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AUSGABE 01/2017

ZUKUNFTSLÖSUNG ELEKTRISCHE SICHERHEITSRISIKEN MIKRO-BHKW PRODUZIERT VIEL STROM UND WENIG ABGASE SICHERHEIT | ENERGIE-MANAGEMENT | WINDENERGIE | AUS- UND WEITERBILDING


LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, MIT ENERGIE IN DIE FERIENZEIT … Kann es wirklich sein, dass sich dieses Szenario jedes Jahr wiederholt. Die Nord-Südund die Ost-West Verbindungen waren erneut eine einzige Baustelle. Sie freuen sich dem Alltag zu entfliehen, packen Ihre 7 Sachen und los sollte es gehen. Doch weit gefehlt; die erste Schikane schon nach wenigen Kilometern. Es sind nicht die Wohnmobile mit ­Mountainbikes, auch nicht die Schiffsanhänger mit Surfbrettern oder die Schwer­ transporter. Nein, sie sehen «rot-weiss» aus, mehrheitlich aus Kunststoff und sind in verschiedenen Grössen auf unseren Strassen im 4 km-Takt anzutreffen. Rechts rein, links raus, rechts rein, abbremsen, Achtung Radar, links wieder raus und dann weiter für ca. 2000 Meter, die Tankstelle oder den Rastplatz wurde nicht erkannt oder schlichtweg verpasst, für das Tanken eines Elektrofahrzeuges, bis sich der nächste gelb-weisse Pfeil, überdimensional gross, möglicherweise aus einer aussergalaktische Verkehrsführung, die Richtung ändert. Ein Slalomschnellkurs wäre also schon längst fällig! Wo sind denn unsere Strassenarbeiter geblieben? Wurden sie mit Tarnanzügen ausgestattet, damit die Ferienreisenden sich nicht Gedanken über deren Job machen können, oder sind sie aber auch immer zum richtigen Zeitpunkt in ihren Quartieren, um den Körperhaushalt in Ordnung zu bringen. Eine Alternative darf ich aber nicht ausschliessen. Möglicherweise werden die rot-weissen Störenfriede im Frühsommer durch unsere Gastarbeiter kilometerlang gesetzt, eine Art Hütchenspiel. Wer am meisten gesetzt hat wird gelobt und kann sich in den Süden verabschieden, um das «dolce far niente» zu zelebrieren. Die Tage vergehen und die braungebrannten Gastarbeiter kehren mit Salami, Knoblauch, Oliven und Chianti aus dem Süden zurück und staunen nicht schlecht, dass einige ihrer Zylinder und Absperrungen immer noch stehen. Bleibt nur noch der Clou des Hütchenspiels zu erklären: Es ist zu kalt um zu sanieren, warten wir doch bis nächsten Sommer, wenn es wieder wärmer wird und wir die Touristen mit unserem Hütchenspiel von Neuem ärgern können.

Herzlichst Ihr Roland Baer und Team

ENERGIE IHRE ZUKUNFT

Master of Advanced Studies FHO in Energiesysteme – – – – –

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NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs FHO Fachhochschule Ostschweiz

Ausgabe 1 / 2017 // Seite 1


INHALT

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EDITORIAL1 BLOCKHEIZKRAFTWERK6 Mikro-BHKW produziert viel Strom und wenig Abgase

6

SCHMIERTECHNIK 14 MOTOREX

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SICHERHEIT 16

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Cyber Defence beschränkt sich nicht nur auf 16 traditio­nelle IT Infrastrukturen Elektrische Sicherheitsrisiken

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ENERGIE-MANAGEMENT 24

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Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Energieexperten

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CombiTac 28 Virtuelles Kraftwerk: Aus wenig mach viel

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Hinterlässt einen guten Eindruck

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EPS – Registrierkassen und Computer AG

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34

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INHALT

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WINDENERGIE 42 IWB analysiert und steuert Windparks aus der Ferne

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ERDWÄRME 46 Innovative Erdwärme-Heizsysteme

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FORSCHUNG 48

56 48

CO2 – der Rohstoff, der aus der Luft kommt

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KERNENERGIE 54 Vieles spricht für die Kernenergie

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Forschen zwischen Vergangenheit und Zukunft

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MINERGIE 58 Minergie setzt den Standard der Zukunft

AUS- UND WEITERBILDUNG

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Vorbereitet auf (Energie)Wandel – dank Ausbildung

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Industrie 4.0 ein aktuelles Thema im Hightech Zentrum Aargau

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Das Übereinkommen von Paris und wir

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Megatrend Digitale Transformation

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Zukunftslösung 68

VORSCHAU 70

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ineltec 2017

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Vorschau & Impressum

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Das Funktionsmuster, wie er bei Hoval in Vaduz aufgebaut wird. Der Metallrahmen zeigt die Grösse des Geräts, ergänzt um den Schaltschrank (rechts).

MIKRO-BHKW PRODUZIERT VIEL STROM UND WENIG ABGASE Blockheizkraftwerke mit niedriger Leistung (Mikro-BHKW) sind darauf ausgelegt, Ein- und Mehrfamilienhäuser dezentral mit Strom und Wärme zu versorgen. Die ETH Zürich entwickelt zurzeit mit dem Heizungsunternehmen Hoval Aktiengesellschaft (Vaduz) und der Schmierölproduzentin Bucher AG Langenthal ein solches Mikro-BHKW. Dieses verfügt über einen für diese Leistungsklasse sehr hohen elektrischen Wirkungsgrad und verspricht tiefe Schadstoffemissionen. Das neuartige Gerät liegt bisher als Laboranlage und Funktionsmuster vor. Es nutzt Erdgas, ebnet bei Betrieb mit Biogas aber auch den Pfad in eine erneuerbare Energieversorgung. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

D

ezentrale Kraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren, liegen im Trend. Das gelingt beispielsweise durch Verbindung von Photovoltaik-Modulen mit einer Wärmepumpe. Eine beliebte Umsetzung sind auch mit Erdgas, Biogas, Holz oder Öl betriebene Blockheizkraftwerke (BHKW). Diese werden in der Schweiz typischerweise für die Versorgung von Industriebetrieben und ganzen Quartieren eingesetzt. Sie erreichen Gesamtwirkungsgrade von 88 bis 95 %; dabei fallen bis zu 40 % als elektrische Energie an, der Rest als Wärme. Eine jüngere Entwicklung sind Mikro-BHKW im tiefen

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Leistungsbereich (5 bis 15 kWel) für die Anwendung in Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie in Gewerbebetrieben. Etliche dieser Anlagen sind schon auf dem Markt.

HOHE EFFIZIENZ, WENIG ABGASE «Die verfügbaren Anlagen hinken mit 22 bis maximal 28 % elektrischem Wirkungsgrad der Effizienz grosser Anlagen noch weit hinterher, auch haben sie das Potenzial zur Schadstoffvermeidung noch nicht ausgeschöpft», sagt Christian Schürch, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) Zürich.

Schürch und sein ETH-Forscherteam arbeiten seit mehreren Jahren an der Entwicklung eines Mikro-BHKW mit hohem elektrischem Wirkungsgrad und tiefem Schadstoffausstoss. Wie in einer Gas­heizung wird hier Gas verbrannt, allerdings nicht im einem Heizkessel, sondern in einem Motor: Dessen mechanische Energie wird über einen Generator in Strom verwandelt, die in den Abgasen enthaltene Wärme über einen Wärmetauscher für die Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser genutzt. Das Mikro-BHKW ist jetzt im Begriff, die Prüfstände der akademischen Forschung


Die im Projekt ALADIN II entwickelte Laboranlage an der ETH Zürich.

Mit dieser Anlage – ein auf Gasbetrieb umgebauter Einzylinder-Benzinmotor –

Die Komponenten der Anlage sind hier gut zugänglich. Der Lauf des

haben Forscher der ETH Zürich im Vorgängerprojekt ALADIN I von 2011

Gasmotors (bodennah im Vordergrund) wird mit einem Schwungrad

bis 2014 die technischen Grundlagen eines Mikro-BHKW untersucht.

stabilisiert. Durch die gleichmässige Drehzahl kann der Generator

Im Bild: der damalige ETH-Doktorand Philipp Vögelin.

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VERTRAUT MIT ENERGIE. SEIT 1897

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BLOCKHEIZKRAFTWERK zu verlassen. Voraussichtlich ab Früh­ sommer 2017 wird eine Pilot- und Demonstrationsanlage bei der Bucher AG Langenthal das Potenzial der Neuentwicklung vor Augen führen. Die Produzentin von Schmierölen, besser bekannt unter dem Produktnamen Motorex, ist als Industriepartner an der Entwicklung des Mikro-BHKW beteiligt. Herzstück des Mikro-BHKW ist ein kleiner, auf Gasbetrieb umgerüsteter Einzylinder-Viertaktmotor der Swissauto Wenko AG in Burgdorf (BE). In seiner Grundform kommt der Motor in Quadbikes oder Motorrädern zum Einsatz. Das Mikro-BHKW basiert auf einer Weiterentwicklung des Motors, welche primär in Hybrid-Antriebssträngen wie in einem Range-Extender-Modul verwendet wird – mit tiefem Verbrauch und hohem mechanischem und elektrischem Wirkungsgrad.

mischen, hat die Entwicklungsabteilung der Bucher AG Langenthal über 60 Basisöle und über 600 Additive sowie mehr als 2500 Ölrezepturen an der Hand. Aus früheren Projekten ist bekannt, dass allein der Einsatz eines geeigneten Schmieröls die Energieumsetzung in einem Motor um bis zu 2% verbessern kann. Um hier das Optimum zu erreichen, werden in Langenthal und parallel dazu an der Eidgenössischen Materialprüfanstalt (Empa) in Dübendorf Tests mit verschiedenen Mixturen durchgeführt. «Im Moment steht bei den Versuchen noch der wissenschaftliche Aspekt im Vordergrund, aber wir hoffen, dass wir mit dem

zusätzlichen Wissen später ein kommerzielles Schmieröl für Mikro-BHKW herstellen können. Zudem dürfte sich unser Entwicklungsaufwand auch in Lizenzeinnahmen bezahlt machen», sagt Markus Staubli, Leiter Key Account Management und Mitglied des Management-Teams bei der Bucher AG Langenthal.

ÜBER 32 % ELEKTRISCHER WIRKUNGSGRAD Die Pilot- und Demonstrationsanlage in Langenthal ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung. Im Projekt ALADIN I (2011 bis 2014) hatten Forscher des ETH-Labors für Aerothermochemie und Verbrennungssysteme (LAV) einen

DAS GEHEIMNIS DES RICHTIGEN ÖLS Damit dieser Motor mit maximalem Wirkungsgrad betrieben werden kann, ist unter anderem ein optimiertes Schmieröl erforderlich. Aus dem auf Gasbetrieb umgerüsteten Einzylindermotor ergeben sich spezifische Anforderungen an das Schmieröl, das den Spalt zwischen Kolbenring und Zylinderwand abdichtet und den Verschleiss mindert. Ein stabiles Basisöl muss mit den geeigneten Additiven (chemischen Zusätzen) ergänzt werden, damit der Motor bei den im Vergleich zum Einsatz in einem Fahrzeug weitaus längeren Laufzeiten stabil, sicher und mit minimalem Serviceaufwand arbeitet. Um das passende Öl zu

ETH-Forscher Christian Schürch mit der Laboranlage des Mikro-BHKW. Der Zeigefinger tippt auf die Lambdasonde, rechts davon ein Temperaturfühler zur Messung der Abgastemperatur.

KAMPF DEN KALTSTARTEMISSIONEN Je nach Anwendung würden Mikro-BHKW nicht im Dauerbetrieb laufen, sondern häufig ein- und ausgeschaltet. In den ersten Minuten nach Betriebsaufnahme entstehen Kaltstartemissionen, da der Drei-Wege-Katalysator seine volle Wirkung erst nach sieben bis zehn Minuten entfaltet, wenn er auf 650 °C aufgeheizt ist. «Wir wollen sicherstellen, dass die Mikro-BHKW möglichst während ihrer gesamten Betriebszeit, also auch in der Startphase, tiefe Emissionswerte haben», sagt Christian Schürch von der ETH Zürich, der das Projekt ALADIN II leitet. Ein Weg zu diesem Ziel ist die Verkürzung der Aufwärmzeit des Katalysators, indem der Katalysator wärmeisoliert oder in der Startphase elektrisch beheizt wird. Ein anderer Zugang sind regeltechnische Abschätzungen, um die Zahl der Betriebs­pausen zu verringern und Stillstandszeiten kurz zu halten. Ferner denkbar sind modifizierte Betriebsarten: Durch Verzögerung des Zündzeitpunkts beispielsweise entstehen heissere Abgase, was den Katalysator schneller erwärmt, aber den mechanischen Wirkungsgrad des Motors mindert, da der Verbrennungsschwerpunkt nicht mehr am optimalen Zeitpunkt liegt. Oder der Motor wird in der Startphase fett gefahren, d.h. mit überschüssigem Brennstoff, und durch Zugabe von Sekundärluft nach dem Motorauslass wird der Restbrennstoff vor und im Katalysator verbrannt, um diesen zu beheizen. «Alle Massnahmen mit Ausnahme der Isolation verringern den Wirkungsgrad der Anlage. Es ist Gegenstand der Forschungsarbeiten herauszufinden, welche Massnahme unter welchen Rahmenbedingungen die beste Wahl ist», sagt ETH-Forscher Schürch. ETH-Forscher haben realitätsnahe Betriebsprofile entwickelt und werden diese nun an der eigenen Laboranlage und den vier externen Funktionsmustern mit mobilen Abgasanalysegerät untersuchen. BV

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BFE UNTERSTÜTZT PILOT-, DEMONSTRATIONSUND LEUCHTTURM-PROJEKTE Die Entwicklung eines Mikro-Blockheizkraftwerks im Rahmen des Projekts ALADIN II wird vom Bundesamt für Energie unterstützt. Das von der ETH Zürich mit Industriepartnern realisierte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gehört zu den Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturm­projekten, mit denen das Bundesamt für Energie (BFE) die sparsame und rationelle Energieverwendung fördert und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreibt. Das BFE fördert Pilot-, Demon­ strations- und Leuchtturmprojekte mit 40 % der anrechenbaren Kosten. Gesuche können jederzeit eingereicht werden. www.bfe.admin.ch/pilotdemonstration www.bfe.admin.ch/leuchtturmprogramm

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Stäubli ist eine in der Schweiz und anderen Ländern registrierte Marke der Stäubli International AG. © Stäubli 2017 | Photocredits: Stäubli

ETH-Forscher Christian Schürch mit der Laboranlage des Mikro-BHKW.


BLOCKHEIZKRAFTWERK

Berechnungen der ETH Zürich machen deutlich: Eine Vielzahl von Mikro-BHKW (bezeichnet auch als 'WKK-Schwarm'; dunkelgrün) kann eingesetzt werden, um in jenen Jahreszeiten Strom zu produzieren, wenn der Ertrag an Photovoltaik-Strom (gelb) wetterbedingt gering ist. So lässt sich erreichen, dass die Summe von Strom aus Mikro-BHKW und Photovoltaik relativ konstant ist.

Das Schema zeigt den Aufbau des Mikro-BHKW.

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Einzylinder-Benzinmotor mit 325 ccm der Swissauto Wenko AG auf Gasbetrieb umgerüstet und in ein Kleinkraftwerk zur Erzeugung von Strom (rund 7 kW) und Wärme (rund 14 kW) umgebaut. Statt über ein Gleitlager, wie bei Industriemotoren üblich, verfügt der Motor über ein Wälzlager; dieses hat weniger Reibungsverluste und verspricht damit eine höhere Effizienz bei der Energieumwandlung. Um die ambitionierten Effizienzziele zu erreichen, kommt zudem ein hochwertiger Generator zum Einsatz. Auch nutzt der Wärmetauscher nicht nur die Wärme der nassen Abgase, sondern auch die latente Wärme, welche durch die Kondensation des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfes frei wird (Brennwertnutzungstechnologie von Hoval). Darüber hinaus wird auch die Abwärme des Motors, des im Gegensatz zur üblichen Industrieanwendung wassergekühlten Generators und des Schmieröls genutzt. Das Mikro-BHKW ist – wie seine grossen Brüder – mit einem Katalysator ausgerüstet. Das erlaubt eine Minimierung der Schadstoffemissionen. Mit Rücksicht auf den Katalysator muss der Motor stöchiomet-

risch gefahren werden, das heisst, das Brennstoff-Luft-Gemisch wird vollständig, ohne Luftüberschuss verbrannt. Im aktuellen Folgeprojekt ALADIN II (2015 bis 2017) wird der auf Gas umgerüstete und mit einem Katalysator bestückte Motor nun in einem kompakten Gehäuse mit Generator, Wärmetauscher und weiteren Komponenten kombiniert und zu einem kompletten, «seriennahen» Funktionsmuster weiterentwickelt. In dieser Anordnung erreicht die Anlage an der ETH Zürich einen elektrischen Wirkungsgrad von 32.7 %, womit die Zielvorgabe («über 30 %») erreicht ist. Der angestrebte thermische Wirkungsgrad von 60% wird ebenfalls realisiert – bei einer Rücklauf-Temperatur aus dem Heizungskreislauf von 30 °C liegt dieser sogar bei 76%. Die erzielten Emissionssenkungen für NOx (­< 5.0 mg / Nm3), CO (< 3.0 mg / Nm3) und HC (< 3.0 mg/Nm3; jeweils ge­ messen im heissen Abgas direkt nach dem Kata­lysator) sind als Erfolg zu werten: «Die ­erreichten Werte liegen weit unter den Vorschriften als auch unter denjenigen der Konkurenzanlagen», sagt Christian Schürch,

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EIN SCHWARM AUS MIKRO-BHKW Bei Dauerbetrieb erzielt ein Mikro-BHKW die maximale Stromausbeute. Dies ist das Betriebskonzept, das Hoval verfolgt (vgl. Haupttext). Es sind aber auch andere Betriebskonzepte in Diskussion: So könnten Mikro-BHKW eingesetzt werden, um Produktionslücken von Solar- und Windstrom auszugleichen. Um dies wirksam zu tun, müsste eine Vielzahl von Mikro-BHKW in einem Verbund mit hoher Leistung gesteuert werden. Ein Contractor könnte einen solchen Verbund flexibel betreiben, vorwiegend dann, wenn die Strompreise wegen Nachfrageüberschuss hoch sind. Damit dies möglich ist, müssen die beteiligten Haushalte über hinreichend grosse Wärmespeicher (Warmwasserspeicher) verfügen, damit die Mikro-BHKW zeitlich flexibel betrieben werden können. Eine Forscherteam der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts hat vor kurzem ein vom BFE mitfinanziertes Projekt abgeschlossen, das Möglichkeiten und Grenzen solcher 'Schwärme' aus Mikro-BHKW untersucht hat. «Da die angeschlossenen Gebäude im Winter mehr Wärme benötigen, fällt der Grossteil der Elektrizitäts­p roduktion eines solchen Schwarms ins Winterhalbjahr; damit wirkt er ganz natürlich der im Winter tieferen Photovoltaikproduktion entgegen», fasst Projektleiter Dr. Gil Georges eines der Hauptergebnisse zusammen. Die ETH-Forscher haben überdies Fallstudien für die Kantone Luzern, Basel und Thurgau erstellt. Demnach liessen sich solche Schwärme betreiben, ohne dass Biomasse aus anderen Kantonen herangeführt werden müsste. Schwärme aus BHKW könnten aber andere Nutzungen von Biomasse und Abfall konkurrenzieren, stellen die Wissenschaftler fest.

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Bei Nutzung der verfügbaren nachhaltigen Biomasse (Holz, Abfälle, Gülle) lassen sich mit Mikro-BHKW laut ETH-Studie 6 TWh Strom erzeugen, davon 5.4 TWh im Winter. Das entspricht 16% des aktuellen Winterstrom-Bedarfs in der Schweiz. «Das Konzept des Schwarms funktioniert technisch, doch die entscheidende Frage ist,ob ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickelt werden kann», sagt Gil Georges. BV Saia-Burgess Controls AG Bahnhofstrasse 18 | 3280 Murten, Schweiz T +41 26 580 30 00 | F +41 26 580 34 99 www.saia-pcd.com | info.ch@saia-pcd.com www.s-monitoring.com


BLOCKHEIZKRAFTWERK

Bereit zum Dauertest: In Langenthal, Mellingen, Vaduz und Zürich wird das Mikro-BHKW in den kommenden Monaten umfassenden Testläufen unterzogen mit dem Ziel, ein effizientes und abgasarmes Kleinkraftwerk für die Erzeugung von Wärme und Strom auf den Markt zu bringen.

wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich und Leiter des Projekts ALADIN II. «Eine weitere Reduktion ist mit den heutigen ­Katalysatoren kaum möglich.»

VIER FUNKTIONSMUSTER IM PRAXISTEST Im nächsten Schritt werden vom MikroBHKW nun – ergänzend zur Laboranlage an der ETH – vier Funktionsmuster hergestellt. Mit ihnen werden die Industriepartner die Anlage in den kommenden Monaten und Jahren in Kooperation mit der ETH testen und optimieren. Neben der Anlage in Langenthal steht ein zweites Funktionsmuster beim Heizungsunternehmen Hoval in Vaduz (FL). Hier fokussieren sich die Entwickler auf die Einbindung in Heiz­ systeme und Verbesserungen der Konstruktion und der Schall- / Wärmeisolation. Mit zwei weiteren Funktionsmustern werden bei der sa-charging solutions AG in Mellingen (AG) Dauerlauftests über 1000 bis 2000 Betriebsstunden durchgeführt. Hierbei werden unter anderem verschiedene Betriebsmuster wie Dauerlauf bzw. Ein / Aus-­Betrieb (vgl. Textbox 2) untersucht.

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Hoval ist heute mit mittelgrossen BHKW (20 bis 560 kWel) am Markt vertreten. Mit den Mikro-BHKW würde das Unter­ nehmen seine Produktpalette in der unteren Leistungsklasse erweitern. «Unser Ziel ist ein Mikro-BHKW mit einer elektrischen Leistung von beispielsweise 5 kW und einer Wärmeleistung von 10 kW, das typischerweise ganz­jährig die Warmwasserversorung als Grundlast für ein Mehrfamilienhaus übernehmen würde. Denn nur wenn ein Mikro-BHKW durchgängig läuft, erzeugt es genügend Strom zur Eigennutzung, was für die Wirtschaftlichkeit der Anlage zentral ist», sagt Dipl. Ing. Markus Telian, Leiter F & E bei Hoval.

BETRIEB MIT NICHT-FOSSILEN GAS MÖGLICH Die vier Funktionsmuster müssen nun in den anstehenden Testläufen beweisen, dass sie den Dauerbetrieb mit tiefen Wartungskosten und einem hohen Wirkungsgrad meistern. Auf dieser Grundlage wird die Hoval-Geschäftsführung in voraussichtlich zwei Jahren über Serienproduktion / Markteinführung des Mikro-BHKW entscheiden. Bei den Wirtschaftlichkeits-

HINWEISE Für Führungen durch die Pilot- und Demonstrationsanlage bei der Bucher Langenthal AG bzw. weitere Auskünfte zum Projekt vonseiten der Bucher AG Langenthal kontaktieren Sie bitte: Markus Staubli markus.staubli@motorex.com Projektverantwortlicher bei der Bucher AG Langenthal, oder Peter Regenass peter.regenass@motorex.com Verwaltungsratspräsident der Bucher-Motorex-Gruppe. Auskünfte zum Projekt für das BFE erteilt: Stephan Renz info@renzconsulting.ch Leiter der BFE-Forschungsprogramme Verbrennung und WKK. Auskünfte zum Projekt für die Hoval Aktiengesellschaft erteilt: Martin Moisi martin.moisi@hoval.com Projektverantwortlicher bei der Hoval Aktiengesellschaft.


BLOCKHEIZKRAFTWERK berechnungen werden die Gaspreise und der Abnahmepreis für Strom eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Das Mikro-BHKW kann mit Erdgas oder gleichwertig aufbereitetem Biogas (hoher Methangehalt) betrieben werden. Nach Überzeugung von Peter Regenass, Verwaltungsratspräsident der BucherMotorex-Gruppe (Langenthal), werden Mikro-BHKWs in einer Versorgung mit erneuerbaren Energien künftig eine wichtige Rolle übernehmen: «Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir in Zukunft erneuerbaren Strom nutzen werden, um über die Power-to-Gas-Technologie Methan herzustellen, dieses nicht-fossile Gas dann ins Gasnetz einspeisen und zur dezentralen Energieproduktion in Mikro-BHKW nutzen.»

HINWEISE Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrationsund Leuchtturmprojekte im Bereich Verbrennungs­basierte Energiesysteme finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/verbrennung.

Ein Funktionsmuster des Mikro-BHKW im Entwicklungszentrum der Hoval Aktiengesellschaft in Vaduz (mit den Hoval-Mitarbeitern Marin Moisi (l.) und Peter Dobler). Vaduz ist einer von vier Standorten, an dem das innovative Kleinkraftwerk in den nächsten Monaten auf Herz und Nieren geprüft wird.

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SCHMIERTECHNIK

MOTOREX EINE 100-JÄHRIGE ERFOLGSGESCHICHTE RUND UM DAS GRÜNE FASS Massgeschneiderte Rezepturen, Nahbarkeit, Innovation: Das Traditionsunternehmen BUCHER AG LANGENTHAL feiert im Juni sein 100-jähriges Bestehen. Der Schmierstoffhersteller mit dem grünen Fass blickt dabei auf eine bewegte Geschichte zurück. Eine Geschichte, in deren Zentrum stets die Bedürfnisse des Kunden stehen. das grösste Tanklager der Schweiz mit einer Kapazität von acht Millionen Liter Öl, und schmiert alles, was es zu schmieren gilt – egal, ob Rad oder Motor. MOTOREX steckt überall drin und ist zu unserem ständigen Begleiter geworden.

QUALITÄT UND NACHHALTIGKEIT ALS LANGFRISTIGE HERAUSFORDERUNGEN

A

ls grösstes unabhängiges FrischölVeredelungsunternehmen der Schweiz entwickelt und produziert MOTOREX innovative Schmierstoffe und chemisch-technische Produkte. Der weltweit tätige Familienbetrieb mit Nieder­ lassungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweden und Polen agiert in verschiedensten Geschäftsfeldern von Landwirtschaft über Bauindustrie bis zum Motorsport. Die MOTOREX-Produkte werden dabei fortlaufend weiterentwickelt und auf spezielle Bedürfnisse – selbst auf diejenigen von Kleinstkunden – zugeschnitten. Zusammen mit der herausragenden Qualität der Produkte und den umfassenden Serviceleistungen ist es denn insbesondere das Besetzen von Know-how-intensiven Marktnischen, das für den Erfolg des KMU in einem international stark umkämpften Markt verantwortlich zeichnet. Oder, wie es die Gründerfamilie Regenass-

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Bucher zu sagen pflegt, «dass es dem Kleinen gelingt, den Elefanten durch die Beine zu tanzen.»

AUS REX WIRD MOTOREX Der Anfang jedoch war bescheiden: Am 3. Dezember 1917 wurde die Firma gegründet, die sich unter dem Namen REX auf die Fabrikation von Leder- und Bodenpflegemitteln spezialisierte. Die Inhaber, darunter Mitbegründer Arnold Bucher, trieben das Wachstum der Firma mit viel Geschick voran, und so erweiterte man das Sortiment 1947 um Motorenöle. Ein Meilenstein in der Unternehmens­ geschichte, der dazu führte, dass aus ­­REX MOTOREX wurde. Die Firma konzentrierte sich fortan auf die vielversprechenden Schmier- und Pflegemittel und baute die Produktepalette kontinuierlich aus. Heute besitzt MOTOREX

Heute ist MOTOREX der grösste Schweizer Schmierstoffhersteller, beschäftigt über 350 hochqualifizierte Mitarbeitende und vertreibt seine Produkte in über 80 Ländern. Der weltweite Erfolg der Marke konnte dank gezielter Forschung, enormer Innovationskraft sowie einem für ein Schweizer Unternehmen typischen Hang zur Perfektion erreicht und ausgebaut werden. Das Unternehmen verfügt über verschiedene ISOZertifizierungen und strebt eine konsequente Qualitätssicherung über sämtliche Prozessstufen hinweg an – wobei die Bedürfnisse der Kunden wie seit jeher im Zentrum stehen. «Wir haben den stetigen Anspruch auf Qualitätsführerschaft und legen daher grossen Wert auf einen sich laufend verbessernden Kundenservice», so MOTOREXGeschäftsführer Edi Fischer. «Diese Maxime spiegelt sich selbstverständlich auch im Labor wider, welches wir in Langenthal kürzlich von Grund auf erneuert haben. Zudem erweitern wir die Zentrale derzeit um neue Produktions- und Verwaltungsgebäude. Mit Qualitätsprodukten «swissmade» in Langenthal und attraktiven Dienstleistungen ist MOTOREX bereit für die Zukunft.» Darüber hinaus steht für MOTOREX der schonende Umgang mit Mensch und Umwelt ganz oben auf der Prioritätenliste.


SCHMIERTECHNIK Edi Fischer: «Dass uns das Schwinden fossiler Ressourcen beschäftigt, liegt in der Natur unseres Geschäfts.» Doch es sei dem Unternehmen generell ein grosses Anliegen, nachhaltig zu agieren und das Umfeld so wenig als möglich zu belasten: «Die ständige Optimierung der Sicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes wird von MOTOREX daher ­e igenverantwortlich und auch ohne gesetzliche Verpflichtung oder be­hördliche Auflagen wahrgenommen.»

WEITERE INFORMATIONEN BUCHER AG LANGENTHAL MOTOREX-Schmiertechnik Postfach 4901 Langenthal www.motorex.com

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SICHERHEIT

CYBER DEFENCE BESCHRÄNKT SICH NICHT NUR AUF TRADITIO­ NELLE IT INFRASTRUKTUREN Hacker machen auch vor kritischen Infrastrukturen nicht halt. Wenn es dabei um die Sicherheit geht, dürfen keine Kompromisse eingegangen werden – ansonsten drohen kritische Situationen wie ein «Blackout». Den Fokus nur auf präventive Massnahmen zu legen, wäre zu kurz gegriffen. Ein systematischer Sicherheitsansatz, der sowohl das Risikomanagement, den Schutz der Informationen, die Erkennung und Reaktion auf Sicherheitsvorkommnisse und die Wiederherstellung und Optimierung berücksichtigt, ist heute das A und O einer formulierten und erfolgreichen Cyber Security Strategie. von Markus Limacher

B

etreiber von kritischen Infrastrukturen, egal ob in den Bereichen Energie, Wasser oder Verkehr, etc. sind auf funktionierende Systeme der IT und der OT (Operational Technology) angewiesen. Dabei darf man sich aber nicht nur auf die traditionelle IT-Landschaft konzentrieren. Denn gerade ICS- und SCADA-Systeme benötigen durch die Zunahme der Cyber Bedrohung und Vernetzung in der Wertschöpfungskette einen umfassenden Schutz. Bislang bewegten sich solche Leitund Steuerungs-Systeme in einer eigenen Welt proprietärer Protokolle, auf speziellen Plattformen und einer darauf zugeschnittenen Kommunikationsinfrastruktur. Sie waren von anderen Netzwerken – einschliesslich dem Internet – meistens isoliert. Heutzutage müssen Daten immer häufiger über Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht werden, weil verschiedene Parteien Teiltätigkeiten übernommen haben, die früher an einer Stelle gebündelt waren. Die zunehmende Interoperabilität in der Wertschöpfung bietet ein wirtschaftlich enormes Potential, birgt aber auch Risiken und Gefahren.

Überprüfung und kontinuierlichen Verbesserung auf der Basis eines Informationssicherheits-Management-Systems (ISMS). Gleichzeitig werden die drei Dimensionen der Cyber Security beleuchtet – Technologie, Prozesse und nicht zuletzt der Mensch.

CYBER SECURITY MIT SYSTEM

Unternehmen können und müssen sich auf Cyber-Attacken vorbereiten – dies gilt insbesondere auch für Betreiber kritischer Infrastrukturen. Der Schutz der Netzwerke und der Informationen wird aber immer schwieriger – insbesondere der Schutz vor anspruchsvollen Attacken, die durch herkömmliche Sicherheitssysteme nicht mehr erkannt werden.

Seit Jahren hat sich in der Unternehmenswelt das Thema Cyber Security auf der Basis des ISO / IEC 27001 Standards oder des NIST Cyber Security Frameworks etabliert. Aber auch Betreiber kritischer Infrastrukturen sind gut beraten, sich konsequent mit aktuellen und neuen Risiken auseinander zu setzen und der Informationssicherheit das nötige Gewicht beizumessen. Internationale Standards bieten dazu ein anerkanntes Modell für die Errichtung, Umsetzung,

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Die Einführung eines ISMS z. B. nach ISO / IEC 270xx oder NIST hilft Betreibern von kritischen Infrastrukturen, das Sicherheitsniveau systematisch zu steigern und dabei von Good Practice-Ansätzen zu profitieren. Es hat sich gezeigt, dass gerade das systematische Vorgehen einen erheblichen Mehrwert bietet. Dazu zählen u. a. ein gezieltes Risikomanagement, der Aufbau eines angemessenen Sicherheitskonzeptes und einer geeigneten Sicherheitsarchitektur, die Definition der Sicherheitsorganisation, -richtlinien und -prozessen, welche den (ICT-) Sicherheitsmassnahmen eine Ordnung und Führung verleihen, sowie der Aufbau einer Notfallplanung und die Sicherheitssensibilisierung der Mitarbeitenden.

CYBER DEFENCE IST MEHR ALS EINE HOHE (SICHERHEITS-)MAUER

Der Architektur von ICS- und SCADASystemen innerhalb des Unternehmens-

netzwerks kommt eine enorme Bedeutung zu. Einer der wichtigsten Aspekte neben der System-Redundanz stellt dabei die optimale Segmentierung der Netzwerke, Betriebsfunktionen, Einzelelemente und Überwachung der so geschaffenen Zonenübergänge dar, welche die BusinessProzesse optimal abdeckt und unterstützt. Es gilt verschiedene Verteidigungslinien (Lines of Defense) aufzubauen. Zu diesen zählen die Verbindung der kritischen Infrastrukturen und der ICT mit einer End-­zuEnd-Sicherheit, kontrollierte Remote-­ Zugänge für Lieferanten und Partner, einem Perimeter-Schutz bestehend u. a. aus Fire­ walls, dem Intrusion Detection / Prevention System, einem VPN und geschützte Netzwerk- und Zonenübergänge sowie einem umfassenden Malware-Schutz auf vernetzten und geschlossenen Systemen. Den Fokus nur auf den Perimeter zu legen, wäre zu kurz gegriffen.

CYBER ATTACKEN ABZUWEHREN REICHT NICHT MEHR AUS Heutzutage muss man davon ausgehen, dass bereits ein Angriff und damit verbunden eine Infiltration stattgefunden hat. Es geht somit darum, diese umgehend zu erkennen, schnell darauf zu reagieren und anschliessend die Sicherheitsmassnahmen gezielt zu optimieren. Dies schafft man aber nicht ohne technologische Unterstützung in Form einer zentralen Security Intelligence Plattform und entsprechenden Agenten auf den Endgeräten. Sie sammelt automatisch alle Informationen aus den Infrastrukturkomponenten, vergleicht diese mit externen Threat Feeds und untersucht sie


SICHERHEIT

GEZIELTE OPTIMIERUNG UND SCHWACHSTELLENBESEITIGUNG Die Risikosituation und Bedrohungslage ändert sich stetig. Aus diesem Grund sind regelmässige Überprüfungen des Sicherheitsdispositivs nach neuen Bedrohungen und Schwachstellen unerlässlich. Zur Kontrolle sollten regelmässig System Audits, Penetration Tests und Vulnerability Scans durchgeführt werden. Nur so kann die Sicherheit an die aktuelle Risikosituation angepasst und optimiert werden.

in Echtzeit auf Angriffe. Ergänzt wird dieses System mit Breach Detection Systemen, welche den Datenverkehr mit Hilfe von Data Science, maschinellem Lernen und Verhaltensanalysen durchsuchen und auswerten. Wird ein Angriff erkannt oder befindet sich ein Angreifer bereits im internen Netz, muss ein Unternehmen in der Lage sein, schnell zu reagieren. Dazu braucht es retrospektive Informationen. Nur so lässt sich die gesamte Infrastruktur flächendeckend nach «Indicators of Compromice» (IOC) wie Prozess-, File-Hashes, Directory Pfade oder involvierte externe IP-Adressen, etc. durchsuchen.

sätze der Cyber Security auch auf die ICS- und SCADA-Netze zu adaptieren. Die Cyber Security Strategie bildet dabei den bereichsübergreifenden, strategischen Rahmen. Sie sollte die Ziele und Massnahmen zur Verbesserung der Cyber-Sicherheit für Anwender fassbar, nachvollziehbar und schlussendlich auch umsetzbar machen. Denken Sie daran: Hackerangriffe sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch enorme Kosten und einen riesigen Imageschaden verursachen.

IN DER HEUTIGEN WELT IST JEDER TAG EIN «ZERO DAY» Eine effiziente und zuverlässige Cyber Security muss auf verschiedenen Lösungen und Ansätzen wie Perimeter Security, Sandboxes und Malware-Protection aufbauen; kombiniert mit Cyber Defence Services, wie APT Detection & Response, Cyber Threat Intelligence und der systematischen Analyse von Bedrohungen mittels SIEM- und Incident Response. Nur so lässt sich die «Nadel im Heuhaufen» finden und beseitigen. Betreiber von Infrastrukturen sind gut beraten, die bewährten Best Practice-An-

KONTAKT AUTOR Markus Limacher Principal Cyber Security Consultant InfoGuard AG www.infoguard.ch

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SICHERHEIT

ELEKTRISCHE SICHERHEITSRISIKEN ES SOLLTE MEHR GETAN WERDEN Für prozesstechnische Anlagen, industrielle Infrastruktur, Rechenzentren, allgemeine Infrastruktur wie Krankenhäuser, Flughäfen, Tunnel aber auch kommerzielle Gebäude ist eine kontinuierliche Energieversorgung unabdingbar. Als Herzstück der Elektroinstallation stellt die Niederspannungsschaltanlage hierfür eine wichtige Voraussetzung dar. Im Laufe der Zeit machen zunehmende Lasten, Alterung und Erweiterungsmassnahmen durch geänderte Betriebsprozesse diese Anlagen anfällig für Störlichtbögen. In diesem Artikel untersucht Bernhard Gegenbauer, Produktmanager für Energieverteilung bei Eaton, die Folgen von Störlichtbögen sowie die Frage, ob Unternehmen alles tun, um die Risiken zu minimieren.

Eaton’s xEnergy Niederspannungsschaltanlage im Einsatz bei Airbus.

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SICHERHEIT

E

in Störlichtbogen in einer Niederspannungsschaltanlage kann schwerlich ignoriert werden. Ein massiver Druckanstieg im Schaltschrank, der auf bis zu 25 Tonnen pro Quadratmeter steigt, führt quasi zu einer Explosion, bei der Bauteile durch die Luft fliegen, die Installation zerstört und das Leben des umstehenden Personals gefährdet wird. War dieser erste Schlag noch nicht zerstörerisch genug, dann bergen die Folgen weitere Risiken, wobei langfristige Ausfallzeiten drohen. Neuen, von Eaton in Auftrag gegebenen Studien zufolge, können sich allein die Kosten für einen Produktionsausfall in einer typischen Produktionsanlage der Lebensmittelindustrie schnell auf 40’000 Euro in 24 Stunden belaufen. Hinzu kommen die Kosten für den Ersatz der Schaltanlage, eventuelle Verfahrenskosten und der ImageSchaden. Kurzum: Menschen, Infrastruktur und das Unternehmen werden kurzund langfristig einem ernsthaften Risiko ausgesetzt. Trotz dieser greifbaren Gefahren werden Niederspannungsschaltanlagen bei Sicherheitsanalysen der Infrastrukturen gewerb-

licher Gebäude oft vernachlässigt. Die Anlagenteile sind normalerweise nicht einsehbar, und meist wird davon ausgegangen, dass die Schaltanlage sicher ist, solange die Anforderungen der Normserie IEC / EN 61439 erfüllt werden.

die Anlagen gemäss der entsprechenden Version der IEC / EN 61439 sowie anderen relevanten Normen geplant, gebaut und geprüft wurden.

Die Untersuchungen von Eaton legen jedoch nahe, dass die Berücksichtigung des Standards allein für einen maximalen Schutz nicht ausreicht. Das Unternehmen weist darauf hin, dass sich mit Hilfe von neuen Technologien das Sicherheitsniveau verbessern lässt. Damit ­b esteht bereits heute die Möglichkeit, die Risiken eines katastrophalen Störlichtbogens und mit diesem verbundene kostenintensive Folgen weiter zu re­duzieren.

In einem von Eaton in Auftrag gegebenen Whitepaper, Sicherheit und Gefahr in elektrischen Niederspannungsanlagen, erläutert Alfred Mörx, Experte für Sicherheit in der Elektrotechnik, dass es «Ziel der Planung und Ausführung von Niederspannungsanlagen ist, Sicherheit zu erreichen und Gefahren auszuschliessen». Das bedeutet, Eigentümer und Verwalter von Gebäuden müssen durch die Umsetzung von Schutzmassnahmen dafür sorgen, dass die Restrisiken minimiert werden und das «maximale akzeptable Risiko» nicht überschritten wird.

Energieverteilungssysteme sind das Herzstück der Stromversorgung. Eigentümer und Verwalter von Gebäuden tragen die Verantwortung dafür, dass die Schaltanlage für die operativen Tätigkeiten den Anforderungen des IEC-Standards entspricht (die IEC ist das internationale Normungsgremium für Standards und Konformität für alle Bereiche der Elektrotechnik). Ein Unternehmen muss gewährleisten, dass

Sogar Unternehmen, die ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen, sind nicht vor Störlichtbögen gefeit. In den meisten Unternehmen werden im Laufe der Zeit die operativen Tätigkeiten ausgebaut, was in der Regel mit Anlagenerweiterungen und einer zunehmenden Belastung der Energieversorgung einhergeht. Dadurch erhöht sich über die Zeit das Risiko eines Störlichtbogenereignisses durch den nicht nur wertvolles

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SICHERHEIT Eigentum einschliesslich der Anlage zerstört werden, sondern der auch schwerwiegende Geschäftsausfälle und Gefahr für Leib und Leben zur Folge haben kann. Zu Störlichtbögen kann es auch kommen, wenn bei Wartungen oder Umbauten in der Anlage unbeabsichtigt leitfähige Teile auf Stromschienen fallen. In solchen Fällen herrscht Lebensgefahr für das Personal in der unmittelbaren Umgebung. Es gibt zudem viele nachgewiesene Vorfälle, in denen ein kleines Tier in den Schaltschrank gekrochen ist und katastrophale Störlichtbögen verursacht hat.

Industrieinfrastruktur sowie kritische Prozesse sind besonders sensibel im Zu­ sammenhang mit einem Energieausfall. Zuverlässige Systeme und eine möglichst unterbrechungsfreie Stromversorgung sind äusserst wichtigw. Ein unvorhergesehener Stromausfall z. B. während des Herstellungsprozesses kann bedeuten, dass wertvolle Rohstoffe oder Produkte unbrauchbar werden. Innerhalb kurzer Zeit steigen die Kosten der ursprünglichen Störung in beträchtliche Höhen. Dazu kommen eventuell noch die Umweltauswirkungen, wenn gefährliche Substanzen oder Materialien entsorgt werden müssen.

Eine teilweise oder komplette Zerstörung des Energieverteilungssystems führt unvermeidlich zu Geschäftsausfällen, die Tage, Wochen oder sogar Monate dauern können. Dabei ist zu betonen, dass die Folgeschäden (Kosten während der Geschäftsausfälle) immer höher werden, je länger der Ausfall dauert.

Das Whitepaper bietet eine detaillierte ökonomische Bewertung der Gesamtkosten, die bei Zwischenfällen mit Störlichtbögen auf Unternehmen zukommen können, und stellt die geschätzten Kosten pro Ausfallstunde bei typischen Anwendungen dar. Demnach können die Gesamtfolgekosten für einen Zeitraum

von 24 Stunden leicht auf 40’000 Euro steigen, inklusive der Stillsetzungs-, Stillstands-, Reinigungs- und Rüstkosten sowie zusätzlicher Kosten wie Konventionalstrafen. Die Berechnung basiert auf einer durchschnittlichen Produktions- oder Abfülleinrichtung in der Lebensmittelindustrie und zeigt, wie die Kosten Stunde um Stunde exponentiell steigen. Berücksichtigt werden sollte auch, dass die Kosten für den Austausch einer Schaltanlageneinheit typischer Weise im sechsstelligen Bereich liegen, wobei eine Ersatz­installation einige Wochen in Anspruch nehmen kann. In dieser Zeit ist das Unternehmen bzw. der Prozess quasi stillgelegt. Obwohl Unternehmen nur die Mindestanforderungen gemäss IEC 61439 erfüllen müssen, betont Artikel 6 (2) der EU-Richtlinie 89 / 391/ EWG, dass Arbeitgeber die modernste Technologie in Erwägung ziehen sollten, um sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Laut Mörx stellt die modernste Technologie, wie ein Störlichtbogenschutz, eine Schlüsselmassnahme dar, mit der Arbeitgeber die möglichen Folgeschäden reduzieren, den Arbeitnehmerschutz ausbauen und dabei über die Mindestanforderungen hinausgehen können. «Schaltgerätekombinationen, die nur die Mindestanforderungen erfüllen, unterschreiten beim Auftreten eines der oben genannten Ereignisse mit grosser Wahrscheinlichkeit das höchste vertretbare Risiko in Richtung Gefahr. Sind zusätzliche Massnahmen getroffen, können Schäden in den Anlagen bzw. Betriebsunterbrechungen mit empfindlichen Schadensfolgekosten in ihrem Ausmass verringert werden. Dasselbe gilt für gesundheitliche Beeinträchtigungen von Arbeitnehmern, die in oder in der Nähe dieser Anlagen beschäftigt sind. Die NiederspannungsSchaltgerätekombination, mit zusätzlichen Massnahmen ausgestattet, verfügen gleichsam über eine Art von ‹Sicherheitsreserve›», so Mörx.

Sicherheit über den Standard mit den Niederspannungsschaltanlagen von Eaton.

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Um die Sicherheit zu maximieren, gibt es zwei effektive Strategien. Zunächst kann die Temperatur überwacht werden, um ungewöhnliche Temperaturanstiege zu erkennen, die ein Indiz für eine bevorste-


SICHERHEIT hende Störung sind. Als zweite Massnahme kann dafür gesorgt werden, dass ein Störlichtbogenzwischenfall in Echtzeit erkannt wird, damit das Schaltgerät sofort abgeschaltet werden kann und der Schaden an der Schaltanlage selbst und an den angeschlossenen Anlagenteilen minimiert wird. Bei der Temperaturüberwachung bietet die herkömmliche Thermographie nur eine Momentaufnahme für eine bestimmte Lastsituation, die verdeckte und schwer zugängliche Stellen in der Schaltanlage nicht abdeckt. Eine neue Technologie von Eaton hingegen überwacht die Temperaturen an kritischen Punkten in der Anlage kontinuierlich und sendet die Daten kabellos an den Diagnose-Controller. Damit kann das verantwortliche Team die Temperaturwerte aufzeichnen, auswerten und weitere Untersuchungen oder entsprechend präventive Wartungsmassnahmen vornehmen. Eaton verfügt zudem in puncto Schaltanlagensicherheit mit dem Störlicht­ bogenschutzsystem Arcon über umfangreiche Erfahrungen. Arcon ist in der Lage, ein die betroffenen Anlagenteile innerhalb von nur zwei Millisekunden

Das Störlichtbogenschutzsystem ARCON von Eaton schützt Mensch und Maschine.

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SICHERHEIT abzuschalten, um Schäden zu minimieren. Durch diese Reaktionszeit, die am Markt führend ist und deutlich unter den üblichen 20 bis 50 Millisekunden liegt, trägt das System wesentlich zur Begrenzung der Schadenshöhe bei. Zur Bestimmung des Risikos und für die Planung entsprechender Massnahmen empfiehlt Eaton, dass sich zuständige Mitarbeiter in energiekritischen gewerblichen Gebäuden folgende Fragen stellen: • Welche technischen Auswirkungen hat ein Ausfall der Niederspannungsanlage? • Wie hoch sind die Folgeschäden? • Was sind die möglichen Konsequenzen eines Schaltanlagenausfalls für die Mitarbeiter? • Wie gross ist der Schaden für das Unternehmensimage, wenn Liefer­zeiten nicht eingehalten werden können? • Was sind die Auswirkungen eines Ausfalls der Schaltanlage auf die Umwelt?

Bernhard Gegenbauer, Produktmanager von Eaton für Energieverteilung.

HINWEISE Das Whitepaper steht hier zum kostenlos Download zur Verfügung: www.eaton.ch/SAS_whitepaper_ER

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FALLSTUDIE: AIRBUS OPTIMIERT DIE ANLAGEN­ VERFÜGBARKEIT VON NIEDERSPANNUNGSSCHALTANLAGEN MIT EATON-TECHNOLOGIE Um höchste Zuverlässigkeit der Energieversorgung für die Endmontage seiner erfolgreichen A320-Familie zu gewährleisten, hat der Flugzeugbauer Airbus an seinem grössten deutschen Standort in Hamburg-Finkenwerder umfangreiche Instandsetzungsmassnahmen der Niederspannungshaupt­ verteilung realisiert. Basierend auf Technologie von Eaton ist es gelungen, die Anlage in puncto Über­wachung, Sicherheit sowie Personenschutz auf den modernsten Stand der Technik zu bringen. Das Resultat des Projekts ist eine Anlage, die mit umfangreicher an die Leittechnik angebundener Überwachungsfunktionalität ausgerüstet ist, die Einblick auf Daten bis zum einzelnen Leistungsschalter erlaubt, die unerwartete Temperaturanstiege an neuralgischen Punkten vorrausschauend meldet bzw. im Störlichtbogenfall schnell abschaltet. Die Installation in Halle 9 in Hamburg-Finkenwerder ermöglicht es dem Airbus Maintenance & Energy Team in allen Betriebszuständen umgehend auf detaillierte Daten zugreifen, diese prüfen und korrigieren zu können. Die rund um die Uhr produzierende Montagehalle hängt in hohem Masse von der Zuverlässigkeit der technischen Systeme ab. Hier leistet Eatons Diagnosesystem zur kontinuierlichen Temperaturüberwachung in kritischen Bereichen von Niederspannungsschalt­a nlagen zudem einen wichtigen Beitrag. Das System basiert auf einem Diagnose-Controller und autonomen Temperatursensoren zur Überwachung aller Strom­s chienen und Verbindungspunkte sowie auf flexiblen Temperatursensoren für alle anderen Messpunkte. Als Teil des Projekts wurden fast 80 Temperatursensoren installiert. Bei Abweichungen generiert das System frühzeitig eine Warnung oder löst einen Alarm aus, falls bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Um die Hauptverteilung in puncto Personensicherheit zu erweitern, wurde auch das Störlichtbogenschutzsystem Arcon nachgerüstet.


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ENERGIE-MANAGEMENT

ZU RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN FRAGEN SIE IHREN ENERGIEEXPERTEN ZUNAHME VON NICHT-LINEAREN VERBRAUCHERN FÜHRT ZU MASSIVEN NETZRÜCKWIRKUNGEN Für den Erfolg der Energiewende ist neben einem möglichst CO2-neutralen Strommix vor allem ein sparsamer Verbrauch entscheidend. Die Krux dabei: Je energieeffizienter ein Unternehmen arbeitet, desto mehr ichtlineare Verbraucher werden eingesetzt und erzeugen unter Umständen störende Oberschwingungen. Netzrückwirkungen als Nebenprodukt der Energiewende sind so keine Seltenheit mehr, werden jedoch oft zu spät als solche erkannt – im schlimmsten Fall können sogar Brände und Überspannungsschäden eintreten. Die Power Quality Service-Abteilung der KBR GmbH empfiehlt Unternehmen deshalb, vorsorglich eine Filtereinheit zu installieren. Das wurde zum Beispiel an einem Bahnhof in einer deutschen Grossstadt veranlasst: Nach umfangreichen Modernisierungsmassnahmen versorgen etwa 2 000 elektronische Vorschaltgeräte (EVG) 5 000 LED-Spots mit Strom. Während des Probebetriebs wurde ein hoher Neutralleiterstrom festgestellt, der durch Netzrückwirkungen der Verbraucher entstanden ist. Durch die Installation von zwei aktiven multiwaveOberschwingungsfiltern des Schwabacher Unternehmens wurden deutliche Entlastungen erreicht.

L

aut den Technischen Anschlussbedingungen für den Anschluss an das Mittelspannungsnetz 2008 (TAB) endet die Verantwortung des Netzbetreibers am Übergabepunkt. Konkret heisst das: Ein Unternehmen ist selbst dafür verantwortlich, dass die Netzqualität hoch genug ist, um einen normalen Betrieb zu ge­währleisten. Treten Versorgungsstörungen auf, hat das selten mit dem Energieversorger, sondern mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einer hohen Anzahl an nicht-linearen Verbrauchern im Unternehmen zu tun. Denn während bei linearen Verbrauchern Strom und Spannung mit 50 Hz in einer gleichmässigen und reinen Sinusform schwingen, die auch als Grundschwingung bezeichnet wird, beziehen nicht-lineare Verbraucher einen Strom aus

dem Netz, der von der bekannten Sinusform abweicht und häufig als ein Vielfaches der Grundschwingung auftritt. Diese Stromabnehmer arbeiten zwar energieeffizient, können dafür aber Oberschwingungen und damit auch Netzrückwirkungen erzeugen.

ENERGIEVERSORGER KANN ÜBERGABESTATION DES UNTERNEHMENS VOM NETZ NEHMEN Die Folge sind neben einfachen Funktionsund akustischen Störungen auch Stillstände; zuweilen treten schon nach kurzer Lebenszeit Defekte bei Maschinen ein. Ausserdem können Leitungen und Transformatoren thermisch deutlich höher belastet werden. Im Extremfall sind sogar andere Kunden des Netzbetreibers von den negativen Effekten betroffen. «Das Unter-

Die KBR Kompensationsanlagenbau GmbH mit Sitz in Schwabach wurde 1976 gegründet und ist ein in der zweiten Generation inhabergeführtes Familienunternehmen, das Produkte und Dienstleistungen rund um das Energiemanagement für Gewerbe und Industrie anbietet. Dazu zählen Blindstromkompensationsanlagen und Energieoptimierungssysteme. Der Betrieb unterhält ein Vertriebsnetz in ganz Deutschland mit Vertriebsbüros in jedem Bundesland und beschäftigt aktuell 111 Mitarbeiter. KBR ist nach ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 9001 (Qualitätsmanagement) sowie ISO 50001 (Energiemanagement) zertifiziert.

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nehmen ist dann dazu verpflichtet, Massnahmen zu ergreifen, um die Netzrückwirkungen dauerhaft auf ein zulässiges Mass zu begrenzen», erklärt Manuel Polinski, Power Quality-Sachkundiger bei KBR. «Der Netzbetreiber ist bis zur Behebung der Mängel dazu berechtigt, die Übergabestation des Betriebs vom Netz zu nehmen.» KBR hat die Problematik bereits frühzeitig erkannt und im Jahr 2007 die Abteilung Power Quality Service ins Leben gerufen, die sich ausschliesslich mit dem Thema Spannungsqualität auseinandersetzt. «Seit der Gründung steigt die Zahl der Unternehmen, die uns mit der Überprüfung ihrer Netze beauftragen, konstant an. Dazu bieten wir als einer der führenden Dienstleister in Deutschland ausführliche Beratungen und liefern passende Filtergeräte, um das Netz wieder auf einen hohen Qualitätsstandard zu bringen», so Polinski.

ZAHL DER NICHT-LINEAREN VERBRAUCHER IN UNTER­ NEHMEN STEIGT STETIG Dabei haben die Netzrückwirkungen eigentlich positive Ursachen: Unternehmen, die ihren Energiebedarf optimieren und etwa ein Energiedatenmanagementsystem nach


ENERGIE-MANAGEMENT

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Energieexperten: Nicht-lineare Verbraucher sind zwar energieeffizient, können jedoch erhebliche Netzrückwirkungen und damit Betriebsstörungen auslösen. Abhilfe schaffen Oberschwingungsfilter wie die multiwave-Geräte der KBR Kompensationsanlagenbau GmbH.

ISO 50001 einführen, sparen aufgrund des geringeren Stromverbrauchs nicht nur Kosten, sondern unter Umständen auch erheblich Steuern. «Wer besonders energieeffizient arbeitet, hat jedoch auch eine hohe Anzahl an nicht-linearen Verbrauchern im Betrieb. Dazu zählen neben Elektronischen Vorschaltgeräten, die etwa bei LED-Beleuchtungen eingesetzt werden, auch Energiesparlampen, Netzteile bei PCs und Druckern, Steuerungen in

Maschinen, Umrichter oder die Drehzahlregelung von Motoren», erläutert Polinski. Viele Betriebe, die den Energieverbrauch optimieren wollen, übersehen die Problematik der Oberschwingungen jedoch und erleben dann ein böses Erwachen, wenn plötzlich unerklärlich scheinende Defekte und Störungen an Anlagen auftreten und der Maschinenhersteller die Verantwortung dafür von sich weist. Denn Probleme treten

meistens dann auf, wenn eine grosse Monokultur eines Betriebsmittels installiert wird, zum Beispiel der Einsatz eines einzigen Lampentyps bei der Beleuchtung. «Die zunächst recht kleine Störaussendung multipliziert sich dann mit der häufig recht hohen Anzahl der Leuchten, was am Ende zu einer erheblichen Netzbelastung führen kann», so der Power Quality-Sachkundige. KBR rät Unternehmen deshalb, neben dem Installationsort auch einen

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ENERGIE-MANAGEMENT

Bei einem gewöhnlichen Verlauf schwingen sowohl die Spannung (Graphik oben) als auch der Strom (Graphik unten) in gleichmässigen und reinen Sinusschwingungen mit 50 Hz. In der Praxis werden lineare Stromverbraucher jedoch nur noch selten angetroffen.

Um die Netzrückwirkungen einzudämmen, wurden an einem Bahnhof in einer deutschen Grossstadt zwei aktive multiwave-Ober-

Im Falle eines Bahnhofs in einer deutschen Grossstadt war der Neutralleiter deutlich höher

schwingungsfilter eingesetzt. Dadurch konn-

belastet als der Aussenleiter. Ursache dafür war ein hohes Aufkommen der 3. Harmonischen,

ten der Neutralleiterstrom deutlich gesenkt

die sich aufgrund ihrer Phasenlage auf dem Neutralleiter addierte und dazu führte,

und die EVGs erheblich entlastet werden.

dass der 3-fache Neutralleiterstrom floss.

Wandler sowie einen Filterabgang vorzusehen. Auch die Installation einer kleinen Filtereinheit hält der Schwabacher Energieexperte für sinnvoll. Eine Netzanalyse muss immer im referenzfähigen Betrieb durchgeführt werden, da sich einzelne Störpegel nicht zwangsweise aufsummieren müssen. So kann es – bedingt durch die Phasenlage der Oberschwingungen – auch zu Kompensationseffekten kommen. Ist also bereits eine kleine Filtereinheit vorhanden, kann während des Probebetriebs der endgültige Bedarf festgestellt und die Filterleistung entsprechend angepasst werden.

Aussenleiterstrom, der 155 A betrug, deutlich überstieg. Ursache dafür war ein hohes Aufkommen der 3. Harmonischen – sie schwingt mit 3 x 50 Hz –, die sich auf die Netzrückwirkungen der elektronischen Vorschaltgeräte zurückführen liess. Der Installateur ermittelte anhand der Einbaumessgeräte den Filterbedarf selbst.

GROSSER BAHNHOF VERMINDERT NETZRÜCKWIRKUNGEN DURCH OBERSCHWINGUNGSFILTER Die Problematik ist auch in einem Bahnhof in einer deutschen Grossstadt bekannt: Dort wurden umfangreiche Modernisierungsmassnahmen durchgeführt und unter anderem eine Etage mit 5 000 LEDSpots ausgestattet, die von ca. 2 000 EVGs versorgt werden. Im Probebetrieb fiel diesem jedoch ein ungewöhnlich hoher Neutralleiterstrom mit 235 A auf, der den

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KBR wurde schliesslich mit der Qualitätssicherung des Netzes beauftragt und lieferte zwei aktive Oberschwingungsfilter multiwave 120 A sowie 30 A, um die Netzrückwirkungen der EVGs zentral in der Verteilung zu filtern und damit die Zuleitung zur Verteilung und das vorgelagerte Netz zu entlasten. Dadurch konnte der Aussenleiterstrom in der Hauptverteilung von 155 A auf 130 A und auf dem Neutralleiter von 235 A auf 40 A gesenkt werden. Da auch der Gesamtoberschwingungsgehalt der Spannung von 7,5 Prozent (Grenzwert 8 Prozent) auf 2,8 Prozent gesenkt werden konnten, wurden somit auch die Vorschaltgeräte von ihren eigenen Netzrückwirkungen entlastet, was zu einer deutlich längeren Lebenserwartung führt. Die Zuleitung der

Verteilung, die sich vorher noch erheblich erwärmt hatte, blieb ausserdem deutlich kühler; das Hauptziel des Projektes war damit erreicht. «Hätten die Verantwortlichen der dortigen Verkehrsgemeinschaft nicht so schnell reagiert, hätte es im schlimmsten Fall zu einem Abbrand des Neutralleiters kommen können – auch ein Brandschaden inklusive Feuerwehreinsatz wäre denkbar gewesen. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ist nun jedoch ein störungsfreier Betrieb gewährleistet», zieht Polinski ein Fazit.

WEITERE INFORMATIONEN KBR Kompensationsanlagenbau GmbH Am Kiefernschlag 7 91126 Schwabach Telefon +41 (0)9122 6373 0 Telefax +41 (0)9122 6373 83 info@kbr.de www.kbr.de


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ENERGIE-MANAGEMENT

COMBITAC 100 % MASSGESCHNEIDERTE, MODULARE STECKVERBINDER FÜR AUTOMATISIERTE INDUSTRIELLE MASCHINEN UND ANLAGEN Angesichts der wachsenden Nachfrage nach höchstmöglicher Effizienz und Produktivität bei automatisierten industriellen Anwendungen, steigt die Bedeutung kompakter und modularer Steckverbindersysteme zunehmend. Wenn es darum geht, die notwendigen Qualitätsanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die anspruchsvollen Unternehmensziele zu erreichen, fällt die Wahl bevorzugt auf den modularen CombiTac-Steckverbinder, der alle notwendigen Strom-, Signal-, Daten-, Hydraulik- und Flüssigkeitsverbindungen in einem einzigen System kombiniert. Qualitative Hochwertigkeit und Praktikabilität gewährleisten langfristige Kosteneinsparungen.

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CombiTac Komplettlösungen einschliesslich der Kabelmontage.

ÜBER STÄUBLI Stäubli bietet innovative Mechatronik-Lösungen in drei Aktivitätsbereichen, Kupplungssysteme, Robotik und Textil. Mit über 4 500 Mitarbeitern erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz von über 1.1 Milliarden Schweizer Franken. 1892 ursprünglich als kleiner Betrieb in Zürich / Horgen gegründet, ist Stäubli heute ein internationaler Konzern mit Sitz in Pfäffikon, Schweiz. Auf allen Kontinenten präsent unterhält Stäubli 12 industrielle Produktionsbetriebe. Die Präsenz in 28 Ländern mit Verkaufs- und Service-Tochtergesellschaften wird durch Vertretungen in 50 Ländern ergänzt.

ÜBER STÄUBLI ELECTRICAL CONNECTORS Das Produktportfolio reicht von Miniatur- bis hin zu Hochleistungssteckverbindern für Energieübertragung, Prüf- und Messtechnik, Transportwesen und viele weitere Branchen. In der Photovoltaik ist Stäubli mit seinen Steckverbindungs­ komponenten Weltmarktführer. Kernstück aller Stäubli-Steckverbinder ist die einzigartige MULTILAM-Technologie.

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ie Umstellung auf intelligente, sich selbst überwachende Maschinen und Ausrüstungen haben zu einem erhöhten Bedarf an Signalen und Datenkontaktpunkten geführt – zuvor eingesetzte Einzelsteckverbinder für Strom, Steuerung und Kommunikation müssen zunehmend modularen Lösungen mit kompakteren Abmessungen und verbesserter Leistungsfähigkeit weichen. Die Suche nach einem geeigneten Steckverbindersystem, das in der Lage ist, den hohen Anforderungen gerecht zu werden, führt unweigerlich zu CombiTac, einem Produkt von Stäubli Electrical Connectors. Das modulare Steckverbindersystem CombiTac erlaubt Ihnen vielseitige Kombinationen von Strom-, Signal-, Daten-, Thermokupplungs-, koaxialen, faseroptischen, pneumatischen und hydraulischen Verbindungen innerhalb eines einzigen Rahmens bzw. Gehäuses. In komplexen Anwendungen, die nicht nur langlebige Komponenten, sondern auch überdurchschnittliche Leistung über die gesamte Lebensdauer hinweg erfordern, kommen die herausragenden Produkt­ eigenschaften des CombiTac ganz zum Tragen – selbst bei härtester mechanischer Beanspruchung und unter extremsten Umgebungsbedingungen. Verschiedene, kleinformatige elektrische Signalkontakte stehen zur Auswahl und können in hochdichte Kontaktträger eingebaut werden. Spezielle Last-Mate-FirstBreak-Module dienen der Überwachung und sorgen für erhöhte Sicherheit: Informationen zur korrekten Initialisierung des Steckverbinders werden direkt an die Steuereinheit übermittelt. CombiTacSteckverbindersysteme bieten verschiedene Optionen für Stromstärken bis zu 300 A, bei Hochspannungsmodulen bis zu 5 000 Volt.


ENERGIE-MANAGEMENT Für die strengen Anforderungen von Industrial Ethernet-Anwendungen existiert eine Reihe von Steckverbindermodulen, darunter beispielsweise ein 10 Gbit-Modul, das sämtliche CAT6A-Vorschriften erfüllt. Des Weiteren sind auch vielfältige Verbindungen von koaxialen, faseroptischen, Thermo- sowie verschiedenen pneumatischen und Fluidkupplungen bis zu 15 bar problemlos möglich. Eine genaue Konfiguration in Anlehnung an die jeweilige Anwendung ermöglicht die spezielle Positionierung der Kontakte und zudem den Einsatz von besonders widerstandsfähigem Kontakt­trägermaterial. Kundenspezifische Elemente (z. B. Spezialgehäuse, Griffe, etc.) lassen sich ebenfalls integrieren und bieten dem Anwender somit grösstmögliche Flexibilität. Weitere CombiTac-Eingenschaften, die hohe Lebensdauer und konstante Leistung gewährleisten, sind die integrierten Schutzwände und die Abschirmung, die die kleineren Signalkontakte zusätzlich schützen. Hinzukommt eine schwimmende Montage, die zum Ausgleich von Fluchtungsfehlern während des Steckvorgangs dient. Herzstück eines jeden Steckverbinders von Stäubli ist die bewährte und zuverlässige MULTILAM-Kontakttechnologie, die in ­e ntscheidender Weise zur Langlebigkeit und hervorragenden Leistungsfähigkeit der CombiTac-Steckverbindersysteme beiträgt. Die patentierten MULTILAMLamellentechnologie garantieret minimalen Spannungsabfall und minimalen Kontaktwiderstand sowie eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Vibrationen, Stössen oder Aufprall. So kann eine sichere Verbindung auch bei bis zu 100’000 Steckzyklen sichergestellt werden. Der Erfolg von CombiTac beruht jedoch nicht allein auf den hervorragenden technischen Eigenschaften, dem kompakten Design oder der praktischen Modularität: Ebenso spielt die jahrelange Erfahrung in der Entwicklung von akkuraten, kundenspezifischen Lösungen eine massgebliche Rolle. Speziell geschulte Vertriebsingenieure von Stäubli Electrical Connectors unterstützen Sie weltweit bei der Zusammenstellung von zu 100 % auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten CombiTac-Steckverbindern. Sie leisten während des gesamten Designprozesses umfangreiche Unterstützung und kompetente Beratung, einschliesslich der Bereitstellung von 3D-CAD-Modellen und Eins-zu-eins-Mustern.

Modulares CombiTac-Steckverbindersystem für schalttafelmontierte Anwendungen.

Die modularen CombiTac-Steckverbinder entwickeln sich zunehmend zu einem unabdingbaren Bestandteil automatisierter Fertigungsanlagen und garantieren dabei konstante und sichere Verbindungen, wie sie zwischen Maschinen und Anlagen für die fehlerfreie Echtzeitkommunikation und Stromübertragung benötigt werden. Die nicht zu übertreffende Qualität der eingesetzten Komponenten reduziert Wartungskosten und -intervalle sowie Ausfallzeiten auf ein absolutes Minimum. Stäubli Electrical Connectors ist Ihr zuverlässiger Partner in puncto Steckverbindersysteme, die ganz auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind und mit ihrer Leistung auf ganzer Linie überzeugen.

EIGENSCHAFTEN • 100’000 Steckzyklen • Ausgleich von Fluchtungsfehlern durch

schwimmende Montage • Zusätzlicher Stiftschutz durch Schutzwände • Widerstandsfähigkeit gegen Stösse und Vibrationen (EN 61373, EN 60068-2-6) • zu 100 % massgeschneidert • Bereitstellung von 3D-CAD-Modellen und Eins-zu-eins-Mustern • Online-Konfigurator: intelligent und nutzerfreundlich • Lieferung von Komplettlösungen einschliesslich der Kabelmontage

Produktion aus einer Hand: Stäubli liefert Ihnen eine Komplettlösung einschliesslich der Kabelmontage. Entdecken Sie mehr unter www.combitac.com

PRODUKTE • Hochstromkontakte bis hin zu 300 A

und 5000 V • Hochdichte Signale • 10 Gbit CAT6A Ethernet-Module • Faseroptik • Koaxiale Module • Pneumatische und hydraulische Kupplungen bis zu 15 bar • Thermokupplungskontakte • Last-Mate-First-Break-Module für Überwachungs- und Steuerungszwecke • In Schalttafeln integrierte Versionen sowie IP65- bzw. IP68/69-Gehäuse

CombiTac mit einer doppelreihigen Konfi­ guration, integriert in ein DIN-Gehäuse.

WEITERE INFORMATIONEN Stäubli Electrical Connectors ec.marcom@staubli.com www.staubli.com/electrical

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ENERGIE-MANAGEMENT

VIRTUELLES KRAFTWERK: AUS WENIG MACH VIEL Suisse Next, der neue Player im Schweizer Energiemarkt, vernetzt in seinem virtuellen Kraftwerk «Next Pool» erneuerbare Anlagen. Die Betreiber partizipieren so am Regelenergiemarkt und erwirtschaften Mehrerlöse, die im Alleingang nicht möglich wären.

DER NEXT POOL: STROMVERSORGUNG AUS 100 PROZENT ERNEUERBAREN ENERGIEN In der Schweiz soll bis 2035 sieben Mal mehr Strom aus neuen erneuerbaren Energien gewonnen werden als heute. Deutschland will im Jahr 2050 mindestens vier von fünf Kilowattstunden aus erneuerbaren Energien produzieren. Weltweit schreitet der Ausbau voran: 2013 übertraf die Anzahl der Neuinstallationen erneuerbarer Kraftwerkskapazitäten erstmals die der konventionellen. Diese gewaltige globale Transformation führt dazu, dass Millionen kleine Stromerzeuger konventionelle Grosskraftwerke überflüssig machen und ablösen. Die Herausforderung: Die neuen dezentralen und meist fluktuierenden Stromerzeuger und

-verbraucher müssen intelligent gesteuert und koordiniert werden, um eine zuverlässige Energieversorgung sicherzustellen. Hier setzen wir mit der Direktvermarktung und unserem virtuellen Kraftwerk, dem Next Pool, an. Der Next Pool wird von unserer deutschen Muttergesellschaft, der Next Kraftwerke GmbH, betrieben und vernetzt europaweit bereits heute mehr als 3 800 Strom erzeugende und verbrauchende Einheiten. Mit der Leistung aus dem Next Pool gleichen wir die Frequenzschwankungen im Stromnetz aus, die aufgrund fluktuierender Produzenten und Verbraucher entstehen. So tragen wir zusammen mit jedem einzelnen Anlagenbetreiber in unserem virtuellen Kraftwerk zu einer Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien bei.

DAS WETTER SPIELT MIT Eine Energieversorgung, die vermehrt auf wetterabhängige Energieträger wie Solar- und Windkraft setzt, muss Schwankungen zuverlässig abfedern können. Genau das leistet unser Next Pool: Eine Wolke zieht über den Solarpark? Wir fahren die Stromproduktion aus unseren vernetzten Bioenergieanlagen hoch. Es weht mehr Wind als erwartet? Flexible Stromverbraucher erhöhen ihren Verbrauch und profitieren von der günstigen Windenergie. Ein Netzbetreiber benötigt kurzfristige Reserven, um die Netzfrequenz zu stabilisieren? Unser Schwarm liefert die nötige Regelenergie.

WAS IST REGELENERGIE EIGENTLICH? Auf dem Regelenergiemarkt wird kurzfristig verfügbarer Strom bereitgestellt, um Netzschwankungen auszugleichen. Diese entstehen immer dann, wenn zu viel oder zu wenig Elektrizität produziert wird – zum Beispiel aufgrund der naturgegebenen Schwankungen von Solar- oder Windkraft. Für eine moderne Stromversorgung ist es daher ungemein wichtig, kurzfristig über Kapazitäten zu verfügen. In der Schweiz gibt es drei verschiedene Arten von Regelleistung: Primär-, Sekundär- und Tertiär­ regelleistung. Diese unterscheiden sich in der Geschwindigkeit, in der sie zur Stabilität von Netzschwankungen abgerufen werden. So greift die Sekundärregelleistung beispielsweise bereits nach 30 Sekunden und damit vor der Tertiärregel­ leistung, wodurch sie wertvoller ist und höher vergütet wird.

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MIT IHRER ANLAGE ERZIELEN SIE MEHRERLÖSE IM REGELENERGIEMARKT Von unserem Next Pool profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch jeder unserer Kunden. Egal, ob Sie Stromproduzent oder – verbraucher sind. Egal, ob Sie den Strom für Ihren Industriebetrieb, Ihre Kunden oder für einen Erlös aus der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) produzieren. Je nach Art und Bauweise Ihrer Wasserkraft-, Biomasse-, KWK- oder Notstromanlage können Sie lukrative Mehrerlöse erzielen – allein dadurch, dass Sie Ihre Regelleistung bereit stellen. Dafür installieren wir bei Ihrer Anlage unsere Next Box. Sie greift aus der Ferne auf Ihre Anlage zu und ermöglicht damit den Zusammenschluss mit vielen weiteren dezentralen Anlagen in unserem virtuellen Kraftwerk. Mit den vielen kleinen Einheiten erreichen wir die Kapazität eines oder mehrerer Grosskraftwerke und erfüllen damit die Mindestleistung, um am Schweizer Regelenergiemarkt teilzunehmen. Sie erhalten alleine für die Bereitstellung Ihrer Anlage am Regelenergiemarkt mit einem Leistungspreis eine Vergütung. Auf die Fahrweise Ihrer Anlage wirkt sich dies nicht aus. Wenn durch Schwankungen im Stromnetz tatsächlich Regelenergie benötigt wird, wird die Leistung Ihrer Anlage entsprechend angepasst. Für die Anpassung erhalten Sie zusätzlich zum Leistungspreis eine variable Vergütung. Suisse Next ist technisch in der Lage, Ihre Anlage sehr kurzfristig einzusetzen. So stellen wir auch höherwertige Primär- und Sekundärregelleistung bereit, was Ihnen wiederum höhere Erlöse einbringt.


ENERGIE-MANAGEMENT Wenn Ihre Anlage eine Leistung von mehr als 100 kW aufweist, profitieren Sie von unserem stabilen, langjährig erprobten und stets optimierten System. Über unser Kundenportal können Sie den Einsatz Ihrer Anlage jederzeit steuern und nachvollziehen sowie Ihre Erlöse transparent einsehen. Regelenergie lässt sich auch erzeugen, indem der Verbrauch gesteuert wird. Ob sich Ihr Unternehmen zur Bereitstellung von positiver oder negativer Regelenergie eignet, lässt sich anhand einiger Merkmale Ihres individuellen Stromverbrauchs schnell identifizieren: • Ihr Betrieb weist einen kontinuierlichen Stromverbrauch auf • Sie können Lasten im Produktions­ prozess situativ reduzieren • Sie können Stromverbraucher kurzfristig aktivieren • Sie können in Ihrem Betrieb Strom speichern • Ihr Betrieb weist eine automatisierte Verbrauchssteuerung über eine Prozessleittechnik auf • Ihr Unternehmen produziert selbst Strom (BHKW, Notstromaggregate, Power-to-Heat etc.)

ERZIELBARE MEHRERLÖSE FÜR EIN WASSERKRAFTWERK – EIN BEISPIEL AUS DER PRAXIS Mit einem Kleinwasserkraftwerk lassen sich dank des Next Pools bereits heute erhebliche Mehrerlöse erzielen – selbst wenn die Anlage eine kostendeckende Einspeisevergütung erhält. Diese Mehrerlöse erzielt Suisse Next, indem wir die Anlage im Regelenergiemarkt anbieten und andererseits – ab 2018 – direkt vermarkten. Leistung: 1 MW Betriebsstunden: 6000 h Jährliche Energieproduktion: 6 000 MWh Bisherige jährliche Erlöse (KEV): 1’040’000 CHF Jährliche Zusatzerlöse durch Regelenergievorhaltung (Leistungspreis1): ca. 10’000 – 80’000 CHF Jährliche Zusatzerlöse Direktvermarktung: ca. 7 000 CHF

an der Strombörse und übernehmen die gesamte Abrechnung. Sie können sich ganz auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren und profitieren ohne Mehraufwand von attraktiven Zusatzerlösen (siehe Abbildung), während sich die Fahrweise Ihrer Anlage nicht ändert.

Vergütung für KEV-Anlagen (rp / kWh)

1 Abhängig vom Regelenergieprodukt. Hier werden derzeitige Preise für die Tertiärregelleistung und Sekundärregelleistung zugrunde gelegt.

DIREKTVERMARKTUNG FÜR KEV-ANLAGEN AB 2018 GEPLANT Erneuerbare dezentrale Anlagen erhalten derzeit in der Schweiz eine fixe und kostendeckende Einspeisevergütung. Sie haben damit keinen Anreiz, markt- und bedarfsgerecht zu produzieren und sind nicht in die üblichen, oben beschriebenen Prozesse zur Erhaltung der Netzstabilität eingebunden. Mit der Einführung des Direktvermarktungsmodells ab 2018 werden die geförderten Kraftwerke besser in das System integriert. Die Direktvermarktung wird für Anlagen mit einer Leistung ab 500 kW, die derzeitig KEV beziehen, verpflichtend. Anlagen ab 30 kW können freiwillig in das System wechseln. Ist Ihre Anlage in die Direktvermarktung eingebunden, heisst das für Sie als Betreiber: Sie müssen Ihre Stromproduktion künftig prognostizieren, selber am Markt absetzen und sind bei abweichender Produktion zur Zahlung von Ausgleichsenergie verpfichtet. Suisse Next übernimmt diese Aufgabe für Sie: Wir melden Ihre Anlage zur Direktvermarktung an, vermarkten Ihren Strom über unsere hauseigene Handelsabteilung direkt

brauchsprozesse direkt und viertelstundengenau an den Preisverlauf der Strombörse an. Dabei garantieren wir Ihnen eine feste Obergrenze für Ihre Stromkosten. So können Sie Ihren Produktionsverlauf Tag für Tag optimal an den Strompreisverlauf anpassen und sparen – bis 60 Minuten vor Lieferung.

ÜBER SUISSE NEXT Suisse Next, gegründet 2016, ist eine GmbH der beiden Unternehmer Marian van der Elst und Matthew Rezek, die in Kooperation mit Next Kraftwerke Deutschland be­trieben wird. * Der Direktvermarkter (Suisse Next) erhält ein Bewirtschaftungsentgelt. Von diesem gibt Suisse Next einen Teil an den Anlagenbetreiber weiter. ** Die Einspeiseprämie berechnet sich als Differenz aus dem bisherigem Vergütungssatz der KEV abzüglich eines Marktreferenzpreises. Wenn Anlagen zu einem höheren Marktpreis als dem Marktreferenzpreis einspeisen, profitieren sie zusätzlich.

FLEXIBLE STROMTARIFE FÜR IHR UNTERNEHMEN Neben der Regelenergie können Verbraucher bei Suisse Next auch von flexiblen Stromtarifen profitieren. Der Strompreis an der Strombörse ändert sich jede Viertelstunde, also 96 Mal pro Tag. Dabei schwankt der Preis im zweistelligen Bereich. Es kommt damit nicht nur darauf an, wieviel Strom Sie verbrauchen, sondern vor allem, wann Sie ihn verbrauchen. Ein statischer Tarif, bei dem Sie immer gleich viel zahlen, ist also immer ein Kompromiss, der selten zu Ihren Gunsten ausfällt. Unser variabler Stromtarif bindet Ihre Stromver-

Die Next Kraftwerke GmbH betreibt mit Ihren Töchtern in Frankreich, Österreich, Polen, Belgien, Holland und der Schweiz eines der grössten Virtuellen Kraftwerke Europas und ist zertifizierter Händler an den europäischen Strombörsen wie EPEX Spot oder EEX. Unsere Schweizer Kunden profitieren so einerseits von den Skaleneffekten und der langjährigen Erfahrung des Mut­ter­hauses. Andererseits haben Sie einen lokalen, mit den Bedürfnissen der Schweizer Energiewirtschaft vertrauten und unabhängigen Ansprechpartner vor Ort.

INFORMATIONEN Nähere Informationen erhalten Sie unter www.suisse-next.ch www.climeworks.com

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ENERGIE-MANAGEMENT

HINTERLÄSST EINEN GUTEN EINDRUCK N

eue Technik neue Grösse: Das neue Schriftgerät XTL500 schliesst eine Lücke in der professionellen Beschriftungstechnik und bedruckt Schriftbänder bis zu einer Bandbreite von 54 mm. Genügend breit, um Bezeichnungsschilder für Schaltgeräte und Apparate nach Norm (NIN) direkt vor Ort zu beschriften. Erweiterte Farbkombinationen bei Schriftbändern, neue Kabelmarkier- und Schrumpfschlauchbänder ergänzen das bestehende Gerätepark optimal. Grosser Touch-Bildschirm: Der grosse Farb-Touch-Bildschirm stellt die Etiketten originalgetreu dar, was die Bearbeitung erleichtert. Es vereinfacht die Positionierung von Text, Barcodes und Bilder. Gedruckt wird im Thermodirektdruck-Verfahren. Integrierte Etikettenvorlagen: Die integrierten Etikettenanwendungen erlauben das Gerät ohne Vorkenntnisse anzuwenden und damit sofort zu arbeiten. Mit den vorhandenen Vorlagen werden mit wenig Aufwand perfekte Beschriftungen erstellt. Symboldatei: Das Beschriftungsgerät verfügt über eine grosse Symbolbibliothek – von Elektrosymbolen über Warnzeichen bis zu Verbotsschilder. Eine optimale Grundlage, um in wenigen Schritten eine professionelle und personalisierte Etikette auszudrucken. Kompakt und robust für unterwegs: Der XTL 500 ist ein praktisches Werkzeug für unterwegs. Es verfügt über einen starken wieder aufladbaren Lithium-Polymer-Akku. Die Software ist bedienerfreundlich und

einfach in der Handhabung. Auf dem PC erstellte Etiketten mit eigenem Logo oder Bild können auf das Gerät übertragen werden. Vor Ort können diese bei Bedarf vor dem Druck ergänzt werden. Reparatur- / Ersatzteilservice; Für sämtliche Beschriftungsgeräte bietet NETZTECH einen eigenen qualifizierten und kostengünstigen Reparatur- und Ersatzteilservice an. Beratungen, technischer Support und Schulungen werden auf Wunsch im eigenen Ausstellungsraum in Baar oder auch vor Ort angeboten. NETZTECH repariert Ihr Gerät auch nach Ablauf der Garantiezeit. NETZTECH als Partner: NETZTECH ist bekannt als Kompetenz-Center für Beschriftungsgeräte und Beschriftungslösungen aller Art. Aufgrund langjähriger Erfahrung der zuverlässige Ansprechpartner für Installateure, Industrieunternehmen und Planer. Die durch NETZTECH geprüfte und revolutionäre Beschriftung hat sich seit Jahren in Gewerbe und Industrie bewährt. Gerne beraten wir Sie persönlich in unserem Haus. Besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich selbst von unserer neuen Geräteserie. Ihr Besuch freut uns.

Wer rechnet, rechnet mit NETZTECH

DIE NETZTECH HANDELS AG ist seit 30 Jahren erfolgreich im technischen Bereich der Beschriftungs-, Befestigungs- und Schrumpftechnik tätig. NETZTECH entwickelt individuelle Beschriftungslösungen und beliefert Unternehmen, Planer und Installateure in der ganzen Schweiz. Das Produkte­ sortiment wird ab Lager in Baar innerhalb eines Tages per Post ausgeliefert. Unsere Erfahrung erlaubt eine individuelle Kaufberatung und die professionelle Betreuung nach dem Kauf. Haben sie Fragen? Bei unserer kostenlosen Beratungs-Hotline wird jeder Anrufer kompetent, individuell und persönlich beraten. Wir helfen gerne und unkompliziert unter 041 768 05 05. Wir sind für Sie von Montag bis Freitag, jeweils von 7.00 bis 17.30 Uhr, erreichbar.

KONTAKT Netztech Handels AG Sihlbruggstrasse 109, 6340 Baar Telefon +41 (0)41 768 05 05 Fax +41 (0)41 768 05 06 info@netztech.ch, www.netztech.ch


ENERGIE-MANAGEMENT

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KASSENSYSTEME FÜR ÖFFENTLICHE VERWALTUNGEN Sie erhalten bei EPS eine robuste Kassensoftwarelösung, die sich einfach bedienen und mühelos anpassen lässt. Zahlreiche Stadtverwaltungen, Gemeinden, Passbüros arbeiten bereits mit unserer Kassensoftware. Durch die konfigurierbaren offenen Import und Export Schnittstellen lässt sich das

Kassensystem mit wenig Aufwand an bestehende Applikationen anbinden. Der Datenaustausch mit dem MS-Office macht die Kassenlösung zu einem Flexiblen Werkzeug für das erstellen eigener Statistiken. EPS-Registrierkassen Systeme für alle Betrieben in denen Automation und Integration angestrebt wird. Windows Oberfläche von der Front bis in den Hintergrund

ist selbstverständlich geworden und mit einer grossen Datensicherheit mit allen erdenklichen Leistungen erstellt. Das EPS Registrierkassenprogramm ist alleinstehend einsetzbar oder kann in ein Netzwerk integriert werden. Selbstverständlich bis Windows 10, Terminalserver, IOS, Android oder Cloud kompatibel

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ENERGIE-MANAGEMENT

Christoph Dahinden im Forschungslabor des Zentrums für Integrale Gebäudetechnik in Horw bei Luzern.

LUFT EFFIZIENT BEWEGEN Lüftungs- und Klimaanlagen sind heute weit verbreitet und leisten unter anderem dank Wärmerückgewinnung einen Beitrag zum haushälterischen Umgang mit Energie. Ein Forschungsprojekt der Hochschule Luzern hat nun gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Anlagen die strengen Grenzwerte der SIA-Norm 382/1 zur Zeit nicht einhält. Um den Energieverbrauch weiter zu drosseln, sollte nach Meinung der Wissenschaftler bei der Anlagensteuerung angesetzt werden. Hier betrage das Effizienzpotenzial 20 und mehr Prozent. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

L

üftungs- und Klimaanlagen kommt im heutigen Gebäudepark eine eminente Bedeutung zu. Das lässt sich allein schon am Energieverbrauch ablesen: In der Schweiz werden rund 13 % der elektrischen Energie für die Luftförderung verwendet. Damit liegt es auf der Hand, diese Anlagen so energiesparend zu betreiben, wie es der neuste Stand der Technik erlaubt. Die Vorgaben des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) haben

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zentrale Bedeutung für energieeffizientes Bauen in der Schweiz. So enthalt die ­SIA-Norm 382/1 die massgeblichen Bestimmungen für den Betrieb von Lüftungsund Klimaanlagen. Die aktuelle Version der Norm stammt aus dem Jahr 2014. In den letzten Jahren haben Planer und Vertreter der Lüftungsbranche immer wieder beanstandet, die Anforderungen der Norm seien sehr streng und könnten nur bedingt umgesetzt werden. Forscher des Zentrums für Integrale Gebäudetechnik (ZIG) an der Hochschule Luzern (HSLU) haben

nun in einem zweijährigen Forschungsprojekt (EFFILUFT) untersucht, wie die Norm bei der Planung von Lüftungs- und Klimaanlagen umgesetzt wird und ob die darin enthaltenen Grenzwerte im Betrieb eingehalten werden. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Energie finanziell ­unterstützt.

VIELE ANLAGEN VERLETZEN DIE SIA-NORM Die zentrale Erkenntnis der Luzerner Forscher: Zwischen SIA-Norm 382/1 und


ENERGIE-MANAGEMENT

HSLU-Forscher Christoph Dahinden mit einem Lüftungsventilator im Forschungslabor des Zentrums für Integrale Gebäudetechnik in Horw bei Luzern. Die Antriebsenergie des Elektromotors wird mit einem Keilriemen auf den Ventilator übertragen.

der Realität klafft ein beträchtlicher Graben. Dabei besonders erstaunlich: Die Vor­ gaben der SIA-Norm werden nicht nur im Betrieb in vielen Fällen nicht eingehalten, sondern sie werden bereits in der Planung

der Anlagen verpasst. Zu diesem ernüchternden Befund gelangten die Wissenschaftler beim Studium der Datenblätter zu 46 Lüftungs- und Klimaanlagen. In ihre Untersuchung haben sie mittlere und grosse

Anlagen (Volumenströme von 2 500 – 46’000 m3 / h) mit Baujahr 2005 und jünger einbezogen. Die Forscher richteten ihr Augenmerk auf die spezifische Ven­ti­lator­ leistung (SFP). Die SFP setzt den Strom-

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ENERGIE-MANAGEMENT verbrauch des Ventilators ins Verhältnis zum erzeugten Volumenstrom (W / m3 h) und dient damit als Kennzahl für die energetische Effizienz von Lüftungs- und Klimaanlagen. 19 der 46 Anlagen verpassten die SIA-Norm bereits in der Planung (vgl. Grafik 1). Ähnlich ernüchternd war der Befund, als die Luzerner Forscher an 14 zufällig ausgewählten Anlagen Feldmessungen vornahmen und dabei den SFP empirisch

bestimmten. Jetzt war es die Hälfte der Anlagen (7 von 14), welche den Grenzwert der SIA-Norm überschritten (vgl. Grafik 2). Christoph Dahinden, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZIG arbeitet und das Forschungsprojekt geleitet hat, ist vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse der Meinungn, die SIA-Norm stelle heute unrealistisch hohe Anforderungen. Er ruft nach einer Überarbeitung: «Die Norm stellt ­Anforderungen, die sich nicht einhalten

lassen. Es wäre sinnvoll, die Grenzwerte anzupassen, also weniger restriktiv anzusetzen», so Dahinden. Der HSLU-Forscher regt auch eine Verbesserung der Herstellerangaben zum SFP an. Hersteller sollten verpflichtet werden, den SFP auf integrierten Lüftungs- und Klimamodulen mit Ventilator, Wärmerückgewinnung und Heiz­ register (Monoblöcken) klar auszuweisen (inklusive Herleitung).

SIA-NORM VOR DER ÜBERARBEITUNG SIA-Normen gelten in der Schweiz als Regeln der Baukunde. Das bedeutet u. a., dass ein Auftraggeber davon ausgehen kann, dass die von ihm bestellten Planungsleistungen und Anlagen die Anforderungen der SIA-Normen erfüllen. Ein allfälliges Abweichen von Normen muss explizit vereinbart werden. In einigen Fällen werden Berechnungsverfahren und Anforderungen aus Normen von Gesetzen gestützt resp. gefordert. In diesem Fällen ist ein Wegbedingen selbstverständlich

Vergleich der beiden Regelstrategien (konstanter Drucksollwert vs. druckoptimierte Regelung) bei gleichem Betriebspunkt.

Schema einer Lüftungsanlage mit variablen Volumenstromreglern für drei Einzelräume: Druckoptimierte Regelung bedeutet, dass nicht mehr auf einen konstanten Drucksollwert geregelt wird. Vielmehr wird der Druck so weit reduziert, dass mindestens eine Klappe Prinzipschema der Lüftungsanlage der Hochschule Luzern für Technik & Architektur in Horw.

zu 90 % oder mehr geöffnet ist.

Grafik 1: Die Zuluftventilatoren (ZUL; Grafik links) halten in 7 von

Grafik2: Die Zuluftventilatoren (ZUL; Grafik links) halten in 19 von

14 untersuchten Lüftungs- und Klimaanlagen die Anforderungen der

46 untersuchten Lüftungs- und Klimaanlagen die Anforderungen

SIA-Norm 382 / 1 im Feldtest nicht ein. Bei den Abluftventilatoren

der SIA-Norm 382 / 1 gemäss Planungswerten nicht ein. Bei

(ABL; Grafik rechts) verstossen sogar 11 von 14 untersuchten

den Abluftventilatoren (ABL; Grafik rechts) verstossen sogar

Ventilatoren gegen die Vorgaben.

28 von 46 untersuchten Ventilatoren gegen die Vorgaben.

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ENERGIE-MANAGEMENT nicht möglich. Staatliche Instanzen üben aber keine Kontrolle über das Normen­ wesen aus. Wie andere Normenvereinigungen ist auch der SIA eine privatrechtliche Institution. Normen schaffen ein gemeinsames Verständnis von technischer Bauqualität. Damit werden einerseits Bauherren vor Mängeln geschützt, aber auch Planer, ausführende Firmen und Liefe­ ranten haben eine Handhabe gegenüber allfälligen überhöhten Ansprüchen von Bestellern. Die aktuelle Version der Norm 382/1 datiert aus dem Jahr 2014. Damals waren die Bestimmungen der vorgängigen Norm aus dem Jahr 2007 dem aktuellen Stand der Technik angepasst worden. Wie andere SIA-Normen wird auch die 382/1 regelmässig den neusten Gegebenheiten und dem Stand der Technik angepasst. Der Entwurf für eine neue Version soll in den kommenden Monaten vorliegen. Hauptgrund für die neuerliche Überarbeitung sind Änderungen im europäischen Recht, die in die Schweizer Norm übernommen werden sollen.

LÜFTUNGSINGENIEURE ZIEHEN IHRE LEHREN Bei dieser Gelegenheit werde die zuständige SIA-Normenkommission auch die jüngsten Forschungsergebnisse der HSLU mit einbeziehen, sagt Prof. Heinrich Huber, der an der HSLU als hauptamtlicher D ­ ozent Gebäudetechnik unterrichtet und Mitglied der erwähnten SIA-Normenkommission ist. «Die Norm scheint tatsächlich sehr hart zu sein, und wir werden in der Kommission zu diskutieren haben, ob die Norm in der vorlie-

Messung elektrischer Leistung des Zu- und Abluftventilators während einer Feldmessung.

genden Form ihren Zweck erfüllt», sagt Huber, einer der führenden Experten für Wohnungslüftung in der Schweiz. Dabei sei auch darauf zu achten, dass Einzel-

anforderungen (maximaler Förderdruck) mit den Systeman­forderungen (SFP) kongruent sind, was heute offenkundig nicht der Fall sei.


ENERGIE-MANAGEMENT

Alt und neu im Vergleich: Oben ein alter Ventilator mit Spiralgehäuse, Keilriemenantrieb und Frequenzumformer; rechts ein moderner EC-Radialventilator.

DRUCKOPTIMIERTE REGELUNG ERMÖGLICHT HOHE ENERGIEERSPARNIS

Lüftungs- und Klimaanlagen haben noch ein erhebliches Potenzial für Effizienzmassnahmen. Eine mögliche Massnahme besteht darin, die Anlagen mit modernsten Ventilatoren auszustatten und das Kanal­netz bei Neuanlagen (und bei Altanlagen soweit möglich) optimal zu dimensionieren. Die Luzerner Forscher haben in der Lüftungsanlage der HSLU einen alten Ventilator durch einen neuen EC-Radialventilator der modernsten Technik ersetzt. Sie konnten mit diesem Schritt 7 % Energie einsparen. Das ist zwar nicht unwesentlich, dennoch geben sich die Luzerner Forscher überzeugt, dass das eigentliche Einsparpotenzial nicht bei den Ventilatoren liegt, sondern bei der Anlagenregelung. Das Zauberwort heisst: druckoptimierte Regelung. Diese Optimierung kann bei Lüftungs- und Klimaanlagen umgesetzt werden, die über variable Volumenstromregler (VAV) für einzelne Zonen verfügen (Grafik 03 zeigt eine Lüftungsanlage mit VAV für drei Einzelräume). Diese VAV haben das Ziel, den Luftstrom den Bedürf­nissen der einzelnen Zonen anzupassen. Nach Dahindens Untersuchung wird dieses Ziel bei vielen Anlagen erreicht, jedoch nicht energieoptimal. «Die Regler stellen einen bestimmte Klappenstellung für den vorgegebenen Volumenstrom ein. Das beste Ergebnis erzielt man aber, wenn der Ventilator so geregelt wird, dass mindestens ein Volumenstromregler beinahe eine komplett geöffnete Klappenstellung einstellt», sagt Dahinden. Damit dies möglich ist, müssen Lüftungs- und Klimaanlagen über ein Feedback der VAV-Klappenstellungen verfügen, was heute in der Regel nicht der Fall ist. Dahinden ist aber überzeugt, dass sich diese Aufrüstung in vielen Fällen lohnen würde: «Insbesondere bei Anlagen, die vorwiegend in Teillast betrieben werden, haben wir Effizienzverbes­serungen von 23 % festgestellt. Durchschnittlich halten wir Verbesserungen von 20 % für realistisch», sagt Dahinden. BV

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SIA-Normen sind immer so gut wie ihre praktische Umsetzung. «Es muss da­rüber diskutiert werden, wie bei den Planern und allenfalls auch bei den Herstellern für dieses Thema ein höherer Stellenwert erreicht werden könnte», sagt Rolf Moser, Leiter des BFE-Forschungsprogramms «Gebäude und Städte». Angesprochen ist damit unter anderem auch die Hochschule Luzern, eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für Lüftungsingenieure in der Schweiz. «Forschungsprojekte wie z. B. EFFILUFT zeigen exemplarisch die gewünschte Wirkung des dreifachen Leistungsauftrags der Fachhochschulen: Das praxis­orientierte Wissen unserer Forscher – eben angewandte Forschung – ermöglicht es, reale Probleme zu erkennen und entsprechende Projekte zu initiieren. Die Resultate fliessen in die Aus- und Weiterbildung ein, womit die ­Studierenden mit aktuellem Wissen versorgt werden», sagt der Luzerner Gebäude­ technik-­Dozent Huber.

EINSPARUNGEN DURCH OPTIMIERTE ANLAGENSTEUERUNG Anspruchsvolle Normen, das versteht sich von selbst, sind ein wichtiges Instrument,


ENERGIE-MANAGEMENT um der Energie zum Durchbruch zu verhelfen. Genau das ist auch die Idee der SIA-Norm 382/1 für Lüftungs- und Klimaanlagen. Würde der SFP von allen Lüftungs- und Klimaanlagen eingehalten, liessen sich nach einer Schätzung der Luzerner Forscher jährlich gut 4 TWh Strom einsparen. Das entspricht rund sechs Prozent des aktuellen Schweizer Stromverbrauchs. Solange die SIA-Norm aber von vielen Anlagen in der Wirklichkeit nicht eingehalten wird, kann dieses beeindruckende Einsparpotenzial nicht ­realisiert werden, betonen die Wissenschaftler der HSLU im Abschlussbericht ihres Projekts: «Da die Anforderungen der Norm als zu anspruchsvoll eingeschätzt werden, muss das theoretische Potenzial relativiert werden.» Soweit die schlechte Nachricht. Doch die Luzerner Gebäudetechnik-Experten haben auch eine gute Nachricht parat: Bei mittleren und grossen Anlagen lassen sich durch eine Optimierung der Anlagensteuerung (vgl. Textbox) erhebliche Energieeinsparungen erzielen, wie die Forscher in ihrem Schlussbericht schreiben: «Ein bemerkenswertes Nebenresultat dieser Arbeit ist der

exemplarische Vergleich der druckoptimierten Regelung mit einem Ventilatorersatz. Die untersuchte Anlage dürfte typisch für eine grosse Anzahl von bestehenden Lüftungs- und Klimaanlagen in mittleren und grösseren Verwaltungsgebäuden, Schulhäusern, Gewerbebauten, Verkaufsläden und Industriebetrieben sein. Das Einsparpotenzial dürfte mindestens so hoch sein wie bei der Umsetzung der heutigen SFPAnforderungen. Es wird empfohlen, Nachrüstungen auf druckoptimierte Regelungen zu propagieren und zu fördern.»

HINWEISE Weitere Auskünfte zu dem Projekt EFFILUFT erteilt Rolf Moser (moser@enerconom.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Gebäude und Städte. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Gebäude und Städte finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/gebaeude

/ Perfect Welding / Solar Energy / Perfect Charging

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KOMPROMISSLOSE UnabhängIgKEIt ISt MögLIch. wEIL wIR SOnnEnEnERgIE tag Und nacht nUtzbaR MachEn. / Das Fronius Energy Package rund um den Fronius Symo Hybrid (3, 4 und 5 kW), die Fronius Solar Battery (4,5 – 12,0 kWh) und den Fronius Smart Meter ist die kompromisslose Speicherlösung am Markt. Das Resultat sind maximale Flexibilität und höchste Eigenversorgung. Mehr unter www.fronius.ch

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SOLAR

Der Hauptsitz der Fronius Schweiz AG in Rümlang. Drei Sparten – eine Leidenschaft, die Fronius Schweiz AG ist schweizweit in den Bereichen Schweisstechnik, Solar Energie und Batterieladesysteme tätig.

25 JAHRE FRONIUS SCHWEIZ AG EINE ALPENLÄNDISCHE ERFOLGSGESCHICHTE Die Fronius Schweiz AG, Anbieter innovativer Technologien rund um die Schweisstechnik, die Solar Energie und Batterieladesysteme, feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum nimmt das schweizerisch-österreichische Unternehmen zum Anlass, sein Portfolio mit neuen Produkten zu erweitern. Im Bereich Solarenergie sind dies etwa der Sektorenkopplungs-Verbrauchsregler Fronius Ohmpilot. Fronius bietet Kunden darüber hinaus intelligente Zusatzoptionen im Online-Portal Fronius Solar.web.

D

ie Fronius Schweiz AG ist eine Tochtergesellschaft der 1945 in Österreich gegründeten Fronius Inter­ national GmbH. Bis 1992 vertrieb das Unternehmen in ganz Europa seine Produkte mehrheitlich als Handelsmarken über externe Partner. Aufgrund der Verkaufserfolge und einer Neuausrichtung entschloss sich Fronius im Jahr 1992, unter dem Namen Fronius mit eigenständigen Markenprodukten im Markt aufzutreten und ein eigenes Vertriebsnetz aufzubauen. Dies

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war der Start für die Gründung der Fronius Schweiz AG mit Sitz in Rümlang.

FRONIUS SCHWEIZ – MIT QUALITÄT UND KNOW-HOW ZUM ERFOLG Mit seinen qualitativen und technisch hochstehenden Produkten fasste Fronius in Europa und der Schweiz sehr schnell Fuss und ist heute ein weltweiter Technologieführer. Genauso wichtig wie die Entwicklung neuer Technologien und Produkte ist

für Fronius der Dienstleistungs- und ­Servicebereich. «Unser Team ist eine flexible, gut ausgebildete und hochmotivierte Truppe mit multifunktionalen Fähigkeiten», fasst der Geschäftsführer der Fronius Schweiz AG, Jürg O. Keller, den Unternehmenserfolg in der Schweiz zusammen. «So macht Arbeiten richtig Spass!» Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der Fachkompetenz der Mitarbeitenden. «Wir legen grossen Wert auf ein fachkundiges Personal mit entsprechender Ausbildung, sei es in der Schweiss­technik, im


SOLAR

Der Verbrauchsregler Fronius Ohmpilot macht es möglich, den selbst erzeugten Solarstrom für die Warmwasseraufbereitung zu nutzen, und so Ihren Eigenverbrauchsanteil wesentlich zu erhöhen.

Online-Dienst zum Anlagen-Fernmoni­ toring. Die offene Schnittstelle auf Ethernet-Basis erlaubt es dem Anwender, Wechselrichterwerte vom Server aus an Drittanbieter-Systeme einzubinden. Ebenfalls neu ist auch die Energieoptimierung im Solar.web. Über das Online-Portal erhält der Kunde eine Wochenansicht, die seinen Verbrauch auf Stundenbasis berechnet. Mit Hilfe dieser Daten wird dem Benutzer durch die Simulation eines Speichers angezeigt, wie viel Energie er selbst speichern und verbrauchen kann, anstatt diese vom Netz zu beziehen. Damit steigt der Autarkiegrad auf bis zu 80 Prozent. Mit der neuen Wetterdienst-Funktion lässt sich die Energieoptimierung zusätzlich verbessern, indem aktuelle Wetterdaten eingespeist und beispielsweise beim Verbrauch berücksichtigt werden.

FRONIUS SCHWEIZ – SEIT DEM JAHR 2010 ERFOLGREICH MIT DREI SPARTEN UNTERWEGS

Fronius Solar.web, der Online-Dienst zur AnlagenFernmonitoring bringt 2017 zahlreiche Neuerungen.

Bereich Solar Energie oder bei Batterie­ ladesystemen», so Jürg O. Keller.

DER NEUE FRONIUS OHMPILOT MAXIMIERT SELBST ERZEUGTEN SOLARSTROM Eines der neuen Produkte im Bereich Solartechnik ist der Fronius Ohmpilot. Als Schlüsselkonzept bei der Energiewende gilt die sogenannte Sektorenkopplung – die Vernetzung der EnergiewirtschaftsSektoren Elektrizität, Wärmeversorgung und Mobilität. Um überschüssigen Strom aus Photovoltaik-Anlagen zur Warmwasseraufbereitung nutzbar zu machen, hat

Fronius den Verbrauchsregler Fronius Ohmpilot entwickelt. Dieser ermöglicht, Heizstäbe in Boilern und Pufferspeichern intelligent anzusteuern und den Strom aus der PV-Anlage gezielt für die Warmwasseraufbereitung zu verwenden. Weitere Anwendungsgebiete sind beispielsweise Infrarotheizungen oder Handtuchtrockner. Der Fronius Ohmpilot kommt im zweiten Halbjahr 2017 auf den Schweizer Markt.

INNOVATIONEN IM FRONIUS SOLAR.WEB Ein weiteres Highlight ist die Rest API Schnittstelle für das Fronius Solar.web, der

ÜBER DIE FRONIUS SCHWEIZ AG Die Fronius Schweiz AG ist eine Tochtergesellschaft der Fronius International. Fronius International ist ein österreichisches Unternehmen mit Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt. Das Unternehmen mit global 3 723 Mitarbeitern ist in den Bereichen Schweisstechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik tätig. Der Exportanteil mit rund 90 Prozent wird mit 24 internationalen Fronius Gesellschaften und Vertriebspartnern / Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erreicht. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie 838 erteilten Patenten ist Fronius Innovationsführer am Weltmarkt.

Inzwischen ist aus dem Anbieter und Marktführer im Bereich Schweisstechnik ein spartenübergreifendes Unternehmen geworden. Die Fronius Schweiz AG erweiterte im Jahr 2010 die Schweisstechnik um zwei weitere Sparten: die Solar Energie und Batterieladesysteme. Beide Sparten sind inzwischen ebenso erfolgreich wie die Schweisstechnik. Nebst den beiden Sparten kamen in der Schweiz im Jahr 2013 auch ein weiterer Standort in Dornach hinzu. «Dies ermöglicht uns, noch schneller und näher beim Kunden zu sein», erklärt Jürg. O. Keller. Inzwischen arbeiten bei der Fronius Schweiz AG rund 30 Mitarbeitende. Die Fronius Schweiz AG wird am 25. und 26. August am Hauptsitz Rümlang ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem 2-tägigen Kunden-Event begehen. Die Gäste dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Programm mit Live-Demonstrationen und Objektkunst freuen sowie auf kulinarische Köstlichkeiten aus Österreich.

KONTAKT Fronius Schweiz AG Oberglatterstrasse 11 8153 Rümlang, Schweiz Telefon 0848 37 66 487 Gratisfax 0800 37 66 487 pv-sales-swiss@fronius.com www.fronius.ch

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WINDENERGIE

IWB ANALYSIERT UND STEUERT WINDPARKS AUS DER FERNE Die Digitalisierung beeinflusst zunehmend auch das Geschäft der klassischen Energieversorger. Dem Konzept «Utility 4.0» folgend, nimmt IWB, das Basler Energieversorgungsunternehmen dazu eine führende Rolle in der Transformation zum digitalen Energiedienstleister der Zukunft ein. Seit kurzem überwacht, analysiert und steuert IWB ihre Windparks mit einer von der BI-Spezialistin Informatec aus Muttenz entwickelten Softwarelösung auf der Basis von QlikView. von Rino Mentil, Founder / CEO, Informatec Ltd.liab.Co.

I

WB versorgt und vernetzt über 250’000 Kunden in der Region Basel und darüber hinaus mit Energie, Wasser und Telekommunikation. IWB ist führend in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Neben seiner Be­teiligung an acht Schweizer Grosswasserkraftwerken besitzt das Unternehmen 22 Windparks, vier Solarkraftwerke und mehrere mittlere bis kleine Photovoltaik-Dachanlagen in Frankreich, in Deutschland und in der Schweiz. Ganz im Sinne von Utility 4.0 – dem propagierten Wandel vom klassischen Energieversorger zum digitalen Energiedienstleister – gewinnt die effektive Nutzung des bereits vorhan­

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denen, vielfältigen Datenpotenzials von IWB zunehmend an Bedeutung und stand damit Pate.

sammelten Daten über eine dedizierte Business-Intelligence-Lösung sicht- und damit auswertbar zu machen.

NUTZUNG BESTEHENDER DATEN IN EINER MODERNEN BI-PLATTFORM

Die Auswahl der BI-Software und des Implementierungspartners fand im engen Schulterschluss zwischen der IT und den Fachabteilungen, allen voran dem Bereich Asset Management, statt. Es sollte gewährleistet sein, dass sowohl die technischen Anforderungen aus Sicht der IT-Experten als auch die Anforderungen der Anwender hinsichtlich Funktionalität, einfacher Bedienbarkeit und Branchen Know-how des Partners erfüllt werden können.

Im Projekt sollten die bereits vorhandenen SCADA-Daten (Supervisory Control And Data Acquisition) von 18 Windparks für Monitoring- und Analysezwecke verfügbar gemacht werden. Erklärtes Ziel war, eine möglichst hohe Anlagen-Effizienz zu erreichen. Hierzu wurden die Daten zunächst auf einer Internet-of-Things (IoT)-Plattform vereint. Anschliessend galt es, die so ge-


Eigene Produktion unter Kontrolle IWB bietet die intelligente Plattform für die 24 / 7 Überwachung von Wind- und Solaranlagen. Diese Innovation garantiert höchste Effizienz und Verfügbarkeit, weniger Standzeiten und damit tiefere Produktionsverluste. iwb.ch IWB, Beschaffungsportfolio beschaffungsportfolio@iwb.ch, +41 61 275 51 11

Aus eigener Energie.


WINDENERGIE

BEST PRACTICE IN DER ENERGIEBRANCHE Die Wahl fiel auf die als Best Practice im Branchenumfeld bekannte BI-Software QlikView. Die Umsetzung des Projekts übernahm die Informatec. Die BI-Spezialisten aus der Basel-Area gehört als Qlik Elite Solution Provider zu den führenden Qlik-Partnern der DACH-Region und ­verfügt über einschlägige Projekterfahrung im Energie- und Industrie-Umfeld. Betrieben wird die QlikView-basierte ­Lösung auf der Swiss BI Cloud von Informatec, einer sicheren, zuverlässigen und kosteneffiziente Business-Intelligence-Plattform in der Cloud. Basierend auf dem fachlichen Know-how von IWB entwickelte die Informatec die geforderte Business-Intelligence-Lösung. Den Aufbau des komplexen QlikViewDatenmodells bis zur Verfügbarkeit einer ersten produktiv nutzbaren Applikation lieferte die Informatec in nur drei Tagen ab. «Hier hat man das umfassende ­B I-Wissen von Informatec und eine sehr schnelle Auffassungsgabe bezüglich u nseres wirklich sehr speziellen Ge­ schäftsumfelds und den daraus resultierenden Anforderungen deutlich gespürt» erklärt Dirk Oehlmann, der zuständige Asset Manager für Windkraftanlagen bei IWB.

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HÖHERE EFFIZIENZ UND PRODUKTIVITÄT, DAMIT TIEFERE KOSTEN «Mit dem Einsatz der BI-Lösung hat sich für uns eine ganz neue Welt erschlossen. Wir sind erstmals vollkommen informiert, was in jeder einzelnen Anlage unserer Windparks läuft beziehungsweise nicht läuft. Wir können sofort reagieren und gegensteuern. Das heisst: höhere Effizienz und Produktivität, weniger Standzeiten und damit deutlich tiefere Kosten» erklärt Dirk Oehlmann den Kernnutzen der heutigen BI-Lösung.

Die diversen QlikView-Applikationen kommen zu Analyse- und Monitoring-Zwecken zum Einsatz. «Wir werten insgesamt 50 Signale aus», erläutert Oehlmann. «So können wir die Produktion der Windkraftanlagen länderübergreifend und in Echtzeit überwachen. Damit betreiben wir unseren Stromhandel und die Maintenance der Systeme effizienter und deutlich kostengünstiger.» Durch die Integration von Wettervorhersagedaten lassen sich beispielsweise geplante Maintenance-Termine optimieren. Darüber


WINDENERGIE

hinaus meldet die BI-Lösung auffällige Ausschläge in den SCADA-Daten, so dass die technischen Betriebsleiter der Anlagen vorbeugend aktiv werden können. Nicht zuletzt kann IWB beabsichtige AnlagenUpdates sehr schnell auf ihre künftige Wirtschaftlichkeit hin überprüfen und darauf aufbauend fundierte Investitions-Entscheidungen treffen. Dank der BI-Lösung hat IWB heute auch die Möglichkeit, ihre immensen historischen Datenbestände auszuwerten und daraus Prognosen für die Zukunft, sogenannte «Predictive Analytics», abzuleiten. «Wir haben uns zunächst auf die für die drehenden Teile in Windkraftanlagen sehr aussagekräftige Temperatur-Kennzahl ­fokussiert», erläutert Oehlmann. «Hierzu haben wir die Werte von-Lagertemperaturen aller sieben Anlagen eines Windparks über mehrere Wochen aufgezeichnet, in einer Grafik dargestellt und einen Mittelwert berechnet. Sobald dieser Mittelwert um etwa 15 Prozent überschritten wird, wird eine Warnmeldung abgesetzt. Wir beobachten, ob die Temperatur auf dem überhöhten Niveau bleibt oder weiter steigt. Nimmt sie weiter zu, so informieren wir sofort den technischen Betriebsführer, der seinerseits einen Techniker auf die Anlage schickt.» Betriebs-

leiter und Hersteller erhalten automatisiert aus der BI-Lösung Tages-, W ­ ochen- und Monatsberichte zugesendet. Zu diesem Zweck kommt Qlik’s spezialisierte Reporting-Lösung NPrinting zum Einsatz. «Wir suchten eine umfassende Lösung, die es uns ermöglicht, sowohl die Anlagen im laufenden Betrieb in verschiedenen Detaillierungsgraden zu überwachen, als auch unter Einbezug historischer Daten flexibel zu analysieren. Die QlikView-Lösung der Informatec erfüllt diese Anforderungen und verfügt zudem über einen hohen Benutzerkomfort, sodass sie die Mitarbeiter in den Fachabteilungen ohne IT-Support nutzen können. Damit erhalten wir alle Entscheidungsgrundlagen, um effizienter Strom­ handel betreiben zu können. Kommt hinzu, dass uns die automatisierten Warnmeldungen sowie die vorausschauenden Analysen das sofortige Eingreifen bei Störungen ermöglichen. Das verschafft uns die besten Voraussetzungen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu halten und auszubauen» erklärt Oehlmann abschliessend.

MIT 360-GRAD-SICHT IN DIE ZUKUNFT Zukünftig soll insbesondere der prognostische Anwendungsbereich Predictive

Maintenance weiter ausgebaut werden. So sollen beispielsweise auch Daten der Vibrationssensoren ausgewertet werden. Diese liessen Rückschlüsse auf für die Anlage schädliche Vibrationen und Rissbildungen zu, welche im schlimmsten Fall zu gröberen Schäden führen können. Neben den technischen, sollen auch Finanzdaten in der BI-Lösung abgebildet werden. Damit wird eine 360-Grad-Sicht auf jede Windkraftanlage und jeden Windpark verfolgt. Eine dafür notwendige SAP-Schnittstelle wurde bereits realisiert.

KONTAKT Informatec Ltd.liab.Co. Freidorf 151 4132 Muttenz Telefon +41 (0)61 826 80 80 info@informatec.com www.informatec.com

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Bild: Webseite PPM

ERDWÄRME

Die Liegenschaft in bester Lage in St. Gallen.

INNOVATIVE ERDWÄRME-HEIZSYSTEME An bester Lage in St. Gallen, an der Rorschacherstrasse 226, entstand ein Gewerbehaus das für Gewerbliche- und Büronutzungen ausgelegt ist. Das Erdgeschoss und 4 Obergeschosse à 6850 m2 , sowie 3 Untergeschosse mit 170 Parkplätzen bieten verschiedene Nutzungsmöglichkeiten.

B

ei der Beheizung der Liegenschaft setzt die Bauherrin, Wild + Co AG, auf die moderne Energiegewinnung mittels Erdwärme. Der moderne fünf­ geschossige Neubau musste dem neusten Stand der Technik entsprechen. Es wurde ein neuer Erdsonden-Typ der Haka­ Gerodur AG eingesetzt, der gegenüber

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Standard-Erdsonden wesentliche Vorteile bietet. Zum Einsatz kamen Erdsonden mit 16 % weniger Druckverlust und einer Druckbeständigkeit von 20 bar. Die spezielle Bauform mit der konischen Wandstärke ist ein Novum im Erdsondenbereich. Eine von HakaGerodur AG entwickelte und patentierte Erdsonde die viele Vorteile bietet.

Eine auf Erdsondenbohrungen spezialisierte Firma aus St. Gallen führte die Arbeiten mit modernsten, mobilen Bohrgeräten fachmännisch aus. Dabei wurden 38 Bohrungen erstellt und die Erdsonden abgeteuft. Nach der Abteufung wurden die Bohrlöcher mit einer Spezialsuspension – die natürliche Rohstoffe


ERDWÄRME

Die Sonde beim Abteufen.

wie, Ton und Bentonit enthält – hinterfüllt. Alle Sonden sind einer Druck- und Durchflussprüfung nach SIA 384/6 unterzogen worden. Die protokollierten Resultate wurden mit einem digitalen Messgerät aufgezeichnet.

VKR SCHWEISSERKURS ANBINDEN VON ERDWÄRMESONDEN GTK Im Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile (VKR) sind die in der Schweiz domizilierten Hersteller und Werksvertreter ausländischer Hersteller von Kunststoff-Rohren und -Rohrleitungsteilen zusammengeschlossen. Die Förderung der technischen Entwicklung und der Anwendung von Kunststoff-Rohren und -Rohrleitungsteilen gehört zu den besonderen Anliegen des Verbandes. Die SIA Norm 384-6 – die seit dem 01. 01. 2010 in Kraft gesetzt ist – regelt,

dass das Anbinden von Erdwärmesonden nur durch speziell ausgebildete, zertifizierte Schweisser erfolgen darf. Im erwähnten Lehrgang – der in Abstimmung mit der Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz FWS konzipiert wurde – werden Teilnehmer von Sanitär­ installationsfirmen, Heizungsbauern und Bohrfirmen in der Technik zur fachgerechten Anbindungen von Erdwärmesonden aus PE ausgebildet. Die Teilnehmer werden befähigt, einwandfreie Schweiss­ verbindungen auszuführen. Zudem werden relevante Passagen der SIA 384-6 vermittelt. Fachleute werden nach einer bestandenen theoretischen und praktischen Prüfung mit einem Zertifi­k at ausgezeichnet. Informationen zu den nächsten Kursdaten finden sie unter www.vkr.ch

Die Sonde auf dem Einbauhaspel.

WEITERE INFORMATIONEN Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile Schachenallee 29C CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 834 00 60 Telefax +41 (0)62 834 00 61 www.vkr.ch

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FORSCHUNG

CO2 – DER ROHSTOFF, DER AUS DER LUFT KOMMT Das Zürcher Unternehmen Climeworks entzieht der Luft Kohlendioxid (CO2), um dieses als Rohstoff für verschiedene Anwendungen zu nutzen. Im Frühjahr 2017 geht in Hinwil (ZH) eine Pilot- und Demonstrationsanlage in Betrieb. Sie scheidet CO2 aus der Atmosphäre ab und nutzt dieses anschliessend in einem Gewächshaus als Dünger. Climeworks hofft, mit der innovativen Technologie einen Beitrag zur Entschärfung der CO2 -verursachten Erderwärmung leisten zu können. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Diese Fotomontage vermittelt eine Vorstellung von der Grösse der 18 Module, die künftig in Hinwil (ZH) verwendet werden, um CO 2 aus der Luft abzuscheiden.

I

st der Geist einmal raus, bekommt man ihn kaum wieder rein in die Flasche. Ganz ähnlich wie im Märchen vom Flaschengeist ist es mit dem Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von Heizöl, Benzin und anderen fossilen Brenn- und Treibstoffen entsteht und zur Klimaerwärmung mit ihren massiven Folgeschäden beiträgt. Ist das CO2 einmal in der Luft, gibt es kein zurück. Oder vielleicht doch? Die Zürcher Firma Climeworks hat sich zum Ziel gesetzt, den Geist zurück in die Flasche zu packen, also das in die Atmosphäre freigesetzte CO2 wieder einzufangen. Damit will das Unternehmen dem Klimawandel entgegensteuern. Das gewonnene CO2 kann als Rohstoff wieder verwendet werden, womit die Freisetzung weiterer kohlenstoffhaltiger Moleküle in die Atmosphäre vermieden wird.

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DAS CO2 VON 330 AUTOS EINFANGEN Seit sieben Jahren arbeitet das Spin-Off der ETH Zürich an diesem Ziel. Mehrere kleinere Anlagen haben bewiesen, dass die CO2-Abscheidung aus der Luft technisch funktioniert. Im Frühjahr 2017 will Climeworks nun in Hinwil im Züricher Oberland die erste Anlage in Betrieb nehmen, die CO 2 in namhaftem Umfang aus der Atmosphäre entzieht: 900 t CO 2 im Jahr. Das ist so viel Treibhausgas, wie 330 Mittelklasse-Autos (Diesel / 6,8 l /  15’000 km) pro Jahr ausstossen. Die Pilotund Demonstrationsanlage in Hinwil besteht aus 18 Modulen, jedes ausgestattet mit einem Spezialfilter, der CO2 aus der Atmosphäre abscheidet (vgl. Textbox 1). Der Abscheideprozess braucht Wärme

und Strom. Die Anlage in Hinwil bezieht die benötigte Wärme von der benachbarten Kehrichtverwertungsanlage des Zweckverbands Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO). Doch wozu sind die 900 t CO2 gut? Im vorliegenden Projekt wird das Kohlen­ dioxid in die nur wenige 100 Meter entfernten Treibhäuser geleitet, in denen die Gebrüder Meier Primanatura AG Nüsslisalat, Cherrytomaten und weitere Gemüse­sorten anbaut. Gewächshauskulturen werden (über das in der Luft enthaltene CO 2 hinaus) mit zusätzlichem Kohlendioxid versorgt, weil dies die Pflanzen stärkt und den Ertrag fördert. Dabei wird ein Teil des CO 2 von den Pflanzen durch Photosynthese aufgenommen, der


Jeweils sechs Module für die CO2 -Abscheidung werden in einem 40-Fuss Schiffscontainer.

Ein Climeworks-Modul kann pro Jahr 50 t CO2 aus der Luft abscheiden. 18 solcher Module werden in Hinwil (ZH) zu einer grösseren Anlage kombiniert.

Luft besteht hauptsächlich aus Stickstoff und Sauerstoff, enthält aber auch 0,04 % KohlendiDie CO2 -Abscheidemodule werden am Climeworks-Sitz in Zürich-Oerlikon gefertigt.

Rest entweicht in die Atmosphäre. Bisher kauften die Gewächshausbetreiber das CO2 aus der chemischen Industrie zu, wo ‹technisches CO 2› als Abfallprodukt anfällt. Künftig wird das Kohlendioxid nun von Climeworks geliefert. «Wir haben technisches CO 2 bisher für Tomaten, Auberginen und Gurken während der Wachstumsperiode von Februar bis Oktober genutzt, künftig werden wir es zusätzlich vielleicht auch im Winter einsetzen, wenn der Nüsslisalat wächst», sagt Firmenchef Fritz Meier. Die Anlage in Hinwil wurde gebaut, um zu zeigen, dass «die CO 2 -Abscheidung aus der Atmosphäre im grösseren M assstab möglich ist», sagt Clime­ ­ works-­Mitgründer und -Geschäftsführer

Dr. Jan Wurzbacher. Im Erfolgsfall kann das CO 2 aus der Luft für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, zum Beispiel für die Herstellung von kohlensäure-haltigen Getränken. Nebst den positiven Auswirkungen auf das Klima hat das Verfahren auch ökonomische Vorteile. «Die CO 2 -Abscheidung aus der Luft macht es möglich, CO 2 an Orten lokal bereitzustellen, wo der Rohstoff bisher nur sehr schwer verfügbar ist, so in gewissen Regionen des Nahen Ostens, Afrikas oder Südamerikas, und wo wir bereits heute CO2 zu Marktpreisen anbieten können», sagt Wurzbacher. «Mit der ständigen Weiterentwicklung unserer Produkte erweitern wir die Anwendungsgebiete und Regionen, in denen wir CO 2 aus der Luft kompetitiv anbieten können.»

oxid (CO2). Climeworks gelingt es, das CO2 mit einem Filtersystem aus der Luft abzuscheiden.

SYNTHETISCHE TREIBSTOFFE AUS CO2 Das Bundesamt für Energie unterstützt die Anlage in Hinwil im Rahmen ihres Pilotund Demonstrationsprogramms. Das auf vier Jahre angelegte Projekt will unter anderem unter realen Bedingungen klären, zu welchen Kosten und mit wie viel Energie die CO2-Gewinnung aus der Atmosphäre möglich ist. Kosten und Energiebedarf – das sind zentrale Faktoren, die am Ende über das Geschäftsmodell von Climeworks entscheiden dürften. Im Erfolgsfall könnte eine Vision von Climeworks Realität werden: die Nutzung des aus der Luft gewonnenen CO2 für die Herstellung von synthetischem, klimaneutralem Treibstoff. Climeworks kooperiert nach diesem Ansatz mit dem Autohersteller Audi und der

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Durch Zugabe von CO2 fördert die Gebrüder Meier Primanatura AG in Hinwil (ZH) das Wachstum von Tomaten, Auberginen und Gurken in ihren Gewächshäusern. Tomatenkultur der Gebrüder Meier Primanatura AG in Hinwil (ZH).

Gewächshaus der Gebrüder Meier Primanatura AG in Hinwil (ZH): Das CO2 wird den Pflanzen durch den gelochten schwarzen Schlauch zugeführt (der Schlauch wurde für das Foto aus der Halterung genommen; normalerweise verläuft er unterhalb der Pflanzen und ist für

Bei Verbrennungsprozessen oder beispielsweise in der Zementindustrie (Bild)

den Betrachter nicht sichtbar).

fällt CO2 in relativ hoher Konzentration an.

Dresdner Treibstoffproduzentin Sunfire. In den nächsten zwei bis drei Jahren, so Wurzbacher, soll eine erste Produktionsanlage für synthetischen Treibstoff, hergestellt aus atmosphärischem CO2, in Betrieb gehen. Bereits erprobt ist die Herstellung von synthetischem Erdgas aus Kohle oder Biomasse (auch: Synthetic Natural Gas / SNG), das für den Antrieb von Gasautos genutzt wird. Will man synthetisches Erdgas auf erneuerbare Art und Weise herstellen, gelingt das durch die Methanisierung von CO2 mit Wasserstoff. Der hierfür nötige Wasserstoff kann aus Wasser durch Elektrolyse hergestellt werden. Wird für alle Prozessschritte (CO2-Abscheidung, Elektrolyse, Methanisierung) erneuerbare Energie (z. B. aus Solarzellen oder Windkraftwerken) verwendet, entsteht ein Treibstoff, der wie Benzin, Diesel oder Kerosin in einem Verbrennungsmotor verbrannt werden kann, der aber keinen (direkten) fossilen Anteil enthält. Ein mit diesem Treibstoff angetriebenes Gasauto stösst nur soviel CO2 aus, wie für die Herstellung des Treibstoffs aus der Luft abgeschieden wurde; sein

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Motor arbeitet also CO2-neutral. Für Urs Elber vom Kompetenzzentrum für Energie und Mobilität am Paul Scherrer Institut (Villigen / AG) ein interessanter Ansatz: «Erneuerbarer Strom wird bei der Umwandlung in synthetisches Erdgas weniger effizient genutzt als direkt in Elektromobilen. Allerdings hat synthetisches Erdgas den Vorteil, dass es sich dann produzieren lässt, wenn mehr Strom ins Netz fliesst als gerade verbraucht wird (z. B. bei viel Sonne und Wind). Zudem lässt es sich gut speichern, auch saisonal. Bei zukünftig ähnlichen Gestehungskosten wie aus fossilen Quellen hat solcher Treibstoff durchaus eine Chance auf Wirtschaftlichkeit.»

FORSCHUNG AN SYNTHETISCHEN FLÜSSIGEN TREIBSTOFFEN Der Autokonzern Audi betreibt im deutschen Werlte (Niedersachsen) seit 2013 eine Anlage, die aus Wasserstoff und CO2 synthetisches Erdgas herstellt. Das CO2 stammt bisher allerdings nicht aus der Luft, sondern aus Biogas. Mit der Jahresproduktion der Anlage können 1 500 gasbetriebene Autos jährlich 15’000 km zu-

rücklegen. Noch einen Schritt weiter geht die Herstellung flüssiger Treibstoffe wie synthetisches Benzin / Diesel / Kerosin (kurz: «Power-to-L», wobei L für «liquid» / flüssig steht). Auch hierfür sind CO 2 (oder CO) und Wasserstoff die Grundstoffe. Die Firma Sunfire aus Dresden hat mit einer Pilotanlage gezeigt, wie sich massgeschneiderte synthetische Flüssigtreibstoffe mit den gewünschten Eigenschaften herstellen lassen. Momentan arbeitet die Firma an der grosstechnischen Implementierung dieser Technologie. Solche flüssigen ­synthetischen Treibstoffe könnten nebst Biokerosin die Möglichkeit eröffnen, auch im Flugverkehr auf erneuerbare Energien umzusteigen. Welche Rolle synthetische Treibstoffe in Zukunft spielen werden, ist zur Zeit noch offen. Gegenwärtig und auf absehbare Zeit ist in der Schweiz nicht genügend Überschussstrom aus erneuerbaren Energiequellen verfügbar, um synthetische Treibstoffe sinnvoll herstellen zu können. Eine wichtige Frage ist ferner, auf welchem Weg erneuerbarer Strom in der Mobilität


FORSCHUNG

WIE MAN CO2 AUS DER LUFT GEWINNT Die Luft besteht zur Hauptsache aus Stickstoff und Sauerstoff, enthält aber auch Kohlendioxid (CO2) in einer geringen Konzentration von 400 ppm (entspricht 0,04 %). Auch wenn es unserer Intuition widerspricht: Ein Luftpacket von 100 m x 100 m x 100 m wiegt rund 1200 t, darunter rund 700 kg CO2. Die Firma Climeworks versteht das in der Luft enthaltene CO2 als Ressource. Ihr Verfahren («Direct Air Capture») scheidet CO2 in hoher Reinheit (> 99,9 %) aus der Atmosphäre ab. Dazu wird Luft mit einem Ventilator angesogen und durch einen Filter aus einer speziellen Zellulosefaser geleitet. Die Zellulose wirkt wegen ihrer grossen Oberfläche wie ein Schwamm. Unterstützt durch AmmoniakDerivate (Amine), die im Climeworks-Modul nicht flüssig wie in Rauchgasanlagen, sondern in fester Form vorliegen, wird das CO2 im Filter chemisch gebunden. Nach zwei bis drei Stunden ist der Filter mit CO2 gesättigt. Zu diesem Zeitpunkt wird der Ventilator ausgeschaltet, die Filterkammer verschlossen, der Inhalt auf rund 95 °C geheizt und gleichzeitig der Druck auf 200 mbar gesenkt. Dabei lösen sich die CO2 -Moleküle vom Filter und können abgesaugt werden. Danach nimmt der Ventilator von neuem den Betrieb auf, der Filter absorbiert abermals CO2. Pro Tag führt ein Climeworks-Abscheidemodul rund fünf Zyklen aus und gewinnt in diesem Zeitraum 135 kg CO2 aus der Luft. Zur Erwärmung des Filters braucht es Wärme im Umfang von 1500 –2000 kWh pro t CO2. Im Fall der Pilot- und Demonstrations-Anlage in Hinwil stammt die Wärme aus der KEZO-Kehricht­ verwertungsanlage. Der Strombedarf für Ventilator und Steuerung beträgt 200 –300 kWh pro t CO2. Die Kühlung des Filters erfolgt durch Luft oder Wasser. Seine Lebensdauer gibt Climeworks mit rund vier Jahren an. BV Die Demonstrationsanlage zur CO2 -Abscheidung in Hinwil kann im Rahmen von Führungen ab Mitte Juni 2017 besucht werden. Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen unter: tours@climeworks.com.

HOLZ- UND PFLANZENKOHLE Climeworks ist nach eigener Auskunft neben Carbon Engineering (Squamish / Kanada) und Global Thermostat (New York / USA) eines von drei Unternehmen weltweit, das die CO2 -Abscheidung aus der Luft und die Weiterverwertung des Gases zu ihrem Geschäftsmodell erklärt hat. Der innovative Ansatz hat auch Kritiker auf den Plan gerufen. Sie geben zu bedenken, CO 2 sei in der Luft nur in geringer Konzentration vorhanden und es wäre sinnvoller, CO 2 dort abzuscheiden, wo es in konzentrierterer Form anfällt; beispielsweise am Auslass von Kehrrichtverbrennungsanlagen und anderen Verbrennungsanlagen, wo der CO 2 -Gehalt typischerweise zwischen 5 und 13 % beträgt. Kritiker bezweifeln auch, dass die Energie für die CO 2 -Abscheidung sinnvoll eingesetzt ist. Einerseits stellt sich die Frage der Energiebilanz des Verfahrens, andererseits diejenige der CO 2 -Bilanz, denn ohne langfristige Speicherung des CO 2 hat das Climeworks-Verfahren nur eine neutrale Wirkung. «Es wird hier nicht dekarbonisiert, sondern im besten Fall klimaneutral CO 2 produziert, falls die eingesetzte Energie aus erneuerbaren Quellen stammt», schrieb das Ökozentrum Langenbruck 2016 in einem Positionspapier. Das Institut propagiert Aktivkohle (auch bekannt als «Pflanzenkohle» / engl. Biochar bzw. «Holzkohle») als eine weitere Dekarbo­ nisierungsstrategie. Diese entsteht aus der Umwandlung von Holz- und Grünabfällen sowie Siedlungsabfällen durch Pyrolyse. Die dabei entstehende Aktivkohle wird als Dünger in die Erde gebracht und damit der Kohlenstoff längerfristig im Boden gebunden. Gleichzeitig wird mit der Pyrolyse Energie frei, woraus etwa 500 kWh Strom und 2000 kWh Nutzwärme pro Tonne vermiedene CO 2 -Emission gewonnen werden können. BV

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genutzt werden soll: Als Flüssigtreibstoff? Als synthetisches Erdgas in gasbetriebenen Fahrzeugen? Als Wasserstoff in Brennstoffzellenfahrzeugen? Oder doch direkt als Strom in Elektromobilen? «Zurzeit sind noch zahlreiche technische, ökologische und ökonomische Fragen offen, die wir in Forschungs- und Pilotprojekten untersuchen müssen. Insbesondere muss sichergestellt werden, dass synthetische Treibstoffe eine positive ökologische Gesamtbilanz aufweisen», sagt Philippe Müller, Leiter der BFE-Sektion Cleantech. Synthetische Treibstoffe dürften nicht dazu führen, dass die Effizienzziele im Autoverkehr ausgehöhlt werden, betont Müller: «Wir brauchen effiziente Autos und sauberen Treibstoff.»

ATMOSPHÄRE VON CO2 REINIGEN Die Climeworks-Gründer Jan Wurzbacher und Christoph Gebald hatten die Grundlagen des neuartigen CO2-Filters und des zugehörigen Prozesses zur Abscheidung von CO2 vor zehn Jahren während ihrer Ausbildung an der ETH Zürich entwickelt, dies in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa). Ein erster Demonstrator hatte eine Abscheideleistung von ca. 2 t CO2 / Jahr. Das heute verfügbare Standardmodul von Climeworks fängt 50 t CO2 / Jahr ein. Climeworks glaubt, dass Grossanlagen längerfristig stattliche Mengen von CO2 aus der Luft abscheiden könnten. Wird das Gas anschliessend in tiefen Gesteinsschichten deponiert (anstelle als Treibstoff weiterverwendet), wird dadurch netto CO2 aus der Atmosphäre entfernt und so dem Klimawandel entgegengesteuert. «Um die weltweiten Klimaziele zu erreichen, reicht es gemäss den Szenarien des Weltklimarats nicht, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Zusätzlich müssen pro Jahr 10 Mrd. t Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt werden, das entspricht einem Drittel der heutigen globalen Emissionen aus Öl, Gas und Kohle», sagt Jan Wurzbacher. Um diese Mengen zu erreichen, wären rein rechnerisch gut elf Millionen Anlagen vom Typ Hinwil erforderlich, ergänzt um die entsprechenden CO2-Lagerungseinrichtungen. Eine Herkulesaufgabe also, von der sich Jan Wurzbacher aber nicht abschrecken lässt: «Um jedes Jahr 1 % der globalen CO2-Emissionen aus der Luft zu filtern, bräuchte man ca. 750’000 Schiffscontainer, gefüllt mit unseren Modulen. Das ist die Anzahl Container, die innerhalb von


FORSCHUNG zwei Wochen im Hafen von Shanghai abgefertigt werden.» Der ClimeworksGeschäftsführer ist überzeugt, dass die Abscheidung und Tiefenlagerung von CO2 im Rahmen der globalen Wirtschaftsleistung ein gangbarer Weg ist, um zur Lösung des Klimaproblems beizutragen.

CO2-SPEICHERUNG IST TECHNISCH MACHBAR Wie ein solcher Kraftakt politisch und finanziell zu bewältigen wäre, steht heute noch in den Sternen. Rein technisch gesehen

stellen sich hingegen keine unüberwind­ lichen Hürden. «Die Abscheidung und Speicherung von CO2 ist technisch machbar und sicher», sagt Gunter Siddiqi, ­Bereichsleiter des BFE-Forschungsprogramms Geoenergie. «Szenarien des bundeseigenen Paul Scherrer Instituts weisen darauf hin, dass die Abscheidung und Speicherung von CO2 dazu dienen kann, die Klimaziele mit tiefstmöglichen Investitionskosten umzusetzen.» Global betrachtet wird alleine die Förderung der erneuer­ baren Energien, so Siddiqi, zur Erreichung der Ziele nicht ausreichen. Noch offen ist

BFE UNTERSTÜTZT PILOT-, DEMONSTRATIONSUND LEUCHTTURM-PROJEKTE Die CO2 -Abscheidungs-Anlage von Climeworks in Hinwil (ZH) gehört zu den Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekten, mit denen das Bundesamt für Energie (BFE) die Entwicklung von sparsamen und rationellen Energietechnologien fördert und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreibt. Das BFE fördert Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte mit 40 % der anrechenbaren Kosten. Gesuche können jederzeit eingereicht werden. www.bfe.admin.ch/pilotdemonstration www.bfe.admin.ch/leuchtturmprogramm

zur Zeit, wo CO2 in der Schweiz auf lange Sicht gespeichert werden kann. Denkbar sind salzwasserhaltige Gesteinsformationen des schweizerischen Mittellandes in Tiefen von rund 1 0 00–2 500 Metern. Die Überlegungen im Ausland gehen dahin, das CO2 in erster Line dort abzuscheiden, wo es in grossen Menge anfällt, z. B. in Kehrrichtverbrennungsanlagen, Zementwerken und in der chemischen Industrie.

HINWEISE Auskünfte zu dem Projekt erteilt Dr. Yasmine Calisesi yasmine.calisesi@bfe.admin.ch, Leiterin des BFE-Programms Pilot- und Demonstrationsprojekte Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich CCS finden Sie unter: www.bfe.admin.ch/cleantech/ 05761/05763/05782/index. html?lang=de&dossier_id=05135. www.climeworks.com

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KERNENERGIE

Die Schweizer Kernkraftwerke, im Bild Gösgen, tragen entscheidend zur Versorgungssicherheit der Schweiz bei.

VIELES SPRICHT FÜR DIE KERNENERGIE Die Folgen des Unfalls im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi sind vielschichtig, aber bei weitem nicht das Ende der Welt in der betroffenen Region. Der Unfall ist kein Grund, auf die Vorzüge der Kernenergie zu verzichten. Dieser Meinung sind die meisten Staaten mit Kernenergie in ihrem Strommix.

S

echs Jahre nach dem Reaktorunfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi schreiten die Aufräum­ arbeiten weiter voran. Die Anlage gibt praktisch keine radioaktiven Stoffe an die Umgebung mehr ab. Im Vergleich zu Tschernobyl sind die Umweltbelastungen in der Region um Fukushima viel geringer, da der grösste Teil der radioaktiven Stoffe in den Reaktorgebäuden verblieben ist. Die Agrar- und Fischereiprodukte aus der Region sind einwandfrei. Inzwischen werden beim Cäsium-Grenzwert von Kulturpflanzen, Nutztieren und Meeresfischen keine Überschreitungen mehr festgestellt. Einzig Wildtiere überschreiten noch die im internationalen Vergleich sehr strengen japanischen Grenzwerte. Der Sperrradius für Fischfang um das Kraftwerk wird von 20 Kilometern auf 10 Kilometer reduziert. Die Evakuationszonen werden laufend verkleinert. Ende März 2017 werden weitere, grössere Gebiete vollständig freigegeben. Auch im vergangenen Jahr sind – wie bereits in den Jahren zuvor – keine strahlenbedingten Erkrankungen oder gar Todesfälle als Folge des Kraftwerksunfalls aufgetreten.

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Eine erkennbare Zunahme solcher Erkrankungen ist auch in Zukunft nicht zu erwarten.

FOLGEN FÜR JAPANISCHE STROMVERSORGUNG … Während sich abzeichnet, dass die gesundheitlichen Folgen des Unfalls überwiegend psychosomatischer Natur sind (eine Folge der laut Fachleuten zu lange

anhaltenden Evakuierung) und die Umweltbelastungen in der Umgebung des Kraftwerks bewältigt werden können, belasten die energiepolitischen Konsequenzen das Land nach wie vor stark. Kurz nach dem Ereignis wurden sämtliche Kernkraftwerke Japans zwecks Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltet. Neben den sechs Einheiten von Fukushima-Daichii sind unter-

Der japanische Strommix vor und nach dem Fukushima-Unfall sowie in der Zielvorgabe für 2030 des japanischen Institute of Energy Economics


Platzierung eines Dampferzeugers im Kernkraftwerk Virgil C. Summer-2 in den USA. Weltweit sind aktuell rund 60 Kernkraftwerke im Bau.

dessen neun weitere Blöcke definitiv stillgelegt worden. Bis heute haben zehn Einheiten von den neu organisierten Behörden die Bestätigung erhalten, dass sie den neuen, viel strengeren japanischen Sicherheitsrichtlinien entsprechen. Von ihnen stehen aus politischen Gründen gegenwärtig nur drei in Betrieb. Ende Februar 2017 waren bei der Aufsichtsbehörde Gesuche für die Betriebsfreigabe von weiteren 20 Einheiten hängig. Vor 2011 bezog Japan knapp 30 % seines Stroms aus über 50 Kernkraftwerkseinheiten. Als Folge ihrer Abschaltung stieg der Anteil des Stroms aus fossil befeuerten Kraftwerken von zuvor rund 60 % bis 2013 auf fast 90 %. Japan hat kaum eigene Kohle-, Öl- oder Gasvorkommen und keine Pipelines zum Festland. Entsprechend hat beispielsweise der Import von Flüssiggas mit Schiffen zwischen 2010 und heute um 20 % zugenommen. Die Kosten für diese Importe verdoppelten sich von umgerechnet 36,1 Mrd. Franken im Jahr 2010 auf 75,9 Mrd. Franken im Jahr 2014. 2016 sind diese Kosten – vor allem wegen der tieferen Gaspreise – wieder auf 33,1 Mrd. Franken gesunken.

… UND FÜR DIE ENERGIEPOLITIK DER SCHWEIZ Das Erdbeben und der Tsunami von 2011 haben nicht nur die japanische Strom­ versorgung grundlegend verändert, sondern auch die Schweizer Energiepolitik auf den Kopf gestellt. Einerseits war Fukushima der Startschuss für die Energiestrategie 2050, welcher der Verzicht auf die Kernenergie am Ende der Laufzeiten unserer bestehenden Kernkraftwerke zugrunde

liegt. Über das umfassende erste Massnahmenpaket der Energiestrategie stimmt die Schweiz am 21. Mai 2017 ab. Bereits an der Urne abgewiesen wurde letzte Jahr die Volksinitiative «für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie». Die deutliche Ablehnung des von der Grünen Partei Schweiz geforderten raschen Atomausstiegs kann als Zeichen des Vertrauens in die Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke und ihre Betreiber sowie in die Aufsichtsbehörde gewertet werden. Mit dem klaren Nein zur Initiative ist eine rein ideologisch motivierte Bedrohung der Versorgungssicherheit und unserer sauberen Stromversorgung abgewendet worden. Wie die Stromversorgung der Schweiz mittel- und langfristig aussehen soll, zeigt sich frühestens mit der kommenden Abstimmung über die Energiestrategie 2050.

31 LÄNDER NUTZEN KERNENERGIE Ganz unabhängig von vergangenen und zukünftigen Entscheiden in der Schweizer Energiepolitik geht weltweit die Entwicklung der Kernenergie weiter. Im Jahr 2016 haben zehn neue Reaktoren den kommerziellen Betrieb aufgenommen: fünf in China und je einer in Indien, Pakistan, Russland, Südkorea und den USA. In Südkorea und Russland haben neue, fortgeschrittene Reaktortypen zum ersten Mal Strom produziert. Drei Einheiten wurden 2016 endgültig stillgelegt. Der zivile Kernkraftwerkspark der Welt umfasste somit beim Jahreswechsel 449 Reaktoren in 31 Ländern. Fast 60 weitere sind im Bau und gut 140 geplant. Neben den Systemen, die heute kommerziell einsetzbar sind, arbeitet die Nuklear-

branche intensiv an den Reaktoren für morgen und übermorgen. So hat zum Beispiel die US-amerikanische Firma Nu­ Scale Ende 2016 das erste Lizenzierungsgesuch für einen sogenannten «Small Modular Reactor» eingereicht. Diese kleinen modularen Reaktoren verfügen über ein hohes Mass an sogenannt passiver bzw. physikalisch inhärenter Sicherheit, benötigen wenig Wartung, können in einer Fabrik montiert und danach per Lastwagen an den Einsatzort und nach Ende der Betriebszeit wieder zurückgebracht werden.

VERSORGUNGSSICHERHEIT: EIN UNSCHÄTZBARER WERT Die Staaten, die an ihren Kernenergieprogrammen festhalten oder in Zukunft darauf setzen wollen, wissen um die Vorzüge dieser Technologie. Sie ist mit ihrer guten CO 2 -Bilanz und dem geringen Ressourcen- und Platzbedarf eine sehr umweltschonende Stromquelle. Die Produktionskosten in Kernkraftwerken gehören zudem nach wie vor zu den tiefsten im Vergleicht mit den anderen Stromquellen. Ein sehr grosses Plus einer Stromversorgung mit Kernenergie ist die für unser Land überlebenswichtige Versorgungssicherheit. Die Schweizer Kernkraftwerke sorgen dafür, dass wir im Sommer sauberen Strom exportieren können und im Winter nicht allzu viel – auf die Dauer nicht gesicherten – Strom im Ausland einkaufen müssen.

WEITERE INFORMATIONEN www.nuklearforum.ch

Ausgabe 1 / 2017 // Seite 55


KERNENERGIE

FORSCHEN ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT Die Nagra blickt bei ihrer Arbeit 175 Millionen Jahre in die Vergangenheit und 1 Million Jahre in die Zukunft

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aum ein Radiosender oder eine Zeitung hat nicht darüber berichtet: Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) hat sechs Regionen miteinander verglichen und zwei davon als gut geeignete Standorte für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle vorgeschlagen, Jura Ost im Kanton Aargau und Zürich Nordost im Kanton Zürich. Das Auswahlverfahren für die Lagerstandorte läuft unter der Leitung des Bundes. Bevor das Verfahren in die letzte Etappe geht, prüfen die Sicherheits-

behörden des Bundes die Vorschläge der Nagra. Nicht nur die Gesteins- schichten müssen in diesen Regionen nun weiter untersucht werden, für den Nachweis ein Tiefenlager sicher betreiben zu können, führt die Nagra auch grosse Forschungsexperimente durch.

DIE FACHWELT IST SICH HEUTE EINIG Geologen, Chemiker, Physiker und Ingenieure sind gefordert. Sie bearbeiten ein Projekt, das auf mehrere Tausend Jahre

ausgelegt ist – ein unvorstellbarer Zeit­ horizont. Aber in den vergangenen Jahren haben Wissen- schaftler enorme Fortschritte gemacht. Die Fachwelt ist sich heute einig: Der tiefe Untergrund ist die sicherste Lösung, um Mensch und Umwelt langfristig – für 1 Million Jahre – vor den Auswirkungen radioaktiver Abfälle zu schützen. Die Radioaktivität klingt sehr langsam ab. An der Erdoberfläche würde der Abfall früher oder später zu einer grossen Gefahr: Sabotage, Krieg oder Erdbeben sind mögliche Szenarien.

Gesteinsschichten kilometertief abbilden: Vibrationsfahrzeuge senden seismische Wellen durch den Untergrund.

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KERNENERGIE

UNTERGRUND DURCHLEUCHTEN Um den sichersten Standort zu finden, forscht die Nagra intensiv – Über- und Untertage. Von der Oberfläche aus wird mit einer Messmethode, der Seismik, der Untergrund durchleuchtet. Vergleichbar mit Echolot auf Schiffen, bildet die Seismik Gesteinsschichten bis in Tiefen von mehreren Kilometern ab. So erkennen die Wissenschaftler, wie tief sich das 175 Millionen Jahre alte Wirtgestein befindet und wie mächtig die Schicht ist, wo einst die Abfälle eingelagert werden sollen. Auch grosse Störungen, die am Standort nicht vorhanden sein dürfen, werden abgebildet.

umliegende Gestein auswirkt, denn hochaktive Abfälle geben auch nach Jahrzehnten noch Wärme ab. Hunderte Messinstrumente zeichnen kleinste Veränderungen im umgebenden Gestein über Jahrzehnte auf. Das Experiment ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem sicheren geologischen Tiefenlager.

Sie erhalten Einblick in die grossen Experimente der Nagra und der internationalen Partner der Felslabors. Das Felslabor Mont Terri wird vom Bundesamt swisstopo und das Fels­labor Grimsel von der Nagra betrieben.

TESTLAUF FÜR DAS TIEFENLAGER Während die Gesteinsschichten der Vergangenheit von Übertage aus untersucht werden, blicken die Forscher Untertage in die Zukunft: Im Felslabor Mont Terri, im Kanton Jura, führen die Wissenschaftler einen Testlauf für ein Tiefenlager durch. In einem Lagerstollen haben sie drei Versuchsbehälter im Massstab 1:1 eingebracht und mit einem quellenden Tongemisch verfüllt. Sie wollen herausfinden, wie sich die Wärme auf das Tongemisch und das

HINWEIS Werfen Sie einen Blick zwischen Vergangenheit und Zukunft Felslabor Mont Terri, St-Ursanne (Jura) und Felslabor Grimsel (Bern)

Der Besuch ist kostenlos. Gruppen ab 10 Personen sind willkommen. Anmeldung Renate Spitznagel Telefon  + 41 (0) 56 437 12 82 Mehr Information unter www.mont-terri.ch oder www.nagra.ch Ein Mitarbeiter kontrolliert das Einbringen des Versuchsbehälters in den Stollen im Felslabor Mont Terri: Die Maschine füllt das Tongemisch dicht um den Behälter auf.

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MINERGIE

MINERGIE SETZT DEN STANDARD DER ZUKUNFT Fast eine halbe Million Personen leben bereits in Minergie-Häusern. Per 2017 wurden die Standards weiter optimiert und die neuen Produkte «MQS Bau» und «MQS Betrieb» neu lanciert. Das Erfolgsrezept bleibt: Minergie ist Vorreiter in Sachen Energieeffizienz – Minergie-Gebäude stehen für Werterhaltung, Komfort und tiefen Energieverbrauch. Neu werden sie zu Energieproduzenten und die Neubauten sind frei von fossilen Energieträgern. An einer Medienveranstaltung im Freilager Zürich stellte Minergie die Neuerungen vor.

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ehr als 43’000 Gebäude sind bereits nach Minergie zertifiziert – kein anderes freiwilliges Instrument hat die Schweizer Bauwirtschaft und die kantonale Gesetzgebung seit 1998 so stark beeinflusst. Der Anteil MinergieBauten am gesamten Neubauvolumen liegt je nach Region bei über 25 Prozent. In Zürich entstand mit dem Freilager ein

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neues Quartier mit 800 Mietwohnungen und 200 Zimmern für studentisches Wohnen. Erstellt wurden die Bauten nach den Baustandards Minergie-ECO und Minergie-P-ECO. Gemäss Michael Keller, Vertreter des Investors AXA Winter­ thur, zeichnen sie sich aus durch Wohnkomfort, hohe Energieeffizienz und gute Luftqualität.

MINERGIE IST UND BLEIBT VORREITER IN SACHEN ENERGIEEFFIZIENZ Dank der Pionierarbeit von Minergie konnten die von den Kantonen definierten Anforderungen an den Energiebedarf von ­Gebäuden wesentlich angehoben werden. P ­ er 2017 hat Minergie die drei Ge­ bäude­standards Minergie, Minergie-P und


MINERGIE Minergie-A umfassend überarbeitet. Damit nimmt der Verein Minergie wichtige technische Innovationen auf und bleibt Wegbereiter für die nachhaltige Entwicklung der Schweizer Baukultur. An der Medienveranstaltung vom 19. Januar im Freilager Zürich stellte Minergie die Neuerungen vor. «Minergie hat die Wahrnehmung von nachhaltigem Bauen und Energieeffizienz in der Bevölkerung entscheidend verändert», sagte Heinz Tännler, Regierungsrat des Kantons Zug und Präsident des Vereins Minergie. «Der Standard setzte von Anfang an auf höheren Komfort und bessere Werterhaltung. Die Energieeffizienz war sozusagen als Nutzen darin enthalten.» Minergie bleibt auch in Zukunft ein tragendes Element der Schweizer Energiepolitik: «Die jährlich 3’000 Bauherren, die bewusst nach Minergie bauen, bilden die Basis einer liberalen Umsetzung der anspruchsvollen kantonalen und nationalen Energiepolitik.»

Energiegesetze (MuKEn 2014). Neu eingeführt wurde eine Gesamtenergiebilanz, die sämtliche im Gebäude verbrauchte Elektrizität berücksichtigt. Alle Neubauten decken künftig einen Teil ihres Energieverbrauchs selbst, in der Regel durch Sonnenenergie. Beim Innovations-Standard Minergie-A ist die Eigenproduktion sogar grösser als der Jahresenergiebedarf. «Die Produktion von sauberer Energie und höchster Effizienz ist zwingend. Ein hoher

Autarkiegrad und tiefste CO2-Emissionen bieten Investitionssicherheit für Bauherren», sagte Minergie-Geschäftsleiter Andreas Meyer Primavesi. Als Reaktion auf die nationale und internationale Klimapolitik (Nationale Energiestrategie 2050, UNKlimakonferenz in Paris 2015, COP 21) sind bei Minergie-Neubauten keine fossilen Feuerungen mehr erlaubt; indirekte fossile Belastungen in Strom und Fernwärme bleiben zulässig. Bei Grossbauten und Minergie-A wird ein Energie-Monitoring

DAS GEBÄUDE WIRD VOM KONSUMENTEN ZUM ENERGIEPRODUZENTEN Nach wie vor stehen Wohn- und Arbeitskomfort, Werterhalt und Energieeffizienz im Zentrum. Die drei Baustandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A werden nach Energieeffizienz unterschieden und erfüllen bereits heute die kommenden kantonalen

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MINERGIE eingeführt. Der Mehraufwand in Planung und Bau von Minergie-Bauten bleibt dank einer Beschränkung auf wenige, wirksame Anforderungen vergleichsweise gering. Die neuen Produkte «MQS Bau» und «MQS Betrieb» gewährleisten zudem, dass Gebäude nicht nur überdurchschnittlich gut geplant, sondern auch mängelfrei gebaut und hoch effizient betrieben werden. «Die Behebung von Baumängeln kostet in der Schweiz jährlich ca. 1.6 Mrd. Franken. Ein gut geplantes und gebautes Gebäude muss aber auch richtig betrieben werden, um sein Potenzial auszuschöpfen. Die Installation eines einfachen Monitoringsystems wird die Betriebsoptimierung von MinergieBauten künftig erheblich vereinfachen.»

EINFACH, INNOVATIV, NACHHALTIG – AUCH IN ZUKUNFT Für die Sanierung von Gebäuden hat Minergie ausserdem einen einfachen Zertifizierungsweg entwickelt. Er umfasst fünf Systemlösungen, die einfache, aber wirkungsvolle Massnahmen in den Bereichen Gebäudehülle und Gebäudetechnik sinnvoll kombinieren. Die Umsetzung kann in Etappen über mehrere Jahre erfolgen. Dies erleichtert die Finanzierbarkeit. Auch dieser Ansatz ist typisch für Minergie: «Gut bauen soll einfach und erschwinglich sein»,

so Andreas Meyer Primavesi. «Minergie ist auch deshalb so erfolgreich, weil der Standard einfach umzusetzen ist und genügend Freiheiten bietet. Dazu bieten wir

auch in Zukunft einfache, innovative und nachhaltige Lösungen an. Natürlich kann man auch schlechter bauen – aber warum sollte man?»

WAS IST NEU BEI MINERGIE? • Gesamtenergiebilanz einschliesslich Elektrizitätsverbrauch. • Das Gebäude wird vom Konsumenten zum Energieproduzenten

(Eigenstromerzeugung gemäss MuKEn 2014). • Anreiz zur Maximierung des Eigenverbrauchs ist netzfreundlich und verhindert den Bau ineffizienter Anlagen. • Keine fossilen Feuerungen mehr in Neubauten. • Verstärkte Qualitätssicherung in allen drei Lebensphasen des Gebäudes (Planung, Bau, Betrieb). • Gebäude aller Minergie-Standards mit mehr als 2’000 m2 Energiebezugsfläche sowie sämtliche Minergie-A Bauten verfügen über ein Energie-Monitoring. • Zertifizierungsweg und Systemlösungen für die Sanierung nach Minergie in Etappen für bessere Finanzierbarkeit.

ÜBER MINERGIE • Der Verein Minergie wurde 1996 gegründet und hat heute 430 Mitglieder,

darunter alle Kantone. • Er bezweckt die Förderung der rationellen Energieanwendung und den Einsatz erneuerbarer Energien als Beitrag zur Senkung der Umweltbelastung bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität und der Konkurrenzfähigkeit sowie die Absenkung des Verbrauchs nicht erneuerbarer Energien auf ein umweltverträgliches Niveau, gemessen an den Anforderungen der Ressourcen und der Klimabeeinflussung. • Der ECO-Zusatz garantiert eine besonders gesunde und ökologische Bauweise. Dank einer sorgfältigen Materialwahl, vorausschauender Bauweise und intelligenter Architektur.

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WEITERE INFORMATIONEN Andreas Meyer Primavesi Geschäftsleiter Verein Minergie Bäumleingasse 22 4051 Basel Telefon +41 (0)61 205 25 50 andreas.meyer@minergie.ch www.minergie.ch


AUS- UND WEITERBILDUNG

VORBEREITET AUF (ENERGIE)WANDEL – DANK AUSBILDUNG «Energie» ist ein Thema, welches die Menschheit in Zukunft verstärkt beschäftigen wird. Die begrenzten Vorkommen fossiler Energieträger und die zunehmende Umweltbelastung erfordern es, Energie sparsam zu nutzen. Gefragt sind dafür intelligente Konzepte mit einem ganzheitlichen Ansatz.

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it dem Wandel der Energieversorgung, wie einer Veränderung von zentral zu dezentral und einer Veränderung des Energiemixes, verändern sich auch die Aufgaben und benötigten Kompetenzen im Energiebereich. Es entstehen neue Aufgaben, u. a. geprägt durch Informatik (Internet of Thinigs IoT und Industrie 4.0). Die klassische Energietechnik wird erweitert durch eine «System»-Sicht. Es entstehen neue Berufsbilder und neue Unternehmen. Die Weiterbildung soll auf diese Veränderungen vorbreiten. Mit der Aktualisierung des seit 2007 erfolgreichen Master-Programms «MAS Energiesysteme» bietet die NTB Interstaatliche Hochschule in Buchs eine zukunftsorientierte Ausbildung, basierend auf der langjährigen Tradition einer fundierten Ingenieurausbildung. Mit einem starken Praxisteil wird die Lücke zwischen Ener-

gieforschung und dem umsetzenden Handwerk geschlossen. Der Kurs CAS Erneuerbare Energien gibt einen Überblick über erneuerbare Energieproduktion und deren effiziente Nutzung. Zurzeit läuft der CAS Speicher / Netze / PV. Dieser fokussiert auf elektrischen Energiesystemen. Es wird auf aktuelle Fragestellung der dezentralen Versorgung, Eigenverbrauchsoptimierung und E-Mobilität eingegangen. Der Studiengang MAS Energiesysteme wurde um den CAS Energie und Wirtschaft erweitert, der im Herbst durchgeführt wird. Im Kurs werden Instrumente aus der Management Lehre für den aktiven Ingenieur vermittelt. Dies ermöglicht den Teilnehmern eine erfolgreiche Beratung und Umsetzung von Energieprojekten. In der NTB ist auch der Sitz des führenden Forschungs- und Prüfzentrum für Wärme-

pumpen WPZ. Der CAS Wärmepumpen / Kältetechnik gehört zum festen Bestandteil des MAS Energiesysteme, da diese Technologie auch in Zukunft einen we­sentlichen Beitrag zur Wärmebereitstellung liefern wird. Durch Absolvieren der vier Kurse und einer erfolgreichen Master ­T hesis kann der Master-Abschluss erlangt werden. Typische Studierende des Masterprogramms besitzen eine mehrjährige Berufserfahrung und sind in führenden Positionen tätig. Ihre Motivation ist einerseits eine berufliche Neuorientierung Richtung Energie oder andererseits einer fachliche Weiterbildung auf dem Gebiet Energie.

WEITERE INFORMATIONEN www.ntb.ch/energiemaster


AUS- UND WEITERBILDUNG

INDUSTRIE 4.0 EIN AKTUELLES THEMA IM HIGHTECH ZENTRUM AARGAU INDUSTRIE 4.0 STÄRKT DEN WERKPLATZ SCHWEIZ Neben Innovationsberatung auch – auch mit Einsatz von Nano- und Energietechnologien – organisiert das Hightech Zentrum Aargau Veranstaltungen, informiert über regulatorische und normative Gesetzesänderungen, hält Fachvorträge und kommuniziert regelmässig in den Medien. Dank der guten Vernetzung des Hightech Zentrums Aargau mit kompetenten Partnern erhalten KMU einen schnellen Zugang zur Industrie, zu Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsinstituten.

Das Hightech Zentrum Aargau in Brugg – Kompetenzzentrum Industrie 4.0 im Aargau.

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ie Erfahrung der Technologie- und Innovationsexperten im Hightech Zentrum zeigt auf: Damit Industrie 4.0 gelingt, braucht es keinen Umsturz. Es geht darum, das Vorhandene aufzugreifen, das Machbare zu realisieren. Einmal getätigte Investitionen können bei guter Beratung in die neue Welt von Industrie 4.0 übernommen und eine bereits bestehende Infrastruktur kann nachträglich mit vernetzter Intelligenz ausgerüstet werden. Auch KMU können von den neuesten Technologien profitieren. Ihre überschaubaren Produktionswege erlauben eine relativ einfache Integration komplexer Systeme. Sie haben dank flexiblen Strukturen die Voraussetzung, rasch auf die neuen Anforderungen zu reagieren.

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KOMPETENZZENTRUM INDUSTRIE 4.0 IM AARGAU «Industrie 2025» nennt sich die nationale Initiative, die sich die Stärkung des Werkplatzes Schweiz zum Ziel gesetzt hat. Sie stützt sich in ihrem Vorgehen auf das international ausgerichtete Konzept von Industrie 4.0. Das Hightech Zentrum Aargau engagiert sich als Partnerunternehmen bei «Industrie 2025». Das Kompetenzzentrum «Industrie 4.0» der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), das Industrie-Netzwerk der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK), die Technologietransfer- und Beratungsstelle FITT sowie das Hightech Zentrum Aargau sorgen dafür, dass Unternehmen im Kanton Aargau die Vorteile von Industrie 4.0 bestmöglichst

nutzen können. So wie Alessandro Medici, CEO Power-Blox AG, mit seiner innovativen Energiespeicherlösung.

INNOVATIVE ELEKTRONIK Die Idee des Energiewürfels aus dem Aargau ist, privaten Haushalten und dem Kleingewerbe – vornehmlich in Ländern, die über keine eigene oder sichere Stromversorgung verfügen – eine Stromquelle zur Verfügung zu stellen. Neu und innovativ ist die integrierte Elektronik und damit verbunden die Möglichkeit, mehrere Würfel intelligent in Serie zu schalten. Einerseits erhöht sich dadurch die Leistung, anderseits erkennt das System einen möglichen Leistungsabfall einer Power-Blox und ist in der Lage, diesen sofort auszugleichen.


Mai 2015: Alessandro Medici ® und Bernhard

November 2016: Das Gehäuse der Power-Blox wird bei Utz AG in Bremgarten serienmässig produziert.

Isenschmid mit einem Prototypen.

Das heisst, die einzelnen Geräte kommunizieren untereinander, oder wie Medici erklärt: «Innerhalb einer Nutzergemeinschaft, zum Beispiel weit draussen im afrikanischen Busch, können sämtliche Geräte zu einem Schwarm vernetzt werden. Braucht ein Nutzer einmal nicht so viel Strom, wird die überschüssige Energie automatisch dorthin weitergeleitet, wo gerade ein erhöhter Bedarf besteht.»

ROBUST UND DENNOCH SCHÖN Für die definitive Umsetzung des Gehäuses braucht es einen Kunststoffspezialisten, der in der Lage ist, die hohen Erwartungen an das Produkt zu erfüllen. Zum einen setzt Medici auf Form und Aussehen: «Ich möchte ein reduziertes Design, eine schlanke Form. Die Power-Blox soll gut aussehen. Es gibt keinen Grund, warum etwas – vor allem wenn es für ein Drittweltland entwickelt wurde – nicht auch schön sein darf.» Zum anderen geht es aber auch darum, ein robustes Gehäuse zu entwickeln und zu bauen. Schliesslich ist die Power-Blox Wind und Wetter – und in Afrika vor allem auch der Hitze – ausgesetzt. Das Hightech Zentrum Aargau hilft bei der Suche nach dem richtigen Gehäusebauer und initiiert dazu einen Workshop, bei dem die Probleme vor Ort und unter Beteiligung aller am Projekt Involvierten diskutiert werden.

DAS GEHÄUSE: MADE IM AARGAU Am Workshop mit dabei ist auch Douwe Hoekstra, Technischer Leiter bei Georg Utz AG in Bremgarten. Kompetent und lösungsorientiert präsentiert er die Möglichkeiten, welche die Erwartungen von Alessandro Medici erfüllen würde. Schnell wurde klar, dass eine Zusammenarbeit der beiden Aargauer Firmen zum Ziel führen

könnte. 18 Monate später ist das Ziel erreicht: Das Gehäuse für die Power-Blox wird bei Utz AG in Bremgarten serienmässig produziert.

CHECK-UP FÜR INDUSTRIEBETRIEBE In den letzten drei Jahren hat sich im Rahmen der Firmenberatungen im Hightech Zentrum gezeigt, dass zu Beginn immer die gleichen Fragestellungen auftauchen. Bernhard Isenschmid, Technologie- und Innovationsexperte im Hightech Zentrum Aargau hat deshalb einen Fragekatalog zusammengestellt. Die Auswertung der Antworten im Quick-Scan zeigt den Unternehmerinnen und Unternehmen, wo Handlungsbedarf besteht – vor allem in Hinblick auf Industrie 4.0. Ziel dieses Fragebogens ist, Unternehmerinnen und Unternehmer einen ersten Anhaltspunkt zu

geben, wie weit das Thema Industrie 4.0 bereits umgesetzt wird. Die Resultate werden in einem «Industrie 4.0 – Spyder» mit den aktuellen Benchmarks verglichen. In einem zweiten Schritt wird im persönlichen Gespräch und in einem Workshop die Ausgangslage im Rahmen einer Erstberatung vertieft analysiert werden. Nach Abschluss dieser Schritte werden spezifische Handlungsempfehlungen abgebeben werden, die dann das Unternehmen umsetzen kann – auf Wunsch auch mit weiterer Unterstützung des Hightech Zentrums Aargau.

KONTAKT www.hightechzentrum.ch

NÄCHSTE VERANSTALTUNG IM HIGHTECH ZENTRUM AARGAU Die Industrie in der Schweiz ist laufend mit bedeutenden Herausforderungen kon­ frontiert. So befürchten Medien regelmässig, dass als Folge von hohen Produktionskosten eine schleichende Deindustrialisierung des Landes stattfindet. Ebenso relevant ist jedoch, dass in der Schweiz gegenwärtig Milliarden in den Aufbau von neuen industriellen Produktionsstätten investiert werden. Zu beobachten ist dies insbesondere bei Hightech-Unternehmen und im Zusammenhang mit Nanotechno­ logien. Durch diese eigentliche Reindustrialisierung entstehen beispielsweise im Kanton Aargau – dem traditionell bedeutendsten Industriekanton der Schweiz – laufend neue, innovative, hochwertige und wertschöpfungsintensive Produkte, Prozesse und Arbeitsplätze. Dadurch eröffnen sich auch Chancen für regionale KMU. Diese positive wirtschaftliche Entwicklung steht im Zentrum der Veranstaltung «Reindustrialisierung mit Hightech-Unternehmen» vom 25. April 2017 im Hightech Zentrum Aargau in Brugg. Es erwarten Sie hochkarätige Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, sowie interessante Analysen und Praxisbeispiele. Die Veranstaltung ist kostenlos. Mehr Informationen und Anmeldung: www.hightechzentrum.ch/reindu

Ausgabe 1 / 2017 // Seite 63


DAS ÜBEREINKOMMEN VON PARIS UND WIR Die Erde soll sich nicht zu stark erwärmen – das ist das Ziel, auf das sich die Weltengemeinschaft 2015 geeinigt hat. In der Schweiz steht die Ratifizierung des Abkommens noch aus. Was bedeutet es für unser Land und unsere Energiepolitik? Diese Frage wird an der Jahrestagung des energie-cluster.ch am 15. Mai 2017 im Stade de Suisse diskutiert.

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ie klimatischen Veränderungen auf unserer Erde sind seit einigen Jahren ein vorrangiges Thema der Weltpolitik. Derzeitige Szenarien gehen von einer Erwärmung von 4°– 6° C aus, wenn nicht schnell entgegengesteuert wird. Und energischer denn je versucht man, Zukunftsszenarien zu skizzieren, welche den Umgang mit der Energie auf Jahre hinaus festlegen. Das Übereinkommen von Paris liefert ein Element der Verbindlichkeit und hat eine Messlatte gesetzt, mit der Forderung, die Erwärmung der Erdatmosphäre über 2° gegenüber der Vorindustriellen Zeit steigen zu lassen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sind darum bemüht, ihre Bedürfnisse in diese Szenarien einzugliedern und sie mit dem Kimaabkommen vereinbar zu machen. Die Abstimmung zum Energiegesetz bietet eine gute Basis. Protagonisten aus all diesen Teilen der Gesellschaft

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werden an der Jahrestagung 2017 des energie-cluster.ch zu Wort kommen. Offener Austausch zu kontroversen Fragen Renommierte und erfahrene Referentinnen und Referenten gehen auf die teilweise komplexen Fragen mit hoher Zukunfts­ relevanz ein. In zwei Diskussionsrunden können die Teilnehmenden Fragen stellen und weitere Sichtweisen einbringen. Verschiedene, innovative Unternehmen legen dar, wie sie mit den Zielen des Pariser Abkommens umgehen. Akzeptieren sie sie? Kann aus unternehmerischer Sicht ohne Verlust der Wettbewerbsfähigkeit dazu überhaupt ein Beitrag geleistet werden? Wie alle Veranstaltungen des energie-cluster.ch räumt auch die Jahrestagung 2017 genügend Zeit für ein wertvolles Networking ein. Nutzen Sie diese Gelegenheit!

JAHRESTAGUNG 2017 DES ENERGIE-CLUSTER.CH Herausforderungen & Umsetzung Übereinkommen von Paris Wann: Montag, 15. Mai 2017, 13–17 Uhr Wo:  Stade de Suisse Papiermühlestrasse 71, 3014 Bern

WEITERE INFORMATIONEN Saskia Göttschi Projektleiterin energie-cluster.ch Monbijoustrasse 35, 3011 Bern Telefon +41 31 381 24 80 saskia.goettschi@energie-cluster.ch www.energie-cluster.ch


AUS- UND WEITERBILDUNG

Ausgabe 1â&#x20AC;&#x2030;/ 2017 // Seite 65


AUS- UND WEITERBILDUNG

MEGATREND DIGITALE TRANSFORMATION Die Zukunft hat bereits begonnen: Die digitale Revolution des 21. Jahrhunderts ist geprägt durch die Omnipräsenz von Sensoren, Netzwerken sowie Informations- und Kommunikationstechnologie.

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ie Allgegenwärtigkeit digitaler Technik führt zu tiefgreifenden ­politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Grossunternehmen wie auch KMUs müssen sich auf strate­ gische Kernaufgaben fokussieren: • Digitalisierung von Geschäfts­

prozessen und -modellen Branchenunabhängig ver­ ändern neue Technologien klassische Geschäftsprozesse und -modelle.

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• Innovationskultur

Ein immer schnellerer Wandel ist ein sichtbares Zeichen der Digitalisierung: Innovation ist unerlässlich. • Change Management: Digitale Transformation Fundiertes Wissen und neustes tech­no­­ logisches Know-how sind Voraus­ setzung für eine digitale Erfolgsstory. Das nötige Wissen und die analytischen, fachlichen wie auch zwischenmenschlichen Fähigkeiten zur erfolgreichen Bewältigung

dieser digitalen Herausforderung werden durch die Weiterbildungsprogramme des iimt vermittelt. Im Vordergrund für einen optimalen Wissenstransfer stehen: • interaktive Lernerlebnisse • renommierte nationale und

inter­nationale Dozierende • Verknüpfung von Theorie und Praxis

DER WEG ZUM ERFOLG Das iimt bildet seit mehr als 20 Jahren die Manager von morgen aus. Studie-


AUS- UND WEITERBILDUNG

renden werden die analytischen, fach­ lichen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten vermittelt, welche für den Erfolg in einem zunehmend komplexer werdenden Umfeld notwendig sind. Somit erhalten sie die Kompetenzen, um Herausforderungen rasch möglichst zu erkennen und zu meistern. Ein wichtiges Element am iimt sind jedoch auch die Dozierenden und Industrie-Experten, welche durch konkrete 4.0 Praxis- und Fallbeispiele substanzielle Lösungsansätze bieten.

WEITERBILDUNG AUF HÖCHSTEM NIVEAU – FLEXIBEL & MASSGESCHNEIDERT Das iimt hat sich seit vielen Jahren auf die beiden Schwerpunkte «Informationund Kommunikationstechnologie»- und «Energie» Management spezialisiert, welche zunehmend an Bedeutung ge-

winnen. Wichtigstes Ziel des iimt ist jedoch, eine Weiterbildung auf höchstem Niveau mit top-aktuellen Inhalten und Experten aus der akademischen Welt und der Praxis anzubieten. Teilnehmende sollen Wissen und Erfahrung in vielen Fachbereichen erlangen und diese auch vernetzt anwenden können. Gross geschrieben wird zudem die Flexibilität aller iimt Lehrgänge. Teilnehmende können sich nach ihren Wünschen, flexibel und massgeschneidert, von einzelnen Fachkursen bis zum Executive CAS, Executive Diploma und dem Executive MBA, in ihrem gewünschten Rhythmus weiterbilden. Machen auch Sie den nächsten Karriere­ schritt und wappnen Sie sich für die Z ukunft. Wir beraten Sie gerne und ­ ­w ürden uns freuen, Sie am iimt zu be­ grüssen.

NÄCHSTE KURSE AM IIMT Management Accounting & Control Modul 1 06. Juni 2017– 07. Juni 2017 Modul 2 15. Juni 2017 – 16. Juni 2017 Modul 3 22. Juni 2017– 23. Juni 2017 Managerial Finance Modul 1 08. Juni 2017– 09. Juni 2017 Modul 2 13. Juni 2017– 14. Juni 2017 Modul 3 20. Juni 2017– 21. Juni 2017 Unsere Lehrgänge Executive MBA in Utility Management Executive Diploma in Utility Management Executive CAS Strategies & Innovation Executive CAS Financial Decision Making Executive CAS Leadership & HRM Executive CAS Project Excellence Anmeldung und Informationen unter www.iimt.ch erhältlich.

KONTAKT iimt Universität Fribourg Bd de Pérolles 90 1700 Fribourg iimt@unifr.ch www.iimt.ch

Ausgabe 1 / 2017 // Seite 67


ZUKUNFTSLÖSUNG WIE KÖNNEN WIR DIE ZUKÜNFTIGEN HERAUSFORDERUNGEN IN DER ENERGIEWIRTSCHAFT BEWÄLTIGEN? Der MAS in Energiewirtschaft der HTW Chur in Zürich schliesst eine wichtige Wissens-Lücke

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ie Versorgung mit Energie ist nach wie vor eine der grössten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die damit verbundenen Aufgaben und Fragestellungen rund um das Thema «Energie» sind dadurch mehr denn je von grosser Bedeutung für die Zukunftssicherung unserer Volkswirtschaft. Und dabei ist nicht nur die lokal begrenzte Sichtweise notwendig und hinreichend, sondern zunehmend auch eine Betrachtung auf globaler Ebene und im Kontext und Zusammenwirken mit anderen Volkswirtschaften. Die Komplexität der Märkte hat nicht zuletzt dadurch stark zugenommen und sie wird es auch weiterhin tun. Parallel dazu entwickeln sich die Technologien weiter. Sowohl im Bereich der Erzeugungstech-

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nologien, aber auch ICT-Lösungen und damit verbundene neue Produkte und Dienstleistungen machen deutlich, wie vielschichtig die Weiterentwicklungen, die Innovationen und somit die Veränderungen in der Energiewirtschaft sind. Vieles ist dabei im Umbruch. Und die Zukunft fordert neue Geschäftsmodelle mit tragfähigen Konzepten, die den Veränderungen und Anforderungen entsprechend Rechnung trägt. Deshalb werden gerade auch die Führungskräfte im energiewirtschaftlichen Umfeld zukünftig noch stärker gefordert sein. Um für diese anstehenden unternehmerischen Herausforderungen im Sinne eines ganzheitlichen und vernetzten Denkens gerüstet zu sein, sind ­Weiterbildungen in diesem Kontext unabdingbar.

Der Energiemaster vermittelt hier eine solide und ausgewogene Gesamtwissens­ basis über das breite Spektrum der Energiewirtschaft. Das Lernprogramm umfasst die Themenblöcke Energiewirtschaft inklusive Energiehandel sowie Energietechnik und Energierecht. Aufbauend auf dem Basiswissen werden gemäss Karin Eggert, Studiengangsleiterin, die aktuellen Themen und Herausforderungen der Energiewirtschaft mit den dozierenden Fach-Experten aus der Branche erfasst, diskutiert und intensiv bearbeitet. Dazu gehören unter anderem Fragen zum Ausstieg aus der Kernenergie, zu erneuerbaren Energien, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, Energieeffizienz und vieles mehr. Ein gutes Beispiel für die Zunahme an Interdisziplinarität ist das Zusammenwachsen der Energiewirtschaft mit der ICT-Land-


AUS- UND WEITERBILDUNG Somit lautet die Antwort auf die Frage im Titel: Lebenslanges Lernen, vernetztes Denken in globalen Zusammenhängen und die Kombination von aktuellem Fachwissen und Managementfähigkeiten sind die Basis zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen in der Energiewirtschaft.

schaft. Die Aufgaben, Herausforderungen und Lösungskonzepte der Zukunft, ins­ besondere in Hinblick auf die Energie­ strategie 2050 und deren Vorgaben, sind nur mit zielführenden ICT-Lösungen machbar. Solchen Lösungsansätzen wird im Energiemaster ein entsprechender Rahmen gegeben. «Manager», betont Eggert, «müssen künftig vielseitiger sein. Sie müssen neben den betriebswirtschaftlichen und technischen Kenntnissen auch zunehmend Sozial- und Managementkompetenzen haben. Sie brauchen den Überblick über die gesamte Branche in Verbindung mit angrenzenden Wissensgebieten und darum benötigen sie sowohl Experten- wie auch Generalisten- Know-How. Die Komplexität der Aufgaben wird weiter zunehmen, so dass ein noch stärker vernetztes Denken unumgänglich wird. Für Karin Eggert steht fest, dass die Fachleute der Zukunft nicht nur ein fundiertes Fachwissen benötigen, sondern auch vielschichtiger ausgebildet sein müssen. Um die notwendigen und zielführenden Lösungen in der Praxis entwickeln zu können ist ein vernetztes Denken und Arbeiten über die einzelnen Fachdisziplinen hinweg unum-

gänglich. Interdisziplinäres Handeln wird die Zukunft auch in der Energiewirtschaft prägen, so die Einschätzungen von Karin Eggert. «Somit wird zusätzliche Weiterbildung immer wichtiger in Richtung ‹lebenslanges Lernen›». Mit dem Master in Energiewirtschaft an der HTW Chur bietet die Hochschule seit sieben Jahren erfolgreich ein Weiterbildungsangebot an, welches genau jene Fähigkeiten, die Führungskräfte heute und zukünftig benötigen, vermittelt. Die HTW Chur füllt die Wissens-Ruck­ säcke der Managerinnen und Manager mit diesem Weiterbildungsmaster sehr gut. Der Energiemaster ist dabei in 2 Stufen konzipiert (siehe Bild) und ermöglicht so einen stufengerechten Studieneinstieg. In Stufe 1 werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagen komprimiert im Sinne eines General Managements vermittelt. Die ­daran anschliessende Stufe 2 beinhaltet dann die energiespezifischen Lerninhalte. Gemäss dem bewährten Stufenkonzept der HTW Chur können Studierende, die bereits betriebswirtschaftliches Vorwissen mitbringen, direkt in die 2. Stufe einsteigen. Darüber entscheidet die Studienleitung im Einzelfall.

HINWEIS Infoabende finden regelmässig im KLZ in Zürich statt. Die aktuellen Daten dazu sowie weitere Detailinfor­ mationen sind zu finden unter: htwchur.ch/energiemaster Kontakt Prof. Dr. Karin Eggert Studiengangsleiterin MAS in Energiewirtschaft Telefon +41 81 286 24 32 karin.eggert@htwchur.ch

«Der Energiemaster ist eine umfassende Weiterbildung in der schweizerischen Energiewirtschaft. Es ist sowohl für Ingenieurinnen und Ingenieure als auch Für Betriebswirtschafterinnen und Betriebswirtschaftler das Vertiefungsstudium in der Energiewirtschaft. Das MAS ist sehr vielseitig aufgebaut. So weist dieses Studium ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie und Praxis auf, mit interessanten Exkursionen. Die interdisziplinäre Behandlung der energiewirtschaftlichen Themen hat mir beste Grundlagen zur Lösung der kommenden Herausforderungen in der Energiewende gebracht.» Franz Zeder Leiter Information Management Produktion & Netze, Axpo Services AG

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VORSCHAU

An der ineltec 2017 werden 18’000 Besucher und 250 Aussteller erwartet.

INELTEC 2017 GEBÄUDETECHNIK ALS SCHLÜSSELTECHNOLOGIE DER ZUKUNFT In den letzten Jahren hat sich die Gebäudeautomation zu einer Schlüsseltechnologie transformiert, wenn es darum geht Gebäude komfortabel, sicher und energetisch wertvoll zu bauen oder zu modernisieren. Grundlage dafür ist eine interdisziplinäre Denkweise und Vernetzung aller beteiligten Branchen. Vom 12. bis 15. September 2017 dreht sich an der ineltec in Basel alles um Innovationen und Lösungen für eine intelligente Energiezukunft. Unter dem Motto «Fachübergreifend planen, realisieren und nutzen» werden am ineltec-Forum Aussteller, Start-ups und die wichtigsten Branchenverbände einen interdisziplinären Diskurs führen.

D

ie Gebäudeautomation erfährt eine enorme Aufwertung und eine neue Relevanz, wenn es darum geht einen Gebäudebestand zu modernisieren oder Neubauten energietechnisch effektiv auszulegen. Betrachtet man zum Beispiel die Kosten für eine umfassende energetische Sanierung, so fallen für die Optimierung der Gebäudetechnik durch Gebäude­ auto­ mation nur rund ein Zehntel der ­Gesamtkosten an. Demgegenüber stehen zu erzielende Einsparpotentiale von 20 bis 40 Prozent der Energiekosten nach einer Sanierung. Zudem erwartet den Gebäudenutzer ein erheblicher Gewinn an Komfort und Sicherheit. Gebäudebetreiber profitieren von Flexibilität bei der Umnutzung

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und haben wichtige Informationen für den optimalen Betrieb und die Wartung.

INELTEC VERZEICHNET HOHE BUCHUNGSQUOTE

Elektrotechnik, dezentrale Energieerzeugung, Energieverteilung, Energieopti­ mierung, Kommunikationsinfrastruktur, Netzwerktechnik, Licht- und Beleuchtungstechnik präsentieren.

Die intelligente Gebäudetechnik ist eine Schlüsseltechnologie im digitalen Zeitalter und das Thema der ineltec. Als Fachmesse für Systemlösungen bildet die ineltec einen interdisziplinären Marktplatz für Handwerker, Planer, Ingenieure, Verbände und Hersteller aus allen Disziplinen der Elektrotechnikund Gebäudeautomationsbranche ab. Erwartet werden rund 18’000 Fachbesucher sowie 250 Aussteller, die eine Vielzahl an Neuheiten und Trends aus den Bereichen Gebäudeautomation, Gebäudesicherheit,

Bereits jetzt zeichnet sich eine hohe Anzahl an Ausstellern an der ineltec 2017, der Schweizer Messe für intelligente Gebäudetechnologie, ab. 92 Prozent der Fläche sind bereits belegt. «Die positive Resonanz der Aussteller unterstützt unsere Bestrebung, die ineltec als die Schweizer Leitmesse für intelligente Gebäudetechnologie zu positionieren», sagt Armin Kirchhofer, Exhibition Director der ineltec. Dies be­ stätigt auch Thomas Fischer, Head Building


VORSCHAU Mix von Referatsreihen, Fachreferaten, Ausstellungsbereichen und einer Networkingzone. Zum ersten Mal wird das ineltecForum von eco2friendly organisiert und in enger Zusammenarbeit mit den wichtigsten Branchenverbänden realisiert.

ZUKUNFTSWERKSTATT – DIGITALE INNOVATIONEN FÜR DIE ENERGIEZUKUNFT

ineltec verzeichnet auch im 2017 hohe Buchungsquote.

Technologies Südeuropa, von Siemens Schweiz AG: «Die Profilschärfung der ineltec zur Schweizer Leitmesse für intelligente Gebäudetechnologie passt bestens zu unserer Ausrichtung auf die Gebiete Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Die Aussteller der ineltec haben die Chance, mit gesellschaftlich relevanten Inhalten nachhaltig Reputation aufzubauen. Der stattfindende Wandel in der Branche bietet erhebliches Potenzial, Produkte und Lösungen als glaubwürdige Beiträge für eine nachhaltige Energiezukunft zu ­positionieren».

INELTEC-FORUM 2017: INNOVATIONEN, TRENDS UND NETWORKING Der digitale Wandel ist allgegenwärtig und prägt Markt, Umwelt, Individuum und Gesellschaft. Dabei haben sich die Elektroinstallation sowie die Gebäudeautomation zu einem äusserst dynamischen Tätigkeitsgebiet entwickelt – mit enormen Chancen, aber auch Herausforderungen. Denn um mittels einer intelligenten Gebäudetechnik das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, ist von Anfang an eine konsequente, integrale Planung notwendig, welche die kompetente Realisation sowie die sachkundige Nutzung und Wartung miteinbezieht. Nur so kann die Gebäudeautomation einen entscheidenden Beitrag leisten und helfen,

Energie zu sparen. Genau diesem Thema widmet sich das diesjährige ineltec-Forum. Unter dem Motto «Fachübergreifend planen, realisieren und nutzen» diskutieren Vertreter von Verbänden und Unternehmen an jedem Messetag in wechselnden Formaten mit Spezialisten und Entscheidungsträgern die Megatrends der Branche und stellen Lösungen vor. Am Innovationsforum zeigen junge Firmen (Startups) und etablierte Hersteller in kurzen Präsentationen ihre innovativen Lösungen und Geschäfts­ modelle in den Bereichen Digitalisierung, Urbanisierung und Energiewende. Dabei erhalten die Besucherinnen und Besucher der ineltec einen kurzen, intensiven Überblick über die Neuheiten der Branche. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, ausgewählte Innovationen im Rahmen einer geführten Tour oder im Rahmen ­eines individuellen Standbesuchs gezielt zu entdecken. Das Trendforum zeigt übergeordnete soziale und technologische Entwicklungen und bringt anerkannte Fachspezialisten mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft auf die Bühne. Die Veranstaltungen des Trendforums orientieren sich an den Schwerpunktthemen des Innovationsforums und deren individuellen Zukunftsaussichten. Das gesamte ineltec-Forum ist eine Weiterentwicklung des bereits in den letzten Jahren erfolgreichen Konzeptes bestehend aus einem

Die ineltec setzt sich gemeinsam mit dem Verband Schweizerischer Elektro-Installationsfirmen VSEI und EnergieSchweiz für die Nachwuchsförderung ein. Die Zukunftswerkstatt macht den Lernenden die Innovationen der Elektrobranche zugänglich. Ziel ist es, den Nachwuchs damit noch besser auf aktuelle Innovationen, neue Technologien für die Energiezukunft und die Digitalisierung vorzubereiten und ihren Berufsstolz zu stärken. Die Zukunftswerkstatt richtet sich an Klassen von Elektroinstallateuren, Montage-Elektrikern, Telematikern und Elektroplanern im 2. bis 4. Lehrjahr. Der Nachwuchs lernt in praktischen Übungen innovative und energieeffiziente Lösungen aus erster Hand kennen und kann sie exklusiv selber ausprobieren.

KONTAKT MCH Messe Schweiz (Basel) AG ineltec CH-4005 Basel Telefon +41 (0)58 200 20 20 Telefax +41 (0)58 206 21 89 info@ineltec.ch ineltec.ch

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VORSCHAU

IMPRESSUM Wind

Herausgeber rundschauMedien AG St. Jakob-Strasse 110 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon +41 61 335 60 80 Telefax +41 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch Verleger Francesco J. Ciringione Projektleitung Roland Baer r.baer@rundschaumedien.ch

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Sicherheit Die nächste Ausgabe erscheint im Oktober 2017 Jahresabo Zwei Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 10.– Kontaktieren Sie uns gerne: info@rundschaumedien.ch

AUSGABE 01/2017

ZUKUNFTSLÖSUNG ELEKTRISCHE SICHERHEITSRISIKEN MIKRO-BHKW PRODUZIERT VIEL STROM UND WENIG ABGASE SICHERHEIT | ENERGIE-MANAGEMENT | WINDENERGIE | AUS- UND WEITERBILDING

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Die bundesRUNDSCHAU 2017 erscheint im Dezember INELTEC.CH/AUSSTELLEN

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Autoren Dr. Benedikt Vogel Roland Baer Max Raeb Markus Limacher Rino Mentil Titelbild Ineltec Fotos & Grafiken Dr. Benedikt Vogel Climeworks Laurent Burst / LafargeHolcim Gebr. Meier Hoval AG KBR ZIG / HSLU Climeworks ETHZ Shutterstock


GEMEINSAM VORSPRUNG GESTALTEN steiner.ch

Der Umgang mit wertvollen Ressourcen bestimmt unsere Zukunft. Nachhaltigkeit ist deshalb für Steiner eines der wichtigsten Kriterien bei der Entwicklung und Realisierung von Immobilien. Dabei zählt jedes Detail. Um Lösungen zu gestalten, die Bedürfnisse heutiger Generationen erfüllen, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden. Und die es auch morgen noch ermöglichen, gemeinsam Vorsprung zu gestalten.

energieRUNDSCHAU 01/2017  
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