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AUSGABE 02 /2020

KLARE SICHT AUF IHRE DATEN LADELÖSUNGEN MIT ZUKUNFT «ENERGIE-HACKER» WAREN WIEDER AM WERK

ENERGIE

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, BILDSCHIRM-ARBEITSPLATZ – EINE BESONDERE BELASTUNG FÜR DIE AUGEN? Mit der zunehmenden Bedeutung moderner Technik haben sich in allen Bereichen des Lebens die Anforderungen an unsere Sehschärfe verändert: im Straßenverkehr, im Haushalt und im Berufsleben. Mechanisierung und Automation von Arbeitsprozessen führen dazu, dass der Anteil der Arbeitsplätze mit vorwiegend körperlicher Beanspruchung ständig abnimmt. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die menschliche Fähigkeit zur Aufnahme wie auch zur Verarbeitung und Ausgabe von Informationen. Die Augen tragen dabei die Hauptverantwortung, die allerdings zur Belastung wird, wenn wir nicht für ihre Gesundheit, die Erhaltung ihrer Sehschärfe und für die jeweils optimalen Sehbedingungen sorgen. Das gilt auch für die Arbeit am Bildschirm. Die Geräte selbst stellen jedoch nach dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis keine Gefahr für die Gesundheit dar, wie Untersuchungen aufzeigen. Danach ist erwiesen, dass weder Erkrankungen durch Strahlen möglich sind – ihre Intensität liegt wie beim heimischen Fernseher weit unterhalb der durch die Strahlenschutz-Verordnung festgelegten zulässigen Grenzen –, noch Gefährdungen durch Phosphor oder ähnliche Stoffe auftreten können. Die Tätigkeit am Bildschirm hat auch keine gesundheitlichen Folgen für eine Schwangerschaft. Darüber hinaus sind organische Veränderungen am Auge ausgeschlossen. Um jedoch eine Überanstrengung der Augen zu vermeiden, müssen am Bildschirm-Arbeitsplatz spezielle Voraussetzungen erfüllt werden. Das gilt sowohl für die Einrichtung als auch für die Nutzung dieses Arbeitsplatzes.

WIE SIEHT DER IDEALE BILDSCHIRM-ARBEITSPLATZ AUS, UND WAS KANN MAN SELBER VERBESSERN? Die Lichtverhältnisse spielen eine ganz entscheidende Rolle. Eine zu hohe Beleuchtungsstärke erschwert die visuelle Wahrnehmung; bei einer zu niedrigen vermindert sich die Sehschärfe. Tageslicht gilt allgemein für jeden Arbeitsplatz als optimale Beleuchtung. Für Arbeitsplätze im Fensterbereich kann es aber unter Umständen zu hell sein. In diesem Fall helfen Vorhänge oder Jalousien. Ungeeignet jedoch sind Vorhänge in kräftigen Farben. Häufig sind Reflexe auf dem Bildschirm Ursache für Beschwerden. Sie entstehen zum Beispiel durch ein hinter dem Mitarbeiter liegendes Fenster, das sich zwangsläufig auf der Bildschirmfläche spiegelt. Auch sehr helle Wände und Möbeloberflächen können Spiegelungen hervorrufen, die sich störend auswirken. Also, überprüfen Sie den Arbeitsplatz und schonen Sie Ihre Augen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit und bleiben Sie gesund.

Herzlichst Ihr Roland Baer und Team

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INHALT REPORT 6

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GAPxPLORE-Studie unter der Leitung der Universität Genf 6

DIGITALISIERUNG 12 Klare Sicht auf Ihre Daten

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ENERGIE 18

26

Erneuerbarer Wasserstoff ahoi!

18

Intelligentes Energiemanagement und Serviceunterstützung

24

Ladelösungen mit Zukunft

26

Mit Holzenergie zu «Netto-null»

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UMWELT 32 Umweltkosten im Lebenszyklus von Personenwagen berechnen

32

«Innovation Monitor» fühlt den Puls bei Energie- und Umwelt-Start-ups

36

IT-SICHERHEIT 40 ISO 27701 – Nachweisbarer Datenschutz?

40

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

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«Energie-Hacker» waren wieder am Werk

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MOBILITÄT 46 Bucher Municipal setzt auf Nachhaltigkeit und Innovation 46

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Selbstfahrende Schneefrässchleuder ZAUGG-Rolba 500 49 Für den urbanen Einsatz

51

Elektrische Fortbewegung und professionelle Lösungen im kommunalen Betrieb

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INHALT GENERALUNTERNEHMEN 56 Schloss von Echallens: Ehrgeizige Transformation

56

Kabelschutz im Wandel der Zeit

59

BAHNVERKEHR 60

56

Die SBB kreieren viel wertvolle Zeit bei der Reise in den Süden

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AUS- UND WEITERBILDUNG

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Die Energietransformation als Chance oder Risiko für lokale Energieversorger?

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REPORT

Dieses 1937 erbaute Einfamilienhaus in Malters (Kanton Luzern) …

GAPXPLORE-STUDIE UNTER DER LEITUNG DER UNIVERSITÄT GENF DER ENERGY PERFORMANCE GAP IST WICHTIG, ABER... Die Diskussion um den «Energy Performance Gap» – die Abweichung zwischen dem planerisch errechneten und dem tatsächlich gemessenen Energieverbrauch von Gebäuden – beschäftigt Schweizer Gebäudeexperten und -expertinnen schon seit geraumer Zeit. Eine neue Studie der Universität Genf in Zusammenarbeit mit zwei Fachhochschulen nutzt zur Bestimmung des «Energy Performance Gap» nun eine sehr breite Datenbasis – und kommt bei der Auswertung der Gebäudedaten zu teilweise überraschenden Schlussfolgerungen. Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

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er ‹Gebäudeenergieausweis der Kantone› (GEAK) wurde im Jahr 2009 lanciert. Elf Jahre später verfügen rund 90’000  Gebäude über einen GEAK. Er gibt darüber Auskunft, wie energieeffizient die Gebäudehülle ist und wieviel Energie ein Gebäude bei einer

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Standardnutzung benötigt. Wer eine Liegenschaft in der GEAK-Klasse A besitzt, dessen Gebäude ist exzellent wärmegedämmt und verfügt über eine optimale Gebäudetechnik. Häuser, die gerade die aktuell geltenden Vorschriften für Neubauten erfüllen, fallen in die GEAK- Klasse B,

gesamthaft sanierte Altbauten in der Regel in Klasse C, teilweise sanierte Gebäude oft in Klasse D. Darüber hinaus gibt es viele Gebäude, die einer energetischen Erneuerung bedürfen. Sie sind in den GEAK- Klassen E oder F zu finden, mitunter auch in Klasse D.


REPORT

…machte dank der energetischen Sanierung den Sprung von der GEAK-Klasse G in die Klasse A.

HINWEIS Der Schlussbericht zum Projekt «GAPxPLORE: Energy Performance Gap in existing, new and renovated buildings» ist abrufbar unter: www.aramis.admin.ch/Texte/ ?ProjectID=40161

Der GEAK ist eine leicht verständliche Energieetikette. Sie ermöglicht Eigen­ tümern und Eigentümerinnen, den energetischen Zustand ihrer Liegenschaft zu beurteilen. Ein GEAK wird anlässlich einer Begehung des Gebäudes erstellt. Dabei beurteilt eine Fachperson die Wärme­s chutzmassnahmen des jewei­ ligen Gebäudes. Sie bezieht die Verbrauchsdaten für Heizung, Warmwasser und Strom der letzten Jahre in die Berechnung mit ein, sofern diese verfügbar sind. Aus dem Resultat können die Gebäudeeigentümer ablesen, ob eine energetische Sanierung angebracht ist. Ein ergänzender Beratungsbericht (GEAK Plus) enthält drei Varianten, welche Erneuerungsmassnahmen wie umgesetzt werden könnten.

Bei energetisch unzureichenden Gebäuden (GEAK-Klassen E, F, G) überschätzen die Planwerte den Energieverbrauch, bei gut gedämmten Gebäude wird der tatsächliche Verbrauch dagegen tendenziell unterschätzt. Letzteres gilt nicht für die in der aktuellen Studie berücksichtigten Minergie-P und Minergie-A zertifizierten Neubauten.

«ENERGY PERFORMANCE GAP» DES SCHWEIZER GEBÄUDEBESTANDS Für Gebäudeforscher ist die GEAK-Datenbank ein willkommenes Instrument, mit dem sie den Zustand des Schweizer Gebäudeparks beurteilen können. Sie bildet denn auch die Basis einer Studie mit dem Namen GAPxPLORE, in der Forscherinnen und Forscher der Universität

Genf, der Fachhochschule der italienischen Schweiz  (SUPSI) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) den «Energy Performance Gap» untersucht haben. Diese «Leistungslücke» beschreibt die seit Jahren bekannte Tatsache, dass der von Planern berechnete Energieverbrauch eines Gebäudes mitunter beträchtlich vom tatsächlich gemessenen Energieverbrauch abweicht. Liegt ein Mehrverbrauch gegenüber der Berechnung vor, spricht man von

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«Positive Performance Gap», bei einem Minderverbrauch gegenüber der Berechnung von einem «Negative Performance Gap». In den letzten Jahren wurden zu dem Thema etliche Studien veröffentlicht, oft auf der Basis von Fallbeispielen. Die Autoren und Autorinnen der GAPxPLOREStudie haben nun – neben anderen Quellen – auf rund 35’000 Gebäude aus der GEAK-Datenbank zurückgegriffen und weitere Quellen ausgewertet. Auf diesem Weg versuchten sie, den Energy Performance Gap für den gesamten Schweizer Gebäudepark verlässlich zu bestimmen. Die Untersuchung wurde vom Bundesamt für Energie unterstützt. Der «Energy Performance Gap» für die einzelnen GEAK-Klassen.

Da Planwerte den Energieverbrauch vor der Sanierung über- und nach der Sanierung tendenziell unterschätzen, erwecken sie mitunter unrealistisch hohe Erwartungen an Gebäudeerneuerungen.

Ungenutztes Potenzial zur Verminderung fossiler Energieträger: Auch nach Gebäudeerneuerungen werden häufig Gas- und Ölheizungen eingesetzt.

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GEBÄUDE VERBRAUCHEN MEHRHEITLICH WENIGER ALS BERECHNET Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter fanden auf der Basis der GEAKDaten einen «Negative Performance Gap» und bezifferten diesen auf durchschnittlich 6 %. Das Schweizer Durchschnittsgebäude verbraucht demnach 6 % weniger Energie (für Heizung und Warmwasser), als die standardisierten Berechnungen, auf die sich Gebäudeplaner stützen, es voraussagen. Dieser Wert zeigt allerdings nur die halbe Wahrheit, weil bei der Berechnung die Gebäudegrösse mit einfliesst und in einer grösseren Liegenschaft der Energy Performance Gap in der Regel weniger ausgeprägt ist als in kleinen Gebäuden. Betrachtet man den Medianwert, beträgt der «Negative Performance Gap» 11 %. Anders ausgedrückt: Die Hälfte der untersuchten Gebäude hat gegenüber dem Planwert einen Minderverbrauch von elf oder mehr Prozent. Bei der anderen Hälfte ist der Minderverbrauch geringer als 11 % – oder der Energieverbrauch ist sogar höher als der Planwert. Die Autoren der Untersuchung bezeichnen das Ergebnis als «ermutigend». Die Abweichung zwischen dem vorgängig berechneten und tatsächlich gemessenen Energieverbrauch sei «kleiner als die in früheren Fallstudien für die Schweiz ermittelten Werte». Verschiedene frühere Studien unter Nutzung grosser Datenbanken kamen für andere europäische Länder wie Frankreich, Belgien, Deutschland oder die Niederlande zum Schluss, dass der «Energy Performance Gap» je nach Gebäudetyp unterschiedlich hoch ausfällt. Demnach ­verbrauchen Gebäude mit schlechter Wärmedämmung (schlechter GEAK-Klasse)


REPORT

Der Blick auf die rund 35'000 Gebäude aus der GEAK-Datenbank zeigt: Schlecht gedämmte Gebäude der GEAK-Klassen D bis G verbrauchen massiv viel mehr Energie als gut sanierte Bestandsbauten oder Neubauten.

Wechselt ein Gebäude dank Sanierung beispielsweise von GEAK-Klasse C zu B, entspricht das einer Stufe. Ein Wechsel von G zu B entspricht fünf Stufen. Die Grafik zeigt die Energieeinsparungen abhängig vom Stufenanstieg.

weniger Energie als erwartet (auf Basis der SIA-Normen berechnet). Genau umgekehrt verhält es sich demnach bei gut gedämmten Gebäuden (guter GEAK-Klasse): Sie verbrauchen gemäss diesen Studien mehr Energie als es die Planungsunterlagen der Architekten voraussagen. Die Wissen-

schaftlerinnen und Wissenschaftler von GAPxPLORE fanden diese Tendenz in ihrer Untersuchung für die Schweiz bestätigt: Bei sehr schlecht gedämmten Gebäuden (GEAK-Klasse G) ist der tatsächliche (gemessene) Energieverbrauch 40% tiefer (um 134 kWh pro m2 und Jahr) als erwartet (be-

HINWEIS Auskünfte zu dem Projekt erteilt Rolf Moser (moser@enerconom.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Gebäude und Städte.

rechnet). Bei umfassenden Gesamtsanierungen (GEAK-Klasse B) hingegen liegt der tatsächliche Verbrauch nicht unter, sondern über dem Planwert, und zwar um 12% (um 8.3 kWh pro m2 und Jahr). Ein solcher ‹Positive Performace Gap› liegt nicht bei sehr gut gedämmten Neubauten vor, wie die Studie zeigt und damit zu einem anderen Ergebnis gelangt als viele frühere Untersuchungen: Die in der aktuellen Studie berücksichtigten Minergie-P und Minergie-A zertifizierten Neubauten unterschreiten die Planwerte im Schnitt um 12% bzw. 16 %.

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REPORT

ENERGETISCHE SANIERUNGEN LOHNEN SICH Sehr ungünstig macht sich die Kluft zwischen Planwert und Messwert bei einer Sanierung bemerkbar. Da der Planwert den tatsächlichen Energieverbrauch vor der Sanierung überschätzt und nach der Sanierung unterschätzt, wecken die Planwerte mitunter unrealistisch hohe Erwartungen an Gebäudeerneuerungen (vgl. Grafik 04). «Steigt ein Gebäude dank der Sanierung von GEAK-Klasse G zu Klasse B auf, erwartet man gestützt auf die Planzahlen Einsparungen von 240 kWh pro m² und Jahr, was völlig unrealistisch ist», sagt Stefano Cozza, Gebäudeforscher an der Universität Genf und CoAutor der Studie.

Gebäudemodernisierungen führen zu einem Minderverbrauch an Energie. Wie gross dieser Minderverbrauch ist, lässt sich anhand der SIA-Planungsnormen nicht exakt vorhersagen.

Die Erwartung an den Einspareffekt von Sanierungen mag in vielen Fällen also überhöht sein. Das heisst nun aber nicht, dass Gebäudeerneuerungen energetisch nur auf dem Papier wirksam sind, nicht

aber in der Realität. Das Gegenteil ist der Fall: Die Anstrengungen ermöglichen durchaus beträchtliche Einsparungen, wie die GAPxPLORE-Forscher mit Bezug auf rund 1 200 Gebäude zeigen konnten, für die vor und nach einer energetischen Sanierung ein GEAK ausgestellt wurde. Mit Blick auf die untersuchten Gebäude hält der Schlussbericht der Untersuchung fest, «dass die energetische Sanierung trotz Erhöhung der beheizten Fläche um 7% die Halbierung des Endenergieverbrauchs für Heizzwecke und der CO 2-Emissionen ermöglicht hat. Diese Analyse bestätigt, dass anspruchsvolle Energiesparziele im Gebäudebestand oftmals erreicht werden. Dies könnte auch für Politiker und Investoren motivierend wirken.»

PLANUNG IST KEINE VERBRAUCHSPROGNOSE Trotz der breiten Datenbasis beanspruchen die Autorinnen und Autorin der

Der GEAK unterscheidet bei der energetischen Effizienz sieben Klassen. Er zeigt energetische Performance eines Gebäudes, zum einen für seine Hülle, zum anderen für seine Gesamtenergieeffizienz. Jeder GEAK weist die energetische Performance des Gebäudes für beide Kategorien aus. Die im Haupttext dargestellte Studie bezieht sich in der Regel auf die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes.

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REPORT

DIE VIER PROJEKTPARTNER An der Studie GAPxPLORE waren neben der Universität Genf die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und die Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI) beteiligt. Die Solar Agentur Schweiz lieferte einen Datensatz für Spezialauswertungen.

GAPxPLORE-Studie für ihre Ergebnisse nicht uneingeschränkte Gültigkeit. So lassen sie am Ende ihrer Untersuchung offen, ob die GEAK-Daten den Schweizer Gebäudebestand tatsächlich repräsentativ abbilden. Sie geben auch zu bedenken, die in den letzten Jahren intensiv geführte Debatte um den «Energy Performance Gap» beruhe vermutlich auf einer falschen Prämisse: nämlich der Annahme, die planerische Berechnung des Energiebedarfs könne als Prognose des erwarteten Energiebedarfs gedeutet werden. Dies aber sei eine Fehlinterpretation: «Tatsächlich hat der während der Entwurfsphase eines Gebäudes ermittelte theoretische Energiebedarf nicht das Ziel, den tatsächlichen Endenergieverbrauch vorherzusagen, sondern liefert vielmehr eine Entscheidungsgrundlage

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für die wichtigsten bautechnischen Optionen mit dem Ziel der Einhaltung des Energiebedarfs gemäss standardisierter Bedingungen bzw. im Einklang mit gesetzlich festgelegten Grenzwerten.» Das unterstreicht auch ein Blick in die Geschichte der SIA-Norm 380 / 1: Ursprünglich wurde diese für die Bedarfsberechnung verwendete Norm geschaffen, um die Überprüfung von gesetzlichen Anforderungen zu ermöglichen.

HINWEIS Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Gebäude und Städte finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-gebaeude.

Zwischen den vorgängigen Planwerten und dem tatsächlichen Ergebnis einer energetischen Sanierung gibt es mitunter eine Kluft: den sogenannten Energy Performance Gap.

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DIGITALISIERUNG

KLARE SICHT AUF IHRE DATEN DIGITALISIERUNG – DER TREIBSTOFF DER ZUKUNFT Die Digitalisierung der Energiewirtschaft schreitet voran, und damit auch die Zunahme der Datenmengen und die Fortschritte bei der Analyse und Nutzung der Daten. Doch damit diese Daten effektiv genutzt werden können, benötigen Mitarbeitende von Versorgungsunternehmen, Prosumer und Verbraucher vor allem eines: eine klare Sicht auf ihre Daten. Und dies am besten zugeschnitten auf ihre ganz individuellen Bedürfnisse, um für sich das volle Potential von Big Data ausschöpfen zu können. // Seite 12


DIGITALISIERUNG zu verändern und interne Prozesse so zu optimieren, dass sie kostengünstiger, intelligenter und schneller funktionieren. Die Gewinnung und Nutzung von Daten gewinnt immer mehr an Bedeutung, Unternehmen müssen zukünftig zu echten Datenspezialisten werden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und zu optimieren.

DIE KUNST DER DATENVISUALISIERUNG Wie können diese Daten nun effektiv genutzt werden? Hier kommt die Datenvisualisierung ins Spiel, das heisst die Daten müssen analysiert und in Grafiken übersichtlich dargestellt werden. So kann der Benutzer direkt auf einen Blick Entscheidungen treffen, ohne viel Zeit mit Analysen zu vergeuden. Dank Standardtools ist es heute kein Hexenwerk mehr, Daten in anschaulichen Grafiken und Diagrammen zu visualisieren. Doch je nach Benutzer und Situation sind andere Daten gefragt. Wie wichtig dies ist, zeigt folgendes Beispiel aus der Industrie: Bei einem Unternehmen, das weltweit an verschiedenen Standorten ihre Maschinen mit Sensoren überwacht, sind die Betriebsdaten der Maschinen zentral in einem Dashboard einsehbar. Den Mitarbeitenden fiel auf, dass an einem Standort eine bestimmte Maschine zur Mittagszeit statt mit einer üblichen Auslastung von 90 Prozent nur mit 40 Prozent arbeitete. Mit den standardmässig angezeigten Charts und Zahlen wussten sie darauf keine Antwort. Erst durch die Anzeige weiterer bereits vorhandener Messwerte fand man heraus, dass durch ein defektes Fenster zu viel Sonnenlicht auf die Sensoren der Maschine fiel, sodass diese nicht korrekt arbeitete. Hätte ein Mitarbeiter diese Informationen auf seinem Dashboard zur Verfügung gehabt, hätte er das Problem sofort erkennen können.

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igitale Technologien haben einen immensen Einfluss auf alle Bereiche der Energiebranche, von der Stromproduktion über die Übertragung und Verteilung, dem Handel bis zum Vertrieb. Überall schafft die Konnektivität eine neue digitale Realität, in der Unternehmen neue Erkenntnisse aus verschiedenen Datenquellen gewinnen und gleichzeitig Technologien wie künstliche Intelligenz einsetzen können, um das Kerngeschäft

DASHBOARD IST NICHT GLEICH DASHBOARD Datenvisualisierungstools ab Stange können Informationen schnell und anschaulich anzeigen. Doch entsprechen diese Tools meist nicht den Ansprüchen der Benutzer. Was ist, wenn das Dashboard nicht die relevanten Daten anzeigt, um schnell reagieren zu können? Was ist, wenn es mich bei wichtigen Entscheidungen nicht unterstützt? Wenn das Dashboard nicht den Bedürfnissen der Benutzer entspricht, besteht das Risiko, das es von

ihnen nicht akzeptiert und damit auch nicht verwendet wird. Daher spielt es bei der Nutzung grosser Datenmengen eine zentrale Rolle, auf welcher Art und Weise die Daten aggregiert werden. Für Flavio Maspoli, User Requirements Engineer bei bbv, muss die Darstellung in erster Linie benutzerorientiert sein. Denn nur massgeschneidert aufbereitete Informationen haben einen enormen Einfluss auf die Effizienz gemäss Flavio Maspoli. «Ein Beispiel: Genügt dem einen Benutzer vielleicht schon eine Ampel als Entscheidungsgrundlage, muss ein Techniker vor Ort viele Detailinformationen auf verschiedenen interaktiven Systemen gleichzeitig erhalten, damit er seine Aufgabe erfolgreich erledigen kann», so Maspoli. «Und ein Analyst wiederum erwartet, dass er Zeit einsparen kann, wenn er Reports mit einem neuen System erstellt.» Selbstredend, dass diese drei Benutzer nicht dieselben Anforderungen an die Datenvisualisierung haben.

STANDARDTOOLS VS. INDIVIDUALISIERUNG: WENN ZWEI KLICKS ZU VIEL SIND Um die Kosten für individuelle Konfigurationen und Automatisierungen zu vermeiden, wird oft auf Standard-Visualisierungssoftware zurückgegriffen. Damit können Informationen für den jeweiligen Benutzer jedoch nur bedingt individuell aufbereitet werden. Muss dieser seine Daten jedes Mal mit mehreren Klicks erst selbst zusammensuchen, schwindet die Akzeptanz für das neue Tool sofort. «Man darf es nicht unterschätzen, dass die Geduld von Benutzern minimal ist. So wird der Mehrwert einer neuen Lösung schnell verspielt», sagt Flavio Maspoli. Und weiter: «Ich habe oft erlebt, dass bei Benutzertests neue Lösungen in kürzester Zeit durchfallen, weil es zwei oder drei Klicks mehr braucht, bis die gewünschten Informationen erscheinen. Das klingt lapidar, kann aber fatal sein, wenn man während mehrerer Wochen grosse Anstrengungen unternimmt, riesige Datenmengen in die Cloud zu bringen und dann an der Visualisierung gespart wird. Das kann verheerend sein. Eine zweite Chance erhält man meistens nicht mehr.» Die Lösung im Nachhinein individuell anzupassen sei deutlich schwieriger und aufwendiger. Es lohne sich deshalb längerfristig, die Weichen früh zu stellen und schon von

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DIGITALISIERUNG

Je nach Darstellung eine andere Aussage: Beispiele von Datenvisualisierungen aus der Cloud in aktuellen Kundenprojekten (anonymisiert).

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DIGITALISIERUNG zeugt: «Die gewünschten Informationen auf einem Blick zu Verfügung zu haben, kann die Effizienz enorm steigern und Erkenntnisse generieren, die auf herkömmlichem Weg nur mit aufwendigen Analysen zu erreichen wären.»

Lo-Fi-Prototypen aus Papier: Papier-Prototypen zeigen schnell, worauf es dem Benutzer ankommt.

Beginn weg die unterschiedlichen Konfigurationen für die verschiedenen Rollen und Benutzer miteinzubeziehen.

FRÜHZEITIG DIE WEICHEN STELLEN MIT PROTOTYPING Wie gelangt ein Benutzer zu genau jenen Informationen, die er oder sie benötigt? «Der Schlüssel dazu ist eine eingehende Analyse des Nutzungskontextes und der unterschiedlichen Benutzeraufgaben», sagt Flavio Maspoli. Benutzerinterviews und Beobachtungen vor Ort seien unerlässlich, um diese fundierten Informationen zu erhalten. In der Auswertung werde dann klar, ob Standardvisualisierungen genügen oder ob eine individuelle Aufbereitung sinnvoll ist. Damit man sich bei komplexen Lösungen nichts verbaut, lohnt es sich, interaktive Prototypen zu entwickeln und Benutzertests vor Ort unter realen Arbeitsbedingungen durchzuführen. Nur so können falsche Annahmen schnell korrigiert und Kundenerwartungen erfüllt werden. Mit sogenannten Low-Fi-Prototypen können hier schnell GUIs entwickelt werden, die umgehend getetestet werden können. Ein grosser Vorteil von Low-Fi-Prototypen ist, dass sie sofort als solche erkennbar sind und sich die Benutzer eher getrauen, Kritik zu äussern. Insbesondere in UsabilityTests zeigen sich aber die Vorteile von High-Fi-Prototypen. Durch die realitätsnahe Simulation eines Produkts «vergisst» die Testperson teilweise, dass sie sich in einem Test befindet und beobachtet wird. Die Person verhält sich dadurch natürlicher und gibt einen besseren Einblick in ihre Vorgehensweise, wodurch die Ergebnisse aussagekräftiger werden.

Ist ein Konzept vorhanden, von dem ausgegangen werden kann, dass der Benutzer die optimale Konfiguration erhält, wird ein Prototyp gebaut. «Manchmal planen wir die Konfigurationen in einer sehr frühen Phase, sodass wir dazu noch keine Software, sondern Papier einsetzen» sagt Maspoli. Ebenfalls frühzeitig werden Tests mit einem PoC (Proof of Concept) oder einem MVP (Minimum Viable Product) durchgeführt. Prototypen lassen sich leicht und schnell per Hand oder mit entsprechenden Tools erstellen. Eine Übersicht über die grosse Vielfalt der Prototypen-Tools liefert die Website uxtools.co. Einige Tools benötigen kaum Einarbeitungszeit, sind aber in den Funktionalitäten stark eingeschränkt. Andere erfordern ein vertieftes Kennenlernen, eröffnen dann aber ein breites Einsatzspektrum, das bis zum realistischen Abbilden komplexer Business-Anwendungen mit viel Logik reicht. In Kundenprojekten trifft man häufig «UITools» an, die den Fokus auf die Erstellung von statischen Screens mit ausgereiftem Visual Design legen. Auch wenn sich die statischen Screens oftmals miteinander verlinken und sich die Übergänge definieren lassen, wird das Interaction Design oftmals stark vernachlässigt. Für eine ganzheitliche UX muss neben dem Visual Design, das unbestritten ein wichtiger UXAspekt darstellt, auch das Interaction Design abgebildet werden.

DIE RICHTIGE VISUALISIERUNG FÜHRT ZU MEHR EFFIZIENZ Wie am Eingangsbeispiel erklärt, ist die richtige Visualisierung im Dashboard nicht zu unterschätzen. Davon ist Maspoli über-

Das optimale Dashboard je nach User-Bedürfnis zu entwickeln, ist keine Kunst, sondern die Kernaufgabe vom User Centered Design (UCD). Patrick Labud, User-Experience-Experte bei bbv, erklärt dazu: «User sind heute kritischer denn je. Diejenigen Unternehmen, die der User Experience bei der Softwareentwicklung nicht Rechnung tragen, verlieren an Wettbewerbsfähigkeit und Fachkompetenz.»

DEN BENUTZER INS ZENTRUM STELLEN: USER CENTERED DESIGN Doch wie entwickelt man überhaupt benutzerzentriert? Im Wesentlichen umfasst User Centered Design vier Schritte. Im ersten Schritt geht es darum, den Nutzungskontext zu analysieren. User Centered Design beginnt immer mit dem Beobachten der User. Entwickler müssen wissen, welche Bedürfnisse und Schwierigkeiten Endnutzer beim Bedienen der Software im Arbeitsalltag haben, wie sie Routineaufgaben erledigen oder wo sie Workarounds einsetzen und Abkürzungen nehmen. Basierend auf diesen Informationen werden schliesslich Produktziele definiert. «Ein wichtiges Indiz können z. B. die Post-its sein, die Endnutzer auf ihre Geräte kleben», erklärt Labud. «Denn sie zeigen, wo ein User Gedächtnisstützen und Anleitungen be­ nötigt. Solche Erkenntnisse sind für die spätere Produktentwicklung elementar.» Anschliessend im zweiten Schritt werden die Anforderungen spezifiziert. Die UserBeobachtung dient Entwicklern, erste Thesen zum Nutzerverhalten zu formulieren. Diese sollten aber durch direkte Befragungen und Interviews belegt werden. Nur so können technische Anforderungen geprüft oder die Wirtschaftlichkeit der Lösung bewertet werden. Und man geht sicher, dass man auch wirklich entlang der Bedürfnisse und Probleme der Nutzer entwickelt – auch wenn diese nicht zwingend geäussert werden. «Nutzerzentriert zu entwickeln heisst auch, Probleme zu lösen, derer sich die User gar nicht bewusst sind», sagt Labud. «Es geht nicht primär darum, was der Benutzer will – sondern darum, was der Benutzer braucht.» Anhand der Befragungen und Interviews formulieren Entwickler die

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DIGITALISIERUNG

HINWEIS Von der digitalen Strategie- und Innovationsberatung über künstliche Intelligenz und Data S ­ cience zu IoT-Systemen und E-Commerce-Portalen: Das Schweizer Beratungs- und Software-Unternehmen bbv Software Services AG stärkt mit rund 300 Mitarbeitenden in vier Ländern ihre Kunden in der digitalen Transformation von der Ideenfindung bis zum Markterfolg.

konkreten Ziele, die sie mit der Software verfolgen. Ausserdem lassen sich daraus Wireframes entwickeln – konzeptionelle Entwürfe einer Website oder eines Software-Frontends. Diese erste Visualisierung dient Entwicklern und Kunden schliesslich als Kommunikationsmittel, und bildet später die Grundlage für die Entwicklung von Prototypen. Wie der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs bereits erkannte: «Meistens wissen die Leute nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.» Im dritten Schritt wird die Lösungsidee entwickelt. Sind die Anforderungen an die Lösung bekannt, werden erste Verbesserungsideen in Prototypen festgehalten und mit den Nutzern getestet. Ihr Urteil ist letzten Endes entscheidend. Zeigen sich anhand des Prototyps noch Wissens- und Verständnislü-

UCD im Überblick.

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cken, so wird er weiter verfeinert. Ein Prototyp ist erst dann fertig, wenn das Problem richtig verstanden und eine valide Lösungsidee entwickelt wurde. Erst dann kann diese umgesetzt werden – oder sie wird als Verbesserung integriert, sollte UCD bei einem laufenden Produkt eingesetzt werden. Und schliesslich wird im vierten Schritt die Lösungsidee evaluiert. Ist die gestalterische und technische Umsetzung abgeschlossen, muss das Produkt final geprüft und bei Bedarf nochmals überarbeitet werden. Bei User Centered Design handelt es sich also um einen Iterativen Prozess, bei dem die Stärken und Schwächen einer Lösung immerzu mit den Nutzern geprüft werden. Dieser dauert so lange an, bis die gesetzten Produktziele wirklich erfüllt werden. Welche Ziele mit dem Produkt verfolgt werden, hängt natürlich vom Anwendungsfall und von den Anforderungen der Nutzer ab. Nichtsdestotrotz geht es bei UCD immer um eines: Auch wenn der Nutzer bei der Produktentwicklung im Zentrum steht, müssen letzten Endes seine Interessen mit Business-Interessen in Einklang gebracht werden. Gibt es auch noch regulatorische Anforderungen, so müssen diese zusätzlich integriert werden. «Sobald die Lösung aus regulatorischer Sicht sicher ist, der Nutzer gut damit arbeiten kann und

das Business damit Geld verdient, ist die Arbeit erledigt», hält Patrick Labud fest. «Wenn sich Nutzer über eine benutzerfreundliche Lösung freuen, diese aber nach einem Jahr nicht mehr auf dem Markt ist, ist damit keinem geholfen.» Zudem muss jeder, der an der Produktentwicklung beteiligt ist, eines lernen: Die eigene Meinung darüber, was benutzerfreundlich sein könnte, spielt bei der Entwicklung keine Rolle. «Eine der grössten Herausforderungen bei User Centered Design ist es, die eigenen Ansichten aussen vor zu lassen», erklärt Labud. «Oft sagen Entwickler und Projektleiter, dass sie ja auch User sind, und gehen bei der Entwicklung womöglich von Annahmen und eigenen Vorstellungen aus. Um sie geht es aber nicht. Ob ein Produkt benutzerfreundlich ist oder nicht, hat nur der Endnutzer zu beurteilen.»

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ENERGIE

ERNEUERBARER WASSERSTOFF AHOI! In den letzten Jahren wurden verschiedene elektrisch angetriebene Schiffe präsentiert, bei denen der Strom solar auf dem Schiff selbst produziert wird. Das funktioniert gut, vorausgesetzt die Sonne scheint. Um beispielsweise schlechtes Wetter bei längeren Fahrten auf dem Meer zu überbrücken, bedarf es eines Stromspeichers. Eine Option ist der Einbau eines Akkumulators. Eine interessante Alternative ist ein Speicher auf der Grundlage von Wasserstoff. Ein solches Energiesystem hat vor kurzem die Zertifizierung erhalten. Ein zugehöriges Pilotprojekt, unterstützt vom Bundesamt für Energie, liefert Grundlagen für den Einsatz von H2-basierten Energiespeichern in Fähren und anderen Schiffstypen. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Das H 2 -basierte Energiesystem ist zwischen den Solarzellen in der Mitte des Katamarans untergebracht. Über die drei Kamine im hinteren Teil des Speichers entweichen die Luft der Ventilationssysteme sowie der Sauerstoff, der bei der Aufspaltung von Wasser im Elektrolyseur entsteht.

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ENERGIE

Ausgabe 2  / 2020 // Seite 19


Ingenieure der R4W-Stiftung und von Swiss Hydrogen SA mit der Anlage zur Wasserstoffproduktion.

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er 2010 vorgestellte Katamaran PlanetSolar wird nicht vom Wind angetrieben, sondern von der Sonne, und das Boot sieht denn auch anders aus, als man es sich vorstellen mag: Segel gibt es keine, stattdessen einen Elektroantrieb. Der Strom für die zwei Elektromotoren stammt von Photovoltaikmodulen, welche die Oberfläche des Boots bedecken. Die PV-Module haben eine Leistung von 90 kWp, was 15 Dachanlagen auf Einfamilienhäusern gleichkommt. Das Solarboot mit dem auffälligen Design trug mit seiner Weltumrundung zwischen 2010 und 2012 als erstes solar angetriebenes Fahrzeug die Botschaft der nachhaltigen Energieerzeugung in die Welt. 2015 übernahm der frühere Lausanner Unternehmer Marco Simeoni den Solarkatamaran, gab ihm den Namen Race-for-Water (kurz R4W) und nutzt ihn seither für eine weltweite Kampagne gegen die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll.

ZERTIFIZIERUNG NACH DREI JAHREN PRAXISTEST Der Solarkatamaran hatte schon reichlich Publicity. Eher im Hintergrund stand bisher das neuartige Speichersystem auf der Grundlage von Wasserstoff (H2) und Brennstoffzellen-Technologie, das ab 2017 im

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Der Container zur Speicherung des Solarstroms in Form von Wasserstoff ist 15 m lang, knapp 4 m breit und 1 m hoch. Er umfasst unter anderem zwei Brennstoffzellen und das Wasserstoffproduktionssystem.

Boot eingebaut wurde: Seither kann der Solarstrom, der nicht für die Bordsysteme benötigt wird, in Form von Wasserstoff gespeichert werden, wenn das Boot im Hafen liegt und die Batterien voll sind. Zu dem Zweck wird Meerwasser entsalzt,

gereinigt und durch einen Elektrolyseur in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespaltet. Der Wasserstoff wird in Druckflaschen gespeichert und über zwei Brennstoffzellen in Strom rückverwandelt, wenn das Boot Antriebsenergie benötigt (vgl. Textbox 1).


ENERGIE Das H2-basierte Energiespeichersystem ergänzt auf der R4W das Speichervolumen der Lithium-Ionen-Akkus. Er vergrössert die Reichweite des hochseetüchtigen Solarboots in Zeiten ohne Sonnenschein von zwei auf sechs Tage. Der Einbau des Systems dauerte von Februar 2017 bis Juli 2018. Mehrmals wurden seither Komponenten des ausgeklügelten Energiesystems optimiert. Im Januar 2020 erfolgte schliesslich die Zertifizierung durch die Organisation DNV-GL (Det Norsk Veritas Germanischer Lloyd), eine internationale Gesellschaft, welche unter anderem technische Gutachten und Zertifizierungen im Schifffahrtsbereich vornimmt.

MÖGLICHST LEICHT, MÖGLICHST KOMPAKT Mit der Zertifizierung ist der Reifegrad für kommerzielle Anwendungen erreicht. Bis dies Realität wurde, war das Speichersystem auf einer Strecke von 28’000 nautischen Meilen (ca. 52’000 km) in Betrieb. In der Zeit konnten mit der Versuchsplattform eine Vielzahl von Erfahrungen gewonnen werden. «Wir haben mit der R4W gezeigt, wie unter den spezifischen Gegebenheiten eines hochseetüchtigen Boots eine autarke Produktions-, Speicher- und Umwandlungsplattform für grüne Energie zuverlässig arbeitet», sagt Alexandre Closset, Mitgründer und CEO des Fribourger Engineering-Unternehmens Swiss Hydrogen, welches das Projekt federführend umgesetzt hat.

EIN SCHWIMMENDER SOLARSPEICHER Ganz einfach ausgedrückt könnte man sagen: Das Energiesystem der R4W kommt mit Meerwasser und Sonne aus. Die technische Umsetzung ist indes anspruchsvoll: Das Meerwasser wird zuerst entsalzt, demineralisiert und dann in zwei Elektrolyseuren mit Protonen-Austausch-Membran (PEM) von je fünf kW Leistung mittels Solarstrom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespaltet. Der Wasserstoff (H2) wird getrocknet und mit einem ölfreien Kompressor von ca. 45 auf 350 bar komprimiert und in 24 Druckflaschen gespeichert. Der durchschnittliche Verbrauch des Solarkatamarans für die Versorgung von Antrieb und Bordstromversorgung liegt bei 20 bis 40 kW. Reicht der aktuell produzierte Solarstrom dafür nicht aus und ist der Ladestand der Batterien zu tief, wird der gespeicherte Wasserstoff in Strom rückverwandelt: Dies geschieht mit zwei PEM-Brennstoffzellen (je 28 kWp Leistung; 95 V / 300 A). Der Strom wird mit einem Gleichstrom-Gleichstrom-Wandler auf 400 V transformiert. Alle Komponenten des Wasserstoffspeichers finden in einem Container von 15 x 3.8 x 1.0 Meter Grösse Platz. Der Umwandlungsschritt von Solarstrom zu Wasserstoff erfolgt mit einem Wirkungsgrad von 30 Prozent, die Rückverwandlung von Wasserstoff zu Strom mit 32 Prozent. Unter dem Strich werden also rund 10 Prozent des überschüssigen Solarstroms für den Antrieb genutzt. «Dieser Wert ist noch unbefriedigend, wir sehen aber eine grosse Zahl von Verbesserungsmöglichkeiten, um die 10 Prozent auf über 25 Prozent anzuheben», blickt Alexandre Closset in die Zukunft. Dazu gehören der Verzicht auf unnötige Umrichter, die Nutzung von Regenstatt Meerwasser (falls eine solche Anlage auf dem Festland eingesetzt wird), oder eine bessere Dimensionierung von Elektrolyseur und Brennstoffzelle.

Die chemische Speicherung von Strom in Form von Wasserstoff wird seit langem praktiziert. Auch die Umwandlung von Wasserstoff in Strom mithilfe von Brennstoffzellen ist unterdessen gut erprobt. Die grosse Herausforderung im vorliegenden Projekt bestand darin, diesen komplexen, mehrstufigen Prozess unter den einschränkenden Bedingungen eines Bootes zu realisieren. Das Speichersystem musste möglichst leicht und platzsparend gebaut werden und dabei der unruhigen See, den extremen Temperaturen und der salzhaltigen, feuchten Luft standhalten.

HINWEIS Auskünfte zu dem Projekt erteilt Dr. Stefan Oberholzer (stefan.oberholzer@bfe.admin.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Wasserstoff.

Anordnung wichtiger technischer Komponenten auf dem Race-for-Water-Katamaran.

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ENERGIE

UMFASSENDES SICHERHEITSKONZEPT Da ein alkalischer Elektrolyseur zu gross war, entschieden sich die Ingenieure für einen kompakten Protonen-AustauschMembran-Elektrolyseur. Um Gewicht zu sparen, bestehen die 24 Wasserstoff-Speicher aus Karbonfaser, im Innern ausgekleidet mit einem Polymer. Das Gesamtgewicht der Speicher konnte so auf rund 2 500 kg begrenzt werden. Darin finden insgesamt 165 kg nutzbarer Wasserstoff Platz, was in etwa 2.5 MWh an elektrischer Nutzenergie entspricht (für ein Brennstoffzellensystem mit 45 Prozent Wirkungsgrad). Alle Komponenten des Energiesystems (Entsalzungsanlage, Elektrolyseure, Kompressor, H2-Trockner, Wasserstoffspeicher, Brennstoffzellensystem) einschliesslich des Containers wiegen insgesamt

6’400 kg. Zum Vergleich: Die Lithium-IonenBatterie, die in der R4W ebenfalls als Stromspeicher dient, wiegt rund 7 400 kg, kann aber nur 750 kWh Strom aufnehmen.

Rauch- und Wasserstoffdetektoren sowie redundante Steuerungen für eine angemessene Belüftung der verschiedenen Systemkomponenten.

Viele Komponenten des Energiesystems sind Prototypen. Gemeinsam mit dem schwedischen Unternehmen PowerCell wurde für die vorliegende Anwendung eine Brennstoffzelle mit hoher Leistungsdichte entworfen. Wegen der Explosionsfähigkeit von Wasserstoff gelten für die ganze Anlage hohe Sicherheitsanforderungen. Jeder der 24 Wasserstoffspeicher ist mit drei thermischen Drucksicherungen ausgerüstet: Wenn im Zuge eines Brandes die Umgebungstemperatur 110 °C übersteigt, wird der Wasserstoff automatisch aus den Behältern entlassen. Zum umfassenden Sicherheitskonzept gehören

DEKARBONISIERUNG DER SCHIFFFAHRT

PILOT- UND DEMONSTRATIONSPROJEKTE DES BFE Die Erforschung des H2-basierten Energiespeichersystems auf dem Solarkatamaran R4W wurde vom Pilot- und Demonstrationsprogramm des Bundesamts für Energie (BFE) unterstützt. Damit fördert das BFE die Entwicklung und Erprobung von innovativen Technologien, Lösungen und Ansätzen die einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz oder der Nutzung erneuerbarer Energien leisten. Gesuche um Finanzhilfe können jederzeit eingereicht werden. www.bfe.admin.ch/pilotdemonstration

Blick auf das Deck des Race-for-Water-Katamarans: Der an Bord produzierte Solarstrom kann in einem Wasserstoff-basierten Energiespeichersystem zwischengespeichert werden.

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Wegen seiner hohen Energiedichte ist (nachhaltig produzierter) Wasserstoff eine bevorzugte Option zur Dekarbonisierung des Mobilitätssektors. Das gilt für den Strassenverkehr, in einer globalen Perspektive aber auch für die Schifffahrt. Der CO2-Ausstoss des Gütertransports auf dem Seeweg ist erheblich. Mit einer Milliarde Tonnen liegt er 50 Prozent über jenem des Frachtverkehrs in der Luft (so die Zahlen von OECD / IEA für das Jahr 2014). Mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebene Elektromotoren sind eine mögliche Alternative. Die R4W bietet einen Fundus aus Erfahrungen, aus dem neue Projekte schöpfen können. Diese fliessen aktuell beispielsweise in das EU-finanzierte Projekt M ­ ARANDA ein. In dem vierjährigen Vorhaben soll bis 2021 ein Forschungsschiff, das in arktischen Gewässern operiert, mit einem Hybridsystem aus Brennstoffzellen und Batterien ausgerüstet werden, das die Bordstromversorgung speist und die Energie bereit-


RUBRIK

Das Brennstoffzellensystem wurde für die R4W neu konzipiert.

schied zu R4W wird der Wasserstoff nicht auf dem Schiff hergestellt, sondern an Land getankt und in einem Container mit Speicherbehältern mitgeführt.

ANWENDUNG AUCH AUF BINNENGEWÄSSERN

Jeder der 24 Wasserstoffspeicher ist mit drei thermischen Drucksicherungen ausgerüstet.

Auch in den meisten anderen Anwendungen dürfte es zu aufwendig sein, den Wasser-

stellt, um das Schiff während Messungen vibrationsfrei zu positionieren. Die Brennstoffzellen sind bei MARANDA gut dreimal leistungsfähiger als bei R4W. Im Unter-

stoff auf dem Boot selber zu produzieren. Interessant könnte die Anwendung von Wasserstoff in kleinen Fähren, Fischerbooten, Fahrgastschiffen und Schleppern sein. Diese Schiffstypen werden so eingesetzt, dass sie nach kurzer Einsatzdauer wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehren und dort von Neuem mit Wasserstoff betankt werden können.

HINWEIS Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Wasserstoff finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-h2.

/ Perfect Welding / Solar Energy / Perfect Charging

FRONIUS GEN24 PLUS

EINZIGARTIG VIELSEITIG.

Fronius GEN24 Plus ist die Lösung der solaren Energieversorgung. Ob Photovoltaik, Speicher, Notstrom, Wärme oder E-Mobilität, der Fronius GEN24 Plus bietet eine einzigartige Lösungsvielfalt und wird so zum Meilenstein der Energiewende im Eigenheim. www.fronius.ch/gen24plus

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ENERGIE

INTELLIGENTES ENERGIEMANAGEMENT UND SERVICEUNTERSTÜTZUNG Monitoring ist für Photovoltaikanlagen unerlässlich und geht weit über das Erfassen von Produktionserträgen hinaus. Fronius Solar.web macht Energieflüsse transparent und erlaubt Updates, Analysen und Wartung aus der Ferne.

D

ie besondere Stärke von Solar.web liegt darin, Energieflüsse übersichtlich und verständlich darzustellen. Diese sind bequem per Smartphone, Tablet oder am Computer abrufbar. Auf dem gut strukturierten Dashboard hat der Anlagenbetreiber die Ertrags- und Verbrauchswerte seines PV-Systems immer im Blick – entweder in Echtzeit oder als Monats- und Jahreszeitreihen. Ergänzt wird die Übersicht mit einer Amortisationsdarstellung, der kumulierten CO2-Ersparnis und einer 48 Stunden Ertragsprognose1 aufgrund der Wettervorschau. Falls vorhanden, werden auch Batterieladestatus und Warmwasseraufbereitung angezeigt. In Kombination mit einem Fronius Smart Meter als bidirektionalem Verbrauchszähler sieht der Kunde, wieviel Strom er produziert, selbst verbraucht, ins Netz einspeist oder von dort bezieht. Diese Bilanz gibt an, wieviel Potential noch zum Ei-

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genverbrauch oder zur Speicherung zur Verfügung steht.

EFFIZIENZ UND ONE-STOPLÖSUNGSKOMPETENZ Installateure und Anlagenbesitzer profitieren davon, wenn das PV-System bereits bei der Inbetriebnahme auf Solar. web registriert und online gebracht wird, denn es ist das Fundament, auf dem eine von guten Erfahrungen geprägte Kundenbeziehung aufgebaut wird. Solar.web unterstützt bei der Kundenbetreuung und minimiert die Servicekosten: automatische Störungsbenachrichtigung ermöglichen eine rasche Fehlerbehebung, technische Analysen können im Nu durchführt werden und regelmässige Updates oder kleinere Servicefälle werden aus der Ferne erledigt. Dieser proaktive Service spart dem Techniker Zeit und Fahrtkosten. Wird dennoch ein Einsatz vor Ort nötig, helfen

rasche Fehleranalyse, übersichtliche Reports und Statusmeldungen dabei, sich bestens vorzubereiten und Routen effizient zu planen.

MIT DEM ERTRAG IM BLICK DEN EIGENVERBRAUCH OPTIMIEREN Mit Solar.web kann der Installateur seine Kunden individuell bei ihrer Energiewende begleiten. Bereits durch cleveres Verlagern des Energiekonsums in Zeiten von ausreichend PV-Produktion kann er seine Stromausbeute merklich steigern. Installateure können punkten, wenn sie mit guten Tipps und Beratung auf ihre Kunden zugehen. Wie man das Potential einer PVAnlage maximal ausschöpfen kann, wird auf Basis von Ertragsanalysen, Performance Checks und Soll-Ist-Vergleichen bis auf MPP-Tracker-Ebene, sichtbar. Der Anlagenbetreiber kann beispielsweise seinen Überschussstrom selbst verbrauchen


ENERGIE

HINWEIS Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Rückfragehinweis Technik: Patrick Gauss gauss.patrick@fronius.com Telefon +41 (0)44 817 99 48 Rückfragehinweis Presse: Monique Inderbitzin inderbitzin.monique@fronius.com Telefon +41 (0)79 945 76 20

zent Erneuerbaren gedeckt wird, zu verwirklichen. Dementsprechend entwickelt Fronius Energielösungen, um Sonnenenergie kosteneffizient und intelligent zu erzeugen, zu speichern, zu verteilen und zu verbrauchen.

ÜBER DIE FRONIUS SCHWEIZ AG

und damit eine Wärmepumpe betreiben oder ihn für die Nachtstunden speichern. Das PV-System kann Schritt für Schritt erweitert und ausgebaut werden. auch der Sprung zum Laden eines Elektroautos ist nicht mehr weit. Fronius Wechselrichter sind dafür bestens gerüstet, denn sie sehen zahlreiche Schnittstellen zur Sektorenkopplung vor.

FÜR DEN KUNDEN POTENTIALE SICHTBAR MACHEN Ein PV-System, das in Solar.web online ist, hat alles was benötigt wird. Nach wenigen Klicks zeigt die Ohmpilot-Simulation, wie der überschüssige Sonnenstrom zur Warmwasseraufbereitung genutzt werden kann. Das senkt die Heizkosten, ersetzt fossile Energiequellen und verlängert die Lebensdauer des primären Heizsystems. Ebenso einfach ist die Bat-

teriesimulation. Diese erlaubt die Auswahl unterschiedlicher Batterie-Typen und Speicherkapazitäten und stellt in einer Grafik dar, wie Autarkie und PVEigenkonsum steigen.

ÜBER FRONIUS SOLAR ENERGY Die Fronius Business Unit (BU) Solar Energy entwickelt seit 1992 Energielösungen rund um das Thema Photovoltaik und vertreibt ihre Produkte über ein globales Kompetenznetzwerk aus Installations-, Service-, und Vertriebspartnern. Mehr als 24 Solar Energy Niederlassungen, eine Exportquote von über 95 Prozent und eine Gesamtleistung von mehr als 17 Gigawatt installierter Wechselrichter sprechen für sich. 24 Stunden Sonne lautet das grosse Ziel und Fronius arbeitet täglich daran, diese Vision von einer Zukunft, in welcher der weltweite Energiebedarf aus 100 Pro-

Die Fronius Schweiz AG mit Sitz in Rümlang ist eine Tochtergesellschaft der Fronius International. Fronius International ist ein österreichisches Unternehmen mit Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt. 1945 von Günter Fronius gegründet, feiert das Traditionsunternehmen im Jahr 2020 sein 75-jähriges Jubiläum. Der regionale Ein-Mann-Betrieb hat sich zu einem Global Player mit weltweit mehr als 5 440 Mitarbeitenden entwickelt, der heute in den Bereichen Schweisstechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik tätig ist. Der Exportanteil von 93 Prozent wird mit 34 internationalen Fronius Gesellschaften und Vertriebspartnern sowie Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erreicht. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie 1 264 erteilten Patenten ist Fronius einer der Innovationsführer am Weltmarkt. Anmerkung 1) Feature von Fronius Solar.web Premium

KONTAKT Fronius Schweiz AG Oberglatterstrasse 11 8153 Rümlang Telefon 0848 FRONIUS (3766487) Fax 0800 FRONIUS (3766487) pv-sales-swiss@fronius.com www.fronius.ch

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ENERGIE

LADELÖSUNGEN MIT ZUKUNFT CHARGE@IMMO – DIE SKALIERBARE LADELÖSUNG MIT MEHRWERT Die Elektromobilität kommt an – bei den Automobilisten und immer mehr auch in den Garagen von Wohnliegenschaften. Damit die steigende Nachfrage nach Lademöglichkeiten gedeckt werden kann, hat Energie 360° charge@immo entwickelt – eine skalierbare Ladelösung, die auf die individuellen Bedürfnisse und den jeweiligen Standort ab gestimmt ist.

D

ie Bedeutung der Elektromobilität nimmt auch in der Schweiz rasant zu. Gemäss einer Umfrage* zieht jede zweite Person den Kauf eines Elektroautos aufgrund der Reduktion des CO2Ausstosses in Betracht. Auch die Tatsache, dass Elektroautos weniger Lärm verursachen, und generell die Überzeugung dass der Elektromobilität die Zukunft gehört, sprechen für den Entscheid zugunsten eines Elektroautos. Die Anzahl neu zugelassener Elektrofahrzeuge war im letzten Jahr erstmals fünfstellig und stieg im April, Mai und Juni 2020 um nochmals 17 Prozent

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gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahlen zeigen eindeutig, dass die Elektromobilität mit ihrer stetig verbesserten Technologie auf dem Vormarsch ist.

JEDERZEIT AUSBAUBARE LADELÖSUNG Mit der steigenden Nachfrage nach Elektro-fahrzeugen steigt gleichzeitig auch jene nach Lademöglichkeiten in Wohnliegenschaften. Energie 360° bietet deshalb Eigentümern und Eigentümerinnen sowie Verwaltungen von Mehrparteienhäusern mit charge@immo eine skalierbare

Ladelösung, um sowohl bestehende als auch Neubauimmobilien schrittweise dem wachsenden Bedarf an Ladestationen anzu passen. Die modular konzipierte Ladeinfrastruktur kann dabei ganz einfach erwei-tert werden, wenn die Zahl der Elektroautos wächst. charge@immo ist somit nicht nur skalierbar, sondern auch zukunftssicher.

KONTROLLIERTES LADEN MIT STROMSTEUERUNG Während eine Ladestation für einen einzelnen Parkplatz mit der heutigen Technik


ENERGIE

ÜBER ENERGIE 360° Energie 360° macht nachhaltige Energie in der ganzen Schweiz nutzbar. 280 Mitarbeitende engagieren sich gemeinsam mit Kundinnen und Kunden, Partnern und Gemeinden für erneuerbare Energie und ökologische Mobilität. Energie 360° gehört zu 96 Prozent der Stadt Zürich, die sie – wie 42 weitere Gemeinden – mit immer mehr erneuerbarem Gas versorgt. Das Unternehmen plant, baut und betreibt Energielösungen, investiert in Elektroladestationen und ist führend bei Biogas und Holzpellets. So leistet Energie 360° Tag für Tag einen Beitrag zur Umsetzung der 2000-WattGesellschaft – hier und jetzt für die kommenden Generationen.

bedenkenlos von einem Fachmann montiert werden kann, so braucht es für mehrere Fahrzeuge ein intelligentes Lastmanagement, welches den Ladebedarf und den Strombezug steuert. Die stetige Kommunikation unter den Ladestationen funktioniert dabei am besten, wenn alle vom selben Hersteller stammen. Abgestimmt auf die Leistung des Hausanschlusses und die weiteren Energiebezüger in der Immobilie verhindert das System eine Überbelastung, wodurch die Elektroinfrastruktur geschont wird und die Besitzer der Elektrofahrzeuge Strom-

kosten sparen können. Auf Wunsch lässt sich zudem eine dynamische Steuerung verwenden, welche die Ladestationen zum Beispiel mit einer Solaranlage oder einem Batteriespeicher vernetzt.

EINFACHES ABRECHNUNGSMODELL Damit die E-Mobilität für Liegenschaftsverwaltungen keinen zusätzlichen Aufwand hinsichtlich der Abrechnung darstellt, wurde in die Ladelösung charge@immo ein benutzerfreundliches Zugangs- und Abrechnungssystem integriert.

Die personalisierte easycharge-Ladekarte von Energie 360° ermöglicht ausserdem den Zugang zu fast 50’000 öffentlichen Ladepunkten in ganz Europa.

AUFWERTUNG DER LIEGENSCHAFT Mit der massgeschneiderten und skalierbaren Ladelösung charge@immo engagieren sich Immobilienbesitzer für die Reduktion des CO2-Ausstosses und steigern durch das Schaffen einer optimalen Grundlage für die Elektromobilität auch die Zufriedenheit der Bewohner ihrer Liegenschaften.

SIE WOLLEN IN DIE ELEKTROMOBILITÄT EINSTEIGEN? Energie 360° unterstützt Sie als Immobilienbewirtschaftung gerne von der ersten Idee bis zur schlüsselfertigen Übergabe der charge@immo-Ladeinfrastruktur – abgestimmt auf Ihren heutigen wie auch zukünftigen Nutzungs- und Fahrzeugbedarf. Sprechen Sie mit uns über Ihre Ideen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Anmerkung *Quelle: TCS-Barometer E-Mobilität

KONTAKT Energie 360° AG Telefon +41 (0) 43 317 25 25 mobilitaet@energie360.ch www.energie360.ch


ENERGIE

MIT HOLZENERGIE ZU «NETTO-NULL» Im August 2019 hat der Bundesrat das Netto-Null-Ziel formuliert: Im Jahr 2050 soll die Schweiz nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können. Um diese strategische Vorgabe zu erreichen, müssen in der Schweiz unter anderem rund 30’000 fossile Feuerungen pro Jahr ersetzt werden (aktuell sind es 10’000 pro Jahr). Einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Energieversorgung kann der klimaneutrale Energieträger Holz leisten. Das Holzenergie-Symposium von Mitte September in Zürich zeigte Wege auf, wie die Schweiz der Klimaneutralität näher kommt. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

2016 hat das Bundesamt für Landwirtschaft Pflanzenkohle aus naturbelassenem Holz als Bodenverbesserer zugelassen. Pflanzenkohle kommt nicht nur in der Landwirtschaft zum Einsatz, sondern wird unter anderem als Substrat für Stadtbäume eingesetzt (im Bild: Sechseläuten-Platz in Zürich).

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Markus Heitzmann hat zum Zürcher Symposium Holzscheite von 0.5 und 1 Meter Länge mitgebracht. Die 1-Meter-Scheite werden in der neuen Feuerung seiner Firma stehend verbrannt, was Platz spart.


ENERGIE

I

m Jahr 1990 wurde das erste Holzenergie-­S ymposium organisiert. Seither fand die Fachtagung rund um Holz- und Bioenergie im Zweijahresrhythmus an der ETH Zürich statt. Die Jubiläumstagung 30 Jahre später wurde Mitte September 2020 Pandemie-bedingt erstmals als Online-Konferenz ausgetragen.

An die Corona-Krise knüpfte am Holzenergie-Symposium auch das einleitende Referat von Prof. Mathias Binswanger an. Der Wirtschaftswissenschaftler zeigte auf, dass der Rückgang der Treibhausgas-Emissionen im Zuge der Pandemie nur ein temporäres Phänomen darstellen dürfte: In China lagen die CO2-Emissio-

nen nach einem kurzzeitigen Rückgang schon im Mai 2020 wieder auf dem Niveau von 2019. Die Gesellschaft muss somit auch in Zukunft darauf hinarbeiten, den Energieverbrauch und den Treibhausgas-Ausstoss zu senken, während die Weltwirtschaft

Die Feinstaub-Emissionen (Feinstaub PM 2.5) sind in den letzten dreissig Jahren sowohl ausgrossen (dunkelgrün) als auch aus mittleren und kleinen (hellgrün) Holzfeuerungen rückläufig.

Die Corona-Krise führte weltweit zu einem – allerdings nur temporären – Rückgang der Treibhausgasemissionen, wie der Ökonom Mathias Binswanger ausführte.

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© HSLU

RUBRIK

Felix Schumacher (Hochschule Luzern) berichtete am Holzenergie-Symposium über seine Studie zur Regelung von Holzheizwerken. Ein Ergebnis: Ein ganzjähriger Heizbetrieb ohne fossile Zusatzwärme ist nur mit Wärmespeichern möglich. Und: Die Zahl der Startvorgänge kann mit einer stufenlosen Regelung («mit Leistungsregelung») gegenüber einem Ein / Aus-Betrieb des Holzkessels («ohne Leistungsregelung») deutlich reduziert werden.

merhin konnten die Emissionen in den letzten Jahrzehnten deutlich reduziert werden, und zwar bei kleinen und noch viel mehr bei grossen Holzfeuerungen. Dr. Paul Steffen, Vizedirektor des Bundesamts für Umwelt, forderte die Produzenten der Holzenergie auf, diesen Weg konsequent fortzusetzen: «Wir müssen weitere Anstrengungen unternehmen, um die Feinstaub-Emissionen aus Holzfeuerungen reduzieren zu können.» Er verwies auf neue technologische Entwicklungen im Bereich der Vergasertechnologien. Diese erlaubten eine weitere Senkung des Ausstosses von Feinstaub. Die Anlage in Flaach setzt die Hälfte der in den Hackschnitzeln enthaltenen Energie in Wärmeenergie um, die andere Hälfte in Pflanzenkohle. Um dieselbe Energiemenge zu erzeugen wie eine Holzschnitzelfeuerung braucht es doppelt so viel Hackschnitzel.

weiter wächst. Diese Entkopplung ist in den letzten drei Jahrzehnten durchaus gelungen, wie Binswanger mit Zahlen belegte: Während die Wirtschaft (gemessen am Bruttoinlandprodukt / BIP) im Zeitraum 1990 / 2015 um 43 Prozent wuchs, ging der Energieverbrauch um 11 Prozent zurück. «Es gibt noch viel Potenzial für die Entkopplung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum durch Effizienzverbesserungen und neue Technologien», betonte Binswan-

ger. Er warnte zugleich, Rebound-Effekte nicht zu unterschätzen.

HOLZENERGIE AM RICHTIGEN ORT EINSETZEN Die energetische Nutzung von Holz ist CO2-neutral. So leistet dieser Energieträger einen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung in der Schweiz. Eine problematische Seite der Holzenergie ist indes die Entstehung von Feinstaub. Im-

HINWEIS Auskünfte zu der Tagung erteilen Dr. Sandra Hermle (sandra.hermle@bfe.admin.ch), Leiterin des BFE-Forschungsprogramms Bioenergie, und Tagungsleiter Prof. Thomas Nussbaumer (thomas.nussbaumer@verenum.ch).

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Holz ist eine Möglichkeit, um fossile Energieträger in der Wärmeerzeugung zu ersetzen. Doch nicht jeder Bereich ist für die energetische Verwertung von Holz gleichermassen geeignet, wie Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamts für Energie, am Holzenergie-Symposium ausführte. Holz empfehle sich – in dieser Prioritätenfolge – zur Bereitstellung von Prozesswärme mit hoher Temperatur, zur Erzeugung von Winterstrom in Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen und zur Produktion von Fernwärme. Erst mit vierter Priorität sollte Holz in Pelletheizungen von Ein- und Mehrfamilienhäusern verfeuert werden, erläuterte Büchel. Für das kommende Jahr stellte der BFE-Vizedirektor eine «Wärmestrategie» des Bundes in Aussicht. Als ein Pfeiler dieser Strategie zeichnet sich schon ab, dass der Fernwärme eine höhere Bedeutung zukommen dürfte, was für den Energieträger Holz interessante Perspektiven eröffnet.


ENERGIE

HINWEIS Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturm­ projekte im Bereich Bioenergie finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-bioenergie.

Um das «Netto-Null-Ziel» zu erreichen, muss der Ausstoss von Treibhausgasen durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger und durch Effizienzmassnahmen von 46 Mio. t CO2-Äquivalente (2018) auf rund 10 Mio. t im Jahr 2050 reduziert werden. Dieser «unvermeidliche» Rest soll mit Negativemissionstechnologien (dauerhafte CO 2-Speicherung) aufgefangen werden, so das vom Bundesrat 2019 beschlossene Szenario. Holz könne rund 1.5 Mio. t zu dieser Reduktion beitragen, ist Andreas Keel, Geschäftsführer von Holzenergie Schweiz, überzeugt. Dies unter der Voraussetzung, dass der Energieträger sein volles Potenzial ausschöpft, was bedeutet, die Energieproduktion aus Holz gegenüber heute nochmals um 50 Prozent zu steigern. Am Holzenergie-Symposium wurden verschiedene Innovationen vorgestellt, die einen Beitrag leisten können, um den Weg zu einer verstärkten, aber auch umweltschonenden Verwertung von Holz zu ebnen. Markus Heitzmann, Inhaber des gleichnamigen Luzerner Familienunternehmens, stellte einen neuartigen Heizkessel vor, in dem bis zu ein Meter lange Holzscheite stehend und damit platzsparend verbrannt werden können. Hansjörg Bucher (Josef Bucher AG, Escholzmatt / LU) schilderte die positiven Erfahrungen mit einem Vergaserkonzept der deutschen Firma Holzenergie Wegscheid GmbH. Mit der Anlage werden aus Sägereiabfällen Wärme und zudem Strom bei Gestehungskosten von 13 bis 15 Rappen pro Kilowattstunden erzeugt. Bucher brach eine Lanze für die früher wenig geschätzte Holzvergasungstechnologie und meinte: «Sägewerke haben noch ein grosses Potenzial zur Stromproduktion.» Ein anderes wertvolles Potenzial bietet Altholz. Da die Ressource sehr unterschiedliche Ursprünge hat und in stark schwankenden Qualitäten vorkommt, hält seine Verbrennung einige Herausforderungen parat. Hinweise zum Umgang mit dem Energieträger enthält ein Handbuch, das Dr. Urs Rhyner (Schweizerischer Verband für Umwelttechnik) beim Symposium vorstellte und das gratis bezogen werden

kann (www.svut.ch/publikationen). Adrian Lauber (Verenum AG) widmete sich der Frage, wie die 550’000 Holzfeuerungen in der Schweiz schadstoffarm und effizient betrieben werden können. Hilfestellungen dafür liefern die Experten von QS-Support, einer Initiative, die künftig unter dem Dach von Holzenergie Schweiz tätig ist.

CO2-SEQUESTRIERUNG MIT PFLANZENKOHLE Ein weiterer Schwerpunkt des HolzenergieSymposiums widmete sich einer Form von Biomasse, die Holzenergie und Klimapolitik direkt miteinander verbindet: Pflanzenkohle. Dieser Stoff wird aus Holz oder anderen Formen von Biomasse durch Pyrolyse gewonnen und bisher hauptsächlich in der Landwirtschaft als Bodenverbesserer und Futtermittelzusatz eingesetzt. Bei der Pyrolyse entsteht zugleich Wärme, die für die Bereitstellung von Heiz- und Prozesswärme genutzt werden kann. Diese

In der Schweiz ist bislang Pflanzenkohle aus naturbelassenem Holz als Bodenverbesserer zugelassen. Mehrere Anlagen zur Produktion von Wärme und Pflanzenkohle sind in Betrieb. Eine stammt von der deutschen Biomacon GmbH und steht seit 2019 in Flaach (ZH). Die Anlage produziert Wärme mit einer Leistung von 400 kW und jährlich 300 t Pflanzenkohle. Mit Gestehungskosten von 12 Rp. / kWh ergebe sich für die Wärmeproduktion eine «vernünftige Wirtschaftlichkeit», sagte Stephan Gutzwiller (Kaskad-E GmbH, Basel) und ergänzte: «Der Betriebsaufwand ist höher als bei einer Holzschnitzelfeuerung. Dagegen steht der Vorteil, dass wir für jede Kilowattstunde e r­ ­ zeugter Wärme 231 G ramm CO 2 in Form von Pflanzenkohle binden, die dauerhaft im Erdreich eingelagert w ­ erden können. Unter dem Strich ist unsere Anlage somit eine echte Negativemissionstechnologie.»

HINWEIS Die Referate des Holzenergie-Symposiums 2020 sind abrufbar unter: www.holzenergie-symposium.ch/download2020.html

© Verora

INNOVATIVE ANLAGEN, OPTIMIERTER BETRIEB

Energie ist dank dem Energieträger Holz klimaneutral. Wird die Pflanzenkohle im Boden eingebracht, ermöglicht sie eine dauerhafte Sequestrierung (Einlagerung) von CO2.

Schema der Pyrolyse-Anlage in Neuheim (ZG) zur Herstellung von Pflanzenkohle.

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UMWELT

UMWELTKOSTEN IM LEBENSZYKLUS VON PERSONENWAGEN BERECHNEN Die Initiative Vorbild Energie und Klima hat ein Instrument entwickelt, mit dem Beschaffungsverantwortliche die Lebenszykluskosten verschiedener Warengruppen mit wenig Aufwand berechnen können. Das Tool berücksichtigt auch Umweltkosten. Nun erscheint die dritte Ausgabe für die Warengruppe Personenwagen.

Gesamtheit Kosten und Effekte des Lebenszyklus

5

Lebenszyklus-Kosten (LCC)

4

Risiken

3 Gesamte Eigentumskosten (TCO)

2 1

Preis

Organisation

Gesellschaft

In dieser Grafik wird der Unterschied zwischen den TCO (Total Cost of Ownership) und den Lebenszykluskosten (LCC) verbildlicht. Die Berücksichtigung von TCO bei der Beschaffung ist schon relativ weit verbreitet. Die LCC gehen aber einen Schritt weiter, indem sie auch Umwelt- und Sozialkosten berücksichtigen. Wenn Unternehmen bei der Beschaffung die LCC beachten, weitet sich der Bereich der Verantwortung aus und entlastet die Gesellschaft.

B

ei der Beschaffung neuer Ware gilt es heute nebst Kosteneffizienz auch ökologische Ansprüche zu erfüllen. Lebenszykluskosten, oder auch Life-CycleCosts (LCC), haben sich in Zeiten verantwortungsvoller Beschaffung als Messgrösse etabliert. Der Bund fördert die Entwicklung mit einer Wissensplattform für nachhaltige öffentliche Beschaffung. Gemäss der Revision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) sind Bund und bundesnahe Unternehmen ab nächstem Jahr (2021) verpflichtet, bei der Beschaffung Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, unter anderem durch die Betrachtung der LCC eines Produktes. Deren Berechnung ist komplex und stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Deshalb hat die Initiative Vorbild Energie und Klima ein Instrument entwickelt, mit dem Beschaffungsverantwortliche die LCC verschiedener Warengruppen verhältnismässig einfach berechnen können.

// Seite 32

BERÜCKSICHTIGUNG VON UMWELTKOSTEN IN DEN LCC Herkömmlich umfassen LCC die Anfangsinvestition, jährlich anfallende Kosten wie Unterhalt oder Versicherungen, Kosten und Nutzen durch Risiken und Chancen sowie am Ende des Lebenszyklus die Kosten für die Entsorgung. Das vorliegende Tool geht aber einen Schritt weiter: Es berücksichtigt zusätzlich sogenannte Umweltkosten. Konkret sind dies Schäden, die durch Treibhausgasemissionen zu Lasten der Umwelt gehen. Sie können bei der Produktion, Nutzung und Entsorgung des beschafften Gutes entstehen. Um diese Schäden als Kosten in den LCC zu berücksichtigen, müssen sie monetarisiert werden. Das heisst, den Schäden muss ein finanzieller Wert zugeordnet werden. Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE hat sich diesem Problem in einer Studie angenommen. Die Autorinnen und Autoren kommen zum Ergebnis, dass eine

Tonne CO2 heute mit 121.50 Schweizer Franken gewichtet werden kann. Das LCC-Tool nutzt dieses Mass und zusätzlich die sogenannten Umweltbelastungspunkte (UBP). Dieses international gängige Prinzip beruht auf der Methode der ökologischen Knappheit und orientiert sich an vom Staat definierten Umweltzielen. Dadurch können CO2-Emissionen heute im LCC-Tool berücksichtigt werden. Zwar gäbe es weitere Umweltkosten wie Lärm- und Bodenbelastung oder Landverbrauch sowie soziale Kosten. Hier ist die Monetarisierung aber noch schwieriger und die Wissenschaft noch am Anfang ihrer Forschung. • Einkaufspreis • TCO (Total Cost of Ownership); Kauf,

Unterhalt, Nutzung, Entsorgung • Risiken, die Nutzerin und Nutzer tragen, Chancen, die bestehen; fehlende Erfahrungswerte, Produkt ist etwa abhängig von einem Brennstoff, dessen Preisentwicklung ungewiss ist


UNSERE

ENERGIE VERBINDET

www.energierundschau.ch


UMWELT • Monetarisierbare Umwelt- und

Sozialkosten; etwa die im Text erklärten CO2-Kosten. Sozialkosten sind etwa schlechte Arbeitsbe­ dingungen am Produktionsort. Diese sind derzeit noch nicht verlässlich monetarisierbar, man sucht aber nach Lösungen • Nicht monetarisierbare, externe Kosten; aktuell zählen Sozialkosten noch dazu

DAS LCC TOOL IN DER ANWENDUNG Das LCC-Tool wurde gemeinsam mit den zehn Akteuren der Initiative Vorbild Energie und Klima entwickelt. Die Vorlage muss demnach für sehr unterschiedliche Kerngeschäfte sowie für Personen in verschiedenen Funktionen anwendbar sein. Je nach Position ist ein unterschiedlicher Detailgrad an Informationen vorhanden und notwendig. Zur Berechnung der LCC verwendet das Instrument drei verschiedene Arten von Daten: • Dateneingabe durch die nutzende

Person, z. B. Energiepreis • Default-Werte, also Durchschnittswerte als Vorschlag, z. B. Kosten pro Tonne CO2. Diese Werte sind für fast

alle Felder vorhanden, können aber durch eigene Daten ersetzt werden. • Daten von der Herstellerfirma, z. B. Energieverbrauch

WARENGRUPPEN Lebenszykluskosten können prinzipiell für alle Gegenstände berechnet werden. Die Entwicklerinnen und Entwickler der Initiative Vorbild Energie und Klima orientieren sich für die Priorität der Warengruppen an den Bedürfnissen der Akteure. Sprich, was am häufigsten beschafft wird, soll zuerst berechenbar sein. Deshalb ist das Instrument seit September für die beiden Warengruppen IKT-Geräte und Gebäudetechnik verfügbar. Zugang erhält man unter vorbild-energie-klima.admin.ch, Dokumentation, Hilfsmittel.

LCC VON PERSONENWAGEN Die nächste Version lässt aber nicht lange auf sich warten. An einem Erfahrungsaustausch mit den Akteuren der Initiative Vorbild Energie und Klima im September 2020 wurde das LCC-Tool für Personenwagen vorgestellt. Die Entwicklung ist beinahe abgeschlossen, aktuell testen die Akteure den Prototypen. Die Endversion will die Initiative voraussichtlich Anfang Dezember veröffentlichen.

Bei der Beschaffung von Personenwagen kommen besonders viele Parameter zum Tragen. Je nach deren Ausprägung und abhängig von den Bedürfnissen der Nutzerin oder des Nutzers schneiden unterschiedliche Autos am besten ab. Der Mehrwert dieses LCC-Tools besteht darin, dass es diese Parameter in der individuellen Situation gegeneinander abwägt. Das oberste Ziel liegt in der Agilität und Einfachheit des Instruments, ohne jedoch oberflächlich zu bleiben. Es lassen sich viele verschiedene Parameter angegeben wie zum Beispiel: • Antriebsart: Aktuell stehen Elektro­

fahrzeug, Benzin, Diesel oder CNG zur Auswahl. • Förderbeiträge: Institutionen oder die öffentliche Hand fördern saubere und energieeffiziente Antriebe finanziell. Die Klimastiftung zum Beispiel unterstützt Unternehmen auf nationaler Ebene. Mehrere Kantone gewähren eine Reduktion der Motorfahrzeugsteuer oder verzichten ganz auf eine Besteuerung. • Nutzungsintensität: Die Wahl des Modells hängt auch von der Nutzungshäufigkeit sowie der Fahrdistanz ab, die mit einem Personenwagen durchschnittlich zurückgelegt wird.

Für die meisten Werte stellt das LCC-Tool Default-Werte zur Verfügung. Diese wurden aus bestehenden Datenbanken entnommen.

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UMWELT Ladestation bei Elektrofahrzeugen: Elektrofahrzeuge können zu Hause an der eigenen Ladestation oder an öffentlichen Stationen aufgeladen werden. Letzteres ist deutlich kostspieliger, besonders bei PowerStationen, welche die Batterie innert sehr kurzer Zeit füllen. • Strom-Mix bei Elektrofahrzeugen: Geplant ist ausserdem, dass man bei der Dateneingabe auch die Art des Stroms angeben kann, mit dem man die Batterie lädt. Dies wirkt sich stark auf die Umweltkosten, aber natürlich auch auf den Energiepreis aus. • Batterielaufzeit bei Elektrofahrzeugen: Je nach Batterie und Nutzung muss

HINWEIS Mehr zu diesem Thema finden Sie auf www.vorbild-energie-klima.admin.ch

diese früher oder später ersetzt werden. Das macht einen grossen Kostenunterschied aus. Zur Berechnung füllt die Nutzerin oder der Nutzer für jedes zur Auswahl stehende Modell einen Reiter mit diesen und weiteren Parametern aus. Das Instrument zieht schliesslich einen Vergleich.

BEISPIEL ELEKTROUND BENZINANTRIEB Zur Veranschaulichung liess die Initiative Vorbild Energie und Klima für einen Erfahrungsaustausch unter Fachpersonen im September 2020 einen beispielhaften Fall errechnen. Projektleiter Simon Martin wählte dafür zwei vergleichbare Kleinwagen, einen mit Benzin- und einen mit Elektroantrieb. Im Ergebnis ist zu sehen, dass der Elektrowagen in der Anschaffung teurer ist, im Betrieb aber genügend günstiger, so dass er mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus den-

noch preiswerter ist. Laut Simon Martin ist dieses Verhältnis von Anschaffungs- und Betriebskosten als Tendenz erkennbar. Dies bedeutet aber nicht, dass ein Elektrofahrzeug in jedem Fall die preisgünstigere Option ist. Je nach Situation ist ein Benziner auch auf Lebenszeit günstiger. Genau hier setzt das LCC-Tool an: Es ermöglicht die Abbildung der individuellen Situation der Nutzerin oder des Nutzers. Das LCC-Tool gibt ebenfalls an, wie lange es dauert, bis sich die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges gegenüber eines Benziners aus monetärer Sicht rechnet.

AGILITÄT BESONDERS WICHTIG Die Tools der verschiedenen Warengruppen sind im Grundsatz gleich aufgebaut. Alle haben zum Ziel, nutzungsfreundlich, agil und für verschiedene Detailgrade anwendbar zu sein. Für die Personenwagen ist die Agilität besonders wichtig. Der Automobilmarkt verändert sich im Gegensatz zum Markt für IKT-Geräte und Haustechnik besonders rasch. Hinzu kommt, dass bei den anderen beiden Warengruppen die Produkte selbst sich nicht grundlegend verändern, sondern die Produktionsweisen dahinter. Das Elektroauto hingegen ist ein radikal anderes Produkt, das in vielerlei Hinsicht nicht mit herkömmlichen Personenwagen verglichen werden kann. In der IKT-Branche besteht hingegen die Herausforderung vor allem in den vielen unterschiedlichen Herstellerfirmen und Modellen.

INITIATIVE VORBILD ENERGIE UND KLIMA

Das Ergebnis stellt das LCC-Tool besonders nutzungsfreundlich in einfach lesbaren Diagrammen dar, die eine Interpretation der Situation auf einen Blick erlauben.

Beim Vergleich des Benziners mit dem Elektrowagen muss das Fahrzeug rund vier Jahre gebraucht werden, bis das Elektromodell günstiger wird.

Von 2006 bis 2020 will der Bundesrat die Energieeffizienz innerhalb der ­B undesverwaltung und in bundesnahen ­U nternehmen um 25 Prozent steigern. Die beteiligten Akteure (seit 2017 auch öffentliche Unternehmen von Kantonen) planen und koordinieren einen Teil ihrer Massnahmen im Rahmen der Initiative Vorbild Energie und Klima. Ihr Aktionsplan umfasst 39 gemeinsame Mass­ nahmen aus drei Aktionsbereichen ­(Gebäude und erneuerbare Energien, Mobilität sowie Rechenzentren und Green IT) plus eine Reihe spezifischer Massnahmen, die jeder Akteur individuell festlegt. Aktuell gehören folgende Akteure dazu: Die Schweizerische Post, ETHBereich, Genève Aéroport, SBB, SIG, Skyguide, Suva, Swisscom, VBS und zivile Bundesverwaltung.

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RUBRIK

Das Start-up Solaxess kann Photovoltaik-Module auch in dunklen Farben, z.B. in Terrakotta-Farbtönen, bauen, womit sie sich besser in Gebäude integrieren lassen. Im Bild: Peter Roethlisberger, COO Solaxess, mit zwei Mustermodulen.

«INNOVATION MONITOR» FÜHLT DEN PULS BEI ENERGIEUND UMWELT-START-UPS CLEANTECH WIRD DIE PANDEMIE ÜBERDAUERN Start-ups im Bereich der Energie- und Umwelttechnologien sind von der Coronakrise grundsätzlich ebenso betroffen wie andere Unternehmen. Doch da die Gesellschaft weiterhin dringend auf Cleantech-Lösungen angewiesen ist, können die Jungunternehmen auf mittlere Sicht mit guten Geschäftsbedingungen rechnen. Das ist die Kernaussage einer Umfrage des «Swiss Environment & Energy Innovation Monitors», eines vom Bundesamt für Energie unterstützten Monitoring-Programms. Einzelne Cleantech-Start-ups können von der COVID-19-Krise sogar direkt profitieren. Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

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UMWELT

E

ine Krise ist immer auch eine Chance, sagt man. Diese Redewendung mag für Unternehmen, die durch die COVID-19-Pandemie in existenzielle Nöte geraten sind, wohlfeil klingen. Und doch hat sie einen wahren Kern, und das kurz- wie mittelfristig: Gewissen Unternehmen bietet die Pandemie auf kurze Frist einen neuen Absatzmarkt für ihre Produkte. Das gilt beispielsweise für das UmweltStart-up Aquama (Tolochenaz / VD), das biologisch abbaubare Desinfektionsmittel herstellt. Oder für die 2009 gegründete Firma greenTEG, deren Wärmesensoren während der COVID-19-Krise zwar im Bausektor weniger gefragt sind, dafür als Fieberthermometer in der Grippe-Prävention herangezogen werden können.

Auch mittelfristig warten auf CleantechStart-ups neue Chancen. Die Bereitstellung von ressourcenschonenden und effizienten Energie- und Umwelttechnologien ist eine Notwendigkeit, die über die Pandemie hinausweist. «Start-ups im Cleantech-Sektor bieten Lösungen für dringende Klima- und Umweltprobleme an; sie haben mittelfristig intakte Geschäftsaussichten, wenn sie Wege finden, die konjunkturelle Delle der COVID-19-Krise zu überdauern», sagt Dr. Christina Marchand, Betriebswirtschafterin am «Institut für Innovation und Entrepreneurship» der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Forscherin verweist in diesem Zusammenhang auf den «Green New Deal» der Europäischen

HINWEIS Weitere Informationen zum Innovation Monitor sowie die Studie zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Cleantech-Start-ups finden Sie unter www.innovation-monitor.ch.

Das Start-up Methanology setzt auf den langfristigen Cleantech-Trend: Die Schaffhauser Firma entwickelt Geräte, die aus atmosphärischem CO2, Wasser und erneuerbarem Strom den Energieträger Methanol erzeugen. Das Team mit einem Prototypen im firmen eigenen Labor. Gegenwärtig wird ein zweiter Prototyp entwickelt, der gleichzeitig ein marktnaher Demonstrator werden soll.

Union, der die Nachhaltigkeit zu einer Toppriorität des Kontinents erklärt hat.

JÄHRLICHE BEFRAGUNG VON JUNGUNTERNEHMEN Grundlage für diese Einschätzung ist der «Swiss Environment & Energy Innovation Monitor». Diese Datenbank beruht unter anderem auf einer alljährlichen OnlineBefragung von gut 500 Cleantech-Startups, die Christina Marchand gemeinsam mit der Westschweizer UmweltberatungsFirma Eqlosion durchführt. Der «Innovation Monitor» wurde 2014 für Energie-Startups ins Leben gerufen, 2018 wurde er auf Umwelt-Start-ups ausgeweitet, und die Daten sind seither für jedermann zugänglich. Das Monitoring-Programm verdankt sich unter anderem dem Umstand, dass seit 2011 – dem Jahr des Atomunfalls von Fukushima – eine stattliche Zahl von Neugründungen zu beobachten ist, die sich am Umbau der Schweizer Energieversorgung beteiligen. Die im «Innovation Monitor» erhobenen Daten zeigen, dass diese Start-ups mit ihren innovativen Geschäftsideen einen langen Atem brauchen: Die meisten Firmen sind mehrere Jahre nach der Gründung noch relativ klein (weniger als zehn Mitarbeiter) und fokussieren ihre Geschäftstätigkeit vorwiegend auf die Schweiz. Der Aufbau eines neuen Unternehmens bis zum Markterfolg ist in jedem Fall ein Kraftakt. Start-ups im Energiesektor haben zusätzliche Herausforderungen zu meistern: Sie bewegen sich in einem regulatorischen Umfeld, das geprägt ist durch einen erst teilweise liberalisierten Markt mit nach wie vor dominanten Energieversorgern, wie die Ergebnisse des «Innovation Monitors» der letzten Jahre deutlich machen. Dank des Monitoringprogramms weiss man heute, dass Jungunternehmen im Cleantech-Sektor mit einem Kapitalbedarf von über zwei Millionen Franken in der Regel auf ausländische Kapitalgeber angewiesen sind.

RÜCKENWIND FÜR DIGITALE GESCHÄFTSMODELLE Die diesjährige Befragung des «Innovation Monitors» wurde im Mai durchgeführt

HINWEIS Die COVID-19-Pandemie geht an den Cleantech-Start-ups nicht spurlos vorüber. Knapp drei Viertel der befragten Unternehmen beklagen einen negativen Einfluss.

Auskünfte zum Thema erteilt Annina Faes (annina.faes@bfe.admin.ch), Leiterin des BFE-Programms Wissens- und Technologietransfer.

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UMWELT und fiel auf den Peak der Corona-Krise während des Lockdowns. Die Ergebnisse gewähren einen Einblick, wie die Start-ups von der Pandemie betroffen sind – und welche Gegenstrategien ihnen bei der Krisenbewältigung helfen könnten. 125 Firmen gaben in der Onlineumfrage Auskunft über ihre aktuelle Situation. Mit elf Unternehmen wurden vertiefende Interviews geführt. 72 Prozent der Befragten gaben einen negativen Impact durch die Corona-Krise zu Protokoll. Start-ups in der Westschweiz und im Tessin waren etwas stärker betroffen als in der deutschsprachigen Schweiz, was insofern nicht überrascht, als diese Landesteile von der Pandemie stärker betroffen waren.

Dr. Christina Marchand, Co-Autorin der «Innovation Monitor»-Studie.

Yves Loerincik, Co-Autor der «Innovation Monitor»-Studie.

14 Prozent der Firmen spürten zum Zeitpunkt der Umfrage keine Auswirkungen der Krise, weitere 14 Prozent nahmen sogar positive Effekte wahr, so wie in den eingangs erwähnten Fällen. «Neben der Adaption von Produkten konnten teilweise die Kosten gesenkt werden, z.B. durch Homeoffice oder Verzicht auf Reisen», benennt Christina Marchand eine Begleiterscheinung der Krise. Der OnlineLebensmittelhändler «Magic Tomato» (Genf) und andere Anbieter von digitalen Technologien profitierten von einer grösseren Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. Andere Start-ups wiederum machten in der Krise frustrierende Erfahrungen. Die Firma Solaxess (MarinEpagnier / NE) hatte im Frühjahr einen neuartigen Typ vom Photovoltaik-Modul für gebäudeintegrierte Anwendungen marktreif entwickelt, kann diesen aber wegen der verzögerten Lieferung einer Produktionsmaschine erst im Herbst 2020 auf den Markt bringen. Halte die COVID-19-­ Krise noch längere Zeit an, drohten vielen Start-ups existenzielle Schwierigkeiten, warnen die Verantwortlichen des «Innovation Monitors».

INNOVATIONEN STÄRKEN NACHHALTIGKEIT

Die Firma greenTEG hat unter dem Namen CORE ein Fieberthermometer entwickelt, das die Körpertemperatur nicht-invasiv und genau misst. Im Zusammenhang mit COVID-19 kann das Gerät von Mitarbeitern benutzt werden, die die Abstandsregeln nicht einhalten können. Sie tragen das Thermometer dauerhaft und werden bei Auftreten von Fieber alarmiert. Zudem laufen erste Test, bei denen das Thermometer bei der Behandlung von PandemiePatientinnen und -Patienten eingesetzt wird. Bild: CORE wird am Körper mit doppelseitigem medizinischem Klebestreifen befestigt

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Die Pandemie hat die Wirtschaftsentwicklung abrupt gebremst. Verkaufszahlen schrumpfen, Projekte werden verzögert, Geldgeber agieren vorsichtiger. Eine Mehrheit der befragten Start-ups (55 Prozent) war in der Krise auf Hilfe angewiesen; gut ein Viertel der unterstützten Unternehmen taxieren die Hilfe als ungenügend. «Kommt hinzu, dass es etlichen Start-ups aufgrund der aktuellen Corona-Krise schwerer fällt, auf den


UMWELT

Die Start-ups, die von der aktuellen Pandemie positiv beeinflusst werden, nennen verschiedene Vorteile für ihre Geschäftstätigkeit.

gängigen Wegen Wagniskapital zu beschaffen», sagt Yves Loerincik, Co-Autor der «Innovation Monitor»-Auswertung. Damit droht ein herber Rückschlag, denn

80 Prozent der Start-ups brauchen in naher Zukunft mehr als 100’000 Franken neues Kapital, 27 Prozent sogar mehr als zwei Millionen Franken.

Die Ergebnisse des «Innovation Monitors» sind eine Momentaufnahme. Wie ­d ie einzelnen Cleantech-Start-ups am Ende der COVID-19-­K rise dastehen werden, lässt sich im Augenblick noch nicht vorhersehen. Die generellen Aussichten in dem Sektor bleiben grundsätzlich intakt, denn wichtige Entwicklungen spielen Jungunternehmen mit zukunftsgerichteten Energie- und Umwelttechnologien in die Hände, wie Annina Faes, Leiterin des BFE-Programms «Wissens- und Technologietransfer» festhält: «Cleantech ist weltweit und auch in der Schweiz ein stark wachsender Markt. Nachhaltige Wertschöpfungsketten, ressourcenschonende Produktion und steigende CO2-Preise sind langfristige Trends, die die Arbeitsbedingungen für Cleantech-Unternehmen begünstigen und bei der Überwindung der aktuellen Krise helfen können.»

HINWEIS Weitere Fachbeiträge aus dem Bereich Wissens- und Technologietransfer finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-ewg.


IT-SICHERHEIT

ISO 27701 – NACHWEISBARER DATENSCHUTZ? Im August 2019 wurde ohne grosses Aufsehen die ISO 27701 veröffentlicht. Damit kann ein Unternehmen nachweisen, dass es Anstrengungen zur Umsetzung des Datenschutzes umsetzt. Der Standard trägt den offiziellen Namen «Security techniques — Extension to ISO / IEC 27001 and ISO / IEC 27002 for privacy information management — Requirements and guidelines». Obwohl die Norm schon über ein Jahr verfügbar ist, sind die ersten Zertifizierungen erst seit wenigen Wochen möglich. Zeit also, sich genauer damit zu beschäftigen.

D

er Datenschutz ist schon lange ein Thema. Die OECD hat 1980 die erste Version des Privacy Frameworks herausgegeben. In England wurde der Vorgänger zur heutigen ISO 27701 erstellt, der British Standard BS 10012 : 2017 mit der Erweiterung A1 : 2018. Mit dieser Erweiterung ist der Standard kompatibel mit der Datenschutz-Grundverordnung der Europäische Union. International fehlte bis dahin ein Pendant. Zwar war mit der ISO / IEC 27552 ein Grundlagen-Dokument vorhanden, doch das genügte nicht. Im August 2019 war es dann soweit, die ISO 27701 wurde offiziell veröffentlicht.

Obschon ISO bestimmt hat, dass alle Definitionen in der ISO 27000 gesammelt werden, mussten zwei weitere Begriffe definiert werden. Es handelt sich um den «joint PII controller» (PII steht dabei für Personally Identifiable Information) und um «privacy information management system», kurz PIMS. Der erstgenannte Begriff wird dabei wie folgt definiert: «Verantwortliche für die Verarbeitung personenbezogener Daten, die gemeinsam mit einem oder mehreren anderen Verantwortlichen für die Verarbeitung die Zwecke und Mittel der Verarbeitung bestimmen».

Doch die ISO 27701 kann nicht für sich allein zertifiziert werden. Die Basis ist immer ISO 27001. Bei diesem Standard geht es darum, ein InformationssicherheitsManagement-Systeme, kurz ISMS, aufzubauen, zu unterhalten und weiterzuentwickeln. Zu den bereits vorhandenen Punkten kommen weitere Anforderungen. Die wichtigste Aussage ist etwas versteckt und wird gerne überlesen, hat aber eine enorme Tragweite. Immer wenn im Standard von «information security» geschrieben wird, muss dies durch «information security and privacy» ersetzt werden. Allein diese Ersetzung gibt einiges zu bearbeiten.

STRUKTUR

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Die Struktur orientiert sich an der ISO 27001. In Kapitel 5 werden die notwendigen Erweiterungen zur ISO 27001 definiert. Dabei gibt es nur für die Kapitel 4 (Context of the organization) und Kapitel 6 (Planning) zusätzliche Massnahmen. Doch die haben es in sich. Schon nur die SoA (Statement of Applicability) zu erweitern, gibt ein grossen Aufwand. In Kapitel 6 folgen die Erweiterungen zu den 114 Controls aus der ISO 27001. Hier ist es gerade umgekehrt. Nur zum Kapitel 17 (Information security aspects of business continuity management) hat es keine

Erweiterungen. Glücklicherweise sind es aber «nur» 29 erweiterte Controls. Leider verwendet der Standard den Begriff «Customer» für drei verschiedene Fälle: • Vertragsbeziehung zwischen Principal (natürliche/betroffene Person) und Controller (Verantwortlicher) • Vertragsbeziehung zwischen Controller und Processor (Verarbeitet im Auftrag) • Vertragsbeziehung zwischen Processor und Sub-Processor Beim Umsetzen gilt es immer alle drei Fälle zu berücksichtigen, je nachdem, in welcher Rolle sich das Unternehmen selbst befindet. Mit den Erweiterungen ist es aber nicht getan. Das Kapitel 7 definiert zusätzliche 30 Controls, die es umzusetzen gilt, wenn das Unternehmen als Verantwortlicher für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten tätig ist. Die Unterkapitel definieren Anforderungen zu «Bedingungen für die Sammlung und Verarbeitung», «Verpflichtungen gegenüber PII-Grundsätzen», «Privacy by design and privacy by default» und «Gemeinsame Nutzung, Übertragung und Offenlegung von PII». Im Kapitel 8 folgen zusätzliche 18 Anforderungen an den Processor, welcher im


IT-SICHERHEIT

Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet. Ist ein Unternehmen Verantwortlicher für die Verarbeitung und verarbeitet auch selbst Daten, gilt es beide Kapitel umzusetzen, was zusätzliche 48 Controls bedeutet (beinahe eine Verdoppelung).

(Code of practice for personally identifiable information protection) und der Anhang F zeigt, wie die Controls aus ISO / IEC 27701 mit den Standards 27001 und 27002 in Verbindung gebracht werden können.

ANHÄNGE

Wer sich bereits mit der ISO / IEC 29100 auseinandergesetzt hat, wird sicherlich bemerken, dass die beiden Kapitel 5.11 Information Security und 5.12 Privacy Compliance nicht übernommen wurden. Da ISO 27701 ja auf Basis eines ISMS aufgebaut wird, sind diese Themen bereits genügend abgedeckt.

Im Unterschied zur ISO 27001 sind die Controls nicht in einen eigenen Standard vorhanden (der ISO 27002), sondern sind direkt in einem Dokument abgedruckt. Dies macht den Standard etwas schwer lesbar. Die Anhänge A und B sind normativ, das heisst verbindlich umzusetzen, während die erwähnten Kapitel 7 und 8 informativ sind. Die Kapitel 7 und 8 entsprechen damit den Anforderungen aus ISO 27002, während die Anhänge A und B dem Anhang A aus ISO 27001 entsprechen. Die weiteren Anhänge zeigen die Verknüpfung zu anderen Normen. Der Anhang C verbindet die Controls mit der ISO / IEC 29100 (Privacy framework), der Anhang D mit der DatenschutzGrundverordnung, Anhang E mit der ISO / IEC 27018 (Code of practice for protection of personally identifiable information (PII) in public clouds acting as PII processors) und der ISO / IEC 29151

ZERTIFIZIERUNG Wie kann sich nun ein Unternehmen zertifizieren lassen? In der Schweiz gibt es bis heute keine akkreditierten Stellen. Als oberstes vergibt das IAF (International Accreditation Forum, www.iaf.nu) die Vergabe an die nationalen Stellen. In der Schweiz ist dies die SAS (Schweizerische AkkreditierungsStelle, www.sas.admin.ch). Diese wiederum vergibt an Audit-Firmen die Erlaubnis. Während es in den USA bereits eine Handvoll Unternehmen gibt, die eine Prüfung nach ISO 27701 durchführen dürfen, wird es sicherlich noch länger dauern, bis dies bei uns möglich sein wird.

ÜBER DEN AUTOR Andreas Wisler ist Inhaber der Firma goSecurity AG (www.goSecurity.ch). Er ist CISA, CDPSE, ISO 22301 sowie 27001 Lead Auditor und der erste ISO 27701 Lead Auditor in der Schweiz. Seit über 20 Jahren ist er im IT-Sicherheitsbereich tätig und unterstützt Firmen bei der Erlangung des ISO 27001 und neu des ISO 27701 Zertifikats. Alle zwei Wochen veröffentlicht er den Podcast «Angriffslustig», zu abonnieren unter www.angriffslustig.ch.

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VERTRAUEN IST GUT, KONTROLLE IST BESSER PENETRATIONSTEST FÜR EINE WEBAPPLIKATION Wie kann eine Gemeinde oder ein Unternehmen nachweisen, dass es sein Versprechen in Bezug auf Datensicherheit einhält? Ein von unabhängiger Stelle durchgeführter Pentest hat im Fall von LegacyNotes, dem Dienstleister für digitale Nachlassplanung, gezeigt, dass die Kundendaten in guten Händen sind.

I

mmer mehr Gemeinden stellen ihren Einwohnern Online-Dienste zur Verfügung. Vertrauliche Daten können auf Webportalen eingegeben werden, Auszüge mit persönlichen Details online abgerufen werden. Aber Achtung: Auch öffentliche Verwaltungen werden nicht vor Cyberattacken verschont. Die Sicherheit von Online-Diensten muss also regelmässig überprüft werden, um Schwachstellen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und beheben zu können. Einwohner müssen die Gewissheit haben, dass ihre Daten bei der Gemeinde vor Hackerattacken geschützt sind. Das

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folgende Projektbeispiel zeigt, wie dies bei anderen Organisationen funktioniert.

PERSÖNLICHE DATEN Die bei LegacyNotes hinterlegten Daten könnten persönlicher nicht sein. Es handelt sich um Kundeninformationen in Form von vorsorge- und nachlassrelevanten Daten wie Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung, Bankkonten und Versicherungen, soziale Netzwerke oder auch Bestattungswünsche. Sämtliche dieser Angaben und Anweisungen für den Nachlass liegen verschlüsselt an einem sicheren, zentralen Ort, sind auffindbar, jederzeit und von überall zu-

gänglich und ggf. veränderbar. Sie können gezielt mit Angehörigen und sonstigen Vertrauenspersonen geteilt werden – entweder sofort oder erst nach dem Tod.

FREUNDLICHE HACKER AM WERK Bei einem gemeinsamen Kick-off-Meeting zwischen den Cyber-Security-Spezialisten von terreActive und LegacyNotes wurde Ablauf und Umfang der anzuwenden­den Tests für die öffentlich zugängliche Web­ applikation definiert. Die Penetrationsversuche zielten darauf ab, mögliche Schwachstellen im System aufzuspüren und zu identifizieren. Es wurde berücksichtigt, dass sowohl potenzielle


IT-SICHERHEIT Project). Der ASVS ist eine Sammlung von etablierten Best Practices für die sichere Implementation von Web­applikationen. Die Überprüfung kategorisiert die Umsetzung der Best Practices am Untersuchungsgegenstand in: • Erfüllt oder nicht erfüllt. • Nicht anwendbar, z. B. wenn die zu prüfende Funktionalität gar nicht vorhanden ist. • Nicht prüfbar, z. B. wenn einzelne Themen von Beginn an vom Prüf­ umfang ausgeschlossen wurden.

ZUSATZNUTZEN • Im Zuge des Penetrationstests

externe Angreifer, als auch solche mit bestehender Kundenbeziehung versuchen, unerlaubt an fremde Daten zu gelangen. Der Kunde wurde während des Penetrationstests fortlaufend über den Fortschritt informiert. Parallel zu den Tests wurden die Ergebnisse sämtlicher Untersuchungsschritte analysiert und in einem AuditBericht dokumentiert.

AUDIT FÜR TRANSPARENZ UND SICHERHEIT Nach Beendigung der Tests wurden in der Abschlussbesprechung der Audit-Bericht und die Projektresultate präsentiert. Mit einer Massnahmenempfehlung zur Behebung von Risiken wurde das Projekt abgeschlossen. «Der Pentest von terreActive bestärkt uns in unserem zentralen Kundenversprechen: ‹Wir bieten Ihnen die Datensicherheit, die wir uns auch für unsere eigenen Daten auf LegacyNotes wünschen.› » – so Thomas Jaggi, Mitgründer und Geschäftsführer von LegacyNotes.

Die Cyberkriminalität nimmt ständig zu und deren Vorgehensweise wird immer raffinierter. Sensible Kundendaten sind ein wertvolles, uns anvertrautes Gut und dürfen nicht in falsche Hände geraten. Gerade bei von extern zugänglichen Webapplikationen empfiehlt es sich daher, regelmässig wiederkehrende Audits einzuplanen. So werden in strukturierter Form Schwachstellen identifiziert und fortlaufend behoben. «Die langjährigen Geschäftsbeziehungen der terreActive im Umfeld mit hochsensiblen Daten von Banken, Behörden und Versicherungen gaben uns das Vertrauen, auf den richtigen Partner für die Auditierung zu setzen,» betont Thomas Jaggi.

VORGEHENSWEISE PENETRATIONSTEST terreActive setzt u. a. auf ASVS (Application Security Verification Standard) gemäss OWASP (Open Web Application Security

wurden en passant noch weitere sicherheits­relevante Fragen in Bezug auf Zugriffs­regeln von Kunden und deren eingesetzte Stellvertreter geklärt. • Eine weitere positive Folge­ erscheinung eines Security Audits bzw. eines Pentests ist die gesteigerte Security-Awareness bei Mitarbeitenden. • Bei dem Audit wurde auch kontrolliert, ob die Online-Zahlung möglichst nahe bei der Applikation eingebettet ist, damit kein Zweifel an der Vertrauens­würdigkeit aufkommt. Gleichzeitig muss sie aber gut isoliert werden, um Angriffe über den Zahlungsdienst­leister auszuschliessen. Beim Projekt­abschluss wurden Varianten besprochen, wie diese Anforderung umgesetzt werden kann.

EIN GUTES GEFÜHL Penetrationstests gelten als effizientes Werkzeug, um die Sicherheit von Applikationen zu durchleuchten und den ­status-quo zu hinterfragen. Im Falle von LegacyNotes herrscht nun die Gewissheit, dass sowohl bei der grundsätzlichen Architektur als auch bei der technischen Umsetzung die richtigen Entscheide getroffen wurden. Für die Kunden ist dies ein wichtiges Signal. Sicherheit versprechen ist einfach, Sicherheit liefern ist anspruchsvoll.

KONTAKT terreActive AG CH-5001 Aarau Telefon +41 (0) 62 834 00 55 info@terreactive.ch www.security.ch

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© Hightech Zentrum Aargau

«Höhere Qualität als im Vorjahr»: Dr. Peter Morf, Leiter des HTZ-Schwerpunkts Energietechnologien und Ressourceneffizienz, vergleicht mit dem Vorjahr.

«ENERGIE-HACKER» WAREN WIEDER AM WERK GELUNGENE NEUAUFLAGE: HIGHTECH ZENTRUM AARGAU PRÄSENTIERTE ENERGY DATA HACKDAYS 2020 Aus den heute verfügbaren Daten lässt sich viel herausholen, das der Gestaltung einer Schweizer Energiezukunft dient, die im Zeichen von Effizienz und erneuerbaren Energiequellen steht. Auch die zweiten Energy Data Hackdays standen im Zeichen der Suche nach innovativen Lösungen. von Ruedi Mäder

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er erfolgreichen nationalen «Hacker-­ Premiere» im Vorjahr mit 100 Teilnehmenden folgte eine Zweit­ auflage. Erneut mit dem Hightech Zentrum Aargau (HTZ) als Gastgeber im Technopark Aargau in Brugg. Mehr als 120 Personen hatten sich Anfang Jahr angemeldet. Aber der für März 2020 geplante Anlass musste wegen der Corona-Pandemie auf Ende August verschoben werden. Im Frühjahr wurde als «Ad-hoc-Ersatz» ein Online«Hack-Workshop» angeboten, an dem rund 20 Personen teilnahmen. An den eigentlichen Energy Data Hackdays 2020 von Ende August engagierten sich rund 90 Personen. Von diesen nahmen 81 am «physischen» Zweitages-Event teil, ein halbes Dutzend Personen tat dies online. Das Gros der Teilnehmenden – rund 35 Personen – stammte

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aus der Energiebranche, weitere Gruppen aus dem Hochschulbereich beziehungsweise der Hacker-Community, zum Beispiel Datenarchitekten und -wissenschaftler.

32 STUNDEN HACKING Exakt 32 Stunden standen den «Hackern» zur Verfügung, um Lösungsansätze rund um die Schweizer Energiezukunft zu entwickeln. Es warteten 15 «Challenges» bzw. Projektideen darauf, von einer der spontan gebildeten, interdisziplinären Arbeitsgruppen bearbeitet zu werden. Nach Möglichkeit sollte ein funktionierender Prototyp resultieren. Die Challenges waren von Unternehmen, Hochschulen, dem Bundesamt für Energie, dem HTZ und auch von Privatpersonen definiert und eingereicht worden. Ein Dutzend Projekte wurde schliesslich ausge-

wählt. Als Rohstoff standen den «Hackern» über 200 Datensätze zu Energiethemen sowie weitere aufbereitete Ressourcen zur Verfügung. Bei den Daten handelte es sich beispielsweise um aktuelle öffentliche Daten, historische Werte und anonymisierte Profile. Tendenziell wurden eher Challenges angepackt, deren Ideengeber («Challengeowner») auch gleich Datensätze mitgeliefert hatten.

FORTSETZUNG FOLGT: 5 «CHALLENGES» An diesen fünf Challenges wird weiter­ gearbeitet: • Den eigenen Smart Meter lesen: Mehr Transparenz – der Privatkunde erhält über ein webbasiertes Dashboard gratis genaue Echtzeitdaten über seinen Stromverbrauch. Die von


IT-SICHERHEIT

© Hightech Zentrum Aargau

intelligenten Zählern (Smart Meter) erfassten Verbrauchsdaten werden mit historischen Daten kombiniert. (Ideengeber: Elektrizitätswerke des Kantons Zürich, EKZ) • Analyse der Elektromobilität: Das Ziel sind Antworten auf Fragen zum Mobilitäts- und Ladeverhalten in der neuen Ära der Elektromobilität. Wie bewegen sich die Menschen? Wo und wann werden E-Mobile aufgeladen? Wie fällt der Vergleich von öffentlichen und privaten Ladestationen aus? Zusätzlich zur erhöhten Transparenz geht es um die Abschätzung des benötigten Ausbaus der Infrastruktur. (Ideengeber: EKZ) • Optimierung von Fernwärmeverbünden: Letztlich geht es um die Minimierung von Fernwärmeanlagen, insbesondere was den Einsatz von Spitzenlastkesseln (werden für fossile Brennstoffe verwendet) betrifft. Heizen macht über 40 Prozent des Energieendverbrauchs aus. Fernwärmeverbünde ermöglichen das Ausrollen von Wärme auf der Grundlage von erneuerbaren Energien. (Ideen­geber: AEW Energie  AG, Aarau) • Analysen für das Asset Management: Künstliche Intelligenz wird eingesetzt, um vorherzusagen, wie sich der Zustand von Leistungstransformatoren innert ein bis zwei Jahren verschlechtert. Das resultierende Tool dient zur Entscheidungsunterstützung

© Hightech Zentrum Aargau

Das «Menü»: 15 Challenges – Projektideen – standen zur Auswahl.

Tüfteln trotz Corona-Auflagen: Zwei von über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Technopark Aargau.

SIE STEHEN HINTER DEN «HACKDAYS» Sie bilden die Trägerschaft der Energy Data Hackdays 2020: Die Zukunftsregion Argovia (ZURA) und das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) als Event-Partner und Opendata.ch als Veranstalter. Opendata.ch ist die Schweizer Sektion der international tätigen Open Knowledge Foundation. Sie führt seit 2012 in der Schweiz für verschiedene Branchen «Hackdays» durch. Der weltweit erste «Hackathon» wurde 1999 mit Softwareentwicklern in San Francisco (USA) durchgeführt. Die Energy Data Hackdays 2020 wurden von 13 Sponsoren finanziert, unter ihnen auch der Kanton Aargau. Als Partner-Forschungsinstitute engagierten sich die ETH  Zürich (Energy Science Centeria), das Paul Scherrer Institut PSI, die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, die Hochschule Luzern HSLU und die Fachhochschule Ostschweiz (Institut für Energietechnik). Vormerken: Smart City Lab Lenzburg am 13. / 14. November  2020 in Lenzburg: Dieses «Hackdays»-Format wird auch einen speziellen Fokus auf 2 000-Watt-Arealen haben.

von Vermögensverwaltern. (Ideengeber: Solutions-ahead Schweiz GmbH, Zürich). • Erkennung von EnergieverbrauchsAnomalien: In Wohnimmobilien und in der Industrie wird oft Energie verschwendet. Mögliche Gründe: Ein bestimmtes Benutzerverhalten, menschliches Versagen und schlecht funktionierende Geräte. Ziel ist eine Senkung des Verbrauchs von Spitzenenergie. Zu diesem Zweck wird mittels Machine Learning auf der Basis von Smart-Meter-Daten «abnormaler» Verbrauch identifiziert. (Ideengeber: Ahoy-Hoy  GmbH, Zürich).

DER DIGITALE «GEBÄUDEPASS» Beim «Gebäudepass» («building passport») handelt es sich um eine Herausforderung aus dem letztjährigen Hackathon. Die Arbeit stiess im Aargau auf besonderes Interesse. Das anvisierte Tool soll alle relevanten energiebezogenen Informationen über ein bestehendes Gebäude oder einen Gebäudepark digital dokumentieren und abbilden. Das Ziel: eine Plattform für die Energie- und Investitionsoptimierung für Gebäudebesitzer, Gemeinden, Kantone, Bund und Energieversorger. Für die Weiterbearbeitung wurde bei der Innosuisse ein Projektantrag gestellt. Die beiden Städte Aarau und Lenzburg haben mit ihren Werken – Eniwa bzw. Städtische Werke Lenzburg – Interesse bekundet, sich im Rahmen eines Innosuisse-Projektes ebenfalls zu engagieren.

«HÖHERE QUALITÄT DER DATEN UND DER RESULTATE» Nachgefragt: Dr. Peter Morf, Leiter des Schwerpunkts Energietechnologien und Ressourceneffizienz des Hightech Zentrums Aargau.

Herr Morf, weshalb hat sich das HTZ erneut als Event-Partner bei den Energy Data Hackdays engagiert? Peter Morf: «Es handelt sich laut dem Bundesamt für Energie um den grössten Anlass dieser Art in der Schweiz. Als Träger und Gastgeber mitzuwirken, ist für die Ausstrahlung des Aargaus als innovativer Energiestandort wichtig.» Wie fällt der Vergleich mit der Premiere im Vorjahr aus? «Gewisse Datensätze wurden von einigen Ideengebern nur für diese Hackdays zur Verfügung gestellt. Die Qualität der verfügbaren Daten war in diesem Jahr insgesamt sicher höher. Dies hat sich ebenfalls direkt in der Qualität der Challenges und auch der Resultate niedergeschlagen. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal auch Künstliche Intelligenz zur Lösung von Problemen herangezogen. Als Werkzeug der Datenanalyse lässt sich die so genannte KI sicher nicht mehr wegdenken.» Bleibt das HTZ auf diesem Feld engagiert? «Wir werden bei den Energy Data Hackdays  2021 mit Sicherheit dabei sein und versuchen, den Daten- und Ideenwettbewerb mit eigenen Challenges ebenfalls zu befeuern.»

KONTAKT Hightech Zentrum Aargau AG Badenerstrasse 13 5200 Brugg Telefon +41 (0) 56 560 50 50 info@hightechzentrum.ch www.hightechzentrum.ch

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MOBILITÄT

BUCHER MUNICIPAL SETZT AUF NACHHALTIGKEIT UND INNOVATION Jeden Tag wachen wir in einer Welt von mehr auf. Mehr Menschen, mehr Abfall, mehr Verkehr, mehr Emissionen – und mehr extremes Wetter. Bei Bucher Municipal blicken wir über diese Herausforderungen hinaus. Wir verwenden intelligentere, effizientere Technologien, um mehr mit der Reinigung zu erreichen und Lösungen anbieten zu können, die umweltfreundlicher sind.

Bei dem Streuautomaten Phoenix Electra ersetzten bürstenlose Elektromotoren den herkömmlichen Hydraulikantrieb.

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MOBILITÄT

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urch engagierte Zusammenarbeit und zuverlässige Technologien sind wir in der Lage stetig neue, nachhaltigere Lösungen zu entwickeln. Beispielsweise durch die Entwicklung elektrifizierter Fahrzeuge, die geringe Emissionen erzeugen. Bucher Municipal kann heute als eine der einzigen Unternehmen weltweit behaupten, elektrische Kehrfahrzeuge in den Baugrössen 2 m3, 5 m3 und 6 m3 sowie elektrische Streuer im Produktportfolio zu haben.

ELEKTRIFIZIERUNG DER ZWEITEN GENERATION Bucher Municipal geht mit der brandneuen CityCat V20e den Schritt der Elektrifizierung konsequent weiter. Die eingesetzte Batterie mit 63 kWh, die eine komplette 8-Stunden-Schicht überdauert, entspricht neuster Technologie und ist eigens für den Einsatz in diesem 2 m3 Kompaktkehrfahrzeug entwickelt worden. Ein On-Board Ladegerät mit 22 kW ermöglicht das Wiederaufladen der Batterien in nur zwei bis drei Stunden an jeder beliebigen öffentlichen Ladestation. Mit einer Energierückgewinnungsfunktion kann die Hochvoltbatterie auch beim Abbremsen aufgeladen und somit die Reichweite zusätzlich vergrössert werden. Die vollelektrische Kehrmaschine

ist auch in der 3.5 Tonnen Klasse, CityCat VS20e, erhältlich und kann mit normalem Autoführerschein gefahren werden. Dank der beeindruckend geringen Geräuschemissionen von 92 dB(A), lässt sich die CityCat V20e rund um die Uhr einsetzen. Damit ist ihr Lärmpegel gegenüber dem konventionellen Dieselantrieb etwa 10 dB(A) geringer. Zur Erklärung: Das menschliche Gehör empfindet eine Lärmzunahme von drei dB(A) als doppelt so laut. Für das Wohngebiet bedeutet dies weniger Lärm und CO2-Belastung und für die Gemeinden weniger Ausgaben. Ein einziges Kehrfahrzeug kann jährlich etwa 26 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Die CityCat V20e überzeugt nicht nur weil sie deutlich leiser, völlig abgasfrei und auf lange Sicht kostengünstiger ist als herkömmliche Dieselfahrzeuge. Dank dem Entfall von fossilen Treibstoffen, niedrigeren Wartungs-, Service- und Reparaturkosten fallen die Betriebskosten rund 73% tiefer aus. Hinzu kommt der erhöhte Auslastungsgrad, der durch den Tagund Nachtbetrieb erzielt wird und zu einer Effizienzsteigerung von 85% führt. Die CityCat V20e bietet somit auf lange Sicht sowohl ökologisch als auch ökonomisch

gesehen ein grosses Plus und setzt neue Massstäbe im Bereich der Elektrifizierung.

GROSSKEHRFAHRZEUG FÜR EFFEKTIVE REINIGUNG Mit dem vollelektrischen Grosskehrfahrzeug V65e setzt Bucher Municipal erneut Massstäbe in der emissionsfreien Flächenreinigung. Der Lithium-Ionen-Akku neuester Generation ermöglicht eine Betriebszeit von bis zu acht Stunden. Das neue Gebläse- und Luftstromsystem setzt einen Meilenstein im Prozess der Kehrgutaufnahme und bietet gegenüber früheren Modellen erhebliche Vorteile. Die Kehrgutaufnahme wird um bis zu 40% verbessert und das Lärmlevel um zwei dB(A) gesenkt. Zusätzlich kann mit der optionalen Lärmreduzierungshaube und einer ergänzenden Schalldämmung, eine weitere Reduzierung von drei dB(A) erreicht und so zu einer beachtlichen Minimierung der Geräuschemission beigetragen werden.

KLIMAFREUNDLICHE STREUTECHNOLOGIE Einen weiteren Beitrag für einen umweltund klimafreundlichen Strassen- und Winterdienst leistet Bucher Municipal mit dem Streuautomaten Phoenix Electra. Die weltweit erste professionelle, elektrisch

Die CityCat V20e und CityCat VS20e haben die Auszeichnung «Special Mention» beim German Design Award 2021 gewonnen.

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MOBILITÄT

Der Lithium-Ionen-Akku neuster Generation ermöglicht der Grosskehrmaschine V65e eine Betriebszeit von bis zu acht Stunden.

betriebene Streumaschine arbeitet CO2neutral bei gegen Null tendierenden Schadstoff­emissionen. Als Plug-and-PlayLösung steht der Phoenix Electra im Moment in Behältergrössen von 4 m³ und 5 m³ zur Verfügung.

tergrössen von 4 m 3 bis 5 m³ erhältlich und damit optimal für den innerstädtischen Allround-Einsatz geeignet. Die elektronische Steuerung steht für höchste Zuverlässigkeit und ein sehr gutes PreisLeistungs-Verhältnis.

Einfache Fernwartung. Durch die Verbindung der Fahrzeuge per Datennetz ergeben sich neue und insbesondere effiziente Supportmöglichkeiten. So sieht der Flotten­ manager allfällige Störungsmeldungen in Echtzeit und kann umgehend intervenieren.

Hoch effiziente, bürstenlose Elektromotoren ersetzen den herkömmlichen Hydraulikantrieb mit seinem typischen, physikalisch bedingten Wirkungsgradverlust. Die Elektromotoren arbeiten mit einem minimalen Verlust an Wirkungsgrad direkt auf die Fördersysteme und liefern exakt die richtige Energiemenge zum Ausbringen des Streugutes. Zudem konnte die elektronische Steuerung des Streuautomaten so genau auf die Motoren abgestimmt werden, dass eine besonders hohe Dosiergenauigkeit und ein nahezu perfektes Streubild gegeben sind. Die nahezu wartungsfreien Elektromotoren verringern zudem die Unterhaltungskosten.

«BUCHER CONNECT» – OPTIMAL VERNETZT

Geringere Betriebskosten. Der permanente Zugriff auf alle wichtigen Betriebsund Verbrauchsdaten erleichtern Fahrern und Flottenmanagern den Einsatz der Maschinen im Optimalbereich. Dadurch verringern sich Verschleiss und Energieverbrauch und der Reparaturbedarf sinkt.

Der Phoenix Electra erfordert keine Anbindung an bestehende Systeme des Trägerfahrzeuges und bildet damit seinen Betreibern eine willkommene Plugand-Play-Lösung, um die kommunale Fahrzeugflotte flexibel im Winterdienst einsetzen zu können. Der Streuautomat ist technisch abgeleitet vom konventionellen Streuautomaten Bucher Phoenix, konzipiert für den Aufbau auf Lastkraftwagen von 12 bis 23 Tonnen, in Behäl-

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Bucher Municipal hat mit Bucher Connect eine neue digitale Service-Dienstleistung entwickelt, die es ermöglicht, die gesamte Flotte miteinander zu vernetzten. Egal wie viele Fahrzeuge eingebunden sind, Bucher Connect sorgt dafür, dass sie im Optimum betrieben werden, Flottenmanager einen besseren Überblick haben und sich so die Stillstandzeiten, Betriebskosten sowie der CO2-Ausstoss reduzieren. Weniger Stillstandzeiten. Ein digitales Service- und Reparaturenbuch gibt jederzeit Einblick in die Historie und den Zustand der jeweiligen Fahrzeuge. Dies erlaubt eine vorausschauende Serviceplanung ohne Engpässe im Reinigungsdienst. Dynamische Garantie. Die Aufzeichnung wichtiger Betriebsdaten ermöglicht einen besonders effektiven Einsatz der Flotte. Mit Bucher Connect wird bei Einhaltung der Vorgaben und der Durchführung der vorgeschriebenen Wartungen bei zertifizierten Servicepartnern zusätzlich die Garantie flexibel verlängert.

Betriebskosten für Flottenmanagement. Die laufende Verfügbarkeit aktueller und bisheriger Betriebsdaten sämtlicher Fahrzeuge sowie deren Position ermöglicht Flottenmanagern, optimale Schicht- und Routenplanungen vorzunehmen und jederzeit über den Zustand der Flotte informiert zu sein.

KONTAKT Bucher Municipal AG Murzlenstrasse 80 CH-8166 Niederweningen Telefon +41 (0) 44 857 22 11 Telefax +41 (0) 44 857 22 49 info.ch@buchermunicipal.com www.buchermunicipal.com


RUBRIK

SELBSTFAHRENDE SCHNEEFRÄSSCHLEUDER ZAUGG-ROLBA 500 JETZT DANK WECHSELNUTZEN NOCH WIRTSCHAFTLICHER Neu und einzigartig: Die selbstfahrende Schneefrässchleuder mit Wechselnutzen bringt eindeutig mehr Wertschöpfung.

DIE ZAUGG-ROLBA R500 Die neue Rolba R500 ist einzigartig von der Dimension und Leistung her. Es gibt keine vergleichbare selbstfahrende Schneefrässchleuder in dieser Art und Grösse auf dem Markt. Der Leistungsumfang kann genau an die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Verschiedene Fräsbreiten stehen zur Auswahl. Nebst dem Direktauswurf werden unterschiedliche Kaminlängen oder sogar ein Teleskopkamin angeboten. Bei Bedarf kann die R500 für einen Wechselnutzen vorbereitet werden. Zum Beispiel im Hinblick auf einen Ausleger-Mäher.

DIE NEUE DIMENSION Die neue ZAUGG-Rolba R500 läutet eine neue Dimension im Bereich der selbstfahrenden Schneefrässchleudern ein. Nur schon die kompakten Abmessungen –  Länge 546, Breite 180 bis 210, Höhe 307, Radstand 200 und Wendekreis 480 cm –  legen davon Zeugnis ab. Auch das Gesamtgewicht von zirka acht Tonnen im Verhältnis zu den 170 kW des MTU Dieselmotors lassen einiges an Leistung erwarten. Einem Dieselmotor auf dem neusten Stand der Technik und entsprechend den aktuellsten Vorgaben bezüglich Abgas-Emissionen. Zudem sind auch die Geräuschemissionen sehr gering. Je nach

Konfiguration und Schneeverhältnissen erreicht man eine Räumleistung von rund 1 800 Tonnen pro Stunde und eine Wurfweite von bis zu 40 Metern.

DIE SCHNEEFRÄSSCHLEUDER Die zweistufige ZAUGG-Rolba Schneefrässchleuder SF 90-100 kann in drei Breiten gewählt werden und wird mittels einem Joystick bedient. Der Antrieb erfolgt mechanisch – also mit maximaler Leistung. In einem einzigen Durchgang wird der Schnee bis 130 cm hoch geräumt. Auf Wunsch gibt es eine Klappschar. Der Schneeauswurf hängt von der verwendeten Auswurftechnik ab. Nebst einem 2-Klappen- und einem 4-Klappen- steht auch ein Teleskopkamin zur Auswahl. Und nicht zu vergessen die Option Direktauswurf, die besondere Effizienz garantiert. Die Fräse ist über eine DreipunktAushebung mit dem Fahrzeug verbunden. Die damit neu ermöglichte Geräteentlastung, sorgt im Arbeitsbetrieb für eine genauere Bodenanpassung und für die notwendige Schwingungstilgung bei der Dislokation.

DAS TRÄGERFAHRZEUG Die Motorisierung ist für die Abgasstufe EuroMot Step V ausgelegt und bietet einen stufenlosen, hydrostatischen Fahrantrieb mit zwei mechanischen Fahrstufen und einem

Tempomaten. Für die Dislokation kann bis 40 km / h schnell gefahren werden. Die Räumgeschwindigkeit liegt nach Bedarf zwischen 0.15 – 40 km / h. Dank Front-, Heck, Allrad und Hundeganglenkung ist die R500 extrem agil und eignet sich besonders für die Schneeräumung in sehr engen Verhältnissen.

DIE FAHRERKABINE Die auf Hydrolagern gefederte DoppelKabine ist sehr komfortabel und schallisoliert. Das Bedienkonzept wurde nach neusten Erkenntnissen und strikte ergonomisch ausgeführt. Es besteht aus einem Joystick für die Bedienung der hydraulischen Funktionen der Schneefrässchleuder, des Tempomaten und des Fahrantriebs. Mit dem handlichen, multifunktionalen Steuerungsknopf kann durch Drehen und Drücken der farbige 12-Zoll Kontrollbildschirm bedient werden. Auf dem Bildschirm sind alle wichtigen Informationen, Funktionen sowie die optionale Kameraüberwachung in absolut neuartiger und übersichtlicher Art und Weise dargestellt. Damit wird eine umfassende Kontrolle der Rolba R500 sichergestellt. Die Sicht nach hinten ist sichtlich besser dank der bemerkenswert niedrig ausgefallenen Motorhaube.

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MOBILITÄT

WECHSELNUTZEN BRINGT DOPPELTEN NUTZEN Wenn von Anfang an die Option Wechselnutzen eingeplant wird, gewinnt man die Möglichkeit, die Rolba 500 rund ums Jahr einsetzen zu können. Ein Auslegermäher verdoppelt die Einsatzzeit der R500 ohne weiteres.

DIE WARTUNG Dank der neu konzipierten hydraulisch nach hinten kippbaren Motorhaube ist der Zugang zum Motorraum ausserordentlich einfach und die Wartung damit extrem erleichtert.

OPTIONEN FÜR GESTEIGERTEN KOMFORT Klimaanlage, Zentralschmierung, Anbauvorrichtung für Wechselnutzen, breite Bereifung, verschiedene Auswurfkamine und Kaminverlängerungen, Rückfahrkamera, Birdview, Farbvarianten, zusätzliches Heckgewicht, Kabinenlift, Seitenmesser, Seitenschutzbleche, LED-Kennleuchte.

KONTAKT ZAUGG AG EGGIWIL CH-3537 Eggiwil Telefon +41 (0) 34 491 81 11 www.zaugg.swiss

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MOBILITÄT

FÜR DEN URBANEN EINSATZ LOKALE UND EMISSIONSFREIE MOBILITÄT AUF DEM PRÜFSTAND von Dirk Beneditz

Die Modelle eVito und eSprinter sind nun fit für den urbanen Einsatz. Batterieelektrisch angetriebene Mercedes-Benz-Vans sind nun für das ganze gewerbliche Einsatzspektrum nutzbar. Das Angebot ist frei skalierbar, sprich, sowohl für die Konzernflotte als auch für Einzelunternehmer mit kleinem Fuhrpark geeignet. Auch der Einsatz auf der Langstrecke rückt nun in den Fokus.

Es geht nicht nur um die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte, sondern auch um die Gestaltung der Gesamtlösungen.

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ffizient, wirtschaftlich, flexibel und jederzeit verlässlich: Batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge werden im Betriebsalltag eines Fuhrparks an den gleichen Parametern gemessen wie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Mit dem nun verfügbaren eVito tritt Mercedes-Benz Vans den Nachweis an, dass elektrifizierte Modelle konkurrenzfähig sind und mit den klassischen Verbrennungsmotoren abhängig vom Einsatzzweck bei den Kosten gleichziehen können. Deshalb geht die Marke mit dem Stern seit der Vorstellung der eDrive@VANs-Strategie einen neuen Weg: Bei der Bewertung verschiedener Antriebsoptionen spielt der jeweilige Einsatzzweck die entscheidende Rolle. Batterieelektrischer Antrieb oder klassischer Verbrenner werden ausschliesslich danach ausgewählt, ob sie für einen definierten Anwendungsfall die optimalen Voraussetzungen bieten. Ergänzt wird das Antriebsportfolio in einer mittel-

fristigen Zukunft durch die Brennstoffzelle. Welche Vorzüge diese Technologie mitbringt, zeigt der Concept Sprinter F-CELL. Um möglichst vielen Transportanforderungen gerecht zu werden und verschiedensten Branchen den Einstieg in die lokal emissionsfreie Elektromobilität zu ermöglichen, steht nach dem eVito mit dem eSprinter das zweite Modell zur Verfügung. Der LargeVan feiert nun seine Marktpremiere.

PRAXISTAUGLICHKEIT MIT APP Dass das neue Modellangebot mit dem eVito die Erwartungen der Kunden erfüllt, zeigt das Interesse an dieser neuen Form der Mobilität schon im Vorfeld der Markteinführung: Die positive Kundenresonanz untermauert unter anderem die starke Nutzung der eVAN Ready App, mit der online getestet werden kann, ob batterieelektrische Modelle im eigenen Fuhrpark eine Rolle spielen können.

«Ein lokal emissionsfreier Fuhrpark, der trotzdem alle Erwartungen an Alltagstauglichkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt: Der eVito löst diese scheinbaren Gegensätze auf. Wir stehen an der Spitze dieser Entwicklung, werden das Momentum nutzen, mit dem eSprinter nachlegen und mittelfristig das gesamte Transporter-Portfolio mit einem batterieelektrischen Antrieb ausstatten. Denn wir wollen, dass die Entscheidung für eine bestimmte Antriebsvariante vom jeweiligen Einsatzzweck bestimmt wird und nicht von der Verfügbarkeit der passenden Fahrzeugklasse», betont Michael Pflüger, Managing Director Mercedes-Benz Vans Schweiz.

REICHWEITE UND LADEZEIT Die Mobilitätswende wirkt sich schon heute immer stärker auf den urbanen Verkehr aus. Mercedes-Benz Vans hat mit dem eVito eine Vorreiterrolle für lokal emissionsfreien, gewerblichen Güterverkehr im urbanen

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MOBILITÄT

Raum übernommen. Fahrleistungen und Reichweite des neu vorgestellten eVito Tourer für den Transport von bis zu acht Personen definieren eine neue Dimension. Der neue Mercedes-Benz eVito Tourer übernimmt die eigenständige Optik des Vito mit Verbrennungsmotor. Doch unter der dynamischen Front sitzt der elektrische Antriebsstrang (eATS), der mit einer Spitzenleistung von 150 kW die Vorderräder antreibt. Die E-Maschine, das Getriebe mit fester Übersetzung, das Kühlsystem sowie die Leistungselektronik bilden dabei eine kompakte Einheit. Die Energie wird in einer Lithium-Ionen-Batterie im Unterboden des Fahrzeugs gespeichert. Die Höchstgeschwindigkeiten von 140 km/ h in Serie und 160 km / h als Sonderausstattung gewährleisten auch abseits des Stadtverkehrs – und das bei einer Reichweite von bis zu 378 Kilometer und für bis zu acht Personen ein zügiges Vorankommen. Dank intelligenter Betriebsstrategie lädt der Mercedes-Benz eVito Tourer seine Batterie auch während der Fahrt. Im Schub- oder Bremsbetrieb wird die mechanische Drehbewegung in elektrische Energie gewandelt und zum Laden der Hochvolt-Batterie verwendet (Rekuperation). Darüber hinaus helfen drei Fahrprogramme dem Kunden dabei, während der Fahrt individuell und auf Knopfdruck zwischen maximalem Komfort und maximaler Reichweite zu wählen. Durch die Unterbringung der Batterie im Unterboden steht der Innenraum uneingeschränkt zur Verfügung. Damit erfüllt der eVito Tourer höchste Ansprüche an Funktionalität und Variabilität in vielen Bereichen der Personenbeförderung.

QUALITÄTEN DES ­SEGMENTBEGRÜNDERS Der eSprinter ist nun auch auf dem Markt. Der Segmentbegründer bei den LargeVans ist der perfekte Begleiter, wenn das Fahrzeug als rollende Werkstatt oder auch als geräumiges Lieferfahrzeug genutzt wird. Der neue eSprinter wird zunächst als Kastenwagen mit Hochdach und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3 500 Kilogramm angeboten. Das maximale Ladevolumen erreicht wie beim Sprinter mit Verbrennungsmotor 10.5 Kubikmeter. Mit einer installierten Batteriekapazität von 55 kWh beträgt die voraussichtliche Reichweite rund 150 Kilometer bei einer maxi-

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E-Mobilität kann im Betriebsalltag nun Mainstream werden.

malen Zuladung von 900 Kilogramm. Mit der zweiten Batterieoption können Kunden andere Prioritäten bei den Einsatzparametern setzen. Drei Batterieeinheiten mit einer Kapazität von 41 kWh ermöglichen eine Reichweite von rund 115 Kilometern. Im Gegenzug steigt die maximale Zuladung um rund 140 Kilogramm auf ungefähr 1 040 Kilogramm. Der Elektroantrieb im eSprinter leistet wie das Diesel-Einstiegsaggregat 85 kW mit einem Drehmoment von bis zu 300 Newtonmeter. Wie beim eVito lässt sich die Höchstgeschwindigkeit passend zum Einsatzweck konfigurieren: Auf ein Maximaltempo von 80 km/h, oder bis zu 120 km / h wenn es schneller gehen muss.

BRANCHENSPEZIFISCHE ­LÖSUNGEN Zur eDrive@VANs-Strategie gehört jedoch nicht nur die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte, sondern die Gestaltung einer Gesamtsystemlösung für den jeweiligen Fuhrpark. Dazu gehören beispielsweise die Beratung bei der Auswahl des Fahrzeugs, die Unterstützung mit Tools wie der eVAN Ready App oder die ganzheitliche Betrachtung der Total Cost of Ownership. Entscheidend ist für potenzielle Nutzer von eVito und eSprinter zudem die Analyse der organisatorischen und technischen Gegebenheiten an den Standorten von gewerblichen Kunden. Schliesslich schafft die Integration eines intelligenten Ladeinfrastrukturkonzepts die Voraussetzungen, um mit einem gewerblichen Fuhr-

park Ressourcen zu schonen und wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung spielt Customer Co-Creation. Auf eine umfassende Bestandsaufnahme folgen die gemeinsame Entwicklung individueller Problemlösungen in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Kunden und eine fundierte Beratung. Diese deckt alle Teilgebiete von der Fahrzeugauswahl über die Ladeinfrastruktur bis hin zur energetischen Ertüchtigung der Standorte ab. Neue Wege bei der wirtschaftlichen effizienten Fuhrparksteuerung bieten die digitalen Dienste von Mercedes PRO connect. Dazu gehören Dienste zum Service- und Wartungsmanagement ebenso wie eine Fahrstilanalyse, eine optimierte Kommunikation zwischen Flottenmanager und Fahrer oder die mobile Überprüfung, ob Türen verriegelt und Fenster geschlossen sind. Darüber hinaus bietet Mercedes-Benz Vans mit einem neuen Dienst erstmals die Möglichkeit, ein intelligentes Lastmanagement zu nutzen und dabei auch den Ladezustand jedes Fahrzeugs im Blick zu behalten. Dadurch kann die Ladeinfrastruktur optimal eingesetzt werden, und zusätzliche Investitionen in die Ertüchtigung des Standorts können entfallen. Das Angebot von Mercedes-Benz Vans ist frei skalierbar und somit auf unterschiedlichste Fuhrparkgrössen vom Einzelunternehmer mit einem Fahrzeug bis zum Konzern mit mehreren Hundert Fahrzeugen


MOBILITÄT

Das Antriebskonzept passt sich den Kundenwünschen an.

ausgerichtet. Die Individualisierung des Angebots erstreckt sich auch auf den Arbeitsplatz hinter dem Lenkrad, der das Komfort-Niveau eines Pkw erreicht.

DIE KÖNIGSDISZIPLIN Ein definierter Einsatzzweck als Startpunkt für die Konfiguration des genau passenden Fahrzeugs mit batterieelektrischem Antrieb erfordert eine ganzheitliche Betrachtung eines Fuhrparks. Dazu gehört auch, dass Wechselwirkungen unterschiedlicher Variablen stärker als je zuvor einkalkuliert werden müssen. Eine möglichst grosse Reichweite und die Nutzung komfortabler Extras stehen sich unter Umständen diametral gegenüber und müssen auf den jeweiligen Einsatzweck abgestimmt werden. Aus Gründen der Effizienz und der Ressourcenschonung ist das Energiemanagement in allen Fahrzeugen von Mercedes-Benz eine wichtige Disziplin, bei batterieelektrisch betriebenen Modellen jedoch die entscheidende – die «Königsdisziplin». Die Nutzung der Sitzheizung, eine effiziente Steuerung der Heizung im Winter oder eine eingeschaltete Klimaanlage im Sommer wirken sich direkt auf die Energiebilanz und somit die Reichweite aus. Mercedes-Benz Vans schafft hier eine ausgewogene Balance, die die Anforderungen der Reichweite ebenso berücksichtigt wie das Wohlfühlklima am Arbeitsplatz hinter dem Lenkrad. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Pre-Conditioning: Damit lässt sich der Fahrzeuginnenraum schon vor dem Start des Motors je nach Aussentemperatur aufwärmen oder kühlen. Das bringt nicht nur ein deutliches KomfortPlus für Fahrer und Passagiere, sondern verringert auch den Energiebedarf für die Klimatisierung während der Fahrt. Lastspitzen werden so effektiv vermieden.

Eine zusätzliche Reichweitensteigerung ermöglicht die Rekuperation. Das tatsächliche Einsparpotenzial hängt wesentlich vom Einsatzzweck (unter anderem Nutzlast) und den Fahrzyklen ab. Diese Form der Energierückgewinnung entfaltet ihr volles Potenzial vor allem im Stadtverkehr mit vielen Verzögerungsphasen. Deshalb werden im eVito drei Fahrprogramme und zusätzlich vier Rekuperationsstufen angeboten, die es nach unterschiedlichen Nutzungsparametern und individuellen Fahrstilen dem Fahrer ermöglichen, stets das Optimum aus seinem Fahrzeug herauszuholen.

KEINE KOMPROMISSE Um den eVito und demnächst auch den eSprinter im Markt zu etablieren, müssen Funktionalität, Sicherheit, Komfort und Alltagstauglichkeit das gleiche Niveau erreichen wie bei Modellen mit Dieselantrieb. Der gleiche Anspruch gilt für die Zuverlässigkeit auch bei starker Beanspruchung im harten Alltag gewerblich genutzter Fahrzeuge und für ein verlässliches Wartungsund Servicemanagement. Mercedes-Benz Vans bietet einen Rundum-die-Uhr-Service und ein flächendeckendes Aftersales-Netz mit entsprechend geschulten Service-Mitarbeitern. Im Alltag des Flottenmanagements bildet diese Service-Qualität inklusive kurzer Wartungsund Reparaturzeiten die Basis für eine Minimierung von Ausfall- und Standzeiten. Das Vertriebs- und Servicenetz stellt sicher, dass eine batterieelektrische Flotte wirtschaftlich und komfortabel betrieben werden kann.

ERWEITERUNG DER EDRIVE@VANS-STRATEGIE Mehr denn je macht Mercedes-Benz Vans die Auswahl des passenden Antriebskon-

zepts vom Kundennutzen abhängig. Mit in Betracht gezogen werden neben der Fahrzeugtechnik auch Systemgewicht, Lade- oder Betankungszeit, Reichweite und Wirtschaftlichkeit. Mit der Brennstoffzelle ergänzt Mercedes-Benz Vans künftig die eDrive@VANs-Strategie. Der Concept Sprinter F-CELL zeigt am Beispiel eines teilintegrierten Reisemobils die gesamte Bandbreite der charakteristischen Vorteile einer Brennstoffzelle von einer hohen Reichweite bis zur lokal emissionsfreien Mobilität. Eigenschaften, die auch für andere Einsatzzwecke wie beispielsweise bei längeren Kurierfahrten oder für Kleinbusse im interurbanen Betrieb optimal geeignet sind. Der Concept Sprinter F-CELL verbindet Brennstoffzellen- und Batterietechnik zu einem Plug-in-Hybrid. Aus dem intelligenten Zusammenspiel von Batterie und Brennstoffzelle ergeben sich eine elektrische Leistung von etwa 147 kW und ein Drehmoment von 350 Newtonmetern. Die drei Tanks im Unterbau speichern insgesamt 4.5 Kilogramm Wasserstoff und ermöglichen so eine Reichweite von rund 300 Kilometern. Ist eine höhere Reichweite gefragt, kann ein weiterer Tank im Heckbereich ergänzt werden, was die Reichweite auf bis zu 530 Kilometer steigert.

KONTAKT Mercedes Benz Schweiz AG Bernstrasse 55 CH-8952 Schlieren Telefon +41 (0) 44 755 80 00 info_ch@mercedes-benz.com www.mercedes-benz.ch/vans

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MOBILITÄT

ELEKTRISCHE FORTBEWEGUNG UND PROFESSIONELLE LÖSUNGEN IM KOMMUNALEN BETRIEB ERGONOMISCH UND UMWELTFREUNDLICH VON ECKOLD ECKOLD aus dem Churer Rheintal bietet nützliche Lösungen für Logistik- und Transportaufgaben für Werkhöfe, Facility Management und mobilen Service.

Elektrofahrzeug, extrem wendig mit Anhänger.

ELEKTRISCH AUF DEM BETRIEBSGELÄNDE EMISSIONSFREI SCHLEPPEN, RANGIEREN, TRANSPORTIEREN UND FAHREN Effizientes, ergonomisches und sicheres Arbeiten auf dem Betriebsgelände, Werkhof oder innerhalb von Gebäuden gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ein unverzichtbares Hilfsmittel ist dabei der Elektroschlepper. Damit können Container aus dem Kellergeschoss oder über das Betriebsgelände geschleppt oder Anhänger auf engem Raum präzise rangiert werden. Die Last wird einfach angehängt. Je nach Gewicht, das bewegt werden soll, seien es nur ein paar 100 kg, oder mehrere Tonnen, gibt es das geeignete Gerät. Der Bediener läuft mit dem Gerät mit und lenkt ergonomisch und sicher über die Deichsel, wo die Bedienknöpfe integriert sind. Alles mit geringem Kraftaufwand.

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Francesco Foti, Kundenberater bei ECKOLD schwärmt von den vielen Anwendungen, bei denen sich diese Schlepper schon bewährt haben. «Die Anwendungsmöglichkeiten sind unbegrenzt. Ich staune immer wieder selbst, wie diese Geräte die Arbeit erleichtern und effizienter gestalten. Und man kann sehr präzis manövrieren, dank der Wendigkeit auch auf engem Raum. Das zeigt sich jeweils sehr schnell, wenn wir mit unseren Vorführgeräten Tests bei den Kunden machen. Und mit dem umweltfreundlichen Elektroantrieb entsprechen sie dem Zeitgeist», berichtet Foti mit Begeisterung. Neben Elektroschleppern bietet ECKOLD eine ganze Palette weiterer Elektrogeräte, mit denen Personen, Lasten und Güter auf Werkhöfen, Firmengeländen und Privatgrund befördert werden können. Die

Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter fährt mit, und die Güter werden auf dem Gerät mitgeführt oder auf einem Anhänger oder im Container befördert. Es gibt beispiels-

Schleppen von Spezialcontainer.


MOBILITÄT ALUCA eine einzigartige 8-jährige PremiumGarantie. Der Kunde profitiert dabei auch vom geringen Gewicht der Einrichtung und somit von einem verringerten Kraftstoffverbrauch und erhöhter Nutzlast. ALUCA Einrichtungen sind zudem crashgeprüft. Die ganze Einrichtung wird individuell konfiguriert und produziert. Die Spezialisten von ECKOLD stehen den Kunden mit ihrer Erfahrung und ihren guten Tipps, sei es bei cleveren Sonderlösungen, Zubehör oder Vorschlägen über Ladungssicherung, zur Seite. Für einfache Lösungen führt ALUCA auch ein Sortiment an preisgünstigen Standardmodulen. ECKOLD ist Generalimporteur von ALUCA für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein und verfügt über ein flächendeckendes Netz an 25 zertifizierten Partnern für den fachgerechten Einbau der Einrichtungen. Sollte die ALUCA Fahrzeugenrichtung nach Ablauf der 8-jährigen Premium-Garantie und weiteren Jahren des Einsatzes nicht mehr weiterverwendet werden, so kann das Aluminium als wertvoller Rohstoff zu 100% wiederverwertet werden. Die ECKOLD AG im bündnerischen Trimmis ist seit Jahrzehnten ausgewiesener Spezialist für Fahrzeugtechnik in der Schweiz. Das erfahrene Beraterteam aus der 50-köpfigen Belegschaft ist in der ganzen Schweiz stationiert und unterstützt die Kundschaft, die passende und bedürfnisgerechte Lösung zu finden. ALUCA Fahrzeugeinrichtungen: Fahrzeug von Energieversorger für die Installation von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge

KONTAKT weise Fahrzeuge mit spezieller Ausrüstung für Putz-Equipen, für Mechaniker, für die interne Postverteilung, oder ganz einfach ausgerüstet mit verschiedenen Körben oder Kisten, um die verschiedensten Güter auf dem Gelände oder im Gebäude von A nach B zu bringen. Den Anwendungsmöglichkeiten sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.

ten, Gemeinden, auf Camping-Plätzen, in Parks oder auch in Zoos anfallen. Modular bedeutet: unterschiedliche Transportbehälter für unterschiedliche Einsatzzwecke. Bei erhöhtem Transportbedarf gibt es passende Anhänger dazu. Die Reichweite dieser Fahrzeuge beträgt ca. 120 km, die Höchstgeschwindigkeit 45 km / h.

ELEKTRISCH AUF DIE ÖFFENTLICHE STRASSE

ALUCA FAHRZEUGEINRICHTUNGEN FÜR SERVICE-, UNTERHALTSUND EINSATZFAHRZEUGE

Wenn es vom Betriebsgelände herunter auf die öffentliche Strasse gehen soll, bietet ECKOLD neu auch die modularen Elektrodreiräder von vRbikes an. Diese eignen sich im Kommunaleinsatz für Arbeiten wie Vorwischen, Grünzeug-Transporte, Transporte von Reinigungs-Equipment, Entleerungstouren von Robidog Boxen oder für die Abfallentsorgung, wie sie in den Städ-

Viele Kommunen, Industrielle Betriebe, Bauämter und Polizeikorps in der ganzen Schweiz schwören auf die Einrichtungen von ALUCA. Als Pionier für Fahrzeugeinrichtungen ganz aus Aluminium verfügt ALUCA über umfassende Erfahrung mit dem Werkstoff, der leicht, widerstandsfähig und langlebig ist. Von der Qualität und Stabilität seiner Einrichtungen überzeugt, gewährt

ECKOLD AG Rheinstrasse 8 CH-7203 Trimmis Telefon +41 (0) 81 354 12 50 verkauf@eckold.ch www.eckold.com

Elektrodreirad von vRbikes.

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Der historische Flügel des Schlosses und der moderne Neubau treten in einen spannenden Kontrast und bilden gleichzeitig eine harmonische Einheit.

SCHLOSS VON ECHALLENS: EHRGEIZIGE TRANSFORMATION Ein neuer Schlossplatz, diverse archäologische Überraschungen und eine «Galette» – die gelungene Umgestaltung des Schlosses von Echallens präsentierte sich für die Steiner AG als Herausforderung zwischen Erhalt und Neugestaltung.

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challens liegt inmitten einer fruchtbaren Landschaft, der «Kornkammer» des Genferseegebiets zwischen Lausanne und Yverdon-les-Bains; das kleine Städtchen ist der Hauptort der Region. In seinem Zentrum thront auf einer Anhöhe das Schloss, das als Ausgangspunkt der Stadtentwicklung gilt und noch heute ihre Geschichte widerspiegelt. Erstmals namentlich erwähnt wird der Bau im Jahr 1274, rund 200 Jahre später brandschatzen ihn die Eidgenossen, nach seinem Wiederaufbau dient er lange als Residenz für die Vögte von Orbe-Echallens. Seit 1816 ist das Schloss in Besitz der

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Gemeinde Echallens, die hier ihre Gemeindeverwaltung und eine Primarschule untergebracht hat.

PLATZ FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT Um den historischen Ort zu würdigen und ihn neu zu beleben, plante die Gemeinde Echallens zunächst nur die Renovierung einiger Räumlichkeiten im Nordflügel des Schlosses. Schliesslich entschied sie sich aber für eine Transformation der gesamten Anlage. Sie wählte das Konzept des Architektenbüros AARC Architects in Challens aus, das die Renovierung mit einem Neubau verbindet: Durch die Schaffung eines

neuen Gebäudeflügels wollte man den alten Innenhof einrahmen und besser betonen. Das ermöglichte zusätzlich die Realisierung eines Verbindungsgebäudes unter dem offenen Platz. Zudem wurden einige provisorische Gebäudeeinheiten ersetzt. Dadurch konnten verschiedene Wünsche und Modifikationen kombiniert werden. Den öffentlichen Wettbewerb für die Durchführung des Projekts entschied die Steiner AG für sich: Um das Projekt umzusetzen, brauchte die Gemeinde Partner, die sowohl im Bereich der Renovierung als auch im Neubau versiert sind. Steiner leitete


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Der Innenhof des Schlosses ist mit vier Getreide-Ähren geschmückt, welche die bisherigen Ausgaben des Weizen- und Brotfestivals symbolisieren.

die Umgestaltung des Standorts und bewältigte neben den planmässigen Aufgaben auch noch archäologische Entdeckungen, die Änderungswünsche der Mieter während des Projektes sowie diverse Überraschungen, die die ehemaligen Erbauer des Schlosses hinterlassen hatten.

DREISTUFIGES PROJEKT Der Umbau und die Erweiterung der Schlossanlage gliederte sich in drei Teile. In der ersten Phase wurden das neue Gebäude und die Tiefgarage mit rund 40 Stellplätzen realisiert. Die zweite Phase des Projekts konzentrierte sich auf den Bau von Räumen unter dem bestehenden Vorplatz; dieser Teil erhielt während der Bauarbeiten die Bezeichnung „Galette“. Er wurde in zwei Phasen erstellt, um während der gesamten Bauarbeiten den Zugang zum Südflügel des Schlosses und für den Feuerwehrdienst zu gewährleisten. Schliesslich wurde der Nordflügel renoviert, um die Arbeitsbereiche wiederherzustellen und die verschiedenen Treppenhäuser des Schlosses zu verbinden. Die neuen, ergänzenden Gebäudeteile ermöglichen, alle kommunalen Dienste zusammenzuführen sowie andere Versorgungsunternehmen für die Öffentlichkeit an einem Ort zu zentrieren (Kantonspolizei, Gendarmerie, Regionales Arbeitsvermittlungszentrum, Arbeitslosenfonds und Verein für Familienhilfe). In der «Galette» unter dem angehobenen Schlossplatz entstand auch ein neuer Empfangsbereich mit Rezeption für die öffentlichen Einrichtungen. Von diesem zentralen Ort aus werden die Besucher über Korridore in die verschiedenen Abteilungen sowohl im Schloss als auch im neuen Gebäude geleitet. Zudem sind hier die Ratskammer, die Cafeteria

und mehrere Tagungsräume untergebracht. Der Zugang zur «Galette» erfolgt vom unteren Platz aus, was sie zum Fenster der kommunalen Einrichtung zum Dorf hin macht.

GEWALTIGE HERAUSFORDERUNG Die unterschiedlichen Bereiche des Schlosses erforderten sehr verschiedene Herangehensweisen: Der Nordflügel ist als historisches Denkmal eingestuft, hier war besonders sorgfältig und gemäss den strikten Auflagen vorzugehen. Zuerst wurde das Gebäude vollständig entleert und Asbest entfernt. Dann verstärkte man die verschiedenen Böden und installierte erdbebensichere Wände. Mit weiteren Eingriffen sollte die Wärme- und Energie-

In den alten Schlossmauern bilden moderne Treppen nach dem umfangreichen Umbau einen markanten Blickfang.

bilanz des Gebäudes verbessert werden. Ein Pelletkessel versorgt die drei Gebäudeteile nun zusammen mit einer Photovoltaikanlage auf dem neuen Gebäudeflügel. Doch bereits während der Bauarbeiten mussten immer wieder Anpassungen vorgenommen werden. Steiner arbeitete vorwiegend mit regionalen Partnern

Die Gemeindeverwaltung von Echallens verfügt nun über moderne und lichtdurchflutete Büroräumlichkeiten mit Zukunft.

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Da es während den Bauarbeiten diverse archäologische Entdeckungen gab, mussten immer wieder Anpassungen am Projekt vorgenommen werden.

zusammen, was die Flexibilität erhöhte. Darunter waren auch archäologische Entdeckungen zu berücksichtigen: Bei den Erdarbeiten wurden die Überreste eines historischen Turms sowie ein alter Brunnen entdeckt. Die Pläne wurden daher während der Bauphase angepasst, um die Fundamente des Turms herauszustellen und für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Änderungen bei den Nutzungsplänen im laufenden Projekt erforderten auch eine Anpassung der Pläne im neuen Gebäude. Die verschiedenen Räumlichkeiten wurden so ausgestattet, dass sie den Erwartungen der verschiedenen Mieter entsprechen.

In der «Galette» unter dem angehobenen Schlossplatz entstand ein neuer Empfangsbereich mit Rezeption für die öffentlichen Einrichtungen.

DOPPELTES GESICHT Die Auswahl für die Materialien von Dach und Fassade hatten sich nach den Vorgaben für den Schutz des kulturellen Erbes zu richten. Die Fassade des Neubaus Richtung Norden, zum Innenhof hin, wurde mit Feinsteinzeug beschichtet, damit ein harmonischer Bezug zu den historischen Fassaden des Ortes entsteht. Zusammen mit der angepassten Grösse der Fenster entsteht dadurch eine Harmonie mit dem historischen Flügel des Schlosses. Auf der abgewandten Seite erhielt der Neubau eine Glasfassade, die die Modernität des Baus unterstreicht.

Den neuen Schlossplatz zieren vier grosse Getreide-Ähren. Die Gemeinde bot ihrer Bevölkerung die Möglichkeit, die Pflastersteine für das Motiv zu finanzieren. Es steht für die vier Ausgaben des Weizen- und Brotfestivals («Fête du blé et du pain»). Dieser wichtige Grossanlass in der Region Gros-de-Vaud findet alle zehn Jahre statt. Die Namen der Gönner sind in die Pflastersteine des Motivs eingraviert. Der neue Gebäudekomplex, der im Juni 2020 fertiggestellt wurde, ermöglicht der Stadt Echallens dank der Zentralisierung der städtischen Dienstleistungen an einem einzigen Standort, ihre Bedeutung als Hauptstadt der Region zu etablieren. Die Verwaltung sowie der Gemeinderat und die Gemeinde verfügen nun über eine konservierte und sanierte historische Stätte sowie funktionale und moderne Räumlichkeiten mit Zukunft. Mit dem gelungenen Ensemble aus Alt und Neu hat die Steiner AG erneut bewiesen, dass sie als General- und Totalunternehmerin dank konstruktiver Zusammenarbeit flexibel, kompetent und zuverlässig auf unterschiedlichste Bedürfnisse reagieren kann.

KONTAKT Steiner AG Hagenholzstrasse 56 CH-8050 Zürich Telefon +41 (0) 58 445 20 00

Der Neubau überzeugt durch seine ansprechende moderne Architektur mit klaren Linien.

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Bei solch komplexen Baustellen-Situationen ist eine rechtzeitige Planung und Projekt-Begleitung unabdingbar.

KABELSCHUTZ IM WANDEL DER ZEIT Als vor knapp 70 Jahren das Kabelschutzrohr durch die Symalit AG entwickelt wurde und zur eigentlichen Erfolgsgeschichte avancierte, war sich über dessen kommerzieller wie technischer Entwicklung und deren vielfältigen Einsatzbereichen wohl niemand bewusst. Auch betreffend Langlebigkeit und den vielfältigen Zusatzapplikationen, welche heute durch die verschiedenen Sicherheits- und Umweltanforderungen unsere Innovationskraft immer wieder unter Beweis stellten, wurde unser Produkte-Portfolio laufend optimiert und den Kundenbedürfnissen angepasst.

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ebst den herkömmlichen Kabelschutzrohren für die Netz- und Kommunikationsversorgung (welche heute bei der Symalit  AG mit über 90 % auf der Basis von Rezyklat-Granulaten hergestellt werden), sind wir mittlerweile auch in sensiblen Hochsicherheitsbereichen, wo häufig Standardlösungen keine Option darstellen, mit unserem langjährigen Wissens-Aufbau ein verlässlicher Ansprechpartner. So kommen Spezialprodukte im Tunnelbau, Brandschutz-Rohre, KS-Rohre in Verbindung mit Rohrblock­ abschirmungen (zur Einhaltung der NISVStrahlenschutzverordnung), Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Spezialbogen und Abstandhalter nach Kundenwunsch immer mehr zur Anwendung. Mit diesen neuen, immer komplexeren Projektanforderungen geht selbstver-

ständlich eine permanente Steigerung der Beratungs-Kompetenz und eines erweiterten Engineerings einher. Um zeitaufwändige und kostenintensive Planungsfehler zu eliminieren, engagieren wir uns, nach Kundenwunsch, bereits frühzeitig bei der Projekt-Konzeption mit einer individuellen Projekt-Betreuung. Diese umfasst Ausschreibungen, die korrekte Produktewahl, die Einhaltung von Sicherheits- und Umweltauflagen, Baustellen-Betreuung vor Ort, Logistikkonzepte sowie Zertifizierungen. Gerade im Bereich der Spezialbogen sind wir in der Lage, der BaustellenSituation angepasste Produkte nach Kundenwunsch (mit individuellen Gradzahlen und Radien anzufertigen, sodass ein nachfolgender Kabelzug problemlos vorgenommen werden kann. Als einziger Schweizer Anbieter im Bereich Kabelschutz und deren Zusatzkomponenten

haben wir die Kompetenz, am Produktions-Standort in Lenzburg Spezialbogen zu fertigen. Auch zukünftig dürfen Sie in allen Belangen mit unserer einzigartigen Produktevielfalt im Kabelschutz, unserem konkurrenzlosen Dienstleistungs-Angebot sowie dem langjährigen Know-how rechnen – testen auch Sie uns – wir freuen uns!

KONTAKT MCAM Symalit AG Hardstrasse 5 CH-5600 Lenzburg Telefon +41 (0) 62 885 83 80 verkauf@symalit.ch www.symalit.com

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BAHNVERKEHR

DIE SBB KREIEREN VIEL WERTVOLLE ZEIT BEI DER REISE IN DEN SÜDEN Mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2020 geht der neue Ceneri-Basistunnel als letztes Teilstück der Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) in Betrieb. Damit gelingt es unserem Kunden SBB, mit enormen Investitionen und modernster Technologie die Reisezeit in den Süden mit dem Zug signifikant zu verkürzen. Zeit ist relativ und wertvoll. Deshalb versuchen viele Menschen seit jeher, auch beim Reisen Zeit zu gewinnen. UMB integriert Datenservices für SBB, BLS und SOB.

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m Jahre 1882, also ungefähr 30 Jahre bevor Albert Einstein sich anstellte, mit seiner Relativitätstheorie die Welt zu überraschen, fuhren schon die ersten Eisenbahnzüge durch den 15 Kilometer langen Gotthardtunnel, gezogen von Dampf­lokomotiven, die auf den Steilstrecken am Berg gerade mal 26 km / h schafften, auf der Ebene zirka 60 km / h. Verglichen mit der Geschwindigkeit einer Postkutsche war das ausserordentlich schnell. Verglichen mit den Schnellzügen, die heute auf der neuen Linie unter

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dem Gotthard hindurch reisen, war das besonders langsam.

ZEHNMAL SCHNELLER NACH MAILAND Nur ein halbes Jahrhundert früher ging die Reise in den Süden noch mit der Postkutsche über den Berg, entlang abenteuerlich steiler Hänge, über hohe Brücken auf staubigen und holperigen Wegen. Die Passagiere waren gut durchgeschüttelt, wenn sie frühestens 31 Stunden nach der Abfahrt in Luzern endlich in Mailand ankamen. Die

Post warb denn auch damit, dass diese Reise die «schnellste und bequemste Verbindung zwischen Italien und dem südlichen Deutschland» sei. Heute, knapp zweihundert Jahre später, dauert die Reise zehnmal weniger lang. Die Reiseroute in den Süden verläuft 2 300 Meter unter dem Gotthardmassiv, wo die Züge mit 200 km / h durch den 57 Kilometer langen neuen Basistunnel gleiten (möglich sind 250 km / h), bevor sie wenig später unter dem Monte Ceneri vom Nordins Südtessin reisen.


CREATING TIME IM ZUG – MEHR ALS EINE MILLION STUNDEN PRO JAHR Die Reisezeit zwischen Zürich und Mailand wird mit der Eröffnung des 15.4 Kilometer langen Ceneri-Basistunnels von heute drei Stunden 40 Minuten auf knappe drei Stunden gesenkt. die Verbindung zwischen Zürich und Lugano wird sich mit der vollen Inbetriebnahme (beim nächsten Fahrplanwechsel) dieses drittlängsten Tunnels der Schweiz um auf weniger als zwei Stunden verkürzen, und die Strecke von Lugano nach Locarno nimmt statt 55 Minuten nicht einmal mehr 30 Minuten in Anspruch. Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat), zu der auch der 38 Kilometer lange LötschbergBasistunnel gehört, ist mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels fertig gebaut; sie hat 23 Milliarden Franken gekostet und verkürzt die Reisezeit von Zürich nach Mailand um insgesamt mehr als eine Stunde. Die SBB rechnen damit, dass in Zukunft mehr als eine Million Passagiere pro Jahr auf der Nord-SüdAchse reisen werden. Der neue Tunnel durch den Monte Ceneri ermöglicht den SBB für Reisende in den Süden jedes Jahr mehr als eine Million Stunden Zeit zu kreieren!

EIN INFORMATIONS-QUELLSYSTEM FÜR DEN BAHNVERKEHR Die SBB haben im letzten Jahr jeden Tag mehr als 1.3 Millionen Passagiere transportiert. Während der Woche waren täglich fast 11’000 Züge unterwegs, rund 2 000 davon waren Güterzüge. Damit diese enorme Anzahl von Zügen und Menschen sicher ans Ziel kommen, braucht es eine digitale Steuerung, die alle wichtigen Informationen zur Verfügung stellt. Die Daten-Plattform «InfoHub PT» ist das Informations-Quellsystem des Bahnverkehrs für alle Angaben betreffend Fahrplan-, Zugfahrt- und Formationsdaten. Sie wird gemeinsam von SBB, BLS und SOB betrieben und den Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Verfügung gestellt. Das System besteht aus drei integrierten Datendiensten: Der Fahrplanservice liefert Grund- und Sollfahrplandaten, der Zugfahrtdaten-Service liefert Prognosemeldungen, und der Formationsservice dient der Erfassung der Formationsdaten für Personen- und Lokzüge.

UMB CREATING TIME – DAMIT DER FAHRPLAN STIMMT Die UMB-Experten kennen sich aus mit containerbasierten Technologien, und unterstützen SBB, BLS und SOB bei Bau und Weiterentwicklung dieser Drehscheibe und der Echtzeit-Vernetzung der Anwen-

dungen. Für die künftige Datenintegration werden Streaming-basierte Anwendungen – auf der Basis von Kafka auf OpenShift, Docker und Kubernetes – realisiert. Kafka, eine Open-Source-Streaming-Plattform, die in Situationen wie dem Streaming von Clickstream-Daten von Web-Anwendungen und Sensordaten von IoT-Geräten verwendet werden kann, ist perfekt für diese Art des integrierten Datenflusses. Den Bahnen geht um das digitale Management von Zeit und Bahnmaterial und um die Sicherheit der Reisenden: UMB bietet das Knowhow, damit die Bahnen diese Herausforderung auf digitaler Ebene effizient und sicher erfüllen können. UMB creating Time: Gerade im Zusammenhang mit dem äusserst anspruchsvollen Fahrplan der Schweizer Bahnen ein willkommenes und passendes Angebot.

KONTAKT UMB – creating time Hinterbergstrasse 19 CH-6330 Cham Telefon 1 41 (0) 41 749 20 20 www.umb.ch

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AUS- UND WEITERBILDUNG

DIE ENERGIETRANSFORMATION ALS CHANCE ODER RISIKO FÜR LOKALE ENERGIEVERSORGER? Sowohl die Ziele der in 2016 im Referendum bestätigten Energiestrategie 2050, als auch globale Herausforderungen und Push-Faktoren im Kontext der Dekarbonisierung und Demokratisierung von Energiesystemen erfordern umfassende Transformationen des Schweizer Energiesystems. Dabei sind, obwohl die allgemeinen Ziele wie eine signifikante Senkung des Energie- und Stromverbrauchs pro Person oder eine ebenso signifikante Erhöhung der Produktion inländischer erneuerbaren Energien klar definiert sind, sowohl die Form der Transition als auch die potenziellen Endszenarien noch weitgehend offen – von einem Smart-Grid, welches stark mit anderen Sektoren wie zum Beispiel den Transportsektor verkoppelt ist, bis hin zu einem schweizweiten Supernetz mit einigen grossen Kraftwerken an geographisch und infrastrukturell günstigen Standorten sind die meisten Optionen noch offen.

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AUS- UND WEITERBILDUNG

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rotz aller Unsicherheiten kann jedoch erwartet werden, dass die gegenwärtig stark dezentralisierte, föderalistische Struktur des Energiesektors zumindest teilweise erhalten bleibt. Die fast 650 lokalen Energieversorgungsunternehmen (EVUs) bilden das Rückgrat des Sektors, und sind über die gesamte Wertschöpfungskette der Energieversorgung, von Generation über Transmission hin zu Services und Infrastrukturmanagement tätig. Abhängig von ihrer Grösse, den verfügbaren Ressourcen und verwendeten Geschäftsmodellen stellt die Energietransformation die EVUs vor kleinere und grössere Herausforderungen, welche im Ernstfall sogar die fortlaufende Existenz einiger EVUs betreffen. Einige davon betreffen die interne Struktur und institutionelle Logik der Unternehmen, andere sind jedoch an externe Faktoren gebunden, wie zum Beispiel branchenfremde «Quereinsteiger», welche für die «neue Normalität» eines transformierten Energiesektors kritisches Wissen und Fähigkeiten mitbringen, oder die Erwartungen und Anforderungen von / an gekoppelte Sektoren. Nebst all dieser Risiken beinhaltet die Energietransformation aber auch eine Vielzahl von Chancen für lokale EVUs – einerseits die Möglichkeit, das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und sich auf Kernbereiche zu fokussieren, in denen kritische Wettbewerbsvorteile existieren, anderseits auch die Vorteile einer starken Einbindung in lokale sozial-ökonomische und infrastrukturelle Kontexte, welche eine Grundvoraussetzung für dezentralisierte, lokal optimierte Transitionen ist. Diese Einbindung verschafft lokalen EVUs einen signifikanten Wissensvorteil sowohl bezogen auf die eigenen wissens- und ressourcenbezogenen Möglichkeiten als auch auf ein gutes Verständnis lokaler Nutzerprofile und -Erwartungen. Um diese Vorteile auch in der Praxis umsetzen zu können, ist es für EVUs von höchster Wichtigkeit, transformativ zu agieren statt zu reagieren – die Makro­ trends der Energietransition sind insbesondere für kleinere, lokale EVUs kaum beeinflussbar, wohl aber die eigene Position bezogen auf diese Trends. Während grössere Unternehmen im Rahmen von Forschungskooperationen mit der Wissenschaft, Pilotprojekten und «early adopter» Kundengruppen ihre Möglichkeiten ausloten und Voraussetzungen für künftige Innovationen schaffen, müssen kleinere EVUs mit limitierten Ressourcen wirtschaftlich und

agil vorgehen um mit begrenztem Aufwand Wissen zu erlangen. Ein Forschungsschwerpunkt des international institute of management in technology (iimt) befasst sich mit der Entwicklung eines solchen Tools – eines «Transition Canvas» für dezentralisierte Energietransitionen. Aufbauend auf der Logik des Business Model Canvas sowie des Lean Innovation Canvas und mit Anwendung von Konzepten aus der Transitions- und Transformationsforschung, soll das «Transition Canvas» EVUs die Möglichkeit bieten, ihre eigene Position in Kontext von Transitionswegen (Transition Pathways) zu bestimmen sowie, falls notwendig oder gewünscht, ihr Geschäftsmodell über die einzelnen Schritte der Energieversorgungs-Wertschöpfungskette hinweg zu evaluieren und anzupassen. Während die theoretische Entwicklung des Canvas bereits läuft, ist das Projekt für Praxispartner derzeit noch offen. Den Praxispartnern bietet sich die einmalige Chance, in die weitere Entwicklung des Tools durch Kollaborationen in Form von Fokusgruppen, Fall- und Pilotstudien sowie Forschungsprojekten eingebunden zu sein. Interessierte EVUs sind eingeladen, das iimt für einen ersten Austausch zu kontaktieren!

IIMT – KOMPETENZZENTRUM IM BEREICH MANAGEMENT DER TECHNOLOGIE Das iimt ist ein Kompetenzzentrum im Bereich Management der Technologie und bietet nicht nur innovative Forschung, sondern seit 25 Jahren exzellente Weiterbildung an. Es entwickelt zukünftige «Game-Changer», welche einen entscheidenden Einfluss auf die Gesellschaft haben, technologiegetriebenen Herausforderungen begegnen und Lösungen für zukünftige Problemstellungen in einem globalen Geschäftsumfeld liefern. Das iimt bietet ein inspirierendes Umfeld für exzellente Weiterbildung und Spitzenforschung. Wir beraten Sie gerne und würden uns freuen, Sie am iimt zu begrüssen.

KONTAKT iimt Universität Fribourg Bd de Pérolles 90 CH-1700 Fribourg iimt@unifr.ch www.iimt.ch

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IMPRESSUM & VORSCHAU

VORSCHAU DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT IM MAI 2021 Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda:

Biogas

Sicherheit

Wasserkraft

Energiemanagement

Herausgeber Editorial AG Talstrasse 20 CH-8001 Zürich info@editorial.ag www.editorial.ag

Boris Jaeggi b.jaeggi@rundschaumedien.ch Projektleitung & Chefredaktion Roland Baer baer@rundschaumedien.ch Verkauf & Marketing Franco D’Elia f.delia@rundschaumedien.ch

Ausführung Rundschau Medien AG St. Jakob-Strasse 84 CH-4132 Muttenz

Leitung Produktion & Grafik Emma Schaub e.schaub@rundschaumedien.ch

Telefon +41 (0) 61 335 60 80 Fax +41 (0) 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch Mitglied der Geschäftsleitung Tibor Müller t.mueller@rundschaumedien.ch

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Grafik Melanie Moret Sandra Schneider Aboservice info@rundschaumedien.ch Autoren Benedikt Vogel Peter Charaf

Roland Baer Dirk Beneditz Max Raeb Marc Eckold Yves Loerincik TerreActive AG Andreas Wisler

Verora Le Quèrè et al. Nature Climate Change (2020); Global Carbon Project Innovation Monitor GAPxPLORE GEAK LegacyNotes

Titelbild Shutterstock

Jahresabo Zwei Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 10.– info@rundschaumedien.ch

Bilder Swiss Hydrogen Yves Loerincik Solaxess greenTEG AG Methanology Energie Schweiz Shutterstock Grafiken BFE BAFU APD Auen Pflege Dienst AG

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