Geschäftsführer Zürich 01/2021

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FRÜHLING 2021

NEWS

BUSINESS WINTERTHUR BAUEN & WOHNEN MOBILITÄT AUS- & WEITERBILDUNG SPORT & FREIZEIT

FIT IM JOB

LETHARGIE ALS RISIKOFAKTOR

MEGATRENDS 2021

WEITERBILDUNGSBRANCHE IM WANDEL

OPEL MOKKA

INDIVIDUALITÄT FÜR DIE FIRMENFLOTTE

GRÜNDER / INNEN-DOSSIER UNERSCHÜTTERLICHER GLAUBE

PHOTOVOLTAIK

(UN)ERFÜLLTE ERWARTUNGEN?

ASGA PENSIONSKASSE

RICHTIGE ENTSCHEIDE TREFFEN

BELLE IMMO

DER WEG ZUR TRAUMIMMOBILIE

MATTEO, MAURA & MICHAEL ANGELO WASESCHA MAURA WASESCHA AG


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AC Group AG | Undermülistrasse 22 | CH-8320 Fehraltorf Tel. +41 43 549 54 80 | info@alesca.ch


TIDAL Akira



LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER Wer hätte das gedacht: Wir haben bereits über ein gesamtes Jahr Pandemie und somit für alle einen Ausnahmezustand in vielen Lebensbereichen. Natürlich auch in der Berufswelt. Mittlerweile haben die meisten Menschen gelernt, mit der Situation angemessen umzugehen und sich der aktuellen disruptiven Lage zu stellen. Dies gilt im privaten, aber auch für das berufliche Umfeld. Manche Branchen leiden jedoch massiv unter der Situation. Andere haben sich sozusagen als «Gewinner» etabliert – durch schnelle Handlungsfähigkeit und die Umsetzung von Alternativangeboten. Innovation war also gefragt. Innovation geht auch einher mit dem Digitalisierungsschub, der weltweit – unter anderem auch befeuert durch die Covid-19-Pandemie – um sich greift. Manche Unternehmerinnen und Unternehmer gehen sehr gut mit der Situation um. Wir haben auch in dieser Ausgabe wieder spannende Portraits und Interviews mit Unternehmerinnen und Unternehmern, welche die Herausforderung Covid-19 angenommen haben und dabei sind, diese erfolgreich zu meistern. Frei nach dem Motto: «Nicht jammern, sondern zupacken und Lösungen finden!» Dennoch: Wirtschaftsfachleute sprechen natürlich von signifikanten Auswirkungen. So gehen Prognosen von einem Einbruch des Schweizer Bruttoinlandsprodukts um 4 bis 5.4 Prozent aus. Das Staatssekretariat für Wirtschaft rechnet sogar mit einem BIP-Rückgang von 7 Prozent, im Falle einer schwerwiegenderen Rezession von 10 Prozent. Einer Umfrage von Deloitte zufolge waren bei den Selbstständigen bisher rund 77 Prozent negativ betroffen, bei den Angestellten waren es 63 Prozent (s. diverse Quellen). Die Haupterkenntnis hierbei überrascht nicht: Je affiner eine Branche der Digitalisierung gegenübersteht, umso besser und einfacher scheint die Transformation inmitten der Krise zu gelingen. Wir haben bereits in den Ausgaben 2020 ausführlich darüber berichtet. Und man kann es nicht genug betonen: Innovation ist ein wichtiger Treiber, um aus einer Krise sogar gestärkt hervorzugehen. Wir in der Schweiz können uns mit gutem Gewissen als innovativ bezeichnen, wenn es um den Businessbereich geht. Wir sind auch innovativer, als es viele (in der Schweiz) wahrhaben wollen. Man sehe sich nur den Innovationsplatz Zürich an. Die Region Zürich ist hierzulande ein Innovations-Hotspot. Aber nicht nur hier – auch im gesamteuropäischen Vergleich belegt man Spitzenplätze. Innovation ist im Geschäftsführer Zürich so oder so in jeder Rubrik allgegenwärtig: So stellen wir in jeder Ausgabe spannende Geschäftsleute vor, die auch interessante Ideen verwirklichen. Wir präsentieren Trends aus den verschiedenen Branchen, blicken hinter die Kulissen und zeigen auch, welche Lösungen die diversen Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichen Bereichen vorschlagen. Viele weitere Themen, Portraits und News aus der Region erwarten Sie in dieser Ausgabe. Das Wissen um die Tatsache, dass unsere Zielgruppen unser Content Management schätzen, treibt uns weiterhin an. Wir freuen uns, dass Sie auch 2021 erneut zu unserer geschätzten Leserschaft gehören.

Mitarbeitende in Krisen Kurse und Infos für Geschäfts­ führende und HR­Fachleute im Kanton Zürich

→ Kostenlose Fortbildungen à 2 – 3 h Themen: «Mitarbeitende in Krisen» und «Refresher & Fallbeispiele» Daten: April, Mai, Oktober, November 2021

→ Individuelle Fortbildung für Ihren Betrieb nach Absprache.

Ihr Joël Ch. Wüthrich Chefredaktor

Mehr Info: gesundheitsfoerderung-zh.ch/ FB-Suizid

→ Broschüre zum Umgang mit Mitarbeitenden in Krisen.

→ Flyer mit Adressen für den Notfall zur Abgabe an Mitarbeitende in Krisen. Kostenlos bestellen: gesundheitsfoerderung-zh.ch/ IM-Suizid


4 INHALT

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16 HIGHLIGHT MAURA WASESCHA AG Die MaximumWellbeing-Zauberformel

DEGUSSA GOLDHANDEL AG 26 Ihr kompetenter Partner beim Thema Gold 8 ARBEITSALLTAG / ARBEITSWELTEN Das Phänomen «Zoom Fatigue»

BUSINESS MEGATRENDS 2021 Was bringt die Zukunft?

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KUNDENBINDUNG 32 UND KUNDENERLEBNIS Die Online Customer Journey ist matchentscheidend

GRÜNDER UND START-UPS Unerschütterlicher Glaube an das eigene Projekt

16

SWISS MARKETING FORUM Eine Erfolgsformel – basierend auf Leidenschaft

MEDIEN UND MEDIA 2021 Ohne Marktforschung zum Scheitern verurteilt

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WINTERTHUR

ERSTER ZÜRCHER GOLFCLUB BEI PPG (PRIVATE PARTNER GOLF) Einzigartige Location

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GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2021

32 REKORDZUBAU BEI DER 48 SCHWEIZER PHOTOVOLTAIK Auf dem Weg zur wichtigsten Stromquelle? SOLPROOF GMBH Die Qual der Wahl? Nicht ganz …

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BAUEN & WOHNEN

36 MEGATRENDS 2021 Die Megatrends 2021 «Reloaded»

«WINTI» IN EINER VORREITERROLLE 40 Smart-City-Vorbild Winterthur AGROLA AG Ladelösungen für jeden Immobilientyp

SPECIAL

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54 WEITER AUF DER NÄCHSTEN SEITE    >



6 INHALT

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© Harley-Davidson

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92 BELLE IMMO AG Traumimmobilie nach Mass

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HEV SCHWEIZ 60 Bei uns dreht sich alles um Ihr Wohneigentum

AUS- & WEITERBILDUNG SELBSTSTÄNDIGKEIT IN COACHING UND MENTORING Online-Coaching – jetzt schon ein «Megatrend»

MOBILITÄT

SPORT & FREIZEIT

INNOVATION BEI HARLEY DAVIDSON Elektrische Freiheit auf zwei Rädern

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FIT BLEIBEN FÜR DEN BERUF Fitness zahlt sich aus – auch im Job

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SPORTAGENTUREN UND VERMARKTER So trennt sich die Spreu vom Weizen

AUTO KUNZ Das «e» im Namen als Bekenntnis OPEL MOKKA Ein klares Statement

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KOLUMNEN

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DANIEL JOST

DIGITALISIERUNG IN DER ERWACHSENENBILDUNG Lernprozesse digital unterstützen

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EMIL FREY VOLKETSWIL Alles unter einem Dach als Zauberformel

LERNWERKSTATT OLTEN Ist die Weiterbildung im Krisenmodus?

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STYLE

HÖHERE BERUFSBILDUNG Raus aus dem Schattendasein

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BUSINESSMODE- 88 SOMMERTRENDS 2021 Comeback des «Smart Casual»

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2021

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INHALT 7

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2021


8 HIGHLIGHT

MAURA WASESCHA AG:

DIE MAXIMUMWELLBEING-ZAUBERFORMEL Die Bedürfnisse der Kundschaft von den Augen ablesen können und die Interessentinnen und Interessenten mit auf eine Customer Journey nehmen: Das geht auch in der Immobilienbranche bei einer äusserst anspruchsvollen Zielgruppe, wie das Beispiel des St. Moritzer Unternehmens von Maura Wasescha zeigt. INTERVIEW MIT MAURA, MICHAEL ANGELO UND MATTEO WASESCHA VON JOËL CH. WUETHRICH

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s gibt Geschäftsleute, die haben zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Riecher und den richtigen Draht zur passenden Zielgruppe. Eine dieser Personen ist Maura Wasescha, die für eine exklusive Klientel die passenden Immobilien findet und einrichtet. Maura Wasescha bewegt sich nach vielen Jahrzehnten Networking wie ein Fisch im Wasser in der «noblen Gesellschaft» beziehungsweise innerhalb ihres Netzwerkes. Was sie sich aber auch hart hatte erarbeiten müssen. Nach bald 43 Jahren bereitet man sich im Familienunternehmen aber auch auf einen schrittweisen, langsamen Generationenwechsel in der Unternehmensführung vor.

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«LUXUS IST WERTLOS, WENN MAN IHN NICHT GENIESSEN KANN ...» Maura Waseschas Motto «Maximum Wellbeing» ist nicht nur ein wirklich wie die Faust aufs Auge passender Claim für das Unternehmen, sondern auch gelebte Unternehmensvision. «Wir bieten nicht einfach exklusivste Immobilien zum Kauf oder zur Miete an, sondern auch den perfekten Luxusservice. Damit die Magie des Momentes zum zeitlosen Genuss wird», pflegt sie zu sagen. Auf der Website wird ihre «Wellbeing»-Philosophie treffend beschrieben: «Was bedeutet Luxus, wenn man nicht die Zeit hat, ihn zu geniessen? In der heutigen Zeit, geprägt von Hast und Unruhe, reicht


HIGHLIGHT 9 es nicht nur, dem Kunden die perfekte Immobilie zu präsentieren.» Maura Wasescha liegt es deshalb am Herzen, dem Kunden den bestmöglichen One-to-one-Service zu bieten. Die Wünsche des Kunden sofort zu verstehen und diese umzusetzen, schenken ihm Zeit. Zeit, um den Luxus zu geniessen.

DIE «SIGNORA VON ST. MORITZ» – EIN NETWORKING-PHÄNOMEN Einst aus Norditalien in die Schweiz eingewandert machte sie eine harte Lebensschule durch und entdeckte ihr Talent, Menschen und ihre Bedürfnisse lesen zu können. Zudem hatte sie einen ausgezeichneten Riecher für Trends in diversen Branchen. Dass sie in der Immobilienbranche Fuss fasste, dort eine Marktnische optimal ausfüllte, hatte mit einen TopMarketing-Mix im Businessplan und mit dem Standort St. Moritz sowie einer guten Kommunikationsstrategie verbunden mit einem Produktversprechen zu tun. Und so begann ihre «Tellerwäscher-Karriere», wie sie gerne selbst ihren Aufstieg beschreibt. Heute wird sie mitunter auch als die «Signora von St. Moritz» tituliert. Die Hotelfachschule mit Matura in Bormio war eine gute Basis. Danach arbeitete sie einige Jahre im Service, als Reinigungskraft, Übersetzerin oder Aid du Patron. 1981 erhielt sie bei Interhome St. Moritz eine Stelle als Putzfrau und Übersetzerin. Bruno Franzen bot ihr 1983 eine Bürostelle an und 15 Jahre später war sie Geschäftsführerin von Interhome St. Moritz mit sechs Mitarbeiterinnen und einem Pool von knapp 80 Reinigungskräften. Mit einem Umsatz von 5.3 Millionen Franken war St. Moritz damals die erfolgreichste Aussenstelle der Interhome Schweiz. Maura wurde mehrfach als beste Verkäuferin ausgezeichnet. Dann kam der grosse Schritt:

1998 gründete sie die Einzelfirma «Maura Wasescha». Sie bezeichnet ihr Lachen als ihr grösstes Kapital. Auch heute noch. Ihre Personality war schliesslich ihre Unique Selling Proposition, denn sie muss sich gerade im Engadin gegen eine harte Konkurrenz behaupten: Sotheby’s Real Estate, Engel&Völkers und weitere einheimische Platzhirsche buhlen um die Kundschaft.

BALD GENERATIONENWECHSEL? JA, ABER MIT BEDACHT Und jetzt führt sie ihre beiden Söhne Michael Angelo und Matteo ins Business ein. Die ehemals alleinerziehende Mutter mit dem MultitaskingTalent war anfänglich skeptisch: «Es ist nicht immer leicht, Berufliches von Privatem zu trennen, wenn man sich entscheidet, ein Familienunternehmen zu betreiben. Ausserdem musste ich meinen Söhnen die etwas romantische Vorstellung des Tagesgeschäfts in dieser Branche nehmen. Es ist ja eine pickelharte Arbeit, bei welcher man nicht immer sieht, wie viel Effort betrieben werden muss, bis ein Geschäft abgewickelt werden kann. Und dann fängt es erst recht an. Beide aber bleiben hartnäckig und haben mich überzeugt, dass sie es wirklich wollen und das Geschäft von der Pike auf lernen werden.» Der Generationenwechsel in den strategischen und exekutiven Bereichen wird aber noch eine Zeit dauern. Man habe und mache sich da keinen Druck, heisst es bei den Waseschas. Wir haben mit Maura, Michael Angelo und Matteo Wasescha gesprochen. Welche Visionen verfolgen sie, wie werden neue Ideen und Umsetzungen vollzogen und welche Trends und Businessmodelle werden sich in den nächsten Jahren in ihrer Branche durchsetzen?

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10 HIGHLIGHT

«Geschäftsführer»: Maura Wasescha, Sie sind eine erfolgreiche Vollblut-Unternehmerin und haben Ihre Firma wie ein eigenes Kind grossgezogen. Sie sind in Ihrem Kerngebiet Luxus-Immobilien sozusagen das «Gesicht der Branche» im Engadin. Nun beschäftigen Sie sich mit der Nachfolgeregelung. Wie geht es Ihnen dabei? Maura Wasescha: Eines Tages ist man automatisch mit der Nachfolgeregelung konkret konfrontiert. Und es ist klar – besonders bei einem Business, das so komplex ist wie unseres –, dass eine Geschäftsübergabe sowohl gestaffelt schrittweise wie auch über Jahre vonstattengehen muss. Die Kundschaft ist natürlich offen gegenüber meinen Söhnen, denn sie vertrauen mir und meinem Urteilsvermögen. Schliesslich kenne ich die Kundinnen und Kunden wie auch das ganze Zielgruppenumfeld mit deren Wertehaltungen sehr genau. Aber auch meine Nachfolger müssen sich jetzt auf diesem Businessparkett bewähren. Ich habe aber auch klaren Wein eingeschenkt bezüglich der Anforderungen, die dieser Job mit sich bringt.

Matteo, Maura und Michael Angelo Wasescha: Bald erfolgt ein sanfter Generationenwechsel.

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Michael Angelo Wasescha: Man lernt natürlich sehr viel, wenn man quasi den ganzen Tag jemanden um sich hat, der sich so professionell um Kundenkontakt und in der Planung bewegt. Und es ist schwer, Privates von Geschäftlichem jederzeit zu trennen. Der zwischenmenschliche Bereich ist in unserem Geschäft sehr wichtig und muss auch stattfinden.


HIGHLIGHT 11 Besonders wenn man als Frischling ins Business einsteigt. Dennoch muss man im Tagesgeschäft, auch wenn es manchmal schwerfällt, den Fokus auf das Wesentliche nicht verlieren.

Maura Wasescha: Wir sind halt manchmal impulsiv, aber auch ehrlich und nicht nachtragend. Wenn etwas gesagt werden muss, wird es kommuniziert. Danach zieht man die Schlüsse und weiter geht es. So sind wir bisher immer gut gefahren. Gut ist, dass wir uns ergänzen und die Zusammenarbeit ist komplementär. Michael ist einer, der zuerst analysiert und dann handelt. Das ist gut so. Wie würden Sie Ihr Erfolgsgeheimnis umschreiben? Maura Wasescha: Unser Erfolgsgeheimnis ist eindeutig der Fokus auf eine Kernklientel, die zwar bezüglich Anzahl nicht sehr gross ist, aber beständig und vermögend. Wie wir ja seit jeher feststellen: Das Geschäft mit den Luxusgütern ist zu fast jeder Zeit stabil. Auch – und besonders – in Krisenzeiten. Man investiert ja auch viel in Luxusgüter und dazu gehören auch die Immobilien. Ein weiterer Kernaspekt bei uns ist natürlich die Kenntnis der Erwartungs- und Wertehaltungen der Zielgruppen und, ganz wichtig, die Beratung. Was sehr geschätzt wird, ist nicht nur der 24 / 7-Dienstleistungsapparat, sondern auch speziell die Interaktion auf dem Weg bis zum finalen Geschäft. Gut zuhören und die Bedürfnisse verstehen: Das ist in diesem Geschäftsumfeld genauso wichtig wie die fachlichen Fähigkeiten.

Und lassen Sie auch neue, disruptive Ideen zu? Kommen diese zur Umsetzung? Michael Angelo Wasescha: Im operativen Bereich kann ich meine Ideen schon einbringen, aber nicht bezüglich Strategie. Da vertrauen wir noch voll und ganz auf unsere Mutter, die das Bauchgefühl und die Erfahrung hat, welche unersetzlich sind. Aber ein sogenanntes Reverse Mentoring kann dennoch stattfinden? Maura Wasescha: Ja, ein Reverse Mentoring kann auch stattfinden. Zum Beispiel im Bereich der Umsetzungen: Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren mit modernsten Tools in Bezug auf die Präsentation und Vermarktung unserer Objekte. Sei es mittels 3-D-Visualisierungen oder anderen Mitteln. Und hier sind die Inputs der Jungen natürlich wertvoll. Und nicht zu vergessen: Eines Tages werden auch die Kinder der aktuellen Kundschaft zu Entscheidungsträgern und da ist es wichtig, dass auch wir im gleichen Zeitgeist unsere Expertise anbieten. Matteo Wasescha: Wir sind alle digital fit und können mit modernen Tools arbeiten. Aber: Was für uns wichtig sein wird, ist das Erhalten der Emotionen in diesem Geschäft. Denn ein Kaufentscheid ist ganz klar auch von Emotionen und Timing abhängig. Der Direktkontakt und das Kundenerlebnis werden unersetzlich bleiben. Nur so merkt man auch, ob die Interessierten sich begeistern können für ein Objekt oder eher nicht. Und schliesslich muss beim Geschäftsabschluss auch die Chemie stimmen zwischen uns, der Kundin oder dem Kunden und dem Objekt der Begierde. Wie wird sich die Branche in den nächsten Jahren verändern? Wie ist Ihre Einschätzung? Maura Wasescha: Die Branche wird sich natürlich verändern. Aber dennoch sehe ich Beständigkeit. Es geht in jeder Beziehung um Nachhaltigkeit. Die Zielgruppe der Zukunft wird auch heterogener und die Anzahl der Leute, die sich unsere Objekte leisten können, wird exponentiell wachsen. Das sagen eigentlich fast alle Zukunftsforscher voraus. Was man feststellen kann, ist zudem, dass der Reichtum aus vielen Ecken kommt. Die Globalisierung und Digitalisierung hat neue Millionen in die Branchen und somit auch zu den einzelnen Unternehmerinnen und Unternehmern

gespült. Was dabei interessant ist: Die Bedürfnisse sind vielfältiger geworden und diese herauszuspüren und zu befriedigen, ist eine schöne und herausfordernde Arbeit. Das gilt sowohl für die Bauweisen der Objekte wie auch bezüglich der Einrichtungen.

Wie viel Einfluss hatte die Pandemie auf Ihren Geschäftsgang? Maura Wasescha: Die Pandemie hat uns nicht geschadet, wie zunächst angenommen. Fakt ist, dass viele jetzt noch mehr als zuvor ein schönes Grundstück mit viel Luxus und Platz in einer tollen Umgebung schätzen. Die Nachfrage ist also gestiegen, was uns zugutekommt. Ein Problem ist aber, dass natürlich der menschliche Kontakt eingeschränkt wurde und eine gewisse Natürlichkeit verloren geht. Das ist sehr schade, da gerade in unserem Business der Kundenkontakt besonders wichtig ist. Und die Covid-Massnahmen mit den geschlossenen Einrichtungen schaden natürlich auch unserem Miet-Geschäft. In einen optimalen Businessplan gehört auch ein gutes Marketingkonzept mit einem guten Marketingmix. Da ist unter anderem natürlich der Standortvorteil evident. Sowohl für das Tagesgeschäft wie auch für das Image ... Maura Wasescha: St. Moritz ist natürlich eine tolle Location und passt zu uns und unserer Klientel. Es ist irgendwie so wie im Song von Jovanotti «l’ombelico del mondo» (übersetzt: «Der Nabel der Welt»). Man fühlt sich am richtigen Ort und geniesst es. Natürlich verbindet man den Ort mit Luxus und Prominenten oder wohlhabenden Personen. Das ist meinem Marketingmix natürlich auch förderlich.

KUNDENBEZIEHUNG ALS PRIORITÄT Jede Kundenbeziehung bei Maura Wasescha ist eng und wird als einzigartig betrachtet. Auch wenn es sich um flankierende Angebote handelt wie einen Limousinen-Transfer, eine Reservierung in einem Restaurant, das Organisieren eines Skilehrers, eines Sportautos, eines Privatjets oder Helikopters, von Champagner, eines Gourmetkochs und so weiter. «Auch dieser individuelle Concierge-Service steht den Kunden rund um die Uhr zur Verfügung», sagt Maura Wasescha, denn sie ist sich des geschäftigen Lebens ihrer Kunden bewusst und kümmert sich darum, ihnen den ersehnten Freiraum zu bieten, damit diese den perfekten Moment geniessen können. Nebst der persönlichen Beratung bei der Miete oder beim Kauf der exklusivsten Immobilien an den schönsten Orten (selbstverständlich unter Wahrung höchster Diskretion) steht noch im Angebot: Administration und Verwaltung, die Organisation von Butler, Privatköchen, Hauswirtschafterinnen, SPA-Services, Personaltrainern, Bodyguards, Privatchauffeuren und Freizeitservices sowie Eventorganisation im In- und Ausland.

MAURA WASESCHA AG MAXIMUM WELLBEING AG RO-NI AG Via dal Bagn 49 CH–7500 St. Moritz Telefon +41 (0) 81 833 77 00 Mobil +41 (0) 79 610 38 19 WWW.MAURAWASESCHA.COM WWW.MAXIMUM-WELLBEING.COM

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BUSINESS Was macht eine gute Gründerin beziehungsweise einen guten Gründer aus? Welche Fähigkeiten und Rahmenbedingungen müssen im Zeitalter der Digitalisierung und der Entwicklung von Business 5.0 und Industrie 4.0 stimmen, damit sich der Erfolg einstellt? Wie hängt alles mit dem Mediennutzungsverhalten zusammen und welche interessanten Entwicklungen sind dabei zu beobachten? Was sagen die Futurologen? Diese und noch viel mehr Themen sind in dieser Rubrik zu lesen. VON JOËL CH. WUETHRICH

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aufend verändern sich unsere Arbeitswelten. Ohne innovative Impulse geht nichts mehr. Das wird in fast allen Bereichen der Geschäftswelt wahr genommen. Wir stellen an dieser Stelle regelmässig Menschen und Unternehmen vor, die nicht nur mit der Zukunft gehen, sondern diese auch in ihren Business-Approaches antizipieren. Die Zukunft bringt in der Geschäftswelt nicht nur neue Führungsmethoden, eine rasche Entwicklung zur Digitalisierung und eine voranschreitende Transformation des Business-Environments, sondern auch neue Workflow-Modelle. Die digitale Technologie und Sharing Economy verändern die Schweizer Arbeitswelt. Die Studie «Der Arbeitsplatz der Zukunft: Wie digitale Technologie und Sharing Economy die Schweizer Arbeitswelt verändern» untersuchte die Trends in der Schweizer Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf den Arbeitsplatz der Zukunft. Innovative Approaches sind heute zudem unerlässlich, um nicht nur marktfähig, sondern auch erfolgreich zu sein. Der Verband economiesuisse erarbeite eine Studie zum Thema, bei welcher speziell der Bereich der

Wirksamkeit von Innovation untersucht wurde. Da wurden sieben Faktoren zur nachhaltigen Innovationsförderung identifiziert. Fazit: Neben Investitionen in Bildung und Forschung sind vor allem auch der Wettbewerb, die gesellschaftliche Offenheit und eine internationale Vernetzung entscheidende Faktoren für erfolgreiche Innovation. Ausserdem: Die sogenannte Business Intelligence entwickelt sich auch zum grossen Trend. Mit der steigenden Relevanz von Big Data und Co. werden sich auch in Unternehmen die Notwendigkeit und der Wunsch verstärken, einen sicheren Umgang mit Daten und deren Analyse und Auswertung zu erlernen. Das Jahr 2021 wird somit ganz im Zeichen der Datenkompetenz stehen. Dadurch steigt die Relevanz der eigenen Datenkompetenz (Data Literacy) bei Geschäftsführern und Mitarbeitern Tag für Tag. Business Intelligence bedeutet aber auch den Einsatz von guten Mitarbeitenden. Hier wird seit einigen Jahren klar, wie wichtig die 50plus-Generation und die Seniorinnen und Senioren noch immer für den Arbeitsmarkt der Zukunft sind. Entgegen dem Trend setzen sich nämlich die Vertreter/innen der so genannten Silver Society nach wie vor dort durch, wo ganzheitliches, verknüpftes und strategisches Denken gefragt ist.

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14 BUSINESS MEGATRENDS 2021

WAS BRINGT DIE ZUKUNFT? Wir befinden uns in Zeiten, in welchen Verschwörungstheorien und alle möglichen Szenarien kursieren, die Menschen sich nicht sicher sind, was ihnen mittelfristig die ungewisse Zukunft bringt und natürlich auch die Wirtschaft und die Unternehmen wissen wollen, auf welche Trends und Entwicklungen zu reagieren sein wird. Um solches zu erfahren, werden Futurologen wie Andreas Walker befragt. INTERVIEW MIT ANDREAS WALKER VON JOËL CH. WUETHRICH

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ndreas Walker ist landesweit eine Kapazität in seinem Kernkompetenzbereich. Der Futurologe berät mit seiner Firma weiterdenken.ch Entscheidungsträger in der Politik, bei den Behörden, Wirtschaft und NPOs zu Fragen zukünftiger Chancen und Risiken, Handlungsoptionen und Entscheidungsbedarf. Er war ein Jahrzehnt Co-Präsident von Swissfuture, der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung. Er förderte und koordinierte Bemühungen der Zukunftsforschung und -planung und machte deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich, indem er das Interesse der Öffentlichkeit an einer systematischen Analyse von Zukunftsproblemen durch Veranstaltungen und Publikationen weckte. Er schuf auch eine Basis für den Informationsaustausch über Zukunftsfragen und unterstützte zukunftsgerichtete Forschungsvorhaben. Sein Ziel war immer, eine prospektive Haltung,

Orientierungs- und Entscheidungshilfen im Hinblick auf Zukunftsfragen in Verwaltung, Wirtschaft und Politik zu vermitteln. Ausserdem arbeitete Walker bei internationalen Gremien an zukunfts­orientierten Fragestellungen mit. In dieser Funktion war der Mitherausgeber der akademischen Zeitschrift «swissfuture – das Magazin für Zukunftsmonitoring» Mitglied der Präsidentenkonferenz und der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. «Geschäftsführer»: Andreas Walker, was macht ein Futurologe? Andreas Walker: In unserer Arbeit geht es um das frühe Erkennen von Veränderungen. Primär geht es um das Erkennen von zukünftigen Märkten und Kunden. Zweitens geht es um Technologiefolgenabschätzungen – also das frühe Erkennen von Innovationen und deren Konsequenzen: Wo gehen

Was bringt die Zukunft? Die Frage aller Fragen für viele Menschen in der aktuellen Zeit der schnellen Entwicklungen und Disruptionen.

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BUSINESS 15 die Technologien hin, an was wird geforscht, wo werden neue Patente beantragt? Und wenn wir dann beispielsweise die Digitalisierung als neue Technologie haben, erforschen wir die Auswirkungen auf unser Arbeitsund Privatleben und unsere Werte. Ein anderer Bereich ist das Risikomanagement: Wo tauchen welche neuen Gefahren auftauchen und wie können wir diesen vorbeugen? Es geht immer um die Sensibilisierung für neue Chancen und Risiken, das Aufzeigen von Entscheidungen und Handlungsmöglichkeiten. Gibt es besondere Disziplinen und welche sind hierbei Ihre Kernkompetenzen? Die Branchen spielen eine wichtige Rolle. Sei es in der Marktforschung, in der Produkteentwicklung oder in der Stadt- und Verkehrsplanung. Ich arbeite häufig als Strategiecoach für Geschäftsleitungen oder Politiker. Ich sensibilisiere für Chancen und Risiken, weise auf Lösungen hin und helfe bei der Umsetzung. Ich schreibe Studien und begleite Innovationsteams. Dazu referiere ich an Events und schreibe Artikel.

In der Fachwelt reden wir von rund 150 Megatrends. Pro Projekt wird rund ein Dutzend berücksichtigt. Wir befinden uns in einer Zeit von Disruptionen und neuen Entwicklungen. Eine aktuelle Disruption ist Corona. Eine Neugestaltung der Welt findet aber auch durch Globalisierung, Digitalisierung, durch demografische aber auch durch gesellschaftliche Veränderungen statt. Arbeitswelten verändern sich und man könnte fast von einem «Revival des moderaten Sozialdarwinismus» sprechen. Wie sehen Sie die Tendenzen für die mittelfristige Zukunft weltweit, in der Schweiz und in der Metropolitanregion Basel? Disruption bedeutet Überraschung und Bruch. Spielregeln und Erfolgsfaktoren werden plötzlich und massiv geändert. Globalisierung und Digitalisierung sind schon lange erkennbar und gestaltbar. Ich vergleiche es mit dem «schwarzen Schwan». Dies ist eine Überraschung, die wir nicht kommen sehen, weil sie neu und unbekannt ist. Aber Corona ist ein «schwarzer Elefant». Wir sprechen schon lange von der Gefahr von Pandemien, aber haben dies nicht ernst genommen und wichtige Vorbereitungen unterschätzt. Es geht nicht nur um Überraschungen, sondern um das Hinschauen, wo wir Veränderungen erkennen Dabei spricht man von den grossen Veränderungen als Megatrends. Wir haben auch schon darüber berichtet. Welche Megatrends werden auf uns zukommen? In der Fachwelt reden wir von rund 150 Megatrends. Bei einem konkreten Projekt kann ein Dutzend berücksichtigt werden. Der wichtigste ist wohl, dass wir alle zusammen älter werden. Damit hängt der Megatrend Gesundheit eng zusammen. Auch die Digitalisierung beschäftigt uns intensiv und schafft neue Möglichkeiten. Oder dass wir zu einer Null-Risiko-­ Gesellschaft werden. Legen wir diese Megatrends übereinander, dann verstehen wir die Corona-Krise ganz neu. Die wachsende Bedeutung der Frauen in Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit ist ein anderer Mega­ trend. Dies verändert unser Verständnis von Familie. Nehmen wir nun die Vielzahl an Apps in den Social Media oder digitale Dating Plattformen wie Tinder, dann sehen wir, wie Kommunikation, Beziehungsformen und Werte sich stark ändern.

Andreas Walker – Der Futurologe berät Politik, Behörde, Wirtschaft und NPOs zu Fragen zukünftiger Chancen und Risiken, Handlungsoptionen und Entscheidungsbedarf.

Als «Mann der Region» beobachten Sie auch die Entwicklungen und künftigen Perspektiven in der Region. Wie ist Ihre Einschätzung, in welchen Bereichen sich in der Nordwestschweiz Disruptives tun wird? Es ist interessant, wie sich unsere Region auf ihrer Vergangenheit ausruht. Wir verlassen uns auf die Life Science-Branche als Trumpf. Gesundheit ist auch einer der wichtigsten Megatrends. Doch wenn wir nun von der zukünftigen Bedeutung von synthetischer Biologie, Gentechnologie und BigData im Zusammenhang mit elektronischen Patientendossiers reden, müssen wir uns fragen, ob wir ethisch und politisch offen dafür sind. Corona hat uns zudem gezeigt, wie unsere Region von der Grenzfrage und Internationalität abhängig ist. Wenn wir von Start-ups und Zukunftstechnologien sprechen wollen, dann müssen wir zudem endlich Lösungen für die Finanzierung des Wagniskapitals finden. Inwiefern ist die ständige Neuorientierung im Mediennutzungsverhalten der diversen Anspruchsgruppen für die Zukunftsforschung von Bedeutung? Das Kommunikationsverhalten und die Mediennutzung wird immer heterogener und auf Mikrozielgruppen mit gerichtet. Mikro Influencing, Filterblasen... das ist die Realität. Marketing und Werbung sind messbar geworden, wir können Filterblasen definieren und Conversion Rates berechnen. Vieles ist möglich geworden. Doch damit BigData funktioniert, braucht es sehr viele Daten, so wie bei google, facebook oder einer internationalen Bank. Das dann auf ein regionales KMU zu übertragen, ist nicht so einfach. Sollen wir nun mit Angst oder Hoffnung in die Zukunft schauen? 2009 habe ich das Hoffnungsbarometer als Antwort auf das Sorgenbarometer und das Angstbarometer gegründet. In unserer Kultur sind wir sehr vorsichtig und daraus ist eine Null-Risiko-Kultur geworden. Angst ist eine natürliche Emotion, Hoffnung und Mut dagegen sind Haltungen, für die wir uns entscheiden müssen und die wir dann fördern können. Wir wissen aber wissenschaftlich noch sehr wenig, wie Hoffnung wirkt. Ich habe mich entschieden, hoffnungsvoll an einer guten Zukunft zu arbeiten, die für meine Kinder und Enkelkinder lebenswert sein wird. WWW.WEITERDENKEN.CH

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16 BUSINESS GRÜNDER UND START-UPS

UNERSCHÜTTERLICHER GLAUBE AN DAS EIGENE PROJEKT Die Covid-19-Pandemie hat alle Bereiche des Lebens erfasst – und natürlich die Geschäftswelt. Auch die Start-up- und Gründerszene musste mit der Situation umgehen und unter erschwerten Bedingungen ihre Projekte weiterführen und vorantreiben. Gleichzeitig aber hat Corona als Katalysator für disruptive Ideen, für Innovation und Unternehmergeist gewirkt. Wie sind Gründer / innen und Start-up-Unternehmen damit umgegangen? Aus welchem Holz muss man geschnitzt sein, um auch unter erschwerten Bedingungen ein Projekt zum Erfolg oder zur Marktreife zu führen? VON JOËL CH. WUETHRICH

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BUSINESS 17

Auch einmal disruptiv denken, aber beim Plan bleiben: eine wichtige Eigenschaft, die Gründertypen mitbringen sollten …

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us welchem Holz sind Gründerinnen und Gründer geschnitzt? Welche Eigenschaften bringen sie mit, um erfolgreich zu sein? Und welche Rahmenbedingungen müssen stimmen? Die Wirtschaftsregion Zürich ist in vielen Start-up-, Gründer- und Innovationsrankings an Europas Top-Positionen anzutreffen: Das habe, so berichtet unter anderem auch «Greater Zurich Area», mehrere Gründe. Erstens: Die Schweiz habe ein erfolgreiches und gut eingespieltes duales Bildungssystem. Der intensive Austausch und die enge Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten und der Privatwirtschaft fördere Innovation. Zweitens: Die Greater Zurich Area verfüge über eine grosse und vielfältige Auswahl an qualifizierten Arbeitskräften. Drittens: Die Schweizer Behörden regulieren, ohne Innovation zu behindern. Sie handeln pragmatisch und progressiv und befinden sich in einem steten Austausch mit den betroffenen Branchen. Dies alles fördere eine hohe Innovations- und Forschungsdichte und eine gute Gründermentalität und -motivation in einem attraktiven Gründerumfeld. Hilfreich seien zudem die weltweit gut vernetzten Universitäten und Forschungsinstitute. Dazu gehören beispielsweise die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH), das interdisziplinäre Forschung­ institut für Materialwissenschaften und Technologie Empa, die Universität Zürich und diverse Fachhochschulen. Gemäss dem World University Ranking ist die ETH Zürich die beste Universität Kontinentaleuropas und in der Informatikwissenschaft sogar global führend. Ansehnliche 400 Spin-offs verzeichnete die ETH in den letzten 20 Jahren. Davon zählen 100 zu den erfolgreichsten Schweizer Spin-offs (Quelle: Greater ZH Area). Die Vernetzung von Wissenschaft und Privatwirtschaft sei ausserordentlich. Bezüglich F & E-Kollaborationen rückt die Schweiz in der letzten Studie des World Economic Forum dieses Jahr sogar auf den ersten Platz. Accelerators und Incubators würden ein dynamisches Umfeld für Innovation in Technologien wie Life Sciences, Informationstechnologie, Fintech und Blockchain, Robotik und intelligente Systeme sowie hochentwickelte Produktionsverfahren schaffen. (Wir haben bereits an dieser Stelle darüber berichtet.)

ANSCHLUSS FINDEN BEI ERFAHRENEN LEUTEN Was ist aber ganz konkret das Erfolgsgeheimnis der Gründerinnen und Gründer der Region? Unsere Umfrage zeigt: Eine gute und innovative Idee zu haben, reicht nicht aus. Es geht in allererster Hinsicht um die Marktfähigkeit eines Projektes. Aber auch die involvierten Personen und deren

Hard- und Softskills sowie die Marketingkompetenz spielen eine grosse Rolle. Moritz Kistenmacher ist Geschäftsführer Liestal und Zürich bei der Start-up Academy und weiss, welche Herausforderungen Gründerinnen und Gründer erwarten: «Als Gründerin beziehungsweise Gründer sollte man sich bewusst sein, dass der Nine-to-five-Job vorbei ist. Schlaflose Nächte und durchgearbeitete Wochenenden gehören in der frühen Phase dazu. Als Gründer / in oder Gründerteam müssen am Anfang alle Geschäftsbereiche von einer oder wenigen Personen abgedeckt werden. Dies erfordert viel Flexibilität und die Bereitschaft, Aufgaben zu erledigen, die einem weniger Spass machen. Als Gegenleistung kann und sollte man seinen verrückten Ideen freien Lauf lassen, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Auch das Scheitern und das Einschlagen neuer Wege sind erforderlich, um ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufzubauen.» Zu den Rahmenbedingungen sagt Moritz Kistenmacher: «Sich einer Start-up-Organisation wie zum Beispiel der Start-up Academy Zürich anzuschliessen, ist enorm von Vorteil. Man ist somit Teil eines Netzwerks aus Start-ups, Mentoren und Experten, kann wachsen und Erfahrungen sammeln. Workshops und Veranstaltungen sollte man auch besuchen, um die Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Die Idee zu präsentieren ist ein weiters Mittel, um Lernerfahrungen sammeln zu können. Denn: Lernerfahrungen sind massgeblich für den Erfolg eines Start-ups.»

DIE FÄHIGKEIT, «OUT OF THE BOX» ZU DENKEN Dr. Matthias Schweizer, Inhaber des Beratungsbüros Moncrier, stellt denn auch Charaktereigenschaften wie Leidensfähigkeit, Disziplin und Durchhaltewillen in den Vordergrund. «Erfolgreiche Gründer verfügen über einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst und an ihre Ideen, haben nebst dem Sinn fürs Grosse und Ganze auch die Fähigkeit, «out of the box» zu denken, und nehmen Ratschläge und Unterstützung von Spezialisten an. Gute Voraussetzungen zur erfolgreichen Gründung eines Start-ups sind ein mittelfristiger Businessplan, entsprechende Finanzmittel – Familien- und Pensionskassengelder sollten dabei aber «save» sein und Kredite sollten nur über eine juristische Person aufgenommen werden – sowie gerechte Partnerverträge mit Mitstreitern und Teilhabern.»

ES BRAUCHT EINE GEHÖRIGE PORTION RESILIENZ Robert Sum von Start-up Baselland, der «Dachmarke» der Standortförderung Baselland für die Koordination aller Förderaktivitäten des Kantons Baselland, hebt vor allem den Teamgeist hervor, denn die meisten erfolgreichen Gründer seien nicht Einzelkämpfer, sondern Teams. Ein erfolgreiches Unternehmen bedarf einer grossen Vielfalt an Fähigkeiten, um die verschiedenen Mitstreiter zusammenbringen, und einer visionären Führung, die diese Fähigkeiten bündelt und in Marktleistungen umsetzt, so Robert Sum. «Meine eigene Erfahrung als Gründer geht auf das Jahr 1997 zurück, als ich mit zwei Studienkollegen die Nanosurf AG gründete, wo jeder seine Stärken ideal einbringen konnte: Forschung, Entwicklung und Verkauf. Mit der Zeit ergänzte man die Kapazitäten mit weiteren Fachleuten. Die wichtigsten Eigenschaften der Führungspersönlichkeiten sind meiner Ansicht nach die Teamfähigkeit, die Passion und eine gewisse Beharrlichkeit. Dazu braucht es eine grosse Portion Resilienz und Phantasie, sodass man in Krisensituationen, die immer wieder auftreten, nachhaltige Lösungen findet und nicht gleich aufgibt.» Folgende Rahmenbedingungen nennt Sum zudem noch: Offene Grenzen für Personen und Waren, gute Kommunikationsmittel, eine funktionierende Infrastruktur und verbindliche Gesetze / Regeln sind schon mal gute Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Geschäfte. Ausserdem: «Gute Voraussetzungen bietet eine prinzipiell unternehmensfreundliche Gesellschaft, die auch private Investitionen für Jungunternehmen zur Verfügung stellt und eine dynamische Vernetzung unter arrivierten und neuen Unternehmenden unterstützt. Dies beschleunigt die unternehmerischen Aktivitäten enorm.» Die typisch liberale Haltung des Schweizer Staates gegenüber Unternehmen,

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Moritz Kistenmacher von der Start-up Academy Zürich: «Man sollte seinen verrückten Ideen auch mal freien Lauf lassen um herauszufinden, was funktioniert und was nicht.»

prinzipiell keine Subventionen direkt zu bezahlen, sondern durch ­B eratungs- und Forschungsleistungen oder Bürgschaften fördern, sei im internationalen Vergleich sehr erfolgreich, sagt Sum. Dies zwinge die Unternehmen dazu, den Kunden in den Fokus ihrer Tätigkeiten zu setzen und für diesen marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

zupassen, wenn man neue Feedbacks von den Nutzern erhält. Man sollte nicht blind sein und meinen, dass die eigenen Ansichten und Präferenzen auch diejenigen des Marktes widerspiegeln. Kundenbedürfnis steht im Fokus. Für ein Start-up sind natürlich des Weiteren niedrige Fixkosten extrem wichtig, daher sind subventionierte Coworking Spaces und Startup-Programme sehr interessant.»

DIE MARKTFÄHIGKEIT EINES PROJEKTES IST ENTSCHEIDEND

Ein weiteres gutes Gründer / innen-Beispiel ist Dr. Danuta Cichocka: «Beharrlichkeit und Vertrauen in die Geschäftsidee sind entscheidend. Es dauert furchtbar lange, ein Start-up zu finanzieren, und die Konkurrenz ist extrem hoch. Man muss fest an eine Idee glauben und die Welt davon überzeugen, dass sie ohne die angebotene Lösung nicht leben kann. Es ist sehr schwierig, aber die Belohnung ist hoch.» Dr. Danuta Cichocka hat mit Resistell (entwickelt den schnellsten Antibiotika-Resistenztest) ein Unternehmen gegründet, das Team ausgebaut, einige Start-up-Preise abgeräumt und einige Millionen Investorengelder gefunden. Sie hat einen Organismus aufgebaut, der andere dafür begeistern und überzeugen konnte, Geld zu investieren, und der ein Produkt entwickelt, das zukünftig eine Marktleistung erbringen wird. «Ich denke, dass dies bereits eine erfolgreiche unternehmerische Leistung darstellt», sagt Robert Sum. Er gibt noch zu bedenken, dass es allerdings auch «Puristen» gibt, die nicht unberechtigterweise sagen, dass wenn ein Unternehmen keine Marktleistung mit zahlenden Kunden erzielt, noch nicht von Erfolg gesprochen werden darf, sondern nur von Hoffnung.

Das bejaht auch Alexis Weil, Gründer und CEO bei seniors@work, der auch bei der TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» einen äusserst erfolgreichen und überzeugenden Auftritt hatte: «Durchhaltevermögen sowie eine intrinsische Motivation sind sicherlich Grundvoraussetzungen, die man als Gründer mitbringen muss. Man sollte logischerweise an die Idee beziehungsweise Mission glauben. Zudem finde ich es von Vorteil, wenn man ein Allrounder ist. Am Anfang hat ein Start-up nicht immer grosse finanzielle Möglichkeiten, daher muss jede Person viele Aufgaben ausführen und on the job lernen, sich sehr schnell in neue Themen einlesen und diese verstehen können. Des Weiteren ist es wichtig, dass das Team aus verschiedenen Persönlichkeiten besteht, die sich gut ergänzen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, Entscheide schnell zu treffen, wenn dies angebracht ist und man sich einer Marktsituation anpassen muss. Bezüglich Rahmenbedingungen: In einem Start-up ist Offenheit und Agilität sehr wichtig. Man muss offen sein, jeden Tag den Service und das Produkt an-

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BESTE RAHMENBEDINGUNGEN IN EUROPA? Und wie wichtig sind die Rahmenbedingungen? Die Greater Zurich Area zeichnet sich durch geballte Technologiekompetenz im stabilsten Umfeld Europas aus. Diese Meinung vertreten die Standortförderer und -vermarkter der Region nicht exklusiv. Weltweit führend bezüglich seiner Innovationskraft und der Gewinnung von Talenten, mit einem unternehmensfreundlichen Umfeld und der Stabilität und Verlässlichkeit der Schweiz, biete der Wirtschaftsraum Zürich international tätigen Unternehmen einen echten Mehrwert für ihre strategische Expansion. Seit mehreren Jahren gelte die Schweiz als Innovationsweltmeister in Bezug auf hochinnovative Forschung und Patentanmeldungen. Dies lasse sich auch mit Fakten und Zahlen belegen: Seit 2011 ist die Schweiz im INSEAD Global Innovation Index die unangefochtene Nummer eins. Zudem ist Zürich nach dem Regional Innovation Scoreboard der wichtigste Hotspot für Innovationen innerhalb Europas. Der Clou sei, so sagen Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet, dass die Greater Zurich Area sich in einer Art «Innovationsgeflecht» befinde, deshalb als «Hub» eine besonders bedeutende Rolle einnehme und so als entscheidender Treiber für die Innovationsstärke der Schweiz wirke.

INNOVATIONSKRAFT STÄRKT GRÜNDERMENTALITÄT Aber: Der Wettbewerbsdruck auf die Schweiz und den Wirtschaftsstandort Zürich werde weiter steigen. Der Vorsprung Zürichs habe gemäss

Fachexpertinnen und -experten nämlich über die letzten Jahre abgenommen. Deshalb sei eine noch bessere Vernetzung, wie dies der Innovationspark Dübendorf zum Ziel hat, wichtig. Im Bereich Vernetzung passiert auch international sehr viel. Mit anderen Innovations-Hotspots der Welt arbeiten viele Forschungs- und Innovationszentren wie auch Unternehmen aus der Greater Zurich Area zusammen – so zum Beispiel mit der Start-up-Nation und dem Innovations-Hotspot Israel. Ein Beispiel: Erst kürzlich hat das israelisch-schweizerische Lean-Launchpad-­ Programm sechs ausgesuchte Jungunternehmen nach Israel geschickt, um praxisorientierte Lernerfahrungen im Bereich Start-up-Business zu sammeln. Drei dieser sechs extrem begehrten Plätze wurden an Unternehmen aus dem Raum Zürich vergeben: an Vay Sports (Zürich), Hidimaging (Winterthur) und Movement Sciences (Zürich). In der Schweiz sind neben der Grossregion Zürich im Bereich Innovationskraft und -dynamik das Tessin und die Regionen Lémanique, Espace Mittelland, Nordwestschweiz, Ostschweiz und Zentralschweiz als gut bewertet worden (Quelle: Handelszeitung).

WWW.STARTUP-ACADEMY.CH/ZURICH/ WWW.GREATERZURICHAREA.COM WWW.DIGITALEMEDIENMAPPE.CH WWW.MONCRIER.CH WWW.SENIORSATWORK.CH

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MEDIEN UND MEDIA 2021

OHNE MARKTFORSCHUNG ZUM SCHEITERN VERURTEILT Längst ist es nicht mehr nur Kommunikationsplanerinnen und -planern beziehungsweise Marketing- und Kommunikationsfachleuten vorbehalten, sich über die Analysen und die daraus resultierenden Marketing- und Kommunikationsziele aus der Marktforschung den Kopf zu zerbrechen. Diese Tasks sind in den heutigen Arbeitswelten mit vielfältigem Mediennutzungsverhalten auch Chefsache. VON JOËL CH. WUETHRICH

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ie Covid-19-Pandemie hat im Jahr 2020 in vielen Branchen einige Trends im Bereich Digitalisierung und Marketing (inklusive der Teilbereiche Kommunikation und Media) forciert. Wir haben an dieser Stelle schon berichtet: Die Digitalisierung hat einen grossen Einfluss auf die Wahl der Marketing- und Kommunikationsmassnahmen zur Generierung von Zielgruppengenauigkeit, auf die Reichweite und auf die Erhöhung des Affinitätsquotienten bei den erwünschten Zielgruppen.

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In den letzten Jahren haben sich zudem viele neue «Mikrokosmen» gebildet, und die diversen Zielgruppen sind viel spezifischer und heterogener als früher. Auch das Mediennutzungsverhalten ist somit diverser, komplizierter und individueller geworden. Eine Markt- und Zielgruppendefinition – beziehungsweise -segmentierung – erweist sich als die neue grosse Herausforderung. Das Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten wird sich in den kommenden Jahren zudem sehr stark dem demografischen Wandel anpassen: In vielen Bereichen übernehmen die jüngeren


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Generationen Y und Z das Zepter beziehungsweise werden zur interessantesten Kaufkraftklasse, die man mit Marketing erreichen kann. Im Geschäftsleben entsteht ein Generations- und somit auch ein Paradigmenwechsel. Im Auge haben viele Marketingprofis natürlich die Generation Z. Damit sind diejenigen gemeint, die kurz nach der Jahrtausendwende geboren wurden und nun auf den Arbeitsmarkt drängen. Die Generation Z wird in den nächsten Jahren bis zu 45 Prozent aller Konsumenten ausmachen. Die Folge: Kommunikation bedeutet für die Generation Z neue Wege beim Wording und bei der Gestaltung des Contents. Wichtig hierbei sind folgende Werte: Authentizität, Datensicherheit und Diversität. In Anbetracht all dieser Vorgänge und Entwicklungen (auch und vor allem bezüglich der Technologien im Bereich Kommunikation) sind natürlich Trends wie «Infused Analytics», «agiles Marketing» und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz voll im Trend. Um auf dem Laufenden zu sein, wird nebst den klassischen Marktforschungsmethoden auch der Trend- und Zukunftsforschung eine immer grössere Bedeutung zuteil. Schliesslich gilt es herauszufinden, von welchen Themen die diversen Zielgruppen in den kommenden Monaten und Jahren bewegt werden. Die Basis einer Zukunftsforschung beziehungsweise eines Zukunftsmonitorings bilden das gerichtete Beobachten bestimmter Frühwarnindikatoren sowie die ungerichtete Suche nach Anzeichen für bedeutsame Entwicklungen. Durch die Auswertung von

Medien und des Mediennutzungsverhaltens der jeweiligen Zielgruppen durch Desk-Research (Auswertung von Statistiken, empirischen Daten, Publikationen internationaler Organisationen und so weiter) sowie durch sogenannte Alltagsethnologie (qualitative Sozialforschung) wird das Umfeld – gleichsam einem Radar – abgescannt. Sämtliche aufschluss- und einflussreichen Zeichen werden anschliessend näher überprüft und durch die gezielte Suche nach weiteren Informationen vertieft sowie kategorisiert. So werden Hintergründe, Ursachen und ihre Verknüpfungen mit anderen Entwicklungen und Implikationen analysiert (Quelle: Büro für Zukunftsfragen). Der Monitoringprozess richtet sich auf einige hauptsächliche Bereiche, die in ihrer Gesamtheit unsere externe Umwelt vollständig beschreiben: Gesellschaft (Demografie, Bildung, Werte, Lebensstile), Politik (Gesetzgebung, Staatsformen, Parteien), Wirtschaft (Arbeitswelten, Produktentwicklung, Märkte, Globalisierung, Unternehmensführung), Technologie und Umwelt (Nachhaltigkeit, neue Energiekonzepte, spezifische Umweltprobleme, Ressourcenverknappung). Zukunftsforschung und -monitoring hilft also Unternehmen – seien es KMU oder grosse Konzerne –, die Unternehmensziele mittel- und langfristig zu bestimmen. Futuristinnen und Futuristen und Zukunftsforschende können zudem mit den Erkenntnissen auch die sogenannten Megatrends bestimmen. Regelmässige Leser/innen wissen: New Work, Digitalisierung, Gesundheit, Mobilität, Wissenskultur, Urbanisierung, Konnektivität, Urbanisierung, Neo-Ökologie (Ressourcenverknappung

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22 BUSINESS und Ökologisierung), Globalisierung und Individualisierung, Beschleunigung durch Innovation und Technologie, Sicherheit, die «Silver Society» (auch Aging Society) und «Gender Shift» (Wandel durch das Aufbrechen von Geschlechterstereotypen und Rollenmustern) – dies alles sind sogenannte Megatrends, die bereits 2019 durch die Zukunftsforschenden und Zukunftsinstitute definiert wurden. Für 2020 wurden von vielen Fachleuten fünf Megatrends zu den wohl einschneidendsten auserkoren: Individualität, Wissenskultur, Neo-Ökologie, Silver Society und schliesslich der vielleicht einschneidendste Megatrend: die Konnektivität.

stehen, um neue Strategien zur Kundenakquise zu entwickeln. Kooperationen sind entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Was bedeutet dies für die Media- und Kommunikationsplanung? Die viel beachtete Studie «Media Trends & Predictions 2021» der Kantar Group (zweitgrösstes Marktforschungsunternehmen der Welt mit 28’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern) riskiert eine Vorschau auf die Entwicklungen, die die Medienbranche 2021 im Bereich Media prägen werden. Erste Erkenntnis: Wichtiger denn je ist die Etablierung einer Marken-Leitidee, eines «Markenversprechens». Fast 50 Prozent aller Kunden weltweit lassen Kriterien wie Nachhaltigkeit und soziales Engagement von Marken in ihre Kaufentscheidungen einfliessen. Bis zum Kaufentscheid durchläuft man jedoch eine Customer Journey und die diesbezüglichen Touchpoints. Wer seine Zielgruppen und deren Mediennutzungsverhalten kennt, kann auch die richtigen Touchpoints setzen. Gemäss Kantar sind dies also die Zehn Trends, welche die Medien- und Kommunikationswelt 2021 beschäftigen werden:

Das Gefühl von – familiärer – Zusammengehörigkeit hat während der Pandemie an Bedeutung gewonnen und das gemeinsame Fernsehen gefördert. Ein tieferes Verständnis des Co-Viewing mit seinen Überschneidungen und Migrationen zwischen Streaming-Plattformen ist erforderlich und muss sich in den Reichweitenmessungen widerspiegeln.

1. VERÄNDERTES ZUSCHAUERVERHALTEN – NACHHALTIG ODER KURZER EFFEKT? Der Medienkonsum zu Hause hat während der Pandemie zugenommen. Es bleibt jedoch die Frage offen, wie lange diese Gewohnheiten anhalten und welche Herausforderungen dies für Werbetreibende darstellt, die ihre Medienkäufe optimieren möchten.

2. DER FLEX-ABONNENT: Verbraucher sehen Video-on-Demand-Abonnements zunehmend als austauschbar an, was den Konkurrenzkampf der Streaming-Anbieter auf ein neues Niveau hebt. (Nutzerspezifische) Inhalte werden im Mittelpunkt

3. E-COMMERCE UND MEDIEN Social-Media-Influencer beeinflussen die Verbraucher über den gesamten Verkaufszyklus hinweg und führen zu einer effizienteren Omnichannel-­ Präsenz. Marken müssen ihre D2C-Strategien neu definieren, um Influencer und Community-basierte Plattformen zu integrieren.

4. DAS PUBLIKUM IM STREAM

5. AKTUALITÄT Zu aktuellen Themen Stellung zu beziehen ermöglicht es den Marken, sich sinnvoll mit den Verbrauchern zu verbinden – aber Taten sagen viel mehr als Worte. Die Korrelation zwischen Werten, Medienauswahl und Influencer-­Strategie wird für Marken immer wichtiger, birgt aber auch Risiken für die Eigentümer von Medienplattformen.

6. DAS SOCIAL-MEDIA-DILEMMA Die Investitionen der Marken in Social Media nehmen weiter zu – trotz des Misstrauens der Verbraucher gegenüber diesem Medienkanal. Marken werden offener und dynamischer in ihrer Medien- und Kommunikationsplanung, indem sie Influencer strategisch einsetzen und kanalübergreifende Kampagnen erstellen.

7. KREATIVITÄT Werbetreibende und Agenturen beschleunigen die Nutzung der neuesten Medienkanäle und -formate. Die Ersteller von Inhalten müssen sich auf die Plattformen konzentrieren, die für sie den besten Wert bieten. Online-­ Video wird der grösste Gewinner sein.

8. INFUSED ANALYTICS Übergreifende Analysen optimieren die Marketing-Investitionen und ermöglichen eine ausgewogene Strategie zwischen kurz- und langfristigen Massnahmen. Messungen, die die Qualität kreativer Inhalte vor der Ausstrahlung zertifizieren und optimieren, werden an Bedeutung gewinnen und fortschrittlichere Analysetools liefern die Grundlagen für strategische Investitionsentscheidungen.

9. COOKIE-EXIT Angetrieben vom sinkenden Einsatz von Cookies werden Werbetreibende auf eine hybride Messung der Anzeigeneffektivität umsteigen und datenschutzkonforme direkte Integrationen sowie probabilistische und evidenzbasierte Modellierungen kombinieren, um eine ganzheitliche Sicht auf Kampagnen zu erzielen.

10. DATENTRANSPARENZ Mediendaten werden systematischer in Organisationen verwendet und geteilt. Medienfachleute benötigen Zugriff auf breitere Datensätze, um bessere Entscheidungen treffen und Chancen erkennen zu können, während Datenplattformen Open Source sein müssen, damit Marken gleichzeitig mit mehreren programmatischen Partnerplattformen arbeiten können. WWW.KANTARMEDIA.COM/DE/CAMPAIGNS/­MEDIA-TRENDS-­ PREDICTIONS-2021

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ERSTER ZÜRCHER GOLFCLUB BEI PPG (PRIVATE PARTNER GOLF)

EINZIGARTIGE LOCATION So manche Golfanlagen sind stolz auf ihren Standort und ihre Infrastruktur. Der Golfclub Schloss Goldenberg toppt hierbei sogar die Erwartungen der anspruchsvollsten Golfer*innen-Community. VON ANITA RAAFLAUB

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er Golfclub Schloss Goldenberg, im Herzen des Zürcher Weinlands gelegen, befindet sich auf einem ehemaligen Schlossgut in unmittelbarer Nähe von Winterthur, Zürich und Schaffhausen. Der sympathische Privatclub wurde als erster Zürcher Club bei PPG aufgenommen und ist nun Teil der grössten Vereinigung unabhängiger Golfclubs der Schweiz. Damit bietet der Club seinen Mitgliedern freies Spiel in neun weiteren Clubs: Zum PPG-Verbund gehören neben Schloss Goldenberg die Golfclubs Engelberg, Heidental, Gstaad, Interlaken, Küssnacht, Lavaux, Obere Alp, Wallenried und Wylihof.

ATTRAKTIVE CLUBMITGLIEDSCHAFT MIT PRIVILEGIEN AUF ZEHN GOLFANLAGEN

GOLFANLAGE EINGEBETTET IN INTAKTER NATUR

§ Personen zwischen 22 und 30 Jahren: CHF 1 250 § Personen zwischen 31 und 35 Jahren: CHF 3 000 § Personen ab 36 Jahren: CHF 3 000 als Probemitglied; anschliessend CHF 3 950 pro Jahr

Die 18 Löcher des GC Schloss Goldenberg fügen sich harmonisch in die Landschaft mit Rebbergen und Weideland ein und eröffnen eine traumhafte Weitsicht über den Rhein, zum Säntis und den Churfirsten. Die spürbare Ruhe bietet einen hohen Erholungswert. Im Gegenzug stellt der anspruchsvolle, abwechslungsreiche und gepflegte Platz eine sportliche Herausforderung dar – sowohl für Anfänger wie auch für Single-Handicapper.

GENUSS UND ENTSPANNUNG NACH DEM SPIEL Das stilvolle Club-House mit Sonnenterrasse und Aussicht über das Zürcher Weinland sorgt nach der Golfrunde oder dem Training auf der Driving Range für kulinarischen Genuss. Das Restaurant heisst auch externe Gäste willkommen und hat neben regionalen und saisonalen Gerichten auch hausgemachte Pizza sowie Wein des Schlossguts Goldenberg auf der Karte.

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Die Mitglieder der PPG-Clubs können sich an sieben Tagen pro Woche auf allen zehn Anlagen vor anderen Gästen einbuchen, kostenlos spielen, an Clubturnieren teilnehmen, spezielle Gastronomie-Angebote geniessen und von gemeinsam organisierten PPG-Events profitieren.

JAHRESMITGLIEDSTARIFE GC SCHLOSS GOLDENBERG

GOLFCLUB SCHLOSS GOLDENBERG Golfclub Schloss Goldenberg CH-8458 Dorf ZH Telefon +41 (0) 52 305 23 33 info@golf-goldenberg.ch WWW.GOLF-GOLDENBERG.CH


LIEFERT ALLES – NUR KEIN CO2

OPEL VIVARO-{ele}

0% EMISSIONEN BIS ZU 330 KM REICHWEITE IN 30 MINUTEN 80% AUFGELADEN BIS ZU 1275 KG NUTZLAST UND 1000 KG ANHÄNGELAST 6,6 M 3 MAXIMALES LADEVOLUMEN UND 3,93 M LADELÄNGE INTERNATIONAL VAN OF THE YEAR 2021 (VAN-OF-THE-YEAR.COM) Der neue Opel Vivaro-e wird mit einer 50-kWh-Batterie für eine Reichweite von bis zu 230 km oder mit einer 75-kWh-Batterie für eine Reichweite von bis zu 330 km (WLTP) angeboten. Die 50-kWh /18-Modul- und 75-kWh/27-Modul-Batterien mit hoher Energiedichte können an jeder öffentlichen 100-kW-Ladestation in nur jeweils 30 resp. 45 Minuten vom leeren Zustand auf 80% der optimalen Reichweite aufgeladen werden. Energieverbrauch (kombiniert) 23,3 –29,5 kWh/100 km; CO2 -Emissionen 0 g/ km; Reichweite (kombiniert) 230–330 km (je nach Ausstattungsoptionen). Die genannte Reichweite und die elektrischen Verbrauchswerte sind vorläufig und konform mit dem WLTP-Prüfverfahren. Die Abbildung zeigt eine Sonderfarbe. Verfügbarkeit je nach Ausführung, Ausstattung und Auftragsvolumen.


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DEGUSSA GOLDHANDEL AG

IHR KOMPETENTER PARTNER BEIM THEMA GOLD Wer heutzutage Geld anlegen möchte, hat eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Auswahl. Anlageformen sollten möglichst sicher und unkompliziert sein. Eine Option – das altbewährte Sparbuch – wirft kaum noch Zinsen ab und schützt das Geld nicht vor einer Inflation. Anders sieht es mit Edelmetallen aus: Gold gilt als krisenfest. Die Degussa Goldhandel AG, der führende Edelmetallhändler der Schweiz, verfügt über die grösste Vielfalt an Anlagebarren sowie Münzen, akzeptiert Kryptogeld als modernes Zahlungsmittel und bietet zusätzlich die passende Verwahrung.

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eit 2012 führt die Degussa in ihren Verkaufsgeschäften in Zürich und in Genf sowie im eigenen Online-Shop Investmentstücke aus Gold, Silber & Co. mit der höchstmöglichen Feinheit und in verschiedenen Gewichtsgrössen. Die Produktqualität liegt dem Unternehmen besonders am Herzen, weswegen die zertifizierten Barren ausschliesslich von etablierten Raffinerien in der Schweiz hergestellt werden. Andreas Hablützel, Geschäftsführer der Degussa AG: «Um die bestmögliche Qualität gewährleisten zu können, lassen wir unsere Anlagebarren von Beginn an von heimischen Prägeanstalten herstellen welche die strengen Auflagen der London Bullion Market Association (LBMA) einhalten. Wichtig ist dabei, dass wir unsere Partnerfirmen kennen und über die Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen aufgebaut haben. So können wir absolut sicher sein, dass unsere Kunden nur die hochwertigsten Edelmetallprodukte angeboten bekommen.» Neben Barren zählt eine Vielzahl an Münzen zum Degussa-Sortiment. Darunter die beliebteste Anlagemünze der Schweiz, die 20-Franken-­ Goldmünze «20er Vreneli». Da sie nicht mehr produziert wird, besitzt die Münze neben ihrem reinen Edelmetallwert zusätzlich einen gewissen Sammlerwert.Internationale Investment-Münzen, wie etwa der Krügerrand, lassen sich dort selbstverständlich ebenso finden und runden das breite Angebot von mehr als 70 Anlagemünzen aus über 25 Ländern ab.

BEZAHLEN MIT KRYPTOWÄHRUNGEN Auch bei den Zahlungsmöglichkeiten bietet die Degussa verschiedene Optionen. So ist sie der erste nationale Edelmetallhändler, der Krypto­ währungen als Zahlungsmittel akzeptiert. «Aufgrund zahlreicher Anfragen von Family Offices und Vermögensverwaltern, die Kryptogeld gerne mit dem ‹sicheren Hafen› Gold unterlegen wollen, akzeptieren wir digitale

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Währungen», erklärt Andreas Hablützel. In der Schweiz gewinnen die virtuellen Währungen und der damit verbundene Wirtschaftszweig zunehmend an Bedeutung.

SCHLIESSFÄCHER MIT SICHERHEITSSTANDARDS WIE ZENTRALBANKEN Sind die wertvollen Stücke erst einmal gekauft, stellt sich die Frage nach einem entsprechenden Aufbewahrungsort. Das eigene Heim entpuppt sich häufig als nicht zuverlässig. Wer sichere und preiswerte Verwahrungsmöglichkeiten sucht, wird in Genf und Zürich bei der Degussa fündig. Dort können unkompliziert Hochsicherheits-Schliessfächer in sieben verschiedenen Grössen angemietet werden. Dieser Service beinhaltet nicht nur eine diskrete Lagerungsoption von Edelmetallstücken, sondern auch von Wertgegenständen wie wichtigen Dokumenten oder besonderem Schmuck. «Unsere Schliessfächer ermöglichen eine verlässliche Aufbewahrung ausserhalb des Bankensektors», so Hablützel. «Die Eröffnung eines Kundenkontos wird bei uns nicht vorausgesetzt. Man kann ohne grossen Aufwand ein Fach anmieten und unsere Sicherheitsstandards sind auf demselben Niveau wie bei den grösseren Banken.» Es besteht also keinerlei Zwang zuvor Gold erwerben zu müssen.

DEGUSSA GOLDHANDEL AG Bleicherweg 41 CH-8002 Zürich Telefon +41 (0) 44 403 41 10 info@degussa-goldhandel.ch WWW.DEGUSSA-GOLDHANDEL.CH


Warum eine frühzeitige Nachfolgeplanung wichtig ist. Auch für Sie! Es ist in aller Munde, dass man eine Unternehmensnachfolge frühzeitig planen soll, am besten fünf bis zehn Jahre vor der geplanten Übergabe. Doch warum eigentlich dieser lange Planungshorizont? «Der Grund dafür ist, dass es bei einer Unternehmensnachfolge viele wichtige private und unternehmerische Aspekte in der Vorbereitung zu beachten gilt, die jedoch Zeit benötigen», sagt Dr. Alexandra Bertschi, Verantwortliche KMU-Nachfolgeplanung bei der Credit Suisse. Der Unternehmer selbst geht oft vergessen Da ist zunächst einmal die private Seite des Unternehmers, der bei der Nachfolgeplanung oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird – gerade weil eben das Unternehmen im Fokus steht. Es ist jedoch wichtig, auch die persönliche und die familiäre Situation eines Unternehmers im Detail zu beleuchten. Dabei werden oft zunächst einmal Ehe-, Erbverträge und, besonders wichtig, Vorsorgeaufträge erstellt. Denn welcher Unternehmer möchte schon, dass im Falle eines Unfalls die Behörden darüber entscheiden, ob in der Firma investiert werden darf oder nicht.

Eine Finanzplanung gibt Aufschluss über die persönliche Situation Es empfiehlt sich, frühzeitig – spätestens ab Mitte fünfzig – eine private Finanzplanung erstellen zu lassen. Diese beinhaltet eine detaillierte Übersicht über die privaten Vermögensverhältnisse inklusive der Vorsorgeguthaben sowie der Beteiligung am Unternehmen. In der Finanzplanung werden dann die weiteren Jahre in finanzieller Hinsicht abgebildet, wobei eine strategische Planung unter anderem auch die Überarbeitung des BVG-Plans, die Generierung von zusätzlichen Einkaufslücken und gestaffelte Einzahlungen in die Pensionskasse beinhalten kann. Im Allgemeinen gilt: «Der Handlungsspielraum bei der Ausgestaltung der letzten Beitragsjahre ist umso grösser, je mehr Zeit bis zum Erreichen des Pensionsalters noch verbleibt.» Schliesslich werden auch die künftigen Bezüge respektive Rentenanteile in einer Art persönlichem Vorsorgefahr-

Denken Sie hier an zwei CEOs? Warum nicht. Wenn Sie als Unternehmerin oder Unternehmer Ihre Firma an die nächste Generation übergeben möchten, sind wir die Bank, die mitgeht.

plan definiert. Dabei ist gerade bei Unternehmern ein zentraler Punkt, ob und welche allfälligen finanziellen Lücken aus einer Firmennachfolge noch geschlossen werden müssen, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern.

Und was sind die Ziele des Unternehmers? Bei der Umsetzung einer Finanzplanung spielen die persönlichen Ziele des abtretenden Unternehmers eine zentrale Rolle. Wie will der Unternehmer seinen dritten Lebensabschnitt gestalten? Möchte der Unternehmer noch einige Jahre im Betrieb mitarbeiten oder sofort aus der Firma ausscheiden und die Welt bereisen? Soll ein möglicher Verkaufspreis maximiert oder eher so ausgestaltet werden, dass ein Nachfolger einen optimalen Start hat? Gemäss Alexandra Bertschi fungiert eine fundierte Diskussion um solche Themen oft auch als Wegbereiter, um den Unternehmer auf das emotionale Thema des Loslassens vorzubereiten, denn sie zwingt ihn, sich gedanklich mit der Zeit nach dem Unternehmertum auseinanderzusetzen.

Aber auch das Unternehmen muss auf die Nachfolge vorbereitet werden Daneben ist es das Unternehmen, das ebenfalls auf eine Nachfolge vorbereitet werden muss. Zentrale Aspekte hierbei sind das Marktumfeld und die eigene Marktstellung, die Eigentümer- und Organisationsstruktur inklusive des Managements und der Schlüsselmitarbeiter sowie der Abläufe und Prozesse. Oft fehlen in KMUs formale Strukturen oder ein mittleres

Kader, da vieles über den Unternehmer – den Patron – direkt läuft. Auch sind Schlüsselmitarbeiter häufig in einem ähnlichen Alter wie der scheidende Unternehmer. Eine solche personelle Abhängigkeit muss bei der Vorbereitung einer Nachfolge reduziert werden beispielsweise durch die Etablierung formaler Managementstrukturen, eine gezielte Nachwuchsförderung und schriftlich festgehaltene Prozesse. Aber auch externe Partner wie Lieferanten und Kunden müssen auf den Wechsel vorbereitet und mit dem künftigen Nachfolger bekannt gemacht werden. Weiter sind im finanziellen Bereich häufig bilanztechnische Bereinigungen notwendig wie nicht betriebsnotwendige Immobilien oder eine Überschussliquidität aus jahrelang thesaurierten Gewinnen, die vor einer eigentlichen Nachfolge ausgegliedert respektive abgeführt werden müssen.

Ein sauberer Prozess unterstützt die emotionale Vorbereitung Die Erfahrung zeigt dabei, dass die erwähnten betrieblichen Anpassungen Zeit und im finanziellen Bereich häufig auch steuertechnische Abklärungen erfordern. Dennoch sind diese Schritte gemäss Alexandra Bertschi zentral, bevor über konkrete Handlungsoptionen einer Nachfolge diskutiert und entschieden werden kann. «Zentral ist, dass ein Unternehmer emotional auf die Nachfolge vorbereitet und sowohl privat wie auch firmenseitig ‹fit› dafür ist.»

Frühzeitig Firmennachfolge regeln

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DAS PHÄNOMEN «ZOOM FATIGUE» Durch die Corona-Pandemie arbeiteten die meisten Berufsleute, die nicht einem Handwerk oder im Dienstleistungsbereich tätig sind, monatelang im Home Office – und hingen zeitweise stundenlang in Videokonferenzen. Auch Studierenden im Tertiärbereich erging und ergeht es noch immer so. Das hat Konsequenzen: Laut einer Studie belastet die sogenannte «Zoom Fatigue» eine Mehrzahl der Arbeitnehmenden und Studierenden. VON JOËL CH. WUETHRICH

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as Jahr 2020 war geprägt von Disruption. Covid-19 hatte fast alle unsere Lebensbereiche erfasst. Eines der dabei begleitenden Phänomene 2020 war der Durchbruch der Umsetzungsund Anwendungskompetenz in weiten Teilen der Bevölkerung bezüglich virtueller Kommunikation und Interaktion – auch in der Wissensvermittlung mittels virtuellen Unterrichts. Ein Beispiel unter vielen: In der Weiterbildungsbranche kann sich kein Weiterbildungsanbieter

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heute noch leisten, nicht fit zu sein im Bereich Online-Learning oder -Coaching. Aber ein Ausdruck macht nun nach über einem Jahr extensiver Nutzung der Online-Tools in der Arbeitswelt sowie im Online- und Homeschooling die Runde: «Zoom Fatigue». Damit bezeichnet man die Motivationsproblematik und den Überdruss, den gesamten Wissenstransfer, alle Besprechungen, Meetings und Interaktionen über Zoom, Teams, Skype und andere Videokonferenzsysteme laufen zu lassen. Prä-


BUSINESS 29 senzunterricht und der direkte Kontakt mit den Mitmenschen fehlen. Daniel Herzog, CEO der Lernwerkstatt Olten (www.lernwerkstatt.ch): «Aktuell breitet sich in vielen Branchen tatsächlich eine «Zoom Fatigue» aus. Der physische Austausch in Meetings, am Arbeitsplatz sowie im Präsenzunterricht wird vermisst. Die Vorzüge des virtuellen Unterrichts sind aber nicht zu verleugnen. Hybrider Unterricht – also die wahlweise Teilnahme im Seminarraum oder via Videokonferenzsystem – hat eine grosse Zukunft vor sich.» Auch Terry Tschumi, Schulleiterin der TEKO Basel (www.teko.ch), findet, dass bei allen Nachteilen, welche die aktuelle Situation mit sich bringe – wie eingeschränkte persönliche Kontakte zu Kunden, Mitarbeitenden, Freunden und Familie sowie die fehlende persönliche Nähe –, die «neuen» Wege der Kommunikation auch ihre Vorteile stärker zum Vorschein gebracht hätten: «Lange Distanzen sind keine Hindernisse mehr; die Akzeptanz, ein Meeting online durchzuführen, ist gestiegen. In Bezug auf den Unterricht im Bereich der Erwachsenenbildung liegt der langfristige Vorteil klar bei der Möglichkeit, einen Hybridunterricht durchführen zu können. Während also die einen vor Ort sind, können andere dem Präsenzunterricht von zu Hause online folgen. Damit können verschiedene Bedürfnisse befriedigt werden.»

WAHRNEHMUNG VON KÖRPERSPRACHE UND MIKROEXPRESSIONEN Dennoch sind sich alle einig: Die «Zoom Fatigue» wird zu einem Faktor. Die intensive Nutzung von Videokonferenztools führe zu einer anderen Art von Müdigkeit und sogar zu Erschöpfung als Präsenztermine, heisst es unisono von den Fachleuten, die sich mit den neuen Einflüssen auf unsere Arbeitswelt befassen. Eine Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen publizierte die Details. Die Studie basiert auf einer Befragung im Spätsommer und Herbst 2020 über verschiedene gängige SocialMedia-Kanäle. Es war die erste wissenschaftliche Untersuchung über die Onlinemüdigkeit im deutschsprachigen Raum. Rund 60 Prozent der Befragten bestätigten, dass sich bei ihnen eine Onlinemüdigkeit bemerkbar macht, 77 Prozent sagten manchmal und nur acht Prozent selten (gemäss Quelle). Zoom Fatigue sei damit ein Thema für Menschen, die häufig an virtuellen Meetings teilnehmen. Die Konzentration sinke, die Ungeduld steige. Die Studienteilnehmer nannten zudem physische Auswirkungen, zum Beispiel Kopf- und Rückenschmerzen. Eines der grossen Probleme sei zudem die fehlende Wahrnehmung von Körpersprache und Mikroexpressionen. Nonverbale Konversation ist und bleibt eben ein wichtiges Element in der Kommunikation. Auch nicht zu vernachlässigen ist die so genannte Latenz der technischen Übertragungen. Diese erschwert die Kommunikation. Man fällt sich gegenseitig unbeabsichtigt ins Wort. Was kann also helfen? Je nach Länge der Session sind aktive Pausen wichtig. Es empfiehlt sich, immer wieder kurze Pausen von circa zehn Minuten einzuführen, sodass die Teilnehmer mental abschalten und sich bewegen können (Quelle: buhr-team). Fachleute raten zudem: Unternehmen sollten weniger Meetings durchführen und die Mitarbeitenden sollten darauf achten, dass sie nur wirklich notwendige Termine annehmen. In den Sessions selbst sei es für alle Beteiligten hilfreich, wenn äussere Störfaktoren minimiert würden. Ausserdem hilft: die richtige Sitzposition, etwas zu trinken bereitstellen, den Raum lüften. Oft werde auch über «Digital Detox» debattiert: ein Verzicht auf einen permanenten Medienkonsum, auf Erreichbarkeit und Push-Nachrichten.

BEI VIEL INTERAKTION AUCH ONLINE WENIGER SCHNELL MÜDE Aber für viele gehört virtuelles Arbeiten jetzt vermehrt zum Alltag – auch wenn man sich eigentlich als «Live Performer» etabliert hat. Pascal Ott beispielsweise. Er ist «Spielförderer» sowie Gründer und Geschäftsführer

Fachleute raten zu weniger Meetings und es wird über «Digital Detox» debattiert.

von PROsoludo, die aus der Kombination von spielerischen Elementen und Betriebswirtschaft einzigartige Lösungen für Unternehmen entstehen lassen: «Krisen bieten die Chance, aus dem Status quo auszubrechen. Es scheint, als würden in Krisenzeiten nebst Video-Conferencing spielerische Elemente, Spieltrieb und Kreativität wieder vermehrt im Zentrum stehen. Bei all dem Hype um Remote Work und Home Office wird oft vergessen, dass während der Pandemie viele im Home Office genau gleich wie bisher arbeiten. Die Aufträge kommen von aussen, jeder ist in seinem Silo, die absolvierte Zeit ist massgebend für die Pflichterfüllung. Und so entsteht wahrscheinlich auch die Zoom Fatigue. Remote Work bedeutet: Arbeit und Organisation neu leben, neu denken, Abläufe, Prozesse und Tools neu denken, Verantwortung an den virtuellen Arbeitsplatz und an die Mitarbeitenden abtreten, Mitarbeitende zur Remote-Arbeit befähigen, Eigenverantwortung fördern und fordern, Transparenz, Kollaborations-Mindset unterstützen, Fokus auf die Ergebnisse setzen und nicht auf die Zeit. Mitdenken, Arbeit erkennen, Arbeitspakete selber aussuchen, eigenverantwortlich handeln und Wissen teilen: So entsteht auch keine Müdigkeit.» Auch die HR-Fachfrau Diana Roth (Diana Roth Coaching) kennt das Phänomen und macht auf ein anderes Problem aufmerksam: «Jede Führungskraft zoomt mal schnell mit den Mitarbeitenden und hat das kleine Einmaleins dazu nie gelernt, monologisiert stundenlang vor sich hin und erlaubt gleichzeitig im Laisser-faire-Stil, dass die Kameras ausgeschaltet bleiben. Da entsteht natürlich Zoom Fatigue.» Dabei würde man die menschlichen Regungen schlichtweg nicht genügend wahrnehmen. Auch würden Teilnehmende nicht einbezogen, Handzeichen galant übersehen und jegliches soziale Miteinander einfach unterbunden. Ihr Fazit ist: «Amateur-Zoomer machen es möglich: der soziale Schmierstoff trocknet aus, langsam – aber sicher.» WWW.PROSOLUDO.ROCKS WWW.DIANAROTHCOACHING.COM WWW.LERNWERKSTATT.CH

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30 KOLUMNE

DIE RICHTIGEN ENTSCHEIDE TREFFEN von Daniel Jost

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ie richtige Vorsorgelösung zu finden: Das ist für Unternehmen von grosser Bedeutung. Dabei lohnt es sich, nicht nur die Kosten im Blick zu haben. Denn die berufliche Vorsorge ist auch ein wichtiger Bestandteil des Gesamtpakets, um die besten Mitarbeitenden zu finden und zu halten. Und nicht vergessen: Die beste Lösung hat auch immer ein Verfalldatum. Die richtige Lösung zur richtigen Zeit verlangt nach einer periodischen Überprüfung, denn jedes Unternehmen verändert sich. Was für ein Start-up ideal ist, bringt einem gefestigten Unternehmen vielleicht nicht mehr gleich viel.

ist jetzt von unschätzbarem Wert, um als attraktive Arbeitgeberin die besten Leute an Bord zu holen – und sie dort zu halten. Das bezieht sich aber längst nicht nur auf eine Kaderlösung für Personal mit höherem Einkommen. Vielmehr ist es auch hier wichtig, die Faktoren, die ein Unternehmen zur attraktiven Arbeitgeberin machen, in der beruflichen Vorsorge aufzunehmen. Fördert die Firma zum Beispiel eine ausgeglichene Work-Life-Balance bei den Mitarbeitenden? Dann lohnt es sich, die Vorsorgelösung so auszurichten, dass Teilzeitmitarbeitende optimal versichert sind. Mehr gibt’s unter: www.asga.ch/kmu

Vom Start-up … Ab ins kalte Wasser: Wir schätzen den Idealismus, die Initiative und den Durchhaltewillen sehr, die es für die Selbstständigkeit braucht. Und – sind wir ehrlich – gerade im Hinblick auf die oft angespannten finanziellen Verhältnisse in der Startphase erstaunt es auch nicht, dass Fragen der beruflichen Vorsorge nicht an erster Stelle stehen. Doch während in dieser Phase der Kostenfaktor und ein geringer Aufwand sicher hoch zu gewichten sind, empfehlen wir, sich bereits ab Tag  1 vertiefte Gedanken zum Vorteil der idealen Vorsorgelösung zu machen. Denn auch in vielen Start-ups gibt es unterschiedlichste Bedürfnisse der Mitarbeitenden, die eine gute Lösung decken kann. Sind die Mitarbeitenden tendenziell jung und noch ungebunden? Oder tragen sie finanzielle Verpflichtungen für ihre Familien? Ein genauer Blick auf diese Bedürfnisse kann helfen, dass sich die Mitarbeitenden auch in der intensiven Anfangsphase stets sicher aufgehoben fühlen.

Auf die Mitbestimmung komm’s an: Die richtige Vorsorgelösung bringt ein Unternehmen weiter. Als BVG-Profis macht es uns aber erst dann richtig Spass, wenn alle Mitarbeitenden von dieser Lösung auch optimal profitieren. Darum freuen wir uns, zum Beispiel vor Ort mit den Mitarbeitenden die Möglichkeiten der Vorsorge im Detail anzuschauen. Denn die berufliche Vorsorge ist keine Einbahnstrasse. Neben den gesetzlichen Mindeststandards gibt es denn auch diverse Optionen, den Vorsorgeplan flexibel zu gestalten. Viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitenden zum Beispiel Wahlpläne für höhere Sparskalen an. So entscheiden die Mitarbeitenden darüber, ob sie freiwillig höhere Sparbeiträge leisten möchten. Damit erhöhen sich die monatlichen Abzüge auf der Lohnabrechnung, gleichzeitig aber auch das Altersguthaben – Steuerspareffekt inklusive. Das Gleiche gilt übrigens auch für freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse.

Übrigens: Wir denken die berufliche Vorsorge immer einen Schritt weiter. Darum haben wir in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Kaderverband und kantonalen Gewerbeverbänden drei innovative Vorsorgelösungen erarbeitet, die es auch Selbstständigen ohne Personal ermöglichen, für die Zukunft vorzusorgen. Mehr dazu: www.asga.ch/verband … zum Traditionsunternehmen: Wenn Unternehmen in die Wachstumsund später in die Konsolidierungsphase übertreten, ändern sich auch die Ansprüche an die berufliche Vorsorge. Die richtige Vorsorgelösung

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DANIEL JOST Unternehmensberater der Asga Pensionskasse Rosenbergstrasse 16 CH-9001 St. Gallen Telefon +41 (0) 71 228 52 52 info@asga.ch WWW.ASGA.CH


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32 BUSINESS

KUNDENBINDUNG UND KUNDENERLEBNIS

DIE ONLINE CUSTOMER JOURNEY IST MATCHENTSCHEIDEND Eines der Hauptziele 2020 war bei den meisten Unternehmen das Aufrechterhalten der Präsenz und Kundentreue beim Zielpublikum – und zwar auch und bei der Online-Kundenbindung. Dies ist und bleibt auch 2021 ein marketingrelevanter Hauptfokus. Und dafür muss die sogenannte Customer Journey nicht nur physisch, sondern auch virtuell und hybrid etabliert werden. Die Lösungen hiessen unter anderem – je nach Branche und Zielpublikum: Augmented und Mixed Reality sowie 3-D-Visualisierungen. VON JOËL CH. WUETHRICH

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lle reden heute von Customer Journey – was im MarketingFachjargon so viel bedeutet wie «das Erzeugen eines Kundenerlebnisses» und somit die Etablierung eines Mehrwertes gegenüber den Mitbewerbern. Diese Customer Journey ist in allen Branchen wichtig. Sowohl am POS (Point of Sale, in der Lokalität) wie auch an anderen Locations soll in der aktuellen Situation gemäss Konsumverhalten und Zeitgeist auch die «Online Customer Journey» wirksam sein. Einer der Trends 2021 ist die Weiterentwicklung und der effiziente Einsatz von Augmented und Mixed Reality wie auch von 3-D-Visualisierungen beziehungsweise Virtualisierungen. Besonders während der Covid-19Pandemie erlebte die Technik einen weiteren Schub in Richtung innovativem Einsatz der bestehenden Technologien. So zeigt sich, dass beispielsweise Produktionsstätten und Gewerbebetriebe nicht mehr um das Thema Virtualisierung herumkommen. Nicht nur, dass man sich nunmehr am Computer oder Tablet / Handy virtuell in den Räumen bewegen kann, ist entscheidend. Die Präsenz im Netz sorgt für eine höhere Sichtbarkeit bei den Zielgruppen und man ist in den Suchmaschinen durch diese höhere Semantik somit auch höher im Ranking vertreten.

EMOTIONEN WECKEN MIT EINER CUSTOMER JOURNEY Gleichzeitig ist man bei der Kreation eines Kundenerlebnisses, einer «Customer Journey», gefordert. Was die Zielgruppen nunmehr wollen, ist ein «Echtzeit-Erlebnis». Technisch bedeutet dies bei Websites: eine schnelle Ladezeit und Reaktionsschnelligkeit. Eine aktuelle Studie von Google zeigt, dass 53 Prozent der mobilen Nutzer eine Website verlassen, wenn das Laden länger als drei Sekunden dauert. Zu beachten sind den Experten auf diesem Fachgebiet zufolge auch die Trends zu «Mobile first» mit AMPs (Accelerated Mobile Pages), PWAs (Progressive Web Apps),

BUSINESS 33 M-Commerce und SMS-Marketing. Interaktion und Konversation ist ebenso einer der wichtigsten Aspekte, wenn eine Customer Journey online funktionieren soll: Da kommen Personalisierung und autonomes Marketing zur Geltung. Wichtig bei einer Customer Journey sind zudem die Sprachsuche, Chatbots und Interaktionen zwischen Mensch und Technologie. Die Künstliche Intelligenz kann mittlerweile auch über verschiedene Schritte und Bereiche der Customer Journey hinweg Ansprachen und Inhalte zielpublikumsgerecht verknüpfen – auch durch die Analyse der bisherigen «Experience» zwischen den Anspruchs- und Zielgruppen. Natürlich spielen auch «Big Data» und das «Data Driven Marketing» bei einer starken Online Customer Journey eine Rolle. Im Auge behalten muss man hierbei Folgendes: Kunden und Unternehmen sind mehr denn je auf den Datenschutz ausgerichtet. Die Anstrengungen steigen, um quantitative, qualitative, Online- und Offline-Daten zu kombinieren und um ein vollständiges Bild des Ziel- und Kunden­ stammes zu erhalten. Und natürlich geht es auch um Datenschutzverletzungen. Die Datensicherheit wird für das weitere Wachstum eines datengesteuerten Marketings von allerhöchster Bedeutung sein (Quelle: alphadesign.agency).

CUSTOMER JOURNEY FÜR SHOWROOMS UND GEWERBEFLÄCHEN Das alles erfordert nicht nur ein Umdenken und Mut zur Transformation in der Wirtschaft. Und gefordert ist man diesbezüglich in vielen Branchen – sei es in der Weiterbildungs- und Immobilienbranche oder auch im Retailhandel und -business. Die grossen Fragen lauten heute: Wie gestalte ich ein gutes Einkaufserlebnis und erreiche somit Kundenbindung? Oder: Wie sieht der Store 5.0 der Zukunft aus? Wohnungen, Büroflächen, Gewerbeobjekte, Firmengelände, Produktionsstätten, Barbetriebe, Diskotheken, öffentliche Einrichtungen und andere Räumlichkeiten werden immer häufiger dreidimensional visualisiert. Somit soll

Öfter unterschätzt als man meint: Die Wichtigkeit der «Online Customer Journey» für die Kundenbindung.

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34 BUSINESS

Ob mittels 3D-Visualisierungen, Mixed oder Augmented Reality – auch online soll der Showroom «stattfinden», einladend wirken und nicht zuletzt eine Conversion auslösen (Offertanfrage, Kaufentscheid u. a.).

den Interessierten bereits online ein relevanter und genauer Eindruck der Begebenheiten vermittelt werden. Da ist noch viel Potenzial vorhanden. Man kann es auch andersherum sehen: Unternehmen, die einen Onlineshop zusätzlich betreiben, können durch einen virtuellen Rundgang die Ware anschaulicher verkaufen und direkt beschreiben. Schon seit geraumer Zeit werden die Point of Sales auch online attraktiver, wodurch das Einkaufserlebnis im Netz und somit auch die Kaufentscheidungen gefördert werden.

DIE «STILLE REVOLUTION» IN DER PRÄSENTATION Auch in der Industrie und im Anlagenbau werden immer häufiger bereits gebaute Anlagen für den Marketingeinsatz mittels 3-D, Augmented oder Mixed Reality in Szene gesetzt. Grosse Produktionsfirmen, die eventuell ihre Anlagen bei Sitzungen im Ausland oder bei Besprechungen für Analysen oder Prozessverbesserungen präsentieren wollen, hätten zudem einen grossen Nutzen durch den Einsatz der 3-D-Visualisierungstechniken. Auch Verkaufsgespräche können beispielsweise über ein Zoom-Meeting stattfinden. Dabei wird der Bildschirm geshared und der Verkäufer führt die Kundschaft durch den virtuellen Rundgang und erzählt etwas zur Ware. Auch Bars, Clubs, Restaurants und Hotels präsentieren Ihre Lokale online nun auf einem ganz anderen Niveau. Kunden wollen sehen, wohin sie gehen, und einfache Fotos reichen nicht mehr als Impuls beziehungsweise Anreiz. Die Lokale werden ausserdem durch den virtuellen Rundgang bei Google viel höher gerankt und gewinnen dadurch Kunden / mehr Aufrufe.

MIXED REALITY IN DER BAU- UND IMMOBILIENBRANCHE Interessant sind die neuen Möglichkeiten zudem für die Immobilien-, Haustechnik- und Baubranchen, die sich mit der Frage beschäftigen müssen, wie man mit der Digitalisierung arbeiten möchte. Es drängen neue Technologien, digitale Planungsmethoden und intelligente Baumaschinen in die Branche. Die Themen Mixed und Augmented Reality sowie dreidimensionale Visualisierungen und digitales Bauen sind allgegenwärtig. Immer mehr in den Vordergrund drängt in diesem Zusammenhang auch die Mixed Reality. Diese bewegt sich hauptsächlich auf einer zweidimensionalen, optischen Ebene. Die Vermischung von virtuellen und digitalen Inhalten gleicht dem bekannten Blick auf eine Projektionswand, einen

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Computerbildschirm oder das Display eines Smartphones. Nur bewegt sich die Bildgebung zum Beispiel bei Datenbrillen mit dem Kopf mit. Handfreies Arbeiten wird möglich wie auch der dauerhafte Zugriff auf die Informationen, die für die Arbeit wichtig sind. Man kann Darstellungen in eine Umwelt einbetten und vorausplanen, wie ein Gebäude oder ein Gegenstand sich beispielsweise in die unmittelbare Umwelt einfügt oder einfügen wird. Hologramme und digitale Zwillinge helfen Unternehmen schon heute dabei, bestehende Tätigkeiten effizienter auszuführen oder gänzlich neue Wege einzuschlagen. Der grosse Unterschied zur Virtual Reality: Mixed Reality bildet das gesamte Spektrum zwischen der physischen Welt, in der wir leben, bis hin zur vollständig digitalen Welt ab. Dieser Trend spielt auch der Immobilienbranche in die Karten. Hier ist der hohe Nutzen der dreidimensionalen Visualisierungen auf dem Vormarsch. Es findet seit einiger Zeit ein Umdenken bei den Immobilienunternehmen und -verwaltungen statt. Der Mehrwert und der Nutzen sind aber auch ohne den Covid-Aspekt nicht von der Hand zu weisen: Es geht in erster Linie um Zeitersparnis. Man könne jederzeit, ohne ein Zeitfenster haben zu müssen, und von überall das Objekt aus allen möglichen Winkeln besichtigen – sei es mit dem Smartphone, mit dem Tablet, per Computer oder mittels VR-Brille. Es entfallen zeitaufwendige Vorbesichtigungen und man kann vonseiten der Anbieter jene ausfiltern, die wirklich an einem Objekt interessiert sind. Der Clou am Ganzen ist zudem, dass man auch Emotionen vermitteln kann, wodurch der viralen Vermarktung neue Möglichkeiten bezüglich der Reichweite offenstehen. Zudem steigert man damit die Suchmaschinenoptimierung. Das Potenzial von Visualisierungen aller Art ist enorm: Aus der Marktforschung und aus diversen Quellen wie beispielsweise der «Forschung und Marktentwicklung Global, Quelle Matterport» weiss man, dass im Immobilienbereich eine 95 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit einer Kontaktaufnahme durch Käufer / innen bei Objekten mit virtuellen 3-D-Touren besteht. 20 Prozent der Angebote für Eigenheime werden zudem ohne persönliche Besichtigung abgegeben. Fast drei Viertel aller Makler / innen, die 360-Grad-Touren verwenden, steigern dadurch die Anzahl ihrer Aufträge, und über 50 Prozent der Eigenheimkäufer / innen gaben an, dass der Zugriff aufs Internet der erste Schritt bei der Objektsuche ist. WWW.ALPHADESIGN.AGENCY WWW.WEKAWERBESTYLES.CH


BUSINESS 35

DIE REVOLUTION DER DIGITALISIERUNG VON HANDELSREGISTER ÄNDERUNGEN

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36 BUSINESS SWISS MARKETING FORUM

EINE ERFOLGSFORMEL – BASIEREND AUF LEIDENSCHAFT Seit nunmehr 15 Jahren ist Swiss Marketing Forum (SMF) Veranstalter von Branchenevents für Führungskräfte in Marketing und Verkauf. Das SMF sieht sich als führender realer und digitaler Vermittler von aktuellem, praxisbezogenem Verkaufs- und Marketing-Know-how. INTERVIEW MIT MARCEL WEIBEL VON JOËL CH. WUETHRICH

Durch seine Events, Foren und Plattformen vernetzt das SMF Marketers und schafft nachhaltige Business-Beziehungen.

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ie Marketingkonzepte und deren Umsetzungen haben seit vielen Jahren eine zentrale Bedeutung in den Unternehmensstrategien. Immer mehr Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer nehmen sich deshalb auch Zeit, an den Branchenevents des SMF teilzunehmen – ob diese nun eine Affinität zum Marketing haben oder nicht. Man hat einfach erkannt, dass Marketing auch Chefsache ist.

VERNETZUNG UND FACHLICHE UPDATES Was genau ist das Swiss Marketing Forum? Durch seine wirtschaftlich relevanten Events, Foren und Plattformen vernetzt das SMF Marketers und schafft nachhaltige Business-Beziehungen. Netzwerkerweiterung, konzentrierte Weiterbildung interner Verkaufs- und Marketing-Fachleute, «Best Practices» zur Bewältigung interner Heraus­forderungen, innovative Ideen und neue Lösungsansätze werden vom SMF grossgeschrieben. Das Forum ist der Veranstalter des Marketing Tags (grösster Branchenevent)

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sowie der Sales Power Fachkonferenz und verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Konferenzorganisation. Ein Jahresthema dient jeweils als Vorgabe zur Entwicklung der Event-Programmplanung. Echtzeitvermittlung und Near-Future-Topics werden wichtig. Deshalb wird das Jahresthema nicht monolithisch präsentiert, sondern in zielgruppenspezifische Sub- und Praxisthemen aufgeteilt. Drei Events stehen im Zentrum: Am 19. Mai 2021 findet die Sales Power Fachkonferenz in digitaler Form statt. Der Marketing Tag findet am 29. Juni 2021 erstmals in Zürich statt – mit einem neuen Konzept, in hybrider Form und als Premiere-Event im neu renovierten Kongresshaus. Am 16. November 2021 folgt dann die Sales Power Fachkonferenz im Live-Format. Geplant und realisiert werden die drei TopEvents vom Swiss Marketing Forum zusammen mit Standing Ovation. Wir haben mit Marcel Weibel gesprochen, der seit 2008 im Kernteam des Marketing Tag verschiedene Projekte verantwortet. Seit Januar 2019 gibt er als Head of Sales beim SMF im Vollzeitamt den Ton im Verkauf an.


BUSINESS 37 «Geschäftsführer»: Marcel Weibel, der Marketing Tag hat sich bei den Brancheninsidern etabliert. Wie lange hat es gedauert, bis dieser Event sich so etablieren konnte? M. Weibel: Wir sind nunmehr seit 15 Jahren der grösste Branchenevent für Marketer in der Schweiz. Dahinter steht ein langjährig eingespieltes Event-Team rund um den Marketing Tag und viele treue Partner und Sponsoren. Ohne sie wäre diese Reise in unserer schnelllebigen und momentan sehr speziellen Zeit wohl beendet. An der Spitze des Erfolgs stehen aber vor allem zwei Personen: einerseits mein Mentor und Freund Uwe Tännler, ehemaliger Präsident des Berufsverbandes Swiss Marketing sowie der European Marketing Confederation, andererseits Michael Dancsecs, der Inhaber der Eventagentur Standing Ovation AG. Beide haben mit viel Know-how, grosser Professionalität, Kontinuität und Zielstrebigkeit den Erfolg des Marketing Tags immer weiter vorangetrieben. Gibt es eine Zauberformel für den Erfolg? Lassen Sie es mich mal so formulieren: Zaubern können wir nicht. Unsere Erfolgsformel basiert auf Leidenschaft an der Sache. Wichtig dabei sind Vertrauen, Wertschätzung und der Wunsch, etwas Gutes zu erschaffen. Der Marketing Tag als inspirierender Erlebnisraum vereint Genuss, Erfahrung, Spass am Lernen und an der Zusammenarbeit. Er steht dementsprechend für Top-Infotainment, setzt starke Impulse und ist so zum Trendscout-Event in unserer Community und darüber hinaus geworden. Das bezeugt sehr gut das nachfolgende Zitat aus der TeilnehmerInnen-­ Umfrage des Jahres 2019: «Ich schätze die Flexibilität, das attraktive Thema, die professionelle Aufmachung, mega Referenten, tolle Location und viele gute Gespräche während der Networkingzeiten.» Solche Quotes motivieren und machen Freude. Sie bestärken uns in unserem Tun, den eingeschlagenen Weg bestmöglich und zukunftsweisend mit unseren vielen Partnern und Friends weiterzuentwickeln.

Wann war der Moment, als Sie merkten: Genau das will ich tun und mein ganzes Netzwerk dafür einsetzen? Es gab nicht wirklich diesen einen Moment. Es ist die Folge einer 20 Jahre langen Arbeit in den Bereichen Marketing und Verkauf. Dabei hat mich immer das Credo aus meinem Elternhaus begleitet, stets offen, transparent und authentisch zu bleiben. So haben sich viele tolle Freundschaften entwickelt, die immer auf Vertrauen basieren. Vertrauen ist das Wichtigste, denn der Ursprung von Schwierigkeiten ist mangelndes Vertrauen. Welche Trends sehen Sie als Fachmann im Bereich Event-Marketing für die nächsten Jahre? Die Digitalisierung hat sich seit der Pandemie erwartungsgemäss extrem beschleunigt. Die virtuellen Angebote sind kaum noch überschaubar. Allerdings stelle ich bei vielen Gesprächen fest, dass sich bei den Menschen langsam aber sicher Ermüdungserscheinungen einstellen. Meines Erachtens werden sich dementsprechend vor allem hybride Veranstaltungen (on- wie offline) weiterentwickeln. Für die Veranstalter wie auch für die Marketers der Unternehmen sehe ich tolle neue Möglichkeiten, Projekte in der Marken­entwicklung sowie zur Kundenbindung und Neukundengewinnung auszuprobieren. Wir von Swiss Marketing Forum glauben, trotz vieler Chancen der Digitalisierung, nach wie vor an die Kraft der persönlichen Begegnung. Face to face, das weckt Emotionen, inspiriert und bringt Mensch und Unternehmen weiter. Wie geht es in Zeiten der Pandemie weiter mit diesem Networking-Event mit inhaltlichem Mehrwert? Wir sind derzeit in der Konzeptphase. Nach der Verschiebung des Marketing Tags 20 werden wir am 29. Juni 2021 zum ersten Mal in Zürich im neuen Kongresshaus einen hybriden Event durchführen. Nach den letzten Monaten der Ungewissheit freuen wir uns umso mehr darauf, endlich wieder in Planung und Umsetzung zu investieren. Ich denke, dass wir mit dem Tagungsthema den Nerv der Zeit mehr als getroffen haben. Und genau hier werden auch wir als Veranstalter gefordert sein, neue Eventmassstäbe zu setzen. Noch fokussierter. Noch kurzweiliger. Noch interaktiver.» WWW.SWISSMARKETINGFORUM.CH

«MEINE MARKETING AGENDA 2021: FOKUS. WICHTIGER DENN JE!»

Immer engagiert und offen für Innovatives: Marcel Weibel, Head of Sales beim SMF.

Wenn immer mehr möglich ist, wird immer weniger machbar. Exzellentes Marketing verlangt von uns allen einen persönlich und unternehmerisch scharfen Fokus: Weg vom Möglichen, hin zum Notwendigen. Marketer sind gefordert bei der digitalen Transformation, bei der Reorganisation der Channel-Strategie, beim Aufbau von Marketing Analytics und bei der Umsetzung einer «purpose-driven strategy». Vermutlich war Marketing nie spannender als heute und Marketingfähigkeiten sind gesuchter denn je. «Wir stellen fest, dass diese Transformationen keine Projekte sind, die zu einem Abschluss führen, sondern wir lernen, was 2021 / 22 unsere grösste Herausforderung ist: «to run the business and to change the business at the same time».» Dies könne nur gelingen, wenn man sich fokussiere. Marketingfachleute sollten in ihren Organisationen dafür sorgen, dass vor lauter Initiativen der Fokus nicht verloren gehe: «Marketingstrategien sind erfolgreich, wenn sie klar und scharf auf die Kunden ausgerichtet sind. Diese Fokussierung müssen wir persönlich, als Leader, vorleben. Wir müssen unsere persönliche Agenda ausmisten, Zeit machen für das Wesentliche und unsere Energie richtig einsetzen.

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38 WINTERTHUR

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WINTERTHUR 39

WINTERTHUR In unserer noch jungen Rubrik im Geschäftsführer Zürich widmen wir uns dem Wirtschaftsstandort Winterthur und den Macherinnen und Machern der Region. Die einstige Industriestadt hat sich gemausert und entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem der effizientesten Schweizer Innovations- und High Tech-Hotspot. VON CHARLES STAUBACH

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er hätte das in den Rezessionsjahren vor drei Jahrzehnten gedacht: Nach dem wirtschaftlichen Einbruch der Maschinenindustrie war Winterthur der Inbegriff einer Problemstadt. Tausende von Arbeitsplätzen verschwanden und die Produktionsstätten von Sulzer an der Zürcherstrasse und in Oberwinterthur wurden zu Geisterstädten. Aber dann begann die Mutation mit dem Fokus auf die zukunftsrelevanten Branchen und deren Förderung. Viele Anreizsysteme und –programme wurden eingeführt und umgesetzt. Demzufolge steht Winterthur heute viel mehr für Innovation und moderne Technologie.

In der vorliegenden Ausgabe zeigen wir auf, wie innovativ Winterthur als «Smart City» ist und stellen die Projekte vor. Das grösste ist ohne Zweifel «Winergie 2050 – Winterthurs Energiezukunft ist erneuerbar». Aber auch andere «smarte» Projekte werden hier vorgestellt. Ausserdem portraitieren wir regelmässig den Wirtschaftsstandort Winterthur und zeigen auf, welche Branchenstrukturen vorherrschen, warum der Technopark und die ZHAW so wichtig sind für Winterthur und was diese Stadt und die unmittelbare Region für die erweiterte Wirtschaftsregion Zürich leistet.

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40 WINTERTHUR «WINTI» IN EINER VORREITERROLLE

SMART-CITY-VORBILD WINTERTHUR Einst eine Industriestadt, zählt Winterthur seit vielen Jahren zu den innovationsstärksten Wirtschaftsräumen der Schweiz und zudem zu den Vorreitern im Bereich der Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten und gilt als Smart City. Die Stadt Winterthur hat zusammen mit neun weiteren Städten die Idee der 2 000-Watt-Gesellschaft forciert. Mit dem Volksentscheid zur Initiative «Winergie 2050 – Winterthurs Energiezukunft ist erneuerbar» hatte sich die Winterthurer Bevölkerung für die dafür notwendigen Umsetzungen ausgesprochen. VON CHARLES STAUBACH

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ie Stadt Winterthur arbeitet schon seit vielen Jahren konsequent im Bereich der Smartifizierung und Nachhaltigkeit im städtischen Betrieb. Relevante und nachhaltige Umsetzungen gab es zum Beispiel schon frühzeitig auch im Bereich der Kommunalfahrzeuge: Die Fahrzeugflotte des Stadtwerks Winterthur besteht aktuell aus mehreren Dutzend Gasfahrzeugen und Elektroautos. Wo immer möglich, werden Fahrzeuge durch solche mit elektrischem Antrieb ersetzt. Das bedeutet: Künftig wird der Anteil an Elektroautos laufend zunehmen. Beim Sammeldienst sind viele Fahrzeuge im Einsatz, davon auch welche mit Hybrid- und mit Gasantrieb.

SMARTE PROJEKTE FÜR DIE SMART CITY Winterthur präsentierte beispielsweise im 2019 vier Smart-City-Projekte für das Jahr 2020. Bei diesen Pilotprojekten geht es unter anderem um Massnahmen gegen Hitzeinseln im neuen Stadtteil Lokstadt und die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs. Für das Pilotgebiet im neuen Stadtteil Lokstadt auf dem Sulzerareal werden Klimasimulationen durchgeführt. Dabei werden städtebauliche Erkenntnisse gegen Hitzeentwicklung in Städten ortsspezifisch überprüft. Mit besser geeigneten Bodenbelägen, der Begrünung von Fassaden oder ausgleichenden Luftströmen sollen Hitzeinseln abgekühlt werden. Die Ergebnisse der Simulationen fliessen dann in die noch offenen Entwicklungsetappen der Lokstadt ein. Zudem stehen sie danach auch für künftige Baugebiete zur Verfügung. Mit dem Projekt «Förderung von Fuss- und Veloverkehr mittels Big Data» will die Stadt den emissionsfreien Verkehr fördern. Mittels einer App von Pro Velo Schweiz wird visualisiert, wie intensiv Wege genutzt werden und wo Optimierungsbedarf herrscht. Ausserdem sucht die Stadt Winterthur gemeinsam mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) nach den nachhaltigsten Batterielösungen für ihre elektrischen Fahrzeuge zur Kehrichtentsorgung. Und schliesslich setzt das Naturmuseum die Digitalisierung seines Naturfundbüros um. So können die kostbaren Fundstücke von Interessierten auch online und interaktiv begutachtet werden. Das grösste Projekt ist ohne Zweifel «Winergie 2050 – Winterthurs Energiezukunft ist erneuerbar»: Zur Erreichung des Ziels Netto-Null Tonnen CO 2 bis 2050 hat der Stadtrat ein Paket mit 54 Klimaschutzmassnahmen geschnürt. Die dazugehörige Umsetzungsplanung konkretisiert den Weg bis 2028 und bereitet den Pfad für die Zeit danach vor. Das Zwischenziel heisst eine Tonne CO2 pro Person und Jahr bis 2035. Bis 2050 will Winterthur klimaneutral sein und soll unterm Strich keine Treibhausgase mehr ausstossen. Für die Stadtverwaltung selbst setzt der Stadtrat das Netto-Null-Ziel bis 2035. Basis sind die Klimaschutzziele von Paris. Dabei stützt man sich auf die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass bereits ab einer durchschnittlichen Klimaerwärmung von 1.5 Grad mit gravierenden Folgen für Mensch und Artenvielfalt zu rechnen ist. Die neue Zielsetzung des Stadtrats steht im Einklang mit der Motion «Netto-Null Tonnen CO2 bis 2050». Konkret heisst dies folgendes: Bis 2050 sollen gemäss dem Netto-Null-Ziel nicht mehr Treibhausgase ausgestossen werden, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können. Zur Erarbeitung der dafür notwendigen Klimaschutzmassnahmen hat der Bereich Umwelt- und Gesundheitsschutz verschiedene Interessensgruppen aus der Winterthurer Bevölkerung und Wirtschaft eingeladen. Teilgenommen haben zum Beispiel Vertreterinnen und Vertreter des KMU-Verbandes, der Klimastreikbewegung oder der Bau- und Wohngenossenschaften. Zusammen mit Fachpersonen aus allen Departementen wurden die rund 450 gesammelten Vorschläge zusammengefasst und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit auf eine Anzahl von 54 Massnahmen verdichtet und priorisiert. Sie wurden innerhalb der vier Themenbereiche mit den grössten Hebelwirkungen, nämlich der Energieversorgung, den Gebäuden, der Mobilität und dem Konsum, gebündelt.

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42 WINTERTHUR Einige Umsetzungen sollen, so der Plan, etwas schneller über die Bühne gehen: So sollen die installierte Stromleistung aus hiesigen Fotovoltaikanlagen bis 2028 gegenüber heute um rund 50 Prozent gesteigert und die Treibhausgasemissionen aus der Wärmeversorgung bis 2035 um rund 80 Prozent reduziert werden. Die Anzahl und Leistung fossiler Feuerungen sollen bis 2028 um einen Drittel verringert werden, und der Wärmeabsatz aus Wärmeverbünden soll pro Jahr eine jährliche Zunahme von 11 Gigawattstunden aufweisen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Förderung nachhaltiger Mobilität: Die Entwicklungsperspektive Winterthur 2040 sieht Winterthur als «Fünf-Minuten-Stadt». Dazu gehören ein lückenloses Velonetz, hindernisfreie und sichere Fusswege, ein gutes ÖV-Angebot sowie die Förderung der Elektromobilität. Einen weiteren Schwerpunkt stellt der Ausbau von Fotovoltaik in Winterthur dar. Der Stadtrat hat sich das Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2025 hundert zusätzliche PV-Anlagen auf städtischen Dächern zu installieren. Um den generellen Zubau von Anlagen zu fördern, sollen die entsprechenden finanziellen Anreize geschaffen werden. Das Förderprogramm Energie Winterthur wird so ausgebaut, dass statt der Eigenverbrauchsoptimierung künftig auch Investitionen in PV-Anlagen für ganze Dachflächen interessant werden. Dabei gilt: Die Stadt kann Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für eine umweltfreundliche Energieversorgung schaffen. Es braucht aber auch die Bevölkerung, die mitmacht, PV-Anlagen installiert und Solarstrom bestellt. Beim städtischen Gebäudebestand sollen ergänzend zu energetischen Sanierungen, Heizungsersatz und einem deutlichen Ausbau der Foto-

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voltaikanlagen auch Aspekte des zirkulären Bauens und ökologische Baustoffe berücksichtigt und dadurch der Energie- und Ressourcenverbrauch reduziert werden. Für die städtische Fahrzeugflotte ist eine weitgehende Umstellung auf erneuerbare Antriebe bis 2028 geplant. Durch die Umsetzung konsequenter Nachhaltigkeitsregeln reduziert die Stadt Winterthur zudem die Umwelt- und Klimaauswirkungen der städtischen Beschaffungen.

DER WANDEL ZU EINEM TECHNOLOGIESTANDORT Der Wandel Winterthurs ist eine Erfolgsgeschichte. Winterthur – einst eine Zürcher Untertanenstadt – galt lange als typische Industriestadt. Man sprach hierbei oft von «Sulzer Town», weil der Konzern die Region Winterthur prägte. Heute denkt man im Zusammenhang mit Winterthur an den Technopark oder an die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Stadt und Region stehen für Innovation und Smartifikation. Das war nicht immer so. Im Mittelalter (1467) wurde Winterthur sogar an Zürich verpfändet und blieb in der Folge während Jahrhunderten Untertanenstadt der Zürcher. Diese behinderten die wirtschaftliche Entwicklung Winterthurs und wachten darüber, dass ihnen durch die Nachbarstadt keine Konkurrenz erwuchs. Aber auch in der jüngeren Vergangenheit hatte Winterthur mit verschiedenen Problemen zu kämpfen: In den 1980er-Jahren erlebte die Stadt nämlich einen markanten Einbruch der Maschinenindustrie. Tausende von Arbeitsplätzen verschwanden, und die Produktionsstätten von Sulzer an der Zürcherstrasse und in Oberwinterthur wurden zu Geisterstädten.


WINTERTHUR 43 Mit einer neuen diversifizierteren Wirtschaftsstruktur wurde danach der Wandel vom Industrie- zum Technologiestandort mit hoher Wertschöpfung eingeleitet. Schwung in die Stadt brachte auch der Zuzug der angesehenen Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit unterdessen rund 7 000 Studierenden. Und es werden immer mehr. Winterthur boomt auch als Wohnstadt und kümmert sich seit vielen Jahren um Nachhaltigkeitsthemen und muss über die Grenzen des Wachstums nachdenken. Um diese neue hohe Lebensqualität zu sichern, sind Themen wie Digitalisierung, Urbanisierung, Klimawandel und der Umbau der Infrastruktursysteme im Energie- und Mobilitätsbereich vorrangig geworden. Diese Herausforderungen sind nur mit «smarten Lösungswegen» und somit mit einem Weg zur Smart City umsetzbar. Die Smart City Winterthur soll diese im Sinne eines ganzheitlichen Entwicklungsansatzes ressortübergreifend, vernetzt mit Partnern und mit Unterstützung von digitalen Technologien angehen. Das Smart-City-Konzept geht weit über verwaltungsinterne E-Government- und Digitalstrategien hinaus. Die übergeordneten Ziele einer Smart City sind eine effiziente und ressourcenschonende Stadtentwicklung sowie die Erhöhung der Lebensqualität und Standortattraktivität. Dafür sollen die Chancen der Digitalisierung und aufstrebender Technologien genutzt und neue Ansätze zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen eingesetzt werden. Insgesamt soll ein innovatives urbanes Umfeld entstehen, das die Bevölkerung und die Wirtschaft einbezieht und neue Gestaltungsmöglichkeiten zulässt. Auch Mike Vogt, der wohl bekannteste Schweizer Experte im Bereich Smartifikation der urbanen Gegenden (Gründer der Fachmesse SmartSuisse), betont regelmässig: «Städte wie St. Gallen und in den letzten Jahren besonders auch Winterthur sind bezüglich der sogenannten Smartifizierung führend.»

BRANCHENSTRUKTUR: VIEL HIGHTECH UND INDUSTRIELLE TRADITION Die industrielle Tradition spiegelt sich heute noch in der starken Vertretung der Hightech-Industrie und des Engineerings (Maschinenbau und Baugewerbe) wider. Der Anteil an wissens- und technologieintensiven Branchen ist hoch. Im Dienstleistungsbereich sind Versicherungen sowie das Gesundheits- und Bildungswesen überproportional vertreten, die Branchen verfügen über ein grosses Wachstumspotenzial. Eine besondere Rolle spielen dabei der Technopark und die ZHAW. Der Technopark Winterthur bietet das optimale Umfeld für innovative Menschen. Start-ups und Spin-offs arbeiten mit ZHAW-Forschungsinstituten sowie mit etablierten Unternehmen, die Transfer-Dienstleistungen anbieten, zusammen unter einem Dach. Sie tauschen Ideen und Erfahrungen aus, nutzen den direkten Draht untereinander und zu wichtigen Akteuren im Innovationssystem. Die physische Nähe fördert hierbei Synergien in der Region. Die Unternehmen können zudem Förderpakete beantragen. Der grösste und bekannteste Anlass im Technopark ist die Start-up Night – organisiert vom Entrepreneur Club Winterthur. Der Technopark Winterthur liegt mitten im neu aufstrebenden Lokstadt-Areal in Zentrumsnähe. 10’000 Quadratmeter Mietfläche stehen zur Verfügung. Auch die ZHAW betreibt hier ihren Campus mit der Hauptbibliothek. WWW.STANDORT-WINTERTHUR.CH/DE/STADT.WINTERTHUR.CH WWW.TPW.CH WWW.ZHAW.CH/DE/HOCHSCHULE WWW.HOUSEOFWINTERTHUR.CH/DE

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LADELÖSUNGEN FÜR JEDEN IMMOBILIENTYP Sind Ladestationen zukunftsorientierte Kundenservices oder bedarfsgerechte Investitionen für Mieter und Stockwerkeigentümer? Egal, in welcher Dimension Elektromobilität umgesetzt wird – es braucht massgeschneiderte Ladelösungen. AGROLA stattet diesbezüglich jede Immobilie klimafreundlich und unkompliziert für Elektrofahrzeuge aus.

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ie Akzeptanz und Beliebtheit von Elektromobilität sind in der Schweiz im Steigflug. Damit einhergehend steigt dementsprechend auch der Bedarf an gut verteilten Lade­ möglichkeiten. Vor allem Ladestationen am Wohn- und Arbeitsort oder an Kundenparkplätzen gewinnen an Bedeutung. AGROLA bietet für solche Einsatzzwecke ein ausgefeiltes Portfolio modular aufgebauter Ladelösungen an, passend für unterschiedliche Rahmenbedingungen. Damit ist der nächste wichtige Schritt in eine nachhaltige, mobile Zukunft – ob als privater, gewerblicher oder öffentlicher Anbieter – möglich.

INDIVIDUELLE KONZEPTE FÜR JEDE LIEGENSCHAFT Das Portfolio von AGROLA reicht von der einzelnen Säule für ein kleines Ladengeschäft bis hin zu einer Serie wandmontierter Anschlüsse in einem Mehrparteienhaus. AGROLA realisiert das Projekt für Sie als ganzheitliche Lösung von der Planung bis zur Abrechnung. «Wir planen mit unserer Kundschaft gemeinsam Neubauten und rüsten Gebäude bedarfsgerecht nach», heisst es bei AGROLA. Im Anschluss wird auf Wunsch für einen reibungslosen Betrieb inklusive Wartung gesorgt.

AUSGEREIFTE TECHNIK, MAXIMALE SICHERHEIT Die technisch ausgefeilten Ladestationen sind jeweils mit der AGROLA Smart Box ausgestattet. Diese überwacht mit einem intelligenten Lastmanagement jeden Ladevorgang, damit der Hausanschluss nicht überlastet wird. So kann die Anlage auch jederzeit bei gleichbleibend hoher Verfügbarkeit erweitert werden. Sind beispielsweise bereits Solaranlagen bei der Immobilie in Betrieb, fügen sich die Ladestationen nahtlos in das System ein. Man hat zudem selbst die Wahl, ob eine Ladestation in der

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AGROLA e-Mob App öffentlich angezeigt wird. Diese Funktion ist besonders interessant für Anbieter wie Kommunen, die den Umstieg auf nachhaltige Mobilität vorausschauend unterstützen.

UNKOMPLIZIERTE ABRECHNUNG Speziell für Anlagen mit mehreren unabhängigen Bezügern bietet das Abrechnungssystem von AGROLA grossen Komfort. «Wir rechnen über die Nutzerkarten detailliert und individuell ab, sodass Sie keinen Mehraufwand in der Verwaltung haben. Wir bringen für das Gesamtmanagement langjährige Erfahrung mit und bieten Ihnen ein Rundum-sorglos-­ Paket aus einer Hand.»

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1/1 INSERAT AGROLA

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SPECIAL In unserer Rubrik «Special» widmen wir uns diesmal dem Thema Solartechnik und Photovoltaik. Gemessen an der installierten Leistung war Photovoltaik (Solarstrom) die Energieerzeugungstechnologie, die in den 2017er bis 2020er Jahren weltweit am meisten zugelegt hat. Und wie sind die Perspektiven und Rahmenbedingen in der Schweiz? Mehr dazu auf den folgenden Seiten. VON CHARLES STAUBACH

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ie ist die Marktentwicklung und wie stehen die Marktchancen für Solartechnik in der Schweiz? Wie funktionieren Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch und wie können Solaranlagen noch besser in die Gebäudehülle integriert werden? Sind die Synergien zwischen Verteilnetzen, Photovoltaik, Batterien und Elektromobilität noch zu optimieren und was läuft in der Photovoltaik-Forschung? Es wurde in den letzten Jahren ein Aufschwung der Branche in der Schweiz registriert. Einerseits dank besserer Rahmenbedingungen, aber auch bedingt durch unerwartete, ja sogar disruptiv wirkende neue äussere Einflüsse wie die Covid-Pandemie. Die im Rahmen der Energiestrategie 2050 angepassten Gesetze und Verordnungen sind dabei richtig zu greifen, da nunmehr günstigere Rahmenbedingungen für den Bau grosser Photovoltaikanlagen herrschen.

«Allerdings nur dann, wenn ein wesentlicher Teil des Stroms zeitgleich an Ort und Stelle verbraucht werden im Eigenverbrauch genutzt wird und wenn Investoren mit den langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung umgehen können», heisst es bei Swissolar. Bei der Nutzung der Solarwärme (Solarthermie) rechnet Swissolar laut eigenen Statistiken mit einem stabilen Markt für die Gegenwart und nahe Zukunft. «Für den weiteren Ausbau der Solarwärme ist nun die rasche Umsetzung der neuen koordinierten Energiegesetze in den Kantonen (MuKEn 2014) sehr wichtig. Dieses Regelwerk schafft unter anderem Anreize, bei Heizungssanierungen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung einzusetzen. Solarwärme kann wesentlich dazu beitragen, den hohen Anteil des Schweizer Gebäudeparks an den Treibhausgasemissionen bis zu 40 Prozent zu reduzieren», lässt sich David Stickelberger, Geschäftsleiter Swissolar und Leiter Kommunikation zitieren. Mehr dazu in dieser Ausgabe.

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REKORDZUBAU BEI DER SCHWEIZER PHOTOVOLTAIK:

AUF DEM WEG ZUR WICHTIGSTEN STROMQUELLE? Das Ja zum Energiegesetz im Mai 2017 und somit das Bekenntnis zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 zeigt jetzt immer mehr Wirkung – dank effizienter Anreizsysteme und neu auch aufgrund der Covid-19-Pandemie. VON CHARLES STAUBACH

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ie ist die Marktentwicklung und wie stehen die Marktchancen für Solartechnik in der Schweiz? Wie funktionieren Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch und wie können Solaranlagen noch besser in die Gebäudehülle integriert werden? Sind die Synergien zwischen Verteilnetzen, Photovoltaik, Batterien und Elektromobilität zu optimieren und was läuft in der Photovoltaik-Forschung? Diese Themen und natürlich die Wirkung der Covid-19-Pandemie auf die Nachfragesituation sind in der Branche im Fokus.

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Während der letzten nationalen Photovoltaiktagung 2020 mit ca. 500 Teilnehmenden wurden viele Erkenntnisse geteilt, die auch bis zur nationalen Photovoltaiktagung 2021 im Juli aktuell bleiben dürften: Nach einem für die meisten Marktteilnehmenden erfreulichen Jahresbeginn mit einer steigenden Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in verschiedenen Segmenten waren bald schon Lieferengpässe bei chinesischen Modulen festzustellen. Während sich diese Situation allmählich wieder entspannte, standen nun Sorgen wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Arbeitskräften im Zentrum. Positiv war und ist: Es werden wieder mehr Solaran-


SPECIAL 49 lagen auf Mehrfamilienhäuser sowie auf Industrie- und Gewerbebauten angebracht. Nach den schwierigen Jahren 2015 bis 2018 scheint sich der Markt im vergangenen Jahr wieder erholt zu haben. Insbesondere ist bei grösseren Anlagen auf Mehrfamilienhäusern sowie auf Industrie- und Gewerbebauten wieder ein Marktwachstum zu verzeichnen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Frist bis zur Auszahlung der Einmalvergütung auf unter ein Jahr gesenkt wurde, wodurch die Sicherheit für Investoren deutlich verbessert werden konnte. Es brauche einen Ausbau der Photovoltaik um den Faktor 20 gegenüber den 50 Gigawatt heute, heisst es bei Swissolar. So könne eine Jahresproduktion von 45 Terawattstunden Solarstrom bis 2050 erreicht werden. Im Verbund mit den anderen erneuerbaren Energietechnologien, allen voran mit der Wasserkraft und den Speichertechnologien, könne so eine sichere Energieversorgung auch im Winterhalbjahr gewährleistet werden. Die dafür notwendigen Flächen seien auf unseren Gebäuden in der Schweiz vorhanden. Aber es würden (noch) die wirtschaftlichen Anreize zu diesem Ausbau fehlen und die geplante vollständige Liberalisierung des Strommarkts hätte eine zusätzliche Bremswirkung, sofern keine Gegenmassnahmen ergriffen werden. Wichtig bleibt das Thema des Einsatzes von Solarmodulen in der Gebäudehülle – eine der Kernkompetenzen der Schweizer Solarbranche. So weit zu den aktuellsten Themen in der Branche.

GLOBALER TREND UNGEBREMST – STAGNATION IN DER SCHWEIZ? Gemessen an der installierten Leistung war Photovoltaik (Solarstrom) die Energieerzeugungstechnologie, die in den letzten Jahren weltweit am meisten zugelegt hat. Für die nächsten Jahre wird mit einem weiteren globalen Marktwachstum von 20 bis 50 Prozent gerechnet. So weit der

Trend im weltweiten Markt. Etwas anders sieht die Sachlage in der Schweiz aus: Swissolar geht diesbezüglich von einem stagnierenden Photovoltaikmarkt aus. Dennoch: Swissolar, der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie, rechnet für das Jahr 2020 mit einem neuen Rekordzubau bei Photovoltaikanlagen. Gegenüber dem Vorjahr lag das Wachstum bei mindestens 30 Prozent. Doch zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele der Schweiz muss der Zubau in den nächsten Jahren um den Faktor 4 gesteigert werden. Um dies zu erreichen, braucht es Anpassungen bei der Förderung, die Pflicht zur Eigenstromnutzung bei Neubauten und raumplanerische Vereinfachungen für Freiflächenanlagen, insbesondere auf Infrastrukturen. Die offizielle Statistik für den Solarenergie-Zubau im Jahr 2020 wird jedoch erst im Juli 2021 vorliegen. Aufgrund von bereits verfügbaren Zahlen geht man aber davon aus, dass in der Schweiz im vergangenen Jahr Solarstromanlagen mit einer Leistung von 430 bis 460 Megawatt (MW) neu installiert wurden. Die Anmeldezahlen bei der Zertifizierungs- und Förderstelle Pronovo lassen darauf schliessen, dass das Wachstum nicht nur bei kleinen Anlagen, sondern auch bei solchen über 100 kW Leistung stattfand. Für das starke Marktwachstum ist insbesondere die Verkürzung der Wartefrist bei der Einmalvergütung verantwortlich. Diese konnte auf wenige Monate reduziert werden. Die 2019 stärker ins Zentrum gerückte Klimakrise hat zudem vermutlich bei einigen Bauvorhaben eine Solar-­ Integration vorangetrieben. Auch die Pandemie hatte wohl einen Einfluss auf den Solarzubau: Der Wunsch nach Autarkie nahm zu, viele fanden Zeit, um lang gehegte Ideen zu realisieren, und finanziell stand mangels

Immer wichtiger: Solarenergieerzeugung auf und innerhalb der Gebäudehülle.

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anderer Ausgabemöglichkeiten mehr Kapital zur Verfügung. Ob diese Effekte im laufenden Jahr weiterhin wirksam sind, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Der Rekordzubau darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zubau noch massiv gesteigert werden muss. Pro Kopf entspricht er 2020 lediglich einer neu installierten Fläche von 0.25 bis 0.27 Quadratmetern. «Um den wegfallenden Atomstrom zu ersetzen und den zusätzlichen Strombedarf für die Elektrifizierung des Verkehrs und der Heizungen zu decken, muss der jährliche Zubau in den nächsten Jahren auf etwa 1500 MW gesteigert werden – also auf das nahezu Vierfache des letzten Jahres», sagt Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger. Zur Erreichung dieses Ziels braucht es aus Sicht der Schweizer Solarbranche folgende politische Massnahmen: § Stärkere Förderung von Anlagen ohne Eigenverbrauch: Zahllose Dächer von Ställen, Lagerhäusern und ähnlichen Gebäuden werden heute nicht mit Solaranlagen ausgestattet, da der Strom nicht an ­ Ort und Stelle verbraucht werden kann. Ähnliches gilt für Parkplatzüberdachungen, Lärmschutzwände und weitere Infrastrukturen. § Rasche Umsetzung der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich in allen Kantonen und damit verbunden die Pflicht zur Eigenstromerzeugung bei Neubauten. In einem weiteren Schritt ist eine Verpflichtung zur Nutzung bestehender Dach- und Fassadenflächen zu prüfen. § Abbau von Hürden bei der Erstellung von Freiflächenanlagen: Solaranlagen ausserhalb von Gebäuden erhalten bisher nur mit Schwierigkeiten eine Baubewilligung. Davon betroffen sind sinnvolle Nutzungen wie Parkplatzüberdachungen, Systeme zum Schutz empfindlicher landwirtschaftlicher Kulturen anstelle von Folientunnels (Agri-Photovoltaik) oder alpine Anlagen im Umfeld von Skigebieten.

OHNE ANREIZE, KEINE MOTIVATION Die globale Entwicklung der Photovoltaik ist und bleibt in der Tat spektakulär: In einem Vortrag der beiden Schweizer Träger des renommierten

NETZWERK DER SOLARBRANCHE Die jährlich durchgeführte Veranstaltung wird von Swissolar gemeinsam mit dem Verband Schweizerischer Elektrizitäts­ unternehmen (VSE) und dem Bundesamt für Energie (BFE) organisiert. Die rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus der Solarbranche, der Elektrizitätswirtschaft, der Forschung, ­ der Architektur und der Politik. Die Veranstaltung wird von einer wissenschaftlichen Posterausstellung sowie einer Produkt­ ausstellung begleitet.

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Becquerel-Preises für aussergewöhnliche Leistungen im Bereich der Photovoltaik, Christophe Ballif und Stefan Nowak, heisst es, dass Solarstrom auf dem Weg zur wichtigsten Stromquelle weltweit sein dürfte. In der Schweiz waren indes Solarprojekte jahrelang wegen ungenügender Rahmenbedingungen blockiert. Jetzt aber können die Projekte wieder mit einer Förderung rechnen, müssen jedoch, wie schon erwähnt, einen relevanten Anteil ihrer Produktion selbst verbrauchen, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.

SOLARENERGIE ALS TEIL DER GEBÄUDEHÜLLE Ein weiteres interessantes Hauptthema seit einigen Jahren: die Solar­ energie als Teil der Gebäudehülle. Studien zeigen, dass auf den Dächern und Fassaden der Schweiz rund die Hälfte des Strombedarfs mit Solar­ modulen erzeugt werden könnte. Erörtert wurde das Beispiel der Stadt Carouge, wo man Denkmalschutz und Solarenergienutzung kombiniert. Die Integration der Photovoltaik ins Energiesystem der Zukunft ist ebenfalls ein entscheidender Aspekt. Der steigende Anteil von Solarstrom im Stromnetz muss bewirtschaftet werden. Dies könnte, so wurde auf der Tagung besprochen, durch Nutzung von Elektromobilität und Batteriespeichern unterstützt werden.

TYPISCH SCHWEIZ: INNOVATIVE FORSCHUNG Nach wie vor ist Innovation einer der grossen Treiber im Bereich Photovoltaik. Die Schweizer Forschung und Industrie ist nach wie vor in diesem Bereich Weltspitze und sehr innovativ. Eine wichtige Rolle nehmen dabei die Fachhochschulen ein. Aktuelle Forschungsschwerpunkte für vom Bundesamt für Energie (BFE) geförderte Aktivitäten sind derzeitig: eine Effizienzsteigerung der einzelnen Komponenten, die industrielle Umsetzung neuer Produkte und Herstellungsverfahren, Qualitätssicherung, Erhöhung der Anlagenzuverlässigkeit. Man forscht – wie an der Photovoltaik-Tagung in Bern eingehend behandelt wurde – auch nach neuen Lösungen für die Integration der Photovoltaik sowohl in Gebäuden als auch im elektrischen Netz. Im Bereich der Nachhaltigkeit möchte man eine Verminderung von Energie- und Materialeinsatz bei der Produktion oder der Rezyklierung erzeugen. Bei der Weiterentwicklung und industriellen Umsetzung verschiedener Solarzellentechnologien sucht man nach Konzepten für sehr hohe Wirkungsgrade. Ausserdem: Die Entwicklung neuartiger Modultechnologien für eine verbesserte Integration von Solaranlagen auf Dächern und in Fassaden steht ganz oben auf der Prioritätenliste – genauso wie die Integration von Photovoltaikanlagen ins elektrische Netz (Modellierung und Vorhersagen, Entwicklung multifunktionaler Komponenten und Zusammenspiel mit dezentralen Speichern). WWW.SWISSOLAR.CH WWW.BFE.ADMIN.CH WWW.ENERGIESCHWEIZ.CH


SPECIAL 51 SOLPROOF GMBH

DIE QUAL DER WAHL? NICHT GANZ … Viele Anbieter/innen tummeln sich auf dem Schweizer Markt, wenn es darum geht, eine Photovoltaik-Anlage zu planen und diese Pläne dann umzusetzen. Hat die Kundschaft also die Qual der Wahl? Ja, aber dennoch haben einige das gewisse Etwas zu bieten und damit ein Alleinstellungsmerkmal.

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jörn Weidenbach, CEO der Solproof GmbH: «Unser Alleinstellungsmerkmal ist der Fullservice-Charakter: Wir planen, installieren und kümmern uns um den späteren Unterhalt wie auch die Wartung von Solaranlagen in der Region Zürich und Zug. Auf Anfrage realisieren wir auch Photovoltaik-Anlagen in anderen Regionen der Schweiz. Was uns aber besonders auszeichnet: Die Solproof GmbH übernimmt den Antrag auf Fördergelder und Subventionen von Photovoltaik und Solaranlagen im jeweiligen Kanton in der Schweiz. ­Dafür sind uns die Kunden sehr dankbar.»

unabhängigkeit und eigene Expertise profitieren alle von der jahrelangen Erfahrung der Mitarbeiter von Solproof beim Bau und der Montage der Photovoltaik-Anlage.» Alle Umsetzungen gelten auch für Flachdächer. Fazit: Das Alleinstellungsmerkmal ist die Gesamtkonzeption von der Expertise zur Planung bis zur Gesamtkonzeption und Umsetzung.

Der Bau von Solarstrom-Anlagen bringe Arbeiten mit sich, die eine hohe Anforderung an die ausführenden Fachbetriebe und deren Fachleute aus unterschiedlichen Branchen stellen, so Björn Weidenbach weiter. Eine der Vorzüge bei Solproof ist die Unabhängigkeit bezüglich der Wahl der Lieferanten und die daraus resultierende Flexibilität. So kann man auch jeweils immer allen individuellen Wünschen nachkommen. Durch die Lieferanten­

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BAUEN & WOHNEN Branchenüberschreitend waren der Innovationsschub und die Digitalisierung in den letzten Monaten greifbar und offensichtlich. Auch in dieser Rubrik beschäftigen wir uns regelmässig mit der Thematik. Und auch mit der Frage: Welche Trends werden sich in den kommenden Jahren in der Bau- und Haustechnik-Branche durchsetzen? VON CHARLES STAUBACH

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n der Heimtechnik- und Baubranche hat der Digitalisierungs- und Innovationstrend schon früh eingesetzt. Im Fokus stehen Neuentwicklungen und innovative Ideen, aber auch ausgefeilte und intelligente Software-Lösungen. Im Aufwind sind Augmented und Mixed Reality in den Bereichen Planung und Bau sowie neue Lösungen und Möglichkeiten mit 3D-Visualisierungen in der Immobilienbranche. Die Branche hat viel zu bieten, wie auf den nächsten Seiten zu lesen sein wird. In jeder Branche werden die so genannten Megatrends erkoren. In der Heimtechnik- und Baubranche redet man insbesondere von Mobile Services in der Auftrags-, Planungs- und Administrationssoftware, von smarten Tools für die Projektmanagement-Software, von BIM, KI und Mixed Reality, totaler Vernetzung, IoT, drahtlose Intelligenz, ERP- und CRM-­ Systeme, Daten-Ressourcen, Nachhaltigkeit, Webinar-Beratungen und Online-Teambuilding mit Cloud Collaboration Tools. In der Immobilienbranche sind indes 3D-Visualisierungen kaum noch weg zu denken. Hier

ist der hohe Nutzen der dreidimensionalen Visualisierungen evident: Es findet seit einiger Zeit ein Umdenken bei den Immobilienunternehmen und -verwaltungen statt. Wohnungen, Büroflächen Gewerbeobjekte, Firmengelände, Produktionsstätten, Barbetriebe, Diskotheken, offentliche Einrichtungen und andere Räumlichkeiten werden dreidimensional dargestellt und man kann sich in den Räumen so bewegen, als ob man sich darin befindet. Jetzt, im Zeichen der Pandemie, zeigt sich erst recht, wie gross das Potenzial der Visualisierungen ist. Des Weiteren: Alles redet von der so genannten Unique Selling Proposition – abgekürzt USP. In der Bau-, Haushaltstechnik- und Immobilienbranche. Wir stellen in dieser Ausgabe genau jene Unternehmen vor, die sich gerade damit auszeichnen, ein solches Alleinstellungsmerkmal zu besitzen. Dabei portraitieren wir nicht nur spannende Persönlichkeiten mit einem besonderen Approach, sondern auch Unternehmen mit sehr guten Ideen. Die folgenden Seiten geben Inspiration.

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54 BAUEN  & WOHNEN MEGATRENDS 2021

DIE MEGATRENDS 2021 «RELOADED» Der Futurologe John Naisbitt beschrieb übergeordnete Entwicklungen, welche strukturelle Veränderungen global und über eine längere Zeitdauer prägen oder sogar möglich machen. Er nannte sie Megatrends. Solche Trends gibt es in allen Branchen – so auch in der Bau- und Haustechnik. VON CHARLES STAUBACH

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ie Megatrends sind «Lawinen in Zeitlupen». Was diese Trends auszeichnet: Sie verändern nachhaltig ganze Branchen und durchdringen alle Lebensbereiche. Anders als Trends, die nur einige Jahre wirken, haben Megatrends eine Wirkungsdauer von mehreren Jahrzehnten. Diese gibt es auch in der Bau- und Haustechnikbranche. Speziell jetzt in der Pandemie-Krisenzeit, wo man mit Innovationen, optimaler Anwendung und Umsetzung digitaler Trends und Entwicklungen punkten kann. Die Vernetzung bei den Arbeitsabläufen spielt da eine entscheidende Rolle. Hier sind die von uns auserkorenen Top Ten der aktuellen Megatrends 2021 in der Bau- und Haustech-Branche:

1. CONSTRUCTION INTELLIGENCE Construction Intelligence basiert darauf, Entscheidungen aufgrund von Daten anstelle des Bauchgefühls zu treffen. Mit den faktenbasierten Prozessen sollen zukünftige Entwicklungen und Abläufe besser planbar sein. Damit sind in der Regel Software-Programme verbunden, die Bauprojekte aktiv von A bis Z begleiten. Von der Personal- und Baustoffplanung, bis hin zur tatsächlichen Durchführung und Bauabnahme – eine Construction Intelligence Software hilft bei der gesamten Bauabwicklung. ERPund CRM-Systeme sind weitere Stichworte, wenn es darum geht, Daten-Ressourcen besser zu nutzen: Alle Daten in einem System und gut

Virtual-, Mixed- und Augmented Reality: einer der Megatrends des Jahres in der Bau- und Haustech-Branche.

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BAUEN & WOHNEN 55 vernetzt, können Auswertungen sehr aussagekräftig machen. Man kann Analysen somit optimieren und auch den Gesamtbetrieb ohne grossen Aufwand gut kontrollieren. Das ist heuer noch wichtiger denn je, wenn es um Datenmanagement und guten Workflow geht. In Anlehnung zu diesem Thema seien auch die Mobile Services in der Planungssoftware erwähnt. Der Experte Pablo Gudenrath (OF-Software AG): «Das Mediennutzungsverhalten bei einem grossen Teil unserer Zielgruppe geht auch langsam, aber sicher in Richtung Mobile Tools und Services. So sind in unserem Bereich das schnelle Erfassen von benötigten Materialien und der Arbeitszeit sowie die sofortige Übermittlung der Daten in die Software elementar, wenn es um Arbeitsprozessoptimierung geht. Neue Aufträge müssen sofort verfügbar sein. Doppelte Arbeiten werden aus der Prozesskette gestrichen und potenzielle Fehlerquellen im Ablauf minimiert. Ausserdem: Ein digitaler Rapport geht in der Regel nicht verloren. Der Trend geht zudem auf einfache Bedienung auf den Geräten der Monteure. Die mobilen Tools sollen noch mehr Zeitersparnis bringen und in einem modernen Haustechnik-Unternehmen den Alltag vereinfachen.»

2. BIM UND 3D-MODELLE Der Top Trend in der Baubranche ist und bleibt das BIM. Die drei Buchstaben stehen für Building Information Modeling. Dieser beschreibt eine Methode der vernetzten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauvorhaben mithilfe von Software. Noch ist es nicht ausgereift, aber irgendwann gibt es in den meisten Software-Programmen eine Schnittstelle für BIM. Getrieben durch die öffentliche Hand, wird BIM forciert,

denn es soll die Kollaboration zwischen allen in einem Projekt involvierten Parteien in einem Bauprojekt digitalisieren. Dabei schreibt die BIM Methodik vor, mit 3D-Modellen zu arbeiten. Dies bestätigen auch die Jungunternehmer von WeKa Werbestyles aus Möhlin / Aargau, die oft beispielsweise für Immobilienunternehmen mit dreidimensionalen Visualisierungen arbeiten. Der Einsatz von BIM soll im wesentlichen die Transparenz und die Plangenauigkeit erhöhen. Dass dies der richtige Weg ist, glauben bereits heute 78 Prozent aller Befragten in der Bauindustrie. Trotz des allgemeinen Bewusstseins, dass BIM die Zukunft in allen Bauphasen ist, findet die Methode in der Schweiz in der Praxis bisher kaum Anwendung. Ganz anders sieht es in anderen Ländern aus. Immer mehr ein Thema: Das grüne BIM und die Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit ist in der Haustech- und Baubranche von steigender Bedeutung. Nach Angaben der Europäischen Kommission entfallen auf den Bau und die Instandhaltung von Gebäuden, einschliesslich Heizung, Klimaanlagen, Beleuchtung und elektrische Ausstattung rund 40 Prozent des Energieverbrauchs in Europa. Da müssen alle dazu beisteuern, dass man diesen Anteil senkt.

3. BAUEN 4.0 – DIE DIGITALISIERUNG DER BAUSTELLE Auch wenn in manchen Bereichen der Baubranche digitale Trends bereits angekommen sind, hinken die Baustellen selbst noch weit hinterher. Und das obwohl es mittlerweile zahlreiche individuelle Angebote zur Digitalisierung gibt, die speziell für Baustellen entwickelt wurden. Diese sparen

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56 BAUEN  & WOHNEN in der Regel nicht nur Zeit und Kosten sondern auch Nerven. Da geht einiges in Richtung Smartifizierung des Projektmanagements durch smarte Tools. Denn die Smartifizierung findet auch bei der Planung der Mitarbeitenden statt. Zum Beispiel können Monteure gewissermassen «on the fly» – also während ihrer Einsätze – mit Datenmaterial und Aufgaben gefüttert werden. Die Auftragserfassung und Terminierung und die Software Adressstammdaten-Management über Tablet oder Handy werden zu einem Kinderspiel.

4. KI UND MIXED REALITY – AUCH IN DER HAUSTECHNIK Augmented Reality, Virtual und Mixed Reality werden die Branche erobern. Das holografische Projizieren von 3-D-Modellen auf die reale Welt erhöht Qualität und Effizienz bei Planung, Bau und Betrieb, wird eine gewisse Planungssicherheit erwirken und mittelfristig Kosten sparen.

5. TOTALE VERNETZUNG, IOT, DRAHTLOSE INTELLIGENZ Mittels intelligenter Software werden in Zukunft auch Sachen möglich sein wie beispielsweise das Einbauen von Feuchtigkeitssensoren, welche über Iot kommunizieren und dadurch extrem energiesparend sind. Auch die verlängerte Lebensdauer der Einrichtungen gehört zu den erweiterten Mehrwerten von IoT. 2020 haben die Anwendungs- und Umsetzungskompetenzen zugenommen. Das zeigte sich unter anderem auch so, dass unsere Hardwareabteilung gemäss den Ansprüchen unserer Kunden viele VPN-Verbindungen eingerichtet hat, sodass unsere Endkunden ebenfalls standortunabhängig arbeiten können. Sei dies um reguläres Home Office zu ermöglichen oder gar Risikopatienten zu schützen.

6. LEAN CONSTRUCTION MANAGEMENT Lean Construction Management beschäftigt sich in erster Linie mit einem prozessorientierten Baustellenablauf. Nicht die Erfahrungswerte bei der Planung stehen im Vordergrund, sondern die Prozesse an sich. Diese werden langsam und Schritt für Schritt mit allen Beteiligten durchgesprochen und geplant. Der Mehrwert: Durch das schrittweise Planen können Missverständnisse untereinander vermieden und somit auch ein reibungsloser Ablauf herbeigeführt werden. Von Anfang bis Ende kann so eine klare Struktur für ein Bauprojekt geschaffen werden (Quelle: capmo.de/blog/)

7. NACHHALTIGES BAUEN UND ALTERNATIVE BAUSTOFFE Immer mehr Unternehmen in der Branche beschäftigen sich mit der Herstellung nachhaltiger Roh- und Baustoffe zu denen unter anderem Fertigteile aus Holz oder Glas gehören. Dazu gehören beispielsweise recycelte Kunststoffe, die im Haus- und Wohnungsbau eingesetzt werden können. Aber auch längst in Vergessenheit geratene Rohstoffe sind wieder auf dem Vormarsch und begünstigen nachhaltiges Bauen: Stroh wird mehreren Berichten zu Folge erfolgreich als Dämmmaterial im Wohnungs- und Hausbau eingesetzt. Der Rohstoff ist nicht nur 100% natürlich, sondern auch um einiges umweltschonender als beispielsweise Styropor. Oftmals schonen diese alternativen Baustoffe nicht nur das Klima, sondern auch das Budget. Natürliche beziehungsweise recycelte Materialien sind oftmals günstiger als herkömmliche Baustoffe. (Quelle: capmo.de/blog/)

8. MODULARES BAUEN Modulares Bauen ist nicht erst seit diesem Jahr ein Bautrend. Fertigbauteile werden auf der Baustelle wie geplant zusammengesetzt und bilden so die Fassade für das Bauobjekt. So kann es schon einmal vorkommen, dass die Fassade innerhalb eines Tages errichtet werden kann. Aber auch im Innenausbau wird immer öfter auf diese Baumethode zurückgegriffen.

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BAUEN & WOHNEN 57 Durch die extrem schnelle Baustellenabwicklung können Kosten und Ressourcen eingespart werden. Man braucht zudem weniger Fachkräfte, um die Bauteile zusammenzusetzen. Vor allem aber reduziert sich die Einsatzzeit von Arbeitskräften. (Quelle: capmo.de/blog/)

9. CLOUD COLLABORATION TOOLS Die Corona-Krise hat verdeutlicht, was man schon vorher wusste. Und gezeigt, wie wichtig es ist, dass man heute auch über digitale Wege immer den Wissenstransfer und die Kommunikation aufrechterhalten muss. Das gilt natürlich auch für das Geschäftsleben und speziell in jenen Branchen, wo man praxisorientierte Beratung jederzeit zeit- und ortsunabhängig garantieren muss. Webinare sind deshalb alles andere als nur ein Trend, sondern gehören heute zum Standard einer modernen Beratung – sei es im Verkauf, für Wissenstransfer, Schulung oder auch bei der Pflege des Netzwerkes. Auch in der Baubranche.

10. GENERATIONENWECHSEL UND CHANGE MANAGEMENT Mit der neuen jungen aktuell nachrückenden Generation an den Schnittstellen der Unternehmen oder in der Geschäftsführung werden noch mehr EDV-Lösungen in die Haustechnik-Unternehmen implementiert. Der Anspruch der Endkunden an eine EDV-Lösung ist aber sehr unterschiedlich und die Prioritäten in der Umsetzung der jeweiligen Entscheidungsträger sehr individuell. WWW.CAPMO.DE/BLOG/TRENDS-BAUBRANCHE WWW.WEKAWERBESTYLES.CH WWW.OF-SOFTWARE.CH

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Moderner Wohnraum im lebendigen, aufblühenden Norden der Limmatstadt Oerlikon.

In den zwei Mehrfamilienhäusern «Hintergass» in Embrach entstehen 13 erschwingliche Wohnungen für alle, die ein lebendiges Dorfleben der Grossstadt vorziehen.

In Wädenswil entstehen acht Wohnungen für Singles, Paare und Familien mit hohem Raumbedarf.

BELLE IMMO AG

TRAUMIMMOBILIE NACH MASS Die eigenen vier Wände sind ein Traum vieler. Trotzdem fällt der Kaufentscheid nicht von heute auf morgen. Lage, Preis und die Möglichkeit, die Immobilien an die eigenen Wünsche anzupassen, spielen eine entscheidende Rolle. INTERVIEW MIT ROGER BRAND VON FREYA MOHR

B

ei der Planung und der Vermarktung von Immobilien geht es vor allem um die Zielgruppe. Diese von Anfang an im Blick zu haben und die Immobilie auf Kundenwünsche auszurichten, ist ausschlaggebend für den erfolgreichen Verkauf. Dazu sprach der «Geschäftsführer» Zürich mit Roger Brand, Geschäftsführer der belle immo ag.

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«Geschäftsführer»: Die belle immo ag hat derzeit einige Neubauprojekte im Portfolio. Was sind heutzutage die Anreize, eine eigene Immobilie zu erwerben? Roger Brand: Heutzutage geht es einerseits darum, sein eigenes Nest zu bauen und sich darin rundum wohlzufühlen. Zum Zweiten ist eine Immobilie eine erstklassige Wertanlage, unabhängig davon, ob man sie


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Nur wenige hundert Meter vom Naturschutzgebiet am nördlichen Greifenseeufer, entstehen in Schwerzenbach Wohnungen für aktive Familien und Naturliebhaber.

selbst bewohnt oder als Anlageobjekt vermietet. Bei den momentan niedrigen Zinssätzen sind die Voraussetzungen heute besser denn je. Gebaut und gewohnt wurde schon fast immer. Im Laufe der Zeit kultivierte man jedoch die Wohnansprüche. Als vor 12’000 Jahren Menschen sesshaft wurden und sich zum Schutz vor Wind und Wetter rudimentäre Hütten bauten, waren grundlegendere Anreize ausschlaggebend. Sie sehen also, dass die Idee eines simplen Daches über dem Kopf einem regelrechten Boom, sich sein persönliches Refugium zu erschaffen, gewichen ist. Wie gehen die Neubauprojekte auf die eben genannten Anreize und Wünsche der Kunden ein? Der Käufer hat einen relativ grossen Gestaltungsspielraum beim Innenausbau. Gemeinsam mit dem Architekten- und Planungsteam unseres Schwesterunternehmens, der Höhn + Partner AG, probieren wir, Wünsche möglichst nah den Käufervorstellungen zu realisieren. Und dann ist natürlich auch die Lage sehr wichtig: Die einen wohnen lieber ländlich, in einem Dorf. Andere zieht es eher in die Stadt oder in eine stadtnahe Gemeinde. Deshalb strukturieren wir das Raum­a ngebot entsprechend Lagepräferenzen der jeweiligen Zielgruppe. So decken wir ein möglichst vielseitiges Spektrum an Interessenten ab.

«Der Käufer hat einen relativ grossen Gestaltungsspielraum.» Können Sie uns ein paar Beispiele aus Ihrem Portfolio nennen? In Embrach legen wir zum Beispiel den Hauptaspekt auf das Dorfleben. Wir haben die Nähe zu Städten wie Zürich, Bülach oder Winterthur, trotzdem geniesst man hier Idylle und Ruhe. Und Familien mit Kindern können sich das Objekt auch leisten. In Oerlikon, einem lebendigen Stadtquartier mit sehr viel Kultur, öffentlichem Verkehr und Urbanität, sind andere Aspekte vorrangig. Auch die Architektur ist ganz eine andere und spricht eher Singlehaushalte oder junge Paare an. Das sind zwei Beispiele für sehr gegensätzliche Projekte.

Roger Brand ist Geschäftsführer der belle immo ag.

Die belle immo ag baut Neubauprojekte selbst und stimmt diese dann auf eine bestimmte Zielgruppe ab? Ganz genau. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir das Projekt, von dem wir das Gefühl haben, dass es sich am besten verkaufen lässt. Einerseits ist die Lage entscheidend, aber auch der Grundstückspreis, welcher später den Angebotspreis der einzelnen Wohnungen massgeblich beeinflusst. Bau- und Zonenverordnungen sind regulierende Eckpfeiler. Am Ende muss man die entscheidenden Einflussfaktoren miteinander vergleichen und die erfolgversprechendste Kombination wählen. Am Beispiel von Embrach oder Oerlikon resultierten daraus zwei Bauprojekte, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: das eine eher ländlich, rustikal und gemütlich, das andere abstrakt, urban, mit Beton und Glas. Wie wird sich der Immobilienverkauf in Zukunft entwickeln? Was wird für die Kunden immer wichtiger bei der Abwicklung vom Erstkontakt bis zur Wohnungsübergabe? Stichwort: Digitalisierung. Es wird jedoch immer den persönlichen Kontakt brauchen – davon bin ich überzeugt. Dabei denke ich insbesondere an die notariellen und grundbuchamtlichen Angelegenheiten oder die Wohnungsübergaben. Aber alles, was im Vorfeld passiert, wird zunehmend digitaler ablaufen. Ob das Datenräume sind, in denen Dokumente heruntergeladen werden, oder Virtual-Reality-Rundgänge durch Wohnungen und ganze Häuser. Allerdings schafft der persönliche Kontakt Vertrauen und ist sogar erwünscht. Wir merken aber, dass unsere Kunden bei Immobiliengeschäften eine Abwicklung mit möglichst wenigen Ansprechpersonen schätzen. Für uns bedeutet das, gut vernetzt zu sein mit Banken, Planern und öffentlichen Ämtern. Diese Schnittstellen werden zukünftig weiter automatisiert und digitalisiert.

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60 BAUEN  & WOHNEN

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AUS- & WEITERBILDUNG Wo liegen die Gefahren und wo entstehen in naher Zukunft neue Chancen in der Weiterbildungsbranche? Bei welchen hybriden und digitalen Lernsettings entstehen neue Möglichkeiten und wie entwickelt sich der Wissenstransfer der Zukunft? Wir haben die Trends aufgespürt und Expertinnen und Experten befragt. VON CHARLES STAUBACH

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ie Covid-19-Pandemie fordert ihren Tribut und die Wirtschaft schwächelt. Arbeitsplätze werden gestrichen und Firmen sind zurückhaltend mit Neueinstellungen. Viele Berufstätige mit Erfahrung als Ausbilderin oder Ausbilder oder in der Erwachsenenbildung sehen in einer Selbstständigkeit als Dozierende, Seminar- oder Kursleitende, Coaches oder als Mentorinnen oder Mentoren eine verlockende Möglichkeit, der Krise zu begegnen. Aber Achtung: Erfolg und Misserfolg liegen nahe beieinander, wie wir in einem Artikel in dieser Rubrik lesen. In einem Berufszweig ist die Nachfrage in den letzten Jahren stark gestiegen: beim betrieblichen Coaching und Mentoring. Hier ist in vielen Unternehmen der Bedarf gross, denn mit der Covid-19-Situation gehen Veränderungen innerhalb der Betriebe einher: Umstrukturierungen, Job-Rotation, neue Rollen und Aufgaben. Und leider auch Entlassungen – ob mit einem goldenen oder ohne Fallschirm und manchmal auch ohne

Soziallösungen oder Abfindungen. Geht man aber davon aus, dass viele Unternehmen die Covid-19-Krise mit einer Umstrukturierung oder neuen Aufgaben ohne Entlassungswelle anstreben, kommen betriebliche Coaches oft zum Einsatz. Und dementsprechend ist auch die Nachfrage nach der geeigneten Aus- oder Weiterbildung im Steigflug, wie die befragten Fachleute in einem unserer Beiträge in dieser Rubrik analysieren und beschreiben. Ausserdem: Ist die Weiterbildungsbranche an einem Scheideweg angelangt oder einfach nur in einem vorübergehenden «Krisenmodus»? Welche Weiterbildungs-Anbieter werden gestärkt aus der Krise herausgehen und wer wird um das Überleben kämpfen? Die Anbieterbefragung 2020 / 21 des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung SVEB liefert Hinweise. Wir haben mit Daniel Herzog, CEO der Lernwerkstatt Olten – einem der Marktführer im Bereich Erwachsenenbildung – in einem Fachinterview darüber gesprochen.

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64 AUS- & WEITERBILDUNG

SELBSTSTÄNDIGKEIT IN COACHING UND MENTORING

ONLINE-COACHING – JETZT SCHON EIN «MEGATREND» Jetzt schon populär in vielen Unternehmen, bald unverzichtbar in der Arbeitswelt: professionelles Online-Coaching und -Mentoring. Online-Coaching ist seit 2020 einer der starken Trends in Unternehmen sowie in der Erwachsenenbildung und hat Potenzial, auch in den kommenden Jahren zu einem dauerhaften Setting zu werden. Nun fragen sich viele: Ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um sich als Erwachsenenbildner / in oder Coach selbstständig zu machen? VON CHARLES STAUBACH

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ie Covid-19-Pandemie fordert ihren Tribut und die Wirtschaft schwächelt. Arbeitsplätze werden gestrichen und Firmen sind zurückhaltend mit Neueinstellungen. Viele sehen in einer Selbstständigkeit eine verlockende Möglichkeit, der Krise zu begegnen. Aber Achtung: Erfolg und Misserfolg liegen nahe beieinander.

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Wer sich mit über 50 Jahren auf Arbeitssuche begibt, braucht viel Ausdauer, ein gutes Netzwerk und auch etwas Glück. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Die Covid-19-Pandemie verschärft die angespannte Jobsituation zusätzlich. Nach 200 Bewerbungen stellt sich früher oder später die Frage: Soll ich mein Schicksal nicht besser selbst in die Hand nehmen und mich selbstständig machen? In einem Berufszweig ist die Nachfrage in den letz-


AUS- & WEITERBILDUNG 65 ten Jahren stark gestiegen: beim betrieblichen Coaching und Mentoring. Hier ist in vielen Unternehmen der Bedarf gross, denn mit der Covid-19Situation gehen Veränderungen innerhalb der Betriebe einher: Umstrukturierungen, Job-Rotation, neue Rollen und Aufgaben. Und leider auch Entlassungen – ob mit einem goldenen oder ohne Fallschirm und manchmal auch ohne Soziallösungen oder Abfindungen. Geht man aber davon aus, dass viele Unternehmen die Covid-19-Krise mit einer Umstrukturierung oder neuen Aufgaben ohne Entlassungswelle anstreben, kommen betriebliche Coaches oft zum Einsatz.

SUCHE NACH EINER SINNGEBENDEN AUFGABE Gerade in Branchen mit geringem Startkapital ist die Verlockung gross, sich selbstständig zu machen. Ein eigenes kleines Beauty-Studio ist schnell aus dem Boden gestampft oder als Trainer und Coach ist man ohne grosse Investition sofort parat. Gerade in der Erwachsenenbildung lockt die Aussicht auf eine interessante Aufgabe. Sein eigenes Know-how weitergeben zu dürfen oder Menschen in schwierigen Situationen oder Veränderungsprozessen zu begleiten, ist in der Tat sehr sinngebend und erfüllend. Aber auch hier gilt die Fachkenntnis als oberste Prämisse. Auch wenn viele sich zum Coach berufen fühlen, sind nicht alle dafür qualifiziert. Schnell kann man in einer Coaching-Rolle eine Situation «verschlimmbessern» oder Schaden anrichten. Wer es wirklich ernst meint, kommt um eine fundierte Ausbildung nicht herum. Coaches sind nämlich nicht einfach Begleiter / innen oder Berater / innen. Im Zeitalter der digitalen Transformation und der neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt der Zukunft sind Coaches dann besonders gefragt, wenn sie ein breites Spektrum an Coachingtechniken mitbringen, um sich jeder Situation und allen Bedürfnissen anzupassen. Daniel Herzog ist CEO der Lernwerkstatt Olten, die eine moderne Ausbildung zum Coach entwickelt hat, bei welcher der Transformation der Arbeitswelt Rechnung getragen wird: «Für uns sind Coachingkompetenzen, neben Beratungs- und Trainingskompetenzen, die Schlüsselfähigkeiten von Führungskräften und Bildungsfachleuten der Zukunft. Ein zehntägiger Kurs bildet die Basis. In zwei weiteren Bausteinen führen wir unsere Kunden bis zur Berufsprüfung Betriebl. Mentor / in mit eidg. Fachausweis oder neu auch zu zwei Certificate of Advanced Studies (CAS).»

AUF DIE RICHTIGE WAHL KOMMT ES AN Daniel Herzog hat in seiner Karriere im Bildungsbereich selbst vier Firmen gegründet und weiss, was Selbstständigkeit bedeutet. «In erster Linie mal viel Arbeit und Unsicherheit, dann aber auch grosse Erfüllung und Spass, wenn es funktioniert», meint er. Drei der von ihm alleine oder mit Partnern gegründete Firmen sind heute erfolgreich am Markt tätig. Eine kam nie richtig zum Fliegen. Das heisst, eine gewisse Risikobereitschaft und Frustrationstoleranz ist auch nötig. Besondere Freude bereitet Herzog die Lernwerkstatt Olten, welche sich in den letzten 23 Jahren zum führenden Bildungszentrum für lebendige Erwachsenenbildung, wirkungsvolles Coaching und zielführendes Mentoring mit 30 Standorten entwickelt hat. «Schon seit vielen Jahren stehe ich nicht mehr auf, um Arbeiten zu gehen. Meine Geschäftsleitertätigkeit fühlt sich eher wie ein tolles Hobby an. Dies ist ein grosses Privileg, das eine erfolgreiche Selbstständigkeit und gelungenes Unternehmertum mit sich bringen können», sagt Herzog.

KALKULIEREN NICHT VERGESSEN Soll man sich nun als Arbeitssuchende /r in die Selbstständigkeit als Trainer oder Coach begeben? Herzog rät zur Vorsicht. Schon oft habe er Personen gesehen, die all ihre Kraft und auch Geldreserven bis hin zu ihrem angesparten Alterskapital in eine vermeintlich einzigartige Geschäftsidee gesteckt haben und nach zwei Jahren frustriert und finanziell am Ende aufgeben mussten. Oft werden Aufwand und Ertrag falsch eingeschätzt.

ONLINE-COACHING LERNEN Live-Webinare sind mehr als klassische Webinare. Die Teilnehmenden – beispielsweise jene bei der Lernwerkstatt Olten – treffen sich live via Videokonferenzsystem Zoom. Dank maximal 16 Teilnehmenden kann die Webinarleitung gut auf individuelle Fragestellungen eingehen. www.live-webinare.ch

Speziell für die Trainerbranche hat die Lernwerkstatt Olten einen Honorar­ kalkulator entwickelt. Damit können selbstständige Trainer den Tages­ honorarsatz für Tätigkeiten in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung berechnen. Selbstständigkeit hat viele Vorteile. Der aktuell angespannte Arbeitsmarkt und Schwierigkeiten, einen Job zu finden, sollten aber nicht primärer Beweggrund für das Abenteuer Selbstständigkeit sein, ist Herzog überzeugt.

ZEHN VORAUSSETZUNGEN Man kann zehn Punkte für eine erfolgreiche Selbstständigkeit folgendermassen zusammenfassen: Es braucht eine konkrete Geschäftsidee, Fach- und Branchenkenntnisse, ein hohes Engagement, Risikobereitschaft, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen, eine robuste Gesundheit, betriebswirtschaftliches Know-how, ein finanzielles Polster, viel Marketing- und Verkaufstalent und – heutzutage sehr wichtig – ein gutes Beziehungsnetz. Stark im Trend ist natürlich die Fähigkeit, gutes Online-Coaching und -Mentoring anzubieten. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen bezüglich der Angebote. Und hier lauert die Chance, sich als Coach oder Mentor / in im Konkurrenzkampf durchzusetzen. Sabine Otth ist eine Expertin auf diesem Gebiet: «Online-Coaching benötigt eine ebenso sorgfältige Vorbereitung wie Coaching vor Ort. Es braucht zudem gegenseitiges Vertrauen: der Coachee in die Integrität und Fachlichkeit des Coaches, der Coach in die Ernsthaftigkeit und das Veränderungs- und Entwicklungspotenzial des Coachees.» Man müsse auch Vertrauen aktiv schaffen durch Transparenz und sicheres Führen im digitalen Raum. Die nötige Technik müsse vorhanden sein und zielführend angewendet werden und es brauche eine professionelle Prozessführung durch den Coach, denn mangelnde Coachingfähigkeiten können online nicht wettgemacht werden.

WELCHE COACHING-TOOLS GIBT ES? Anstatt eines gemeinsamen realen dreidimensionalen Raums existieren im digitalen Coaching zwei Mal zweidimensionale Räume in Form der beiden Bildschirme. Zusätzlich stünden auch noch die beiden dreidimensionalen realen Räume des Coachees und Coaches zur Verfügung. Diese gelte es zu nutzen. Ein Bodenanker, so Sabine Otth, sei hierbei die Repräsentation eines örtlichen, zeitlichen und/oder emotionalen Ereignisses an einer bestimmten Stelle am Boden. «Boden-Anker erlauben es, innere Zustände sehr präzise zu definieren und exakt zu erleben. Dem Coachee erleichtert die Verwendung von Bodenankern, in die verankerte Situation zu kommen und sie deutlich von anderen am Boden verankerten Situationen zu trennen. Dem Coach helfen Bodenanker, sicherzustellen, dass der gewünschte Prozess in der richtigen Reihenfolge durchlaufen wird. Als Coach leitet man den Coachee mit klaren verbalen Ansagen und Fragen durch die Intervention – sei es durch die Timeline, das Disney-, Score- oder durch ein anderes Modell. Der / die Coachee bewegt sich frei in seinem /ihrem Raum. Als Coach hören Sie achtsam und aktiv zu, beachten Sprechpausen und geben dem Coachee genügend Zeit zum Nachdenken.» WWW.COACH-WERDEN.CH

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66 AUS- & WEITERBILDUNG DIGITALISIERUNG IN DER ERWACHSENENBILDUNG

LERNPROZESSE DIGITAL UNTERSTÜTZEN Die Digitalisierung ist in der Erwachsenenbildung angekommen. Der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) hat reagiert: Im neuen SVEB-Weiterbildungszertifikat «Lernprozesse digital unterstützen» können sich Ausbildende digital fit machen.

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ie junge Generation, welche nun in die Erwachsenenbildung drängt, ist mit den neuen Technologien aufgewachsen und setzt diese wie selbstverständlich ein. Ein E-Learning über das Smartphone während der Bahnfahrt, der Austausch in der Gruppe mit anderen Kursteilnehmenden über eine Applikation, eine Frage an den Kursleitenden über den Klassenchat – dies sind nur einige Beispiele. Demgegenüber müssen sich viele Kurs­leitende wohl eher noch zu den «digitalen Dinosauriern» zählen.

DIGITALE FITNESS Das neuen SVEB-Weiterbildungszertifikat «Lernprozesse digital unterstützen» vermittelt die erforderlichen Kompetenzen für eine moderne Unterrichtsgestaltung. Die Teilnehmenden werden befähigt, im eigenen Fachbereich digital gestützte Lernprozesse mit Erwachsenen didaktisch zu planen, umzusetzen und zu reflektieren. Die Lernwerkstatt Olten bietet die Weiterbildung an sieben Standorten an. Es werden einfache und sofort umsetzbare Tools, digitale Lernsettings und Apps behandelt, und dies device- und betriebssystemunabhängig.

ZWINGENDE WEITERBILDUNG Ausbildende wird es auch zukünftig brauchen, denn der Präsenzunterricht wird nicht ganz verschwinden. Das Face-to-Face-Setting ist in Anbetracht der sozialen Bedürfnisse der Menschen unabdingbar und für den Lern­ erfolg von hoher Wichtigkeit. Lehrpersonen müssen sich aber zwingend weiter­bilden, um im digitalisierten Ausbildungsmarkt der Zukunft zu bestehen. WWW.LERNWERKSTATT.CH

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68 AUS- & WEITERBILDUNG

Hoffentlich bald nicht mehr der Fall: Leere Klassenzimmer bei der Erwachsenen- und Tertiärbildung.

LERNWERKSTATT OLTEN

IST DIE WEITERBILDUNG IM KRISENMODUS? Ist die Weiterbildungsbranche an einem Scheideweg angelangt oder einfach nur in einem vorübergehenden «Krisenmodus»? Welche Weiterbildungs-Anbieter werden gestärkt aus der Krise herausgehen und wer wird um das Überleben kämpfen? Die Anbieterbefragung 2020 / 21 des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung SVEB liefert Hinweise. Wir haben mit Daniel Herzog, CEO der Lernwerkstatt Olten – einem der Marktführer im Bereich Erwachsenenbildung – darüber gesprochen. INTERVIEW MIT DANIEL HERZOG VON JOËL CH. WUETHRICH

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ie Anbieterbefragung 2020 / 21 des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung SVEB widmete sich den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weiterbildung. Die Ergebnisse der Anfang Jahr publizierten Weiterbildungsstudie zeigen, dass die Krise die Weiterbildungsbranche hart getroffen, gleichzeitig aber auch die Digitalisierung der Angebote vorangetrieben hat. Das sei genau der springende Punkt, sagt Daniel Herzog, CEO der Lernwerkstatt Olten – einem der Marktführer der Branche. Denn hier trennt sich die Spreu vom Weizen, was die wirtschaftlichen und strukturellen Konsequenzen für die Anbieter betrifft.

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Der SVEB hatte schon im Sommer 2020 erstmals quantitative Daten zu den Auswirkungen auf die Weiterbildung in der Schweiz erhoben. Untersucht wurde der Einfluss der Corona-Pandemie in vier Bereichen: wirtschaftliche Situation, Personal, Teilnahme / Nachfrage und Angebot. Die Ergebnisse basieren auf der Einschätzung von 549 Weiterbildungsanbietern zum Befragungszeitpunkt im Juli und August 2020. Die Weiterbildungsstudie des SVEB ist die einzige periodische Befragung von Weiterbildungsanbietern in der Schweiz. Neben einem jährlich wechselnden Fokusthema erfasst die Studie auch Strukturdaten zum Weiterbildungsbereich. Diesen Frühling 2021 folgte eine Nachbefragung, deren Ergebnis noch aussteht.


AUS- & WEITERBILDUNG 69

Daniel Herzog: Antizipieren statt nur reagieren ist sein Motto.

DIE STUNDE DER WAHRHEIT … Erste Erkenntnisse: Infolge der Corona-Pandemie hat sich die wirtschaftliche Situation der Weiterbildungsanbieter deutlich verschlechtert. 56 Prozent der Weiterbildungskurse mussten während des Präsenzverbotes von Mitte März bis Anfang Juni 2020 abgesagt werden. Für das ganze Jahr 2020 wurde im Sommer damit gerechnet, dass ein Viertel des Angebots nicht durchgeführt werden könnte. Zudem erwarteten die Anbieter mehrheitlich eine sinkende Nachfrage und Umsatzeinbussen von durchschnittlich 28 Prozent bis Ende des Jahres. Auch der Bedarf nach finanzieller Unterstützung stieg infolge der Corona-Krise stark an. Mehr als die Hälfte der Weiterbildungsanbieter hat in den ersten Monaten der Pandemie auf mindestens eine zusätzliche Finanzierungsquelle zurückgegriffen. Am meisten genutzt wurde die Kurzarbeitsentschädigung – fast jeder zweite Anbieter führte bis Juli / August Kurzarbeit ein.

… ALS SICH DIE SPREU VOM WEIZEN TRENNTE Trotz oder vielleicht gerade aufgrund des dreimonatigen Präsenzverbots brachte die Corona-Pandemie Bewegung in die Weiterbildung und trieb die Digitalisierung voran: 85 Prozent der Anbieter passten ihr Angebot an, wobei die weitaus häufigste Anpassung den Einsatz digitaler Technologien betrifft. Zahlreiche Kurse wurden mithilfe von Videokonferenz-Software wie Zoom oder Microsoft Teams teilweise oder ganz auf online umgestellt. Nach dem Ende des Präsenzverbots wurden diese Angebote partiell beibehalten oder in Kombination mit Präsenzunterricht weitergeführt. Eine offene Frage ist, ob dieser Digitalisierungsschub während der Pandemie die Weiterbildung nachhaltig verändern wird. Einen Hinweis, dass es

sich bei den neuen Online-Angeboten nicht nur um kurzfristiges Krisenmanagement handelt, könnte die Tatsache sein, dass über 80 Prozent der Anbieter die angepassten Angebote ganz oder teilweise in ihr ständiges Programm aufnehmen wollen. Der langfristige Erfolg der Digitalisierung hängt aber letztlich stark von der Qualität der Angebote sowie der Entwicklung der Nachfrage ab. «Eine zentrale Herausforderung dieser Situation ist die Frage, ob es gelingt, aus dem Krisenmodus der beschleunigten Digitalisierung in einen neuen, nachpandemischen Modus der digitalen Transformation zu wechseln», sagt Daniel Herzog.

«In der Branche wurden wir zum Benchmark im Umgang mit der Krise.» «Geschäftsführer»: Daniel Herzog, die Lernwerkstatt bietet Weiterbildungen in der Erwachsenenbildung sowie in Coaching und Mentoring an. Inwiefern konnten oder können Sie Ihr Weiterbildungsangebot unter den gegebenen Vorzeichen noch aufrechterhalten? Daniel Herzog: Wir hatten bereits vor einem Jahr im März innerhalb weniger Tage unser gesamtes Angebot auf virtuellen Unterricht umgestellt. Die Verunsicherung bei vielen Interessierten war zunächst da, aber dank eines sehr guten Vorbucherstandes konnten wir – bis auf einen – alle Lehrgänge durchführen. Bis heute haben wir weit über 1 000 Personen im

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70 AUS- & WEITERBILDUNG virtuellen Unterrichts-Setting begleitet. Nachträglich betrachtet war das Jahr 2020 sogar das erfolgreichste in unserer Geschichte.

«Wir haben die Entwicklungen der Digitalisierung im Bildungsbereich frühzeitig antizipiert». In der aktuellen Anbieterbefragung des SVEB ist zu lesen, dass knapp 70 Prozent der Weiterbildungsanbieter für das Jahr 2020 eine sinkende Nachfrage für ihre Bildungsangebote erwarten. Sie haben es schon angedeutet: Die Nachfrage hat bei Ihnen wohl mittelfristig nicht nachgelassen … Dank unserer raschen Umstellung auf virtuellen Unterricht wurden wir in der Branche schnell zum Benchmark im Umgang mit der Krise. Dies hat sich schnell herumgesprochen. Die Teilnehmenden wählen uns heute auch, weil sie wissen, dass ihr Lehrgang stattfinden wird, egal was passiert. Dadurch verzeichneten wir 2020 ein neues Rekordjahr, und dies trotz Pandemie. Wir bildeten im Lehrgang SVEB-Zertifikat erstmals über 1 000 Personen aus. Die Teilnehmerzahlen in den Coaching-Lehrgängen haben sich in der gleichen Zeit verdreifacht. In der erwähnten Studie wird zudem festgestellt, dass 85 Prozent der Anbieter ihr Angebot infolge der Pandemie angepasst hätten. 90 Prozent der Weiterbildungsinstitutionen hätten teilweise oder vollständig auf online umgestellt. 90 Prozent haben zudem angegeben, dass die Corona-Pandemie sie dazu angeregt habe, Neues zu entwickeln.

Das war bei uns auch so. Die Lerninhalte blieben jedoch oft gleich, da wir auf eidgenössische Abschlüsse vorbereiten. Wir sind aber eben auch bekannt für einen aktiven und abwechslungsreichen Unterricht. Wir bilden ja Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildner, Coaches und Mentoren aus. Das ist eine Verpflichtung, und so sollen unsere Lehrgänge den Teilnehmenden gleich als Beispiel eines guten Unterrichts dienen. Auch in der virtuellen und hybriden Form. Unsere Unterrichtspläne haben wir in Kürze alle auf das neue virtuelle Unterrichts-Setting angepasst und das Kursleiterteam entsprechend geschult. Man spricht nach einem Jahr Pandemie von der grassierenden «Zoom Fatigue». Kann ein reines Online-Angebot auch eine Bereicherung sein oder wird es bald zu mühsam für die Studierenden und Teilnehmenden? Im ersten Lockdown waren die Kunden anfänglich eher skeptisch, aber grundsätzlich froh, dass sie ihre Ausbildungsziele unterbruchsfrei an den vorgesehenen Terminen weiterverfolgen konnten. Wir haben mit Testmeetings, Videoanleitungen – die beide auf unserer Webseite aufrufbar sind – und einer Helpdesk viel investiert, um den Teilnehmenden den Einstieg in die neue Bildungswelt sehr einfach zu ermöglichen. Bereits nach dem ersten Ausbildungstag sind unsere Kunden jeweils sehr erstaunt, teilweise sogar begeistert, wie aktiv und abwechslungsreich man virtuellen Unterricht gestalten kann. Viele schätzen, dass sie nun quasi on the top noch lernen, wie man virtuell unterrichten kann. Hat Sie die Pandemie auch dazu angeregt, «Neues zu entwickeln»? Die Lernwerkstatt Olten hat in den letzten Jahren die Digitalisierung im Bildungsbereich bereits aufgenommen und unter dem Brand Digital Training ein Angebot zur digitalen und virtuellen Unterstützung von Lern- und Coachingprozessen aufgebaut. Während der Pandemie haben wir nun zusätzlich einen noch nie dagewesenen Innovationsschub erlebt. Alle unsere 90 Kursleitenden sind heute fit im virtuellen Unterrichten. Wir haben unter dem Brand «Live-Webinare.ch» 33 verschiedene Webinare rund um das digitale und virtuelle Unterrichten und Coachen entwickelt. Diese Webinare waren zuerst zur Weiterbildung unserer eigenen Kursleitenden gedacht, sind nun auch öffentlich zugänglich und erfreuen sich einer sehr grossen Nachfrage. Ende 2020 haben wir ein hybrides Unterrichtssetting konzipiert, welches wir anbieten werden, sobald Präsenzunterricht wieder erlaubt ist. Ganz nach ihren Bedürfnissen sind dann die Teilnehmenden live im Seminarraum dabei, oder sie beteiligen sich aktiv via Videokonferenzsystem Zoom am Unterricht. Infoveranstaltungen und Beratungen können nun seit knapp einem Jahr auch virtuell besucht werden. Wir haben auch alle Geschäftsprozesse digitalisiert, aktuell steht noch die Umstellung auf Telefonie über VOIP an. Ende Februar waren wir so weit, dass es vor Ort in Olten grundsätzlich keine Mitarbeitenden mehr benötigen würde und wir den ganzen Schulbetrieb orts- und zeitunabhängig zu hundert Prozent vom Home Office aus managen könnten.

LERNWERKSTATT OLTEN GMBH Postfach 1167 CH-4601 Olten Telefon +41 (0) 62 291 10 10 info@lernwerkstatt.ch

Spannender, abwechslungsreicher und innovativ gestalteter Online-Unterricht wird zum Erfolgsmodell eines Weiterbildungsinstitutes.

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72 AUS- & WEITERBILDUNG

HÖHERE BERUFSBILDUNG

RAUS AUS DEM SCHATTENDASEIN Berufsleuten mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer anderen gleichwertigen Qualifikation bieten die Höheren Fachschulen (HF) die Möglichkeit, einen eidgenössisch anerkannten Abschluss auf der Tertiärstufe zu erwerben. Pro Jahr erreichen rund 8 500 Personen einen solchen Abschluss – Tendenz stark steigend. Höhere Fachschulen (HF) haben in der Schweiz aufgrund des Bildungssystems sowieso eine Schlüsselfunktion. Der Anteil der Erwerbstätigen, die einen Abschluss an einer Hochschule oder eine höhere Berufsbildung gemacht haben, ist in den letzten 15 Jahren von 22 auf 35 Prozent gestiegen. Damit liegt die Schweiz im europäischen Vergleich ganz vorne. VON JOËL CH. WUETHRICH

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as Schweizer Bildungssystem ist komplex und für Aussenstehende manchmal wenig durchschaubar. So gibt es auf der tertiären Bildungsstufe sowohl Fachhochschulen wie auch Höhere Fachschulen (HF). Während erstere als Hochschulen klassifiziert und institutionell anerkannt sind, stellen die Höheren Fachschulen einen Teil der höheren Berufsbildung dar. Obwohl sie zu eidgenössisch anerkannten und geschützten Titeln führen, haben sie sowohl in der Schweiz selbst als auch international noch einen schwierigeren Stand. Das wollen der Bundesrat und das Parlament korrigieren und dem «HF»-Titel mehr Akzeptanz verleihen. Laut Prognosen des Bundesamtes für Statistik dürfte ab 2025 über die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung über einen Tertiär-Abschluss – Hochschule oder höhere Berufsbildung – verfügen. Bis 2045 könnte der Anteil bis auf 60 Prozent ansteigen. Speziell die HF-Ausbildungen erfreuen sich doch immer grösserer Beliebtheit. Nahezu die Hälfte der Erstabschlüsse auf

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Tertiärstufe wird in der Schweiz mittlerweile im Rahmen der höheren Berufsbildung mit dem Abschluss «Diplom HF», einem «eidg. Fachausweis» oder einem «eidg. Diplom» erworben. Kein Wunder, denn Trend-Jobs wie beispielsweise «Dipl. Techniker / in HF Energie und Umwelt» oder «Dipl. Erwachsenenbildner/in HF» werden künftig gefragter sein denn je. Zudem werden die Ausbildungskosten für diejenigen, welche zur eidgenössischen oder zu einer höheren Berufsprüfung gehen, mit bis zu 50 Prozent subventioniert. In der innovationsstarken Schweiz bereiten die Höheren Fachschulen Studierende auf ihre künftigen Aufgaben in vielen dieser Zukunftsjobs vor. Die Unternehmen wollen heute Praktiker / innen, weshalb sie die Ausbildungen vor allem auf der beruflichen Erfahrung auf bauen. An Höheren Fachschulen spezialisiert und vertieft man sein Fachwissen.


AUS- & WEITERBILDUNG 73 Und so braucht es neben den öffentlichen, universitären Angeboten in der Aus- und Weiterbildung auch jene der privaten, der Höheren Fachschulen, die mit Engagement, Initiative und Innovation punkten und praxisnah unterrichten, bestätigt Arthur Schärli, Leitexperte SBFI für Qualitätsmanagement an Fachschulen: «Der Stellenwert der Höheren Fachschulen ist gestiegen. Das handlungsorientierte Unterrichten ist nicht nur im Trend, sondern wird auch gefordert. Der fachlich-sachliche Unterricht ist die Basis, aber der Praxisbezug muss eindeutig da sein. Die Höheren Fachschulen machen dabei eine vorbildliche Arbeit.» Die TEKO-Fachschule gehört zum Beispiel zu den Höheren Fachschulen (HF). Berufsleuten mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer anderen gleichwertigen Qualifikation sollen verschiedene Möglichkeiten geboten werden, einen eidgenössisch anerkannten Abschluss auf der Tertiärstufe B (höhere Berufsbildung) zu erwerben – in diesem Falle in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Handel. Man hat vor allem auch Erfolg darin Ausbildungen anzubieten, mit welchen man sich in der Zukunft gute Jobaussichten ausrechnen kann.

RICHTIGE STRATEGIE BEI DER WEITERBILDUNG Der Erfolg eines Weiterbildungsanbieters basiert darauf, dass man sich dank einer strategisch richtigen Weiterbildungsentscheidung für die Berufe der Zukunft fit machen kann. Ein Beispiel: Der Lehrgang Techniker / in Energie und Umwelt ist voll im Trend, weil mit diesem Abschluss die Türen weit offen stehen für eine Karriere in vielen Jobs mit Nachhaltigkeit, die in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sein werden. Dazu kommt, dass man dem absehbaren Fachkräftemangel in vielen Branchen vorbeugt. TEKO-Basel-Schulleiterin Terry Tschumi: «In einigen Berufszweigen ist ein Fachkräftemangel abzusehen. Bildet man sich in Berufen mit grosser Nachfrage, hat man gute Zukunftsaussichten.» Andererseits befinden wir uns in einer Zeit der Globalisierung und Innovation. Mitarbeitende müssen sich «global fit machen» und Kenntnisse und Kompetenzen laufend aktualisieren, um arbeitsmarkt- und konkurrenzfähig zu bleiben. Tschumi: «Der Hauptgrund in der Aktualität der Höheren Fachschulen liegt in der laufenden Anpassung der Lehrgänge an die neuesten Entwicklungstrends sowie im hohen Praxisbezug von HF-Ausbildungen im Gegensatz zum Hochschulbereich. Ein HF-Studium erfolgt bei uns nebenberuflich – so können Studierende Beruf und Weiterbildung vereinen. Aufgrund der während des Studiums praxisorientiert erlernten Kompetenzen ist man nach Abschluss der Weiterbildung in der Lage, das Erlernte in der Praxis umzusetzen. Solche Leute sind begehrt.» Der Perspektivengewinn hat somit auch einen Einfluss auf die Motivation. Diese spiele, so Terry Tschumi, im Zusammenhang mit der Weiterbildung eine entscheidende Rolle. Stimmt die Grundmotivation der Studierenden, so liesse sich ein längeres Studium mit Freude, Spannung und Interesse einfacher absolvieren. „Kann das erlernte Wissen zusätzlich im Alltag angewendet werden, so lässt sich dieses zusätzlich erfolgreich festigen und Nachhaltigkeit erzeugen.»

QUALITÄT, PRAXISBEZUG UND EINE HOHE LERNMOTIVATION Was heute im Berufsleben verlangt wird: eine praxisorientierte Ausbildung, die natürlich allen ISO- und eduQua-Richtlinien (Schweizerisches Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen) entspricht. Die Studierenden absolvieren die Ausbildungen jeweils berufsbegleitend und investieren viel Zeit. Da ist eine interessant gestaltete Wissensvermittlung und die Motivation aller Beteiligten oftmals ein entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeit und den Lernerfolg. Tschumi: «Unsere Dozierenden

Ein HF-Diplom hat an Bedeutung gewonnen. Untersuchungen beweisen: Wer sich für eine höhere Berufsbildung entscheidet und einen eidg. FA oder ein HF-Diplom erwirbt, steigert seine Karrierechancen beträchtlich.

kommen alle aus der Praxis und das ist besonders bei unserem Kursangebot sehr wichtig – sei es im Bereich Technik, in der Informatik oder in den Wirtschaftsfächern. In den Dozierenden brennt das innere Feuer und sie sind hochmotiviert, was bei den Studierenden sehr gut ankommt.»

VOM BUND UND DEN KANTONEN SUBVENTIONIERT Erfolgreiche Absolvierende eines HF-Bildungsgangs erhalten ein Diplom und sind berechtigt, den eidgenössisch geschützten Titel zu führen (zum Beispiel «dipl. Technikerin HF Elektrotechnik» oder «dipl. Betriebswirtschafter HF»). Ausserdem: Im Gegensatz zur beruflichen Grundbildung ist die höhere Berufsbildung geprägt durch ein höheres finanzielles Engagement von Studierenden und Arbeitgebern. Glücklicherweise werden Studierende einer Grosszahl der HF-Bildungsgänge von den Kantonen finanziell unterstützt. Seit 2018 unterstützt der Bund zudem Absolvierende von vorbereitenden Kursen auf eidgenössische Berufsprüfungen (beispielsweise «Technischer Kaufmann mit eidg. Fachausweis» oder «Führungsfachrau mit eidg. Fachausweis») direkt mit einer Beteiligung an den Kosten von bis zu 50 Prozent. WWW.TEKO.CH

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MOBILITÄT Mobilität ist in der heutigen globalisierten Welt eine enorm entscheidende Komponente. Immer wichtiger dabei ist auch das so genannte Markenversprechen – wie beispielsweise bei Opel und Harley Davidson – Mehr dazu in dieser Rubrik.

© Harley-Davidson

VON CHARLES STAUBACH

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n verschiedenen Umfragen aus den letzten zwei bis drei Jahren zeigt sich: Kompakt SUV und so genannte MPV (Minivans) werden immer beliebter – auch als Firmenwagen. Zu den beliebtesten zählen unter anderem auch Opels Dienstwagen wie der kleine SUV Crossland X und der Opel Mokka. Den Mokka stellen wir in dieser Ausgabe vor. Mobilität bedeutet auch Selbstständigkeit, und die Art, wie mobil man sich gibt, ist Ausdruck der Persönlichkeit. Genauso wie die Wahl des Vehikels, welches uns von A nach B bringt. Die Geschichte von Harley Davidson ist dahingehend ein Leuchtturm-Beispiel. Nun schreibt die Ikone der Bike-Geschichte ein neues Kapitel und will sich auch im Elektro-­Segment etablieren und das Markenversprechen halten. Einer Frage gehen wir in dieser Rubrik regelmässig nach: Was ist ­eigentlich Mobilität? Rein definitionsgemäss bedeutet potenzielle

Mobilität die Beweglichkeit von Personen, allgemein und als Möglichkeit. Realisierte Mobilität ist die Befriedigung von Bedürfnissen durch Raumveränderung, wobei der Verkehr das Instrument ist, das man dann für die konkrete Umsetzung der Mobilität benötigt. Dafür braucht es Fahrzeuge, Infrastrukturen und Verkehrsregeln. Wenn man über die Zukunft auf unseren Strassen, Schienen, Wasserwegen oder in der Luft nachdenken und Lösungen entwickeln will, ist Nachhaltigkeit ebenfalls ein wichtiger Aspekt, der seit einigen Jahren zum Vokabular der Mobilitätsforscher / innen gehört. Mobilität ist aber auch eine ganz persönliche Angelegenheit, und über die Fahrzeuge und Bewegungsmittel generell definieren wir uns selbst. Wie das Frauchen so der Wauwau, wie das Auto so der Fahrer, hiess es dann und wann im Volksmund. Studien aus aller Welt lassen aber tatsächlich den Rückschluss zu, dass sich die Persönlichkeit in der Automarke widerspiegelt.

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76 MOBILITÄT INNOVATION BEI HARLEY DAVIDSON

ELEKTRISCHE FREIHEIT AUF ZWEI RÄDERN Harley-Davidson steht für Chopper, für den klassischen «Harley Sound» und für die grosse Freiheit. Die neuste Innovation des ikonischen Motorradherstellers aus Milwaukee zeigt aber ein völlig neues Motorraderlebnis – angepasst an den modernen Zeitgeist.

© Harley-Davidson

INTERVIEW MIT IWAN STEINER VON SWENJA WILLMS

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MOBILITÄT 77

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eise, sportlich und elektrisch. Mit der Harley-Davidson LiveWire präsentierte Harley als erste grosse Motorradmarke weltweit ein serienmässiges, vollelektrisches Motorrad. Die in der Schweiz auf 30 Exemplare limitierte LiveWire zog sofort alle Blicke auf sich, einerseits aufgrund ihres futuristischen Aussehens, aber vielmehr aufgrund ihrer Fahreigenschaften. Die LiveWire bietet ein bislang nicht gekanntes Motorraderlebnis – sie lässt sich von Einsteigern rasch beherrschen und begeistert zugleich selbst erfahrene Könner. In nur drei Sekunden gelingt die Beschleunigung von null auf 100 km / h, das Kuppeln entfällt, beim Bremsen wird Energie gewonnen, und die Reichweite von über 200 Kilometern löst das Versprechen von Freiheit immer noch voll ein.

vieler Menschen ist Harley-Davidson der Inbegriff des klassischen grossen, lauten benzingetriebenen Motorrads. Die Idee des Elektrobikes kam bereits vor längerer Zeit auf und benötigte viel Mut, denn als die ersten Prototypen produziert wurden, gab es noch fast keine öffentlichen Ladestationen. Vielleicht hatte Harley-Davidson einfach am meisten Mut, diesen radikalen Schritt zu wagen.

Vermissen Sie selbst den klassischen Harley-Sound? Ich liebe Harley-Davidsons ikonischen «Potato Potato»-Sound und hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Aber um ehrlich zu sein, wenn ich auf der LiveWire sitze, vermisse ich ihn nicht. Ganz im Gegenteil, die

Das Herz der neuen Harley-Davidson LiveWire bildet ein neuer Harley-­ Davidson-Antriebsstrang mit dem Revelation-Permanentmagnet-Elektro­ motor. Er entwickelt eine maximale Leistung von 78 kW (106 PS) und ein maximales Drehmoment von 116.6 Nm. Anders als bei Verbrennungsmotoren steht beim Elektroantrieb das gesamte Drehmoment bereits ab der ersten Radumdrehung zur Verfügung und ist während der Fahrt jederzeit zu 100 Prozent abrufbar. Das sorgt für ein begeisterndes Fahrerlebnis mit äusserst geschmeidiger Leistungsentfaltung. Einige Sinneseindrücke, die das Motorraderlebnis bislang dominierten, ändern sich mit diesem neuen Motorrad jedoch radikal. Der Klang der Auspuffanlage und des Motors entfällt. Der einzige Sound, den der Fahrer wahrnimmt, entspringt dem Rollwiderstand der Strasse und dem sausenden Fahrtwind in den Ohren. So hat ausgerechnet Harley-Davidson, ganz leise, die Zukunft des Motorrads ins Jetzt und Heute gebracht. Wir sprachen mit Harley-Davidsons Country Manager in der Schweiz, Iwan Steiner.

«Geschäftsführer»: Herr Steiner, Harley-Davidson stand für lange Zeit als Sinnbild der brummenden Motorräder. Weshalb sind Sie nun die Ersten, die ein vollelektrisches Motorrad auf den Markt gebracht haben? Iwan Steiner: Harley-Davidson war auch in der Vergangenheit schon ­immer ein grosser Innovator. Aber ich gebe Ihnen recht, in der Vorstellung

Für Iwan Steiner, Country Manager von Harley-Davidson, bedeutete die Umsetzung eines Elektrobikes viel Mut.

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LiveWire öffnet eine ganz neue, unbekannte Welt, die ich so noch nie auf einem Motorrad erlebt habe. Ich höre die Strasse, den Wind und die Natur um mich rum, und das fühlt sich absolut fantastisch an.

Wird Harley-Davidson in Zukunft vermehrt auf einen Elektroantrieb setzen? Absolut, der Elektroantrieb wird in Zukunft sicher immer wichtiger und sich insbesondere dann flächendeckend ausbreiten, wenn genügend öffentliche Ladestationen installiert sind. Harley-Davidson engagiert sich auch hier stark, um möglichst viele Ladeoptionen anbieten zu können. Wir dürfen alle gespannt in die Zukunft schauen und uns auf weitere fantastische Harley-Davidson-Elektrobikes freuen.

AUFLADEN AN DER HAUSHALTSSTECKDOSE Als Hauptbatterie der LiveWire fungiert ein wiederaufladbares Energiespeichersystem (Rechargeable Energy Storage System, RESS) aus Lithium-Ionen-Zellen mit einer Gesamtkapazität von 15.5 kWh, das zentral im Leichtmetallgussrahmen positioniert ist. Das Leichtmetallgehäuse des RESS bildet zugleich einen Kühlkörper mit sichtbaren Kühlrippen. Die Spannungsversorgung zum Starten, für die Kommunikation mit dem Transponder und weitere Funktionen übernimmt ein zusätzlicher Zwölf-Volt-Lithium-Ionen-Akku. Im Schiebebetrieb arbeitet der dann vom Hinterrad angetriebene Motor als Generator, der das RESS nachlädt. Die Rekuperationsfunktion spürt der Fahrer in Form einer Motorbremswirkung. Sie ist je nach Fahrmodus unterschiedlich stark ausgeprägt und lässt sich zudem vom Fahrer in mehreren konfigurierbaren Fahrmodi individuell anpassen. Die integrierte Level-1-Ladevorrichtung der LiveWire lässt sich mit einem unter dem Sitz verstaubaren Netzkabel an konventionelle 120- und 240-Volt-Haushaltssteckdosen anschliessen. In diesem Modus nimmt der Akku in einer Stunde ausreichend Strom für eine Reichweite von rund 21 Kilometern auf. So kann die LiveWire über Nacht vollständig geladen werden.

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Gerade eben wurde die Harley-Davidson Pan America auf den Markt gebracht, Harley-Davidsons erstes Enduro-Motorrad. Was versprechen Sie sich hiervon? Das ist richtig, die Pan America ist unser erstes Adventure-Touring-­ Motorrad. Dabei geht jedoch vergessen, dass Harley-Davidson bereits in den 1940er und 1950er Jahren eine bekannte Marke für Enduristen und Abenteuersuchende war. Die Harley-Davidson Pan America kommt mit einem neuen 1250er-Motor und zahlreichen weiteren Innovationen daher und ergänzt unsere Produktpalette optimal. Endurobikes erfreuen sich bereits seit längerem grosser Beliebtheit, und es ist für uns grossartig, dass wir nun auch Harley-Fans in diesem Segment glücklich machen können. Freiheit auf der Strasse, dafür steht Harley schon lange. In Zukunft können wir nun mit Stolz sagen, dass Harley auch für die Freiheit abseits der Strasse steht. Oder anders gesagt: Alle Strassen sind erobert, jetzt kommt der Rest! Harley-Davidson bietet einige Motorräder, auch die LiveWire, nur in begrenzter Stückzahl an. Wieso? Wir bauen unsere Motorräder für ganz spezielle Menschen. Das tönt vielleicht etwas exklusiv, aber es stellt sicher, dass unsere Marke von den Menschen gefahren und getragen wird, die das Besondere suchen. Nehmen wir zum Beispiel die LiveWire. Die LiveWire-Kunden sind im oberen Einkommenssegment der Bevölkerung zu finden. Chefs, die wissen, was Sie tun – und nach vorne denken. Deshalb werden sowohl die LiveWire als auch unsere CVO-Bikes, die Top Line unserer Touringbikes, in der Schweiz mit limitierter Auflage angeboten. Und die Abschlussfrage: Welches Motorrad steht bei Ihnen selbst in der Garage? (Lacht) Ich habe die LiveWire bei mir, eine CVO Street Glide und eine 1947 Knucklehead. Und es hat noch ein Plätzchen frei für die Pan America. So geniesse ich die anlaufende Motorradsaison in Style und vor allem: mit viel Freude! WWW.HARLEY-DAVIDSON.CH


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Steckdosenautos: Von Mild-Hybrid über Voll- und Plug-in-Hybrid bis hin zum Vollelektrofahrzeug ist alles vertreten und kann getestet und miteinander verglichen werden.

AUTO KUNZ

DAS «E» IM NAMEN ALS BEKENNTNIS 273 Autos mit Steckdose unter einem Dach – dies ist ein Alleinstellungsmerkmal von Auto Kunz. Das Autohaus in Wohlen setzt sich das «e» vorne an den Namen und unterstreicht somit sein Bekenntnis zur Elektromobilität. Schliesslich bietet man das grösste Angebot an Elektrofahrzeugen der Schweiz. VON BENNY REINHOLD

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o einst Ferraris und Chevrolet Camaros standen, sind aktuell JACs und VW ID.3s oder auch Teslas zu bewundern. Der Wohlener Familienbetrieb Auto Kunz hat den grossen Pavillon vor dem Hauptgebäude zum Elektro-­ Center umfunktioniert. «Von den 554 verkaufsbereiten Fahrzeugen sind bei uns aktuell 273 elektrisch», sagt CEO Roger Kunz.

EIN BEKENNTNIS UND KEIN MARKETING-GAG Für Roger Kunz ist der Übergang vom Benzinantrieb zur Elektromobilität beschlossene Sache. Denn er glaubt fest daran, dass die Zukunft elektrisch ist – trotz aller Unkenrufe aus einigen Bereichen der Schweizer Gesellschaft. Der CEO und seine 54 Mitarbeiter / innen kennen die Welt der Electric Vehicles (EV) besser als wohl alle anderen in der Schweiz. Das spürt man sofort beim Eintreten in die Showrooms: Unter dem Dach hängen Kleinwagen der chinesischen Marke JAC am Kabel, daneben steht ein VW ID.3 und ein roter Hyundai Kona EV wird parat gemacht für seinen neuen Besitzer. Mit Kleinwagen und Crossover-SUVs ist es jedoch noch nicht getan, denn Kunz hat weiterführende Pläne. «Wir warten auf die Lieferung von Elektro-­ Lieferbussen nach dem Vorbild eines Ford Transits», sagt er. Der Fachmann weiss: EVs erobern neuerdings auch Gewerbefahrten. Handwerkerinnen und Lieferanten sollen zukünftig auch elektrisch fahren.

AUSBILDUNG ZUM ELEKTRO-SPEZIALISTEN Roger Kunz ist nicht der Einzige, der an eine emissionsfreie Zukunft glaubt. Zwei seiner Mitarbeiter – Mate Haradzy und Kevin Baumann – haben sich nach der Ankündigung zu Fachmännern in Punkto EV weitergebildet. «Vieles haben wir im Selbststudium gelernt», sagt Kevin Baumann. «Wir haben selbst getestet und viele Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.» Ganz verschwunden aus dem Angebot bei Auto Kunz sind die Benziner aber dennoch nicht. Die massigen V8-Motoren und schicken Cabrios stehen gegenüber auf dem Parkplatz. Aber: Sie haben ihren Platz als Stars der Ausstellung räumen müssen.

AUTO KUNZ AG Bremgarterstrasse 75 CH-5610 Wohlen Telefon +41 (0) 56 622 13 43 info@autokunz.ch WWW.AUTOKUNZ.CH

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OPEL MOKKA

EIN KLARES STATEMENT Frei nach dem Motto «Erwarten Sie das Unerwartete» mischt Opel mit dem neuen Modell Mokka keck im Marktsegment der kompakten SUV mit. Nicht überraschend, dass auch viele KMU aus den Kreativbranchen sich für den Mokka interessieren, hat Opel doch mit neuem Design und neuem Handling mal wieder Mut bewiesen und den Zeitgeist erfasst. VON CHARLES STAUBACH

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arum nicht auch mal Mut beweisen und Individualität leben? Sei es als Privatmensch oder als Fahrer / in eines Geschäftswagens: Mit dem Opel Mokka fällt man auf und kann so – falls es ein Geschäftsauto sein soll – sein Kommunikationsziel bestens verbreiten. Es ist immer öfter feststellbar, dass der agile Kompakt-SUV für viele Zielgruppen, die nicht unbedingt den «klassischen Firmenwagen» bevorzugen, sondern ein Statement setzen wollen, interessant ist.

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Auch ein Statement setzt man mit der Wahl des Mokka-e. Bei diesem Fahrzeug sucht man die Synergie zwischen Design und Ausstattung mit dem Nachhaltigkeitsaspekt. Auch dies ist klar im Zeitgeist und zielgruppengerecht. Reichweite und kurze Ladezeiten sind hierbei ein entscheidender Aspekt für den Kaufanreiz. Beim Opel Mokka-e ermöglicht die Batterietechnik der neusten Generation eine grössere Reichweite von bis zu 332 Kilometern mit nur einer Aufladung. Und das Laden soll schnell, sauber und bequem zu Hause oder an einer öffentlichen Station


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vonstattengehen können. Bis zu 80 Prozent der Reichweite können in nur in nur 30 Minuten geladen werden (!) und so können alle Vorteile der flexiblen Auflademöglichkeiten des Mokka-e genutzt werden.

SPANNENDES AUTOKONZEPT FÜR VIELE ANSPRUCHSGRUPPEN Ob nun mit Elektro- oder konventionellem Antriebssystem: Der Mokka ist als City-SUV ohnehin ein spannendes Auto für viele Anspruchs-

gruppen – auch für jüngere Unternehmerinnen und Unternehmer. Dies ist besonders beim Design deutlich spürbar. Als erstes neu entwickeltes Opel-Modell trägt der Mokka das neue Markengesicht mit der Bezeichnung «Opel-Vizor». Die steile glatte Fläche statt eines Kühlergrills wirkt aggressiv, zugleich aber auch «fancy». Opel will nun diese Front bei allen neuen Modellen der 2020er-Jahre verwenden. Übrigens auch aus technischen Gründen: Die höher liegende Haube erlaubt einen besseren Fussgängerschutz und bietet in der Front

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mehr Bauraum für künftig vorgeschriebene Sensoren. Man hat sich also etwas dabei gedacht. Bei der Motorenpalette hat man sich eher auf das «Wesentliche» konzentriert. Aber: Entgegen dem aktuellen Trend bleibt dennoch ein Diesel im Programm. Während viele Konkurrenten ihre Selbstzünder aus Kosten­g ründen aussortieren, bietet Opel weiterhin einen Mokka Diesel an. Der Grund: Er liefert von allen Verbrennern die besten CO 2 -Werte (114 bis 118 Gramm pro Kilometer).

PUNKTSIEGER BEIM DESIGN UND HANDLING Wo der Opel Mokka bei seinen neuen Fans besonders punktet, ist nicht nur beim Design, (Karosserie, Optik und das Design des Innenraumes) sondern auch bei der Ausstattung. Opel hat den Mokka mit vielen zeitgemässen und zum Teil in diesem Segment einzigartigen Assistenzsystemen ausgestattet. Dazu gehört eine automatische Notbremse mit Fussgängererkennung, die bereits ab 5 km / h arbeitet und bis 30 km / h das Fahrzeug selbstständig zum Stehen bringen kann. Neu beim Mokka ist zudem ein ACC-System, das auf der Autobahn automatisch den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält. Serienmässig dabei sind die LED-Scheinwerfer und das adaptive Matrix-Licht. Es besteht im Mokka aus 14 Elementen (sieben pro Scheinwerfer). Der Opel Mokka leuchtet so dauerhaft mit Fernlicht und blendet andere Verkehrsteilnehmer aus dem Lichtkegel aus. Auch die Rücklichter arbeiten in LED-Technik. Ausserdem serienmässig sind die elektrische Parkbremse, die Verkehrsschilder-Erkennung und der Notbremsassistent. Teilautonome Funktionen wie ACC oder ein aktiver Spurhalter mit den dazugehörigen Radarsystemen gibt es genauso wie die 180-Grad-Rückfahrkamera gegen Aufpreis dazu. Des Weiteren erfreuen die beheizbaren «Ergonomiesitze» mit Massagefunktion (ebenfalls gegen Aufpreis). Im Cockpit wird das Handling optimiert. Für Hi-Fi und Klima gibt es noch richtige Tasten und Knöpfe, da die wichtigsten Tasten erhalten bleiben.

Aber jetzt ist die Bildschirmfläche vergrössert: Das eigentliche Armaturenbrett wurde digitalisiert. Nebst einem 12-Zoll-Infodisplay ist auch der 7 bis 10 Zoll grosse Touchscreen integriert, auf dem die Navigation und das Infotainment angezeigt werden. Darunter befindet sich – ganz smart – eine induktive Ladeschale. Über den Dienst «Opel Connect» verfügt das System über Online-Dienste wie Live-Navigation und App-Steuerung.

WENIGER NORMAL, MEHR MOKKA … Fazit: Die Botschaft von Opel ist eindeutig: «Trauen Sie sich zu, Ihren eigenen Weg zu gehen», heisst es in einem Slogan. Es geht aber nicht nur um die Individualität. Der praktische Nutzwert eines Kompakt-SUV liegt auf der Hand: Der Parkraum in den Städten ist knapp, der Sprit teuer. Wer will noch einen dicken Geländewagen fahren, wenn er so viel Auto gar nicht braucht, SUVs aber trotzdem sexy findet? Deshalb geht der Trend in diesem Segment zu kompakten Modellen – dies gilt natürlich auch für Geschäftswagen. Zudem weckt der neue Opel Mokka Emotionen und zeigt die Zukunft der Marke. Er ist das erste Modell mit neugestaltetem Opel-Blitz und zentral ausgerichtetem Modellschriftzug am Heck. Er ist zudem der Erste, der mit dem Pure Panel den Fahrer im Innenraum in ein volldigitales Cockpit entführt. Ab sofort ist der bereits in der Basisversion reichhaltig ausgestattete Opel Mokka ab 24’490 Franken (UPE inkl. MwSt.) bestellbar. Der neue Opel Mokka-e ist ab 36’200 Franken zu erstehen.

AO AUTOMOBILE SCHWEIZ AG Brandstrasse 24 CH-8952 Schlieren WWW.OPEL.CH

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EMIL FREY VOLKETSWIL

ALLES UNTER EINEM DACH ALS ZAUBERFORMEL Erfolgsrezepte gibt es viele – aber eines ist in der Automobilbranche erwiesen: Nebst Beratung und Verkauf sind eine top organisierte Werkstatt, eine topmoderne Spenglerei und Lackiererei sowie eine gut sortierte Ersatzteil- und Zubehörabteilung absolute Mehrwerte.

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as Team der Emil Frey in Volketswil ist stolz auf den gebotenen Rundumservice für die Marken Mazda, Mercedes-Benz, Opel und Suzuki erwarten. Eine grosse Werkstatt, eine topmoderne Spenglerei und Lackiererei sowie eine gut sortierte Ersatzteil- und Zubehörabteilung unterstützen die Verkaufsabteilung und das Beraterteam.

EIN ELDORADO FÜR FLOTTENKUNDEN Aktuell erleben die Kunden in gleich zwei Ausstellungen die Neuheiten von vier Autobauern auf einer Fläche von über 2000 Quadratmetern hautnah: Im einen Showroom lässt sich die Modellauswahl der Premiummarke Mercedes-Benz begutachten, im anderen die spannenden Modelle von Mazda, Opel und Suzuki. Da finden sich coole Stadtflitzer, praktische Familienwagen und auch Sportwagen, die Emotionen schon beim blossen Anblick auslösen. Bei der Emil Frey in Volketswil wird somit jedes automobile Bedürfnis bedient mit einem geeignetes Modell. Jederzeit steht auch eine Auswahl an geprüften jungen Occasionen mit den Qualitätssiegeln EMIL FREY SELECT und Mercedes-Benz Certified zur Verfügung. Aber auch eine breite Palette leichter Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz und Opel sind vorhanden. Vom Citan bis zum Sprinter und vom Combo bis zum Movano bieten sich Lösungen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse von Gewerbetreibenden. Im Übrigen finden wegen der ausgereiften Marco-Polo-Familie von Mercedes-Benz oder dem Opel Zafira Life Camper auch Reisemobilfreunde in wachsender Zahl den Weg nach Volketswil. Für massgeschneiderte Ein- und Aufbauten arbeitet die Garage eng mit Spezialisten zusammen. Egal ob es ein spezieller Innenausbau oder ein Kühlaufbau sein soll – gemeinsam findet man eine geeignete Lösung. Nebst den Nutzfahrzeugen in unzähligen Karosserie- und Ausstattungsvarianten finden Flottenkunden attraktive Kombis und Vans für Aussendienstmitarbeiter sowie repräsentative Businesslimousinen. Dazu kommen massgeschneiderte Dienstleistungen bis hin zum Full Service Leasing.

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TOPAUSGESTATTETE CARROSSERIE & LACKIEREREI Das zweistöckige Ersatzteillager für Teile & Zubehör bietet eine rasche Verfügbarkeit von dringend benötigten Teilen – und das nicht nur für die vier vertretenen Marken, sondern für eine Grosszahl namhafter Hersteller. Während die gut ausgebildeten Mechaniker in der Werkstatt, im Erdgeschoss des Werkstatt-Neubaus, mit modernster Ausrüstung fachmännisch um das technische Wohl der Fahrzeuge besorgt sind, kümmern sich im ersten Obergeschoss elf Carrosseriespengler und Lackierer in der topausgestatteten Carrosserie & Lackiererei markenübergreifend um Blechschäden aller Art. Von gröberen Unfall- über Hagel- bis zu Parkschäden. Auf den klassischen Spenglerarbeitsplätzen werden die Richtarbeiten an den beschädigten Teilen durchgeführt. Darüber hinaus verfügt die Spenglerei über einen speziellen Aluminium-Arbeitsplatz, der mit elektrischen Vorhängen vom Rest des Raums separiert werden kann. In der Lackiererei gelangt neben der klassischen Methode auch die Spot-­ Repair-Technik zum Einsatz. Blechschaden? – Kein Problem, das Team der Emil Frey Volketswil unterstützt den Kunden in einem Schadenfall von der Schadenanmeldung bis hin zur unkomplizierten Schadenabwicklung mit der Versicherungsgesellschaft. Die Garage in Volketswil ist ein Filialbetrieb der Emil Frey AG. Somit profitiert der Kunde von massgeschneiderten Komplettlösungen für seine individuelle Mobilität, inklusive Finanzierungs- und Versicherungslösungen. Alles unter einem Dach.

EMIL FREY VOLKETSWIL Industriestrasse 31 / 33 CH-8604 Volketswil Telefon +41 (0) 44 908 39 39 (für Mazda, Opel und Suzuki) +41 (0) 44 908 39 00 (für Mercedes-Benz) volketswil@emilfrey.ch WWW.EMILFREY.CH/VOLKETSWIL


NEW LEXUS

MOBILITÄT 85

CABRIOLET

1/1 INSERAT LEXUS

Ganz gleich, ob Sie entlang einer sonnendurchfluteten Küstenstrasse oder über einen dramatischen Alpenpass fahren, das neue Lexus LC Cabriolet bietet ein unübertroffenes Mass an offenem Fahrspass.

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ARCHITEKTUR DARF KEIN ZUFALL SEIN.

SIMMENGROUP HOLDING AG Zentrum Staldenbach 1 CH-8808 Pfäffikon SZ GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2021

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STYLE In der Businesswelt sind manchmal Details entscheidend, ob Frau oder Mann Souveränität und Kompetenz ausstrahlt. Niemals zu unterschätzen ist das gewählte Styling, passend zu den jeweiligen Situationen. In dieser Ausgabe widmen wir uns den Sommertrends 2021 in der Businessmode. VON CHARLES STAUBACH

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mart Casual feiert ein Comeback. Der Trend ist in aller Munde – natürlich begünstigt von den neuen Arbeitsgewohnheiten während der Covid-19-Pandemie. Die Business-Casual-Look-­ Diskussion kommt eigentlich jeden Sommer auf, nur diesmal eben noch deutlicher. Dennoch ist zu bedenken, dass man auch beim Smart Casual schlimme Styling-Fehler machen kann. Und es gibt auch das eine oder andere No-Go. Wie sagte doch einst der leidenschaftliche Anzugträger Karl Lagerfeld: «Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Deshalb sollte man immer stilsicher angezogen sein. Überall.» Nun, ganz so genau muss man(n) sich diese

Sätze nicht zu Herzen nehmen, aber im Businessumfeld ist der erste und auch oft der zweite Eindruck mitentscheidend, wie man wahrgenommen wird. Deshalb wird der Wahl der Garderobe in der Geschäftswelt eine hohe Beachtung geschenkt. Wer nun aber denkt, dass dieser Aspekt im Homeoffice oder bei Online-Meetings nicht greift, täuscht sich gewaltig. Stil zu verkörpern heisst letztendlich ja auch, dass man sich nicht nur gut und der Situation angemessen kleidet, sondern auch die richtigen und passenden Umgangsformen pflegt sowie die sogenannten No-Gos kennt, welche in den jeweiligen Branchen und Interessengruppen herrschen.

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88 STYLE BUSINESSMODE-SOMMERTRENDS 2021

COMEBACK DES «SMART CASUAL» Die Farben-, Stil- und Stofftrends des Sommers 2021 zeigen: Es schlägt die Stunde der Mutigen. Sowohl Frauen als auch Männer nutzen den grösseren Spielraum, der nunmehr in der Businessmode erlaubt ist. Einher geht damit auch die grössere Akzeptanz des Smart Casual in der Businesswelt. Das Motto heisst: keine Angst vor Experimenten – aber in Massen. Hier ist unser Trendbarometer. VON CHARLES STAUBACH

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er Homeoffice-Zwang und auch die Verlagerung der Meetings auf Zoom, Teams & Co. hat natürlich auch Auswirkungen auf die Art und Weise, wie man sich im neuen «Corona-Alltag» als Businessfrau oder -mann kleidet. Viele warnen vor einer «Verwahrlosung» oder gar vom Verschwinden des Dresscodes. Und manche stellen die Frage: Ist ein Dresscode überhaupt noch zeitgemäss? Die Meinungen gehen auseinander. Studien zeigen hierbei: Gut gekleidete Menschen gelten als kompetenter, erreichen bessere Vertragsabschlüsse und im Vorstellungsgespräch steigen die Chancen einer Einstellung, wenn man gut angezogen ist. Vorgesetzte und Firmenchefs legen gemäss Umfragen nach wie vor viel Wert auf stilvolle Kleidung, denn die Kunden kämen lieber zu Mitarbeitern, die sich gut kleiden. Eine grosse Rolle spielt auch die Corporate Identity. Einige Trends für den Sommer 2021 sind interessant: Smart Casual und Casual Friday sind wieder grosse Themen. Beim Business-Dresscode-Trend Casual Friday nur ein trendiges oder modisches Garderobenstück anziehen – der Rest des Outfits bleibt businessmässig und dem Anlass entsprechend, beispielsweise dunkle Jeans mit Sakko / Blazer. Sehr trendig ist und bleibt das Einstecktuch.

STYLE 89 Check-Muster feiern ein grandioses Comeback: Glencheck, Fensterkaro, Vichy oder Tartan sind jetzt wieder im Trend. Beim Styling gibt es hier verschiedene Möglichkeiten: Sakkos und Pea Coats in minimalistischen Mustern sollen der Renner werden. Die Farbe Rot benötigt aber etwas mehr Fingerspitzengefühl beim Styling – besonders, wenn sie Einsatz im Männer-Businesslook findet.

VINTAGE IST GAR NICHT «BÜNZLI» Ein weiterer wichtiger Trend aus diesem Winter, der auch bis in den Sommer anhält, ist Leder. Besonders angesagt: der Head-to-Toe-Look. Das geht entweder mit einem Anzug oder Ledermantel – bei Businessfrauen oftmals passend zu einer Lederhose. Ein grosses Comeback feiert der Cord-Stoff. Richtig kombiniert – allenfalls auch im Vintage-Stil mit cooler Kopfbedeckung – wirkt man nicht wie ein «Bünzli». Ganz im Gegenteil. Hochwertige, natürliche Qualitäten geben den Ton an. Die Outdoorstoffe, hochglänzende, technische Materialien, werden immer stärker mit natürlichen und Vintage-Stoffen oder grober Baumwolle kombiniert.

Der Übergang von Business Casual zu legerer Freizeitkleidung wird oft überschritten. Insbesondere ausgewaschene Jeans und Sneakers, die zu bunt sind bzw. in der Freizeit und zum Sport getragen werden, machen den professionellen Auftritt schnell kaputt. Auch spannend in Zusammenhang mit dem Casual-Look-Trend sind Sneakers zum Anzug. Kein neuer Trend, aber bisher hat sich dieser im Businessumfeld nicht durchgesetzt. Voraussetzung für den Einsatz von Sneakers zum Business-Outfit ist, dass sie gepflegt sind und wirken, schlicht in der Farbe und hochwertig verarbeitet sind. Natürlich sind sportlich wirkende Sneakers mit auffälliger, dicker Sohle nicht geeignet. Aber auch hier gilt eine Maxime: Wenn Sneakers zum Anzug getragen werden, sollte trotzdem auf den Anlass des Meetings geachtet werden. Manchmal ist es einfach angebrachter, den klassischen Lederschuhen den Vortritt zu geben, heisst es beispielsweise in den einschlägigen Trend-Blogs.

DIE RICHTIGE KOMBINATION Und dann noch das: die Kombination von Schuhen und Hemden. Auf die Schuhe sollten Entscheider oder Angehörige entsprechender Branchen besonderen Wert legen. Monks, Doppelmonks oder Semibrogues aus Leder sind zu empfehlen. Hemden können beim Business Casual auch in frischen Farben getragen werden. Nach dem Revival der Revershemden gelten in diesem Winter die Seidenhemden als trendy. Zu diesem Look sollte man idealerweise dunkle, schlichte Hosen kombinieren. Bei Frauen und Männern sind auch die Accessoires noch immer hoch im Kurs. Natürlich werden die klassische Armbanduhr und die Business-­ Aktentasche immer zum Businesslook und Dresscode dazugehören. Stark im Kommen für den Sommer 2021 sind Crossbody-Taschen, Shopper und Leder-Rucksäcke (jedoch nicht aus Nylonmaterial). Bei den Damen sind Eyecatcher-Ohrringe und grosse Halsketten die Accessoire-Trends des Sommers. Und was ist mit den Farben? Vom klassischen Schwarz geht auch in diesem Sommer der Trend zu anderen gedeckten Farbtönen wie Navy, Grau, Cognac oder Dunkelbraun. Es sind die sogenannten Mood-Farben – also Farben, die eine bestimmte Stimmung wiedergeben sollen. Aber in diesem Sommer wird es um einiges bunter und «disruptiver» als in den letzten Jahren: So kommen die Farben Blau und Feuerrot stark auf und die

Smart Casual für Damen und Herren – der Trend ist nicht neu und wird auch weiterhin bestehen bleiben. Egal, ob weiterhin Homeoffice angesagt sein wird oder bei Meetings und Büroalltag mit Präsenz vor Ort.

WELCHER BUSINESS-KNIGGE FÜR WELCHE BRANCHE? In einigen Branchen ist Business Casual Usus – ein Kompromiss zwischen offiziellem und informellem Auftritt. Eine gewisse Lässigkeit ist erlaubt, sollte jedoch möglichst nicht in den Freizeitlook übergehen. Damen tragen beim Business Casual Baumwollhosen oder Röcke in Kombination mit Pullovern oder modischen Blusen. In der Kreativ- und IT-Branche ist ein Stilbruch oder eine sehr individuelle Kleiderordnung kein Nachteil und wird als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit gesehen. Sind äussere Merkmale wie Tattoos oder Piercings dominant sichtbar, kommt es auf den Arbeitgeber oder die Kundschaft an, ob diese akzeptiert sind oder nicht. Es gibt aber absolute No-Gos: Bei Männern sind dies offene Schuhe und sportlich wirkende Shorts, bei Frauen schulter- oder bauchfreie Tops ebenso wie Mini-Röcke, durchsichtige Elemente in der Kleidung oder tief ausgeschnittene Dekolletees. Auch sollten Frauen in der Regel bei klassischer Kleidung und beim Business-Casual-Stil stets Strumpfhosen tragen.

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GO L F E N I M Z Ü R C H ER WEINL A ND

ENJOY GOLF, SLOW DOWN

1/1 INSERAT GOLFCLUB SCHLOSS GOLDENBERG Möchten Sie in einem der schönsten Privatclubs der Schweiz spielen? Auf einem sportlich heraus­ fordernden Platz, in intakter und ruhiger Natur, umgeben von Rebbergen, mit Weitsicht auf die Alpen, in stilvollem Country­Club­Ambiente auf dem traditionellen Schlossgut Goldenberg? Wir bieten neue, flexible Mitgliedschaftsmodelle ohne Eintrittsgebühr. Wir sind Mitglied von Private Partner Golf (PPG) – damit spielen unsere Mitglieder kostenlos auf neun weiteren Golfanlagen in Engelberg, Gstaad, Heidental, Interlaken, Küssnacht, Lavaux, Obere Alp, Wallenried, Wylihof. 20 KM ab Schaffhausen

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SPORT & FREIZEIT Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer wissen: Ein fitter, gesunder Körper ist auch für die mentale Fitness wichtig. Besonders bei Homeoffice-geplagten Berufsleuten zeigt sich, dass man nicht in einen Teufelskreis der Lethargie und fehlenden geistigen wie auch körperlichen Fitness kommen darf. Auf den folgenden Seiten geben wir Tipps, damit dies nicht passiert. VON CHARLES STAUBACH

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s ist kein Geheimnis, dass im (Arbeits-)Alltag die körperliche Fitness auch im mentalen Bereich hilfreich ist und leistungsunterstützend in jedem Tätigkeitsbereich wirkt. Für viele ist der Weg zum Gym/Studio eine zusätzliche, unterstützende Motivation, regelmässig etwas für die eigene Fitness zu tun. Nun ist jedoch dies schon länger aufgrund der Pandemie eingeschränkt. Sich zuhause oder individuell fit zu halten wird für viele zu einer Herausforderung. Mehr dazu in dieser Rubrik. Ausserdem: Der Bereich Sport und Freizeit erzeugt in normalen Zeiten eine hohe Wertschöpfung. Denn Sport wird nicht nur betrieben und konsumiert. Umso mehr war es für die Branche ein Super-GAU, als die Coronavirus-Pandemie über die Branche, die zuvor exponentiell in allen Bereichen anstieg, hereinbrach. Auch für jene Branchen, die engmaschig und strategisch mit der Sport- und Freizeitbranche zusammen arbeiten.

Sport und Freizeitaktivitäten generell haben zunehmend auch wirtschaftlich eine erhebliche Bedeutung für Wertschöpfung, Beschäftigung und Konsum. Ob aktiv betrieben oder passiv als Zuschauer verfolgt: Sport hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Die Sportwirtschaft macht in der Schweiz einen Umsatz von über 21 Milliarden Franken (Tendenz stark steigend) und hat ein Beschäftigungsvolumen von nahezu 100‘000 vollzeitäquivalenten Stellen. Die Wertschöpfung über den Sport und die Sportevents sind überdies im Steigflug. Und in einer Sport- und Event-Stadt wie Zürich kann einiges generiert werden. Ob nun ein Gross­ ereignis stattfindet oder ein Sportclub viele Fans mobilisiert: Potenzial für eine Wertschöpfungssteigerung ist immer vorhanden, wie alle Tourismusdirektoren in der Schweiz bestätigen. Und dann kam der März 2020 und nun auch der Winter / Frühling 2020/21 mit einer zweiten und dritten Pandemiewelle. Das Herz aller Sportfans blutet. Und auch jenes der vielen flankierend agierenden Unternehmen in jenen Branchen entlang der Wertschöpfungskette.

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92 SPORT & FREIZEIT FIT BLEIBEN FÜR DEN BERUF

FITNESS ZAHLT SICH AUS – AUCH IM JOB Es ist kein Geheimnis, dass im (Arbeits-)Alltag die körperliche Fitness auch im mentalen Bereich hilfreich ist und leistungsunterstützend in jedem Tätigkeitsbereich wirkt. Für viele ist der Weg zum Gym beziehungsweise ins Studio eine zusätzliche, unterstützende Motivation, regelmässig etwas für die eigene Fitness zu tun. Nun ist dies jedoch aufgrund der Covid-19-Pandemie nur eingeschränkt möglich. Sich im (Home) Office, zu Hause oder ganz einfach individuell fit zu halten, ist zudem nicht allen möglich. VON DANIELE CIOCIOLA

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nternationale Studien mit 115 Millionen Studiobesucherinnen und -besuchern zeigen zwar, dass die durchschnittliche Infektionsrate in Fitnessstudios mit einem funktionierenden und rigiden CovidSicherheitskonzept bei gerade einmal 1.12 pro 100’000 Besuche liegt (Quellen: Branchenverbände, King Juan Carlos University und AWRC der Sheffield Hallam University). Dennoch mussten die Gyms und Fitnesscenter erneut ihren Lockdown verlängern.

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Das war und ist auch jetzt noch für die Studios auch eine herausfordernde Situation bezüglich der Kundenbindung und für Mitglieder müssen Überbrückungslösungen gefunden werden. Denn Home Office kann träge machen, wenn man nicht in den Flow des Alltags eintauchen kann. Doch es gibt einige Möglichkeiten, sich auch während der Pandemie körperlich zu betätigen. Gerade in diesen Zeiten sollten wir darauf achten, uns weiterhin ausreichend zu bewegen. Dadurch


SPORT & FREIZEIT 93

Miriam Kunz, Trainerin und Gesundheitsmanagerin: «Wenn die eigenen vier Wände zum Arbeitsplatz, zum Fitnessstudio und zum Rückzugsort werden, kann dies schnell mal in einem Teufelskreis enden.»

werden die Abwehrkräfte gestärkt, Bewegung bringt Herz und Kreislauf in Schwung, Stress kann abgebaut werden – und man tut etwas für das psychische Wohlbefinden.

DIE HERAUSFORDERUNGEN: KUNDENBINDUNG HALTEN, MOTIVATION FÖRDERN Miriam Kunz, Trainerin und Gesundheitsmanagerin bei der GYYM Health & Fitness AG (im Stücki Park Basel): «Wenn die eigenen vier Wände zum Arbeitsplatz, zum Fitnessstudio und zum Rückzugsort werden, kann dies schnell mal in einem Teufelskreis enden. Man arbeitet vielleicht vom Esstisch aus, hat eine schlechte Haltung und sehr wenig Bewegung. Dies führt zu Haltungsschäden, auch zu langfristigen. Man bekommt vor allem Schmerzen im Rücken und im Kopf, was sogar zu Migräne führen kann. Das Gefühl, eingesperrt zu sein, mit meist unzureichender Beleuchtung in den Räumen, führt zu schlechter Stimmung und man ist oft aggressiv und fühlt sich unwohl.» Miriam Kunz stellt auch fest, dass durch eine neue, ungesunde Routine oft Verdauungsbeschwerden auftreten. Diese ganzen Aspekte führen zu einem Unwohlsein. Man sei müde, verspüre zudem auch generelle Angst, die mit der Zukunft und dem Job zusammenhängen. «In schwierigen Fällen führt das alles sogar zu einer Depression», sagt die Gesundheitsmanagerin. «Ausserdem führt zu wenig Bewegung dazu, dass man gerne mal nebenher isst, was sich schlussendlich auf der Waage und beim Blick in den Spiegel bemerkbar macht.» Es gebe jedoch viele, die vor dem Lockdown hart trainiert und sehr auf ihre Ernährung geachtet haben. «Diese Personen waren oftmals vier bis sechs Mal pro Woche bei uns im Training. Diese müssen jetzt starke Nerven zeigen, weil sie merken, dass viele ihrer Bemühungen vielleicht umsonst waren, da sie ihre Ziele durch die Unterbrechung einer Trainingsstrategie nicht erreicht haben. Oder sie müssen nach dem Lockdown wieder von vorne anfangen, was allenfalls zu Frustration und Demotivation führt. Da sind wir wieder beim Thema Teufelskreis. Viele verlieren auch den Glauben an sich und das Selbstvertrauen geht verloren.»

NÜTZLICHE EXPERTENTIPPS Deswegen empfiehlt die Expertin Miriam Kunz, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, einen geordneten Tagesablauf zu planen – mit fixen Zeiten, in welchen man sich bewegt – und mit Zeitfenstern zur Nahrungsaufnahme. Hier sei es wichtig, dass man Arbeit und Freizeit trenne: «Während das

Bald wieder möglich: Training im Gym – viele müssen jedoch nach dem Lockdown mit ihrem Trainings- und Ernährungsplan wieder neu ansetzen …

Fitnessstudio geschlossen hat, sollte man sich trotzdem bewegen. Wir sagen unseren Mitgliedern, dass sie – auch bei Wind und Wetter – jeden Tag mindestens zehn Minuten rausgehen sollen zum Laufen. Da kann man auch mal buchstäblich den Kopf lüften. Dann empfehlen wir zwei bis drei Mal die Woche Sport. Einige gehen gerne zum Joggen oder machen einen Vita Parcours. Andere trainieren eher in geschlossenen Räumen. Falls man nicht der Typ für so etwas ist, dann sollte man wenigstens einen grossen Spaziergang von mindestens einer Stunde machen.» Es existieren aber auch daheim genügend umsetzbare Möglichkeiten. Dazu braucht es nicht die Ausstattung eines Sportstudios. Man habe ein wunderbares Sportgerät immer dabei: das eigene Körpergewicht. Miriam Kunz hat zudem noch weitere Motivationstipps: «Wir bieten Homework auf unseren YouTube- und Instagram-Webseiten an. Dort gibt es die verschiedensten Workouts, wie beispielsweise mit viel Power oder entspannenden Sachen. Wir bieten diverse Challenges, bei denen jeder mitmachen kann. Der Vorteil an diesen Challenges ist, dass man jeden Tag daran arbeiten kann und man eine Aufgabe hat. Man hat kleine Erfolgserlebnisse, die den Tag viel schöner machen, und hat gleichzeitig noch was für seinen Körper getan, ohne sich dafür grossartig überwinden zu müssen.» Was Experten wie das Team der GYYM Health & Fitness AG auch empfehlen, sind zwei bis drei Mal die Woche das Ausführen «klassischer Übungen» wie Liegestütze, Unterarmstütze (engl. planks), Kniebeugen, Ausfallschritte, – und falls man keinen Nachbarn unter sich hat – Seilspringen und Rückengymnastik. «Ganz wichtig ist bei alledem, die Dehnübungen nicht zu vergessen und diese richtig auszuführen. Denn dies ist sehr wichtig für die Gelenke. Man sollte sich bei alledem nicht zu grosse Ziele setzen und Schritt für Schritt die Kadenzen und Schwierigkeitsgrade erhöhen. Bei der Ernährung ist es wichtig, dass man regelmässige Mahlzeiten zu sich nimmt. Wenn möglich, sollte man die Zunahme von Snacks minimieren. Was wir sehr empfehlen, ist mit aktuellem Wintergemüse selbst zu kochen und man sollte den Zucker reduzieren.» Einen letzten Tipp von Miriam Kunz: «Damit man Arbeit und Freizeit besser trennen kann, empfehlen wir, die Kleidung entsprechend anzupassen: Smart Casual im Home Office, Home-Wohlfühloutfit nach dem Feierabend und das Lieblingssportoutfit beim Workout. Am besten jenes, das man auch im Fitnessstudio anziehen würde.» WWW.GYYM.CH

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94 SPORT & FREIZEIT

Eine gute Synergie zwischen Hard- und Softskills macht eine gute Agentin beziehungsweise einen guten Agenten aus.

SPORTAGENTUREN UND VERMARKTER

SO TRENNT SICH DIE SPREU VOM WEIZEN Die Sportagenturen – häufig salopp als Spielervermittler-Agenturen tituliert – geht es mitnichten nur ums Abkassieren von hohen Provisionen oder um Preistreiberei bei den Lohnverhandlungen für die Klientel. Die Arbeit einer seriösen Agentur beinhaltet viel mehr als das. VON JOËL CH. WUETHRICH

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ie Agenturen, die Sportlerinnen und Sportler beraten, vertreten, vermitteln oder vermarkten, haben sich seit einem Jahr mit der aktuellen Realität arrangiert. Besonders die kleineren Mitbewerber / innen in diesem Haifischbecken arbeiten gut in Nischenzielgruppen, konzentrieren sich auf das Networking, auf die begleitenden Dienstleistungen und auf die Imagepflege. Denn hier trennt sich gewissermassen die Spreu vom Weizen: «Nicht jeder, der ein gutes Netzwerk oder juristische Kenntnisse hat muss gleich das Talent besitzen, ein guter Sport- und Spieleragent zu sein», sagen die Fachleute der Branche. Zu den vielen Hardskills, also fachlichen Fähigkeiten, gesellen sich auch einige Softskills, die man beherrschen sollte. Das ist in diesem Business ein elementarer Bestandteil der Arbeitsweise. Zu den wichtigsten Soft Skills im Sportagenturen-Geschäft zählen nebst dem Fleiss und dem ehrlichen Interesse am Werdegang des zu betreuenden Kunden auch Ehrlichkeit in guten wie auch schwierigen Situationen, Verlässlichkeit und Erfahrung. Die Beurteilung, welche Entscheide zum richtigen Timing mittel- und langfristig der Kundin oder dem Kunden einen Mehrwert bringen, ist der Schlüssel zum Erfolg und zum guten Ruf. In Kombination und vor allem auch in Synergie mit diesen Fähigkeiten können die Hardskills optimal eingesetzt werden. Was macht also eine gute Agentin beziehungsweise einen guten Agenten aus? § Man eignet sich Fachwissen an in Verhandlungstechniken, Marketing und Rechtswesen. Die meisten Agentinnen und Agenten vertrauen auf strategische Partneragenturen, die genau dieses Fachwissen bieten. § Eine gute Agentur besitzt ein starkes Netzwerk in den Interessen-

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gruppen und in der Sport-Branche, jeweils sogar Sportart übergreifend. Dies gilt auch für die internen und externen Mitarbeiter / innen. Gute Mitarbeitende einer seriösen Agentur verbinden die fachlichen Fähigkeiten mit sozialer Kompetenz und agieren als Kommunikator / in und Netzwerker / in. Die Befriedigung der Bedürfnisse der Kundschaft ist im Fokus und steht vor dem eigenen Nutzen. Mit diesem Ansatz kommen die guten Resultate wie von selbst. Ein gute Agentur ist immer informiert über die Aktivitäten und ­Ereignisse der Branche. Kernkompetenzen und Alleinstellungsmerkmale sind wichtig. Ist eine gefragte Dienstleistung nicht in im Portfolio vorhanden, müssen Experten und Vertrauenspersonen zugezogen werden. Ein gute Agentur agiert transparent und involviert auf Wunsch der Kundin / des Kunden auch die Familie und das Umfeld in die Entscheidungsfindungen und Strategiepläne. Man sollte nicht provisionsfixiert sein, auch wenn dies ein Haupteinkommenszweig ist. Ein guter Agent/eine gute Agentur bietet nicht nur Dienstleistungen rund um die Vertragsverhandlungen und -abschlüsse, sondern auch flankierende Dienstleistungen wie Marketing / Vermarktung, Vorsorge oder Beratungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung u.v.m. Man setzt auf mittelfristigen Erfolg wie auch auf die bestmöglichen langfristigen sportlichen und persönlichen Perspektiven d ­ er Klienten und auf Nachhaltigkeit (finanziell und im Umfeld sowie in der Work- / Life-Balance).

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SPORT & FREIZEIT 95

1/1 INSERAT RED TRAVEL

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96 VORSCHAU UND IMPRESSUM

VORSCHAU

DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT IM JULI 2021

WEITERBILDUNG FÜR DIE JOBS DER ZUKUNFT!

In den kommenden Jahren werden einige Berufsgattungen aufgrund des Wandels der Arbeitswelten besonders gefragt sein. Nun stellt sich für vorausschauende Berufsleute die grosse Frage: Welche Aus-oder Weiterbildung bringt mich zum Ziel und somit zu den begehrten Jobs? Dieser Frage gehen wir in der nächsten Ausgabe auf den Grund.

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Melanie Moret m.moret@editorial.ag

Daniel Herzog Moritz Kistenmacher (Startup Academy) Maura, Michael Angelo und Matteo Wasescha Marcel Weibel Dr. Matthias Schweizer Iwan Steiner

Sandra Schneider s.schneider@editorial.ag

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ISSN 2673-6527

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