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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, DIE ANGST VOR EINEM BLACKOUT Ein Stromblackout zählt zu den grössten Risiken der nächsten Zeit in der Schweiz. Damit es nicht zu einem solchen Szenario kommt, nehmen Stromversorger und B ­ ehörden auch die Gefahr durch Cyber-Angriffe zunehmend ernst. Ein gezielter Cyber-Angriff auf Stromunternehmen könnte in der Schweiz ein landesweites B ­ lackout bewirken. Dass es nicht soweit kommt, ist die Aufgabe der Behörden und Stromversorger. Der Gefahr eines gezieltes Cyber-Angriffs wird nicht erst seit dem Hacker-Angriff auf die iranische Atomanlage vor fünf Jahren mehr Beachtung geschenkt. Wahrscheinlicher ist aber immer noch, dass eine Naturkatastrophe die Stromversorgung unterbricht. Stromunternehmen sind das klassische Beispiel für eine Attacke, um eine Verun­ sicherung im Stromumfeld zu provozieren. Strom-Zulieferer, Banken und Bahnen sind möglicherweise betroffen. All diese Institutionen haben Zugriff auf eine Informationsplattform von «MELANI». In der Melde- und Analysestelle Informationssicherung «MELANI» arbeiten Partner zusammen, welche im Umfeld der Sicherheit von Computersystemen und des Internets sowie des Schutzes der schweizerischen kritischen Infrastrukturen tätig sind. Sind wir sicher? Eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Das Problem nimmt in der heutigen Zeit einen grossen Stellenwert ein, damit wir auch in Zukunft auf unser Stromnetz zugreifen können und nicht von der Aussenwelt in jeglicher Hinsicht abgeschottet werden und unsere Zugänge auf das normale Leben gewährleistet sind. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Strom, keine Angriffe und viel Lesevergnügen.

Herzlichst Ihr Roland Baer und Team

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2017 wird das analoge Telefonnetz abgeschaltet

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INHALT

6

EDITORIAL1 PIONIERPROJEKT 

6

Pionierprojekt in Zollikofen

6

PILOTANLAGE 8 Backhitze aus Holz und Getreiderückständen

ENERGIE- UND GEBÄUDETECHNIK

8

12

Grosse Erfahrung in der Energie- und Gebäudetechnik

12

ENERGIEBERATUNG 15

15

24

IT-unterstützte Energieberatung

ENERGIE-MANAGEMENT 21

32 ENERGIE IHRE ZUKUNFT

15

IEC 30134: Die Rettung Für Den Pue-Faktor?

21

Bis zur letzten Lampe

24

Damit die Batterie ins Netz passt

28

Domotec – seit 40 Jahren auf Innovationskurs

32

Arnold AG

34

Fronius Schweiz AG

36

Master of Advanced Studies FHO in Energiesysteme – – – – –

CAS Erneuerbare Energien CAS Speicher / Netze / PV: Start im Februar 2017 CAS Energie und Wirtschaft CAS Wärmepumpen / Kältetechnik Master Thesis Partner:

UNG RBILD me E T I E e W iesyst Energ tb.ch n w w w.

NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs FHO Fachhochschule Ostschweiz

// Seite 2


INHALT

KERNENERGIE 38

42

40

Wie sauber ist Strom ohne Atom?

38

Forschen zwischen Vergangenheit und Zukunft

40

Potenziale nutzen

42

WASSERWIRTSCHAFT 44 Optimale Sicherheit für den Anwender

44

AWADUKT  PP EQ

48

ERNEUERBARE ENERGIEN AGROLA, der starke Partner für Heizöl und Holz-Pellets!

48 64

50

IT-SERVICES 52 Die IT-Services von GIA sorgen für gutes Klima

52

SICHERHEIT 55 IoT Projekte auf sichere Geleise führen

AUS- UND WEITERBILDUNG

50

50

55

58

Sparen Sie sich die Faxen!

58

Energiewende – ein Umdenken ist notwendig!

60

Gerüstet für die Energie-Herausforderung

62

Vorbereitet auf Energie­wandel – dank Ausbildung

64

Solararchitektur 65 Die gebaute Zukunft heisst Plusenergie!

68 // Seite 4

68

VORSCHAU 70 Intelligent bauen für mehr Lebensqualität

70

Vorschau & Impressum

72


POTENZIAL ERKENNEN – PERSPEKTIVEN ERÖFFNEN

steiner.ch

Als einer der führenden Entwickler, Total- und Generalunternehmer der Schweiz entwickeln wir alle Arten von Projekten – von Büro-, Industrie- oder Wohnbauten bis zu komplexen Laborbauten, Sportarenen und ganzen Stadtarealen. Wir schaffen Immobilien, die Partnern, Nutzern und Investoren nachhaltigen Mehrwert bieten. Und die auch nach ihrer Realisierung noch begeistern.


PIONIERPROJEKT

PIONIERPROJEKT IN ZOLLIKOFEN BAUGENEHMIGUNG FÜR NAHEZU-NULL-ENERGIEGEBÄUDE ECOBOX Die Steiner AG hat mit dem Projekt EcoBox in Zollikofen ein nachhaltiges Dienstleistungszentrum als nahezu Passivhaus mit attraktiven Flächen für Büros und Gewerbe entwickelt. Als kompetente, erfahrene Energie-Partnerin beteiligt sich die BKW an der Umsetzungsplanung der EcoBox. Das Baugesuch wurde bereits am 12. Februar 2015 bei der Gemeinde eingereicht. Nach erfolgter Baugenehmigung ist die Rechtskraft per 11. August 2016 eingetreten.

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PIONIERPROJEKT

D

ie nächsten Schritte sind die Vermarktung der Mietflächen, Verkauf an den Investor sowie die Reali­ sierung des Gebäudes ab 2017. Die ­Fertigstellung ist für 2019 vorgesehen. Die EcoBox ist als wegweisend umweltfreundliche Konstruktion geplant. Das Gebäude kombiniert innovative, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Technologien und wird so über einen hohen Autarkiegrad verfügen. Als zukunftsweisendes «Nahezu-NullEnergiegebäude» deckt die von Steiner entwickelte EcoBox ihren Energiebedarf zu grossen Teilen selbst.

GANZHEITLICH NACHHALTIGES GEBÄUDEKONZEPT Die auf dem Flachdach installierte Photovoltaikanlage erzeugt die elektrische Energie, die für den Eigengebrauch benötigt wird. Überschüssiger Strom wird in einer Batterie gespeichert und kann in der Nacht oder an lichtarmen Tagen bezogen werden. Eine neuartige Gebäudehülle nimmt die solare Energie auf und wandelt sie in Wärme um, die über eine hocheffiziente Komfortlüftung im Haus verteilt wird. Die Wärme, welche die Menschen sowie Serverräume, Einstellhallen und Computer abgeben, wird ebenfalls rückgewonnen und umverteilt.

Konzept und Planung für diese innovative Gebäudetechnik stammen von der BKW.

MODULARE, ELEGANTE ARCHITEKTUR Die EcoBox von Gebert Architekten AG, Biel, fügt sich als moderner Glasbau mit industriellem Touch optimal in seine Umgebung ein. Die geschickte Verbindung von hoher Praktikabilität und nachhaltiger Gebäudekonstruktion macht diesen Bau einzigartig. Eine begehbare Aussenterrasse auf der ersten Etage verbindet zwei der Gebäudeteile, die sich über zwei grosse Eingänge zu den Innenhöfen öffnen. Je zwei Treppenhäuser erschliessen alle Geschosse. Ein überhöhtes Sockelgeschoss überwindet den Terrainunterschied zwischen der Geleiseebene und der tiefer gelegenen Industriestrasse. Die darüber entstehende, vertikal strukturierte Gebäudehülle wird mit einem fili­ granen Dachrand abgeschlossen. Optisch dominant sind vertikale Profile, welche von unterschiedlich hohen Fensterbändern aus lichtdurchlässigem Glas unterbrochen werden. Die Fassade wird als Passivenergieträger sichtbar inszeniert und stiftet einen aktiven Beitrag zur Identität der EcoBox.

EFFIZIENTE NUTZFLÄCHEN, BESTE VERKEHRSANBINDUNG Die Nutzflächen, welche zu attraktiven Konditionen gemietet werden können, sind flexibel unterteilbar und zeichnen sich durch einen effizienten Grundausbau aus. Die Flächen können entsprechend den vielfältigen Nutzerbedürfnissen ausgebaut werden. Durch die innovative Gebäudetechnik können die Nebenkosten erheblich gesenkt werden. Durch die unmittelbare Nähe zum Bahnhof Zollikofen ist das Objekt bestens an das ganze öffentliche Verkehrsnetz des Espace Mittelland angebunden.

EFFIZIENTE UND INNOVATIVE ZUSAMMENARBEIT Die Steiner AG ist erfahrene und führende Immobilienentwickler- und Totalunter­neh­ merin, während die Partnerin BKW dank ihrem Know-how sowie demjenigen ihrer Tochterfirma ahochn AG integrierte Energielösungen auf dem neuesten Stand anbieten kann. Die beiden Unternehmen haben für dieses Pionierprojekt in technischen Bereichen wie auch in den Sparten Energiegewinnung, -verteilung und -speicherung zusammengearbeitet.

WEITERE INFORMATIONEN www.ecobox-be.ch

STEINER AG Steiner AG, einer der führenden Projektentwickler sowie Total- und Generalunternehmer (TU / GU) in der Schweiz, bietet umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Neubau, Umbau sowie Immobilien­ entwicklung an. Das 1915 gegründete Unternehmen hat über 1200 Wohn­ bauprojekte, 540 Geschäftsliegenschaften, 45 Hotels und 150 Infrastrukturanlagen wie Universitäten, Schulen, Spitäler, Gefängnisse und Altersheime errichtet. Die Steiner AG hat ihren Hauptsitz in Zürich und ist mit Niederlassungen in Basel, Bern, Genf, Tolochenaz, Luzern und St. Gallen vertreten.

Ausgabe 2 /2016 // Seite 7


PILOTANLAGE

BACKHITZE AUS HOLZ UND GETREIDERÜCKSTÄNDEN Mitte 2016 hat in Schafisheim westlich von Lenzburg eine neue Coop-Grossbäckerei / -konditorei ihren Betrieb aufgenommen. Herzstück sind 23 Prozesslinien für Brot und Backwaren. Zur Beheizung der riesigen Öfen werden – in dieser Art erstmalig – Getreiderückstände verwendet. Das spart fossile Energie in erheblichem Umfang. Die innovative Pilotanlage zur Erzeugung von Mitteltemperatur-Prozesswärme könnte anderen Industriebetrieben als Vorbild dienen. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Aus dem neuen Coop-Verteilzentrum in Schafisheim (AG) versorgt der Grossverteiler rund 350 Supermärkte in der Nordwestschweiz, der Zentralschweiz und im Raum Zürich mit Lebensmitteln.

// Seite 8


PILOTANLAGE

I

m Juni 2016 hat das neue Coop-Ver­ teilzentrum in Schafisheim (AG) offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Von dem Standort beliefert der Grossverteiler rund 350 Supermärkte in der Nordwestschweiz, der Zentralschweiz und im Raum Zürich. Zum Verteilzentrum gehört auch ein ­Tiefkühllager, das sämtliche Coop- und Pronto-Länden landesweit mit Tiefkühlprodukten versorgt. Hinzu kommt die grösste Bäckerei / Konditorei der Schweiz mit 23 Prozesslinien. Diese Backöfen laufen sechs Tage die Woche im Dreischichtbetrieb. Täglich werden rund 200 t Brot und Backwaren (wie Patisserie, Torten und Rouladen) gebacken.

«Die Coop Genossenschaft hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie dem Ziel verschrieben, bis im Jahr 2023 ein CO2-neutrales Unternehmen zu werden, also die Umwelt durch ihre Geschäftsaktivitäten mit keinem CO2 zu belasten», sagt Georg Weinhofer, Leiter der Coop-Fachstelle ­Logistik. Dieses Ziel will der Detailhändler durch Reduktion des Energieverbrauchs, den konsequenten Ersatz von fossilen Energieträgern und dem Zukauf von CO2Zertifikaten erreichen. So sollen Warentransporte bei Distanzen von mehr als 90 Kilometern mit der Bahn erfolgen, wozu Coop eine eigene Bahngesellschaft betreibt. Die 400 Fahrzeuge umfassende Lkw-Flotte wird schrittweise auf Biodiesel und Elektroantrieb umgerüstet. Auch werden Transportwege eingespart, indem in Schafisheim beispielsweise Produktion und Lagerung von Tiefkühlteiglingen örtlich zusammengelegt werden. Hinzu kommt die Eigenproduktion von «sauberem» Strom: Auf dem Dach des Verteilzentrums liefert eine PV-Anlage 250 MWh Solarstrom pro Jahr, so die Planzahl.

Thermoöls einem neuartigen BiomasseBrennstoff: ein Gemisch aus Waldhackschnitzeln und staubförmige Getreiderückständen (Müllereinebenprodukt, kurz MNP). Coop bezieht MNP in Pellet-Form aus der unternehmenseigenen Grossmühle Swissmill in Zürich.

tungen zu den Backöfen gelangt. Das Abgas wird in einem Elektroabscheider von Feinstaub gereinigt, bevor es über den Kamin in die Umwelt entweicht. Die Asche aus dem Elektroabscheider (Feinstaub) wird separat von der Rostasche aus dem Verbrennungsprozess entsorgt.

Die Biomasse-Feuerung in der Energiezentrale des Verteilzentrums funktioniert praktisch wie eine Holzheizung: Holzschnitzel und Getreiderückstände – in getrennten Silos gelagert – werden gemischt und in die Brennkammer geführt, wo das Gemisch auf einem Rost verbrennt. Die so erhitzte Luft gibt die Wärme in einem mehrstufigen Wärmetauscher an das Thermoöl ab, das dann mit einer Vorlauftemperatur von 285 °C über Rohrlei-

NEUER BRENNSTOFF ERFORDERT ANPASSUNGEN «Um die Heizanlage auch mit MNP be­ treiben zu können, waren entlang der Prozesskette etliche Anpassungen nötig», sagt Projektleiter Philippe Hennemann vom Planungsbüro Dr. Eicher+Pauli AG (Liestal). Bei der Anlieferung wird das pellet-förmige MNP von einem Gebläse-Camion ins Silo eingeblasen. Die Luft, die bei diesem Vorgang aus dem Silo entweicht, muss

Der Neubau im Coop-Verteilzentrum in Schafisheim (AG) beherbergt 23 Prozesslinien für die Herstellung von Bäckerei- und Konditoreiwaren. Die Öfen werden mit Thermoöl geheizt, das in der Energiezentrale (rechts mit Kamin) durch eine innovative Biomassefeuerung erhitzt wird.

BIOMASSE ERHITZT THERMOÖL Den innovativsten Beitrag zur Vermeidung von CO2 leistet am Standort Schafisheim die neue Grossbäckerei. Die Hitze in modernen industriellen Backöfen stammt üblicherweise von heissem Thermoöl, das in den Wänden der Backöfen zirkuliert. Thermoöl hat gegenüber Dampf, wie er in anderen industriellen Prozessen eingesetzt wird, einen wichtigen Vorteil: Das Öl arbeitet auch bei Betriebstemperaturen von rund 300 °C praktisch bei Normaldruck (0,5 bar). Für die Erhitzung von Thermoöl werden bislang in der Regel Gas- oder Ölheizungen eingesetzt. Die Coop-Grossbäckerei geht einen neuen Weg. Sie benutzt für die Erhitzung des

Im Juli 2016 erfolgte die erste Lieferung Holzschnitzel für die neue Energiezentrale im CoopVerteilzentrum Schafisheim. Die ebenfalls als Brennstoff vorgesehenen Getreiderückstände (Müllereinebenprodukte / MNP) wurden zunächst noch nicht geliefert, da zuerst die Funktionstests der Sicherheitseinrichtungen des MNP-Silos erfolgreich durchgeführt werden mussten.

Ausgabe 2 /2016 // Seite 9


PILOTANLAGE gefiltert werden. Da staubförmige Biomasse explodieren kann, waren auch spezielle Sicherheitsvorkehrungen bei Türen und am Silo nötig. Damit der sehr leichte Brennstoff optimal verbrennt und eine allfällige Verschmutzung in den Rauchgaszügen keinen Einfluss auf die Feuerungsleistung hat, wurden die Feuerung sowie der Elektroabscheider grösser dimensioniert als bei einem Holzschnitzelofen gleicher Leistung. Zur Minderung der Stickoxid-Emissionen wird – wie bei grösseren Holzheizungen üblich – Harnstoff eingedüst (SNCR-Verfahren). Der Einsatz von MNP hat seinen Preis: Die Holzschnitzel / MNP-Heizanlage kostet 10 Mio. Fr., ein Gaskessel gleicher Leistung wäre rund für den Drittel dieses Preises zu haben. Eine Million Franken entfallen auf die Sondermassnahmen, die nötig waren, um die Holzheizung mit MNP betreiben zu können. Gegen diese Kosten stehen die unbestrittenen ökologischen Vorteile der neuartigen Biomasse-Heizung. Dank der Anlage spart Coop rund 4000 t CO2 im Jahr. Das Bundesamt für Energie fördert die Biomasse-Heizung im Rahmen seines Pilot- und Demonstrationsprogramms,

da hier erstmals MNP zur Erhitzung von Thermo­oel eingesetzt wird. Solche Feuerungen haben ein breites Anwendungspotential für industrielle Prozesswärme. Staubförmige Biomasse fällt hauptsächlich als Müllereinebenprodukt (MNP) in Getreidemühlen an. Darüber hinaus verwertbar sind aber auch viele andere ­biogene Reststoffe, wie sie z. B. bei der Ölproduktion und bei der Verarbeitung von Zuckerrüben anfallen. Gemäss einer Studie im Auftrag des BFE würde allein das MNP aus Schweizer Getreidemühlen ausreichen, um theoretisch 100 Anlagen vom Typ Schafisheim (2,5 MW Leistung) betreiben zu können. Bei Nutzung aller landesweit verfügbaren staubförmigen Biomassbrennstoffe liessen sich 1,34 % des Wärmeverbrauchs der Schweiz decken. Somit besteht grundsätzlich die Möglichkeit, eine grosse Zahl ähnlicher Anlagen zur Substitution fossiler Energieträger für hoch­wertige Prozesswärmeerzeugung zu ­realisieren. Die DambachMühle der Meyer­ h ans Mühlen AG in Villmergen (AG) setzt ein Gemisch aus Holzschnitzel und MNP schon seit einigen  Jahren zur Er­zeugung von Prozessdampf ein.

IM PRAXISTEST Der Einsatz von MNP zur Erzeugung industrieller Prozesswärme ist noch jung. Entsprechend wertvoll ist es, mit der Technologie praktische Erfahrungen zu sammeln. Zu diesem Zweck wird die Anlage in Schafisheim mit einem Messprogramm begleitet, zugleich wird ihr Betrieb optimiert (z. B. maximale Nutzungszeit bei ­minimalen Verlusten im Glutbettbetrieb). Die beteiligten Forscher wollen unter anderem die Frage klären, ob der angestrebte Anteil von 50 % des Energieanteils mit MNP im Brennstoff tatsächlich erreichbar ist. Je mehr MNP verbrannt wird, desto anspruchsvoller wird nämlich die Reinigung von Wärmetauscher und Feinstaubabscheider. Zu beantworten ist auch die ganz praktische technische Frage, ob sich das Mischungsverhältnis von Holzschnitzeln und MNP exakt steuern lässt. Eine weitere Herausforderung des Pilotbetriebs betrifft den Wassergehalt der Holzschnitzel: In konventionellen Holzheizungen beträgt dieser 30 bis 35 %, in Schafisheim hingegen 45 bis 60 %. Die hohe Feuchtigkeit reduziert die Staubentwicklung der trockenen MNP und unterstützt so die optimale Verbrennung.

BFE UNTERSTÜTZT PILOT-, DEMONSTRATIONSUND LEUCHTTURM-PROJEKTE Die Biomasse-Feuerung zur Wärmeproduktion für die Grossbäckerei im CoopVerteilzentrum in Schafisheim (AG) gehört zu den Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekten, mit denen das Bundesamt für Energie (BFE) die sparsame und rationelle Energieverwendung fördert und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreibt. Das BFE fördert Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte mit 40% der anrechenbaren Kosten. Gesuche können jederzeit eingereicht werden. www.bfe.admin.ch/pilotdemonstration, www.bfe.admin.ch/leuchtturmprogramm

Energiezentrale der Grossbäckerei des CoopVerteilzentrums: Die Biomasse-Feuerung

BIOMASSEFEUERUNG DECKT ZWEI DRITTEL DES ENERGIEBEDARFS

mit 2,5 MW Leistung (links) deckt rund zwei

In der Coop-Grossbäckerei / -Konditorei in Schafisheim wird an sechs Tagen der Woche im Dreischichtbetrieb produziert. Der jährliche Wärmebedarf liegt bei 19.6 GWh (entspricht dem Wärmeverbrauch von rund 4000 Familien-Neubau­ wohnungen). Der Wärmebedarf ist bedarfsabhängig schwankend, der über­ wiegende Teil der Wärme wird für die Beheizung der 1 111 m2 Backfläche, der Rest für die Erzeugung des Dampfs für das Bedampfen des Backguts verwendet.

sorgen für die Abdeckung von Lastspitzen

Die mit Holzschnitzel und MNP betriebene Biomassefeuerung verfügt über eine Leistung von 2.5 MW und deckt damit rund zwei Drittel des Energiebedarfs (im betriebswarmen Zustand, also nach der besonders energieintensiven Aufheizphase). Zur Bewältigung der Spitzenlast, als Sicherheitsreserve und für die Deckung eines allfälligen künftigen Zusatzbedarfs dienen zwei Heizanlagen mit je 3,5 MW Leistung, die mit Gas oder – bei einem Versorgungsengpass – mit Öl befeuert werden. BV

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Drittel des Energiebedarfs, zwei Gas / Öl-­ Feuerungen mit je 3,5 MW Leistung (rechts) und dienen als Reservekapazität.

Die Biomasse-Feuerung in der Energiezentrale des Verteilzentrums Schafisheim.


PILOTANLAGE Die Erfahrungen mit der Anlage in Schafisheim werden die Voraussetzung schaffen, um Feuerungen mit MNP auch für andere industrielle Prozesse einzusetzen. «Diese Technologie hat einen doppelten Reiz», sagt Daniel Binggeli, Fachspezialist für erneuerbare Energien beim BFE: «Zum einen lässt sich durch Nutzung eines biogenen Energieträgers der CO2-Ausstoss gegenüber fossilen Feuerungen markant senken. Zum anderen können die eigenen Abfallprodukte verwendet werden.»

HINWEISE Auskünfte zu dem Projekt erteilt Daniel Binggeli (daniel.binggeli@bfe.damin.ch), Fachspezialist Erneuerbare Energien, BFE. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leucht­ turmprojekte im Bereich Bioenergie finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/biomasse

Heizzentrale des Coop-Verteilzentrums in Schafisheim: Hinten im Bild der turmartige Aufbau des Wärmetauschers, in dem das Thermoöl für die Backlinien mit dem Ver­ Heizzentrale des Coop-Verteilzentrums in Schafisheim: vorne rechts die mit Hackschnitzeln

brennungsgas der Biomassefeuerung erhitzt

und staubförmiger Biomasse betriebene Heizanlage für das Thermoöl der Bäckerei/Konditorei,

wird. Vorne rechts: der Elektroabscheider,

hinten der Elektroabscheider, der den Feinstaub aus der Abluft entfernt.

der den Feinstaub aus der Abluft entfernt.

Ausgabe 2 /2016 // Seite 11


ENERGIE- UND GEBÄUDETECHNIK

GROSSE ERFAHRUNG IN DER ENERGIE- UND GEBÄUDETECHNIK DAS UNTERNEHMEN EICHER+PAULI Alle Fotos wurden von eicher+pauli zur Verfügung gestellt

EFFIZIENT UND ERNEUERBAR … AUS ERFAHRUNG Seit 30 Jahren ist eicher+pauli dank konzeptionellen und innovativen Lösungen zu einem der bekanntesten und grössten Planungsunternehmen der Schweiz geworden. e+p arbeitet an der Energie­ zukunft mit und hat grosse praktische Erfahrung mit der Umsetzung von energieeffizienten Systemen und dem Einsatz von erneuerbaren Energien. Die Mitar­ beiter von e+p denken und handeln im Sinne des Kunden und erbringen situ­ ationsangepasste Konzepte sowie praxisnahe, kostenbewusste Planungen und Umsetzungen. eicher+pauli hat seine

I­nnovationskraft mit fünf Watt d’Or Auszeichnungen in den letzten sieben Jahren bewiesen. Aktuell zählt eicher+pauli 170 Mitarbeitende verteilt auf die sechs Standorte Bern, Biel, Liestal, Luzern, ­O lten und Zürich. Ein Grossteil der Beschäftigten besitzt einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. In den Bereichen Lüftungs-, Heizungs- und Sanitärtechnik werden Lernende ausgebildet.

KERNKOMPETENZEN Zu den Kernkompetenzen von eicher+pauli zählen die Gebäude- und Energietechnik

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sowie die strategische Planung. Die beiden Tochtergesellschaften – die gasolution AG als Planer für Gebäudeautomation und das Ingenieurbüro Riesen als Planer für Sanitärtechnik – runden das Angebot ab. In all diesen Sparten konnten bereits viele zukunftsorientierte Projekte verschiedener Grössen erfolgreich realisiert werden. Im Bereich Gebäudetechnik unterstützt eicher+pauli zahlreiche Bauherren und optimiert den Einsatz der Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen. Intelligente Gebäudeautomationssysteme und eine effiziente Sanitärtechnik sind dabei ebenso zentral.


ENERGIE- UND GEBÄUDETECHNIK GEBÄUDE- UND ENERGIETECHNIK 1. SCHULEN, VERWALTUNGS- UND BÜROGEBÄUDEN wie das Verwaltungszentrum Neumatt Burgdorf im Minergie-P-Eco®Standard. Hier entstand eine hocheffiziente und nachhaltige Wärme- und Kältever­ sorgung mit Grundwasser. 2. GEBÄUDEAUTOMATION Wärmeverbund Ostermundigen. Ein ganzheitliches Konzept und die Vollintegration der Steuerung mittels Internet-Portallösung ermöglichen einen umweltschonenden, energieopti­ mierten Betrieb bei hoher Verfügbarkeit. 3. LABORATORIEN, ALTERS- UND PFLEGEHEIME sowie Spitäler wie das Bürgerspital Solothurn im Minergie-Standard. In diesem Projekt soll künftig die Kälte- und Wärme­ versorgung mittels Aarewasser und

5.

Bezüglich Energietechnik entwickelt eicher+pauli neuartige Konzepte und überzeugende Lösungen. Damit setzen wir Massstäbe, erreichen technische Höchstleistungen und steigern die Effizienz der eingesetzten Energiesysteme.

Abwärme für alle Gebäude erfolgen 4. EINKAUFSZENTREN UND VERKAUFS­ GESCHÄFTE wie das Einkaufszentrum Migros Oberland Thun. Das kombinierte Heizund Kühlsystem läuft ganzjährig CO2 -frei. Als Energiequelle dient Grundwasser 5. TELECOM UND RECHENZENTREN wie das Rechenzentrum Swisscom xDC in BernWankdorf. Das komplette Rechen­zentrum

8.

wird mittels neuartigem und umweltfreund­ lichem Kühlkonzept ohne Kältemaschinen, nur mit Aussenluft und Regenwasser gekühlt. 6. SANITÄRTECHNIK Spital Zollikerberg. Bei der Erneuerung des Westtraktes mit Therapiebad erfolgte die Sanitär- und Medizinalgasplanung unter laufendem Betrieb der Nebengebäude. 7. WOHNBAUTEN UND -SIEDLUNGEN wie die Wohnüberbauung Schönwilpark, Meggen

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im Minergie-Standard. Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt mittels Erdsonden-

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Wärmepumpe. 8. ANERGIESYSTEME UND GEOSPEICHER wie die Arealentwicklung Suurstoffi Rotkreuz. Das thermisch vernetzte Quartier ist ein Pionierprojekt mit erneuerbarer Energie. Die Energiequellen Erdwärme, Solarthermie und Abwärme werden mit dem Anergienetz und dem Geospeicher optimal genutzt. 9. AREALVERSORGUNGEN wie auf dem Gelände des Inselspitals Bern. Hier wurde eine wirtschaftliche und energiebewusste Gesamt­ lösung mittels hocheffizienter Kälteerzeugung und Wärmerückgewinnung erarbeitet.

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10. PROZESSENERGIE mit Thermoöl, Heiss­­was­ ser und Dampf im Industriebereich wie in der

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Grossbäckerei der Coop in Schafis­heim. Weltweit ist dies die erste Anlage mit Kom­bi­nation von staubförmigem Biomasse-Brenn­­­stoff und Holzschnitzeln zur Thermo­öl-­Erhitzung. Dieses System könnte eine Schlüs­seltechnologie zur CO2 -Reduktion und zum langfristigen Ersatz fossiler Energie­träger sein.

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ENERGIE- UND GEBÄUDETECHNIK In der Sparte strategische Planung setzt eicher+pauli sein vernetztes Wissen ein, um kompetente und weitsichtige Beratungen zu bieten. Im Interesse einer lebenswerten Zukunft bemühen wir uns um Massnahmen im Umweltverhalten. Wir begleiten einige der grössten Bauherrenvertreter der Schweiz bei der Umsetzung ihrer Ziele mit diversen Projekten und Lösungen.

KONTAKT www.eicher-pauli.ch www.riesen-ing.ch www.ga-solution.ch

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Dabei erarbeiten wir Studien, führen Analysen und Simulationen durch und geben Aufschluss, welche Gebäudestandards (nationale und internationale Energielabels) mit welchem Aufwand erreicht werden können.

UNSERE VERPFLICHTUNG Für die herausragenden Ingenieurleistungen wurde eicher+pauli bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet; zuletzt mit dem Watt d’Or 2016 im Rahmen der Unternehmensstrategie Coop. Dieser Erfolg verpflichtet uns und spornt uns an. Und diesen Erfolg teilen wir mit unseren Kunden und Partnern.

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eicher+pauli ist motiviert, Spitzenleistungen in der Energie- und Gebäudetechnik zu erbringen und weiterhin aktiv an der Energiezukunft mitzugestalten. Dies gemäss unserem Slogan: effizient und erneuerbar aus Erfahrung.

STRATEGISCHE PLANUNG 11. Wir unterstützen Coop bei ihrer Vision zur CO2 -Neutralität. 12. WÄRME- UND KÄLTEVERBÜNDE wie beispielsweise der Fernwärme- und Fern­kälteverbund Kasino Aarau. Entstanden ist eine ganzjährige umweltfreundliche Energieversorgung aus Grundwasser. 13. Für die Stiftung Habitat haben wir Vorgaben und Richtlinien zur Umsetzung der Kriterien einer 2000-WattGesellschaft in Erlenmatt Ost, Basel erarbeitet. 14. Wir erarbeiten Studien, führen Analysen und Simulationen durch und geben Aufschluss, welche Gebäude­ standards (nationale und internationale Energielabels) mit welchem Aufwand erreicht werden können.

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ENERGIEBERATUNG

IT-UNTERSTÜTZTE ENERGIEBERATUNG ÜBER DIE NUTZUNG VON SMART METER-DATEN ZUM ZWECK DER ENERGIEBERATUNG Wer eine Energieberatung in Anspruch nimmt, kann seinen Energieverbrauch und die damit verbundenen Energiekosten erfahrungsgemäss oft erheblich senken. Wie aber gelingt es Energieberatern, Haushalte mit unnötig hohem Energieverbrauch ausfindig zu machen? Forscher der ETH Zürich und der Universität Bamberg (Bayern) ermöglichen das mit einem Algorithmus, der Stromzähler-Daten auswertet. Die Methode macht es möglich, die richtigen Personen mit den relevanten Energiespartipps zu versorgen. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

W

er seinen Energieverbrauch senkt, spart Geld. Personen, die ihren Energieverbrauch senken wollen, nehmen gern die telefonische oder persönliche Beratung von Fachpersonen in Anspruch. Mitarbeiterinnen und

Mit­arbeiter des Stadtzürcher Stromver­ sorgers ewz führen im Callcenter jedes Jahr rund 2 600 Beratungsgespräche zu Energie­effizienz-Themen. Hinzu kommen mehrere Hundert persönliche Beratungen für Private und Geschäftskunden. Letzte-

ren wird ein Kurzcheck für verschiedene Branchen angeboten. Energieberatung gelingt auch online: 2014 wurden 40’000 der 180’000 ewz-Haushalte per Brief eingeladen, sich auf einem

Stromzähler der neusten Generation («Smart Meter») erfassen den Stromverbrauch im 15 Minuten-Takt. Aus den Messwerten lassen sich Rückschlüsse auf den jeweiligen Haushalt ziehen.

Ausgabe 2 /2016 // Seite 15


ENERGIEBERATUNG Webportal über Effizienzangebote zu informieren. 3000 Kunden folgten der brieflichen Einladung. «Mit einer persönlich formulierten Einladung ist es uns gelungen, Interesse für unser Online-Angebot zum Thema Energieeffizienz zu wecken», sagt Marcel Wickart, Leiter des ewz-Ressorts Strategische Energieberatung und Entwicklung. Sind Kunden offen für eine Energieberatung, resultieren oft erkleck­ liche Einsparungen. Allerdings bedarf es eines grossen Aufwands, die Leute überhaupt auf das Thema Energieeffizienz zu bringen. «Die Leute rennen uns nicht die Tür ein», sagt Marcel Wickart.

AUSWERTUNG VON SMART-METER-DATEN Die Erfahrungen der Stadt Zürich teilen Energieberater landauf, landab. Entspre-

chend gesucht sind neue Wege, damit Energieberater ohne grosse Streuverluste jene Personen ansprechen können, bei denen die Beratungsangebote Früchte tragen. «Damit Energiespartipps bei den Kunden auf Resonanz stossen, müssen sie auf den jeweiligen Haushalt zugeschnitten sein. Für dieses individuelle Ansprechen benötigen Energieversorger ein besseres Wissen über ihre Kunden – und zwar haushaltsbezogen», sagt Prof. Thorsten Staake. Staake hat Elek­ trotechnik studiert und in Technologie­ management promoviert. Heute ist er Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Bamberg und leitet an der ETH Zürich das «Bits to Energy Lab», das gemeinsam mit den Universitäten St. Gallen und Bamberg untersucht, wie sich nachhaltiger Energiekonsum durch Verbindung

von Informationstechnologie und Ver­ haltenswissenschaften fördern lässt. In einem zweijährigen Forschungsprojekt im Auftrag des BFE hat das Team um Staake jetzt einen neuen Weg entwickelt, um die Wirkung von Energieberatung durch Nutzung von Smart-Meter-Daten zu erhöhen. Dafür spannten die Wissenschaftler mit der Arbon Energie AG zu­ sammen; der Thurgauer Energieversorger hat die 9 000 von ihm versorgten Haushalte mit kommunikationsfähigen Stromzählern ausgerüstet. Diese Smart Meter messen den Stromverbrauch der Haushalte im Viertelstunden-Takt und über­ mitteln die Daten an den Stromversorger. Smart Meter-Daten liefern die Grundlage für die Stromrechnung und sollen künftig neuartige Dienstleistungen möglich machen.

Die Grafik zeigt, wie zuverlässig die Wissenschaftler aus den Smart-Meter-Daten die 22 Haushaltsmerkmale bestimmen konnten (orange Kreuze): Ob eine Solaranlage vorhanden war, konnten die Forscher mit ihrer Methode in 75 % der Haushalte korrekt ermitteln, das Alter der Elektrogeräte mit knapp 35 %iger Treffsicherheit. Hatten die Forscher neben den Smart-Meter-Daten auch Wetterdaten mit einbezogen, erreichten sie bei den meisten Merkmalen eine noch bessere Treffsicherheit (blaues x). Die beste Treffsicherheit ergab sich oft, wenn zusätzlich auch noch Geodaten benutzt wurden (roter Stern). Allerdings resultiert nicht immer die beste Treffsicherheit, wenn am meisten Daten verwendet werden, wie das Merkmal «Kinder im Haushalt» zeigt (Einbezug von Geodaten verschlechtert das Ergebnis). Die Wissenschaftler können die Haushaltsmerkmale mit einer Ausnahme (vgl. Merkmal «Alter Elektrogeräte») immer besser bestimmen, als dies mittels Zufall der Fall ist (blaue Säulen). Zufall meint hier Biased Random Guess – hier wird jedem Haushalt zufällig eine Klasse zugeordnet, wobei jede Klasse genauso häufig gewählt wird, wie sie in den Daten auftritt.

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ENERGIEBERATUNG

Vergleich der Lastkurven von zwei Single-Haushalten. Der eine

Vergleich der Lastprofile eines Familienhaushalts mit Verbrauchs-

Haushalt erwärmt sein Warmwasser mit Elektroboiler (blau), der andere

spitzen am Morgen, Mittag sowie am Abend (blau) und eines

nicht-elektrisch (rot). Gut zu erkennen: Der Elektroboiler wird am

Single-Haushalts (rot).

späten Abend mit günstigem Nachtstrom aufgeheizt.

Lastprofil eines Haushalts für eine Woche (Montag bis Sonntag):

Vergleich der Lastprofile von zwei verschiedenen Single-­

In den Morgen- und Abendstunden sind Verbrauchsspitzen zu erkennen,

Haushalten: Der eine ist mit alten Elektrogeräten ausgerüstet

mit Spitzenverbräuchen am Dienstag- und Freitagabend sowie am

(blau), der andere mit neuen und hat einen entsprechend

Sonntag. In den Nachtstunden ist der Verbrauch jeweils tiefer.

tieferen Energieverbrauch (rot).

22 HAUSHALTSMERKMALE BESTIMMT Smart Meter zeichnen das Lastprofil eines Haushalts – also den Stromverbrauch im Zeitverlauf – detailliert auf. Die Forscher um Staake haben es sich zur Aufgabe gemacht, mithilfe der Lastprofile möglichst viel über den zugehörigen Haushalt zu erfahren. Dazu gehörten beispielsweise Fragen, wie viele Personen in einem Haushalt leben, ob elektrisch gekocht wird und ob dort alte, mittlere oder neue Elektro­ geräte im Einsatz sind. Um aus den Lastprofilen die entsprechenden Antworten abzuleiten, nutzten die Wissenschaftler einen selbstlernenden Algorithmus, der an den realen Daten ausgewählter Haushalte trainiert und getestet wurde (vgl. Textbox).

Dank ihrer Methode können die Wissenschaftler allein aus dem Lastprofil 22 Haushaltsmerkmale bestimmen, wobei die Treffsicherheit nach Merkmalen variiert (vgl. Grafik 01). Um es an einem Beispiel zu veranschaulichen: Den Haustyp konnten die Forscher mit 46 %iger Treffsicherheit ermitteln, also für 46 von 100 Haushalten korrekt voraussagen, ob ein Haushalt zur Klasse a) Wohnung, b) Einfamilienhaus, c) Doppelhaushälfte oder d) Reihenhaus gehört. Der Algorithmus erlaubt also nicht eine sichere Klassifikation, aber eine Zuordnung, die in der Regel deutlich ver­ lässlicher ist als der blosse Zufall (Biased Random Guess; in Grafik 01 ausgedrückt durch die blauen Säulen). Bei vier Merkmalen erreichen die Forscher mit ihrem

Algorithmus eine Treffsicherheit von über 70 %: «Kochherd», «Photovoltaikanlage», «Haushaltstyp», «Schnelles Internet über Glasfaser» (Bekanntheit der Technologie). Bei weiteren 16 Merkmalen liegt die Treffsicherheit zwischen 40 und 70 %.

ZUSÄTZLICHE DATEN ERHÖHEN TREFFSICHERHEIT Mit dem Ziel, die Treffsicherheit weiter zu erhöhen, fütterten die Wissenschaftler ihren Algorithmus – neben den Lastpro­ filen – mit weiteren Daten, die öffentlich verfügbar sind, nämlich mit Wetterdaten (z. B. Temperatur-, Wind- und Niederschlagswerte) und mit Geoinformationen (z. B. OpenStreetMap, GeoNames). Mit diesen Zusatzinformationen konnten sie

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ENERGIEBERATUNG die Treffsicherheit in den meisten Fällen nochmals deutlich erhöhen (beim Merkmal «Haustyp» beispielsweise von 46 auf 67 %). Jetzt konnten elf von 22 Merkmalen mit über 70 %iger Treffsicherheit bestimmt werden. Die Auswertung zeigt auch: Die Treffsicherheit kann bei einzelnen Haushaltsmerkmalen höher sein, wenn man nicht alle Daten einbezieht. So lässt sich die Frage, wie ein Haushalt das

Warmwasser erzeugt (Merkmal «Warmwasser») zuverlässiger voraussagen, wenn man nur auf Smart-Meter- und Wetterdaten abstellt und die Geodaten nicht einbezieht. «Aus unserer Sicht gelingt die Klassifi­ kation der Haushalte mit unserem Algorithmus sehr gut», sagt Dr. Mariya Sodenkamp von der Universität Bamberg, die

VOM STROMVERBRAUCH ZUM HAUSHALTSMERKMAL Wenn man zum Beispiel weiss, dass ein Haushalt während eines Jahres 4250 kWh Strom verbraucht hat, kann man aufgrund dieser Strommenge vermuten, dass in diesem Haushalt wohl mehrere Personen leben. Weitere Rückschlüsse sind aus dem Jahresverbrauch kaum möglich. Ganz anders ist das, wenn ein Haushalt mit einem modernen Stromzähler («Smart Meter») ausgerüstet ist, der den Stromverbrauch im Viertel-Stunden-Takt erfasst. Das Smart Meter dokumentiert den Stromverbrauch des Haushalts sehr detailliert (672 Messwerte pro Woche). Aus diesem «Lastprofil» kann ein erfahrener Energieberater viele Rückschlüsse auf den Haushalt ziehen – auf die Zahl der anwesenden Personen etwa, auf die Anzahl und Effizienz der eingesetzten Elektrogeräte, oder auf den Standby-Verbrauch. Das Forscherteam der ETH Zürich und der Universität Bamberg hat in seinem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt ebenfalls Lastprofile ausgewertet, dies aber automatisiert mit Methoden des maschinellen Lernens. Das Ziel bestand darin, allein aus einem Lastprofil – und damit ohne Befragung des Haushalts – ein möglichst zutreffendes Bild des Haushalts abzuleiten. Um diese detektivische Aufgabe zu lösen, wurden im ersten Schritt aus jedem Wochen-Lastprofil 94 Zahlenwerte abgeleitet. Bei den Zahlenwerten handelt es sich entweder um Verbrauchswerte (z. B. mittlerer Wochenverbrauch, Wochenhöchstwert, Wochen­mindestwert), um Verhältnisse zwischen Verbrauchswerten (z. B. mittlerer Morgenverbrauch im Verhältnis zum mittleren Mittagsverbrauch), um statistische Be­ziehungen zwischen Verbrauchswerten (z. B. Tag-Nacht-Differenz, Varianz der Wochentage) oder um zeitliche Werte (z. B. Zeitpunkte mit Verbrauchshöchstwerten). Für sich genommen sagen diese 94 Zahlenwerte noch nichts über den betreffenden Haushalt aus. Dafür war ein zweiter Schritt nötig: Die Wissenschaftler mussten ein Computerprogramm (Algorithmus) entwickeln, das die Zahlenwerte «deuten» und daraus Haushaltsmerkmale ableiten kann. In der ersten Phase des BFEProjekts verwendeten die Wissenschaftler dafür Smart-Meter-Daten von 3500 irischen Haushalten, deren Haushaltsmerkmale dank einer Umfrage bekannt waren. An diesen realen Haushalts-Merkmalen wurde der Algorithmus in einem maschinellen Selbstlernprozess trainiert und getestet, damit er Zusammenhänge zwischen Lastprofil-Zahlenwerten und Haushaltsmerkmalen aufspüren konnte. Daraus ging ein Algorithmus hervor, der aus einem Lastprofil ableiten kann, ob ein Haushalt bestimmte Merkmale aufweist oder nicht. Diese Klassifikation gelingt dem Algorithmus bei den einen Merkmalen mit hoher, bei anderen Merkmalen mit geringerer Treffsicherheit. Der Zweck der Übung: Liegt ein solcher Algorithmus erst einmal vor, kann er – das ist der dritte Schritt – zur Auswertung der Lastprofile von Haushalten verwendet werden, deren Haushaltsmerkmale nicht durch Umfragen erhoben wurden. Der Energieversorger erfährt dank des Algorithmus also sehr viel über seine mit Smart Metern ausgerüsteten Kunden, ohne kostspielige Befragungen durchführen zu müssen. BV

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den Forschungsbereich Data Analytics am Bits to Energy Lab verantwortet und das Forschungsprojekt geleitet hat. «Zwar können wir nicht alle Merkmale mit gleicher Treffsicherheit erkennen, aber doch jene Merkmale, die für eine kundenspezifische Energieberatung von Bedeutung sind. Hinzu kommt, dass wir einzelne Klassen eines Merkmals oft noch besonders treffsicher ermitteln können.» Zu den für die Energieberatung relevanten Merkmalen gehört etwa die Frage, wie ein Haushalt heizt (Merkmal «Heizung»), was der Algorithmus mit 76 %iger Treffsicherheit erkennt. Beratungsrelevant ist auch die Frage, ob eine Wohnung Eigentum ist oder gemietet wird (Merkmal «Wohnverhältnis»; 73 % Treffsicherheit). Oder die  Frage, ob im Haus eine Solaranlage vorhanden ist (Merkmal «Solaranlage»; 96 % Treffsicherheit).

INNOVATIVES WERKZEUG FÜR ENERGIEVERSORGER Der grosse Vorteil: Der an 530 ArbonEnergie-Haushalten «geschulte» Algorithmus ist in der Lage, die Merkmale der übrigen rund 8 500 Arbon Energie-Haushalte mit beachtlicher Treffsicherheit vorherzusagen – und dies allein auf der Grundlage der Lastprofile aus den Smart Metern und öffentlich zugänglicher Wetterund Geodaten. Dies versetzt den Energieversorger in die Lage, Haushalte z. B. per Mail oder Brief individuell anzusprechen. «Wir prüfen die neuartige Technologie dahingehend, ob wir sie ab dem kommenden Jahr dafür nutzen, unseren Kunden per Post massgeschneiderte Angebote zur Erhöhung der Energieeffizienz zu unterbreiten», sagt Silvan Kieber, Geschäftsführer der Arbon Energie AG. Das kann zum Beispiel heissen, gezielt jenen Haushalten zum Ersatz der Elektrogeräte zu raten, bei denen der Algorithmus vermutet, dass die Elektrogeräte veraltet sind. Die Wissenschaftler von ETH und Universität Bamberg möchten mit begleitender Forschung die Wirksamkeit des innovativen Beratungskonzepts ermitteln. Im Erfolgsfall stünde ein Werkzeug bereit, das auch andere Energieversorger einsetzen könnten, um die Wirksamkeit von Energie­ beratungs- und Effizienzmassnahmen zu steigern. Da persönliche Kundendaten im Spiel sind, kommen nur Anwendungen in Frage, die den Anforderungen des Datenschutzes genügen. Wie erfolgreich die neue Methode arbeitet, dürfte sich schon im laufenden Jahr


zeigen. Arbon Energie will den Algorithmus nämlich für das Marketing von schnellem Internet auf Glasfasertechnologie («Fiber-to-the-home» / FTTH) ein­ setzen. Der Algo­rithmus kann nicht nur ermitteln, ob die Bewohner eines Haushalts FTTH kennen (93 % Treffsicherheit), sondern auch, wie gross die Kaufbereitschaft ist (62 % Treffsicherheit). «Wir haben das Projekt der Forscher aus Zürich und Bamberg mit beträchtlichem Aufwand unterstützt und freuen uns nun, dass wir die Resultate nutzen können, um gezielt jene Kunden anzusprechen, die dem schnellen Internet über Glasfaser aufgeschlossen gegenüberstehen», sagt Silvan Kieber.

HINWEISE Den Schlussbericht zum Projekt finden Sie unter: www.aramis.admin.ch/ Grunddaten/?ProjectID=36318 Weitere Auskünfte zu dem Projekt erteilt Roland Brüniger (roland.brueniger@r-brueniger-ag.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Elektrizitätstechnologien.

Energietransparenz mit Saia PCD®

Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Elektrizität finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/strom.

Intelligente Strommessung für Transparenz im Eigenverbrauch und solarem Deckungsgrad  Ein- oder dreiphasige Energiezähler  Direktmessung 32 A/65 A, Wandlermessung 1500 A  Uni- und bidirektionale Messrichtung  Kommunikation M-Bus/Modbus und S0-Impuls  MID geprüfte Qualitätsmessung

Der Thurgauer Energieversorger Arbon Energie AG betreibt neben einem Strom- auch ein Glasfasernetz.

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ENERGIE VERBINDET

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ENERGIE-MANAGEMENT

IEC 30134: DIE RETTUNG FÜR DEN PUE-FAKTOR? Wird die Einführung der neuen Norm den PUE-Faktor zu einer tatsächlich nützlichen Kennzahl für die Energieeffizienz von Rechenzentren machen, oder hat der Missbrauch des Faktors zum Stützen von Marketingversprechen seinen Ruf irreparabel beschädigt? Janne Paananen, Technology Manager in Eatons Large Systems Group, liefert fachkundige Einblicke in diese wichtige Fragestellung.

P

UE (Power Usage Effectiveness) wurde 2006 vom Green-Grid-­ Konsortium entwickelt und ein­ geführt. Damit sollte eine nützliche und leicht verständliche Kennzahl für die Energieeffizienz von Rechenzentren geschaffen werden – mit der Absicht, zur Steigerung der Energieeffizienz beizutragen, indem eine schnelle und einfache Quantifi­ zierung solcher Effizienzsteigerungen e rmöglicht wurde. Tatsächlich hat der ­ PUE-Faktor dieses Ziel durchaus erreicht: Seit seiner Einführung hat sich die all­

gemeine Energieeffizienz neuer Rechen­ zentren signifikant erhöht. Der PUE-Faktor bildet im Wesentlichen schlicht das Verhältnis der von einem ­Rechenzentrum insgesamt verbrauchten Energie zum Energieverbrauch seiner ITFunktionen ab. Diese Einfachheit hat ihn so populär gemacht. Allerdings ist die Lösung nicht perfekt; die Schwächen der Kennzahl wurden nur allzu oft zum Untermauern übertrieben optimistischer Marketingversprechen ausgenutzt. Dies hat

das Vertrauen in den PUE-Faktor untergraben, sodass diese Kennzahl bei vielen IT-Profis mittlerweile als diskreditiert und unzuverlässig gilt. Das ist zu bedauern, da sie bei ordnungsgemässer Anwendung ohne Zweifel ein äusserst nützliches Hilfsmittel darstellt. Der Missbrauch der Kennzahl wurde möglich, weil die Verfahren zu ihrer Messung und Berechnung bis heute nicht definiert wurden. So konnten Unternehmen den PUE-Faktor unter optimalen

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v­ ergleichen, ohne ein ganzes Jahr warten zu müssen. Ausserdem sollen sie einen ­relativ schnellen Hinweis darauf liefern, wie wirksam die Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eines gegebenen ­Rechenzentrums sind. Durch die Festlegung von drei PUE-­ Kategorien sorgt IEC 30134-2 zudem für eine wichtige Verfeinerung. Kategorie 1 (PUE1) liefert einen grundlegenden Auflösungsgrad für Energieleistungsdaten, Kategorie 2 (PUE2) einen mittleren Grad und Kategorie 3 (PUE3) einen hohen Auflösungsgrad. In allen Kategorien wird die eingehende Energie am Wartungszugang des Energieversorgers gemessen, von dem aus die elektrischen und mecha­ nischen Geräte im Rechenzentrum versorgt werden. Die IT-Last wird jedoch je nach Kategorie an verschiedenen Stellen gemessen. Die wichtigste Konsequenz des Katego­ riensystems besteht darin, dass die höheren Kategorien stufenweise präzisere Messungen des Energieverbrauchs liefern, da diese Messungen näher an den jeweiligen Verbrauchern erfolgen. Ausrüster und Betreiber von Rechenzen­ tren sind in der Wahl der jeweiligen PUEKategorie nicht ganz frei. Je geringer der gemeldete PUE-Wert ist, desto höher muss die PUE-Kategorie sein: Die Rechenzen­ tren, die auf optimale Effizienz der Infrastruktur und geringsten PUE-Faktor ausgelegt sind, benötigen als Beleg der Aussagen auch präzisere Messungen.

Bedingungen bestimmen (oft als «DesignPUE-Faktor» bezeichnet), anstatt unter realistischen Bedingungen beim nor­ malen Betrieb des jeweiligen Rechen­ zentrums. Glücklicherweise steht die Einführung einer neuen Norm bevor: IEC 30134-2 wurde eigens dafür entwickelt, dem PUE-Faktor mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dazu wird darin genau festgelegt, wie er zu ­messen ist und welche Daten den Mes­ sungen beigefügt werden müssen.

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Die neue Norm unterstreicht insbesondere, dass ein als «PUE» bezeichneter Wert auf Messungen beruhen muss, die über den Zeitraum eines ganzen Jahres vorgenommen wurden. Auf diese Weise werden saisonale Effekte ausgeschlossen. PUEBestimmungen sind auch über einen kürzeren Zeitraum zulässig, allerdings müssen die Ergebnisse in diesem Fall als «iPUE» (Interim-PUE)-Werte ausgewiesen werden. Diese Werte dienen hauptsächlich dazu, die Energieeffizienz eines neuen Rechenzentrums mit dem Auslegungswert zu

Die Norm verlangt ausserdem, dass öffentlich gemeldete PUE-Werte von Daten flankiert werden, die unter anderem über die Kategorie, das Abschlussdatum und den Präzisionsgrad der Messungen sowie die Grösse der Anlage Auskunft geben und  genaue Angaben zu den externen Umgebungsbedingungen (z. B. Niedrigst-, Höchst- und Durchschnittstemperaturen) enthalten. Neben den Definitionen zum Berechnen von PUE-Werten liefert die Norm zudem Leitlinien zum Verwenden dieser Werte. Insbesondere warnt sie vor direkten numerischen Vergleichen zwischen Rechenzentren. Es ist davon auszugehen, dass die Implementierung von IEC 30134-2 einen Beitrag dazu leisten kann, den Ruf des ­PUE-Faktors als zuverlässige Kennzahl wiederherzustellen. Dies ist jedoch nur


dann wirksam möglich, wenn IT-Profis die dem PUE-Konzept innewohnenden Einschränkungen berücksichtigen. So ist es beispielsweise nicht immer sinnvoll, den kleinstmöglichen PUE-Faktor anzustreben, da dies zu einer Überop­ timierung eines bestimmten Aspekts im Betrieb des Rechenzentrums führen kann, wobei das Gesamtbild ausser Acht gelassen wird. Tatsächlich tritt diese ­Situation überraschend häufig auf. Oft entsteht sie aufgrund einer Vernachlässigung des Gesamtbilds sowie einer schlechten Kommunikation zwischen den Teams, die für die verschiedenen Projektteile verantwortlich sind. Es darf dabei auch nicht vergessen werden, dass der PUE-Faktor, so nützlich er auch ist, keineswegs eine unfehlbare Kennzahl darstellt, selbst wenn die Messungen und Berechnungen ordnungs­gemäss durchgeführt werden. Einige Massnahmen, die insgesamt zu einer S ­ teigerung der Energieeffizienz führen, können sogar einen schlechteren PUE-Faktor nach sich ziehen. Dazu zwei Beispiele: Das IT-Team eines Rechenzentrums legt Server zusammen und optimiert die Leistung des IT-Systems, was zu enormen Einsparungen beim Energieverbrauch führt – jedoch gleichzeitig den PUE-Wert, eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt, in die Höhe treibt.

In einem Rechenzentrum wurde eine Wärmepumpe installiert, um die überschüssige Wärme aus den Serverräumen zum Beheizen von umliegenden Wohnungen zu nutzen. Gemäss allen vernünftigen Massstäben hatte sich die Energieeffizienz des Betriebs insgesamt erheblich ver­ bessert, weil die Abwärme nicht mehr verschwendet wurde. Allerdings wurde der PUE-Faktor nach I­nstallation der Wärmepumpen aufgrund der zusätzlich benötigten Energie zur Versorgung der Pumpen deutlich schlechter. Diese beiden einfachen Beispiele verdeutlichen, dass ein Rechenzentrum und dessen Energieeffizienz als Gesamt­ system zu betrachten sind. Nur so lassen sich die Auswirkungen von Massnahmen auf seine Auslegung vollständig über­ blicken. Das Ziel sollte in der Steigerung der Energieeffizienz insgesamt bestehen sowie darin, sie unter verschiedenen Lastbedingungen aufrechtzuerhalten – nicht nur unter optimalen Auslegungs­ bedingungen. Kann noch mehr getan werden, um den Nutzen und die Zuverlässigkeit des PUEFaktors zu erhöhen? Diese Frage ist zweifellos zu bejahen. Allerdings ist irgendwann ein Punkt erreicht, an dem die Kosten und die Mühen durch zunehmende Komplexität dem Ziel einer einfachen sowie leicht messbaren und verständlichen Kennzahl entgegenstehen.

So gab es zum Beispiel den Vorschlag, dass eine verpflichtende Regulierung, ggf. unter Einbeziehung von unabhängigen ­Audits, den PUE-Faktor zu einer zuverlässigeren Kennzahl machen könnte. Dies ist im Prinzip vernünftig, allerdings wirft der Vorschlag die Frage auf, wer solche Audits anstossen und durchführen sollte und wer die Kosten tragen würde. Der PUE-Faktor wird immer eine verführerische Messgrösse sein, da die Suche nach einer Möglichkeit zur Vereinfachung komplexer Probleme, wie der Auswertung der Energieleistung von Datenzentren, in der menschlichen Natur liegt. Daher ist es eine gute Nachricht für die IT-Welt, dass IEC 30134-2 sehr wahrscheinlich einen Beitrag dazu leisten wird, den Ruf des PUE-Faktors als zuverlässige Kennzahl wiederherzustellen. Dennoch dürfen die in diesem Artikel erörterten Einschränkungen dieser äusserst wichtigen Kennzahl nicht ausser Acht gelassen werden. Gerade, wenn es um eine wirklich verlässliche Messung der Energieeffizienz von Datenzentren geht, ist ein Blick auf das Gesamtbild unerlässlich. Eine einzelne Kennzahl reicht hierzu nicht aus – wie verlockend dies auch sein mag.

WEITERE INFORMATIONEN www.eaton.ch

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ENERGIE-MANAGEMENT

BIS ZUR LETZTEN LAMPE Neuartiges Energiemanagementsystem schlüsselt Verbraucher einzeln auf und bietet so umfassende, aktive Kontrolle. Detaillierte Analyse ermöglicht präventives Handeln und Stromeinsparungen von über 25 Prozent.

© Powervar

von Christine Gassel

Unternehmen jedes Sektors kämpfen um einen möglichst kosteneffizienten Betrieb ihrer Anlagen. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Verbräuche, wie sie das neue Atlas FA Energiemanagementsystem bietet, hilft hier, Optimierungspotentiale zu entdecken.

F

acility Management Systeme (FMS) sind vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Effizienzbestrebungen eine zunehmend wichtige Stellschraube für Unternehmen. Allerdings bieten sie oft nur einen eher groben Überblick über die Energieverbräuche, weshalb im Einzelnen vielfach Optimierungspotentiale verschenkt und Warnzeichen übersehen werden. Der Stromexperte Powervar hat daher jetzt mit Atlas FA eine neue Energiemanagementlösung für ein tieferge­ hendes Monitoring und eine umfassende Kontrolle geschaffen, mit dem jeder angeschlossene Verbraucher betrachtet und gesteuert werden kann – sowohl über direkte Steckverbindungen als auch über

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Bus-Anbindung. Auf diese Weise lässt sich präzise bestimmen, wenn zum Beispiel ein Drucker unnötig läuft oder Schwankungen in der Stromabnahme eines Geräts einen bevorstehenden Ausfall ankündigen. So kann frühzeitig eingegriffen werden, was letztlich die Energie-, Service- und Ausfallkosten deutlich reduziert. Ergänzt wird das System durch die optionale BrowserPlattform Latitude FMD, die alle Daten zu allen Verbrauchern übersichtlich und von jedem Standort aus zugänglich macht. «Erster Ansatz zur Energiekostenbetrachtung ist in vielen Unternehmen die Stromrechnung, aber die enthält – wenn überhaupt – nur einen Bruchteil an ver-

wertbaren Informationen», erklärt Ben Shipley, Sales- & Marketing-Manager für Building Management Systems bei Power­ var. «Selbst wenn mit Sub-Zählern ge­ arbeitet wird, lässt sich nicht genau bestimmen, wie und wo der Strom genutzt wird und wo es eventuell Probleme gibt.» Denn neben der Verbrauchssenkung ist die Prävention von Schäden oder Aus­ fällen ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Steigerung der Kosteneffizienz geht: Jeder Anlagendefekt und jeder ungeplante Stillstand kann Lieferverzögerungen, verschwendete Arbeitszeit und im Extremfall unbrauchbare Ware und unzufriedene Kunden bedeuten. Eine detaillierte Analyse der Energieverbräuche kann helfen, das


ENERGIE-MANAGEMENT

KONTROLLE FÜR JEDES ENERGIEVERBRAUCHER-SZENARIO

Die kompakte Überwachungstechnik des Stromexperten Powervar bildet jeden angeschlossenen Verbraucher ab. Das mögliche Spektrum reicht von typischen FMS-Posten wie Beleuchtung und Klimaanlage bis zum einzelnen Computer oder der Fertigungsmaschine.

Auf diese Weise erhalten beispielsweise Betriebsleiter genaue Angaben darüber, wenn die Klimatisierung oder das Licht dauerhaft angeschaltet ist, obwohl es noch hell oder kühl ist, und können ihre Mitarbeiter gezielt auf sparsameres Ver-

© Powervar

zu vermeiden und rechtzeitig einzugreifen, da sich Störungen in aller Regel frühzeitig im Strombild zeigen, sei es eine durchgebrannte Glühbirne oder eine erhöhte Leistungsaufnahme aufgrund eines verschlissenen Bauteils. Dazu ist jedoch eine Aufschlüsselung nach einzelnen Geräten erforderlich. Gleichzeitig zeigt eine solche Differenzierung auch auf, wo Anlagen unnötig laufen und was jeder Posten tatsächlich kostet, um so entsprechende Prozess-, Verhaltens- oder Technikoptimierungen vornehmen zu können.

Um die hierfür nötigen Daten zu liefern, verfolgt und historisiert Atlas FA den Verbrauch jedes angeschlossenen Geräts. Das gilt nicht nur für die klassischen FMSBereiche Licht und Klimaanlagen, sondern für jede beliebige elektrische Anlage bis hin zur Kaffeemaschine, wenn gewünscht. Im kompakten und robust gestalteten Schaltkasten des Systems stehen dazu 30 Direkt-Anschlüsse zur Verfügung, die durch eine einfache Verkettung mehrerer Atlas FA noch je nach Bedarf erweitert werden können. Des Weiteren können Geräte auch via Bus-Verbindung im Netzwerk angeschlossen werden, wobei dank der offenen, frei vom Benutzer konfigu­ rierbaren internen Programmlogik unterschiedlichste Situationen abgebildet werden können. Unterstützt werden unter anderem Modbus, BACnet und SNMP. Die Zahl der maximal parallel verarbeitbaren Geräte hängt in diesem Fall lediglich von der Menge an Datenpunkten und der Abfragehäufigkeit ab. «Im Allgemeinen reicht die Rechenleistung aber für praktisch jedes Szenario aus», so Shipley. Selbst Niederspannungseingaben, etwa von digitalen oder analogen Sensoren, lassen sich in das System einspeisen.

Das umfassende Monitoring identifiziert nicht nur Verschwendung, sondern beugt auch unerwarteten Ausfällen vor. Eine US-Supermarktkette spart so seit der Einführung von Atlas FA zwischen 20 und 25 Prozent Strom- und rund 15 Prozent Servicekosten.

halten hinweisen. Ebenso lässt sich aber auch feststellen, wenn eine Maschine kaum oder sehr stark ausgelastet ist, um die Kapazitäten entsprechend anzupassen. Sogar eine bequeme On / Off-Steuerung der angeschlossenen Geräte wahlweise direkt oder über das Netzwerk ist möglich. Eine grosse US-Supermarktkette konnte mit solchen Veränderungen seine Energierechnung um 20 bis 25 Prozent senken. «Neben anderem wurden hier auch die Lichtstromkreise in die Überwachung aufgenommen», berichtet der BMS-Experte. «Dabei zeigte sich in einem L ­ aden eine gewaltige Spitze im Energieverbrauch. Die Ursache dafür – ein fehlerhaftes Vorschaltgerät – wäre ohne die detaillierte Betrachtung des Verbrauchs vermutlich nie gefunden worden.» Zusätzlich reduzierten sich die Servicekosten der Kette um rund 15 Prozent, da Wartungs- und Reparaturmassnahmen mit Hilfe des ausführlichen Monitorings geplant und proaktiv durchgeführt werden können, statt den Techniker erst im Problemfall zu rufen und Wartezeit in Kauf zu nehmen. Auch die Gesamtlebenszeit von elektrischen Anlagen lässt sich dadurch verlängern – zumal Atlas FA darauf ausgelegt ist, nahtlos mit den Stromkonditionierern und USV-Systemen von Powervar zusammenzuarbeiten. Deren Schutz- und Filterfunktionen gewährleisten, dass das Gerät gleichförmigen Strom in der benötigten Qualität erhält, und verhindern so langfristig Defekte oder Störungen.

VISUALISIERUNG, ANALYSE UND REPORTING VIA WEBBROWSER Das System arbeitet als Stand-Alone-Einheit und verfügt über einen internen WebServer, mit dem der Benutzer über ein intuitives Interface alle gewünschten Punkte anbinden, verwalten und überwachen kann. Daneben unterstützt Atlas FA aber auch die REST API-Schnittstelle zur Integration in andere Software-Infrastrukturen, wobei die Beschränkung auf ausgehende Verbindungen die Sicherheit des Systems gewährleistet. Darüber hinaus bietet Powervar mit dem Latitude Facility Management Dashboard (FMD) zudem eine eigene zentrale Plattform zur Darstellung und Analyse der gesammelten Energiedaten. Die webbasierte Software benötigt keine Installation, sondern wird bequem über einen beliebigen Browser aufgerufen, wodurch alle Informationen immer verfügbar sind. Damit ist diese Lösung insbesondere für Unternehmen mit verschiedenen Nieder-

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ENERGIE-MANAGEMENT

Zur bequemen Abfrage und Aufbereitung der Energiedaten hat Powervar die Web-Plattform Latitude FMD entwickelt. Die Software ermöglicht ohne Installation von überall her Zugriff auf die Stromverbräuche. Karten erleichtern dabei die örtliche Einordnung etwa verschiedener Niederlassungen.

lassungen konzipiert, die standortüber­ greifend den Überblick behalten wollen. Zur leichteren Orientierung und Visualisierung nutzt Latitude FMD ein LandkartenInterface auf Grundlage von OpenStreetMaps, so dass sich alle Daten – sowohl Echtzeit-Werte als auch historisierte Angaben – direkt zuordnen lassen. Die Verknüpfung der eingehenden Informationen mit den verschiedenen Kategorien, wie Region, Gebäudetyp oder Hersteller, erfolgt über Tags, die einmalig bei der Einrichtung vergeben werden und anschliessend eine automatische Organisierung ermöglichen. Sind die verschiedenen Standorte gleich strukturiert, können die vergebenen Kennzeichnungen sogar ganz unkompliziert kopiert werden. Die Informationen selbst werden klar strukturiert in Tabellen oder Grafiken dargestellt, was die Vergleichbarkeit erleichtert und Trends verdeutlicht. Auf Wunsch lassen sich daraus auch frei definierbare Reports erstellen und automatisch verteilen.

«GLÄSERNER» BETRIEB IN SACHEN ENERGIE Da das System zentral gehostet wird, ist es in der Lage, sich mit Tausenden von Geräten gleichzeitig auszutauschen. Dabei ist Latitude FMD nicht nur mit Atlas FA kompatibel, sondern mit jeglichen FMS, die offene Protokolle wie Modbus, BACnet und SNMP nutzen. Die Einrichtung ist auch bei solchen Fremdsystemen sehr unkompliziert, da üblicherweise vom Anbieter Listen mit den abbildbaren Datenpunkten zur Verfü-

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gung gestellt werden. Die Kommunikation erfolgt in jedem Fall gemäss höchsten Sicherheitsstandards in SSL-Verschlüsselung. «Ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit zeigt die Plattform aber nur in Kombination mit Atlas FA, da nur hier die verschiedenen Möglichkeiten, alle Arten von Verbrauchern zu überwachen, auch genutzt werden», meint Shipley. «Damit lässt sich jeder Posten auf seine Effizienz und Funktionalität untersuchen – von globalen wie der Beleuchtung über stromintensive wie Kühloder IT-Technik bis hin zum einzelnen Gerät wie einem Kassensystem oder einer Fertigungsmaschine. Damit hat man, zumindest hinsichtlich der Energie, einen wirklich ‹gläsernen› Betrieb.»

«Die Stromrechnung allein oder selbst ein gängiges FMS bieten nicht die nötigen Informationen, um den Gerätepark eines Unternehmens effizient zu führen, da die Daten nicht auf den einzelnen Verbraucher heruntergebrochen werden können», meint Ben Shipley, Sales- & Marketing-

Weitere Informationen unter www.powervarfms.com

Manager für Building Management Systems bei Powervar.

ZUSATZINFO Powervar wurde 1986 in Kalifornien gegründet und hat heute seinen Hauptsitz einschliesslich der Fertigung und Entwicklung in Illinois. Deutschland sowie der mitteleuropäische Markt werden durch die Powervar Deutschland GmbH betreut. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Geräte, die die Einhaltung von Grenzwerten elektrischer Eigenschaften sicherstellen und so den Betrieb von elektronischen Systemen in vorgesehener Weise ermöglichen. Die Haltbarkeit und Stabilität der geschützten Anlagen wird dadurch deutlich erhöht und die Leistung insgesamt verbessert. Grundlage dieser Power-Conditioner ist Powervars ABC-Prinzip, nach dem die möglichen Schutzeinrichtungen modular zusammen­ gestellt werden. Der Hauptmarkt von Powervar liegt im Bereich Analytik, Diagnostik und Medizin. Hinzu kommen die Geschäftsfelder Industrie, Bank und Handel, Elektronik, Grafik sowie kundenspezifische Entwicklungen. Seit Ende 2013 gehört Powervar zur internationalen AMETEK-Gruppe.


ENERGIE-MANAGEMENT

André Hillers entwickelt an der ETH Zürich eine Batterie, die dank ausgeklügelter Leistungselektronik und Regelungstechnik direkt – das heisst ohne Netztransformator – ans Mittelspannungsnetz angeschlossen werden kann. Rechts: Testsystem von zwei Modulen des modularen Multilevel-Konverters.

DAMIT DIE BATTERIE INS NETZ PASST Pumpspeicherkraftwerke sind die leistungsfähigsten Stromspeicher in der Schweiz. In Zukunft könnten zum Zweck der Energiespeicherung auch grosse Batterien konstruiert werden. Netzgebundene Batteriespeicher sind geeignet, temporäre Überschüsse aus Sonnen- und Windkraftwerken dezentral über Minuten, Stunden oder Tage zu puffern, bis der Strom gebraucht wird. Forscher der ETH Zürich entwickeln zurzeit ein Batteriespeichersystem neuen Typs – und mit dazu die Leistungselektronik, um diesen ins Stromnetz der Zukunft einzubinden. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

S

peicherkapazität dürfte im Stromnetz der Zukunft zunehmend gefragt sein. Denn die Einspeisung von Solar- und Windstrom schwankt abhängig von Tageszeit und Wetterlage erheblich. Energiespeicher sind ein probates Mittel, überschüssige Energie aufzunehmen, bis diese von den Konsumenten abgerufen wird. Ein neuer Weg, Speicherkapazität zu schaffen, sind leistungsfähige Batteriespeicher. Sie können elektrische Energie in grosser Menge aufnehmen und bei Bedarf schnell wieder abgeben. Gegenüber Pumpspeicherkraftwerken haben sie den Vorteil, dass sie an sehr verschiedenen Stellen ins Stromnetz integriert

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werden können. So können Schwankungen bei der Einspeisung ins Stromverteilnetz, verursacht durch dezentrale Kraftwerke, durch dezentrale Speicher ausgeglichen werden. Damit lassen sich im günstigen Fall teure und umstrittene Ausbauten von Stromtrassen vermeiden.

EFFIZIENTE UND ZUVERLÄSSIGE BATTERIESPEICHER Schweizer Energieversorger haben netzgebundene Batteriespeicher in den letzten Jahren vereinzelt schon in Betrieb genommen. So setzen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) seit Frühjahr 2012 in Dietikon (ZH) einen Speicher mit

einem Speichervolumen von 500 Kilowattstunden (kWh) und einer Leistung von 1000 Kilowatt (kW) ein. Sein Speicher­ volumen reicht aus, um einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt während 40 Tagen mit Strom zu versorgen. Dieser und weitere Netzspeicher haben bisher Pilotcharakter; ein breit gefächerter Einsatz gehört aber zu den möglichen Zukunftsszenarien der Schweizer Stromversorgung. Um für diese mögliche Entwicklung gewappnet zu sein, erarbeiten Wissenschaftler heute schon die entsprechenden Grundlagen. Zwar ist es heute schon


ENERGIE-MANAGEMENT

Ein Modul für die Kleinserienfertigung. An der ETH werden für

Die speziell für die Regelung verteilter Systeme entwickelte Kommuni­kations-

Versuchszwecke bis zu 90 solcher Module zu einem Gesamtsystem

und Steuerplattform vereint hohe Rechengeschwindigkeit mit geringer

verschaltet. Die Kommunikations- und Kontrollplattform

Baugrösse. Zusammen mit dem eigens am Institut für Hochleistungs­

(Aufsteckplatine vorne) ist austauschbar und findet bereits

elektronik entwickelten Hochgeschwindigkeits-Kommunikations-Bus

jetzt Einsatz in weiteren Prototypen, die am Institut für Hoch­

(SyCCo-Bus) lassen sich die – für den Betrieb der neuen Batteriespeicher­

leistungselektronik entwickelt wurden.

systeme vorteilhaften – kurzen Regelzeiten erreichen.

möglich, grosse Batteriespeicher zu bauen und ins Stromnetz zu integrieren, wie das EKZ-Beispiel zeigt. «Wir suchen aber Lösungen, mit denen Netzspeicher künftig verlustärmer und zuverlässiger betrieben werden können», sagt Prof. Jürgen Biela vom Labor für Hochleistungselektronik der ETH Zürich. Diese Idee soll in kostengünstigen, kompakt gebauten Batteriespeichern mit langer Lebensdauer umgesetzt werden, die zugleich über eine effiziente Leistungselektronik ins Stromnetz integriert werden. Diese Zielsetzung verfolgt ein vom Bundesamt für Energie unterstütztes Forschungsprojekt, das der ETH-Forscher André ­Hillers gegenwärtig im Rahmen seiner Doktorarbeit am Lehrstuhl von Prof. Jürgen Biela umsetzt.

als 1 kV) und werden mit Gleichstrom betrieben. Sollen sie ins regionale Mittelspannungs-Verteilnetz integriert werden, muss an der Schnittstelle Netz / Batterie der Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt und die (höhere) Netzspannung auf die (tiefere) Batteriespannug transformiert werden.

den Niederspannungs-Wechselstrom in Gleichstrom mit einer batteriegerechten Spannung verwandelt. Transformatoren arbeiten verlässlich, haben aber einen doppelten Nachteil: Sie nehmen in den Speicherstationen viel Platz in Anspruch und weisen sowohl im Leerlauf als auch unter Last nicht unerhebliche Verluste auf.

Für diese Umwandlung werden Trans­ formatoren eingesetzt, welche die Mittelin Niederspannung umwandeln, jeweils ­gepaart mit einem Konvertersystem, das

30 BATTERIEMODULE IN SERIE GESCHALTET Um eine platzsparende, verlustärmere und kostengünstigere Alternative zu schaffen,

VERZICHT AUF DEN TRANSFORMATOR In Zukunft dürfte das Einsatzgebiet von Batteriespeichern primär im Mittelspannungsnetz liegen. Das Mittelspannungsnetz besteht aus Freileitungen und Kabelleitungen, die den Strom bei einer Spannung von 10 bis 35 Kilovolt (kV) von den regionalen Unterwerken an die Trafostationen in den Stadtteilen und Land­ bezirken weiterleiten, wo der Strom auf Niederspannung (400 bzw. 230 V) transformiert wird, wie er den Haushalten dann zur Verfügung steht. Batteriespeicher – für sich betrachtet – arbeiten auf Nieder­ spannungsebene (typischerweise weniger

CAD-Zeichnung des Prototypen für den modularen Multilevel-Konverter: Auf der rechten Bildseite sind drei Arme mit jeweils sechs Modulen dargestellt. Um den Lade-/Entladevorgang der Batterien und das Balancieren der Batteriezellen im Labor zu untersuchen, wird eine Versuchsbatterie mit integrierten Batteriemanagementsystem genutzt (links).

Ausgabe 2 /2016 // Seite 29


ENERGIE-MANAGEMENT

André Hillers entwickelt an der ETH Zürich eine

André Hillers (l.) mit seinem Doktorvater Prof. Jürgen Biela im Mittelspannungslabor

Batterie, die dank ausgeklügelter Leistungs-

der ETH Zürich. Die Realisierung von Prototypen-Systemen ist ein integraler

elektronik und Regelungstechnik direkt – das

Bestandteil der Forschung am Institut für Hochleistungselektronik. Nur so lassen sich

heisst ohne Netztransformator – ans Mittel-

neue Modelle validieren und detaillierte Erkenntnisse über den Betrieb unter realen

spannungsnetz angeschlossen werden kann.

Bedingungen gewinnen.

arbeitet ETH-Forscher Hillers an einem neuen Konzept, welches bei Leistungselektronikern im In- und Ausland gegenwärtig hohe Aktualität hat. Die Grundidee dabei: Der Batteriespeicher wird so gebaut, dass er ohne Transformator direkt ans Mittelspannungsnetz angeschlossen

werden kann. Wie das funktioniert, erklärt André Hillers so: «Bis anhin besteht ein Batteriespeicher einfach ausgedrückt aus einem Batterieblock, der über einen Konverter und Transformator ans Mittelspannungsnetz angeschlossen wird. Anders bei uns: Wir unterteilen den Batterieblock

MODULARE MEHRPUNKTSTROMRICHTER Modulare Mehrpunktstromrichter sind Umrichter der neusten Generation. Der Name bezieht sich darauf, dass diese Umrichter mehrere Punkte (Spannungs­niveaus) benutzen, um aus Gleichstrom Wechselstrom zu erzeugen. Im Gegen­satz dazu benutzen herkömmliche Zweipunktumrichter für diesen Umwandlungsprozess nur zwei Spannungsniveaus. Mehrpunktumrichter können die Sinuskurve des Wechselstroms viel genauer nachbilden – sie brauchen denn auch weniger Filterkapazitäten als die Zweipunktumrichter. In der Folge arbeiten Mehrpunktumrichter mit weniger Verlusten. Die Modularen Mehrpunktumrichter werden heute schon bei der HochspannungsGleichstrom-Übertragung (HGÜ) eingesetzt. Das ist eine Form der Stromüber­ tragung über weite Strecken, die verlustärmer arbeitet als die gängige Übertragung mit Wechselstrom. Bei der HGÜ wandeln Mehrpunktstromrichter zum Beispiel eine Gleichspannung von 320’000 V in eine Wechselspannung von 220’000 V oder 110’000 V um (vice versa). Bei der HGÜ-Anwendung sind die modularen Mehrpunktstromrichter nicht mit Batterien kombiniert. Die Kombination von modularen Mehrpunktstromrichtern und Batterien ist ein Charakteristikum des Forschungs­ projekts an der ETH Zürich. BV

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in kleinere Teileinheiten, so dass Batterieelemente mit gleicher Spannung, aber geringerer Kapazität entstehen. Jedem dieser Batterieelemente ordnen wir eine eigene Konvertereinheit zu. Die so erschaffenen Batterie-Konverter-Module sind ­p hysikalisch voneinander isoliert und ­können daher ohne weiteres in Serie ­geschaltet werden.» Dank dieser Serienschaltung erreicht man für den Batteriespeicher sehr effizient eine hohe Aus­ gangsspannung: der Batteriespeicher kann direkt ans Mittelspannungsnetz angeschlossen werden. Ein Netztransformator ist nicht mehr erforderlich. Die konkrete Anwendung in einem künftigen Speichersystem könnte dann wie folgt aussehen: Statt eine grosse Batterie mit 5 000 kW Leistung mit einem (grossen) Konvertersystem zu kombinieren, werden z. B. 30 Batterien mit jeweils rund 166 kW mit einzelnen (kleinen) Konvertereinheiten versehen. Diese Module (Batterie mit Konvertereinheit) werden anschliessend in Serie geschaltet – zu einem Batteriespeicher mit 5 000 kW Leistung. «Unsere modulare Anlage arbeitet nicht nur effizienter als herkömmliche Systeme, sondern kann


ENERGIE-MANAGEMENT auch störungsresistent ausgelegt werden. Tritt in einem Batteriemodul ein Defekt auf, kann man dieses überbrücken, die anderen 29 Batteriemodule aber trotzdem nutzen», sagt André Hillers. Um die Zuverlässigkeit eines Batteriespeichers weiter zu erhöhen, muss man diesen jedoch von Beginn weg mit Reservemodulen aus­ statten, die im Fall eines Modulausfalls zugeschaltet werden können. Damit lassen sich die Wartungsintervalle des Batteriespeichers verlängern. Als Konvertertopologie dieses neuartigen Batteriespeichers werden modulare Mehrpunktstromrichter eingesetzt (engl. Modular multilevel converter, kurz M2C). Die M2C-Konvertertechnologie wird dabei ergänzt, indem jedes Modul mit zusätz­ licher Intelligenz (technisch gesprochen: einer Leistungskonversionsstufe) ausgestattet wird. Dank dieser Zusatztechno­ logie lässt sich der Lade- und Entlade­ vorgang in den Batteriemodulen optimal steuern. Die zentrale Kontrolleinheit, welche die Steuerbefehle über Lichtwellenleiter an die einzelnen Batteriemodule überträgt, muss zu diesem Zweck in

­ chtzeit Zugriff auf die Messdaten aller E 30 Module haben. Dies wird mit dem eigens am Institut für Hochleistungselektronik entwickelten «Synchronous Converter Control Bus» (SyCCo-BUS) erreicht. Die Entwicklung des gesamten Steuerungssystems ist eine zentrale Herausforderung des Forschungsprojekts und enthält ein grosses Potenzial für innovative Anwendungen in verteilten Batteriespeichern und darüber hinaus.

NACHFRAGE DES MARKTES UNKLAR Das Konzept für die modularen Batteriespeicher steht, sowohl die Steuerungs­ algorithmen als auch der Systemaufbau wurden in den Computersimulationen validiert. Die Genauigkeit der Rechnungsmodelle wird zurzeit an einem Prototypen überprüft, den André Hillers zusammen mit anderen Forschenden am Labor für Hochleistungselektronik entworfen hat. Der Prototyp besteht aus bis zu achtzehn Batteriemodulen, die zu einem Batteriespeicher mit 1,5 kW Leistung zusammengeschaltet werden können. Diese Technologie kann dann später zu einem

grossen Batteriespeicher skaliert werden. Als Industriepartner steht dem ETH-­ Forscher der ABB-Konzern zur Seite. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass die neue Technologie anschliessend zu einem marktreifen Produkt entwickelt werden kann, das die geltenden Normen und ­Sicherheitsauflagen erfüllt. Einziger Wermutstropfen: Heute ist noch nicht absehbar, in welchem Umfang netzgebundene Batteriespeicher auch in der Schweiz zu einer wirtschaftlich interessanten Option zur Stromspeicherung werden.

HINWEISE Auskünfte zu dem Projekt erteilt Dr. Michael Moser (Michael.Moser@bfe.admin.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Netze. Weitere Fachartikel zu Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekten im Bereich Netze finden Sie unter dem folgenden Link: www.bfe.admin.ch/CT/strom

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ENERGIE-MANAGEMENT

DOMOTEC – SEIT 40 JAHREN AUF INNOVATIONSKURS Die Firma Domotec feiert 2016 ihr 40-Jahr-Jubiläum. Eine Gelegenheit, um einen Blick auf die bewegte Geschichte sowie auf die nähere Zukunft zu werfen. Im Bereich Wassererwärmung ist das Unternehmen mit modernsten Geräten in sieben Bauarten und 300 Ausführungen marktführend in der Schweiz.

G

egründet wurde das Unternehmen 1976 von Hans Gerhard, der sich  vor allem mit der Planung, dem Verkauf und der Montage von Küchen- und Inneneinrichtungen für Einund  Mehrfamilienhäuser befasste. Als ihm ein ­Bekannter aus Frankreich einen Ex­­ klu­sivvertrag für den Vertrieb von ElektroWassererwärmern für die Schweiz anbot, griff der tüchtige Geschäftsmann zu und erweiterte seine Handelstätigkeit. Bald beschränkte sich das Unternehmen jedoch nicht mehr ausschliesslich auf ­d en Handel, sondern entwickelte eigene Geräte: 1984 Einbau- und Hochschrankwassererwärmer, 1988 Syncro Hoch­ leistungs-Wassererwärmer sowie 1995 die DomoClick Verbindungstechnik für selbstregulierende Heizbänder. 1998 suchte Hans Gerhard einen Käufer aus der Branche für sein florierendes ­Unternehmen. Die Firma Domotec wurde

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vom Mitbewerber Cipag und dem Hersteller von Wassererwärmern MTS / ATG übernommen und fortan unter der Cimetec Holding weitergeführt. Im Jahr 2000 erfolgte eine Sortimentserweiterung in den Sektoren Heizung, Öl- und Gasheizkessel, Kleintanks, Solaranlagen und später auch Wärmepumpen. 2011 wurde die Firma Domotec von Ariston Thermo Group mit Hauptsitz im italienischen Fabriano übernommen.

DOMOTEC HEUTE Aktuell beschäftigt Domotec 55 Mitar­beiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 25 Millionen Franken jährlich. Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats ist Ueli Ehrbar, der seit 32 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Firma ­Domotec tätig ist und seine umfassenden Branchenkenntnisse von der Pike auf gelernt hat. Das durchschnittliche Dienstalter der Angestellten beträgt 12 Jahre, ein

sehr gutes Zeichen für die mit­ar­bei­ter­ freund­liche Firmenkultur.  

PRODUKTEPALETTE UND DIENSTLEISTUNGEN

Die Firma Domotec setzt ihren Fokus auf modulare, innovative Systeme, hohe Flexibilität in allen Geschäftsbereichen ­ sowie auf ausgezeichnete Qualität nicht nur der Produkte, sondern auch der Dienstleistungen mit einem flächendeckenden Kundendienst und individueller, ganzheitlicher Beratung. Im Bereich Wassererwärmung ist das Unternehmen mit modernsten Geräten in sieben Bauarten und 300 Ausführungen marktführend in der Schweiz. Die Produktepalette reicht ausserdem von nachhaltigen Wärmepumpen und Solarsystemen über Öl- und Gasheizungen zu sauberen Kaminsystemen und selbstregelnden Heizbändern sowie ergänzenden Produkten im Bereich Haustechnik.


ENERGIE-MANAGEMENT

HERAUSFORDERUNGEN DER ZUKUNFT «Durch die Energiewende wird sich die Produktepalette in den kommenden Jahren verändern», betont Geschäftsführer Ueli Ehrbar. Seit 2009 besteht bereits ein Verbot für den Einbau von Elektro-Wasser­ erwärmern in Neubauten. «Künftig wird auch der Eins-zu-eins-Ersatz solcher ­G eräte verboten sein.» Diesen grossen Herausforderungen wird sich das Unternehmen mit unveränderter Geschäfts­ philosophie stellen: Kompetente Beratung und Unterstützung von Planern und Installateuren, Präsenz an Messen und Ausstellungen, kundenorientiertes Marketing, hohe Flexibilität in allen Geschäftsbereichen und eine effiziente Organisationsstruktur. Dazu Ueli Ehrbar: «Es geht darum, Top-Qualität in Dienstleistungen und  Produkten zu liefern oder anders ausgedrückt, das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt zu entwickeln und einzusetzen.»

KONTAKT Domotec AG Lindengutstrasse 16 4663 Aarburg Telefon +41 (0)62 787 87 87 info@domotec.ch www.domotec.ch

KNOW-HOW TEILEN Das Unternehmen Domotec liefert nicht direkt an Endkunden. Beratung und Verkauf werden über Sanitär- und Heizungsinstallationsfirmen abgewickelt. Für ihre über 5 000 Kunden – vor allem Fachbetriebe, aber auch Planungs- und Ingenieurbüros sowie Liegenschaftsverwalter und Architekten – veranstaltet Domotec regelmässig Fachseminare und Kundentagungen. Ausstellungen in Aarburg und VillarsSainte-Croix geben einen guten Einblick ins umfangreiche Sortiment.

MUTTERHAUS ARISTON Die Firma Domotec in Aarburg ist eine Tochter der Ariston Thermo Group, die mit 19 Werken, 42 Unternehmen und 6 600 Mitarbeitern in 30 Ländern tätig ist. Die Produkte werden in mehr als 150 Ländern abgesetzt. Die Ariston Thermo Group ist Weltmarktführerin bei Warmwasserbereitern und figuriert unter Europas Top 4 im Bereich Wohnraumbeheizung. Der Umsatz beläuft sich aktuell auf rund 1,3 Milliarden Euro. Eine hohe Investitionsbereitschaft in neue Produkte, in Qualität und Dienstleistungen und die Verpflichtung zu Energieeffizienz sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien machen Ariston zu einer führenden Anbieterin im Bereich nachhaltiger Technologien und umweltschonender Heizungslösungen.

Ihr Schweizer Partner für zuverlässige und innovative Dienstleistungen im Bau sowie Unterhalt von Netzen in der ganzen Schweiz.

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ENERGIE-MANAGEMENT

ARNOLD AG Der Schweizer Partner für zuverlässige und innovative Dienst­leistungen im Bau und Unterhalt von Netzen in der ganzen Schweiz. systematisch unsere Umweltleistung sowie unsere Arbeitsweise. Dieser Anspruch bestätigt sich in den Zertifizierungen ISO  9001:2008, ISO 14001:2004 und EKAS 6508 (ab 2016 auch OHSAS 18001).

AUS TRADITION ERFAHREN Die vertiefte Erfahrung von Arnold als führendes Schweizer Unternehmen im Netzbau reicht bis 1947 zurück. Das damals durch Franz Arnold gegründete Unternehmen hatte von Beginn an seine Haupttätigkeit im Kabel- und Freileitungsbau. Im Laufe unserer Geschichte haben wir unsere Kompetenzen stetig für unsere Kunden ausgebaut und erweitert. Heute ist die Arnold AG ein Unternehmen der BKW.

SCHWEIZWEIT AUFGESTELLT, REGIONAL VERANKERT Innovativ, erfahren und motiviert erbringen wir täglich schweizweit umfassende Gesamtdienstleistungen. Unser Einsatz steht ganz im Dienst unserer Kunden: Dank prozessorientiertem Vorgehen profitieren sie von hoher Wirtschaftlichkeit, seriöser Termintreue sowie der kurzfristigen Skalierbarkeit unserer Ressourcen. Mit der Erfahrung von 69 Jahren verfügt Arnold über grosses Know-how und oft geprüfte Flexibilität. Unsere Mitarbeitenden überzeugen durch sympathische Kundennähe und ihr Engagement für kompromisslose Qualität: Die vielfältigen Herausfor­ derungen, die sich aus dem Wandel in der Energiebranche, dem Generationenwechsel der Telekommunikationsnetze sowie den wachsenden Bedürfnissen nach Mobilität und Sicherheit im Verkehr auf Strasse und Schiene ergeben, lösen wir konsequent und routiniert. Bei Arnold nehmen wir unsere soziale und ökologische Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt ernst. Dafür halten wir nicht nur alle relevanten Gesetze, Normen und Arbeitsstandards vorbehaltlos ein, sondern wir verbessern stetig und

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Unsere Mitarbeitenden in den Niederlassungen sind Experten auf ihrem Gebiet. Ihre langjährige Erfahrung, ihr fundiertes Wissen sowie ihre umfassenden Leistungen garantieren unseren Kunden profunde Mehrwerte. Besonders mit dem Fachwissen unserer Mitarbeitenden entwickeln sich fortlaufend die Kompetenzen und Tätigkeitsbereiche von Arnold. Dadurch profitieren unsere Kunden von lösungsorientierten Dienstleistungen am Puls der Zeit. Die Arnold AG ist in den letzten Jahren stark gewachsen. So konnten wir die Zahl unserer Kunden, Mitarbeitenden und Standorte stetig vergrössern. Die sich verändernden Netzbedürfnisse in den Bereichen Energie, Telecom, Verkehr und Wasser tragen mit dazu bei, dass namhafte Unternehmen auf die Lösungskompetenz von Arnold vertrauen.

NETZBAU-KOMPETENZ AUS EINER HAND Im Bereich Energie hat sich Arnold auf den Freileitungs-, Energiekabel und Anlagenbau spezialisiert. Dazu zählen auch Inbetriebsetzung, Unterhalt, Störungsbehebungen und ein 24 / 7-Pikettdienst. Zudem umfassen unsere Tätigkeiten Spezialmontagen für Neuanlagen sowie Modernisierungsprojekte. Wir sind im Einsatz für Betreiber von Energieverteilnetzen, für Unternehmen, die in den Bereichen Energie-

erzeugung und Energietransport tätig sind sowie für Industrie- und Dienstleistungs­ unternehmen. Für unsere Kunden im Telecom-Bereich bauen, verlegen und verbinden wir sämt­ liche Kupfer-, Glasfaser- sowie Koaxial­ kabelnetze und setzen Spezialmontagen fachkundig und zuverlässig um. Zu diesem Portfolio gehören auch sämtliche Spleissungen und die entsprechende Qualitätssicherung mit modernsten Messmitteln. Der Freileitungsbau ist eine weitere Kernkompetenz in diesem Bereich. Dank unseres Bereitschaftsdienstes sind wir auch im Telecom-Bereich in der Lage, Störungen rund um die Uhr zu beheben. Im Bereich Verkehrs-Infrastrukturen ar­beiten wir namentlich für Anbieter des öffentlichen Verkehrs – sei dies im Tunnel, auf der Strasse oder der Schiene. Wir montieren Trassen, verlegen Rohre und Kabel und stellen Anschlüsse sowie Verbindungen her. Mit unserem Fokus auf Energie und Telecom bieten wir auch im Bereich Verkehrs-Infrastrukturen eine starke Lösungskompetenz an. Auch im Bereich Wasser decken wir die Anforderungen unserer Kunden optimal ab. Für den Kanalunterhalt bieten wir Kanalreinigung, Zustandsanalysen und Dichtheitsprüfungen an. Defekte Entwässerungsanlagen können wir im Bereich der Kanalisierung dank modernen Gerätschaften schnell, kostengünstig und umweltschonend sanieren. Störungen beheben wir dank unseres Pikettdienstes rund um die Uhr. Im Bereich Trinkwasser realisieren wir auch komplexe Anlagen und Systeme.

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Träger

Partner

Unser Engagement: unsere Zukunft.


ENERGIE-MANAGEMENT

Fertigung eines Fronius Symo Wechselrichters in Sattledt, Österreich. Seit 2007 werden in Sattledt alle Batterieladesysteme, Schweiss-Systeme und Solar-Wechselrichter produziert – Hauptsitz der Fronius Schweiz AG in Rümlang bei Zürich.

mit Mechanik- und Elektronik-Fertigung im eigenen Haus.

FRONIUS SCHWEIZ AG FÜHREND IM BEREICH SCHWEISSTECHNIK, PHOTOVOLTAIK UND BATTERIELADESYSTEME Seit über 70 Jahren steht der Name Fronius für intensive Forschungsarbeit und stete Suche nach neuen, innovativen Lösungen. Perfekte Effizienz zeigt sich in jedem Produkt. Fronius wurde immer wieder ausgezeichnet mit nationalen und internationalen Preisen.

D

ie Fronius Schweiz AG mit Sitz in Rümlang ist eine Tochtergesellschaft der Fronius International GmbH. Seit 1992 ist die Fronius Schweiz AG mit Hauptsitz in Rümlang, Zürich, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein tätig. Das fast 30-köpfige Team vertreibt und wartet Fronius Produkte der drei Sparten Schweisstechnik, PV-Photovoltaik sowie Batterieladesysteme. Innovationskraft spielt für die Fronius Schweiz AG eine wesentliche Rolle. Qualitäts- und Innovationsführerschaft sind die Ansprüche, die wir täglich an uns stellen.



SPARTE SCHWEISSTECHNIK Fronius ist im Bereich Schweisstechnik Marktführer in Europa. Innovation prägte die Sparte Perfect Welding von ihrem Start an. Seit 1950 entwickeln wir Gesamtsysteme für das Lichtbogen- und WiderstandsPunktschweissen mit einem darauf abgestimmten Dienstleistungs­angebot. Seit Jahrzehnten nehmen wir massgeblichen Einfluss auf die Fortschritte in der Schweisstechnik und wollen darin führend sein. Dieser Anspruch leitet Fronius seit

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Jahren von Innovation zu Innovation. Mit durchschlagendem Erfolg. Wir beherrschen den Lichtbogen wie kein anderer. Dies verschafft unseren Anwendern nachhaltige Vorteile.

SPARTE PV-PHOTO-VOLTAIK Seit 1992 beschäftigen wir uns mit der Photovoltaik. Auch in dieser Sparte ist Fronius mit seinen netzgekoppelten Wechselrichtern und Energiespeicherlösungen weltweit führend. Einmalig sind auch das  Fronius Service Partner Programm und die Produkte zur Überwachung von Photovoltaik-Anlagen. Alle Fronius Geräte garantieren dabei ein Höchstmass an  Qualität, denn sie werden unter modernsten Bedingungen zahlreichen, um­ fang­reichen Tests unterzogen.
 Herausragende Produkte und Dienstleistungen machen die Fronius Solar Energy zum Qualitätsführer am Weltmarkt sowie zu einem Musterbeispiel an Nachhaltigkeit. Alles Tun der Sparte Solar Energy steht unter dem Motto «24 Stunden Sonne», der Fronius Vision zur Energiewende. Diese stellt die Zukunft der Energieversorgung aus der Sicht von Fronius dar: Die Tech-

nologien und Produkte der Sparte tragen dazu bei, die Energieversorgung in Zukunft zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien sicherzustellen.

SPARTE BATTERIE­ LADESYSTEME Fronius bietet eine vollständige Palette primärgetakteter Batterieladesysteme für Starterbatterien und Traktionsbatterien: die Baureihe Acctiva ist für Starterbat­terien, die Produktreihe Selectiva für Traktionsbatterien. Mit dem Produktbereich Acctiva bietet Fronius Profiladegeräte für den Werkstatteinsatz bei KFZ, Nutzfahrzeuge, Motorrad, Baumaschinen und Landmaschinen. Der Produktbereich Selectiva beinhaltet Lösungen für Flur­förderzeuge. Seit über 60 Jahren forscht und ent­wickelt Fronius Ladegeräte, seit einem Vierteljahrhundert mit der revolutionären A ­ ctive Inverter Technology. Mehr noch: In diesem Bereich sind wir regelmässig diejenigen, die neue Ideen einbringen und revolutionäre Innovationen auf dem Markt lancieren. Diese langjährige Erfahrung garantiert maximale Zuverlässigkeit im harten Industrieeinsatz. Von Profis für Profis.


ENERGIE-MANAGEMENT

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Fronius Batterielademodule für die Intralogistik. Mit einem Wirkungsgrad bis zu 96 Prozent

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reduzieren Fronius Batterieladegeräte den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent.

KEINE KOMPROMISSE, WAS INNOVATIONEN BETREFFEN Wir gehen keine Kompromisse ein, wenn es um Innovationen geht. Denn alle unsere Entwicklungen kommen direkt aus unserem Haus. Natürlich stehen wir dabei stets in engem Kontakt zu Universitäten und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Schweisstechnik und Photovoltaik und zu Batterie-Produzenten. Hier zeigt sich: Nur wer mit Engagement neues Denken zulässt, kann Revolutionen auslösen. Im positiven Sinn. Für Hightech-Kompetenz in allen Branchen.

FRONIUS SCHWEIZ AG Die Fronius Schweiz AG mit Sitz in Rümlang ist eine Tochtergesellschaft der Fronius International. Fronius International ist ein österreichisches Unternehmen mit Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt. Das Unternehmen mit global 3 723 Mitarbeitenden ist in den Bereichen Schweisstechnik, Photov­oltaik und Batterieladetechnik tätig und wurde 1945 gegründet. Der Exportanteil mit rund 90 Prozent wird mit 24 inter­nationalen Fronius Gesellschaften und Vertriebspartnern / Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erreicht. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie 838 aktiven Patenten ist Fronius Innovationsführer am Weltmarkt. Gründung Fronius Schweiz AG: 1992, Anzahl Mitarbeitende: Ca. 30 Personen Standorte: Hauptsitz in Rümlang, Verkaufsniederlassung in Dornach Kernkompetenzen: Schweisstechnik, Photovoltaik, Batterieladesysteme Geschäftsführung: Jürg O. Keller

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KOMPROMISSLOSE UnabhängIgKEIt ISt MögLIch. wEIL wIR SOnnEnEnERgIE tag Und nacht nUtzbaR MachEn. / Das Fronius Energy Package rund um den Fronius Symo Hybrid (3, 4 und 5 kW), die Fronius Solar Battery (4,5 – 12,0 kWh) und den Fronius Smart Meter ist die kompromisslose Speicherlösung am Markt. Das Resultat sind maximale Flexibilität und höchste Eigenversorgung. Mehr unter www.fronius.ch

Ausgabe 2 /2016 // Seite 37


KERNENERGIE

WIE SAUBER IST STROM OHNE ATOM? Bei einem Atomausstieg droht die Schweiz ihre Spitzenposition bei der umweltfreundlichen Stromversorgung zu verlieren. Andere Länder anerkennen die Vorteile der Kernenergie und setzen weiter darauf. Die USA und Grossbritannien fördern sie ebenso wie erneuerbare Energien.

D

ie Schweiz soll in Zukunft auf Strom aus Kernkraftwerken verzichten – wenn es nach Bundesrat und Parlament geht schrittweise bis etwa 2045, wenn Ende November die Atomausstiegsinitiative angenommen wird sogar schon spätestens 2029. Wie der wegfallende Strom ersetzt wird, ist in beiden Fällen noch nicht abschliessend geklärt. Die Energiestrategie 2050 sieht drastisches Stromsparen und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien vor. Bei einem überstürzten Ausstieg im Sinne der Initiative bräuchten wir viel schneller Ersatz für die jährlich rund 25 Terrawattstunden Strom aus den Schweizer Kernkraftwerken. In beiden Fällen sind höhere Stromimporte oder neu zu bauende Gaskraftwerke wahrscheinlich. Beides hätte negativen Einfluss auf die Umweltfreundlichkeit unserer Stromversorgung. Und da haben wir viel zu verlieren.

Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Energieeffizienz, Umwelt- und Klimabelastung bewertet. Ihren 1. Rang verdankt die Schweiz nicht zuletzt dem heutigen Strommix.

Die Schweiz lag nämlich 2015 zum fünf­ ten Mal in Folge auf dem ersten Platz im «Energy Trilemma Index» des Weltenergierates, einer weltumspannenden NichtRegierungs-Organisation. Für den Energie­ index wird jeweils die Energieversorgung eines Landes anhand von Kriterien wie

Diese Bilanz umfasst alle Schritte der Produktionskette: Bau, Betrieb und Stilllegung der Kernkraftwerke, Abbau und Anreicherung des Urans wie auch Klimagasemissionen bei der Entsorgung der radioaktiven Abfälle. Der Uranabbau in Minen belastet die CO2-Bilanz nur wenig. Dem Vergleich

DIE SAUBERSTEN TECHNOLOGIEN Der in der Schweiz produzierte Strom stammt hauptsächlich aus Kernenergie und Wasserkraft. Die Kernkraftwerke liefern knapp 40 %, Speicherkraftwerke rund 30 % und Flusskraftwerke etwa 25 %. Der restliche Strom kommt grösstenteils aus Kehrichtverbrennungsanlagen und neuen erneuerbaren Energien. Damit setzt die Schweiz auf die saubersten Technologien zur Stromerzeugung. Dies belegen Berechnungen des Paul Scherrer Instituts (PSI) zu den Treibhausgasemissionen verschie­ dener Energieträger während ihrem ganzen Lebenszyklus.

mit den fossilen Energieträgern hält die Kernenergie ohnehin stand: Würden wir heute den Strom aus den Schweizer Kernkraftwerken in modernen Gaskombikraftwerken erzeugen, würde die Luft zusätzlich mit so viel CO2 belastet, wie alle Autos in der Schweiz zusammen ausstossen.

KERNENERGIE HAT VIELE VORTEILE Die Kernenergie zeichnet sich ausserdem durch einen geringen Ressourcenverbrauch und Platzbedarf sowie eine hohe Versorgungssicherheit aus. Unser Strommix schont die Umwelt, erzeugt kaum CO2 und ist zuverlässiger als Strom aus Windoder Solaranlagen. Im Vergleich zu den meisten unserer Nachbarländer stammt der Schweizer Strom schon heute fast komplett aus erneuerbarer Energie und sauberem Nuklearstrom. Im kernkraftfreien Österreich dagegen wird rund ein Viertel des Stroms aus Erdgas, Erdöl und Kohle erzeugt; in Deutschland sind es fast 60 %, in Italien gut 70 %. Frankreich hingegen hat dank der Kernenergie einen ähnlich klimafreundlichen Strommix wie die Schweiz. Entsprechend würde sich die Umweltbilanz unserer Stromversorgung bei steigenden Importen verschlechtern.

FÖRDERUNG VON «CLEAN ENERGY»

Saubere Energie: Punkto Treibhausgasemissionen können Kernkraftwerke mit Wasser- und Windstrom mithalten.

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Während einzelne Länder wie die Schweiz oder Deutschland zum Teil ideologisch geprägte Debatten über die Produktion ihrer Elektrizität führen, anerkennen andere die beschriebenen Vorzüge der Kernenergie. Für diese Staaten ist die Kernenergie nicht das Problem, sondern Teil der Lösung der Stromversorgungs- und Klimaproblematik. Zu diesen Ländern zählen unter anderen die USA, Grossbritannien, China, Russland oder Indien. Auch der Weltklimarat der Uno fordert die Umstellung der weltweiten Energieproduktion auf möglichst CO2-arme Technologien und nennt dabei die Kernenergie ausdrücklich als Option.


KERNENERGIE Die britische Regierung, die sich kürzlich zum ersten KKW-Neubau seit einer Generation bekannt hat, betrachtet Kernkraftwerke ausdrücklich als wichtige T ­ echnologie zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in der Energieversorgung. Der Ausbau der Kernenergie soll den Verzicht auf Kohlekraftwerke erleichtern und mit dem Ausbau der erneuerbaren Stromquellen einhergehen. Die Kernenergie wird in Grossbritannien ebenso wie die Erneuerbaren mit einem garantierten Strompreis gefördert. Zusammen mit Windstrom aus OnshoreAnlagen zählt sie dabei zu den günstigsten von der Regierung ge­förderten «Clean Energies». Auch in den USA kommen Fördermechanismen für sauberen Strom zur Anwendung. Der Staat New York zum Beispiel hat im August 2016 den «Clean Energy Standard» eingeführt. «Der Erhalt der emissionsfreien Kernenergie ist ein entscheidendes Element beim Erreichen unserer ehrgeizigen Klimaziele», sagte der New Yorker Gouverneur bei der Einführung. Die Schweiz tut gut daran, sich die Option Kernenergie mit all ihren Vorteilen nicht leichtfertig zu verbauen. Ende November ist ein Nein zur Atomausstiegsinitiative die

Import als fragwürdige Alternative: Der Strommix unserer Nachbarn enthält entweder mehr Atomstrom oder ist dreckiger.

einzig vernünftige Antwort. Der überhastete Atomausstieg würde unsere bewährte, saubere Stromversorgung aufs Spiel setzen.

WEITERE INFORMATIONEN www.nuklearforum.ch

ÖFFENTLICHE DISKUSSIONSRUNDE ZUR «ATOMAUSSTIEGSINITIATIVE»

Verordneter Atomausstieg: der Tunnel am Ende des Lichts? 31. Oktober 2016, Kultur & Kongresshaus Aarau AUF DEM PODIUM: KURT ROHRBACH, Präsident des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE SILVIO BORNER, Prof. em. für Wirtschaft und Politik der Universität Basel ANTON GUNZINGER, ETH-Professor und Unternehmer BALTHASAR GLÄTTLI, Nationalrat und Fraktionspräsident der Grünen Partei Schweiz

PROGRAMM UND ANMELDUNG UNTER WWW.NUKLEARFORUM.CH

Ausgabe 2 /2016 // Seite 39


KERNENERGIE

FORSCHEN ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT Die Nagra blickt bei ihrer Arbeit 175 Millionen Jahre in die Vergangenheit und 1 Million Jahre in die Zukunft

K

aum ein Radiosender oder eine Zeitung hat nicht darüber berichtet: Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) hat sechs Regionen miteinander verglichen und zwei davon als gut geeignete Standorte für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle vorgeschlagen, Jura Ost im Kanton Aargau und Zürich Nordost im Kanton Zürich. Das Auswahlverfahren für die Lagerstandorte läuft unter der Leitung des Bundes. Bevor das Verfahren in die letzte Etappe geht, prüfen die Sicherheits-

behörden des Bundes die Vorschläge der Nagra. Nicht nur die Gesteins- schichten müssen in diesen Regionen nun weiter untersucht werden, für den Nachweis ein Tiefenlager sicher betreiben zu können, führt die Nagra auch grosse Forschungsexperimente durch.

DIE FACHWELT IST SICH HEUTE EINIG Geologen, Chemiker, Physiker und Ingenieure sind gefordert. Sie bearbeiten ein Projekt, das auf mehrere Tausend Jahre

ausgelegt ist – ein unvorstellbarer Zeit­ horizont. Aber in den vergangenen Jahren haben Wissen- schaftler enorme Fortschritte gemacht. Die Fachwelt ist sich heute einig: Der tiefe Untergrund ist die sicherste Lösung, um Mensch und Umwelt langfristig – für 1 Million Jahre – vor den Auswirkungen radioaktiver Abfälle zu schützen. Die Radioaktivität klingt sehr langsam ab. An der Erdoberfläche würde der Abfall früher oder später zu einer grossen Gefahr: Sabotage, Krieg oder Erdbeben sind mögliche Szenarien.

Gesteinsschichten kilometertief abbilden: Vibrationsfahrzeuge senden seismische Wellen durch den Untergrund.

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KERNENERGIE

UNTERGRUND DURCHLEUCHTEN Um den sichersten Standort zu finden, forscht die Nagra intensiv – Über- und Untertage. Von der Oberfläche aus wird mit einer Messmethode, der Seismik, der Untergrund durchleuchtet. Vergleichbar mit Echolot auf Schiffen, bildet die Seismik Gesteinsschichten bis in Tiefen von mehreren Kilometern ab. So erkennen die Wissenschaftler, wie tief sich das 175 Millionen Jahre alte Wirtgestein befindet und wie mächtig die Schicht ist, wo einst die Abfälle eingelagert werden sollen. Auch grosse Störungen, die am Standort nicht vorhanden sein dürfen, werden abgebildet.

umliegende Gestein auswirkt, denn hochaktive Abfälle geben auch nach Jahrzehnten noch Wärme ab. Hunderte Messinstrumente zeichnen kleinste Veränderungen im umgebenden Gestein über Jahrzehnte auf. Das Experiment ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem sicheren geologischen Tiefenlager.

Sie erhalten Einblick in die grossen Experimente der Nagra und der internationalen Partner der Felslabors. Das Felslabor Mont Terri wird vom Bundesamt swisstopo und das Fels­labor Grimsel von der Nagra betrieben.

TESTLAUF FÜR DAS TIEFENLAGER Während die Gesteinsschichten der Vergangenheit von Übertage aus untersucht werden, blicken die Forscher Untertage in die Zukunft: Im Felslabor Mont Terri, im Kanton Jura, führen die Wissenschaftler einen Testlauf für ein Tiefenlager durch. In einem Lagerstollen haben sie drei Versuchsbehälter im Massstab 1:1 eingebracht und mit einem quellenden Tongemisch verfüllt. Sie wollen herausfinden, wie sich die Wärme auf das Tongemisch und das

HINWEIS Werfen Sie einen Blick zwischen Vergangenheit und Zukunft Felslabor Mont Terri, St-Ursanne (Jura) und Felslabor Grimsel (Bern)

Der Besuch ist kostenlos. Gruppen ab 10 Personen sind willkommen. Anmeldung Renate Spitznagel Telefon  + 41 (0) 56 437 12 82 Mehr Information unter www.mont-terri.ch oder www.nagra.ch Ein Mitarbeiter kontrolliert das Einbringen des Versuchsbehälters in den Stollen im Felslabor Mont Terri: Die Maschine füllt das Tongemisch dicht um den Behälter auf.

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KERNENERGIE

POTENZIALE NUTZEN WÄRMEPUMPEN MIT GASMOTOR

Die Technologie der Blockheizkraftwerke erlebt im Zeichen der Energiewende einen weiteren Bedeutungsgewinn. Im folgenden Beitrag beleuchten wir die Vorteile einer Gaswärmepumpe. von Franz R. Dürr

Im Mittelpunkt steht die Gaswärmepumpe TEDOM Polo 100 von AKSA.

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KERNENERGIE

D

ie Weichen in der Energiepolitik sind in der Schweiz und in Europa gestellt worden. Die gemeinsamen Umweltprinzipien und die daraus abgeleiteten Ziele sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden. Die geplante Reduktion von Treibhausgasen beträgt im Vergleich zum Jahr 1990 40 Prozent. Ein weiteres Ziel ist die Reduktion des Energiebedarfs um 27 Prozent gegenüber dem Jahr 2005. Die Grundlagen zur Erfüllung der ambitio­ nierten Ziele sind auf der einen Seite die Erhöhung der Wirkungsgrade der Energiequellen und der Verteilsysteme und auf der anderen Seite eine deutliche Reduktion des Energiebedarfs. Nicht nur mein Unternehmen erwartet eine Veränderung hin zu Brennstoffen mit geringerer Umweltbelastung und einer besseren Energiebilanz. Erneuerbare Energien wie Biogas werden ebenfalls eine grössere Rolle spielen. Die heutigen Förderungen von erneuerbaren Energien sind allerdings langfristig nicht gesichert. Eine wesen­ tliche Rolle im Brennstoffbereich, auch in den kommenden Jahren, spielt Erdgas, da es sich hierbei um eine der saubersten, leicht zugänglichen fossilen Brennstoffe handelt. Durch seine hohe Methanzahl, den umweltverträglichen Transport und eine ausgezeichnete Infrastruktur ist die Verfügbarkeit nahezu überall vorhanden. In Kombination mit der Kondensationstechnologie und der Kraft-Wärme-Kopplung nimmt Erdgas eine wichtige Position in der dezentralen Energieversorgung ein. Der Ausbau dezentraler Energielösungen, wie zum Beispiel der Speicherung, wird im Zeichen der Energiewende an Bedeutung gewinnen.

Dieses Thema ist jedoch mit der politischen Frage der Stabilität der Erdgaslieferungen verbunden. Ein grosser Teil der heutigen Erdgaslieferungen in Europa kommt aus Russland. Die russische Wirtschaft ist auf den Verkauf von Erdgas angewiesen und wird, trotz aller politischen Turbu­ lenzen, als wirtschaftlich zuverlässiger Lieferant auftreten. Mittelfristig wird die Europäische Union Erdgaslieferungen aber diversifizieren. Wir haben somit einen gut zugänglichen Brennstoff mit ausgezeichneten Parametern und sollten ihn daher möglichst effizient nutzen. Dies war die Grundidee für die Entstehung der Gaswärmepumpen, welche zusätzlich zu der Gasverbrennung auch die aus der Umgebung abgestrahlte Abwärme nutzten.

AUF DEM HÖCHSTEN STAND DER TECHNIK Durch zahlreiche Weiterentwicklungen und Innovationen wurden die Verbrennungsmotoren, welche mit gasförmigen Brennstoffen betrieben werden, auf den höchsten Stand der Technik gebracht. Die robusten stationären Motoren profitieren von den Neuentwicklungen in der Automobilindustrie und haben einen hohen Wirkungsgrad bei gleichzeitig tiefen Emissionen. An dieser Stelle sind die Weiterentwicklungen der Zündung, der elektronischen Steuerung und die Optimierung der Brennräume und Zylinderköpfe zu erwähnen. Eine saubere und effizientere Verbrennung sind das Ergebnis. Gleichzeitig mit dem technischen Fortschritt bei Ölen, automatischer Nachfüllung und Ölfiltrierung wurde das Wartungsintervall auf mehr als 3 000 Betriebsstunden verlängert. Das variable Timing der Ventile und die optimierte Kolbenmechanik verstärken

zudem weiter die höhere Energieausbeute und bessere Wirkungsgrade. Motoren bis 120 kW mechanischer Leistung werden standardmässig mit stöchio­ metrischen Parametern (λ=1) betrieben, was bei stationären Anwendungen nicht nur niedrigere Emissionen, sondern auch die Möglichkeit der Kondensierung der Emissionen – bei möglichst hohen Tem­ peraturen – zur Folge hat. Die Emissionen werden des Weiteren durch einen Mehrwegekatalysator reduziert. Wir kommen unter 150 mg CO und NOx pro Nm3 Emissionen.

DER WÄRME-UND-KÜHLKREIS Beide Wärmepumpen – sowohl die elektrische als auch die Gaswärmepumpe haben einen identischen Kühlkreis. Mechanische Arbeit, welche der Verdichter benötigt, wird entweder durch den Elektromotor oder den Verbrennungsmotor geliefert. Wenn für den Antrieb des Verdichters ein Verbrennungsmotor verwendet wird, können wir direkt am Aufstellort mit einer um 50 Prozent höheren Heizleistung als bei einer elektrischen Wärmepumpe rechnen. Ein Drittel der thermischen Leistung der Gaswärmepumpe erzeugt die thermische Leistung des Motors und der Abgase. Zu­ sätzlich steigt das Temperaturniveau der Heizenergie auf bis zu 80 Grad Celsius. Bei herkömmlichen Wärmepumpen bleibt die vorhandene Kühlenergie meist ungenutzt. In der Anwendung meines Hauses sind Kombinationen aus Heizung und Kühlung möglich und erhöhen den Gesamtwirkungsgrad zusätzlich.

KLEINES FAZIT Die mit einem Gasmotor betriebenen Wärmepumpen erlauben hervorragende Wirkungsgrade bei einer Kombination von Heizung und Kühlung bei gleichzeitig tiefsten Emissionen. Eine biogasbetriebene Variante ist ebenfalls verfügbar. Spitäler, Schwimmbäder, Industrie, Fleischproduktion sind einige der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten.

KONTAKT Aska Würenlos AG Telefon +41 (0)56 436 77 00 Anlagentechnisches Schema der Gaswärmepumpe.

info@aksa.ch I www.aksa.ch

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WASSERWIRTSCHAFT

OPTIMALE SICHERHEIT FÜR DEN ANWENDER Obgleich die Bezeichnung «Qualität» an sich keine Bewertung beinhaltet, wird der Begriff im Alltag häufig wertend gebraucht. Die Redewendung bezieht sich jedoch darauf, dass in der Alltagssprache Qualität öfters ein Synonym für Güte ist. Man spricht dann von «guter» oder «schlechter» Qualität.

K

auft ein Kunde ein Produkt oder eine Dienstleistung und erfüllen diese ihre Zwecke für den Kunden, so haben sie im allgemeinen Sprachgebrauch eine «gute Qualität». Tatsächlich hat sich der Begriff «Qualität» im wirtschaftlichen Alltag als ein allgemeiner Wertmassstab etabliert, der die Zweckangemessenheit eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozesses zum Ausdruck bringen soll. Dieses Verständnis zeigt sich etwa im Ausdruck «Qualitätsarbeit». Sie findet häufig in einem bereichsübergreifenden, die Qualität der einzelnen Ergebnisse sichernden System statt. Die Planung, Steuerung und Kontrolle aller hierzu nötigen Tätigkeiten wird als Qualitätsmanagement bezeichnet. Als Ergebnis entsteht das «Qualitätsprodukt». Betrachtet man einmal die eingegangenen Schadensfälle bei den Herstellern von Kunststoffrohren und -formteilen, ist diese Aussage zu hinterfragen. Auf der Baustelle werden oftmals jegliche Anforderungen an Qualität nicht eingehalten. Gründe dafür gibt es genügend; keine Zeit, schlechtes Wetter, keine oder schlechte Fachaus­ bildung, etc. Sicherheit durch hohe Qualität – umgesetzt in Zertifizierungen von Produkten und Ausbildung respektive Weiterbildung von Verarbeitern – sind jetzt und künftig vermehrt gefragt. Neben der Produktqualität ist vor allem die Verarbeitungsqualität für den Erfolg der Projekte entscheidend.

PRODUKTEQUALITÄT Normen und Zulassungsempfehlungen stellen einheitliche Standards sicher und sorgen für Qualität in einem durch starken Wettbewerb geprägten Markt. Der VKR ist weiterhin in technischen Kommissionen

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und Normengremien aktiv und stellt mit der c+s ® -Zertifizierung die Qualität für Kabelschutzrohre sicher. c+s® -Zertifizierung für Kabelschutzrohre Die erwähnte Güteanforderung wurde von Fachleuten im Verband Kunststoff-Rohre und – Rohrleitungsteile (VKR), in Zusammenarbeit mit Experten von ElektrizitätsVersorgungs-Unternehmen (EVU) und von unabhängigen und neutralen Prüfstellen erstellt und legt die Kriterien an Rohre, Formstücke und das System von vollwandigen Rohrleitungssystemen aus Polyethylen (PE) fest, die zur Verwendung im erdverlegten Kabelschutz, einschliesslich der Montage auf Brückenkonstruktionen und Flussüberquerungen, für den Kabelschutz im Bereich der Telekommunikation, sowie der Elektroenergieversorgung (Hoch- und

Niederspannung) vorgesehen sind. Sie regeln Qualitätsanforderungen und Prüfmethoden an den Werkstoff, die Geo­ metrie, die mechanischen Eigenschaften sowie die Kennzeichnung mit dem Gütezeichen <c+s>®. c+s ® -zertifizierte Kabelschutzrohre er­ lauben den Einsatz von hochwertigem Recyclat. Damit leistet die Branche einen wertvollen ökologischen Beitrag. Die Güte­ anforderungen allein sind keine Gewähr für die Güte von Rohrleitungssystemen, dazu müssen die einschlägigen Verlegerichtlinien VSE (Druckschrift 1103d, Ausgabe 2010) zusätzlich eingehalten werden. Weitere Informationen zu c+s ® finden Sie unter www.vkr.ch in der Rubrik KABELSCHUTZ


WASSERWIRTSCHAFT Qplus-Zertifizierung für Abwassersysteme Die Abwasserleitungen sind in ihrer Gesamtheit die teuerste Infrastruktur der Schweiz. Ihre Qualität bestimmt die Qualität von Boden, Trinkwasser und Gewässer. Dichte und statisch perfekte Leitungen dienen dem Umweltschutz. Oft ist der Einsatz eines Qualitätsrohres in Betracht auf die Gesamtbausumme nur im Promille­ bereich teurer als ein weniger gutes Rohr. Die Vorteile sind jedoch erheblich. Qplus zertifiziert Produkte für Abwassersysteme aller Art, sofern sie die QplusQualitätsrichtlinien erfüllen. Hersteller, welche Produkte für den Abwasserbereich herstellen, haben damit die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis nachzuweisen, dass ihre Erzeugnisse die schweizerischen Prüf­ anforderungen erfüllen, welche einiges über dem Level der Europa-Normen liegen. So kann der Anwender leicht erkennen, ob er es mit einem Fabrikat zu tun hat, das ihn bei korrekter Montage weitgehend vor Schadensfällen bewahrt. Unabhängige Prüflabors führen im Auftrag der Antragssteller und nach Vorgaben der QplusRichtlinien die Prüfungen durch, die durch die Organisation Qplus beurteilt werden. Aufgrund der eingereichten Prüfatteste fertigt Qplus die entsprechenden Zertifikate aus und pflegt die Qplus-Datenbank auf www.qplus.ch.

Geschäftsführer geführt. Ihm zur Seite stehen Fachleute aus Behörden und Unternehmen, sowie Planer und Vertreter der Industrie. So ist eine schlanke Organi­ sation mit umfassendem Know-how und breiter Abstützung gewährleistet. Qplus wurde 1979 vom Schweizerischen Spenglermeister- und InstallateurVerband ­(SSIV, heute suissetec) und vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) unter dem Namen «Arge Liegenschaftsentwässerung SSIV-VSA» mit dem Ziel, Schweizer Qualitätsstandards für Produkte im Abwassersektor festzu­ legen, gegründet. Dies wurde nötig, da in den 60er- und 70er-Jahren immer mehr untaugliche Produkte auf dem Markt auftauchten und sich daraus resultierend die Schadensfälle häuften. Weitere Informationen zu Qplus finden Sie unter www.qplus.ch

VERARBEITUNGSQUALITÄT Eine der wichtigsten Aufgaben des VKR ist die fachgerechte Durchführung von Ausund Weiterbildungskursen. Kontinuierlich werden das Angebot und die Inhalte der Kurse den aktuellen Bedürfnissen des Marktes angepasst. Neben der bewährten Erst- und Verlängerungsausbildung «Schweissen und Verlegen von druckbeanspruchten, erdverlegten Rohrleitungen aus PE und PVC» in Aarau, in der Westschweiz und im Tessin, wurden in den letzten Jahren Planerkurse und die Ausbildung für die Anbindung von Erdwärmesonden (Geothermiekurse) mit grossem Erfolg lanciert. Die Kurssaison des laufenden Jahres in Aarau und La Rama wurde bereits mit Erfolg abgeschlossen. Die grundlegend überarbeiteten Ausbildungsunterlagen haben sich besten bewährt und konnten mit Erfolg eingesetzt werden. Erneut konnten 485 Teilnehmer in der

Qplus ist ein Verein nach Schweizer Recht. Mitglieder sind die Verbände VSA, suissetec und der Verband für Kunststoffrohre VKR. Die Geschäftsstelle wird von einem

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WASSERWIRTSCHAFT sachgerechten Verarbeitung von Kunststoffrohrsystemen und Anbinden von Erdwärmesonden mit den neuen, überarbeiteten Kursunterlagen ausgebildet werden. Die Online Anmeldung für die Kurssaision 2017 wurde anfangs September freigeschaltet. Aktuelle Informationen zum VKR Kurs- und Weiterbildungsangebot sind unter www.vkr.ch abrufbar. Um Bauleitern, Ingenieuren und Planern im Bereich Tiefbau zu unterstützen, Ihr Wissen zu Kunststoffrohren und -Leitungssystemen zu festigen und auf dem neuesten Stand zu halten, bietet der VKR In­ dividualkurse für diese Zielgruppe an. Anlässlich dieser Kurse werden den Teilnehmern unter anderem die neuesten Trends vorgestellt und Begriffe wie RC, PP, PE, PVS, Schutzmantel- oder Mehrschichtrohre erläutert. Unter dem Motto «Sicherheit von Praktiker zu Praktiker» vermitteln

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wir an einem Ausbildungstag – im speziell auf Planer ausgerichteten Kurs – Grundlagen zu Kunststoffrohrleitungssystemen, der Erstellung von Ausschreibungen, unter­ schiedlichen Verlegetechniken und wichtige, live erlebte Praxiserfahrung mit den eingesetzten Schweissverfahren. Dabei profitieren die Teilnehmer vom Wissen der Instruktoren, allesamt erfahrene Fachleute aus der Branche, und gewinnen Sicherheit bei der Objektplanung, -ausschreibung und -ausführung.

WEITERE INFORMATIONEN Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile (VKR) Schachenallee 29C, CH 5000 Aarau Telefon +41 (0)62 834 00 60 Telefax +41 (0)62 834 00 61 www.vkr.ch


WASSERWIRTSCHAFT

AWADUKT PP EQ © REHAU

Das erste Kanalrohrsystem, das Langlebigkeit und Nachhaltigkeit verbindet

Das Kanalrohrsystem AWADUKT PP EQ aus hochwertigen Sekundärrohstoffen weist eine ausgezeichnete Ökobilanz auf.

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achhaltigkeit und Ressourceneffizienz sind zwei zentrale Herausforderungen der heutigen Zeit. Was mit der MINERGIE-Zertifizierung in der Schweiz bereits vielfach im Hochbau Anwendung findet, führt REHAU nun exklusiv im Bereich Tiefbau fort und hat mit AWADUKT PP EQ erstmals ein Kanalrohrsystem aus hochwertigen Sekundärrohstoffen entwickelt. Es weist eine ausgezeichnete Ökobilanz auf und ist somit das erste nachweislich nachhaltig produzierte Kanalrohr der Schweiz.

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GRÜNES EINSPARWUNDER Im Vergleich zu Produkten aus reinem Neumaterial werden bei der Verwendung von AWADUKT  PP  EQ Rohr 40 Prozent CO2 eingespart. Dies entspricht beispielsweise bei 100 Metern verlegter Rohrlänge der Abmessung DN 315 in etwa dem Ausstoss eines Diesel-PKWs, wenn er die Wegstrecke zwischen Zürich und Basel hundertfach zurücklegt. Neben der Emissionseinsparung werden aber auch 60 Prozent weniger an Primärenergie benötigt. Bezogen auf dieses Beispiel kann

eine Person in der Schweiz etwa eineinhalb Jahre mit Strom versorgt werden. Und mit den eingesparten 46 Prozent Wasser können etwa 98 Maschinen Wäsche gewaschen werden.

LANGJÄHRIGES KNOW-HOW Bei der Entwicklung des Kanalrohrsystems griff REHAU auf langjähriges Knowhow für anspruchsvolle Anwendungen aus den Bereichen Automotive und Industrie zurück, in denen die Verarbeitung von hochwertigen Sekundärrohstoffen


WASSERWIRTSCHAFT

MIT BRIEF UND SIEGEL Mit AWADUKT PP EQ erhält der Kunde ein aufeinander abgestimmtes System aus Kanalrohren, Formteilen und Schächten. Die Qualität des eingesetzten Materials ermöglicht eine Haltbarkeit von bis zu 100 Jahren. Zusätzlich bestätigt ein Qplus-akkreditiertes Prüflabor, dass AWADUKT  PP  EQ die wesentlichen Kriterien der schweizer Richtlinie R 592012 wie Dichtheit, Hochdruckspülbarkeit beziehungsweise Widerstand gegen Rohrreinigungsgeräte, Schlagzähigkeit, Langlebigkeit, und Ringsteifigkeit erfüllt.

REHAU AG + CO REHAU bietet zukunftsorientierte und ganzheitliche Lösungen für nachhaltiges Bauen und Modernisieren. Dabei stehen Themen wie energieeffizientes Bauen, die Nutzung regenerativer Energien sowie Wassermanagement im Fokus. In den Bereichen Fenster, Gebäudetechnik und Tiefbau ist REHAU seinen Kunden ein starker Partner mit ausgereiften Systemlösungen und umfassenden Serviceangeboten. Mit rund 20’000 Mitarbeitern an über 170 Standorten sucht das unabhängige Familienunternehmen weltweit die Nähe zu Markt und Kunde. © REHAU

bereits heute an der Tagesordnung ist. AWADUKT  PP  EQ steht vergleichbaren Kanalrohren aus konventionellem Polypropylen im Hinblick auf Qualität, Belastbarkeit und Zuverlässigkeit in nichts nach. Es erfüllt ausserdem den Normenentwurf des Schweizer Ingenieur- und Architektenvereins (SIA), in dem die Verwendung von Sekundärrohstoffen gefordert wird.

NACHHALTIGKEIT OHNE MEHRPREIS

© REHAU

REHAU steht uneingeschränkt hinter der Qualität seiner Produkte und gewährt deshalb zehn Jahre Garantie auf das gesamte System. Das besondere Extra: Ein- und Ausbaukosten sind gemäss der REHAU Garantieurkunde mit eingeschlossen.

Dass Nachhaltigkeit nicht automatisch auch mehr kostet, beweist AWADUKT  PP  EQ. Denn es verhält sich preislich auf Augenhöhe mit einem vergleichbaren herkömmlichen Kanalrohr aus Polypropylen. Auf diese Weise profitieren umweltbewusste Gemeinden doppelt – mit Nachhaltigkeit, die sich jeder leisten kann.

KONTAKT REHAU AG + Co Rheniumhaus 95111 Rehau, Deutschland Telefon +49 (0)92 83 77 0 info@rehau.com www.rehau.com

AWADUKT PP EQ überzeugt mit einer hohen statischen und dynamischen Belastungsfähigkeit. Dank seiner hohen Qualität ist AWADUKT PP EQ bis zu 100 Jahre haltbar.

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ERNEUERBARE ENERGIEN

AGROLA Holz-Pellets sind ENplus-A1 zertifiziert und garantieren sorgenfreies Heizen.

Holz-Pellets von LANDI sind lose, in Big-Bags oder 15-kg-Säcken erhältlich.

AGROLA, DER STARKE PARTNER FÜR HEIZÖL UND HOLZ-PELLETS! IMMER BESSER IM MARKT VERTRETEN! «AGROLA» macht im Guten von sich reden! Sowohl im Heizöl wie auch im Holz-Pellets-Geschäft ist die Marke stark vertreten und erfreut sich an stetig zunehmender Beliebtheit beim Schweizer Volk.

AGROLA WÄRMT BEWUSST! Im Heizöl-Markt führt AGROLA mit dem ­Anteil an klimafreundlichem Oeko-Heizöl, und im Holz-Pellets-Segment­ garan­ tiert sie ökologisches und CO 2 -­neutrales ­Heizen. «Holz-Pellets» sind ein echtes Naturprodukt von ausgezeichneter Qualität. Durch deren

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Einsatz wird der nachwachsende und erneuerbare Rohstoff Holz sinnvoll genutzt. Holz-Pellets sind ökologisch und CO2neutral. Sie leisten somit einen wertvollen Beitrag für den Schutz unserer Umwelt. Der Öko-Brennstoff aus natur­belassenen Holzresten gehört zu den erneuerbaren Energien und passt perfekt zu AGROLA und ihrer zukunftsorientierten Strategie.

Die Qualität der Holz-Pellets ist ent­ scheidend für einen reibungslosen Betrieb und eine optimale Verbrennung. Deshalb sind alle führenden Pellets-­ Heizkessel auf die ENplus-A1 Qualität abgestimmt und werden darum von den  ­H eizkesselherstellern em­pfohlen. AGROLA Holz-Pellets sind ENplus-A1zertifiziert.


ERNEUERBARE ENERGIEN komplett entleert werden. Sollte dennoch eine Reinigung nötig sein, muss die Zugänglichkeit (Öffnung zum Ab­ saugen) durch den Silolieferanten gewährleistet sein. Alle Preise sind inkl. MwSt.

PROFESSIONELLE UND FACH­GERECHTE ENTSORGUNG DER ASCHE AB EINER MENGE VON 250 LITERN Beim Verbrennen von Holz-Pellets bleiben 0.2– 0.7 % des ursprünglichen Gewichts an Asche zurück. Um zu verhindern, dass die Luft- oder Brennstoffzuführung Ihrer Heizungsanlage durch Asche beeinträchtigt wird, muss der Aschebehälter regelmässig geleert und die Asche entsorgt werden.

Dank eigenen Lagern, kurzen Fahrstrecken und weniger Leerfahrten ist ein ökologischer Transport möglich.

Dank moderner Spezialfahrzeuge und gut ausgebildetem Zustellpersonal können wir Ihnen einen erstklassigen Lieferservice anbieten. Vom Kleinfahrzeug bis hin zum Anhängerzug verfügen wir über sämtliche Fahrzeugtypen und können diese bedürfnisgerecht einsetzen. Dank der schweizweit verteilten Pellets-Lager sind kurze Fahrstrecken, weniger Leerfahrten und dadurch ein ökologischer Transport möglich. Ihr regionaler Partner für Wärme im Bereich Holz-Pellets ist die LANDI mit über 200 Filialen. Qualität, Beratung und Kundenzufriedenheit sind das oberste Gebot.

HOLZ-PELLETS LAGER­R AUM­REINIGUNG Holz-Pellets sind ein Naturprodukt, welches ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt wird. Durch die Reibung beim Einblasen und bei der Lagerung bildet sich mit der Zeit Abrieb und Staub im Lagerraum. Um einen dauerhaft störungsfreien und sicheren Heizbetrieb zu gewährleisten, ist eine regelmässige Reinigung des Lagers erforderlich. Bei einer Reinigung wird die Restmenge an Holz-Pellets und der Feinanteil am Boden gründlich abgesaugt. Die Wände, der Boden und die Förderschnecke werden entstaubt. Wir empfehlen Ihnen, den Lagerraum alle drei Jahre reinigen zu lassen. So beugen Sie einem Ausfall Ihrer Heizung vor!

UNSER ANGEBOT: LAGERRAUMREINIGUNG FÜR FR. 250.– BEI GLEICHZEITIGER HOLZ-PELLETS-LIEFERUNG • Das Angebot für die Lagerraumreinigung

gilt nur in Kombination mit einer PelletsLieferung und bis zu einer Entsorgungsmenge von max. 2 Tonnen Holz-Pellets. • Die abgesaugte Restmenge wird durch uns fachgerecht und kostenlos entsorgt. • Die Zufahrt muss mit einem 3-AchserLKW zugänglich sein. • Die Auslieferung und Lagerraumreinigung wird 1–2 Tage im Voraus bei Ihnen avisiert. Gerne stellen wir Ihnen eine persönliche Offerte für die Lagerraumreinigung aus, wenn diese von den obigen Punkten abweicht. Bitte beachten Sie dazu folgendes: • Für eine Lagerraumreinigung ohne HolzPellets-Lieferung, einer Reinigung eines erdverlegten Tanks oder eines Sacksilos sowie bei einer Reinigung mit einer Restmenge von mehr als 2 Tonnen, kontaktieren Sie uns bitte persönlich. • Bei erdverlegten Tanks gelten besondere Sicherheitsvorschriften, welche eine Reinigung deutlich aufwändiger gestalten. Zudem muss die Zugänglichkeit des erdverlegten Tanks durch den Tanklieferanten vor der Reinigung gewährleistet werden. • Sacksilos müssen im Normalfall nicht gereinigt werden, wenn sie in regelmässigen Abständen von 3 bis 4 Lieferungen

AGROLA bietet eine professionelle und fachgerechte Entsorgung der Asche ab einer Menge von 250 Litern an. Kleinere Mengen an Asche können problemlos mit dem Hauskehricht oder nach Vereinbarung dem Kaminfeger zur fachgerechten Entsorgung mitgegeben werden. Wichtig: Die Asche sollte nicht mit dem Grünabfall oder im Garten entsorgt werden!

AGROLA HEIZT MIT ENERGY CLUB PUNKTEN EIN. Ob Sie auf Treibstoffe abfahren oder sich an unseren Holz-Pellets oder HeizölAnge­boten erwärmen, AGROLA ist Ihr per­sönlicher Energielieferant. Im AGROLA energy club profitieren Sie immer von ­vielen Vergünstigungen und Angeboten! Senden Sie uns eine Kopie Ihrer Hei­zöl- und Holz-Pellets-Rechnung und profi­tieren Sie mit den gesammelten Punkten von unseren AGROLA energy club Prämien. Die aktuellen Prämien und ­ weitere Informationen zum AGROLA ­ energy club finden Sie auf der AGROLA Homepage. Kennen Sie den AGROLA energy club Newsletter? Abonnieren Sie den Newsletter und verpassen Sie keinen AGROLA energy club Monats-Special (Versand per E-Mail).

WEITERE INFORMATIONEN UND HOLZ-PELLETS BESTELLEN Informieren Sie sich detailliert auf agrola.ch oder bestellen Sie gleich online Ihre nächste Holz-Pellets-, resp. Heizöl-Lieferung. Gerne stehen wir Ihnen auch unter der Gratisnummer 0800 300 000 für F­ragen oder eine persönliche Offerte zur Verfügung.

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Der Hauptsitz der Walter Meier (Klima Schweiz) AG ist in Schwerzenbach.

DIE IT-SERVICES VON GIA SORGEN FÜR GUTES KLIMA Die Walter Meier (Klima Schweiz) AG wollte am Outsourcing der IT festhalten, jedoch den Provider wechseln. Nach einer professionellen Ausschreibung entschied sie sich für die GIA Informatik AG. Diese transferierte danach die IT-Infrastruktur in die GIA-Cloud. Eine Referenz-Story.

D

er Konzern Walter Meier traf den Entscheid, seine IT auszulagern, bereits im Jahr 2011. Aufgrund der internationalen Struktur betraute man einen weltweit tätigen IT-Dienstleister mit dem Outsourcing. 2014 wurde im Rahmen eines Spin-offs das Segment «Entwicklung und Herstellung» abgespaltet; Walter Meier fokussiert sich seither auf das Handels- und Servicegeschäft in den Bereichen Klima- und Fertigungstechnik in der Schweiz. Gleichzeitig übernahm die grösste Konzerngesellschaft, die Walter Meier (Klima Schweiz) AG, die ­ Verantwortung für die gesamte IT. Nach der Definition einer eigenen IT-Strategie stand fest: Das Unternehmen hält am ­IT-Outsourcing fest, führt aber aufgrund des im April 2016 auslaufenden Out­ sourcing-Vertrages eine Neuausschreibung durch.

EIN PARTNER AUF AUGENHÖHE Für die Ausschreibung des Projekts «X-1» (in Anlehnung an das erste ÜberschallFlugzeug «Bell X-1») war das Beratungsunternehmen Active Sourcing AG zuständig,

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das führend im Consulting für IT-Outsourcing und Business-Process-Outsourcing ist. Es wurden dabei Aspekte beurteilt wie Qualitätsbewusstsein, Erfahrung in Transitions- und Transformationsprojekten, finanzielle und personelle Stabilität und nicht zuletzt das Preis-Leistungs-Verhältnis. «Wir entschieden uns für die GIA Informatik AG, weil sie ein Partner auf Augenhöhe ist», sagt Andreas Plüer, Leiter IT und Prozesse bei Walter Meier (Klima Schweiz) AG. «Konkret bedeutet dies, dass wir uns von unserem Partner verstanden fühlen. Selbstverständlich suchten wir auch einen ideenreichen Partner, der uns innovative Vorschläge unter­ breitet und für einen stabilen IT-Betrieb einsteht.»

AMBITIONIERTER ABLAUF GIA war im Migrationsprojekt sowohl für die IT-Services als auch für das Outsourcing der SAP Basis verantwortlich. Sie transferierte die gesamte IT-Infrastruktur von Walter Meier in die GIA-Cloud. Stefan Lerch, Account Manager bei GIA: «Zuerst realisierten wir die WAN-Anbindung an den

Hauptsitz von Walter Meier in Schwerzenbach mit einer Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde. Dabei nahmen wir einen Providerwechsel zu UPC vor. Anschliessend transferierten wir, parallel zur SystemMigration, alle weiteren, über 60 Standorte an das neue WAN mit UPC.» Des Weiteren erledigte GIA folgende Aufgaben: • Sie implementierte eine Corporate WLAN-Lösung für eine lückenlose Kommunikation im gesamten Walter-MeierKonzern. • Innerhalb von zwei Wochen migrierte GIA über 1 0 00 Mailboxen – ohne spürbaren Unterbruch für die Benutzer. • GIA baute in ihre eigenen Datacenter eine spezifische Planungsapplikation namens «Sira» für die Servicetechniker von Walter Meier auf. Anschliessend migrierte sie die Daten. • GIA migrierte die Sharepoint-Plattform – unterbruchsfrei für die Benutzer. • GIA baute die Citrix-Infrastruktur neu auf der «Shared Platform» auf und adaptierte die Basiskonfiguration auf das Zieldesign. • GIA migrierte 16 weitere Datenbanken auf den zentralen SQL-Cluster.


IT-SERVICES

«Aufgrund der IT-Services von GIA verfügen wir über performantere Lösungen und höhere Netzwerkbandbreiten.» Andreas Plüer, Leiter IT und Prozesse, Walter Meier (Klima Schweiz) AG

FAKTEN Aufgabe Walter Meier suchte einen neuen Outsourcing-Partner für IT-Services und SAP-Basis Ziele: • Hohe Reaktionsgeschwindigkeit • Hohe Standardisierung und Flexibilität • Zuverlässiger und stabiler IT-Betrieb • Kundenorientiertes Service-Management Umfang Rund 950 Anwender, 1250 E-Mail-Accounts, 500 SAP-Benutzer Verwendete Hard- / Software: • Die gesamte IT-Infrastruktur wurde in die GIA-Cloud transferiert • Walter Meier muss keine Investitionen in Hard- und Software vornehmen • Netzwerkkomponenten wurden mit Cisco erneuert

Aufwand: Zirka 2500 Stunden für die Transition Erreichte Ziele:

Aufgrund der sehr engen Zeitverhältnisse – Durchführung der gesamten Transitionsphase vom September 2015 bis April 2016 –­mussten sich die Projektpartner von Beginn an beeilen. Die Migration der Applikationen und von SAP wurden bis Ende März 2016 durchgeführt. «Diese frühe Migration war uns wichtig, denn wir wollten unbedingt eine Stabilisierungsphase von rund vier Wochen zur Verfügung halten», so Andreas Plüer.

• Moderne IT-Plattform basierend auf den GIA-Cloud-Services • Businesskritische Systeme sind redundant aufgebaut • Der neue Standort von Walter Meier in Nebikon wurde direkt an das Datacenter

von GIA angebunden • GIA legte die Basis für zukünftige Projekte und Entwicklungen

IT-SERVICES VON GIA ERFÜLLEN KUNDENBEDÜRFNISSE Parallel zum Migrationsprojekt baute GIA den Betrieb für SAP Basis und die ITServices auf. Die IT-Services erfüllen die Anforderungen von Walter Meier, weil die GIA-Cloud-Services eine flexible Basis bilden und sie einen bedarfsgerechten Bezug der Rechenleistung und des Speicherplatzes ermöglichen. Stefan Lerch: «Die IT Services sind zudem eine stabile Lösung für die zahlreichen Aussenstellen: So verfügen einige grössere Standorte über eine Vor-Ort-IT-Infrastruktur mit kontinuierlicher Datenreplikation in die Datacenter von GIA.» Auch erfüllt GIA die Kundenanforderungen zeitnah und erarbeitet zielorientierte Lösungen.

STÄRKEN DES PROJEKTS Das gesamte Outsourcing-Projekt verfügte über diverse positive Aspekte: Sehr gut war die kurze Umsetzungsdauer; die Projektverantwortlichen hielten den Terminplan minutiös ein. Zudem resultierten für die Benutzer keine ausserplanmässigen

Kunden unterbreitet die Walter Meier (Klima Schweiz) AG ein bedürfnisorientiertes und benutzerfreundliches Angebot.

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IT-SERVICES for-Proposal als Grundlage für die Ausschreibung dienen. • Die Wahl eines Partners auf Augenhöhe erweist sich als grosser Vorteil – speziell im laufenden Betrieb. • Alle Aktivitäten sollen darauf zielen, dass dank des Wertbeitrags der IT das Unternehmen seine strategischen Ziele besser erreichen kann.

SO GEHT ES WEITER

Der Zeitplan für das Outsourcing-Projekt war sehr sportlich. Trotzdem schloss die GIA Informatik AG sämtliche Arbeiten pünktlich ab.

Das IT-Outsourcing soll Walter Meier finanziell und personell eine Umschichtung von «Run the Business» zu «Change the Business» ermöglichen. «Wir möchten somit Mittel und Ressourcen freisetzen, um neue Services und verbesserte Prozesse zu entwickeln», erklärt Andreas Plüer. Eine der zukünftigen Herausforderungen besteht darin, das Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen – sprich: Geschäftsmodelle und Kundeninteraktion grund­ legend mit Hilfe neuer Informations- und Kommunikationstechnologien zu verändern. Die stark prozessorientierte IT von Walter Meier ist prädestiniert, hier einen wesentlichen Beitrag im Umfeld von «Internet der Dinge» zu leisten. Entsprechende Projekte sind in der Serviceorganisation bereits in der Pilotphase. «Ebenfalls werden wir uns mit dem Thema ‹SAP HANA›, also der In-Memory-Technologie, auseinandersetzen», sagt Andreas Plüer.

Mitarbeitenden wird eine herausfordernde und erfüllende Tätigkeit geboten.

Unterbrüche während der Transition. ­Stefan Lerch: «Durch ein kontinuierliches Riskmanagement hatten wir das Projekt jederzeit im Griff.» Auch die personelle Konstanz war ein Pluspunkt: Technisch und organisatorisch versierte Ingenieure führten die Arbeiten aus.

NUTZEN FÜR WALTER MEIER Dank den IT-Services erhielt Walter Meier performantere Lösungen, höhere Netzwerkbandbreiten, eine angepasste Fertigungstiefe und im Hintergrund einen leistungsfähigen, zuverlässigen Partner, der den Betrieb sicherstellt. «Mit der neuen SAP Basis profitieren wir von ­einem um 45 Prozent reduzierten Datenbank-Platzbedarf und folglich geringeren Backup-Kosten. Zudem sind die ‹MissionCritical›-Systeme georedundant, also hochverfügbar, ausgelegt», sagt Andreas

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Plüer. Generell realisierte Walter Meier Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich.

TIPPS FÜR ANDERE UNTERNEHMEN Welche Ratschläge gibt Walter Meier anderen Unternehmen in derselben Situation? • Der Respekt vor den Herausforderungen eines Providerwechsels soll nicht überbewertet werden. Ein kompetenter ITPartner vollzieht die Migration zuverlässig und kaum spürbar für die Benutzer. • Die Erfahrungen aus dem First-Generation-Outsourcing müssen unbedingt genutzt werden, um die IT-Fertigungstiefe kritisch zu überdenken und allenfalls anzupassen. • Dabei ist ein systematisches Vorgehen entscheidend. Für die Ausschreibung sollte ein fairer und seriöser Request-

Andreas Plüer ist Leiter IT und Prozesse bei der Walter Meier (Klima Schweiz) AG.

KONTAKT www.gia.ch www.waltermeier.com


SICHERHEIT

IOT PROJEKTE AUF SICHERE GELEISE FÜHREN DURCH SYSTEMATISCHE ANALYSE UND TESTS Das Internet der Dinge (IoT), der derzeit vermutlich grösste Hype in der IT-Welt, macht auch vor der Energiebranche nicht Halt. Aktuelle Cyber-Bedrohungen stellen für IoT-Projekte eine grosse Herausforderung dar. Unterschiedlich hoher Schutzbedarf trifft auf eine Vielzahl von Lösungsansätzen und Komponenten. Hier ist es ratsam, sich den unterschiedlichen Risiken und kritischen Schwachstellen bewusst zu werden und gezielt dagegen vorzugehen. von Andreas Kölliker

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ie Energiebranche zeigt sich vorbildlich, was Safety- und Verfügbarkeitsanforderungen anbetrifft. Mit IoT entwickeln sich die Branchenlösungen jedoch in eine – in weiten Teilen – offene «OT» (Operational Technology) Welt, in der kritische Systeme nicht mehr isoliert sind. Das heisst in eine Richtung, in welcher die traditionelle IT bereits seit Jahrzenten mit klassischem Risikomanagement handelt, um Vertraulichkeit und Integrität zu gewährleisten. IoT ist zwar nichts Neues aber die heutigen Möglichkeiten mit günstigen und /o   der smarten Geräten sind verlockend und eine Chance für den zukünftigen Geschäftserfolg von Energiedienstleistern. Dazu werden laufend neue Systeme mit

Schnittstellen zur Aussenwelt entwickelt und auch schon erfolgreich eingesetzt. Bereits realisierte IoT-Projekte in der Schweizer Energiewirtschaft zeigen dies eindrucksvoll auf. So steuern beispielsweise intelligente Systeme einen Park von Warmwasserboilern für die Bereitstellung von Regelenergie. Systeme automatisieren dabei ganze Meter-­ to-Cash-Prozesse oder komplexe Smart Grid-Komponenten übernehmen kritische Funktionen im Stromnetz. Ideen, wie der Einsatz von Drohnen zur voraussagenden Wartung von Anlagen oder der Einsatz von Low Power-Netzen für die Übertragung von Sensor-Messwerten, werden eher früher

als später verbreitet zum Einsatz kommen. Dabei gilt es, nicht nur die Integrität und die Verfügbarkeit der einzelnen Systeme zu schützen, sondern auch die Daten. Der Business Case von IoT-Systemen liegt längst nicht mehr nur in der Automatisierung von Prozessen, sondern auch in der Individualisierung und Personalisierung von Energieprodukten und den dazugehörigen Dienstleistungen. Vertrauenswürdige Dienstleister müssen den Schutz dieser personenbezogenen Daten ernst nehmen. Umso mehr, weil die Daten in der Cloud bearbeitet und über unsichere Netze zwischen Objekten, Menschen und Services übertragen werden. Der Schutzbedarf

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SICHERHEIT abgeleitet werden. Dies gelingt durch eine Abschätzung der potentiellen organisatorischen und technischen Verletzbarkeiten im Gesamtsystem sowie für die einzelnen Komponenten. Einen guten ersten Anhaltspunkt zur Identifikation dieser möglichen Schwachstellen liefern beispielsweise die SANS Top 20 Critical Security Controls.

TESTEN, TESTEN UND NOCHMALS TESTEN Der nächste Schritt ist die Untersuchung und das Testen der IT-Security sowie teilweise auch die physische Resilienz der Komponenten. Aber auch die Kommunikation zwischen den Komponenten, die zentralen Datenverarbeitungssysteme und die Interaktion zwischen Anwender und Betreiber müssen berücksichtigt werden. Nicht zu vergessen ist zudem die Prüfung der Gesamtorganisation mitsamt den dazugehörigen Prozessen.

IoT Security-Testmethoden

von IoT-Projekten verlangt also Kompetenzen aus den beiden Welten IT und OT.

RISIKEN ERKENNEN UND STRATEGIEN DEFINIEREN Aber in welcher Entwicklungsphase und mit welchen Massnahmen soll dieser Schutzbedarf in den IoT-Systemen angegangen werden? IoT-Projekte sind zwar keine komplexe Wissenschaft mehr, weisen jedoch trotzdem einige Besonderheiten auf. Security by Design heisst das Mantra in der Security Branche. In der Realität ist dies aus Innovationssicht jedoch nicht immer möglich. Sicherlich: Bei Projekten mit einem stichhaltigen Business Case und im Kontext mit kritischen Funktionen sind alle Best Practice-Ansätze der IT-Security von Anfang an zu berücksichtigen. Beispielsweise aus ISO / IEC 27001 / 27002 oder IoT-spezifischen Anforderungen und Konzepten – insbesondere wenn es um die Sicherstellung der Identität, die Updatefähigkeit oder um die sichere Datenübertragung über unsichere Netze geht. Andererseits würde diese enorme Menge von Anforderungen brillante Projektideen im Keim ersticken. Aus diesem Grund ist zu Beginn jedes Vorhabens eine entsprechende Risikoanalyse, genauer genommen eine Schutzbedarfsanalyse durchzuführen. Dabei sind die Auswirkungen von Vorfällen im Kontext des Einsatzes der IoT-Systeme und Use Cases zu hinterfragen. Folgende Fragestellungen sollten berücksichtigt werden:

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• Hat ein Vorfall Auswirkungen auf kriti-

sche Services? • Ist die Reputation des Unternehmens gefährdet? • Entsteht ein finanzieller Schaden durch nicht erbrachte Dienstleistungen oder durch das Nichteinhalten von gesetzlichen Anforderungen? Auf dieser Basis lässt sich erstmals eine Kritikalität abschätzen und eine erste Herangehendweise ableiten. Dies kann bedeuten, dass Security by Design tatsächlich zwingend notwendig wird oder aber auch, dass erst einzelne Sicherheitsmassnahmen implementiert werden müssen. In IoT-Vorhaben mit höherem Schutzbedarf sollte im nächsten Schritt die Eintrittswahrscheinlichkeit von Vorfällen eruiert und Prioritäten

Für die Tests kommen je nach Fragestellung unterschiedliche Methoden zur Anwendung: • Netzwerk-Scans der IoT-Infrastruktur • Penetration Tests der verarbeitenden Netzwerke, der Applikationsinfrastruktur und der Fernwartungszugänge • Prüfung der IT-Sicherheitskomponenten wie Firewalls, SIEM-Systeme und Authen­ tisierungsmechanismen • Penetration Tests von Webapplikationen wie beispielsweise Kundenportale • Source Code Reviews der eingesetzten IoT-Komponenten und Applikationen • Hardware Reverse Engineering der IoTKomponenten • Organisatorische Audits nach gewünschtem oder gefordertem Standard • Social Engineering Tests der Betreiber von IoT-Systemen

ÜBER INFOGUARD Die InfoGuard AG ist spezialisiert auf umfassende Informationssicherheitsund innovative Netzwerklösungen. Für den effektiven Schutz von IoT- und kritischen Infrastrukturen bietet der Schweizer Cyber Security Experte InfoGuard ein modu­ lares Dienstleistungs- und Lösungsportfolio. Dieses umfasst das Risiko Management und Threat Modeling, den Aufbau eines ISMS nach anerkannten Standards wie ISO/IEC 270xx, die Umsetzung von Governance- und Compliance-Vorgaben sowie die Definition geeigneter Netzwerk-Architektur. Gleichzeitig unterstützen wir Sie beim Aufbau eines angemessenen ICT-Sicherheitsdispositivs und Identity Management. Umfassende Security Operation Services, Source-Code Reviews, periodische Audits der Infrastruktur und Sicherheitsprozesse sowie die permanente Überwachung der Infrastruktur komplettieren das Angebot. InfoGuard hat ihren Hauptsitz in Zug und eine Niederlassung in Bern. InfoGuard ist ISO/IEC 27001:2013 zertifiziert.


SICHERHEIT In der Praxis sind häufig Applikationen ein einfaches Ziel für Angriffe. Die Mehrheit der IoT-Anwendungen setzt auf Open

OWASP INTERNET OF THINGS TOP TEN OWASP definiert folgende 10 Punkte als die in Zusammenhang mit IoT relevantesten Schwachstellen: 1. Unsicheres Webinterface 2. Unzureichende Authentisierung /  Berechtigungssteuerung 3. Unsichere Netzwerkdienste 4. Fehlender Transportsicherung (Verschlüsselung) 5. Datenschutzprobleme 6. Unsichere Cloud-Schnittstellen 7. Unsichere Mobil-Schnittstellen 8. Unzureichende Scherheits-Optionen 9. Unsichere Soft- / Firmware 10. Unzureichende physische Absicherung www.owasp.org/index.php/ OWASP_Internet_of_Things_Project

Source Software, Drittkomponente sowie Eigenentwicklungen. Zudem sind sie häufig exponiert, was die Applikationen besonders verletzlich macht. Ein Applikationstest nach OWASP IoT Top 10 (siehe Kasten) kann hier ein geeignetes Mittel sein, um verwundbare Stellen ausfindig zu machen. Sicherheitstests können und sollten in jeder Phase der IoT-Lösungsentwicklung durchgeführt werden. Dabei kann es hilfreich sein, mit Testautomatisierungen zu arbeiten. So werden neue oder wiederkehrende Fehler in der Weiterentwicklung der Applikation verhindert.

heben zu können ist es unerlässlich, ein stabiles, verschlüsseltes und authentisiertes Update-System aufzubauen. Damit die Möglichkeit besteht Verbesserungen auf die IoT-Komponenten einzuspielen. Abschliessend kann gesagt werden, dass kein IoT-System von Beginn an fehlerfrei sein kann. Daher ist es ratsam, als IoTDienstleister einen sicheren und benutzerfreundlichen Kanal für Verbraucher zu schaffen, um gefundene Sicherheitslücken zu melden.

FAZIT Um IoT-Projekte zum richtigen Zeitpunkt abzusichern und somit den Schutzbedarf zu gewährleisten, empfiehlt sich die Analyse anhand realistischer Risikoszenarien. Diese helfen dem Projektteam, ein besseres Verständnis für die Sicherheitsbemühungen zu erhalten sowie Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Zudem können diese Szenarien später auch für die Modellierung von Bedrohungen beim Testing genutzt werden. Dies schafft zusätzliche Awareness im Projekt und hilft, Schwachstellen kontinuierlich zu beseitigen. Um diese be-

KONTAKT AUTOR Andreas Kölliker Senior Security Consultant InfoGuard AG www.infoguard.ch


AUS- UND WEITERBILDUNG

SPAREN SIE SICH DIE FAXEN! Die Swisscom plant, Ende 2017 alle Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse abzuschalten. Dies betrifft auch herkömmliche Faxgeräte. In der Schweiz geraten dadurch rund drei von vier Firmen unter Zugzwang. Kein Grund die Hände zu verwerfen. Mit einer durchdachten Vorbereitung lassen sich danach sogar Prozesse optimieren. Dolphin Systems AG ist einer der wenigen unabhängigen Faxservice-Spezialisten, welcher diesbezüglich eine umfassende Beratung anbietet.

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ie Swisscom folgt bei der Umstellung auf All-IP, dem internationalen Trend. Die Deutsche Telekom schaltet das analoge Netz nur ein Jahr später ab. Andere Länder werden folgen.

WESHALB DIE ABSCHALTUNG? ISDN revolutionierte zwischen dem Ende der 80er und dem Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts weitläufig die Welt der Telekommunikation. Zum ersten Mal stand ein moderner Standard zur Verfügung, mit dem gleichzeitig Sprache und Daten transportiert werden konnten. Für die Mehrzahl der privaten Nutzer ist es bereits selbstverständlich ein digitales Komplettangebot mit zusätzlichen Funktionen zu nutzen: Telefonie, High­speedInternet, zeitversetzte TV-Angebote,­Streaming sowie Filme und Serien «on demand» usw. Doch solche Datenmengen können nur moderne Netzwerke via IP bewälti­ gen – mit weniger Bandbreite bei gleichzeitig höherer Kapazität. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nun bald die Geschäftswelt an der Reihe ist.

UMSTELLUNG ALS CHANCE Die Umstellung bietet die Möglichkeit, grundlegend über die Zukunftsfähigkeit der Telefonie-Infrastruktur in der eigenen Unternehmung nachzudenken. Neben klassischen inhaus gehosteten Telefon­ anlagen sind extern betriebene CloudLösungen in aller Munde. Ist die Infrastruktur für eine voll digitalisierte Lösung einmal umgesetzt, können Unternehmen jeder Branche und Grössenordnung viel flexibler auf neue Anforderungen reagieren. Die wirtschaftlichen Vorteile lassen sich natürlich schlecht quantifizieren. Jedoch kann durch die Optimierung des administrativen Aufwands, der Grundgebühren und anderen Telekommunikationskosten einiges eingespart werden.

WAS MUSS GETAN WERDEN? Am Anfang sollte eine detaillierte Analyse durchgeführt werden. Diese ermöglicht die

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Ende 2017 schaltet Swisscom die bewährten Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse ab. Tausende von Unternehmen stehen deshalb unter Zugzwang!

Entwicklung eines technisch und finanziell vernünftigen Lösungskonzepts. Von der Einholung der ersten Offerte bis zur vollendeten Umstellung sollten Firmen vier bis acht Wochen einplanen. Offerten vergleichen und interne Koordination benötigen am meisten Zeit. Die Umstellung kann man dann oft innerhalb eines Tages oder sogar im Laufe weniger Stunden realisieren.

DEN RICHTEN PARTNER FINDEN Viele Firmen sind mit diesen Aufgaben jedoch überfordert. Vor allem diejenigen, deren Unternehmensprozesse auf der Kommunikation per Fax basieren oder Teil davon sind. Sicher ist: Mittel- bis langfristig verschwinden analoge Faxdienste vom Markt. Webbasierende Cloud-Lösungen wie eCall ersetzen nach und nach diese Dienste. eCall, die Faxlösung von Dolphin Systems AG, ist komplett unabhängig von der firmeneigenen Telefonie und Infrastruktur. Das Unternehmen aus Wollerau bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Schweizer IT-Markt und Online-Faxbusiness mit. Deshalb ist es ein idealer Partner, wenn es um die Beratung und Umsetzung bezüglich einer solchen Lösung geht.

FOKUS AUF DER BESTEN LÖSUNG Ein weiterer entscheidender Vorteil, den Dolphin gegenüber den grossen Telekom­ anbietern vorweist, ist die Unabhängigkeit. Es besteht kein Druck, unbedingt eigene Produkte oder Services verkaufen zu müssen. Dadurch kann eine kostenlose rundum Beratung zum Thema angeboten werden – mit Fokus auf der für ein Unternehmen besten Lösung.

KONTAKT Dolphin Systems AG 8832 Wollerau Telefon +41 (0) 44 787 30 70 www.dolphin.ch info.ecall.ch/alles-ueber-IP-2017


AUS- UND WEITERBILDUNG

ENERGIEWENDE – EIN UMDENKEN IST NOTWENDIG! Die Forschung in der Energiebranche fokussierte sich jahrzehntelang einseitig auf die Energieproduktion und Energiedistribution, und war von fast ausschliesslich naturwissenschaftlicher und technischer Natur. Die Energiewende erfordert jedoch ein Umdenken. Die Fortschritte zur Stromproduktion aus Wind- und Sonnenenergie tragen dazu bei, die Energiebranche auch nachfrageseitig ökologischer zu gestalten. Ein sicheres, effizientes und nachhaltiges Stromnetzwerk ist nicht nur eine Frage der Angebots- und Produktionsfrage, sondern ebenfalls eine Nachfrage- und Konsumfrage, wobei der Prosumer, also der selbstproduzierende Konsument, eine wichtige Rolle einnimmt.

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it den massenmarktfähigen Möglichkeiten zur individuellen Stromerzeugung und Stromspeicherung werden Prosumer-Haushalte die Verhaltensforschung vor neue Heraus­ forderungen s­ tellen. Fokussiert sich die klassische Verhaltensforschung im Energiebereich u. a. auf Faktoren, welche den

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Konsum von Haushalten beeinflussen, so analysiert die Prosumer-Verhaltensforschung Faktoren welche die «Prosumption» tangieren. Diese untersucht dementsprechend inwiefern Faktoren das Verhalten beeinflussen, welches aus den neuen Möglichkeiten der

individuellen Stromerzeugung resultiert, wie etwa das Speicher-, Verkaufs-, «Sharing»und Konsumverhalten. Konsumenten wägen in der klassischen Verhaltensforschung die relativen Preise (trade-offs) ihres Handelns (Stromkonsumverhalten) ab und ­entscheiden dann, ob, wie und wieviel sie konsumieren. Prosumer-Verhaltensfor-


AUS- UND WEITERBILDUNG schung ist aber komplexer, wie folgendes Beispiel zeigt: Ein Prosumer-Haushalt ­produziert mehr Strom als dieser momentan konsumiert. Der Haushalt steht somit vor der Frage, was er mit diesem Überschuss macht: Speichern? Mit der Community teilen? Den Konsum langfristig ­ändern? Oder doch verkaufen? Viele Faktoren beeinflussen die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen und somit auch die finale Entscheidung des Prosumers. Das Aufkommen von Prosumern und Crowd Energy Communities wird auch die Wertigkeit des Stroms beeinflussen. Mit der Eigenproduktion und Selbstbestimmung über das Gut «Strom» verändern sich auch die Werte, welche Haushalte mit dem Gut assoziieren. Erste Ergebnisse, welche am international institute of management in technology (iimt) erzielt wurden zeigen auf, dass in einer Crowd «Strom» zunehmend als handelbares Gut wahrgenommen wird. Dabei erhält der Wert des Gutes «Strom» aus Prosumer-Sicht aufgrund der Speichermöglichkeiten, neue, zeitlich variierende Komponenten. Die heterogenen Wertvorstellungen des Gutes «Strom» manifestie-

ren sich ebenfalls in den unterschiedlichen Vorstellungen bezüglich individuell, lokal oder regional produzierten Stroms. Unklar ist zudem noch inwiefern, welche Dienlichkeit der Stromproduktion und den Energiespeicheranlagen zugeordnet werden kann. Stehen diese alleine dem Individuum zur Verfügung und stellen somit einen Mehrwert für den Prosumer dar, oder werden diese auch Drittpersonen (Community Members, traditionellen Produzenten und Dienst­leistern) zur Verfügung gestellt, wodurch auch aktive Werte für die Allgemeinheit geschaffen werden? «Strom» wird somit in Zukunft unterschiedliche Produktwertigkeiten mit sich bringen, was das Strom-Management neu definieren wird. Klassische «to-you»-Dienstleistungsprinzipien können die Bedürfnisse der Prosumer und somit auch ihr Potenzial weder decken noch ausschöpfen. Service-­ Dienstleistungen für Prosumer und Crowd Energy Communities müssen sich einer heterogenen Landschaft an Prosumern gegenüber stellen, was ein klares Verständnis über Verhalten und Wertvorstellung gegenüber dem Gut, der Community und dem System bedingt. Ein «with-you»-

Verständnis seitens Stromdienstleister basiert auf Bedürfnis-, Werte-, und Verhaltensanalysen von Individuen, welche massgeschneiderte Dienstleistungslö­ sungen für Prosumer und Crowd Energy Communities ermöglichen. Erst wenn ­solche «bottom-up»-Erkenntnisse vorhanden sind, kann das technische Potenzial, welches uns die neuen Technologien und neuen Organisationsformen versprechen, ausgeschöpft werden. Im Forschungsschwerpunkt Crowd Energy des iimt werden unter Leitung von Frau Prof. Dr. Stephanie Teufel in verschiedenen Projekten diese multidisziplinären Fragestellungen untersucht.

KONTAKT iimt Universität Fribourg Bd de Pérolles 90 1700 Fribourg iimt@unifr.ch www.iimt.ch

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AUS- UND WEITERBILDUNG

GERÜSTET FÜR DIE ENERGIE-HERAUSFORDERUNG Die Versorgung mit Energie ist eine der grössten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Komplexität der Märkte nimmt drastisch zu. Parallel dazu entwickeln sich die Erzeugungstechnologien. Vieles ist im Umbruch. Deshalb werden gerade auch die Führungskräfte stark gefordert. Um für diese anstehenden unternehmerischen Herausforderungen im Sinne eines ganzheitlichen und vernetzten Denkens gerüstet zu sein, sind Weiterbildungen gerade für zukünftige Führungskräfte unabdingbar.

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er Energiemaster vermittelt hier eine solide und ausgewogene Gesamtwissensbasis über die Energie­ wirtschaft inklusive Energietechnik und -Handel, abgerundet durch das Energierecht. Aufbauend auf dem Basiswissen werden gemäss Karin Eggert, Studien­ leiterin, die aktuellen Themen und Herausforderungen der Energiewirtschaft mit den Experten fachlich erfasst, diskutiert und bearbeitet.

VIELSCHICHTIGE FACHLEUTE GESUCHT Für Eggert steht fest, dass die Fachleute der Zukunft immer vielschichtiger ausgebildet sein müssen, um die notwendigen und zielführenden Lösungen in der Praxis

entwickeln zu können. «Somit wird zusätzliche Weiterbildung immer wichtiger in Richtung ‹lebenslanges Lernen›». Mit dem Master in Energiewirtschaft an der HTW Chur bietet die Hochschule seit fünf Jahren erfolgreich ein Weiterbildungsangebot an, welches genau jene Fähigkeiten, die Führungskräfte heute und zukünftig benötigen, vermittelt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Zusammenwachsen der Energiewirtschaft mit der ICT-Landschaft. Die Aufgaben, Herausforderungen und Lösungen der Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die Energiestrategie 2050 und deren Vorgaben, sind nur mit zielführenden ICT-Lösungen machbar. Solchen Lösungsansätzen wird im

«Nach vielen Jahren in der elektrischen Energieversorgung wollte ich meine Berufserfahrung mit zusätzlichem Know-how abrunden. Dank der HTW Chur wurde es viel mehr: Der MAS Energiewirtschaft vermittelt Kenntnisse über regenerative Energien, Energiehandel, Tarifberechnungen, Systemdienstleistungen und noch vieles mehr. Diese Ausbildung ist empfehlenswert für alle, die mit Strom oder Gas als Energieträger regelmässig zu tun haben und ein ganzheitliches Verständnis dieser für unsere Gesellschaft wichtigen Branche haben wollen.» – Serge Wisselmann, Absolvent, AS Planning & Procurement Specialist, TSO Markets Planning –

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Energiemaster ein entsprechender Rahmen gegeben. «Manager», betont Eggert, «müssen künftig vielseitiger sein. Sie müssen neben den betriebswirtschaftlichen und technischen Kenntnissen auch zunehmend Sozial- und Managementkompetenzen haben. Sie brauchen den Überblick über die gesamte Branche in Verbindung mit angrenzenden Wissensgebieten und darum benötigen sie sowohl Expertinnenwie auch Generalistenwissen. Die Komplexität wird weiter zunehmen, noch vernetzteres Denken ist gefordert.

UMFASSENDE WISSENSVERMITTLUNG Die HTW Chur füllt die Rucksäcke der Managerinnen mit diesem Weiterbildungsmaster gut. Die erste Stufe und damit die  Basis des Masters besteht aus einer Weiterbildung in General-ManagementFächern. Die sechs dazugehörigen Module vertiefen das betriebswirtschaftliche Grundwissen. • Unternehmensführung • Marketing, Entwicklung und Produktion • Personal und Organisation • Finanzen und Controlling • Volkswirtschaftslehre und Recht • Management-Methodik


AUS- UND WEITERBILDUNG

INFOABENDE Infoabende finden jeweils von 18.30 – 20.00 Uhr im KLZ in Zürich an folgenden Daten statt: 28. Oktober 2016, 17. November 2016 sowie 9. Dezember 2016. Weitere Informationen sind ersichtlich auf: htwchur.ch/energiemaster

zusammengetragen und in den Lernin­ halten «Zukunft der Energiewirtschaft» mit Innovationsüberlegungen und neuen Geschäftsmodellen abgerundet. Damit erfolgt eine umfassende Wissensvermittlung über verschiedene Branchen und Technologien hinweg. Neben dem Basiswissen werden auch Fragen zum Ausstieg aus der Kernenergie, zu erneuerbaren Energien, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, Energieeffizienz und vieles mehr diskutiert.

Die zweite Stufe mit den sechs energiespezifischen Modulen beinhaltet ein breites und fundiertes Basiswissen aus Energiewirtschaft, Energietechnik und Energierecht sowie aus angrenzenden und konvertierenden Fachgebieten. • Grundlagen der Energiewirtschaft • Erzeugungstechnologien – Power Generation

• Energieübertragung und Verteilung • Energiemärkte • Energiehandel, -vertrieb

und -beschaffung • Energierecht In Hinblick auf die Vielschichtigkeit der Themen wird das im gesamten Masterstudiengang Erlernte am Ende des Studiums

KONTAKT STUDIENLEITUNG Prof. Dr. Karin Eggert Studienleiterin MAS in Energiewirtschaft Telefon +41 (0)81 286 24 32 karin.eggert@htwchur.ch

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AUS- UND WEITERBILDUNG

VORBEREITET AUF ENERGIE­WANDEL – DANK AUSBILDUNG «Energie» ist ein Thema, welches die Menschheit in Zukunft noch viel mehr beschäftigen wird. Die begrenzten Vorkommen fossiler Energieträger und die zunehmende Umweltbelastung erfordern es, Energie nur noch sparsam zu nutzen. Gefragt sind dafür intelligente Konzepte mit einem ganzheitlichen Ansatz.

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it dem Wandel der Energieversorgung, wie einer Veränderung von zentral zu dezentral und einer Veränderung des Energiemixes, verändern sich auch die Aufgaben und benötigten Kompetenzen im Energiebereich. Es entstehen neue Aufgaben, u. a. geprägt durch Informatik (Internet of Thinigs IoT und Industrie 4.0). Die klassische Energietechnik wird erweitert durch eine «System»-Sicht. Es entstehen neue Berufsbilder und neue Unternehmen. Die Weiterbildung soll auf diese Veränderungen vorbreiten. Mit der Aktualisierung des seit 2007 erfolgreichen Master-Programms «MAS Energiesysteme» bietet die NTB Interstaatlichen Hochschule in Buchs eine zukunftsorientierte Ausbildung, basierend auf der langjährigen Tradition einer fundierten Ingenieurausbildung. Mit einem starken Praxisteil wird die Lücke zwischen Ener-

gieforschung und dem umsetzenden Handwerk geschlossen. Zurzeit läuft der CAS Erneuerbare Energien der einen Überblick über erneuerbare Energieproduktion und deren effiziente Nutzung gibt. Der im Frühjahr startende CAS Speicher / Netze / PV vermittelt nicht nur die Theorie zu dezentraler Energie und Eigenverbrauchsoptimierung, sondern setzt auch Praxis um. Der Studiengang MAS Energiesysteme wurde um den CAS Energie und Wirtschaft erweitert. Im Kurs werden Instrumente aus der Management Lehre für den aktiven Ingenieur vermittelt. Dies ermöglicht den Teilnehmern eine erfolgreiche Beratung und Umsetzung von Energieprojekten. In der NTB ist auch der Sitz des führenden Forschungs- und Prüfzentrum für Wärmepumpen WPZ. Der CAS Wärmepumpen / Kältetechnik gehört zum festen Bestand-

teil des MAS Energiesysteme, da diese Technologie auch in Zukunft einen we­ sentlichen Beitrag zur Wärmebereitstellung liefern wird. Durch Absolvieren der vier Kurse und einer erfolgreichen Master ­Thesis kann der Master-Abschluss erlangt werden. Typische Studierende des Masterprogramms besitzen eine mehrjährige Berufserfahrung und sind in führenden Positionen tätig. Ihre Motivation ist einerseits eine berufliche Neuorientierung Richtung Energie oder andererseits einer fachliche Weiterbildung auf dem Gebiet Energie.

WEITERE INFORMATIONEN www.ntb.ch/energiemaster


AUS- UND WEITERBILDUNG

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1. Solares Direktgewinn-Vierfamilienhaus Rüedi in Chur, Architektur und Energiekonzept Andrea Rüedi     |     2. Büro / Verkaufshaus mit Lagerhalle Baumaterialien Gasser Chur, Solares Direktgewinnhaus, SIA-Preis für nachhaltiges Bauen, Europäischer und Schweizerischer Solarpreis, ­e rster Plusenergiegewerbebau Europas 1999, Architektur und Energiekonzept Andrea Rüedi     |     3. Solare Direktgewinn-Dreifamilienhäuser Riedi in Flims, Architektur und Energiekonzept Andrea Rüedi     |     4 . Solares Direktgewinnhaus für sieben Familien in Spreitenbach, Minergie-P-Eco mit SaisonWarmwassertank, Architektur 5 Architekten Wettingen, Energiekonzept Andrea Rüedi

SOLARARCHITEKTUR ENERGIEVERBRAUCH DURCH SOLAREN DIREKTGEWINN REDUZIEREN Ende Juli hat das Flugzeug Solar Impulse seine Weltumrundung vollendet ohne einen Tropfen Kerosin einzusetzen. Die Schweizer Solarpioniere haben so ein starkes Zeichen für die Energiewende gesetzt. Eine Energiewende, die letztlich auch das Bauen betrifft und die es bedingt, Neu- und Umbauten entsprechend zu planen.

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olararchitektur kann dabei mit verhältnismässig geringem Aufwand einen erheblichen Effekt er­ zielen. Das verlangt vorausschauende Planung mit Einbezug der Solararchitektur, basierend auf fundiertem Fachwissen.

Wesentlich sind die umfassende Planung und eine integrierte Bauweise. Das CAS Solararchitektur (CAS  = Certificate of Advanced Studies CAS) wird von Februar bis Mai 2017 aktuelles Fachwissen vermitteln. Der Fachjournalist Charles

von Büren befragte im Vorfeld den ­S tudiengangleiter CAS Solararchitektur ­A ndrea Rüedi und einen der Dozenten, Adrian Christen Architekt, Solarpreis­ gewinner und Absolvent CAS  S olararchitektur  2010).

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AUS- UND WEITERBILDUNG Ist Solararchitektur das Rezept um vom Verbrauch fossiler Energie für den Betrieb von Bauten wegzukommen? Andrea Rüedi: Solararchitektur, vor allem das Direktgewinnhaus ist das Lösungsrezept, welches dabei mit ganz wenig Technik auskommt. Aus meiner Sicht der nachhaltigste Lösungsansatz. Adrian Christen: Sicher gibt es verschiedene Möglichkeiten von der fossilen Energie wegzukommen. Die Solararchitektur hat primär das Ziel den Energieverbrauch durch solaren Direktgewinn zu reduzieren. Der Restenergiebedarf ist meistens sehr gering und kann mit verschiedenen erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ein Haus, das auf solaren Direktgewinn ausgelegt ist, braucht meistens keine fossile Energie mehr. Durch was zeichnet sich Solararchitektur aus? Sind das High-Tech-Installationen wie beispielsweise Solarzellen? Adrian Christen: Solararchitektur ist Low-Tech. Die Nutzung von solarem Direktgewinn benötigt bloss grosse Fenster gegen Süden und eine entsprechend dimensionierte Speichermasse. Letztere ist

ebenfalls Low-Tech: zum Einsatz kommen zum Beispiel Beton, Backsteine, Kalksandsteine, Lehm und Holz. Eine HighTech-Installation ist dazu nicht nötig. Die einzige High-Tech-Installation ist die Steuerung des Sonnenschutzes damit es im Haus nicht zu heiss wird, aber auch das ist in einem normalen Haus bereits Standard und nicht mehr wirklich speziell. Andrea Rüedi: Es geht darum, das Haus als Organismus zu sehen, also viel Haus und wenig Technik. Wenn das Haus zu 95 % durch das durch die Fenster ein­ dringende Sonnenlicht beheizt wird, sind die Anforderungen für eine Zusatzheizung für wenige Tage im Jahr gering, da braucht es beispielsweise keine aufwendige Wärmeverteilung. Eine sommerliche Nacht­auskühlung die auf nächtlicher Quer­lüftung basiert und beispielsweise geschickt die innere Hausmasse als Speicher benutzt, kommt ohne elektrischen Strom aus. Adrian Christen: Zudem sind Solar­ zellen für die Produktion von Strom heute bereits vielfach erprobt und ein Produkt ohne Risiko. Eine solche Anlage ist einfacher als jede Anlage mit Warmwasserkollektoren: Zellen und ein Wechselrichter

und fertig ist die Anlage. Die Solarzellen machen das solare Direktgewinnhaus zum Plusenergiehaus. Andrea Rüedi: Dazu ist aber auch zu sagen, wenn eine möglichst geringe Abhängigkeit vom Strom zum Systemansatz gehört, hat im Gegensatz zum konventionellen Haus die Sicherheit der Stromversorgung keine Höchstpriorität mehr. Durch was unterscheidet sich ein Bau der nach den Prinzipien der Solararchitektur gebaut wurde von einem gängigen Bauwerk? Andrea Rüedi: Ganz einfach, man sieht ihm von aussen an, woher die Sonne scheint. Solararchitektur hat zudem auch innen massive Oberflächen um die ­S onnenwärme passiv speichern zu können. Um am wenigsten Technik zu benötigen sind die inneren Oberflächen baubiologisch hochwertig, so können sie Feuchte und Gerüche regulieren. Die karbonfreien Aussenwand- und Dachkonstruktionen sind hoch wärmegedämmt und diffusionsoffen gewählt und damit auch nachhaltig bauschadenfrei und gesund.

CAS SOLARARCHITEKTUR Lehrinhalte • Passive und aktive, gebäudeintegrierte Sonnenenergienutzung, solares Direktgewinnhaus • Analyse zukunftsfähiger, beispielhafter Bauwerke anlässlich einer Exkursionswoche • Berechnung und Konzeption von solaren Direktgewinnhäusern und Speichermasse Zielpublikum Architektinnen, Bauphysiker, Energieplanerinnen und -berater sowie Ingenieure mit Interesse am solaren Bauen.

Andrea Rüedi, Dipl. Arch. HTL, Energieing. NDS, Baubiologe Baubioswiss, Felsberg,

Kursdauer Februar 2017 –  Mai 2017 Kurstag: Donnerstagnachmittag

Studienleiter CAS Solararchitektur

Ort Berner Fachhochschule BFH Pestalozzistrasse 20 | Burgdorf Kosten CHF 5 200 .– ETCS-Punkte 10

Adrian Christen, Dipl. Arch. FH Baubiologe /  Bauökologe Baubioswiss aaac gmbh, Steffisburg

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Leitung Andrea Gustav Rüedi Dipl. Arch. HTL, Energieing. NDS, Baubiologe SIB Peter Schürch, Dipl. Architekt SIA SWB Prof. für Architektur BFH


AUS- UND WEITERBILDUNG Adrian Christen: Einem Gebäude ist dies von aussen, aber auch von innen oft gar nicht anzusehen. Im Innern des Hauses ist es fühlbar. Die Innentemperaturen sind weniger konstant, so kann es im Dezember auch einmal 25° warm sein. Im Sommer ist es aber in einem solchen Haus, dank der grossen Speichermasse und dem guten Sonnenschutz, eher weniger heiss als in einem gängigen Bauwerk. Für das Wohlbefinden der Bewohner sind andere Entscheide wichtiger, zum Beispiel ein gesundes Innenraumklima und damit verbunden die Auswahl der verwendeten Materialien und Konstruktionsweise. Sehr oft ergänzt sich das aber sehr gut mit der Solararchitektur.

Vermittelt der Kurs CAS Solararchitektur genügend Detailwissen für die Planung? Adrian Christen: Das Detailwissen für die Planung ist ein sehr wichtiger Teil dieses CAS, wenn nicht sogar der Wichtigste. In derartigen Gebäuden steckt viel rechnerisches Wissen. Dieses vermittelt CAS Solararchitektur. In der Modularbeit muss ein Konzept für ein Direktgewinnhaus erarbeitet und die diversen Berechnungen erstellt werden. Andrea Rüedi: Die Studierenden er­ arbeiten während des Moduls in Zwei­er­ gruppen eine ganze Planung und setzen sich direkt mit Berechnungen und Konstruktionen auseinander. Durch die Do­

ZUSATZINFO Die gegen 800’000 in der Schweiz installierten Öl- und Gaskessel ver­ brennen jährlich rund 8 Millionen Tonnen Öl oder Gas zu rund TWh Wärme bei 30 bis 80 Grad Nutztemperatur. So entstehen jährlich 23 Millionen Tonnen CO2 Emissionen. Die thermische Spitzenleistung der Heizkessel beträgt zumindest 40 GW. Im Vergleich: Das AKW Gösgen hat eine Nennleistung von 1 GW. Das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft bedingt einen gänzlichen Verzicht auf fossile und biogene Brennstoffe im Gebäudebereich. Dieser Verzicht ermöglicht der Schweiz nicht nur geopolitische Unabhängigkeit und Ver­ sorgungssicherheit, sondern auch Kostenersparnisse in Milliardenhöhe.1 Klug geplante und gebaute Häuser, die z. B. Sonnenenergie passiv nutzen, tragen wesentlich dazu bei, das Ziel zu erreichen. Zudem nimmt der Einsatz erneuerbarer Energien (Biomasse, Solar-, Windenergie, Geothermie und Umgebungswärme) in der Schweiz nebst der bereits altbewährten Wasser­kraft zu. Low-Tech und High-Tech ergänzen sich so zu einem starken Team. ANMERKUNG 1 Zitiert aus ZE-2SOL von Prof. erem. Hansjürg Leibundgut, ETH Zürich

zenten wird sehr breit Detailwissen ein­ gebracht. Die Exkursionswoche bringt zudem die wichtige direkte Tuchfühlung. Werden im Kurs auch Argumente vermittelt, die skeptische Bauherren zu überzeugen vermögen? Adrian Christen: Besonders die zahlreichen, bereits korrekt gebauten Direktgewinnhäuser liefern unzählige gute Argumente und damit glaubwürdige Referenzen für Bauherren, die direkte und praktische Informationen suchen. Ich persönlich würde aber nie eine Bauherrschaft dazu überreden ein Direktgewinnhaus zu bauen. Die Bauherrschaft muss das selber wollen und davon überzeugt sein. Andrea Rüedi: Wir vermitteln die Fakten. So wird die eigene Überzeugung geschult, das ist das glaubwürdigste Argumentarium. Werden praktische Beispiele gezeigt, resp. entsprechende Bauwerke besucht? Andrea Rüedi: Wir arbeiten quasi nur an praktischen Beispielen und einige werden auch besucht. Adrian Christen: Die Besichtigungen solcher gebauten Häuser, manche schon über 20-jährig und andere gerade erst fertiggestellt, sind Höhepunkt und zentrales Element dieses CAS Solararchitektur. Erst diese Exkursionen führen das Potenzial der Solararchitektur, sowohl energetisch wie auch bezüglich Wohnqualität vor Augen. Die kreativen Konzepte für Direktgewinnhäuser sind derart vielfältig, dass man das sehen muss um es zu erfassen. Ich bin auch heute noch, sechs Jahre nach meinem Kursbesuch, von diesen Exkursionen begeistert und profitiere heute noch davon. 

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AUS- UND WEITERBILDUNG

DIE GEBAUTE ZUKUNFT HEISST PLUSENERGIE! Plusenergie-Gebäude (PEG) sind die Zukunft, da sie das ökonomische und ökologische Optimum darstellen. Effizienz, Produktion und Speicherung sind die Hebel. Das Plusenergie-Gebäude findet hierbei das Gesamtoptimum und funktioniert für Neubau und Sanierung von Wohngebäuden und Industrieanlagen.

KURSE ZUM PLUSENERGIE-GEBÄUDE Architektur, Ästhetik, Technik Bern: Mittwoch, 16. November 2016, Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern Luzern: Donnerstag, 17. November 2016, Hochschule für Wirtschaft, Luzern Basel: Mittwoch, 7. Dezember 2016, Hotel Euler, Basel Zürich: Dienstag, 24. Januar 2017, HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich Frauenfeld: Donnerstag, 2. Februar 2017, Bildungszentrum für Technik Frauenfeld Weitere Informationen: Saskia Göttschi, Projektleiterin energie-cluster.ch, Tel: +41 (0) 31 381 24 80, Monbijoustrasse 35, 3011 Bern, saskia.goettschi@energie-cluster.ch, www.energie-cluster.ch

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as Plusenergie-Ziel ist erreichbar. Mehrere Dutzend Beispiele in verschiedenen Regionen der Schweiz treten den Beweis an. Zahlreiche von ihnen sind mit den wichtigsten Daten und Kennzahlen in der Datenbank PEG registriert, auf der Website energie-cluster.ch. Eine effiziente Haustechnik und Solaranlagen (Photovoltaik / Solarthermie). Plusenergie lässt sich, wie die Beispiele zeigen, sowohl bei Neubauten wie auch bei Sanierungen erfolgreich umsetzen. Der Kurs behandelt das Thema à fonds. Spezialisten mit langjähriger Erfahrung erläutern alle Aspekte und ordnen das PEG in die aktuellen Bestrebungen ein. Insbesondere wird ein Bezug hergestellt zum SIA Merkblatt 2031 (Vernehmlassung) und zum


AUS- UND WEITERBILDUNG Gebäudeausweis der Kantone (GEAK), deren Regeln und Standards einen Beitrag an die Definition von Plusenergie leisten. Vertreter von Hochschulen und Baupraktiker legen dar, dass sich Plusenergie-Gebäude in verschiedenen Kategorien realisieren lassen, handle es sich nun um Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Büro- oder Zweckbauten. Sie äussern sich auch über die Möglichkeiten einer sinnvollen Verwendung des PlusAnteils an erzeugter erneuerbarer Energie. Ausserdem erfahren die Teilnehmenden, wie sich das Building Information Modelling (BIM) auf dem Weg zum Plusenergie-Konzept als wirksames Hilfsmittel nutzen lässt.

Plusenergie bewegt die gesamte Bauwirtschaft. Sie ist an den Tageskursen des energie-cluster.ch durch verschiedene ­Vertreter präsent, die in Referaten auf ihren Beitrag an den «Bilanzierungserfolg» von Plusenergie-Gebäuden aufmerksam machen. Nicht fehlen werden Hinweise auf die Kantonalen-Fördermassnehmen, von denen ein PEG-Projekt profitieren kann. Es ist ein wichtiges Anliegen des energiecluster.ch, der Plusenergie-Idee zu einer grossen Breitenwirkung zu verhelfen und für niedrige Hemmschwellen zu sorgen. Deshalb wird an den Tageskursen dem Austausch, der Diskussion und der

­ ebatte einen grosszügigen Rahmen zuD gestanden. Tischmessen von Herstellern bieten für diesen «interaktiven» Teil einen passenden Rahmen, indem sie Anre­ gungen und Gesprächsstoff liefern. Der Besuch des Tageskurses «PlusenergieGebäude» ist gut investierte Zeit!

Plusenergie-Gebäude ARCHITEKTUR, ÄSTHETIK, TECHNIK Integrales Planen und Bauen mit Energieeffizienz nach MuKEn, GEAK und SIA 2031 Modernisierung und Neubau von Dienstleistungs-, Gewerbe- und Wohnbauten Die neuen Minergie-Standards ab 2017 Building Information Modeling (BIM) - die Revolution im Bauen

TAGES KURSE

VERAN Bern – STALTUNGSO 1 R Luzern 6. November TE – Basel – 17. Novembe2016 Zürich 7. Dezember r 2016 2 – Frauen 24. Januar 20 016 feld – 2 . Febru 17 ar 2017

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VORSCHAU

INTELLIGENT BAUEN FÜR MEHR LEBENSQUALITÄT Die 15. Schweizer «Bau+Energie» in Bern greift als einzige jährliche Schweizer Messe aktuelle Themen zum energieeffizienten Bauen und Erneuern auf. Rund 350 Aussteller und ein grosses Kongressprogramm informieren mit neuem Wissen, Produkten und Dienstleistungen. Dieses Jahr stehen das digitale Planen und Bauen und gesunde Baustoffe im Fokus. Die Messe findet zusammen mit der «Bauen + Wohnen» zum zweiten Mal unter der Leitung der ZT Fachmessen AG statt.

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rneut präsentieren sich die Bau + Energie Messe und die Bauen + Wohnen Bern unter einem Dach. So finden die Besucher zeitgleich in drei Hallen Rat zur Tat, sowohl zum energieeffizienten Bauen als auch über die Trends beim ­Renovieren und im Hausbau. Das Publikum hat Zugang zu 30 Kongressveranstaltungen mit Themen wie Wärmedämmung, Komfortlüftungen, Wärmepumpen, Solar, Photo­ voltaik, Energiespeicher, Lastmanagement und Gebäudesanierung. Wiederum werden

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Kurzvorträge im Open Forum angeboten. Nach der erfolgreichen Durchführung und dem grossen Besucherinteresse vom letzten Jahr findet das «Forum Architektur» unter dem Patronat von EnergieSchweiz zum zweiten Mal statt. Ausgewählte Referenten vermitteln aktuelles Fachwissen zum Spannungsfeld Architektur, verdichtetes Bauen und Energie. Vorgestellt werden innovative, nachhaltige Lösungen und Technologien anhand realisierter Beispiele aus dem Grossraum Bern.

MESSEAUFTAKT IM ZEICHEN DES DIGITALEN PLANENS UND BAUENS Das 22. Herbstseminar vom Donnerstag, 8. Dezember bildet den Messeauftakt. Die Digitalisierung hält Einzug in Energiebereich. Die Stromnetze werden intelligent. Messen, Regeln, Steuern, Optimieren sind im Gebäude – aber auch im Industrie- und Dienstleistungsbereich ein Megatrend. Anhand von innovativen Beispielen werden neue Chancen und Möglichkeiten


VORSCHAU von hochkarätigen Referenten aufgezeigt. Gleichzeitig werden die neuen Rah­ menbedingungen der international aufgegleisten Klimapolitik und die Preis­ entwicklungen auf den Energiemärkten ausgeleuchtet und die Konsequenzen dargestellt.

SONDERSCHAU DIGITALISIERUNG In Zusammenarbeit mit der Interessen­ gemeinschaft «Bauen digital Schweiz» und dem energie-cluster.ch wird zudem neu die Sonderschau «Digitalisierung im Bauund Energiebereich» lanciert.

BERATERSTRASSE DER KANTONE Die Technik ist verfügbar, häufig fehlt es aber am Wissen, was ein Bauherr bezüglich Energie tun kann. EnergieSchweiz stellt gemeinsam mit den Kantonen, ­verschiedenen Verbänden und Organisationen einen ganzen Strauss von Ins­ trumenten zur Verfügung. Interessierte Besucher können sich deshalb bequem an der Beraterstrasse der Kantone zu erneuerbaren Energien, Förderprogrammen und Gebäudesanierungen neutral beraten lassen.

BAU + ENERGIE MESSE UND BAUEN + WOHNEN – DREI HALLEN, ZWEI MESSEN, EIN EINTRITT Die Bau+Energie Messe ist die führende jährliche Messe mit Kongress für energieeffizientes Bauen und Sanieren, modernen Holzbau und erneuerbare Energien. Sie zeigt den aktuellen Stand der Bauwirtschaft und wohin sich das nachhaltige Bauen entwickelt. Auf dem Gelände der Bernexpo findet gleichzeitig die Bauen + Wohnen statt. Beide Messen werden von EnergieSchweiz getragen und benötigen nur ein Eintrittsticket. Bei insgesamt 350 Ausstellern in drei Hallen und an Kongressveranstaltungen können sich Besucher sowohl zum energieeffizienten Bauen als auch über die Trends beim Renovieren und im Hausbau informieren. Messe: Bau + Energie Messe Datum: 8. – 11. Dezember 2016 Donnerstag bis Samstag 10.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr Ort: BERNEXPO, Bern Infos: www.bau-energie.ch

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VORSCHAU

IMPRESSUM

Wind Mobiliät

Herausgeber Rundschau Medien AG St. Jakob-Strasse 110 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon  + 41 (0) 61 335 60 80 Telefax + 41 (0) 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch

Verlag & Produktion Prestige Media International AG St. Jakob-Strasse 110 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon  + 41 (0) 61 335 60 80 Telefax + 41 (0) 61 335 60 88 www.prestigemedia.ch

Verleger Francesco J. Ciringione

Autoren Benedikt Vogel Max Raeb Roland Baer Franz R. Dürr Christine Gassel Andres Koelliker

Geschäftsführer Roland Baer baer@rundschaumedien.ch Verkauf & Marketing Roland Baer baer@rundschaumedien.ch Lektorat Maya Herrmann herrmann@rundschaumedien.ch

Logistik

Redaktion redaktion@rundschaumedien.ch Grafik Sandra Rizzi s.rizzi@prestigemedia.ch

Transport

Sandra Schneider s.schneider@prestigemedia.ch Jochen Schächtele j.schaechtele@prestigemedia.ch Umschlag AKSA Würenlos AG

Sicherheit

Die nächste Ausgabe erscheint Ende April 2017

Jahresabo Zwei Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 10.– Kontaktieren Sie uns gerne: info@rundschaumedien.ch

AUSGABE 02/2016

POTENZIALE IN DER ENERGIEWENDE RESSOURCENEFFIZIENZ NUTZEN SOLARARCHITEKTUR IN DER PRAXIS SICHERHEIT | WASSERWIRTSCHAFT | ENERGIE-MANAGEMENT | AUS- UND WEITERBILDUNG

Wiedergabe von Artikeln und Bildern auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von der Redaktion und dem Verlag jede Haftung abgelehnt.

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Fotos & Grafiken Benedikt Vogel Losinger Marazzi AG Riget AG Meyer Burger Powervar Coop Balz Murer Jüregn Biella Arbon Energie eicher+pauli Domotec AG Rehau AG + Co. Khoury / Hollmuller /  Lachal brenet Ursula Meisser ZHAW Wädenswil Meyer Burger eicher+pauli Kohlbach Energieanlagen Hillers / ETHZ K. Hopf I. Kozlovskiy


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energieRUNDSCHAU 2/2016