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UMWELT & TECHNIK

NEUE ENERGIEWELT TRENDS FÜR INDUSTRIE UND GEBÄUDE von Martin Pfränger

© Solar_Promotion GmbH

Die Energiewende in der Industrie und im Gebäudemanagement nimmt Fahrt auf – dank des Aufschwungs erneuerbarer Energien und smarter Technologien. Aktuelle Trends und Pioniere der Branche präsentierte die EM-Power, die Fachmesse für die intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden.

Solare Mobilitätslösungen rücken zunehmend in den Fokus.

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ie sieht sie aus, die Zukunft der Energie? In jedem Fall ist sie sauber, dezentral und digital. Auch Gewerbetreibende, Akteure der Baubranche, Genossenschaften, Industrie oder Gebäudemanager müssen umdenken, wenn sie die Energiewende für sich nutzen wollen. Wichtig ist dabei, den Überblick zu behalten, welche Entwicklungen derzeit die Branche revolutionieren – und welche Lösungen sich für das eigene Vorhaben am besten eignen. Die aktuellen Trends:

Schon heute ist einiges machbar. Stichwort Solarfassade: Künftig werden gebäudeintegrierte Photovoltaik-Systeme Teile der Gebäudehülle ersetzen. Die neuen Module in individuellen Designs und Ausführungen können die Architektur optisch aufwerten. Und sie punkten, weil sie vor Wind, Wetter und Sonneneinstrahlung schützen. Ein weiterer Vorteil, der sich rechnet: Der erzeugte Strom kann direkt vor Ort verbraucht werden – für weniger Energiekosten und CO2-Emissionen.

TREND 1 – NEUE AKZENTE

TREND 2 – VERNETZT UND DEZENTRAL

Ob Passivhaus- und Plusenergie-Konzepte: Energieeffizienz ist seit Jahren oberstes Gebot bei Neubauten und Sanierungen. Neue Technologien machen den Weg zum klimaneutralen Gebäude spannender denn je. Solarenergie wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Laut einer Studie des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) könnte Photovoltaik bis 2050 zwischen 30 und 50 Prozent der weltweit benötigten Energie liefern. Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, braucht es auch eine neue solare Baukultur, die Solarenergie und Architektur verbindet.

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Wohn- und Gewerbeviertel, die ein einziger Anbieter mit Strom und Wärme versorgt: Dieses Modell hat in Zukunft ausgedient. In den kommenden Jahren gewinnen dezentrale Energiekonzepte für Erzeugung und Verbrauch an Bedeutung. Dieser Trend führt zu einer Dezentralisierung der Energievermarktung. Klassische Eigenversorgungs- und Mieterstrom-Modelle werden durch dezentrale Verteilungsmärkte flankiert. Die Digitalisierung wird dabei zum Innovationsmotor für Newcomer, die digitale und vernetzte Lösungen auf den Markt bringen.

So wie das Unternehmen mondas, ausgezeichnet mit «The smarter E AWARD 2019» in der Kategorie «Outstanding Project»: Mithilfe der Analyse-Software des Start-ups entstand in Freiburg (D) ein intelligentes Wärmenetz mit 38 dezentralen thermischen Solaranlagen, das 525 Haushalte in einem neuen Wohnviertel versorgt. Das Prinzip: Die Wärmeenergie wird in ein Nahwärmenetz eingespeist, das zusätzlich Energie von einem Biomethan-Blockheizkraftwerk bezieht. Die Software von mondas, die auf Künstlicher Intelligenz basiert, erfasste alle Messdaten, Erträge und Bedarfswerte für die Solaranlagen – und sorgt so für das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.

TREND 3 – INNOVATIONSMOTOR SEKTORENKOPPELUNG Der Anteil der erneuerbaren Energien in Europa wächst – zwischen 2005 und 2015 um 71 Prozent, belegt der Energieatlas 2018. Den Schlüssel zur effizienten Nutzung von Solarstrom und Co. in Gebäuden und in der Industrie liefern Power-to-Heat-Technologien. Sie ermöglichen die Verzahnung von Strom, Wärme, Mobilität und Industrieabläufen, senken

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