensgefährtin Sandra Kobald und mir besprochen.

In unserem Gourmet-Restaurant Rosengarten bringen wir französisch-mediterrane Lebensart auf den Teller: frisch interpretiert, originell, eigenständig und authentisch. Im Rosengarten Bistro Light präsentieren wir unsere Interpretation der alpinen Küche. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen im Hotel Rosengarten aus? Ab 07.30 Uhr früh werden die Hotelgäste mit dem Frühstück betreut, zeitgleich werden die Vorbereitungen für unsere Restaurants getroffen. Ab 19.00 Uhr wird es dann ernst und unsere Gäste kommen.

Wie kamen Sie dazu, das Hotel Restaurant Rosengarten zu führen? Da wir unser Restaurant international immer weiter steigern konnten, haben wir uns entschieden, ein adäquates Hotel zum Restaurant zu bauen.

War Kochen schon seit jeher Ihre Passion, oder gab es noch andere Berufswünsche? Nein, es gab immer nur den Wunsch zu kochen. Als Koch muss man sich fit halten, um den stressigen Berufsalltag gut zu meistern. Haben Sie die Zeit für einen sportlichen Ausgleich? Wenn Zeit dafür ist, spiele ich Tennis oder gehe laufen!

Sie haben zwei Restaurants im Haus. Welche Speisen werden dort angeboten und worauf legen Sie besonderen Wert?

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Kochen ist für Sie...? Leidenschaft!

Welche Charaktereigenschaften muss man als SterneKoch mitbringen? Man sollte ehrgeizig, zielstrebig, ausdauernd und hoch motiviert sein! Vor allem muss man die nötige Begabung haben!

Ihre Henkersmahlzeit wäre… Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.

Was ist das spektakulärste Gericht, das Sie je kreiert haben? Jedes Gericht auf unserer Karte muss interessant und aussergewöhnlich sein!

Woher holen Sie sich neue Inspirationen? Durch meine Lieferanten und verschiedene Märkte.

Formt der Beruf den Charakter oder der Charakter den Beruf? Der Charakter den Beruf!

Gibt es ein kochendes Vorbild für Sie? Nein, aber ich respektiere und schätze meine Kollegen.

Was war das Entsetzlichste, was Sie jemals gegessen haben? Da gibt es einiges! Wie sieht für Sie ein perfekter Tag in den Bergen aus? Wenn es kalt ist im Winter, der frische Schnee in der Sonne glitzert und unsere Gäste von unserer Natur begeistert sind.

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Macau Das grösste Restaurant der Welt von Thomas Hauer

Wo bitte schön liegt gleich noch mal Macau? Nun, einen besonders prominenten Platz auf der Weltkugel nimmt der grade mal 28,2 Quadratkilometer grosse Stadtstaat vielleicht nicht ein. Kulinarisch aber spielt die ehemalige portugiesische Kolonie im Mündungsdelta des Pearlriver-Flusses rund eine Fährstunde südwestlich von Hongkong eine wahre Hauptrolle.

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2500 Restaurants und 550 000 Einwohner Niemand weiss es ganz genau, aber nach jüngsten Schätzungen gibt es auf diesem winzigen Fleckchen Erde insgesamt mehr als 2500 Restaurants und Imbissbuden – bei grade mal 550 000 Einwohnern. Das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass Macau mit mehr als 18 000 Einwohnern pro Quadratkilometer das dichtest besiedelte Land der Welt ist und die Menschen hier oft auf engstem Raum leben. Dann wird die Strasse zum Wohnzimmer und die Suppenküche um die Ecke wird zur zentralen Anlaufstelle. Trotz dieser drangvollen Enge erfreuen sich die Einwohner Macaus nach Monaco der zweihöchsten Lebenserwartung weltweit. Vielleicht liegt das daran, dass der Lebensstil der Macaunesen im Gegensatz zur nervenaufreibenden Hektik im benachbarten Hongkong deutlich entspannter ist. Ja, fast wirken manche Ecken noch heute wie eine typisch portugiesische Kleinstadt. Zum Beispiel Coloane-Village auf der gleichnamigen Insel ganz im Süden, der grünen Lunge Macaus. Hier lustwandelt man unter Säulenarkaden und vorbei an der kleinen Kapelle des Heiligen Francisco de Xavier über einen der schönsten offenen Plätze Asiens. Unter den Füssen das typisch portugiesische Strassenpflaster, das Calcada portuguesa, mit kunstvollen Mustern aus schwarzem Basalt und weissem Kalkstein. Nicht weit entfernt liegt die Lord

Als grösstes Restaurant der Welt hat man das seit 1999 als chinesische Sonderverwaltungszone unter dem Motto «Ein Land, zwei Systeme» geführte Inselreich oft bezeichnet. Denn hier trifft die sprichwörtliche Esslust der Chinesen, die heute rund 95 Prozent der Bevölkerung Macaus ausmachen, auf das Raffinement der Mittelmeerküche, welche die portugiesischen Kaufleute einst in ihren abgelegenen Handelsposten am Südchinesischen Meer mitgebracht hatten. Dazu ein Schuss Schwarzafrika, Indien und Lateinamerika – fertig ist die wahrscheinlich älteste Fusionküche der Welt. Als besondere Spezialität gelten zum Beispiel scharf gewürztes African Chicken, das ursprünglich aus Portugals ehemaliger Kolonie Moçambique stammt, Feijoada, ein Eintopf aus Schweinefleisch, Wurst und Gemüse, der an die Küche Brasiliens erinnert, oder Minchi, ein Mix aus Hackfleisch, Bratkartoffeln, Lorbeer, Soja, Zwiebeln und gebratenen Eiern. Doch auch für Feinschmecker, die ein Höchstmass an kulinarischer Authentizität bevorzugen, ist diese Genussenklave ein wahres Paradies – egal ob eine der acht chinesischen Regionalküchen, Portugiesisch, Japanisch, Französisch, Koreanisch, Thai, Indonesisch, Malaiisch, Vietnamesisch oder Singapore Style – in Macau gibt es einfach alles, und das in hervorragender Qualität und zu vergleichsweise moderaten Preisen.

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verfügt, ist mit 51 000 Quadratmeter so gross wie sieben Fussballfelder! Gross war gestern. Völlig surreal wird es für westliche Besucher dann bei einer Fahrt in einer original venezianischen Gondel auf einem der drei künstlichen Kanäle, die das Resort durchziehen. Unser Gondoliere im Ringelshirt namens Marco kommt eigentlich von den Philippinen und trällert während der rund 15 Minuten dauernden Fahrt unter einem künstlichen Himmel neben italienischen Opernarien auch «Dein ist mein ganzes Herz» in fast akzentfreiem Deutsch. Er hat Lieder in mehr als 15 Sprachen im Repertoire. Die Chinesen rundherum sind entzückt und über uns bricht ein wahres Blitzlichtgewitter herein. Von solch gewöhnungsbedürftigen Vergnügungen abgesehen: Kulinarisch betrachtet sind die Casinos eine wahre Schatzkammer. Alleine im «Galaxy»-Resort gibt es über 70(!) teilweise hervorragende Restaurants, Cafés und Bars. Und das traditionsreiche «Grand Lisboa Casino» ist aktuell das einzige Hotel der Welt, unter dessen Dach es gleich drei Michelin-besternte Restaurants gibt.

Stows Bakery. Hier gibt es die besten Pastéis de Nata, die berühmten portugiesischen Eierpuddingpastetchen, die im Gegensatz zum Original deutlich weniger süss, dafür aber umso knuspriger sind. Beim Schlendern durch die engen Gässchen, vorbei an unzähligen typisch portugiesischen Lokalen, in denen man mit Unmengen von Knoblauch und Koriander sautierte Muscheln, würzigen Bacalhau oder Arroz de Marisco, einen sämigen Meeresfrüchtereis, geniesst, erinnern nur die bei Einbruch der Dunkelheit neonfarben flackernden chinesischen Schriftzeichen daran, dass man sich rund 11 000 Kilometer östlich von Lissabon oder Porto befindet. Doch nicht überall geht es so idyllisch zu. Im Gegensatz zu Festlandchina und Hongkong, wo Glücksspiel streng verboten ist, wurde Gambling in Macau bereits 1847 legalisiert und ist heute noch vor Tourismus, Textil- und Feuerwerksindustrie die wichtigste Einnahmequelle des Zwergstaats. Auf der Insel Taipa, die durch eine gewaltige Landaufschüttung heute mit Coloane verbunden ist, soll ein Strip nach dem Vorbild von Las Vegas entstehen – nur grösser und prächtiger selbstverständlich. Schon heute bieten die «City of Dreams», der «Galaxy»-Komplex und das «Venetian» hier einen Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Jahren noch entstehen wird. Alleine der Casinosaal des «Venetian», das über 3000 Suiten

Mister Chan und sein dampfender Kessel Experimentierfreudige Feinschmecker lassen sich aber lieber durch die verzweigten Strassen der Altstadt treiben. Diese wurde von der UNESCO 2005 wegen des einzigartigen Mix von portugiesischer

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greifen meine beiden Begleiter herzhaft zu und ich kann mich mit zwei, drei Probestückchen und lobenden Worten für die Qualität der feinen Brühe elegant aus der Affäre ziehen. Wenigstens die Ochsenaugen, sonst ebenfalls Bestandteil dieser nahrhaften Mahlzeit, sind mir erspart geblieben – die waren schon aus. Doch keine Angst – dieses Mass an Exotik muss nicht sein. Im Gegenteil: Macau ist eher eine Art «China light». Wie wäre es stattdessen also zum Beispiel mit Dim Sum, der Spezialität der südchinesischen CantonKüche? Wie die Münchner Weisswurst gibt es Dim Sum nur bis zur Mittagszeit. Traditionell werden die kleinen Speisen dabei auf einer Art Teewagen durch das Restaurant gerollt, wer zugreifen möchte, hält den Wagen an und bedient sich. Essen auf Rädern mal anders. Die Hauptrolle beim Dim Sum spielen kleine, in Bambuskörben gedämpfte, süsslich bis pikant mit Krabben, Schweine- oder Hühnerfleisch, Bohnen, Sprossen und Pilzen gefüllte Teigtaschen und Knödel. Schon der Duft der kleinen Gourmetpakete ist betörend! Getrunken wird dazu duftiger Jasmin- oder Roter Tee, der die Verdauung fördern soll. Wohl bekomms!

Kolonialarchitektur und traditioneller chinesischer Baukunst in die Weltkulturerbeliste aufgenommen. In den unzähligen Winkeln und Hinterhöfen oder auf dem prachtvollen Red Market, einer Mischung aus dreistöckiger Markthalle und vielen Hundert Strassenständen, stöbert man hier nach kulinarischen Kuriositäten. Zum Beispiel den delikaten Wollhandkrabben, über Holzkohle leicht angeräucherten Mandelplätzchen oder getrocknetem Fleisch, das mit einer Soja-Zucker-Lösung und zahlreichen Gewürzen lackiert wird. Unser Guide João hält aber noch eine ganz besondere Überraschung parat und führt uns durch das Altstadtlabyrinth zum Strassenlokal von Mister Chan. Das besteht aus nicht viel mehr als einem kleinen Bretterverschlag mit einer improvisierten Bar und ein paar Hocker, über denen sich ein zeltartiges Dach ausbreitet. Beleuchtet wird die Szenerie von einer Neonröhre. Mr. Chan trägt eine schwarze Hornbrille und steht hinter einem überdimensionierten, dampfenden Kessel. Darin brodelt die Spezialität des Hauses: Penisse und Hoden vom Stier. Seit drei Generationen ist die Familie von Mr. Chan in diesem Geschäft. Kaum hat João die Bestellung aufgegeben, angelt Mr. Chan auch schon mit einer Holzzange und grossem Ernst einige der private parts aus dem würzigen Sud. Binnen Sekunden verwandeln sich die Stücke mit Hilfe einer schweren Schneiderschere in mundgerechte Häppchen. Mr. Chan schnippelt dabei exakt im Takt zu einem Violinkonzert von Mendelssohn, das aus einem in die Jahre gekommenen Fernseher in der Ecke dröhnt – mir zieht es schon beim blossen Anblick den Unterleib zusammen. Schnell noch ein wenig der fast schon gelatinösen Brühe dazu. Fertig. Dazu wird in einem Extraschälchen ein wenig Senf serviert. Getrunken wird klarer Reisschnaps. Den habe ich jetzt auch nötig. Gott sei Dank

Am Abend lockt unweit des eleganten «Mandarin Oriental», des einzigen Luxushotels der Halbinsel ohne eigenen Spielbetrieb, dann eine Kneipenmeile mit zahllosen Etablissements und Live-Music. Auch hier stammen die Protagonisten anscheinend ausnahmslos von den Philippinen. Wir entscheiden uns für das «Moon Walker», wo zwei bildhübsche Damen und ein nicht minder ansehnlicher Herr auf Zuruf Popsongs, Soul- und Bluesklassiker von Lady Gaga bis Barry White zum Besten geben. Dazu ein kühles Fläschchen Tsingtao-Bier. Ach, das Leben kann so schön sein!

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Food News

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Südtirol baut gastronomische Vormachtstellung aus

Unerreichbar hoch, unerreicht romantisch

Edle Tropfen aus der Maremma

Die Südtiroler Gastronomen haben erneut bewiesen, dass sie zur Weltspitze gehören. Drei neue Restaurants wurden in den bekannten Gourmetführer «Guide Michelin» aufgenommen. Unter allen Provinzen Italiens erhält Südtirol somit für 2012 die höchste Zahl an Auszeichnungen: 20 MichelinSterne für 17 Restaurants. Die höchste Note des «Gault Millau Südtirol» – die vier Hauben – ging erstmals an Norbert Niederkofler, der im «St. Hubertus» in St. Kassian alpine und mediterrane Vorzüge vereint. Vier weitere Südtiroler Restaurants erlangten drei Hauben und 22 Küchen je zwei. Drei Hauben gingen an die «Trenkerstube» in Dorf Tirol, die «Gourmetstube Einhorn» in Mauls, das «Jasmin» in Klausen und das «Schöneck» in Pfalzen. Neun weitere Restaurants wurden mit zwei Hauben prämiert. Neben dem «La Siriola» in St. Kassian, das mit seinem neuen Chefkoch Fabio Cucchelli den Stern zurückerobert hat, haben auch die «Johannesstube» im Hotel Engel in Welschnofen mit Chefkoch Martin Baumgartner und das «Alpenroyal Gourmet» in Wolkenstein mit Felice Lo Basso Einzug in den Gourmet-Olymp gehalten.

Ein romantisches Dinner mitten in den Sternen – wer hat davon nicht schon mal geträumt? Dieser Wunsch wird nun in der neuen Rooftop Bar & Lounge in der 31. Etage des «Millennium Hilton Bangkok» Wirklichkeit. Die jüngste Neuheit der vielfach ausgezeichneten Hotelrestaurants kommt als privater Garten daher, mit einem aussergewöhnlich schönen Panoramablick über die Stadt und die malerische Flussschleife des Chao Phraya. Hier können die Gäste den Sonnenuntergang bestaunen, bevor sich die Nacht über die Skyline der quirligen Thai-Metropole senkt, die tief unten mit Millionen von blinkenden Lichtern winkt. Der Stil der Bar präsentiert sich gleichzeitig cool und modern und damit als perfekte Nightlife-Kulisse. Cremefarbener Stein und Glas geben den Blick auf eine Bar ganz aus Marmor frei. Begnadete Barkeeper kümmern sich liebevoll um die feinsten Cocktails aus hochwertigen Spirituosen, frischen Kräutern und Früchten. An Vollmondnächten ist es hoch über den Dächern Bangkoks besonders reizvoll.

Ein Sprichwort besagt, Wein sei Poesie in Flaschen. Wenn auch die Landschaft, in welcher der Wein gedeiht, reine Poesie ist, könnte es auf einen guten Tropfen hinauslaufen. Die Weinberge des Castello di Vicarello liegen in der Maremma bei Poggi del Sasso. Das Anbaugebiet erstreckt sich über sechs Hektar; Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Merlot und Sangiovese-Trauben gedeihen hier. Das besondere Potential der Maremma in puncto Weinanbau sind die nährstoffreichen Böden, das milde Klima, die intensive Sonne und die Nähe zum Meer. Diese gelungene Kombination merkt man den Weinen des Castello di Vicarello an: Sie sind komplex, vielschichtig und werden derzeit noch als exklusiver Geheimtipp gehandelt. 2010 wurde der erste Castello di Vicarello, Jahrgang 2006, der Fachwelt vorgestellt und erhielt sofort «5 Grappoli». Jetzt sind die Weine in der Schweiz erhältlich. Verantwortlich für die Weine des Castello di Vicarello zeichnet Carlo Baccheschi Berti, der Besitzer der Festung aus dem 12. Jahrhundert, die mit ihren sieben Suiten gleichzeitig anspruchsvollen Gästen offensteht.

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04 Kulinarische Highlights im Restaurant di Mare auf Bali Gelegen auf einer Klippe 85 Meter über dem Meer, besticht das Restaurant di Mare zum einen durch seine halbrunde Form, die an eine Yacht erinnert, den atemberaubenden Ausblick auf den Indischen Ozean sowie nicht zuletzt durch seine erstklassige Küche. Der Amerikaner Steven Grande ist Küchenchef des Gourmet-Tempels und versteht es, verschiedene Geschmäcke zusammenzubringen. So wird klassische französische Küche gerne mit thailändischen Spezialitäten verbunden und in edelster Form serviert. Nur die besten Zutaten aus der Region sowie aus Übersee finden Platz auf der Speisekarte des Restaurants. Diese ist gefüllt mit köstlichen Fischgerichten und Meeresfrüchten, herzhaftem australischem Lamm sowie mit einer Vielzahl an tropischen Früchten. Weinliebhaber können im Weinkeller des «di Mare» aus über 3000 verschiedenen Weinsorten wählen. Die Veritas Wine Lounge ist mit einem erlesenen Sortiment alter und neuer Weine ausgestattet, vom edlen Champagner Dom Pérignon bis hin zu Weiss- und Rotweinen aus allen Regionen der Welt.

05 Ein modernes Stück Italien im Herzen Londons Im «Massimo», dem neuen, mediterranen Fisch-Spezialitätenrestaurant und Austern-Bar, in direkter Nachbarschaft des Trafalgar Square gelegen, lässt es sich mit allen Sinnen geniessen und nach Herzenslust schlemmen. Ein einzigartiger Mix aus Tradition und Moderne, italienischen und britischen Einflüssen, der sich sowohl in der Karte als auch im Ambiente widerspiegelt. Die kulinarische Philosophie des Hauses: klassische Fischgerichte aus qualitativ hochwertigen Zutaten, ergänzt durch innovative Eigenkreationen. Das A-la-carte-Menu, basierend auf fangfrischem Fisch, ist mittags wie abends in beiden Teilen des Restaurants erhältlich. Saisonale Fleisch- und vegetarische Gerichte komplettieren das Angebot. Hier eine Auswahl: gegrillter Tintenfisch mit Karotten, Tomaten, Kartoffeln und Knoblauch, anschliessend Risotto mit Garnelen, Zwiebeln und Pistazien oder Linguine «Carmelo-Stil» mit Meeresfrüchten und frischen Tomaten, gefolgt von Seebarsch in Zitronensauce oder Rotbarbe und Venusmuscheln mit Tomaten, Oregano und schwarzem Kohl.

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06 80 Jahre Ristorante Ciro

Am 12. Februar 2012 feierte das Restaurant Ciro in Zürich sein 80-Jahre-Jubiläum. Kaum ein Restaurant kann auf so eine lange Geschichte zurückblicken. Die besondere Spezialität des Hauses ist natürlich Pasta. Kein Wunder, brachte doch einst der Namensgeber Ciro Foiera die «Lasagna verde» nach Zürich. Auch heute befindet sich noch eine seltene und begehrte Köstlichkeit auf der exquisiten Speisekarte dieses authentischen Ristorante: Bottarga! Der gesalzene und getrocknete Rogen der Meeräsche ist eine sardische Spezialität. Häufig auch als «Kaviar des Mittelmeers» bezeichnet, wird er vom Chef Pasquale Viola mit Taglierini vorbereitet und von Desanka Knesevic mit Charme serviert. Dieses beliebte Gericht, welches in der Schweiz nur in sehr wenigen Restaurants zu finden ist, liess bereits zur Zeit des Königreiches Sardinien-Piemont die Herzen der Feinschmecker höher schlagen. Alle Gerichte werden im «Ciro» täglich frisch gekocht und die Pasta, natürlich die besondere Spezialität des Hauses, wird täglich frisch produziert.


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Zu Besuch beim König der Vampire Unterwegs in Rumänien von Lilly Steffen

Die wohl bekannteste Vampirfigur ist der berüchtigte, blutrünstige Graf Dracula. Ihm diente ein grausamer Fürst, der im 15. Jahrhundert über die Transsilvanier herrschte, als Romanvorlage. Noch heute pilgern tausende von Vampirfans nach Rumänien auf den Spuren Draculas.

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ruselgeschichten ranken sich um Dracula, in unzähligen Filmen kommt er vor – und kaum jemand hat noch nichts von dem unheimlichen Grafen gehört. Im Roman reist ein Rechtsanwalt in geschäftlichen Angelegenheiten zum Schloss eines Grafen, das sich abgelegen inmitten der Südkarpaten befindet. Bereits die äussere Erscheinung des Gastgebers mit seiner blassen Haut, den roten Lippen und auffallend spitzen Zähnen ist unheimlich. Bald schon verspürt der junge Mann ein unbehagliches Gefühl. Etwas geht nicht mit rechten Dingen zu im Schloss. Er bemerkt, dass der Graf kein Spiegelbild hat und beim Anblick von Blut merkwürdig verändert reagiert ... Abraham «Bram» Stoker verfasste den Schauerroman «Dracula» im Jahre 1897. Mit seinem Werk war eine Legende geboren: Die Geschichte des berühmten Vampirs wurde immer wieder verfilmt und neu interpretiert, das Bild Draculas geprägt. Berühmte Dracula-Darsteller wie Christopher Lee und Gray Oldman, der 1992 in Coppolas Horrorfilm «Bram Stokerʼs Dracula» die Hauptfigur spielte, prägten das Bild des blutsaugenden Grafen und schufen einen wahren Vampirkult. Die Schauerlegenden um «Vlad den Pfähler» Schon vor Bram Stoker, im Zeitalter der Romantik, wurden viele Vampirgeschichten verfasst. Verschiedene Figuren und Mythen dienten dem irischen Autor also als Vorlage für seinen «Dracula». Bei seiner Recherche war Bram Stoker auf eine bestimmte Person gestossen, die ihn beim Erschaffen seiner gefürchteten Romanfigur besonders inspirierte: Fürst Vlad III. Draculea. Er herrschte zur Zeit des Spätmittelalters über die Walachei, ein Fürstentum im heutigen Rumänien. Stokers Geschichte spielt in Transsilvanien (Siebenbürgen). Diese sagenumwobene Region Rumäniens war die damalige Heimat von Vlad III. Draculea. Die wahre Geschichte des Fürsten ist dabei ähnlich blutrünstig wie die Vampirlegende. Im Kampf gegen die Türken, Ungarn und gegen Gesetzesbrecher war Vlad III. brutal und unbarmherzig. Er soll unzählige seiner Feinde gepfählt haben, so dass sie langsam und qualvoll sterben mussten. Draculea und seine Gefolgsleute wurden jedoch schliesslich von den Türken gefangen genommen und enthauptet.

zum angeblichen Schloss des Grafen, um die sagenumwobene gruselige Aura der Burg in den Südkarpaten voll auszukosten. Zudem gibt es im Innenteil der Festung ein Museum für Kunst und Geschichte sowie den beeindruckenden Baustil des Schlosses zu bewundern. Besichtigungen sind täglich das ganze Jahr über möglich. In der Wintersaison vom 1. Oktober bis 30. April ist jedoch montags Ruhetag. Für alle, die keine Angst vor Vampiren haben, bieten sich Übernachtungsmöglichkeiten in Pensionen in und um den Ort Bran. Vampire sind en vogue, nicht erst seit dem Hype um die «Biss»Romane von Stephenie Meyer und deren Verfilmungen. Und so strömen seit einigen Jahren immer mehr Fans nach Transsilvanien. Das Dorf Bran reagierte darauf und so gibt es heute in Bran ein Multiplex-Kino, das Horrorfilme zeigt, eine lebhafte Fussgängerzone und ein Einkaufszentrum voller Dracula-Fanartikel. Im Sommer spielen Gothic-Bands auf, und rumänische Unternehmer bieten Dracula-Pauschalreisen an: sieben Tage im Reisebus, drei Schlösser, zwei Zitadellen, eine Übernachtung im Dracula-Themenhotel und zwei Abendessen nach Art des Mittelalters. Es gibt sogar Arrangements, bei denen Touristen mit einem echten Nachfahren Vlads Tee trinken oder einer Vampir-Hinrichtungsshow beiwohnen können. Knoblauchkränze sind inklusive, DraculaTattoos kosten einen kleinen Aufpreis. Auf einem Mitternachtsball können sich die Teilnehmer selbst furchterregend kostümieren.

Weitere Mythen besagen, dass Vlad Draculea das Blut seiner Opfer trank und seine Leiche bis heute verschwunden blieb. Das Grab im rumänischen Snagov wurde 1931 geöffnet – und tatsächlich fand man keine sterblichen Überreste. Allerdings weiss man bis heute nicht, ob es sich überhaupt um die richtige Grabstätte des Fürsten handelt. Pilgerort für Vampirfans Auf den Spuren Draculas führt die Reise durch die rumänischen Karpaten nach Siebenbürgen in die Ortschaft Bran, die etwa 30 Kilometer von der Stadt Braşov (Kronstadt) entfernt ist, zum legendären Schloss Bran. Das Draculaschloss wurde Ende des 14. Jahrhunderts errichtet und sollte den Kronstädtern als Schutz vor osmanischen Eroberern dienen. Mythen zufolge hat im Schloss Bran Graf Vlad Tepes Draculea gewohnt. Und obwohl nie wirklich nachgewiesen werden konnte, dass Vlad Tepes Draculea hier wirklich gelebt hat, pilgern jährlich tausende Besucher

Abseits der Dracula-Vermarktung Doch auch ohne den ganzen Vampirzauber ist eine Reise nach Siebenbürgen und dem Schloss Bran eine spannende und

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Weise die Gastfreundschaft, für die diese Menschen seit langem bekannt sind. Und so ist Dracula vielleicht das Einzige, was die Welt von Rumänien weiss, aber wer einmal das Land besucht hat, stellt fest, dass es viel mehr gibt als Vampire.

interessante Reise, denn nur etwa rund 30 Kilometer von Brasov (deutsch Kronstadt) entfernt liegt das Schloss in der landschaftlich schönsten Region Rumäniens. Die Transsilvanischen Alpen oder auch Südkarpaten liegen grösstenteils in Rumänien. Das Gebirge ist touristisch weitgehend unerschlossen und bietet somit eine ursprüngliche Pflanzenwelt sowie einen Zufluchtsort für den grössten Artbestand an wildlebenden Wölfen, Braunbären und Luchsen in Europa. In der klaren Karpatenluft lassen sich ausgedehnte Trekking- und Wandertouren unternehmen. Der längste Wanderweg geht hier von Sibiu bis fast nach Braşov. Die Wanderung entlang des 70 Kilometer langen Bergkamms nimmt etwa eine Woche Zeit in Anspruch. Vorbei geht es unter anderem an dem 2544 Meter hohen Moldoveanu, dem höchsten Berg Rumäniens. Reizvoll sind auch die vielen kleinen Bergseen.

Nice to know

Die Sixtinische Kapelle des Ostens Eine Hand voll lebendig bemalter Klöster ist die Hauptattraktion von Bukowina im Nordosten Rumäniens. Die meisten Klöster sind von aussen wie von innen und von der Decke bis zum Fussboden mit kunstvollen Fresken bemalt. Und das in immer noch erstaunlich frischen Farben und guter Qualität, obwohl sie 500 Jahre den Elementen und den Launen vieler Herrscher ausgesetzt waren. Sie wurden mit biblischen Szenen bemalt, um die des Lesens unkundigen Gläubigen im Geist des orthodoxen Christentums zu erziehen. Diese spätmittelalterlichen «Reklametafeln» sind eine Art Bibel für Arme. Das eindrucksvollste Kloster ist jenes von Voronet aus dem 15. Jahrhundert, bei den Rumänen bekannt als Sixtinische Kapelle des Ostens. Sein einzigartiges Coelinblau wurde aus Lapislazuli gewonnen.

Das «Land über dem Wald» – die Übersetzung für das lateinische «Transsilvania» – ist eine der letzten grossen Wildnisse Europas. Es ist eine Gegend jenseits der Zeit, die anscheinend nie mit dem 20., geschweige denn 21. Jahrhundert in Berührung gekommen ist. In den waldbedeckten Bergen der Karpaten gibt es uralte Städte der Siebenbürger Sachsen, in denen von Bauern gezogene Karren fahren. Ihr Leben ist einfach, aber es mindert in keiner

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Places to see

Rapa Nui

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ie Osterinsel liegt etwa 3600 Kilometer westlich der Küste Chiles und 2250 Kilometer entfernt von der nächsten bewohnten Insel mitten im Pazifischen Ozean. Sie ist eine der einsamsten Gegenden unserer Erde. Um 350 nach Christus verschlug es erstmals Menschen auf das felsige Eiland. Es waren Polynesier, die sich mit einfachen Segelbooten auf die Suche nach einer neuen Heimat begeben hatten. Für die nächsten 1300 Jahre lebten sie völlig abgeschnitten von der Aussenwelt auf ihrer Insel «Rapa Nui», was so viel heisst wie «grosser Stein». Die 20 000 Insulaner entwickelten eine ganz eigene Kultur, die uns heute noch viele Rätsel aufgibt. Ihren Namen erhielt die Osterinsel, als der niederländische Forscher Jakob Roggeveen am Ostersonntag des Jahres 1722 dort landete. Seither sind Archäologen und andere Wissenschaftler

damit beschäftigt, die Fragen, die diese Insel aufwirft, zu beantworten. Von diesen Kulturen sind heute zahlreiche Legenden, einige Bauten und Monumente immer noch zu bewundern. Eine davon sind die berühmten Moais – gigantische Steinfiguren, mit denen diese Völker ihre Ahnen unsterblich machten. Die meisten sehen sich zum Verwechseln ähnlich: Sie haben einen riesigen, langgezogenen Kopf mit scharfkantigem Kinn, tiefe Augenhöhlen und sehr lange Ohren. In der Legende heisst es, dass es früher auf den Inseln zwei verschiedene Volksstämme gab, die «Langohren» und die «Kurzohren». Beide führten erbitterte Kriege um die Vormachtstellung. Letztendlich gewannen die Kurzohren. In diesen Kriegen wurden viele von den für die Inseln charakteristischen Moais, Figuren aus Stein, zerstört. Ursprünglich soll es 600 Steinstatuen gegeben haben.

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Matterhorn

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s gibt den höchsten Berg der Welt, den gefährlichsten und auch den schwierigsten. Der berühmteste Berg weltweit ist jedoch zweifelsohne das Matterhorn. Zeigt man in fremden Erdteilen jemandem ein Bild des Matterhorns, ist schnell klar, um was für einen Gipfel es sich handelt. Schliesslich wird das Matterhorn-Symbol auch über viele Produkte in alle Welt getragen; man denke da nur an Toblerone-Schokolade. Das Matterhorn präsentiert sich in den Walliser Alpen als Grenzberg zwischen der Schweiz und Italien. Der prominente Berg, an dessen nördlichem Fuss die Ortschaft Zermatt liegt, verhalf diesem ehemaligen Bergdorf zum Status eines der berühmtesten Touristenorte der Schweiz. Natürlich ist es die markante Form, die das Matterhorn berühmt macht. Seine Kanten scheinen ja wie mit einem Riesenmesser sorgfältigst

abgeschliffen zu sein. Aber es ist nicht alleine die Form, die dem Berg Ruhm und Ehre verschafft, es ist vor allem auch seine Lage, denn das Matterhorn steht in der Berglandschaft, als hätte man mitten im Hochgebirge eine Freifläche geschaffen und dort einen markanten Berg hingestellt. Das Matterhorn steht auf einem gut 2000 Meter hohen Sockel, aus dem der Berg selbst steil und schlank in die Höhe schiesst. Nach einigen vergeblichen Versuchen wurde der Gipfel des 4477 Meter hohen Massivs im Jahre 1865 erstmals erklommen. Auch über 150 Jahre nach der Erstbesteigung des Matterhorns ist eine Matterhorn-Besteigung noch immer ein ganz besonderes Highlight im Leben jedes Bergsteigers. Und sie sollte nicht unterschätzt werden: Seit 1865 sind über 450 Bergsteiger am Matterhorn ums Leben gekommen, mehr als an jedem anderen Berg der Erde.

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Taj Mahal

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er Taj Mahal ist das Wahrzeichen von Indien. Jeder kennt ihn und jeder, der nach Indien reist, will ihn sehen. Der Taj Mahal steht als einzigartiges Symbol der Liebe – denn er wurde aus Liebe gebaut! Als Andenken an seine Hauptfrau, die bei der Geburt des 14. Kindes gestorben war, wurde er vom Maharaja Shah Jahan gebaut. Die Liebe aber sollte ewig währen, und als ihr leuchtendes Zeichen liess Kaiser Shah Jahan in der Stadt Agra das «Grabmal der Auserwählten» errichten – den Taj Mahal. 
Die Geschichte ist zur Legende geworden und der Bau, als Weltwunder gepriesen, ein Wahrzeichen Indiens. Shah Jahan übernahm persönlich die Aufsicht beim Bau des Mausoleums, für seine Frau war ihm nichts zu schade. Aus Indien und

ganz Asien wurden die wertvollsten Baumaterialien herangeschafft, über 1000 Elefanten wurden für den Transport benötigt. Verschiedene Architekten wurden beauftragt, die über 20 000 Handwerker in Stellung zu bringen, um das Gebäude, welches auf einer riesigen Marmorplattform gebaut wurde, zu errichten. Zusätzlich wurde ein 18 Hektar grosser Garten angelegt, in dessen Zentrum sich ein längliches Wasserbecken befand. Das Mogulreich war damals eines der finanzkräftigsten Reiche der Erde, jedoch brachte dieser mächtige Bau die Staatsfinanzen ins Wanken, weshalb es immer wieder zu politischen Spannungen kam. Aber Shah Jahan setzte sich durch und es dauerte über 15 Jahre, bis der Taj Mahal endlich vollendet war und in seiner ganzen Pracht erstrahlen konnte.

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Science Museum Valencia

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is zur Fertigstellung von Calatravas Ciudad de las Ciencias sollten mehr als zehn Jahre vergehen: Sie ist Teil des langjährigen Bemühens der Stadtregierung von Valencia, ein 35 Hektar grosses Gebiet am Ostrand der Stadt zu sanieren, das eingezwängt zwischen einer vielbefahrenen Strasse und dem Fluss Turia liegt. Der nahe Valencia geborene Calatrava konnte einen 1991 ausgeschriebenen Wettbewerb für das Projekt, zu dem ein auf drei hoch aufragenden Stützen stehender Fernmeldeturm gehörte, für sich entscheiden. Dieser 327 Meter hohe Turm wäre das auffälligste Element des Komplexes gewesen. Ein Wechsel in der Stadtregierung führte 1996 zu einem Austausch des Turmes gegen ein Musikzentrum, den

2006 von Calatrava fertig gestellten Palau de les Arts. Zwischen 1995 und 1998 entstanden das Planetarium und ein IMAXKino mit elliptischem oder besser augenförmigem Grundriss, einer Halbkuppel mit beweglicher Rippenabdeckung auf einer nahezu 2600 Quadratmeter grossen Fläche. Die Anregungen für diesen Entwurf bezog Calatrava unmittelbar von der Form des Auges. Und wie sehr er vom Sehen fasziniert ist, wird von den beweglichen Sonnenblenden noch unterstrichen. Calatrava arbeitet eindeutig anders als die grosse Mehrheit namhafter Architekten, indem er vom Computer erzeugte «neue» Formen zugunsten einer Vielzahl von Formen verschmäht, die in einem engen Zusammenhang mit Kunst und Natur stehen.

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Casablanca As Time Goes By von Helena Ugrenovic

«Habe ich Dir nicht verboten, dieses Lied jemals wieder zu spielen?!» Als Sam auf Ilsas Drängen hin «As Time Goes By» singt, stürmt Rick aufgebracht ins Café und ist erschüttert, als er plötzlich in Ilsas tränenverschwommene Augen blickt und realisiert, wer den Song angeordnet hat. Ein Lied, das ihn schmerzhaft an die leidenschaftliche Affäre mit der wunderschönen Frau erinnert, die ihm das Herz gebrochen hat. Gemeinsam wollten sie damals, als während des Zweiten Weltkriegs die Deutschen in Paris einmarschierten, das Land verlassen. Doch Ilsa erschien nicht am gemeinsamen Treffpunkt und liess Rick wissen, dass sie nicht mit ihm gehen könne.

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«It's still the same old story ... A fight for love and glory ... A case of do or die ...

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fliegen, schlendert Rick mit Polizeichef Renault im Dunst des Nebels über das Rollfeld. Zurück zu Sam und seinem Café, zurück in ein Leben ohne Ilsa.

m Hollywood-Klassiker «Casablanca» aus dem Jahr 1942 brillieren Humphrey Bogart und Ingrid Bergman als Liebespaar, das keines sein darf. Während des Zweiten Weltkriegs steht Marokko unter dem Protektorat Frankreichs und ist Casablanca die Durchlaufstation zahlreicher Flüchtlinge, die von hier aus über das neutrale Lissabon einen Flug nach Amerika erwischen wollen. Rick ist ein verbitterter Zyniker mit zwielichtiger Vergangenheit, betreibt in Casablanca ein Café und versteckt auf Drängen seines Bekannten Ugarte, dem der korrupte Polizeichef Renault dicht auf den Fersen ist, zwei Transit-Visa im Klavier von Sam. Während Ilsas Mann László verzweifelt versucht, Transit-Visa zu kaufen, um mit Ilsa über den Atlantik flüchten zu können, sträubt sich Rick zuerst, dem Rivalen, trotz dessen hohem Angebot, zu helfen. Doch gerade weil er sie liebt und glaubt, dass László sie mehr brauche als er selber, lässt er sie ziehen und verhilft den beiden zur Flucht. Tiefe Nacht und dicker Nebel liegen über der Stadt, als Ilsa und ihr Mann Marokko in einem Propellerflugzeug verlassen. Was Rick und Ilsa bleibt, ist ein bisschen Vergangenheit und eine Hoffnung, von der sie schmerzhaft wissen, dass diese sich nie erfüllen wird. «Uns bleibt immer noch Paris ... vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber bald und dann für den Rest deines Lebens.» Und während Ilsa und László in die Freiheit

Die Legende lebt Die grösste Stadt Marokkos, die aus dem Spanischen übersetzt «weisses Haus» bedeutet, liegt südlich der Hauptstadt Rabat direkt an der Atlantikküste. Als Casablanca Anfang des 20. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt und Tanger als wichtigste Hafenstadt ablöst, setzt ein rasches industrielles Wachstum ein und prägt die Entwicklung der Stadt bis heute. Die westlichste Stadt des Orients war schon damals ein Eldorado für Paradiesvögel und gleichgeschlechtliche Liebespaare, die nach Casablanca flohen, um unbehelligt leben zu können. Auch bestand lange Zeit nur hier die Möglichkeit geschlechtsangleichender Operationen, was wiederum Transsexuelle aus allen Ecken der Welt anzog. Casablanca ist eine pulsierende Stadt mit einem architektonischen Mix aus verschnörkelten Bauten im mittelalterlichen Stadtkern und einem hypermodernen Marokko mit gläsernen Gebäuden, das ausserhalb des Zentrums entstanden ist. Dar al bayda, wie der arabische Name Casablancas lautet, vereinigt Tradition und Moderne, hautenge Jeans hipper junger Frauen und Kopftücher.

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... The world will always welcome lovers As time goes by ...» Casablanca, As Time Goes By

Seit «Schau mir in die Augen, Kleines» wird Casablanca unweigerlich mit dem bittersüssen Liebesfilm – der übrigens hauptsächlich in den Studios von Hollywood entstanden ist – in Verbindung gebracht, und wer durch die Strassen flaniert und nach dem ewigen Zauber von Rick und Ilsa sucht, findet ein Stück davon in «Rick's Café», das die ehemalige US-Diplomatin Kathy Kriger nach der Filmvorlage erbauen liess. «Es hat mich eine Menge Tränen gekostet, aber auch für zahlreiche Lacher gesorgt», erzählt Kathy: «Doch als wir das Café am 1. März 2004 eröffneten, boten wir den Gästen nicht nur eine Bar mit einem Piano, sondern hatten dem Mythos Leben eingehaucht und Ricks Geist noch unsterblicher gemacht.» Das nostalgische Ambiente der vierziger Jahre verleiht der weissen Villa unter dem sechseckigen Kuppelgewölbe Wärme und lässt Gäste träumen. Im kolonialen Art-déco-Stil spielen Pianisten zwischen Palmen und bunten, silbernen Leuchtern, Säulen und Mosaiken Lieder aus den Vierzigern und Fünfzigern, während Kellner in originalgetreuer Bekleidung exquisite Köstlichkeiten servieren. Zurückversetzt in eine Zeit, deren Blutspur niemals aus den Geschichtsbüchern wegradiert werden wird, wurde aus einer Illusion Realität, in welcher der Liebe wegen sogar ein vom Leben gefrusteter Waffenschmuggler Moral und Gefühl zeigt und die Hoffnung nährt, dass auch in den Wirren von Krieg und (Liebes-)Leid, das Gute schlummert. Der Film ist ein Politthriller zu Zeiten der Nazis. Kathys Projekt ein Appell an die westliche und arabische Welt, in der, ihrer Meinung nach, nur durch einen Dialog Friede mit dem Islam geschlossen werden kann. Marokkanisches Dolce Vita Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die Casablanca seinen Gästen bietet, ist die Stadt seit den 30er Jahren berühmt für ihr bewegtes Nachtleben. An der westlichen Seite der HassanII-Moschee, die mehr als 100 000 Gläubigen Platz bietet, befindet sich der Corniche de Aïn Diab, die Strandpromenade der Stadt

und Nobelviertel in einem. Hier stehen die Villen reicher Marokkaner und ausländischer Diplomaten und wurden exklusive Meerwasserschwimmbäder gebaut, um der heftigen Brandung des Atlantiks, die das Schwimmen im offenen Meer zu gefährlich macht, eine natürliche Alternative zu bieten. Abends herrscht hier ein buntes Treiben und zieht es vor allem die Bewohner auf die Promenade, die mit angesagten und teuren Restaurants, im Trend liegenden Pubs, Clubs und Diskotheken ein attraktives Vergnügungsviertel ist. Viele Einrichtungen bestehen schon seit Jahrzehnten, wie zum Beispiel das berühmte Restaurant auf Pfählen, hier finden sich zahlreiche Gaststätten im Stil der 20er Jahre. Marokkanisches Essen neben einer Sushi-Bar oder ein McDonald's Drive-In direkt am Strand zeigen die Aufgeschlossenheit einer lebhaften Stadt und Kultur. Streng abgeschirmt vom Königspalast im südöstlichen Teil der Stadt liegt das Viertel Habbous. 1923 begannen die französischen Stadtplaner den Bau, um die Landbevölkerung zu integrieren, die sich in den südlichen Vororten der Stadt konzentrierte. Kleine verwunschene Plätze und Gassen mit romantischen Laubengängen zeigen die moderne Umarbeitung einer Medina, unter deren Arkaden nebst zahlreichen Souvenirgeschäften mit reichhaltiger Auswahl die berühmte Pâtisserie Bennis, die alle traditionellen marokkanischen Backwaren herstellt, zu finden ist. Doch trotz der zahlreichen Basare und ungewöhnlich vieler Buchhandlungen wird dieser Stadtteil fast nur von Einheimischen besucht. Zeitreise Auch wenn der Name Casablanca noch so oft ausgesprochen wird, hallt immer der Geschmack von Zauber und Zeitgeschichte nach. Verheissungsvoll und aufregend, abenteuerlich und spannend. Die Kombination von luxuriösem Lifestyle und französischem Laissez-faire, die nahtlos eingebettet ist in orientalische Tradition, bietet einen interessanten Kontrast zu einem Kamelritt in der Sahara oder Wandertouren im Atlasgebirge.

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Die First Class auf Rädern Busreisen verlieren ihr Billig-Image je länger, je mehr. Die Bemühungen und Investitionen der verschiedenen Anbieter zahlen sich langsam aus, denn die Nachfrage nach luxuriösen Carreisen nimmt zu. Inspiriert von den Fluggesellschaften, bietet Eurobus seit kurzem drei verschiedene Klassen an.

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bernachten in Luxushotels, ausklappbare LCD-Monitore und über 90 cm Beinfreiheit: Busreisen werden immer luxuriöser. Dafür sorgen neue Angebote mit komfortableren Fahrzeugen und attraktiveren Routen. Davon angezogen wird eine Kundschaft, welche das Reisen im Bus bisher eher gescheut hat. Für sie waren zuvor die Vorstellungen von enger Bestuhlung, unruhigen Nachtfahrten und schalem Kaffee wohl zu lebhaft. Doch das hat sich geändert und das Reisen in Bussen der neuen Luxusklasse hat mit den negativen Bildern nichts mehr zu tun. Grosszügige Innenräume, modernste Elektronik sowie der Duft von frischem Kaffee sind es vielmehr, die für ein wesentlich angenehmeres Reiseerlebnis sorgen. Eurobus, das grösste private Busunternehmen der Schweiz, hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Als erste Busgesellschaft führte die Firma mit Sitz im aargauischen Windisch vor kurzem das aus dem Fluggeschäft bekannte Drei-Klassen-Konzept ein. Statt Economy, Business und First heissen die Klassen bei Eurobus Comfort, Deluxe und Premium. Sie unterscheiden sich durch die Ausstattung der Busse als auch durch die Art der Unterbringung, Mahlzeiten und Reiseleitung. Comfort- und DeluxeReisen werden von Eurobus durchgeführt, Premium-Reisen von der zur Eurobus-Gruppe gehörenden Marke Car Rouge. Wie auch ihr Pendant im Flugreisegeschäft zeichnen sich Comfort-Reisen bei Eurobus durch günstige Preise aus. Dazu bieten sie bequemen Sitzkomfort (2+2-Bestuhlung, 44 bis 50 Sitzplätze pro Bus) mit Übernachtung in Mittelklassehotels. Deluxe-Reisen, also die Business Class im Reisebus, werden mit Deluxe-Bussen durchgeführt (2+1-Bestuhlung, grosszügiger Sitzabstand, 33 Fauteuils) und die Passagiere übernachten in 3- bis 4-Sterne-Hotels. Herzstück des Drei-Klassen-Angebots ist natürlich die Premium-Class, die es in manchen Bereichen durchaus mit der First Class der Fluggesellschaften aufnehmen kann. Zumindest erinnert abgesehen von den sechs Rädern nicht mehr viel an die herkömmliche Vorstellung einer Carreise.

Car Rouge: neues Raumgefühl dank Glasdach und 2+1-Bestuhlung.

Klasse statt Masse Premium steht für die Unterbringung in gehobenen 4- bis 5-Sterne-Hotels und Reiseprogramme an ausgesuchte Reiseziele, oftmals abseits der gängigen Touristenrouten. Und während man von A nach B gelangt, sorgt die luxuriöse Ausstattung der Busse für einen möglichst angenehmen Aufenthalt an Bord. Die Flotte von Car Rouge umfasst fünf Premium-Class-Busse mit einem Durchschnittsalter von etwas über einem Jahr. Die Busse sind speziell auf die Bedürfnisse anspruchsvoller Reisender ausgerichtet. Jedes Gefährt verfügt über 33 breite und komfortable Fauteuils in einer 2+1-Bestuhlung. Statt der üblichen vier Sitze pro Reihe gibt es in den Car-Rouge-Bussen auf einer Seite eine Reihe mit jeweils zwei Sitzen, auf der anderen Seite eine Reihe mit Einzelsitzen. Vor allem Alleinreisende schätzen die Einzelsitze. Der Sitzabstand misst über 90 cm und verspricht viel Beinfreiheit. Um dem Gefühl, in einem engen Fahrraum reisen zu müssen, entgegenzuwirken, gibt es in den neuen Bussen ein durchgehendes Panorama-Glasdach. Der Himmel rückt damit gleich ein Stückchen näher. Der Innenraum verfügt zudem über eine Höhe von 2,10 Meter, man kann also problemlos aufrecht stehen. Drei Achsen und weniger als 70 Dezibel Motorengeräusche sorgen dafür, dass die Fahrt möglichst ruhig verläuft. Die Car-Rouge-Reiserouten führen durch über 30 europäische Länder sowie Marokko. Einige Destinationen wie zum Beispiel Albanien sind zudem privat eher schwer zu erreichen und bieten sich daher als Reiseziel in der behüteten und organisierten Gruppe an. Lokale, vielfach einheimische Reisespezialisten betreuen die bewusst klein gehaltenen Reisegruppen und führen sie durch Kultur, Land und Leute. Bei einigen Reisen besteht

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Auch das ist Premium: ausgefallene Reiseziele, wie z.B. Irland oder Albanien, unbeschwert entdecken.

auch die Möglichkeit einer Anreise per Flugzeug. Modernste Sicherheitsvorrichtungen und innovative Fahrzeugtechnologien schaffen die besten Voraussetzungen für eine sichere Reise. Nicht zuletzt schliessen die neuen Reisebusse von Car Rouge auch in der Ökobilanz um einiges besser ab als klassische Flugreisen. Die Busse sind mit modernsten umweltfreundlichen Dieselmotoren ausgestattet. Neuste Studien belegen, dass der Reisebus sogar gegenüber dem Zug einen geringeren CO2-Ausstoss pro Passagier aufweist. Und wem dies noch nicht genug ist, der hat die Möglichkeit, direkt bei der Buchung den CO2-Verbrauch über einen Beitrag an die Stiftung My Climate zu kompensieren und damit vollständig klimaneutral zu reisen. Nachfrage nach Luxus-Busreisen wächst Bei Car Rouge ist man zuversichtlich, mit dem Premium-Angebot nachhaltig den Geschmack der Busreisenden zu treffen. «Wir stellen fest, dass vor allem die Baby-Boomer sehr viel reisen», sagt Thomas Jenzer, Leiter Pauschalreisen in der Eurobus-Gruppe. «Diese Generation der 45- bis 60-Jährigen verfügt heute über mehr freie Zeit und die nötigen finanziellen Mittel, um zu reisen. Aber auch ältere Menschen reisen gerne im Bus, da sie häufig nicht mehr selbst fahren möchten und Flugreisen oft beschwerlich sind.» Die demographische Entwicklung spricht also für den Trend zu Luxusreisen im Bus. Es wird immer mehr ältere Leute geben, die gesundheitlich noch fit sind und über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, um Reisen der gehobenen Klasse zu buchen. Und neben dieser Zielgruppe kommt auch ein jüngeres Publikum immer mehr auf den Geschmack der Carrundreisen. Sie nutzen Reisebusse nicht mehr nur, um an Europas Partystrände zu gelangen, sondern entdecken auch den Luxus auf Rädern.

Drei Fragen an: Thomas Jenzer, Leiter Pauschalreisen Eurobus-Gruppe

Herr Jenzer, was hat Eurobus dazu veranlasst, ein DreiKlassen-Konzept einzuführen? Jenzer: Wir möchten stärker auf die Wünsche unserer Kunden eingehen – und zwar über die gesamte Leistungskette. Besonders «Ausreisser» nach unten wollen wir künftig vermeiden. Wer eine Premium-Reise bucht, möchte nicht im Mittelklasse-Hotel übernachten, selbst wenn es nur für eine Nacht ist. Was sind die Vorzüge von Bus- gegenüber Flugreisen? Jenzer: Flugreisen sind oft beschwerlich, die verschärften Sicherheitsvorkehrungen belastend. Das fällt bei Busreisen weg. Man findet sich zehn Minuten vor der Abreise am Busterminal oder Einsteigeort ein. Der Reisebus wird als Transportmittel immer beliebter. Wir stellen aber auch vermehrt fest, dass die Ansprüche bezüglich Komfort und Luxus steigen. Diesen wollen wir mit der jungen, qualitativ hochwertigen Fahrzeugflotte gerecht werden. Welche Busreisen sind in diesem Jahr besonders gefragt? Jenzer: Mit Car Rouge fahren die Kunden gerne an die Ostsee oder nach Spanien und Portugal. Gut gebucht sind auch unsere wöchentlichen Linienstrecken zum Beispiel nach Tirol und Südtirol. Aber auch klassische Destinationen wie Italien sind hoch im Kurs.

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KOLUMNE

Das Interesse an Kreuzfahrten ist ungebrochen von Alexander Esslinger

Die Lust von Reisenden, auf Kreuzfahrt zu gehen, scheint noch immer vorhanden. Nach einem kleinen Buchungsrückgang werden auch nach der Havarie der «Costa Concordia» in diesem Jahr viele eine Reise auf hoher See antreten. Die Reedereien bemühen sich zudem bereits, die Sicherheitsvorkehrungen auf ihren Schiffen zu verbessern.

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reuzfahrtschiffe sind schwimmende Hotels, auf denen sich bequem und flexibel die Welt entdecken lässt. Auf diesen Geschmack sind in der vergangenen Dekade immer mehr Reisende gekommen und haben der Kreuzfahrtbranche zu einem regelrechten Boom verholfen. Schon lange sind es nicht mehr nur über 70-jährige, wohlhabende, aber einsame Menschen – so zumindest das gängige Klischee –, die sich auf eine Kreuzfahrt auf eines der Weltmeere begeben. Spezielle Reiseangebote für Familien, Schwule oder sogar Heavymetal-Fans gehören mittlerweile zum Angebot zahlreicher Anbieter. 35 Prozent aller Schweizer Gäste auf Kreuzfahrtschiffen waren 2011 zwischen 41 und 50 Jahre, 26 Prozent von ihnen zwischen 21 und 40 Jahre alt. Mit einem Kreuzfahrtschiff zu reisen, ist seit jeher so sicher, wie im Flugzeug oder im Zug unterwegs zu sein, daran hat sich auch nach dem tragischen Unglück der «Costa Concordia» in diesem Januar nichts geändert. Überall, wo Menschen wirken, können Fehler passieren. Reisende dürfen nun aber damit rechnen, dass Reedereien und Veranstalter ein noch grösseres Augenmerk auf die Sicherheit an Bord legen werden. So gibt es bereits Beispiele von Reedereien, die ihre Seenot-Rettungsübung, die per Gesetz innerhalb der ersten 24 Stunden auf See abgehalten werden muss, bereits innerhalb der ersten Stunde an Bord durchführen. Also quasi noch vor dem Auslaufen. So soll sichergestellt werden, dass bereits von Beginn der Reise an alle Passagiere wissen, wie in einem Notfall zu reagieren ist. Nun sind alle Reedereien aufgefordert, ihre Sicherheitsmassnahmen an Bord genau zu überprüfen und Prozesse sowie Verfahren zu verbessern. Und wir haben die neue Seite www.e-hoi.ch/sicherheit-auf-kreuzfahrt-

schiffen lanciert, auf der sich Kunden zum Thema Sicherheit informieren können. In den Wochen nach dem Unglück ist es zu einem leichten Buchungsrückgang von Kreuzfahrten gekommen. Die Reederei Costa liess zwischenzeitlich aber verlauten, dass von den 200 Personen, die vor der Havarie bereits eine Reise auf dem Kreuzer gebucht hatten, ungefähr 90 Prozent auf eine Kreuzfahrt mit einem anderen Schiff umgebucht haben. Die Lust auf Kreuzfahrten scheint ungebrochen. Reisende werden zudem in den kommenden Wochen von attraktiven Preisaktionen profitieren, da viele Anbieter ihre Frühbucherrabatte per Ende Januar durch neue Aktionen verlängert haben. Das besondere Gefühl, übers Wasser zu kreuzen und an unterschiedlichsten Orten Land und Leute kennenzulernen, soll schliesslich noch viele Reisende glücklich stimmen und nach «Meer» verlangen lassen. Alexander Esslinger ist Geschäftsführer von www.e-hoi.ch, dem Spezialisten für die Beratung und den Vertrieb von Kreuzfahrten. Mit rund 23 400 Kreuzfahrten auf mehr als 400 Schiffen bietet das Portal einen umfassenden Überblick über den internationalen Kreuzfahrtmarkt. Die Angebote können jederzeit verglichen und zu tagesaktuellen Preisen gebucht werden. Die Entscheidungsfindung wird Kreuzfahrtbegeisterten mit über 8000 abrufbaren Kundenbewertungen erleichtert. Qualifizierte Berater stehen 356 Tage im Jahr unter der kostenlosen Hotline 0800 80 90 50 zur Verfügung. Bei allen seinen Tätigkeiten legt das Unternehmen höchsten Wert auf Qualität und Sicherheit. e-hoi ist Mitglied im Schweizer Reisebüro Verband sowie Teilnehmer beim Schweizer Reisegarantiefonds, damit mit Sicherheit bei e-hoi gebucht werden kann.

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AIR, ROAD & SEA

Sylt-Kult: An der Nordseeküste bei Hornum schützen die legendären Strandkörbe auf Deutschlands mondäner Jetset-Insel vor Wind und Sonne.

Tausend Kilometer zum Geniessen Eine Reise ins Schlaraffenland von Daniel Schüz

Auf dieser Reise sind die Speisekarten Etappenziele, das Menu legt die Route fest: lustvoll geniessen – auf tausend Kilometern von Ost nach Nord, von Dresden bis nach Sylt.

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ls Concierge an der Rezeption der Dresdner Nobel-Herberge «Bülow Palais & Residenz» heisst Sandra Bösemüller ihre Gäste willkommen, als Stadtführerin begleitet sie Touristen vom historischen Barockviertel über die Elbbrücke zu Frauenkirche und Semper-Oper – und als «Sandra aus Dresden» würde sie am liebsten die ganze Welt umarmen: Zwar ist ihr Traum, den «Hugging»-Weltrekord zu brechen und innert 24 Stunden 10 000 Menschen in die Arme zu schliessen, von Amtes wegen geplatzt – die Bewilligung für «eine Menschenansammlung ohne religiösen oder politischen Hintergrund» sei, klagt Sandra Bösemüller, von der Stadtbehörde verweigert worden. Doch sie gibt nicht auf: «Ich will ihn, den Weltrekord im Umarmen», sagt der 25 Jahre alte Blondschopf und lächelt trotzig. «Ich nehme einfach einen neuen Anlauf.»

Es sind Menschen wie Sandra Bösemüller, die eine Reise zum Erlebnis werden lassen; derlei Begegnungen, arrangiert vom glücklichen Zufall, lassen sich nicht planen – einerseits. Andererseits ist das Besondere natürlich durchaus planbar. Das Besondere hat einen Namen: «Relais & Châteaux» ist eine weltweite Vereinigung von Hotels im Premium-Segment. In sechzig Ländern zelebrieren 500 Häuser die Kunst des lustvollen Geniessens. Entsprechend ambitiös der Plan: Wir nehmen eine Auszeit, lassen den Alltag weit hinter uns. An Bord eines Mietwagens – wir entscheiden uns für das Cabriolet von Infiniti, der Edelmarke aus dem Hause Nissan – durchmessen wir Deutschland von Ost nach Nord, entlang der interessantesten «Relais & Châteaux»-Häuser, lassen uns unterwegs fürstlich verwöhnen, schlemmen an festlichen Tafeln, nippen an erlesenen Weinen, nächtigen in exklusiven Suiten. Man gönnt sich ja sonst nichts … Im «Caroussel», dem Restaurant des «Bülow Palais & Residenz», macht die Gelbflossenmakrele, begleitet vom gepflegten Weissen aus der «Müller-Thurgau»-Kellerei, den Auftakt; es folgt Spargel mit Morcheln und Ziegenquart, schliesslich die Krönung des Di-

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Historisch: Am Elbufer markiert ein Rahmen die berühmte Perspektive auf Dresdens Altstadt mit Frauenkirche und Augustusbrücke, wie der italienische Maler Bernardo Bellotto sie 1747 sah.

Landadel: Umgeben von einer der schönsten Flusslandschaften Europas lässt das liebevoll renovierte Gutshaus Stolpe bei Anklam den Glanz vergangener Zeiten aufleben.

ners, ein zartwürziger Kalbsrücken im Pancettamantel. Dazu ein Barbera d’Asti 2007. Den hätte auch August der Starke nicht verschmäht. Vor 300 Jahren, als Dresden im Barockrausch schwelgte, gründete der prunk- und trunksüchtige Monarch auf dem Sachsen-Thron die «Gesellschaft zur Bekämpfung der Nüchternheit».

nen das Diner – und der Schweizer Gast verlangt verstört nach dem Chef de Service: «Bei uns ist eine qualvolle Tiermast verboten, bei der die Leber krankhaft vergrössert wird.» «Bei uns», entgegnet der Mann und hebt bedauernd die Hände, «ist die Stopfleber eine Delikatesse; der Markt will sie.»

Ausgenüchtert nehmen wir am nächsten Morgen die erste Etappe unter die Räder eines standesgemässen Infiniti, von der SachsenMetropole Dresden in die preussische Hochburg Potsdam. Mitten in der Stadt, verborgen in einem Wildpark, erwartet uns eine Überraschung: Die Herberge mit dem im Preussenland bemerkenswerten Namen «Bayrisches Haus» heisst nicht nur so, das historische Bauwerk neben dem Hotel sieht auch so aus – urbayrisch. Als der Preussen-König Friedrich Wilhelm IV. die Bayern-Prinzessin Elisabeth ehelichte und nach Potsdam holte, soll sie sich vor Heimweh so gegrämt haben, dass der Monarch ein originalbayrisches Holzhaus bauen liess und originalbayrische Gemsen im Wald ansiedelte. «Heute», erzählt Gertrud Schmack, die Besitzerin des Hotels, «streifen Wildschweine durchs Unterholz.» Gelegentlich hat ein Borstenvieh Pech und endet als «Iberico-Schwein an Steinpilzen und Olivenjus» auf der Menukarte.

Auch auf der Insel Sylt wird deutlich, dass der Anspruch des Gourmets mehr gilt als der Respekt vor dem Tier. Im «Landhaus Strickler» lässt Holger Bodendorf, ein Spitzenkoch, der seine Kunst bei Horst Petermann in Küsnacht bei Zürich zur Perfektion gebracht hat, «getränktes Bauernbrot mit Entenstopfleber» auftragen. Wohl dem, dem die Vorstellung der Entenmast den Appetit nicht verschlagen hat; denn der nachfolgende «Rehrücken mit Nougatkruste, geschmortem Chicorée, Apfelconfit und Jus von Cru de Cacao» ist ein Traum, der einem auf der Zunge zergeht.

Gourmets unterwegs Zweihundert Kilometer weiter nördlich, bei Anklam im Pommernland, führt eine Allee zum «Gutshaus Stolpe». Hinter dem renovierten Prachtbau erstreckt sich ein Park bis ans Ufer der Peene, die träge Richtung Ostsee mäandert. Ein kleines Boot lädt den Besucher ein, «Europas grösste unverbaute Flusslandschaft zu erkunden», erläutert Gastgeber Alexander Stiller stolz. «Die Peene ist der Amazonas des Nordens.» Mit etwas Glück kann man Biber und Fischotter beobachten, auch Störche, Graureiher und sogar Seeadler. Sie alle stehen unter Naturschutz – ein Schutz allerdings, den hierzulande offensichtlich nicht alle Vögel geniessen, weil der Mensch lieber deren Leber geniesst. «Törtchen von Gänsestopfleber und Rhabarber mit karamellisiertem Erdnussbrioche» eröff-

Nur wenige hundert Meter entfernt erreichen wir das «Hotel Stadt Hamburg», die zweite «Relais & Châteaux»-Station in Westerland, dem Hauptort der Insel und zugleich, nach knapp tausend Kilometern, das Ende der kulinarischen Reise.Eine Mischung aus nautischer Gemütlichkeit und hanseatischer Tradition prägt das Ambiente des Hauses, das seit 150 Jahren im Besitz der Sylter Familie Hentzschel ist – und ganzjährig geöffnet. Ulli Person erweist sich als Küchenchef mit Humor. Er leistet sich den Spass, als «Amuse-bouche» ein «Bitok» anzubieten. Das sei, sagt er, die kulinarische Umschreibung dessen, was man in der ganzen Welt als «Hamburger» kennt – ausser in Hamburg. Da heisst es Bulette. Keine Delikatesse mundete so herzhaft wie das Hacktätschli im «Hotel Stadt Hamburg» auf Sylt. Und keine hoteleigene «Spa & Wellness»-Oase war so erfrischend wie die Strandsauna mit Seesicht und einem Bad im eiskalten Meer. Bitok und Nordsee – auch das ist Luxus. www.relaischateaux.com

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Die Rhätische Bahn im Jahr des Wassers Wie keine andere Bahn ist die Rhätische Bahn (RhB) mit dem Element Wasser verbunden. Im Europäischen Jahr des Wassers thematisiert deshalb die RhB das Lebenselixier, das in jedem Aggregatszustand Menschen verzaubert und die Technik vor grosse Aufgaben stellt. Ob mineralische Wasser im Thermalbad Scuol, die Schlittelpiste von Preda nach Bergün oder die imposante Rheinschlucht – kein RhB-Ziel, das nicht irgendeine Verbindung zu Wasser hat. Das Jahr 2012 steht ausserdem im Zeichen des 100-JahrJubiläums der Strecke Chur–Disentis/Mustér und der Eröffnung des Bahnmuseums Albula in Bergün.

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ie RhB bewegt jährlich mit rund 1400 Mitarbeitenden über 10 Millionen Reisende und rund 700’000 Tonnen Güter über 384 Kilometer hochalpines Streckennetz. Mit ihren einzigartigen Gebirgsstrecken, wie zum Beispiel der Albula- und der Berninalinie, die 2008 weltweit als dritte Bahnlinie in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde, und berühmten Produkten, wie dem Glacier- und Bernina Express, bürgt sie seit 123 Jahren für erstklassige Bahnerlebnisse quer durch das dreisprachige Graubünden. Die RhB ist heute ein modernes, vielseitiges Transportunternehmen und die führende Meterspurbahn der Alpenregion. Die RhB bringt Schneesportfreunde direkt ins Wintersportmekka Graubünden. Für nur einen Franken Aufpreis dient die Tageskarte des Wintersportorts auch als Bahnbillett. Das Angebot gilt für die Regionen Davos/Klosters/Arosa, Engadin/St. Moritz/Scuol oder Poschiavo/Tirano. Die RhB befördert aber nicht nur Touristen, sie bringt jeden Tag Tausende von ihren Wohnorten in die Zentren Chur, Landquart, Davos, St. Moritz und zurück. Als leistungsstarke Güterbahn ist sie eine wichtige Partnerin der Bündner Wirtschaft und als rollende Strasse durch den Vereinatunnel sorgt sie für die einzige wintersichere Verbindung von Nordbünden ins Engadin. Die RhB ist eine privatrechtlich organisierte Aktiengesellschaft – über 95 Prozent der Anteile sind im Besitz der öffentlichen Hand.

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Wasser, Landschaft, Energie Einzigartige Zugfahrten durch bilderbuchartige Schnee- und Eislandschaften oder imposante Überquerungen von Schluchten, in die sich das Wasser tief eingegraben hat, zeugen von der einzigartigen Faszination des Elements Wasser, das sich den RhB-Passagieren Meter für Meter immer wieder aufs Neue erschliesst. Stellvertretend für die zahllosen Highlights des RhB-Streckennetzes sei hier der Landwasserviadukt hervorgehoben. Das Wahrzeichen des UNESCO-Welterbes «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/ Bernina» ist das grösste undspektakulärste Bauwerk auf der 63 Kilometer langen Albulastrecke zwischen Thusis und St. Moritz. Wasser prägt aber nicht nur die einzigartige Natur. Mit Wasser und Feuer schnaubten und fauchten die Dampfrösser der RhB schon 1889 durch die Alpen, wie sie es noch heute auf den beliebten Nostalgiefahrten tun. Regelmässige Abfahrtenin Sommer und Winter präsentieren das Prättigau, das Engadin und das Vorderrheintal auf die nostalgische Tour. Nostalgie pur bieten auch die luxuriösen Fahrten mit dem von einer «Krokodil»-Lokgezogenen St. Moritz–Zermatt Pullman Express in stilecht restaurierten Alpine Classic Pullmanwagen aus den 30er Jahren. Seit ihrer Gründung steht die RhB nicht zuletzt auch dank Wasserkraft unter Strom. Das ambitiöse Bahnprojekt Berninalinie ist unmittelbar verknüpft mit dem Bau der Kraftwerke Brusio. Von 1904 bis 1907 baute dieses Pionierunternehmen Wasserkraftwerke im Valposchiavo. Die RhB sollte vom ersten Tag an auch mit erneuerbarer Energie aus dem Lago Bianco fahren. Rund 100’000 Kilowattstunden konsumieren die Lokomotiven jährlich – und transportieren damit über eine Million Passagiere. Highlights 2012 Am 2. Juni 2012 eröffnet in Bergün, unmittelbar an der Albulalinie, das Bahnmuseum Albula. Anhand multimedial inszenierter Räume, originaler Exponate und einer der letzten «Krokodil»-Lo-

komotiven vermittelt das Museum historische und aktuelle Aspekte dieser spektakulärsten aller Schweizer Bahnstrecken. Und am Wochenende vom 16./17. Juni 2012 finden die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum der Strecke Chur– Disentis/Mustér statt. Auf sieben Festplätzen in Chur, Trin, Versam, Ilanz, Trun, Rabius und Disentis/Mustér erwarten die Besucher zahlreiche Attraktionen. Höhepunkte bilden die «rollende Konzertbühne» sowie die bengalische Beleuchtung der Rheinschlucht. Mit dem Jubiläumsbillett (Tageskarte) reist der Besucher an diesem Wochenende beliebig oft von Festplatz zu Festplatz.

Glacier Express Seit 1930 rollt der Glacier Express vom Engadin zum Matterhorn und verbindet auf seiner 7½-stündigen Fahrt die weltbekannten Kurorte Davos / St. Moritz mit Zermatt. Die neuen Züge gefallen durch ihr frisches Design; die Panoramawagen erlauben atemberaubende Rundumsichten. Die markante Komfortverbesserung der letzten Jahre und das neue Verpflegungskonzept begeistern die Fahrgäste zusätzlich. In sechs Sprachen erhält der Kunde über Kopfhörer Informationen zu den Höhepunkten unterwegs. Von St. Moritz nach Thusis durchfährt der Glacier Express das Albulatal mit dem berühmten Landwasserviadukt. Bernina Express Der Panoramazug Bernina Express führt von Chur (585 m ü. M.) durch das wilde Albulatal ins Oberengadin und weiter zum höchsten Punkt auf 2253 m ü. M. auf den Berninapass. Danach geht es über spektakuläre Kunstbauten bis ins italienische Tirano (429 m ü. M.) hinunter. Die gesamte Fahrt dauert rund vier Stunden. Sie führt durch klimatische Extreme und verbindet Kulturen und Sprachen. Schlag auf Schlag folgen sich die Höhepunkte unterwegs: verwirrende Kehrtunnels und Schwindel erregende Viadukte im Albulatal, zum Greifen nahe Gletscher und als Schlussbouquet Palmen und viel italienischer Charme.

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ADVENTURE & SPORT

Hot Spots

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ADVENTURE & SPORT

Cliff Diving

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liff Diving ist eine Extremsportart, die überall, wo Klippen mit über zehn Meter Höhe zu finden sind, ausgeübt werden kann – vorausgesetzt natürlich, dass auch die entsprechende Wassertiefe vorhanden ist. Der Ursprung des Cliff Divings liegt bei den Klippenspringern in Acapulco, die bei den Felsen La Quebrada von Acapulco in Mexiko wahre Kunststücke vorführen und Touristen wie Einheimische gleichermassen begeistern. Die Gründer des Cliff Divings waren Perlentaucher – Frauen und Männer –, denn nur so konnten sie die Perlen tief im Meer von den Klippen aus erreichen. Mit dem zunehmenden Tourismus in Mexiko wurden diese Perlentaucher immer mehr eine Touristenattraktion, und heute reisen viele Touristen nach Acapulco, um die Faszination der Cliff Divers zu erleben. Gerade bei den Klippen von Acapulco ist das Klippenspringen auch sehr gefährlich und nur während der Flut einigermassen sicher, damit die Sportakrobaten sich nicht verletzen. Bei der Ausführung der Klippensprünge beim Cliff Diving wird die Technik des Turmspringens eingesetzt, allerdings unter den Bedingungen und Anforderungen hinsichtlich der Natur an die Sportler.

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www.panoramio.com

ADVENTURE & SPORT

Crossgolf

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andicaps und alte Clubhaustraditionen spielen für die neue Golfer-Generation keine Rolle, sie wollen vor allem eins: Spass. Denn die «Natural Born Golfers» spielen Crossgolf – querfeldein auf Baustellen, zwischen Hochhäusern und auf Schiffen. Und so wächst die Fangemeinde der Feld-und-Wiesen-Golfer beständig. Der Lieblings-Spielplatz der Hamburger «Natural Born Golfers» ist der Freihafen. Hier ist ständig Baustelle, immer wieder verändert sich das Gelände. Jedes Mal eine neue Herausforderung für die Ballkünstler. Bei ihren Wettkämpfen geht es ihnen nicht darum, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Ziel zu bringen. Sie küren beispielsweise auch den schlechtesten Abschlag. Es soll ja schliesslich Spass machen und auch Anfänger sollen eine Chance haben. Beim Festlegen des Parcours sind die Crossgolfer flexibel. Oft steht beim ersten Abschlag noch nicht fest, wo es hingehen soll. Für Crossgolfer kann es nicht verrückt genug sein: Sie spielen Golf von Hochhausdächern, Containern, Autos, Schiffen oder nachts mit Leuchtbällen. Im kommenden Jahr soll der Siegeszug des Crossgolfs um den Erdball wandern. In zwölf Metropolen wollen die Crossgolfer ihren ersten Worldcup austragen.

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ADVENTURE & SPORT

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Sandboarden

as unterscheidet Sandboarden vom Snowboarden? Sand ist nicht besonders griffig und daher dem Pulverschnee ähnlich. Ähnlich wie bei Schnee wirkt sich auch die jeweilige Beschaffenheit des Sandes aus. Heisser Sand ist schneller als kalter Sand. Anders ist auch, dass Schnee vermutlich besser schmeckt als Sand – jeder Anfänger darf da seine Erfahrungen machen, Schürfwunden inklusive. Zum Sandboarden bedarf es in der Regel Wüsten mit ihren grossen Dünen oder die für Küsten typischen Dünenlandschaften. Die grandiosen Dünen der Wüste Namib gehören zum Beispiel zu den ältesten Wanderdünen der Welt und eignen sich hervorragend. So ist Swakopmund, Namibias zweitgrösste Stadt, einer der SandboardingTreffpunkte der Welt, hier hat die Szene ihr Stelldichein. Weitere begehrte Spots sind der Mount Mayhem in der Nähe von Johannesburg, die Dune du Pila in Frankreich, der Cerro Blanco in Peru oder der Praia do Joaquina in Floripa, Brasilien. Doch Sandboarden findet nicht nur in den grossen Wüsten oder an küstennahen Dünen statt: Eine Gelegenheit bietet sich mit dem Monte Kaolino in der Oberpfalz. Dieser besondere Berg besteht aus 30 Millionen Tonnen Quarzsand und ist ein Überbleibsel der Kaolinförderung.

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'courtesy of O'Neill'

ADVENTURE & SPORT

It's all about Boards Céline Gehret

von Yvonne Beck

Die vierfache und amtierende Schweizer Meisterin ist in Aesch nahe Basel aufgewachsen, also fernab von allen sieben Weltmeeren. Trotzdem hat sie die Leidenschaft des Surfens schon in jungen Jahren gepackt und bisher nicht wieder losgelassen.

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it 17 Jahren verwirklicht Céline Gehret den Traum, Wellenreiten zu erlernen. Nach einem Surfcamp an der französischen Atlantikküste steht für sie fest: «Surfen ist das Einzige, was ich machen will!.» Nach ihrem Abi bucht sie im Jahr 2000 einen Flug nach Costa Rica und anschliessend Hawaii, um dort sieben Monate ausschliesslich mit Surfen zu verbringen. Auf diesem Trip fällt Céline die Entscheidung, in Plymouth an Englands Südwestküste für den Bachelor of Surf Science and Technology zu studieren. In Plymouth meldet sie sich beim University Surf Team an und nimmt am jährlichen Studenten-Contest teil, der mit hunderten Teilnehmern einer der grössten Surf-Events Englands ist. Als sie es dort ins Finale schafft geht es Schlag auf Schlag. Britische Surf Labels bieten ihr Sponsorship Deals an. Heute ist sie Teamrider für O'Neill, für welche Céline auf Action und Lifestyle Shoots geht um Bilder zu produzieren. Trotz – oder gerade wegen – der ständigen Reisen bezeichnet sie Aesch in der Schweiz nach wie vor als eine ihrer Homebases. Seit 2001 ist sie für das Schweizer Surf-Team diverse Male bei den ISA World Surfing Games und den ESF-Europameisterschaften (Eurosurf) mitgesurft, die Contests der UK Professional Surfing Tour lässt sie ebenfalls nicht aus. IMAGINE sprach mit Céline Gehret über ihre nächsten Reisepläne und die besten Wellen der Welt.

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IMAGINE: Den Sommer verbringe ich am liebsten: Céline Gehret: in der Schweiz und in Cornwall, im Südwesten Englands. Den Winter verbringe ich am liebsten: In Zentralamerika. Hier sind die Wellen optimal zum Trainieren und für action/lifestyle-Fotos. Zudem gefallen mir die Kultur und die Natur. Zusätzlich verbringe ich auch gerne ein paar Wochen in den Schweizer Bergen, um zu snowboarden und den Schnee zu geniessen. Wohin geht die nächste Ferienreise? Auf die Malediven. Ein Bootstrip, wobei es keine reine «Ferien»Reise, sondern gleichzeitig auch «Arbeit» ist: Fotoaufnahmen. Wohin ging die letzte Reise und wie wars? Ich bin seit Anfang Januar in Costa Rica und Nicaragua und bleibe hier noch bis Ende März. Bis jetzt haben wir super Wellen gehabt. An den Tagen, wo die Wellen weniger gut waren, war ich River raften oder am Strand bei Sonnenuntergang reiten. Nicaragua hat ein paar beeindruckende Vulkane, Seen und wunderschöne Strände. In Costa Rica gefallen mir die verschiedenen Nationalparks und der grüne dichte Dschungel besonders gut. Ich machte dort zip-lining, die Bäume waren riesig und die «bases» waren weit oben in den Bäumen, man kann von Baum zu Baum mitten durch den Dschungel «fliegen» mit eine super Sicht durch die Baumkronen! Ihr liebstes Reiseziel? Mentawaii-Inseln, Indonesien. Ausser Surfen kann man auf diesen wunderschönen und abgelegenen Inseln nicht viel machen, aber für eine Surfenthusiastin ist es das wahre Paradies! Das Wasser ist warm, türkisblau und kristallklar. Mir gefallen die farbigen Fische, die man während des Surfens sehen kann! Die mit Palmen dicht bewachsenen Inseln sahen aus dem Propellerflugzeug wie kleine Smaragde im türkisblauen Ozean aus! Welcher Urlaubstyp sind Sie? Ich bin immer sehr aktiv. Wenn keine Wellen da sind, gehe ich schwimmen, mountainbiken oder trainiere am Strand. Wenn es mal einen flat spell (keinen Wind) hat, dann nutze ich die Gelegenheit gerne zum Besuch von Nationalparks oder zum Sightsee-

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ing. Ich mache jedoch nie reine Städtereisen. Aber beim Stopover nehme ich mir gerne ein, zwei Tage Zeit, um eine interessante Stadt zu erforschen. Auf was ich in meinen Ferien gut verzichten kann: Den Fernseher! Eigentlich auf die meisten materiellen Dinge. Wenn man in ärmere Länder reisen geht und miterlebt, wie die Menschen leben, wird einem immer wieder bewusst, dass man auf viel Materielles sehr gut verzichten kann. Auf was ich auf keinen Fall verzichten kann: Meinen iPod sowie mein Laptop und einen Internet-Zugang. Wohin würde die Reise gehen, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden? Zu den polynesischen Inseln sowie eine ganze Südamerika-Reise! Was war Ihre weiteste Reise? Von der Distanz her war es Australien, von der Reisezeit her die Mentawaii-Inseln, die Reise ins Paradies dauerte ganze drei Tage: drei Flüge, zwei Taxen, und eine sechsstündige Bootsfahrt! Was ist für Sie ein gutes Hotel? Ich schätze schöne und luxuriöse Hotels mit einem Spa und anderen Annehmlichkeiten sehr. Aber da ich sehr viel unterwegs bin, wäre so ein Standard finanziell schon mal unmöglich. Die Hauptsache ist ein gutes Bett und dass es sauber und sicher ist! Mit meinem aktiven Lifestyle verbringe ich sowieso nie sehr viel Zeit im Hotel. Wie reisen Sie am liebsten? Ich reise generell eigentlich gerne, mit allen Verkehrsmitteln. Ich schaue gerne aus dem Fenster und geniesse die Landschaft und finde es entspannend, einfach mal nichts zu tun bis ich ankomme. Als Urlaubslektüre empfehle ich: Ich lese gerne «Geo», «National Geographics» oder eben das IMAGINE. Reisen ist (in drei Worten) … Entdeckung, Spass, Horizonterweiterung!


'courtesy of O'Neill'

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Golfen im Engadin von Lone K. Halvorsen

Rund 60 Prozent der Fläche der Schweiz werden von den Voralpen und den Alpen bedeckt. Die Alpen und ihre Ferienregionen locken jedes Jahr etliche Touristen an. Und wer noch denkt, die Berge sind nur zum Skifahren da – der irrt sich. Denn wer den kleinen weissen Golfball vor einem unbeschreiblichen Panorama spielen möchte, wird hier eine wertvolle Erfahrung erleben, die man so schnell nicht vergessen wird.

Zuoz-Madulain // 18 Loch, Par 72

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nspiriert von der Schönheit und dem einmaligen Charakter der Landschaft, ist Les Furber, dem renommierten kanadischen Golfplatzarchitekten, mit dem Par-72-Parcours «ZuozMadulain» ein einzigartiges Meisterstück gelungen. Furber gestaltete die Anlage nach den modernsten golftechnischen Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung der ökologischen wie topographischen Voraussetzungen. Seine topographischen Höhenunterschiede ermöglichen herausfordernde Golfschläge von erhöhten Abschlägen aus. Strategisch angelegte Golflöcher machen es den Spielern möglich, einen sicheren oder einen gewagteren Weg zu wählen. Der Platz ist kupiert, weitläufig und mit viel Wald umgeben. Es ist ein Platz, der durch seine anspruchsvolle Linienführung auch geübte Golfer vor ganz neue Herausforderungen stellt.

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Samedan // 18 Loch, Par 72

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enn man erwartet, dass auf 1738 Meter über Meer ein Golfplatz in alpinen Gefilden hügelig sein muss, wird man von der Anlage in Samedan überrascht sein. Vor der Kulisse eines einzigartigen Bergpanoramas, umrahmt von Teichen und über 700 Jahre alten Lärchen, präsentiert sich ein relativ ebener Platz. Bis auf ein paar Greens, die sich in einer Senke verstecken oder sich leicht über den Parcours erheben. Diese erfordern präzise Schläge, und auch auf den Abschlägen ist der Griff zum Driver nicht immer der richtige, denn der Platz erfordert in erster Linie mehr Kopf als Kraft. Wenn man Glück hat und vom Maloja-Wind verschont wird, lässt die Höhenlage die Bälle weiter fliegen und hilft bei der Überwindung der langen Distanzen.

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Kulm Golf St. Moritz // 9 Loch, Par 27

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nde des 18. Jahrhunderts gaben englische Kur- und Feriengäste den Anlass, ein Stück Bergwiese auf 1860 Meter für das Fairway kurz zu schneiden. Und 1891 entstand in St. Moritz beim Kulm Hotel der erste 9-Loch-Platz in den Alpen. Einer der höchstgelegenen Golfplätze Europas besticht durch einen Parcours, der das rhythmische Wechselspiel von urwüchsiger Landschaft und Hightech-Golfarchitektur vereinigt. Mit kurzen Distanzen in einem coupierten Gelände ist dieser 9-Loch-Platz für jeden Golfer eine Herausforderung. PLACE TO STAY

Kulm Hotel St. Moritz Mitten in der majestätischen Bergwelt des Oberengadins gelegen, befindet sich das Kulm Hotel St. Moritz im Herzen von St. Moritz und bietet einen atemberaubenden Blick auf den See. Hinter seinen herrschaftlichen Mauern erwartet die Gäste die Aura einer über 150-jährigen Gastgebertradition. Heute verbindet das Hotel seine einzigartige Geschichte mit dem Komfort der Gegenwart: So ergänzen sich die Annehmlichkeiten der Moderne mit prachtvollem Gründerzeit-Interieur auf elegante Art und Weise. Von Engadiner Spezialitäten bis hin zur internationalen Haute Cuisine bieten mehrere Restaurants die Möglichkeit, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen.

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www.wenger.ch

Made in Switzerland


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Reisen f端r eine bessere Welt Volunteering Reisen mit gutem Gewissen. Aufbrechen, um in Not geratenen Menschen oder Tieren zu helfen. Unterwegs sein, um die Welt etwas besser zu machen. Immer mehr Menschen sehen darin einen Weg, ihr Fernweh zu stillen.

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m angelsächsischen Raum ist «volunteering» – es gibt für dieses Wort kein deutsches Äquivalent – gesellschaftlich fest verankert. Die Hilfe der Freiwilligen ist dort selten an Vereine oder Verbände geknüpft. Die Menschen engagieren sich für verschiedene Projekte, oft spontan, meistens zeitlich befristet. Und immer öfter auch in den Ferien. Wer sich dazu entschliesst, muss zunächst das geeignete Projekt für sich finden. Dabei helfen zahlreiche Websites wie www.worldvolunteerweb.org oder www.volunteeraboard.com, doch auch viele Reiseveranstalter bieten inzwischen Volunteering-Programme an, denn die Nachfrage steigt und zugute kommt es allen: Die Reisenden kehren in der Gewissheit heim, etwas Besonderes geleistet zu haben. Und im besten Fall hinterlassen sie den Besuchten nicht nur Hoffnung – sondern ermöglichen ihnen ein anderes, besseres Leben. In friedlicher Mission oder als Handwerker Eine Reise für den Frieden könnte zum Beispiel in den Nahen Osten gehen. Vor circa sechzig Jahren, mit der Gründung des Staates Israel, begann der Konflikt zwischen Juden und Palästinensern, der bereits Tausenden Menschen das Leben kostete. Unternehmen wie «Interfaith Peace-Builders» haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, politisch interessierten und engagierten Menschen Einblick in die Situation im Nahen Osten zu geben. Zu diesem Zweck bieten einige Organisationen Touren nach Israel und Palästina an und schicken jährlich mehrere Delegationen von Reisenden dorthin. Unter fachkundiger und erfahrener Leitung treffen sich die Reisenden mit einheimischen Menschenrechtlern, Friedensaktivisten und Anwälten, um die Ursachen und Folgen des Konfliktes besser verstehen und den Dialog zwischen den beteiligten Ländern fördern zu können. Da die Teilnehmer in israelischen

und palästinensischen Familien untergebracht werden, können sie auch persönliche Kontakte knüpfen sowie die Kultur und das Alltagsleben näher kennenlernen. Für begeisterte Handwerker, die zu Hause nicht genügend Arbeit finden, bietet sich hingegen eine Reise nach Vietnam an. In der südlichen Region Tan Phouc können freiwillige Helfer beim Hausbau anpacken. Das Projekt unterstützt unterprivilegierte Familien, deren einfache Wohnungen durch Monsunregen oder Stürme zerstört wurden. Organisiert wird die Reise von der britischen Organisation «i-to-i» (www.i-to-i.com) in Zusammenarbeit mit einer vietnamesischen Institution, deren Ziel es ist, möglichst vielen Familien ein stabiles Dach über dem Kopf zu bauen. Die Organisation vor Ort kümmert sich um die nötige Einarbeitung, damit die neu errichteten Häuser dem nächsten Unwetter auch standhalten können. Gearbeitet wird in flexiblen Schichten von montags bis freitags; die Wochenenden kann man in den Bergen und Urwäldern der Umgebung verbringen. Wer zum Hausbau nach Vietnam reisen möchte, muss mindestens zwei, höchstens zwölf Wochen investieren. Leiden lindern Reisen und Helfen miteinander verbinden: Nach diesem Motto vermittelt die amerikanische Organisation «Global Crossroad» (www.globalcrossroad.com) Freiwillige, die während ihrer Ferien in Südafrika bei der Aids-Bekämpfung helfen wollen. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele HIV-Infizierte wie am Kap der Guten Hoffnung: Mehr als fünf Millionen Menschen sind HIV-positiv, täglich sterben rund 900 von ihnen an Aids. Zum Einsatzprogramm gehört die Betreuung infizierter Kinder

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und Erwachsener sowie die Aufklärung über die Immunschwächekrankheit in Krankenhäusern und in Kommunen Kapstadts. Konkrete Aufgaben der Helfer sind etwa: Mitarbeit in Hospizen, bei HIV-Tests und Beratungsgesprächen und vor allem bei Bildungs- und Freizeitprogrammen. Besonders Kinder, aber auch Erwachsene sollen hier einen spielerischen Umgang mit ihrer Krankheit lernen, der für therapeutische Zwecke wertvoll ist. Die Freiwilligen können zwischen einer und zwölf Wochen an verschiedenen Aids- und HIV-Aufklärungsprojekten mitwirken. Gearbeitet wird 25.bis 35 Stunden pro Woche, sodass genug Zeit bleibt, auch das Land kennenzulernen. Eine spezielle Ausbildung für diese Arbeit ist nicht erforderlich, von den Helfern werden allerdings Mitgefühl, Geduld und Flexibilität erwartet. Wegebauer und Recycling in der Wüste Wer seinen Sommerurlaub zur Abwechslung einmal in kühleren Gefilden verbringen möchte, für den ist Island das perfekte Reiseziel. Wer sich zudem während seiner Ferienzeit für einen guten Zweck engagieren möchte, kann sich an die kanadische Organisation «Canadian Alliance for Development Initiatives and Projects» (www.cadip.com) wenden. Diese plant und führt weltweit Einsätze für Freiwillige durch – unter anderem eben auch in Island. Und weil das Land der Feen und Trolle aufgrund fehlender Strassen gerne auch mal zu Fuss bereist wird, viele Wege aber gar nicht oder nur schlecht befestigt sind, bietet «CADIP» in den Sommermonaten ein Baucamp für tatkräftige Touristen an: Ihre Aufgabe besteht darin, neue Wanderpfade zu bauen und bereits vorhandene auf eventuelle Schäden zu prüfen. Das ist eine anstrengende Arbeit, bei der man viel draussen ist und kräftig zupacken können sollte. Und genau aus diesem

Grund kommt auch die Freizeit natürlich nicht zu kurz. Das Einsatzgebiet rund um die kleine Fischerstadt Bildudalur liegt am Adlerfjord: einer der grössten und schönsten Fjorde Westislands. Bootstouren auf diesem Gewässer sind ein einmaliges Erlebnis. Zudem kann man viele Spaziergänge unternehmen, sofern die Wege fertig sind. Etwas wärmer hingegen geht es in der Wüste Ägyptens zu. Müllberge mitten in der Landschaft sind nicht nur ein echtes Ärgernis, sondern auch eine Gefahr für die Umwelt. Sicht- und spürbar wird das in der Weissen Wüste Ägyptens, die mit 300 Quadratkilometern etwa die Fläche der Stadt München hat. Dass die Wüste ein Nationalpark und somit Schutzgebiet ist, hält so manchen Touristen nicht davon ab, Flaschen, Dosen und Taschentücher im Sand zu vergraben oder einfach liegen zu lassen. Drei Beduinen-Brüdern war dieses ein Dorn im Auge und sie gründeten die Agentur «Badawiya Expedition Travel» (www.badawiya.com). Diese organisiert seit einiger Zeit jedes Jahr einen Trip in die Weisse Wüste zum Saubermachen. Anschliessend wird der Müll zum Recycling nach Kairo gebracht. Die Reise findet stets im Mai statt, nach Ende der Urlaubssaison. Dann beseitigen Ökotouristen die Hinterlassenschaften der Vorgänger und machen, so nebenbei, eine Rundreise im Jeep durch eine spektakuläre Wüstenlandschaft aus weissen Monolithen, Quarzkristallen und grünen Oasen. Übernachtet wird in einem Camp, in dem auch Frühstück und Abendessen serviert werden. Die Möglichkeiten, in den Ferien Gutes zu tun, sind also schier unbegrenzt. Und was gibt es Schöneres, als mit einem guten Gewissen wieder in den Arbeitsalltag zu starten.

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Sag beim Abschied leise Servus

Auszeit zwischen Tradition und Moderne

Guerlain meets Waldorf Astoria

Im Grandhotel Lienz purzeln die Pfunde ganz ohne Jo-Jo-Effekt, denn nachhaltig, auf höchstem kulinarischem Niveau und mit maximaler «Brennkraft» sorgt die neue Abnehm-Methode Symbio Care fürs entspannte Erreichen von Fastenzielen. Im international ausgezeichneten MedicalWellness-Bereich des Grandhotels Lienz in Osttirol verabschieden sich Gäste dauerhaft von überflüssigen Pfunden und tauschen Abspeck-Frust gegen Fasten-Lust. Der Erfolg liegt in der Kombination von Aktivität und Genuss. Beides im richtigen Ausmass, zur richtigen Zeit – und der JoJo-Effekt ist Geschichte. Der «Faster» setzt also auf Luxus, medizinische Wellness und Hauben-Genuss, um den Körper von Stress und Ernährungssünden zu befreien. So vergeht die Fastenwoche wie im Flug und mit ihr die lästigen Pfunde. Das Grandhotel liegt, umrahmt von Grossglockner und den Dolomiten, mitten im romantischen Städtchen Lienz in Osttirol. Ganz besonderes Highlight ist der erst kürzlich mit einem «World Travel Award» ausgezeichnete, 400 Quadratmeter grosse MedicalWellness-Bereich des Luxushotels.

Wer Entspannung sucht, ist im Weinromantikhotel Richtershof an der richtigen Adresse: Die private Parkanlage mit Seerosenteich, verschiedenen Kräuter- und Duftgärten, jahrhundertealten Bäumen und Teepavillon eignet sich ideal für Spaziergänge und romantische Augenblicke. Zusätzlich steht den Gästen das intime Boutique-Spa zur Verfügung, das mit seinen Wandmalereien und Säulen an einen römischen Badetempel erinnert. Laconium mit Dampfbädern, Tiefenwärme-Tepidarium, finnische Sauna, Tempelwhirlpool und Erholungsbereich mit Klangbrunnen und offenem Kaminfeuer sind nur einige Annehmlichkeiten der grosszügigen Anlage. Besonderes romantisches Extra für Verliebte: Das römische Bad kann für zwei Stunden privat gemietet werden, der «Richtershof» stellt feine Häppchen und Sekt bereit. Komplettiert wird das Schönheitsangebot durch einen Besuch im Beauty-Atelier des Hauses. Hier kann man mit Blick ins üppige Parkgrün Beauty-Treatments mit hochwertigen Produkten von Kanebo-Sensai und Caudalie wahrnehmen.

Die Eröffnung des «Waldorf Astoria Berlin» rückt näher, und gespannt wartet man auf den ersten Besuch im 1000 Quadratmeter grossen Guerlain-Spa mit türkischem Bad, Jacuzzi, Indoor-Pool und Fitnessbereich. Jede der acht Spa-Kabinen ist anders gestaltet, so dass verschiedene Behandlungen angeboten werden können. Hydrotherapie, Vichy-Dusche, Gesichts- und Körperbehandlungen sowie entspannte Massagen und PaarTreatments werden zum Spa-Menü gehören. Die Treatments beginnen mit einer detaillierten Erfassung der Kundenwünsche und -bedürfnisse. Eine sorgfältige Diagnose hilft die Bedürfnisse der Haut zu verstehen und sicherzustellen, dass das angestrebte Behandlungsziel auch erreicht werden kann. Das Spa-Menü wird von der 60-Minuten-Gesichtsbehandlung bis hin zum achtstündigen «Beauty & Relax Tag» keine Wünsche offen lassen. Besonderes Highlight ist das Exceptional Orchidée Imperiale Treatment, eine zweistündige Gesichtsbehandlung mit luxuriösen Guerlain-Produkten, die die Zeichen der Zeit aus dem Gesicht zaubern.

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04 Südafrika: Zeit für Wellness

Ist bei uns Sommer, beginnt in Südafrika die Winterzeit. Diese milde Zeit in Afrika ist ideal für Freizeitaktivitäten in der Natur oder kühle Nächte mit einem Umtrunk am Lagerfeuer. Für alle Gäste des verstecken Bushmans Kloof Wilderness Reserve & Wellness Retreat in den Cederberg Mountains stehen zudem in der Zeit vom 1. April bis 31. August 2012 besondere Winterpakete zur Verfügung. Von der Natur stärken lassen kann man sich zum Beispiel mit dem Natural-Wellness-Paket. Die weit offene Prärie, die mystischen Felsenformationen, kristallklare Wasserfälle und die Fülle von Flora und Fauna der Cederberg Mountains machen sie zu einer Quelle der Verjüngung. Die inkludierte Bushmans Kloof Rücken-, Nacken- und Schultermassage erledigt den Rest. Und das Nurture-inNature-Paket kombiniert stimulierende Freizeitaktivitäten mit entspannenden, der Seele wohltuenden Erfahrungen. So kann Südafrika richtig entspannend wirken. Und man kann auch im dortigen Winter die Natur in Ihrer ganzen Vielfalt geniessen.

05 Am türkischen Meer ist die Energie im Fluss In sechs Tagen ein neuer Mensch werden: Wer auf Reisen geht und mit einem Unbekannten, nämlich mit sich selbst, zurückkehrt, der war zum Yoga-Workshop im Kempinski Hotel Barbaros Bay in der Türkei. Während der Yoga-Woche mit dem Profi Julien Balmer kommen Gäste ihrer Mitte näher und finden zu Entspannung, Zufriedenheit und innerer Balance. Der Schweizer führt in die Lehre des Hatha-Yogas ein. Der Auftakt der Woche beginnt für jeden Teilnehmer mit einem individuellen Beratungsgespräch über Erwartungen und Ziele, die bei täglichen FeedbackRunden überprüft werden. Jeder Tag ist mit einer 30-minütigen Meditation am Morgen, einer Sonnengruss-Session am Nachmittag und zwei Hatha-YogaStunden in der Gruppe klar strukturiert. Eine Anwendung im Six Senses Spa und themenbezogene Filmabende runden das Programm ab. Julien Balmer stammt aus der Schweiz. In Asien fand er in Swami Vivekananda Saraswati, dem berühmten Gründer der Agama Yoga School, seinen Meister.

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06 Frühling in Porto

Portugals zweitgrösste Stadt zeigt sich im Frühling mit seinen milden Temperaturen von ihrer besten Seite. Spaziergänge durch die Strassen der wunderschönen Altstadt, ein Kaffee am Marktplatz oder eine Bootstour auf dem Douro lassen die kalten Monate schnell vergessen. Zudem feiert das «The Yeatman» in Porto mit allem, was das exklusive Weinhotel zu bieten hat. Erstklassige Küche, erlesene Weine und entspannendes Wellness im VINOTHÉRAPIE® SPA BY CAUDALIE ermöglichen Erholung pur. Das FünfSterne-Haus setzte mit seiner Eröffnung vor zwei Jahren neue Massstäbe in der Hotelbrancheder Stadt. Der grosse Weinkeller des Hauses umfasst 25'000 erlesene Flaschen und bietet weltweit die beste Auswahl an portugiesischen Weinen, und auch das VINOTHÉRAPIE® SPA BY CAUDALIE greift nicht nur im Namen das Wein-Thema auf, auch die Behandlungen stehen grösstenteils im Zeichen der edlen Tropfen. Und so beseelt im «Yeatman» der Wein den Körper nicht nur von innen, sondern auch von aussen.


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Jakobsweg Der Weg ist das Ziel von Yvonne Beck

Der Jakobsweg ist der bekannteste Pilgerweg der Welt. Seit 端ber 1000 Jahren wandern Pilger zum Grab des Apostels Jakobus in der spanischen Stadt Santiago de Compostela.

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enau genommen gibt es viele Jakobswege. Die Strecke von der eigenen Haustür bis nach Santiago ist auch ein Jakobsweg. Dennoch haben sich im Laufe der Jahrhunderte wichtige Routen mit eigenen Namen gebildet, die schon vor Jahrhunderten wegen ihrer Infrastruktur von den Pilgern bevorzugt wurden. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie alle in Santiago de Compostela enden. Meist versteht man unter «Jakobsweg» den so genannten Camino Francés, den Hauptweg durch Nordspanien über die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León und die zu diesem Weg führende Via Podiensis durch Frankreich. Ich bin dann mal weg Seit sechs Jahren steht der Jakobsweg wieder hoch im Kurs. Zu verdanken ist dies dem deutschen Komiker und Moderator Hape Kerkeling. Er nahm sich vor einigen Jahren nach einem Hörsturz und einer OP eine Auszeit und nutzte diese für eine spirituelle Reise auf dem Jakobsweg. Er wählte für seine Wanderung den Camino Francés. Wie alle Pilger musste sich der wohlbeleibte und nicht gerade sportliche Kerkeling mit den physischen, aber auch psychischen Anforderungen der Reise auseinandersetzen. Bei seinem Weg nach Santiago lernte er nicht nur seinen Glauben und sich selbst besser kennen, sondern traf auch auf die verschiedensten Menschen, die er in seinem Bestseller «Ich bin dann mal weg – meine Reise auf dem Jakobsweg» in amüsanter, aber dennoch tiefgründiger Weise beschreibt. Besonders ziehen ihn die Sonderlinge und Exoten an – Spiesser, Kirchenkritiker, Esoteriker, sexlüsterne Wanderer oder Spirituelle. Die «klassischen» christlichen Pilger interessieren ihn wenig, denn sie werden «als die gleichen Menschen die Reise beenden, als die sie sie begonnen haben».Das Buch gilt mit mehr als vier Millionen verkauften Exemplaren als eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Sachbücher. Nach Veröffentlichung des Buches liess sich eine überdurchschnittliche Zunahme bei der Gruppe der deutschsprachigen Pilger beobachten. Im Jahr nach Erscheinen des Buches verzeichnete man 71 Prozent mehr deutschsprachige Pilger, die auf Kerkelings und den Spuren des Jakobswegs wanderten. Reisebüros werben mit «Kerkeling lesen ist eine Sache, den Jakobsweg selbst erleben eine viel grössere». Massenphänomen Pilgern Zu den berühmten modernen Pilgern gehören zudem Schriftsteller wie Cees Nooteboom oder Paulo Coelho, die Schauspielerin Shirley MacLaine und der Moderator Frank Elstner. Der Jakobsweg ist durch sie zu einem Massenphänomen geworden, unabhängig von der kirchlichen Ordnung oder Hierarchie: Pilger jeglicher Konfession und Glaubens- oder Weltanschauung machen sich auf den Weg. Die TV-Reihe «Das grosse Promi-Pilgern» bei ProSieben war jedoch eher ein bedauernswerter Auswuchs. Sie förderte neben wahren Pilgern und Touristen eine Gruppe Urlauber zu Tage, die auf dem Ja-

kobsweg Geselligkeit suchen wie andere am Ballermann. Der Geist Kerkelings, einfach mal radikal weg zu sein aus dem gewohnten Leben, verbunden mit einer diffusen Sehnsucht nach Selbstfindung und Abenteuer, sportlichem Ehrgeiz und dem Gefühl, dabei zu sein, treibt Massen auf den Weg. Doch noch immer sind auch viele Pilger unterwegs, die den Weg mit der ursprünglichen Idee gehen, Jakob zu danken oder um Hilfe zu bitten. Und vor ihnen liegt ein langer Weg mit schmerzenden Füssen, Erschöpfung, Durst und auch Einsamkeit. Eine Reise, die an die körperlichen wie psychischen Grenzen führt und dennoch ein Über-sich-Herauswachsen mit sich bringt. Und alle eint die Suche nach einer besonderen Erfahrung. Geographisches Ziel: Santiago de Compostela Ursprünglich war der Weg nach Santiago de Compostela eine alte Römerstrasse, auf der Bodenschätze vom Westen in Richtung Gallien und Italien transportiert wurden. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts wurden diese und andere Strassen aus militärischen Gründen erneuert. Eine Urkunde aus einer mittelalterlichen Herberge aus dem Jahr 1047 nennt die alte nordspanische Hauptverkehrsachse als «Weg, der seit alten Zeiten von Pilgern des heiligen Jakobus begangen» wird. Es ist die erste Erwähnung des Jakobsweges. Bis ins 15. Jahrhundert kamen bis zu Hunderttausend Pilger jährlich nach Compostela. Santiago de Compostela gehört neben Jerusalem und Rom zu den grossen christlichen Pilgerzielen des Mittelalters. Seit etwa 800 nach Christus verehrt man fern im Nordwesten Spaniens das Grab des Apostels Santiago, Jakobus des Älteren (Sant Iago). Durch ihn, der als einer der drei engsten Vertrauten des Herrn die christliche Botschaft erfuhr und überzeugend bis in den Tod verkündigte, fand man zu den Wurzeln des Christentums zurück. Hiervon erfasst und von der Persönlichkeit des Apostels begeistert, pilgerten im Laufe der Jahrhunderte viele Millionen den Jakobsweg – in einer tiefen Frömmigkeit und einer heute schwer vorstellbaren Hinwendung zum Reich Gottes. Auf einem Netz von Strassen über ganz Europa begegneten

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die Pilger Europas einander, und es vollzog sich ein friedlicher Austausch kultureller Werte und künstlerischer Stilformen. Traditionell gilt das Jahr, in dem der Jahrestag des heiligen Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt, als Heiliges Jahr. Diese werden jeweils aufwändig gefeiert und verzeichnen eine Rekordzahl von Pilgern. Das erste Heilige Jahr war 1428 und wurde vor allem von englischen Pilgern als solches zelebriert. Die Pilger standen in den Heiligen Jahren immer unter besonderem Schutz des Königs, der ihnen freies Geleit zu den Pilgerstätten gewährte. Das letzte Heilige Jahr war das Jahr 2010, erst 2021 wird das nächste folgen. Doch pilgern lässt sich zu jeder Zeit. In der Apostelgeschichte stirbt Jakobus in Palästina durch das Schwert. Laut einer Legende hat Jakobus zuvor in Spanien missioniert und wurde durch treue Gefolge dorthin zurückgebracht und an jener Stelle, wo sich heute die Kathedrale von Santiago befindet, begraben. Einer anderen Legende nach wurde sein Leichnam von einem von Engeln getragenen Schiff transportiert. Ein Einsiedler beobachtete sogar Lichterscheinungen und ein Marmorbogen wies auf ein Grab hin. Der Bischof Theodemir liess das Grab öffnen und schrieb die Gebeine dem Apostel Jakobus zu. Daraufhin wurde eine Kapelle über dem Grab errichtet, und dies stellte den Anfang des Heiligen Ortes Santiago de Compostela dar. Die Verehrung des heiligen Jakobus stärkte die christliche Identität der Spanier, was ihnen vor allem im Kampf gegen die Mauren behilflich war. Die Entdeckung und Heiligsprechung des Grabes beeinflusste die Geschichte

Europas. Einerseits war dies der Ausgangspunkt für die Reconquista, also die Rückeroberung Spaniens, und andererseits wurde mit ihr erstmalig das Pilgern zu einem Massenphänomen. Zweifel an der Echtheit der Gebeine und des Grabes gibt es natürlich, aber bei einer Glaubensweisheit spielen nur selten Fakten eine Rolle. Alleine der Glaube und die Wirkung auf die Menschen sind ausschlaggebend. Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela macht auf viele einen unbeschreiblichen Eindruck. Vor allem nach der fast zweimonatigen Wanderung auf dem Jakobsweg. Dem Jakobsweg, dem Camino nach Santiago de Compostela, wohnt eine Magie inne, die ein Drittel aller Pilger wiederkehren lässt. Doch warum? Mit welchem Ziel? Der Weg ist es …

Nice to know

Alle Routen am Jakobsweg sind kartographiert, markiert und mit der Jakobsmuschel, gelb auf blauem Grund, beschildert. Auf jenem Wegweiser ist auch die flecha amarilla, der gelbe Pfeil, angebracht. Er ist einer der gepflegtesten Fernwanderwege Europas. Pilgerherbergen und Unterkünfte findet man genügend am Wegrand. Einige werden von Jakobsbruderschaften verschiedener Länder betrieben, andere von Gemeinden, von der Kirche und Privatleuten. Rotkreuzstationen findet man ebenfalls in allen grösseren Orten; man kann sich dort schnell und unkompliziert seine Leiden verarzten lassen.

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BOOKS & MORE

Inseln, Camper, Tauchen …

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Robinson-Feeling

Underwater Paradise

Von der idealen Gesellschaft in Thomas Morus’ «Utopia» bis zu Gauguins tahitianischer Leichtigkeit: Seit jeher beflügeln Inseln unsere Fantasie. Wer hat nicht schon davon geträumt, ein kleines Stück vom Paradies zu besitzen? Farhad Vladi präsentiert in diesem eindrucksvollen Bildband die ganze Palette unterschiedlicher Privatinseln: von der Seeinsel in Kanada bis zum pazifischen Atoll, von der Welt der Schlossinseln bis zu den privaten Inselreichen von Celebrities wie Johnny Depp oder Richard Branson. Dabei sind Inseln kein Privileg der Reichen, sondern auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich. Abenteurer und Naturliebhaber werden von der Unabhängigkeit entlegener Inseln fasziniert sein. Wer dagegen lieber Gesellschaft hat, wird sich für die vielen fantastischen Urlaubsinseln begeistern.

Tauchsportler, die weltweit nach den spektakulärsten Orten für ihre Unterwasser-Erlebnisse fahnden, müssen nicht auf Reisekomfort verzichten, der den höchsten Ansprüchen genügt. «Tauchen de Luxe» liefert eine Übersicht der 26 schönsten Urlaubsparadiese mit Hinweisen auf die jeweils aussergewöhnlichsten Tauchplätze, Adressen der exklusivsten Hotels und der besten Tauchschulen vor Ort. Zusätzlich erhalten Familien Informationen über Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten, spezielle Schulen für Kinder sowie Ausflugstipps und begleitende Aktivitäten. Ein Führer der Extraklasse für alle anspruchsvollen Taucher, die neben ihrem Sport den Genuss nicht zu kurz kommen lassen wollen.

«The World of Private Islands», TeNeues Verlag

«Tauchen de Luxe», Knesebeck Verlag

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Mobil – retro – kultig

La bell'Italia è per sempre

Caravans, Campingbusse oder Wohnmobile begeistern Menschen jeden Alters und gelten längst als Kult. Nach ihrem Bestseller «Mein wunderbarer Wohnwagen» haben Jane Field-Lewis und Chris Haddon Bilder und Geschichten von über dreissig Caravans aus verschiedenen Jahrzehnten und Ländern zusammengestellt. Sie zeigen Oldtimer-Camper, die gehegt und gepflegt und seit Jahrzehnten für Reisen benutzt werden, seltene Raritäten und wunderschön restaurierte Modelle. Vom Morris Oxford, VW T25, Wildgoose Mini bis zum Land Rover Dormobile – jeder Caravan ist ein Unikat und steht für die pure, unverfälschte Freude am Reisen. Ein Muss nicht nur für Caravan- und Designfans.

Bei einer Reise nach Italien fühlt man sich dem Paradies ganz nahe. Seit Jahrhunderten inspiriert die Schönheit von Venedig, Florenz, Neapel und Rom Schriftsteller, Künstler, Architekten und Händler. Unzählige Gemälde und Skulpturen, Romane und Gedichte sind Zeugen der ewig währenden Anziehungskraft dieses Landes. Und seit über sechzig Jahren ist Italien eines der weltweit beliebtesten Reise- und Ferienziele. Die Reize Italiens – seine Architektur, seine Landschaften, die Kultur und das fantastische Essen – gehören einfach zum Besten der Welt. Unvergleichlich ist auch das dolce far niente, die entspannte und lockere italienische Lebensart. Dieser Band führt durch einige der schönsten Orte und Landschaften Italiens.

«Mein cooler Caravan», Knesebeck Verlag

«Great Escapes Italy», Taschen Verlag

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Korallenriffe Die Wälder der Meere von Ahmad Allahgholi

Wer schon einmal die Möglichkeit hatte, in der Nähe des Äquators zu schnorcheln oder zu tauchen, teilt die Faszination von Farbenpracht und Schönheit, welche Korallenriffe bieten.

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inzelne Korallen sind Wunderwerke, die von kleinen Nesseltieren in tausendjähriger Arbeit erstellt wurden. Zusammen bilden sie ein komplexes marines Ökosystem, welches den Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere bildet. Ob als Versteck, Brutstätte oder einfach nur als Spielplatz; Korallenriffe sind lebenswichtig, vor allem auch für den Menschen. Wie entstehen Korallenriffe? Der grösste Teil der tropischen Korallenriffe besteht aus Steinkorallen. Die Grundlage sind Nesseltiere, die durch Kalkabscheidungen aus dem Meer ein Skelett aufbauen. Diverse Algenarten bilden den Partner in der Korallenbildung. Mit der Einwirkung von Sonnenlicht können mittels der Fotosynthese die verschiedenen chemischen Prozesse durchgeführt werden. Bewohner haben somit unterschiedlichste Fähigkeiten und Eigenschaften, weshalb Korallenriffe perfekte Beispiele von Symbiosen sind. Die idealen Bedingungen für die Entstehung und Fortpflanzung sind eine Wassertemperatur zwischen 20 und 30° Celsius, sauberes Wasser und die Nähe zu einer tropischen Küste. Ein besonderes Ereignis stellt das jährliche Massenablaichen der Korallen dar, das der Vermehrung und Verbreitung dient.

Den exakten Zeitpunkt dafür bestimmen die Wassertemperatur, die Tageslänge und die Mondphase, welche einen minutiös aufeinander abgestimmten Ausstoss von Samen und Eizellen einleiten. Bedeutung von Korallenriffen für den Menschen In der Nähe von intakten Korallenriffen gibt es immer sehr hohe Fischbestände. Im Schutze der natürlichen Umgebung können sie sich hier mühelos fortpflanzen. Fisch bildet in vielen Teilen der Welt die Nahrungsgrundlage der Menschen. Eine zweite und enorm wichtige Funktion haben Korallenriffe als Küstenschutz in der Form von natürlichen Wellenbrechern. Die Wucht von Wellen, oder im Extremfall eines Tsunami, wird von Korallenriffen gedämpft. Gefährdung und Schutz Die involvierten Algen sind sehr empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen. Erwärmt sich die Wassertemperatur zu stark, produzieren sie Giftstoffe, welche zur Korallenbleiche und somit zum Absterben der Korallen führen. Durch die globale Erwärmung ist dieses Problem immer häufiger anzutreffen. Verstärkt durch den zu hohen Ausstoss von Treibhausgasen wie CO2, welche von den Weltmeeren aufgenommen werden, sinkt

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der pH-Wert und führt somit zu einer Übersäuerung des Wassers. Als Folge lösen sich die Kalkstrukturen der Korallenriffe langsam auf. Die Bemühungen zum Schutz der Korallenriffe sind in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Menschen, zum Beispiel Fischer oder Taucher, welche sich in der Nähe von Korallenriffen aufhalten, werden von Schutzorganisationen immer wieder darauf hingewiesen, die Korallen nicht zu berühren. In vielen Ländern, in denen das Fischen mit Dynamit oder Zyanid verheerenderweise noch üblich ist, kämpfen die gleichen Organisationen für die gesetzliche Umsetzung von Verboten. An Orten, wo ein Korallenriff komplett zerstört ist, werden immer häufiger künstliche Korallenriffe aufgebaut. Das «Biorock»-Verfahren Während in der Vergangenheit verschiedene Methoden, wie versunkene Schiffe, Betonkonstruktionen oder fehlgeschlagene Versuche mit alten Autoreifen, angewendet wurden, bietet die patentierte «Biorock»-Technologie die bisher effektivste Art und Weise, Korallenriffe von Menschenhand neu entstehen zu lassen. Das Riff-Fundament wird erstellt durch ein riesiges

Drahtnetz aus circa ein Zentimeter dicken Stahldrähten, welche günstig und weltweit erhältlich sind. Diese Netzkonstruktionen werden an Land gebaut, am gewünschten Ort im Meer platziert und verankert. Anschliessend werden die in verschiedenen Formen entstandenen Werke an ein Kabel angeschlossen, welches mit Sonnenkollektoren oder kleinen Windrädern verbunden ist. Nun fliesst ein schwacher, aber beständiger Gleichstrom durch das gesamte Stahlnetzwerk. Der Gleichstrom bewirkt einen mineralischen Niederschlag vom Meerwasser auf das Metall. Das Ergebnis ist ein Verbund aus Metall und Kalkstein mit einer betonähnlichen Festigkeit. Das Material ist in seiner Zusammensetzung (Calciumcarbonat und Magnesiumhydroxid) dem der natürlichen Korallenriffe sehr ähnlich. Zur Förderung der Korallenbesiedlung werden Korallenstücke auf den Stahl transplantiert. Je mehr Korallenstücke auf der Konstruktion angebracht werden, desto schneller wächst die maritime Bevölkerung des neuen Riffs. Die Vorteile dieser Aufbaumethode sind beeindruckend. Die Korallen wachsen schneller als sonst, sind resistenter gegenüber der Bleiche und können auch in Wasser von niedriger Qualität entstehen.

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VOLUME 2

TRAVEL & SAVOIR VIVRE

TRAVEL & SAVOIR

VIVRE

VOLUME 5

Indien

Mystik und Mysterium treffen das Innerste ÄGYPTEN // PERU // ST. PETERSBURG

Verona

// TOSKANA // PATAGONIEN // SANSIBAR

Weihestätte ewiger // GRIECHENLAND PALM SPRINGS

Liebe

// CASABLANCA // RUMÄNIEN

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Die Reise der Liebenden Honeymoon von Yvonne Beck

Die eigene Hochzeitsreise ist eine einmalige Sache. Ein ganzes Leben lang wird man sich an den Honeymoon erinnern. Damit es schöne Erinnerungen sind, sollte gut geplant werden.

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in Grossteil aller frisch vermählten Paare begibt sich nach der Trauung auf die Hochzeitsreise. Um die Bedeutung der Eheschliessung als einmaliges und besonderes Ereignis zu unterstreichen, wählen viele Ehepaare besondere Reiseziele für ihre Flitterwochen aus. Daher haben sich inzwischen viele Veranstalter darauf spezialisiert, den frisch Vermählten ein komplettes Reiseangebot zu unterbreiten. Zu diesen zählen in der Regel spezielle Hotelzimmer oder auch ein ganz besonderes Rahmenprogramm. Einige Hotels bieten gar Ermässigungen für die Braut an. Wohin die Reise jedoch führt, das bestimmen die Brautleute. Die einen zieht es in die Berge und die anderen lieben das Meer, andere wiederum die Einsamkeit auf einer Insel. IMAGINE stellt Ihnen einige Reiseziele vor, die das perfekte Honeymoon-Ambiente bieten. Amore in bella Italia Die Lagunenstadt Venedig ist ein besonders beliebtes Ziel für verliebte Paare und Honeymooner, denn sie gilt als Stadt der Liebe. Die historischen Gebäude und die Wasserstrassen verleihen der

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Stadt einen ganz eigenen Charme. Besonders beliebt ist die Altstadt von Venedig, in der sich Romantik und Kultur bestens verbinden lassen. Sie besteht aus insgesamt 120 kleineren Inseln, die durch Wasserstrassen miteinander verbunden sind. Hauptverkehrsmittel der Stadt sind die Gondeln. Sie bringen frisch Vermählte stilecht durch die ganze Stadt. Bei einer Hochzeitsreise in die Lagunenstadt darf eine Tour über den Canal Grande auf keinen Fall fehlen. Die Hauptschlagader der Stadt schlängelt sich durch ganz Venedig und wird von insgesamt vier Brücken überquert. Vom Canal Grande aus hat man einen Blick auf die berühmtesten Sehenswürdigkeiten, ohne in den grossen Touristenrummel eintauchen zu müssen. Um dem Trubel zu entkommen, ist auch ein Ausflug auf die kleine Insel Burano empfehlenswert. Hier reihen sich kleine bunte Häuser aneinander und in den Restaurants werden regionale Gerichte mit Blick auf die Kanäle angeboten. Besonders in den Abendstunden, wenn die Stadt in helle Lichter getaucht ist, kommt so eine romantische Stimmung auf. Doch nicht nur Venedig, auch der Gardasee gehört zu den beliebten Honeymoon-Reisezielen in Italien. Denn der See ist ein wunder-

schöner Ort, um erholsame Tage zu erleben, aber zugleich Spannendes zu sehen. Viele reizende Orte gibt es entlang des Gardasees, zum Beispiel Bardolino, Sirmione und Salò. Hier finden regelmässig kleine Märkte statt, die zum Entdecken einladen. Zudem kann man in den zahlreichen Restaurants und Bars die kulinarischen Highlights der Region geniessen. Ein besonderer Ort ist die Kirche in Gargnano: La chiesetta di S. Giacomo di Calino. Diese Kirche liegt am Strand und gehört zu den ältesten Glaubenszeugnissen am Gardasee. Romantik pur auf der Insel Mitten im Indischen Ozean liegt der Inselstaat Malediven. Die kilometerlangen Sandstrände und die luxuriösen Resorts sind vor allem bei vielen Hochzeitsreisenden ein beliebtes Reiseziel, denn hier lässt sich der Start in die Ehe so richtig geniessen. Der Inselstaat besteht aus 1196 Inseln, die auf insgesamt 19 Inselgruppen aufgeteilt sind. Insgesamt erstrecken sich die Malediven auf einer Gesamtlänge von rund 823 Kilometern. Diese Inseln sind jedoch nicht alle bewohnt. Nur 87 Inseln stehen Touristen zur Verfügung. Die Chance, hier einen Strand zu finden, an dem kaum andere

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Menschen sind, ist sehr gross – was gerade Honeymooner zu schätzen wissen. Zudem sind die Malediven bei einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 30 Grad Celsius das ganze Jahr über als Reiseziel geeignet.

in einer sogenannten Wasservilla. Auf breiten Holzbalken und einige Hundert Meter vom Strand entfernt stehen Luxusappartements mitten im Wasser. Sie sind entweder über einen Steg oder aber mit dem Boot zu erreichen. Schöner kann Zweisamkeit nicht sein.

Die Freizeitgestaltung auf den Malediven besteht vor allem darin, die Zweisamkeit am Strand zu geniessen und die Unterwasserwelt zu erleben. Die meisten Hotels bieten die Möglichkeit, Tauchunterricht zu nehmen oder an einer Tauchfahrt hinaus auf den Indischen Ozean teilzunehmen. Auf den einzelnen Inseln ist es möglich, besondere Arrangements zu buchen. Es besteht beispielsweise die Option, eine Yacht zu chartern, auf der sich lediglich das frisch vermählte Paar und eine erfahrene Crew befinden, welche die Yacht durch die Inseln lenkt. Ein besonderes Erlebnis ist auch der Besuch eins Unterwasser-Spa. Das Ehepaar kann hier bei einer Pärchenmassage entspannen und dabei den Fischen zusehen, die an den Fenstern vorbeischwimmen. Wer dann noch nicht genug davon hat, die Unterwasserwelt zu beobachten, kann zum Beispiel in einem Unterwasserrestaurant anschliessend frischen Fisch essen. Abgerundet wird die Hochzeitsreise dann mit einer Übernachtung

Heiraten unter Wasser und Flitterwochen auf hoher See Doch nicht nur das Flitterwochenangebot ist riesig, auch die Auswahl an Orten für die Hochzeit selbst ist gross. Abgesehen vom heimatlichen Standesamt können sich Verliebte in fremden Städten oder auch an besonders ausgefallenen Orten trauen lassen. Wer die Hochzeit sehr aussergewöhnlich gestalten möchte, kann über eine Trauung unter Wasser nachdenken. Eine solche wird zum Beispiel auf den Malediven angeboten und bietet dem Brautpaar eine unvergessliche Atmosphäre. Bei der einfachen Variante der Hochzeit fährt das Paar mit einem Tauchlehrer auf das Meer hinaus, wo sie sich in die Tiefen der Unterwasserwelt hinablassen. Dort nimmt der ausgebildete Tauchlehrer die Trauung eigenhändig vor. Voraussetzung ist natürlich, dass das Paar über ausreichend Erfahrung im Tauchen verfügt. Doch Achtung: Da die Malediven muslimisch sind, ist die Trauung allerdings nicht

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offiziell gültig. Stattdessen muss sich das Paar zu Hause standesamtlich vermählen lassen und die Kopie der Heiratsurkunde auf den Malediven vorlegen. Die endgültige Entscheidung für das Ziel der Reise ist sehr individuell geprägt und hängt stark von persönlichen Erwartungen ab. Es kann vorkommen, dass Braut und Bräutigam sehr unterschiedliche Meinungen über das Ziel haben. Das muss allerdings nicht zum ersten Streit in der Ehe werden. So kann zum Beispiel die Hochzeitsreise einfach in zwei Teile geteilt werden: nicht nur an einem Ort gemeinsam die Zeit verbringen, sondern wirklich umherreisen. Die Reise muss ja nicht unbedingt an einen einzigen Urlaubsort führen, eine Kreuzfahrt beispielsweise bietet die Möglichkeit, mehrere Orte zu erkunden. Mit einer Sonnengarantie zu jeder Jahreszeit und vielen Badestränden ist die Karibik ein beliebtes Reiseziel für Kreuzfahrten. Wer Hitze allerdings nicht gut verträgt, sollte eher im Winter reisen. In den meisten Fällen unterscheiden sich die

Routen mit einer eher westlichen oder eher östlichen Ausprägung. Die Karibik bietet Urlaubern Kunst, Kultur und Sehenswürdigkeiten exotischer Natur und eignet sich für diverse Wassersportarten. Es lohnt sich in jedem Fall, die Unterwasserwelt beim Tauchen oder Schnorcheln zu erkunden. Inseln wie Kuba, Jamaika, Trinidad und Tobago und St. Martin können auf Landgängen erkundet werden. Teilweise werden auch Orte an der Küste des mexikanischen Festlandes angesteuert. Eine Grundvoraussetzung für das Gelingen einer Hochzeitsreise besteht allerdings darin, sie nicht mit zu vielen Höhepunkten und Besichtigungsterminen zu verplanen. Denn so kann leicht Stress entstehen, der dieses schöne Ereignis verdirbt. Manchmal ist eine Kurzreise in eine Stadt oder in ein Wellnesshotel sinnvoller, als lange Flüge zu exotischen Reisezielen anzutreten. Das Wichtigste überhaupt ist jedoch, den richtigen Partner gefunden zu haben, denn mit der richtigen Person kann es fast überall traumhaft sein.

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VORSCHAU & IMPRESSUM

Vorschau Volume 6

Impressum

Malta und Gozo

Publisher Francesco J. Ciringione Owner Prestige Media AG Sales & Marketing Tina Itin Elias Thaler Deria Cukadar Boris Jaeggi Valeska Jansen Art Director

Malta und Gozo Die Maltesischen Inseln bieten einen bezaubernden Farbkontrast: die Blautöne des Mittelmeers, die sanften Honigfarben des Kalksteins, der die Architektur bestimmt, und der heitere Himmel. Kurz: ein wahres Fest der Sinne.

Olivia Schläpfer

REDAKTION Editor in Chief Yvonne Beck Text Chef Julia Moos

Ägypten

Reportagen Lone K. Halvorsen, Yvonne Beck, Sabine Kwapik, Lilly Steffen, Ahmad Allahgholi, Helena Ugrenovic, Thomas Hauer, Angelika Moeller, Peter Bührer, Alexander Esslinger, Daniel Schüz, Céline Gehret

Titelbild Julia Sha Fotos Ahmad Allahgholi, Yvonne Beck, James Rizzi, Silhouette, Easy Pack, Car Rouge, Alexander Esslinger, Relais & Châteaux, Rhätische Bahn, Courtesy of O'Neill, Céline Gehret, www.panoramio.com, shutterstock.com

Ägypten Agatha Christie unternahm zeit ihres Lebens mehrere Reisen ins Land der Pyramiden und sammelte hier Ideen für ihre Kriminalromane. Wir begeben uns auf die Spuren der Autorin des weltbekannten Krimis «Tod auf dem Nil».

Lektor Andreas Probst Head of Production Olivia Schläpfer SITZ

Kapverdische Inseln

Prestige Media AG, Bösch 73, CH-6331 Hünenberg VERLAG / PRODUKTION Prestige Media AG, Leimgrubenweg 4, CH-4053 Basel Telefon 0041 61 335 60 80, Telefax 0041 61 335 60 88 info@prestigemedia.ch, www.prestigemedia.ch

Web Support Dejan Djokic Koordination Serpil Dursun Jahresabo CHF 39.– (E-Mail an: info@prestigemedia.ch)

Kapverdische Inseln Die Kapverdischen Inseln sind eigentlich schon lange ein bekanntes Urlaubsziel. Doch im Vergleich zu den weiter nördlich gelegenen Kanaren befanden sie sich allerdings in einem «Dornröschenschlaf». Statt riesiger Hotelstädte findet man noch unberührte Landschaften und einsame Strände.

Erscheinungsweise vierteljährlich

Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von Redaktion und Verlag jede Haftung abgelehnt.

Freuen Sie sich mit uns auf die im Juni 2012 erscheinende Ausgabe mit vielen spannenden Themen und Geschichten rund um den Globus.

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