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AUSGABE 01/2016

STROMVERTEILNETZE MIT DURCHBLICK CYBER THREAT INTELLIGENCE SIND SIE BEREIT FÜR DIE ZUKUNFT? ENERGIEMANAGEMENT

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SICHERHEIT

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LOGISTIK

| AUS- UND WEITERBILDUNG


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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, SIND WINDPARKS UND WINDTURBINEN EINE VERSCHANDLUNG IN UNSERER HEUTIGEN ZEIT? Windparks sind monumentale Bauwerke einiger sehr interessierten und motivierten Ingenieure, welche alle Register in Betracht ziehen. Sicherlich ist ein Windpark nicht unglaublich ästhetisch oder schön anzusehen. Die Rotoren schnorren gemütlich vor sich hin. Tausende Touristen und Wanderer nehmen diese Kolosse vor Ort in Augenschein. Erfreuen sich darüber und lösen später unendliche Diskussionen und Debatten durch den Besuch aus. Doch «Alle» wären nicht vor Ort, um das Schauspiel zu betrachten und Ihren geliebten Wanderweg oder ihre Wanderung zu absolvieren. Es ist doch eine normale Situation, wenn sich immer mehr mit diesen Anlagen anfreunden können und den Sinn verstehen. Sind Windparks und Windturbinen eine Verschandlung in unserer heutigen Zeit? Leider sind die Gegner schneller an Ort und Stelle, als die Vernunft. Ein Windkraftwerk auf den Wiesen kann mittlerweile so viel Strom erzeugen, dass hunderte von Familien getrost ihren Lichtschalter andrehen können. Werden die Kühe auf den Weiden durch Turbinen gestört? Sie haben die Umstellung der Sommer-Winterzeit auch mit Respekt akzeptiert. Also, ist es nur eine Frage der Zeit, bis unsere Bauern den eigenen Wind- oder Solarpark auf ihrem Gut installieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Wind und Vergnügen mit der Energie-Rundschau.

Herzlichst Ihr Roland Baer und Team

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2017 wird das analoge Telefonnetz abgeschaltet

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Moderne Cloud-Lösungen von Dolphin Systems AG

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INHALT

EDITORIAL1 ENERGIEMANAGEMENT6 Stromverteilnetze mit Durchblick

6

Landis+Gyr 10

10

Energiezähler von SBC

12

Automatic Transfer Switches für redundante Stromversorgung

14

SICHERHEIT17

21 34

Cyber Threat Intelligence im Energiesektor

17

«KMU sollen offen für Neues sein»

21

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

24

GEBÄUDEMANAGEMENT27 Tageslicht mit Storen optimal nutzen

27

Schenker Storen AG

32

Moderne Glasfassaden

34

Eiskalt geheizt

38

NOTSTROM43

32

Nur die Harten kommen in den Garten!

43

KERNENERGIE46 Forschen zwischen Vergangenheit und Zukunft

46

Atomausstieg ist Ausnahme

48

ERNEUERBARE ENERGIEN

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50

AGROLA, der starke Partner für Heizöl und Holz-Pellets!

50

Alles dreht sich um 24 Stunden Sonne

52

Mit erneuerbaren Energien umweltfreundlich Haushalten 54


INHALT

LOGISTIK56

61

58

Arnold AG

56

Optimale Sicherheit für den Anwender

58

Baustellen-Report Simplontunnel 2015

61

Biogas-Rohrleitungstrasse in Rekordzeit fertig gestellt

64

MOBILITÄT68 Nachhaltige Energiedienstleistungen richtig vermarkten

68

GREEN-IT72 Mit KYOCERA Print Green die CO2 -Bilanz verbessern

72

KOMMUNIKATION74

64 78 72 ENERGIE IHRE ZUKUNFT

Sparen Sie sich die Faxen!

74

AUS- UND WEITERBILDUNG

75

Weiterbildung Energiesysteme

75

Sind Sie bereit für die Zukunft?

76

Gerüstet für die Energie-Herausforderung

78

IT und Energie kommen sich näher

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VORSCHAU82 Powertage 82

Master of Advanced Studies FHO in Energiesysteme CAS Erneuerbare Energien | CAS Photovoltaik CAS Elektr. Energiesysteme | CAS Solare Wärme CAS Wärmepumpen / Kältetechnik | Master Thesis

NG BILDU R E T I WE eme iesyst g r e n E

Mehr Informationen: www.nbt.ch/energiemaster

Partner:

NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs FHO Fachhochschule Ostschweiz

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ENERGIEMANAGEMENT

Das Gridbox-Basismodul, ein Strommodul (vorne Mitte) und vier Rogowski-Spulen zur kontaktlosen Strommessung (vorne rechts).

STROMVERTEILNETZE MIT DURCHBLICK von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Monitoring- und Managementsysteme werden immer ausgeklügelter, sei es im Strassen- und Schienenverkehr, bei Funknetzen, aber auch bei Produktionsanlagen in der Industrie. In der Elektrizitätswirtschaft liegen Systeme zur Überwachung und Steuerung der Stromflüsse ebenfalls im Trend. Ein Pilotprojekt mit Beteiligung des Berner Energieversorgers BKW und des Stadtzürcher ewz untersucht die technische Machbarkeit eines solchen Systems für die Niederspannungsebene. Die Gridbox-Technologie schafft die Grundlage für innovative Anwendungen.

S

trom ist für das Auge unsichtbar. Trotzdem weiss Swissgrid, die Betreiberin des nationalen Übertragungsnetzes, in jedem Moment genau Bescheid über den Zustand des Höchst- und Hochspannungsnetzes. Das 6 700 km lange Übertragungsnetz hat nämlich schweizweit 140 Schaltstationen mit rund 8 000 Messpunkten. Dort werden Strom- und Spannungsdaten von Leitungen und Transformatoren erhoben und im Sekundentakt an

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die Swissgrid-Netzleitzentrale in Laufenburg übermittelt. Dank dieser Messwerte kennt die nationale Netzgesellschaft die reale Belastung des Netzes und kann dessen Stabilität durch geeignete Inter­ventionen jederzeit gewährleisten. Das Höchst- und Hochspannungsnetz ist seit Jahr­zehnten mit der entsprechenden Monitoring-Infrastruktur ausgerüstet. Anders ist das beim Mittel- und Niederspannungsnetz, das den Strom zu den Kunden bringt: «Das Verteil-

netz auf den Netzebenen 5 und 7 ist heute noch weitgehend blind und passiv. Hier wird kaum etwas gemessen, und nichts kann beeinflusst werden», sagt Stephan Moser, Elektroingenieur ETH und Leiter der Abteilung Energiesysteme bei Supercomputing Systems AG (SCS). Das soll sich nun ändern. Grundlage bildet das Projekt Gridbox, das SCS gegenwärtig zusammen mit BKW, ewz und Bacher Energie durchführt und das Stephan Moser leitet.


ENERGIEMANAGEMENT

PLATTFORM FÜR NEUE GESCHÄFTSMODELLE Die Grundidee des Projekts besteht darin, das Stromnetz mit einer Messinfrastruktur (‹Gridboxen›) auszurüsten. Diese soll jeder­ zeit eine Bestimmung des Netzzustandes ermöglichen. Das Wissen über den Netzzustand eröffnet in der Folge eine Pa­lette von Anwendungsmöglichkeiten, allen ­voran für die Betreiber der Stromnetze. Verteilnetzbetreiber können beispielsweise für jeden Punkt im Netz feststellen, ob sich die Spannung innerhalb der vorgeschriebenen Toleranzen bewegt. Oder sie können dank der Monitoringdaten etwa die Lasten (Elektroboiler, Batteriespeicher) so steuern, dass schwankend anfallender Solar- und Windstrom im Netz keine Überlastung hervorruft. Fehler im Netz (z. B. ein Kurzschluss durch einen umgestürzten Baum) können schnell lokalisiert und in ihrer Art bestimmt werden. Kennt ein Energieversorger den Zustand seines Netzes im Detail, kann er seine Netze mit weniger Kapazitätsreserven betreiben; das spart Kosten beim Netzausbau und erleichtert die Planung. Ferner können Verteilnetzbetreiber dank detaillierter Informationen über den Zustand ihrer Infrastrukturelemente (z. B. Trafo-Anlagen) die Wartungszyklen reduzieren. Ein flächendeckendes Monitoring der Verteilnetze eröffnet aber auch zukunftsträchtige Anwendungen, die die Energieversorger oder weitere Dienstleister in Ko­ operation mit Privaten und Firmen an­bieten können: Monitoringsysteme können den Stromverbrauch der einzelnen Kunden erfassen und stellen die Daten bereit, um Wärmepumpen, Boiler, Bat­terie­speicher oder dezentrale PV-Anlagen in Echtzeit zu regeln. Stromkonsu­men­ten mit einer

hauseigenen PV-Anlage (‹Pro­sumer›) können ihren Eigenver­brauch ­optimieren. Auf dieser Grundlage sind neue Preis- und Geschäftsmodelle denkbar. So lassen sich elektrische Verbraucher und Erzeugungsanlagen so steuern, dass sie den Charakter eines ‹virtuellen Kraftwerkes› bekommen (wie das die Swisscom-Tochter SES mit ihrem Produkt ‹tiko› macht; siehe dazu Artikel «tiko belebt den RegelenergieMarkt» u ­ nter www.bfe.admin.ch/CT/strom). End­kunden könnten in einem liberalisierten Strommarkt mit dynamischen Preisen festlegen, wann und von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen wollen. Denkbar sind ferner neue Geschäftsmodelle durch Auswertung von Netzdaten.

zu den einzelnen Gridboxen und können dort die gewünschten Informations- und Steuerungsaufgaben übernehmen.

Die Gridbox, hier in einem Verteilkasten eingebaut.

PILOTPROJEKTE IM BERNER OBERLAND UND IN ZÜRICH Ein möglicher Weg zu dieser schönen neuen Welt vielfältig genutzter Verteilnetze ist die Gridbox-Technologie. Die Gridbox ist ein Mess-, Kommunikations- und Steu­er­­­ gerät, das an wichtigen Punkten im Stromnetz eingebaut wird: im Haus des Stromkunden, in Verteilkästen (versorgen jeweils einen Strassenzug mit Strom) oder in Trafostationen (versorgen jeweils Teile eines Quartiers oder eines Dorfes). Von den einzelnen Gridboxen gelangen die Messdaten per Mobilfunk, Stromleitung (PLC) oder Glasfasernetz in die Zentrale, wo die Daten aufbereitet, gespeichert und – je nach Anwendung – in geeignete Steuerungssignale verarbeitet werden. Die S ­ teuerungsbefehle gelangen dann auf gleichem Weg zurück

Das mit Gridboxen ausgestattet Verteilnetz mit seinen Stromflüssen wird auf einem Bildschirm anschaulich. Die grünen und grauen Verbindungen zeigen schematisch die Leitungsstränge von den Trafostationen und Verteilkästen zu den Haushalten. Jede Verbindung zeigt einzeln die drei Phasen und den Nullleiter. Bei Anklicken eines Haushalts (Kreissymbol) zeigt das System, wie viel Strom der Haushalt zur Zeit insgesamt verbraucht. Die Gridbox macht es möglich, Elektroboiler, Wärmepumpen, Batterien und Photovoltaikanlagen ein- und auszuschalten bzw. stufenweise zu regeln.

Gridboxen werden an verschiedenen Stellen im Mittel- und Niederspannungsnetz ein­ gebaut und ermöglichen ein detailliertes Netzmonitoring sowie die Beeinflussung

Das Pilotnetz des ewz in Zürich-Affoltern nutzt für die Datenkommunikation zwischen den Grid­

von flexiblen Lasten und Erzeugern.

boxen die Stromleitung (Breitband Power Line Communication) bzw. Glas­faserverbindungen.

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ENERGIEMANAGEMENT

SO FUNKTIONIERT DIE GRIDBOX Um Stromnetze ‹intelligent› zu machen, gibt es verschiedene Ansätze: Das Netz kann mit dezentralen, nicht-koordinierten Mess- und Steuerungseinheiten ausgestattet werden, die untereinander keine Daten austauschen. Diesen Weg geht z. B. das Gridsense-System von Alpiq (siehe Artikel «Schwarmintelligenz für das Strommetz» unter www.bfe.admin.ch/CT/strom). Anders das GridboxSystem: Hier werden die dezentral erhobenen Daten an eine regionale Zentrale übermittelt und dort ausgewertet und in Steuerungssignale verarbeitet, was eine Koordination aller Geräte und weitergehende Funktionalitäten ermöglicht. Gridboxen werden an wichtigen Netzknotenpunkten eingebaut: in Häusern, Verteilkästen und Trafostationen. Gridboxen erfassen im Sekundentakt die Phasorinformationen (zeitsynchron Amplitude von Strom und Spannung und damit den Phasenwinkel zwischen beiden Grössen), dazu Power-QualityMessgrössen wie Klirrfaktor und Oberwellen. Durch den Vergleich der Phasorinformationen verschiedener Gridboxen lassen sich wichtige Aussagen über den Zustand des Gesamtnetzes gewinnen. Um den Vergleich zu ermöglichen, bezieht jede Gridbox über GPS eine exakte Zeitinformation. Die Gridbox ist ein Steuer- und Messgerät, welches die wichtigsten Funktionalitäten einer Phasor-Measurement-Unit (PMU), eines Power-Quality-Messgeräts und eines Störschreibers in einem Gerät vereint. Eine einzige Gridbox kann aktuell die Stromstärke in bis zu 40 Leitern (10 Strängen) messen, was in Verteilkästen und Trafostationen wichtig ist. Dabei kommen (speziell für das Projekt entwickelte) Rogowski-Spulen zum Einsatz, die um die Leiter gelegt werden und den Strom mit Induktivtechnik kontaktlos messen. Für die Spannungsmessung wird die Gridbox direkt mit dem Leiter verbunden. Die beiden Pilotnetze im Berner Oberland und in der Stadt Zürich sind so ausgestattet, dass Rückschlüsse auf den Stromverbrauch der angeschlossenen Haushalte nicht möglich sind. Technologien für Monitoring, Kontrolle und Steuerung von Verteilnetzen werden heute schon von verschiedenen Elektrizitätsversorgern getestet bzw. ein­ gesetzt. Neue Systeme sind zum Beispiel das oben erwähnte System Gridsense von Alpiq, das von der Westschweizer Firma DEPSys entwickelte System GridEye oder – um ein ausländisches Beispiel zu nennen – das System iNES des deutschen Energieinfrastrukturdienstleisters SAG. BV

Das Gridbox-Basismodul und vier Rogowski-Spulen zur kontaktlosen Strommessung (vorne rechts).

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Im Rahmen des aktuellen Projekts wird die Gridbox in zwei Pilotnetzen im Berner Oberland und in der Stadt Zürich getestet: In der Gegend von Frutigen und Kiental wurden im Juni 2015 gut 60 Haushalte mit einer Gridbox ausgerüstet, 21 weitere Gridboxen in Verteilkästen und Trafo-­Stationen installiert. Damit verfügt ein gut 50 km umfassender Teil des BKW-Mittel- und Niederspannungsnetzes über die Messinfrastruktur. Die zweite Pilotregion befindet sich in einem städtischen Umfeld: In Zürich-Affoltern wurde ebenfalls im Juni 2015 ein Niederspannungsnetzgebiet mit 40 Wohnhäusern und ca. 700 Kunden mit insgesamt knapp 50 Gridboxen ausge­ rüstet. «Das Gridbox-Pilotprojekt ist für ewz ein erster grosser Meilenstein auf dem Weg zum Verteilnetz der Zukunft», sagt Benedikt Loepfe, Leiter Verteilnetze bei ewz. «Zusammen mit dem grössten Batteriespeicher der Schweiz, den wir ebenfalls in Zürich-Affoltern installiert haben, steht uns ein weltweit wahrscheinlich einzigartiges Praxislabor zur Verfügung. Hier wollen wir kontinuierlich dazulernen, welche Beiträge wir als Verteilnetzbe­ treiber zur Umsetzung der Energiewende leisten können.»

BESCHREIBUNG DES GESAMTNETZES Das Gridbox-Projekt startete 2011 mit zwei Konzeptstudien, die aus dem BFEForschungsprogramm Netze finanziert wurden, gefolgt von der Entwicklung der Gridbox-Geräte und deren Installation in den beiden Pilotnetzen. Seit Juni 2015 läuft die einjährige Demonstrations- und Testphase. Eine zentrale Frage des Feldversuchs ist, ob ein Gridbox-Messsystem den Zustand (Ströme, Spannungen) eines Netzes flächendeckend beschreibt, obwohl Gridboxen nur an ausgewählten Punkten installiert sind. Das scheint tatsächlich zu gelingen, indem die Messwerte der einzelnen Gridboxen mittels mathematischer Modellierung (Algorithmen) auf das Gesamtnetz extrapoliert werden. Dank dieser sogenannten ‹state estimation› weiss man für das Berner und das Zürcher GridboxNetz für jede beliebige Stelle im Netz, wie gross Strom und Spannung an dieser Stelle sind. In den Worten von Dr. Oliver Krone, Leiter Smart Grid Engineering bei der BKW Energie AG: «Wir haben den Nachweis erbracht, dass Zustandsschätzung (State Estimation) im Niederspannungsnetz mittels phasensynchroner und hochgenauer Messung technisch möglich ist.» In einem nächsten Schritt wollen die Forscher


nun herausfinden, wie stark die Zahl der Gridboxen reduziert werden kann, um immer noch eine hinreichend genaue Schätzung des Gesamtnetzzustands zu er­halten. Je schlanker die Messinfrastruktur, desto günstiger wird die Ausrüstung eines Verteilnetzes. Ein weiteres Ergebnis der beiden Testnetze: Die Datenübertragung von den Gridboxen in die Zentrale und zurück erfolgt genügend schnell und verlässlich. Das für den Pilotversuch eigens entwic­kelte Kommunikationsprotokoll (‹GridNet›) erwies sich als sehr tolerant gegenüber Paket­ verlusten und kurzen Verbindungsunterbrüchen. Obwohl das Mobilfunknetz eine begrenzte Kapazität zur Datenübertragung aufweist, bewältigt es das Datenvolumen aus den Gridboxen zuverlässig. Eine ­Voraussetzung ist allerdings, dass das Datenvolumen – 2 MB pro Gridbox pro Sekunde – noch in der Gridbox um einen Faktor 1000 reduziert wird. Erfolgreich erprobt wurden in dem Projekt auch Technologien im Hinblick auf eine Plug-andPlay-Funktionalität der Gridboxen. Das bedeutet, dass eine Gridbox an einer beliebigen Stelle ins Netz geschaltet werden kann und diese dann selber erkennt, an welchem Ort sie sich befindet und deren Daten in der Folge korrekt zur Beschreibung des Gesamtnetzes herangezogen werden.

INNOVATIVE PARTNERSCHAFT Im Gridbox-Projekt arbeiten mit BKW und ewz zwei der grössten Verteilnetzbetreiber mit Spezialisten aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) zusammen. Diese Kooperation ist richtungsweisend für die Fortentwicklung der Schweizer Netzinfrastruktur. So ist eine Haupterkenntnis von ewz-Manager Bene-

dikt Loepfe: «Das Verteilnetz der Zukunft zu bauen ist im Alleingang unmöglich. Es braucht einen Mix an Kompetenzen aus Netzplanung und -betrieb sowie ICT und Datenmanagement. Im Gridbox-Projekt sind wir mit unseren Projektpartnern dafür ideal aufgestellt.»

Energietransparenz mit Saia PCD®

Stephan Moser, Supercomputing Systems AG.

HINWEISE Die zwei Schlussberichte zur Konzeptphase finden Sie unter: www.aramis.admin.ch/ Texte/?ProjectID=31232 Weitere Auskünfte zu dem Projekt erteilt Dr. Michael Moser (michael.moser@bfe. admin.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Netze.

Intelligente Strommessung für Transparenz im Eigenverbrauch und solarem Deckungsgrad  Ein- oder dreiphasige Energiezähler

Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Netze finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/strom.

BFE UNTERSTÜTZT PILOT-, DEMONSTRATIONSUND LEUCHTTURM-PROJEKTE

 Direktmessung 32 A/65 A, Wandlermessung 1500 A  Uni- und bidirektionale Messrichtung  Kommunikation M-Bus/Modbus und S0-Impuls  MID geprüfte Qualitätsmessung

Das aktuelle Projekt von SCS, Bacher Energie, BKW und ewz gehört zu den Pilotund Demonstrationsprojekten, mit denen das Bundesamt für Energie (BFE) die sparsame und rationelle Energieverwendung fördert und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreibt. Darüber hinaus hat das BFE eine Reihe von Leuchtturmprojekten bezeichnet, die sich ebenfalls an den Zielsetzungen der Energiestrategie 2050 orientieren. Das BFE fördert Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte mit 40 % der nicht amortisierbaren Mehrkosten gegenüber den Kosten für konven­ tionelle Techniken. Gesuche können jederzeit eingereicht werden. Weitere Informationen unter: www.bfe.admin.ch/pilotdemonstration www.bfe.admin.ch/leuchtturmprogramm Saia-Burgess Controls AG Bahnhofstrasse 18 | 3280 Murten, Schweiz T +41 26 580 30 00 | F +41 26 580 34 99 www.saia-pcd.com | info.ch@saia-pcd.com www.s-monitoring.com


ENERGIEMANAGEMENT

LANDIS+GYR G3-PLC-TECHNOLOGIE ERFOLGREICH GETESTET von Michael Staudinger, Country Manager, Landis+Gyr Schweiz

Neue kosten- und ressourcensparende Smart Meter-Kommunikationstechnologie bietet die Grundlage für Anwendungen im Smart Grid und Smart Home.

L

andis+Gyr erweitert sein Portfolio um eine weitere Smart-MeteringLösung mit der G3-Powerline Communication (PLC)-Technologie. Diese ermöglicht eine besonders effiziente Übertragung von Messdaten über das Stromnetz und bildet daher die Basis für sehr leistungsstarke und gleichzeitig kostengünstige EnergiemanagementLösungen. Zuvor wurde in mehreren Feldtests, die Landis+Gyr durchgeführt hat, festgestellt, dass G3-PLC bereit für den Einsatz fürs Smart Metering ist. Bereits seit ­A nfang 2015 testet Landis+Gyr die G3PLC – Technologie in der Schweiz: Dafür stellte die AEK Energie AG ein Umspannwerk zur Verfügung, welches sowohl Industrie- als auch Privathaushalte versorgt. G3-PLC wurde speziell entwickelt, um den Anforderungen der zukünftigen erweiterten Netzwerk- und Anwendungsebenen gerecht zu werden. Jene Technologie nutzt die neueste «Internet Protocol Version 6» (IPv6). Durch diese Funktionalität kann G3-PLC auch zur Entwicklung des «Internets der Dinge» einen entscheidenden Beitrag leisten. Um das volle Potential auszuschöpfen, kommt der E450 Zähler von Landis+Gyr mit integriertem G3-PLCModem zum Einsatz, welcher den hohen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gerecht wird. Die erste Generation von PLC Kommu­ni­ ka­tionstechnologien hat Spread Frequency Shift Keying (S-FSK) mit 2 Frequenzen verwendet. Die neuesten Technologien

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ENERGIEMANAGEMENT basieren nun auf Orthogonal Frequency Division Multiplexing (OFDM), welches erfolgreich in moderner Funk- und drahtgebundener Kommunikation eingesetzt wird. G3-PLC ist von der G3-Alliance als offener Standard definiert und setzt sich aus bewährten Technologien zusammen. Sie verwendet 36 Trägerfrequenzen von 36 bis 90 kHz. Jene Daten werden mittels Differential Phase Modulation als DBPSK, DQPSK und D8PSK aufmoduliert. Die ausgefeilte Forward Error Correction sorgt dabei für die Robustheit der Übertragung. Sie besteht aus einem Scrambler, einem Reed Solomon Encoder, sowie einem Convolutional Encoder, welcher zusammen mit dem Interleaver, der die Bits über Zeit und Frequenzen streut, für die Robustheit der Übertragung sorgt. Zusätzlich sichert ein Robust-Mode, welcher jedes Bit viermal überträgt, dafür, dass die Kommunikation auch unter schlechtesten Bedingungen noch funktioniert. Das Tonemapping sorgt ausserdem für das dynamische Ausblenden von Trägerfrequenzen, wenn Störesignale im Übertragungsband vorhanden sind.

Die Modulationsart und die Verwendung des Robustmodes werden dynamisch auf jeder Verbindung im Netz optimiert, was in Geschwindigkeiten von 2 400 bis 42’000 bit pro Sekunde resultiert. Tonemasking erlaubt ausserdem das per­ manente Ausschalten von einzelnen ­Trägern.

ihrer stabilen Leistung und hohen Kommunikationsgeschwindigkeit schnell an Bedeutung gewinnen.

G3-PLC hat auf dem MAC-Layer zur sicheren Authentizierung (EAP-PSK) Mechanismen und verschlüsselten Über­ tragung (AES-128). Das Lightweight OnDemand Ad Hoc Distance-Vector Routing Protocol – next generation (LOADng) ist ein auf die spezifischen Bedürfnisse von PLC optimiertes Protokoll, das ein Minimum an Overhead generiert und unterschiedliche Up- und Downstream Routen zulässt. Die Protokolle 6LoWPAN, IPv6 und UDP erlauben des Weiteren eine nahtlose Einbindung ins Internet der Dinge. Mit einer installierten Basis von über 40 Millionen Messstellen in Europa ist PLC schon heute eine der am häufigsten verwendeten Kommunikationstechno­ logien für Smart Meter und wird aufgrund

KONTAKT www.landisgyr.ch

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ENERGIEMANAGEMENT

ENERGIEZÄHLER VON SBC ENERGIETRANSPARENZ SCHAFFT KLARE VERHÄLTNISSE • Installationsfreundliche ein- und dreiphasige Energiezähler • Hohe Nutzungsqualität dank Kommunikationsschnittstelle und MID-Prüfung • Erfassung und Bereitstellung energiebezogener Verbrauchswerte

Funktionsprinzip von Energie-Monitoring mit Elektrozähler von SBC.

DIE ZUKUNFT DER ENERGIEEFFIZIENZ Der Bedarf an Energie ist weltweit steigend und wird durch die Digitalisierung unserer Welt auch im nächsten Jahrzehnt stark zunehmen. Mit diesem Hintergrund wird der «ökologische Fussabdruck» für Unternehmen als auch Privatpersonen vermehrt zum wirtschaftlichen Faktor. Es ist deshalb naheliegend, dass – vor allen anderen möglichen Massnahmen Richtung Energieeffizienz – zunächst Energietransparenz geschaffen wird. Unter dem Begriff S-Monitoring wird bei Saia Burgess Controls das Erfassen und Bereitstellen energiebezogener Verbrauchswerte beschrieben. Das zentrale Element ist und bleibt dabei der Energie-

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zähler. Der regeltechnische Zusammenhang erfolgt erst im Anschluss durch den zeitlichen und / oder funktionellen Vergleich der Zähler- bzw. Messwerte. Dazu benötigt ein Messgerät heutiger Ausprägung einen Netzwerkanschluss zur Übertragung der Messwerte. Das S-Monitoring-Konzept verbindet Stromzähler mit lokalen, einfach zu interpretierenden Monitoring-Lösungen, und stellt sie komplexeren Analysewerkzeugen für die weitere Auswertung zur Verfügung.

BUSFÄHIGE STROMZÄHLER – ENERGIE GEZIELT PRO VERBRAUCHER ERFASSEN Die Reihen-Einbau-Zähler (REG) passen auf DIN-Schienen in jeden handelsüblichen Verteilerkasten und offerieren über eine Kom­

munikationsschnittstelle Verbrauchswerte wie Energie (kWh), Strom (A), Spannung (V) und Leistung (Wirk- und Blindleistung). Durch die geringen Abmessungen und eine nach MID-Massstäben geprüfte Genauigkeitsklasse bieten die Geräte hohe Nutzungsqualität bei geringen Investitionskosten. Als 1-Ph oder 3-Ph Energiezähler lassen sich die Geräte sowohl als reine Verbrauchsmessung oder Mess­ geräte mit bidirektionaler Funktion (Photovoltaik) beziehen. Die Messung erfolgt direkt (bis 65 A) oder als Wandlermessung (bis 1500 A).

ENERGIE VISUALISIEREN MIT S-MONITORING Durch die Kommunikation mittels Modbus, M-Bus oder S-Bus sind die Zeiten um-


© SBC

ENERGIEMANAGEMENT wertigen Farb-TFT-Display dar. Über eine intuitive Benutzeroberfläche sind Energie­ werte wie elektrische Leistung und Arbeit, aber auch Kosten, in aussagefähigen Diagrammen abrufbar. Zusätzlich speichert ein E-Monitor erfasste Werte, die über eine Cloud-basierte Datenbank ausgelesen oder lokal mit jedem PC gelesen werden kann.

MASSGESCHNEIDERTE DATENANALYSE Mit S-Monitoring wird Energietransparenz fassbar und kann von jeder Elektrofirma installiert werden. Eine rasche Auswertung der Energiewerte ist möglich und ebenso einfach wie die Installation selbst.

Ein- oder dreiphasigen Elektrozähler von SBC.

ständlicher und fehlerbehafteter Zähler­ ablesungen mit Papier und Bleistift vorbei. Für die lokale Visualisierung in Form

eines Bedienpanels stellt S-Monitoring die Verbrauchswerte der angeschlossenen Strom­zähler in einem qualitativ hoch-

Komplexere Datenanalysen und Dienstleistungen in Cloud-basierten Expertisen erfolgen im Anschluss; je nach Fokus und Einsatzgebiet durch hochqualifizierte Dienstleistungsfirmen, die eine fundierte Anlagenbewertung mit Energie- und Betriebsanalyse anbieten können.

ÜBER DIE SAIA-BURGESS CONTROLS AG: Saia Burgess Controls (SBC), mit Sitz in Murten in der Schweiz, ist der Auto­ matisierungsspezialist für jede Art von Infrastruktur. SBC inspiriert durch die Flexibilität seiner Saia PCD ® Automationsstationen, die Kompatibilität und Portabilität mit höchster Langlebigkeit verbinden. Der direkte Mehrwert dieser Lösungen ist nachhaltiger Ertrag für Systemintegratoren, Originalaus­ statter, Betreiber und Nutzer. Darüber hinaus entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen mit seinen rund 300 Mitarbeitern Web-HMI, dezidierte Raumregler sowie Geräte zur Verbrauchsdatenerfassung. Als 100 %ige Tochter der Honeywell Gruppe ist SBC weltweit der ideale Partner für die Infrastrukturautomatisierung.

KONTAKT Saia-Burgess Controls AG Bahnhofstrasse 18 3280 Murten Schweiz Telefon +41 (0) 26 580 30 00 www.saia-pcd.com

Besuchen Sie uns an den Powertagen 2016 in der Halle 6 / Stand F10

Ausgabe 1/2016 // Seite 13


ENERGIEMANAGEMENT

AUTOMATIC TRANSFER SWITCHES FÜR REDUNDANTE STROMVERSORGUNG EATON STELLT AUTOMATIC TRANSFER SWITCHES FÜR REDUNDANTE STROMVERSORGUNG IM RECHENZENTRUM VOR Die Netzumschaltgeräte ermöglichen die Speisung von IT-Equipment mit Einzelnetzteil über zwei unabhängige Stromquellen. Fällt eine der beiden Stromquellen aus, schaltet der Automatic Transfer Switch unterbrechungsfrei auf die verbleibende Zuleitung um. Die Stromversorgung bleibt somit auch bei Ausfall einer Stromquelle erhalten.

M

it den Modellen ATS 16 und ATS 30 präsentiert Eaton zwei neue Automatic Transfer Switches (ATS) für die redundante Stromversorgung von ­IT- und Netzwerkinstallationen. Die Netzumschaltgeräte ermöglichen die Speisung von IT-Equipment mit Einzelnetzteil über

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zwei unabhängige Stromquellen und schaffen dadurch eine zusätzliche Redundanz­ ebene. Fällt eine der beiden Stromquellen aus, schaltet der Automatic Transfer Switch unterbrechungsfrei auf die verbleibende Zuleitung um. Die Stromversorgung bleibt somit auch bei Ausfall einer Stromquelle

erhalten. Die Stromzufuhr kann über A / BEinspeisung mit zwei unabhängigen Netzzugängen erfolgen oder alternativ über eine Kombination von Stromnetz und USV-System. Eine N +1-Redundanz mit zwei USV-Anlagen lässt sich ebenfalls mit Hilfe der Eaton Automatic Transfer Swit-


ENERGIEMANAGEMENT geben kann, um die Betriebssicherheit sicherzustellen und die Betriebskontinuität zu gewährleisten.

ches realisieren. IT-Leiter und Rechenzentrumsbetreiber können so die Verfügbarkeit ihrer IT-Umgebung flexibel und kostengünstig erhöhen, ohne dass in den kritischen Strompfad eingegriffen werden muss. Die Eaton Netzumschaltgeräte ATS 16 und ATS 30 bieten eine hohe Leistungsdichte und belegen nur eine Höheneinheit im Rack. Der ATS 16 ist auf 16 A ausgelegt und bietet zwei IEC C20-Anschlüsse für den Stromeingang sowie acht IEC C13- und eine IEC C19-Buchse für den Anschluss von Verbrauchern. Das Modell verfügt stand­ardmässig über ein LCD- Display für die grundlegende Konfiguration und ist optional mit Webinterface und SNMP­Modul (Netpack) verfügbar. Der ATS 30 ist für Lasten von bis zu 30 A ausgelegt und verwendet fest verdrahtete Anschlüsse für Ein- und Ausgang. Er verfügt zudem über integrierte Netzwerkfunktionen für Remote-Zugriff und Verwaltung. Der ATS 30 sowie der ATS 16 in der Netpack-Variante lassen sich ausserdem mit Eaton G3-ePDUs und dem Intelligent Power Manager kombinieren. Anwender erhal­ ten so ein einfach zu implementierendes Energiemanagement-System mit umfangreichen Virtualisierungsfunktionen. Die Eaton Netzumschaltgeräte sind ab sofort in der Distribution und im Fachhandel erhältlich.

SCHON GEWUSST? USV-Anlagen von Eaton übertreffen die Anforderungen der bevorstehenden Änderungen an der internationalen Richtlinie zur USV-Sicherheit. Nach einer Reihe von strengen Tests bestätigte Eaton, dass die aktuellen Produkte zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) nicht nur bereits die Anforderungen der bevorstehenden Änderungen an der internationalen Norm IEC 62040 Un­interruptible Power Systems (UPS) – Part 1: General and Safety Requirements for UPS erfüllen, sondern sogar übertreffen. Dies bedeutet, in Kombination mit dem umfassenden Verständnis der Industriebelange, dass das EnergiemanagementUnternehmen Managern aus der IT-Branche und Rechenzentren qualifizierte Ratschläge

«Aufgrund der Änderungen an der Norm IEC 62040 ist es zwingend erforderlich, dass USV-Hersteller entweder einen Wert für den zulässigen Kurzzeit-Bemessungsstrom (Icw) oder für den bedingten Bemessungskurzschlussstrom (Icc) bei ihren Produkten angeben», so Janne Paananen, Technology Manager bei Eaton. «Dies stellt eine willkommene Entwicklung dar, weil es bei der Konstruktion von Energie­ systemen, die selbst unter extremen Fehlerbedingungen immer noch sicher betrieben werden können, darauf ankommt, auf zuverlässige Informationen über diese Werte zurückgreifen zu können. Jedoch übertreffen die aktuellen Fehlerstrompegel in realen Anlagen die in den Änderungen auf­ gelisteten erforderlichen Bemessungen für ‹Icw› und ‹Icc› in der Regel. Es ist wichtig, dass Konstrukteure dies bei der Auswahl von Produkten beachten, sodass sichergestellt ist, dass die Bemessungen des Produkts die Fehlerstrompegel der Anlage übertreffen und sie deshalb sicher in der Installation verwendet werden können.» Damit die Norm erfüllt wird, müssen USVAnlagen mit einem angegebenen Wert von 10 kA oder höher für ‹Icc› oder ‹Icw› im Labor mit einer vorgeschriebenen Stromstärke, die an den Eingangsklemmen der USV abgenommen wird, und mit einem Kurzschlussstrom an den Ausgangs­ klemmen der USV geprüft werden. Über den gesamten Test muss die USV sicher betrieben werden, ohne dass Fehlerlichtbögen entstehen oder Flammen hervorschlagen.

ist der Strom, der ohne Schaden über einen kurzen Zeitraum entnommen werden kann. Der Bemessungskurzschlussstrom (Icc), der in der Regel verwendet wird, beispielsweise bei Absicherung der USV durch eine Sicherung, ist der voraussichtliche Kurzschlussstrom, dem widerstanden werden kann, bis die Kurzschlussschutzeinrichtung auslöst. Die Be­ messungen richten sich nach den Pfaden mit niedriger Impedanz der USV, in der Regel ein statischer Schalter mit entsprechenden Komponenten wie beispielsweise Sicherungen, Schaltern und Induktoren, die beim Betrieb im Bypass- oder LineInteractive-Modus verwendet werden. Die Anforderungen gelten für jeden individuellen Bypass-Stromkreis, einschl. der internen Wartungs-Bypass-Stromkreise.

ÜBER EATON Eatons Geschäftsbereich Elektrotechnik ist weltweit führend bei Produkten und Engineering- Dienstleistungen zur Energie­ verteilung, sicheren und unterbrechungsfreien Stromversorgung, Maschinen- und Gebäudeautomatisierung, Anlagen- und Motorschutz, Beleuchtungs-, Sicherheitsund Kabelmanagement sowie Komponenten für raue Umgebungsbedingungen und explosionsgefährdete Bereiche. Mit seinen globalen Lösungen ist Eaton bestens aufgestellt, um Antworten auf die derzeit wichtigsten Herausforderungen im Energiemanagement zu geben.

Das Produktdesign von Eaton unterliegt bereits sehr strengen Sicherheitsstand­ ards und so konnten gute Ergebnisse erzielt werden, die die Mindestanforderungen übertroffen haben.

Eaton ist ein im Bereich des Energiemana­ gements tätiges Unternehmen, das 2014 einen Umsatz von 22,6 Mrd. US-Dollar erwirtschaftete. Eaton stellt seinen Kunden energieeffiziente Lösungen bereit, mit ­denen sie elektrische, hydraulische und mechanische Energie effektiver, effizienter, sicherer und nachhaltiger managen können. Eaton beschäftigt ca. 99’000 Mitarbeiter und verkauft Produkte an Kunden in mehr als 175 Ländern.

Der durch die neue Norm abgedeckte zu­ lässige Kurzzeit-Bemessungsstrom (Icw)

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.eaton.com/powerquality

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UNSERE

ENERGIE VERBINDET

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SICHERHEIT

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CYBER THREAT INTELLIGENCE IM ENERGIESEKTOR GEBEN SIE HACKERN KEINEN (WISSENS-)VORSPRUNG Wenn es um die Sicherheit in kritischen Infrastrukturen geht, dürfen keine Kompromisse eingegangen werden. Ansonsten drohen schnell kritische Situationen wie der «Blackout». So wie auch der der Titel eines der erfolgreichsten Technologie-Thriller der letzten Jahre lautet. Die Sicherheit darf aber nicht reaktiv sein, denn wenn Hackern angreifen, ist es meist schon zu spät. Nur wer weiss, was Cyber-Kriminelle vorhaben, mit welchen Bedrohungen in Zukunft zu rechnen ist, kann frühzeitig die nötigen Schritte einleiten. Und genau hier setzt «Cyber Threat Intelligence» an. von Markus Limacher

K

ritische Infrastrukturen, ob in den Bereichen Energie, Wasser oder Verkehr, sind auf funktionierende Systeme angewiesen. Die Absicherung von ICS- und SCADA-Systemen stellt Unternehmen jedoch vor eine Reihe von

Herausforderungen. Bislang bewegten sich solche Steuerungs-Systeme in einer eigenen Welt proprietärer Protokolle, auf speziellen Plattformen und einer darauf zugeschnittenen Kommunikationsinfrastruktur. Sie waren von anderen Netzwerken – ein­

schliesslich dem Internet – meistens isoliert. Durch die zunehmende Prozessintegration und Interoperabilität mit Partnern etc. wird immer häufiger auch Standard-Hard- und Software eingesetzt, welche über öffentliche Netzwerke angebunden werden.

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SICHERHEIT Dadurch sind diese Systeme und die mit diesen Systemen verbundenen Komponenten den bekannten Risiken und Bedrohungen ausgesetzt und angreif­barer. Erschwerend kommt hinzu, dass kritische Infrastrukturen ein attraktives Ziel für Hacker sind und die Zahl der Cyber-Angriffe seit Jahren exponentiell wächst, wie Black­Energy, Dragonfly oder auch Sandworm drastisch belegen. Traditionelle Netzwerkschutz-Tools wie Intrusion-Detection-Systeme und AntiVirus-Lösungen haben den Fokus auf der Erkennung von Angriffen, wenn bereits erste Barrieren überwunden und ein IncidentResponse-Verfahren gestartet werden soll. Eine kontinuierliche Professionalisierung der Angreifer und Weiterentwicklung von Einbrüchen und Verschleierungstaktiken definiert diese Sicherheitsansätze alleine als nicht ausreichend. Sicherheitsverantwortliche benötigen deshalb zur Überwachung und Optimierung der bestehenden präventiven Abwehr-Mechanismen aktuelle, detaillierte und zuverlässige Informationen über die sich ständig wandelnden und weiterentwickelnden Angriffsmethoden, wie beispielsweise Zero-Day Threats, Advanced Persistent Threats (APTs), DDoS Attacken, Ransomware und andere Be-

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drohungs-Szenaren. Aber genau diese Informationen findet man in den seltensten Fällen im öffentlichen Internet.

MIT WISSEN GEGEN DIE KRIMINELLEN Es reicht nicht mehr sich reaktiv vor aktuellen Cyber Attacken zu schützen, heutzutage braucht es eine umfassende und präventive Threat Intelligence. Denn nur wer seine Gegner im Detail kennt, kann aus einer fundierten Informationsposition heraus agieren (und muss nicht kurzfristig oder überhastet reagieren). Nur so ist es möglich, auf Augenhöhe mit möglichen Angreifern zu bleiben und sich zuverlässig zu schützen. Gleichzeitig wird die Erfolgswahrscheinlichkeit für aktuelle und künftige Bedrohungen massiv einschränkt. Zudem treibt dies die Kosten und den Aufwand für die Angreifer in die Höhe. Threat Intelligence ermöglicht es also Unternehmen, insbesondere auch aus dem Energiesektor, mit den immer anspruchsvolleren und international organisierten Bedrohungen umzugehen. Dabei werden systematisch Daten über aufkeimende Bedrohungen und Trends gesammelt. Hierbei bedient man sich unterschiedlichster Quellen, wie dem Darknet, aber auch Tor

Netzwerke, Hacker Foren, Internet, Blogs, Social Media, IRC Channels, etc. Diese Daten werden gefiltert, analysiert und korreliert, um daraus nützliche Informationen abzuleiten. Der erhebliche Mehrwert besteht darin, dank der frühen Kenntnis über neue Schwachstellen und dem Wissen über eine mögliche Ausnutzung dieser Schwachstellen aus erster Hand und direkt von der Quelle zu bekommen. Threat Intelligence unterstützt die Sicherheitsverantwortlichen proaktiv bei der frühzeitigen Identifizierung neuer Bedrohungen sowie bei der rechtzeitigen Einleitung geeigneter Massnahmen (aus dem ganzen verfüg­ baren Spektrum möglicher Massnahmen; ggf. intern, extern und mit Partnern und Providern zusammen) um einen erfolg­ reichen Angriff zu verhindern.


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360° SICHT AUF DIE INDIVI­ DUELLE BEDROHUNGSLAGE Stand bis vor kurzem der reine Schutz vor Cyber Attacken im Zentrum der Sicherheitsbetrachtung, braucht es heute ein umfassendes Cyber Threat Management. Dieses zielt darauf ab, Bedrohungen zu erkennen, daraus die entsprechenden Lehren zu ziehen und somit mit den Angreifern stets Schritt zu halten. Wenn also  Unternehmen über die relevanten (teilweise gar personalisierten) Threats so zeitnahe wie möglich im Bilde sind, dann können sie auch rechtzeitig mitigierende Massnahmen initiieren und das Schliessen von Sicherheitslücken einleiten, um das Risiko zu mindern oder gar zu ver­ hindern. Die Risikosituation und Bedrohungslage ändert sich stetig. Aus diesem Grund sind regelmässige Überprüfungen des Sicherheitsdispositivs nach neuen Bedrohungen und Schwachstellen unerlässlich. Deshalb sollten zur Kontrolle zusätzlich regelmässig Sicherheitsaudits, Penetration Tests und auch Vulnerability Scans durchgeführt werden. Nur so kann die Sicherheit an die aktuelle Risiko­

situation angepasst und optimiert werden. Führende Energiedienstleister haben den Mehrwert von Threat Intelligence aus professionellen internen und externen Quellen erkannt und nutzen diese Recherche, Analyse und Korrelation bereits zu ihrem Vorteil.

INFOGUARD AG SICHERT DIE ENERGIEVERSORGUNG Der Schweizer InformationssicherheitsExperte InfoGuard bietet nebst einem ­individuellen Cyber Threat Intelligence Service eine umfassende Palette an geeigneten Massnahmen zum Schutz der Daten und Systeme im Energiesektor. Dazu zählen CISO as a Service, Sicherheitsaudits und Penetration Testing, aber auch Massnahmen zur Implementierung einer greifenden organisatorischen Sicherheit sowie technologische Sicherheitslösungen und ­Managed Services aus der Schweiz – angefangen von der Erstellung eines Zonenkonzeptes über den Perimeter Schutz bis hin zur Real Time Überwachung mittels eines Security Information and Event Management Systems (SIEM) aus dem ISO / IEC 27001 zertifizierten Cyber Defence Center in der Schweiz.

KONTAKT AUTOR Markus Limacher Senior Security Consultant InfoGuard AG Lindenstrasse 10 6340 Baar


Der Branchentreffpunkt der Schweizer Stromwirtschaft 31. Mai bis 2. Juni 2016, Messe Zürich · Zentrale und dezentrale Erzeugung · Speicherung · Übertragung und Verteilung · Smart Grid, Smart Metering · Leittechnik · Leitungsbau · Energiemanagementund Messdatenmanagement · Stromhandel und Vertrieb · Energiedienstleistungen und Energieeffizienz · Infrastruktur für E-Mobilität

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«KMU SOLLEN OFFEN FÜR NEUES SEIN» von Christian Wild, Redaktor der Online Marketing AG, www.online-marketing.ch

Das «Internet der Dinge» vereint die physische mit der digitalen Welt und bietet so die Möglichkeit für neue Geschäftsmodelle. Wo sind die Schnittstellen für KMU? Welches sind mögliche Gefahren und No-Gos? Daniel Abbühl, Business Development Manager der GIA Informatik AG, gibt im Interview Auskunft.

D

aniel Abbühl, das Internet der Dinge (IoT) ist gegenwärtig in aller Munde. Ist es für Sie etwas Neues? Daniel Abbühl: Das Internet ermöglichte es den Menschen, auf vorher nie dagewesene Weise miteinander in Verbindung zu treten. Es integrierte Rechner, Server, dann ganze Unternehmen – bis hin zu Dingen. In meinem Verständnis gibt es IoT schon seit Langem; es hatte seine Anfänge zirka um 1990, als die Kommerzialisierung des Internets begann. Was ist für Sie IoT? Dank des Fortschritts von Mikroelektronik und Informationstechnologie wuchs das Bewusstsein, dass alles miteinander vernetzt werden kann. Einfach ausgedrückt bedeutet es für mich, dass Dinge mit ­Intelligenz versehen werden und sie untereinander – mit dem Internet als Transportmedium – kommunizieren. Durch die Daten der smarten Dinge ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten, die die Wertschöpfungs- und Lieferketten beschleunigen. Für den Anwender entsteht dadurch ein besseres Kundenerlebnis, wie etwa die nutzungsbasierte Verrechnung für Musik und Film. Ist IoT eine Spielerei oder bringt es den normalen Endnutzer effektiv weiter? Es bringt uns weiter! Mit IoT bezeichnet man eine Vision – etwa vergleichbar mit dem Kundenbeziehungsmanagement (CRM). CRM ist die Philosophie eines Unter­ nehmens, wie es mit seinen Stakehol­ dern umgeht. Genauso empfinde ich bezüglich IoT, denn niemand in der zivilisierten Welt kann sich seiner Entwicklung entziehen. Ein Beispiel: Die Aufzüge in Wolkenkratzern werden heute intelligent gesteuert. Dabei werden die Besucher am Eingang mittels Smartphone-App erkannt. Ihnen wird akustisch und visuell mitgeteilt, ­welcher Aufzug sie am schnells­

ten zu ihrem Bestimmungsziel führt. Somit lastet ­dieses intelligente Transit­mana­ge­ ment-­S ystem die Aufzüge optimal aus, verkürzt die Wartezeiten und versorgt die Besucher erst noch mit wichtigen ­Informationen! Wo sehen Sie interessante Schnittstellen für KMU? KMU sind gefordert, genauso innovativ wie Grossfirmen zu sein. KMU profitieren dann, wenn sie ihre Wettbewerbsvorteile ausspielen. So können sie ein IoT-Projekt schneller umsetzen, da sie flexibler sind und über kürzere Entscheidungswege verfügen. Welches sind aus Ihrer Sicht die Anforderungen, damit sich IoT tatsächlich durchsetzt? Die Frage ist nicht «ob», sondern «wie schnell» sich IoT durchsetzt. Es geht darum, wie sich ein KMU einen Wettbewerbs­vorteil durch Zuhilfenahme von Technologie ver-

schafft. Ein gutes Beispiel ist die Durchführung eines Services an einer Maschine, bevor sie still steht: Sensoren registrieren einen Fehler und melden diesen autonom dem Serviceprovider. Dieser führt vorausschauend einen Service durch – Stichwort: Predictive Maintenance – und benachrichtigt den Kunden. So wurde ein längerer Systemausfall verhindert. Welche Geschäftsfelder könnte IoT nachhaltig verbessern? Grundsätzlich alle. Denn durch die technischen Möglichkeiten werden neue ­Geschäftsmodelle geschaffen. Beispielsweise kann heute ein Heizungs­sy­stem­ anbieter für unterschiedliche Temperaturen im Wohnzimmer und Schlafzimmer sorgen. Mittels übertragener Daten und per Fernzugriff stellt er Ihr Heizsystem genau auf Ihre Bedürfnisse ein. Der Heizungsanbieter verkauft somit nicht mehr Geräte, sondern Behaglichkeit in Form von Temperatur. Ein weiteres Feld ist das Servicegeschäft

Das Internet der Dinge revolutioniert alle Lebensbereiche.

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SICHERHEIT mit Maschinen, Fahrzeugen oder Ge­­ bäu­den – hier werden schon heute IoT-Lö­ sungen eingesetzt! Auch die Gesundheitsbranche wird für den Kunden nachhaltige Ver­besserungen bieten: Denken Sie nur an die Überwachung von älteren Personen, die zu Hause leben. Dank dem Tragen von speziellen Sensoren («Wearables») kann man ihren Gesundheitszustand permanent kontrollieren. Meldet ein Sensor, dass die Person gestürzt ist oder der Blutdruck nicht mehr normal ist, wird ein Alarm ausgelöst, damit jemand sofort ­helfen kann.

Über Datenbrillen wie «HoloLens» von Microsoft können Sie das Internet der Dinge vor Ihren Augen sichtbar machen. Diese Brille ermöglicht die Darstellung von interaktiven 3D-Projektionen.

«Die Frage ist nicht ‹ob›, sondern ‹wie schnell› sich das Internet der Dinge durchsetzt.»

– Daniel Abbühl, Business Development Manager der GIA Informatik AG –

Welches sind mögliche Gefahren? Als grösste Gefahr sehe ich die Daten­ sicherheit: Wie kann gewährleistet wer-

Darauf warten zum Beispiel Ärzte und Servicetechniker.

den, was mit unseren Daten passiert? Was passiert, wenn ein Hacker die Herrschaft über mein Auto übernimmt, das mit dem Internet über «Car-Net» vernetzt ist, und mich zum Passagier degradiert? Es geht folglich darum, Security-Richtlinien zu schaffen, die den grösstmöglichen Schutz bieten. Was sind No-Gos? Sicher gilt es zu vermeiden, dass durch IoT die Handlungs- und Entscheidungsfreiheit jedes einzelnen Individuums umgangen wird. Nehmen wir beispielsweise an, Sie tragen einen Fitnesstracker, also ein Gerät, mit dem man gesundheits­ relevante Daten auszeichnen kann. Wenn dieses Instrument Ihre täglichen Be­ wegungsaktivitäten und Ernährungsdaten automatisch Ihrer Krankenkasse mel­

det, könnte diese monatlich die Prämie entsprechend Ihrem Risikoprofil an­ passen. Welche Empfehlungen bezüglich Umgang mit IoT geben Sie KMU ab? KMU sollen unbedingt offen für Neues sein! Bei der strategischen Ausrichtung der jeweiligen Unternehmen gilt es, die sich durch IoT bietenden Möglichkeiten zu berücksichtigen. Dies ist ein dynamischer Prozess. Laden Sie deshalb Kunden, Lieferanten sowie branchenfremde Personen zu Workshops ein und werden Sie kreativ. Stellen Sie sich Ihren Markt vor, wie er in drei bis fünf Jahren aussehen könnte, und beantworten Sie Fragen wie: «Wie denken die Kunden?» und «Wie kann man die Lieferanten noch enger in den Produktentwicklungsprozess einbinden?». «Design Thinking» ist eine bewährte Methode, um innovative Ideen zu entwickeln. Wie nutzt die GIA Informatik AG dieses Thema? Als IT-Outsourcing-Partner überwachen wir unsere Rechenzentren mit Instru­ menten, die uns unterstützen, einen störungsfreien und performanten Betrieb zu gewährleisten. Auch beraten wir unsere SAP-Industriekunden über Möglichkeiten, den Schritt zur digitalen Transformation zu bewältigen. Hier geht es neben betriebswirtschaftlichen Aspekten darum, technische Machbarkeiten zu prüfen und in Pilotprojekten zu testen.

Die GIA Informatik AG führt IoT-Workshops und -Veranstaltungen durch.

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Sind bereits konkrete Projekte im Gang? Ja. Wir sind zurzeit in der Vorprojektphase eines IoT-Projekts. Wir prüfen die tech­ni­ sche Umsetzbarkeit, indem wir im Pilotbe-


SICHERHEIT trieb die Konnektivität der «Dinge» herstellen und danach die Aktivitäten auf ein paar Dutzend Geräte und Kunden erweitern. Dabei geht es darum, eine grosse Anzahl von Gerätedaten (Big Data) zu sammeln und zu analysieren. Daraus ziehen wir die richtigen Schlüsse und lösen proaktiv Aktionen aus. Predictive Maintenance wirkt, bevor Schaden entsteht. Weshalb führen Sie IoT-Workshops für Kunden durch? Es gehört zu unseren Herausforderungen, die Trends im IT-Markt zu beobachten. Erkennen wir bei unseren Kunden Potenzial, sehen wir es als unsere Aufgabe an, Möglichkeiten mit ihnen zu diskutieren. Daraus kann – wie im zuvor geschilderten Beispiel – sogar ein Projekt entstehen. Welchen konkreten Nutzen erhalten die teilnehmenden Kunden? Mit den von uns angebotenen Technologien kann der Kunde mit überschaubarem Aufwand ein einzelnes Pilotgerät mit

dem Internet verbinden, erste Daten sammeln und Analysen erstellen. Er sieht dann schnell, dass es funktioniert und kommt auf Ideen, was sonst noch möglich wäre. Welche Lösungsansätze sollen KMU in nächster Zeit verfolgen? Wahrscheinlich sehen wir derzeit nur die Spitze des Eisbergs. KMU sollten deshalb unter die Wasseroberfläche blicken und sich intensiv mit dem Thema «digitale Transformation» auseinandersetzen. Am Ende des Tages geht es meistens um die gleichen Fragen: «Wie erhöhe ich die Kundenbindung und die Kundenzufriedenheit?», «Wie produziere ich günstiger?» und «Wie erreiche ich mehr Kunden?». Mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten in der Mikro- und Sensortechnologie kann IoT ein Werkzeug sein, einen Wettbewerbsvorsprung zu erzielen. Es gilt deshalb, diese Herausforderung anzunehmen und Oberwasser gegenüber den Mitbewerbern zu erlangen.

Daniel Abbühl ist seit mehr als 30 Jahren in verschiedenen Rollen und Verantwortungen in der IT-Branche tätig. Bei der GIA Informatik ist er für die Beratung, Business Development und den Verkauf verantwortlich.

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GEFAHR ERKANNT, GEFAHR GEBANNT WIE ENERGIEVERSORGER IHRE OPERATIVEN RISIKEN MEISTERN KÖNNEN von Ute Zimmermann

Energieversorger, die in den Wertschöpfungsketten Netz oder Erzeugung tätig sind, sind typischerweise Unternehmen mit einem sehr hohen Anlagevermögen, zählt und bewertet man alle Leitungen, Kabel, Trafostationen, Werkzeuge oder Materialien. Im Rahmen des operativen Risikomanagements schaut man sich die Risiken an, die bei diesen Sachanlagen eintreten können, identifiziert und bewertet sie.

A

ls ersten Schritt sollten daher die Mitarbeiter, die sich mit dem Management und der Identifikation von Risiken befassen, einen Risikokatalog bekommen, in dem die für einen Strom- oder Gasnetzbetreiber, für ein Erzeugungsunternehmen oder aber für ein integriertes Versorgungsunternehmen bestehenden Risiken aufgeführt sind. Dies ist der erste Schritt, um in den Risiko-Identifikationsprozess einzusteigen. Danach dann muss der Mitarbeiter selbst beurteilen, wie die Situation in seinem Unternehmen ausschaut: Wie viele assets von welchem Typ sind vorhanden? Haben wir diese Art von Freileitung oder Kabel in unserem Unter-

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nehmen? Trifft die Wassernetz-Problematik auf uns überhaupt zu? Dann gilt es – vereinfacht gesagt – die bestehenden Risiken zu identifizieren, zu aggregieren und sie zu bewerten, um dann geeignete Massnahmen zu ergreifen und dafür zu sorgen, dass sie eben nicht eintreten. Risikomanagement als Steuerungstool: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

OPERATIVE RISIKEN ERKENNEN UND BEWERTEN Operative Risiken im Wassernetzbetrieb könnten beispielsweise der Bruch von Alugrauguss-Leitungen in einer bestimmten Strasse sein. Diese Leitungen sind in den

fünfziger Jahren verlegt worden, nach damaligem Branchenstandard, und haben nun weitestgehend das Ende ihrer Haltbarkeit erreicht. Also gilt es, zu überlegen, vorsichtshalber alle Leitungen dieser Art im gesamten Stadtteil zu erneuern und direkt aktiv zu werden, oder aber das Risiko zu tragen und noch 2 Jahre zu warten, weil die Stadt dann die Strasse sowieso aufbaggern wird (und damit dann auch die Kosten für die Bauarbeiten aufgeteilt werden können). Oder aber es könnten Risiken im Bereich der Freileitungen auftreten, wenn bestimmte Streckenabschnitte durch ein Waldgebiet führen. Je nachdem, wo die Leitungen verlaufen,


SICHERHEIT könnten sie durch umstürzende Bäume beschädigt werden, was erstens zu Versorgungsunterbrechungen führt, zweitens schlechte Presse und drittens Noteinsätze mit sich bringt. Wichtig hierbei: wir reden hier nicht von einem globalen Risiko – Baum fällt auf Freileitung – sondern es gilt, sich in der Netzkarte die Topologien sehr genau anzuschauen und dann einzelne Leitungsabschnitte gezielt zu bewerten: in Abschnitt A ist das Risiko besonders gross, und dies wird durch bestimmte Indikatoren begründet, also muss ich dort besonders schnell aktiv werden, während Abschnitt B noch warten kann. Indikatoren können beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Störungen sein: werden normalerweise 3 Störungen pro Jahr gemeldet, aber in diesem Jahr sprechen wir bereits von 7 Störungen in 6 Monaten, so ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

WAS WÄRE WENN? Stephan Kraus, Vice President und Head of Business Unit Energy & Telco Central Europe des BI-Anbieters prevero: «Unmittelbar nach Auftreten von Frühindikatoren erfolgt die Überlegung, welche Massnahmen zu treffen sind, die im Idealfall in der integrierten prevero Unternehmensplanung hinterlegt und auch beziffert sind. Ich sehe im Überblick, dass eine bestimmte Massnahme beispielsweise 1 Mio. Euro kostet, unterteilt in Sach-, Material- und Personalkosten und in Fremdleistungen, aufgesplittet auf Kostenstellen und mit einer zeitlichen Schiene versehen, alles individuell beziffert. Und dann startet mein Was-wäre-wenn-Szenario: Was passiert, wenn ich die die Massnahme auf 6 Monate erweitere und dabei die Fremdleistungen reduziere? Dann folgen Gespräche mit den Asset-Ownern, die die jeweiligen Massnahmen mit den dazugehörigen Kosten beschliessen und die überlegen, ob geänderte Rahmenbedingungen Auswirkungen auf die Risiko-Einschätzung haben.» Das Ergebnis dieser Überlegungen könnte zum Beispiel sein, so Kraus, dass das Risiko anders bewertet und von einer Kategorie mit einer hohen Gefährdung und hoher Eintrittswahrscheinlichkeit in eine niedrigere Kategorie mit geringerer Eintrittswahrscheinlichkeit zurückgestuft werde.

RISIKEN BEZIFFERN Damit man ein Risiko auch in Euro-Zahlen beziffern kann, muss es quantifizierbar sein – das gilt ohne Einschränkung für

jedes einzelne Risiko, auch wenn dies nicht immer einfach ist. Grundsätzlich hat jedes Risiko einen Eurowert, in dem es klassifiziert wird, sowie eine Wahrscheinlichkeit und eine Wahrscheinlichkeitsklasse. Die Wahrscheinlichkeit ist ein prozentualer Wert von null bis hundert, die Wahrscheinlichkeitsklasse wird meistens zwischen null und zehn beziffert und wird kategorisiert von sehr gering bis sehr wahrscheinlich. Die Einordnung in die Wahrscheinlichkeitsklasse kann aber je nach Unternehmen und Organisationsausprägung variieren – manche Unternehmen möchten nur mit fünf oder sechs Kategorien arbeiten, andere sehen die Aufteilung deutlich granularer. Kraus: «Auf Basis dieser Kategorien lässt sich auch die erwartete Schadenshöhe kalkulieren. Wichtig dabei ist, dass diese Risiken, die ja erst einmal zusammengestellt werden, nicht einfach aufaddiert, sondern aggregiert werden, das heisst intelligent zusammengezählt. Man muss also entscheiden, welchen Nennwert das gewichtete Risiko hat, und dazu werden Risiko-Aggregate gebildet – also bestimmte Gruppen von Risiken, die untereinander nicht korrelieren. Ich betrachte meine Anlagen jeweils separat – und entscheide dann, welcher Abschnitt gefährdet ist und welche Massnahmen in welchem Fall durchgeführt werden. Und dann bin ich wieder bei der Aufteilung auf Kostenstellen, etc. Und schlussendlich kann ich das Ergebnis zurückspiegeln und genau feststellen, was die Auswirkungen auf das Einzelrisiko und auch auf das aggregierte Risiko sind.» Selbstverständlich biete das preveroSystem auch Plausibilitätsprüfungen an, zur Absicherung der Risiko-Kategorisierung. Das reicht von einfachen Plausibilitäten wie beispielsweise einer zeitlichen Zuordnung bis hin zu komplexen Wechselbeziehungen und bestimmten Konstellationen, die man ins Verhältnis setzt und unter­ einander abwägt.

rung, die Risiken zu identifizieren – es gab Risikoverantwortliche und auch Risiko­ kataloge – die Schwierigkeit war, dass ca. 100 User mit einem dezentralen System gearbeitet haben. Das bedeutete, dass die zuständige Risikoverantwortliche mit jeweils 100 Excel-Sheets gearbeitet hat, ihr Job war im Prinzip die Verwaltung der Risiken: Daten eingeben, sammeln, berichten, und wieder zurück in den Kreislauf geben. Dann kamen die Listen zurück – verändert. Hier gab es eine Spalte mehr als vorher, da war eine Zahl abgeändert: Also galt es, alle 100 Excel-Listen erneut zu überprüfen, zu konsolidieren und anschliessend zu aggregieren. Ein händischer Aufwand, der sich alle 3 Monate wiederholt hat und der keinerlei andere Arbeiten zugelassen hat. Und wie hat sich die Welt mit prevero verändert? Kraus: «Heute gibt es dort ein Self-Service-Tool, das alle 100 Mitarbeiter dezentral über einen Webclient bedienen und so ihre Zahlen eingeben – sozusagen Browser aufmachen, Risiken eingeben, Anwendung schliessen. Und dann gibt es noch eine zweite Gruppe, die die Risiken überwacht, bewertet und weitermeldet – ein ganz wichtiger Punkt, da Qualitätschecks eingebaut werden müssen und nicht alles, was Experten auf der Anwender-Ebene als Risiko einordnen, kommt aus Risikomanagements-Gesichtspunkten auch in den Bericht hinein, da werden verschiedene Filter eingezogen.» Unter dem Strich stehen bei diesem Unternehmen heute drei Dinge im Vordergrund, so Kraus weiter: «Zum einen haben wir eine starke prozessuale Unterstützung, bei der es darum geht, den Prozess mit vielen dezentral einzugebenden Einheiten zu managen, zum anderen ist die Integration mit der Planung ein grosser Vorteil. Und was den zeitlichen Faktor angeht, ist dieser Energieversorger um den Faktor 3 schneller geworden.»

UM FAKTOR 3 SCHNELLER Die Einsparungen – vor allem auch die zeitlichen Einsparungen – durch den Einsatz des Risikomanagement-Systems sind enorm. Ein grosser Ener­ gieversorger im Ruhrgebiet hat vor dem Einsatz der prevero-Lösung mit ExcelListen gearbeitet. Es war weniger die Herausforde-

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GEMEINSAM VORSPRUNG GESTALTEN steiner.ch

Der Umgang mit wertvollen Ressourcen bestimmt unsere Zukunft. Nachhaltigkeit ist deshalb für Steiner eines der wichtigsten Kriterien bei der Entwicklung und Realisierung von Immobilien. Dabei zählt jedes Detail. Um Lösungen zu gestalten, die Bedürfnisse heutiger Generationen erfüllen, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden. Und die es auch morgen noch ermöglichen, gemeinsam Vorsprung zu gestalten.


GEBÄUDEMANAGEMENT

TAGESLICHT MIT STOREN OPTIMAL NUTZEN «GRATWANDERUNG ZWISCHEN LICHT UND SCHATTEN» von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Sonnenstoren müssen zwei gegenläufigen Anforderungen gerecht werden: Sie sollen vor Sonne schützen und gleichzeitig die Innenräume möglichst wenig abdunkeln, damit nicht mit Kunstlicht Energie verschwendet wird. Ein Forschungsprojekt der Hochschule Luzern hat nun sieben marktübliche Storen untersucht. Die Ergebnisse werden Gebäudeplanern helfen, die Gratwanderung zwischen Sonnenschutz und Tageslichtnutzung zu meistern.

D

ie Frage klingt banal, ist aber von grosser Bedeutung für das Wohlbefinden von Hunderttausenden von Arbeitskräften: Wie hell ist die Arbeitsfläche auf einem Schweizer Büroschreibtisch? Um diese Frage zu beantworten, muss man wissen, wie viel Licht durch das Fenster in den Raum gelangt und wie viel Kunstlicht zusätzlich eingeschaltet ist.

Da Bürofenster in der Regel mit Storen ausgerüstet sind, spielt die Art der verwendeten Storen für die Menge des verfügbaren Tageslichts im Innern eine wichtige Rolle. Forscher der Hochschule Luzern – Technik & Architektur wollten es exakt wis­ sen.  Im Projekt S.A.D.L.E.S.S., das von

BFE, Amt für Hochbauten der Stadt Zürich, Schenker Storen AG und Siemens Schweiz AG unterstützt wurde, untersuchten sie den Einfluss von Storen auf den Lichteinfall. Sie bauten eine Messeinrichtung, mit der sich die Beleuchtungsstärke in einem Raum auf der Höhe einer Schreibtischplatte messen lässt – direkt am Fenster, aber auch in der Tiefe des

Der über 360 Grad drehbare Lichtmesscontainer auf dem Gelände der Hochschule Luzern in Horw. Hier wurden die Storen ausgemessen.

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GEBÄUDEMANAGEMENT Raumes. Bei Sonnenschein hängten sie verschiedene Storen vor das Fenster und massen im Innern, wieviel Licht in die Tiefe des Raumes dringt.

den, dass die Sonne frontal in den Raum scheint. Dank des Lichtmesscontainers konnten die Forscher ihre Messungen nun zu jeder Tageszeit durchführen.

UNTERSUCHUNGEN IM DREH­ BAREN LICHTMESSCONTAINER

Seit kurzem liegen die Ergebnisse des Forschungsprojekts auf dem Tisch. Sieben marktübliche Sonnenschutzsysteme wurden untersucht und dabei auch die Herstellerangaben zur Lichtdurchlässigkeit einer kritischen Prüfung unterzogen. Eine überraschende Erkenntnis betrifft den Unterschied zwischen Rafflamellenstoren und vertikalen Stoffstoren. Bis anhin war die Auffassung verbreitet, Rafflamellen würden – wenn die Lamellen horizontal geöffnet sind – grundsätzlich mehr Tageslicht in die Räume lassen als Stoffstoren. Diese Annahme wurde durch die Messun-

Damit die Messwerte vergleichbar waren, wurde immer dann gemessen, wenn die Sonne exakt frontal in den Raum schien. Da dies bei einem sonnenzugewandten Raum nur einmal täglich der Fall ist, liessen sich die Luzerner Forscher etwas Besonderes einfallen: Sie platzierten auf der Wiese vor dem Hochschul-Gebäude in Horw bei Luzern einen drehbaren Container. Dieser verfügt über einen grossen Lichteinlass an der Stirnseite. Der Lichtmesscontainer kann so ausgerichtet wer-

gen der Luzerner Forscher nicht bestätigt. Vielmehr schneiden Raff- und Stoffstoren bezüglich Lichtdurchlässigkeit ungefähr gleich gut ab (siehe Abbildung unten). Dies gilt, wenn beide Storentypen die gleiche Farbe haben. Beide Typen sollten in dunklen Farbtönen nicht mehr eingesetzt werden, da sie das Tageslicht fernhalten, schreiben die Luzerner Forscher in ihrem Schlussbericht: In energetisch hochwertigen Gebäuden sollten dunkle Stoffe «keine Verwendung mehr finden, schwarze bzw. dunkle Lamellen sollte man nur bedingt einsetzen dürfen».

AUF DIE FAHRSTRATEGIE KOMMT ES AN Die in der Gebäudeautomation hinterlegte Fahrstrategie ist für die Nutzung des

Die Grafik zeigt für die sieben untersuchten Storen, welchen Prozentsatz des Sonnenlichts (Tageslichtquotient) sie in den Raum lassen: Am höchsten ist die Lichtdurchlässigkeit von weissen Rafflamellen (RL WH) und weissen Stoffstoren (ST WH). Etwas geringer ist die Lichtdurchlässigkeit bei grauen Rafflamellen (RL GR) und grauen Stoffstoren (ST GR). Am wenigsten Licht dringt bei schwarzen Rafflamellen (RL SW), perforierten grauen Rafflamellen (RL GR p) und dunkelgrauen Stoffstoren (ST DGR) in den Raum. Fazit: Gleichfarbige Rafflamellen- und Stoffstoren sind bezüglich Lichtdurchlässigkeit gleichwertig.

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Optimiert das Tageslicht. 0800 202 202 www.storen.ch


GEBÄUDEMANAGEMENT

Schematische Darstellung der Messein­r ichtung im Lichtmess­c ontainer: Auf einer Metall­s tange (4) sind fünf Helligkeits-Messgeräte (Photo­ meterköpfe) montiert. Wird die Stange durch den Raum bewegt, kann für eine beliebige Raumtiefe gemessen werden, wie viel Licht durch die Storen (rechts) in den Raum dringt.

Entgegen einer verbreiteten Annahme lässt eine Rafflamelle (Bild) nicht mehr Licht in den Raum als gleichfarbige Stoffstoren. Allerdings haben Rafflamellen den Vorteil, dass sie bei horizontaler Ausrichtung der Lamellen den Blick nach draussen frei geben. Auch treten bei Ihnen weniger Blendungsprobleme auf als mitunter bei Stoffstoren.

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GEBÄUDEMANAGEMENT

Schrader bezieht seine Kritik zum Beispiel auf ein automatisches Storen­system, das die Lamellenausrichtung abhängig vom Stand der Sonne steuert. Damit soll die Blendung der Bürobeschäftigten ver­ hindert werden. Tatsächlich könnten die Storen den versprochenen Effekt aber nicht ­garantieren, sagt Schrader. Zudem würden solche Systeme von den Nutzern nicht akzeptiert. Sein Fazit: «Wir sollten wieder zu einfacheren Systemen zurückfinden.»

FAHRSTRATEGIE MIT EINBEZIEHEN Schrader ist zuversichtlich, dass die Ergebnisse aus seinem Forschungsprojekt in die zur Zeit laufende Revision von SIA 380/4 (demnächst voraussichtlich umbenannt in SIA 387/4) einfliessen werden und damit künftige Planungen realitätsnäher aus­ fallen werden. Eine Modifikation braucht die Norm laut Schrader nicht nur beim Korrekturfaktor für den Sonnenschutz. Wichtig ist für den Luzerner Forscher auch, dass die Fahrstrategie der Storensysteme künftig Bestandteil des Beleuchtungsnachweises ist. Er empfiehlt ferner, neu den geografischen Standort und Klima-

daten mit einzubeziehen, um die meteorologischen Gegebenheiten angemessen zu berücksichtigen.

HINWEISE Weitere Auskünfte zu dem Projekt erteilt Rolf Moser (moser[at]enerconom.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Energie in Gebäuden. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Gebäude-Bereich finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/gebäude

Foto: ais

Tageslichts von entscheidender Be­ deu­ tung, mitunter wichtiger als Form und Material der Storen selber. «Wenn ich ein unzureichendes oder schlecht ab­ gestimmtes Gebäudeautomationssystem habe, dann nutzen mir auch HighendStoren nichts», sagt S.A.D.L.E.S.S.-­ Projektleiter Björn Schrader. Mit einer Prise Skepsis begegnen die Forscher der Hochschule Luzern überambitionierten Storensteuerungen, die auf jede kleine Änderung reagieren.

INPUT FÜR NEUE SIA-NORM 380/4 Um praktische Relevanz zu entfalten, müssen die Erkenntnisse der Luzerner Forscher in die SIA-Norm 380/4 einfliessen. Diese Norm schreibt Annahmen und Modelle fest, mit der Elektro- oder Lichtplaner den Bedarf an künstlicher Beleuchtung und den damit einhergehenden Stromverbrauch berechnen. Die SIA-Norm berücksichtigt seit 2004 auch Storen und versucht mit Korrekturfaktoren den Einfluss der Sonnenschutzsysteme auf den Lichtund Strombedarf zu beschreiben. Die in der Norm enthaltenen Berechnungs­ modelle bildeten die Wirklichkeit aber ungenügend ab, da sie auf Simulationen statt auf tatsächlichen Messungen beruhten, sagt Björn Schrader: «Die auf dem Markt verfügbaren Storenssysteme werden durch die Norm nicht adäquat erfasst, das führt zu Abweichungen.»

Im Fokus der Luzerner Forscher: Stoffstoren und Rafflamellenstoren.

500 LUX BEI DER ARBEIT

Damit Menschen am Arbeitsplatz über eine hinreichende Beleuchtungsstärke verfügen, schreibt der Gesetzgeber (SN EN 12464-1) vor, dass an einem Arbeitsplatz eine Beleuchtungsstärke von 500 lx (Lux) zur Verfügung stehen Die Ergebnisse des Forschungspro­jekts legen nahe, dass die aktuelle SIA-­ muss – durch Tageslicht oder auch durch Kunstlicht. In einem Gang, in dem nicht gearbeitet wird, reichen 100 lx, für spezielle Tätigkeiten werden weit Norm 380/4 die Nutzung von Tageslicht höhere Beleuchtungsstärken gefordert. Zum Vergleich: Die Sonne erzeugt bei Storen zu optimistisch einschätzt. bei schönem Wetter eine Beleuchtungsstärke von bis zu 100’000 lx, der Anders ausgedrückt: Storen lassen weVollmond ca. 1 lx. niger Licht in die Räume, als die Planer auf Grundlage der SIA 380/4 berechnen. Wieviel Tageslicht in einem Raum vorhanden ist, hängt nicht nur von den «Die nach der SIA-Norm erstellten Geverwendete Storen und deren Bedienung / Steuerung ab, sondern auch von den bäude brauchen also faktisch mehr Strom Eigenschaften des Fensters (z. B. Grösse, Sturz, Glas), der Ausstattung des für künstliche Be­leuchtung, als es der Raumes (z. B. Einrichtung, Reflexionseigenschaften von Boden und Wänden) Beleuchtungsnachweis der Planer vorsowie der Verbauung der Umgebung. BV sieht», sagt Schrader.

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GEBÄUDEMANAGEMENT

SCHENKER STOREN AG STOREN MIT MEHRWERT Schenker Storen, die Nummer 1 im Schweizer Sonnen- und Wetterschutz-Markt, ist ein Traditionsunternehmen, das seit 135 Jahren in Schönenwerd SO beheimatet ist. Schenker Storen bietet eine umfassende, innovative Produktepalette und hochwertige Montage- und Serviceleistungen.


GEBÄUDEMANAGEMENT

G

rossen Wert legt das Unternehmen auf Qualität und Kundennähe: mit 38 Niederlassungen in der ganzen Schweiz ist eine regionale Verankerung und ein rasches Reagieren auf Kundenbedürfnisse sicher gestellt. Die umfangreichen Serviceleistungen erbringt Schenker Storen auf allen Marken, auch auf Fremdmarken. Die wichtigsten Produktsegmente aus dem Hause Schenker Storen sind die Lamel­lenstoren und die Rollladen, die in Schönenwerd hergestellt werden, sowie die Stoffstoren, die im eigenen Betrieb im französischen Thanvillé produziert werden. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen gruppenweit mehr als 1100 Mitarbeitende.

Qualitätssicherung wird bei Schenker Storen gross geschrieben. Nachdem Schenker Storen bereits 1991 als erstes Unternehmen der Branche nach ISO 9001 Qualitäts­ management zertifiziert wurde, und 2007 das Zertifikat für ISO 14001 Umweltmana­ gement erhielt, konnte Ende 2009 die Zertifizierung OHSAS 18001 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz erlangt werden. Auch bei dieser Zertifizierung war Schenker Storen der Branche voraus. Der erste Schritt zu kundenspezifischen Lösungen heisst kompetente Beratung: Die Spezialisten von Schenker Storen verfügen dazu über die nötige Erfahrung und fundiertes Wissen. Ein Know-how, das dank regelmässiger Weiterbildung jederzeit auf dem neusten Stand bleibt.

Auch zukünftig will Schenker Storen Kundenwünsche optimal erfüllen und inno­ vative und marktgerechte Lösungen für Sonnen- und Wetterschutz anbieten. Denn auch morgen soll gelten: Schenker Storen – Storen mit Mehrwert.

KONTAKT Schenker Storen AG Sonnen- und Wetterschutzsysteme Stauwehrstrasse 34 5012 Schönenwerd Telefon +41 (0) 62 858 55 11 Fax +41 (0) 62 858 55 20 schenker@storen.ch www.storen.ch

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GEBÄUDEMANAGEMENT

MODERNE GLASFASSADEN KLIMASTEUERUNG UND ENERGIEPRODUKTION INKLUSIVE Modern, transparent und repräsentativ – grosse Glasfassaden liegen bei Bürokomplexen und Gewerbebauten im Trend. Doch energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist ihr Einsatz nur, wenn sie auch Klimafunktionen übernehmen und zur Energieversorgung beitragen. Die Industrie treibt die Entwicklung multifunktionaler Fenster und Fassadenelemente deshalb mit hohem Einsatz voran – und kann bereits einige viel versprechende Innovationen vorweisen.

Vorzeigeprojekt: Die Gebäudehülle des neuen Automation Center der Firma Festo besteht komplett aus klimaaktivem Glas und lässt den Neubau modern und repräsentativ erscheinen.


GEBÄUDEMANAGEMENT Einige Bauprojekte wie das 67 Meter hohe, 16-geschossige Automation Center der Firma Festo aus dem süddeutschen Esslingen liefern bereits einen Vorgeschmack auf die künftige Architektur. Es wurde Ende 2015 offiziell eingeweiht und folgt einem ausgeklügelten Energiekonzept. Seine Glasfassade mit einer Gesamtfläche von 8 500 Quadratmetern ist als sogenannte Abluftfassade konzipiert, bei der die Luft zwischen dem inneren Blendschutz, den Aluminiumbauteilen der Elementfassade und der Verglasung permanent abgesaugt wird. Dadurch kann Sommerhitze gar nicht erst bis in die Innenräume vordringen – der Kühlbedarf sinkt.

Energieeffizient: Die Glasfassade des neuen Automation Center der Firma Festo ist als Abluftfassade konzipiert und passt sich dank elektrochromer Fensterscheiben automatisch den Lichtverhältnissen an.

A

rchitekten und Ingenieure stehen vor grossen Herausforderungen: In der modernen Architektur sind Glasfassaden, die für Helligkeit sorgen und Gebäude repräsentativer wirken lassen, immer gefragter. Prognosen zufolge sollen allein im Jahr 2021 weltweit 1,33 Milliarden Quadratmeter neue Fassaden verbaut werden. Das entspricht in etwa der Fläche des Stadtgebiets von London. Das Problem: Vor allem im Sommer benötigen Gebäude mit Glashülle viel Energie, um die Raumtemperatur erträglich zu halten. Klima­ anlagen sind wahre Stromfresser und massgeblich verantwortlich dafür, dass Gebäude in den Industrieländern rund 40 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen verursachen. Wer mit Glas plant, muss deshalb darauf achten, dass es mit Zusatzfunktionen zur Verschattung und Klimasteuerung ausstattet ist. Dies gilt umso mehr, als die Länder im Rahmen ihrer Klimaschutzziele immer weniger Emissionen erlauben. So haben sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union darauf verständigt, dass Neubauten ab 2020 fast keine Energie mehr für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung benötigen und den restlichen Energiebedarf selbst decken. Multifunktionale Fassaden können Abhilfe

schaffen. «Viele Elemente wie Steuerung oder Sonnenschutz waren in der Vergangenheit schon in die Fassade integriert. In der Zukunft werden weitere Funktionen dazukommen», sagt der Stuttgarter Architekt Stefan Behnisch. Dazu zählt er Beleuchtungselemente, Wärmetauscher zur Produktion von Solarwärme sowie Elemente der mechanischen Be- und Entlüftung. Bisher sind derartige Hüllsysteme kein Standard, weil Fassaden noch stark in einzelnen Komponenten betrachtet und die Bauteile von verschiedenen Herstellern entwickelt werden. Planer müssen sie deshalb aufwendig selbst miteinander kombinieren. Doch das könnte sich bald ändern, denn Industrie und Forschung haben den Bedarf erkannt und fokussieren sich inzwischen stärker auf die Entwicklung integrierter Lösungen. «Fassaden haben ein konstantes physikalisches Verhalten, obwohl sich die Bedingungen aussen wie innen ständig ändern», sagt der Bauin­ genieur und Architekt Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart. «Man würde sich doch also eigentlich wünschen, dass man die Fassade schalten und an das, was aussen und innen passiert, anpassen kann.»

Für zusätzlichen Licht- und Wärmeschutz sorgt im neuen Festo-Hochhaus sogenanntes elektrochromes Glas, das sich nach Bedarf dimmen lässt und Sonnenstrahlen abblocken kann. Insgesamt 441 sogenannte Sandwich-Scheiben mit einer Gesamtfläche von 1000 Quadratmetern wurden installiert. Ihre Innenseite ist mit einer hauchdünnen Schicht aus WolframoxidNanopartikeln bedampft. Wird eine elektrische Spannung angelegt, färbt sie sich blau und reduziert so die Lichtdurchlässigkeit. Das geschieht im Automation Center über die Gebäudeleittechnik voll automatisch, sobald Sensoren das Signal dazu geben, kann aber auch manuell per Knopfdruck oder Touchscreen erfolgen. Die Schaltzeit von der hellsten bis zur intensivsten Färbung gibt der ostdeutsche Hersteller Econtrol-Glas mit 20 bis 25 Minuten an. Im gedimmten Zustand werde nur noch zwölf Prozent der Strahlung durchgelassen, der Rest reflektiere an den Partikeln. Econtrol-Glas hat in Europa bereits fünf Projekte der gleichen Grössenordnung mit insgesamt 15’000 Quadratmetern schaltbarem Fensterglas ausgestattet. Und die Nachfrage steigt. «Das Bewusstsein für energieeffiziente Gebäude hat sich verbessert», sagt Geschäftsführer Hartmut Wittkopf. Zur Wirtschaftlichkeit von elektro­ chromem Glas erklärt er, dass es in der Anschaffung zwar teurer sei als herkömmliches Isolierglas und für das Schalten zusätzlicher Strom verbraucht werde. Dennoch mache sich eine Anschaffung bezahlt, weil durch das Licht- und Temperatur­ma­na­ge­ ment die Energieeffizienz eines Gebäudes entscheidend verbessert und auf äussere Verschattung wie Jalousien verzichtet werden könne. «Wir gehen davon aus, dass sich Econtrol-Glas nach durchschnittlich vier bis sechs Jahren rechnet», sagt Wittkopf.

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Foto: iconic skin®

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Multitalent: Die neue opake Flasfassade Iconic Skin der Firma Seele ist gleich in doppelter Hinsicht effizient: Sie ist als hochwärmedämmendes Bauteil konzipiert und bietet laut Hersteller ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

triepartnern erprobt er Fensterscheiben, die noch schneller auf Lichtveränderungen reagieren sollen als vergleichbare schaltbare Glaslösungen. Dazu verwendet Merck eine Mischung aus Flüssigkristallen, die auch in Displays von Fernsehern, Laptops oder Smartphones eingesetzt werden.

Qualitätskontrolle: Die Firma Econtrol-Glas produziert elektrisch dimmbares Glas, das fast 90 Prozent der Sonnenstrahlen

«Damit lässt sich die Intensität des einfallenden Tageslichts in Sekundenschnelle anpassen und eine höhere Farbenvielfalt erzielen», erklärt Martin Zitto, Business Development Manager bei Merck. Auch wenn sich die technologische Basis von anderen schaltbaren Gläsern unterscheidet, ist die Funktionsweise von Flüssigkristallglas ähnlich: Die Mischung wird zwischen zwei miteinander verklebte Glasscheiben gefüllt. Durch Anlegen einer Spannung können die Kristalle in verschiedene Anordnungen gebracht werden. Je nach Anordnung fällt mehr oder weniger Licht durch die Schicht – die Fenster sind entweder durchsichtig oder undurchsichtig.

reflektieren kann.

Econtrol-Glas ist nicht das einzige Unternehmen, das elektronisch tönbare Fassadenelemente anbietet. Auch Sage SaintGobain produziert diese Technik, die etwa von Fassadenspezialist Schüco als dynamisches Glas vertrieben wird. Der deutsche Wissenschafts- und Technologiekonzern Merck verfolgt eine andere Variante von schaltbarem Glas. Gemeinsam mit Indus-

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Noch sind die Flüssigkristallscheiben allerdings nicht auf dem Markt verfügbar. Die Merck-Tochter Merck Window Techno­ logies produziert sie in einer Forschungsanlage im niederländischen Eindhoven nur in kleinen Stückzahlen, um zu zeigen, wie sich das Konzept in der Produktion umsetzen lässt. Nun hofft Merck auf Unternehmen, die die Technik in die kommerzielle Fertigung übertragen. «Unsere Kompetenz

liegt eher in der Entwicklung der Chemikalie, nicht in der Produktion», sagt Zitto. Bei der Suche nach Interessenten für seine Technik kommt Merck offenbar gut voran. Laut dem Manager könne es Ende 2017 bereits die ersten Produkte geben. Bis dahin will auch die Seele Unternehmensgruppe ihre modular aufgebaute, opake Glasfassade «Iconic Skin» auf dem Markt etablieren. Bei dem speziell für Büround Gewerbebauten konzipierten «Glass Sandwich Panel» handelt es sich um ein multifunktionales Element, das bereits alle notwendigen Trag- und Funktionselemente integriert. Effizienzvorteile bietet Iconic Skin gleich in mehrerer Hinsicht: Zum einen ist es nach Angaben von Seele-MarketingLeiterin Christine Schauer als hochwärmedämmendes Bauteil konzipiert – sein sogenannter Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert in W / m²K) beträgt nur 0.15– 0.47. Daher muss nur wenig Energie aufgewendet werden, um die Gebäude zu Beheizen oder zu Kühlen. Zum anderen ermöglichten vergleichsweise niedrige Produktionskosten einen günstigen Preis für eine Glasfassade. Mit einer Länge von bis zu 16 Metern, der horizontalen und vertikalen Verlegerichtung sowie verschiedenen Bedruckungsmöglichkeiten biete Iconic Skin ausserdem zahlreiche Gestaltungsfreiräume. Auf der glasstec 2016 in Düsseldorf, der weltweit grössten und internationalsten Fachmesse der Glasbranche, können Unternehmen die Innovationen der Fassadenspezialisten vom 20.–23. September 2016 genauer unter die Lupe nehmen und sich über die entscheidenden Trends informieren. So wird Seeles neue Glasfassade auch eines der Exponate der Sonderschau «glass technology live» sein, die von der Universität Stuttgart organisiert wird. Hier werden am Beispiel von grossformatigen Fassaden-Mock-Ups und Eins-zu-EinsModellen die neuesten Entwicklungen im Bereich Fassade und Energie gezeigt, dieses Jahr mit einem besonderen Schwerpunkt auf Energieeffizienz und Wärmeschutz. In direkter Nachbarschaft zur «glass technology live» finden glasstec-Besucher das Kompetenzcenter Glas + Fassade. Es richtet sich mit seinem thematischen Angebot rund um den Schwerpunkt Glas an Fassadenplaner, Bauingenieure und Architekten. Flankiert werden die Aus­ stellungen durch Fachvorträge auf dem Internationalen Architekturkongress. Hier werden Experten die Exponate und Fassadentrends genauer vorstellen.


GEBÄUDEMANAGEMENT Aber auch Zukunftskonzepte für die Gebäudehülle, die derzeit noch nicht verfügbar sind, werden auf den Veranstaltungen der glasstec 2016 thematisiert. Glasfassaden, die sich automatisch den Lichtverhältnissen anpassen und heisse Luft absaugen, sind erst der Anfang. Künftige Lösungen dürften noch stärker Solartechnik integrieren und Strom und Wärme produzieren, die direkt vor Ort in Batterien und Wärmespeichern zwischengespeichert wird. So kann steht Energie auch dann zur Verfügung, wenn die Sonnen nicht scheint – eine Grundvoraussetzung für Gebäude, die sich möglich autark aus eigenen Energiequellen versorgen und keine Energielieferungen mehr von ausserhalb beziehen sollen. Technische Fortschritte in der Photovoltaik und bei den Lithium-Ionen-Batterien, die als Solarstromspeicher bevorzugt eingesetzt werden, nähren die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch stromerzeugender Fassaden. So arbeiten die Dresdner Firma Heliatek und der belgische Flachglashersteller AGC Glass Europe an Solarelementen, die organische Photovoltaikfolien verschiedener Ausmasse, Farb-

abstufungen und Transparenzen in Bauglas integrieren. Dank der Folien würden die Elemente besser handhabbar und könnten wesentlich leichter in Fassaden integriert werden als bisherige Solarmodule, die mit vergleichsweise massiven Siliziumsolarzellen gebaut werden, heisst es bei Heliatek. Deshalb bestehe grosses Interesse der Baubranche, Pilotprojekte mit den

neuen Solarelementen zu realisieren. Auf der glasstec 2016 in Düsseldorf haben die Unternehmen die Gelegenheit, sich über neue Techniken auszutauschen und Kooperationen anzubahnen – und so letztlich dem energieeffizienten Gebäude den Weg zu bereiten.

Gefärbter Blick: Die Fenster des Innovation Center der Firma Merck in Darmstadt enthalten Flüssigkristalle, die in Sekundenschnelle von hell nach dunkel schalten und umgekehrt.

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GEBÄUDEMANAGEMENT

EISKALT GEHEIZT von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Eisspeicher sind im Grunde nichts weiter als mit Wasser gefüllte Wannen. So einfach ihr Aufbau, so leistungsfähig sind Eisspeicher als Wärmespeicher. In Rapperswil-Jona (SG) testet das lokale Elektrizitätswerk die Technologie seit drei Jahren auf ihre Alltagstauglichkeit. Das Institut für Solartechnik der Hochschule für Technik Rapperswil liefert die wissenschaftlichen Grundlagen.

R

apperswil-Jona ist mit 26’000 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Kantons St. Gallen. Lokaler Energieversorger ist die Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG (EWJR). Die Aktiengesellschaft, an der die Stadt mit 20 Prozent beteiligt ist, liefert nicht nur Strom, sie stellt als Generalunternehmerin auch schlüsselfertige Wärme-

pumpensysteme bereit. Über 600 solcher Anlagen sind unterdessen in Betrieb. Um den Strombedarf der WärmepumpenHeizsysteme zu senken, hat EWJR-Geschäftsführer Ernst Gossweiler ein neues Ziel vor Augen: «Die heute eingesetzten Wärmepumpen arbeiten je nach Typ mit einer Jahresarbeitszahl von ca. 3 bis 4 – sie erzeugen aus dem eingesetzten

Strom also das 3- bis 4-fache an Wärme. Dieser Wert ist gut, aber noch besser wäre ein Wert von 6 und mehr», sagt Gossweiler. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Ernst Gossweiler auf Heizsysteme, bei denen die Wärmepumpe mit Sonnenkollektoren und einem Eisspeicher kombiniert wird.

Dieser Kindergarten in Rapperswil-Jona wird seit Febraur 2013 mit einer Wärmepumpe beheizt, die Wärme aus Solarkollektoren und einem unterirdischen Eisspeicher bezieht.

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GEBÄUDEMANAGEMENT Die Wärmepumpe nutzt hier als Wärmequelle nicht Umgebungsluft oder Erdwärme, sondern die Wärme aus den Kollektoren oder die im Eisspeicher depo­ nierte Solarwärme. Scheint die Sonne, ruht die Wärmepumpe meistens: Dann erreichen die Kollektoren hohe Temperaturen von über 50 °C und Warmwasser kann direkt erzeugt werden; bei Temperaturen von über 30 °C kann noch immer die Heizung direkt versorgt werden. Ist das Wasser aus den Kollektoren weniger warm als ca. 30 °C, wird es von der Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau gebracht – oder im Eisspeicher deponiert. Die Solarwärme wird auch immer dann in den Eisspeicher geleitet, wenn sie gerade im Gebäude nicht benötigt wird und der Warmwasserboiler durchgeladen ist. Im Eisspeicher kann die Wärme über Tage, Wochen und Monate gespeichert und so auch vom Sommer in den Winter übertragen werden. «Der Eisspeicher hilft uns zusammen mit den Kollektoren, die Wärme­ pumpe immer sehr effizient einzusetzen», so Gossweiler.

WIE EIS WÄRME SPEICHERT Eisspeicher machen sich das physikalische Phänomen zu Nutze, dass bei der Umwandlung von Wasser in Eis bzw. von Eis in Wasser relativ grosse Wärme­mengen im Spiel sind. Ein Eisspeicher mit 75 m3 Volumen, wie er in einem Kindergarten in Rapperswil-Jona im Einsatz ist, kann durch den Vereisungsvorgang – also bei der Umwandlung von 0-grädigem Wasser in 0-grädiges Eis – Kristallisationswärme im Umfang von 5’200 kWh abgeben, wenn man annimmt, dass 75 % des Speicherwassers vereist werden können. Diese Wärmemenge entspricht dem Heizwärmebedarf des Kindergartens in rund einem Wintermonat. Der Vergleich zeigt: Der Eisspeicher hält ein grosses Wärmereservoir bereit, das von der Wärmepumpe genutzt werden kann, zu Zeiten in denen die Sonnenkollektoren wetterbedingt als Wärmequelle nicht zur Verfügung stehen. Liefern die Sonnenkollektoren mehr Wärme, als im Kindergarten gerade gebraucht wird, kann diese Energie im Eisspeicher zum Schmelzen von Eis eingesetzt werden. Wird das Wasser im Eisspeicher noch zusätzlich aufgewärmt, in der Pilotanlage bis Ende Sommer typischerweise bis auf 55 °C, kann dort nochmals Wärme in erheblichem Umfang gespeichert werden. Ausserdem steht der Eisspeicher im Austausch mit dem Erdreich, das ihn umgibt, sodass seine Wärmeverluste aus dem Sommer im Winter teilweise wieder zurückfliessen und zum Schmelzen des Eises und zum Heizen des Gebäudes eingesetzt werden. Das Rapperswiler Forschungsprojekt hat sich auf Sole-Wasser-Wärmepumpen fokussiert; Eisspeichersysteme sind im Prinzip aber auch mit Luft-Wasser-Wärmepumen möglich. BV

Daniel Philippen mit dem Eisspeicher im Labor des Instituts für Solartechnik der Hochschule für Technik Rapperswil. Im Wasser sichtbar: die Rohre des Wärmetauschers.

Der Eisspeicher wird hauptsächlich im Frühjahr und Sommer beladen. Aber auch im Winter wird mit Solarwärme immer wieder Wärme eingetragen, um Eis zu schmelzen. In den Monaten Dieser Eisspeicher mit 75 m Volumen bildet das Wärmereservoir für eine Wärmepumpe,

Dezember bis April ist der Speicher vereist

die seit Februar 2013 einen Kindergarten in Rapperswil-Jona heizt.

und seine Temperatur liegt bei 0 °C.

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GEBÄUDEMANAGEMENT

Die Simulation zeigt für eines der untersuchten Modellhäuser mit Standort Locarno, wie sich die Grösse des Eisspeichers (5 bis 20 m3) auf die Systemjahresarbeitszahl auswirkt: Mit dem Einsatz von unverglasten Kollektoren können hier vergleichsweise hohe Systemjahresarbeitszahlen erreicht werden.

Die Simulationen zeigen für eines der untersuchten Modellhäuser, wie sich die Grösse des Eisspeichers (10 bis 40 m3) auf die Systemjahresarbeitszahl (links) und den jährlichen Strombedarf der Bachup-Heizung (rechts) auswirkt, abhängig davon, ob verglaste Kollektoren (oben) oder unverglaste Kollektoren (unten) zum Einsatz kommen.

Die Simulation zeigt für eines der untersuchten Modellhäuser mit Standort Davos, wie sich die Grösse des Eisspeichers (15 bis 30 m3) auf die Systemjahresarbeitszahl auswirkt: Mit dem Einsatz von verglasten Kollektoren und einem grossen Eisspeicher können hier sehr hohe Systemjahresarbeitszahlen erreicht werden.

RAPPERSWIL-JONA ERPROBT DEN EISSPEICHER Die Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG hat mit dem Eisspeicher-System schon Erfahrung gesammelt. Seit Februar 2013 versorgt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (17 kW) in Rapperswil-Jona einen Kindergarten (360 m2 Energiebezugsfläche) mit Heizwärme und Warmwasser (Warm­ wasser wird nur relativ wenig benötigt). Als Wärmequelle dienen 64 m2 Sonnenkollektoren, davon 14 m2 unverglast. Letztere nutzen nicht nur Strahlungsenergie, sondern können auch aus der Umgebungsluft Wärme entziehen und sind damit auf Erträge im Niedertemperaturbereich ausgelegt. Der zugehörige Eisspeicher (75 m3) besteht aus einer unterirdischen Beton-

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wanne. Das System in dem (relativ schlecht isolierten) Bestandsbau arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl von 5. Wäre der Warmwasserbedarf höher, z. B. wie in Wohn­ gebäuden, könnte eine noch höhere ­Jahresarbeitszahl erreicht werden, da das Warmwasser im Sommerhalbjahr überwiegend von den Kollektoren und damit mit geringem Elektrizitätseinsatz bereitgestellt werden kann. Ein zweites, grösser dimensioniertes Eisspeicher-System geht Ende 2016 in einem dreistöckigen Neubau mit Gewerbenutzung und sieben Wohnungen (2050 m2 Energiebezugsfläche) in Betrieb: Die Wär­ me­pumpe (50 kW) nutzt 120 m2 unverglaste Kollektorfläche als Wärmequelle – oder den Eisspeicher, welcher ein Volumen von 200 m3 hat. Hier wird das EWJR dann Erfahrungen sammeln können mit einem Gebäude, das einen gängigen Heiz- und Warmwasserbedarf hat. «Für eine Stadt wie Rapperswil-Jona sind solche Systeme interessant», betont EWJR-Geschäftsführer Gossweiler. Die Verlegung von Erdsonden stosse in dicht bebauten Gebieten nämlich an Grenzen. Auch könnten in Rapperswil-

Jona auf einem Drittel des Gemeindegebiets mit Rücksicht auf das Grundwasser keine Erdsonden verlegt werden.

SIMULATION FÜR AUSLEGUNG VON HEIZ-SYSTEMEN Ganz neu ist die Nutzung von Eisspeichern nicht. Seit längerem werden solche An­ lagen in industriellen Kühlhallen für die Kälteerzeugung mit billigem Nachtstrom verwendet. Erst seit wenigen Jahren kommen Eisspeicher aber als Komponenten von Heizungssystemen zum Einsatz. In Genf wurden 2014 zwei 30 m2-Eisspeicher der Firma Fafco SA (Biel) in zwei acht­ stöckigen Wohnblocks eingebaut. Heizungsfirmen wie Viessmann-Isocal sehen für Heizsysteme aus Wärmepumpe, Sonnenkollektoren und Eisspeicher einen wachsenden Markt. Gleichzeitig besteht für die Optimierung der jungen und vergleichsweise teuren Technologie noch Forschungsbedarf. Einen wichtigen Beitrag in dieser Hinsicht leistet das Institut für Solartechnik (SPF) der Hochschule für Technik Rapperswil. Die Forscher haben in einem kürzlich ab-


Blick in einen aus Kunststoff gefertigten Eisspeicher. Im Innern sind Eisplatten sichtbar, die entstanden sind, nachdem dem Eisspeicher

Ein aus Kunststoff gefertigter Eisspeicher des Schweizer Herstellers Rotaver.

über die Wärmepmpe Wärme entzogen wurde und das gebildete Eis mechanisch von den Wärmetauschern gelöst wurde.

Schematische Darstellung eines Heizsystems aus Wärmepumpe, Sonnenkollektoren (verglast/unverglast) und Eisspeicher.

geschlossenen Projekt ‹High Ice› eine Simulationsumgebung entwickelt, mit dem sich das Zusammenspiel der Systemkomponenten – Wärmepumpe, Sonnenkollektoren, Eisspeicher – darstellen und optimieren lässt. Die Simulation wurde anhand von drei (fiktiven) Modell-Einfamilienhäusern – Bestandsbauten mit einem Wärmebe­ darf von 59 kWh / m2a, 124 kWh/m2a und 128  kWh / m2a – entwickelt. Mit den er­ stellten Algorithmen können Planer zum Beispiel feststellen, wie gross die Komponenten für eine bestimmte Liegenschaft dimensioniert werden müssen, um ohne Zusatzheizung (z. B. Elektroheizstab oder Gasheizung) über den Winter zu kommen. Das Projekt wurde im Auftrag des Bundesamts für Energie durchgeführt.

VIEL WÄRME MIT WENIG STROM Die Berechnungen im Rahmen von ‹High Ice› bestätigen: Wärmepumpen-Heiz­ systeme mit Sonnenkollektoren und Eisspeicher erzielen Wärmeerträge, die 6 mal höher liegen als die eingesetzte Strommenge. Als Messgrösse dient dabei die sogenannte Systemjahresarbeitszahl, welche die gesamte Wärmelieferung

WÄRMETAUSCHER MECHANISCH ENTEISEN In Eisspeichern wird normales Leitungswasser als Speichermedium eingesetzt; für den Wärmetransport zwischen den Sonnenkollektoren, dem Eisspeicher und der Wärmepumpe hingegen wird eine Sole (Frostschutzmittel aus Wasser und Glykol) verwendet. Der Energieaustausch im Eisspeicher erfolgt mittels Wärmetauschern, welche im Wasser des Eisspeichers eingetaucht sind und von der Sole durchströmt werden. Ist die Sole kühler als 0 °C, bildet sich an der Oberfläche der Wärmetauscher eine Eisschicht. Dieser Effekt ist erwünscht, da dem Speicherwasser auf diese Weise seine latente Wärme (Schmelzwärme) entzogen werden kann. Wird das Eis auf den Wärmetauschern jedoch zu dick, senkt sich die Quelltemperatur für die Wärmepumpe zu stark ab, was aus Gründen der Effizienz der Wärmepumpe vermieden werden sollte. Im Eisspeicher, den das SPF für die Elektrizitätswerke Jona-Rapperswil AG entwickelt hat, wird das Eis deswegen periodisch entfernt. Das wird erreicht, indem warme Sole aus den Sonnenkollektoren durch die Wärmetauscher geleitet wird. Diese Erwärmung löst die Eisschichten ab, worauf sie im Speicherwasser auftreiben. Im Rahmen des «High Ice»-Projekts haben die SPF-Forscher einen neuen Weg zur Enteisung der Wärmetauscher erprobt: Sie entwickelten einen Wärmetauscher aus EPDM-Gummi, der sich durch eine Erhöhung des Innendrucks verformen lässt, womit sich die Eisschicht an seiner Oberfläche mechanisch entfernen lässt. Die Forscher konnten zeigen, dass eine mechanische Enteisung des Wärmetauschers grundsätzlich funktioniert, dessen Enteisung somit bei laufender Wärmepumpe möglich ist. Allerdings stellten die Forscher fest, dass das extrudierte EPDM für diesen Zweck nicht optimal geeignet ist, da es nach dem Produktionsprozess eine zu raue Oberfläche aufweist und deswegen aufwändig nachbehandelt werden muss. Weitere Entwicklungsarbeit wäre deshalb notwendig, um ein marktreifes Produkt zu erhalten. Durch den Einsatz von Kunststoff-Wärmetauschern erhoffen sich die Forscher, einfachere und kostengünstigere Eisspeicher-Anlagen entwerfen zu können. Ein weiterer Ansatz besteht in der Verwendung vorgefertigter StandardBehälter, z. B. grosser zylindrischer Tanks, welche erdvergraben als Eisspeicher eingesetzt werden können. In den Laborversuchen am SPF konnte bereits gezeigt werden, dass mit den enteisbaren Wärmetauschern auch solche Speicherformen sehr gut verwendet werden können. In einem Anschlussprojekt («IceEx») wollen die Forscher des SPF ihre Unter­ suchungen rund um die Wärmetauscher intensivieren. Erforscht werden sollen unter anderem deren mechanische Stabilität, Leistungsfähigkeit und Kostensenkungspotenzial. BV

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GEBÄUDEMANAGEMENT (­Heizung, Warmwasser) in Bezug setzt zu der Summe des eingesetzten Stroms (für die Wärmepumpe, aber auch für Umwälzpumpen von Kollektorfeld und Heizkreislauf sowie für Regelungstechnik). Zum Vergleich: Die Systemarbeitszahl einer durchschnittlichen Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt nach Angaben der Rapperswiler Forscher bei 2.8, jene eines gängigen Erdsonden-Heizsystems bei 3.7. Die Wissenschaftler des SPF zeigen in ihren Berechnungen, dass das dargestellte Heizsystem unter Einbezug der grauen Energie eine gute Ökobilanz aufweist, dies allerdings nur bis zu einer bestimmten Grösse des Eisspeichers bzw. der Kollektorfläche. Die ökonomische Betrachtung schliesslich zeigt, dass das Heizsystem mit Gestehungskosten von 30 Rp. / kWh Wärme vergleichsweise teuer ist. «Heute sind Wärmepumpen mit Sonnenkollektoren und Eisspeicher noch teurer als Erdsonden-Systeme, aber wir sehen Wege, mittelfristig auf die gleichen Kosten zu kommen», sagt SPF-Forscher und ‹High Ice›-Projektleiter Daniel Philippen. So führe der Einsatz unverglaster Kollektoren zu einer besseren Wärmeausbeute und er-

laube, die Eisspeicher kleiner und damit kostengünstiger zu bauen.

KOSTENSENKUNG DURCH STANDARDISIERUNG Die Kosten beschäftigen auch die Nutzer der Eisspeicher-Technologie. Ernst Gossweiler veranschlagt für das innovative Heizsystem, das EWJR Ende 2016 in ­einem Rapperswiler Neubau in Betrieb nehmen wird, Investitionskosten von rund 420’000 Fr. und damit etwa doppelt so viel wie eine Erdsonden-Heizung kosten würde. Die Mehrkosten entstehen auch dadurch, dass die Projektbeteiligten hier Neuland betreten und der Aufwand für die Erstellung entsprechend grösser ist. Von solchen Hürden lässt sich der Promoter der EisspeicherTechnologie aber nicht entmutigen. Standardisierung werde in Zukunft deutliche Kostensenkungen ermöglichen, sagt Gossweiler. Er entwickelt denn auch schon Ideen, um die Technologie für die Anwendung in Einfamilienhäusern zu adaptieren.

HINWEISE Den Schlussbericht zum Projekt ‹High-Ice – System development for high solar thermal gains with ice storage and heat pump› finden Sie unter: www.spf.ch/HighIce Weitere Auskünfte zu dem Projekt er­ teilt Jean-Christophe Hadorn (jchadorn@ baseconsultants.ch), Leiter des BFE-­ Forschungsprogramms Solarwärme und Wärmespeicherung. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Solarwärme und Wärmespeicherung finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ct/solar Technologiestudie «Eisspeicher-Wärmepumpen-Anlagen mit Sonnenkollektoren» im Auftrag von EnergieSchweiz unter: www.energieschweiz.ch/_ws/publication Details.aspx?id=p7589&lang=de-ch

Solche Wärmetauscher aus EPDM-Gummi (hier: Schnittbild) haben die Rapperswiler Forscher verwendet, um die mechanische Enteisung zu untersuchen.

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NOTSTROM

NUR DIE HARTEN KOMMEN IN DEN GARTEN! von Franz R. Dürr

C

ummins Power Generation hat dieses Jahr neue Rentals lanciert und die Reihe von 20 kVA bis 300 kVA komplettiert. Die neuen «Harten» sind Aggregate, welche speziell für das Mietgeschäft entwickelt wurden. Das ­Vermietungsgeschäft zeichnet sich durch sehr harte Bedingungen und extrem hohe

Anforderung an die Technik aus. Es braucht eine besonders stabile Bauweise, um das stetige Zügeln und Transporte standhalten zu können. Rammschutz, Gummipuffer, Staplerlaschen, Zug- und Kran Ösen sind da nur einigen Beispiele für die harschen Transportmöglichkeiten. Schon oft haben wir gesehen, dass die Aggre-

gate einfach nur an ein Fahrzeug angehängt wurden und mit brachialer Gewalt einige Meter über den Boden geschleift wurden. Die robuste Bauweise eignet sich nicht nur für den Einsatz auf Bau­ stellen oder Kieswerken, sondern auch in Wohngebieten. Geräuscharme Aggregate erfahren eine viel höhere Akzeptanz.

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NOTSTROM Witterungseinflüsse und Temperaturen von - 20° C bis  + 50° C können der speziell entwickelten Lärm- und Wetterschutzverschalung nichts anhaben. Während bei stationär installierten Aggre­ gaten meist ein Tagestank verbaut wird, ist bei Mietaggregaten meist nur der im Bodenrahmen integrierte Tank vorhanden. Grosse Kraftstofftanks, mit Auf­ fangwanne für 110 % der Flüssigkeiten, ermöglichen eine ausserordentlich lange Betriebszeit zwischen den Tankzyklen. Falls ein Zwischentanken trotzdem nötig sein sollte, so kann ein externer Tank mittels Schnellkupplungen angeschlossen werden. Die Umschaltung erfolgt mit dem 3 Wege Ventil während dem Betrieb. Der hochgezogene Einfüllstutzen ermöglicht ein müheloses Betanken des Rahmentanks. Schaut man den «Harten» unter die Haube respektive ins Chassis, so erfreut man sich an verschiedenen technischen Edelstücken. Der Motor erfüllt die Euro­pä­ ische Emissions-Stufe IIIA vollum­fänglich und hat somit auch eine Zulassung für den Strassenverkehr (SDR / A DR). Die

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NOTSTROM Generator Erregung wird mittels eines Permanent-Magneten erbracht, was eine extrem hohe Lastakzeptanz garantiert. Jedes Aggregat der Mietreihe kann die nominale Leistung in einem Schritt aufnehmen. Lastmanagement und komplizierte Einschaltsequenzen werden damit in die Wüste geschickt. Ein weiteres Filettstück ist die geschlossene Kurbelgehäuse­ entlüftung. Vorbei sind die Zeiten, als es aus dem Kurbelgehäuse «dampfte». Mit Serviceintervallen von 500 Stunden sieht unser Techniker die Harten leider nur selten. Fast zu selten.

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Verschiedene Steckdosenkombinationen oder blanke Kupferschienen für den Anschluss sind ebenso wählbar, wie die Steuerung. So ist die PC1.1 von Cummins, aber auch Deep Sea oder ComAp er­ hältlich. Selbst die Standardgarantie ist wählbar. Entweder ein Jahr mit unlimi­ tierten Betriebsstunden oder drei Jahre mit 3 000 Betriebsstunden. All diese Vorteile haben schon einige Kunden von uns bewogen, ein Mietaggregat permanent zu installieren. So kommen die Harten halt doch in den Garten!

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KERNENERGIE

FORSCHEN ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT Die Nagra blickt bei ihrer Arbeit 175 Millionen Jahre in die Vergangenheit und 1 Million Jahre in die Zukunft

K

aum ein Radiosender oder eine Zeitung hat nicht darüber berichtet: Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) hat sechs Regionen miteinander verglichen und zwei davon als gut geeignete Standorte für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle vorgeschlagen, Jura Ost im Kanton Aargau und Zürich Nordost im Kanton Zürich. Das Auswahlverfahren für die Lagerstandorte läuft unter der Leitung des Bundes. Bevor das Verfahren in die letzte Etappe geht, prüfen die Sicherheits-

behörden des Bundes die Vorschläge der Nagra. Nicht nur die Gesteins- schichten müssen in diesen Regionen nun weiter untersucht werden, für den Nachweis ein Tiefenlager sicher betreiben zu können, führt die Nagra auch grosse Forschungsexperimente durch.

DIE FACHWELT IST SICH HEUTE EINIG Geologen, Chemiker, Physiker und Ingenieure sind gefordert. Sie bearbeiten ein Projekt, das auf mehrere Tausend Jahre

ausgelegt ist – ein unvorstellbarer Zeit­ horizont. Aber in den vergangenen Jahren haben Wissen- schaftler enorme Fortschritte gemacht. Die Fachwelt ist sich heute einig: Der tiefe Untergrund ist die sicherste Lösung, um Mensch und Umwelt langfristig – für 1 Million Jahre – vor den Auswirkungen radioaktiver Abfälle zu schützen. Die Radioaktivität klingt sehr langsam ab. An der Erdoberfläche würde der Abfall früher oder später zu einer grossen Gefahr: Sabotage, Krieg oder Erdbeben sind mögliche Szenarien.

Gesteinsschichten kilometertief abbilden: Vibrationsfahrzeuge senden seismische Wellen durch den Untergrund.

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KERNENERGIE

UNTERGRUND DURCHLEUCHTEN Um den sichersten Standort zu finden, forscht die Nagra intensiv – Über- und Untertage. Von der Oberfläche aus wird mit einer Messmethode, der Seismik, der Untergrund durchleuchtet. Vergleichbar mit Echolot auf Schiffen, bildet die Seismik Gesteinsschichten bis in Tiefen von mehreren Kilometern ab. So erkennen die Wissenschaftler, wie tief sich das 175 Millionen Jahre alte Wirtgestein befindet und wie mächtig die Schicht ist, wo einst die Abfälle eingelagert werden sollen. Auch grosse Störungen, die am Standort nicht vorhanden sein dürfen, werden abgebildet.

umliegende Gestein auswirkt, denn hochaktive Abfälle geben auch nach Jahrzehnten noch Wärme ab. Hunderte Messinstrumente zeichnen kleinste Veränderungen im umgebenden Gestein über Jahrzehnte auf. Das Experiment ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem sicheren geologischen Tiefenlager.

Sie erhalten Einblick in die grossen Experimente der Nagra und der internationalen Partner der Felslabors. Das Felslabor Mont Terri wird vom Bundesamt swisstopo und das Fels­labor Grimsel von der Nagra betrieben.

TESTLAUF FÜR DAS TIEFENLAGER Während die Gesteinsschichten der Vergangenheit von Übertage aus untersucht werden, blicken die Forscher Untertage in die Zukunft: Im Felslabor Mont Terri, im Kanton Jura, führen die Wissenschaftler einen Testlauf für ein Tiefenlager durch. In einem Lagerstollen haben sie drei Versuchsbehälter im Massstab 1:1 eingebracht und mit einem quellenden Tongemisch verfüllt. Sie wollen herausfinden, wie sich die Wärme auf das Tongemisch und das

HINWEIS Werfen Sie einen Blick zwischen Vergangenheit und Zukunft Felslabor Mont Terri, St-Ursanne (Jura) und Felslabor Grimsel (Bern)

Der Besuch ist kostenlos. Gruppen ab 10 Personen sind willkommen. Anmeldung Renate Spitznagel Telefon  + 41 (0) 56 437 12 82 Mehr Information unter www.mont-terri.ch oder www.nagra.ch Ein Mitarbeiter kontrolliert das Einbringen des Versuchsbehälters in den Stollen im Felslabor Mont Terri: Die Maschine füllt das Tongemisch dicht um den Behälter auf.

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Wir forschen für die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle – Besuchen Sie uns im Felslabor und schauen Sie uns über die Schulter

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KERNENERGIE

ATOMAUSSTIEG IST AUSNAHME Die weltweite Entwicklung der Kernenergie geht weiter. 65 Kernkraftwerke stehen derzeit im Bau, über 160 weitere sind in Planung. 10 Staaten arbeiten am Kernenergieeinstieg. Darüber hinaus wird an der Kernkraftwerkstechnologie für morgen und übermorgen geforscht. Dem konträr gegenüber steht die energiepolitische Kehrtwende der Schweiz. montiert, danach per Lastwagen an den Einsatzort gebracht und allenfalls nach Ende der Betriebszeit wieder zurückgebracht. Russland und China entwickeln zudem schwimmende KKW. Die Schiffe mit einem oder mehreren SMR eignen sich besonders gut für abgelegene Gebiete wie Sibirien.

VIERTE GENERATION FÜR ÜBERMORGEN

Bau einer Demonstrationsanlage mit Kugelhaufenreaktoren in China.

I

m Jahr 2015 starteten 7 KKW-Neubauprojekte: sechs in China und die ins­ge­ samt vierte Anlage des Kern­e nergieNeueinsteigers Vereinigte Arabische Emi­rate (VAE). Mit insgesamt 24 im Bau stehenden Einheiten führte China auch Ende 2015 die Rangliste in dieser Kategorie an. Neben acht chinesischen Werken nahmen 2015 auch ein russisches und ein südkoreanisches den Betrieb auf. Im Januar 2016 ging in Südkorea ein weiteres ans Netz. Somit sind aktuell weltweit 441 KKW in Betrieb und 65 befinden sich im Bau (Stand 15. März 2016). Gegen­wärtig werden unter anderem auch in den USA, in Russland, Weissrussland, Indien, Brasilien und in europäischen Staaten wie Frankreich, Finnland und der Slowakei neue KKW gebaut. Grossbritannien und die USA fördern Kernenergie als «Clean Energy». Weltweit stecken zudem über 160 KKW in unterschiedlichen Stadien der Planung. Zu den Ländern, die den Einstieg in die Kernenergienutzung planen, ge­ hören unter anderem die Türkei, Ägyp­ ten, Jordanien, Polen, Saudi-Arabien und ­V ietnam (siehe Grafik).

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VIELSEITIG EINSETZBARE KLEINE REAKTOREN Während zurzeit Reaktoren der dritten Generation im Bau stehen, arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure weltweit an neuartigen Reaktortypen. Dazu gehören kleine, modulare Reaktoren für die Welt von morgen wie auch die Reaktorsy­steme  der nächsten, vierten Generation für über­ morgen. Reaktorsysteme gelten als «klein», wenn ihre elektrische Leistung geringer ist  als 300 Megawatt (MW). Zum Vergleich: Das Kernkraftwerk Mühleberg leistet 373 MW und Leibstadt, das grösste KKW der Schweiz, hat eine Leistung von 1220 MW. Die kleinen Reaktorsysteme, sogenannte «Small Modular Reactors» (SMR), können wegen ihrer geringen Grösse unterirdisch oder in unmittelbarer Nachbarschaft von Verbrauchern gebaut werden. Daher eignen sie sich auch für Regionen mit einem wenig ausgebauten Hochspannungsnetz. SMR können bei Bedarf schrittweise zu grösseren Produktionsanlagen erweitert werden. Sie werden in einer Fabrik fertig

Auch die nächste Reaktor-Generation für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts hat das Planungsstadium teilweise schon hinter sich gelassen. Diese Systeme der sogenannten vierten Generation werden zusammen mit den erneuerbaren Energien den Schlüsselbeitrag zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung der Menschheit bilden. Im Rahmen des «Generation IV International Forum» (GIF) entwickeln Wissenschaftler aus 12 Ländern – darunter die Schweiz – sechs neue Reaktorkonzepte, die den Ressourcenverbrauch drastisch reduzieren, die Menge des radioaktiven Abfalls erheblich ver­ mindern und den Missbrauch für Kernwaffen wesentlich erschweren. Priorität haben Hochtemperaturreaktoren wie der Kugelhaufenreaktor und natriumgekühlte Schnelle Reaktoren. Daneben arbeitet das Konsortium an gas- und bleigekühlten Schnellen Reaktoren, an SalzschmelzeReaktoren und an Leichtwasserreaktoren mit überkritischem Dampf. All diese Systeme sind Weiterentwicklungen von bestehenden Systemen oder basieren auf bereits gebauten Experimentalreaktoren. In Russland stehen zwei Schnelle Reaktoren in Betrieb und in China wird gegenwärtig eine Demonstrationsanlage mit zwei Kugelhaufenreaktoren gebaut. In Kanada laufen Vorabklärungen zur Zulassung eines Salzschmelze-Reaktors.

KEHRTWENDE IM ALLEINGANG Diesen Entwicklungen konträr gegenüber steht der Ausstiegsbeschluss des Bundesrates, der derzeit im Parlament beraten


KERNENERGIE wird. Der Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass die Schweiz mit ihrer überstürzten energiepolitischen Kehrtwende ziemlich einsam da steht. Nach dem Reaktorunfall in Japan haben zwar viele Länder ihre Haltung zur Kernenergie überprüft. Alle Länder mit Kernenergieprogrammen wollen aber weiterhin die Vorteile dieser umweltschonenden und wirtschaftlichen Technologie nutzen – ausser der Schweiz. Sie ist weltweit das einzige Land mit Kernkraftwerken, das nach Fukushima die Energiepolitik auf den Kopf stellen will. In den übrigen Ausstiegsländern Deutschland, Belgien und Spanien war der zukünftige Verzicht auf die Kernenergie bereits vor 2011 beschlossen worden. Andererseits wollen trotz des Unfalls viele Staaten neu in die Kernenergie einsteigen. Die Schweiz sollte ihrer nachhaltigen Energieversorgung Sorge tragen und den klimafreundlichen Strommix nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wenn man auf dem ersten Platz liegt, wie die Schweiz im weltweiten Nachhaltigkeitsindex der Energieversorgung des Weltenergierats, ist eine 180-Grad-Wende die schlechteste Option überhaupt.

Kaum Aussteiger: Die Schweiz steht mit ihrer energiepolitischen Kehrtwende alleine da.

HINWEIS www.nuklearforum.ch und www.nuclearplanet.ch

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ERNEUERBARE ENERGIEN

AGROLA Holz-Pellets sind ENplus-A1 zertifiziert und garantieren sorgenfreies Heizen.

Holz-Pellets von LANDI sind lose, in Big-Bags oder 15-kg-Säcken erhältlich.

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AGROLA WÄRMT BEWUSST! Im Heizöl-Markt führt AGROLA mit dem ­Anteil an klimafreundlichem Oeko-Heizöl, und im Holz-Pellets-Segment­ garan­ tiert sie ökologisches und CO 2 -­neutrales ­Heizen. «Holz-Pellets» sind ein echtes Naturprodukt von ausgezeichneter Qualität. Durch deren

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Einsatz wird der nachwachsende und erneuerbare Rohstoff Holz sinnvoll genutzt. Holz-Pellets sind ökologisch und CO2neutral. Sie leisten somit einen wertvollen Beitrag für den Schutz unserer Umwelt. Der Öko-Brennstoff aus natur­belassenen Holzresten gehört zu den erneuerbaren Energien und passt perfekt zu AGROLA und ihrer zukunftsorientierten Strategie.

Die Qualität der Holz-Pellets ist ent­ scheidend für einen reibungslosen Betrieb und eine optimale Verbrennung. Deshalb sind alle führenden Pellets-­ Heizkessel auf die ENplus-A1 Qualität abgestimmt und werden darum von den ­H eizkesselherstellern em­pfohlen. AGROLA Holz-Pellets sind ENplus-A1zertifiziert.


ERNEUERBARE ENERGIEN komplett entleert werden. Sollte dennoch eine Reinigung nötig sein, muss die Zugänglichkeit (Öffnung zum Ab­ saugen) durch den Silolieferanten gewährleistet sein. Alle Preise sind inkl. MwSt.

PROFESSIONELLE UND FACH­GERECHTE ENTSORGUNG DER ASCHE AB EINER MENGE VON 250 LITERN Beim Verbrennen von Holz-Pellets bleiben 0.2– 0.7 % des ursprünglichen Gewichts an Asche zurück. Um zu verhindern, dass die Luft- oder Brennstoffzuführung Ihrer Heizungsanlage durch Asche beeinträchtigt wird, muss der Aschebehälter regelmässig geleert und die Asche entsorgt werden.

Dank eigenen Lagern, kurzen Fahrstrecken und weniger Leerfahrten ist ein ökologischer Transport möglich.

Dank moderner Spezialfahrzeuge und gut ausgebildetem Zustellpersonal können wir Ihnen einen erstklassigen Lieferservice anbieten. Vom Kleinfahrzeug bis hin zum Anhängerzug verfügen wir über sämtliche Fahrzeugtypen und können diese bedürfnisgerecht einsetzen. Dank der schweizweit verteilten Pellets-Lager sind kurze Fahrstrecken, weniger Leerfahrten und dadurch ein ökologischer Transport möglich. Ihr regionaler Partner für Wärme im Bereich Holz-Pellets ist die LANDI mit über 200 Filialen. Qualität, Beratung und Kundenzufriedenheit sind das oberste Gebot.

HOLZ-PELLETS LAGER­R AUM­REINIGUNG Holz-Pellets sind ein Naturprodukt, welches ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt wird. Durch die Reibung beim Einblasen und bei der Lagerung bildet sich mit der Zeit Abrieb und Staub im Lagerraum. Um einen dauerhaft störungsfreien und sicheren Heizbetrieb zu gewährleisten, ist eine regelmässige Reinigung des Lagers erforderlich. Bei einer Reinigung wird die Restmenge an Holz-Pellets und der Feinanteil am Boden gründlich abgesaugt. Die Wände, der Boden und die Förderschnecke werden entstaubt. Wir empfehlen Ihnen, den Lagerraum alle drei Jahre reinigen zu lassen. So beugen Sie einem Ausfall Ihrer Heizung vor!

UNSER ANGEBOT: LAGERRAUMREINIGUNG FÜR FR. 250.– BEI GLEICHZEITIGER HOLZ-PELLETS-LIEFERUNG • Das Angebot für die Lagerraumreinigung gilt nur in Kombination mit einer PelletsLieferung und bis zu einer Entsorgungsmenge von max. 2 Tonnen Holz-Pellets. • Die abgesaugte Restmenge wird durch uns fachgerecht und kostenlos entsorgt. • Die Zufahrt muss mit einem 3-AchserLKW zugänglich sein. • Die Auslieferung und Lagerraumreinigung wird 1–2 Tage im Voraus bei Ihnen avisiert. Gerne stellen wir Ihnen eine persönliche Offerte für die Lagerraumreinigung aus, wenn diese von den obigen Punkten abweicht. Bitte beachten Sie dazu folgendes: • Für eine Lagerraumreinigung ohne HolzPellets-Lieferung, einer Reinigung eines erdverlegten Tanks oder eines Sacksilos sowie bei einer Reinigung mit einer Restmenge von mehr als 2 Tonnen, kontaktieren Sie uns bitte persönlich. • Bei erdverlegten Tanks gelten besondere Sicherheitsvorschriften, welche eine Reinigung deutlich aufwändiger gestalten. Zudem muss die Zugänglichkeit des erdverlegten Tanks durch den Tanklieferanten vor der Reinigung gewährleistet werden. • Sacksilos müssen im Normalfall nicht gereinigt werden, wenn sie in regelmässigen Abständen von 3 bis 4 Lieferungen

AGROLA bietet eine professionelle und fachgerechte Entsorgung der Asche ab einer Menge von 250 Litern an. Kleinere Mengen an Asche können problemlos mit dem Hauskehricht oder nach Vereinbarung dem Kaminfeger zur fachgerechten Entsorgung mitgegeben werden. Wichtig: Die Asche sollte nicht mit dem Grünabfall oder im Garten entsorgt werden!

AGROLA HEIZT MIT ENERGY CLUB PUNKTEN EIN. Ob Sie auf Treibstoffe abfahren oder sich an unseren Holz-Pellets oder HeizölAnge­boten erwärmen, AGROLA ist Ihr per­sönlicher Energielieferant. Im AGROLA energy club profitieren Sie immer von ­vielen Vergünstigungen und Angeboten! Senden Sie uns eine Kopie Ihrer Hei­zöl- und Holz-Pellets-Rechnung und profi­tieren Sie mit den gesammelten Punkten von unseren AGROLA energy club Prämien. Die aktuellen Prämien und ­ weitere Informationen zum AGROLA ­ energy club finden Sie auf der AGROLA Homepage. Kennen Sie den AGROLA energy club Newsletter? Abonnieren Sie den Newsletter und verpassen Sie keinen AGROLA energy club Monats-Special (Versand per E-Mail).

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ERNEUERBARE ENERGIEN

ALLES DREHT SICH UM 24 STUNDEN SONNE AUSBLICK AUF DAS JAHR 2016 Das Jahr 2016 steht bei Fronius unter dem Motto «24 Stunden Sonne». Der Lösungsanbieter startet mit neuen Produkten und einer klaren Vision ins kommende Jahr. Eine Zukunft mit 100 Prozent Energieversorgung aus Erneuerbaren steht im Fokus der weltweiten 24 Stunden Sonne Bewegung. Dabei soll erneuerbare Energie effizient und intelligent erzeugt, gespeichert, verteilt und verbraucht werden.

Ein Highlight im kommenden Jahr ist das Fronius Energy Package Powerwall1, welches in enger Zusammenarbeit mit Tesla Energy entstanden ist. Diese Lösung ermöglicht die Speicherung von selbst gewonnenem Photovoltaik-Strom in der Tesla Powerwall. Wird nur wenig oder gar kein Strom auf dem Dach erzeugt, greift der Anlagenbesitzer ganz einfach auf den gespeicherten Strom zurück. «Die Speicherlösung von Fronius und Tesla Energy ist vor allem für jene Menschen interessant, die ihren Eigenverbrauchsanteil erhöhen wollen. Noch einen Schritt unabhängiger von steigenden Strompreisen sein und das mithilfe eines DesignerSpeichers, ist für viele Menschen ein grosser Motivator», erklärt Martin Hackl, Spartenleiter Fronius Solar Energy. Flexibilität kennzeichnet die Speicher­ lösung ebenso wie Effizienz, so ist die Tesla Powerwall sowohl im Innen, – als auch im Aussenbereich montierbar. Die Notstromfunktion des Wechselrichters Fronius Symo Hybrid Powerwall ist zu einem späteren Zeitpunkt einfach per Software-Update erweiterbar. Die sogenannte Multi Flow Technology ist standardmässig integriert, diese ermöglicht die intelligente, parallele Steuerung der Energieflüsse. Zudem erlaubt sie den Einsatz des Fronius Symo Hybrid Powerwall sowohl für AC- als auch für DC-gekoppelte Speichersysteme. Maximale Flexibilität für verschiedene Betriebsarten ist damit möglich.

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WLAN und Ethernet sind im dreiphasigen System fix integriert. Eine einfache Konfiguration erlaubt der Inbetriebnahme-Assistent. Das Fronius Energy Package Powerwall ist ab dem dritten Quartal 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. In Folge wird die Verfügbarkeit auf weitere europäische Länder sowie auf Australien ausgeweitet.

INTELLIGENT VERTEILEN – FRONIUS SMART METER 50KA-3 Die Fronius Smart Meter Familie wurde um den Fronius Smart Meter 50kA-3 erweitert. Diese Variante eignet sich zur Messung höherer Leistungen in ein-, und dreiphasigen Netzen oder für die Nachrüstung von Anlagen, wenn der vorhandene Strompfad nicht aufgetrennt werden soll. Der Fronius

© Fronius International GmbH

INTELLIGENT SPEICHERN – FRONIUS ENERGY PACKAGE POWERWALL

Intelligent speichern, mit dem Fronius Energy Package Powerwall.


ERNEUERBARE ENERGIEN Smart Meter ist ein bidirektionaler Zähler zur Optimierung des Eigenverbrauchs und zur Erfassung der Lastkurve des Haushalts. Gemeinsam mit Fronius Solar.web ermöglicht der Fronius Smart Meter eine übersichtliche Darstellung des eigenen Stromverbrauchs. Bei den Fronius Speicherlösungen sorgt er für ein perfekt abgestimmtes Management der verschiedenen Energieflüsse, wodurch das gesamte Energiemanagement optimiert wird.

INTELLIGENT ERZEUGEN – FRONIUS PRIMO HYBRID

Der Fronius Smart Meter optimiert

Ende des Jahres 2016 wird der einphasige Wechselrichter Fronius Primo Hybrid auf den Markt gebracht. Erhältlich ist das Produkt in den einphasigen Märkten in Europa wie z. B. UK und Italien sowie in Australien und Nordamerika.

Der Wechselrichter Fronius Primo Hybrid

den Eigenverbrauchs und erfasst der

kommt Ende des Jahres 2016 auf den Markt.

Lastkurve des Haushalts.

1 besteht aus dem Wechselrichter Fronius Symo Hybrid Powerwall, der Tesla Powerwall und dem Fronius Smart Meter.

Die Fronius Schweiz AG mit Hauptsitz in Rümlang (ZH) ist ein Tochterunternehmen der österreichischen Fronius International GmbH. Die Fronius Schweiz AG ist zuständig für den Verkauf und Vertrieb von Produkten im Bereich Solarelektronik, Schweissgeräte und Batterieladesysteme. Fronius International mit Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt ist mit global 3 385 Mitarbeitern in den Bereichen Schweisstechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik tätig. Der Exportanteil mit rund 91.5 Prozent wird mit 21 interna­ tionalen Fronius Gesellschaften und Vertriebspartnern / Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erreicht. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie 928 erteilten Patenten ist Fronius Innovationsführer am Weltmarkt.

KONTAKT Monique Inderbitzin Oberglatterstrasse 11, 8153 Rümlang Telefon +41 (0) 79 945 76 20 inderbitzin.monique@fronius.com

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24 STUNDEN SONNE IST MÖGLICH. WEIL WIR ERNEUERBARE ENERGIE RUND UM DIE UHR VERFÜGBAR MACHEN. / Alles Tun der Sparte Solar Energy steht unter dem Motto „24 Stunden Sonne“, der Fronius Vision zur Energiewende. Dabei verschieben wir immer wieder die Grenzen des technisch Machbaren. Erfahren Sie mehr unter www.24hoursofsun.com

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ERNEUERBARE ENERGIEN

MIT ERNEUERBAREN ENERGIEN UMWELTFREUNDLICH HAUSHALTEN von Max Raeb

Die Energieversorgung in der Schweiz setzt Zeichen. Die «neuen» erneuerbaren Energien, wie Sonne, Holz, Biomasse, Wind und Geothermie kommen immer stärker zum Zug. Aktuell stammen rund 60 % der gesamten Schweizer Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen. 380 Elektrizitäts-versorgungsunternehmen bieten zertifizierte Stromprodukte aus erneuerbaren Energien an. Damit werden ca. 5 % an schweizerischer Stromnachfrage abgedeckt.

E

rneuerbare oder regenerative Energie stammt aus nachhaltigen Quellen, die nach menschlichen Massstäben unerschöpflich sind. Energie kann an und für sich weder verbraucht noch erneuert werden (Energieerhaltungssatz). Sie kann lediglich Systemen zugeführt und Systemen entnommen werden. Zum Beispiel das Holz. Holz in Form eines Rohstoffs steht im Wald oder liegt auf einem Scheiterhaufen. Zündet man es jedoch an und verwendet es als Brennstoff spielt es seit Beginn der Menschheit eine entscheidende Rolle. Wir Menschen nutzen unterschiedliche Energieströme, die aus verschiedenen Energiequellen entspringen. Zu diesen Quellen zählen die Strahlung aufgrund von Kernfusion in der Sonne, die vorhandene Wärme im Erdinnern und die Erdrotation mit den damit verbundenen Effekten (Gezeiten). Auf der Erde können diese Energiequellen in Form von Sonnenlicht- und wärme, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme genutzt werden. Energie wird genutzt und abgebaut. Unsere wichtigste Energiequelle ist die Sonne. Die

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darin ablaufende Kernfusion ist die Quelle der solaren und der vielen anderen regenerativen Energien. Für nahezu alle laufenden Prozesse in der irdischen Biosphäre ist die Sonne der ständige Energielieferant. Diese Prozesse bringen nachwachsende Rohstoffe hervor. Die forcierte Verbrennung (für Heiz- oder Antriebszwecke) tritt an die Stelle von natürlicher Verrottung. Ausschliesslich die Geothermie und die Gezeitenkraft stehen nicht im Zusammenhang mit der Sonne als Energiequelle. Energie wird nicht nur genutzt sondern auch abgebaut. Vor allem fossile Energiequellen wie Steinkohle oder Erdöl werden in der heutigen Zeit um einiges schneller verbraucht, als dass sie sich neu bilden können. Im Grunde genommen wären auch sie erneuerbar, aber leider nicht auf menschlichen Zeitskalen, da ihre Bildung mehrere hundert Millionen Jahre beanspruchen würde. Darum ist auch das Prinzip der Nachhaltigkeit entscheidend. Der Mensch darf eine Ressource nicht stärker beanspruchen, als diese sich regenerieren kann.


ERNEUERBARE ENERGIEN

DIE SCHWEIZ PRESCHT VOR Um unser Land künftig mit mehr erneuerbaren Energien versorgen zu können, werden eifrig diverse Projekte lanciert. Auf dem Mont-Crosin im Jura steht beispielsweise die grösste Schweizer Windpark­ anlage. Dank der windexponierten Kuppenlage wird die Windkraft mit Hilfe von Rotoren auf die Turbinen umgelenkt und dient so der Stromgewinnung. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten wird die Windenergie in der Schweiz jedoch nie einen grossen Anteil zur Stromproduktion beitragen. Die eigentliche Basis der Stromversorgung hierzulande bildet die Wasser-

kraft. Rund 60 % des Strombedarfs werden durch sie abgedeckt. Die zahlreichen Gewässer sind optimale Voraussetzungen für die Stromerzeugung aus Wasserkraft.

IM BIOENERGIEDORF SPIELT BIOMASSE DIE ENTSCHEIDENDE ROLLE Es ist bekannt, dass in der Schweiz die Gletscher schmelzen. Anstatt die Eis­ massen einzutüten, sollten wir das Umweltproblem auf einem anderen Weg lösen. Ein gutes Projekt, welches sich zum Nachdenken lohnt, sind sogenannte Bioenergiedörfer. Die Ortschaft Jühnde in Nieder-

sachsen, Deutschland, hat sich für ein Bioenergiedorf entschieden. In Zusammenarbeit mit einer Wissenschaftlergruppe wird die Wärme- und Stromversorgung auf den erneuerbaren Energieträger Biomasse umgestellt. Biomasse (Energiepflanzen, Gülle) als Energieträger ist CO2-neutral, da beim Verbrauch nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanzen in ihrer Wachstumsphase aufgenommen haben.

UMWELTAUSWIRKUNGEN TRETEN AUF Die Gewinnung von erneuerbaren Energien wirft leider auch Schattenseiten auf. Baut man beispielsweise Staumauern, sind massive Eingriffe in die Umwelt unumgänglich. Das beweist die Realisation des DreiSchluchten-Damms in China. Mehr als eine Million Menschen mussten umgesiedelt werden. Bei Stauseeprojekten besteht die Gefahr von Veränderungen im Oekosystem, da riesige Flächen geflutet werden und in die saisonale Wasserstandschwankungen der Flüsse eingegriffen wird. Auch Windparks geraten in die Kritik einiger Landschaftsschützer. An gewissen Standorten stellen die Windmühlen eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse dar. Bei der Verbrennung von Biomasse (Holz) entstehen Schadstoffe wie Stickoxide und Schwefeldioxid. Treten diese ungefiltert in die Luft, gelten sie als erhebliche Quelle für Feinstaub. Der neue Trend heisst Biodiesel. Biodiesel wird aus Palmöl gewonnen. Um möglichst viel Palmöl anzubauen, roden Landwirte tropische Regenwälder, in denen grosse Mengen CO2 gespeichert sind. So werden jährlich riesige Flächen Regenwald in Palmenplantagen umgewandelt. Wählt man die falsche Anbaumethode, verödet die Fläche für immer.

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ARNOLD AG Netzbau in den Bereichen Energie, Telecom, Verkehr: das ist Arnold. Innovativ, erfahren und motiviert erbringen wir täglich schweizweit umfassende Gesamtdienstleistungen. Unser Einsatz steht ganz im Dienst unserer Kunden: Dank prozessorientiertem Vorgehen profitieren sie von hoher Wirtschaftlichkeit, seriöser Termintreue sowie der kurzfristigen Skalierbarkeit unserer Ressourcen.

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ir sind schweizweit in der Nähe unserer Kunden an insgesamt 19 Standorten und Stützpunkten. Mit der Erfahrung von fast 70 Jahren verfügen wir über Know-how und Flexibilität und bestechen durch Kundennähe und kompromisslose Qualität. Die vielfältigen Herausforderungen, die sich aus dem Wandel in der Energiebranche, dem Generatio­ nenwechsel der Telekommunikationsnetze sowie den wachsenden Bedürfnissen nach

Mobilität und Sicherheit im Verkehr auf Strasse und Schiene ergeben, lösen wir konsequent und routiniert. Bei Arnold nehmen wir unsere soziale und ökologische Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt ernst. Dafür halten wir nicht nur alle relevanten Gesetze, Normen und Arbeitsstandards vorbehaltlos ein, sondern wir verbessern stetig und systematisch unsere Umweltleistung sowie unsere Arbeitsweise.

Den 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen modernste Arbeitsmittel zur Verfügung. Sie bilden sich permanent weiter, sind kompetent und motiviert. Es ist unser Ziel, durch Professionalität höchste Qualität zu erreichen. Wir verfolgen eine langfristig orientierte Geschäftsstrategie, der marktwirtschaftliches, kundenorientiertes Denken zu Grunde liegt. Effizienz erreichen wir auch dank unseren kurzen Entscheidungswegen. Nicht nur unsere Kunden entwickeln sich, auch wir entwickeln uns weiter, um die Be­ dürfnisse stets optimal zu decken. Aus die­ ­sem Grund haben wir uns im Frühjahr 2016 entschieden Aktionärin der Arpe AG zu werden und erweitern damit unser neues Geschäftsfeld im Bereich «Wasser». Mit der Arpe AG hat die Arnold-Gruppe einen kompetenten, schweizweit agierenden Partner gefunden. Die Arpe AG ist ein Schweizer Pionier im Bereich der grabenlosen Kanalsanierung, sowohl im RoboterBereich als auch in der Anwendung des Inliner-Verfahrens. Dieser Schritt verdeutlicht die klare Strategie und Aus­ richtung der Arnold-Gruppe: der klare Fokus auf umfassende Dienstleistungen im Infrastrukturgeschäft! Wir sind überzeugt, unsere Kunden werden von dieser neuen Partnerschaft nachhaltig profitieren. Wir freuen uns darauf, zukünftig Partner in allen Bereichen von Energie, Telecom, Verkehr und Wasser zu sein.

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LOGISTIK

OPTIMALE SICHERHEIT FÜR DEN ANWENDER Obgleich die Bezeichnung «Qualität» an sich keine Bewertung beinhaltet, wird der Begriff im Alltag häufig wertend gebraucht. Die Redewendung bezieht sich jedoch darauf, dass in der Alltagssprache Qualität öfters ein Synonym für Güte ist. Man spricht dann von «guter» oder «schlechter» Qualität. Kauft ein Kunde ein Produkt oder eine Dienstleistung und erfüllen diese ihre Zwecke für den Kunden, so haben sie im allgemeinen Sprachgebrauch eine «gute Qualität». Tatsächlich hat sich der Begriff «Qualität» im wirtschaftlichen Alltag als ein allgemeiner Wertmassstab etabliert, der die Zweckangemessenheit eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozesses zum Ausdruck bringen soll. Dieses Verständnis zeigt sich etwa im Ausdruck «Qualitätsarbeit». Sie findet häufig in einem bereichsübergreifenden, die Qualität der einzelnen Ergebnisse sichernden System statt. Die Planung, Steuerung und Kontrolle aller hierzu nötigen Tätigkeiten wird als Qualitätsmanagement bezeichnet. Als Ergebnis entsteht das «Qualitätsprodukt».

B

etrachtet man einmal die eingegangenen Schadensfälle bei den Herstellern von Kunststoffrohren und -formteilen, ist diese Aussage zu hinterfragen. Auf der Baustelle werden oftmals jegliche Anforderungen an Qualität nicht eingehalten. Gründe dafür gibt es genügend; keine Zeit, schlechtes Wetter, keine oder schlechte Fachausbildung, etc. Sicher­ heit durch hohe Qualität – umgesetzt in Zertifizierungen von Produkten und Ausbildung respektive Weiterbildung von Verarbeitern – sind jetzt und künftig vermehrt

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gefragt. Neben der Produktqualität ist vor allem die Verarbeitungsqualität für den Erfolg der Projekte entscheidend.

PRODUKTEQUALITÄT Normen und Zulassungsempfehlungen stellen einheitliche Standards sicher und sorgen für Qualität in einem durch starken Wettbewerb geprägten Markt. Der VKR ist weiterhin in technischen Kommissionen und Normengremien aktiv und stellt mit der c+s ®-Zertifizierung die Qualität für Kabelschutzrohre sicher.

C+S ®-ZERTIFIZIERUNG FÜR KABELSCHUTZROHRE Die erwähnte Güteanforderung wurde von Fachleuten im Verband Kunststoff-Rohre und – Rohrleitungsteile (VKR), in Zusammenarbeit mit Experten von ElektrizitätsVersorgungs-Unternehmen (EVU) und von unabhängigen und neutralen Prüfstellen erstellt und legt die Kriterien an Rohre, Formstücke und das System von vollwandigen Rohrleitungssystemen aus Polyethylen (PE) fest, die zur Verwendung im erdverlegten Kabelschutz, einschliesslich


LOGISTIK der Montage auf Brückenkonstruktionen und Flussüberquerungen, für den Kabelschutz im Bereich der Telekommunikation, sowie der Elektroenergieversorgung (Hochund Niederspannung) vorgesehen sind. Sie regeln Qualitätsanforderungen und Prüfmethoden an den Werkstoff, die Geometrie, die mechanischen Eigenschaften sowie die Kennzeichnung mit dem Gütezeichen <c+s> ®.

c+s ®-zertifizierte Kabelschutzrohre er­ lauben den Einsatz von hochwertigem Recyclat. Damit leistet die Branche einen wertvollen ökologischen Beitrag. Die Güteanforderungen allein sind keine Gewähr für die Güte von Rohrleitungssystemen, dazu müssen die einschlägigen Verlegerichtlinien VSE (Druckschrift 1103d, Ausgabe 2010) zusätzlich eingehalten werden. Weitere Informationen zu c+s® finden Sie unter www.vkr.ch in der Rubrik KABELSCHUTZ.

QPLUS-ZERTIFIZIERUNG FÜR ABWASSERSYSTEME Die Abwasserleitungen sind in ihrer Gesamtheit die teuerste Infrastruktur der Schweiz. Ihre Qualität bestimmt die Qualität von Boden, Trinkwasser und Gewässer. Dichte und statisch perfekte Leitungen dienen dem Umweltschutz. Oft ist der Einsatz eines Qualitätsrohres in Betracht auf die Gesamtbausumme nur im Promille­ bereich teurer als ein weniger gutes Rohr. Die Vorteile sind jedoch erheblich. Qplus zertifiziert Produkte für Abwassersysteme aller Art, sofern sie die QplusQualitätsrichtlinien erfüllen. Hersteller, welche Produkte für den Abwasserbereich herstellen, haben damit die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis nachzuweisen, dass ihre Erzeugnisse die schweizerischen Prüfanforderungen erfüllen, welche einiges über dem Level der Europa-Normen liegen. So kann der Anwender leicht erkennen, ob er es mit einem Fabrikat zu tun hat, das

ihn bei korrekter Montage weitgehend vor Schadensfällen bewahrt. Unabhängige Prüflabors führen im Auftrag der Antragssteller und nach Vorgaben der QplusRichtlinien die Prüfungen durch, die durch die Organisation Qplus beurteilt werden. Aufgrund der eingereichten Prüfatteste fertigt Qplus die entsprechenden Zertifikate aus und pflegt die Qplus-Datenbank auf www.qplus.ch. Qplus ist ein Verein nach Schweizer Recht. Mitglieder sind die Verbände VSA, suissetec und der Verband für Kunststoffrohre VKR. Die Geschäftsstelle wird von einem Geschäftsführer geführt. Ihm zur Seite stehen Fachleute aus Behörden und Unternehmen, sowie Planer und Vertreter der Industrie. So ist eine schlanke Organisation mit umfassendem Know-how und breiter Abstützung gewährleistet. Qplus wurde 1979 vom Schweizerischen Spenglermeister- und InstallateurVerband (SSIV, heute suissetec) und vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) unter dem Namen «Arge Liegenschaftsentwässerung SSIV-VSA» mit dem Ziel, Schweizer Qualitätsstandards für Produkte im Abwassersektor festzu­legen, gegründet. Dies wurde nötig, da in den 60er- und 70er-Jahren immer mehr untaugliche Produkte auf dem Markt auftauchten und sich daraus resultierend die Schadensfälle häuften. Weitere Informationen zu Qplus finden Sie unter www.qplus.ch

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LOGISTIK

VERARBEITUNGSQUALITÄT Eine der wichtigsten Aufgaben des VKR ist die fachgerechte Durchführung von Ausund Weiterbildungskursen. Konti­nuierlich werden das Angebot und die Inhalte der Kurse den aktuellen Bedürf­nissen des  Marktes angepasst. Neben der bewährten Erst- und Verlängerungsausbildung «Schweissen und Verlegen von druckbeanspruchten, erdverlegten Rohrleitungen aus PE und PVC» in Aarau, in der Westschweiz und im Tessin, wurden in den letzten Jahren Planerkurse und die Aus­ bildung für die Anbindung von Erdwärmesonden (Geothermiekurse) mit grossem Erfolg lanciert. Die Kurssaison des laufenden Jahres in Aarau und La Rama wurde bereits mit Erfolg abgeschlossen. Erneut konnten 485 Teilnehmer in der sachgerechten Verarbeitung von Kunststoffrohrsystemen und Anbinden von Erdwärmesonden mit den neuen, über­arbeiteten Kursunterlagen ausgebildet werden. Die Online Anmeldung für die Kurssaision 2017 wird ab mitte September freigeschaltet werden. Aktuelle Informationen zum VKR Kursund  Weiterbildungsangebot sind unter www.vkr.ch abrufbar.

Die Kabelschutzprofis! Les spécialistes en protections des câbles!

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LOGISTIK

BAUSTELLEN-REPORT SIMPLONTUNNEL 2015

LIEFERUNG VON SPEZ. KABELSCHUTZROHREN DER SYMALIT AG, LENZBURG Objekt / Baustelle: Simplontunnel IIb, Erhöhung Sicherheit und Instandsetzung

SPEZIELLE PROJEKTHERAUSFORDERUNGEN SEITENS DER BAULEITUNG:

Tunnelbelegung, dem Umlad sowie der Zugsbereitstellung, wo keine Fehler passieren durften.

Zweifelsohne stellten die komplexen Logistik-Anforderungen betreffend Qualität und v. a. Termine an die vielen Beteiligten (Drittfirmen, Fachdienste, Fremdbeteiligte usw.) eine einmalige Herausforderung dar. Ein spezielles Augenmerk galt dabei aber auch im organisatorischen Bereich der

Tunnel-Sanierungen dieser Grössenordnung und von dieser Bedeutung machen es zudem auch immer notwendig, spontane Entscheidungen und Änderungen situativ vorzunehmen, was eine flexible Handlungsweise aller Beteiligten bedingt. Infolge der

Zwischenlager der Rohrblocks in Brig.

extremen Tunnel-Länge von 19.8 km galt der Sicherheit und den erschwerten Arbeitsverhältnissen im Tunnel (Hitze, Luft, Feuchtigkeit) höchste Priorität, was zeitweise zu Unterbrüchen führte. Um den eng gehaltenen Ausführungs-Zeitraum nicht zu gefährden, hat man sich beim Tunnel IIb für den Einsatz von einzigartigen, vorgefertigten Kabelrohrblöcken entschieden, nachstehend ein paar Bild­impressionen:

Betonieren des Rohrblock-Elements bei der Element AG, Tafers.

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LOGISTIK

mm-genaue Verbindung der Rohrblöcke.

Einbau der Kabelrohrblöcke.

Rohrblock mit Einzugschnur.

Wir danken auch an dieser Stelle allen Objekt-Beteiligten für die überaus korrekte, prompte und äusserst professionelle Zusammenarbeit – zukünftig werden in dieser Form wohl auch weitere KabelschutzrohrVerbauten bei anderen Projekten erfolgreich zur Anwendung kommen – eine erfolgreiche Basis ist gelegt!

KONTAKT

Tunnelportal mit Kabelschutzrohrblock.

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LOGISTIK

Ein 3D-Planungstool sowie der Einsatz von standardisierten Modulen beschleunigten die Planung und Zeichnungserstellung der Leitungstrasse deutlich.

BIOGAS-ROHRLEITUNGSTRASSE IN REKORDZEIT FERTIG GESTELLT MAGESCHNEIDERTES MODULARES HALTERUNGSSYSTEM ERMÖGLICHT DEUTLICHE ZEIT- UND KOSTENERSPARNIS Um die eigenen Energieerzeugungskosten zu senken, lie eine deutsche Papierfabrik auf ihrem Werksgelände eine hocheffiziente Energiezentrale einrichten, die neben Erd- auch mit Biogas betrieben wird. Der mit der Umsetzung des Projektes beauftragte Schweizer Anlagenbauer Caliqua AG installierte in diesem Rahmen auch eine Biogas-Versorgungsleitung von 450 m Länge und setzte dazu modulare MP-FLEX-Halterungen der bayerischen MPSS GmbH ein. Da die mageschneiderten modularen Stahlbauteile vom Hersteller innerhalb von nur drei Wochen gefertigt und geliefert werden konnten, lie sich der enge Zeitrahmen für die geplante Inbetriebnahme ohne Schwierigkeiten einhalten. Ein 3D-Planungstool sowie der Einsatz von standardisierten Modulen mit zugehörigen Statik-Tabellen beschleunigten zudem die Planung und Zeichnungserstellung deutlich. Die Konstruktionen aus torsionssteifen Vierkantrohren, die vor Ort auch Wind- und Schneelasten standhalten müssen, können Einzellasten von bis zu 8.5 t aufnehmen. Gleichzeitig sind die Halterungen um circa 20 Prozent leichter als herkömmliche Doppel-T-Konstruktionen, was deutlich Beschaffungs-, Transport- und Montagekosten einspart.

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LOGISTIK

Um die eigenen Energieerzeugungskosten zu senken, liess eine Papierfabrik auf ihrem Werksgelände eine hocheffiziente Energiezentrale einrichten sowie eine Biogas-Versorgungsleitung von 450 m Länge installieren.

I

m Jahr 2014 errichtete die Caliqua AG auf dem Gelände einer Papierfabrik eine hocheffiziente Energiezentrale mit drei Gaskesseln und einer nachgeschalteten Dampfturbine, durch die die Energieerzeugungskosten reduziert werden sollten. Eine zusätzliche Senkung der Betriebskosten sollte durch die alternative Befeuerung eines Kessels mit Bio- anstatt Erdgas erzielt werden. Zu diesem Zweck musste eine neue Leitungstrasse verlegt werden – und zwar überirdisch im Freien, ohne die vorhandenen Verkehrs- und Betriebswege auf dem Werksgelände zu behindern oder einzuschränken. «Bei der Suche nach flexiblen und für hohe Lasten geeigneten Rohrleitungshalterungen sind wir auf das MP-FLEX-System von MPSS aufmerksam geworden», erklärt Klaus Fischer, Gruppenleiter Anlagenbau bei der Caliqua AG.

HOHE BELASTUNGSAUFNAHME Um die Trasse vom Einbindepunkt – einer bestehenden Biogas-Rohrleitung – insgesamt 450 m zur neuen Energiezentrale verlegen zu können, benötigte der Schweizer

Anlagenbauer magefertigte Rohrleitungshalterungen in verzinkter Ausführung und mit prüffähigen statischen Nachweisen. Durch die sehr enge Terminschiene zwischen der Beauftragung von Caliqua durch die Papierfabrik und dem festgelegten Inbetriebnahme-Termin für die ­Leitung stand zudem für die Herstellung und Lieferung der Halterungsbauteile nur ein Zeitfenster von maximal drei Wochen zur Verfügung. «Bei den MP-FLEX-Halterungen handelt es sich um massive Stahlbauteile in einer speziellen, montagefreundlichen Modulbauweise. Sie sind uns für die kurzfristige Realisierung der Trasse unter anderem deshalb als die geeignete Lösung erschienen, weil mit diesem System sehr hohe Lasten abgetragen werden können und die passgenauen Systemteile in kürzester Zeit lieferbar sind. Zusätzlich können die Bauteile mit sämtlichen gängigen Rohrlagern kombiniert werden», erläutert Fischer.

tungstrasse bestand darin, dass an der im Freien gelegenen Leitung auch Windund Schneelasten auftreten können, was relativ hohe Querkräfte für die betroffenen Halterungen zur Folge hat. Zusätzlich musste die Leitung wegen des betriebsbedingten Kondensatanfalls mit Gefälle zu den Tiefpunkten verlegt werden. Erschwerend kam ein variierendes Geländeniveau hinzu, wodurch sich unterschiedliche Höhen von bis zu 5 m für die insgesamt 82 Halterungskonstruktionen ergaben. «Durch die Verwendung von torsionssteifen Vier­kant­rohren in den Profilgröen 100 x 100 und 140 x  140 mit jeweils 8 mm Wandstärke können viel höhere Belas-

Die MP-FLEX-Konstruktionen sind auch in geklemmter Ausführung erhältlich, falls eine Verstellbarkeit der Halterung erfor-

Eine wesentliche Problematik bei der Planung und Errichtung der Biogas-Rohrlei-

derlich ist, zum Beispiel um Bautoleranzen auszugleichen.

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LOGISTIK tungen als bei bisher erhältlichen modularen Systemen aufgenommen werden», erklärt Andreas Wallner, Geschäftsführer der MPSS GmbH. «MP-FLEX-StandardHalterungskonstruktionen können Einzellasten bis zu 8.5 Tonnen aufnehmen. Sonderkonstruktionen noch deutlich mehr.»

Für die Biogas-Leitung wurden vom Anlagenbauer Caliqua modulare MP-FLEXHaltungen von MPSS eingesetzt: Die

Bei dem Projekt in der Papierfabrik beträgt die höchste Querbelastung, die in 5 m Höhe auftritt, 1,2 kN – circa 120 kg.

VEREINFACHTE PLANUNG UND SCHNELLE FERTIGUNG Um die Produktivität in der Halterungsplanung zu steigern, nutzten die CaliquaKonstrukteure statt der herkömmlichen 3D-CAD-Bauteilekataloge ein von MPSS zur Verfügung gestelltes Tool (Video unter www.mpss-gmbh.de) und planten die ­Biogastrasse im 3D-CAD-Modell auf Basis von selbst vor Ort genommenen Maen sowie zur Verfügung gestellten WerksÜbersichtsplänen mit eingetragenen Höh­ ­enknoten: «Das Tool platziert nach Auswahl des zu halternden Rohrleitungspunktes und dem entsprechenden Gebäudeanschluss die Halterungskonstruktion automatisch – inklusive aller Verbindungsmittel zum Gebäude wie Dübel oder Trägerklammern», so Wallner. «Der Konstrukteur kann anhand der Übersichtstabellen mit der statischen Belastbarkeit für über 150 Standardanwendungen zwischen den für den Halterungsfall zur Verfügung stehenden Bauteilkombinationen wählen und auch nachträglich noch Einzelmae verändern.» Im Anschluss werden die Halterungszeichnungen und damit die Bestelllisten fast automatisch generiert, wodurch sich die sonst übliche Zeit für die Erstellung der Zeichnungen auf ein Minimum reduziert. «Mit dem 3D-Tool konnten wir die Produktivität im Bereich der Unterstützungskonstruktion merklich steigern», bestätigt Fischer.

massgeschneiderten massiven Stahlbauteile konnten vom Hersteller innerhalb von nur drei Wochen gefertigt und geliefert werden.

Die schnelle Fertigung bei MPSS ist von der Nutzung des Tools allerdings unab-

FÜHRENDE SCHWEIZER ANBIETER Die Caliqua AG mit Hauptsitz in Basel ist der führende Schweizer Anbieter von thermischen Anlagen für kommunale Dienstleister und die Industrie, wie etwa Energiezentralen in Müllverbrennungsanlagen, Blockheizkraftwerke, GuD-, Biomasse- und geothermische Anlagen, Fernwärmezentralen und Dampfverbundsysteme. Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liegt im Rohrleitungsbau für die Prozessindustrie. Caliqua deckt sämtliche Dienstleistungen von der Beratung und Planung über die schlüsselfertige Erstellung der Anlagen bis zur Inbetriebnahme und Personalschulung ab. Mit der 1995 gegründeten deutschen Tochterfirma Caliqua Powertec GmbH ist das Unternehmen im deutschen und europäischen Markt tätig. Die 2014 gegründete MPSS GmbH mit Sitz in Burghausen entwickelt und produziert maangefertigte modulare Halterungskonstruktionen für Rohrleitungen und Apparate inklusive Statiktabellen und CAD-Tools. Das Unternehmen beschäftigt derzeit ein Team von sechs Mitarbeitern, das über mehr als 20 Jahre Planungs- und Baustellenerfahrung verfügt.

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hängig und ergibt sich im Wesentlichen aus zwei Faktoren: «Durch automatisierte Halbzeug-Zuschnitt-Listen, die wir auf ­Basis der Kunden-Bestelllisten erzeugen, und fest abgespeicherte Bauteildaten für die CNC-Maschinen wird die Arbeitsvorbereitung auf ein Minimum reduziert und die Fertigung kann sofort nach Auftragserteilung erfolgen», erläutert Wallner. Die erforderlichen Halbzeuge und StandardTeile sind zudem in der Produktion vorrätig und müssen nicht erst auftragsbezogen bestellt beziehungsweise gefertigt werden. So war die Einhaltung der Lieferfrist für die bei der Biogas-Leitung benötigten Teile kein Problem: Sie waren innerhalb der vorgegebenen drei Wochen in mm-genauer Ausfertigung und verzinkter Ausführung vor Ort. Die Bauteile können auch alternativ mit Pulverbeschichtung für Korrosivitätskategorien bis C5 geliefert werden.

EINSPARUNG BEI BESCHAFFUNGS-, TRANSPORTUND MONTAGEKOSTEN Die MP-FLEX-Halterungen haben jedoch noch einen weiteren Vorteil: Durch den Einsatz der torsionssteifen Vierkantrohre ist ihr Gewicht um circa 20 Prozent geringer als das herkömmlicher Konstruktionen aus Doppel-T-Profilen. Auf diese Weise werden nicht nur die Beschaffungs-, Transportund Montagekosten gesenkt, sondern auch Ressourcen geschont. Zudem lassen sich im Unterschied zu herkömmlichen modularen Halterungssystemen durch die Maanfertigung der Bauteile unnötige Bohrungen und Trägerüberstände vermeiden: «Die bisherigen Systeme haben in der Regel feste Längen-Abstufungen für Konsolen und Träger – beispielsweise in 250-, 300- oder 500 mm-Stufen – um die Bauteil-Vielfalt stark zu reduzieren und auf Vorrat produzieren zu können», so Wallner. «Das führt in den meisten Fällen zu Trägerüberständen, die vom Auftraggeber bezahlt und unter Umständen nachträglich eingekürzt werden müssen.» Zusätzlich haben diese Standard-Bauteile eine Vielzahl von Bohrungen, um sie für möglichst viele Anwendungen einsetzen zu können. MP-FLEX-Komponenten dagegen besitzen nur die Bohrungen, die für das konkrete Projekt erforderlich sind, was sich insgesamt positiv auf die Energie- und CO2Bilanz bei der Herstellung, beim Transport und bei der Montage auswirkt. «Für uns als nachhaltig denkendes und agierendes Unternehmen ist das ein sehr wichtiger Nebeneffekt: Durch den Einsatz der


Die Halterungen sind circa 20 Prozent leichter als herkömmliche Doppel-T-Konstruktionen, was deutlich Beschaffungs-, Transport- und Montagekosten einspart.

­gewichtsoptimierten Halterungsbauteile konnten wir nicht nur unser Projekt-Budget, sondern auch die Umwelt schonen», erklärt Fischer. Darüber hinaus entfielen durch die mitgelieferten prüffähigen statischen Nachweise Zeit und Kosten für statische Berechnungen. Für über 5 600 StandardHalterungs- und Grössenkombinationen

sind prüffähige Statiken erhältlich. Auf Wunsch werden auch statische Nachweise für Sonderkonstruktionen erstellt. Zum Liefer­umfang gehören auch eine auftragsbezogene EG-Konformitätserklärung sowie die zugehörigen 3.1-Werkstoffzeugnisse. Durch die abgerundeten Ecken der Vierkantrohre und der Abschlusskappen

für die Trägerenden sind die MP-FLEXKonstruktionen nicht nur optisch ansprechend, es wird auch die Verletzungsgefahr reduziert. «Auf Grund der sehr positiven Erfahrungen bei diesem Projekt werden wir die MP-FLEX-Halterungen bei künftigen Projekten wieder einsetzen» resümiert der Gruppenleiter Anlagenbau.

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MOBILITÄT

NACHHALTIGE ENERGIEDIENSTLEISTUNGEN RICHTIG VERMARKTEN von Prof. Dr. Lutz E. Schlange, HTW Chur, Prof. Dr. Uta Jüttner, Hochschule Luzern, und Lars Längauer, Input Consulting AG, Bern / Zürich

Abbildung 1. E-Mobilität mit neuen erneuerbaren Energien.


MOBILITÄT

E

in wichtiger Unterschied zwischen dem Verkaufen eines Sachguts und dem einer Dienstleistung liegt in der Notwendigkeit begründet, die Kundschaft zum Mitmachen zu bewegen. Schon der Bezug der Dienstleistung Hausbeleuchtung etwa erfordert die Installation geeigneter Leuchtkörper und das Betätigen der Lichtschalter, damit der Strom fliesst. Bei nachhaltigen Energiedienstleistungen ist diese Aufgabe besonders anspruchsvoll, weil Kunden beim Mitmachen auch noch ihr gewohntes Verhalten ändern müssen. So erfordert der Umstieg auf E-Mobilität in Verbindung mit der Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energiequellen (NEE) die Abkehr vom gewohnten Denken in Tankfüllungen und Reichweiten sowie die Installation und aktive Bewirtschaftung des dezentralen Versorgungssystems (Abb. 1).

Kunden darin erkennbar sein, dass sie sich in ihren persönlichen Werthaltungen bestätigt sehen. Wenn mich mein Dienstleister in meinen Grundansichten «abholt» und mir mit seinem Angebot vermitteln kann, dass mein Standpunkt nicht nur der Richtige ist, sondern ich auch noch einen persönlichen Beitrag leisten kann, erscheint mir dies als zusätzlicher Vorteil und begünstigt meinen Wahlentscheid. Ein Anbieter von aus NEE gespeisten Mobilitätsdienstleistungen spricht also mit Vorzug die Bereitschaft seiner potenziellen Kunden an, sich durch die Wahl einer nachhaltigen Lösung im Einklang mit den eigenen Überzeugungen zu verhalten. Diese können beispielsweise darin bestehen, dass ich meiner Nachwelt eine lebenswerte Natur und Umwelt hinterlassen möchte, die frei ist von gefährlichen Altlasten und irreversiblen Schädigungen.

Was aber sind die Gründe, warum Menschen dazu bereit sind, ihr Verhalten zugunsten nachhaltiger Lösungen zu ändern? Dies war die Ausgangsfrage eines von der Kommission für Technologie und Innovation des Bundes (KTI) geförderten Forschungsprojekts, dessen wichtigste Ergebnisse wir hier vorstellen. Die landläufige Meinung unterstellt, dass ein gewisser Leidensdruck für eine Verhaltensänderung unabdingbar ist. Hingegen zeigt die Erfahrung, dass sich dies auch bewirken lässt, indem die Kundschaft eine im direkten Vergleich bessere, das heisst für sie vorteilhafte Alternative erkennt. Damit ihre Verhaltensänderungen wahrscheinlicher werden, müssen sie also diesen Vorteil als solchen wahrnehmen können. Worin können nun aber Vorteile einer «nachhaltigen Energiedienstleistung» konkret bestehen?

Nicht zuletzt spielen bei der Entscheidung zum Kauf einer nachhaltigen Energiedienstleistung auch die Emotionen der Kunden eine wesentliche Rolle, etwa wenn der Kaufprozess erwünschtes Wohlbefinden auslöst in Verbindung mit der Überzeugung, «das Richtige zu tun». Positive Gefühle können einerseits darin bestehen, dass ich eine gewisse Begeisterung verspüre, etwa wenn ich die innovative Dienstleistung in meinem Umfeld als erster verwende und dadurch meinen sozialen Status als Pionier bestärke. Ebenso kann dies z. B. dann der Fall sein, wenn mich die

makellose Qualität der Dienstleistung und ihrer Erbringung, nicht zuletzt auch durch persönlichen Kontakt mit den dahinter stehenden Menschen, zu faszinieren vermögen. Umgekehrt können negative Gefühle meine Bereitschaft einschränken, mich auf Neues einzulassen. So kann die «gesunde Skepsis» gegenüber einer innovativen Energiedienstleistung und deren Zuverlässigkeit die subjektiv empfundene Abneigung verstärken und damit ein gewichtiges emotionales Hemmnis darstellen. Diese negativen Gefühle lassen sich nur durch hartnäckigen Einsatz für den Aufbau und Erwerb von Vertrauen überwinden. Welchen praktischen Nutzen bringen diese Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt für den angestrebten Markterfolg beim Design einer nachhaltigen Energiedienstleistung? Damit die Optimierung gelingt, sind drei Punkte abzuarbeiten: erstens die Einsicht in den bestehenden Handlungsbedarf; zweitens die genauere Analyse und Erfassung der Abweichungen; und drittens die Ableitung von Massnahmen zur Behebung allfälliger Defizite und Ausschöpfung des Erfolgspotenzials. Den ersten Arbeitsschritt unterstützen wir durch einen Selbsttest für Anbieter nachhaltiger Energiedienstleistungen. Abhängig von der Marktreife und den Kundenerwartungen sowie der Bedeutung von externen Faktoren wie beispielsweise der Unter-

Zum einen sind Vorteile denkbar in der Art und Weise ihrer Verwendung. Eine Dienstleistung, die besonders einfach funktioniert, kann den Kunden Spass beim Mitmachen bereiten oder sie von Sorgen entlasten. Der funktionale Nutzen einer privaten Solartankstelle kann dann beispielsweise darin bestehen, dass sie im Eigenheim gebrauchsfertig installiert und durch ein zeitlich befristetes Pachtmodell zum Rundum-Sorglos-Paket wird. Die Tatsache, dass ich mir als Kunde meinen Kopf nicht mehr über den Ort, Zeitpunkt und / oder Preis der nächsten Tankfüllung zerbrechen muss, erscheint unmittelbar vorteilhaft. Zum zweiten können Vorteile nachhaltiger Energiedienstleistungen aus Sicht der

Abbildung 2. Toolbox für nachhaltige Serviceinnovationen.

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MOBILITÄT stützung durch die öffentliche Hand zeigt der Test für den Einzelfall den Optimierungsbedarf entlang den drei oben ausgeführten Dimensionen funktionaler Nutzen, Werte und Emotionen auf. Den zweiten Schritt erarbeiten wir anhand von drei Analysetools, die im Forschungsprojekt entwickelt wurden: das «Werte­ haus», die «Emotionslandkarte» sowie das «Servicerad» (Abb. 2). Mit dem Werteheaus lässt sich ermitteln, inwieweit die Energiedienstleistung bereits durch nachhaltige Werthaltungen in den drei Pfeilern Unternehmung selbst, ihre Partner und ihre Kundschaft abgestützt ist. Die Emotionslandkarte untersucht die Ausgangslage mit Blick auf die positiven und negativen Emotionen der Kundschaft und weist auf den angestrebten Idealzustand hin. Das Servicerad schliesslich erfasst die funktio­ nalen Qualitätsaspekte, die mit spezifischen Massnahmen zu optimieren sind. Im dritten Arbeitsschritt leiten sich aus den erwähnten Analysetools konkrete Ansätze zur Erhöhung der Schlagkraft im Marketing ab. Für die nachhaltige Dienstleistung «hello future» ergab die Untersuchung mit

dem Tool «Wertehaus» beispielsweise, dass die Art und Weise der Vermarktung bereits bestimmte uneigennützige Werte aktiviert, die auch ihre Zielkundschaft vertritt (Abb. 3). Weil Kunden durch das Installieren, Betreiben und Finanzieren von Ladeinfrastruktur die Möglichkeit erhalten, ihre Elektroautos zu Hause aufzuladen, können sie einen erwünschten Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten und zugleich ihrer Werthaltung Ausdruck verleihen. So profitiert diese Dienstleistung bereits von einigen in ihrem Design eingebauten wertbezogenen Massnahmen. Zur gezielten Verbesserung ihrer Überzeugungskraft in den Augen der Zielkundschaft kamen im ersten Pfeiler Unter­ nehmung als konkrete wertbezogene Massnahme etwa Bonusleistungen in Betracht. So könnte der Anbieter zum Beispiel für jeden elektrisch gefahrenen Kilometer seiner Kundschaft zusätzlich einen Beitrag an eine Stiftung zur Förderung der Elektromobilität abliefern. Auch im zweiten Pfeiler Partner lassen sich Werthaltungen für die erfolgreiche Vermarktung einsetzen: dafür bietet sich etwa eine Kooperation mit Organisationen aus

Abbildung 3. Das «Wertehaus» untersucht Werthaltungen der Kundschaft.

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dem Themenfeld Nachhaltigkeit (z. B. WWF, Verein für umweltgerechte Energie) und / ­ oder mit externen Spezialisten für NEE an sowie die Markierung mittels einschlägiger Zertifikate (z. B. naturemade star). Im dritten Pfeiler Kunden geht es bei der erfolgreichen Vermarktung um das Vermitteln von altruistischen Werten, indem der Anbieter eine Gruppendynamik im Wege des Community-Building auslöst, etwa durch Unterstützung der Teilnahme von Kunden an der «Wave-Trophy», der grössten E-Mobil-Rallye der Welt. Die Untersuchung mit dem Tool «Emotio­ns­ landkarte» zeigt auf, dass die Gefühlslandschaft für «hello future» auf eine gewisse Gleichgültigkeit ihrer Kundschaft schliessen lässt. Dabei erscheinen die negativen Emotionen als vergleichsweise schwach ausgeprägt, besteht doch ein grosses Kundenvertrauen in die Unternehmung und die Qualität der Dienstleistung. Hingegen sind die positiven Emotionen noch zu schwach ausgeprägt, um eine echte Begeisterung für die neue Dienstleistung auszulösen. Für die angestrebte höhere Zustimmung der Kundschaft empfehlen sich mit Vorrang Massnahmen wie beispiels-


MOBILITÄT weise die Sicherstellung eines perfekten Kundenservice sowie die Verkörperung der Begeisterung durch Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Zudem drängen sich eine Markenpflege mit emotional anregenden Bildern und futuristischem Design und die Auslobung des Angebots mittels attraktiver Gadgets auf.

Das Tool «Servicerad» schliesslich untersucht die funktionalen Nutzenaspekte der Servicequalität in den beiden Dimensionen Kern-Dienstleistung und Kundenservice, welche zu gezielten Verbesserungen der Outbound- und Inbound-Aktivitäten sowie von Prozesseffizienz und Ergebnisqualität anregen (Abb. 4). So zeigte sich

etwa am hier betrachteten Beispiel, dass die grösstmögliche Vereinfachung der Kern-Dienstleistung die Ergebnisqualität aus Kundensicht massiv steigern konnte. In der durch Kunden veranlassten Inbound-Kommunikation leistete z. B. die Sicherstellung einer fachgerechten Unterstützung bei technischen Problemstel­ lungen während der praktischen Nutzung der Dienstleistung einen wichtigen Erfolgsbeitrag. Die Erfahrung aus dem Projekt zeigt, dass die Verwendung der gewonnen Erkenntnisse aufgrund der aus der Praxis heraus entwickelten Toolbox den Design­ prozess nachhaltiger Service-Innovationen im Energiebereich wirkungsvoll verbessern kann.

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Abbildung 4. Das «Servicerad» optimiert das Servicedesign.

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GREEN-IT

MIT KYOCERA PRINT GREEN DIE CO2-BILANZ VERBESSERN KYOCERA BIETET KLIMANEUTRALES DRUCKEN AN Ab sofort bietet KYOCERA Schweiz seinen Kunden die Möglichkeit, klimaneutral zu drucken. In Zusammenarbeit mit der Klimaschutzorganisation myclimate führt der Dokumentenlösungs-Spezialist das hauseigene, in Deutschland sowie Österreich bereits bekannte Programm «Print Green» neu auch in der Schweiz ein und stellt seinen Originaltoner für sämtliche Druck- und Kopiersysteme klimaneutral. Der Kunde spart pro Seite ca. 1 Gramm CO2 ein, die KYOCERA für ihn kompensiert. Dazu investiert das Unternehmen jährlich eine erhebliche Summe in ein internationales Klimaschutzprojekt.

«

Seit Unternehmensgründung hat das Thema Umweltschutz für uns höchste Priorität. So stehen wir mit unserer ECOSYS-Technologie, durch die bis zu 70 Prozent weniger Abfall entsteht als bei herkömmlichen Systemen, seit langem für wirtschaftliches Drucken und Kopieren. Nun gehen wir noch einmal einen Schritt weiter. Die CO2-Kompensation aller über

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KYOCERA Schweiz vertriebenen KYO­CERA Originaltoner ist unsere bisher grösste Investition in diesem Bereich», sagt Peter Arnet, General Manager bei KYOCERA Document Solutions Schweiz. «Mit je­ der gedruckten Seite kompensiert der Kunde 1 Gramm CO 2. Jährlich werden so in Deutschland und Österreich bereits rund 21’000 Tonnen CO2 kompensiert.


GREEN-IT Dies entspricht der Menge, die etwa 3’000 Hin- und Rückflüge von der Schweiz nach Australien verursachen würden.

ENERGIEEFFIZIENTE KOCHER IN KENIA Die Spendensumme fliesst in ein Projekt der Klimaschutzorganisation myclimate, in dessen Rahmen der Einsatz effizienter Kocher im kenianischen Siaya-Gebiet gefördert wird. «Durch unser langfristiges Engagement vor Ort möchten wir nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch helfen, den Alltag der Menschen zu erleichtern. KYOCERA leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag, um dieses wichtige Projekt zu realisieren», erklärt Stefan Baumeister, Geschäftsführer der myclimate Deutschland GmbH. Haushalte im Siaya-Gebiet kochen traditionellerweise auf offenen Feuerstellen, Feuerholz wir dabei sehr ineffizient verbrannt. Im Rahmen des Projekts sollen innerhalb von sieben Jahren 41’700 effiziente und in der Region produzierte Kocher in den Gemeinden verteilt werden. Dadurch können nicht nur bis zu 50 Prozent Feuerholz eingespart werden: dank des besseren und effizienteren Verbrennungsprozesses können gesundheitsschädliche Rauchemissionen reduziert und die Luftqualität im Innern der Haushalte verbessert werden. Auch Arbeitsplätze werden durch die regionale Produktion entstehen.

KYOCERA PRINT GREEN myclimate und KYOCERA Deutschland haben bereits vor mehreren Jahren gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) das Klimaschutzprogramm Print Green entwickelt. Im Rahmen von Print Green können die CO 2 -Emissionen, die während eines Druckerlebens – etwa bei der Herstellung, dem Transport sowie der Nutzung und Verwertung – unweigerlich entstehen, kompensiert werden. Der Toner macht dabei rund die Hälfte der CO 2 -Emittenden aus, die während der Nutzungsphase entstehen. Die Kompensation dieser Menge wird automatisch von KYOCERA übernommen. Darüber hinaus haben Kunden aber die Möglichkeit, im Rahmen von Print Green ihr komplettes K YOCERA System CO 2 -­ neutral zu stellen. Peter Arnet: «Die Idee hinter Print Green ist es, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden einen Beitrag für den Umweltschutz leisten beziehungsweise Unternehmen dabei unterstützen, ihre eigene CO 2 -Bilanz zu verbessern. Wir übernehmen daher den Toner und freuen uns, wenn möglichst viele Endkunden die CO 2 -Emissionen ihrer Drucker- und Multifunktionssysteme kompensieren und so die Arbeit von myclimate unterstützen».

HINWEIS Weitere Informationen zum Umwelt­ engagement von KYOCERA sowie zum Print Green Programm gibt es im Internet auf www.printgreen.kyocera.ch

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KOMMUNIKATION

SPAREN SIE SICH DIE FAXEN! Die Swisscom plant, Ende 2017 alle Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse abzuschalten. Dies betrifft auch herkömmliche Faxgeräte. In der Schweiz geraten dadurch rund drei von vier Firmen unter Zugzwang. Kein Grund die Hände zu verwerfen. Mit einer durchdachten Vorbereitung lassen sich danch sogar Prozesse optimieren. Dolphin Systems AG ist einer der wenigen unabhängigen Faxservice-Spezialisten, welcher diesbezüglich eine umfassende Beratung anbietet.

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ie Swisscom folgt bei der Umstellung auf All-IP, dem internationalen Trend. Die Deutsche Telekom schaltet das analoge Netz nur ein Jahr später ab. Andere Länder werden folgen.

WESHALB DIE ABSCHALTUNG? ISDN revolutionierte zwischen dem Ende der 80er und dem Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts weitläufig die Welt der Telekommunikation. Zum ersten Mal stand ein moderner Standard zur Verfügung, mit dem gleichzeitig Sprache und Daten transportiert werden konnten. Für die Mehrzahl der privaten Nutzer ist es bereits selbstverständlich ein digitales Komplettangebot mit zusätzlichen Funktionen zu nutzen: Telefonie, HighspeedInternet, zeitversetzte TV-Angebote,­Streaming sowie Filme und Serien «on demand» usw. Doch solche Datenmengen können nur moderne Netzwerke via IP bewältigen – mit weniger Bandbreite bei gleichzeitig höherer Kapazität. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nun bald die Geschäftswelt an der Reihe ist.

UMSTELLUNG ALS CHANCE Die Umstellung bietet die Möglichkeit, grundlegend über die Zukunftsfähigkeit der Telefonie-Infrastruktur in der eigenen Unternehmung nachzudenken. Neben klassischen inhaus gehosteten Telefon­ anlagen sind extern betriebene CloudLösungen in aller Munde. Ist die Infrastruktur für eine voll digitalisierte Lösung einmal umgesetzt, können Unternehmen jeder Branche und Grössenordnung viel flexibler auf neue Anforderungen reagieren. Die wirtschaftlichen Vorteile lassen sich natürlich schlecht quantifizieren. Jedoch kann durch die Optimierung des administrativen Aufwands, der Grundgebühren und anderen Telekommunikationskosten einiges eingespart werden.

WAS MUSS GETAN WERDEN? Am Anfang sollte eine detaillierte Analyse durchgeführt werden. Diese ermöglicht die

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Ende 2017 schaltet Swisscom die bewährten Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse ab. Tausende von Unternehmen stehen deshalb unter Zugzwang!

Entwicklung eines technisch und finanziell vernünftigen Lösungskonzepts. Von der Einholung der ersten Offerte bis zur vollendeten Umstellung sollten Firmen vier bis acht Wochen einplanen. Offerten vergleichen und interne Koordination benötigen am meisten Zeit. Die Umstellung kann man dann oft innerhalb eines Tages oder sogar im Laufe weniger Stunden realisieren.

DEN RICHTEN PARTNER FINDEN Viele Firmen sind mit diesen Aufgaben jedoch überfordert. Vor allem diejenigen, deren Unternehmensprozesse auf der Kommunikation per Fax basieren oder Teil davon sind. Sicher ist: Mittel- bis langfristig verschwinden analoge Faxdienste vom Markt. Webbasierende Cloud-Lösungen wie eCall ersetzt nach und nach diese Dienste. eCall, die Faxlösung von Dolphin Systems AG, ist komplett unabhängig von der firmeneigenen Telefonie und Infrastruktur. Das Unternehmen aus Wollerau bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Schweizer IT-Markt und Online-Faxbusiness mit. Deshalb ist es ein idealer Partner, wenn es um die Beratung und Umsetzung bezüglich einer solchen Lösung geht.

FOKUS AUF DER BESTEN LÖSUNG Ein weiterer entscheidender Vorteil, den Dolphin gegenüber den grossen Telekom­ anbietern vorweist, ist die Unabhängigkeit. Es besteht kein Druck, unbedingt eigene Produkte oder Services verkaufen zu müssen. Dadurch kann eine kostenlose rundum Beratung zum Thema angeboten werden - mit Fokus auf der für ein Unternehmen besten Lösung.

KONTAKT Dolphin Systems AG 8832 Wollerau Telefon +41 (0) 44 787 30 70 www.dolphin.ch info.ecall.ch/alles-ueber-IP-2017


AUS- UND WEITERBILDUNG

WEITERBILDUNG ENERGIESYSTEME I n den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind gut ausge­ bildete Fachleute nach wie vor gefragt um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Das Ausbildungsprogramm MAS Energiesysteme wurde bereits im Jahr 2007 ins Leben gerufen und seither

laufend optimiert. Von den Studierenden werden immer wieder die fachliche Tiefe und die Praxisrelevanz dieses Angebots als besondere Stärken genannt. Aktuell werden die Kurse mit Unterstützung des Bundesamtes für Energie (BFE) von Grund auf überarbeitet. E-Learning und verstärkt

Projekt orientierter Unterricht wird als Ergänzung zum klassischen Kontaktunterricht angeboten, um das Wissen besser zugänglich zu machen. Neben dem Heimstandort Buchs ist neu nun auch eine Teilnahme über einen Learning Space in St. Gallen im Aufbau. Mit erfolgreichem Abschluss von fünf CAS Kursen erhalten die Teilnehmer das Zertifikat «Master of Ad­van­ced Studies FHO». Der MAS Energiesysteme umfasst 60 ECTS-Punkte. Der Umgang mit Energie wird sich in der nächsten Generation grundlegend ändern. Die Folgen werden auch das wirtschaftliche Umfeld stark beeinflussen. Der Studiengang MAS Energiesysteme der NTB Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs ist eine in der Region Schweiz, Österreich, Liechtenstein einzigartige Ausbildung, die vertieft Wissen über erneuerbare Energien und Energieeffizienz vermittelt. Diese Wei­terbildung für Ingenieure baut auf deren bereits erworbenen und praktizierten Wissen auf und erweitert dieses um den aktuellen Stand. Die Teilnehmenden be­ fassen sich mit der Planung von neuen Energie­systemen und werden befähigt zur Mitarbeit bei der technischen Entwicklung von solchen Energiesystemen und deren Komponenten. Der Master Energiesysteme spannt den Bogen von den physikalischen Grundlagen über Neu- und Weiterentwicklung bis zur systemtechnischen Anwendung von energietechnischen Produkten. Weitere Informationen unter www.ntb.ch/energiemaster

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AUS- UND WEITERBILDUNG

SIND SIE BEREIT FÜR DIE ZUKUNFT? DIE SCHWEIZ IM WANDEL Täglich berichten Medien über Entlassungen, Firmenübernahmen, Umstrukturierungen und Firmenschliessungen. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat die Schweizer Marktstruktur in den letzten Monaten massgeblich verändert und Klein- wie auch Grossunternehmen sind mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Der Druck auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer steigt kontinuierlich und der Kampf um Arbeitsplätze und qualifiziertes Personal hat und wird sich zunehmend verschärfen.


AUS- UND WEITERBILDUNG

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m diesem Schockzustand entgegenzuwirken müssen Arbeitgeber eine geeignete Personalpolitik umsetzten und Arbeitnehmer im Gegenzug (mehr denn je) gewillt sein, sich weiter zu entwickeln um mit den bevorstehenden Veränderungen Schritt halten zu können. Eine entsprechende Weiterbildung, um die Komplexität des Marktes zu verstehen und deren Herausforderungen anzunehmen, wird somit zu einer Notwendigkeit. Nur durch das entsprechende Know-How, vernetztes Denken sowie praxis- und lösungsorientiertes Wissen kann die Marktfähigkeit jedes einzelnen Arbeitnehmers gewährleistet und gesteigert werden. Das international institute of management in technology (iimt) der Universität Freiburg bietet seit mehr als 20 Jahren berufsbegleitende Weiterbildungsangebote in den Bereichen Energie- und Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) Management an. Das iimt bietet Studierenden die Möglichkeit in einzelnen Fachkursen oder umfassenden Lehrgängen ihre Managementkompetenzen zu erweitern und die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu erkennen. Dabei werden sie mit den notwendigen Instrumenten ausgerüstet, um gezielt Entscheidungen zu treffen und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Das Kursangebot wurde seit jeher den aktuellen Gegebenheiten, und stets den Marktbedürfnissen angepasst, um ein attraktives Ausbildungsprogramm anzu-

bieten. Durch die verschiedenen Lehrgänge wie dem Executive CAS, Executive Diploma, Executive MBA oder Fachkursen im Bereich Energie-Management und ICTManagement, können die Teilnehmenden mit dem passenden Wissen versorgt werden. Genau diejenige Ausbildung be­ suchen, die für das entsprechende Aufgabenprofil oder Kompetenzbereich am besten geeignet ist.

grieren, andererseits das persönliche internationale Netzwerk an wichtigen Kontakten erweitern. Grosser Wert wird dabei auf praxis- und lösungsorientierte Unterrichtsmethoden gelegt. Geografisch befindet sich das iimt zudem zwischen der deutschen und der lateinischen Schweiz sowie zwischen Nord- und Südeuropa, was eine kulturelle wie sprachliche Diversität als positiven Nebeneffekt mit sich bringt.

Durch die Modularität und Flexibilität aller iimt Lehrgänge wird den Studierenden die Möglichkeit geboten, ein Studium nach Mass zu absolvieren. Durch eine solch flexible Ausbildungsstruktur, kann das Studium den individuellen Umständen entsprechend anpasst, sowie der Starttermin und der Rhythmus des Studiums (Teil- oder Vollzeit) selbst gewählt werden. Ergänzend ist Blended Learning fester Bestandteil am iimt was eine räumliche Unabhängigkeit ermöglicht. Somit wird ge­währleistet, dass der Spagat zwischen Weiterbildung und den beruflichen wie privaten Herausforderungen problemlos gemeistert werden kann.

Merkmal aller Lehrgänge ist die Konzen­ tration auf die aktuelle Markt-Situation und bedeutsame Erkenntnisse des EnergieSektors um die wirtschaftlichen Zu­ sammenhänge zu kennen. Studierende werden mit den notwendigen Managementinstrumenten ausgerüstet, um gezielt Entscheidungen zu treffen und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Um den Teilnehmenden gleichermassen fundiertes Wissen und praktische Erfahrungen zu vermitteln und einen qualitativ hochwertigen Wissenstransfer zu gewährleisten, arbeitet das iimt eng mit Partnern und Experten aus der Industrie und international renommierten Hochschulen, Firmen und Verbänden zusammen. Auf diese Weise lässt sich einerseits das grosse Repertoire an Erfahrung in die Kurse inte-

Machen auch Sie den nächsten Karriere­ schritt und wappnen Sie sich für die Zukunft. Wir beraten Sie gerne und würden uns freuen, Sie am iimt zu begrüssen.

IIMT Universität Freiburg Bd de Pérolles 90 1700 Freiburg iimt@unifr.ch www.iimt.ch

NÄCHSTE KURSE AM IIMT Management Accounting & Control Modul 1 7. – 8.  Juni 2016 Modul 2 16.–17. Juni 2016 Modul 3 23.–24. Juni 2016 Managerial Finance Modul 1 9.–10. Juni 2016 Modul 2 14.–15. Juni 2016 Modul 3 21.–22. Juni 2016 ICT / Utility Management & Corporate Communication Modul 1 6.–7. September 2016 Modul 2 13.–14. September 2016 Modul 3 20.–21. September 2016

Information Management & Decision Support Modul 1 8.–9. September 2016 Modul 2 15.–16. September 2016 Modul 3 22.–23. September 2016 Anmeldung und Informationen unter www.iimt.ch erhältlich

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AUS- UND WEITERBILDUNG

GERÜSTET FÜR DIE ENERGIE-HERAUSFORDERUNG Die Versorgung mit Energie ist eine der grössten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Komplexität der Märkte nimmt drastisch zu. Parallel dazu entwickeln sich die Erzeugungstechnologien. Vieles ist im Umbruch. Deshalb werden gerade auch die Führungskräfte stark gefordert. Um für diese anstehenden unternehmerischen Herausforderungen im Sinne eines ganzheitlichen und vernetzten Denkens gerüstet zu sein, sind Weiterbildungen gerade für zukünftige Führungskräfte unabdingbar.

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er Energiemaster vermittelt hier eine solide und ausgewogene Gesamtwissensbasis über die Energiewirtschaft inklusive Energietechnik und -Handel, abgerundet durch das Energierecht. Aufbauend auf dem Basiswissen werden gemäss Karin Eggert, Studienleiterin, die aktuellen Themen und Herausforderungen der Energiewirtschaft mit den Experten fachlich erfasst, diskutiert und bearbeitet.

und zielführenden Lösungen in der Praxis entwickeln zu können. «Somit wird zusätzliche Weiterbildung immer wichtiger in Richtung ‹lebenslanges Lernen›». Mit dem Master in Energiewirtschaft an der HTW Chur bietet die Hochschule seit fünf Jahren erfolgreich ein Weiterbildungsangebot an, welches genau jene Fähigkeiten, die Führungskräfte heute und zukünftig benötigen, vermittelt.

Für Eggert steht fest, dass die Fachleute der Zukunft immer vielschichtiger ausgebildet sein müssen, um die notwendigen

Ein gutes Beispiel dafür ist das Zusammenwachsen der Energiewirtschaft mit der ICT-Landschaft. Die Aufgaben, Heraus-

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forderungen und Lösungen der Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die Energiestrategie 2050 und deren Vorgaben, sind nur mit zielführenden ICT-Lösungen machbar. Solchen Lösungsansätzen wird im Energiemaster ein entsprechender Rahmen gegeben. «Manager», betont Eggert, «müssen künftig vielseitiger sein. Sie müssen neben den betriebswirtschaftlichen und technischen Kenntnissen auch zunehmend Sozial- und Managementkompetenzen haben. Sie brauchen den Überblick über die gesamte Branche in Verbindung mit angrenzenden Wissensgebieten


AUS- UND WEITERBILDUNG

und darum benötigen sie sowohl Expertinnen- wie auch Generalistenwissen. Die Komplexität wird weiter zunehmen, noch vernetzteres Denken ist gefordert. Die HTW Chur füllt die Rucksäcke der Managerinnen mit diesem Weiterbildungsmaster gut. Sie bietet 6 Module an, in denen natürlich neben dem Basiswissen auch Fragen diskutiert werden zum Ausstieg

aus der Kernenergie, zu erneuerbaren Energien, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, Energieeffizienz und vieles mehr. Infoabende finden jeweils von 18.30 – 20.00 Uhr im KLZ in Zürich an folgenden Daten statt: 15. April 2016 und 17. Juni 2016. Weitere Informationen sind ersichtlich auf: htwchur.ch/energie.

«Nach vielen Jahren in der elektrischen Energieversorgung wollte ich meine Berufserfahrung mit zusätzlichem Know-how abrunden. Dank der HTW Chur wurde es viel mehr: Der MAS Energiewirtschaft vermittelt Kenntnisse über regenerative Energien, Energiehandel, Tarifberechnungen, Systemdienstleistungen und noch vieles mehr. Diese Ausbildung ist empfehlenswert für alle, die mit Strom oder Gas als Energieträger regelmässig zu tun haben und ein ganzheitliches Verständnis dieser für unsere Gesellschaft wichtigen Branche haben wollen.» – Serge Wisselmann, Absolvent, AS Planning & Procurement Specialist, TSO Markets Planning & Procurement, Swissgrid Ltd –

KONTAKT STUDIENLEITUNG Prof. Dr. Karin Eggert Studienleiterin MAS in Energiewirtschaft Telefon +41 (0) 81 286 24 32 karin.eggert@htwchur.ch

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AUS- UND WEITERBILDUNG

IT UND ENERGIE KOMMEN SICH NÄHER Die Digitale Revolution erreicht eine neue Stufe; Geräte und Steuerungen können immer präziser und selbständiger auf ihr Umfeld reagieren. Für die Energieversorger bietet das enorme Chancen – aber auch Risiken. Die Jahrestagung des energie-cluster.ch vom 23. Mai 2016 geht dem Thema auf den Grund. Er bietet eine aktuelle Übersicht und Gelegenheit zur engagierten Auseinandersetzung mit neuen Möglichkeiten und Zukunftsvisionen im Energiebereich.

Mit Vertreter/innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist ein einmaliges Networking gewährleistet.

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chlagworte wie Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) deuten an, dass die fortschreitende Digitalisierung von Produktionsverfahren, Informationsübermittlungen und Entscheidungswegen immer weitere Gebiete erfasst. Gerade bei der Erfassung von Ereignissen in der Umwelt, ihrem Dokumentieren und Auswerten sowie dem Ziehen von Schlüssen und dem Treffen von Entscheidungen sind bedeutende Fortschritte zu verzeichnen. Immer mehr Kompetenzen werden wachsamen, digital gesteuerten Systemen überantwortet, die in Sekundenschnelle auf registrierte Zustände reagieren können. Für die bedarfsgerechte, effiziente Versorgung mit Energie birgt diese Entwicklung grosse Chancen. Deshalb ist es höchste Zeit, dass sie an einem Anlass erläutert und offen diskutiert werden. Die

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Jahrestagung 2016 des energie-cluster. ch bietet diese Gelegenheit.

NUTZEN UND VORTEILE UNTER DER LUPE Zwar wird die Digitalisierung primär von ITGiganten wie Google, Apple oder Facebook vorangetrieben, doch auch in der Schweiz bemühen sich zahlreiche Unternehmen und öffentliche Institutionen erfolgreich darum, Schritt zu halten und die Potenziale der neuen Möglichkeiten sinnvoll und nachhaltig zu nutzen. An der Jahrestagung des energie-cluster.ch werden ihre Vertreterinnen und Vertreter zu Wort kommen. In Referaten zeichnen sie konkrete Perspektiven auf, die zeigen, wie IT die Energieversorgung verändern kann und wohl auch wird. Beleuchtet werden die Auswirkungen auf die Wirtschaft aber auch die möglichen

Rahmenbedingungen und nicht zuletzt die Grenzen, die man bei aller Digitalisierungseuphorie keinesfalls aus den Augen verlieren sondern als Orientierungshilfe nutzen soll. Parallel zu diesen Ausführungen über die Digitalisierung wird auch der Themenkreis Dekarbonisierung, Demonopolisierung und Dezentralisierung Beachtung finden und den Visionen einen Bezug zur aktuellen Realität geben. Wie immer an Anlässen des energie-cluster.ch, wird auch an der Jahrestagung 2016 das Networking nicht zu kurz kommen. Eine längere Pause mit Tischmesse und ein Apéro vor dem anschliessenden Bern Cluster Day der Berner Wirtschaftsförderung zum Thema «Industrie 4.0» bieten Gelegenheit zum engagierten Austausch und zur Diskussion.


AUS- UND WEITERBILDUNG

JAHRESTAGUNG 2016 DES ENERGIE-CLUSTER.CH Wandel durch Digitalisierung – Chancen und Möglichkeiten mit IT im Energie- und Umweltbereich – Dekarbonisierung mit IT – Industrie 4.0 Datum & Zeit Montag, 23. Mai 2016 13.00 –17.00 Uhr Jahrestagung Anschliessend: 17.30–19.15 Uhr Bern Cluster Day «Smart Factory – von der Vision in die Praxis» der Berner Wirtschaftsförderung

Zum Thema «IT und Energie» bietet die Jahrestagung des energie-cluster.ch einen einmaligen Überblick über Entwicklungstrends, Innovationen und Anwendungen.

Ort STADE DE SUISSE Wankdorf Papiermühlestrasse 71 3014 Bern Anmeldung energie-cluster.ch/veranstaltungen Kontakt Saskia Göttschi saskia.goettschi@energie-cluster.ch Telefon 031 381 24 80


VORSCHAU

POWERTAGE IMPULSGEBER FÜR DIE ENERGIEBRANCHE Die Energiepolitik und die «neue Energielandschaft» beschäftigen alle Akteure, die die Stromwirtschaft am Laufen halten. Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Markt, Politik und Technik sind notwendig für innovative Lösungen und eine sichere Energiezukunft. Die Powertage vom 31. Mai bis 2. Juni 2016 in der Messe Zürich sind der Treffpunkt der Macher und ein unverzichtbarer Impulsgeber für die Energiebranche.

Dr. Walter Steinmann, Direktor, Bundesamt für Energie BFE im Powertage Forum.

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om Dienstag, 31. Mai bis Donnerstag, 2. Juni 2016 werden die Powertage bereits zum siebten Mal in der Messe Zürich durchgeführt. Nirgendwo sonst kommen sich Markt, Politik und Technik so nahe. Das erfolgreiche Veranstaltungskonzept mit seinem Mix aus Fachvorträgen, Ausstellung und Networkinganlässen wird vom Bundesamt für Energie (BFE) sowie von namhaften Branchenverbänden unterstützt. Dazu zählen der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), Electrosuisse (Verband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik), die Energietechnische Gesellschaft (ETG), der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband (SWV) sowie swissmig, der Verein Smart Grid Industrie Schweiz.

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ELEKTRISIERENDES FORUMSPROGRAMM Die Schlüsselthemen wie zentrale und dezentrale Energieerzeugung, erneuerbare Energien und die Konvergenz der Energienetze beeinflussen die Inhalte im Power­ tage Forum. Jeweils am Vormittag referieren Spezialisten aus der Energiewirtschaft, den Bundesbehörden und der Politik zum aktuellen Programmpunkt. Die Vortragssprache ist Deutsch.

INTEGRATION DER DEZENTRALEN STROM­ PRODUKTION INS NETZ Unter dem Patronat der Electrosuisse und der Energietechnischen Gesellschaft ­stehen am Dienstag, 31. Mai erfolgreiche

Technologien im Zentrum. Michael Koller, Fachspezialist Energiespeicher der Elektrizitätswerke Kanton Zürich, gibt seine Praxiserfahrung aus dem EKZ Smart Grid Labor weiter. Um Power-to gas durch Elektrolyse geht es im Vortrag von  Dirk Schönberger, Vertriebsleiter ­Hydrogen Solutions bei Siemens. Die Fachspezialisten im Bereich Schutz ­b ei  der BKW, Florian Romanens und Matthias Dietrich, zeigen mögliche Lösungsansätze auf und präsentieren konkrete Umsetzungsprojekte. Zum Schluss erklärt Michael Staudinger, Geschäftsführer Marktregion Schweiz bei Landis+ ­Gyr, wie kosteneffizientes Monitoring und Steuern von Verteilnetzen funktionieren kann.


VORSCHAU

ENERGIEWIRTSCHAFT IM UMBRUCH Der Mittwoch, 1. Juni ist geprägt von der Wirtschaft und Politik und steht unter dem Vorsitz des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen. Die «neue Energiewelt» muss als Gesamtenergiesystem verstanden und betrachtet werden, sagt Michael Frank, Direktor VSE. Er fokussiert die vier Trends Digitalisierung, Dezentralisierung, Konvergenz der Netze und Eigenverbrauch und deren Einfluss. Wohin die Reise für die Energiebranche geht, weiss Dr. Walter Steinmann, Direktor Bundesamt für Energie BFE. Er thematisiert die Energiepolitik in Zeiten des Umbruchs, zieht das Fazit der Beratungen zur Energie­ strategie 2050 und definiert die nächsten Schritte. Der Umbau des Energiesystems stellt die Schweizer Energieversorgungsunternehmen vor grosse Herausforderungen. Dr. Felix R. Graf, CEO der CKW, beantwortet die wesentlichen Fragen. Und Marcel Morf, Leiter Geschäftsbereich Grossprojekte & Speziallösungen bei Alpiq InTec Management gibt Einblick in dezentrale Energiesysteme, deren Leistungs­ fähigkeit und welche Möglichkeiten und neue Geschäftsfelder sich durch diesen Trend eröffnen.

WASSERKRAFT IM WETTBEWERB Die Hoheit für den Donnerstag, 2. Juni liegt beim Schweizerischen Wasserwirtschaftsverband. Die Wasserkraft braucht gute, klare und langfristige Rahmenbedingungen. Christian Dupraz, Leiter Wasserkraft beim Eigenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommu­ nikation UVEK, Bundesamt für Energie BFE, Wasserkraft, beleuchtet die aktuelle ­Situation. Die Rolle der Wasserkraft in

einem künftigen Energiesystem analysiert Prof. Rolf Wüstenhagen, Professor für Management Erneuerbare Energien an der Universität of St. Gallen. Mit den Trends im Energiehandel und deren Auswirkungen auf die Wasserkraft beschäftigt sich Dr. Urs Springer, Head of Trading & Origination bei BKW Energie. Einen Blick in die Zukunft, aus der Sicht des Netzbetreibers mit Fokus auf die Wasserkraft, wagt Dr. Jörg Spicker, Leiter Market Operations bei Swissgrid.

SPANNENDE AUSSTELLUNG Die gut etablierten Powertage bewegen sich nah am Markt, was sich auch im aktuellen und umfassenden Angebot der Aussteller widerspiegelt. Die Neuheiten, Produkte und Dienstleistungen dürften insbesondere Fachpersonen von Energieversorgungsunternehmen sowie Verantwortlichen in der Strombeschaffung von Grossabnehmern und der öffentlichen Hand konkrete Lösungen aufzeigen. Die namhaften Branchenvertreter, u. a. ABB Schweiz, Alpiq, Axpo, BKW, Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ, Landis+ Gyr und Siemens, freuen sich auf den intensiven Austausch. Die Powertage sind nahezu ausgebucht.

ANREGENDES NETWORKING Die Networking-Zone im Zentrum der Ausstellung ermöglicht es Besuchern wie Ausstellern in entspannter Atmosphäre ihr berufliches Netzwerk zu festigen und zu erweitern; übrigens bei kostenloser Verpflegung, denn im Eintrittspreis sind Mittagslunch, Snacks und Getränke in­ begriffen. Weitere Informationen unter: www.powertage.ch

POWERTAGE 2016 Dauer 31. Mai bis 2. Juni 2016 Ort Messe Zürich, Hallen 5, 6 und 7 Veranstalter MCH Messe Schweiz (Basel) AG Öffnungszeiten Forum Dienstag bis Donnerstag 9.00 bis 12.00 Uhr Öffnungszeiten Messe Dienstag bis Donnerstag 10.00 bis 17.00 Uhr Eintritt • Forumseintritt online CHF 85.– • Forumseintritt vor Ort CHF 95.– • 3-Tages-Package (nur online) CHF 245.– inkl. Forumsdokumentation, Mittagslunch, Snacks und Getränke, Ausstellungseintritt • Messeeintritt ab 10.00 Uhr CHF 50.– inkl. Mittagslunch, Snacks und Getränke • Messeeintritt ab 13.30 Uhr CHF 25.– inkl. Snacks und Getränke Rahmenprogramm • Abendveranstaltung, 31. Mai 2016 • Power-Party, 1. Juni 2016

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VORSCHAU

IMPRESSUM Mobiliät

Herausgeber Rundschau Medien AG St. Jakob-Strasse 110 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon  + 41 (0) 61 335 60 80 Telefax + 41 (0) 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch Verleger Francesco J. Ciringione

Sicherheit

Geschäftsführer Roland Baer baer@rundschaumedien.ch Verkauf & Marketing Roland Baer baer@rundschaumedien.ch

Transport Wind

Lektorat Maya Herrmann herrmann@rundschaumedien.ch Redaktion redaktion@rundschaumedien.ch Grafik Sandra Rizzi s.rizzi@prestigemedia.ch Verlag & Produktion Prestige Media International AG St. Jakob-Strasse 110 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon  + 41 (0) 61 335 60 80 Telefax + 41 (0) 61 335 60 88 www.prestigemedia.ch

Logistik

Die nächste Ausgabe erscheint Ende September 2016 Jahresabo Zwei Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 10.– Kontaktieren Sie uns gerne: info@rundschaumedien.ch

AUSGABE 01/2016

STROMVERTEILNETZE MIT DURCHBLICK CYBER THREAT INTELLIGENCE SIND SIE BEREIT FÜR DIE ZUKUNFT? ENERGIEMANAGEMENT

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SICHERHEIT

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LOGISTIK

| AUS- UND WEITERBILDUNG

Wiedergabe von Artikeln und Bildern auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von der Redaktion und dem Verlag jede Haftung abgelehnt.

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Autoren Benedict Vogel Christian Wild Franz R. Dürr Lars Langäuer Markus Limmacher Max Raeb Michael Staudinger Prof. Dr. Lutz E. Schlange Prof. Dr. Uta Jüttner Roland Baer Ute Zimmermann Fotos  Grafiken BaerMedia & Photo S.A.D.L.E.S.S. ais Markus Käch Filomena Carboni Anina Bigler SCS EWZ Benedikt Vogel SPF iStock Shutterstock


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