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AUSGABE 01 /2020

ENERGIE-COCKPIT FÜR GEMEINDEPOLITIKER HOME OFFICE – ABER SICHER BILDUNGSBAUTEN FÜR DIE ZUKUNFT

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, BILDSCHIRM-ARBEITSPLATZ – EINE BESONDERE BELASTUNG FÜR DIE AUGEN? Mit der zunehmenden Bedeutung moderner Technik haben sich in allen Bereichen des Lebens die Anforderungen an unsere Sehschärfe verändert: im Berufsleben, im Strassenverkehr und im Haushalt. Die Anforderungen an die menschliche Fähigkeit zur Aufnahme wie auch zur Verarbeitung und Ausgabe von Informationen. Die Augen tragen dabei die Hauptverantwortung, die allerdings zur Belastung wird, wenn wir nicht für ihre Gesundheit, die Erhaltung ihrer Sehschärfe und für die jeweils optimalen Sehbedingungen sorgen. Das gilt auch für die Arbeit am Bildschirm. Die Geräte selbst stellen jedoch nach dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis keine Gefahr für die Gesundheit dar, wie Untersuchungen aufzeigen. Danach ist erwiesen, dass weder Erkrankungen durch Strahlen möglich sind – ihre Intensität liegt wie beim heimischen Fernseher weit unterhalb der durch die Strahlenschutz-Verordnung festgelegten zulässigen Grenzen. Die Tätigkeit am Bildschirm hat auch keine gesundheitlichen Folgen für eine Schwangerschaft. Organische Veränderungen am Auge sind ausgeschlossen. Um jedoch eine Überanstrengung der Augen zu vermeiden, müssen am Bildschirm-Arbeitsplatz spezielle Voraussetzungen erfüllt werden. Das gilt sowohl für die Einrichtung und auch für die Nutzung des Arbeitsplatzes. Die Lichtverhältnisse spielen eine ganz entscheidende Rolle. Eine zu hohe Beleuchtungsstärke erschwert die visuelle Wahrnehmung; bei einer zu niedrigen vermindert sich die Sehschärfe. Tageslicht gilt allgemein für jeden Arbeitsplatz als optimale Beleuchtung. Für Arbeitsplätze im Fensterbereich kann es aber unter Umständen zu hell sein. In diesem Fall helfen Vorhänge oder Jalousien. Häufig sind Reflexe auf dem Bildschirm Ursache für Beschwerden. Sie entstehen zum Beispiel durch ein hinter dem Mitarbeiter liegendes Fenster, das sich zwangsläufig auf der Bildschirmfläche spiegelt. Also, überprüfen Sie den Arbeitsplatz und schonen sie Ihre Augen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit und bleiben Sie gesund.

Herzlichst Ihr Roland Baer und Team

Ausgabe 1  / 2020 // Seite 1


INHALT REPORT 6 Energie-Cockpit für Gemeindepolitik

6

E-GOVERNMENT 10

Sars-Cov-2 als historische Chance für E-Government und die Schweiz

10

IT-SICHERHEIT 14

14

IKT-Minimalstandard effizient umsetzen

14

Home Office – aber sicher

16

SMART-CITY / LOGISTIK

18

Gemeinsam in eine smarte Zukunft

18

Smart Citys = Smart Urban Logistik

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Stöcklin – Ihr kompetenter Partner für Logistiklösungen

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Vernetzte Abfallentsorgung 26

KOMMUNALFAHRZEUGE 29

24

Viktor Meili AG wird mit dem Watt D’Or 2020 ausgezeichnet

29

Selbstfahrende Schneefrässchleuder Zaugg-Rolba 500

32

Mit Rapid Produkten im kommunalen Einsatz

34

Clevere, ergonomische und umweltfreundliche Lösungen von Eckold

36

ENERGIE 38

38

PV-Anlagen: Problem und Teil der Lösung

38

Vom EVU fürs EVU: Dienstleistungen aus kompetenter Hand

44

Neuenburg erfindet die Wärmepumpe neu

46

Leise Kraftpakete – Optimaheat Wärmepumpen

52

Stabile Netzhydraulik und Effizientes Speicherkonzept

54

Symalit Power-Charger-Box

57

Wir identifizeieren uns mit den für Sie wesentlichen Werten

60

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Bei Cyber Defense reden alle von Incident Detection und Response. Doch was beinhaltet dies und welche Schritte führen dorthin? Unser Hackerszenario zeigt, was es braucht, um einen Angriff zu erkennen. Bild: iStock.com/gorodenkoff

DEM HACKER AUF DER SPUR

ne Logeinträge korrelieren, um Angriffsszenarien automatisch zu detektieren. Hätte die Firma ein SIEM, so würde die Konstellation, dass ein Powershell-Prozess durch ein Makro aufgerufen wird, eine Detektion und damit einen Alarm auslösen. Dadurch würde das SOC automatisch bereits beim Beginn des Angriffs informiert und hätte Kenntnis vom Vorfall, noch bevor die zwei Server abstürzen. Man hätte wertvolle Zeit gewonnen, um den Schaden zu minimieren.

Incident Response: Prozesse für das Handling

In den letzten Jahren haben Cyberkriminelle ihre Geschäftsfelder ausgebaut. Ihre Angriffe sind erfolgreicher und verursachen grössere Schäden. Gleichzeitig nimmt die Komplexität der IT zu, auch weil immer mehr Partner involviert sind und Zugriff auf Unternehmens-Netzwerke erhalten. Da Angriffe immer wahrscheinlicher werden, reichen präventive Massnahmen allein in der Cyber Security nicht mehr aus. Angriffe müssen detektiert werden, um kostspielige Schäden zu minimieren.

Ein realistisches Angriffsszenario Wie wird dies umgesetzt und was sind dabei die Herausforderungen? Stellen Sie sich folgendes Angriffsszenario vor: Der Mitarbeiter Pirmin erhält ein E-Mail und klickt unbedacht auf die Word-Datei im Anhang. Unbemerkt startet im Hintergrund ein bösartiges Makro, das mit noch unbekannter Signatur durch alle Schleusen kam, und infiziert zuerst seinen PC, dann weitere Systeme der Infrastruktur. Infolge dessen stürzen zwei Server der Firma ab.

Logs: Transparenz schaffen und Spuren aufzeichnen Zentrales Log Management ist ein wichtiger Bestandteil in der Cyber Security. Es ermöglicht, effizient nach Informationen zu suchen und Vorgänge in der IT-Infrastruktur nachzuvollziehen. In den Logs finden sich Spuren, die ein Angriff hinterlässt: Die E-Mail-Logs offenbaren das bösartige Mail, Prozess-Logs der Workstation zeigen die Ausführung eines Makros und Firewall-Logs zeigen eine Verbindung zwischen Pirmins Workstation und den abgestürzten Servern. Das Log Management muss eine gewisse Maturität aufweisen und folgende Herausforderungen meistern: • Integration vieler Logquellen • Erkennung von versiegten Logquellen • Normalisierung von Logs • Verwendung Suchanfragen • Entwicklung von kundenspezifischen Berichten und Alarmen.

SOC: Systeme überwachen und Analyse durchführen Logs sammeln alleine hilft nicht, um Angriffe analysieren zu können. Idealerweise versetzt man sich in die Lage des Angreifers, um zu verstehen, welche Eintrittstüren er benutzt, welche Schwachstellen er ausnutzt und welche Ziele er verfolgt. Diese Spurensuche, sowie die permanente Überwachung der IT-Systeme sollte von einem Security Operations Center durchgeführt werden. Durch die Aufzeichnung der Logs können alle Verbindungen zu den Servern auch rückwirkend untersucht und zur Erfüllung der Compliance Richtlinien gespeichert werden. Bei unserem geschilderten Angriffsszenario bemerkt das SOC die abgestürzten Server und leitet eine Untersuchung ein. Diese führt dazu, dass die Workstation von Pirmin als Ursprung einer Attacke identifiziert wird. Man hat den Hackerangriff erkannt.

Achtung, die Security-Reise ist hier noch nicht zu Ende, nur weil man ein Log Management, ein SOC und ein SIEM im Einsatz hat. Diese Mittel helfen, Angriffe zu erkennen und eine erste Triage vorzunehmen. Handelt es sich um einen kritischen Vorfall, sollte ein Incident ausgelöst werden, der einem klar definierten Prozess mit den Phasen Bestätigung, Analyse, Eindämmung, Wiederherstellung und Post-Incident-Analyse folgt. In unserem Beispiel hat eine Analyse ergeben, dass von Pirmins Workstation aus bösartige Software heruntergeladen wurde. Dadurch wird der Incident als Malware-Angriff klassiert. Dies führt dazu, dass eine Handlungsroutine gemäss vordefiniertem Playbook im SOC ausgelöst wird. Dort ist genau beschrieben, welche Aufgaben in welcher Reihenfolge durchgeführt werden müssen.

Cyber Security umfasst mehrere Bestandteile Um der Bedrohungslage gerecht zu werden, muss Cyber Security mit Incident Detection und Response ergänzt werden, damit Angriffe erkannt und proaktiv Massnahmen ergriffen werden können. Zentrales Log Management, ein SOC, ein SIEM sowie ein klar definierter Incident-Prozess sind die wesentlichen Bestandteile. Der Aufbau und der Betrieb sollten etappenweise geplant werden. Ein SOC- oder SIEM-Workshop hilft Unternehmen, die richtige Lösung zu designen und die Umsetzung durchzuführen. Je nach Unternehmensgrösse ist es sinnvoll über einen externen Bezug des Security-Fachwissens oder einzelner Dienstleistungen nachzudenken.

Wie können aber Angriffe identifiziert werden, die keine so offensichtlichen Spuren hinterlassen?

SIEM: Angriff detektieren und Analyse beschleunigen Verfügt ein Unternehmen neben Log Management und SOC auch noch über ein SIEM (Security Information and Event Management), so bietet dies einen wertvollen Mehrwert. Use Cases (Definition eines Angriffs) sorgen dann dafür, dass verschiede-

security.ch terreActive AG Kasinostrasse 30 5001 Aarau T 062 834 00 55 info@terreActive.ch


INHALT

64

NOTSTROM 62 Eigenversorgung mit vielfältigen Notstromoptionen

62

Notstrom für jeden Zweck

64

AUS- UND WEITERBILDUNG

Hocheffiziente Bildungsbauten für die Zukunft Die Energiezukunft braucht Fachpersonen

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VORSCHAU 72

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REPORT

Die Gemeinde Saas-Fee – im Bild der Mountain Cleaning Day vom Juni 2018 – hat bereits Erfahrungen mit der Energieeffizienz-Plattform EnergyView gesammelt.

ENERGIE-COCKPIT FÜR GEMEINDEPOLITIKER Die Schweiz zählt rund 2200 Gemeinden. Jede von ihnen verfügt über eine kommunale Infrastruktur, die Strom, Erdgas, Erdöl, Treibstoffe und weitere Energieträger benötigt. Entscheidungen von Kommunalpolitikern haben denn auch grosse Bedeutung auf den landesweiten Energieverbrauch. Ein Walliser Forscherteam hat nun unter dem Namen «EnergyView» eine Software entwickelt, die Kommunalpolitiker bei energiepolitischen Entscheiden unterstützt. Nach einer gut zweijährigen Pilotphase geht das Energie-Cockpit mit diesem Jahr in den Regelbetrieb. Schweizer Gemeinden können es nutzen, um Stellen mit ineffizienter Energienutzung zu lokalisieren und Gegenmassnahmen zu beschliessen. Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

D

ie Idee reicht fast zehn Jahre zurück, und sie wurzelt in der kommunalpolitischen Praxis: Damals machte Arnaud Zufferey, Gemeinderat in Siders (VS) und erfahrener Energieberater, die Beobachtung, dass Kommunalpolitiker zwar viele Werkzeuge zum Energiesparen haben, dass ihnen aber oft die Übersicht fehlt, wo sie diese Werkzeuge sinnvoll einsetzen können. Dass sie dann vielleicht

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die Sanierung des Gemeindehauses in Auftrag geben, während die Erneuerung der Primarschule aus energetischer Sicht viel dringlicher wäre. Arnaud Zufferey – ausgebildeter Computer- und Umweltwissenschaftler – war gleichzeitig Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Wirtschaftsinformatik an der Westschweizer Fachhochschule (HES-SO) Valais-Wallis. So kam es zur Entwicklung von ‹EnergyView›, einer

IT-Plattform, die Kommunalpolitiker darin unterstützt, energiepolitisch sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

ENERGIEVERBRAUCH IN FRANKEN UND RAPPEN EnergyView zeigt auf, wie viel Energie eine Gemeinde für einzelne Gebäude, Einrichtungen und Fahrzeuge der kommunalen Infrastruktur im letzten Jahr verbraucht


REPORT

DAS BFE UNTERSTÜTZT PILOT-, DEMONSTRA­TIONSUND LEUCHTTURMPROJEKTE Die EnergyView-Plattform ist ein Leuchtturmprojekt unter dem Dach des Pilotund Demonstrationsprogramms, mit dem das Bundesamt für Energie (BFE) die Entwicklung von sparsamen und rationellen Energietechnologien fördert und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreibt. Das BFE fördert Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturm­ projekte mit 40 Prozent der nicht amortisierbaren, anrechenbaren Kosten. Gesuche können jederzeit eingereicht werden. www.bfe.admin.ch/leuchtturmprogramm

hat und vergleicht diese Werte mit den beiden vorangegangenen Jahren. Kommunalpolitiker arbeiten oft ehrenatlich und verfügen aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer beruflichen Tätigkeit nicht unbedingt über ein vertieftes Wissen in Energiefragen. Um dieser Nutzergruppe gerecht zu werden, weist EnergyView den Energieverbrauch der kommunalen Infrastruktur nicht primär in Kilowattstunden aus, die für Nicht-Energiespezialisten mitunter schwierig einzuordnen sind, sondern in Franken und Rappen. Schliesslich ist Geld die Währung, mit der die Politik in aller Regel arbeitet.

«Wenn Gemeinderäte die Ergebnisse unserer Plattform sehen, sind sie oft überrascht und wundern sich über diesen oder jenen Verbrauch. Dann rufen sie den oder die Verantwortlichen zu sich – und so kommt eine Diskussion in Gang, an deren Ende im Idealfall eine sinnvolle Investition in eine energetische Massnahme steckt», sagt Jérôme Salamin, Digitalisierungsexperte bei der CimArk SA (Sion). Diese Walliser Innovationsförderagentur hat die EnergyViewPlattform gemeinsam mit Wissenschaftlern des Forschungsinstituts für Wirtschaftsinformatik der HES-SO Valais-Wallis und dem international tätigen Informatikunternehmen Groupe T2i entwickelt. Das Vorhaben wurde vom Bundesamt für Energie als Leuchtturmprojekt unterstützt.

SUCHE NACH GEEIGNETEN MASSNAHMEN Die Plattform ging ab Herbst 2017 nach und nach in mittlerweile 40 Politgemeinden – vornehmlich im Wallis – in einen Testbetrieb. Unterdessen liegen die ersten Erfahrungen der Pilotphase, die 2019 zu Ende ging, vor. So zum Beispiel von der Gemeinde SaasFee, die EnergyView seit August 2018 einsetzt. «Die Plattform ist eine gute Sache», sagt Fabian Kalbermatten, Leiter Dienstleistungen bei der Walliser Gemeinde. «Dank der Auswertungen kommt man mit den Personen ins Gespräch, die für den Energieverbrauch des Gemeindehauses, des Werkhofs oder des neuen Schulhauses zuständig sind. Man diskutiert mit ihnen die Gründe für die festgestellten Verbrauchsän-

Jérome Salamin hat das BFE-Leuchtturm-projekt EnergyView für die CimArc SA begleitet.

derungen. Und man macht sich gemeinsam Gedanken über geeignete Massnahmen.» Nach Auskunft von Fabian Kalbermatten hat der Drei-Jahres-Vergleich 2016 bis 2018 gezeigt, dass sich die Erneuerung des Gemeindehauses energetisch tatsächlich auszahlt. Jenen Stimmen, die sagen, die Gemeinden seien heute des Themas Energie überdrüssig, widerspricht Kalbermatten: «Saas Fee ist Energiestadt. EnergyView ist eine gute Ergänzung zu den Beratungsleistungen der EnergiestadtBeraterinnen und -Berater.» Jérôme Salamin zitiert zudem das Ergebnis einer Umfrage vom Frühjahr 2019 unter den 40 Pilotgemeinden: In den Antworten gab über die Hälfte der Gemeinden an, sie hätten Dank der Plattform Anknüpfungspunkte für energetische Optimierungen identifiziert, insbesondere bei Schulgebäuden und der öffentlichen Beleuchtung. Viele Gemeinden arbeiten an konkreten Umsetzungsmasssnahmen; einige habe solche Massnahmen bereits beschlossen, oder diese sind schon in der Umsetzung.

HRM-DATEN BILDEN DIE GRUNDLAGE Um den Energieverbrauch der öffentlichen Liegenschaften und gemeindeeigenen Fahrzeuge zu ermitteln, greift die Plattform EnergyView auf Buchhaltungsdaten zurück. Die Rechnungslegung der Schweizer Gemeinden erfolgt nach dem Harmonisierten Rechnungslegungsmodell (HRM), und dieses sieht eigene Konten für den

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REPORT

Die EnergyView-Plattform will Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern einen schnellen Überblick über den gemeindeeigenen Energieverbrauch verschaffen. Dabei rückt die Plattform die Energiekosten in den Vordergrund.

Energieverbrauch vor. Im Rahmen des EnergyView-Projekts haben Wissenschaftler der HES-SO Valais-Wallis einen Algorithmus entwickelt, der die Energiedaten aus der HRM-Buchhaltung ausliest und benutzerfreundlich darstellt. Dafür genügt es, die in einer Excel-Datei hinterlegten Buchhaltungsdaten auf die EnergyView-Plattform hochzuladen. Je detaillierter die Energiedaten in der Buchhaltung aufgeschlüsselt sind, desto detaillierter stellt EnergyView sie dar. Idealerweise kann man sie nach Verbrauchern (Schule, Werkhof, Schwimmbad, Fahrzeugflotte, usw.) und nach Energieträgern (Strom, Gas, Öl, Benzin, usw.) aufschlüsseln. Die Erfahrung zeigt, dass Gemeinden das Harmonisierte Rechnungslegungsmodell sehr unterschiedlich nutzen. Die Aufbereitung der Energiedaten mittels EnergyView stellte sich denn auch als aufwändiger heraus, als das Projektteam vorausgesehen hatte. Unterdessen meistert die Plattform den Datenexport für alle marktüblichen Software-Lösungen. Das Armaturenbrett weist verschiedene Kennzahlen aus: Energiekosten, Energiekosten pro Einwohner, Kosten nach Energieträger und deren Entwicklung über drei Jahre hinweg.

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EnergyView schlüsselt den Energieverbrauch der Gemeinde nach verschiedenen Kategorien auf und ermöglicht den Vergleich zu den zwei Vorjahren.

FÜR ALLE GEMEINDEN VERFÜGBAR Bei EnergyView werden Finanzdaten verwendet, um daraus den Energiekonsum abzuleiten. Dieses Vorgehen hat seine Tücken. Denn wenn beispielsweise die Ener-

giekosten des Hallenbades im Vergleich zum Vorjahr plötzlich hochschnellen, muss das nicht unbedingt am höheren Verbrauch liegen, sondern kann ggf. auf den gestiegenen Ölpreis zurückgehen. Die Plattform versucht solche Preiseffekte durch Einbezug von


REPORT Daten zu den Energiekosten zu berücksichtigen. Dies setzt allerdings voraus, dass das System mit den entsprechenden Daten «gefüttert» wird. Die Plattform hat nicht den Anspruch, den Energieverbrauch exakt auszuweisen, weil das für ihren Zweck nicht erforderlich sei, wie Jérome Salamin sagt: «Ein Gemeinderat braucht im Alltag nicht eine Genauigkeit bis hinter der Kommastelle; er braucht einen Anhaltspunkt, wo er mit seinem politischen Handeln ansetzen kann.» Nach einer gut zweijährigen Pilotphase ist die Energie-Plattform jetzt parat für den Einsatz in den Gemeinden. Das System kostet für einen Fünf-Jahres-Zeitraum 6 000 bis 10’000 CHF, abhängig von der Einwohnerzahl der Gemeinde. Die Pilotgemeinden mussten sich bis Ende 2019 entscheiden, ob sie die Plattform – jetzt kostenpflichtig – weiter nutzen wollen. EnergieSchweiz, das Informations- und Förderprogramm des Bundes, subventioniert den Einsatz von EnergyView im Jahr 2020 mit bis zu 40 Prozent der Kosten. Die Organisation stellt darüber hinaus Energiespezialisten zur Verfügung, die die Gemeinden beraten.

Grafische Darstellung des Stromverbrauchs einer Gemeinde nach verschiedenen Bereichen. Die Daten für die Darstellung stammen nicht von Stromzählern, sondern aus der Gemeindebuchhaltung.

HINWEIS Weitere Informationen zur Plattform: www.energyview.ch Weitere Auskünfte zu dem Projekt erteilt Dr. Men Wirz (men.wirz@bfe.admin.ch), Leiter des Pilot- und Demonstrations­programms des BFE Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leucht­turmprojekte im Bereich Gebäude- und Städte finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-gebaeude.

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E-GOVERNMENT

Die geplante Zielorganisation steht auf wackeligen Füssen.

SARS-COV-2 ALS HISTORISCHE CHANCE FÜR E-GOVERNMENT UND DIE SCHWEIZ Dass die öffentliche Verwaltung im Rahmen der bestehenden Strukturen nicht adäquat und zeitnah digitalisiert werden kann, ist inzwischen auch in Bern erkannt worden. In einer kürzlich vom Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) und der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) veröffentlichten Studie werden drei Varianten vorgestellt, wie dieser Herausforderung begegnet werden soll. Bei einer näheren Betrachtung stellen sich diese jedoch als ungeeignet dar. Die Schweiz muss sich mittels einer Totalrevision der Bundesverfassung neu gründen. Von Dr. rer. publ. Rolf Rauschenbach

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E-GOVERNMENT

W

elche gesundheitlichen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Folgen SARS-CoV-2 für die Schweiz haben wird, ist noch offen; zweifellos werden sie tiefschürfend sein. Natürlich ist kurzfristig alles zu tun, um die Schäden so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig ist es angebracht, sich schon jetzt Gedanken für die Zeit danach zu machen. Dies aus zweierlei Gründen: Erstens fördert die aktuelle Krise Schwächen der bestehenden Infrastruktur zu Tage, die auch während Normalzeiten einen hohen Zoll fordern. Zweitens, weil wohl nur eine Krise von der aktuellen Dimension den Schwung auszulösen vermag, der erforderlich ist, um die seit langem angestauten Probleme anzugehen. Auch wenn in der laufenden Debatte das Gesundheitssystem und dessen mangelhafte Digitalisierung im Vordergrund stehen, ist die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert.

PROBLEMATISCHE AUSGANGSLAGE Zur Illustration kann aus dem «Evaluationsbericht der Wirksamkeit der Organisation E-Government Schweiz bei der Umsetzung der E-Government-Strategie Schweiz» zitiert werden, der im November 2018 für den Planungsausschuss der Geschäftsstelle von E-Government Schweiz erarbeitet wurde: «Die Wichtigkeit von E-Government ist auf allen Ebenen erkannt, und der Bedarf an einer staatsesebenenübergreifenden Organisation ist eindeutig gegeben[…]. Erwartungen und erzielte Wirkung stimmen in der

Wahrnehmung vieler Beobachter nicht überein. Die Ansprüche sind substanziell gestiegen und die gesamte Organisation kann diesen nicht genügen[…]. Es fehlt eine politische Vision und eine Willensbekundung zu E-Government[…]. Die politische Verankerung von E-Government Schweiz ist nicht ausreichend. Die organisatorische Ansiedlung dieses Fachthemas ist bei einem auf IT fokussierten Bundesamt thematisch und hierarchisch nicht passend[...]. E-Government ist ein Fachthema mit Transformationscharakter und sollte nicht in einem mit Informatik betrauten Bundesamt angesiedelt sein. E-Government ist prinzipiell ein Thema der Verwaltungsabläufe zugunsten von Bürgern und Unternehmen, sowie zwischen Verwaltungseinheiten, welches eine starke politische Komponente aufweist und alle Staatsebenen betrifft[…]. Es bearbeiten zu viele Akteure zu kleine Aufgabenfelder in diesem Themenkomplex, was zu einer gegenseitigen Behinderung und reduzierten Schlagkraft führt, auch wegen dem Bedarf an gegenseitiger Abgrenzung und der fehlenden Ganzheitlichkeit der Ansätze[…]. Dabei ist insbesondere der Bau von separaten Portalen, Apps und Identitätslösungen sehr kritisch zu hinterfragen[…].»

DREI LÖSUNGSVARIANTEN Diese Einschätzungen lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und haben weiterhin Gültigkeit. Vor diesem Hintergrund gaben das EFD und die KdK eine Studie in Auftrag, um Lösungsansätze zu erarbeiten, wie Bund, Kantone und Gemeinden die strategische Steuerung und Koordination ihrer Aktivitäten, Initiativen und Projekte zur

Mittels einer Totalrevision der Bundesverfassung könnte sich die Schweiz auf der grünen Wiese neu gründen.

digitalen Transformation wirksamer gestalten können. Der entsprechende Schlussbericht «Digitale Verwaltung: Projekt zur Optimierung der bundesstaatlichen Steuerung und Koordination» liegt seit Oktober 2019 vor. Darin werden drei Varianten sowie ein möglicher Umsetzungsplan vorgeschlagen. Diese Vorschläge werden im Weiteren dargestellt und beurteilt. Anschliessend wird eine alternative Vorgehensweise skizziert. • Variante 1 «Politische Plattform mit Standardentwicklung» ist vom Ambitionslevel moderat und entspricht einer gezielten, punktuellen Weiterentwicklung des Status quo. Die Zielorganisation wird Aufgaben übernehmen in den Bereichen StrategieErarbeitung, Standardsetzung, Bereitstellung von strategischen Basisdienstleistungen, Innovations- und Wissensaustauschförderung, Setzung von Anreizen und Beratung. Allerdings hat die Zielorganisation selbst keine Entscheidungskompetenz; alle Entscheidungen werden wie bis anhin erst in Antrags- und Beschlussverfahren der beteiligten institutionellen Akteure für verbindlich erklärt. • Variante 2 «Politische Plattform mit verbindlicher Standardsetzung» unterscheidet sich von Variante 1 dahingehend, dass hier die Zielorganisation bestimmte Standards gesamtschweizerisch nicht nur entwickeln, sondern verbindlich festsetzen kann. In allen anderen Aufgabenbereichen wird die Zielorganisation weiterhin nur als politische Plattform ohne verbindliche Entscheidungskraft über Antrags- und Beschlussverfahren mit den beteiligten institutionellen Akteuren funktionieren. Damit die Zielorganisation Standards für Bund, Kantone und Gemeinden für verbindlich erklären kann, ist eine entsprechende Verfassungsänderung erforderlich. • In Variante 3 «Behörde / hoheitlicher Akteur» wird die Zielorganisation mit erheblich grösseren Kompetenzen ausgestattet. Neben der verbindlichen Standardsetzung wird die neu zu schaffende Behörde im gesamten Mandatsund Budgetrahmen mit einer autonomen und verbindlichen Entscheidungskompetenz ausgestattet. Die Zielorganisation ist hier als gesamtschweizerische Behörde mit eigener Rechtspersönlichkeit sowie entsprechenden Verantwortlichkeiten, Rechenschaftspflicht, Governance und Finanzhoheit im ihr zugeordneten Mandats- und Budgetrahmen konzi-

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E-GOVERNMENT

Die Schweiz erhält mit SARS-CoV-2 einen Schuss vor den Bug (Frachter Helvetia der schweizerischen Hochseeflotte).

piert. Wie für Variante 2 ist auch hier eine Verfassungsänderung erforderlich, wird doch die Autonomie von Gemeinden, Kantonen, Bund und anderen Institutionen der öffentlichen Hand erheblich reduziert.

ZAGHAFTER UMSETZUNGSPLAN Im Schlussbericht wird keiner der drei Varianten der Vorzug gegeben. Die Vorteile der weiter gehenden Varianten 2 und 3 werden durch die Schwierigkeiten der politischen und juristischen Umsetzbarkeit wieder in Frage gestellt. Daher schlagen die Autoren einen schrittweisen Umsetzungsplan vor, der vorsieht, die Varianten sequenziell zu realisieren. Dabei sollen es sogenannte Exit Points erlauben, die Umsetzung der Varianten 2 oder sogar 3 abzubrechen, sollten sich diese als nicht erforderlich herausstellen. Konkret würde Variante 1 «Politische Plattform mit Standardentwicklung» bis Ende 2021 realisiert. Bei Bedarf würde anschliessend bis Ende 2024 die Variante 2 «Politische Plattform mit verbindlicher Standardsetzung» umgesetzt. Sollte sich auch diese Lösung als ungenügend herausstellen, würde ab 2025 die Schaffung einer Behörde in Angriff genommen.

BEURTEILUNG: VIEL ZU LANGSAM… Wie sind diese Lösungsansätzen zu beurteilen? Wenn wir uns die eingangs zitierten Herausforderungen vor Augen halten, ist klar, dass Variante 1 völlig ungeeignet ist, öffentliche Verwaltungen bezüglich

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Digitalisierung voranzubringen. Mit dieser Variante wird einzig der bereits als problematisch erkannte Status quo fortgeführt. Die Varianten 2 und 3 sind zwar radikaler im Ansatz, doch die Vorstellung, dass mit deren Umsetzung erst in zwei beziehungsweise fünf Jahren begonnen würde, erscheint angesichts der heute bestehenden Ineffizienz und Systemmängel sowie des rasanten technologischen Wandels geradezu grotesk. Mit den heutigen Strukturen leisten wir uns nicht nur ein Flickwerk an Systemen und Prozessen, sondern laufen Gefahr, den immer grösser werdenden Rückstand nicht mehr aufholen zu können. Während die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schon vor der Covid-19Pandemie schleppend verlief, bietet sich nun die historische Chance, die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung mit höchster Priorität und vereinten Kräften anzugehen.

… UND DER HERAUSFORDERUNG UNANGEMESSEN Heisst dies, dass sofort eine Behörde gemäss Variante 3 zu schaffen ist? Auf den ersten Blick erscheint dieser Ansatz verheissungsvoll. Der neue hoheitliche Akteur wäre innerhalb der föderalen Strukturen eine institutionelle Figur sui generis. Andere Behörden, die in letzter Zeit geschaffen wurden (Swissmedic 2002, Finma 2007), decken eng begrenzte Sachgebiete ab und setzen hauptsächlich Bundesrecht um; kantonale oder gar kommunale Behörden sind

von ihnen kaum direkt betroffen. Dies wäre jedoch im Falle der neuen E-GovernmentBehörde anders: sie würde über alle Politikfelder hinweg technische und organisatorische Standards und Prozesse festlegen sowie strategische Projekte finanzieren, welche die digitale Realität der Bundesbehörden, der Kantone und Gemeinden weitgehend vordefinieren. Damit würden die für föderale Strukturen typischen Autonomien stark eingeschränkt beziehungsweise es wäre zu erwarten, dass Gemeinden und Kantone die Arbeit der neuen Behörde politisch blockieren würden. Es ist unklar, inwieweit sich die Autoren des Schlussberichts dieser Problematik bewusst sind, denn in ihren Ausführungen zu den möglichen konkreten Aufgaben der neuen Zielorganisation sind sie erstaunlich vage. So werden Interoperabilitätsdienste, gemeinsame Register und elektronischer Dokumentenaustausch als mögliche zukünftige Projekte genannt, ohne zu erklären, was die substantiellen Unterschiede zwischen diesen Konzepten im vorliegenden Kontext sind. Auch beim Begriff Standardsetzung und -entwicklung bleibt unklar, in welchen Bereichen die Behörde standardisieren soll – und in welchen nicht. Bei der Digitalisierung sind Standards essenziell. Einmal festgelegt, lassen sich daraus Anforderungen an Software, Hardware, Organisation, Governance etc. zu einem guten Teil direkt ableiten. Zudem werden Standards nicht isoliert entwickelt und festgelegt, sondern müssen innerhalb ihres Anwendungsbereichs mit anderen, bereits bestehenden Standards abgestimmt werden. Über kurz oder lang führt dies zu einer umfassenden Standardisierung aller relevanten Systeme und Prozesse. Standards sind also de facto viel mehr als nur Standards, natürlich immer unter der Voraussetzung, dass sie auch von allen umgesetzt werden. Mit anderen Worten: Variante 3 basiert auf dem Grundlagenirrtum, dass sich ein föderales, multidepartementales, dem Rechtsstaat und direktdemokratischen Prozessen verpflichtetes Staatswesen mit einer zusätzlichen, technokratischen Behörde digital transformieren lässt. Wie in allen anderen Lebensbereichen erkennbar ist, verändern sich Werte, Prozesse und Strukturen im Zuge der Digitalisierung grundlegend. Dabei erweisen sich die technischen Herausforderungen oft als die geringfügigsten; die ebenfalls notwendigen organisatorischen und kulturellen Veränderungen erfordern meist einen viel grösseren Ressourceneinsatz. Der Staat kann


E-GOVERNMENT sich dieser Dynamik und den entsprechenden Herausforderungen nicht entziehen oder diesen mittels einer Abkürzung aus dem Weg gehen.

TOTALREVISION DER BUNDESVERFASSUNG UNUMGÄNGLICH Soll das schweizerische Staatswesen für das 21. Jahrhundert fit gemacht werden, muss es von Grund auf erneuert werden. Dabei stehen nicht die Prinzipien des Föderalismus, der direktdemokratischen Partizipation, des Rechts- und Sozialstaats zur Diskussion, sondern deren konkrete Ausgestaltung. Sie müssen im Rahmen einer Revision der Bundesverfassung neu interpretiert werden. Inhaltlich sind dabei folgende drei Fragen zu klären: 1. Welche staatlichen Aufgaben sind digitalisierbar? 2. Auf welcher föderalen Ebene werden diese Aufgaben am besten erfüllt? 3. Inwieweit müssten Kantone und Gemeinden fusioniert bzw. neuformiert werden, damit diese ihre Aufgaben selbständig erfüllen können?

Für die umfassende Neuregelung der Digitalisierung auf Verfassungsebene wäre das Instrument der Teilrevision der Bundesverfassung nicht zulässig, da das Gebot der Einheit der Materie verletzt würde. Dagegen bietet sich die Totalrevision an, deren Ablauf im konkreten Fall wie folgt aussehen könnte: 1. Bundesversammlung und -rat setzen eine Taskforce ein, die innerhalb von sechs Monaten folgende Aufgaben übernimmt: Entwicklung eines Grobkonzepts, wie die Totalrevision durchgeführt werden soll (rechtliche Aspekte, Organisatorisches, Personalfragen, Finanzierung etc.). Sie entwickelt auch geeignete Instrumente, um die Totalrevision partizipativ zu gestalten. 2. Sofern National- und Ständerat mehrheitlich für die Ausarbeitung einer totalrevidierten Verfassung sind, ist zwar keine Abstimmung mit Volk- und Ständemehr erforderlich; diese wäre jedoch zur erhöhten Legitimation des Vorhabens empfehlenswert. 3. Stimmen Volk und Stände der Ausarbeitung einer totalrevidierten Verfassung zu, beginnt die eigentliche Arbeit des Par-

laments. Mittels Unterstützung der Verwaltung, Wissenschaft sowie möglichst aktiver Partizipation der Bürgerinnen und Bürger formuliert es die neuen Verfassungsbestimmungen. 4. Die totalrevidierte Verfassung ist Volk und Ständen vorzulegen. Da bei einer Annahme auch Kantone und Gemeinden neu fusioniert bzw. neuformiert würden, sind auch diese Reformen durch Volksabstimmungen zu legitimieren. Zweifellos sind die Herausforderungen einer Totalrevision um ein Vielfaches grösser als jene der oben diskutierten Varianten 2 und 3. Der seit langem überfällige Quantensprung in der effizienten Erfüllung von Staatsaufgaben dürfte indessen anders nicht zu schaffen sein. Die direkten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen der Covid-19-Pandemie werden auch für die Schweiz epochal ausfallen. Gelingt es jedoch, die Krise mit der Digitalisierung der Staatsaufgaben erforderlichen Totalrevision der Verfassung zu verbinden, wird die Schweiz nach der Corona-Pandemie besser aufgestellt sein als je zuvor.


IT-SICHERHEIT

IKT-MINIMALSTANDARD EFFIZIENT UMSETZEN Die Versorgung der Schweiz mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen ist ohne eine funktionierende Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) beinahe undenkbar. Jedoch ist die IKT in der heutigen Zeit zunehmend durch Cyberrisiken bedroht. Der auf dem NIST CSF basierende IKT-Minimalstandard hat zum Ziel, Unternehmen und Organisationen ein Hilfsmittel zur individuellen und risikobasierten Verbesserung ihrer Resilienz gegen Cyberbedrohungen an die Hand zu geben.

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er Einsatz von IKT-Systemen ist immer mit Risiken verbunden. Durch das Umsetzen adäquater Massnahmen lässt sich dieser Umstand jedoch auf ein tragbares Mass reduzieren. Besonders bei kritischen Infrastrukturen ist eine angemessene Resilienz der IKT-Systeme gegen Cyberbedrohungen von massgebender Bedeutung. Durch das Umsetzen des IKTMinimalstandard soll die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe auf die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten und Informationen nachhaltig erhöht werden. Der Minimalstandard der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) basiert

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auf dem international anerkannten NIST Cyber Security Framework Core (NIST CSF). Wo sinnvoll, wurde er durch weitere anerkannte Standards wie beispielsweise dem NIST Guide to Industrial Control Systems (ICS), ISO 2700x, NCSS Good Practice Guide von ENISA, COBIT oder dem BSI Standard 200-2 ergänzt. Der IKT-Minimalstandard ist explizit nicht als Konkurrenz zu bestehenden Standards zu verstehen, sondern ist mit diesen kompatibel bei bewusst reduziertem Umfang. Dadurch soll ein einfacher Einstieg in die Thematik ermöglicht und trotzdem ein hohes Schutzniveau gewährleistet werden. Die Basis zur Einführung des IKT-Minimalstandards bildet dabei eine

GAP-Analyse gegen das Framework und die daraus resultierende Risikoanalyse.

IKT-SICHERHEITSSTRATEGIE – DEFENCE-IN-DEPTH Die IKT-Sicherheitsstrategie eines Unternehmens ist sinnvollerweise so auszurichten, dass die für die Geschäftsprozesse notwendigen und kritischen IKT-Systeme optimal geschützt werden. Dazu braucht es oft einen mehrschichtigen Ansatz, welcher unter dem Begriff «Defense-in-Depth» bekannt ist. Dieser folgt dem aus der militärischen Verteidigung bekannten Prinzip, dass es für einen Angreifer schwieriger ist, ein komplexes und mehrschichtiges Abwehrsystem zu


IT-SICHERHEIT

ÜBER INFOGUARD Die InfoGuard AG ist spezialisiert auf umfassende Cyber Security. Zu den Kompetenzen zählen massgeschneiderte Dienstleistungen im Bereich der Sicherheitsberatung und Security Audits sowie in der Architektur und Integration führender Netzwerk- und Security-Lösungen. Cloud-, Managed- und Cyber Defence-Services erbringt der Schweizer Cyber Security Experte aus dem ISO 27001 zertifizierten InfoGuard Cyber Defence Center in der Schweiz. InfoGuard hat ihren Hauptsitz in Baar / Zug und eine Niederlassung in Bern. Ihre über 150 Sicherheitsexperten sorgen tagtäglich für die Cyber Security bei über 300 Kunden in der Schweiz.

Patric Imhof, Senior Cyber Security Consulting, InfoGuard AG

überwinden als eine einzige Barriere. Ergänzend werden die Methoden und Vorgehensweisen von Cyberkriminellen beobachtet, um Abwehrdispositive entsprechend aufzubauen und auszurichten. So zielt das holistische Defense-in-Depth-Konzept darauf ab, Angriffe auf die Systeme frühzeitig zu erkennen, darauf zu reagieren um die Konsequenzen zu minimieren. Im IKT-Minimalstandard werden dem Anwender gezielte Handlungsfelder zur Verbesserung der IKT-Resilienz aufgezeigt. Die vorgeschlagenen Massnahmen sind sowohl organisatorischer als auch technischer Natur. So umfassen sie konkrete Handlungsanweisungen wie beispielsweise die Erstellung eines vollständigen Inventars für Hard- und Software, Schulungen und Trainings von Mitarbeitenden, Vorgaben zum Datenschutz oder Massnahmen zur Früherkennung von Bedrohungen – um nur einige zu nennen. Durch den risikobasierten Ansatz ermöglicht der Standard die Umsetzung unterschiedlich strenger Schutzniveaus, angepasst an die Bedürfnisse der Organisation. Dies alles im Griff zu behalten und gegenüber den Interessengruppen jederzeit Aus-

kunft geben zu können, stellt für jeden Informationssicherheitsverantwortlichen eine grosse Herausforderung dar.

IKT-MINIMALSTANDARD IN DER PRAXIS UMSETZEN Die Grundlage für die Festlegung von Informationssicherheits- und Datenschutzmassnahmen bildet das ISDS-Konzept mit seiner Risikoanalyse. Es weist die bestehenden Restrisiken aus, die durch den Betrieb eines spezifischen IKT-Systems entstehen. Informatiksicherheitsbeauftragte oder CISOs im Bundes(-nahen) Umfeld stehen vielfach vor der Herausforderung, geltende Informationssicherheitsweisungen und -verordnungen umzusetzen, diese regelmässig zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Integrierende Dokumente wie die Schutzbedarfsanalyse (Schuban, P041) oder das Informationssicherheits- und Datenschutzkonzept (ISDS, P042), sind bei jeder Veränderung der betroffenen IKT-Schutzobjekte zeitnah neu zu erarbeiten oder nachzuführen. Ebenfalls ist die Einhaltung des IKT-Grundschutzes periodisch zu überprüfen und die Anpassung sicherzustellen. Solche integralen Sicherheitsprozesse sind mit einem dezentralen Ansatz meist nur mit grossem personellem oder zeitlichem Aufwand umzusetzen – und somit folglich fast unmöglich. Ebenfalls fehlen konsolidierte Informationen, beispielsweise das Lagebild

IKT-TOOL VON INFOGUARD Das IKT-Tool von InfoGuard deckt vollständig die Anforderungen des IKT-Minimalstandards ab und unterstützt die HERMES-Projektmethodik. Schutzbedarfs­ analysen, ISDS-Konzepte und Risikoanalysen können Schutzobjekt zentriert und gemäss den aktuell geltenden Prozessen erstellt werden. In der Grundversion ist die IKT-Anwendung ohne Anpassungen einsatzbereit. Dank der integrierten Workflows, der erweiterten Risikoanalyse sowie dem Echtzeit-Reporting, werden unnötige manuelle Aufwände vermieden und so die Maturität in den GRC-Disziplinen kontinuierlich verbessert.

oder die Risikodarstellung über die gesamte Verwaltungs- oder Organisationseinheit. Objektive Aussagen über die Gesamtsituation der Cybersicherheit im Unternehmen können nur gemacht werden, wenn ISDSKonzepte und Risikobewertungen sowie der IKT-Grundschutz aktiv bewirtschaftet und stets aktuell gehalten werden.

IKT-MINIMALSTANDARD IM GRIFF BEHALTEN Die Identifikation von Risiken, die Priorisierung des Handlungsbedarfs und die Nachverfolgung von Massnahmen, das Erstellen von konsolidierten Sicherheitsinformationen –  all diese Herausforderungen sind auf die Dauer ohne Unterstützung von optimierten Prozessen, welche in spezialisierten und workflowbasierten IT-Anwendungen abgebildet sind, kaum zu bewältigen. Organisationen sollten sich daher über den Einsatz einer IKT-Plattform Gedanken machen, welche zentral die Überwachung, Messung und Steuerung der Anforderungen aus den ISDS-Konzepten sowie der daraus resultierenden Risiken und Massnahmen unterstützt und sicherstellt. Die Plattform befähigt den Sicherheitsverantwortlichen, eine organisationsweite und risikobewusste Kultur sowie den «Cyber-Security-BestPractices» entsprechende Massnahmen aufzubauen und in einer verständlichen Form allen Interessengruppen zugänglich zu machen. Dies hilft Organisationen, bestehende und potenzielle Bedrohungen aus der Geschäftstätigkeit, dem Wachstum und der digitalen Transformation jederzeit zu erkennen und mit geeigneten und angepassten Massnahmen auf Basis des IKT-Minimalstandards gezielt zu minimieren.

WEITERE INFORMATIONEN Mehr über uns finden Sie unter www.infoguard.ch

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IT-SICHERHEIT

HOME OFFICE – ABER SICHER Von zu Hause aus arbeiten hat mit Vorsichtsmassnahmen rund um Corona neuen Auftrieb erhalten. Auch nach der Pandemie wird das Home Office beliebt bleiben. Die Krise hat gezeigt, dass es auch von zu Hause gut arbeiten lässt. Doch auch am heimatlichen Arbeitsplatz gelten klare Vorgaben an den Datenschutz und die Informationssicherheit.

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uch wenn das Thema selbstverständlich sein sollte, haben gemäss einer Umfrage von WatchGuard nur 30 Prozent der Unternehmen Regeln im Zusammenhang mit dem Arbeiten von zu Hause, in Co-Working Bereichen oder von unterwegs erstellt und geschult. Auch wenn schnell noch Weisungen erstellt und verteilt wurden, macht es dies für beide Seiten unnötig schwer, sich richtig zu verhalten. In der Regel stellen Unternehmen den Mitarbeitern entweder ein Arbeitsgerät zur Verfügung (z. B. ein Laptop) oder der Mitarbeitende muss sich auf seinem privaten Gerät mit den Servern des Unternehmens verbinden (z. B. via Citrix oder Terminal Server).

pflicht strafrechtlichen Folgen nach sich ziehen, auch für den fehlbaren Mitarbeitenden. Gerade die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes sind hier unbarmherzig.

KLARE REGELN GEBEN SICHERHEIT Das Gerät darf nicht mit anderen Familienmitgliedern geteilt werden. Unabhängig, ob es dem Mitarbeitenden oder dem Unternehmen gehört. Daten werden in diesem Fall lokal, das heisst auf dem verwendeten Gerät, abgespeichert und plötzlich haben andere Personen im Haushalt auch Zugriff darauf. Auch wenn keine böse Absicht dahintersteckt, aber mal ein spannend klingendes PDF öffnen und einen Blick riskieren, ist schnell passiert.

Als erstes sollte das Unternehmen klare Verhaltensregeln aufstellen. Diese sollten mindestens die folgenden Fragen beantworten: Was darf alles von zu Hause aus gemacht werden? Was ist nicht erwünscht oder gar verboten? Dürfen ausgedruckte Informationen mit nach Hause genommen werden? Dürfen Informationen zu Hause ausgedruckt werden? Wie müssen die Unterlagen aufbewahrt werden? Welche weiteren Pflichten und Aufgaben gilt es zu beachten?

Je nach Umsetzung hat das Gerät keine Verbindung mit den Serverlaufwerken des Unternehmens. Das bedeutet, dass die erstellten oder veränderten Daten auch nicht automatisch gesichert werden. Die Mitarbeitenden sind also für die regelmässige Sicherung der Daten selbst verantwortlich. Wird dies mit Wechselplatten oder USB-Sticks ausgeführt, müssen diese verschlüsselt sein. So kommen auch bei einem unerwarteten Diebstahl oder Verlust keine Daten in falsche Hände.

Für ein Unternehmen ist es wichtig, dass die Datenschutzbestimmungen, wie auch die Vorgaben zur Informationssicherheit, zu jeder Zeit eingehalten werden. Es darf nicht sein, dass im Büro strenge Regeln umgesetzt sind, regelmässige Kontrollen durchgeführt werden und zu Hause wird alles über den Haufen geworfen. Dies kann bei einer Verletzung der Sorgfalts-

Auch Ausdrucke und Papier-Unterlagen gilt es zu schützen. Ausdrucke sind sofort aus dem Drucker zu entfernen. Unterlagen dürfen bei Abwesenheit, auch wenn dies nur kurz ist, nicht offen herumliegen, sondern müssen sicher aufbewahrt werden, idealerweise in einem abschliessbaren Behältnis (zum Beispiel ein Schrank oder ein Korpus). Familienmitglieder und Fremde

KOSTENLOSE CHECKLISTEN www.gosecurity.ch/services/publikationen/9238-stuermische-zeiten Andreas Wisler, Inhaber und Senior Security Consultant der goSecurity AG, wisler@goSecurity.ch

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dürfen zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit haben, an diese Unterlagen zu kommen. Weiter sollte der Datentransfer zwischen dem Unternehmen und dem Mitarbeitenden geklärt sein. Dürfen Daten per E-Mail verschickt werden? Wenn es von Geschäftsadresse zu Geschäftsadresse geschieht, ist dies in der Regel unproblematisch, da das E-Mail nie den E-MailServer des Unternehmens verlässt. Auf keinen Fall dürfen solche E-Mails an private Adressen, z.B. zu Google oder anderen Dienstleistern geschickt werden. Ob die Daten zusätzlich verschlüsselt werden müssen, gilt es in einer RisikoAnalyse abzuwägen. Gerade wenn kein eigener Mailserver vorhanden ist und nur noch Cloud-Dienste genutzt werden, macht diese Überlegung sicherlich grossen Sinn. Da dies nicht trivial ist, müssen die Mitarbeitenden im Umgang mit der Verschlüsselung geschult sein. Wird das private Gerät für die Tätigkeiten genutzt, kann es sein, dass wahlweise eine VPN-Verbindung, das bedeutet eine verschlüsselte Verbindung zwischen Gerät und Unternehmen, eingesetzt wird. Dies mag zwar für die Wartung von Servern und anderen Systemen durchaus Sinn machen, aus Sicherheitssicht ist dies aber keine gute Lösung, ist doch das Gerät dann direkt mit dem Firmennetzwerk verbunden. Da die Aktualität des privaten Gerätes sowie die Schutzmöglichkeiten (Firewall, Antivirenprogramm, etc.) nicht bekannt sind, geht das Unternehmen ein sehr grosses Risiko ein. Ist ein Schädling auf diesem Gerät aktiv, kann es sein, dass dieser via VPN den Weg ins Unternehmensnetzwerk findet und auch dort Schaden anrichten kann. Daher sollte VPN nur im äussersten Notfall eine Option sein. Besser ist es, via einem Remote-Programm zu arbeiten. Viele kennen sicherlich TeamViewer, mit welchem der Bildschirm des entfernten Computers angezeigt


IT-SICHERHEIT

und auf diesem gearbeitet werden kann. Genau gleich verhält es sich mit Citrix oder Terminal-Server. Dort sehe ich den Bildschirm des Firmenservers, habe somit meine gewohnte Oberfläche, die üblichen Programme und auch die bekannte Ordnerstruktur zur Verfügung. Es verhält sich für den Mitarbeitenden, wie wenn er oder sie im Büro sitzen würde. Der grosse Vorteil ist hier natürlich, dass nur Bildinformationen übertragen werden. Dies schont auch die Internet-Bandbreite. Auch wenn nur eine langsame Verbindung zur Verfügung steht, funktioniert dies ohne grosse Verzögerungen. Alle Daten bleiben immer im Unternehmen und verlassen dieses nie. Somit ist auch die Frage nach einem aktuell gepatchten System irrelevant. Wichtig an dieser Stelle ist aber zu erwähnen, dass lokale Laufwerke nicht eingebunden werden. Ansonsten wird die Trennung zwischen den Geräten wieder aufgehoben. Wie im Büro gilt auch hier: wenn ich den Arbeitsplatz verlasse, muss ich ihn sperren. Die so genannte Clear Screen Regel definiert, dass die Sperre so eingerichtet

sein sollte, dass nur mit der Eingabe des Passwortes wieder weitergearbeitet werden kann. An das private Gerät gelten demnach die gleichen Anforderungen an Passwörter, wie im Geschäft: mindestens 10 Zeichen zusammengesetzt aus Grossund Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Zudem sollten die Passwörter keinen persönlichen Bezug haben. Idealerweise kommt auch hier ein Merksatz zum Einsatz. «Ich sperre meinen Arbeitsplatzrechner immer, wenn ich ihn verlasse.» ergibt Is1Ai,wiiv. (Bitte nicht diesen verwenden). Dieser Satz ist leicht zu merken und schützt die Daten. Zu beachten gelten auch Schutzregeln bei Telefongesprächen. Wenn sich andere Personen in der Nähe befinden, dürfen keine vertraulichen Informationen über diesen Weg ausgetauscht werden. Vielleicht haben Sie es auch schon mal bei einer Zugsfahrt erlebt, welche spannende Dinge da erzählt werden. Sei es geschäftliche Belange, ja teilweise sogar sehr intime Dinge wie Krankheiten oder Affären. Achten Sie daher darauf, was Sie mündlich weitergeben.

KLEINE DINGE HELFEN, DIE INFORMATIONSSICHERHEIT ZU GEWÄHRLEISTEN Mit wenigen Verhaltensweisen können Sie auch von zu Hause aus sicher arbeiten. Achten Sie darauf, dass niemand Fremdes an Informationen kommt. Dies gilt auch für Familienangehörige. Versorgen Sie alle Unterlagen sicher, wenn diese nicht benötigt werden, idealerweise eingeschlossen. Sperren Sie Ihr Gerät, auch wenn Sie nur kurz weg sind. Und passen Sie auf, welche Informationen Sie per E-Mail oder mündlich weitergeben. Damit können Sie den Datenschutz und die Informationssicherheit jederzeit gewährleisten.

KONTAKT goSecurity AG Schulstrasse 11 CH-8542 Wiesendangen Telefon +41 (0) 52 511 37 37 info@goSecurity.ch www.goSecurity.ch

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SMART-CITY

GEMEINSAM IN EINE SMARTE ZUKUNFT «Smart» ist das Wort der Stunde – smart sollen auch unsere Städte und Gemeinden in einer ideal gedachten, digitalen Zukunft sein. Der Weg zum Ziel birgt jedoch insbesondere für kleine und mittlere Gemeinden allerlei Hürden. Zum zukunftsfähigen, digitalen Gemeinwesen gehören neben smarten Strategieund Führungsprozessen auch eine auf Transparenz und Vertrauen basierende Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Gesellschaft. Zudem braucht es besonders für kleine und mittlere Gemeinden einen vereinfachten Zugang zu Know-how, Grundlagen und Methoden. Wenn auch im Übermass verwendet, ist die «digitale Transformation» doch mehr als ein Buzzword. Sie betrifft nicht nur die Privatwirtschaft, geschweige denn nur spezielle Branchen oder gar einzelne Firmen, sondern die gesamte Gesellschaft. Im Zuge des Wandels stehen insbesondere auch die Verwaltungen von Kommunen und Städten vor der Herausforderung, das Zusammenspiel von Mobilität, Wirtschaft, Lebensraum, Umwelt, Verwaltung, Politik

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und Mensch durch digitale Technik weiter zu entwickeln. Sie sollen zu sogenannten Smart Cities werden, mit dem strategischen Ziel, die Lebensqualität der Bürger zu steigern, Ressourcen schonender zu nutzen und Prozesse zu optimieren – oder zusammenfassend: einen höheren Public Value zu generieren. Während Metropolen wie Wien, London, Chicago oder Singapur in der Umset-

zung von Smart City Konzepten bereits weit vorgeschritten sind, verläuft diese Entwicklung hierzulande etwas langsamer. Dennoch ist auch in der Schweiz Einiges im Gange. Auf politischer Ebene ist das Thema Smart City mittlerweile hoch priorisiert und verschiedenste Arbeitsgruppen und Interessensgemeinschaften sowie der Verband «Smart City Hub Switzerland» arbeiten an Lösungen und Hilfestellungen, die den Weg zur


SMART-CITY Smart City ebnen sollen. Denn für die Städte und Gemeinden lautet die grundsätzliche Frage nicht, ob sie «mitmachen wollen», sondern viel eher, wo sie in ­Zukunft stehen werden, wenn sie diese Entwicklung verpassen. Nur wer sich heute einbringt, kann auch tatsächlich mitgestalten und auf die weitere Entwicklung des digitalen gesellschaftlichen Zusammenlebens Einfluss nehmen. Einige grössere Städte arbeiten heute an einer Smart City Strategie oder haben eine solche bereits verabschiedet. Ganz oben steht dabei meist die Entwicklung neuer Online-Services, die digitale Weiterentwicklung verwaltungsinterner Prozesse, Mobilität und die Partizipation der Bürger am kommunalen Zusammenleben.

NUR ETWAS FÜR «DIE GROSSEN»? Zuweilen herrscht die Meinung vor, Smart City Konzepte seien per se nur ein Thema für grosse Städte. Dies ist ein grosser Irrtum. Die Thematik der Vernetzung, welche die Bürger miteinbezieht, das gesellschaftliche Leben vereinfacht und auf eine nachhaltige Ressourcennutzung abzielt, ist für kleinere Städte und Gemeinden mindestens so essentiell. Die Entwicklung schreitet schnell voran und es gilt, keine Zeit zu verlieren, wenn man den Anschluss halten will. Die Herausforderungen zeigen sich jedoch bereits bei der Erstellung der Strategien und Konzepte: Die Ressourcen hierfür sind in kleinen und mittleren Gemeinden mit jenen der grossen Städte nicht vergleichbar. Es stellt sich die Frage nach Zusammenarbeit und der Nutzung von Synergien, um voneinander zu profitieren. Insbesondere geht es in einem ersten Schritt darum, eine solide Ausgangslage zu schaffen. Die wichtigsten Teile einer solchen Basis sind einerseits die grundlegende Vernetzung der Anspruchsgruppen wie Verwaltung, Zivilgesellschaft, Unternehmen und das Bildungswesen sowie ­ deren aktive Kooperation untereinander. Andererseits muss die technologische Grundausstattung eine Entwicklung ­in Richtung Smart City begünstigen (Datenbanken, Softwareausstattung, technisches Know-how etc.). Auf dieser Basis lassen sich entsprechende Konzepte umsetzen und Innovation wird gefördert. So entstehen neue smarte Zusammenarbeitsformen und Dienstleistungen.

INTERESSIERT? Seit 25 Jahren nutzt und begründet die inova:solutions AG Innovationen, um einfach zu bedienende, leistungsstarke und hoch performante Software zu entwickeln. Ihr Fokus richtet sich seit Anbeginn auf die Bedürfnisse und Entwicklungen des öffentlichen Gemeinwesens. Heute engagiert sie sich stark für die Anliegen der Gemeinden auf dem Weg in eine smarte, digitale Zukunft. Eine breit vernetzten Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern aus Verwaltung, Bildung, Bevölkerung und Wirtschaft, Weitsichtigkeit sowie Mut zu neuen Wegen sind Grundvoraussetzungen für das Schaffen smarter Konzepte für ein modernes kommunales Gemeinwesen. Mit der inova setzen Sie auf den optimalen Partner für die Erarbeitung von Strategie- und Führungsprozessen. Wir freuen uns, wenn wir gemeinsam mit Ihrer Gemeinde an Wegen zu mehr Public Value arbeiten dürfen.

VERTRAUENSVOLLE PARTNERSCHAFTEN – VONEINANDER PROFITIEREN Konsequent smarte Initiativen bedingen Interdisziplinarität und engagierte Partner, die gemeinsam neue Technologien gekonnt und bewusst einsetzen. Die betroffenen Stakeholder müssen stets miteinbezogen und gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Anforderungen berücksichtigt werden. Gefragt sind Partner, die um die Bedürfnisse und Herausforderungen der betroffenen Anspruchsgruppen wissen und selbst die Vision einer gesellschaftlichen Vernetzung zur Verbesserung des Zusammenlebens verfolgen. Die inova:solutions AG in Ostermundigen (BE) verfolgt genau diese Vision und engagiert sich stark für Lösungsansätze im Bereich der kleineren und mittleren Gemeinden. Zusammen mit verschiedenen Gemeinden sowie dem Institut für Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule BFH als Wissenschaftspartner werden Strategien und Führungsprozesse für ein zukunftsfähiges, digitales «Ökosystem Gemeinwesen 4.0» entwickelt und erprobt. Die vernetzte, offene Kollaboration dieser Partner soll die Einstiegshürden und den Initialaufwand für die Umsetzung von Smart Government Strategien und intelligenten Führungsprozessen für kleine und mittlere Gemeinden nachhaltig senken. Mithilfe des gebündelten Know-hows aus Technik und Wissenschaft sowie den gesammelten Idealvorstellungen über eine smarte Zukunft der involvierten Gemeinden werden konkrete Vorgehensmodelle und Musterstrategien erarbeitet. Smarte Tools, die genau auf diesen Erkenntnissen aufbauen, ermöglichen den

Gemeinden einen vereinfachten Zugang zur ­N utzung neuer, digitaler Geschäftsmodelle. Besonderes Augenmerk gilt zu Beginn selbstverständlich den eigenen Strategie- und Führungsprozessen der Gemeinden an sich. Sie sind letztendlich Dreh- und Angelpunkt der weiteren Entwicklung und ebnen den Weg hin zur Smart City.

KONTAKT Dominic Frehner Projektleiter inova:score Telefon +41 (0) 31 930 66 51 d.frehner@inova.ch inova:solutions AG Güterstrasse 5 CH-3072 Ostermundigen Telefon +41 (0) 31 930 66 66 info@inova.ch www.inova.ch

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SMART-CITY

Beispiel für eine emissionsfrei, urbane Lieferkette – Camion Transport macht es vor!

SMART CITYS = SMART URBAN LOGISTIK D

as ständige Wachstum unserer Städte bei gleichzeitiger Verknappung von Ressourcen macht ein Umdenken in der Stadtplanung mittelfristig unumgänglich. Einer der Kernbereiche einer «Smart City» ist ihr Umgang mit Mobilität und Verkehr und hier speziell mit dem ständig steigendem Transportverkehr. In diesem Bereich sind neue, intelligente Strukturen notwendig, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und dabei als Stadt Wirtschaftlichkeit zu garantieren.

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Strassen, Wege, Plätze – der öffentliche Raum in unseren Städten ist begrenzt und steht im Spannungsfeld von gesellschaftlichen und ökonomischen Interessen. Das Spannungsfeld ist gross, Stehzeiten durch Stau, genrelle Verkehrsflächenknappheit, dadurch die Knappheit der Be- und Entladezonen, Lieferzeit- und Lieferortbeschränkungen, Nachtfahrverbote und die Themen Lärmschutz sowie das Ziel, Emissionen deutlich zu reduzieren. Smart City heisst auch eine Lebenswerte Stadt zu

sein. Und der Wunsch der Menschen, die in Ballungszentren wohnen danach, wird immer «lauter». Die öffentliche Hand reagiert mit neuen Bedingungen und Bestimmungen, diese haben auf die Transportbranche grosse Auswirkungen. Smart Citys verlangen nach «Smart Urban Logistics». Diese wählt unter den unterschiedlichen Transportmöglichkeit aus, kombiniert diese pfiffig und passt sich flexibel und individuell an die (nicht nur


SMART-CITY

wendig, platzsparend – Micromobilität präsentiert von Quickmail.

Geräuschlos, effizient, so werden in Dresden Tageszeitungen und Postwurfsendungen geliefert.

räumlichen) Gegebenheiten an. Alte Transportmuster werden über den Haufen geworfen und neue Lösungen entwickelt. Es braucht somit nicht nur technologische Innovationen im Güterverkehr, sondern kreative Kombinationen von Produktionsund Vermarktungslösungen, städtebaulicher Gestaltung und Transportlogistik. Der Transportverkehr in Ballungszentren ist ein komplexes Netzwerk aus teilweise eigenständigen Sub-Systemen und Komponenten. Nachhaltige Massnahmen müssen sowohl insgesamt als auch in den einzelnen Aktionsbereichen identifiziert, entwickelt und umgesetzt werden. Bestehende und neue Instrumente sollen künftig Schritt für Schritt dazu beitragen, Logistik und Güterverkehr in Ballungszentren smarter und effizienter zu gestalten.

Eine «Smart City» zu sein heisst auch, eine entsprechend smarte Logistik anzubieten, um die wachsenden Anforderungen an die Ver- und Entsorgung von städtischen Räumen nachhaltig abdecken zu können. Städte sind immer auch Handelsplätze und Produktionsstätten mit besonderen logistischen Anforderungen, auf jeden Fall aber Orte, die Waren- und Personenströme zu bewältigen haben.

Wertschöpfungsprozess. Hinzu kommt eine hohe Anforderung an die Warenverfügbarkeit sowie eine immer grössere Breite und Tiefe der Sortimente. Die Zunahme von Sendungen mit geringen Gütermengen bedingt eine Erhöhung der Lieferfrequenz. Aktuelle Studien und Zukunftsprognosen sagen eine 300 prozentige Steigerung der Paketlieferungen innerhalb der nächsten 10 Jahre voraus.

Die (schnelle) Verfügbarkeit von Produkten wird erwartet, differenzierend wirkt die Dienstleistung: Tankstellen werden zu Backstuben, Backstuben werden zu Bankfilialen. Der Handel muss mehr können als Produkte zu präsentieren, um gegen die Online-Konkurrenz zu bestehen. Der Online-Handel wiederum muss die Lieferung perfektionieren, um auf Dauer als verlässliche Bezugsquelle wahrgenommen zu werden. Die steigende Zahl an Bestell- und Absatzmöglichkeiten (z.B. e-Commerce) bewirkt eine Veränderung der Sendungsstruktur und fordert eine zunehmende Flexibilisierung der Güterbewegungen im

Und «Smart Urban Logistics» braucht neue Systemlösungen. Umweltfreundliche, Nachhaltige Fahrzeuge, mit geringen TCO-Kosten, multifunktional nutzbar, wendig, flink, effizient. Die Schweizer Post hat vor mehr als 6 Jahren eine neue Systemlösung gestartet. Elektrische Dreiräder – ein Konzept, dass bereits 1918 funktioniert hat. vRbikes ist einer der Vorreiter in dieser «wiederentdeckten» Fahrzeugkategorie bzw. Transportlösung. Und kooperiert mit namhaften europäischen Firmen, um die Herausforderung an massgeschneiderten

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SMART-CITY

Saubere Citys, saubere Luft – Multifunktionale Fahrzeuge für Kommunen und Städte.

Die Schweizer Post hat es vorgemacht, das Konzept wird nun von anderen getestet.

Kleines Fahrzeug, grosses Ladevolumen.

Transportmodulen, die zukünftig auch als mobile Hub’s angeboten werden, stemmen zu können. Die Zukunft kann kommen, Smart Urban Logistics ist keine Vision mehr. Aber auch der «Kommunlae» Bereich ist nicht zu unterschätzen. «Smart Cities» sind lebenswert. Dazu zählt auch das Stadtbild per se, Sauberkeit, die Pflege der Grünflächen. Hier gehen immer mehr Städte und Kommunen mit gutem Beispiel voran. Und setzen auf lokal emissionsfreie Fahrzeuge. Die Nachfrage an kleinen, wendigen, multifunktionalen Fahrzeugen steigt immer mehr. Auch hier kann vRbikes mit innovativen Ideen und Ansätzen punkten.

Die Handwerker des Schwingfestes haben das «Arbeitstier» gerne genutzt.

Interesse? – Mehr Informationen unter vRbikes.world – alle Informationen, TCO, Systemlösungen unter info@vRbikes. world – die Profis von vRbikes entwickeln mit und für Sie gerne massgeschneiderte Systemlösungen.

TESTFAHRER GESUCHT! Die neue, urbane, Mobilität muss erlebt werden. Bei vRbikes können Sie das. Kostenlos und unverbindlich. Und gerne auch über längere Zeit. Nur so können Sie sicher sein, ob das Fahrzeug zu Ihrem Geschäftsmodell und Fuhrpark passt. Interessiert? Dann senden Sie bitte eine Mail an: Info@vRbikes.ch

KONTAKT Marcel Durmüller Kundenbetreuung Schweiz Telefon +41 (0) 79 845 77 64

Mit Anhänger kann das Transportvolumen individuell erhöht werden.

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Marcel.Duermueller@vrbikes.world www.vrbikes.ch


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STÖCKLIN – IHR KOMPETENTER PARTNER FÜR INNOVATIVE UND KUNDENSPEZIFISCHE LOGISTIKLÖSUNGEN Als international erfahrener Systemintegrator von Intralogistiksystemen begleiten wir unsere Kundschaft bereits bei der Planung und Projektierung bis hin zur Lieferung schlüsselfertiger Gesamtsysteme.

S

eit 1934 ist die Schweizer StöcklinGruppe weltweit Ihr kompetenter Partner für innovative und kundenspezifische Logistiklösungen.

für verschiedenste Ladeträger sowie Flurförderzeuge anzubieten, die dazu beitragen Ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig und nachhaltig zu stärken.

Als international erfahrener Systemintegrator von Intralogistiksystemen begleiten wir unsere Kundschaft bereits bei der Planung und Projektierung bis hin zur Lieferung schlüsselfertiger Gesamtsysteme. Mit unserer vorwiegend eigenen Produktion sind wir in der Lage, Förder- und Lagersysteme

UNSERE KERNKOMPETENZEN

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Die Stöcklin Logistik AG, mit Hauptsitz und eigener Produktion im schweizerischen Dornach, bietet seit mehr als 80 Jahren innovative Lösungen für die innerbetriebliche Logistik an. Das Produktportfolio umfasst konventionelle Handhubwagen,

Fördersysteme, Regalbediengeräte für jegliche Ladeträger bis hin zu schlüsselfertigen Gesamtsystemen sowie Materialfluss- und Lagerverwaltungssoftware. Als Generalunternehmer realisiert die Stöcklin Logistik AG ganzheitliche Lösungen für den kompletten Intralogistikbereich. Weltweit stehen 470 Mitarbeiter für Fragen rund um die innerbetriebliche Logistik zur Verfügung. Durch die stetige Weiterentwicklung der Produkte und Systeme ist Stöcklin


LOGISTIK in der Lage, modernste Technologien mit hochwertigen Materialien und effizienten Lösungen zu vereinen und individuell an Ihre Bedürfnisse und den Materialfluss anzupassen. Mehr als 1 100 installierte Gesamtsysteme rund um den Globus zeigen den Erfolg der wirtschaftlichen und erfolgreichen Arbeiten von Stöcklin. Die Stöcklin Logistik AG hat sich dazu verpflichtet Produkte nach dem Prinzip «Qualität von Personen für Personen» zu produzieren. Dies zeigt sich nicht nur in den Produkten und Serviceleistungen, sondern auch in der nachhaltigen Produktion und dem schonenden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.

• Schlüsselfertige Gesamtsysteme

für alle Arten von Ladeträgern • Neuanlagen • Modernisierungen • Anlagenerweiterungen • Temperaturgeführte Lagersysteme (Raumtemperatur, Kühl- und Tiefkühlbereich) • Förderanlagen und Regalbediengeräte für alle Arten von Ladeträgern • Entwicklung und Implementierung von Lagerverwaltungs- und Materialflusssoftware inkl. Visualisierung • Lifetime-Support (Kundendienst, Wartung, Service, Servicedesk 24/7) • Flurförderzeuge • Handgabel-Hubwagen

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Bei Fragen rund um den innerbetrieblichen Materialfluss ist eine umfassende Beratung von kompetenten Mitarbeitern garantiert.

UNSER BREITES PORTFOLIO UMFASST: • Förder- und Lagertechnik • Generalunternehmer

• Elektrostapler • Frontstapler • Ex-geschützte Stapler ATEX • Spezialausführungen • Edelstahlausführungen Hygieneschutz • Verladebleche • Flottenmanagement • Fahrerlose Transportsysteme

KONTAKT Stöcklin Logistik AG Dornacherstrasse 197 CH-4147 Aesch Telefon +41 (0) 61 705 81 11 info@stoecklin.com www.stoecklin.com

für Logistiksysteme

INTR A

LOGISTIK L AG E R SYS T E M E S O F T WA R E F LU R F Ö R D E R ZE U G E

Stöcklin Logistik AG CH-4143 Dornach +41 61 705 81 11 info@stoecklin.com www.stoecklin.com


VERNETZTE ABFALLENTSORGUNG Intelligente Systeme zur Abfallbewirtschaftung.

G

. KOLLY SA und KOCO Solutions AG vereinen sich, um Ihnen eine vernetzte Lösung für Ihre Abfallbewirtschaftung anbieten zu können. Dies erlaubt es Ihnen aus Distanz Ihre Abfallentsorgung zu kontrollieren und zu organisieren. Von der Eingangskontrolle, über das Wiegen, bis zur zentralisierten Datenerfassung, wird die Abfallbewirtschaftung moderner und effizienter. Unsere Marken arbeiten Hand in Hand mit der Öffentlichkeit und den Transportfirmen zusammen. Dies, zur vollsten Zufriedenheit der Benutzer. Heute sind wir als wichtiger Akteur im Bereich der Abfallbewirtschaftung sowie der Realisierung intelligenter Abfallbewirtschaftungen tätig. Mit der Marke KOLLYgram bieten wir eine komplette Palette, der Wiegesysteme für Überflur- und Unterflurcontainer, zur Optimierung der Sammlung von jeglichen Abfällen und anderen Materialien an. Für

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Container und Presscontainer bieten wir Lösungen zur Optimierung der Abfallsammlung an. Eine der wichtigsten Eigenschaften ist die einfache Bedienung und die Vernetzung der Objekte der verschiedenen Systeme. Dank unserer Lösung KOCO-online können wir der Öffentlichkeit und den Transportfirmen eine personalisierbare Benutzerplattform anbieten, die vollständig entwickelt und in der Schweiz ansässig ist. Sie erlaubt es, die Abfallsammlung zu optimieren, die Administration zu organisieren, die Fakturierung auszuführen und den Füllstand der Presscontainer zu erkennen. Die Abfallentsorgung ist nicht nur für Einzelpersonen eine Herausforderung, sondern vor allem auch für die Industrie und die Gemeinden. Wir verfügen über die neusten Technologien für die Professionellen der Abfallwiederverwertung und sind ebenfalls Pioniere im Wiegebereich.

KONTAKT G. Kolly SA Route de la Gruyère 88 CH-1724 Le Mouret Telefon +41 (0) 26 413 90 00 office@kolly.com www.kolly.com


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KOMMUNALFAHRZEUGE

VIKTOR MEILI AG WIRD FÜR DIE INNOVATIVEN E-KOMMUNALFAHRZEUGE MIT DEM WATT D’OR 2020 AUSGEZEICHNET Bahn frei für die neue E-Generation der Alleskönner!

S

eit mehr als 80 Jahren gibt es das Schweizer Familienunternehmen mit Sitz in Schübelbach, Kanton Schwyz. Pionierarbeit und jahrzehntelange Praxis hat das Unternehmen zu Experten

für innovative Allrad- und Raupenfahrzeuge und zum Marktführer im Schweizer Kommunalsektor gemacht. Die Erfolgskomponenten? Technisches Know-how, Made in Suisse und Innovationkraft.

Zur Produktpalette mit verschiedensten Kommunal-Fahrzeugen wurde das Programm 2019 mit zwei Elektro-Fahrzeugen ergänzt: dem RETO.e und den BEAT.e. Beide Fahrzeuge setzen die Spitzen-

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KOMMUNALFAHRZEUGE leistungen der bisherigen Fahrzeuge in Sachen Leistung und Ausdauer fort.

KONSTRUIERT, UM AUSSERGEWÖHNLICHES ZU LEISTEN 365 Tage im Jahr, im Winter wie im Sommer, bei Regen, Sturm und Schnee – der Meili Alleskönner in den Versionen Motor- oder E-Fahrzeuge beeindruckt durch Leistungsstärke, Integration und Vielseitigkeit, was den steigenden Anforderungen in Städten und Kommunen optimal entgegen kommt.

DIE INNOVATIVSTEN GERÄTETRÄGER DES ALPENRAUMS, NUN AUCH IN DER E-VERSION

Schwerarbeiter, Wegbereiter, Sauberkünstler, Alleskönner – die neue Generation der Meili-Geräteträger wurde konstruiert, um größte Herausforderungen zu meistern. Robust, kraftstrotzend und wendig zugleich vereinen sie die besten Eigenschaften und Funktionen moderner Fahrzeugtechnologie.

WINTERDIENST In tiefschwarzer Nacht, bei stürmischen Schneeböen und bei klirrender Kälte sind die Meili Kommunalmaschinen im Räum- und Streudienst, als Schneepflug oder Frässschleuder im Einsatz. Und das ganz ohne Probleme: Die optimale Traktion und der permanente Allradantrieb garantieren die volle Kontrolle auf glattem Untergrund. Zudem: die wärmegedämmte Fahrzeugkabine mit der großflächigen, beheiz­baren Windschutzscheibe bietet auch noch bei Temperaturen bis zu -30 °C angenehmen Komfort.

SOMMERDIENST Meili-Alleskönner mähen Böschungen und Seitenstreifen, mulchen Wiesenflächen, fräsen Grabensohlen, pflegen Buschwerk und Gehölz, schneiden zugewachsene Wege frei und ermöglichen durch die große Ladefläche auch den direkten Abtransport des Geästs. Flexibel einsetzbar reinigen die Meili-Kommunalfahrzeuge verschmutzte Fahrbahnen, Leitplanken und Tunnelwände mit einer Wendigkeit und Kompaktheit, mit der sie auch in engen Innenstadtstraßen punkten. Der Geräteträger kann eine Vielzahl von Apparaturen aufnehmen: z.B. auch ein heckseitiges Mähgerät oder ein Hochdruckreinigungsgerät kann verwendet werden.

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SONDEREINSÄTZE Auch als robuste Absetz- oder Abrollkipper kommen die kommunalen MEILIAlleskönner zum Einsatz. Beinahe mühelos ziehen sie Anhänger, lassen sich mit einem Kran ausstatten und bieten bei alledem hohen Fahrkomfort und hohe Sicherheit. Meili Qualitätsfahrzeuge zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit, Effizienz und Höchstleistungen aus. Ausserdem werden auf Kundenwunsch Spezialfahrzeuge maßgefertigt.

IMMER SCHON EINEN SCHRITT VORAUS Vor etwa zehn Jahren wurde der Viktor Meili AG bewusst, dass Dieselfahrzeuge im urbanen Gebiet weder nachhaltig noch zukunftsfähig sind, und so begann die Entwicklung eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs. Aber der Einbau eines E-Motors reichte dafür bei weitem nicht aus. Die Vorteile des E-Antriebs kamen erst dann voll zur Geltung, wenn Motor, Getriebe und Achsen ein genau aufeinander abgestimmtes System bilden. Ein E-Kommunalfahrzeug ist im Unterhalt wesentlich günstiger. Bezogen auf einen durchschnittlichen Einsatz spart man mit dem E-Kommunalfahrzeug in 10 Jahren über CHF 100’000 an Treibstoff- und Wartungskosten und etwa 220 Tonnen CO2. Schlagende Argumente von einem passionierten Fahrzeugbauer, der, wie er sagt, zwar «Diesel im Blut» hat, aber in den Elektroantrieb verliebt ist. Die erwartete Lebensdauer des Fahrzeuges liegt bei ca. 20 Jahren. Die Batterie

reicht im Winterdienst für 8 bis 10 Stunden und kann – wenn notwendig – mit einer Schnellladung in der Mittagspause wieder aufgeladen werden. Viele gute Gründe also für den Wechsel von Schadstoffausstoss auf emissionslos.

WATT D’OR 2020 Und der Einsatz von MEILI hat sich ausgezahlt! Das Bundesamt für Energie hat die Elektro-Kommunalfahrzeuge mit dem Watt d’Or 2020 ausgezeichnet. Dieser Preis wird seit 2006 jedes Jahr für innovative Projekte und Konzepte vergeben, welche die Energiezukunft der Schweiz verbessern. MEILI freut sich über diese wertvolle Auszeichnung, die jahrelange Entwicklungsanstrengungen belohnt hat.

KONTAKT Viktor Meili AG Hauptsitz Brestenburgerstrasse 6 CH-8862 Schübelbach Telefon +41 (0) 55 225 01 01 info@meiliswiss.com Viktor Meili SA Les Carrières du Lessus 3 CH-1867 St.-Triphon Telefon +41 (0) 27 346 16 68 fr@meiliswiss.com www.meiliswiss.com


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Der Alleskönner.

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KOMMUNALFAHRZEUGE

SELBSTFAHRENDE SCHNEEFRÄSSCHLEUDER ZAUGG-ROLBA 500 JETZT DANK WECHSELNUTZEN NOCH WIRTSCHAFTLICHER Neu und einzigartig: Die selbstfahrende Schneefrässchleuder mit Wechselnutzen bringt eindeutig mehr Wertschöpfung.

DIE ZAUGG-ROLBA R500 Die neue Rolba R500 ist einzigartig von der Dimension und Leistung her. Es gibt keine vergleichbare selbstfahrende Schneefrässchleuder in dieser Art und Grösse auf dem Markt. Der Leistungsumfang kann genau an die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Verschiedene Fräsbreiten stehen zur Auswahl. Nebst dem Direktauswurf werden unterschiedliche Kaminlängen oder sogar ein Teleskopkamin angeboten. Bei Bedarf kann die R500 für einen Wechselnutzen vorbereitet werden. Zum Beispiel im Hinblick auf einen Ausleger-Mäher.

DIE NEUE DIMENSION Die neue ZAUGG-Rolba R500 läutet eine neue Dimension im Bereich der selbstfahrenden Schneefrässchleudern ein. Nur schon die kompakten Abmessungen –  Länge 546, Breite 180 bis 210, Höhe 307, Radstand 200 und Wendekreis 480 cm –  legen davon Zeugnis ab. Auch das Gesamtgewicht von zirka acht Tonnen im Verhältnis zu den 170 kW des MTU Dieselmotors lassen einiges an Leistung erwarten. Einem Dieselmotor auf dem neusten Stand der Technik und entsprechend den aktuellsten Vorgaben bezüglich Abgas-Emissionen. Zudem sind auch die Geräuschemissionen sehr gering. Je nach Konfiguration

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und Schneeverhältnissen erreicht man eine Räumleistung von rund 1 800 Tonnen pro Stunde und eine Wurfweite von bis zu 40 Metern.

DIE SCHNEEFRÄSSCHLEUDER Die zweistufige ZAUGG-Rolba Schneefrässchleuder SF 90-100 kann in drei Breiten gewählt werden und wird mittels einem Joystick bedient. Der Antrieb erfolgt mechanisch – also mit maximaler Leistung. In einem einzigen Durchgang wird der Schnee bis 130 cm hoch geräumt. Auf Wunsch gibt es eine Klappschar. Der Schneeauswurf hängt von der verwendeten Auswurftechnik ab. Nebst einem 2-Klappen- und einem 4-Klappen- steht auch ein Teleskopkamin zur Auswahl. Und nicht zu vergessen die Option Direktauswurf, die besondere Effizienz garantiert. Die Fräse ist über eine DreipunktAushebung mit dem Fahrzeug verbunden. Die damit neu ermöglichte Geräteentlastung, sorgt im Arbeitsbetrieb für eine genauere Bodenanpassung und für die notwendige Schwingungstilgung bei der Dislokation.

DAS TRÄGERFAHRZEUG Die Motorisierung ist für die Abgasstufe EuroMot Step V ausgelegt und bietet einen stufenlosen, hydrostatischen Fahrantrieb mit zwei mechanischen Fahrstufen und einem

Tempomaten. Für die Dislokation kann bis 40 km / h schnell gefahren werden. Die Räumgeschwindigkeit liegt nach Bedarf zwischen 0.15 – 40 km / h. Dank Front-, Heck, Allrad und Hundeganglenkung ist die R500 extrem agil und eignet sich besonders für die Schneeräumung in sehr engen Verhältnissen.

DIE FAHRERKABINE Die auf Hydrolagern gefederte Doppel-Kabine ist sehr komfortabel und schallisoliert. Das Bedienkonzept wurde nach neusten Erkenntnissen und strikte ergonomisch ausgeführt. Es besteht aus einem Joystick für die Bedienung der hydraulischen Funktionen der Schneefrässchleuder, des Tempomaten und des Fahrantriebs. Mit dem handlichen, multifunktionalen Steuerungsknopf kann durch Drehen und Drücken der farbige 12-Zoll Kontrollbildschirm bedient werden. Auf dem Bildschirm sind alle wichtigen Informationen, Funktionen sowie die optionale Kameraüberwachung in absolut neuartiger und übersichtlicher Art und Weise dargestellt. Damit wird eine umfassende Kontrolle der Rolba R500 sichergestellt. Die Sicht nach hinten ist sichtlich besser dank der bemerkenswert niedrig ausgefallenen Motorhaube.


KOMMUNALFAHRZEUGE

WECHSELNUTZEN BRINGT DOPPELTEN NUTZEN Wenn von Anfang an die Option Wechselnutzen eingeplant wird, gewinnt man die Möglichkeit, die Rolba 500 rund ums Jahr einsetzen zu können. Ein Auslegermäher verdoppelt die Einsatzzeit der R500 ohne weiteres.

DIE WARTUNG Dank der neu konzipierten hydraulisch nach hinten kippbaren Motorhaube ist der Zugang zum Motorraum ausserordentlich einfach und die Wartung damit extrem erleichtert.

OPTIONEN FÜR GESTEIGERTEN KOMFORT Klimaanlage, Zentralschmierung, Anbauvorrichtung für Wechselnutzen, breite Bereifung, verschiedene Auswurfkamine und Kaminverlängerungen, Rückfahrkamera, Birdview, Farbvarianten, zusätzliches Heckgewicht, Kabinenlift, Seitenmesser, Seitenschutzbleche, LED-Kennleuchte.

KONTAKT ZAUGG AG EGGIWIL CH-3537 Eggiwil Telefon +41 (0) 34 491 81 11 www.zaugg.swiss

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KOMMUNALFAHRZEUGE

MIT RAPID PRODUKTEN IM KOMMUNALEN EINSATZ Die Rapid Technic AG ist weit bekannt. Die Firma, welche immer noch in der Schweiz produziert, nimmt man für ihre technischen Lösungen in der alpinen Berglandwirtschaft wahr. Die Schweizer Firma mit Sitz in Killwangen bietet aber noch vieles mehr als nur Anwendungen der alpinen Landwirtschaft. Mit unserem Motto «Sie haben ein Bedürfnis, wir die Lösung» bieten wir für jeden Kunden die richtige Anwendung.

I

m Kommunalen Bereich bietet sich als Beispiel die Beiden Mulchgeräte, Schlegelmulcher und Ökomulcher besten an. Um etwas konkreter zu werden, hier die Beiden Anbaugeräte:

SCHLEGELMULCHER Rapid Schlegelmulcher schneiden und häckseln Gräser wie Jungwuchs fein und legen das Mulchgut sauber ab. Die auf der ausgewuchteten Welle beweglich gelagerten und extrem widerstandsfähigen Y-Messer ermöglichen ein vibrationsarmes Arbeiten bei höchster Effizienz. Resultat ist ein sauberes Schnittbild auf perfekt gepflegten Grünflächen.

ARBEITEN KOMFORTABEL UND SICHER ERLEDIGEN Rapid Schlegelmulcher sind extrem robust gebaut. Dies betrifft Antrieb wie Gehäuse

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und Kupplungsbauteile. Die massive Messerwelle ist sauber ausgewuchtet. Das reduziert Vibrationen auf ein Minimum und garantiert maximalen Bedienkomfort. Rapid Schlegelmulcher bilden zusammen mit dem Rapid Geräteträger eine perfekte Einheit. Auch Arbeiten mit schweren Anbaugeräten lassen sich damit bequem und sicher erledigen.

DIE ERFOLGSFAKTOREN • Extrem hohe Schnittleistung auch bei zähen Gräsern und Gestrüpp • Einfache stufenlose Höhenverstellung • Extrem schmaler Antriebskasten erlaubt nahes Heranfahren an Hindernisse • Selbstreinigung der Tastrolle während des Betriebs dank geringem Abstand der Messer • Vibrationsarmes Arbeiten dank ausgewuchteter Messerwelle

• Sicherheit durch Gerätebremse, die beim Loslassen des Totmannhebels oder Auskuppeln das Gerät innert weniger Sekunden zum Stillstand bringt

ÖKOMULCHER Rapid Ökomulcher eigenen sich perfekt zum Mulchen von Gestrüpp und Grünflächen. Die horizontal rotierenden, massiven Stahlmesser haben eine hohe Schnittleistung. Das fein gemulchte Schnittgut wird in der Regel auf dem Boden liegen gelassen. Diese Arbeitsweise ermöglicht eine rasche und saubere Pflege verschiedenster Grünflächen.

ARBEITEN BEQUEM UND EFFIZIENT ERLEDIGEN Mit den Rapid Ökomulchern lassen sich extensiv genutzte Grünflächen einfach pflegen. Die mit hydrostatischem Fahran-


KOMMUNALFAHRZEUGE

HINWEIS Für nähere Auskunft kontaktieren Sie: Philip Schwendener, Leiter Marketing Telefon +41 (0) 44 743 14 13, philip.schwendener@rapid.ch Mehr Informationen: www.rapid.ch

den. Auf gewissen Flächen werden vermehrt Auflagen zur eingesetzten Technik in Hinsicht auf Insektenschutz, etc. gesprochen und gefordert. Das Messerbalkenprinzip gilt als schonendstes Mähsystem für Insekten. Dies, weil die Tiere freie Fluchtwege haben und nicht durch die Saugwirkung von beispielsweise rotierenden Mähwerken erfasst werden. Entgegen dem Mulchen von extensiv genutzten Grünflachen wird beim Mähen mit anschliessendem Abtransport des Schnittguts dem Boden Stickstoff entzogen, was die Artenvielfalt fördert.

UNEMPFINDLICH, KENNT KEIN VERSTOPFEN

Rapid ist eine traditionsreiche Schweizer Industriegruppe. In ihrem Kerngeschäft, der Herstellung von Rapid Einachsgeräten für die Landwirtschaft und Kommunal­ technik, ist sie europaweit führend. Im Geschäftsbereich Contract Manufacturing setzt Rapid ihr Knowhow und ihren modernen Maschinenpark ein, um Entwicklungs- und Fertigungsaufträge für renommierte Industriekunden zu bearbeiten. Die Rapid Gruppe mit Sitz in Dietikon / ZH beschäftigt am Standort Killwangen / AG rund 120 Mitarbeitende, bei der Tochtergesellschaft KommTek in Osterburken, Deutschland, 12 Mitarbeitende und bei der Tochtergesellschaft Brielmaier an zwei Standorten in Deutschland und Rumänien 45 Mitarbeitende. Die Aktien der Rapid Holding AG werden ausserbörslich gehandelt (Valor-Nummer 3 033 336).

trieb ausgestatteten Geräteträger erlauben ein einfaches und bequemes Führen der Geräte. Die Flächenleistung gegenüber von Freischneidern und Fadenmähern ist massiv höher und das Schnittbild wirkt gleichmässig. Das erfreut Maschinenbediener, Landeigner sowie Passanten.

DIE ERFOLGSFAKTOREN • Optimale Schneid- und Häckselqualität auch bei hohem Gras oder Gestrüpp • Saubere Ablage des Schnittguts • Schnitthöhe stufenlos verstellbar • Robust und langlebig für tägliche professionelle Anwendungen

• Kompakt und wartungsarm • Sauberer Schnitt und massiv höhere Arbeitseffizienz gegenüber Fadenmähern

OFT UNTERSCHÄTZTE ANWENDUNG IM KOMMUNALEN BEREICH Die Einachsgeräte der Rapid Technic AG sind vielfältig einsetzbar, da diese mit vielen verschiedenen Anbaugeräten betrieben werden können. Für eine extensive und umweltverträgliche Mahd können an Rapid-Geräteträger auch oszillierende Mähverfahren, wie z.B. Kommunalbalken oder andere Messerbalken angebaut wer-

ESM-Kommunalbalken eignen sich besonders zum Mähen von verunreinigtem und stark verwildertem Gras. Sie sind unempfindlich gegenüber Fremdkörpern und mähen problemlos verrottetes und nicht weggeräumtes Schnittgut. Daher wird dieser Balkentyp vom Profi im Garten- und Landschaftsbau sowie von Kommunen sehr geschätzt. Mäharbeiten entlang von Strassenrändern, an Böschungen oder in Gräben sind damit effizient zu meistern.

DIE ERFOLGSFAKTOREN • Kein Verstopfen • Unempfindlich gegenüber nicht weggeräumtem oder verrottetem Schnittgut • Unempfindlich gegenüber Fremdkörpern • Perfekte Messerführung dank Schwinghebeln • Schnitthöhe einstellbar • Einfache Wartung

KONTAKT Rapid Technic AG Industriestrasse 7 CH-8956 Killwangen Telefon +41 (0) 44 743 11 11 info@rapid.ch www.rapid.ch

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KOMMUNALFAHRZEUGE

CLEVERE, ERGONOMISCHE UND UMWELTFREUNDLICHE LÖSUNGEN VON ECKOLD Sei es für Facility Management, Mobilen Service, Werkhöfe, oder ganz einfach praktische und effiziente Hilfsmittel für die verschiedensten Zwecke, ECKOLD aus dem Churer Rheintal bietet viele nützliche Lösungen.

ELEKTROSCHLEPPER UND ELEKTROFAHRZEUGE FÜR DIE INTERNE LOGISTIK… Container aus der Tiefgarage oder über das Betriebsgelände schleppen, Anhänger ohne Zugfahrzeug ziehen oder auf engem Raum präzise rangieren, dafür gibt es Elektroschlepper. Die Last wird einfach angehängt. Je nach Gewicht, das bewegt werden soll, seien es nur ein paar 100 kg,

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oder mehrere Tonnen, gibt es das geeignete Gerät. Der Bediener läuft mit dem Gerät mit und lenkt einfach, ergonomisch und sicher über die Deichsel, wo die Bedienknöpfe integriert sind. Verschiedene Kupplungssysteme sind erhältlich, und natürlich auch für PW-Anhänger. Bei grösseren Stützlasten können die Schlepper mit einer hydraulischen Hebeeinrichtung ausgerüstet werden. Francesco Foti, Kun-

denberater im Aussendienst bei ECKOLD bestätigt, dass sich die Elektroschlepper bei Immobilienverwaltungen und Werkhöfen immer grösserer Popularität erfreuen. «Die Geräte erlauben ergonomisches und effizientes Arbeiten und bestechen durch ihre Wendigkeit und präzises Manövrieren. Und mit dem umweltfreundlichen Elektroantrieb entsprechen sie dem Zeitgeist. Wir finden für die Kunden immer eine passende


KOMMUNALFAHRZEUGE Lösung. Hierfür habe ich Vorführgeräte, mit denen ich bei Kunden Vorführungen und Tests machen kann», berichtet Foti mit etwas Stolz. «Und wenn der Facility-Manager so einen Elektroschlepper im Winter für die Schneeräumung einsetzen möchte, kann ein Schneepflug angebaut werden. So kann man leise und ohne Geknatter eines Benzinmotors frühmorgens das Wohnquartier räumen, ohne die Bewohner aus dem Schlaf zu reissen», ergänzt Francesco Foti.

der nicht nur leicht, sondern auch widerstandsfähig und langlebig ist. Von der Qualität seiner Einrichtungen und deren Stabilität überzeugt, gewährt ALUCA eine einzigartige 8-jährige PremiumGarantie. Der Kunde profitiert dabei auch vom geringen Gewicht der Einrichtung und somit von einem verringerten Kraftstoffverbrauch und einer erhöhten Nutzlast. ALUCA Fahrzeugeinrichtungen sind zudem crashgeprüft.

Neben Elektroschleppern bietet ECKOLD eine ganze Palette weiterer Elektrogeräte, mit denen Personen, Lasten und Güter auf Werkhöfen, Firmengeländen und Privatgrund befördert werden können. Meist fahren die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter mit dem Fahrzeug mit, und die Güter werden auf dem Gerät mitgeführt oder auf einem Anhänger oder im Container befördert. Den Anwendungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. So gibt es beispielsweise Fahrzeuge mit spezieller Ausrüstung für Putz-Equipen, für Mechaniker, für die interne Postverteilung, oder ganz einfach ausgerüstet mit verschiedenen Körben oder Kisten, um die verschiedensten Güter auf dem Gelände von A nach B zu bringen.

Die gesamte Fahrzeugeinrichtung wird individuell konfiguriert und produziert. Die Spezialisten von ECKOLD stehen den Kunden mit ihrer Erfahrung und ihren guten Tipps, sei es bei cleveren Sonderlösungen, Zubehör oder Vorschlägen zu Ladungssicherung, zur Seite. Bei Verwendung einer «Dimension 2» Lösung bleiben Werkzeuge, Ersatzteile, Kleinteile und sonstige Utensilien jederzeit ergonomisch zugänglich, während auf der Ladefläche darüber grössere und sperrige Güter transportiert werden können. Diese überlangen Schubladen, die ausserhalb des Fahrzeuges beladen und entladen werden können, erlauben eine Flächenlast bis zu 80 kg. Ladeboden bzw. Deckplatte darüber sind bis zu 700 kg belastbar. So kann der Kunde seine grossen Transporter durch kompaktere Stadtflitzer ersetzen, ohne seine Transportmöglichkeiten einzuschränken. Für einfache Lösungen führt ALUCA auch ein Sortiment an preisgünstigen Standardmodulen. Viele Kommunen, Industrielle Betriebe, Bauämter und Polizeikorps in der ganzen Schweiz schwören auf die Einrichtungen von ALUCA. ECKOLD ist Generalimporteur von ALUCA für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein und verfügt über ein flächendeckendes Netz an 25 zertifizierten Partnern für den fachgerechten Einbau der Einrichtungen. Sollte die ALUCA Fahrzeugenrichtung nach Ablauf der 8-jährigen Premium-Garantie und weiteren Jahren im Einsatzes nicht mehr weiterverwendet werden, so kann das Aluminium als wertvoller Rohstoff zu 100 Prozent wiederverwertet werden.

… UND AUF ÖFFENTLICHEN STRASSEN Wenn es vom Betriebsgelände herunter auf die öffentliche Strasse gehen soll, bietet ECKOLD neu auch die modularen Elektrofahrzeuge von vRbikes an. Die Version vR3 für den Kommunaleinsatz eignet sich hervorragend für Arbeiten wie Vorwischen, Grünzeug-Transporte, Transporte von Reinigungs-Equipment, Entleerungstouren von Robidog Boxen oder für die Abfallentsorgung, wie sie in den Städten, Gemeinden, auf Camping-Plätzen, in Parks oder auch in Zoos anfallen. Modular bedeutet: unterschiedliche Transportbehälter für unterschiedliche Einsatzzwecke. Der gleichen Konzeptphilosophie folgt das Anhängersystem, der CARRY. Dieser basiert auf einem Grundmodul, welches mit einem Standard-KommunalAufbau oder massgeschneiderten, kundenspezifischen Lösungen versehen werden kann. vRbikes.ch AG ist seit 2011 erfolgreich auf dem Markt und wird zu Recht als swiss, smart und advanced wahrgenommen.

ALUCA FAHRZEUGEINRICHTUNGEN MIT 8 JAHREN GARANTIE Als Pionier für Fahrzeugeinrichtungen komplett aus Aluminium verfügt ALUCA über umfassende Erfahrung mit einem Werkstoff,

Die ECKOLD AG im bündnerischen Trimmis ist seit Jahrzehnten ausgewiesener Spezialist für Fahrzeugtechnik in der Schweiz. Das erfahrene Beraterteam aus der 50-köpfigen Belegschaft ist in der ganzen Schweiz stationiert und unterstützt die Kundschaft, die passende und bedürfnisgerechte Lösung zu finden.

KONTAKT ECKOLD AG Rheinstrasse 8 CH-7203 Trimmis Telefon +41 (0) 81 354 12 50 verkauf@eckold.ch eckold.ch

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ENERGIE

PV-ANLAGEN: PROBLEM UND TEIL DER LÖSUNG Wird die Stromversorgung durch dezentrale Photovoltaik (PV)-Anlagen stark ausgebaut, drohen Ungleichgewichte, die sich durch Spannungsschwankungen im Stromnetz bemerkbar machen. Um diese Schwankungen auf das zulässige Mass zu beschränken, stehen Netzbetreibern verschiedene Instrumente zur Verfügung. Ein Forschungsprojekt der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur hat die Instrumente nun auf ihre Kosten untersucht. Die Wissenschaftler plädieren unter anderem dafür, zur Verminderung der Spannungsschwankungen direkt auf die PV-Anlagen zurückzugreifen: Deren Wechselrichter haben ein erhebliches Potenzial, um Stabilitätsprobleme zu vermindern. Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

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ENERGIE

D

er Ausbau der Photovoltaik schreitet voran. In Dettighofen, einer deutschen Gemeinde an der Grenze zum Kanton Schaffhausen, sind so viele Dächer mit PV-Modulen ausgerüstet wie kaum wo. Rund 45 Prozent des Stroms, den Bewohnerinnen und Bewohner verbrauchen, werden am Ort mit Solaranlagen erzeugt. Damit ist Dettighofen ein Musterschüler der «Energiewende». Aber nicht nur das: In der Landgemeinde lässt sich auch untersuchen, welche Folgen ein starker Ausbau von dezentralen Stromerzeugungsanlagen auf das Versorgungsnetz hat. Genau das ist in Dettighofen seit 2014 mit zwei Forschungs­ projekten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) geschehen. Die beteiligten Wissenschaftler konnten in den Studien zeigen, dass die dezentrale Einspeisung von PV-Strom das Netz punktuell stark belastet. So lag die Netzspannung an den Einspeisepunkten zeitweilig fünf bis sieben Prozent über dem Normwert von 230 Volt. Abweichungen der Netzspannung von der Norm sind nicht ungewöhnlich. Die Netzspannung liegt nicht exakt bei 230 Volt, sondern schwankt um diesen Wert, liegt also mal höher (in Momenten, wo die Stromproduktion grösser ist als der Verbrauch) und mal tiefer (in Momenten, wo der Verbrauch über der Produktion liegt). Allerdings dürfen die Spannungsabweichungen nicht zu gross werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die angeschlos-

senen EDV-Anlagen und weitere Elektrogeräte sowie ggf. auch das Netz selber Schaden nehmen. Aus dem Grund sind nach den Normen der International Electrotechnical Commission IEC 60038:1983 maximal Abweichungen von 10 Prozent zulässig, die Spannung muss also zwischen 207 und 253 Volt liegen.

Moderne Wechselrichter für Solaranlagen (im Bild ein Produkt des Herstellers SolarMax) sind in der Lage, über die Regelung der Wirk- und der Blindleistung einen Beitrag zu leisten, um einspeisebedingte Überspannungen im Netz zu vermeiden.

GEZIELTE MASSNAHMEN AN AUSGEWÄHLTEN NETZPUNKTEN Die in Dettighofen gemessenen Spannungsschwankungen lagen also noch innerhalb der zulässigen Werte. «Wir wissen

Das deutsche Dort Dettighofen aus der Vogelperspektive: Gelb markiert sind Stellen im Netz mit erhöhter Spannung. In dem abgebildeten Netz sind Wirk- und Blindleistungsregelung aktiv.

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ENERGIE

SO FUNKTIONIERT DIE SPANNUNGSHALTUNG ÜBER WIRK- UND BLINDLEISTUNG Blindleistung ist eine Form von Leistung. Sie wird etwa benötigt, um bei Motoren oder Transformatoren das magnetische Feld aufzubauen. Beim Abbau dieser Felder wird sie ins Netz zurückgespeist. Im Gegensatz zur Wirkleistung kann die Blindleistung nicht in nutzbare Leistung – beim Motor die mechanische Leistung an der Welle – umgesetzt werden. Blindleistungsflüsse sind eigentlich unerwünscht, weil sie das Netz ebenfalls belasten und zusätzliche Verluste verursachen. Allerdings kann man sie bewusst nutzen, um im Netz einer Unter- bzw. Überspannung entgegenzuwirken. Moderne Wechselrichter von Photovoltaikanlagen, die die Aufgabe haben, den Gleichstrom aus den PV-Modulen in Wechselstrom umzuwandeln, verfügen heute über die Fähigkeit, Wirkleistung wie Blindleistung abhängig von der anliegenden Netzspannung zu regeln. Die Regelung der Wirkleistung wird auch als «aktive Leistungsregelung» bezeichnet, die Regelung der Blindleistung als «reaktive Leistungsregelung». Die Grafik (vgl. 07_Schema.jpg) veranschaulicht beispielhaft, wie ein Wechselrichter Wirkleistung und Blindleistung abhängig von der aktuell anliegenden Spannung (siehe x-Achse) steuert: Fällt die Spannung mehr als 2 Prozent unter den Nominalwert, wird die Einspeisung von Blindleistung (rot) kontinuierlich auf +100 Prozent des Nennwertes erhöht. Übersteigt die Spannung hingegen den Nennwert um mehr als 2 Prozent, wird der Bezug von Blindleistung auf -100 Prozent erhöht (untererregter Betrieb). In beiden Fällen wird die Unter- bzw. Überspannung um typischerweise bis zu zwei Prozentpunkte reduziert, ohne dabei die Wirkleistung der PV-Anlage zu tangieren. Damit kann beispielsweise eine Überspannung von 104 auf 102 Prozent reduziert oder eine Unterspannung von 96 auf 98 Prozent angehoben werden. Anders ist dies bei der Wirkleistung (blau): Diese wird im vorliegenden Fall ab einer Spannungsüberschreitung von 10 Prozent der Nennspannung (d.h. ab 253 Volt) kontinuierlich reduziert. Damit reduziert sich die Einspeiseleistung der PV-Anlage und sinkt bei einer Überspannung von 12 Prozent auf 0. Die beiden Kennlinien in der Grafik sind als Beispiele zu verstehen. Wie die Kennlinien in der Realität eingestellt werden, legt der Netzbetreiber fest. Eingestellt werden die Kennlinien bei der Installation durch einen Elektriker an der Anlage selbst. Im Netz der Vorarlberger Energienetze GmbH, in der die Wirk- und Blindleistungsregelung für Photovoltaikwechselrichter seit einigen Jahren vorgeschrieben ist, kommt die Wirkleistungsabregelung praktisch nie zum Tragen (nur im geschwächten Netzbetrieb / Umschaltungen). Die Blindleistungsregelung hingegen kommt immerhin an vereinzelten Tagen im Jahr zum Einsatz. Diese Regelung macht es möglich, dass Photovoltaikanlagen – wenn zum Beispiel ein Netzgebiet wegen Reparatur- oder Instandhaltungsmassnahmen nur eine verminderte Leistungs­ fähigkeit aufweist – zumindest eine Resteinspeiseleistung erbringen können. Wer in Vorarlberg eine Photovoltaikanlage betreibt, muss die vom Netzbetreiber festgelegten Anschlussbedingungen einhalten und im Zuge eines Reports nachweisen, dass deren Wechselrichter die vorgeschriebene Wirk- und Blindleistungsregelung aufweisen und diese auch eingestellt ist. BV

von den Untersuchungen in Dettighofen, dass ein Ausbau der Photovoltaik nicht unmittelbar problematisch ist, denn unsere Stromnetze sind robust ausgelegt», sagt Markus Niedrist, Leiter Bereich Netz beim Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen (EKS), zu dessen Versorgungsgebiet Dettighofen gehört. Trotzdem muss man die Problematik nach Auskunft des Netzexperten im Auge behalten: «Wir müssen die

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Entwicklung in den kommenden Jahren beobachten und an den Netzpunkten, wo kritische Belastungen drohen, gezielte Massnahmen ergreifen.» Elektrizitätswerke haben eine ganze Reihe von Instrumenten zur Hand, um Spannungsabweichungen zu begegnen und so die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten. Das Wichtigste besteht im Bau

starker Stromnetze. Die rund 700 Schweizer Elektrizitätswerke achten traditionellerweise auf leistungsfähige und dank entsprechender Reserven auch sichere Netze. Der Ausbau bzw. die Verstärkung von Kupferkabeln haben allerdings ihren Preis. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, um die wachsende Stromein­ speisung aus dezentralen Kraftwerken ohne Netzausbau zu meistern. Dazu gehören verschiedene Arten der Spannungsregelung etwa in der Trafo-Station oder beim Wechselrichter von PV-Anlagen, aber auch Batteriespeicher oder das gezielte Zuund Abschalten von elektrischen Verbrauchern (Demand Side Management).

KOSTEN FÜR SPANNUNGSHALTUNG Ein Forscherteam der ZHAW hat die verschiedenen Instrumente in einer neuen Studie mit dem Namen CEVSol (vgl. Angaben am Schluss des Artikels) auf ihren Einsatz in verschiedenen Netztypen hin untersucht und insbesondere die Kosten pro installierte PV-Leistung über 25 Jahre verglichen. Dabei zeigte sich, dass Massnahmen zur Einhaltung der Normspannung vor allem in abgelegenen Gebieten hohe Kosten verursachen. Ferner wurde deutlich, dass Batteriespeicher – werden sie ausschliesslich zur Spannungshaltung eingesetzt – unter den verfügbaren Technologien zu den teuersten gehören, während die Regelung der Blind- und Wirkleistung direkt am Wechselrichter der Solaranlagen zu den günstigsten Massnahmen gehören (vgl. Tabelle 01). Vor diesem Hintergrund plädieren die Wissenschaftler in der von BFE, EKS und dem Elektrizitätswerk des Kantons Zürich geförderten Untersuchung für einen verstärkten Einsatz der Blindleistungsregelung, die in der Schweiz bisher kaum genutzt wird (vgl. Textbox 1). «Moderne Wechselrichter haben die Fähigkeit, die aktive und reaktive Leistung unter Berücksichtigung der aktuellen Netzspannung zu steuern», sagt Fabian Carigiet, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ZHAW, und ergänzt: «Diese Tatsache hält neue Möglichkeiten nicht nur für Verteilnetzbetreiber bereit, sondern auch für die Aufsichtsbehörden. Die Verteilnetzbetreiber sollten die Möglichkeit haben, ihre Netze in der vollen Spannungs-Bandbreite – bis zu den 110 Prozent der Normspannung – zu betreiben, ohne die bisher geltenden Einschränkungen. Wenn also die Spannung diese Grenze erreicht, muss die Einspeiseleistung der Wechselrichter linear gegen null gefahren


ENERGIE werden, so wie es die österreichischen Behörden bereits in ihrem nationalen technischen Regelwerk TOR D4 gemacht haben.» Diese Empfehlung bedeutet, dass in gewissen Fällen der Ertrag an Solarstrom mit Rücksicht auf die Belastung des Netzes vermindert wird. Dies ist allerdings nur bei Einsatz der Wirkleistungsregelung am Wechselrichter der Fall. Wird hingegen nur die Blindleistung reguliert, kann eine Spannungserhöhung bis zu zwei Prozentpunkte abgemildert werden, ohne dass weniger Strom ins Netz eingespeist wird. «PV-­ Anlagen können zu Überschreitungen der Spannungslimiten führen, aber sie bieten mit ihren Wechselrichtern zugleich das Mittel, um dieses Problem zu lösen oder zumindest zu entschärfen; diese tief hängenden Früchte sollten wir ernten», sagt Prof. Dr. Franz Baumgartner, Photovoltaik­ experte an der ZHAW. Diese Massnahme ist nicht nur effizient, sondern auch noch billig. Sie hat zudem den Vorteil, dass hier nur die Spannung punktuell im Netz reduziert wird, während zum Beispiel moderne, regelbare Ortsnetztransformatoren alle Anschlüsse, die von einer Trafostation abgehen, betreffen, unabhängig davon, ob sie aktuell mit Spannungsproblemen kämpfen oder nicht.

POSITIVE ERFAHRUNGEN IN VORARLBERG Die Wissenschaftler der ZHAW verweisen in ihrer Studie wiederholt auf die Erfahrun-

Gibt es in einem Gebiet viele PV-Anlagen, können im Netz Überspannungen entstehen, die der Netzbetreiber mit verschiedenen Massnahmen ausgleichen kann. ZHAW-Forscher haben in einem aktuellen Projekt die Kosten für solche Massnahmen in verschiedenen Netzarten errechnet. Felder ohne Werte konnten nicht berechnet werden. «Starkes Netz» bedeutet, dass in diesen Fällen keine speziellen Massnahmen zur Vermeidung von Unter-/Überspannungen nötig sind, weil die Netze robust genug sind. Um die Berechnungen vorzunehmen, haben die ZHAW-Forscher den verschiedenen Netztypen reale Netze zugrunde gelegt, für urbane Netze mit Mehrfamilienhäusern zum Beispiel ein Quartier in der Stadt Ilanz (GR), für Netze in Dorfzentren und der Dorfperipherie ein Netz aus der ländlichen Gemeinde Dettighofen (Baden-Württemberg) im Versorgungsgebiet des EKS.

Das Bild zeigt den gemessenen Verlauf der Spannung (blau), der Wirkleistung (schwarz), der Blindleistung (rot) und der Einstrahlung (grün) an einem fluktuierenden Samstag im Mai 2014 im kritischen Netzpunkt in Dettighofen. Dabei überschritt die Spannung während einer kurzer Zeit (< 10min) die 110 Prozent Spannungsgrenze.

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In Dettighofen (Süddeutschland) ist die Nutzung der Photovoltaik stark ausgebaut. Die Solarstrom-Produktion entspricht fast der Hälfte des Verbrauchs. Bild: PV-Anlage auf dem Feuerwehrhaus, die 2017 in Betrieb genommen wurde.

gen in Österreich. Dort ist die spannungsabhängige Blindleistungsregelung Q(U) –  anders als in der Schweiz – bereits weit verbreitet. «In Österreich wird jeder zweite Wechselrichter so gesteuert, dass er Blindleistung zur Reduktion von Spannungserhöhungen nutzt», sagt Diplomingenieur Frank Herb, zuständig für Netzplanung und Power Quality bei der Vorarlberger Energienetze GmbH. Der Vorarlberger Netzbetreiber verlangt von PV-AnlagenBesitzern in seinem Netzgebiet seit 2015, dass sie in ihren Wechselrichtern die Bildleistungsregelstrategie Q(U) aktivieren. Die Erfahrungen mit dieser Massnahme seien sehr positiv, sagt Herb. Damit sie als Netzbetreiber die Funktionsfähigkeit der Wechselrichter nicht länger auf Herz und Nieren prüfen müssen,

Franz Baumgartner ist Dozent für erneuerbare Energie der School of Engineering in Winterthur sowie Leiter der Fachgruppe Fotovoltaiksysteme am Institut für Energie und Fluid Engineering (IEFE) der ZHAW. An der CEVSol-Studie waren aus Baumgartners Forschungsteam unter anderem die wissenschaftlichen Mitarbeiter Fabian Carigiet und Artjoms Obusevs beteiligt.

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werde zurzeit darauf hingearbeitet, dass die Hersteller der Wechselrichter ein Prüfzertifikat für ihre Geräte von einer Prüfanstalt einholen können. Nach Auskunft von Herb kommt die Blindleistungsregelung auch im deutschen Allgäu zum Einsatz, wo die Vorarlberger Energienetze GmbH ebenfalls als Stromversorgerin tätig ist. Um der zunehmenden Einspeisung von PV-Anlagen gerecht zu werden, hat der Vorarlberger Netzbetreiber zudem einen Grossteil seiner Unterwerke mit erweiterten Spannungsreglern (Wirkstromkompoundierungen) ausgerüstet, welche den Sollwert für die Mittelspannung flexibel festlegen – bei geringer Last liegt er tiefer, bei hoher Last höher. «Dank dieser verschiedenen Massnahmen hat sich die Befürchtung, dass PV-

LEHRGANG ZUR NETZEINBINDUNG VON PV-ANLAGEN Das «Tech» in Winterthur ist nach der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich die zweitälteste Schweizer Ausbildungsstätte für Elektroingenieure. Heute ist die traditionsreiche Schule Teil der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Sie bildet 20 Prozent der Schweizer Fachhochschul-Ingenieure aus. Der dreijährige Bachelor-Lehrgang ‹Energie- und Umwelttechnik› unter der neuen Leitung von Prof. Franz Baumgartner hat einen Schwerpunkt in der elektrischen Netztechnik und fokussiert sich unter anderem auf die Einbindung von Photovoltaik-Anlagen ins Stromnetz. BV


Anlagen unser Netz an die Grenzen bringen, unterdessen erledigt», sagt Frank Herb. Die nächste Herausforderung sieht er bei der wachsenden Zahl von Ladestationen für Elektroautos, welche hohe Leistungen über eine lange Zeit aufweisen und damit lokale Unterspannungen nach sich ziehen könnten.

NUTZEN DER MODERNEN LEISTUNGSELEKTRONIK Ob sich die Schweizer Netzbetreiber von den positiven Erfahrungen beeindrucken lassen und die Blindleistungsregelung künftig zur Netzstabilisierung einsetzen, wird sich zeigen. Dazu die Einschätzung von Dr. Michael Moser, Leiter des Forschungsprogramms Netze beim Bundesamt für Energie: «Auf höheren Netzebenen wird die Spannung seit jeher durch eine gezielte Ein- und Ausspeisung von Blindleistung geregelt. Durch den Einsatz moderner Leistungselektronik in PVWechselrichtern steht diese Funktionalität nun auch zunehmend im Niederspannungsnetz zur Verfügung. Es ist daher naheliegend, diese Möglichkeit auszunützen, bevor andere Massnahmen zum Zug kommen.»

HINWEIS Den Schlussbericht zum BFE-Forschungsprojekt ‹Cost effective smart grid solutions for the integration renewable power sources into the low-voltage networks› (CEVSol) finden Sie unter: www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=37871 Auskünfte zu dem Projekt erteilt Fabian Carigiet (fabian.carigiet@zhaw.ch), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering der ZHAW. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Netze finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-strom.

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Die Wasserfassung Aua da Vau im Münstertal vor (oben) und nach dem Neubau.

VOM EVU FÜRS EVU: DIENSTLEISTUNGEN AUS KOMPETENTER HAND Vor allem für kleinere Energieversorger und Gemeindewerke in der Schweiz ist es oftmals schwierig, sich mit dem eigenen Personal um den Unterhalt und den Neubau von Anlagen für die Stromproduktion oder deren Komponenten zu kümmern. Sie sind darum froh, sich an Energiedienstleister wie Repower wenden zu können, die von der Planung über die Ausführung bis zum Betrieb alles aus einer Hand anbieten.

I

m Sommer 2015 erlitt die Wasserfassung Aua da Vau im Münstertal durch ein Hochwasserereignis mit Erdrutsch erheblichen Schaden. Der Energieversorger Provedimaint electric Val Müstair (PEM) als Besitzer und Betreiber der Fassung wandte sich für die Planung einer neuen Anlage an Repower. Das Sanierungsbeziehungsweise Neubauprojekt hatte zum Ziel, durch geeignete Massnahmen die erkannten Schwachstellen zu beseitigen und die negativen Auswirkungen von Rüfen und Hochwassern auf den Betrieb der Fassung Vau zu reduzieren. Gleichzeitig sollte eine möglichst ökologische und landschaftliche Aufwertung erzielt werden.

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Mit diesen Vorgaben machte sich Repower an die Arbeit und präsentierte kurz darauf ein verbessertes Konzept sowie die Einführung einer Anlageautomatisierung. Die neue Wasserfassung nahm im Jahr 2019 zur Zufriedenheit aller ihren Betrieb auf. Bereits im gleichen Sommer wurde sie von einem erneuten Erdrutsch verschüttet. Die Anlage hielt der Belastung aber stand, funktionierte einwandfrei weiter und nahm keinen Schaden. Rückblickend war die erneute Verschüttung ein ausgezeichneter Test, den die neue Fassung mit Bravour bestanden hat.

Repower ihre über Jahre aufgebaute Kompetenz anderen Energieversorgern in Form von Dienstleistungen anbietet. Basis dafür bildet das langjährige Fachwissen in Produktion, Handel, Verteilung und Vertrieb. Dank dieser Expertise und ihren kompetenten Mitarbeitenden ist Repower eine verlässliche Partnerin. Die EVU-Kunden haben die Wahl, einzelne Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen oder aber sich entlang der gesamten Auftragskette Planung-Ausführung-Betrieb-Bewirtschaftung voll und ganz von Repower beraten und unterstützen zu lassen.

Der Neubau der Wasserfassung Aua da Vau ist nur ein Beispiel von vielen, wie

Wann immer Repower Dienstleistungen für Dritte erledigt, legt das Unternehmen


Planung: Repower erstellt im Auftrag Vor-, Auflage- und Bauprojekte für Produktionsanlagen, Unterwerke, Trafostationen, Kabelanlagen und Hausanschlüsse. Dabei kann sie auf ihr Know-how in den Bereichen Bautechnik, Hochspannungs-, Mittelspannungs- und Niederspannungstechnik, Elektromechanik, Mechanik, Schutz- und Leittechnik sowie Kommunikationstechnik zurückgreifen. Ausführung: Repower führt Montage- und Demontage­ arbeiten, Neu- und Umbauten, Revisionen etc. aus. Dazu gehören ebenfalls die Baustellenführung, die Pflege der Kontakte mit den Behörden sowie die Termin- und Kostenüberwachung. Repower inspiziert und überwacht ausserdem auch Kraftwerk-, Netz- und Stauanlagen und hält diese mit Wartungsarbeiten in Schuss. Betrieb: Auch bei der Inbetriebnahme lässt Repower ihre Kunden nicht allein. Sie übernimmt auf Wunsch das Störungsmanagement und erstellt Abstellpläne oder Netzver­ brauchsprognosen. Bestandteil des Repower-Angebots ist auch das Betriebsdatenmanagement. Bewirtschaftung: Repower sorgt dafür, dass die Anlagen ihrer Kunden optimal eingesetzt werden. Innovative Tools wie die webbasierte Plattform ENERGYSPACE oder Experten für Direktvermarktung erleichtern die Bewirtschaftung der Anlagen.

REPOWER Das Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen Repower ist seit über 100 Jahren im Energiebereich tätig. Der Hauptsitz befindet sich im bündnerischen Poschiavo, ausserdem hat die Gruppe weitere Niederlassungen in der Schweiz und Italien (Mailand). Ihr Know-how setzt Repower erfolgreich auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette ein: von der Produktion über den Handel bis zur Verteilung und zum Vertrieb. Zudem entwickelt sie laufend Dienstleistungen und Energieanwendungen für neue Kundenbedürfnisse. Die Repower-Gruppe beschäftigt rund 560 Mitarbeitende sowie rund 30 Lernende.

viel Wert darauf, im Hintergrund zu bleiben. Damit ist sichergestellt, dass der Kunde jederzeit die Kontrolle behält. Repower geht auf spezifische Bedürfnisse ein und sucht zusammen mit ihren Kunden nach massgeschneiderten Lösungen. Detaillierte Informationen zum Dienstleistungsangebot von Repower finden Sie auf repower.com/energieversorger.

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Prof. Jürg Schiffmann zeigt im Labor den Prüfstand, an dem der ölfreie Radialverdichter als Komponente eines Kühlmittelkreislaufs getestet werden kann.

NEUENBURG ERFINDET DIE WÄRMEPUMPE NEU Wärmepumpen werden heute breit eingesetzt. Sie produzieren Heizwärme und Warmwasser zuverlässig und umweltgerecht. Was nicht heisst, dass man sie nicht noch besser machen könnte: Ein Forscherteam der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) am Standort Neuenburg will eine Hauptkomponente von Wärmepumpen – den Verdichter – nochmals deutlich verbessern und so die Effizienz von Wärmepumpen um rund 20 Prozent steigern. Im Rahmen eines BFE-Forschungsprojekts wurde ein ölfreier Radialverdichter entwickelt, der gute Chancen hat, das ambitionierte Ziel zu erreichen. Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

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ENERGIE

W

ill die Schweiz das Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung umsetzen, muss die Energie vermehrt aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, und die verfügbare Energie muss wirksamer genutzt werden. «Wir verstehen die nationale Energiestrategie als Auftrag, Maschinen zu entwerfen, die Energieträger effizienter nutzen und so den Energieverbrauch wie die CO2-Emissionen reduzieren», sagt Jürg Schiffmann, Professor am Labor für Angewandtes Mechanisches Design (Laboratory for Applied Mechanical Design / LAMD) der EPFL am Standort Neuenburg. Mikrotechnik hat am Jurasüdfuss, dem traditionsreichen Zentrum der Uhrenindustrie, eine lange Tradition. Nur sind die Maschinen, die Jürg Schiffmann und sein Forscherteam bauen, keine Uhren. Vielmehr entwickeln die Wissenschaftler kleine Turbomaschinen, nämlich Verdichter und Turbinen im Leistungsbereich von ein paar Watt bis zu wenigen Kilowatt. Turbomaschinen kommen in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Dank der grossen Verbreitung können die Maschinen – energiesparend konstruiert – einen

CAD-Schnittbild eines Radialverdichters: Das gasförmige Kältemittel gelangt über einen Eintrittskonus auf das Verdichterlaufrad (hellgrau in der Bildmitte). Das Laufrad versetzt das Kältemittel mit kinetischer Energie (Bewegungsenergie) und lenkt es seitlich ab.

HINWEIS Den Schlussbericht zum BFE-Forschungsprojekt ‹Ölfreie Radialverdichter für mehrstufige Wärmepumpen› finden Sie unter: www.aramis.admin.ch/Grunddaten/?ProjectID=36212 Auskünfte zu dem Projekt erteilt Stephan Renz (info@renzconsulting.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Wärmepumpen und Kälte. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Wärmepumpen und Kälte finden Sie unter: www.bfe.admin.ch/ec-wp-kaelte.

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ENERGIE

VOM SCROLLVERDICHTER ZUM RADIALVERDICHTER Ein Verdrängungsverdichter dient ganz allgemein dazu, ein mit Gas gefülltes Volumen zu verkleinern. Dabei erhöhen sich der Druck und die Temperatur des Gases. Ein bekannter Anwendungsfall ist der Verbrennungsmotor; hier erfolgt die Verdichtung durch einen Kolben. Beim Scrollverdichter hingegen bewegen sich zwei spiralförmige Elemente in der Art, dass sich die Volumina in den Zwischenräumen (Kammern) verkleinern. Nochmal anders funktionieren Radialverdichter: Hier strömt das Gas frontal auf ein schnell drehendes Schaufelrad und wird von diesem seitlich (radial) abgelenkt. Das Schaufelrad versetzt das Gas mit kinetischer Energie, die anschliessend in einem sogenannten Diffusor in Druck umgewandelt wird. Radialverdichter – auch Zentrifugalverdichter genannt – sind heute weit verbreitet und werden für grössere (100 bis 1000 kW) bis sehr grosse (2 bis 20 MW) Wärmepumpen und Kältemaschinen eingesetzt (so etwa von der Schweizer Firma Friotherm in ihren sehr leistungsstarken Unitop-Wärmepumpen). Radialverdichter kommen aber auch in Turboladern von Autos, in Helikoperturbinen, in Turbo­­propFlugzeugen oder industriellen Prozessen zum Einsatz. Im Gegensatz dazu zielt die Forschung der Neuenburger Wissenschaftler auf die Entwicklung von Mikro-Radialverdichtern geringer Leistung (einige Watt bis wenige Kilowatt). Die Schweizer Firma Celeroton stellt bereits heute kleinskalige, ölfreie Radial­ verdicher für Wärmepumpen im Leistungsbereich von 700 W bis 12 kW her. Die BFE-Unterstützung von EPFL-Wissenschaftler Schiffmann hatte vorrangig das Ziel, die Grundlagen für einen mehrstufigen-Mikro-Radialverdichter zu erforschen. Sollen Radialverdichter im Leistungsbereich von Haushalts-Wärmepumpen eingesetzt werden, müssen sie sehr schnell drehen (bis zu 300’000 rpm). Nur mit hoher Drehgeschwindigkeit – so die Gesetze der Physik – arbeiten sie bei kleinen Leistungen mit hohem Wirkungsgrad. Um wirtschaftlich zu arbeiten, wird eine Lebensdauer von 20 Jahren (sprich: 120’000 bis 150’000 Betriebs­ stunden) angepeilt. Energetische Vorteile ergeben sich, wenn es gelingt, einen Radialverdichter zu entwickeln, der kein Öl zur Abdichtung und als Schmiermittel benötigt. Wird in Verdichtern wie bisher üblich Öl verwendet, gelangt dieses nämlich zwangsweise in den Kühlkreislauf. Dort setzt sich das Öl am Inneren der Rohre einschliesslich der Wärmetauscher ab und vermindert den Wärmeübergang, was den Wirkungsgrad der Wärmepumpen reduziert. Diese negativen Effekte vermeidet der ölfreie Radialverdichter.

Das Verdichterlaufrad des Radialverdichters mit 15 mm Durchmesser in der ursprünglichen (links) und der optimierten (rechts) Version. Das sehr schnell drehende Laufrad überträgt Bewegungsenergie auf das anströmende Kühlmittel. Die Farbtafeln unten zeigen die Entropie der beiden Verdichterrad-Varianten: Bei der optimierten Variante fällt die Entropie geringer aus, was bedeutet, dass bei diesem Schaufeldesign weniger Verluste entstehen. Die Entropie ist eine Messgrösse, die dem Auslegungsingenieur hilft, die Beschaufelung des Verdichterrads so effizient wie möglich zu gestalten.

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ENERGIE wichtigen Beitrag zu einer effizienten Energieversorgung leisten, selbst wenn jede einzelne von ihnen eine relativ geringe Leistung hat. Die Neuenburger Forscher haben gezeigt, dass Auto- und Lastwagenmotoren durch Wärmerückgewinnung aus den heissen Abgasen mittels Turbine um 10 Prozent effizienter betrieben werden könnten. Dieselbe Technologie kann man bei Brennstoffzellen vom Typ SOFC, die Erdgas, Biogas oder Wasserstoff ohne Verbrennung in Strom umwandeln, heranziehen. Damit wird ein Wirkungsgrad von 66 Prozent erzielt – ein exzellenter Wert für eine derartige Kleinanlage. Herzstück der Innovation ist in beiden Fällen eine kleine, schnell drehende Turbomaschine.

SIEGESZUG DER WÄRMEPUMPE

Die V-förmigen Rillen werden in die Welle aus Stahl gelasert oder geätzt. Das Muster der Rillen wurde so gewählt, dass der Luftspalt zwischen Rotor und Lager möglichst gross ist, weil das betriebliche Vorteile hat.

/ Perfect des Welding Solar Energy CAD-Darstellung Rotors/ eines Radialverdichters: An der Spitze befindet sich das beschaufelte Verdichterlaufrad, das das (von links anströmende) gasförmige Kühlmittel der Wärmepumpe radial ablenkt. Die Welle ist mit V-förmigen Rillen versehen, welche durch die Rotationsbewegung ein Luftbett aufbauen, so dass die Welle ohne Berührung der statischen Teile «schwebt».

Präzision in kleinen Dimensionen: Prof. Schiffmann zeigt das Verdichterlaufrad.

Jürg Schiffmann hat in den 1990er Jahren an der EPFL in Lausanne Maschinenbau studiert. Später arbeitete er bei Fischer Engineering Solutions (Herzogenbuchsee) und schrieb ab 2005 – betreut von EPFL-Professor Daniel Favrat –  seine Doktorarbeit über Turbomaschinen. Heute befasst sich der Wissenschaftler

/ Perfect Charging

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ENERGIE unter anderem mit Turboverdichtern, wie sie in Wärmepumpen verbaut werden. Für diese Heizgeräte stellen Turboverdichter eine zentrale Komponente dar: Hat das Kältemittel Wärme aus der Umgebungsluft oder dem Erdreich aufgenommen, muss es durch einen Verdichter komprimiert und damit auf ein höheres Temperaturniveau gebracht werden, um anschliessend zur Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser genutzt werden zu können. Wärmepumpen waren schon in den 1970er Jahren im Zuge der Ölkrise propagiert worden. Durchgesetzt haben sie sich damals allerdings nicht. Lange eilte den Geräten der Ruf voraus, sie seien unzuverlässig.

Schema einer Wärmepumpe, bei der die Verdichtung in zwei Stufen erfolgt, so wie sie den Arbeiten der EPFL-Forscher in Neuenburg zugrunde liegt: Das Kältemittel nimmt im ersten Verdampfer Umgebungswärme auf und wechselt vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatszustand. Das Gas gelangt in die erste Verdichterstufe, die es auf einen höheren Druck und damit auch auf eine höhere Temperatur komprimiert. Nach der zweiten Verdichterstufe gelangt das Kältemittel mit erhöhter Temperatur in den Kondensator und gibt Wärme ab (Heizung, Warmwasser). Dabei wechselt das Kältemittel zurück in den flüssigen Aggregatszustand. Im Expansionsventil (ebenfalls zweistufig) wird der Druck reduziert. Damit die beiden Verdichterstufen möglich sind und gleichzeitig der Wirkungsgrad gesteigert werden kann, haben die Forscher einige Besonderheiten eingebaut: Das gasförmige Kältemittel wird nach der ersten Verdichterstufe mit teilweise expandiertem Kältemittel aus dem Kondensator verflüssigt und durch die Zufuhr von Wärme aus einer zusätzlichen Wärmequelle wieder verdampft. Vor der Kompression im zweiten Verdichter wird das Kältemittel zudem durch einen internen Sauggaswärmetauscher weiter erhitzt. Damit wird eine deutlich höhere Temperatur erreicht und der Wirkungsgrad der Wärmepumpe verbessert.

Inzwischen hat sich das geändert. In den letzten zwei Jahrzehnten erlebten Wärmepumpen in der Schweiz einen eigentlichen Boom. Sie avancierten zum bevorzugten Heizsystem bei Neubauten. Eine wichtige Voraussetzung für diese Erfolgsgeschichte war die Entwicklung des sogenannten Scrollverdichters in den frühen 1990er. Der Scrollverdichter arbeitet wie der zuvor eingesetzte Kolbenverdichter nach dem Verdrängerprinzip, ermöglichte dank konstruktiver Neuerungen aber einen höheren Wirkungsgrad. «Ein solcher Technologiesprung könnte heute abermals gelingen und die Wärmpepumpen nochmals um 20 Prozent effizienter machen», sagt Jürg Schiffmann. Bestand die Innovation damals aus dem Scrollverdichter, ruhen die Hoffnungen heute auf dem Radialverdichter. Schiffmann arbeitet mit seinem Forscherteam an einer neuen Generation dieses Verdichtertyps. «Verbesserungen bei den Verdichtern sind ein Schlüssel zur energetischen Verbesserung von Wärmepumpen, denn der Verdichter ist in einer Wärmepumpe für rund die Hälte der Umwandlungverluste verantwortlich», betont Schiffmann.

STABILE UND REIBUNGSFREI LAGERUNG

Detailaufnahme des Verdichterlaufrads.

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Der zentrale Unterschied zwischen Scrollverdichter und Radialverdichter ist die Art und Weise, wie das in der Wärmepumpe zirkulierende, gasförmige Arbeitsmedium (Kältemittel) verdichtet wird (vgl. Textbox). Beim Radialverdichter gelangt das Kältemittel auf ein schnell drehendes Schaufelrad, welches das Gas seitlich (radial) ablenkt und dabei verdichtet. Der Radialverdichter der Neuenburger Wissenschaftler hat die Eigenschaft, dass die (von einem Elektromotor angetriebene) Welle mit dem Schaufelrad


sehr schnell dreht (bis zu 300’000 Umdrehungen pro Minute; engl.: revolutions per minute / rpm). Bei solch hohen Drehzahlen muss die Welle stabil und zugleich praktisch reibungsfrei gelagert werden. Die Neuenburger Wissenschaftler erreichen dieses doppelte Ziel mit einem Gaslager: Die Welle (ca. 10 Millimeter Durchmesser) schwebt auf einem 5 bis 10 Mikrometer starken «Luftkissen» (das nicht aus Luft, sondern aus dem gasförmigen Kältemittel besteht). Dieses Luftkissen wird allein durch die Rotation der Welle aufgebaut, entsteht also ohne aktives Einblasen einer zusätzlichen Substanz. Dank des Luftkissens gibt es während des Betriebs keine Berührung zwischen Welle und statischem Teil, womit auf Schmieröl verzichtet werden kann. Diesen ölfreien Radialverdichter stabil zu lagern ist eine grosse Herausforderung. Durch die Rotation der Welle entstehen innerhalb des Lagerspalts Kräfte, welche die Welle tangential auslenken und zu einer Instabilität führen können. Diese Kräfte bändigten die Neuenburger Forscher, indem sie den Luftspalt zwischen Welle und Lager vorerst sehr klein wählten und die Oberfläche mit gegenläufigen, V-förmigen Rillen versahen. Die Rillen erzeugen eine Pumpwirkung und erhöhen dadurch den Druck im Lagerspalt, was die Dämpfung erhöht, den tangentialen Kräften entgegenwirkt und die Welle stabilisiert. Allein das Muster dieser Rillen ist eine Wissenschaft für sich: Durch die Wahl geeigneter Formen konnten die Forscher den Luftspalt im Vergleich zu klassischen Rillen um 60 Prozent erhöhen. Wenn der Luftspalt grösser wird, verringern sich die Scherkräfte, die im Gasfilm entstehen, was die Reibung (sprich die Verluste) reduziert. Ein grösserer Luftspalt erlaubt zudem die Herstellungstoleranzen zu erweitern und damit die Kosten zu reduzieren.

INDUSTRIE ZEIGT LEBHAFTES INTERESSE Die Entwicklung eines ölfreien Radialverdichters durch die EPFLForscher in Neuenburg wurde durch das Bundesamt für Energie (BFE) finanziell unterstützt. Im Rahmen des Projekts wurden wichtige Zwischenerfolge erzielt: Im Labor läuft der ölfreie Radialverdichter unterdessen stabil bis zu einer Drehzahl von 260’000 rpm. Die Wissenschaftler konnten in der Zwischenzeit auf einem eigens aufgebauten Teststand auch zeigen, dass der Verdichter nicht nur mit Luft läuft, sondern auch mit einem Kältemittel (R134a) die angestrebten Leistungswerte ermöglicht. Im Verlauf des Jahres 2020 wird der neuartige Verdichter nun als Komponente in der Systemumgebung von marktüblichen Wärmepumpen getestet. Diese Tests erfolgen unter der Leitung von Prof. Stefan Bertsch am Institut für Energiesysteme der Interstaatlichen Hochschule für Technik (NTB) in Buchs (SG). Ziel der Forscher ist eine funktionsfähige Laboranlage (Proof of concept). Wird der ölfreie Radialverdichter später industrialisiert, steht eine Komponente für Wärmepumpen-Hersteller bereit, die das Potenzial hat, bei den Wärmepumpen einen breiten Innovationsschub auszulösen. «Wir sind überzeugt, mit dem Einsatz eines zweistufigen Radialverdichters Wärmepumpen zu ermöglichen, deren Wirkungsgrad (COP) um 20 Prozent höher liegt als bei den heute auf dem Markt erhältlichen Geräten», blickt Jürg Schiffmann in die Zukunft. Die Chancen, dass die Erkenntnisse aus dem EPFL-Labor schon bald bei den Nutzern von Wärmepumpen ankommen, stehen gut: Die Wissenschaftler arbeiten bereits mit zwei Herstellern von Verdichtern sowie zwei Herstellern von Kühlaggregaten zusammen, die den Verdichter künftig selber bauen wollen.

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die Leistung dabei stufenlos dem individuellen Bedarf an. Klingt gut? Es wird noch besser: Mit nachhaltiger Wärme aus der Umgebungsluft und entsprechender Wohnraumdämmung lassen sich bei den Heizkosten, im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen, nämlich bis zu 80 Prozent sparen. Zudem erhalten die Hauseigentümer in den meisten Kantonen attraktive Fördergelder (www.energieagentur-sg. ch/waermepumpe).


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STABILE NETZHYDRAULIK UND EFFIZIENTES SPEICHERKONZEPT: ZORTSTRÖM-TECHNOLOGIE OPTIMIERT DEN WÄRMEPUMPEN-BETRIEB Nachdem sich in den vergangenen Jahren der Einsatz von Wärmepumpen im privaten Wohnbau und Gewerbe weitgehend durchgesetzt hat, gewinnen heute Grosswärmepumpen zur Versorgung besonders energieintensiver Anwendungsbereiche weiter an Marktbedeutung. Für alle Leistungsklassen gilt dabei ein gemeinsames Effizienzkriterium: Wie wirtschaftlich eine Wärmepumpe im Realbetrieb arbeitet, hängt entscheidend von der Qualität der Netzhydraulik und des integrierten Speichersystems ab.

A

ls Teil hybrider oder multivalenter energetischer Erzeugerlösungen prägen Wärmepumpentechnologien die Marktentwicklung in der nachhaltigen Energieversorgung wesentlich mit. Ihr Potenzial – speziell auch bei der Bewirtschaftung grosser Objekte oder in Umgebungen mit hohen Lastprofilen wie der Fertigungs- und Prozessindustrie – ist enorm; gleichzeitig wird ihr real erzielbarer Effizienzgrad jedoch signifikant von den Betriebsbedingungen des Gesamtanlagensystems und den situativen Faktoren am Installationsort beeinflusst. Der Netzhydraulik kommt dabei eine zentrale Funktion zu: Ist diese gestört, kann die Wärmepumpe nicht mehr in ihrem optimalen Bereich arbeiten – die Taktungsfrequenz erhöht sich, Soll-Temperaturen lassen sich nicht realisieren oder es kommt zu deutlich

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verringerten Laufzeiten durch eine Übersteuerung anderer integrierter Wärmeerzeuger wie Gas-, Biomasse- oder Ölkessel. Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre kommen zu dem Schluss, dass neben der Fehldimensionierung von Wärmepumpen und Wärmequellen insbesondere eine mangelnde Hydraulik und zu hohe Vorlauftemperaturen die Ursachen sind für nicht erschlossene Effizienzpotenziale, die eine moderne Wärmepumpentechnologie unter günstigen Betriebsbedingungen nutzbar machen kann.

DAS PRINZIP ZORTSTRÖM: THERMISCHE ENERGIE STEUERN, SPEICHERN, BEDARFSGERECHT VERTEILEN So aktuell die Hydraulikoptimierung gerade im Zuge des gegenwärtigen energe-

tischen Transformationsprozesses auch erscheinen mag: Neu ist diese Herausforderung nicht. Bei dem österreichischen Gebäudetechnik-Spezialisten Zortea aus Hohenems steht sie bereits seit vielen Jahren im Mittelpunkt einer praxisorientierten Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Bereits Anfang der 1990er Jahre meldete das Vorarlberger Unternehmen die ersten Patente für eine Technologie an, die heute integraler Teil von mehr als 5 100 energetischen Versorgungslösungen weltweit ist. Auf Grundlage eines einfachen wie intelligenten Sammel-, Speicher- und Verteilkonzepts von Wärme und Kälte realisiert die so genannte ZortströmTechnologie die für den reibungsfreien Anlagenbetrieb grundlegenden Zielsetzungen: bedarfsgerechte und entkoppelte Volumenströme, die Bereitstellung der be-


ENERGIE nötigten Vor- und Rücklauftemperaturen und eine sichere Abführung von thermischer Energie. Erzeuger- und Verbraucherseite werden dabei exakt nach individueller Bedarfslage bzw. technischer Anforderung flexibel und laufzeitoptimiert angesteuert. Voraussetzung dafür ist zunächst das Prinzip der hydraulischen Entkopplung aller Erzeuger- und Verbraucherkreisläufe. Unabhängig davon, ob konventionell oder regenerativ basiert, lassen sich so sämtliche Energieflüsse ohne wechselseitige Beeinträchtigung des Pumpenbetriebs in einem gemeinsamen Speichersystem mit exakter Temperaturtrennung zusammenführen und verteilen. Gemäss Prüfung des Fraunhofer Instituts Duisburg führt allein die hydraulische Trennung der Heizkreise durch die Zortström-Technologie zu einer signifikanten Senkung der Stromaufnahme von drehzahlgeregelten Pumpen um bis zu 80 %. Zweiter zentraler Effizienzhebel ist ein speziell entwickeltes Temperaturtrennkonzept, das kürzlich am Institut für Solartechnik SPF an der Hochschule für Technik in Rapperswil getestet und zertifiziert wurde.

DEUTLICHER EINFLUSS DER SCHICHTUNGSQUALITÄT AUF DEN EFFIZIENZGRAD Im Sammel- und Verteilzentrum der Zortström-Anlage können grundsätzlich beliebig viele Temperaturstufen exakt getrennt und deren Ist-Temperaturen durch die Leistung der Erzeuger gesteuert werden. Vor- und Rückläufe der eingebundenen Heiz- und Kühlkreise sind auf diese Weise effektiv nutzbar, um einerseits die jeweils erforderlichen erzeugerseitigen Betriebsparameter zu realisieren und um

andererseits eine stabile Wärme- und Kältebereitstellung auch bei wechselnden Lastverhältnissen zu gewährleisten. Die Schichtungseffizienz einer Speicherlösung, welche durch die Vermeidung von Vermischungsprozessen gesteigert wird, hat dabei wesentlichen Einfluss auf die Gesamteffizienz eines energetischen Versorgungssystems. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Wärmeerzeuger eingesetzt werden, die, wie etwa Wärmepumpen, sensibel auf Temperaturveränderungen im Vor- und Rücklauf reagieren. Die Untersuchungen des SPF Rapperswil belegen, dass bereits eine Verbesserung der Schichtungseffizienz im Speicher um 10 % - also etwa von 70 % auf 80 % – den elektrischen Energiebedarf der Wärmepumpen um 13 % reduziert. Speziell in Anwendungsbereichen mit Grosswärmepumpen-Betrieb bzw. Kältemaschinen sind bei entsprechenden Optimierungsmassnahmen hohe Einsparungseffekte erzielbar. Vor diesem stellt sich die Frage, wie eine solche Effizienzsteigerung planungs-, konstruktions- und betriebsseitig gefördert werden kann. Die Zortström-Technologie zeigt die grundlegenden Kriterien einer hochleistungsfähigen Lösung auf: Hierzu zählen die optimale Temperaturverteilung innerhalb des Zortström, die durch eine präzise Zufuhr des Wassers in der passenden Temperaturstufe erzielt wird, eine dauerhaft exakte Trennung der Temperaturstufen sowie einen störungsfreien Puffer ohne Bildung von Turbulenzen und Strömungswalzen, der auch bei hohem Volumenstrom, wie er für den Wärmepumpen-Einsatz charakteristisch ist, sicher bestehen bleibt. Gemäss diesen Anforderungen ist eine Zortström-Anlage so kon-

Das Zortström-Prinzip: In einem zylindrischen Behälter werden die voneinander entkoppelten Volumenströme gesammelt und dabei in beliebig vielen Temperaturstufen sicher getrennt. Das System erfüllt gleichzeitig drei Funktionen: die einer hydraulischen Weiche, eines effizienzoptimierten Schichtspeichers und eines Verteilers.

zipiert, dass sie eine zuverlässige Trennung der Temperaturschichten auch bei Einströmen des Wassers mit hoher Geschwindigkeit sicherstellt. Dabei ermöglicht die patentierte Flowsplit-Einheit einen strömungsberuhigten Wasseraustausch zwischen den Stufen; der zwischen den Stufen integrierte aber abgetrennte Gleitschichtraum dient zur Laufzeitoptimierung oder zur Spitzenlastabdeckung. Die Effektivität der Zortström-Technologie bestätigt sich in der SPF-Prüfung: Im Testverfahren mit einer 15 kW-Wärmepumpe und einem Volumenstrom von 2570 Kg / H lag ihre Schichtungseffizienz mit 83.5 % überdurchschnittlich hoch und ermöglicht eine deutliche Energieeinsparung. Die Resultate des Tests sind auch auf Grossanlagen übertragbar, da der Aufbau der ZortströmTechnologie identisch ist. Eine Kopplung des Speichersystems mit weiteren leistungsfähigen Komponenten, wie etwa der rücklaufoptimierten Trinkwassererwärmungsanlagen von Zortea, eröffnet hier zusätzliche Steigerungspotenziale.

ZUKUNFTSTECHNOLOGIE FÜR ALLE ANWENDUNGSKONTEXTE In den vergangenen Jahrzehnten hat Zortea die patentierte Zortström-Technologie in nahezu allen Anwendungskontexten eingesetzt – im Gesundheitswesen und Gewerbe ebenso wie in Industrie, in Verwaltungskomplexen, in Freizeiteinrichtungen oder in Schulgebäuden. Für Grossprojekte plant und fertigt das Unternehmen die Anlagen grundsätzlich als Individuallösung, aber auch Objekte mit einer geringeren Grundlast kleinere Gebäude oder Einfamilienhäuser etwa - können seit diesem Jahr mit einer standardisierten, steckerfertigen Kompaktausführung ausgerüstet werden.

Vierstufige Zortström-Anlage Multi PG-H. Die Leitungsführung ist einfach und platzsparend, auch auf die Installation eines weiteren Speichers konnte verzichtet werden.

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ENERGIE Diese bietet insbesondere Monteuren den Vorteil einer sehr unkomplizierten Installation und Inbetriebnahme im Plug-and-play-Verfahren. Welche weitreichenden Potenziale hydraulikoptimierte energetische Versorgungssysteme für eine ressourcenschonende Energieversorgung aufweisen, zeigt ein Projekt, das Zortea kürzlich für die Eissporthalle Gurlaina in Scuol im Unterengadin realisiert hat: Dieses gibt ein Beispiel dafür, wie eine intelligent konzipierte Sammel-, Speicher- und Verteillösung einen hoch energieintensiven Gebäudebetrieb ökonomisch und ökologisch entlasten kann. Vor der energetischen Sanierung der Sporteinrichtung waren die Energieaufwände für den Betrieb der Eisfläche so hoch, dass eine ganzjährige Bereitstellung wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen wäre. Aus diesem Grund wurde das Eis regelmässig

für ein Vierteljahr abgebaut. Nach einer umfassenden Sanierung der Kälte- und Wärmeversorgung bietet das Gebäude heute saisonübergreifend optimale Bedingungen für den Freizeitsport und für professionelle Trainingseinheiten von schweizerischen Eishockey-Spitzenclubs. Voraussetzungen dafür sind die präzise Temperierung der Eisfläche und eine ideale Hallenklimatisierung ebenso wie die bedarfsgerechte Beheizung von Restaurant, Sanitär- und Gymnastikräumen und die Brauchwarmwassererzeugung für die Duschplätze. Um diesen Anforderungen auch langfristig gerecht werden zu können, investierte man im ersten Schritt in eine zukunftsfähige, effizienzoptimierte Energietechnologie, darunter drei neue Kältemaschinen mit einer Leistung von je 98 kW, eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit einer Heizleistung von rund 14 kW, eine Regelungseinheit sowie das Herz der Anlage ein Zortström-Sammel- und Verteilzentrum von Zortea. Die Energieanlagen wurden in einem weitgehend wartungsarmen und zugleich hocheffektiven technischen Verbund zusammengeführt, der drei zentrale Ziele erfüllt: a) eine verbrauchs- und laufzeitoptimierte Energieproduktion der unterschiedlichen Erzeuger, b) ein sicherer Netzbetrieb auch bei hohen Lastwechseln sowie c) eine anforderungskonforme Bedienung aller Abnahmepunkte. Eine stabile Energieversorgung mit optimaler Verbrauchsbilanz wird dabei durch

eine vierstufige Zortström-Anlage erreicht; sie verfügt über zwei Gleitschichträume und weist ein Gesamtvolumen von 8 234 Litern auf. An den Zortström angeschlossen sind die Fussbodenheizung, Lüftung und eine Frischwasserstation, die über eine jeweils passende Temperaturzone im Behälter mit der benötigten Vorlauftemperatur versorgt werden. Gleichzeitig lässt sich die Abwärme der Kältemaschinen nutzen, indem sie eine Schicht im Zortström auf die erforderliche Temperatur für die Niedertemperaturheizung bringt, während die Kleinwärmepumpe mit 2.7 kW elektrischer Leistung Wasser aus der Niedertemperaturzone für die Beladung der Hochtemperaturzone erwärmt. Auf Grundlage dieses Prozesses kann eine optimale Leistungszahl (COP) des Wärmepumpenbetriebs und eine insgesamt signifikante Reduktion des Stromverbrauchs erzielt werden: Während dieser in der Saison 2017 / 2018 noch bei 708’000 kWh lag, konnte er in der Folgesaison auf 265’000 kWh gesenkt werden.

FAZIT: Eine hohe Anzahl erfolgreicher, grössenunabhängiger Wärmepumpen- und Kälte-Projekte belegt, wie effektiv multivalente Energiesysteme unter Einbezug von Wärmepumpentechnik und Zortström-Technologie in allen Anwendungsfeldern eingesetzt werden können. Von ihrer Effizienzleistung profitiert neben einem verbesserten Betriebskostenhaushalt vor allem die Umwelt.

(KLEINE) WÄRMEPUMPEN IM ENERGIEMIX – HERAUSFORDERUNG FÜR PLANER UND HEIZUNGSBAUER Vielfach stehen Planer und ausführende Gewerke vor der komplexen Herausforderung, eine Wärmepumpe in der Sanierung, ggf. auch multivalent einzusetzen. Die Aufgabe, eine Wärmepumpe mit anderen Wärmeerzeugern wie Solar, Gas, Holzofen zu koppeln und verschiedene Heizkreise wie Fussboden, Radiatoren, Pool und das Frischwassermodul zu versorgen, ist hydraulisch anspruchsvoll. Häufig erweist sich der Montage-Aufwand als unverhältnismässig hoch und die Regelung als zu kompliziert und zeitintensiv. Plug-and-play-fähige Kompaktsysteme bieten sich speziell für kleinere Leistungsklassen als praktikable, voll funktionsfähige Lösung an. Sie ermöglichen es, sämtliche Wärmeerzeuger gemäss ihrer Arbeitstemperatur sowie alle Verbraucher nach Soll-Vorlauftemperatur anzuschliessen und eine hocheffiziente Komplementär-Nutzung von konventionellen und regenerativen Energiequellen sicherzustellen. Ein solches System hat Zortea mit dem Zortström MH 1 000 (mit Zusatzpuffer bis 100  kW) entwickelt, das mittels Funktion von vier Temperaturstufen und zwei internen Puffern eine sichere Energieversorgung des Frischwassermoduls und der verschiedenen Heizkreise realisiert. Die optional integrierte Regelung steuert die Wärmeerzeuger über einfache Sollwertvorgaben in den Temperaturstufen, sodass die Leistung der Wärmepumpe maximal genutzt werden kann und nur noch Spitzenlastabdeckung von anderen Wärmeerzeugern ergänzt werden muss. Durch die exakt getrennten Temperaturstufen ist es zudem möglich, die Kapazitäten einer Solaranlage deutlich zu steigern, da das System auch Niedertemperatur-Erzeuger problemlos intergiert.

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Dipl.-Ing. Martin Steinhart, Geschäftsführer Zortea Gebäudetechnik GmbH

KONTAKT Zortea Gebäudetechnik GmbH Rudolf-von-Emsstrasse 32 AUT-6845 Hohenems Telefon +43 (0) 55767 205620 office@zortea.at www.zortea.at


ENERGIE

SYMALIT POWER-CHARGER-BOX UNSER BEITRAG ZUR ELEKTROMOBILITÄT Dass Innovation und Tradition keine Widersprüche darstellen, beweist die im aargauischen Lenzburg ansässige SYMALIT, welche sich seit mehr als 60 Jahren erfolgreich im Kabelschutzrohr-Bereich und deren vielfältigen Komplett-Lösungen etabliert hat.

S

o erstaunt es denn nicht, dass mit der neu konzipierten Power-Charger-Box, einem Kombi-Artikel aus Schacht, Deckel und Betonsockel der Zeitgeist im Bereich der Elektromobilität voll getroffen wird und die SYMALIT ihren Teil zu einer intakten Infrastruktur der EMobility liefert. Die Verkaufszahlen im Bereich der Elektrofahrzeuge nehmen rasant zu und manch ein Autokäufer macht sich, nebst ökonomischen Überlegungen, auch vermehrt ideologische und ökologische Gedanken, denn in den verschiedenen, relevanten Entscheidungs-Faktoren (wie Investitionskosten, Angebotsvielfalt, Infrastrukturnetz, Aufladezeiten usw.) wurden allseits massive Fortschritte erzielt. Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt ist eben nicht mehr bloss für einen kleinen Kreis unserer Konsum-Gesellschaft ein relevantes Thema.

INNOVATIVE LADESTATION

Einsatzbereite Elektro-Tanksäule bei der SYMALIT

Vor knapp einem Jahr wurden erste Prototypen von Kabelschächten aus glasfaserverstärktem, rezyklierten Polyethylen produziert. Erste mögliche Kunden wurden bereits in der Planungsphase früh miteinbezogen und es entstand ein Gemeinschaftswerk aus einem zweiteiligen Schacht: Ein Teil dient als Kabelschacht und wird mittels Gussdeckel ebenerdig verschlossen, auf den zweiten Teil kommt der teilweise sichtbare Betonsockel als Fundament für die Ladestation. Ein entscheidender Vorteil dieser Ladestation ist die unkomplizierte, schnelle und dadurch kostengünstige Installation. Aufgrund des Unterbaus kann auf eine Schalung verzichtet werden und die notwendigen Einführungslöcher können problemlos mittels Kronenbohrer vor Ort praktisch und punktgenau auf diesen äusserst leichten Schacht gesetzt werden. Natürlich ist der Betonsockel mit dem notwendigen Einführungsloch für die Elektro-Einspeisung ebenfalls schon vorbereitet. Diese Vorgehensweise erlaubt eine Installation auf einem stark frequentierten Parkplatz

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ENERGIE

Glasfaserverstärkter PE-Schacht mit Einführungslöcher

Ordnung im Schacht ermöglicht sauberes Arbeiten

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ENERGIE (zum Beispiel bei Bahnhöfen, Poststellen, Einkaufszentren, Sport- und Freizeitstadien) in knapp einem Tag – und dadurch kann, zum Wohl des Kunden, die Anlage schnellstmöglich in Betrieb genommen werden. Die Power-Charger-Box entspricht somit klar dem Kaiteki-Gedanken unseres Mutterhauses, das heisst unser Verhalten möglichst nachhaltig und ressourcenschonend

stets zu hinterfragen und zu optimieren. Das jüngste Produkt, welches standardmässig in zwei Grössen gefertigt wird, schlägt sich auch in den Investitionen der SYMALIT nieder –  so ist die erste Ladestation auf dem Firmenareal, in Zusammenarbeit mit der AEW Energie AG, bereits erstellt worden und es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis ein erstes Elektro-Firmenfahrzeug zum Einsatz kommt.

KONTAKT MCAM SYMALIT AG Hardstrasse 5 CH-5600 Lenzburg Telefon +41 (0) 62 885 83 80

Innenleben mit jeder Menge Elektronik

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Spezialbogen für den Kabelschutz! Coudes spéciaux pour la protection des câbles! Die Kabelschutzprofis! Les spécialistes en protections des câbles! MCAM SYMALIT AG CH-5600 Lenzburg Phone +4162 8858380 Fax +4162 8858384 www.symalit.com verkauf@symalit.ch

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Säntis Energie Herisau.

SHELL Bellinzona (im Vordergrund: Erdgas-/Biogas-Zapfsäule).

WIR IDENTIFIZIEREN UNS MIT DEN FÜR SIE WESENTLICHEN WERTEN Über 30 Jahre weltweite Erfahrung im Einsatz von Gasen als Treibstoffe (LPG, Erdgas, Biogas, Wasserstoff) bilden die Basis unserer Tätigkeiten bei Apex. Unser Anspruch ist die frühzeitige Trenderkennung. Die proaktive Umsetzung in innovative Dienstleistungen ist unser Ziel.

W

ir beobachten die Entwicklung der weltweiten Märkte für Erdgas-, Biogas und Wasserstoff als Fahrzeugtreibstoffe intensiv. Die frühzeitige Erkennung von Trends und deren Bedeutung stehen im Zentrum unseres Anlagenbaus und der Dienstleistungen.

Wir haben uns einer kontinuierlichen Entwicklung verschrieben. Wir reagieren proaktiv auf Veränderungen und neue Erkenntnisse setzen wir schnell in marktgerechte, innovative Dienstleistungen um. Dies kommt Ihnen direkt zugute.

ERDGASTANKSTELLEN

EINE VIELZAHL VON VARIANTEN ERFÜLLEN KUNDENBEDÜRFNISSE IN IDEALER WEISE

Dabei werden dem Gesamtpaket aus Preis- / Leistungsverhältnis, den langfristigen Betriebskosten und der Ausbaubarkeit der Anlagen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Erdgasfahrzeuge sind eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Antrieben mit Benzin und Diesel. Für diese Fahrzeuge bauen wir Tankstellen von klein bis gross, je nach Kundenbedürfnissen. Wir

• Unsere Palette reicht von kleinen bis zu grossen Erdgastankstellen • Umfassen öffentliche und auch Betriebshoftankstellen • Sie sind modular ausbaubar

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planen, bauen, betreuen Erdgastankstellen und betreiben eigene Erdgastankstellen. So runden wir unsere umfassenden Dienstleistungen als «one-stop-shop» ab.


Kompressorstation.

BIOGAS Seit einigen Jahren entwickeln wir kleine Biogas-Aufbereitungsanlagen, die synergetisch zum angestammten Geschäft passen. Das neue Standbein erweitert die Leistungspalette von Apex und bietet einen Beitrag zur Energiewende. Klär- oder Biogas besteht aus etwa 60 Prozent Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas. Biogas, zu Erdgasqualität aufbereitet, kann ins Erdgasnetz eingespeist oder direkt als Treibstoff für Fahrzeuge genutzt werden. Der ökologische Nutzen ist unbestritten: diese erneuerbare Energie ist weitgehend CO2-neutral. Viele schweizerische Biogas- und Kläranlagen produzieren verhältnismässig kleine Mengen an Biogas, fast ausschliesslich für die Stromproduktion. Dabei kann die Abwärme vor allem im Sommer kaum genutzt werden. Mit der Aufbereitung zu Erdgasqualität ist eine neue, ökologische Alternative zur

Biogasaufbereitung mit integrierter Biomethan-Tankstelle: Schönenwerd (SO).

Stromproduktion entstanden, die die anfallende Abwärme stark verringert.

tungsanlagen zur Netzeinspeisung und als Biogas–Tankstelle.

Wir planen, bauen und betreuen BiogasAufbereitungsanlagen und bieten auch für dieses Segment umfassende Dienstleistungen als «one-stop-shop» an. Dabei setzten wir auf die Membrantechnologie von Evonik Fibres GmbH. Zusätzlich betreiben wir unsere eigenen Aufberei-

EINE REIHE VON VARIANTEN ERFÜLLEN KUNDENBEDÜRFNISSE IN IDEALER WEISE • Die Typen «BlueFEED» bereiten Biogas auf für die Einspeisung ins Erdgasnetz • Die Typen «BlueBONSAI» bereiten Biogas auf zur Betankung von Erdgas / Biogasfahrzeugen • Sie sind modular aufgebaut und ausbaubar für Rohgasmengen bis zu 100 Nm 3 / h.

KONTAKT Apex AG Industriestrasse 31 CH-4658 Däniken Telefon +41 (0) 62 291 26 69

Klärgasaufbereitung mit Gasnetzeinspeisung: Colombier (NE).

uoester@apex.eu.com www.apex.eu.com

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NOTSTROM

Die Solarstrom-Speicherlösung der nächsten Generation Fronius GEN24 Plus und BYD Battery-Box Premium HVS/HVM

MAXIMALE EIGENVERSORGUNG MIT VIELFÄLTIGEN NOTSTROMOPTIONEN Der vielseitige GEN24 Plus Hybridwechselrichter ergänzt demnächst das Fronius Portfolio um eine All-in-One Lösung zur umfassenden solaren Eigenversorgung. Den GEN24 Plus wird es sowohl in einer einphasigen Primo- als auch einer dreiphasigen Symo-Variante geben. Er glänzt unter anderem durch vielfältige Notstromoptionen und integrierte offene Schnittstellen. Mit der neuen BYD Battery-Box Premium1 und dem GEN24 Plus Hybridwechselrichter steht ein Speichersystem zur Verfügung, das neue Standards in Sachen Vielfalt und Performance setzt. // Seite 62


NOTSTROM «Mit dem GEN24 Plus bringen wir einen wirklich globalen Hybridwechselrichter auf den Markt, mit dem wir gemeinsam mit BYD sowohl in ein- als auch dreiphasigen Märkten weltweit tolle Speicherlösungen realisieren werden. Besonders stolz sind wir auf die Notstromoptionen mit PV Point oder echten Notstrom – und das nicht zuletzt auch im dreiphasigen Bereich, wo wir bis heute eine einzigartige Position innehaben», betont Martin Hackl, Leiter Solar Energy bei der Fronius International GmbH. «Das macht uns zur ersten Wahl, wenn es um individuell auf den Kunden zugeschnittene Speicherlösungen geht.»

SOLARSTROM-S PEICHERLÖSUNGEN NEXT GENERATION In punkto Stromspeicherung arbeiten Fronius und BYD eng zusammen und entwickeln effiziente Batteriespeicherlösungen für Haushalte und Unternehmen. Alle GEN24 Plus Hybridwechselrichter sind serienmässig mit Batterieanschluss, Energiemanagement, Monitoring und offenen Schnittstellen für beispielsweise Warmwasserbereitung, E-Auto Wallbox oder Hausautomation ausgestattet. Sie stehen ab Ende zweites Quartal 2020 als einphasiger Primo GEN24 Plus mit Leistungsklassen von drei bis sechs kW und als dreiphasiger Symo GEN24 Plus von sechs bis 10 kW zur Verfügung. Die BYD BatteryBox Premium Hochvolt-Speicher werden aus einzelnen Speichermodulen bedarfsgerecht zusammengefügt und sind mit den GEN24 Plus kombinierbar2: die BatteryBox Premium HVS von 5.12 bis 10.24 kWh und der Battery-Box Premium HVM von 11.04 bis 22.08 kWh.

ÜBER FRONIUS SOLAR ENERGY Die Fronius Business Unit (BU) Solar Energy entwickelt seit 1992 Energielösungen rund um das Thema Photovoltaik und vertreibt ihre Produkte über ein globales Kompetenznetzwerk aus Installations-, Service-, und Vertriebspartnern. Mehr als 20 Solar Energy Niederlassungen, eine Exportquote von über 90 Prozent und eine Gesamtleistung von mehr als 14 Gigawatt installierter Wechselrichter sprechen für sich. 24 Stunden Sonne lautet das grosse Ziel und Fronius arbeitet täglich daran, diese Vision von einer Zukunft, in welcher der weltweite Energiebedarf aus 100 Prozent Erneuerbaren gedeckt wird, zu verwirklichen. Dementsprechend entwickelt Fronius Energielösungen, um Sonnenenergie kosteneffizient und intelligent zu erzeugen, zu speichern, zu verteilen und zu verbrauchen.

ÜBER DIE FRONIUS SCHWEIZ AG Die Fronius Schweiz AG mit Sitz in Rümlang ist eine Tochtergesellschaft der Fronius International. Fronius International ist ein österreichisches Unternehmen mit Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt. Das Unternehmen mit global 4 760 Mitarbeitern ist in den Bereichen Schweisstechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik tätig. Mit 30 internationalen Gesellschaften sowie Vertriebspartnern und Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erzielt Fronius einen Exportanteil von 92 Prozent. Fortschrittliche Produkte, umfangreiche Dienstleistungen sowie 1253 erteilte Patente machen Fronius zum Innovationsführer am Weltmarkt.

sichergestellt. Dadurch wird die BasisNotstromversorgung auch für Kunden verfügbar, die vorerst noch keine Batterie kaufen möchten. Andererseits können mittels Multi Flow Technology während eines Netzausfalls Verbraucher vom PVGenerator und der Batterie versorgt werden. Der leistungsstarke dreiphasige Symo GEN24 Plus zeichnet sich in Kombination mit einer ausreichend dimensionierten Batterie durch Full-Backup-Notstrom3 aus. So können auch grössere dreiphasige Verbraucher wie Wärmepumpen betrieben werden. Das sorgt für Unabhängigkeit und Flexibilität.

NOTSTROM FÜR GRÖSSTMÖGLICHE UNABHÄNGIGKEIT

GEN24 PLUS: IDEALE LÖSUNG FÜR VERSCHIEDENSTE KUNDENBEDÜRFNISSE

Energiesicherheit wird in den Fronius GEN24 Plus Wechselrichtern einerseits durch den PV Point, einer integrierten Basisnotstromversorgung für eine Notstromsteckdose,

Die Fronius GEN24 Plus Geräte stellen somit die ideale Lösung für die verschiedensten Kundenbedürfnisse dar: Ob eine Batterie schon jetzt Teil des Systems sein soll, ein

Fronius Ohmpilot den PV-Strom zur Warmwasseraufbereitung nutzen oder die PVAnlage in eine Home-Automation-Lösung miteingebunden werden soll. Fronius GEN24 Plus ist immer die richtige Entscheidung – für neue Anlagen oder Aufrüstungen und Erweiterungen von bestehenden Solar-Systemen. Darüber hinaus bieten die neuen Geräte einfachste Installation, Inbetriebnahme und Servicierung und sind in allen Anlagen anwendbar: Bewährte Fronius Technologien wie das Superflex-Design finden sich auch im Primo und Symo GEN24 Plus wieder, die nun die idealen Speicherlösungen für einphasige und grosse dreiphasige Anlagen bieten.

FÜR WEITERE INFORMATIONEN WENDEN SIE SICH BITTE AN:

KONTAKT

Rückfragehinweis Technik Patrick Gauss, gauss.patrick@fronius.com, Telefon +41 (0) 44 817 99 48

Fronius Schweiz AG Oberglatterstrasse 11 CH-8153 Rümlang Telefon 0848 FRONIUS (3766487)

Rückfragehinweis Presse Monique Inderbitzin, inderbitzin.monique@fronius.com, Telefon +41 (0) 79 945 76 20

pv-sales-swiss@fronius.com www.fronius.ch

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NOTSTROM FÜR JEDEN ZWECK Notstromanlagen von Bimex sichern bei Stromausfall die Energieversorgung in rund 2500 Betrieben aus Industrie und Dienstleistung sowie bei Bund und Kantonen.

umbauen, testen, fit halten: Notstrom-Werkstatt von Bimex in Uetendorf Einsatzbereite Elektro-TanksäuleEntwickeln, bei der SYMALIT

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NOTSTROM

F

liesst kein Strom mehr aus der Steckdose, wird die Lage ungemütlich – für Produktions-, Liefer- und Kühlketten, für gespeicherte Daten oder für Patienten im Operationssaal. Um ein Netzversagen zu verhindern, pflegen die Energieanbieter seriös ihre Infrastruktur. Dennoch sind Stromausfälle nie auszuschliessen. Im europäischen Stromverbund kann ein lokales Problem via Dominoeffekt auch bei uns zum Lichterlöschen führen. Gefährdet ist die Netzstabilität ebenfalls durch Risiken wie Extremwetter, Fehlmanipulationen, Cyberangriffe oder physische Attacken.

WACHSENDE ABHÄNGIGKEIT Die Folgen von Stromausfällen wiegen heute schwerer als noch vor 20 Jahren. Ein Grund ist die fortschreitende Digitalisierung. Manche Industrien und Prozesse sind schon bei Mikrounterbrüchen in ihrer Funktion beeinträchtigt. Hochgradig stromabhängig sind besonders die Betreiber von kritischer Infrastruktur. Zu ihnen gehören die Behörden und die Organisationen für die öffentliche Sicherheit (z.B. Rettungsdienste) und Sektoren wie Chemie, Energie,

BIMEX: SPEZIALISIERT AUF NOTSTROM Die Bimex Energy AG mit Hauptsitz in Uetendorf (Kanton Bern) und einem Zweitstandort in Hinwil (Kanton Zürich) produziert seit 30 Jahren Notstromsysteme. Jedes System wird durch eigene Fachleute geplant, hergestellt, montiert, getestet, in Betrieb genommen und gewartet. bimex.ch

setzt Bimex auf USV-Anlagen von Piller. USV-Anlagen liefern bei Netzausfall oder Spannungsschwankungen augenblicklich Notstrom, es kommt zu keinem Lastverlust. Als einzige Firma der Welt produziert Piller sowohl rotierende als auch statische USV-Technologien mit kinetischen Energiespeichern oder Batterien. Kinetische Speicher haben unter anderem den Vorteil, dass sie Leistungsschwankungen entgegenwirken, die beim Einsatz erneuerbarer Energie wie Wind- und Solarstrom auftreten können.

Für höchste Leistung: Rotierende USV-AnlageUNIBLOCK™ UBTD+ von Piller mit Dieselaggregat

Finanzen, Informatik, Lebensmittel, Medien, Medizin, Telekommunikation, Trinkwasser, Verkehr oder Versicherungen.

SOFORT NOTSTROM DANK USV Die Bimex Energy AG aus dem bernischen Uetendorf baut Notstromsysteme für jedes Anwendungsgebiet. Das Schweizer KMU plant sowohl fest installierte als auch mobile Notstromanlagen, inklusive Steuerung, Kühlung, Lüftung, Dämmung, Abgasleitung, Brennstoffversorgung und Zubehör. Für den Schutz kritischer Infrastruktur

KONTAKT Bimex Energy AG Glütschbachstrasse 32 CH-3661 Uetendorf Telefon +41 (0)33 334 55 66 Zürichstrasse 55 CH-8340 Hinwil ZH Telefon +41 (0)43 843 24 24 info@bimex.ch www.bimex.ch

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AUS- UND WEITERBILDUNG

HOCHEFFIZIENTE BILDUNGSBAUTEN FÜR DIE ZUKUNFT Gebäude prägen das Gesicht einer Region und ihrer Kultur. Bildungsbauten prägen darüber hinaus auch die Gesellschaft und ihre Zukunft, denn sie entscheiden mit über die Qualität des Lernens und Forschens. Wo Bau und Bildung zusammenkommen, bereiten sie im Idealfall einen fruchtbaren Boden für die Ausbildung künftiger Fachkräfte. Seit 1970 trägt die Steiner AG mit inzwischen mehr als 70 umgesetzten Schulen, Universitätsgebäuden, Labors und Sportstätten dazu bei.

B

ildungseinrichtungen eignen sich als Visitenkarte von Bund, Kantonen wie Gemeinden und zählen zu ihren wichtigsten Standortfaktoren. Weil ihnen das besondere Interesse der Öffentlichkeit sicher ist, haben sie auch einen hohen Multiplikator-Effekt. Damit stellen sie gleich aus mehreren Gründen eine vordringliche Aufgabe für die öffentliche Hand dar. Entsprechende «Bildungsbauten» müssen unterdessen eine breite Palette an Erwartungen und Anforderungen erfüllen. Die gegenwärtigen Herausforderungen – darunter Digitalisierung, demografischer und struktureller Wandel, Individualisierungstrend – erfordern hier eine besonders dynamische Anpassungsfähigkeit.

GROSSZÜGIG UND EFFIZIENT PLANEN Bei der Planung von Bildungsbauten sind komplexe Nutzungsanforderungen zu berücksichtigen. Dabei sind ökonomische,

ökologische und städtebauliche Aspekte ebenso auf dem Prüfstand wie eine menschen- und lerngerechte Umgebung. Entsprechend besteht die Forderung nach Grosszügigkeit, guter Belichtung durch Tageslicht sowie der funktionellen und verkehrsfreundlichen Anordnung von Räumlichkeiten. Zeitgemäss ist eine Baustruktur, die sowohl eine schulisch flexible als auch eine über das Schulische hinausgehende Mehrfachnutzung erlaubt. Zudem ist der klassische Frontalunterricht selten geworden. Gruppenarbeit oder der Anteil an allgemeiner Kommunikation an wechselnden Standorten nehmen zu. Schulen haben heute vermehrt sogenannte Lerncluster, also kleine Klassen mit einer gemeinsamen Mitte, wo viel Kommunikation in gruppen- und jahrgangsübergreifendem Arbeiten stattfindet. Gefragt sind daher beispielsweise auch viele Seminarräume neben grossen Freiflächen zum Diskutieren und Lernen. Die räumlichen wie bauphysika-

lischen Faktoren wie Raumluftqualität, Akustik und Lichtversorgung müssen an diese neuen Strukturen angepasst sein.

GEMEINSAM NEUES ENTWICKELN Die Planung, Gestaltung, Realisierung und Finanzierung von Schulräumen und -bauten liegt in den meisten Fällen in der Kompetenz der Gemeinden. Damit Neues akzeptiert wird, muss es aus der lokalen Kompetenz und den lokalen Möglichkeiten heraus entwickelt werden. Gerade bei Schulhausbauten wird in der Regel eine Baukommission aus Personen der jeweiligen Gemeinde zusammengestellt, die mehrheitlich nicht vom Baufach sind. Aus diesem Grund kann nicht vorausgesetzt werden, dass sie – beispielsweise bei Diskussionen über das Raumprogramm – die finanziellen Konsequenzen von Entscheiden abschätzen können. Mit Branchenerfahrung und entsprechenden Kennzahlen können jedoch bereits in den frühen Phasen des Bauprojekts (strategische Planung, Vorstudien) Kostenermittlungen durchgeführt werden, die eine erste Vorstellung von den zu erwartenden Baukosten erlauben. Die öffentliche Hand ist entsprechend auf erfahrene Partner wie die Steiner AG angewiesen.

STEINER ALS INNOVATIONSTREIBER

Die von Steiner umgebaute Hochschule der Künste Bern überzeugt mit akustisch optimal ausgestatteten Räumen sowie einem grosszügigen Foyer.

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Als Total- und Generalunternehmen führte Steiner bereits zahlreiche visionäre Projekte im Bereich Bildung aus. Integrale Planungsprozesse haben sich hier als entscheidender Erfolgsfaktor erwiesen. Durch sie werden die Anforderungen der verschiedenen Bereiche Pädagogik, Architektur, Konstruktion und Material, Haustechnik, Bauphysik, Brandschutz, Aussenanlagen, Öko-


AUS- UND WEITERBILDUNG

Beim Gymnasium Strandboden in Biel sanierte Steiner nicht nur die bestehenden Gebäude, sondern entwickelte auch einen nachhaltigen Erweiterungsbau.

Der Neubau GLC, den Steiner für die ETH errichtet, umfasst ein modernes Entwicklungs- und Laborgebäude mitten in Zürichs Hochschulquartier.

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AUS- UND WEITERBILDUNG logie und Ökonomie optimiert, was sich über den Lebenszyklus eines Gebäudes auch ökonomisch rechnet. Ob Umbau, Renovation oder Umnutzung –  als Experte im Bereich Bildungsbauten setzt Steiner seine Kompetenz ein, um in enger Zusammenarbeit mit Kunden, Bauherren und Architekten effiziente Lösungen zu erarbeiten. Und das immer abgestimmt auf den jeweiligen Standort und die Region. Bei der Entwicklung von nachhaltigen Bauten setzt Steiner höchste Qualitätsstandards. Ob durch die Realisierung nach anerkannten oder internationalen Nachhaltigkeitskriterien, ob durch zukunftsweisende Konstruktionen aus umweltverträglichen Materialien und hocheffizienten Technologien oder durch kosteneffiziente Lösungen und geringe Lebenszykluskosten.

MODERNE NEUBAUTEN FÜR TOP-UNIVERSITÄTEN Im Bereich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen durfte Steiner bereits mehrere Projekte mit Leuchtturmcharakter realisieren. So errichtete das Unternehmen beispielsweise für die Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) in Ecublens am Standort ehemaliger Mechanik-Hallen ein neues Gebäude mit Forschungslabors, Seminarräumen und Büros. Nur die Fundamente der veralteten bisherigen Hallen blieben erhalten und wurden für den Neubau verstärkt. Der Verwendungszweck des Gebäudes wurde während der Bauphase dahingehend geändert, dass der neue Universitätsbau optimal seiner neuen Bestimmung – der Unterbringung des Studiengangs Maschinenbau – gerecht wird. Das Gebäude mit den vier symmetrischen Etagen umschliesst einen 17 Meter hohen verglasten Lichthof mit einer Grundfläche von 700 m2. Dieser Ort der Begegnung wird von einem grossen Glasdach beherrscht, durch das natürliches Licht ins Zentrum des Gebäudes fällt. Für zusätzliche Helligkeit im Inneren sorgen Labortrennwände aus einfachen Wandmodulen mit verglasten Elementen. Unterschiedlich dimensionierte Fussgängerbrücken im Lichthof dienen als Durchgänge. Ausserdem hat Steiner ein MCR-Haustechniksystem installiert, das Lüftung, Heizung und Klimatisierung des Gebäudes automatisch über Thermosensoren steuert. Besonderes Augenmerk legte Steiner auf die Energieeffizienz des neuen Gebäudes, das den Minergie ®-Standard erfüllt.

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Das neue «Bâtiment des Neuroprosthétiques» der EPFL in Lausanne beherbergt Forschungslabors, Seminarräume und Büros.

In Zürich erstellt Steiner derzeit mit dem Projekt GLC ein modernes Entwicklungsund Laborgebäude für die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH). Der siebenstöckige Neubau mit einer Geschossfläche von rund 22’500 m2 fügt sich harmonisch in das Universitätsquartier ein und ergänzt das bestehende Raumangebot der ETH mit zusätzlichen Hörsälen, diversen Medizintechnik-Laboratorien, Forschungsplattformen und einem neuen Gastronomieangebot mit 150 Plätzen. Die hohen Ansprüche an eine zukunftsweisende, bahnbrechende medizintechnische Forschung erfordern einen entsprechend spezialisierten Innenausbau für die hochentwickelten Technologieplattformen.

PROBENRÄUME, LABORS UND BEGEGNUNGSFLÄCHEN Ob Umbau, Renovation oder Umnutzung –  Steiner analysiert jedes noch so komplexe Umbau- und Renovationsprojekt individuell und erarbeitet massgeschneiderte Lösungen auf Basis seines Design-to-Cost-Ansatzes. Für die Hochschule der Künste (HKB) in Bern verwandelte Steiner beispielsweise ein ehemaliges Hochregallager aus den 80er-Jahren in eine moderne Bildungsstätte für Musik. Im Rahmen der umfassenden Sanierung und eines Umbaus wurde eine reibungslose Erschliessung des Gebäudes für 450 Studenten erzielt. Auf drei Etagen entstanden Unterrichts-, Übungs- und Seminarräume, ein neues Auditorium sowie verschiedene Büro- und Verwaltungsräume. Alles erschlossen über neue Zugänge, Treppen und Korridore. Besondere Anforderungen stellte das Projekt im Hinblick auf die Akustik. Sie musste den jeweiligen Nutzungsbereichen entsprechen: darunter 20 Übungskojen mit spezifischen Akustikdämmelementen zur freien Verfügung und ein akustisch optimiertes Auditorium mit 110 Sitzplätzen. Alle gebäudetechnischen Anlagen sind mittels

eines Gebäudeleitsystems zentral bedienund überwachbar. Über einen Web-Server kann orts- und zeitunabhängig auf das Leitsystem zugegriffen werden. Der thermische Komfort in den verschiedenen Räumen und Zonen wird durch ein Einzelraum-Regelungssystem sichergestellt.

RESPEKTVOLLER UMGANG MIT ARCHITEKTONISCHEM ERBE Das in den 1970er Jahren errichtete Gymnasium Strandboden in Biel vereint elegante Leichtigkeit mit geometrischer Strenge. Steiner sanierte den dreiteiligen Gebäude­ komplex vollständig, während die Sporthalle eine Teilsanierung erhielt. Darüber hinaus erweitert ein dreistöckiger Neubau die Ausbildungsmöglichkeiten der Schule im Bereich Naturwissenschaften. Während der Bauarbeiten boten Provisorien Raum für zirka 500 Schüler und ermöglichten damit, den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Der Erweiterungsneubau trägt das Energielabel Minergie® P ECO, die sanierten Gebäudeteile das Siegel Minergie ® Standard Neubau. Die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft spiegelt sich an wenigen Orten so eindrücklich wie in ihren Bildungseinrichtungen. Bildung gehört ins Zentrum der Gesellschaft und bestimmt weitgehend über deren Möglichkeiten. Mit ihrem professionellen Know-how realisiert die Steiner AG Bauten, die diesem Auftrag gerecht werden.

KONTAKT Steiner AG Hagenholzstrasse 56 CH-8050 Zürich Telefon +41 (0) 58 445 20 00 info@steiner.ch www.steiner.ch


AUS- UND WEITERBILDUNG

DIE ENERGIEZUKUNFT BRAUCHT FACHPERSONEN Krisen schärfen den Blick fürs Wesentliche, gerade bei der jungen Generation mit Zukunftsaussichten. In diesen Wochen lernen wir als Gesellschaft zu unterscheiden, was systemrelevant ist und was nicht. Energie ist schon seit jeher unverzichtbar für unseren Lebensstil und wird es auch bleiben. Bereits vor vier Jahrzehnten wurde dies offensichtlich, als in der Zeit der Ölkrise das öffentliche Leben ebenfalls weltweit stockte. Obwohl Erdöl seit anderthalb Jahrhunderten der dominante Motor der globalen Energieversorgung ist, sind heute die potentesten Ölkonzerne angezählt. Alle Ölstaaten haben Probleme und die Fracking-Firmen in den USA gehen in die Insolvenz. Auch die einst so selbstbewusste Nuklearindustrie ist wirtschaftlich ohne Perspektive. Dies sind klare Zeichen für den irreversiblen Wandel, den es in der Wirtschaft schon immer gegeben hat und ihn auch in der Energiewelt gibt. Die aktuellen Rahmenbedingungen haben den jeweiligen optimalen Energietechnologien zum Durchbruch verholfen. Prof. Dr. Franz Baumgartner leitet den Studiengang Energie- und Umwelttechnik an der School of Engineering der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, in Winterthur

Die Bilder zeigen den Wandel in der Energiewelt in verschiedenen Sektoren.

NICHT IRGENDWANN, SONDERN JETZT Heute steigen die Temperaturen ins Unerträgliche. Die globale Durchschnittstemperatur ist in den letzten vier Jahrzehnten um ein Grad gestiegen. Die Prognosen eines weiteren Anstiegs um mindestens zwei Grad bis 2050 sind katastrophal und stellen so eine unverrückbare Rahmenbedingung des Handelns dar. Wenn 2050 der Nordpol zeitweise eisfrei sein wird und in der Schweiz

keine Winterskiferien mehr möglich sein werden, kann niemand mehr den Klimawandel leugnen. Hatte man dies im letzten Jahrhundert noch mit dem Griff in die Marketingkasse der profitierenden Energiegiganten zerstreuen können, ist dies heute wegen der Evidenzen nicht mehr möglich. Die Jungen erkennen dies klar und machen von ihrem politischen Recht lautstark Gebrauch, da es uns Alten schwerfällt, die Risiken des Wandels zu akzeptieren. Die nächste Generation

möchte sich aber nicht um ihre Chancen beraubt wissen, die Energiezukunft eigenverantwortlich zu gestalten – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.

FACHEXPERTISE IM STUDIUM ERWERBEN Nicht nur an der ZHAW haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, mit dem Studiengang Energie- und Umwelttechnik die nächste Generation mit der nötigen Fach-

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AUS- UND WEITERBILDUNG expertise zu ermächtigen, diese Energiewende ordentlich umzusetzen. Hat meine Generation die Blase der CO2-Emission miterlebt, haben die Jungen die wirtschaftliche Chance bis 2050, die CO2freien Lösungen zu realisieren. Es ist ein komplexes Vorhaben und kann nicht einfach aus dem Fortschreiben der alten Elektrotechnik- oder MaschinenbauKenntnisse wie in den letzten Jahrzehnten bewerkstelligt werden. Es sind aus unserer Überzeugung die folgenden drei Pfeiler entscheidend für den Erfolg und

damit auch prägend für den Studiengang Energie- und Umwelttechnik: • • •

Installation der notwendigen Stromerzeugungskapazitäten aus Erneuerbaren Quellen Verschmelzung der elektrischen Welt mit den thermischen Maschinen Beachtung der Rahmenbedingungen des nachhaltigen Wirtschaftens

War in den letzten Jahren noch ein Pioniermarkt zu bedienen, der vieles aufgenommen

So könnte der Weg der Schweiz von der fossilen in die erneuerbare Energiewirtschaft aussehen.

Einer der zentralen Motoren der Energiewende ist die Installation von Solarmodulen, die in der Schweiz in diesem Jahrzehnt auf mehr als ein Modul pro Kopf alle zwei Jahre zunehmen wird.

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hat, wenn nur «Solar» darauf stand, so ändert sich dies nun. Technisch tadellose Lösungen, die die wirtschaftlichen Versprechen einhalten, können heute nicht mehr allein mit einem bunten Marketing ohne tiefes technologisches Verständnis realisiert werden. Der Wettbewerb wird härter. Daher setzten wir in unserer Ausbildung wie andere auch auf Mathematik, Physik, technische Grundlagen der Thermodynamik und Elektrotechnik, aber auch Solartechnik und Netze, ob elektrisch oder thermisch. Das Arbeiten in unseren hochmodernen


AUS- UND WEITERBILDUNG elektrischen wie auch thermischen Energielaboren in Winterthur ist ein zentrales Element, um Fachexpertise zu erwerben. Wenn unsere Absolventinnen und Absolventen künftig verantwortlich sind für die Realisierung eines städtischen Nachwärmenetzes, welches gekoppelt ist mit grossen Wärmepumpen und grossen PhotovoltaikDächern, können sie auch auf das wirtschaftliche Wissen und die Kenntnisse um die Nachhaltigkeitskennzahlen aus dem Studium zurückgreifen.

LÖSUNGEN SELBST IN DIE HAND NEHMEN In der Energiebranche wissen wir sehr gut, dass der alleinige Ruf nach Digitalisierung hier zu kurz greift und ohne relevante Investitionen in Hardware eine gesicherte Energieversorgung der Zukunft nicht erreicht werden kann. Zuerst muss der notwendige Strom erneuerbar erzeugt werden, bevor wir ihn speichern oder intelligent steuern können. Genügende Mengen an erneuerbaren Strom

im Land zu produzieren, hat höchste Priorität und wird nur von denen in Frage gestellt, die den Status Quo möglichst lange retten wollen. Dass viel Kapital gierig bereitsteht, um in den nächsten Jahrzehnten auch in diesem Sektor die Renditen abzuholen, zu allererst von den grossen IT-Plattformen aus dem Ausland, ist allen bewusst. Aber was nützt es dem Land, was nützt es der Bevölkerung, wenn es schlussendlich nur um günstige und zielgenaue Werbeeinschaltungen geht. Wir sollten diese Lösungen selbst in die Hand nehmen und auch davon selbst profitieren. Das Stimmvolk hat sich 2017 für die neue Energiewelt entschieden, die der Bundesrat «Energiestrategie 2050» nannte: Mehr Erneuerbare Energien, mehr Energiesparen und die alte Energiewelt so schnell wie möglich zurückfahren. Seither wird Jahr für Jahr etwa ein Solarmodul pro Kopf zur Stromproduktion in der Schweiz installiert und so aktuell etwa vier Prozent der Stromerzeugung gestemmt. Wir müssen aber noch mehr installieren, damit der zusätzliche Strombedarf für die Wärmepumpen und der Ladestrom der wachsenden Elektromobilität gedeckt werden kann. Jene Fachexpertise wird zukünftig immer stärker gefragt sein, die die aktuellen elektrischen und thermischen Energietechnologien überblickt und einsetzen kann und mehr ist als ein gängiges Projektmanagement. Sie garantiert die technischen und wirtschaftlichen Synergien für den Kunden von der erneuerbaren Erzeugung hin zur Energie / Kälteversorgung bis zur Versorgung der elektrischen Mobilität. Ein fundiertes Studium ist da der beste Grundstock.

WEITERE INFORMATIONEN www.zhaw.ch/de/engineering/studium/bachelorstudium/energie-und-umwelttechnik/

KONTAKT Franz Baumgartner, Studiengangleiter EU ZHAW School of Engineering Technikumstrasse 9 CH-8401 Winterthur Telefon +41 (0) 58 934 72 32 Oben rechts das elektrische IEFE Energielabor mit Leistungselektronik und Batteriespeicher und unten das thermische IEFE Kältelabor an der ZHAW in Winterthur.

bauf@zhaw.ch www.zhaw.ch/=bauf

Ausgabe 1  / 2020 // Seite 71


IMPRESSUM & VORSCHAU

VORSCHAU DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT IM NOVEMBER 2020 Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda:

Energielösungen

Gebäudetechnik

Sicherheit

Aus- und Weiterbildung

Herausgeber rundschauMEDIEN AG St. Jakob-Strasse 84 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon +41 (0) 61 335 60 80 Fax +41 (0) 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch Mitglied der Geschäftsleitung Tibor Müller t.mueller@rundschaumedien.ch Boris Jaeggi b.jaeggi@rundschaumedien.ch Projektleitung & Chefredaktion Roland Baer baer@rundschaumedien.ch

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Leitung Produktion & Grafik Emma Schaub e.schaub@rundschaumedien.ch Aboservice info@rundschaumedien.ch Autoren Roland Baer Franz Baumgartner Dominik Frehner Patric Imhof Max Räb Martin Steinhart Benedikt Vogel Andreas Wisler Titelbild Shutterstock

Bilder CimArk SA PPR / Saastal Tourismus AG Benedikt Vogel Solar MAX Gemeinde Dettighofen ZAHW Photovolt LAMD Bilddatenbanken Grafiken CimArk SA BFE NTB LAMD Jahresabo Zwei Ausgaben CHF 19.–

Einzelpreis CHF 10.– info@rundschaumedien.ch ISSN 2296-7559 Wiedergabe von Artikeln und Bildern auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von der Redaktion und dem Verlag jede Haftung abgelehnt.


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