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AUSGABE 01 /2019

DREI NEUE WAHRZEICHEN FÜR ZÜRICH-WEST CYBER-RISIKEN VERSICHERN LASSEN. DIE LÖSUNG? 100 JAHRE SCHWEIZER INNOVATION UND EFFIZIENZ

GEBÄUDE-TECHNIK

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IT-SICHERHEIT

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ENERGIE

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MOBILITÄT


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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, FERIENZEIT … BAUSTELLENZEIT … HÜTCHENSPIELZEIT … Kann es wirklich sein, dass sich dieses Szenario jedes Jahr wiederholt. Die Nord-Süd- und die Ost-West Verbindungen werden erneut eine einzige Baustelle sein. Sie freuen sich dem Alltag zu entfliehen, packen ihre sieben Sachen und los sollte es gehen. Doch weit gefehlt; die erste Schikane schon nach wenigen Kilometern. Es sind nicht die Wohnmobile mit Mountainbikes, auch nicht die Schiffsanhänger mit Surfbrettern oder die Schwertransporter; nein Sie sehen rot-weiss aus, mehrheitlich aus Kunststoff und sind in verschiedenen Grössen auf unseren Strassen im 4 Kilometer-Takt anzutreffen. Rechts rein, links raus, rechts rein, abbremsen, Achtung Radar, links wieder raus und dann weiter für ca. 2000 Meter, die Tankstelle oder den Rastplatz haben Sie nicht erkannt oder schlichtweg verpasst, bis sich der nächste gelb-weisse Pfeil, überdimensional gross, möglicherweise eine aussergalaktische Verkehrsführung, eine Veränderung der Richtung bekannt gibt. Ein Slalomschnellkurs wäre also schon längst fällig! Wo sind denn unsere Strassenarbeiter geblieben? Wurden sie mit Tarnanzügen ausgestattet, damit die Ferienreisenden sich nicht allzu grosse Gedanken über deren Job machen können, oder sind sie aber auch immer zum richtigen Zeitpunkt in ihren Quartieren, um den Körperhaushalt in Ordnung zu bringen. Eine Alternative darf nicht ausser Acht gelassen werden. Möglicherweise werden die rot-weissen Störenfriede im Frühling durch unsere Gastarbeiter kilometerlang gesetzt, eine Art Hütchenspiel. Wer am meisten gesetzt hat wird gelobt und kann sich in den Süden verabschieden, um das «dolce far niente» zu zelebrieren. Die Gastarbeiter kehren mit Salami, Knoblauch, Oliven und Chianti aus dem Süden zurück und staunen nicht schlecht, dass einige ihrer Zylinder und Absperrungen immer noch stehen. Machen wir uns also nichts daraus und bleiben gelassen. Der Sommer mit den verdienten Ferien steht vor der Tür. Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt und eine erholsame Zeit.

Herzlichst Ihr Roland Baer und Team

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Ausgabe 1  / 2019 // Seite 1


INHALT TITELSTORY Drei neue Wahrzeichen für Zürich-West

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REPORT 11 Wer digitalisiert eigentlich die Politik?

6

11

IT-SICHERHEIT 14 Cyber-Risiken versichern lassen. Die Lösung?

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Lieferanten müssen beim Risikomanagement berücksichtigt werden

18

Lassen Sie sich nicht phishen

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GEBÄUDETECHNIK 22

32

Energie sparen und Komfort gewinnen dank optimierter Wärmeabgabe

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100 Jahre Schweizer Innovation und Effizienz

26

Leise und trotzdem kraftvoll

30

Kunden nehmen Energie in die eigene Hand

32

SMART HOME Digitalisierung smart eingesetzt

34

34 34

ENERGIE 38 Ein Energie-Label in Franken und Rappen?

38

Schweizer Energie-Experten im Austausch

42

UMWELT 46

46 // Seite 2

Schon heute an übermorgen denken

46

Kunststoffrohre – ökologische und nachhaltige Investitionsgüter

48


INHALT

58

MOBILITÄT 52 Lausanne testet das Kehrichtfahrzeug der Zukunft

52

Ausdauer & Kraft in einem Elektro-Kommunalfahrzeug

58

Statt strampeln, mit Energie auf die Zielgerade

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Rent a bike

64

ÖFFENTLICHER RAUM Das smarte Design-Möbel für den öffentlichen Raum

66 66

VORSCHAU 68

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Mobiles Arbeiten


TITELSTORY

DREI NEUE WAHRZEICHEN FÜR ZÜRICH-WEST Die Limmatstadt hat im Westen seit kurzem einen neuen Blickfang: die drei glänzenden, schwarzen Wohntürme des «Vulcano». Sie leiten die Aufmerksamkeit auf das Gebiet um den Bahnhof Zürich-Altstetten, zu dessen Verwandlung von einem Industrie- und Gewerbeareal in eine moderne Wohn- und Arbeitswelt sie selbst beigetragen haben.

Direkt beim Bahnhof Zürich-Altstetten: Die drei glänzenden Wohntürme des Vulcano setzen einen markanten Akzent an zentralster Lage.

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TITELSTORY

W

ohnen, einkaufen und flanieren – einst produzierte die Vulcan AG hier ihre Automobile und Motorboote, später der Chemiekonzern BASF Betonzusatzmittel, heute wohnen Menschen auf dem ehemaligen Industrieareal an der Vulkanstrasse. Das spektakuläre Hochhausprojekt «Vulcano» haben die Eigentümerin, die Immobilienanlagegruppe CSA Real Estate Switzerland der Credit Suisse Anlagestiftung, und die Immobilienentwicklerin und Totalunternehmerin Steiner AG gemeinsam realisiert. Die 80 Meter hohen Türme umfassen rund 300 hochwertige Wohnungen und Business-Apartments mit Smarthome-Komfort. Die dreimal 21 Stockwerke erheben sich auf einem durchgängigen fünfstöckigen Sockel. In diesem Sockelriegel sind die meisten öffentlichen Funktionen des Gebäudeensembles untergebracht: ein City-Hotel mit 319 Zimmern samt Gastronomie, Beautysalon und Fitnesscenter sowie verschiedene Geschäfte, Büros und Dienstleistungsangebote. Dabei erfüllt der Hochhauskomplex der Bauherrin die strengen Regeln von MINERGIE-PECO® und greenproperty Gold.

Apartment bis zur 5.5-Zimmer-Maisonette. Alle Wohnungen sind mit einer SmartHome-Technologie ausgestattet, die über ausgefeilte Funktionen verfügt. Sämtliche Geräte sind untereinander vernetzt und speichern Daten, wie etwa die bevorzugten Werte für Wärme, Wassertemperatur oder Einschaltzeiten. Alle Funktionen für den persönlichen Komfort und die Sicherheit in der Wohnung können auch von den Bewohnern selbst – und auch von überall her – per Smartphone bedient werden. Zu jeder Wohnung gehört ein Tablet mit der ent-

sprechenden App, über die auch die Kommunikation zwischen Vermieter, Mieter und technischem Dienst abläuft. «Mit den digital vernetzten Wohnungen und den exklusiven Zusatzservices sind wir heute mit Vulcano Vorreiter in der Stadt», sagt Andreas Roth, Produktmanager von CSA Real Estate Switzerland.

WOHNEN MIT ALLEN ANNEHMLICHKEITEN Die Mietenden wissen nicht nur den hohen Ausbaustandard der Wohnungen und

INTEGRATIVE STARARCHITEKTUR Das «Vulcano» geht auf einen Architekturwettbewerb zurück, zu dem auch der französische Stararchitekt Dominique Perrault eingeladen wurde. Die spannende Ausgangssituation, ein Areal ohne städtebauliche Entwicklung, reizte Perrault. Der 65-Jährige ist dafür bekannt, dass er in seine Entwürfe stets auch stadtplanerische Überlegungen miteinbezieht. Perrault setzte sich schliesslich gegen vier andere Architekturbüros durch. Perrault resümiert: «Das Projekt in Zürich-Altstetten hat uns die grossartige Gelegenheit geboten, an der Metamorphose eines ganzen Quartiers mitzuwirken.» Er macht deutlich, dass es vor allem «eine Reaktion auf den Kontext» brauchte. Mit der Idee, den Bestand als strukturierendes Element zu betrachten, entwarf er ein Gebäude, das Architektur und Stadt vereint und eine neue Urbanität mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten schafft. Für die Ausführung vor Ort war IttenBrechbühl aus Zürich verantwortlich.

Das 80 Meter hohe Gebäude umfasst rund 300 hochwertige Wohnungen und Business-Apartments.

SMARTES KONZEPT – HÖCHSTE STANDARDS Das Konzept mit den drei schlanken Türmen trägt zur Schaffung von attraktivem Wohnraum in Zürich bei. Auf den Wunsch nach Individualität antwortet die Turmarchitektur mit einer Vielzahl von Wohnungstypen für verschiedene Bedürfnisse, vom 1.5-Zimmer-

Die Apartments im Vulcano sind hochwertig ausgestattet, inklusive Smarthome-Technologie und vielfältiger Services.

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TITELSTORY

Aussicht inklusive: Bereits vor dem Bezug waren 90% der grosszügigen und modernen Wohnungen vermietet.

die zentrale Lage mit zahlreichen Geschäften in unmittelbarer Nachbarschaft zu schätzen. Sie profitieren ausserdem von der gesamten Hotelinfrastruktur. So können sie den Fitness- und Wellnessbereich mit Roof­top-Sauna zu vergünstigten Konditionen nutzen. Zudem stehen Hoteldienstleistungen wie Raum-, Wäsche- und Putzservice zur Verfügung. Weitere Annehmlichkeiten wie eine elektronische PaketBox, der Take-away-Service des Hotelrestaurants und der Eventraum sind für Mieter selbstverständlich. In Zukunft kommt auch noch eine Kita dazu.

Die Gastronomie des Hotels steht auch den Bewohnern des Vulcano und externen Gästen offen.

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Auf der Rückseite des «Vulcano» ist ein Raum der Ruhe entstanden. Hier wurden insgesamt etwa 5000 Quadratmeter bepflanzte Grünflächen angelegt. Sie bilden eine neue grüne Lunge für das Quartier und


TITELSTORY

Das Konzept mit den drei schlanken Türmen ermöglicht exklusive Übereckwohnungen und trägt so zur Schaffung von attraktivem Wohnraum bei.

damit einen Kontrapunkt zur belebten Promenade an der Vorderseite. Um deren Lärmemissionen von den Wohnbereichen abzuschirmen, wurden grosse und markante Glasdächer über den zwei offenen Höfen installiert. Speziell gegen die Gleisanlage sind sehr hohe gesetzliche Schallschutzanforderungen einzuhalten. Die Loggias der Wohnungen sind daher auch von den Gleisen abgewandt platziert.

DURCHLÄSSIG UND DOCH INTIM Mit den Glasdächern bildet der Sockelbau einen nach oben abgeschlossenen Stadtraum. Auf dem Dach der vorstehenden Sockelbereiche erstrecken sich weitläufige Aussenzonen, die offen und funktional gehalten sind. Insgesamt verleihen die Anordnung der Baukörper, die Rücksprünge und Durchgänge sowie die Zwischenebene

der Terrassen dem Gebäude trotz seiner Dichte eine aussergewöhnliche Offenheit. In formaler Hinsicht spielt die Durchlässigkeit des Gebäudes eine wichtige Rolle. Mit der öffentlichen Erdgeschossnutzung werden die Strassenräume belebt und das Angebot für die Versorgung im Quartier erhöht. Zusammen mit neuen und verbesserten Grünräumen entstehen so wertvolle, attraktive Flächen für die Begegnung und Erholung. Damit folgt das Konzept «Vulcano» auch den Maximen von Bund und Kanton betreffend einer Siedlungsentwicklung nach innen, also dem Ziel der Verdichtung über funktional durchmischte Viertel.

FLEXIBEL ANGEPASST Ursprünglich war vorgesehen, im fünfgeschossigen Sockelbau des Vulcano mehrheitlich Büroflächen zu realisieren.

ZAHLEN UND FAKTEN Grundstücksfläche: 12’119 m2 Bruttogeschossfläche: 58’084 m2 Hauptnutzfläche: 32’986 m2 Gebäudevolumen: 184’811 m 3 Fassadenfläche: 24’000 m2 Wohneinheiten: 296 Wohnungen (davon 72 möblierte Business-Apartments) und 319 Hotelzimmer Anzahl Stockwerke: 26 Gebäudehöhe: 80 Meter Eigentümerin: Credit Suisse Anlagestiftung, Immobilienanlagegruppe CSA Real Estate Switzerland Projektentwicklerin und Total­ unternehmerin: Steiner AG Architekt: Dominique Perrault Investitionsvolumen: ~ CHF 300 Mio. Webseite: vulcano-zurich.ch

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TITELSTORY Aufgrund veränderter Marktbedürfnisse im Bürobereich wurde während der Aushubphase gemeinsam mit der Bauherrin ein neues Konzept geprüft. Schliesslich entschied man sich anstelle eines Bürokomplexes für den Hotelbetrieb mit Restaurant, Spa und Fitnesscenter. Dieser Entscheid in der Startphase der Ausführungsplanung führte dazu, dass Anpassungen im Rohbau nötig wurden. Entsprechend den neuen Vorgaben wurden unter anderem die Geschosshöhen im Sockelbau angepasst. Die

ursprünglich geplanten Doppelböden für die grosse Anzahl an elektrischen Leitungen der Büros waren für das Hotel obsolet. Dafür waren Eingriffe bei den sanitären Anlagen nötig, wie Beat Schmid, Gesamtprojektleiter der Steiner AG, ausführt: «Für die Büros hatte es einzelne konzentrierte Nasszellenbereiche. Bei den Hotelzimmern sind diese über das ganze Geschoss verteilt und werden bis ins Untergeschoss geführt.» Die Kernzone galt es ebenfalls den neuen Bedingungen anzupassen, und auch das

Liftkonzept musste abgeändert werden. Alles zusammen hatte Auswirkungen bis auf die Fundamentplatte.

HOCHKOMPLEX Im Unterschied zu herkömmlichen Gebäuden finden beim Hochhausbau mit Mischnutzung viele Arbeitsprozesse gleichzeitig statt. Auf engstem Raum müssen hunderte von Handwerkern und Bauarbeitern in den verschiedensten Gewerken koordiniert werden – und das bei einem stolzen Gebäudevolumen von 184’811 Kubikmetern. Beim gleichzeitigen Innenausbau von Hotelzimmern und Wohnungen bestand die Herausforderung darin, alle Handwerker aneinander vorbeizubringen. Das führte phasenweise zu Engpässen, man brauchte separate Zugänge – für die drei Türme, das Hotel und die restlichen Räume. Mitunter befanden sich rund 400 Bauarbeiter gleichzeitig im Gebäude. Für den Ausbau der Mietwohnungen wurden sogar spezielle Aussenaufzüge angebracht.

INNOVATIVE VULCANO-APP Die Wohnungen und Retailflächen in den drei Wohntürmen wurden ausschliesslich über eine Native-App vermarktet, die eigens für Vulcano entwickelt wurde. Durch die inzwischen preisgekrönte App konnten die Interessenten beispielsweise das Gebäudekonzept, die visualisierten Wohnungen, die unterschiedlichen Grundrisse und 3DPanoramabilder betrachten. Der intuitive Wohnungsfinder mit laufenden Updates informierte zugleich über die aktuelle Verfügbarkeit sowie über Reservations- und Kontaktmöglichkeiten. «Die Vermarktung ist eine Erfolgsgeschichte», freut sich Andreas Roth. Innert wenigen Monaten haben rund 8 000 Interessenten die App heruntergeladen. Bereits vor dem Bezug waren 90% der Wohnungen sowie alle Retail- und Büroflächen vermietet, inzwischen ist Vulcano vollvermietet. Karsten Hell, CEO der Steiner AG, zieht ebenfalls eine äusserst positive Bilanz: «Es ist eine mutige Entscheidung gewesen, das Projekt Vulcano an dieser Stelle zu entwickeln. Doch es hat sich gelohnt».

KONTAKT

Während der Bauzeit mussten hunderte von Handwerkern und Bauarbeitern in den verschiedensten Gewerken auf engstem Raum koordiniert werden.

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Steiner AG Hagenholzstrasse 56 CH-8050 Zürich Telefon +41 (0)58 445 20 00 www.steiner.ch


REPORT

WER DIGITALISIERT EIGENTLICH DIE POLITIK? Die Digitalisierung scheint alle Lebensbereiche umzukrempeln. Mit Apps finden heute viele Menschen ihren Lebenspartner, andere Apps erleichtern es, schwanger zu werden, einen Namen für das Kind zu finden usw. Doch was geschieht mit den politischen Institutionen? Der Beitrag zeigt, wie politische Prozesse auch schon in der Vergangenheit technologischen Innovationen gefolgt sind und heute dank einer lebhaften Civic-Tech-Szene neuen Impulsen ausgesetzt sind. von Dr. rer. publ. Rolf J. Rauschenbach

D

ie Erfindung der modernem Zeitungsdruckmaschine, des Telegrafen und der Eisenbahn krempelten Gesellschaft und Wirtschaft während der industriellen Revolution von Grund auf um. Sie führten einerseits zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand, andererseits zu sozialen Missständen und politischen Spannungen. Progressive Kräfte erkannten in den neuen Technologien das Potential, diese auch in der Politik und zugunsten der weiteren Demokratisierung der Schweiz einzusetzen. Denn erst mit den neuen Technologien wurde die Durchführung von regelmässigen, überregionalen Urnenabstimmungen praktisch durchführbar. So genehmigten die stimmberechtigten Zürcher 1869 eine neue Kantonsverfassung, die weltweit erstmals die direktdemokratischen Verfahren Volksinitiative und Referendum institutionalisierte. Andere Kantone zogen nach, auf Bundesebene wurde das Gesetzesreferendum 1874 und die Volksinitiative 1891 eingeführt. Auf die Technologien Radio und Fernsehen reagierte der Gesetzgeber der Schweiz einerseits mit dem Aufbau gebührenfinanzierter Sender und andererseits mit einem Verbot von politischer Werbung im Äther. Auf die verfassungsmässige Ausgestaltung der Prozesse der Entscheidungsfindung hatten Radio und Fernsehen keinen Einfluss, auf die politische Auseinandersetzung natürlich schon. Geschwindigkeit und Qualität der Kommunikation via Radio und Fernsehen stellt an alle politischen Akteure – auch an die Bürgerinnen und Bürger – neue Anforderungen. Gleichzeitig ist eine direktere Teilhabe möglich geworden, mit audiovisuellen Eindrücken aus Parlament, Regierung, Verwaltung und natürlich via die nicht institutionellen politischen Arenen.

Auch das Aufkommen der Internet-Technologie hat bisher auf die verfassungsmässige Ausgestaltung der politischen Prozesse keinen Einfluss, wird vom EVoting-Testbetrieb abgesehen. Die politischen und medialen Lebenswelten und Verhaltensweisen hingegen sind durch die Digitalisierung noch tiefgreifenderem Wandel unterworfen, als dies bereits bei der Verbreitung von Radio und Fernsehen der Fall war. Die vormals über Äther – und Kabel – an Programme gebundenen Inhalte werden heute zunehmend online und zeitversetzt konsumiert. Die für die politische Willensbildung zentralen Printmedien müssen neue Geschäftsmodelle entwickeln, denn die von ihnen produzierten Inhalte werden zunehmend weder auf Papier noch auf ihren Webpages konsumiert, sondern via Verlinkung auf Social-Media und Micro-Blogs. Auf letzteren findet ein nicht unerheblicher Anteil der politischen Werbung und Auseinandersetzung statt, obwohl diese Plattformen nicht nach demokratischen, sondern nach kommerziellen und unterhaltungstechnischen Prinzipien aufgebaut sind. So ist wenig verwunderlich, dass diesen Plattformen wegen der Verbreitung von Fake-News und Dark-Ads Vorwürfe gemacht werden. Aus dem Bewusstsein heraus, dass die Digitalisierung der Politik nicht nur ausländischen, kommerziellen Plattformen überlassen werden darf, beziehungsweise, dass mit spezifischen Angeboten in diesem Bereich auch Geld verdient werden kann, haben sich in den letzten Jahren unter dem Titel Civic-Tech neue Initiativen, Projekte und Firmen gebildet. Vertreterinnen und Vertreter dieser Szene haben sich im Frühjahr 2019 erstmals im Rahmen einer vom Dachverband Schweizer Jugendparlamente organisierten Konfe-

renz getroffen. Die beiliegende Darstellung gibt eine Übersicht, welche Akteure in diesem Bereich momentan aktiv sind. Eine verbindliche Definition, was CivicTech ist, liegt nicht vor; entsprechend weit ist denn hier auch der Fächer gefasst. Die einzelnen Akteure sind im Sinne des Politikzyklus gruppiert, wobei anzumerken ist, dass die Zuordnung nicht immer eindeutig ausfällt. Ergänzt wird die Übersicht durch weitere Akteure der Wissenschaft, Think- und Do-Tanks sowie durch verschiedene Dienstleister, die diese Szene mittragen. Zur Illustration wird je Politikzyklus-Phase ein Akteur kurz vorgestellt: • Agenda-Setting: wecollect.ch verein-

facht das Sammeln von Unterschriften für Referenden und Volksinitiativen, indem Personalien etc. direkt online eingegeben werden können. Anschliessend reicht es, das Formular auszudrucken, handschriftlich zu unterschreiben und – ohne Briefmarke – in den nächsten Briefkasten einzuwerfen. • Information: politik.ch bündelt sämtliche öffentlich zugänglichen Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Geschäften sowie Wahlen, arbeitet diese auf und erstellt Visualisierungen. • Deliberation: inilab.ch deckt in Tat und Wahrheit den ganzen Politikzyklus ab. Auf dieser Plattform lassen sich Projekte – insbesondere Referenden und Volksinitiativen – starten, hierarchisch strukturiert diskutieren, administrativ abwickeln und informell entscheiden. Neben vielen weiteren Funktionen werden sämtliche Beiträge automatisch in die anderen beiden wichtigen Landessprachen übersetzt. • Entscheidung: votetandem.org stellt den Kontakt her zwischen stimmberechtigten Personen und jenen, die

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REPORT

Die Civic-Tech-Szene der Schweiz, dargestellt in der Abfolge des Politikzyklus. Erarbeitet mit dem Dachverband Schweizer Jugendparlamente.

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REPORT keine Stimmberechtigung haben. Die Plattform paart interessierte Personen,die sich anschliessend persönlich treffen und Abstimmungsgeschäfte gemeinsam diskutieren. Auf einer Blockchain werden diese Interaktionen registriert. • Projektplattformen: nextzurich.ch er­laubt es, Ideen online zu lancieren, mit anderen zu diskutieren und weiter­ zuentwickeln. Die Beiträge werden vom Verein, der die Plattform betreibt, gesammelt, redaktionell aufbereitet und mit Experten und anderen Beteiligten zu Projektent­würfen ausgearbeitet. So erfreulich die Vielfalt an Plattformen, Firmen und Organisationen ist, sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Civic-Tech-Szene grossen Herausforderungen gegenübersteht. Entsprechend lang ist denn auch die Liste bereits gescheiterter Initiativen. Während Plattformen wie wecollect.ch oder smartvote.ch mit technisch einfachen Mitteln operieren, sind für die Entwicklung und den Betrieb von anderen Civic-Tech-Lösungen – zum Beispiel inilab.ch oder crossiety.ch – erhebliche

Mittel erforderlich. Aufgrund der relativen Kleinheit der Schweiz akzentuiert sich dieses Problem zusätzlich, da die Kosten nur begrenzt verteilt werden können. Es stellt sich daher regelmässig die Frage, welche Verantwortung die öffentliche Hand bei der Finanzierung solcher Infrastrukturen ausüben soll. In diesem Zusammenhang wird es interessant sein, wie der Bundesrat ein entsprechendes Postulat von Ständerat Damian Müller (Luzern) beantworten wird. Wie bei anderen digitalen Plattformen stellt sich auch hier die Frage des Datenschutzes, umso mehr, als es auf Civic-Tech-Plattformen oft um die Ausübung politischer Rechte geht. Berechtigterweise werden hier besonders hohe Ansprüche gestellt. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die Schweiz noch über keine Infrastruktur für elektronische Identitäten verfügt. Somit ist die Kontrolle der Zugangsberechtigung zu den einzelnen Plattformen nur begrenzt möglich. Nicht zuletzt kämpfen viele dieser Plattformen mit den gleichen Problemen wie auch deren analogen Pendants, die auf das freiwillige Engagement beziehungsweise auf den Milizgedanken angewiesen sind.

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Wie der Blick auf die Anfänge der modernen schweizerischen Demokratie zeigt, bleiben politische Institutionen nur dann relevant, wenn es gelingt, auch die technologischen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit zum Vorteil der Demokratie nutzbar zu machen. Dank der noch ­jungen aber durchaus lebhaften CivicTech-Szene verfügt die Schweiz über eine Reihe von spannenden Labors, in denen mit der Zukunft der Demokratie experimentiert wird. Die Vitalität der schweizerischen Demokratie kann nur aufrecht erhalten werden, wenn diese guten Ideen zu Verfassungsinnovationen führen.

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IT-SICHERHEIT

Im Security Operations Center, der Einsatzzentrale gegen Cybercrime, zeigt ein Ampelsystem an, welcher Security Analyst gerade mit welchem Hackerangriff beschäftigt ist.

CYBER-RISIKEN VERSICHERN LASSEN. DIE LÖSUNG? Versicherungen gegen Cyber-Risiken unterstützen Institutionen im Worst-Case-Szenario Schadensfall mit der Expertise von IT-Security-Spezialisten. Wie bei einer Feuerversicherung gilt: abschliessen, bevor das Feuer unter dem Dach ist. von Marc-Yves Bächli

D

ie Mobiliar bietet in Zusammenarbeit mit terreActive eine CyberSchutz Versicherung an. Sie bietet Institutionen jeder Grösse • Beratung bei der Prävention • Sofort-Hilfe im Schadensfall • Unterstützung bei der Wiederherstellung • Absicherung im Schadensfall. Die Versicherung deckt Eigenschäden sowie Fremdschäden infolge eines Cyber-Ereignisses ab. Abgedeckt sind zum Beispiel Datenverlust, Ertragsausfall, Persönlichkeitsoder Urheberrechtsverletzung.

ZUSAMMENARBEIT VON EXPERTEN Der Umgang mit Cyber-Risiken ist komplex und fordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Mobiliar als Versicherungsexpertin arbeitet mit den IT-SecuritySpezialisten von terreActive zusammen. terreActive ist im Auftrag der Mobiliar für die Risikobeurteilung oder für die Planung von Präventionsmassnahmen beim Risk Engineering (identifizieren, bewältigen) zuständig, sowie im Schadensfall für die

Sachverhaltsabklärung. Das ist zum Beispiel die Sicherstellung von Beweismitteln zur forensischen Analyse einer CyberAttacke. Der Kunde ist für die Behebung des Schadens grundsätzlich selber zu­ ständig, terreActive kann aber im Rahmen von Sofortmassnahmen schadenmindernd oder bei technischen Fragen unterstützen.

DER RICHTIGE ZEITPUNKT Wie bei einer Feuerversicherung wird auch die Cyber-Schutz-Versicherung abgeschlossen, wenn noch kein akutes Problem vorliegt. Auf Wunsch der Mobiliar schätzen die Experten von terreActive das Risiko des Versicherungsnehmers ein und führen ein Risk Engineering zur Eruierung des CyberGefährdungspotentials und zur Hilfe bei der Risikoprävention durch. Gestützt auf diesen Erkenntnissen wird die Versicherungsdeckung und -prämie festgelegt.

RISIKO: IMAGESCHADEN Oft ist man sich dem wachsenden CyberRisiko nicht bewusst: Ein einzelner HackerAngriff kann zu einem massiven System­

ausfall führen. Zum Beispiel kann durch einen Ransomware-Angriff, bei dem der Hacker Daten verschlüsselt, das ganze Login-System blockiert werden. Dann stehen sämtliche Geschäftsaktivitäten still – vom Gemeinde Online-Schalter bis zum E-Shop. Oder die Infrastruktur wie ein Schlüsselsystem funktioniert nicht mehr und Gäste stehen vor verschlossenen Zimmertüren. Auch der Ertragsausfall durch Denialof-Service-Attacken führt jährlich zu beachtlichen finanziellen Einbussen.

DAS PRINZIP DER CYBER-VERSICHERUNG Wer eine Versicherung abschliesst, muss die folgenden Aspekte beachten: 1. Das Gesetz: Das Unternehmen muss die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen (z. B. Compliance Richtlinien, das Datenschutzgesetz DSG oder die EU Verordnung DSGVO). 2. Den Eigenschutz: Das Unternehmen muss einen ausreichenden Eigenschutz sicherstellen.

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IT-SICHERHEIT • Vorbeugende Schutzmassnahmen

(zum Beispiel Firewalls, Security Monitoring, Vulnerability Scans, Malwareschutz, regelmässige Systempatches etc.) • Security-Awareness-Schulungen für Mitarbeitende • Szenario für Wiederherstellungs­ massnahmen (zum Beispiel  geprüfte Prozesse für Backup / Restore) • Finanzielle Rücklagen 3. Die Versicherung: Institutionen sichern sich gegen den unvorhersehbaren Cyber-Angriff ab (nicht gegen den fehlenden Eigenschutz) und haben dabei die vertraglichen Verpflichtungen mit der Versicherung einzuhalten. Das sind sogenannte Obliegenheiten wie regelmässige Datensicherung, Installation von Anti-Malware-Software und anderen Schutzmechanismen. Die Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass eine Versicherung kein Ersatz für fehlenden Eigenschutz ist.

RISK ENGINEERING DURCH TERREACTIVE Risk Engineering zeigt auf, wie robust der Eigenschutz zum Beispiel  einer öffentlichen Verwaltung ist. So kann terreActive bereits vor dem Abschluss der Versicherung Präventionsmassnahmen vorschlagen, um die IT-Infrastruktur sicherer zu machen. Das Risk Engineering kann durch die Versicherung in Auftrag gegeben werden oder auch als Security Audit direkt vom Versicherungsnehmer.

Das Prinzip der Cyber-Versicherung. Eigenschutz ist die Voraussetzung für eine Versicherung.

schaden oder Geschäftsausfall. Auch durch die Digitalisierung steigt das Risiko weiter; fast jeder Geschäftsprozess ist heute IT-gestützt. Die Schweiz ist für Hacker ein lohnendes Angriffsziel, denn hier hat es viele zahlungskräftige KMU, die das

Upgrade auf eine IT-Security, die State of the Art ist, verpasst haben und somit besonders verwundbar sind. Die Experteneinschätzung von terreActive zeigt ein besonderes Cyber-Risiko für folgende Bereiche auf:

IT-INFRASTRUKTUR SICHERER MACHEN Durch das Risk Engineering und das fortlaufende Risikomonitoring werden Schwachstellen aufgezeigt. Mit entsprechenden Massnahmen zur Risikoverbesserung kann der Unternehmenskunde seine IT-Infrastruktur sicherer machen. Mit dem Security Operations Center (SOC) unterstützt terreActive beim Eigenschutz mit permanenter Überwachung vor Angriffen – 24 Stunden und 365 Tage im Jahr. So kann der Kunde seine IT-Infrastruktur im Rahmen des Versicherungsabschlusses auf den neusten Stand bringen und ist gegen einen Cyber-Angriff und unliebsame Folgen geschützt.

FÜR WEN LOHNT SICH EINE CYBER-VERSICHERUNG? Das Risiko wird oftmals unterschätzt – und auch die Konsequenzen wie ein Image-

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Feuer unter dem IT-Dach: Institutionen können jetzt vergleichen: Kosten / Nutzen von Eigenschutzmassnahmen Versicherungsschutz.


IT-SICHERHEIT • Öffentliche Hand wie z. B. Gemeinden • Gesundheitswesen mit Ärzten,

Spitälern und Altersheimen • Berater wie Anwälte, Planer / Architekten, Ingenieure • Hotellerie und Gastronomie • Energie und Umweltschutz

FAZIT: INVESTITION IN EIGENSCHUTZ UND RISIKOPRÄVENTION MIT DEM RICHTIGEN MASS AN VERSICHERUNG Eine Investition in den Eigenschutz lohnt sich auf jeden Fall, um einen möglichen Ertragsausfall durch Hacker-Angriffe zu vermeiden. Mit einem guten Stand seiner

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IT-Security kann der Kunde nicht nur sein Risiko gegen einen drohenden CyberAngriff präventiv minimieren, sondern auch seine Cyber-Schutz Versicherung leistungsmässig wie prämienseitig optimieren.

Institutionen, die aktiv in die Prävention und in den Eigenschutz investieren, profitieren bei ihrer Cyber-Schutz Versicherung letztendlich von besseren Konditionen und attraktiveren Prämien.

WELCHE ROLLE SPIELT DER SECURITY-SPEZIALIST BEI DER CYBER-VERSICHERUNG Vor dem Versicherungsabschluss: • Cyber-Gefährdungspotential eruieren • Risiko beurteilen • Prävention für das Risk Engineering • Präventionsmassnahmen empfehlen, um die IT sicherer zu machen Fortlaufend: • Durchführung von Security-Audits zur Aufdeckung von Schwachstellen • Security-Awareness-Schulungen für Mitarbeiter • Laufendes Security Monitoring • Unterstützung der Firmen-IT z. B. durch Übernahme von 7x 24-Überwachung Im Schadensfall: • Sachverhaltsabklärung wie Sicherstellen von Beweismittel, forensische Analyse • Sofortmassnahmen zur Schadenminimierung • Support bei technischen Fragen • Support bei der Wiederherstellung

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IT-SICHERHEIT

LIEFERANTEN MÜSSEN BEIM RISIKOMANAGEMENT BERÜCKSICHTIGT WERDEN Behörden, Unternehmen sowie Betreiber von kritischen Infrastrukturen sind zunehmend von ihren Lieferanten abhängig und die Vernetzung geht weit über die eigene technische Infrastruktur hinaus. Cyberrisiken stellen dabei eine omnipräsente Bedrohung dar und beeinflussen alle beteiligten Parteien. Ein gut strukturiertes und sicheres Lieferantenmanagement und der Aufbau eines qualifizierten, vertrauenswürdigen Lieferantenstamms sind notwendig. Cyber Supply Chain Risk Management ist deshalb ein zunehmend wichtiger Aspekt im ganzen Sicherheitsdispositiv.

D

as Lieferantenmanagement (Supply Chain Management) hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen – insbesondere in Bezug auf die Berücksichtigung von Aspekten der Informationssicherheit. Denn je grösser das Netzwerk von Lieferanten und Partnern, desto grösser sind SupplyChain-basierte Cyberrisiken.

CYBER-SICHERHEITSRISIKEN WERDEN OFT VERNACHLÄSSIGT Die zunehmend vernetzte Welt hat Einfluss auf das Lieferantennetzwerk. Um möglichst effizient zu wirtschaften, werden Tätigkeiten vermehrt ausgelagert, womit die Abhängigkeit von Dritten steigt. Wenn es bei einem

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Lieferanten zu einem Sicherheitsvorfall, Verzögerungen oder Ausfällen kommt, können die Auswirkungen auf die eigenen Prozesse oder die eigene Infrastruktur schwerwiegend sein. Dies kann zu erheblichen finanziellen Verlusten, Reputationsschäden oder auch rechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb rückt das Cyber Supply Chain Risk Management (kurz C-SCRM) zu Recht in den Fokus von Schweizer Behörden und Unternehmen. Die Herausforderungen bei der Bewältigung von Cyber-Sicherheitsrisiken innerhalb der Lieferkette sind zahlreich. Wesentliche Schwierigkeiten bilden dabei die grosse Anzahl der beteiligten Drittparteien,

die fehlenden Ressourcen, die Herausforderungen bei der systematischen Bewertung und Überwachung der Risiken sowie bei der Umsetzung von Cyber SecurityVorgaben in der gesamten Supply Chain. Dies veranschaulicht leider, dass das CyberRisikomanagement sowie Cyber Security bei der Wahl und Bewirtschaftung der Partner eines Unternehmens heute noch immer ein untergeordnetes Thema darstellen. So beinhalten die meisten Supply Chain Management-Praktiken heute keine Cyber Security-Aspekte, sondern konzentrieren sich stark auf traditionelle Attribute. Dabei sind gerade Cyberrisiken innerhalb der Supply Chain elementar und dürfen nicht ausser Acht gelassen werden.


IT-SICHERHEIT

Michel Herzog, Senior Cyber Security Consultant, InfoGuard AG

GOOD PRACTICES UND STANDARDS NUTZEN Der Umgang mit Cyber-Sicherheitsrisiken innerhalb der Lieferanten- und Partnernetzwerke ist zwar eine grosse Herausforderung, aber es gibt bestehende Standards und Best Practices, die als Orientierungshilfe dienen können. So beschreibt beispielsweise ISO / IEC 27036:2013 als Teil der ISO / IEC 27000-Serie die Informationssicherheit für Lieferantenbeziehungen. Des Weiteren hat NIST in seiner Aktualisierung des NIST Cyber Security Framework im vergangenen Jahr die Kategorie «Supply Chain Risk Management» hinzugefügt, was dessen Bedeutung unterstreicht. Dieses Framework ist weit verbreitet und dient in der Schweiz auch als Basis für den IKTMinimalstandard.

Geschäftspartner die verbindliche Verpflichtung eingehen, digitales geistiges Eigentum und Daten genauso zu schützen, wie es die eigenen Cyber SecurityAnforderungen verlangen – und dies im Bedarfsfall auch mittels Security Assessments, Schwachstellen-Scans oder gar einem Penetration Test zu überprüfen.

halb der Lieferkette zu erhalten. Professionelle Werkzeuge, wie beispielsweise SecurityScorecard von InfoGuard, ermöglichen es, diese Transparenz zu erhöhen und helfen, dass der wichtige Aspekt des Cyber Supply Chain Risk Managements ressourcen-effizient umgesetzt werden kann.

SUPPLY CHAIN RISK MANAGEMENT ALS FAKTOR DER LIEFERANTENBEWERTUNG

ÜBER INFOGUARD

Das Risikomanagement im Rahmen des strategischen Lieferantenmanagements dient somit dazu, Gefahren und Risiken frühzeitig zu erkennen, zu behandeln sowie proaktiv Aktionen und Massnahmen für den Ereignisfall zu definieren. Typischerweise werden dabei folgende Risikoarten differenziert: Vertrags-, Compliance & rechtliche Risiken, Finanz- & Kreditrisiken, aber auch Business Continuity & Supply Chain Risiken, Cyber- und Datenschutzrisiken sowie operative Risiken. Cyber Supply Chain Risk Management ist deshalb eigentlich keine neue Disziplin, sondern vielmehr eine Ausweitung des eigenen Risikomanagements und der Cyber Security auf die Lieferanten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Nur so ist es möglich, die erforderliche Transparenz über die Cyberrisiken und die Maturität bezüglich Cyber Security inner-

Die InfoGuard AG ist spezialisiert auf umfassende Cyber Security. Zu den Kompetenzen zählen massgeschneiderte Dienstleistungen im Bereich der Sicherheitsberatung und Security Audits sowie in der Architektur und Integration führender Netzwerk- und Security-Lösungen. Cloud-, Managed- und Cyber Defence-Services erbringt der Schweizer Cyber Security Experte aus dem ISO 27001 zertifizierten InfoGuard Cyber Defence Center in der Schweiz. InfoGuard hat ihren Hauptsitz in Baar / Zug und eine Niederlassung in Bern. Ihre über 120 Sicherheits­ experten sorgen sich tagtäglich um die Cyber Security bei über 300 Kunden in der Schweiz.

WEITERE INFORMATIONEN Mehr über uns finden Sie unter www.infoguard.ch

Spezifisch trägt die Version 1.1 des NIST Cyber Security Frameworks den neuen technologischen Entwicklungen Rechnung und adressiert auch Bereiche wie IoT, resp. IIoT. Ein weiterer Schwerpunkt liegt aber auch in der Erkennung von Risiken in der gesamten Supply Chain. NIST hat dazu diese spezifische Kategorie eingeführt, um Prozesse zur Erkennung, Bewertung und Steuerung von Risiken in der Lieferantenkette einzurichten. In diesem Prozess sind, nebst dem eigenen Unternehmen, verschiedenste Akteure involviert wie Gerätehersteller, Netz- und Cloud-Anbieter sowie weitere Dienstleister und Verbraucher. Die Kommunikation und Überprüfung von CyberSicherheitsanforderungen zwischen den Beteiligten ist ein Aspekt des C-SCRM. Dabei muss sichergestellt sein, dass alle

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IT-SICHERHEIT

LASSEN SIE SICH NICHT PHISHEN «Bite konto daten eingeben» So kennen wir Phishing E-Mails schon seit einiger Zeit. Die Faktoren schlechte Rechtschreibung, verdächtige Absender und unpersönliche Anreden sind mittlerweile bekannt und überzeugen fast niemanden mehr. Jedoch ist auch bekannt, dass die Internet-Gauner oft einen Schritt voraus sind. Nicht nur beim Erschaffen von Viren, welche nicht erkannt werden, sondern auch von immer professionelleren Phishing-E-Mails. Plötzlich enthält ein E-Mail eine persönliche Anrede, korrektes Deutsch oder die persönliche Wohnadresse. Doch woher kommen all diese Informationen über Sie? von Andreas Wisler

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er Grund sind so genannte «Data Breaches». Beinahe wöchentlich wird über ein Unternehmen berichtet, dessen Kunden-Daten gestohlen wurden. Diese Daten können danach bequem im Online Shop im Darknet gekauft und daraus ein sehr persönliches Phishing E-Mail erstellt werden. Doch wie kann nun eine solche Nachricht zweifelsfrei erkannt werden? Eine allgemeine Regel gibt es nicht (mehr). Jedoch gibt es immer noch einige Anhaltspunkte, die Ihnen helfen können.

drückt hat. Durch eine saubere Vorbereitung weiss der Hacker zudem genau, wie die Hierarchie in der Firma aussieht. Das Organigramm auf der Firmen-Homepage oder die Einträge auf Xing/Linkedin helfen dabei ungemein. Nehmen wir an, Sie erhalten eine Nachricht Ihres Chefs. In unserem Beispiel wäre das Herr Max Mustermann von der Firma Login-Check. Die offizielle Webseite ist unter https://www.login-check.com erreichbar.

DER TEUFEL LIEGT IM DETAIL: DER ABSENDER Wenn vom Chef eine E-Mail kommt, dann muss schnell reagiert werden. Oft so schnell, wie wenn der Chef neben Ihnen steht. Genau dies macht sich ein Angreifer zunutze. Die Autorität des Vorgesetzten, kombiniert mit einem E-Mail, aus welchem Zeitdruck hervorgeht, ist eine perfekte Falle. Vermutlich ist dies jedem schon mal passiert, dass er in diesem Fall zu schnell ge-

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Erkennen Sie den Unterschied? Nur schon ein Buchstabe ausgewechselt, bei unserem Beispiel sind es drei, und schon ist der Absender ein vollkommen Anderer. Deshalb ist genaues Hinschauen notwendig. Auf Smartphones ist es noch schwieriger den Unterschied zu erkennen. Dort wird auf den ersten Blick nur angezeigt, was der Angreifer Sie sehen lassen will: Name und Betreff. Erst ein Klick auf «View Details» zeigt, um welche Adresse es sich wirklich handelt.

DER INHALT Der Inhalt bietet ebenfalls ein wichtiges Indiz. Wenn der interne Ablauf für eine Zahlung klar geregelt ist und plötzlich Ihr Chef via E-Mail verlangt, eine grosse Summe zu überweisen, ist das verdächtig. Mit Details beziehe ich mich hier auf Formulierungen, Schreibstiel, Grussworte. Wenn zum Beispiel der Lieferant immer mit «Gruss Max» das E-Mail beendet und nun steht «Freundliche Grüsse Max». Das sind Details, welche von jemanden, der noch nie


IT-SICHERHEIT ein Link oder eine Datei vorhanden ist? Dazu gibt es einige Tricks, welche Sie anwenden können. Anhänge sind immer ein heikles Thema. Am sichersten wäre es, wenn gar keine Dateien, welche Sie über ein E-Mail erhalten haben, geöffnet werden. Denn mittlerweile wurde schon in vielen Arten von Dateien Viren oder trojanische Pferde (in einer anderen Datei versteckter Schädling) entdeckt. Aber das ist im Geschäftlichen wie im Privaten keine akzeptable Lösung. Die Einschränkung ist zu gross. Somit muss von Dateityp zu Dateityp unterschieden werden, wie mit dieser umgegangen werden kann. Als relativ sicher gilt immer noch ein PDF. Aber auch hier gilt wieder: Der PDF-Reader muss aktuell sein. Oder besser noch, ein «dummes» PDF-Programm, das PDFs anzeigt, aber keinen Code ausführt. Aber auch in einfachen Bildern ist es möglich Malware zu verstecken. Hier gilt ebenfalls: Bild anzeigen Ja, Code ausführen Nein. Ganz klare Tabus sind Office-Dateien mit Makros, welche mit den Endungen .xlsm,. xltm, .docm usw. erkannt werden können. Am besten ist es, eine sichere WebDatenablage einzurichten. Diese kann bei Projekten mit internen oder externen Partnern ge­b raucht werden. Damit kann auf den Austausch von Daten via E-Mail verzichtet werden.

E-Mails von dieser Person erhalten hat, nicht erkannt werden. Aber wenn Sie die andere Person kennen, bekommen Sie ein seltsames Gefühl, da stimmt doch etwas nicht. Und auf dieses Gefühl sollte gehört werden. Es bewahrt möglicherweise vor grossem Schaden.

DIE FORMATIERUNG Vielleicht haben Sie eine besondere Schriftart, die Sie mögen und für Ihre E-Mails verwenden. Auch dies ist wiederum ein Detail, die eine Person oder ein Geschäft ausmachen. Es gibt wenig Gründe weshalb die Schriftart sich plötzlich verändert. Sieht das E-Mail anders aus, ist wieder Vorsicht angezeigt.

PRÜFEN SIE: TECHNISCH Aber was, wenn man sich wirklich nicht sicher sein kann. Was, wenn alle oben erwähnten Tests positiv, im Sinne der Gültigkeit, ausfallen und im empfangenen E-Mail

Bei Interviews, welche wir mit den Mitarbeitenden während eines Audits durchführen, zeigt sich oft die Tendenz, dass Links in E-Mails sehr kritisch betrachtet werden. In vielen Fällen werden solche E-Mails sofort gelöscht. Ich will Ihnen aber einen einfachen und schnellen Weg aufzeigen, wie Sie einen solchen kontrollieren können. Die Funktion dazu heisst «Mouse-Over». Einfach mit der Maus über den Link fahren und wenige Augenblicke später erscheint ein Popup-Fenster, in welchem die wirkliche Ziel-Adresse angezeigt wird:

äusserst seltenen Fällen verwenden Hacker andere Alphabete mit denselben Buchstaben (zum Beispiel das russische Alphabet). Somit sieht der Link im Popup-Fenster richtig aus, jedoch werden andere Server im Internet aufgerufen. Deshalb ist es am sichersten, wenn der Link manuell in der Browser-Adresszeile eingeben wird.

FRAGEN Eine persönliche Rückfrage ist immer noch die beste Methode, um die Echtheit einer E-Mail zu prüfen. Aber auch hier gibt es «do’s and dont’s». Niemals darf für die Überprüfung auf die E-Mail geantwortet werden. Denn wenn der Angreifer alles richtig gemacht hat, bekommt er diese Antwort und teilt Ihnen mit, dass alles in Ordnung ist. Am besten wird zum Telefon gegriffen. Falls es doch ein E-Mail sein muss, sollte ein neues erstellt werden und die E-Mail-Adresse des Empfängers manuell eingetragen werden.

MERKEN SIE SICH: • dass Sie lieber einmal zu viel

nachfragen. Wer schon einmal eine Verschlüsslungs-Malware (Ransomware) auf dem Computer hatte, weiss wie zeitintensiv es ist, diese wieder zu entfernen. • dass Sie E-Mail-Adressen oder

Links von Hand eingeben. Denn beim Kopieren werden alle Teile mitgenommen, welche eventuell nicht gewünscht sind. • dass es auf die Details ankommt.

Lesen Sie immer die komplette E-Mail-Adresse. • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl,

wenn Sie den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmt. Mit diesen einfachen Kniffs können Sie sich auch in Zukunft vor den Phishern schützen und sich weiterhin unbeschwert im Internet bewegen.

KONTAKT

In den meisten Anwendungen ist diese Funktion enthalten. Falls das nicht der Fall ist, gibt es immer noch die Möglichkeit, einen Rechtsklick auf den Link auszuführen und dann die Link-Adresse zu kopieren.

goSecurity GmbH Schulstrasse 11 CH-8542 Wiesendangen Telefon +41 (0)52 511 37 37

Auch hier ist uns die dunkle Seite des Netzes uns aber wieder einen Schritt voraus. In

info@goSecurity.ch www.goSecurity.ch

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GEBÄUDETECHNIK

Nebst den funktionalen Vorteilen ist ein Badheizkörper auch ein optisches Element in einem Bad, ob im Neubau oder in der Sanierung.

ENERGIE SPAREN UND KOMFORT GEWINNEN DANK OPTIMIERTER WÄRMEABGABE Geht es um die Energieoptimierung beim Eigenheim, stehen meist die Gebäudehülle oder die Wärmeerzeugung im Zentrum. Um das gesamte Potential auszuschöpfen, sollten aber auch Fussbodenheizungen oder Heizkörper angeschaut werden – dem Komfort und der Umwelt zuliebe. von Konrad Imbach, Geschäftsleiter GebäudeKlima Schweiz

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GEBÄUDETECHNIK

G

ebäudehüllensanierungen gehören zu den häufigsten und bezüglich Energiesparen auch effektivsten Sanierungsmassnahmen überhaupt, gleich wie der Ersatz von veralteten Heizungen. Nur die wenigsten aber gehen noch einen Schritt weiter – dabei beginnt erst dort der wahre Komfort: Bei der Optimierung des Wärmeabgabesystems. Zwar haben Fussbodenheizungen wie auch Heizkörper eine Lebensdauer von rund 50 Jahren und mehr. Ihre Leistung halten sie aber nur, wenn sie regelmässig gewartet werden. So verbaute man vor vierzig Jahren für Fussbodenheizungen etwa noch Rohre, welche im Gegensatz zu den heutigen Modellen mit den Jahren porös und dadurch luftdurchlässig werden können. Der eintretende Sauerstoff führt zu Schlack und zu einer geringeren Wärmeabgabe. Einen ähnlichen Effekt hat Schlack auch in Heizkörpern. Deshalb empfehlen sich periodische Kontrollen des Heizungswassers sowie regelmässige Wartung der Bodenheizung oder der Heizkörper – auch um drohende Lecks frühzeitig zu erkennen. Besonders wichtig ist der Einsatz des Heizungsprofis aber nach einer energetischen Sanierung. So waren früher etwa viel höhere Vorlauftemperaturen üblich. Aufgrund der besseren Gebäudehülle, und damit einem geringeren Wärmebedarf, sowie moderner Wärmeerzeugungssysteme sind nun aber tiefere Vorlauftemperaturen sinnvoll. Die Musterenergievorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKen 2014) etwa geben bei

Wärmeabgabesystemen eine maximale Vorlauftemperatur von 50 Grad vor, bei Fussbodenheizungssystemen sogar nur 35 Grad. Gleichzeitig sollten nun die Heizkörper hydraulisch abgeglichen und alle Komponenten des Heizsystems neu aufeinander abgestimmt werden, dazu gehören Pumpen, Verteilleitungen, Expansionsgefässe, die Isolation der Wärmeverteilung, Armaturen usw.

KLEINERE UND SCHÖNERE HEIZKÖRPER Der geringere Wärmebedarf nach einer Gebäudehüllensanierung führt aber auch dazu, dass sich die eine oder andere Investition in die Wärmeabgabekomponenten lohnt. Denn bei aller Lebensdauer: Die alten Heizkörper, teils mit riesigen Gusseisenrohren und grossen Durchgängen für Schwerkraftanlagen ausgelegt, bräuchte es nun nicht mehr. Vielmehr reichen kleinere Ausführungen mit geringerer Wassermenge. Das bringt gleich zwei Vorteile mit sich. Zum einen sind alte Heizkörper meist nicht mehr wirklich schön anzusehen. Anstreichen ist jedoch keine Option: Das kann zu Korrosion und Leistungsminderung führen. Neue Heizkörper hingegen sind oftmals wahre Designobjekte: Weiss oder bunt, lang oder kurz, mit Rohren oder schlicht flach – der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Zum anderen sind moderne Heizkörper lage durchströmt, um eine bestmögliche Energieab-

gabe zu erreichen. Entsprechend sind sie um einiges energieeffizienter als jene von vor dreissig Jahren. Dominik Schlumpf, Produktmanager beim Hersteller Arbonia und Vorsitzender der Fachgruppe Wärmeverteilung von GebäudeKlima Schweiz, rät, vor allem im Badezimmer bestehende Heizkörper durch neue zu ersetzen. «Oder man plant zur Komfortsteigerung einen rein elektrischen Badheizkörper, bei dem keine neuen Heizungsrohre installiert werden müssen. Der Vorteil von rein elektrischen Badheizkörper oder solchen im Elektrozusatzbetrieb: Auch in der Übergangszeit, wenn die Heizungsanlage nicht läuft, wird das Bad erwärmt und die Handtücher werden getrocknet. Letzteres ist übrigens ein ganz wichtiger Aspekt. Denn im warmen, feuchten Badezimmerklima verdoppeln sich Keime zum Beispiel auf Badetüchern durchschnittlich alle zwanzig Minuten – hier können Badheizkörper Abhilfe schaffen. Daher ist der Badheizkörper, nebst der Funktion als Wärme- und Komfortlieferant auch eine Frage der Hygiene.»

THERMOSTATVENTILE NACHRÜSTEN Während der Austausch von Heizkörpern schnell, sauber und kostengünstig vonstatten geht, auch weil sämtliche Anschlussmasse vorhandener Anschlussrohre ab Werk am Heizkörper angepasst werden können, wird dies bei der Bodenheizung schwieriger. «Eher baut man

Dank der geringen Aufbauhöhe und einem cleveren Verlegesystem können Bodenheizungen auch im Sanierungsbereich einfach nachgerüstet werden.

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GEBÄUDETECHNIK

Thermostatventile helfen Energie zu sparen, passen die Heizleistung etwa an, wenn die Sonne den Raum bereits erwärmt.

Selbstverständlich lassen sich Thermo­­statventile auch an Heizkörpern anbringen.

hier eine neue Bodenheizung auf die bestehende auf. Denn heutige Bodenheizungen haben im Gegensatz zu früher nur noch eine Höhe von 25 bis 35 Millimeter, ein Aufbau ist also kein Problem», sagt Cristian La Scaleia, Produktemanager beim Händler Meier Tobler. Werde die bestehende Bodenheizung jedoch regelmässig

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gewartet, also die Rohre durch einen professionellen Heizungsinstallateur durchgespült sowie das System und Bauteile auf Unregelmässigkeiten geprüft, sei ein Austausch so oder so kaum jemals nötig, auch nicht aus energetischen Gründen. Schon eher sinnvoll ist hier eine Modernisierung des Verteilers inklusive der Raumthermostate, so dass einzelne Heizkreise separat gesteuert werden können. Dies ist einigermassen schnell nachgerüstet: Dafür braucht es einzig eine Empfangseinheit sowie Stellantriebe anstelle der alten Handräder. Anschliessend können in den einzelnen Räumen Raumthermostate angebracht werden, welche über Funk autonom melden, ob die pro Raum gewünschte Temperatur erreicht ist, oder ob es mehr oder weniger Wasser braucht. Einige Systeme können sogar via Smartphone von unterwegs gesteuert werden. «Besonders ideal ist dies in Ferienwohnungen, in denen bei Abwesenheit die Temperatur abgesenkt und bei Bedarf auch von unterwegs vorgeheizt werden kann», so Cristian La Scaleia. Jedes Grad Temperaturabsenkung bringt rund sechs Prozent weniger Heizkosten. Aber auch im Alltag, im normalen Zuhause profitiert man von modernen Thermostatventilen: Während bei alten Handventilen

einfach drauflos geheizt wird, egal welche Temperatur in einem Raum bereits herrscht, regeln Thermostatventile die Heizleistung automatisch runter, wenn zum Beispiel die Sonne den Raum aufwärmt.

GEBÄUDEKLIMA SCHWEIZ GebäudeKlima Schweiz ist die bedeutendste Schweizer Hersteller- und Lieferantenvereinigung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Die Mitglieder sind mehrheitlich Systemanbieter und unterhalten gesamtschweizerische Verkaufs- und Servicenetze. Als «Stimme der Gebäudetechnik-Industrie» bringt GebäudeKlima Schweiz die Meinung der Industrie zu aktuellen Themen in die politische Diskussion mit ein, verhandelt mit Behörden und Verbänden, engagiert sich für optimale Rahmenbedingungen für die Schweizer Gebäudetechnik-Industrie, übernimmt eine wichtige Rolle in der Aus- und Weiterbildung und wird durch den branchenübergreifenden Austausch unter den Mitgliedern zu einem wichtigen Innovations- und Kompetenzzentrum. Weitere Informationen: www.gebäudeklima-schweiz.ch


GEBÄUDETECHNIK Selbstverständlich lassen sich Thermostatventile auch an Heizkörpern nachrüsten. «Rechnet man alles zusammen, von der regelmässigen Wartung der Wärmeabgabekomponenten über deren neue Abstimmung nach der energetischen Sanierung bis hin zum modernen Regeln, lassen sich gut und gerne 20 bis 25 Prozent Energie und damit Heizkosten einsparen», rechnet Stephan Müller vor, Sales Manager beim Hersteller Rehau Vertriebs AG. Ein echter Gewinn für die Umwelt und das Portemonnaie also. Ganz zu schweigen vom gesteigerten Komfort dank jederzeit wohlig warmem Zuhause, ohne am Rad drehen zu müssen.

KONTAKT Schweizerischer Verband für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik Rötzmattweg 51 CH-4600 Olten Telefon +41 (0) 62 205 10 66 Handtuchwärmer gibt es als Warmwasseversionen, im Mixbetrieb oder als rein elektrische Varianten.

info@gebaeudeklima-schweiz.ch www.gebaeudeklima-schweiz.ch

Wissen schafft Zukunft Seit 1919

www.biral.ch

Mehr als Pumpen


GEBÄUDETECHNIK

Bild 1 – Produktionshalle 1956

100 JAHRE SCHWEIZER INNOVATION UND EFFIZIENZ Biral, der führende Schweizer Pumpenhersteller aus Münsingen bei Bern, feiert im August 2019 sein 100-Jahre-Jubiläum.

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er Chef, zwei Angestellte und zwei Lehrlinge: Das war die mechanische Werkstätte von Friedrich Bieri zur Zeit ihrer Gründung vor vor 100 Jahren (Bild 2). Schon bald wurden am Dorfmattweg in Münsingen nicht nur Reparaturen ausgeführt, sondern auch Horizontalsägen und Ölfeuerungen konstruiert und gebaut. 1923 montierte Friedrich Bieri mit seinen Mitarbeitern Kältemaschinen von Escher Wyss, und im gleichen Jahr wurden erste Pumpenanlagen gebaut – der Grundstein für das spätere Kerngeschäft war gelegt. Knapp 10 Jahre später litt auch das Kleinunternehmen von Friedrich Bieri unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise und musste die Arbeiter teilweise in der Landwirtschaft einsetzen. Trotz des Krieges konnte sich die Firma aber behaupten. Der Betrieb beschäftigte 15 Angestellte, und der Pumpenbau machte bereits 90 Prozent des gesamten Umsatzes aus. Am 1. Januar 1953 übernahmen die beiden Söhne Franz und Werner Bieri das Unternehmen. Die Firma hiess fortan Friedrich Bieri’s Söhne und setzte weiterhin auf Innovationen im Pumpenbau. Mit der Herstellung

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von stopfbüchsenlosen Umwälzpumpen gelang ihnen 1956 ein erster Grosserfolg: über 1 000 Stück pro Jahr konnten in Mün­ singen produziert und abgesetzt werden (Bild 1). Drei Jahre später stieg der Verkauf von Umwälzpumpen sprunghaft an, und ebenso stark wuchs das Unternehmen. 1966 trat mit Ulrich Bieri ein erster Vertreter der dritten Generation in das Unternehmen ein. Aus der Kollektivgesellschaft Friedrich Bieri’s Söhne wurde die Bieri Pumpenbau AG. Inzwischen wurden in den Hallen der Münsinger Pioniere Spezialpumpen für sämtliche Förder­güter hergestellt.

zeitig gründeten sie eine Tochtergesellschaft in Deutschland. Es folgten weitere Tochtergesellschaften in Österreich, in den Niederlanden und USA. Beflügelt vom andauernden Erfolg, setzten die Münsinger Unternehmer ihren Expansionskurs 1989 – im Jahr des 70-Jahre-Jubiläums – fort. Sie übernahmen die Firma Habil in Deutschland.

In den 1970er-Jahren setzte die Bieri Pumpenbau AG ihren Höhenflug fort. 1971 bezog das wachsende Unternehmen an der Südstrasse 10 in Münsingen zum zweiten Mal ein grösseres Gebäude. Nachdem 1973 mit Peter Bieri ein zweiter Vertreter der dritten Generation ins Unternehmen eingestiegen war, vollzog die Firma 1979 den Generationenwechsel ganz: Ulrich, Peter und Hansruedi Bieri übernahmen die Geschäftsleitung. Gleich-

Bild 2 – der erste Firmensitz 1919


GEBÄUDETECHNIK Ab 1992 kämpfte die Bieri Pumpenbau AG dann aber gegen Schwierigkeiten in den Absatzmärkten. Nach der Rezession in den 1970er-Jahren musste zum zweiten Mal in der Firmengeschichte Kurzarbeit eingeführt werden, auch reduzierte die Firma den Personalbestand. Die Krise fand damit aber kein Ende. Im März 1993 wurde die Bieri Pumpenbau AG mit 375 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an das dänische Unternehmen Grundfos verkauft.

Biral lanciert die erste Energiesparpumpe MC10 mit PermanentmagnetTechnologie und ist dadurch die Erfinderin der modernen Heizungs­ umwälzpumpe. Mit dieser Technologie lässt sich bis zu 80 % Energie ein­sparen.

nur über erstklassige und wegweisende Produkte, sondern ebenso über ein hervorragendes Dienstleistungs- und Supportangebot», freut sich CEO Roger Weber. Mit ihm freuen würde sich ganz bestimmt Friedrich Bieri.

Nach einer Straffung der Sortimentsstruktur und einer Restrukturierung zu einer prozessorientierten Organisation startete das zur Biral AG umfirmierte Unternehmen 1998 mit 150 Mitarbeitenden in das jüngste Kapitel der Unternehmensgeschichte. Es sollte ein erfolgreiches werden.

FÜR JEDE SITUATION EINE LÖSUNG Bild 3 - Heizungsumwälzpumpe Biral MC10

2000 lancierten die innovationshungrigen Pumpenbauer die Energiesparpumpe MC10 (Bild 3). Sie dürfen sich seither darüber freuen, Erfinder der modernen Heizungsumwälzpumpe zu sein. Die bahnbrechende MC10 wurde 2001 mit dem Prix Eta 2000 und mit dem Wuppertaler Energie- und Umweltpreis ausgezeichnet, dank dieser neuen Pumpe liessen sich bis zu 80 % Energie einsparen. Dem Ziel, mittels innovativer Technik Energie möglichst sparsam und effizient einzusetzen, blieb Biral fortan verpflichtet. Ausdruck von Birals Innovationskraft waren in den letzten Jahren nicht nur neu lancierte Produkte, sondern auch das – ebenfalls preisgekrönte – Engagement in Total Quality Management (TQM) und der 2012 eröffnete Biral Campus. Im eigenen Schulungs- und Kompetenzzentrum veranstaltet Biral Weiterbildungsveranstal-

tungen, die für die gesamte Branche von Interesse sind. Seit 2017 betreibt Biral auch in Würselen (Deutschland) einen Biral Campus; dort wurden vor einem Jahr die Tochtergesellschaften Holland und Deutschland stationiert. Aus der mechanischen Werkstätte von Friedrich Bieri, die in Münsingen vor 100 Jahren ihre Tore öffnete, ist die Biral Gruppe entstanden – der älteste und immer noch innovationsgetriebene Hersteller von hochenergieeffizienten Umwälzpumpen. Biral zählt heute 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle sind stolz einem grossen Ziel verpflichtet: die besten Pumpen zu bauen, die es gibt. Und ihre nationale und internationale Kundschaft mit Kompetenz und Leidenschaft zu beraten und zu begleiten. «Biral verfügt heute nicht

Ob für Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Brauchwasser, Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung: Für jede Situation des Alltags hält Biral die richtige Pumpe bereit (Bild 4). Gleichzeitig löst Biral auch seine Verpflichtung gegenüber der Nachhaltigkeit ein: Die Biral-Pumpen schaffen dank ausgeklügelter Technologie den Spagat zwischen höchstem Komfort und niedrigstem Energieverbrauch. Die Stärke von Biral liegt im breiten Sortiment, das den verschiedensten Bedürfnissen einer anspruchsvollen Kundschaft genügt. Sowie in der einheitlichen Bedienphilosophie, die über die ganze Breite des Sortiments hinweg einlöst, was das Unternehmen prägnant auf den Punkt bringt: «Kennst du eine, kennst du alle.»

RUND UM DIE UHR FÜR DIE KUNDEN DA Individuelle Beratung, persönliche Betreuung, erstklassiger Service, Liefertreue und hohe Flexibilität bei speziellen Kunden-

Bild 4 – ein Auszug aus dem aktuellen Biral Pumpensortiment.

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GEBÄUDETECHNIK

ONLINE-TOOLS FÜR PRAKTIKER Biral punktet mit den passenden OnlineTools für optimale Effizienz und Effek­ tivität. Neben dem modernen Webauftritt mit praktischen Funktionen wie dem schnellen Pumpenaustausch bietet B ­ iral ihren Kunden eine Plattform zur Pumpenauslegung und eine Online Dokumentenbibliothek. Wer seine Heizungspumpe steuern oder analysieren will, setzt auf die Biral APP «Remote». Ein digitales Paket, das sich sehen lassen kann. (Bild 8)

Bild 5 – Biral Service & Support 24 / 7

anliegen sind die Stärken, auf die sich Kunden und Partner verlassen dürfen. Diese Stärken machen für Biral den entscheidenden Unterschied aus.

KONTAKT Austausch in der Pumpenbranche und entspricht inhaltlich sowie in Bezug auf die Infrastruktur ganz dem aktuellen Motto des Unternehmens: «Biral – alles dabei.» (Bild 6 & 7).

Biral AG Südstrasse 10 CH-3110 Münsingen info@biral.ch www.biral.ch

Neben innovativen Produkten von höchster Qualität, einer lückenlosen Palette für alle Einsatzbereiche und kompetenter Beratung – jederzeit auf Abruf – bietet Biral eine Logistik, die ohne Zeitverzögerung reagieren kann, sowie eine Serviceorganisation, die rund um die Uhr für die Kunden da ist (Bild 5).

BIRAL CAMPUS – KOMPETENZ HAT EINEN NAMEN Mit dieser einzigartigen Aus- und Weiterbildungsplattform hat das Unternehmen ein Kompetenzzentrum für die ganze Branche geschaffen. Der Biral Campus stellt Wissen aus der Welt der Pumpentechnik bereit, bietet Raum zum offenen Bild 8 – digitale Biral Tools

Bild 6 – Biral Campus Theorieraum

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Bild 7 – Biral Campus Praxisraum


Furrer+Frey AG Ingenieurbüro, Fahrleitungsbau Thunstrasse 35, Postfach 182 CH-3000 Bern 6 Telefon +41 31 357 61 11 Telefax +41 31 357 61 00 www.furrerfrey.ch

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GEBÄUDETECHNIK

LEISE UND TROTZDEM KRAFTVOLL OPTIMAHEAT WÄRMEPUMPEN Die Lärmschutzvorschriften in der Schweiz können für Interessenten oder Betreiber von Wärmepumpen zur Hürde werden. Wenn die bestehende Heizung mit einer Wärmepumpe ersetzt wird, gibt es in den meisten Kantonen eine attraktive Förderung.

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s müssen jedoch die neuen Schallschutzvorgaben erfüllt werden, was für sehr viele Wärmepumpensysteme eine echte Herausforderung darstellt. Obwohl Technologie und Energieeffizienz neuer Wärmepumpen den Zielsetzungen der Energiestrategie 2050 entsprechen, scheitern viele Projekte an schalltechnischen Vorgaben. Ein langatmiges und mühe­volles Bewilligungsverfahren ist die Folge. Bei kurz-

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fristigen Sanierungen gibt es in dieser Zeit keine Wärmeversorgung, womit kein Hausbesitzer konfrontiert werden möchte.

DIE LEISESTE LUFT-WÄRMEPUMPE Die Silent Source Luftwärmepumpe von TCA optimaHeat wird in vielerlei Hinsicht den massiv steigenden Anforderungen gerecht. Sie kommt ohne Flüster- oder Nacht-


modus aus, denn sie ist auf minimalste Schallemission konzipiert, ohne jegliche Effizienzeinbussen. Die stufenlose Vollmodulation sorgt dafür, dass Sie bei minimalem Energieaufwand ein Maximum an Komfort und Sicherheit geniessen können. Das Ergebnis ist die leiseste Luft-Wärmepumpe der Welt. Wärme sollen Sie fühlen – nicht hören! Um auch äusserlich Ihren hohen Anforderungen gerecht zu werden, kann die Silent Source Linie von optimaHeat mit unterschiedlichen Oberflächendesigns bestellt werden. So können Sie selbst entscheiden, ob Ihre Wärmepumpe optisch mit der Fassade verschmilzt, oder zum Blickfang in Ihrem Garten werden soll. Somit wird Ihre Wärmepumpe so individuell wie Sie.

GESAMTHEITLICHE NUTZUNG VON ERNEUERBAREN ENERGIEN Die Silent Source Wärmepumpen sind PV- und SG-Ready. Dadurch können Sie selbst produzierten Solarstrom in Ihr Wärme­ pumpensystem einspeisen. Dabei synchronisieren sich die Wärmepumpe und die die PV Anlage automatisch. Eine optimale Energieausbeute ist Ihnen gewiss und Sie können Ihre Betriebskosten nochmals deutlich senken. webcontrol AT ® ist ein digitaler, webbasierter Regler für Wärmepumpen, der ohne Software-Installation auf jedem internetfähigen Endgerät mit Browser-App verwendbar ist. Der Regler ermöglicht eine weltweit ortsungebundene Steuerung der optimaHeatWärmepumpe und der damit verbundenen Komponenten in vollem Umfang, für alle Funktionen.

IN UNSEREM ELEMENT Geht es um Heizen mit der Kraft der Natur, sind unsere Fachspezialisten in ihrem Element. Gerne beraten wir Sie zum Thema Einbau oder Austausch von Wärmepumpen.


GEBÄUDETECHNIK

Mit der Kombination aus dem Fronius Smart Meter und Solar.web lässt sich der Energiebedarf der einzelnen Verbraucher mühelos ermitteln und gezielt Massnahmen für ein effizientes Energieflussmanagement ergreifen.

KUNDEN NEHMEN ENERGIE IN DIE EIGENE HAND VOM PV-INSTALLATEUR ZUM BEGLEITER IN DER ENERGIEWENDE Immer mehr Menschen haben in den vergangen Jahren damit aufgehört, sich bei der Energiewende auf Politik oder Energiekonzerne zu verlassen und nehmen ihre Energie in die eigene Hand. Dies geschieht durch die Installation eines Photovoltaik-Systems und eines Batteriespeichers, durch die Anschaffung eines Elektroautos oder den Ersatz der alten Ölheizung durch eine moderne Wärmepumpe. Der Weg in Richtung 24 Stunden Sonne scheint geebnet und der PV-Installateur wird zum Begleiter dieser Energiewende.

«

Die einzelnen Schritte zur persönlichen Energiewende sind oft so einfach wie wirtschaftlich», erklärt Martin Hackl, Global Director Solar Energy, Fronius International GmbH. Der Weg dorthin beginnt mit einer PV-Anlage auf dem Dach und einem zum Beispiel 30-prozentigen Eigenverbrauch. Mit dem Ersatz der alten Ölheizung durch eine intelligent mit PV-Strom versorgte Wärmepumpe wird mehr des selbst erzeugten PV-Stroms auch selbst genutzt. Noch mehr Wärme aus der Sonne bietet eine einfache Warmwasseraufbereitung mit Überschussstrom. Das rechnet sich und ganz nebenbei lässt sich auch noch die Lebensdauer des Heizsystems erheblich verlängern. «Der gedankliche Sprung hin zur Ladung eines Elektroautos mit selbst erzeugter Energie liegt dann schon auf der Hand», folgert Hackl.

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PASSENDE LÖSUNGEN VON FRONIUS Fronius bietet eine Lösungswelt, beginnend bei intelligenten Wechselrichtern, über Speichermöglichkeiten mit der Fronius Solar Battery, LG Chem RESU oder der BYD Battery-Box HV, bis hin zur Warmwasseraufbereitung mit dem Fronius Ohmpilot. Damit nicht genug, verfügt jeder Fronius SnapINverter serienmässig über entsprechende Funktionen und Schnittstellen, um mit dem selbst erzeugten Strom einfach auch das eigene Elektroauto zu laden. «Mit der Produktion und der Verteilung des Sonnenstroms an die Verbraucher allein ist es aber noch nicht getan», weiss Martin Hackl. «Ebenso wichtig ist das passende Energieflussmanagement mit einem geeigneten Analysetool.» Genau dafür hat

Fronius den intelligenten Stromzähler Fronius Smart Meter und die Analysesoftware Solar.web entwickelt. Dadurch lässt sich der Energiebedarf der einzelnen Verbraucher mühelos ermitteln und gezielt Massnahmen für ein effizientes Energieflussmanagement ergreifen.

VOM FRONIUS SERVICE PARTNER ZUM FRONIUS SYSTEM PARTNER Das Bewusstsein für die vielzähligen Möglichkeiten, die es bereits jetzt gibt, ebenso wie das enorme Weiterentwicklungspotenzial und der Faktor Wirtschaftlichkeit muss bei vielen noch verankert werden. «Die Installateure spielen hier eine Schlüsselrolle», ist Martin Hackl überzeugt. «Sie kennen ihre Kunden und deren Bedürfnisse. Sie sind damit in der einzigartigen Position, vom PVAnbieter zum Berater und Begleiter durch


GEBÄUDETECHNIK die Energiewende ihrer Kunden zu werden. Das ist eine riesen Chance.» Fronius unterstützt den Prozess der persönlichen Energiewende nicht nur mit Produkten und

Dienstleistungen, sondern auch mit einem umfangreichen Trainingsprogramm und der Weiterentwicklung des Fronius Service Partners hin zum Fronius System Partner.

ÜBER FRONIUS SOLAR ENERGY Die Fronius Business Unit (BU) Solar Energy entwickelt seit 1992 Energielösungen rund um das Thema Photovoltaik und vertreibt ihre Produkte über ein globales Kompetenznetzwerk aus Installations-, Service-, und Vertriebspartnern. Mehr als 20 Solar Energy Niederlassungen, eine Exportquote von über 90 Prozent und eine Gesamtleistung von mehr als 12 Gigawatt installierter Wechselrichter sprechen für sich. 24 Stunden Sonne lautet das grosse Ziel und Fronius arbeitet täglich daran, diese Vision von einer Zukunft, in welcher der weltweite Energiebedarf aus 100 Prozent Erneuerbaren gedeckt wird, zu verwirklichen. Dementsprechend entwickelt Fronius Energielösungen, um Sonnenenergie kosteneffizient und intelligent zu erzeugen, zu speichern, zu verteilen und zu verbrauchen.

ÜBER DIE FRONIUS SCHWEIZ AG Die Fronius Schweiz AG mit Sitz in Rümlang ist eine Tochtergesellschaft der Fronius International. Fronius International ist ein österreichisches Unternehmen mit Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt. Das Unternehmen mit global 4550 Mitarbeitern ist in den Bereichen Schweisstechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik tätig. Der Exportanteil mit rund 91 Prozent wird mit 30 internationalen Fronius Gesellschaften und Vertriebspartnern / Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erreicht. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie 1241 erteilten Patenten ist Fronius Innovationsführer am Weltmarkt.

KONTAKT Fronius Schweiz AG Oberglatterstrasse 11 CH-8153 Rümlang Telefon 0848 FRONIUS (3766487) Gratis-Fax 0800 FRONIUS (3766487) pv-sales-swiss@fronius.com www.fronius.ch

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SMART HOME

Intelligente Haustechnik: Im Haus Jade des Glasi-Quartiers werden die künftigen Bewohner Licht, Jalousien, Heizung und ieles mehr bequem über ein Smart Home-System steuern können.

DIGITALISIERUNG SMART EINGESETZT In Bülach Nord realisiert die Steiner AG ein neues Stadtquartier. Von der Planung über die Vermarktung bis hin zu den Dienstleistungen für die Bewohner nutzt das Projekt exemplarisch neuste Technologien – BIM, Virtual Reality-Brillen zur virtuellen Begehung sowie ein individuell abstimmbares Smart Home-System mit Google Home. Visualisierungen: Steiner AG

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SMART HOME 42’000 m2 grossen Areal in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof ein neues Quartier. Das visionäre Glasi-Quartier nutzt exemplarisch neuste Technologien von der Planung bis zur Nutzung. Das Projekt aus der Feder von Duplex Architekten aus Zürich entstammt einem Wettbewerb unter elf eingeladenen Architekturbüros, ebenso das 60 Meter hohe Hochhaus «Jade» von Wild Bär Heule Architekten. Die Steiner AG ist für die Projektentwicklung und -realisierung, in Teilen auch für die Vermarktung verantwortlich. Bereits 2021 soll auf den Plätzen, Gassen und Strassen des Glasi-Quartiers neues Leben einziehen.

GEPLANT MIT BIM

S

mart Phones mit Apps für alle Lebenslagen, GPS als Standard im Auto oder auf der Wanderung, Internetzugang immer und überall: Wieso sollte der Digitalisierungstrend vor den eigenen vier Wänden haltmachen? Wieso sollte Wohnqualität, Sicherheit und effiziente Energienutzung auf Basis vernetzter und fernsteuerbarer Installationen sowie automatisierbarer Abläufe an der Wohnungstür aufhören? Das eigene Zuhause wird sich schon in absehbarer Zeit zu einem «Hub» des digitalen Ecosystems entwickeln. Von intelligenter Energiesteuerung und der

Einbeziehung von Lösungen für die Elektromobilität ganz zu schweigen. Der Smart Home-Markt wird sich über die nächsten Jahre rasant entwickeln. Der heutige Entwicklungsstand des «digitalen Zuhauses» wird grundlegend revolutioniert. Bereits in ein paar Jahren wird eine umfangreiche Vernetzung von Haushalten als normal angesehen werden – nicht zuletzt dank der Generation der «Digital Natives». Wie das Wohnen von morgen bereits heute aussehen kann, zeigt ein Neubauprojekt in Bülach-Nord. Hier entsteht auf einem rund

Für eine hohe urbane Lebensqualität, trotz wohnlicher Dichte, sorgen im Projekt verschiedene Parameter: Herausragende Architektur, ein cleveres Verkehrssystem mit Begegnungszonen, öffentliche Plätze, ein vielfältiges Wohnungsangebot, vitale Rückzugsmöglichkeiten sowie Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten. Zudem ermöglichen Miet- und Eigentumswohnungen, gewerbliche Räume für Dienstleistungen, Handwerksbetriebe, Büros und Gastronomie sowie ein Hotel, ein Pflegezentrum mit Alterswohnungen und eine Kinderkrippe einen äusserst breiten Nutzungsmix. Das neue Stadtquartier in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Bülach wird dadurch für die künftige Quartierbevölkerung eine hohe Attraktivität aufweisen und einen unverwechselbaren neuen Lebens- und Arbeitsraum für die verschiedensten Generationen bieten. Zudem wird das Musterprojekt Glasi-Quartier effizient, technologisch fortschrittlich und nachhaltig sein. Es steht für innovativen Städtebau bei gleichzeitig hoher Lebensqualität und modernsten Planungsmethoden: alle am Projekt beteiligten Planer arbeiten ausschliesslich nach der BIMMethode (Building Information Modeling). Der Projektentwickler Steiner hatte von Anfang an klare Ziele: die modellbasierte Koordination von Teilmodellen sowie die modellbasierte Mengenermittlung für Kostenplanung und Ausschreibung. Dadurch wird die Optimierung der Kosten- und Zeitpläne sowie eine reibungslose Ausführung angestrebt. Das Glasi-Projektbüro in Bülach ist zurzeit eines der schweizweit grössten BIM-Labs, dank welchem sich das digitale Planen sehr viel effizienter gestaltet.

SMART HOME FÜR SMARTE BEWOHNER Von der Planung über die Vermarktung bis hin zur Bewirtschaftung und zum

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Das Hochhaus Jade wird mit einer Höhe von 60 Metern der Blickfang des Glasi-Quartiers sein.

Dienstleistungsangebot für die Bewohner nutzt das Glasi-Quartier konsequent fortschrittlichste Technologien. So auch Technologien für das Wohnen der Zukunft: Die Steiner AG hat für die Vermarktung der Eigentumswohnungen im Hochhaus «Jade» eigens einen innovativen Online-Wohnungskonfigurator entwickelt. Dieser ermöglicht es Kaufinteressenten, die Grundrisse sowie die Materialisierung der gewünschten Wohneinheit individuell zu gestalten. Vir-

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tual-Reality-Brillen erlauben im Glasi-Showroom in Bülach bereits heute eine virtuelle Begehung des künftigen Quartiers und der Wunschwohnung. Wer sich dann für eine der modernst ausgestatteten Wohnungen entscheidet, kann sich auf ein Zuhause mit fortschrittlichster Smart Home-Technologie freuen. Wer in einem Smart Home lebt, erspart sich viele lästige Handgriffe: Die Geräte zur Auto-

matisierung der Haustechnik schalten auf Wunsch Heizung und Beleuchtung aus, wenn niemand daheim ist. Sie kontrollieren, ob Fenster und Türen geschlossen sind, fahren die Rollläden herunter, wenn es dunkel wird und aktivieren die Alarmanlage, sobald die Bewohner die Haustür verriegeln. Smart Home ist gefragt, da es sich nach den Belangen des Kunden ausrichtet – und Lösungen anbietet, die beim Konsumenten konkrete Bedürfnisse adressieren.


SMART HOME

ERFAHRUNG ZAHLT SICH AUS Steiner verfügt im Smart Home-Bereich über umfangreiche Erfahrungen, hat das Unternehmen entsprechende Lösungen doch bereits in rund 300 Wohnungen beim städtebaulich markanten Projekt Vulcano in Zürich-Altstetten umgesetzt. Im Hochhaus «Jade» im neuen Glasi-Quartier wird die Käuferschaft der Wohnungen selbst bestimmen können, welche Möglichkeiten von Smart Home sie nutzen möchte. Der Umfang der Smart Home-Installation kann individuell bestimmt und erweitert werden. Das installierte System der smart PLACE AG kann jede Funktion sicherstellen und lässt sich einfach und grafisch für Jung und Alt intuitiv bedienen. Im Grundausbau wurden die Basis-Funktionen im Gebäude vorgesehen, wie beispielsweise Jalousiesteuerung, Videosprechanlage, Paketboxlösung, Wetter-automatik inkl. Wind- und Regenalarm, Verwaltungstool und RemoteZugriff für jede Wohnung. Das System kann über die smart PLACE-Taster, Touch Panel oder von jedem Gerät mit einem Browser angesteuert werden. Dank der grafischen Visualisierung muss das System auch nicht sprachlich für internationale Anwender angepasst werden. Mittels Upgrade-Modulen können die Basis-Funktionen um nutzerspezifische Funktionen erweitert werden. Diese Module sind auch im Wohnungskonfigurator enthalten und auswählbar. Das smart PLACE-System ist für den Anwender offen. Dieser kann dadurch beispielsweise bereits in der Basis-Lösung die Taster selber einfach und schnell umprogrammieren oder auch Szenen wie Ferien, Wecker usw. erstellen. Der Anwender kann das System somit jederzeit auf seine individuellen Bedürfnisse anpassen.

zugegriffen, Aufgaben verwaltet und der Tagesablauf geplant werden. Doch nicht nur für den Nutzer bringt das System Erleichterungen und Komfortsteigerung. Mit dem smart PLACE-System kann die Verwaltung oder das Facility Management nicht nur die Namen am Klingelboard von extern einfach anpassen, sondern auch direkt mit den Bewohnern über das smart PLACE-Infoboard kommunizieren. Individuelle Lösungen für das Facility Management oder die Verwaltung wie Reservationssysteme für Besucherparkplätze oder Schrankenanlagen, Lifte usw. können durch smart PLACE sichergestellt und einfach bedient werden. Des weiteren können mit dem smart Metering System die Energiedaten und der Verbrauch direkt von extern abgerechnet werden. Es werden somit keine ergänzenden Dienstleistungen von externen Firmen benötigt. Auch können bei Fassadenreinigung die Jalousien durch die Verwaltung von extern bedient werden oder Alarmmeldungen wie Störungen der HLK Anlagen und dergleichen entsprechend durch smart PLACE kommuniziert werden. Nach der Fertigstellung des Hochhauses «Jade» können die künftigen Bewohner das moderne Wohnen der Zukunft leben und erleben. Die Steiner AG beweist mit dem Glasi-Areal und dessen digitaler Planung, Vermarktung und Verwaltung, dass das Unternehmen als kompetenter

und zukunftsgerichteter Immobilienentwickler und -vermarkter an vorderster Front aktiv ist.

FACTS & FIGURES: Projekt: Glasi-Quartier Standort: Bülach Bauherrschaft: Steiner AG / Baugenossenschaft Glatttal Zürich / Logis Suisse AG / Steiner Investment Foundation Entwickler, Total- und Generalunternehmer: Steiner AG Grundstücksfläche: 42’000 m2 Geschossfläche: 97’000 m2 Baubeginn: voraussichtlich Frühjahr 2019 Investitionsvolumen: ca. 400 Millionen Schweizer Franken www.glasi-bülach.ch www.jade-bülach.ch

KONTAKT Steiner AG Hagenholzstrasse 56 CH-8050 Zürich Telefon +41 (0)58 445 20 00 info@steiner.ch www.steiner.ch

MINIMIERUNG DES VERWALTUNGSAUFWANDS Die smart PLACE-Technologie ist eine schweizerische Entwicklung. Das System basiert auf einer eigens entwickelten Bustechnologie und benötigt die gleiche Verkabelung wie herkömmliche Bussysteme. Dabei liefert smart PLACE Ihre hauseigenen Taster, Aktoren für die Elektroverteilung und Touch Panels. Das System wird bereits programmiert dem Elektrounternehmer geliefert, welcher dieses nur noch installieren muss. Zudem kann der Anbieter Up-Dates machen, ohne dabei Hardware ersetzen zu müssen. Die smart PLACE-Technologie fürs Smart Home kann auf Wunsch mit dem Sprachassistenten Google-Home erweitert werden: Per Sprachsteuerung kann dann beispielsweise ganz einfach auf Medien

Ab 2021 bietet das Haus Jade insgesamt 75 stilvolle, helle Eigentumswohnungen auf 18 Etagen.

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ENERGIE

EIN ENERGIE-LABEL IN FRANKEN UND RAPPEN? Schweizer Haushalte sind noch lange nicht so energieeffizient, wie es heute möglich wäre. Beim Kauf von Elektrogeräten wählt nur ein Teil der Konsumentinnen und Konsumenten die Energiesparmodelle. Ein Forschungsteam schlägt nun vor: Auf den Verpackungen von Kühlschränken, Tumblern oder Backöfen sollte künftig deklariert sein, wieviel der Stromverbrauch der Geräte pro Jahr durchschnittlich kostet. Denn wer die Stromkosten kennt, kann auch mehr Energie sparen, zeigt die vom Bundesamt für Energie finanzierte Studie. von Anita Vonmont, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Der Kühlschrank braucht jährlich 128 Kilowattstunden Strom, so die Information der Energieetikette auf der Verpackung. Allerdings: Wieviel oder wenig das ist, können die wenigsten Konsumenten abschätzen, hat eine grosse Haushaltbefragung gezeigt.

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ENERGIE

Gute Beratung und umfassende Informationen helfen bei der Auswahl des richtigen Haushaltsgeräts: Wer die zu erwartenden Stromkosten eines Geräts kennt, trifft eher Kaufentscheide zugunsten von mehr Energieeffizienz.

G

emäss Energiestrategie 2050 soll der durchschnittliche Stromverbrauch pro Kopf in der Schweiz bis 2020 um drei Prozent tiefer sein als im Jahr 2000. Noch ambitionierter ist die Zielsetzung für das Jahr 2035: Dann soll der durchschnittliche Stromverbrauch pro Kopf sogar 13 Prozent tiefer liegen als im Jahr 2000. Um diese Ziele zu erreichen, können die Haushalte einen signifikanten Beitrag leisten.

STROMSPARPOTENTIAL VON 20 BIS 30 PROZENT Das Potential für mehr Energieeffizienz wäre durchaus vorhanden, zeigt nun eine neue Studie, die das Bundesamt für Energie (BFE) finanziert hat. «Die Haushalte könnten 20 bis 30 Prozent mehr Strom sparen, als sie es bislang tun», sagt Studienleiter Prof. Mas-

simo Filippini, heute gebe es bei Kauf und Nutzung von elektrischen Haushalt­ geräten «beträchtliche Ineffizienzen». Der Ökonom der ETH Zürich hat gemeinsam mit Nina Boogen und Nilkanth Kumar von der ETH Zürich sowie Dr. Julia Blasch von der Freien Universität Amsterdam eine grosse Umfrage zum Schweizer Stromkonsum durchgeführt. Mittels Fragebogen erhob das Team in 8 400 Haushalten des Landes unter anderem, welche Elektro­ geräte wie intensiv verwendet werden und wieviel Strom sie de facto verbrauchen. Letzteres wurde mit Angaben von neun beteiligten Elektrizitätswerken bestimmt.

verbrauch der Haushalte in einem Benchmarking mit dem geschätzten Stromverbrauch aus einem Best-Practice-Modell. Das Stromsparpotential von 20 bis 30 Prozent ermittelten die Ökonomen aus der Ineffizienz der Haushalte gemessen an dem Best-Practice-Modell. Genaugenommen fanden sie «22 Prozent strukturelle In­effizienz», wie sie etwa verursacht wird durch stromfressende veraltete Geräte, die noch jahrelang halten, sowie 11 Prozent «kurzfristige Ineffizienz», was etwa der Fall ist, wenn man ein Gerät im Standby-Modus belässt, obwohl man es jederzeit abschalten könnte.

Auf der Basis dieser Daten berechneten die Forschenden mit statistischen Methoden die Energieeffizienz eines jeden Haushalts. Anschliessend verglichen sie den Strom-

«Der Kauf von Haushaltsgeräten kann ökonomisch gesehen komplex sein», schildert Massimo Filippini einen der Gründe für die heutigen Ineffizienzen. Solche

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ENERGIE Folgende Aufgabe galt es zu lösen: Nehmen wir an, im Laden stehen zwei identische Kühlschränke. Sie unterscheiden sich einzig bei Preis und Stromkonsum: Modell A kostet 3 300 Franken und braucht jährlich 100 kWh Strom, Modell B kostet 2800 Franken und braucht jährlich 200 kWh Strom. Welcher Kühlschrank hat nach zehn Jahren die tieferen Gesamtkosten, wenn eine kWh stets 20 Rappen kostet? Die korrekte Antwort auf diese Frage (Modell B) konnten gerade mal 30 Prozent der Befragten geben. Und dies, obwohl die Forschenden sogar den Kilowattstunden-Preis angegeben hatten, also eine Information, die auf der Energieetikette der realen Geräte fehlt. Beim realen Kauf von Haushaltgeräten dürfte daher die Hürde für korrekte Kostenabschätzungen sogar noch höher sein.

Das Ökonomenteam hinter der Energieeffizienz-Studie (v. l. n. r.): Nilkanth Kumar, Nina Boogen und Studienleiter Prof. Massimo Filippini vom Departement für Management, Technologie und Ökonomie der ETH Zürich.

Entscheide setzen einerseits einiges an Energiewissen voraus: Wieviel Strom braucht das Erhitzen von Wasser im Schnellkocher im Vergleich zum Kochtopf mit Deckel drauf? Wieviel kostet eine Kilowattstunde Strom? Wie hoch sind die Kosten bei der Benutzung eines Geräts?

Das in den USA gebräuchliche «Energy Guide Label» gibt den Stromverbrauch von Haushaltgeräten ausser in Kilowattstunden auch in Dollar an. Dabei werden die jährlichen Stromkosten mit den Kosten vergleichbarer Modelle in Bezug gesetzt.

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Zum Beispiel: Wieviel kostet ein Waschgang bei 60 °C? In der Befragung konnten die meisten Personen solche Fragen nicht korrekt beantworten.

BERECHNUNGEN, DIE ES IN SICH HABEN Nicht minder wichtig ist nach Auskunft von Ökonom Massimo Filippini ein anderer Aspekt: «Um informierte energiebezogene Kaufentscheide zu treffen, braucht es eine gewisse Finanzkompetenz; die Leute müssen beim Kauf von neuen Geräten eine Investitionsrechnung durchführen können.» Energieeffiziente Geräte haben im Verkaufsgeschäft nämlich ein Handicap: Sie sehen meist teurer aus als sie sind, weil die Stromkosten, die sie Jahr für Jahr einsparen, im Kaufpreis nicht zum Ausdruck kommen. Auf der Energieetikette, die auf verbreiteten Geräten wie Kühlschränken, Kochherden, Tumblern oder Backöfen klebt, ist zwar der zu erwartende jährliche Stromverbrauch angegeben, allerdings in der physikalischen Einheit Kilowattstunden. Um die Stromkosten und letztlich die Gesamtkosten über die angenommene Lebenszeit eines Geräts zu erfahren, muss man sie berechnen. Und diese Berechnungen haben es in sich, wie eine Aufgabe aus dem Fragebogen der Studie illustriert.

Das ernüchternde Fazit der Studie: Zwei Drittel der Konsumenten und Konsumentinnen waren nicht in der Lage, die Gesamtkosten (Kaufpreis plus Energiekosten für zehn Jahre) korrekt zu errechnen und auf diesem Weg die beiden Kühlschränke aus ökonomischer Perspektive korrekt zu vergleichen. Dass Modell A weniger Strom verbraucht als Modell B und damit ökologisch sinnvoller ist, war übrigens ein bewusster «Kunstgriff» der Wissenschaftler: Sie wollten damit sicherstellen, dass die Testpersonen im Kontext der Umfrage nicht die vereinfachende Annahme treffen, wonach sich energieeffiziente Geräte über eine lange Zeitdauer lohnen würden (weil die Energiekosten entsprechend geringer sind), sondern dass sie die Gesamtkosten tatsächlich verlässlich kalkulierten.

STROMDEKLARATION IN MONETÄRER FORM FÖRDERT ENERGIEEFFIZIENZ Die Forschenden wollten in der Folge herausfinden, wie die Konsumenten die Lebenszeit-Kosten von Haushaltgeräten erfolgreicher abschätzen könnten. Mit Teilgruppen der Haushaltbefragung testeten sie Alternativen zu den heutigen Berechnungsgrundlagen. Zum Ergebnis sagt ETH-­ Forscherin Nina Boogen: «Wenn die Leute den Stromverbrauch von Haushaltgeräten in Franken und Rappen zu sehen bekommen statt wie heute in Kilowattstunden, treffen sie deutlich öfter rationale, gut informierte Kaufentscheide zugunsten von mehr Energieeffizienz». Der Anteil richtiger Antworten erhöhte sich dann signifikant. Ebenfalls einen guten Effekt hatte der Einsatz eines Online-Rechners, mit dem die Befragten die Lebenszeit-Kosten von Elek-


ENERGIE trogeräten berechnen konnten. Eine leichte Verbesserung ergab sich, wenn die Befragungsteilnehmer eine Kurzanleitung erhielten zum richtigen Rechnen mit der abstrakten Grösse «Kilowattstunden».

Dr. Julia Blasch vom Institut für Umweltstudien der Freien Universität Amsterdam.

ENERGIELABEL WIE IN DEN USA? Aus energiepolitischer Warte hält es das Ökonomenteam daher für sinnvoll, wenn die Hersteller von Haushaltgeräten künftig verpflichtet würden, die geschätzten jährlichen Stromkosten von Kühlschränken, Tumblern etc. gut sichtbar auf den Produkte­ verpackungen anzugeben. Dabei könnte die Schweiz etwa dem Beispiel des «Energy Guide Label» (US-FTC, 2017) in den USA folgen. Auf jenem gelben Label sind die geschätzten jährlichen Stromkosten eines Geräts in fetten schwarzen Zahlen auf einer Skala eingetragen, welche die regional variierenden Strompreise mitberücksichtigt. Diese Massnahme liesse sich relativ einfach umsetzen, schätzt Massimo Filippini. Zugleich hätte sie einen langfristigen Effekt: «Ist ein Haushaltgerät einmal gekauft, beeinflusst seine Energieeffizienz den Stromkonsum oft jahrelang.» Um die wichtige Kaufkompetenz noch weiter zu erhöhen und überdies auch das allgemeine Energiewissen zu fördern, schlägt das Forschungsteam weitere energiepolitische Massnahmen vor – von Informationsbroschüren und -kampagnen über Kurse an Schulen und für Konsumenten bis hin zu

mobilen Apps, die bei der Berechnung der Lebenszeitkosten von Haushaltgeräten helfen. Was von den Massnahmen dereinst umgesetzt wird, ist allerdings nicht Sache der Wissenschaftler. Hier liegt der Ball nun bei der Politik.

WEITERE INFORMATIONEN Den Schlussbericht zum Projekt «Energy efficiency, bounded rationality and energy-related financial literacy in the Swiss household sector» finden Sie unter: www.aramis.admin.ch/Default. aspx?DocumentID=46444&Load=true Zum Projekt: Dr. Anne-Kathrin Faust anne-kathrin.faust@bfe.admin.ch Leiterin des BFE-Forschungsprogramms Energie, Wirtschaft, Gesellschaft. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Energie-WirtschaftGesellschaft (EWG) finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-ewg.

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ENERGIE

Dr. Adam Brown informierte in Neuenburg über die IEA-Prognose zum Wachstum der erneuerbaren Energien bis im Jahr 2023.

SCHWEIZER ENERGIEEXPERTEN IM AUSTAUSCH Debatten wie jene um die begrenzten weltweiten Erdölvorräte und den Klimawandel haben uns gelehrt, das Thema Energie nicht nur aus dem nationalen Blickwinkel, sondern in globaler Perspektive zu betrachten. Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg ist gefragt, auch in der Forschung, die nach neuen Ansätzen für die Energieversorgung sucht. Einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung leisten die «Technology Collaboration Programmes» der Internationalen Energieagentur (IEA). Expertinnen und Experten aus der Schweiz arbeiten hier an vorderster Front mit, wie jüngst an einer Tagung in Neuenburg deutlich wurde. Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

D

ie Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris – 1974 gegründet als Reaktion auf die Erste Ölkrise – umfasst 30 Staaten insbesondere aus Amerika, Asien und Europa. Eine zentrale Tätigkeit der IEA ist die Energieforschung, wobei Forschung in diesem Kontext immer auch verstanden wird als die Aufgabe, die Politik in der Bearbeitung energiepolitischer Fragestellungen zu unterstützen. Zu dem Zweck arbeiten unter dem Dach der IEA 38 Forschungsprogramme (Technology Collaboration Programmes / TCP), die eine breite Palette von Themen abdecken. Jedes Programm hat mehrere Arbeitsgruppen (als ‹Annex› oder ‹Task› bezeichnet), in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

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spezifische Themenkomplexe bearbeiten. Die Arbeiten jedes Programms werden von einer Programmleitung (Executive Committee / ExCo) koordiniert. Gemeinsam bilden die TCPs ein leistungsfähiges, internationales Netzwerk im Bereich der Energieforschung.

AUSTAUSCH UNTER DEM DACH DER IEA Die Schweiz ist in dieses Netzwerk bestens eingebunden und trägt mit ver­ schiedenen Aktivitäten zu Erarbeitung und Austausch neuer Erkenntnisse bei. Schweizer Delegierte sitzen bei 21 TCP im Leitungsgremium, alles Spezialistinnen und Spezialisten des Bundesamts

für Energie (BFE). Auch in den rund Hundert Arbeitsgruppen der 21 TCP ist die Schweiz gut vertreten, nämlich durch Fachleute von Schweizer Forschungseinrichtungen und Energieberatungs­ unternehmen. Sie sind grösstenteils vom BFE delegiert und bringen ihr akademisches Fachwissen in die Bearbeitung der jeweiligen wissenschaftlichen Fragestellungen ein. «Die Schweiz ist in den TCP stark engagiert. Der Austausch mit internationalen Energieexperten liefert der Schweizer Politik einen wichtigen Input für die Neugestaltung der Energieversorgung», sagt Botschafter Jean-Christophe Füeg, Leiter der Sektion Inter­ nationales beim BFE.


ENERGIE wesentlichen Teil zum Ausbau der erneuerbaren Energien mit Photovoltaik- und Windkraftwerken beitragen. Stark wachsen werden die erneuerbaren Energien auch in Indien. Das Land wird gemäss IEAPrognose die erneuerbaren Energien bis 2023 um 50% ausbauen.

UNTERSCHÄTZTE BEDEUTUNG DER BIOENERGIE

Gemäss IEA-Prognose wird China in den nächsten Jahren zum grössten Verbraucher von erneuerbaren Energien aufsteigen – und Brasilien wird mit knapp 45% über den höchsten Anteil an erneuerbaren Energien verfügen.

Die Forschungsaktivitäten der IEA werden also von vielen Expertinnen und Experten aus der Schweiz mitgetragen. Eine Tagung Ende Oktober in Neuenburg bot den Fachleuten nun Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse, die im Rahmen der TCP erarbeitet wurden. «Die Vernetzung der Schweizer Akteure ist wichtig für den Erfahrungsaustausch und zur Entwicklung neuer Projektideen», sagt BFE-Mitarbeiterin Dr. Sandra Hermle, die für die Schweiz in der Leitung der TCPs ‹Bioenergy› und ‹Advanced Motor Fuels› sitzt und die Neuenburger Tagung organisiert hat.

Adam Brown informierte in Neuenburg über eine von der IEA erstellte Prognose, die über die erwartete Entwicklung der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2023 Auskunft gibt. Demnach wird China in den nächsten fünf Jahren Europa als grössten Konsumenten von erneuerbaren Energien überholen (Grafik Seite 13 oben). Gleichzeitig wird das Land einen

Bei ‹erneuerbaren Energien› denken wir gewöhnlich an Solarstrom, Windenergie und Wasserkraft. Die wichtigste erneuerbare Energie im globalen Massstab ist indes die Bioenergie, also Energie aus Holz und anderen biogenen Stoffen (Grafik Seite 13 unten). Brown sprach in Neuenburg denn auch von einem «übersehenen Riesen». Im Zeitraum 2018 bis 2023 wird Bioenergie gemäss IEA-Prognose global gesehen von allen erneuerbaren Energien am stärksten wachsen, noch stärker als der Zubau von Photovoltaik und Windkraftwerken. Grosses Potenzial besteht unter anderem in China, Indien, Brasilien und auch in den Ländern der Europäischen Union. Biotreibstoffe werden vor allem in Lateinamerika und Asien verstärkt Verbreitung finden. Adam Brown präsentierte in Neuenburg auch eine Modellrechnung, wonach für einen Flug London-Tokyo die Verwendung von Biotreibstoff (15% Beimischung zu Kerosin) mit rund 18 USD pro Passagier zu Buche schlagen würde. Der Einsatz von Biotreibstoffen im Flugverkehr eröffne «neue Wege für

CHINA FÜHRT BEI DEN ERNEUERBAREN ENERGIEN Energiepolitische Fragen werden oft im nationalen Massstab diskutiert und entschieden. Doch oft lohnt sich ein Blick über die nationalen Grenzen hinaus. Das zeigte in Neuenburg das Keynote-Referat von Dr. Adam Brown, Senior Consultant bei der IEA. Nach Browns Ausführungen sind die erneuerbaren Energien im Jahr 2017 dreimal stärker gewachsen als die Energienachfrage – und trotzdem sind die globalen CO 2 -Emissionen um 1.4% angestiegen (nachdem sie in den drei Jahren zuvor auf gleicher Höhe geblieben waren). Die weltweite Nachfrage nach Strom wuchs 2017 um 3% – rund 70% der Zunahme entfielen auf China und Indien.

Bioenergie – also Energie aus Holz und anderen biogenen Stoffen – trägt global die Hälfte zu den erneuerbaren Energien bei. Ein grosser Teil wird in Form von Prozess- und Heizwärme genutzt.

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ENERGIE einen nachhaltigeren Flugverkehr», gab sich der IEA-Vertreter überzeugt. Beim Strom aus erneuerbaren Quellen erwartet die IEA bis 2023 global einen Anstieg von heute rund 25 auf 30%, in hohem Mass getragen vom Ausbau der Solarenergie. Auch würden die Produktionspreise für erneuerbare Energien weiter abnehmen, sagte Brown gestützt auf die IEA-Prognose. «Doch selbst bei fortgesetzter Kostenreduktion bleiben politische Vorgaben entscheidend, um Investitionen in erneuerbare Energien zu begünstigen», sagte Adam Brown an die Adresse der politischen Entscheidungsträger.

ELEKTROMOTOREN, WASSERSTOFF UND WÄRMEPUMPEN Nach dieser politischen Einordnung stellten neun Schweizer Vertreterinnen und Vertreter Projekte vor, die unter dem Dach verschiedener TCP entstanden sind und damit den internationalen Austausch in der Energieforschung dokumentieren. Rita Wehrle von

Die IEA geht in ihrer Prognose zur Entwicklung der erneuerbaren Energien von einem weiteren Preisrückgang aus. Die Grafik stellt die Preise dar, welche bei Auktionen erzielt werden. Mehr als die Hälfte der erneuerbaren Energien weltweit wird über kompetitive Auktionen vermarktet.

der Beratungsfirma Impact Energy (Zürich) sprach über die internationale Normierung im Bereich von Elektromotoren. Allein schon um ein Autonummernschild zu montieren gebe es weltweit x Standards, sagte Wehrle, um mit diesem einfachen Beispiel die Notwenigkeit von einheitlichen Vorgaben zu illustrieren. Dr. Thuran Demiray (ETH Zürich) sprach über die Flexibilität von Energiesystemen. Er erwähnte beispielhaft einen Prozess aus der schwedischen Stahlindustrie, der erneuerbaren Strom aus Wind- und Solarkraftwerken bedarfsgerecht zur Produktion von Wasserstoff nutzt und fossile Energieträger substituiert (Projekt HYBRIT). Das Verfahren hat – konsequent angewendet – das Potenzial, den gesamten CO2-Ausstoss Schwedens um 10% zu senken.

Bis im Jahr 2023 erwartet die IEA Produktionssteigerungen von Biotreibstoffen vor allem in Lateinamerika und Asien.

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Dr. Cordin Arpagaus (Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs NTB) hob in seinem Referat den Nutzen grenzüberschreitender Zusammenarbeit hervor. Er berichtete über ein laufendes internationales Projekt zur Warmwasserproduktion mit Wärmepumpen. Dieses hat erforscht, wie unterschiedlich Wärmepumpen in verschiedenen Weltgegenden eingesetzt werden. In Japan


ENERGIE scheinen wir damit grundsätzlich auf Kurs zu sein. Die für 2020 angestrebte Reduktion der CO 2 -Emissionen um 20% im Vergleich zu 1990 durch Massnahmen im Inland dürfte – zwar nicht sicher, aber mit grosser Wahrscheinlichkeit – ebenfalls erreicht werden.»

Netzwerken ausdrücklich erwünscht: In Neuenburg tauschten die Schweizer Delegierten, die in den TCP-Forschungsprogrammen der Internationalen Energieagentur mitarbeiten, Erfahrungen und Ideen aus.

etwa werden leistungsfähige Wärmepumpe (‹ECO Cute›) herangezogen, um den hohen Bedarf der Bevölkerung an Warmwasser zu decken. Weitere Projekte, die in Neuenburg vorgestellt wurden, stammten aus den Bereichen Effizienz, Speicherung, KraftWärme-Kopplung, Biomasseverbrennung, Photovoltaik und Windenergie.

SCHWEIZ IST AUF KURS Der Input aus der internationalen Energieforschung im IEA-Kontext wird der

Schweiz helfen, langfristig ihre Ziele in der Energie- und Klimapolitik zu erreichen. Im Moment ist die Schweiz bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 gut unterwegs. So berichtete es an der Neuenburger Tagung Dr. Kurt Bisang, Leiter Geräte und Wettbewerbliche Ausschreibungen beim BFE: «Die Ziele für das Jahr 2020 bei Energie- und Stromverbrauch sowie für den Zubau von erneuerbaren Energien sind greifbar nahe. Hinsichtlich der Ziele für das Jahr 2035

WEITERE INFORMATIONEN Die Tagungsdokumentation finden Sie unter: https://bit.ly/2qCgx0U Auskünfte zur Tagung erteilt Dr. Sandra Hermle, sandra.hermle@bfe.admin.ch, Leiterin des BFE-Forschungsprogramms Bioenergie. Informationen zu den 38 Forschungs­ programmen (TCP) der Internationalen Energieagentur unter: www.iea.org/tcp Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte des BFE unter www.bfe.admin.ch/ec-publikationen.

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UMWELT

Im internationalen Felslabor Mont Terri bei St-Ursanne (Kanton Jura) forschen 16 Organisationen aus 8 Ländern für die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle.

SCHON HEUTE AN ÜBERMORGEN DENKEN Die moderne Welt ist schnelllebig. Viele Menschen betrachten heute Zeiteinheiten in Sekunden und Minuten. Vor diesem Hintergrund ist ungewöhnlich, was die Mitarbeitenden der Nagra beruflich tun: Sie betrachten Zeiträume in Hunderttausenden von Jahren.

Ü

Umweltschutzaufgabe, die erfordert, in langen Zeiträumen zu denken, denn die Abfälle müssen sehr lange vom menschlichen Lebensraum isoliert werden. «Mit dem Gegensatz zwischen menschlichem

Foto: COMET Photoshopping

ber 100 Frauen und Männer der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) bereiten die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle vor. Eine spezielle

Das rund 175 Millionen Jahre alte Gestein Opalinuston ist praktisch undurchlässig und schliesst sehr gut ein.

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Zeithorizont und den Dimensionen, die wir bei der Entsorgung betrachten müssen, umzugehen, ist eine grosse Herausforderung», erklärt Heinz Sager, Leiter des Ressorts «Besucherwesen und Events» bei der Nagra. Dazu muss man eine spezielle Perspektive einnehmen. Denn an der Erdoberfläche wandeln sich die Dinge schnell, tief im Untergrund aber steht die Zeit praktisch still. Bei der geologischen Tiefenlagerung werden die Abfälle in einem dichten, undurchlässigen Gestein in mehreren Hundert Metern Tiefe eingeschlossen. Gewähr für die langfristige Sicherheit bietet nicht der Mensch, sondern die Geologie – im Falle der Schweiz der sogenannte Opalinuston. Um die Machbarkeit von geologischen Tiefenlagern in der Schweiz zu erarbeiten, forscht die Nagra zusammen mit 10 Nationen in zwei Schweizer Felslabors.


UMWELT Foto: COMET Photoshopping

Die Nagra hat mit dem Entsorgungsnachweis im Jahr 2006 gezeigt, dass in der Schweiz sichere geologische Tiefenlager realisiert werden können. Die Frage, wo ein geologisches Tiefenlager gebaut werden soll, ist aber noch offen. Denn gegenwärtig läuft unter der Leitung des Bundes das Auswahlverfahren für mögliche Lagerstandorte. Zur Zeit sind die Standortgebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost für weitere Untersuchungen vorgeschlagen.

DER AUFTRAG DER NAGRA IST VON ZENTRALER GESELLSCHAFTLICHER BEDEUTUNG Radioaktive Abfälle entstehen im Zusammenhang mit Technologien und Diensten, die von uns allen täglich genutzt werden – beim Verbrauch von Strom aus Kernkraftwerken und bei verschiedenen Anwendungen in Medizin, Industrie und Forschung. Um all diese Abfälle zu entsorgen, gründeten die Betreiber der Kernkraftwerke und der Bund 1972 die Nagra. Deren Mitarbeiter kommen aus unterschiedlichen Disziplinen, vorwiegend aus den Naturwissenschaften. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Abfälle, die heute

Übersicht möglicher Standortgebiete für geologische Tiefenlager (orange-grün); die grauen Flächen wurden von der Nagra zurückgestellt.

produziert werden, unsere Nachkommen in ihrem Handlungsspielraum nicht einengen und für sehr lange Zeit sicher eingeschlossen werden können. Dazu braucht es ausdauerndes Engagement aller Mitarbeitenden der Nagra, Knowhow und interdisziplinäres Arbeiten in Projektteams – mit einem Ziel: Sicherheit von Mensch und Umwelt haben oberste Priorität

WEITERE INFORMATIONEN Mehr Informationen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Schweiz sowie Anmeldung für einen kostenlosen Besuch des Felslabors unter: www.nagra.ch

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UMWELT

Flexibilität von PE-Trinkwasserrohren.

KUNSTSTOFFROHRE – ÖKOLOGISCHE UND NACHHALTIGE INVESTITIONSGÜTER Kunststoffrohre sind extrem langlebige Investitionsgüter, die sich durch chemische Widerstandsfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit, spezifische Isolationsfähigkeiten, Druckbeständigkeit und statische Tragfähigkeit gleichermaßen auszeichnen.

K

unststoff-Rohrleitungen haben sich in der Schweiz schon seit über 60 Jahren flächendeckend – sowohl in der Wasser- als auch in der Gasversorgung bewährt. Neben der Kosteneffizienz bei der Installation, im Betrieb

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und Unterhalt lassen Kunststoffrohre eine Nutzungsdauer von über 100 Jahren zu und sind durch eine niedrige Schadensrate auch sehr sicher sowie äusserst zuverlässig. Ausser kommerziellen und technischen Gesichtspunkten nehmen heutzu-

tage ökologische Aspekte einen wichtigen Stellenwert als Vergabekriterien bei Infrastrukturprojekten ein. Rohrleitungen für die Trinkwasser- oder Gasversorgung stellen hierfür keine Ausnahme dar. Um den ökologischen Fussabdruck von Produkten zu


© HakaGerodur / VKR

© Jansen / VKR

UMWELT

Gas- und Trinkwasserrohre.

beurteilen, werden üblicherweise die Produkte in Ökobilanzen miteinander verglichen.

ÖKO-BILANZ TRINKWASSERROHRE Der Europäische Kunststoffrohrverband (Teppfa) hat ein unabhängiges Umweltforschungsinstitut (VITO) beauftragt eine Ökobilanz-Studie zu Polyethylen (PE)Rohrsystemen anzufertigen. Die Ergebnisse der Studie wurde anschliessend von

einem renommierten Umweltberatungsunternehmen (denkstatt) einem kritischen Gutachten unterzogen. Die Studie basiert auf einem cradle-tograve-Ansatz. Dieser startet von der «Wiege» – also der Rohstofferzeugung über den Herstellungsprozess, zum Transport und der Installation, und endet dann im «Grab» – also dem Ende der Nutzungsdauer, welche die Entsorgung bzw. das

Materialrecyclings einschliesst. Zur Vergleichbarkeit wurde eine «Funktionale Einheit» aus einer 100 m langen Hauptleitung DN 100 mm bzw. dn 110 mm und einer marktüblichen Hausanschlussleitung gebildet und die beiden aktuell handelsüblichen Rohrwerkstoffe für kommunale Trinkwasserversorgung «Guss» und «PE» mit­einander verglichen. Der Umwelteinfluss wurde anhand verschiedener Ergebniskriterien beurteilt. Die 2 wichtigsten Kriterien

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UMWELT © Teppfa / VKR

«Globale Erwärmung» und «Ozonschichtabbau» sind in der Grafik dargestellt. Es wird deutlich, dass PE-Rohrleitungen nur ca. 20 % der Umweltbelastung gegenüber Rohrleitungen aus Guss aufweisen. Oder anders ausgedrückt – PE ist 5x umweltschonender als Guss. Der deutliche Unterschied kommt hauptsächlich von den deutlich tieferen Verarbeitungstemperaturen bei der Herstellung von PE. Ein weiterer umweltschonender Bestandteil liegt im geringeren Gewicht von PE, wodurch ein geringerer Energieverbrauch beim Transport, der Logistik und der Installation benötigt wird. Kunststoff-Rohrsysteme sind umweltschonender als Systeme aus metallischen Rohrwerkstoffen.

KONTAKT VKR – Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile Schachenallee 29 C CH-5000 Aarau www.vkr.ch

Ökobilanz PE-Rohre.

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MOBILITÄT

LAUSANNE TESTET DAS KEHRICHTFAHRZEUG DER ZUKUNFT Das Jahr 2019 gehört den zu 100 % elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen. Die erhöhten Umweltanforderungen haben einem neuen Markt den Weg bereitet. Die wichtigsten Hersteller verfolgen die erklärte Absicht, bis im Jahr 2020 neue emissionsärmere, leisere und letztlich auch wirtschaftliche Nutzfahrzeuge anzubieten. Lausanne testet derzeit den Prototyp eines 26-Tönners zum Sammeln von Wertstoffen. von Francesca Sacco, im Auftrag des Bundesamts für Energie BFE

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MOBILITÄT

E

r hat keinen Vornamen, zumindest nicht bis zum jetzigen Zeitpunkt. Aber er ist in den Strassen von Lausanne bereits gut bekannt und die Leute drehen sich gerne und bewundernd nach ihm um, wenn er vorbeifährt. «Sie sagen uns, dass er so leise ist, dass sie ihn nicht kommen hören, und sie stellen uns viele Fragen zu seiner Autonomie. Das ist dann eine gute Gelegenheit, der Bevölkerung unsere Arbeit zu erklären», sagte das Team des Sammelfahrzeugs mit einer Stimme. Bei der neuen Attraktion handelt es sich um ein vollständig elektrisch betriebenes 26-Tonnen-Kehrichtfahrzeug, das seit Juni 2018 zum Sammeln von Papier und Karton eingesetzt wird. Der Antrieb des Motors, die Steuerung der Kippmulde und die Containerpresse sind

elektrisch betrieben, daher der geräuschlose Betrieb des Fahrzeugs. Der Unterschied ist nicht nur für die Bewohner offensichtlich, sondern auch für den Fahrer. «Abends bin ich weniger müde», sagt Alain Blanc. «Zur Erinnerung: Die herkömmlichen Sammelwagen mit Verbrennungsmotor sind morgens ab 6.15 Uhr in den Strassen unterwegs. An jeder Sammelstelle stoppen sie und starten neu. Ihr Gewicht erfordert bei jedem Start viel Kraft, und während sie stehen, arbeitet die Presse unter Rückgriff auf die Ressourcen des Motors, weshalb er dauernd weiterlaufen muss. Mit dem Elektrofahrzeug gehen wir von 65 dB auf 45 dB. Eine Verminderung um drei dB halbiert das Unbehagen der Bewohner – der Vorteil der Lärmminderung ist also beträchtlich», sagt Florence Germond, bei der Stadt Lausanne Direktorin für Finanzen und Mobilität.

Das Ladesystem ist so konstruiert, dass zwei kleine Container unabhängig voneinander entladen werden können.

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MOBILITÄT

NIEDRIGE WARTUNGSKOSTEN Da sich der Gewinn an Ruhe für die Bewohner schwer in Franken und Rappen ausdrücken lässt, muss man andere Kriterien heranziehen, um die wirtschaftlichen Vorzüge dieses Lastwagens im Vergleich zu einem Dieselpendant zu bewerten. Die Anschaffungskosten des E-Fahrzeugs sind viel höher: 760’000 Franken gegenüber rund 350’000 Franken. Die geschätzten Wartungskosten liegen jedoch erheblich tiefer (zwischen 35 und 70 %), und die Schwerverkehrsabgabe (rund 615 Franken pro Monat und Lkw) fällt nicht an. Zudem ist der Preis pro gefahrenen Kilometer nur halb so hoch (1.30 Franken gegenüber 3.20 Franken). «Heute ist die Kilowattstunde (kWh) Strom relativ günstig, zumal wir die Batterien nachts aufladen. Der Strom stammt überdies aus Einrichtungen der Stadt, die 100 % erneuerbaren Strom liefern», erklärt Florence Germond. «Bei einem

Jahresverbrauch von rund 12’000 Litern Diesel pro Lkw und Kosten von 1.5 Franken pro Liter Treibstoff könnten die 26 Sammelfahrzeuge unserer Flotte über einen Amortisationszeitraum von 13 Jahren beim Kraftstoff Einsparungen von bis zu 4.9 Millionen Franken erzielen (dabei sind 1.18 Mio. Fr. Stromkosten für das elektrische Fahrzeug berücksichtigt). Das entspricht der Lebensdauer unserer aktuellen Lastwagen.» Unter dem Strich bleibt beim ElektroLkw ein Mehraufwand von rund 17 %, hauptsächlich aufgrund des höheren Anschaffungspreises einschliesslich der Finanzierungskosten. «Dieser Nachteil wird mit der Massenproduktion verschwinden. In der Zwischenzeit ist dies ein Hindernis und ich denke, es wäre klug, finanzielle Anreize zu setzen, um die Gemeinwesen zu ermutigen, die Anschaffung solcher Fahrzeuge in Erwägung zu ziehen», so Germond.

UNTERWEGS IM STOP-ANDGO-MODUS Beim Sammeln von Papier und Karton gewährleistet die Batterie (vom Typ LithiumIonen) eine Reichweite von 380 km, und ihre voraussichtliche Lebensdauer entspricht einer Million Kilometern. Allerdings sind nicht alle Kilometer gleich. «Diese Zahlen beziehen sich auf die Verwendung bei ebenem Terrain und relativ konstanter Geschwindigkeit. Wenn sie im Stop-and-Go unterwegs sind, am Berg anfahren und manövrieren, wie es bei uns der Fall ist, ist die Batterie mehr gefordert», sagt Marc-Henri Schüpbach, Leiter der Abteilung Fahrzeuge beim Service für städtische Sauberkeit. "Bei uns gleicht der Einsatz des Fahrzeugs jenem einer Arbeitsmaschine. Wir fahren wenige Kilometer, aber die Batterie läuft ständig, da sie die Kippmulde und die Presse am Heck des Fahrzeugs antreibt. Es wäre logischer, mit Nutzungsstunden zu rechnen.»

Das elektische Kehrichtfahrzeug schüttet Abfälle in eine Grube. Mit zerstäubtem Wasser wird der Staubbildung entgegengewirkt.

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Das elektrisch betriebene Kehrichtfahrzeug wurde am 4. Juni 2018 von Florence Germond (Direktorin für Finanzen und Mobilität der Stadt Lausanne) und Philippe Müller (Cleantech-Verantwortlicher des BFE) feierlich dem Betrieb übergeben.

Ein dieselbetriebenes Kehrichtfahrzeug war nach 13 Jahren etwa 156’000 km unterwegs. Damit ist der Zeitpunkt erreicht, bei dem seine Wartung teurer als der Kauf eines neuen Fahrzeugs. Im Vergleich damit verspricht der Prototyp des 100 prozentigen Elektrofahrzeugs, das Lausanne aktuell testet, ein langes Leben. Vorausgesetzt, die Batterie lässt nicht vorzeitig nach: «All diese Berechnungen sind theoretisch. Es wird einige Jahre dauern, um sie zu überprüfen», sagt Florence Germond. Zu beachten ist, dass das Sammelfahrzeug über ein System zur Rekuperation der Bremsenergie verfügt. Die Batterie wird daher bei Bremsvorgängen automatisch geladen (typischerweise bei abschüssigem Gelände). Das ist aber nur für 3 bis 4 % der Tour durch die Strassen von Lausanne der Fall. Am Ende des Tages ist der Akku normalerweise zu zwei Dritteln entleert. Innerhalb von sechs Stunden wird sie dann neu aufgeladen. Dank dem elektrischen Getriebe können erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden. Die ersten Erfahrungen mit den Prototypen zeigen, dass der elektrische Lastwagen je nach Situation (z. B. Autobahn versus Innenstadt) zwischen 30 und 80 % weniger Energie als ein Dieselfahrzeug verbraucht.

DRASTISCHE VERRINGERUNG DER UMWELTBELASTUNG Wie steht es um die Verringerung der Schadstoffemissionen? Im Gegensatz zu

TECHNISCHE MERKMALE IN KÜRZE Das Gewicht des Sammelfahrzeugs VD 251332 beträgt 26 Tonnen bei einer Nutzlast von 10.5 Tonnen und einer Geschwindigkeit, die elektronisch auf 86 km/h begrenzt ist. Im Rahmen eines Leuchtturmprojekts wurden das neue Antriebssystem und die Batterie entwickelt und ein Versuchsbetrieb mit dem Prototypen gestartet. Als Akkumulator kommt eine Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Konkret gibt es zwei Batterien mit einer Gesamtkapazität von 270 kWh (2 x 135 kWh) für eine Reichweite von 380 km. Jede kostet rund 100’000 Franken und wiegt 1 135 kg. Ihre Ladezeit beträgt 6.5 Stunden. Am Ende ihrer Lebensdauer können sie als stationäre Speicher verwendet oder zu 98 % recycliert werden. Die Leistung des Fahrzeugs liegt bei 680 PS. Dank Rückgewinnung der Bremsenergie erreicht der Motorwirkungsgrad bis zu 97 %. FS

Dieselfahrzeugen, die im Laufe ihrer Lebensdauer knapp 370 Tonnen CO2 ausstossen, setzt das Elektrofahrzeug mit der Nummer VD 251332 im Betrieb kein CO 2, keine Stickoxide oder Russpartikel frei. Die Direktion Finanzen und Mobilität der Stadt Lausanne jedoch berechnet dass das Fahrzeug unter Berücksichtigung der grauen Energie der Batterie über den gesamten Lebenszyklus immer noch etwa 1.6 Tonnen CO2 produziert. Somit ergibt sich eine Nettodifferenz von rund 368 Tonnen CO2, die nicht in die Atmosphäre freigesetzt werden. Die beiden Arbeiter, die hinten am Fahrzeug arbeiten, wissen, worüber sie sprechen: Beim Diesel-Kehrichtfahrzeug befindet sich der Auspufftopf direkt über der Fahrerkabine und führt über das Dach weg. «Wir haben die Abgase gerochen», erinnern sie sich. Der

Fahrer weist auch darauf hin, dass die Beschleunigung beim Starten besonders stark ist und dass das Bremspedal wesentlich empfindlicher ist als beim Dieselfahrzeug. «Wir sollten eine geringere Abnutzung der Bremsen beobachten bei einer – im Gegenzug – schnelleren Abnutzung der Reifen», sagt er. In der Schweiz ist Lausanne nach Thun die zweite öffentliche Körperschaft, in der der Prototyp unterwegs ist. Das elektrische Sammelfahrzeug war von der Firma Designwerk (Winterthur) entwickelt worden. Das entsprechende Leuchtturmprojekt war vom Bundesamt für Energie (BFE), dem Kanton Waadt und der Stadt Lausanne über den ‹Fonds pour l'efficacité énergetique› (FEE; Fonds für Energieeffizienz) unterstützt worden. «Dieses Projekt steht im Einklang

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MOBILITÄT

In der Stadt Thun ist das elektrische Kehrichtfahrzeug seit März 2018 im Einsatz. Damals war es als Ersatz für eines von fünf dieselbetriebenen Fahrzeugen angeschafft worden.

BFE UNTERSTÜTZT PILOT-, DEMONSTRATIONSUND LEUCHTTURM-PROJEKTE Das elektrische Sammelfahrzeug gehört zu den Leuchtturmprojekten, mit denen das Bundesamt für Energie (BFE) die Entwicklung von sparsamen und rationellen Energietechnologien fördert und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreibt. Das BFE fördert Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte mit 40 % der anrechenbaren Kosten. Gesuche können jederzeit eingereicht werden. www.bfe.admin.ch/pilotdemonstration, www.bfe.admin.ch/leuchtturmprogramm

mit der Politik der Stadt zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung, die sich exemplarisch zeigt von der Produktion von 100 %ig erneuerbarem Strom bis hin zur Förderung emissionsfreier Fortbewegungsmittel wie Lkw, Autos, Motorroller und Elektrovelos», erörtert Jean-Yves Pidoux, Direktor der Industriellen Werke von Lausanne.

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ERMUTIGENDE ERFAHRUNGEN AUS THUN Das Projekthandbuch führte seinerzeit mehrere miteinander verbundene Ziele auf: die Entwicklung und Herstellung eines wettbewerbsfähigen elektrischen Sammelwagens, der umweltfreundlich und an die vielfältige Topographie der Schweiz angepasst ist; Vergleich der Betriebs-, War-

tungs- und Versicherungskosten mit herkömmlichen Fahrzeugen; eine massive Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs; und schliesslich eine Analyse der Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Das ist der Grund, warum Prototypen dieses innovativen Elektro-Lkw in den Städten Lausanne und Thun sowie in den Regionen Murten und Neuenburg intensiv getestet werden. In Bezug auf diesen letzten Punkt ist die Erfahrung der Stadt Thun sehr ermutigend, wie der Leiter der Abteilung Einkauf und Sicherheit, Toni Zimmermann, ausführt. «Sowohl die Beschäftigten als auch die Fahrer und Bewohner sind von diesem Fahrzeug überzeugt. Das Arbeiten damit ist sehr angenehm. Es liegt auf der Hand, der Lärm wie die Abgasemissionen sind stark reduziert.


MOBILITÄT Es ist richtig, dass die Kommunen angesichts der Vorteile bei Lärm und Emissionen auf Elektrofahrzeuge umsteigen werden.» Toni Zimmermann bestätigt auch, dass

die Lärmreduktion um die 20 dB liegt. Was die Rentabilität des Fahrzeugs und insbesondere das Verhältnis zwischen Lebensdauer und Kosten der Batterie be-

trifft, sei es noch zu früh, reale Angaben zu machen. Die vom Hersteller angegebenen Zahlen müssten noch in der Praxis überprüft werden.

HINWEIS Den Schlussbericht zum BFE-Leuchtturmprojekt ‹Ökologisches und leises 26-Tonnen-ElektroWertstoff-Sammelfahrzeug (EWS)› finden Sie unter: www.aramis.admin.ch/ Texte/?­ProjectID­=37266 Auskünfte zu dem Projekt erteilt Dr. Men Wirz men.wirz@bfe.admin.ch verantwortlich für die Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte des BFE

hannomayr.communication

Der Strom für den Betrieb des elektrischen Kehrichtfahrzeugs in der Stadt Thun stammt je zur Hälfte aus Kehrichtverbrennung und aus Wasserkraft. Damit ergibt sich ein Energiekreislauf: Das Fahrzeug sammelt Kehricht, aus dessen Verbrennung dann wieder Strom für den Betrieb des Fahrzeugs gewonnen wird.

Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Mobilität finden Sie unter: www.bfe.admin.ch/bfe/ de/home/forschung-und-cleantech/ publikationen.html

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MOBILITÄT

AUSDAUER & KRAFT IN EINEM ELEKTRO-KOMMUNALFAHRZEUG Der wichtigste Schweizer Hersteller von Kommunalfahrzeugen MEILI bringt Elektrovarianten seiner Verkaufsschlager RETO und BEAT auf den Markt. Wer erwartet, dass es sich um Alibi-Modelle handelt, wird schnell vom Gegenteil überzeugt. Und am Ende mitgerissen von der leidenschaftlichen Begeisterung des Mannes, der hinter dem MEILI steht.

B

ereits vor 10 Jahren, als es bei Fahrzeugherstellern noch nicht als schick galt eine stromgetriebene Variante anzubieten, hatte Manuel Meili schon eine Vision. Er war damals zu der Einsicht gelangt, dass Kommunalfahrzeuge in Zukunft elektrisch angetrieben werden. Weil sie geräuschlos sind, weil der Elektroantrieb erstaunlich kraftvoll ist und auch im Winter begeistert. Manuel Meili bringt es selbst auf den Punkt: Vor 10 Jahren hat er sich, nach den Testfahrten mit

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dem Prototypen, in die Idee des Elektro-­ Kommunalfahrzeuges verliebt. Diese Liebe war wohl auch notwendig, um Meili und seine Firma 10 Jahre lang den manchmal beschwerlichen Weg gehen zu lassen, der zu dem neuen Fahrzeug führen sollte. Sie hätten es sich wohl auch leicht machen können: Ein paar Elemente zusammenkaufen und ein «So lala – ganz nett – Modell» zusammenbauen, um eben auch ein wenig grün zu sein. Aber das liegt

wohl nicht in der DNA der Firma MEILI. Manuel Meili hatte einen ganz anderen Ansatz: Das Kommunalfahrzeug um den Elektroantrieb «herum zu bauen», das Fahrzeug ganz neu zu denken. Dabei war ihm schnell klar, dass der Antriebsstrang das Kernelement sein würde. Getriebe und Achsen, die den MEILI-Ansprüchen genügen, waren nicht am Markt. Meili, der vom Werkplatz Schweiz überzeugt ist, beschloss mit seinen Ingenieuren selber


MOBILITÄT

welche zu entwickeln. Ein entsprechendes Kompetenzzentrum wurde aufgebaut, der Betrieb dafür vergrössert. Schon bald kamen die gewonnenen Erkenntnisse den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zugute. Doch ganz alleine kann selbst MEILI ein Elektrofahrzeug nicht herstellen. Parallel zur hausinternen Entwicklung von Achsen und Getrieben lief stets die Suche nach passenden Zulieferern. In Sachen Qualität und Langlebigkeit mussten diese die MEILI-Standards erfüllen können. Manuel Meili gibt zu, er war irgendwann schon fast verzweifelt bei seiner Suche. Doch dann ist er doch noch fündig geworden, in Österreich und auch in der Schweiz. Er erntet grosse Zustimmung, als er anmerkt, dass es nicht immer China sein muss. So hat sich nach 10 Jahren alles zusammengefügt und das Ergebnis der Zähigkeit und der visionären Schweizer Ingenieurskunst steht da, noch unter einem Tuch verhüllt. Als der Erbauer, nicht ohne Stolz, den RETO.e

enthüllt, sind dann doch alle im Technopark Zürich überrascht. Davon, dass ein Kommunalfahrzeug tatsächlich gut aussehen kann. Dass sich wohl jeder spontan wünscht, auch in seiner Gemeinde möge so ein Fahrzeug leise seinen Dienst tun. Dass man das Gefühl hat, hier einem kleinen Quantensprung beizuwohnen, der den Kommunalfahrzeugmarkt aufmischen wird. Der RETO.e und der BEAT.e haben Ausdauer und Kraft und können alles, was ihre nicht elektrischen Kollegen auch können – alles, ausser Emissionen.

KONTAKT Viktor Meili AG Brestenburgstrasse 6 CH-8862 Schübelbach  SZ Telefon +41 (0)55 225 01 01 info@meiliswiss.com www.meiliswiss.com

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MOBILITÄT

STATT STRAMPELN, MIT ENERGIE AUF DIE ZIELGERADE E-Bikes sind der Velotrend der letzten Jahre. Allein 2017 wurden knapp 90’000 in der Schweiz verkauft. Das Fahren mit elektrischem Antrieb hat viele Vorteile: Steigungen lassen sich leichter bewältigen, dem Gegenwind wird die Puste genommen und Pendler kommen nicht verschwitzt im Büro an. Es muss aber nicht immer gleich ein neues E-Bike sein. Oft ergibt es mehr Sinn, sein vorhandenes Velo mit einem Elektroantrieb nachzurüsten. Interview mit Geri Bugmann von Roland Baer

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MOBILITÄT Wo wird der Batteriekasten platziert, ohne das Auf- und Absteigen zu stören? Der Pendix kann unabhängig vom Schaltungssystem verbaut werden und das Velo sollte ein BSA Standard Tretlager haben. Das ist bei 80 Prozent der Velos der Fall und in den meisten Fällen fallen auch die Damen Velos darunter. Daher ist eine Umrüstung in Ihrem genannten Beispiel möglich. Ein Fahrradspezialist sollte den allgemeinen Zustand des Velos prüfen, damit eine sichere Nutzung gewährleistet ist. Ein Batteriekasten existiert im klassischen Sinne nicht. Die Batterie ähnelt einer stylischen Flasche und kann an den Befestigungspunkten für den herkömmlichen Flaschenhalter am Rahmen befestigt werden. Um das Aufsteigen in einem Damen Velo zu vereinfachen, ist eine Befestigung am Sattelrohr ebenfalls möglich. Sollten keine Trinkflaschenhalterpunkte vorhanden sein, bietet Pendix ein zusätzliches Haltersystem. Sind billig Fahrräder, für eine Nachrüstung überhaupt tauglich? Meldungen über Rahmenstärke oder schlecht verschweisste Punkte sind doch mit gewissen Anbietern an der Tagesordnung. Wie stehen Sie zu diesen Problemen? Wir empfehlen die Montage über den Fachhandel durchführen zu lassen, dort ist die Expertise vorhanden, den Zustand des Velos zu bewerten und dem Kunden ein fachmännisches Feedback zum Zustand des Velos zu geben. In Fällen mit Vorschädigungen und auffälligen Qualitätsmängeln am Velo ist von einer Nachrüstung abzuraten.

«

bundesRUNDSCHAU»: Sie machen aus alt, schnell, zum Teil sehr schnell. Wann ist bei Pendix die Idee geboren und wurde in die Tat umgesetzt? Geri Bugmann: Die Pendix GmbH ist eine Ausgründung aus dem Unternehmen Herms Technologies. Herms Technologies beschäftigt sich hauptsächlich mit der Prototypen Entwicklung von Elektronikkomponenten wie Steuerungssysteme für den Motor Sport und Elektromotoren. Im Rahmen einer Projektarbeit mit einem namhaften Fahrradhersteller und tiefgründiger Recherche entstand die Idee

eines nachrüstbaren Fahrradantriebs, der unabhängig vom Fahrradtyp, Schaltungsund Bremssystemen montiert werden kann. Weitere Eigenschaften, die den Produkten der Mitbewerber gefehlt haben, waren unter anderem die Geräuschlosigkeit des Motors und der Erhalt des natürlichen Tretgefühls auch bei ausgeschaltetem System. Aus dieser Idee wurde 2013 das Unternehmen Pendix gegründet und das System 2015 auf dem Markt gebracht. Sind die älteren Damen-Velos, 3 Gang, für ein Umrüsten auf E-Bike geeignet?

Welche Kriterien sind massgebend, wenn ich mein altes, nicht mehr taugliches Velo, 25 Jahre im Keller, nie mehr auf der Strasse gebraucht, in ein E-Bike umrüsten will? Wenn Sie Ihr Fahrrad schon im herkömmlichen Sinne als nicht mehr tauglich einschätzen, ist von einer Nachrüstung abzusehen. Vorschädigungen wie Risse, Brüche, Verformungen an Teilen wie zum Beispiel Rahmen, Gabel, Bremse, Lenker, Vorbau, Felgen sind deutliche Zeichen, von einer Nachrüstung abzusehen. Sollten Teile verschlissen sein, welche durch Tausch erneuert werden können, wie zum Beispiel Bremsbeläge, Reifen und so weiter, kann das Velo so wieder in einen technisch sicheren Zustand gebracht werden, sodass eine Nachrüstung wieder denkbar ist.

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MOBILITÄT

HIER SIND FÜNF GRÜNDE FÜR DAS NACHRÜSTEN: 1. Wer ein vorhandenes Rad nachrüstet, schont die Umwelt. Die CO2-Bilanz fällt beim Kauf eines Nachrüstantriebes günstiger aus als beim Kauf eines kompletten E- Bikes. Ausserdem nimmt ein Velo weniger Platz weg als zwei. Es lohnt sich also, auf ein zusätzliches E-Bike zu verzichten. 2. Mehr Möglichkeiten für Individualisten. Da Nachrüstantriebe an fast jedes Rad angebaut werden können, gibt es kaum Grenzen für die Phantasie. Die Palette an herkömmlichen Velos ist deutlich grösser als die von E-Bikes, und mit dem passenden Antrieb wird nahezu jedes Rad zum E-Bike. 3. Das Lieblingsvelo darf bleiben. Radler, die sich elektrischen Rückenwind wünschen, können ihr gewohntes und geliebtes Rad einfach weiterfahren. Händler, die einen Pendix- Antrieb anbauen, testen vorher jedoch die Tauglichkeit des Velos. Die fachgerechte Montage durch zertifizierte Händler stellt sicher, dass das Rad auch mit Nachrüstmotor ein sicherer und zuverlässiger Begleiter ist. 4. Eine langfristige Anschaffung. Und wenn es doch mal ein neues Velo sein soll, kann auch dieses mit dem bereits erworbenen Antrieb weiter genutzt werden. Während der Motor in E-Bikes fest eingebaut ist, lassen sich Nachrüstantriebe ab- und wieder anmontieren. So wird der Nachrüstantrieb zu einer nachhaltigen und langfristigen Anschaffung. 5. Workout oder elektrischer Rückenwind. Mit guten Nachrüstsätzen muss man nicht auf sein Workout verzichten, denn der Tretwiderstand bei ausgeschaltetem E-Motor ist nicht spürbar. Viele Pendler fahren z. B. zur Arbeit mit E-Antrieb und zurück ohne. Eine Umfrage von Pendix hat ergeben, dass die Fahrer fast die Hälfte der Zeit ohne elektrische Unterstützung fahren.

Militär-Velo mit Rücktritt. In der heutigen Zeit ein Sammlerobjekt. Wie können Sie ein solches Gefährt zu einem E-Fahrrad umrüsten und es noch Strassentauglich machen? Benötigen

Ihre Umbauten eine Abnahme durch eine Behörde? In solchen speziellen Fällen ist es immer notwendig das Fahrrad durch den Fachmann individuell zu betrachten. Der Rück-

tritt stellt kein Problem dar, weil der Pendix eDrive mit allen Bremssystemen kompatibel ist. Eine Abnahme durch Behörden ist für Pedelecs bis 25km / h in der Schweiz (und der EU) nicht notwendig, diese Pedelecs werden hinsichtlich der Strassentauglichkeit beziehungsweise -zulässigkeit wie herkömmliche Räder betrachtet, es sind also die gleichen Anforderungen zu erfüllen um im Strassenverkehr teilnehmen zu dürfen. Unabhängig davon hat der Hersteller eines Pedelecs, also derjenige der das Rad zum Pedelec umrüstet, eine Selbstverantwortung zur Prüfung und Kennzeichnung des Fahrrades, im Falle älterer Velos mit Rücktrittbremse sollte gründlich geprüft werden, ob die Bremsleistung für einen sicheren Stopp ausreichend dimensioniert ist.

KONTAKT Rasant GmbH Tägerstein 13 CH-8910 Affoltern am Albis Telefon +41 (0)44 761 63 33 www.rasant.ch

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MOBILITÄT

Leistungsstarke ePower für Dein Lieblingsvelo! Mit dem nachrüstbaren eBike Antrieb von Pendix

Verdreifachung der eigenen Tretleistung möglich

Pendix eDrive Ob City-, Trekking-, Mountainbike oder Lastenrad - der Pendix eDrive lässt sich an nahezu jedes Velo montieren

Geräuschloses  und wartungsfreies System

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Kein Tretwiderstand bei ausgeschaltetem Motor oder leerem Akku

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MOBILITÄT

RENT A BIKE Rent a Bike ist in der Schweiz führend in der Vermietung von Velos, E-Bikes und Mountainbikes. In allen Landesteilen sind wir mit 200 Vermietstellen an vorderster Front präsent. Das dürfen Sie bei uns erwarten:

BIKES Neuestes Material in Top-Qualität. Mit bester Beratung. Die Flotte wird laufend erneuert, kein Velo ist älter als 3 Jahre. Es stehen an 200 Vermietstationen 4500 Velos diverser Typen bereit.

SCHWEIZER MARKEN Durch unsere enge Partnerschaft mit den Produzenten Tour de Suisse Rad AG und FLYER AG finden Sie in unserer Flotte mehrheitlich Markenvelos und E-Bikes Made in Switzerland. Ergänzt wird die Flotte durch Bikes von Stevens, einem der führenden Fahrradhersteller Deutschlands mit Sitz in Hamburg.

PARTNER Die Erfolgsgeschichte von Rent a Bike ist nur möglich dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit den zuverlässigen Schweizer Bahnen und weiteren Partnern aus Tourismus und Sportfachhandel. Nebst der SBB machen bei der Velovermietung auch zahlreiche Privatbahnen mit: BLS, Zentralbahn, Thurbo, Matterhorn Gotthard

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Bahn sowie die Westschweizer Unternehmen Chemin de fer du Jura, Travys und TRN.

GRUPPENREISEN: MOBILE E-BIKE UND VELOSTATIONEN Events, Firmen- und Vereinsausflüge werden mit der mobilen Velostation zu etwas ganz Besonderem. Denn wann und wo auch immer die Reise stattfindet: Wir liefern Ihnen

die Velos genau dorthin. Ob 50 E-Bikes auf einem Firmenareal in Zürich, 80 Mountainbikes in Flims oder 150 Velos auf dem Gotthardpass: Sie bestimmen Start und Ziel. So passt sich die mobile Velostation Ihrem Event an – und nicht umgekehrt. Mit unserem Know-How und grosser Begeisterung setzen wir uns dafür ein, dass Sie einen unvergesslichen Event auf zwei Rädern erleben!


MOBILITÄT Ihre Vorteile: • Sie bestimmen Start- und Zielort • Sie bestimmen, wann und wie lange Sie die Flotte für Ihren Event benötigen • Sie bestimmen Typ und Anzahl der Mietfahrzeuge (Durchführung ab 10 Personen) • Ihre Kunden geniessen auf gut gewarteten Mietfahrzeugen sorgenfrei Ihren Anlass • Sie brauchen sich nicht um die Logistik zu kümmern

LANGZEITMIETE FÜR EINZELPERSONEN ODER FIRMEN «Mieten statt kaufen – unser flexibles E-Bike-Mietangebot ab einem Monat» Sie wollen über einen längeren Zeitraum ein E-Bike mieten? Oder Sie möchten ein S-Pedelec (45 km / h) über eine längere Zeit testen? Kein Problem! Rent a Bike bietet Langzeitmieten für verschiedene E-Bike Typen an. Sie profitieren von aktuellen Modellen der Schweizer Marken FLYER und Tour de Suisse Rad und einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis. Sie haben die volle Flexibilität und können das gemietete E-Bike nach der Miete übernehmen.

Ihre Vorteile: • Unkomplizierter Vertrag und faire Mietpreise • Neueste Modelle von Flyer und Tour de Suisse • E-Bikes mit 25 km / h und 45 km / h Unterstützung • Mietdauer ab 1 Monat möglich • Verlängerung des Vertrages jederzeit möglich • Angepasstes Schutzpaket pro Velotyp • Weitere Informationen zur Langzeitmiete für Einzelpersonen finden Sie unter www.rentabike.ch/langzeitmiete Firmen profitieren zusätzlich von einem Full-Service-Paket vor Ort, Anlieferung aufs Firmengelände, Testflotten und einer innovativen Verwaltungssoftware. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie gerne: info@rentabike.ch. Gerne stellen wir Ihnen ein passendes Angebot zusammen.

Wir führen eine breite Auswahl an E-Bikes, Velos und Mountainbikes der Marken Tour de Suisse Rad, Stevens und FLYER. Eine grosse Auswahl an qualitativ hochwertigen und frisch aufbereiteten E-Bikes, E-MTB’s, Velos und MTB’s finden Sie das ganze Jahr an unseren Stationen. Wir haben top Produkte von Tour de Suisse, FLYER und Stevens Bikes. Während dem Miet-Einsatz werden sämtliche Bikes regelmässig gewartet und vor dem Verkauf werden diese fachmännisch revidiert. Rent a Bike gewährt auf Antrieb und Motor 1 Jahr Garantie. Beratung, Probefahrt und Verkauf findet vor Ort an unseren Stationen statt.

GANZJÄHRIGER OCCASIONSVERKAUF AUS MIETFLOTTE Rent a Bike eröffnete 2015 in Willisau seinen neuen Hauptsitz. Im modernen Neubau sind neben der Vermietstation für die Herzroute auch Büro, Werkstatt, Zentrallager sowie eine grosse Verkaufsfläche für den Occasionsverkauf zu finden.

WEITERE INFORMATIONEN Stöbern Sie online nach dem passenden Modell. www.occasionsvelo.ch

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Komfort und Multifunktionalität – die E-LOUNGE lädt E-Bikes und mobile Geräte

DAS SMARTE DESIGN-MÖBEL FÜR DEN ÖFFENTLICHEN RAUM Die E-LOUNGE ist eine innovative Sitzbank mit einem preisgekrönten Design. Dank den angebrachten Steckdosen kann man daran mobile Geräte und E-Bikes aufladen. Das macht sie zur perfekten Ausstattung für Plätze, Hotels und Naherholungsgebiete.

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ieht man eine E-LOUNGE, muss man sich einfach draufsetzen. Die Sitzbank lädt zum Verweilen ein, was sicher dem edlen Design geschuldet ist, das vom Mailänder Studio Antonio Lanzillo & Partners stammt. So verwundert es nicht, dass die E-LOUNGE kürzlich mit dem German Design Award in Gold ausgezeichnet wurde. Die Jury begründete die Auszeichnung mit folgenden Worten: «Ein bis ins Detail konsequent durch-

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dachtes Produkt, das nicht nur ein attraktiver Blickfang auf öffentlichen Plätzen ist und zum Verweilen und Treffen einlädt, sondern durch den Einsatz natürlicher Materialien wie Holz und Metall zugleich ein starkes Statement für eine zeitgemässe, umweltfreundliche Mobilität darstellt.» Ausserdem wurde die E-LOUNGE von einer hundertköpfigen Expertengruppe in den «ADI Design Index» aufgenommen, welcher jedes Jahr die besten

italienischen Designprodukte aufführt. Diese Aufnahme ist die Voraussetzung für eine Bewerbung um den höchsten italienischen Industriedesign-Preis, den «Compasso d'Oro ADI».

EINE SITZBANK FÜR JEDE GELEGENHEIT Die 290 Zentimeter lange und 70 Zentimeter breite E-LOUNGE aus geöltem Lärchenholz und farbigen Eisenelementen berei-


ÖFFENTLICHER RAUM

Die E-LOUNGE leuchtet in der Nacht

chert jede Umgebung, seien es Plätze, Wege, Freizeiteinrichtungen und Grünzonen. Doch sie ist nicht nur schön und bequem, sondern auch smart. An der Seite sind sechs witterungsgeschützte 230-Volt-Steckdosen angebracht. So können die Benutzer beim Sitzen Energie tanken und währenddessen ihre Smartphones, Tablets und Laptops aufladen. Dank der vier im Holz eingefrästen Fahrradständer kann man ausserdem E-Bikes abstellen und die Akkus an den Steck­ dosen füllen. Ausserdem besteht die Möglichkeit, ein schnelles WiFi in der Sitzbank zu installieren. In der Nacht zeigt die Bank eine weitere überraschende Seite. Unterhalb der Sitzfläche ist eine regulierbare LED-Beleuchtung angebracht, die sich automatisch einschaltet, wenn es eindunkelt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern dient auch der Sicherheit. Die Installation der E-LOUNGE ist sehr unkompliziert, denn es braucht dafür keine grossen baulichen Massnahmen. Alle diese Eigenschaften machen die E-LOUNGE für

verschiedene Kundengruppen interessant. Kantone, Städte oder Gemeinden können den öffentlichen Raum mit dieser smarten Sitzbank ausstatten und der Bevölkerung, zum Beispiel auf Plätzen und in Parks, Strom und WLAN zur Verfügung stellen. Doch auch für Gastgeber lohnt sich die Anschaffung. So können beispielsweise Hotel-, Bergbahnund Campingplatzbetreiber ihre Infrastruktur mit der E-LOUNGE ausbauen und den Gästen einen Mehrwert bieten.

SCHWEIZER HANDARBEIT UND ITALIENISCHES DESIGN Die E-LOUNGE wird in Handarbeit beim Bündner Energieunternehmen Repower in Poschiavo hergestellt. Das Design stammt aus Italien, die Technik aus der Schweiz. Es besteht die Möglichkeit, die Sitzbank nach den eigenen Vorstellungen und Anwendungsbereichen anzupassen. So kann man zum Beispiel die Farbe des Metallteils wählen und es mit dem eigenen Firmenlogo versehen. Auf Wunsch ist es möglich, Anker für Fahrradschlösser anzubringen und sie

so für den Einsatz als E-Bike-Ladestation zu optimieren. Personen, Vereine, Unternehmen oder Gemeinden können zudem mit einer Etikette zeigen, dass sie die E-LOUNGE gesponsert haben. Weiter kann eine Infografik angebracht werden, die dem Nutzer die Funktionen auf einen Blick zeigt. Das empfiehlt sich insbesondere, wenn ein WiFi-Router eingebaut ist, denn so erhält der Nutzer wichtige Zugangsinformationen. Das ganze Potenzial dieser Sitzbank erschliesst sich schliesslich nicht auf den ersten Blick.

KONTAKT Repower AG Via da Clalt 12 CH-7742 Poschiavo Telefon +41 (0) 81 839 7111 hello@repower.com www.repower.com/e-lounge

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IMPRESSUM & VORSCHAU

VORSCHAU DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT IM NOVEMBER 2019 Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda:

Energielösungen

Gebäudetechnik

Sicherheit

Aus- und Weiterbildung

Herausgeber rundschauMEDIEN AG St. Jakob-Strasse 84 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon +41 (0) 61 335 60 80 Fax +41 (0) 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch

Verleger Francesco J. Ciringione Verlagsleitung Boris Jaeggi b.jaeggi@rundschaumedien.ch Hasan Dursun h.dursun@rundschaumedien.ch

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Projektleitung & Chefredaktion Roland Baer baer@rundschaumedien.ch Leitung Produktion & Grafik Sandra Rizzi s.rizzi@rundschaumedien.ch Grafik Lorena Saum Dicle Kayiran Aboservice info@rundschaumedien.ch Autoren Marc-Yves Bächli Gery Bugmann

Michel Herzog Max Räb Rolf Rauschenbach Francesca Sacco Benedikt Vogel Andreas Wisler Titelbild Steiner AG Bilder Beneditk Vogel ETH Zürich Uni Amsterdam Bundesamt für Energie FTC, US Gov. Displ. Ing Fust AG Unsplash.com, Marino Trotta Stadt Thun, OECD/IEA 2018

Jahresabo Zwei Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 10.– info@rundschaumedien.ch First Consulenza GmbH ISSN 2296-7559 Wiedergabe von Artikeln und Bildern auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von der Redaktion und dem Verlag jede Haftung abgelehnt.


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Als einer der führenden Entwickler, Total- und Generalunternehmer der Schweiz realisieren wir alle Arten von Projekten – von Büro-, Industrie- oder Wohnbauten bis zu komplexen Laborbauten, Sportarenen und ganzen Stadtarealen. So auch das innovative Projekt Vulcano in Zürich Altstetten. Wir bedanken uns bei der Bauherrschaft und allen beteiligten Partnern für die konstruktive und transparente Zusammenarbeit und wünschen allen Bewohnern unzählige schöne Stunden in ihrem neuen Zuhause.

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