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AUSGABE 03 / 2019

DAS ECOCOACH SYSTEM

DIE ENERGIEMANAGEMENT- UND SMART HOME-GESAMTLÖSUNG

KLIMA UND BAU | GEGENSÄTZEN IN KÜCHEN | FLEXIBLE ARBEITSWELTEN | TAGESLICHT IM EINSATZ


KÜCHENDESIGN NACH MASS INDIVIDUELL UND GANZ PERSÖNLICH

BINNINGERSTRASSE 156 I 4123 ALLSCHWIL I +41 61 303 73 53 I INFO@DECUSPENA.CH

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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, Im Juli in diesem Jahr traf uns ein Hitzehammer. Das war leider keine statistische Ausnahme. Schon im Sommer letzten Jahres durchbrach die Temperaturstatistik obere Grenzwerte. Die Kurven gehen seit Jahren nach oben und der Klimawandel trifft auch unseren Gebäudebestand. Er fängt an zu schwitzen. Modernste Gebäude aus den letzten Jahren verfügen schon über Storen, die sich bei Sonneneinstrahlung automatisch zuziehen. In seltenen Fällen verdunkelt sich sogar das elektrochrome Fensterglas. In Gebäuden aus dem letzten Jahrhundert erlebt man aber ganz andere Szenarien: Klimaanlagen jeder Art werkeln vor sich hin. Sie sind aber Stromfresser, und die Kühlflüssigkeit ist auch nicht ohne ökologische Folgebelastung.

Software Gesamtlösung auf die Sie bauen können 14.-18.1.20 Halle 2.1 Stand F12

Ohne Frage, es gibt Handlungsbedarf, und aus diesem Grund zieht sich das Thema Klima und Bauen wie ein roter Faden durch die vorliegende Ausgabe. Das Thema ist aber nicht nur etwa zum Jammern, sondern im Gegenteil eine grosse Chance für die Bauwirtschaft. Dies belegen unsere meinungsstarken Kolumnen in dieser Ausgabe. Zum Beispiel wenn Andreas Meyer Primavesi, CEO bei Minergie Schweiz, die Notwendigkeit des sommerlichen Wärmeschutzes betont. Er müsste als disziplinübergreifendes Thema von Anfang an in der Planung berücksichtigt werden. Stefan Batzli ist Geschäftsführer von AEE SUISSE. Er verdeutlicht nochmals die Dimensionen und hat gleichzeitig auch praktische Strategien anzubieten. Der Energiebedarf eines bestehenden Gebäudes kann durch eine energetische Sanierung halbiert werden. Und der Ersatz einer Öl- oder Gasheizung durch eine erneuerbare Heizung reduziert den CO2-Ausstoss schon fast gegen null. Dr. Thea Rauch-Schwelger ist Präsidentin und Dozentin beim Bildungszentrum Baubiologie und präsentiert einen weiteren konkreten Vorschlag. Als Anpassungsmassnahme gegen klimabedingte Gefahren habe die Begrünung von Dächern und Fassaden einen positiven Einfluss. Durch die Wasserverdunstung sinke die Temperatur in Gebäuden um mehrere Grad, und auch die Beschattung durch Laubbäume mindert den urbanen Hitze-Insel-Effekt. Es gibt viel zu tun und es lohnt sich – in jeder Hinsicht!

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Vorkalkulation nach NPK Freies Leistungsverzeichnis Ausmass- und Regiefakturierung ARGE Fakturierung Leistungserfassung Werkhof Finanzen und Bau-Kostenrechnung Nachkalkulation Baulohn www.abacus.ch

Georg Lutz

Chefredaktor bauRUNDSCHAU g.lutz@rundschaumedien.ch www.baurundschau.ch


INHALT

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BIG PICTURE Oft betrachten wir die Lösungen im Rahmen der Energiewende nur isoliert. Es geht um PVs auf dem Dach, Speicher im Keller, E-Mobilität in der Garage und Apps auf dem Smart Phone. Warum kann hier eigentlich nicht aus einer Hand gedacht und agiert werden? Genau diese Frage nimmt die ecocoach AG zum Anlass, Antworten zu geben. Im Interview mit Pirmin Reichmuth, dem Geschäftsleiter der ecocoach AG, beleuchten wir die Herausforderungen.

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PLUSENERGIE Das Thema Klima und Baubranche begleitet uns durch das ganze Magazin. Wir beginnen mit einem konkreten Beispiel. Das Projekt «Aarerain» in Worblaufen, Gemeinde Ittigen, wird nach aktuellem Planungsstand das erste realisierte Plusenergie-Quartier der Schweiz sein. Mit seinen 167 Wohnungen wird es über das Jahr hinweg mehr Energie (gewichtet) produzieren, als es verbraucht.

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BUSINESSPORTRAIT GRUNER Das Schorenareal in Arlesheim ist ein klassischer Industriestandort. Jetzt wird er in Richtung Industrie 4.0 entwickelt. Das Projekt ist ein Beispiel in unserem Businessportrait. Der Systemanbieter Gruner hat einen neuen CEO und wir führten mit ihm ein Interview. Es geht um den Prozess der Umorganisierung, das kompetitive Umfeld und konkrete Beispiele.

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RENAISSANCE DES TAGESLICHTS Das Thema Tageslicht ist seit Beginn des Bauens in der Architektur verankert. Doch die Zeiten, in denen ein Augenmerk auf Positionierung und Dimensionierung von Gebäudeöffnungen gelegt wurde, sind seit dem Aufkommen von elektrischem Licht passé. Unsere natürliche Lichtquelle als Gestaltungselement wurde vernachlässigt und verlor mehr und mehr an Bedeutung. Debatten rund um die Energieeffizienz und den Klimawandel befreien das Tageslicht wieder aus seinem Schattendasein.


Gemeinsam kommen wir weiter Für heute und morgen: Energie 360° bietet das ganze Spektrum an Möglichkeiten für Ihre individuell beste Energie- und Mobilitätslösung.

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INHALT

96 ARBEITSWELTEN UND ARCHITEKTUR Arbeitswelten sind heute sehr unterschiedlich aufgestellt. Je nach Arbeitsform gilt es, unterschiedliche architektonische Lösungen zu finden. Einen Rahmen für prozessorientierte Arbeitswelten zu schaffen, die neue innovative Arbeitsformen ermöglichen, ist das Ziel.

GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN

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Die Trendentwicklung beim Schweizer Küchenbau geht in Richtung von Küchen, die Kontraste präsentieren. Dies bestätigen auch die 72 Küchenprojekte, welche dieses Jahr für den Swiss Kitchen Award eingereicht wurden. Lediglich zwölf davon könnten als «weisse» Küchen bezeichnet werden. Dunkle, schwarze und erdige Töne schaffen Kontraste, Spannung und Raumtiefe.

WIR SIND VOR ORT Unter anderem sind wir in den nächsten Monaten an folgenden Messen und Veranstaltungen vor Ort. Gerne können Sie im Vorfeld mit uns Termine vereinbaren. Auf Wunsch schauen wir in Ihrem Unternehmen auch persönlich vorbei.

RUBRIKEN Editorial1 Highlight6 Bauen10 Architektur  68 Garten102 Innenarchitektur  108 Umwelt & Technik  126 Kolumnen 18, 20, 34, 44, 50, 56, 86, 88, 96, 112, 124, 130 bauRUNDSCHAU empfiehlt 138 Impressum140

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Bauen & Modernisieren, www.bauen-modernisieren.ch ADVANCED BUILDING SKINS, www.abs.green Bau + Energie Messe, www.bau-energie.ch Holz 2019, www.holz.ch

IM WEB Wir halten Sie zwischen den Ausgaben mit aktuellen News, Fotostrecken, Kolumnen und Analysebeiträgen auf dem Laufenden. Sie sind gerne eingeladen, sich crossmedial zu beteiligen. Zum Beispiel mit News: 1 000 Zeichen, Bild und URL. Besuchen Sie www.baurundschau.ch


CONNECT BY

2.0 ENTSCHEIDUNGSTRÄGER AUS DER BAUBRANCHE KOMMEN ZUSAMMEN Termin: 5.9.2019 | Ab 15.00 Uhr Ort: decuspena Binningerstrasse 156 | CH-4123 Allschwil bauRundschau hat sich in den letzten zwei Jahren zu dem führenden Fachmagazin in der Baubranche entwickelt. Wir sagen Danke und feiern mit Ihnen diese publizistische Zusammenarbeit und unsere erfolgreiche Zukunft mit einem Networking-Event. Anmeldung bei Herrn Zito m.zito@rundschaumedien.ch

Besser bauen. Besser leben.


HIGHLIGHT

Mitten in der Energiewende und gleichzeitig draüber hinaus weisend – das ist das Referenzprojekt in Mättivor (Schwyz).

AUS EINER HAND PASSENDE ENERGIELÖSUNGEN FINDEN Interview mit Pirmin Reichmuth von Georg Lutz

Wir sind mitten in der Energiewende und der Handlungsbedarf ist da. Dabei gilt es, über die Gebäudehülle hinauszudenken und unterschiedliche Handlungsfelder im Blick zu haben. Bauherren und Eigentümer, die ein hochwertiges Eigenheim oder eine neue Wohnung beziehen, wünschen sich Komfort, Sicherheit und einen niedrigen Energieverbrauch – das sind die Pfeiler, die auch eine Wertsteigerung bedeuten. Im folgenden Interview mit Pirmin Reichmuth, dem Geschäftsleiter der ecocoach AG, beleuchten wir die Herausforderungen. Seite 6 // bauRUNDSCHAU


HIGHLIGHT

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ie Energiewende hat in der Schweiz in der Energiestrategie 2050 einen Rahmen und einen Namen. Sie wird in Sonntagsreden gelobt. Trotzdem, habe ich den Eindruck, verhalten sich Akteure, wie beispielsweise die Mehrheit der Architekten, passiv. Teilen Sie diese Position? Grundsätzlich teile ich diese Auffassung. Uns als Akteuren, die die Energiewende vorantreiben wollen, kann es ja nicht schnell genug gehen. Man muss aber die Situation differenziert sehen. Es gibt sportliche aufgestellte Sympathieträger aus der Baubranche, die sind «First Mover». Sie setzen sich ein, wollen den Zeitgeist bewegen und präsentieren ihre Referenzbeispiele. Dazu gehören auch Architektinnen und Architekten und das ist ermutigend. Viele stehen aber noch in der Zuschauerrolle am Spielfeldrand und warten ab bis der nächste Innovationszyklus Fahrt aufgenommen hat – da ist Ihre Frage berechtigt. Die Verunsicherung ist noch gross und es gilt Fragen zu beantworten. Einige Schweizer Gründerakteure in der Solarbranche sind vom Markt verschwunden oder haben Probleme. Auch die Politik ist nicht immer hilfreich, da unterschiedliche Signale gesendet werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass noch viele Verantwortungsträger aus der Baubranche in den nächsten Jahren die Wende vollziehen werden. Nicht nur ich frage aber immer noch nach dem Warum. Heute gibt es marktreife technische Lösungen wie Solarpanels, die man in unterschiedlichen Farben in die Fassade integrieren kann. Oder nehmen wir ein zweites Beispiel, die Speicherlösungen, die jetzt voll ihre Potenziale ausspielen können. Das Thema E-Mobilität wird jetzt als Modul angedockt. Es gibt viele Gründe, die auf schnelleres Wachstum hindeuten. Neuerungen haben es am Anfang immer schwer, denn Bekanntes und Bewährtes geben Sicherheit. Die Entwicklung der Solarbranche ist immer noch vergleichsweise jung. Man nimmt eben den sichtbaren Standard wahr: Das sind die blauen Platten auf dem Dach und nicht die integrierten Lösungen in der Fassade mit ihren angepassten Farben. Daher haben wir ja auch beim Thema Denkmalschutz noch so viele Barrieren zu überwinden … Ja, in den historischen Altstädten findet man kaum Solarlösungen.

Der heutige technische Stand erlaubt mit passender Energie- und Gebäudetechnik bis zu 80 Prozent Energieautarkie. Digitalisierung ermöglicht die Integration der gewerblichen Elektromobilität in ein ganzheitliches Energiemanagement. Diese sind nur ein paar aktuelle Möglichkeiten, die noch nicht zum Grundwissen herangereift sind. Die Weiterentwicklungen werden jedoch bald sichtbar werden. Das hilft dann auch dabei, sogar Skeptiker zu überzeugen. Sie haben den Begriff Standard erwähnt. Solarlösungen sind aber noch lange nicht Normalität? Wir bewegen uns, auf jeden Fall, was den Neubau betrifft, auf die Normalität zu. Aber bei den Gesamtlösungen, beispielsweise mit Speicher, E-Mobilität, oder smarte Steuerung und Abrechnung stehen wir noch am Anfang eines Prozesses. Da haben Sie sicher recht.

«Ja, es gilt, ein realistisches und für den Kunden passendes Bild zu erstellen.» Lassen Sie mich aber den Prozess mit dem Thema Elektromobilität beispielhaft verdeutlichen. Hier gibt es inzwischen Treiber, die sich gegenseitig nach vorne puschen. E-Bikes waren vor zehn Jahren ein Thema für Senioren. Heute gibt es trendy Modelle für unterschiedlichste Zielgruppen, der Absatz brummt. Beim Thema Auto und E- Mobilität kommt es in den nächsten Jahren zu einem Kippmoment. Dann bewegt sich das Elektroauto aus der Nische in den Mainstream. Hier gilt es, vorbereitet zu sein, sprich, marktreife Lösungen zu haben. Das betrifft nicht nur die Batteriezellenfertigung, sondern auch Ladestationen vor dem Haus, die dann auch an die Speicherlösung im Keller smart gekoppelt sind. Eine entsprechende Kopplung an den bestehenden Hausanschluss erlaubt beispielsweise die Ladung des E-Fahrzeuges ohne kostenintensive Investiotion in einen Anschluss mit höherer Leistung.

Hier steht die ganze Branche unter Druck. Genau an diesem Punkt kommen unsere Dienstleistungen ins Spiel. Aber es gibt ohne Frage noch viel Aufklärungsbedarf und man muss die gesamte Situation anschauen. Nur die Gebäudehülle im Blick zu haben, ist definitiv zu wenig. Aber das kostet dann auch mehr? Es gilt, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung zu machen, die ihren Bogen über mehrere Jahre spannt als Gesamtkostenbetrachtung des Betriebs. Besser bekannt unter der Bezeichnung Total Cost of Ownership (TCO). Wir bauen ja keine Produkte, die drei Jahre halten, sondern 15 bis 20 Jahre voll funktionsfähig sind. Ja, es gilt, ein realistisches und für den Kunden passendes Bild zu erstellen. Dazu kommen noch Pluspunkte wie Energieunabhängigkeit nach dem Motto «Meine Energie, Meine Freiheit». Ein Element, welches derzeit noch nicht in finanziellen Kennwerten dargestellt wird und in dieser Betrachtungsweise entscheidend ist. Wie viel ist Ihnen Unabhängigkeit wert? Schliesslich bleiben die spezifischen Einsparungen durch modernste Energiemanagementund Automationslösungen. Es gibt für unterschiedliche Zielgruppen überzeugende Fakten und Argumente. Wir stehen wie gesagt am Anfang eines Prozesses – aber die Richtung stimmt. Neben den Skeptikern gibt es auch die Optimisten mit viel Euphorie. Ihr Motto: Lasst uns doch einfach die Sonne einfangen und dann wird alles gut. Sieht die Praxis nicht oft komplizierter aus? Hier braucht es technische Lösungen, die einfach sind, mir mehr Komfort und Ökologie liefern. Last but not least geht es um einen Mehrwert, sprich, eine Wertsteigerung der Immobilie. Die Systemlösungen, so wie wir sie anbieten, bringen wirtschaftliche Vorteile. Hier ist es sicher wichtig, welche Zeichen die Politik setzt? Die Rahmenbedingungen sind wichtig. Wir sind die Letzten, die nach immer neuen Verboten rufen. Aber wir brauchen verlässliche Gesetze, damit sich die neuen und gewünschten Technologien auch durchsetzen können. Beim Thema Eigenverbrauch kann man das praktisch auffächern. Ein politisches Hin und Her ist hier Gift. Alle Beteiligten wollen, gerade in unserer Branche, langfristig planen.

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HIGHLIGHT

Ihr Haus will die Themen Sonnenenergie, Speicher, Mobilität und Smart Home und verschiedene dazu passende Serviceleistungen unter einen Hut bringen. Ist das nicht zu viel? Warum ist Ihr Haus in so unterschiedliche Felder eingestiegen?

Eine Photovoltaikanlage als singuläre Lösung macht aus heutiger Sicht, wo man individuell Strom speichern kann und will, eigentlich keinen Sinn mehr. Es braucht mindestens ein passendes Energiemanagement sowie Energiespeicher, Steuerung und digitale Lösungen dazu. Die

Mit Digitalisierung das Gebäude steuern, die Energienutzung analysieren und lenken.

Komponenten kommunizieren ja auch miteinander. Nur so können die Potenziale sich entfalten, wie beispielsweise EMobilität mit Strom vom eigenen Dach oder ein Zusammenschluss Eigenverbrauch (ZEV). Daher liegen Angebote aus einer Hand nahe. Sie sollten auch die Schnittstellenherausforderung zwischen

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HIGHLIGHT

unterschiedlichsten Komponenten bei der intelligenten Steuerung nicht aus dem Auge verlieren. Heizung, Jalousien, Licht und Solarstrom sind ja zunächst sehr unterschiedliche Felder. Mit einer gemeinsamen Steuerung für alle Energiebelange, sei dies Strom oder Wärme, wird eine optimale Sektorkopplung mit minimalem Aufwand erreicht. Auch die Digitalisierung des Installationsprozesses erlaubt Skaleneffekte für die Bauherren, da die Installation ohne externen Integrator aber dennoch individuell gelöst wird. Gleiches gilt für die durchgehende Digitalisierung mit Smart-Metern und dem Cloud-basierten Business-Portal. Statt mehrere Anbieter zu nutzen, welche mit Reibungsverlusten aufeinander abgestimmt werden, bietet ecocoach die integrierte Lösung für Monitoring oder ZEV. Eben diese ganzheitliche Energielösung mit Gebäudedigitalisierung ist das Alleinstellungsmerkmal von ecocoach. Wir haben die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Partner, die hier Lösungen bieten, um Gebäudedigitalisierung und Energiemanagement aus einer Hand zu ermöglichen. Die dann auch modular aufgebaut sind? Unsere Lösungen sind nicht nur modular, sondern auch skalierbar aufgebaut. Man kann mit einem einfachen Energiemanagement anfangen und dann mit einem Speicher oder einer Gebäudesteuerung weitermachen. Der Kunde kann schrittweise aufbauen nach seinem eigenen Investitionsplan. Unsere Kunden reichen von Schreinereien bis zu Spitälern oder ganzen Quartieren. Die Lösung skaliert gleichwohl für Gewerbe- als auch für Wohngebäude. Kommen wir zu einem Referenzbeispiel. Wie sah die Ausgangslage beim Projekt in Mättivor (Schwyz) aus? Wo lagen die zentralen Herausforderungen? Die Idee war, ein Quartier der Zukunft zu realisieren. Es ging und geht erstens darum, Energie selbst zu produzieren. Im ersten Ausbauschritt werden 50 Wohnungen realisiert. Der gesamte Ausbau umfasst dann über 100 Wohnungen. Das Ziel umfasst ebenfalls die übergeordnete Steuerung. Es geht um die Kombination von Photovoltaik-Energielösung und Gebäudeautomation. Drittens geht es um

die Lösung der Abrechnungsherausforderung. Auch hier haben wir ja bei uns eine Dienstleistung mit an Bord. Strom, Wasser, Heizung – überall gibt es Messinstrumente. Die Abrechnung kann so sehr transparent gehalten werden. Damit ergibt sich ein gesamtheitlicher Ansatz von der Erzeugung zur Nutzung bis hin zur Abrechnung, eine umfassende Gebäudedigitalisierung. Warum hat sich die Bauherrschaft so entschieden? Die Skalierbarkeit und die angesprochenen unterschiedlichen Module, die in die Zukunft weisen, waren matchentscheidend. Die Verantwortlichen wollten sehr fortschrittlich sein, aber nicht zum Selbstzweck, sondern um für die Zukunft gerüstet zu sein. Hier spielt dann der billigste Preis nicht mehr die entscheidende Rolle. Kann sich solch ein Vorgehen zu einem Referenzmodell, einem Leuchtturm entwickeln und warum? Das Projekt kann Mainstream werden. Man hat am Anfang einige Investitionskosten mehr, die aber in wenigen Jahren Früchte tragen. Die Eigenverbrauch-Community wird profitieren, und das spricht sich herum. Lassen Sie uns noch einen strategischen Blick in die Zukunft Ihres Hauses werfen. Verraten Sie uns, wohin die Reise in den nächsten Jahren geht und was Sie sich für strategische Ziele gesteckt haben. Bei ecocoach sehen wir sehr optimistisch in die Zukunft. Wir sind im positiven Sinne fortschrittlich, und das bezeugen uns auch unsere Kunden. Wir sind mitten in einer Energiewende, die wir produktiv aufgreifen und nutzen. Der Zeitgeist ist bei uns. Wir bieten strategisch ein Komplettangebot. Nehmen wir noch ein Beispiel: Gewerbetreibende steigen gerade massiv in den Bereich E-Mobilität ein. Mit unserer Division ecovolta elektrifizieren wir Gewerbefahrzeuge und produzieren Hochleistungsbatterien. Damit treiben wir den Technologiewandel im Gewerbe vorwärts, auch hier spüren wir eine wachsende Nachfrage. Wir befinden uns in einer sehr spannenden Zeit, der Wandel ist im vollen Gang und wir sind Teil der Lösung.

Pirmin Reichmuth ist Geschäftsleiter der ecocoach AG.

ELEMENTE DER GEBÄUDE UND ENERGIETECHNIK • Business-Portal mit Abrechnungslösung inklusive automatischer Import in Immobiliensoftware • Batteriespeicher Maximierung Autarkie bis 80 Prozent • Elektromobilität Lademanagement max. Unabhängigkeit • Gebäudeautomation Steuerung der Haustechnik inklusive Heizung • Zusammenführung aller Funktionen in einer App und einer Steuerung • Skalierbarkeit MFH bis Siedlung • Smart Metering Lösung mit Monitoring und Analyse

ECOCOACH GEBÄUDEDIGITALISIERUNG UND ENERGIESYSTEM KOMPONENTEN

Photovoltaikanlage: Leistung 122 kWp Stromproduktion 119’000 kWh/Jahr Batteriesystem: Speicherkapazität 260 kWh Wechselrichterleistung 130 kW Elektromobilität: Typ-2-Ladestationen 20 Stationen Leistung 20 x 22 kW Gebäudesteuerung: • Energiemanagement • Wetterstation • Licht • Jalousien / Sonnenstoren • Gegensprechanlage Smart Home App: Steuerung und Monitoring in einer App. Mobile und Web App. ecoOneClick-Abrechnung: Messung & Abrechnung 50 Wohneinheiten

ecocoach AG | Gersauerstrasse 71 | CH-6440 Brunnen | Tel. +41 (0)41 811 41 41 info@ecocoach.com | www.ecocoach.com | www.eco-volta.com

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BAUEN

UMDENKEN ERWÜNSCHT KLIMAWANDEL UND IMMOBILIENWIRTSCHAFT von Georg Lutz

Die Hitze im Sommer, die inzwischen keine Ausnahme mehr ist, hat auch die Verantwortlichen in Bern erreicht. «Der Klimawandel ist im Alltag angekommen», betonte im Juli Umweltministerin Simonetta Sommaruga vor den Bundeshausmedien. Bis 2030 soll die Bundesverwaltung vollständig klimaneutral sein. Das ist statistisch gesehen zu vernachlässigen, aber trotzdem ein wichtiges Zeichen. Die Immobilienwirtschaft hat dagegen global gesehen eine grosse Herausforderung vor sich. Ein Grossteil der globalen Treibhausgasemissionen wird von der Immobilienwirtschaft verursacht. Eine weitere Herausforderung in den Hitzemonaten ist es, die Temperaturen in den Räumen möglichst klimaschonend zu reduzieren. Wir bleiben hier publizistisch, auch in dieser Ausgabe, am Ball.

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IN NEUE DIMENSIONEN DENKEN UND WAGEN ERSTES PLUSENERGIE-QUARTIER DER SCHWEIZ von Lone K. Halvorsen

Das Projekt «Aarerain» in Worblaufen, Gemeinde Ittigen, wird nach aktuellem Planungsstand das erste realisierte Plusenergie-Quartier der Schweiz sein. Mit seinen 167 Wohnungen wird es über das Jahr hinweg mehr Energie (gewichtet) produzieren, als es verbraucht. Entwickelt wird es von der erfahrenen Immobilienentwicklerin Losinger Marazzi gemeinsam mit der Grundeigentümerin CPV / CAP Pensionskasse Coop und der Gemeinde Ittigen. Die Entwicklung läuft bereits seit 2016 und der Baustart ist für 2020 / 21 geplant.

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© Losinger Marazzi AG

BAUEN

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as von der Hauptstadtregion Schweiz geförderte Projekt Plusenergie-Quartier (PEQ) bringt mit einer einfachen und klaren Definition die nachhaltige Entwicklung im Gebäudebereich voran und leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes. Dabei arbeiten Kantone, Regionen und Gemeinden mit Infrastrukturunternehmen und Investoren zusammen und beziehen die Bevölkerung mit ein. «Die neu entstehenden Plusenergie-Quartiere garantieren eine nachhaltige Entwicklung ohne Einbussen im Komfort», betont Christoph Ammann, Regierungsrat Kanton Bern und Co-Präsident Hauptstadtregion Schweiz. «Mit dem Aarerain realisieren wir ein Leuchtturmprojekt», ist Marco Rupp, Gemeindepräsident von Ittigen, überzeugt. Die Gemeinde will so auch ein klares Bekenntnis zu einer umweltfreundliche Siedlungspolitik abgeben. Die Überbauung soll aber nicht nur mit dem Thema Energie punkten; gute Wohnungsgrundrisse, ein naturnahes Wohnumfeld und eine gute Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr schaffen eine attraktive Gesamtüberbauung.

GEMEINSAMER ENTWICKLUNGSPROZESS Seit dem Frühjahr 2016 entwickelt Losinger Marazzi gemeinsam mit der Grundeigentümerin CPV / CAP Pensionskasse Coop und der Gemeinde Ittigen das Projekt «Aarerain» in der Zone mit Planungspflicht (ZPP C) in Worblaufen. Schon im Jahr 2016 fand ein qualitätssicherndes Verfahren mit fünf Architekturbüros statt. Dabei wurde bereits im Verfahrensprogramm festgelegt, dass ein PlusenergieQuartier entstehen soll. «Das Konzept der Plusenergie-Quartiere ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu mehr Bewusstsein, welchen Einfluss wir auf unsere Umwelt haben», betont Pascal Bärtschi, CEO der Losinger Marazzi AG.

EIN ÜBERZEUGENDES ARCHITEKTONISCHES PROJEKT Das Architekturbüro Fischer Architekten AG aus Zürich beeindruckte die ExpertenJury mit seinem klaren, städtebaulich und architektonisch überzeugenden Entwurf. Dieser ist einerseits beispielhaft in die Umgebung eingebettet und belässt andererseits bewusst den Freiraum an der Aare. Die Jury, unter der Leitung von Patrick Jordi, Architekt ETH/SIA/AIA, empfahl das Projekt einstimmig zur weiteren Bearbeitung. Im Anschluss wurde das Projekt in

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BAUEN

ERREICHUNG DES STANDARDS Um den Standard Plusenergie-Quartier zu erreichen, ist es notwendig, pro Jahr mehr Energie zu produzieren, als das Quartier verbraucht. Die Energieproduktion kann zum Beispiel durch die Stromgewinnung mittels Photovoltaikpaneelen auf dem Dach oder/und der Fassade erfolgen. Der Energieverbrauch kann durch die Verwendung von intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) oder durch die Vernetzung der Quartierbewohner mittels einer App, mit welcher unter anderem der eigene Verbrauch (Elektrizität, Wärme, Wasser und Weiteres) eingesehen und verfolgt werden kann, gesteuert und reduziert werden. «Für das Erreichen des Standards Plusenergie-Quartier braucht es auch die Sensibilisierung und die Mithilfe der künftigen Bewohner», so Danilo Zampieri, Leiter Immobilien der CPV/CAP Pensionskasse Coop.

DAS PROJEKT IN ZAHLEN • Anzahl Wohnungen: 167

• Wohnraum: für ca. 350–450 Bewohnerinnen und Bewohner • Grundstückfläche: 23‘341 Quadratmeter • Geschossfläche Wohnen: um die 18‘700 Quadratmeter • Wohnungsmix: 1.5-Zimmer-Wohnung bis 5.5-Zimmer-Wohnung mit Fokus auf Familienwohnungen • Öffentliche Quartiernutzungen im Erdgeschoss: (Kita, Quartiertreff und Weiteres) • Erwarteter Baustart: 2020/21

© Losinger Marazzi AG

enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ittigen weiter ausgearbeitet. «Der Bezug zur Landschaft wurde gestärkt und die Dichte diesbezüglich optimiert. Das Zusammenspiel zwischen den polygonalen Volumen und dem Aussenraum ist noch ausgewogener, wovon die Wohnqualität profitiert», so Christian Leuner, Geschäftsführer der Fischer Architekten AG. Basierend auf diesen Überarbeitungen wurde das Richtprojekt für die planungsrechtlichen Anpassungen erarbeitet und im Rahmen der Informationsveranstaltung zur Mitwirkung im April 2018 ein erstes Mal der Bevölkerung von Ittigen und Worblaufen vorgestellt. Sämtliche Unterlagen befinden sich aktuell zur Vorprüfung beim Kanton. Es ist vorgesehen, die Anpassung der planungsrechtlichen Grundordnung noch in diesem Jahr der Gemeindeversammlung von Ittigen vorzulegen.

Plusenergie-Quartiere müssen nicht auf Komfort verzichten.

Losinger Marazzi AG | Wankdorfallee 5 | CH-3014 Bern | Tel. +41 58 456 75 00 | bern@losinger-marazzi.ch | www.losinger-marazzi.ch Hauptstadtregion Schweiz | Schauplatzgasse 39 | CH-3011 Bern | Tel. +41 (0)31 381 54 45 info@hauptstadtregion.ch | www.plusquartier.ch

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BAUEN

AUF KOMPETENZ BAUEN ANLIKER plant und baut Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit.

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BAUEN

DAS OPTIMALE PLUS DER SONNENPARK IN WETZIKON von Robert Witte

© arento ag

Seit Juni 2018 ist das Mehrfamilienhaus Sonnenpark Plus in Wetzikon bewohnt. Das Gebäude mit zehn 4,5- und 5,5-Zimmer-Wohnungen erfüllt hohe Anforderungen an die Energieeffizienz und das Wohnklima.

WOHNGEBÄUDE WETZIKON, MINERGIE-P Objekt: Sonnenpark Plus, Wetzikon Bauherrschaft und Architektur: Arento AG, Hinwil Bauingenieur: Forster & Linsi AG, Pfäffikon Gebäudetechnik: Gasser Energy, Oberhasli Sonnenschutz: Griesser AG, Aadorf Baujahr 2017–2018 Standard: Minergie-P (ZH-447-P)

Natürliche Beschattung durch Balkone.

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as Mehrfamilienhaus Sonnenpark Plus ist optimal auf den Lauf der Sonne abgestimmt. Das Gebäude bildet einen kompakten Körper und ist südseitig mit Photovoltaikelementen, nordseitig mit einer vorvergrauten Holzschalung eingefasst. Auch das Innere des Hauses überzeugt mit Nachhaltigkeit. So wurden rund 25 Tonnen Lehm verbaut, der als Speichermasse dient. Der Baustoff trägt auch zu einem ausgeglichenen Feuchtehaushalt bei, was trockener Raumluft während Hitze- und Heizperioden entgegenwirkt. Grosse Fensteröffnungen schaffen die Verbindung zwischen Innen- und Aussenraum. Die Balkone erstrecken sich über die gesamte Länge des Hauses. Das Minergie-P-Gebäude nutzt Regenwasser und Eigenstrom. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach und in der Fassade produziert übers Jahr mehr Energie als für Heizung, Warmwasser und

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Haushaltsstrom gebraucht wird. Den Bewohnerinnen und Bewohnern steht zudem ein Elektroauto zur Verfügung, das ebenfalls mit Solarstrom betrieben wird.

KONSTANTE RAUMTEMPERATUREN Den sommerlichen Wärmeschutz löste das Planungsteam sowohl mit baulichen als auch technischen Massnahmen. Die grossen Fenster an der Südfassade werden bei hohem Sonnenstand im Sommer durch die Balkone natürlich beschattet. Damit wird vermieden, dass die Räume überhitzen. Bei tiefem Sonnenstand im Winter dient die Sonne als willkommener Wärmelieferant. Die Strahlen dringen durch die Fenster, wodurch sich die massiven Böden aufwärmen können. Die Heizung und Kühlung erfolgt über Lehmwände: Anstelle einer Bodenheizung werden die Räume durch eine Wandheizung auf angenehme Raumtemperaturen

gebracht. Im Sommer wird kaltes Wasser (Vorlauf 20 Grad, Geocooling über Erdsonde) durch das System geführt. Diese Kühlung kann die Räume auch bei Aussentemperaturen über 30 Grad konstant bei rund 23 Grad halten – bei äusserst geringem Energieverbrauch. Auch bei der Komfortlüftung besteht die Möglichkeit zur Kühlung, da sich die Frischluft über die Erdsonden leicht kühlen lässt. Nebst dem Kühleffekt ist bei dieser Variante auch der Feuchtegehalt in der Luft angenehmer. Als Massnahme des technischen Wärmeschutzes wurde ein KNX-Steuersystem mit Wettersensoren und Fühlern eingebaut. Dieses aktiviert automatisch den als Lamellenstoren ausgebildeten Sonnenschutz, sobald die definierte Raumtemperatur erreicht wird. Auch wenn die Bewohner längere Zeit abwesend sind, kann dadurch vermieden werden, dass sich die Räume zu stark aufheizen.

ROBERT WITTE ist Leiter Marketing & Kommunikation und stellvertretender Geschäftsleiter von Minergie Schweiz. www.minergie.ch


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KOLUMNE

ES WIRD WÄRMER – BAUEN FÜRS JAHR 2070 von Andreas Meyer Primavesi

I

m vergangenen Jahrhundert sind die Temperaturen in der Deutschschweiz um 1.3 Grad Celsius angestiegen. Prognosen zeigen, dass ein zusätzlicher Anstieg um zwei Grad Celsius sehr wahrscheinlich ist. In Folge werden wir Gebäude künftig weniger heizen, dafür mehr kühlen. Um auch im Sommer angenehme Innentemperaturen zu haben, bedarf es einer umsichtigen Planung. Denn was wir heute bauen, muss unter Berücksichtigung der Lebensdauer eines Gebäudes auch den klimatischen Bedingungen in 50 Jahren genügen. Sommerlicher Wärmeschutz muss als disziplinübergreifendes Thema von Anfang an in der Planung berücksichtigt werden. Konzeptionell sind die entscheidenden Parameter der Fensteranteil, die Beschattung und die Wärmespeicherfähigkeit. Ideal sind Gebäude mit viel Speichermasse und einem ausgewogenen Fensteranteil gegen Osten, Süden und Westen. Dabei muss die Balance zu anderen wichtigen Aspekten wie zum Beispiel Tageslichtzufuhr oder Energiebilanz im Winter gewahrt werden. Der Bereich Haustechnik eröffnet von ganz einfach bis vollautomatisiert eine Vielzahl von Möglichkeiten für den Komfort im Sommer. Besonders wichtig ist, dass die Fenster im Sommer vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt werden, in der Regel mit einem Sonnenschutz, beispielsweise mithilfe von Storen oder Markisen. In Bürogebäuden sollte dieser automatisiert sein, aber auch im Wohnungsbau nimmt die Automatisierung zu. Das Minergie-Modul Sonnenschutz kombiniert zum Beispiel einen optimalen Sonnenschutz mit einer abgestimmten Steuerung.

Gebäude auch tagsüber zu temperieren – und wenn möglich als Nebeneffekt die Erdsonden zu regenerieren. Die damit mögliche Absenkung der Innenraumtemperatur um zwei bis vier Grad Celsius erhöht den Komfort an Hitzetagen erheblich. Wird die elektrische Energie für das Geocooling mit der eigenen PV-Anlage produziert, ist die Ökobilanz solcher Systeme sehr gut. Sollten alle baulichen und technischen Massnahmen trotz optimalem Verhalten der Nutzenden nicht ausreichen, kann man Gebäude auch aktiv kühlen. Wenn der Strom für das Klimagerät vom eigenen Dach stammt, ist aktiv kühlen ökologisch verträglich. Denn im Sommer haben wir genug erneuerbaren Strom in der Schweiz. Eine Kühlanlage, mit einer kleinen Batterie kombiniert, kann zu über 70 Prozent mit Strom vom eigenen Dach betrieben werden. Minergie-Bauten brauchen weniger Energie, sind frei von fossilen Brennstoffen und wirken damit dem Klimawandel entgegen. Aufeinander abgestimmte Anforderungen reduzieren eine Überhitzung. So wird zum Beispiel ein Nachweis nach SIA Norm 180:2014 verlangt, der aufzeigt, dass es im Gebäude an maximal 100 h/ Jahr über 26.5 Grad Celsius heiss wird – viermal weniger als in konventionellen Bauten. Ebenfalls leistet die Lüftung einen wichtigen Beitrag an die Nachtauskühlung. Zusätzlich reduzieren die Vorgaben an die Energieeffizienz für Geräte und Beleuchtung die internen Lasten. Und dank der Eigenstromproduktion wird die Umweltbilanz von Geocooling und Kühlgeräten stark verbessert. Der Erfolg von Minergie beruht vor allem darauf, dass Umweltschutz mit Komfort verbunden ist. Wir stehen dafür ein, dass dies auch zukünftig im Sommer möglich ist.

Besonderes Augenmerk gilt der Nachtauskühlung, so dass der nächste Hitzetag mit dem Temperaturniveau der Vor-Nacht gestartet wird. Das gelingt insbesondere in den frühen Morgenstunden und sollte in Verwaltungsbauten oder Schulen ebenfalls automatisiert sein, sei es über gesteuerte Fenster oder in Kombination mit der Lüftungsanlage.

ist Geschäftsleiter bei Minergie Schweiz.

Perfekt ist es, wenn die Möglichkeit besteht, via Geocooling das

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ANDREAS MEYER PRIMAVESI


BAUEN

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KOLUMNE

DIE ENERGIEWENDE BRAUCHT SIE! JA, SIE! von Stefan Batzli

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eit 2017 hat die Schweiz mit der Energiestrategie 2050 und der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens zwei Grundsatzentscheide gefällt: Sie will eine Politik, die die Schweiz in eine nachhaltige und erneuerbare Energiezukunft führt. Die Ziele sind klar: Ausbau erneuerbarer inländischer Energien, Steigerung der Energieeffizienz sowie massive Reduktion der Treibhausgase. Dieser Umbau des Energiesystems macht uns weniger abhängig vom Ausland und die Energieversorgung sicherer. Und er bringt auch wirtschaftliche Vorteile: neue Märkte, neue Berufe, Innovationen und Investitionen.

tonalen Förderprogramme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie das nationale Gebäudeprogramm. Doch auch die Motivation der Gebäudebesitzer durch Branchenexperten darf nicht unterschätzt werden. Ja, Architektinnen, Bauunternehmer, Installateurinnen, Sanitäre, Energieberaterinnen sind gemeint! Sie stehen mit den Gebäudebesitzern in Kontakt. Sie kennen die Situation vor Ort mit ihren spezifischen Anforderungen. Sie beraten, empfehlen, planen und setzen um. Gebäudebesitzer verlassen sich auf Ihre Meinung und Ihr Fachwissen. Sie müssen die Energiewende mittragen und keine rückwärtsgewandte Lösung vorschlagen, nur weil dies schon immer so war. Sie können mit Ihrer Arbeit einen echten Beitrag zur Energiewende leisten.

Die erforderlichen Technologien sind marktreif, auch wenn noch viele weitere Innovationen zu erwarten sind. Die Ampel steht also auf Grün. Doch warum entsteht der Eindruck, dass es trotzdem stockt? Betrachten wir den Gebäudesektor: Die 2.3 Millionen Gebäude in der Schweiz verursachen rund 50 Prozent des Primärenergieverbrauchs und gut einen Viertel der Treibhausgasemissionen. Ein Drittel des Energieverbrauchs geht auf das Konto von Heizung, Warmwasser und Klimatisierung. Die technisch-wirtschaftlichen Einsparpotenziale sind riesig und bekannt: Der Energiebedarf eines bestehenden Gebäudes kann durch eine energetische Sanierung halbiert werden. Allein indem die vorhandene Gebäudetechnik ideal aufeinander abgestimmt wird, kann der Energieverbrauch um zehn bis 15 Prozent gesenkt werden. Und der Ersatz einer Öl- oder Gasheizung durch eine erneuerbare Heizung reduziert den CO2-Ausstoss schon fast gegen null. Neubau oder Sanierung eines Gebäudes bietet daher eine grosse Chance, um den Energieverbrauch und die CO2Emissionen zu verringern und wesentlich zu den Energie- und Klimazielen der Schweiz beizutragen. Doch ist die Sanierungsrate mit rund einem Prozent noch immer viel zu tief. 100 Jahre, bis der bestehende Gebäudepark erneuert ist – so viel Zeit haben wir nicht! Zentrale Elemente, um die Sanierungsgrate anzukurbeln, sind regulatorische Massnahmen wie die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) und finanzielle Massnahmen wie die kan-

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Die Energiewende braucht aber noch etwas: einen verbindlichen Ausbaupfad für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Jede Strategie besteht aus Ausgangslage, Ziel und Weg. Die Ziele und der Weg müssen definiert sein: mit Schritten, Verantwortlichkeiten, Terminen und Budget. Bei Abweichungen müssen Gegenmassnahmen ergriffen werden. Nur ein solcher verbindlicher Ausbaupfad schafft die notwendige Planungssicherheit für ein verlässliches Investitionsklima. Hier ist die Politik gefragt. Gemeinsam müssen wir bei der Transformation des Energiesystems konsequent und beherzt fortschreiten. Oder wie es Georg Christoph Lichtenberg (Mathematiker, Naturforscher, erster deutscher Professor für Experimentalphysik) gesagt hat: «Ob es besser wird, wenn es anders wird, kann ich nicht sagen. Aber dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll, ist gewiss.»

STEFAN BATZLI ist Geschäftsführer von AEE SUISSE. www.aeesuisse.ch


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BUSINESS PORTRAIT

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Ein Meilenstein im Bau von Talsperren: die 1932 in Betrieb genommene Spitallamm-Mauer an der Grimsel.

MIT NEUER ORGANISATION NÄHER AM KUNDEN GRUNER UNTER NEUER LEITUNG Interview mit Olivier Aebi von Georg Lutz

Gruner bietet ein umfassendes Dienstleistungsangebot für private und öffentliche Bauherren an. In den Bereichen Hochbau, Infrastruktur und Energie beraten und unterstützen die Verantwortlichen Kunden von der strategischen Planung bis zur Inbetriebnahme von Gebäuden und Infrastruktur. Gleichzeitig bewegt sich Gruner in einem kompetitiven Umfeld, und Anfang des Jahres ist ein Prozess zur Umorganisierung angestossen worden. Wir führen dazu ein Interview mit dem neuen CEO Olivier Aebi. Seite 22 // bauRUNDSCHAU


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Nun wird eine modifizierte Führungsund Organisationsstruktur eingeführt. Aus der Gruner Gruppe wird Gruner. Was steht dahinter für eine Zielsetzung? Am 1. Juli diesen Jahres haben wir die neue Managementorganisation vorgestellt. Im Prinzip geht es darum, die Organisation von Gruner an den Kundenbedürfnissen auszurichten. Wir haben sogenannte Business Units mit spezifischen Leistungs-, Kunden- und Geografie-Sektoren definiert. Diese werden in Geschäftsbereiche entlang von Kundensegmenten zusammengefasst. Es gibt dabei drei Geschäftsbereiche: Hochbau, Infrastruktur und Energie. Wir waren bislang eine Gruppe von unterschiedlichen Unternehmen. Jetzt haben wir eine übergreifende Managementorganisation mit schlankerer Führung. Es gibt jetzt ein Dach und darunter Gefässe, die auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind? Genau. Es gibt die drei genannten Geschäftsbereiche, unter denen dann die Business Units mit thematischen und/oder regionalen Schwerpunkten agieren. So gibt es beispielsweise eine Business Unit «Konstruktion Ostschweiz» mit einem definierten, geografisch begrenzten Markt und eine Business Unit «Wasserkraft, Talsperren», die in ihrem Bereich weltweit Projekte plant und realisiert. Stellt sich dadurch Gruner im Markt als Anbieter anders auf? Nein, der Kunde hat den gleichen Vertragsund Ansprechpartner. Langfristig versprechen wir uns noch mehr Kundennähe.

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ie kommen aus einem Unternehmen mit 300 Mitarbeitern. Jetzt sind Sie seit 1. Februar 2019 in einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern. Im ersten Fall kennt man noch jedes Gesicht. Jetzt sicher nicht mehr. Haben Sie den Kulturschock schon überwunden? Gruner ist zwar wesentlich grösser wie meine frühere Firma, aber bei Gruner ist mir von Anfang an ein familiärer Spirit begegnet. Wir gehören zu den grössten Planungsunternehmen in der Schweiz, aber wir arbeiten nicht in einer Konzernstruktur. Gruner ist ja selbst aus vielen kleinen Unternehmen entstanden und nicht als grosser Player auf die Welt gekommen.

Jetzt gibt es aber Herausforderungen in Ihrer Branche, die man kaum segmentieren kann. So ist das Thema Digitalisierung, oder genauer BIM, sicher eine übergreifende Aufgabe. Welche Zeichen wollen Sie hier in der nächsten Zeit setzen? Zum Thema BIM haben wir in allen Business Units Spezialisten, die in ihrem Bereich Expertenwissen vorzuweisen haben. Gruner handelt hier nach den Prinzipien der agilen Organisation. Das heisst, wir «verordnen» Innovation nicht top-down, sondern wir setzen auf dezentrale, projekt-, kunden- und marktnahe Plattformen, beispielsweise den BIM-Circle. Dort tauschen sich die Beteiligten schnell und professionell aus. Das Ziel ist das Verlassen einer vertikalen Organisation und damit eine Etablierung horizontaler, flacher und

vernetzter Organisationen. Die können sich viel agiler an den Themen ausrichten. Das liegt ja im Trend der Zeit. Kein Unternehmensverantwortlicher verkündet heute öffentlich im klassischen Silodenken weiterarbeiten zu wollen. Flache Hierarchien soll es überall geben. Die Herausforderung, aus meiner Sicht, ist nur die, wie ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitnehme, die klassische Hierarchien gewohnt sind. Gruner hat viele Mitarbeitende, die schon lange im Unternehmen arbeiten. Wir beschäftigen aber auch viele Personen, die erst kürzlich zu uns gestossen sind. Und diese Mischung, die uns ausmacht, wollen wir auf die gemeinsame Reise mitnehmen. Es gilt, die Beteiligten zu befähigen, sich in der neuen Philosophie zu bewegen. Und natürlich muss die Spitze des Unternehmens diese vorleben.

«Es entsteht ein Ort, an dem Ideen Platz bekommen ...» Gerade junge Generationen kommen mit solchen flachen Vernetzungsstrategien gut klar. Und wir wollen ja die jungen Talente gewinnen. Da braucht man als Arbeitgeber überzeugende Angebote. Klassisches Silodenken gehört garantiert nicht dazu. Jetzt sind wir beim Thema Fachkräftemangel … … Ja, wir wollen Menschen Chancen eröffnen und können dies auch. Man kann bei uns in der gesamten Schweiz und auch im Ausland tätig sein. Wir decken alle Fachbereiche ab. Man kann bei uns eine Managemententwicklung realisieren und man kann sich auf Fachbereiche oder im Projektmanagement spezialisieren. Wie finden Sie diese jungen ausgebildeten Menschen? Diese werden ja auch von Mitbewerbern umworben. Wir sind vor Ort. Zum Beispiel beim ETHKontakttreffen, wo wir einen Stand betreiben. Dort führen wir Interviews zu den Erwartungshaltungen, was die Arbeitgeber betrifft. Der Rücklauf war in den letzten

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Die Grossbaustelle Schorenareal in Arlesheim bei Basel: Hier entsteht ein Kompetenzzentrum der Industrie 4.0.

Jahren gut und interessant. Ohne Frage müssen wir um die jungen Talente kämpfen. Aber Gruner hat eine gewisse Visibilität, die uns hilft. Kommen wir zu konkreten aktuellen Beispielen. Ein klassisches Infrastrukturprojekt zur Energiegewinnung in der Schweiz ist die Staumauer an der Grimsel. Sie wurde vor 90 Jahren realisiert. Jetzt soll sie, unter Mitwirkung von Stucky, dem Energiespezialisten von Gruner, in moderner Form neu realisiert werden. Wo liegen die Herausforderungen? Ja, die Spitallamm-Mauer war damals ein Meilenstein für die Errichtung einer Bogengewichtsmauer. Sie wurde von 1925 bis 1932 realisiert. Noch heute eröffnet sich ein beeindruckendes Bild. Das war damals eine Pionierleistung. Die Mauer an der Grimsel ist eine der ersten grossen Bogengewichtsmauern, sprich, einer Mauer, die das Wasser einerseits durch ihr Gewicht und andererseits durch ihre Abstüt-

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zung links und rechts im Fels zurückhält. Der berühmtere Hoover-Staudamm in den USA wurde erst einige Jahre später realisiert. Trotzdem brauchte es, im Vergleich zu heute, sehr viel mehr Handleistung und umständlichere Logistik. Die hochalpinen Verhältnisse waren und sind allein wegen der Witterungsverhältnisse eine weitere Herausforderung. Heute, nach 90 Jahren, herrscht Sanierungsbedarf, und man hat sich für einen Neubau entschieden. Die neue Mauer wird unmittelbar vor der alten Mauer errichtet. Im Juni 2019 begann man nun mit dem Bau einer neuen, doppelt gekrümmten Bogenstaumauer, die unmittelbar vor der alten Mauer auf der talzugewandten Seite zu stehen kommt. Die alte Spitallamm-Mauer bleibt unverändert bestehen und wird später geflutet. Diese Lösung hat auch ökologische Gründe. Man kann Teile der alten Infrastruktur nutzen. Auch heute beinhaltet ein solches Projekt grosse Herausforderungen. Dann gibt es die klassischen Herausforderun-

gen: Wohin geht man mit dem Aushub, und wie wird er abtransportiert? Auf jeden Fall ist es ein spannendes Projekt. Es gibt aber sicher noch weitere Herausforderungen? Ja, auch im Bereich der Kraftwerkszentralen gibt es Erneuerungs- und Sanierungsbedarf. Es geht um die elektro- und hydromechanische Ausrüstung wie Turbinen, Generatoren, Steuerung, etc. Viele Produktionsanlagen weltweit stammen noch aus dem Beginn des letzen Jahrhunderts. Neben der Sicherung der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bieten die heutigen Technologien und moderne Elektronik auch Potential für eine Leistungssteigerung. Aber auch mit einer Optimierung der Wasserführung kann eine höhere Produktivität erreicht werden. In den nächsten Jahren gibt es auch in der Schweiz viel Modernisierungsbedarf bei Kraftwerksanlagen, und wir haben dazu das nötige Know-how an Bord.


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Kommen wir zum zweiten Beispiel. Das Schorenareal in Arlesheim ist ein klassischer Industriestandort. Werfen wir zunächst einen Blick auf die städtebauliche Entwicklung. Früher wurden dort Lokomotiven und Generatoren hergestellt. Und in den nächsten Jahren bekommt Basel sein eigenes Silicon Valley. Ist das zu hoch gegriffen? Wir sind nicht in Kalifornien bei Facebook oder Google. Das ist die falsche Etage. Wir haben aber in der Schweiz einige klassische Industrieareale, die jetzt im Zeichen der vierten industriellen Revolution auf neue Nutzungskonzepte warten. Das sind Orte, an denen sich Unternehmen mit neuen und innovativen Ideen wohlfühlen. Es geht aber um Zukunftsprojekte im Rahmen von Industrie 4.0? Das Kompetenzzentrum wird aus sieben Produktionshallen und 35’000 Quadratmeter Bürofläche bestehen, die bis 2025 auf dem 70’000-Quadratmeter-Areal realisiert werden. Die Bauten sind auf die hohen Anforderungen der industriellen, digitalen Produktion ausgerichtet. Damit eng verknüpft sind zum Beispiel das Internet der Dinge, Cyber Security, Elektromobilität, neue Batterietechnologie, Virtual Reality, Roboter-Technologie und 3-D-Druck. Das braucht auch klare und gleichzeitig flexible architektonische Lösungen. Darauf richten wir uns ein. Was heisst dies konkret? Es entsteht ein Ort, an dem Ideen Platz bekommen und Innovationen ausprobiert und produziert werden. Auch wird Gebäudeautomation hier auf dem neusten Stand realisiert.

Olivier Aebi hat seit dem 1. Februar 2019 den Vorsitz der Geschäftsleitung bei Gruner inne.

Gruner-Mitarbeitende diskutieren die Tragwerksplanung für das erste Gebäude auf dem Schorenareal in Arlesheim bei Basel.

Kommt das Projekt an? Die ersten Mietverträge sind bereits unterschrieben. Mit Axians und Bouygues werden zwei grosse europäische Technologiekonzerne das erste Gebäude beziehen. Das sind Ankermieter mit Ausstrahlungskraft. Ein Innovationspark ist in Reichweite. 2000 Arbeitsplätze sollen dereinst entstehen.

nung und den Brandschutz. Grundsätzlich haben sich speziell drei Anforderungen gestellt. Erstens ein sehr enges Timing. Zweitens grosse, flexible Räume ohne Säulen; dies wurde mithilfe aufwändiger, innerer und äusserer Stahlfachwerke gelöst. Und drittens höchster Brandschutz, auch wegen der zu erwartenden E-Fahrzeuge.

Oftmals hat man das Problem, dass solche Projekte als Leuchttürme angedacht sind, aber als Kathedralen in der Wüste enden, da die Anbindung zum klassischen Wirtschaftsleben auf der Strecke bleibt. Das glauben wir nicht. Natürlich sprechen wir von Visionen und von Zukunft. Dort wird sich keine Schwerindustrie mehr ansiedeln. Die Schweiz agiert aber auf hohem technologischem Niveau und ist zudem sehr kleinräumig aufgestellt. Das Areal ist ja eng an Basel angebunden.

Wichtig ist, dass das Areal nicht in einem Wurf zugebaut wird, sondern wir in Etappen arbeiten. So kann man auf die Bedürfnisse der Mieter sehr viel flexibler eingehen.

Und welche Aufgaben übernimmt hier Ihr Haus? Gegenwärtig ist das erste Gebäude im Bau, hier machen wir die Tragwerkspla-

Die Baubranche ist konjunkturell ein anspruchsvolles Umfeld. Wie sichern Sie sich ab und können gleichzeitig nach vorne blicken? Generell sind wir gut positioniert, um die Anforderungen von heute und morgen zu erfüllen. Unsere Organisation wird uns helfen, Entscheidungen nahe am Markt zu treffen und Innovationen im Unternehmen voranzutreiben und für unsere Kunden die bestmöglichen Lösungen zu erarbeiten. So sind wir gewappnet für das, was ist, und für das, was noch kommt.

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ATTRAKTIV FÜR KMU STROMKOSTEN SENKEN MIT SOLARENERGIE von Stefan Michel

Auf Solarstrom zu setzen, ist mehr als ein Beitrag gegen den Klimawandel. Wer ihn am eigenen Gebäude erzeugt, sichert sich langfristig günstige Energie. Selbst ein energiehungriges Unternehmen wie die Jörimann Stahl AG versorgt sich zu fast der Hälfte mit Solarstrom aus Eigenproduktion.

Mindestens 30 Prozent der Solarenergie sollen im eigenen Gebäude genutzt werden.

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ie Jörimann Stahl AG ist in einem sehr energieintensiven Gewerbe tätig. In den Montagehallen in Walenstadt wird Eisen geschnitten, gebogen, geschweisst und anderswie bearbeitet. Industriebetriebe wehren sich oft, wenn jemand vorschlägt, die Energie zu verteuern, um den Verbrauch zu senken. Für Unternehmen wie die Jörimann Stahl AG ist Strom ein echter Kostenfaktor, mit dem man haushalten muss – gerade weil man ihn in rauen Mengen braucht: Der Verbrauch lag 2017 bei 520 Megawattstunden. «Solarenergie zu nutzen, war schon lange ein Thema für uns», sagt Robin Jörimann, Mitglied der Geschäftsleitung des inhabergeführten Schweizer KMU. Den Anstoss gaben schliesslich die Verantwortlichen des lokalen Elektrizitätswerks. Sie empfahlen der Geschäftsleitung der Jörimann Stahl AG die Investition und rechneten ihnen vor, dass sie damit langfristig Stromkosten sparen konnten.

UNABHÄNGIGKEIT ERHÖHEN Kosten reduziert der Solarstrom nicht nur, weil er sich günstig erzeugen lässt. Der Netzstrom ist wegen Verbrauchsspitzen beson-

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ders teuer – bei der Jörimann Stahl AG etwa wenn die Schweissanlage angefahren wird oder der Laserschneider in Betrieb ist. Für die Spitzenbelastung braucht es eine Stromleitung, die dieser gewachsen ist.

essant, sowohl was den Bau der Anlage betraf als auch den zu erwartenden Ertrag. Darum entschieden wir uns, diesen beiden Firmen den Auftrag für die Realisierung zu erteilen», betont Robin Jörimann.

Um den Verbrauch im Tagesverlauf zu glätten, muss man wissen, wann er in die Höhe schiesst. Zu diesem Zweck haben die Elektrizitätswerke Walenstadt ein Webportal entwickeln lassen, das den Kunden ihren Strombezug vom Netz in Echtzeit anzeigt. Für Jörimann war damit der Moment gekommen, in erneuerbare Energie zu investieren – nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern auch, um Kosten zu senken und sich von der Belastbarkeit des lokalen Stromnetzes und schwankenden Energiepreisen unabhängiger zu machen.

Aus der Energieversorgung für Wohnbauten ist bekannt, dass eine Photovoltaik-Anlage umso mehr rentiert, je grösser der Eigenverbrauch ist. Denn Solarstromanlagen liefern tagsüber Strom und ersetzen damit teuren Hochtarifstrom. Was im Privathaushalt eine Herausforderung ist – viele sind tagsüber ausser Haus und verbrauchen einen grossen Teil ihrer Wohnenergie am Abend –, ist für die «tagaktiven» Unternehmen ideal. Die Sonne liefert dann am meisten Energie, wenn die Maschinen laufen.

Zwei spezialisierte Firmen aus der Region arbeiteten ein Konzept aus, das die Geschäftsleitung der Jörimann Stahl AG überzeugte: Riva Energie (inzwischen Edion AG) und Kibernetik AG hatten eine Anlage projektiert, die den Verbrauch effizient steuern und einen Teil der gewonnenen elektrischen Energie speichern würde. «Das Angebot war finanziell inter-

EIGENVERBRAUCH IST ENTSCHEIDEND Erzeugen die PV-Module doch einmal mehr Strom, als die Produktion benötigt und die Stromspeicher fassen können, wird der überschüssige Strom automatisch ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Betreiberin des solaren Kleinkraftwerks erhält die ans Netz gelieferte Energiemenge gutgeschrieben. Den Solarstrom selbst zu ver-


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brauchen, ist finanziell aber attraktiver, als ihn ins Netz einzuspeisen. Damit eine Solarstromanlage rentiert, sollten deshalb mindestens 30 Prozent des Stromertrags im eigenen Gebäude genutzt werden. Für KMU gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie sie eine PV-Anlage am eigenen Gebäude wirtschaftlich betreiben können (siehe Kasten). Die Jörimann Stahl AG verbraucht fast 60 Prozent ihres Solarstroms selber, also zeitgleich mit der Produktion. An der Verbindung zwischen ihrer PV-Anlage und dem öffentlichen Stromnetz befinden sich zwei Zähler: Der Produktionszähler hält fest, wie viel Strom von der Solarstromanlage in das öffentliche Netz fliesst, der Bezugszähler misst die Energie auf dem entgegengesetzten Weg. Das Stahlbauunternehmen bezahlt nur die Differenz zwischen dem ans Netz gelieferten und dem von diesem bezogenen Strom. Damit sich die Jörimann Stahl AG tatsächlich zu einem wesentlichen Teil mit selbst erzeugtem Solarstrom versorgen kann, ist eine grosse Anlage nötig. Genü-

gend Dachfläche steht zur Verfügung, denn Stahlverarbeitung braucht nicht nur viel Strom, sondern auch einiges an Platz. Zwei lang gezogene Dächer des Werks in Walenstadt tragen seit November 2015 1.414-PV-Module, total 2 200 Quadratmeter, die maximal 368 Kilowatt leisten. Über das Jahr 2017 erzeugte das jörimannsche Solarkraftwerk 380 Megawattstunden Strom – so viel wie 90 typische Schweizer Einfamilienhaushalte im Jahr verbrauchen.

ANRECHT AUF FÖRDERUNG Wer eine PV-Anlage realisiert, hat Anrecht auf die Einmalvergütung des Bundes. Diese beträgt ungefähr ein Viertel der Erstellungskosten. Die Wartezeit vom Anmelden der Anlage bei der Förderstelle Pronovo bis zum Ausstellen eines positiven Bescheids beträgt für Anlagen dieser Grösse weniger als drei Jahre. Als die Jörimann Stahl AG ihre PV-Anlage plante, war die Situation anders: Es bestand eine lange Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), und die Einmalvergütung wurde nur bei kleinen

Anlagen gewährt. Die Stahlbauer entschieden sich, nicht auf die neue Gesetzgebung zu warten. Lieber wollte man die Anlage rasch realisieren und unbeeinflusst betreiben. Auch so würden die Erstellungskosten von rund CHF 500’000 innert elf Jahren amortisiert sein. Der unmittelbare Effekt zeigte sich schon nach wenigen Monaten: «Unsere Stromrechnung sank auf die Hälfte dessen, was wir davor an das Elektrizitätswerk überwiesen», freut sich Robin Jörimann und präzisiert: «Unsere jährlichen Stromkosten reduzierten wir von CHF 100’000 auf 50’000.» Acht Monate dauerte der Bau der Anlage. Das Podest für die vier Wechselrichter unter dem Dach stellten die hauseigenen Stahlbauer her. «Ansonsten hatten wir mit der Erstellung nichts zu tun und produzierten während des ganzen Baus unvermindert weiter.» Werkstattleiter Max Blagojevic ist dafür zuständig, die Daten auf dem Verbrauchspanel zu kontrollieren und festzustellen, dass alles läuft. Sollte das einmal nicht der Fall sein – was in zwei Jahren Betriebszeit noch nicht

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vorkam –, verständigt er die Spezialisten der Edion AG. Diese sorgen dann dafür, dass die PV-Module wieder die Strommenge liefern, die aufgrund der aktuellen Sonneneinstrahlung zu erwarten ist. Es wurde bereits gesagt: Der Eigenverbrauch steigt, je besser sich die erzeugte und die gleichzeitig verbrauchte Strommenge entsprechen. Da dies nirgends zu 100 Prozent gelingt, speichern viele einen Teil des Stroms und beziehen ihn später. Die Jörimann Stahl AG hat einen anderen Weg gewählt: Sie verzichtet auf eine kostspielige Batterie und liefert sämtlichen Strom an das Elektrizitätswerk, der in der Produktion nicht sofort verbraucht werden kann.

IMMER GENUG STROM Die Verantwortlichen freuen sich über die Solarlösung und ihre Steuerung.

SOLARSTROM FÜR KMU – DREI MODELLE Solarstrom lohnt sich, denn die Kosten seiner Erzeugung sind tiefer als jene für Strom vom öffentlichen Netz. Die Wirtschaftlichkeit steigt, je mehr Solarstrom im Gebäude selber verbraucht werden kann (Eigenverbrauch), denn er fällt am Tag an und ersetzt damit teuren Hochtarifstrom. www.dasgebaeudeprogramm.ch Modell 1: Anlagebesitzer verkauft Solarstrom an Nutzer Dieses Modell teilt sich nochmals in zwei Varianten: Variante A: Die Solaranlage gehört dem Besitzer des Gebäudes. Dieser verkauft den Solarstrom an seine Mieter. Variante B: Der Besitzer der Solaranlage hat diese auf dem Gebäude einer Drittpartei erstellt. Er entschädigt diese für die Nutzung des Gebäudes und verkauft den Nutzern im Gebäude den Solarstrom. Für beide Varianten gilt: Nicht im Gebäude verbrauchter Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Der lokale Energieversorger vergütet dem Anlagebesitzer den eingespeisten Solarstrom. Deckt der Solarstrom den Bedarf nicht, beziehen die Nutzer Strom vom öffentlichen Netz. Den bezogenen Netzstrom bezahlen die Nutzer direkt dem Energieversorger. Kostenvorteil: Der Anlagebesitzer verdient

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am Stromverkauf an die Nutzer. Diese bezahlen für den Solarstrom gleich viel oder weniger als für den Netzstrom. Modell 2: Anlagebesitzer verbraucht Solarstrom Der Nutzer oder eine Nutzergemeinschaft hat die Solaranlage finanziert und verbraucht einen wesentlichen Teil des Stroms im Gebäude selber. Überschüssiger Solarstrom wird in das öffentliche Netz eingespeist und vom Energieversorger vergütet. Ist der Stromverbrauch höher als die Leistung der PV-Anlage, bezieht der Anlagebesitzer Strom vom Netz. Kostenvorteil: Der Solarstrom ersetzt teuren Hochtarifstrom, der Anlagebesitzer spart Stromkosten. Modell 3: Anlagebesitzer verkauft Solarstrom an mehrere Nutzer Der Anlagebesitzer verrechnet jedem Nutzer individuell den verbrauchten Strom, d.h. den Solarstrom und den Netzstrom. Zudem kann der Solarstrom für den allgemeinen Bedarf im Gebäude genutzt werden: für Beleuchtung, Lift, elektrische Türen, Storen etc. Der Energieversorger verrechnet dem Anlagebesitzer den bezogenen Netzstrom abzüglich der Entschädigung für den eingespeisten Solarstrom. Kostenvorteil: Der Anlagebesitzer verdient am Verkauf des Solarstroms an die Nutzer und an der Einspeisung ins Netz.

Der Ostschweizer Industriebetrieb bezeichnet die Termintreue als eine seiner grossen Stärken – im Baugewerbe ist sie entscheidend. Darum müssen die Maschinen in der Produktion dann laufen, wenn es der Arbeitsablauf erfordert. Doch es gibt auch Arbeitsschritte, die weniger zeitgebunden sind. Diese Prozesse laufen immer dann, wenn der Betrieb wenig Strom bezieht. So wird der Stromverbrauch geglättet, kostentreibende Lastspitzen werden reduziert und der Eigenverbrauch steigt. In der Produktion merkt man davon nichts. Es steht zu jeder Zeit so viel Strom zur Verfügung, wie benötigt wird. Ein hoher Eigenverbrauch heisst natürlich nicht, dass man die selbst produzierte Energie verschleudert. Vielmehr geht es darum, möglichst viel Netzstrom durch Solarstrom zu ersetzen. Dies praktiziert die Jörimann Stahl AG seit 2016 mit Erfolg. Rechnet man mit einer Laufzeit der Anlage von 25 Jahren (viele PV-Anlagen laufen schon wesentlich länger), kostet Jörimann die Kilowattstunde Strom vom Dach 10.2 Rappen – 20–30 Prozent weniger als der Strom vom Netz. Robin Jörimann hat deshalb einen Gratis-Tipp an die Mitbewerber: «Unternehmen, die viel Energie benötigen und den Solarstrom selber verbrauchen können, kann ich die Investition in eine PV-Anlage nur empfehlen.»

STEFAN MICHEL ist Fachjournalist für regenerative Themen. www.swissolar.ch


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Eingebettet in die Natur: das neu entstehende Wohnquartier Weidmatt in Liestal/Lausen (BL).

HOLZ, WOHIN DAS AUGE BLICKT EIN EINZIGARTIGES NEUES WOHNQUARTIER IN LAUSEN von Anna Meister

Wo früher Plastik und Sprengstoff hergestellt wurden, entsteht bis 2020 ein komplett neues Quartier für die Gemeinden Liestal und Lausen. Das Besondere: Das gesamte Projekt wird aus Holz gebaut.

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rüher wurden hier gefährliche Sprengstoffe und Plastik entwickelt, demnächst erschallt stattdessen Kinderlachen im ehemaligen Cheddite-Areal. Genau an der Grenze von Liestal und Lausen (beide im Kanton Basel-Landschaft) gelegen entsteht momentan auf dem ehemaligen Industriegelände ein neues Wohnquartier. Drahtzieherin ist die Berner Firma Losinger Marazzi, welche bereits schweizweit zahlreiche neue Quartiere geschaffen hat.

liegt, hat sich Losinger Marazzi zusammen mit Diener & Diener Architekten etwas Besonderes ausgedacht: Das gesamte Projekt wird in Holzbau realisiert. Damit leistet das Projekt einen wichtigen ökologischen Beitrag und reduzieren graue Energie während der Bauphase. Diese ganze natürliche Gestaltung trägt viel zur Lebensqualität der zukünftigen Weidmatt-Bewohner bei. Die Wohnungen weisen intelligente Grundrisse und zeitgemässe Ausstattungen auf.

Innovativ und zukunftsweisend entstehen zurzeit gemeindeübergeifend rund 210 Wohnungen. Davon befinden sich 120 Wohneinheiten im Teilgebiet Lausen, 90 im Teilgebiet Liestal. Eingebettet in Natur und Flussräume entstehen in mehreren Etappen insgesamt zehn Gebäude. Die Übergabe der ersten Etappe erfolgt voraussichtlich im ersten Semester des Jahres 2020.

Es entstehen zusätzlich zwei neue Bushaltestellen in Fussdistanz – 50 Meter und der Bahnhof Liestal kann in fünf Minuten mit dem ÖV erreicht werden. Kindergarten und Primarschule Lausen sind 400 beziehungsweise 500 Meter entfernt, zum Gymnasium in Liestal sind es 3.3 Kilometer. Das neue Wohnquartier ist demnach auch gut erschlossen, Schulen und Kindergarten sind gut erreichbar – perfekt für Familien. Auch Sport- und Freizeitaktivitäten liegen in der Nähe: so zum Beispiel das Sportund Volksbad Gitterli, welches sich nur 660 Meter weit entfernt befindet. Auch das

GUT ERREICHBAR Da das Cheddite-Areal in der Natur, umgeben von Waldflächen und Flussräumen,

Reitsportzentrum Galms sowie die Kunsthalle sind mit 2.2 Kilometer Entfernung nicht allzu weit weg.

AUTO- UND VELOVERMIETUNG Das Weidmatt-Quartier bietet ausserdem Autos von EBM sowie E-Bikes an. Selbst ein Café ist geplant sowie diverse Kinderspielplätze und Gemeinschaftsgärten. Was die Energie betrifft, so ist der neue geplante Wohnort teilweise autonom versorgt. Es ist eine grossfläche PV-Anlage mit einer leistungsstarken Energiespeicherung (Batterie) für das Areal vorgesehen. Ziel ist, dass die vor Ort gewonnene Energie möglichst direkt für die Bedürfnisse des Areals / Mieter eingesetzt werden kann (z.B. auch für die Ladestationen der Elektro-Autos). Somit sind Energiesparmassnahmen möglich. Alles in allem ein innovatives, fortschrittliches Wohnquartier, welches von vier Waadtländer Investoren – Retraites Populaires, Vaudoise Versicherungen, Caisse de pensions de l’État de Vaud und Caisse intercommunale de pensions – realisiert und getragen wird.

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ALLESKÖNNER AUF DEM BAU LEISTUNGSMERKMALE IM TROCKENBAU Interview mit Hüseyin Pamuk von Georg Lutz

Gipser klingt als Beruf ziemlich nüchtern. Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Dabei ist gerade hier Kreativität gefragt. Der Beruf des Trockenbauers beinhaltet nicht nur das Verputzen von Wänden und Decken, sondern eine Vielzahl von Aufgaben, die auch aus ästhetischen Gründen halten müssen. Wir fragten beim Geschäftsführer der Gipsercompany GmbH nach.

Ein Raum mit seiner Atmosphäre und seinen funktionalen Aspekten entsteht.

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ie haben 2016 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Wo lagen die zentralen Gründe dafür? Schon in der Lehre ist die Idee der Selbstständigkeit bei mir gereift. Ich hatte Ziele und Visionen. Sie wollten zunächst sich fachliche Grundlagen verschaffen? Ja, das Ziel hatte ich klar vor Augen und habe mich auch daher ständig weiterqualifiziert. Welche handwerklichen Kompetenzen braucht man heute in einem GipserBeruf? Qualifikationen  sind wichtig. Davor steht die Liebe und Leidenschaft zum und im Beruf. Sie kennen sicher das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry: «Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.» Ja, das ist immer wieder beeindruckend … Dann ist es wichtig zu realisieren, dass unter dem Dach des Gipser-Handwerks sich unterschiedliche Berufsgruppen mit ihren Qualifikationen befinden. Zudem braucht ein handwerklicher Beruf praktisches Geschick. Handarbeit ist immer noch wichtig. Man braucht ein räumliches Vorstellungsvermögen und wir in unserem Job sollten Pläne lesen können. Der umgekehrte Weg, Pläne oder Skizzen selber zeichnen zu können, ist ebenfalls ein zentraler Punkt.

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Nicht vergessen darf man die Teamfähigkeit. Da sind wir wieder beim Zitat von Antoine de Saint-Exupéry. Last but not least braucht man das passende und moderne Werkzeug.

«Wir gestalten Räume und bestimmen so die atmosphärische Ausstrahlung.» Wagen wir einen Sprung in die Praxis. Was passiert im Trockenbau, wenn Sie einen Raum erstellen beziehungsweise ihn sanieren? Zunächst verschaffen wir uns einen Überblick. Planung, Ausmass, Gründlichkeit und Genauigkeit zahlen sich aus. Man muss den Wandverlauf anzeichnen, die Türausschnitte und Installationen vorbereiten. Danach wird die Unterkonstruktion erstellt. Wenn das Ständerwerk steht, ist schon der zentrale Teil realisiert. Danach beplanken wir eine Seite mit Gipskartonplatten. Die Installationen vom Elektriker oder auch vom Sanitärverantwortlichen können dann gesetzt werden. Nach der Beplankung werden die Fugen gespachtelt. Danach wird ein Deckenputz oder eine komplette Spachtelung angebracht und gestrichen. Wir bestimmen dabei, in

Absprache mit dem Kunden, Farbe und Struktur. Welche Platten brauchen Sie dazu? In erster Linie geht es um die Gipsplatten. Hier kommen je nach Einsatzfeld unterschiedliche Typen zur Anwendung. Es hängt davon ab, ob es in einem Nassbereich ist, wie die Schall und Brandschutzanforderungen sind. Die Baubranche befindet sich mitten in einem Digitalisierungsprozess. Was heisst das für Ihre Arbeit? Die klassische Philosophie des hierarchische Denkens funktioniert nicht mehr. Ich will meine Mitarbeiter mehr einbinden und ihnen die Möglichkeit bieten, bei der Weiterentwicklung des Unternehmens mitzuhelfen. Ich habe eine klare Vision: Tablet statt Zettel. Die Einführung der neuen Arbeitsphilosphie nahm eine gewisse Zeit in Anspruch, aber stiess auf viel Begeisterung unter den Mitarbeitern. Sie waren stolz, Teil dieser Modernisierung zu sein. Heute ist die Philosophie fester Bestandteil des Arbeitsalltags und kann nicht mehr weggedacht werden. Wie bestehen Sie in diesem Markt gegenüber den Mitbewerbern? Das Team und sein sehr hoher Kenntnisstand im Rahmen der geforderten Qualifikationen ist der Dreh- und Angelpunkt. Zudem kommt es darauf an, wie das Team mit den Abläufen eingespielt agiert. Das technische Agieren auf der Höhe der Zeit steht bei uns oben auf der Agenda. Aus diesem Grund sind Mitarbeiter immer ge-


BAUEN

fordert, in Richtung auf den neusten Stand sich weiterzubilden. Das sind die Schlüsselfaktoren, um auf dem Markt bestehen zu können.

Gründlichkeit und Genauigkeit zahlen sich aus.

Hüseyin Pamuk ist Geschäftsführer der Gipsercompany GmbH.

Im Rahmen Ihres Web-Auftritts habe ich folgendes Zitat gefunden: «Das Handwerk wird umso höher stehen, je mehr und glücklicher es bemüht ist, mit dem Nützlichen das Schöne zu verbinden.» (Heinrich Wilhelm Josias Thiersch). Dieser Satz steht auf Ihrer Homepage. Wie passt er zu Ihrer alltäglichen Arbeit? Hier kommt die ästhetische Komponente dazu. Wir sind Handwerker, und viele haben das Vorurteil, dass wir mit einem künstlerischen Blick wenig am Hut haben. Das stimmt aber nicht. Wir gestalten Räume und bestimmen so die atmosphärische Ausstrahlung. Natürlich ist das Resultat das Ergebnis eines fachlichen Könnens, aber es sollte auch eine gute Stimmung aus-

strahlen. Dann haben unsere Kunden auch Freude an dem Ergebnis. Meine heutige Tätigkeit als Geschäftsführer im Büro bereitet mir viel Freude. Ich stehe aber immer noch auf dem Boden des Handwerks, sprich mein Platz ist die Baustelle. Ich bin und bleibe ein Handwerker.

ARBEITSBEREICHE • Grund- und Deckputzarbeiten innen und aussen

• Trockenbau • Verputzte Aussenwärmedämmungen • Innenwärmedämmungen • Akustik • Brandschutz • Stuckaturen • Restaurierung / Konservierung (Denkmalpflege)

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KOLUMNE

DIE POLITIK BETREIBT RAUBBAU AM MIETRECHT von Claudia Friedl

D

er Nationalrat hat in der Sommersession eine Reihe von Vorstössen beraten, welche die Sozialpartnerschaft zwischen Vermietenden und Mietenden untergraben. Eine Mehrheit der grossen Kammer hat dabei dem Druck der gewinnorientierten Immobilienlobby nachgegeben und damit das bewährte Mietrecht drastisch ausgehöhlt. Casafair Schweiz – der Verband der verantwortungsbewussten und fairen EigentümerInnen – lehnt diesen Raubbau am Mietrecht klar ab: Die Beschneidung der Rechte der Mietenden ist unnötig und setzt nur die bewährte Sozialpartnerschaft zwischen Vermietenden und Mietern/-innen fahrlässig aufs Spiel. Angeführt wird der Feldzug vom Hauseigentümerverband. Dieser strebt schon lange die «vollständige Vertragsfreiheit» an. In allen Landesregionen hiesse das: Der Markt soll’s richten. Wie weit der dazu in der Lage ist, wissen wir hinlänglich. Der Antrieb ist klar: Der HEV will seiner Klientel mehr Geld ins Portemonnaie spülen. Mieterinnen und Mieter sollen mit ständig steigenden Marktmieten dafür sorgen. Obwohl bereits heute – gemäss einer Erhebung der Raiffeisenbank – die Mieten rund 40  Prozent zu hoch sind. Dabei wissen wir, dass viele Mietobjekte zu Spekulationsobjekten wurden und werden, was dazu geführt hat, dass es immer schwieriger wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden; und zwar auch Wohnraum, wo Familien leben können – Wohnraum, welchen sich auch Studierende und alte Menschen leisten können. Insbesondere in städtischen Zentren gibt es solchen erschwinglichen Wohnraum kaum noch. Diese falsche Tendenz belegt auch der Monitoringbericht 2018 der Eidgenossenschaft zur Agenda 2030. Im Bericht wird festgestellt, dass der Anteil der Wohnkosten bei Wenigverdienenden mit 31 Prozent des verfügbaren Haushaltbudgets viel zu hoch ist und sich ständig nach oben bewegt. Die Folgerung des Berichtes ist deshalb, dass der Anteil an preisgünstigem Wohnraum erhöht werden muss.

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Dieses Ziel verfolgt auch der Verband Casafair: Wir wollen faire und gutnachbarschaftliche Mietverhältnisse. Auch unsere Vermieterinnen und Vermieter sollen einen anständigen Preis für ihre Objekte erhalten. Investitionen zur Werterhaltung, Modernisierung oder zur energetischen Sanierung sollen getätigt werden können. Dafür setzen wir uns ein. Zwischen diesem Anspruch und dem ebenso uferlosen Renditedenken liegen jedoch Welten. Wir wollen vermieten – nicht abzocken. Denn: Immer höhere Mieten treiben auch die Preise für Wohneigentum massiv in die Höhe, sodass für viele Leute Wohneigentum unerschwinglich wird. Casafair plädiert für faire Mieten statt für grosse Gewinne. Auch private Vermieterinnen und Vermieter sollen Verantwortung übernehmen und sich gegen die Preistreiberei bei den Mieten einsetzen; immerhin ist Wohnen ein Grundbedürfnis, ein Verfassungsauftrag und damit auch ein Menschenrecht. Und schliesslich ist das Mietwesen gleichsam eine Sozialpartnerschaft. Und in einer solchen sollen sich beide Parteien auf Augenhöhe begegnen, ohne dass eine Seite über den Tisch gezogen wird. Noch ist die politische Debatte in der Frage nicht zu Ende. Der Ständerat hat nämlich vorgeschlagen, dass der Bundesrat das heute noch geltende Mietrecht mit Augenmass überprüfen lässt und allenfalls eine ausgewogene und faire Vorlage ausarbeitet. Ich bin zuversichtlich, dass die «Chambre de Réflexion» bei dieser Haltung bleibt und so den Raubbau am Mietrecht verhindert.

CLAUDIA FRIEDL Friedl ist Präsidentin des WohneigentümerInnen-Verbands Casafair Schweiz, St. Galler SP-Nationalrätin und Vermieterin. www.casafair.ch


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BAUEN

Im Rahmen der Geb채udeh체lle liegen die meisten Potenziale.

IN DIE ZUKUNFT GERICHTET ENERGIEEFFIZIENTE IMMOBILIEN von Michael Schwaiger

Weil ein Grossteil der globalen Treibhausgasemissionen von der Immobilienwirtschaft verursacht wird, muss die Immobilienbranche bei der Energiewende noch mehr Gas geben, findet Michael Schwaiger, CEO der Schwaiger Group, einem Projektentwickler in M체nchen (D), der sich auf die Revitalisierung von Gewerbe- und B체roimmobilien nach energieeffizienten Standards spezialisiert hat.

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schen Energiestiftung ist der Anteil erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasser bis 2050 schrittweise auf 100 Prozent zu erhöhen Die grossen Vorteile der Immobilienbranche gegenüber anderen Sektoren liegen auf der Hand: Es geht relativ einfach, CO2 einzusparen – und zweitens ist es nicht einmal teuer. Der Anteil der Energieeffizienz an der gesamten Kostensteigerung liegt in Deutschland bei zehn bis zwölf Prozent. Bezogen auf die gesamten Baukosten hat energieeffizientes Bauen zu einer Steigerung von nur drei bis fünf Prozent geführt. Wo liegen also die Herausforderungen, wenn Immobilien theoretisch geradezu prädestiniert dazu sind?

PROBLEM I: GEBÄUDEBESTAND GILT ALS LOW-TECH

E

s gibt immer mindestens zwei Möglichkeiten, einen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Wandel einzuläuten: Top-down oder Bottomup. Was wir aktuell in Europa mit Blick auf die Klimawende erleben, ist zweifelsfrei eine Revolution von unten – getragen von Bürgern, aber vor allem jungen Bürgern, die ihre Zukunft schützen und gestalten wollen. Und genau deshalb kann dieser Wandel auch nachhaltig werden. Während die Politik immer noch phleg-

matisch um einen Fahrplan ringt, tun Unternehmen gut daran, sich sektorenübergreifend eine Frage zu stellen: Wie sieht ihr Beitrag zum grossen Ziel Klimaneutralität aus? Denn eines ist klar: Wenn wir uns nur weiter so anstrengen wie bisher, schafft die Schweiz bis im Jahr 2020 eine CO2-Einsparung pro Person von drei Prozent und 13 Prozent bis ins Jahr 2035. Diese Ziele sollen im Rahmen der «Energiestrategie 2050» weiter reduziert werden. Laut der Schweizeri-

Der grosse Hebel für CO2-Einsparungen liegt klar beim Gebäudebestand. Die 2.3 Millionen Gebäude in der Schweiz bestehen zu knapp drei Vierteln aus Wohnbauten und zu einem Viertel aus Dienstleistungs- sowie öffentlichen Bauten. Das Problem ist allerdings, dass der Gebäudebestand leider als Low-Tech gehandelt wird, während Windkraft oder Photovoltaik als High-Tech betrachtet werden, sprich, als Technologien der Zukunft. Die Gebäude an sich müssen als sexy KlimaThema propagiert werden. Da braucht es Lobbyarbeit.

PROBLEM II: ERNEUERBARE ENERGIEQUELLEN SIND ENDLICH Ein weiteres Problem, das darauf aufbaut: Es wird viel zu wenig darüber diskutiert, wie Energie eingespart beziehungsweise der Verbrauch von erneuerbaren Energien reduziert werden kann. Der Fokus liegt weiterhin viel zu stark auf dem Aspekt der Erzeugung, sprich, wie immer mehr Strom etwa durch Wind, Solar oder

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Ausgabe 03/2019 // Seite 37

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Die Jugend mit ihrer Ikone macht Druck.

Biomasse produziert werden kann. Was aber im Bewusstsein der Öffentlichkeit ankommen muss, ist die Tatsache, dass es auch nur ein begrenztes Potenzial für grünen Strom gibt. Auch erneuerbare Energiequellen sind endlich. Ob Solar-, Windkraftanlagen oder Biomasse: Es stehen nur begrenzte Flächen zur Verfügung.

ACHILLESFERSE: GEBÄUDEHÜLLE Das grösste Einsparpotenzial liegt bei Immobilien weiterhin bei der Gebäudehülle. Wir heizen zwar unseren Raum, beheizen aber parallel dazu unsere Umwelt. Das darf eigentlich nicht sein. Rund 75 Prozent aller Gebäude wurden vor der Wärmeschutzverordnung gebaut und sind energetisch gesehen wertlos. Knapp 50 Prozent des schweizerischen Primärenergieverbrauchs werden heute

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für Gebäude aufgewendet. 30 Prozent entfallen auf Heizung, Warmwasser und Klimatisierung, 14 Prozent auf Elektrizität und sechs Prozent auf die Herstellung (Bauprozesse und Baumaterialien) und den Unterhalt. Der grösste Teil der Wärmeproduktion für Gebäude erfolgt heute durch Öl- und Gaskessel. Der Gebäudesektor ist für 27 Prozent der Schweizer CO2 -Emissionen verantwortlich. Entsprechend prioritär muss die Energieverbrauchs- und CO2-Reduktion in diesem Bereich mit neuen Technologien vorangetrieben werden.

NICHT GEGENEINANDER, SONDERN MITEINANDER Am Ende funktioniert die Energiewende bei Immobilien immer aus der Kombination der drei Systeme: Gebäudehülle, Anlagentechnik und Umstellung auf erneu-

erbare Energien in der Versorgung. Diese drei Pfeiler stehen zu oft im Wettbewerb. Die Devise muss aber lauten: nicht gegeneinander, sondern miteinander. Denn eines ist klar: So notwendig der Wandel ist, so nachhaltig wird er gerade von der Jugend gefordert. Wenn wir heute im Immobiliensektor nicht radikal umdenken und umstellen, bauen wir für die Tonne. Denn: Nicht energieeffiziente Gebäude werden in wenigen Jahren vom Markt verschwinden. Alles andere wäre unverantwortlich.

MICHAEL SCHWAIGER ist CEO der Schwaiger Group GmbH. www.schwaiger.com


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Coole Lösung für heisse Arbeitstage.

Sonnenschutzfolien. So schön die warmen Sommertage auch sind, so lästig können sie im Büroalltag sein. Steigen draussen die Temperaturen, machen sich drinnen erdrückende Hitze und sinkende Konzentration gerne breit. Zum Glück gibt es dafür eine einfache Lösung: Sonnenschutzfolien heisst das Zauberwort. Richnerstutz. Die können das. Ausgabe 03/2019 // Seite 39


© Losinger Marazzi AG

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Die roten Elementen an der Balkonfront eines der Gebäude ist ein wahrer Eyecatcher.

REALISIERUNG EINER UTOPIE DAS STADTQUARTIER «LES JARDINS DU COUCHANT» von Anna Meister

Von Wohneigentum über betreutes Wohnen bis zu Sozialwohnungen: In Nyon entsteht ein vorbildliches Stadtviertel – betrieben mit Erdwärme und Solarenergie.

E

s soll eine moderne Vision werden, in der alle Menschen, egal welchen Status, dereinst miteinander leben: Das neue Stadtquartier «Les Jardins du Couchant» ist ein von Grund auf neu gebautes Viertel für die Stadt Nyon im Kanton Waadt. Geplant sind zwölf Gebäude, welche in fünf Sektoren gebaut werden sollen. Dabei sollen die Häuser in unterschiedlichen Grössen erstellt werden und Möglichkeiten für betreutes Wohnen ebenso beinhalten wie Wohneigentum und Gebäude mit subventionierten Mietwohnungen. Das Gesamtprojekt zeichnet sich durch seine architektonische Vielfalt aus. Die Gesamtunternehmung und alle anfallenden Arbeiten wurden von der Losinger Marazzi übernommen. Als führendes Unternehmen in Sachen intelligentes Bauen hat sich die Firma vorgenommen, alle Herausforderungen, welche das moderne, immer schnellere, immer komplexer werdende Leben mit sich bringt, zu meistern. Dies bedeutet,

alle möglichen Wünsche und Ansprüche verschiedener potenzieller neuer Quartierbewohner unter einen Hut zu bekommen. Rund 900 Menschen sollen in Zukunft im neuen Stadtteil leben – und natürlich auch verweilen. Denn keineswegs soll hier ein Beton-Dschungel entstehen. Vorgesehen sind diverse Grünflächen, Gärten und gestaltete Wege. Insgesamt entstehen 395 Wohnungen für jedes Bedürfnis und jedes Budget – eine gesunde soziale Mischung also.

ERDWÄRME WIRD HEIZWÄRME Neben dem bereits erwähnten Wohnraum ist es auch notwendig, Raum fürs soziale Leben zu schaffen. So entstehen in «Les Jardins du Couchant» ein Fitnesszentrum, eine Apotheke, ein Tea-Room, eine Kindertagesstätte und eine Tiefgarage mit 471 Stellplätzen. Das Krankenhaus von Nyon liegt direkt hinter dem Sektor, in welchem sich die Seniorenwohnungen befinden. Ebenfalls in der Nähe befinden sich

Schulen, Geschäfte, der Bahnhof und die öffentlichen Verkehrsmittel. Für die Energieversorgung kommt das sogenannte Regenerationsmodell zum Zuge. Die Erdwärme wird im Winter zur Wärmequelle für Heizung und Warmwasser. Im Sommer wird dann wiederum Wärme aus den Wohnungen via Erdsonden in den Untergrund abgeführt und der Kreislauf schliesst sich. In Zeiten vermehrter Hitzeperioden, verspricht diese Methode eine Steigerung des Wohnkomforts. Das Ziel ist, 80 Prozent oder mehr Wärme CO2-frei aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Für die Planung, Realisierung und den Betrieb dieser Energielösung setzt Losinger Marazzi auf die Expertise von ewz. Trotz des komplexen Projekts konnten alle Deadlines eingehalten werden. Vier von fünf Sektoren von «Les Jardins du Couchant» sind bereits fertiggestellt, der letzte wurde im November 2018 in Angriff genommen.

Losinger Marazzi SA | Hauptsitz Bern | Wankdorfallee 5 | CH-3014 Bern | Tel. +41 (0)58 456 75 00 bern@losinger-marazzi.ch | www.losinger-marazzi.ch

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BAUEN

ZURR- UND HEBEMITTEL MIETEN STATT KAUFEN FLEXIBLE MIETDAUER, KEINE INVESTITIONEN, KEINE LAGERKOSTEN von Brugg Lifting

Der Trend, nicht mehr alles selbst zu besitzen, geht schon längst über Streamingportale oder Car-Sharing hinaus und bildet nun auch einen wichtigen Bestandteil in der Baubranche. Mit aktuellsten Mitteln auf der Baustelle arbeiten, stets sicher nach EKAS-Richtlinien geprüft und zeitlich an die Dauer des Projekts angepasst. Mit BRUGG.Rent können Zurr- und Hebemittel ganz flexibel gemietet werden. Die Mietbedingungen werden dabei individuell auf das Bauprojekt zugeschnitten.

V

orschriften einhalten, Ressourcen managen, Sicherheit gewährleisten. Beim Einsatz von Zurr- und Hebemitteln müssen Bauunternehmen diverse Sachverhalte berücksichtigen. So kann die Verwaltung der eigenen Anschlagmittel ebenso aufwändig und unüberschaubar sein wie die Einhaltung der verpflichtenden Prüftermine. Zudem kommt es bei wechselnden Bauprojekten immer wieder zu brach liegenden Anschlagmitteln, die nicht die vorliegenden Anforderungen erfüllen. Und trotzdem belasten ebendiese Produkte das Budget, denn selbst die gegenwärtig nicht gebrauchten Zurr- und Hebemittel verursachen unnötige Lagerkosten. «Genau an diesem Punkt setzt BRUGG.Rent ein», präsentiert Raphael

Schifferle, Head of Sales and Marketing bei BRUGG LIFTING, das Mietprogramm des Schweizer Unternehmens. «Wir bieten eine komfortable Lösung des Problems, ganz gemäss dem Motto: Zurr- und Hebemittel mieten statt kaufen». Im Lightservice und Fullservice gibt es für verschiedene Interessengruppen die passenden Angebote.

gramm den kompletten Prüfservice mit Überprüfung, Reinigung und Transport ihrer Produkte», erklärt Raphael Schifferle die Vorzüge des Lightservice, «für die Lagerung, Abholung und Rücklieferung stellen wir zudem eine Krankiste zur Verfügung – kranbar, stapelbar, abschliessbar und inklusive Ablauf».

LIGHTSERVICE – FÜR EIGENE ANSCHLAGMITTEL

Ein weiterer besonderer Service stellt der kostenlose Zugang zur Produktverwaltungs-Software PVS für Desktop, Smartphone und Tablet dar. So können alle wichtigen Daten, Termine und Prüfprotokolle zu Anschlagmitteln übersichtlich verwaltet und aufgerufen werden. Und mit NFC gelingt die Produktidentifikation in PVS auf Smartphone und Tablet besonders schnell und einfach.

Für alle Besitzer von BRUGG-LIFTINGAnschlagmitteln bietet das Schweizer Unternehmen im Lightservice ein Rundumsorglos-Paket mit verschiedenen Dienstleistungen für den Baualltag. «Unsere Kunden erhalten im BRUGG.Rent-Pro-

FULLSERVICE – AKTUELLE MIETPRODUKTE FÜR KUNDEN

Die BRUGG.Rent-Krankiste ist stapelbar, kranbar, abschliessbar und inklusive Ablauf.

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Stehen dem Kunden keine passenden Anschlagmittel für das aktuelle Bauprojekt zur Verfügung, bietet der Fullservice des BRUGG.Rent-Programms alles, was nötig ist. Aus dem grossen Produktangebot aus Zurrgurten, Hebe- und Anschlagmitteln können Kunden frei nach Belieben und entsprechend den Anforderungen die passenden Produkte wählen. Bei offenen Fragen zur optimalen Zusammenstellung, steht BRUGG LIFTING beratend zur Seite. Neben der Miete individueller Produktzusammenstellungen profitieren BRUGG.Rent-Nutzer im Fullservice zudem von allen Vorteilen aus dem Lightservice-Angebot: • Umfassende Transportlösung • Kompletter Prüfservice • Kostenloser PVS-Zugang • NFC-Identifikation


BAUEN

SO FUNKTIONIERT BRUGG RENT Um das Mietangebot zu nutzen, genügt bereits ein Anruf bei BRUGG LIFTING. Eine Krankiste wird anschliessend mit den gewünschten Zurr- und Hebemitteln befüllt und am vereinbarten Ort zur vereinbarten Zeit geliefert. Für BRUGG.Rent-Nutzer fällt dabei keinerlei Verwaltungsaufwand an, da die komplette Organisation der Frachtpapiere und Spedition von BRUGG LIFTING übernommen wird. Nach der Lieferung können alle Produkte sofort genutzt und direkt in der PVS verwaltet werden. «Ändern sich die Anforderungen oder Gegebenheiten, können jederzeit weitere Anschlagmittel zur Miete nachbestellt oder

zurückgegeben werden», stellt Raphael Schifferle klar. Und bei anstehenden Prüfungen von gemieteten Arbeitsmitteln tauscht das Schweizer Unternehmen diese auch direkt vor Ort aus. Somit ist für sorgloses Arbeiten mit sichersten und aktuellsten Produkten gesorgt.

VORTEILE DER MIETE VON ANSCHLAGMITTELN In Zeiten des steigenden Bewusstseins für nachhaltiges und umweltfreundliches Handeln, ermöglicht BRUGG LIFTING mit seinem Mietprogramm BRUGG.Rent eine Ressourcen-schonende Produktlösung für den Baualltag. So werden alle Mietprodukte nach ihrem Einsatz sinnvoll weiterverwen-

det. Und BRUGG.Rent-Nutzer sparen sich die Lager- und Instandhaltungskosten. Doch nicht nur unser Planet profitiert von solchen Programmen. Da BRUGG LIFTING immer aktuelle, nach EKAS-Richtlinien kontrollierte Produkte vermietet und zu prüfende Zurr- und Hebemittel direkt vor Ort austauscht, können sich BRUGG.RentNutzer auf die Sicherheit auf dem Bau verlassen. «Mit individuellen Laufzeiten ab einem Monat erhalten unsere Kunden mit diesem Angebot ihre komplette Entscheidungsfreiheit», freut sich Raphael Schifferle, «und nicht zuletzt ersparen wir ihnen sowohl den Organisations- als auch Verwaltungsaufwand.»

Alle Zurr- und Hebemittel erhalten BRUGG Rent-Kunden in einer Krankiste.

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KOLUMNE

GESAMTSCHAU IM BLICK HABEN von Monika Sommer

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as Bauen ausserhalb der Bauzonen ist von grosser politischer Brisanz. Die entsprechenden Bestimmungen sind geprägt von einer Vielzahl komplizierter Einzelinteressen. Deshalb ist eine Gesamtschau für eine umfassende Abwägung der Interessen an Schutz und Nutzung erforderlich. Die Vorlage des Bundesrates zur Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG2) bietet hierfür eine Chance. Die Mehrheit der vorberatenden Kommission des Nationalrates (UREK-N) will allerdings nicht auf die Revision eintreten. Der HEV (Hauseigentümerverband) Schweiz bedauert diesen Entscheid. Im Kern der Revisionsvorlage geht es darum, mehr Gestaltungspielraum für massgeschneiderte regionale Lösungen zu ermöglichen. Der Bundesrat will den Kantonen mit dem neuen Planungs- und Kompensationsansatz mehr planerischen Handlungsspielraum im Bereich des Bauens ausserhalb der Bauzonen zuerkennen. Dies wird vom HEV Schweiz unterstützt. Damit können die Kantone – unter Wahrung des Grundsatzes der Trennung von Baugebiet und NichtBaugebiet – auf ihre spezifischen Gegebenheiten besser eingehen. Sie erhalten beim Bauen ausserhalb der Bauzonen mehr Gestaltungsspielraum, um räumliche Probleme massgeschneidert dort zu lösen – wo sie sich stellen. Richtig ist auch der gewählte Weg über die kantonale Richtplanung als Steuerungsinstrument. Ziel ist eine planerische Verbesserung der Gesamtsituation in den betreffenden Gebieten. Die Anforderungen an die Kompensations- und Aufwertungsmassnahmen sind zwar hoch, sie können im Rahmen der parlamentarischen Behandlung jedoch noch kritisch überprüft werden. Die Einhaltung der Bundesvorgaben wird durch die Genehmigungspflicht der kantonalen Richtpläne sichergestellt. Das geltende Recht ist im Laufe der Jahre durch eine Vielzahl von Vorstössen zur einer komplizierten Ansammlung von Einzelanliegen herangewachsen. Eine gesamtheitliche Betrachtung des heu-

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tigen Dschungels der Bestimmungen zum Bauen ausserhalb der Bauzonen tut deshalb Not. Das Sammelsurium an bestehenden Ausnahmen wird zwar nicht gelichtet. Aus Sicht des HEV Schweiz ist es aber sinnvoll, die zahlreichen Ausnahmen – wie vom Bundesrat vorgesehen – künftig nicht mehr schweizweit uniform gelten zu lassen. Nach dem Vorschlag des Bundesrates soll jeder Kanton entscheiden, welche der Ausnahmebestimmungen des Bundesgesetzes er für sein Gebiet übernehmen will. Dies schafft einen guten Ausgleich zwischen Rahmenvorgaben des Bundes und Raum für die regionale Gewichtung. Dies sind gute Gründe, warum Ausnahmeregeln nicht unbesehen übernehmen werden sollten. Das Bauen ausserhalb der Bauzonen war und ist von hoher politischer Brisanz. Das zeigen die zahlreichen Volksbegehren in jüngster Zeit, wie die Zersiedelungsinitiative, die Ernährungssicherheits- und die Ernährungssouveränitäts-Initiative. Neue Volksinitiativen stehen unmittelbar vor der Tür, namentlich die bereits lancierte Doppelinitiative Biodiversität und Landschaft. Umso wichtiger ist es deshalb, dass nicht nur auf diese einzelnen Initiativen und Extremforderungen reagiert wird, sondern mit einer breiten politischen Diskussion im Parlament aktiv agiert wird. Dazu bietet die Revisionsvorlage (RPG2) die ideale Chance. Der HEV Schweiz hofft, dass der Nationalrat – trotz des ablehnenden Entscheides der Kommission – die Herausforderung annimmt.

MONIKA SOMMER ist stellvertretende Direktorin des HEV (Hauseigentümerverband Schweiz). www.hev-schweiz.ch


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BAUEN

BAUGESETZE VERSUS NACHHALTIGKEIT FOKUS DES BAUENS AUF DIE NÄCHSTEN DREI BIS VIER GENERATIONEN SETZEN von Urs Nüesch

Die Planer sind gefordert, bereits in ihren Entwürfen, die Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Ein schwieriges Unterfangen. Mit dem neuen Raumplanungsgesetz gibt es viele Unsicherheiten, und die Planer kämpfen mit undefinierten Gesetzesauflagen. Es liegt viel an der Gesellschaft zuerkennen, dass nur ein offenes Miteinander die Zukunft des verdichteten nachhaltigen Bauens ermöglichen kann. Urs Nüesch ist diplomierter Architekt (SIA) bei Nüesch Partner Architekten und beleuchtet für uns das komplexe Thema.

Schweizer Architektur, wie hier in Lausanne, kann sehr modern – kann sie auch nachhaltig?

D

ie Nachhaltigkeit ist in der heutigen Zeit zum Inbegriff der umweltschonenden Nutzung der Ressourcen unseres Planeten geworden. Nicht nur im täglichen Leben sollten wir uns immer bewusst sein, dass jede Tätigkeit, jede Aktion und die Verwendung von Gütern nachhaltig sein sollte. Diese Handlungen sind jedoch oftmals schwer nachzuweisen. Und ob es sich auch wirklich um nachhaltiges Tun handelt, bleibt oft unklar oder schwammig – wie der Begriff selbst. Trotzdem gewinnt das Thema auch im Immobilienwesen an Bedeutung. Investoren verlangen zu Recht den Fokus auf eine Langlebigkeit ihrer Anlagen. Umweltschonende Materialien, langlebige und unterhaltsarme Konstruktionen sind nur einige der Kernpunkte der Nachhaltigkeit.

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Die Planer sind gefordert, bereits in ihren Entwürfen, die Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Der «Fussabdruck» und die Lage der Baukörper entscheiden oftmals über die reelle Umsetzung von nachhaltigem Bauen. Die Ressource «Bauland» ist ein sehr beschränktes Gut. Die Versiegelung der Böden ein wesentlicher Faktor der langfristigen Verschlechterung unserer Umwelt.

POLITIK STEHT AM PRANGER Und was macht die Politik? Sie diskutiert über die Umsetzung der Auflagen, welche der Bund verlangt. Sie verpasst die Fristen für Richtpläne und lässt Planer im Ungewissen stehen. Die Planer weisen jedoch auf die Zukunft ihrer umsetzbaren Projektstudien hin. Haben wir nicht an der Urne über das neue Raumplanungsgesetz ab-

gestimmt? Haben wir nicht dem verdichteten Bauen den Segen gegeben? Wo sind nun die Taten, welche die Behörden als «Hausaufgabe» erhielten? Wir Planer stehen da oftmals vor undefinierten Angaben bezüglich der Rechtslage von Baugesetzen und deren Zonenplänen. All diese Unsicherheiten lassen Spielraum für juristisches «Geplänkel». «Verdichtetes Bauen» wird zum Unwort. «Nachhaltigkeit» zur Farce. Behörden und Raumplaner scheuen den Begriff «verdichtetes Bauen», um so allfällige Partikularinteressen zu wahren. Haben wir doch mit dem neuen Raumplanungsgesetz bestimmt, dass Zentren mit ihren hervorragenden Infrastrukturen besser genutzt werden sollen und der Zersiedelung eine Sperre auferlegt werden soll.


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GESETZESLAGE ZU VAGE In den Grossstädten streitet die Politik über Teilgebiete von neuen Bau- und Zonenverordnungen. Heimatschutz und Denkmalpflege beharren auf vermeintlichem Kulturgut, und Verwaltungen hinken in der Ausarbeitung entsprechender Verordnungen hinterher. Mit all diesen Unsicherheiten und undefinierten Gesetzesauflagen haben wir Planer zu kämpfen. Zonen werden marginal um zehn bis 15 Prozent aufgezont, Gebäudehöhen um ein Stockwerk erweitert und Grenzabstände geringfügig angepasst. Diese minimalen Anpassungen bewegen jedoch Investoren, ihren Bestand von Liegenschaften neu zu beurteilen. Mit der tiefen Zinspolitik der Zentralbanken ist oftmals der Entscheid schnell gefällt, bestehende Substanz, unabhängig vom Alter, zurückzubauen und ein Neubau mit einem Geschoss mehr und 15 Prozent besserer Ausnutzung zu realisieren.

Die Politik bespiegelt sich beim Thema Nachhaltigkeit und Raumplanung oft nur selbst und kommt nicht voran. Hier in einem Sanierungsgebiet in Winterthur.

NACHHALTIG IN DIE NÄCHSTEN DEKADEN Ist dies nun die Nachhaltigkeit, die wir angestrebt haben? Wie sieht die Situation in 20 bis 30 Jahren aus? Stehen wir dann nicht vor der gleichen Situation, dass wir mehr verdichten müssen? So werden dann wieder Gebäude zurückgebaut und um 15 Prozent vergrössert. Keiner wird sich dann hinterfragen, ob das Bauen vor 30 Jahren nachhaltig war. Der Fokus richtet sich wie heute in die Zukunft. So sollten wir uns doch hinterfragen, ob Schritte von 30 Jahren nachhaltig sind. Sollten wir unsere Weitsicht nicht auf 60 bis 80 Jahre fokussieren und das Unwort «verdichtetes Bauen» ernst nehmen? Einige Politiker, Behörden und Raumplaner haben sich der Sache angenommen und an peripheren Lagen von Grossstädten brach liegende Industrieareale dem Wohnnutzen zugeführt. Dies ist sicherlich ein richtiger Weg, um verdichtet und nachhaltig zu bauen. Nur, die Zentren der Grossstädte werden von Behördenseite oftmals «unter Schutz» gestellt. Alte Arbeiterquartiere und Blockrandbebauungen werden unter behördlichen Denkmalschutz gestellt und verunmöglichen

Die historischen Kerne der urbanen Zentren der Schweiz sind in der Planung leider oft aussen vor.

so eine zukunftsorientierte Neuausrichtung für die kommenden 60 bis 80 Jahre.

UMWELTSCHONEND IN DIE ZUKUNFT Unsere Gesellschaft mit ihren Behördenvertretern muss sich der Sache der Nachhaltigkeit auch im Bauwesen stärker annehmen. Umweltschonendes Verhalten endet nicht an dem Verzicht, mit dem Flugzeug in die Ferien zu verreisen. Umweltschonend zu agieren, ist Bauen für die nächsten drei bis vier Generationen. Einige Planer haben dies schon lange erkannt und nutzen einige Gesetzgebungen, um der Nachhaltigkeit zu dienen. Das Instrument des Gestaltungsplans ermöglicht ein eigenes «Baugesetz» zu erarbeiten, welches der allgemeinen Anpassung der Bau- und Zonenordnungen zuvorkommt.

Sie versuchen, und haben auch oftmals den Erfolg, der angestrebten Nachhaltigkeit durch Verdichtung Rechnung zu tragen. Leider scheitern auch viele gute Ansätze bereits an der Urne, da weit entfernte Partikularinteressen oder wahlpropagandistisches Parteiengehabe in den Vordergrund drängen und gute planerische Ansätze bereits im Keime ersticken. Nur dem stetigen Drang der Planer ist es zu verdanken, dass behördliche und private Eigeninteressen, dem Ruf des nachhaltigen Bauens Rechnung getragen wird. Ökologische Bauformen, umweltschonende Ressourcen und energetisch ausgeklügelte Energienutzungen sichern das nachhaltige Bauen in der jetzigen Zeit. Es ist nun an der Gesellschaft zu erkennen, dass nur ein offenes Miteinander die Zukunft des verdichteten nachhaltigen Bauens ermöglicht.

Nüesch Partner Architekten AG für Architektur und Planung | Grabenwisstrasse 1 | CH-8604 Volketswil +41 (0)43 399 30 70 | info@nuesch-arch.ch | www.nuesch-arch.ch

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BAUEN

DAS MEHRWERT-FENSTER KÖMMERLING 76 SWISSLINE von Torsten Schmitz

Die profine (Schweiz) AG stellt mit KÖMMERLING 76 SwissLine ein neuartiges und marktgerechtes Kunststoff-Fenstersystem für die Schweiz vor mit einem hoch wärmedämmendem Mitteldichtungssystem von 76 Millimeter Bautiefe. Ressourcenschonende Profilgeometrien sorgen für mehr Energieeffizienz sowie hohe Wirtschaftlichkeit und schaffen ein schlankes und modernes Fensterdesign. Das effiziente und landesspezifische Sortiment ist flexibel erweiterbar durch den breit gefächerten Systembaukasten KÖMMERLING 76.

Grosses Verglasungsspektrum bis 52 Millimeter zum Einsatz moderner Dreifachverglasungen.

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ie Lebensgewohnheiten und das Verhalten der Menschen gegenüber der Umwelt wandeln sich. Und damit auch die Räumlichkeiten, in denen sie leben. Der Bauherr von heute hat entsprechend hohe Ansprüche an sein Wohnumfeld. Hell und lichtdurchflutet soll es sein, gleichzeitig aber umweltgerecht, ressourcenschonend und wertbeständig. Am Beispiel der Herstellung von Kunststofffenstern lassen sich diese Ansprüche besonders deutlich aufzeigen. Fenster ist nämlich nicht gleich Fenster. Mit dem Kunststoff-Fenstersystem KÖMMERLING 76 SwissLine wird die profine (Schweiz) AG den wachsenden Ansprüchen der Bauherren an Energieeffizienz und mehr Lebensqualität gerecht. Das neuartige Fenstersystem wurde speziell für den Schweizer Markt entwickelt und erfüllt alle energetischen Anforderungen der Schweiz. Mit seiner Premiummarke KÖMMERLING

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zählt die profine-Unternehmensgruppe zu den führenden Herstellern von Fenster- und Türensystemen weltweit. Höchste Wärmedämmung, schmale Profilansichten für grosse Glasflächen und mehr Energieeffizienz, Einsatz modernster Funktionsgläser bis 52 Millimeter und eine verarbeitungsfreundliche Konstruktion – das alles vereint das neue Fenstersystem unter dem Markennamen KÖMMERLING 76 SwissLine. Thomas Serowy, Geschäftsführer der profine (Schweiz) AG: «Durch die Investition in sieben länderspezifische Profilgeometrien und zahlreiche Zubehörartikel konnte unser zukunftsweisendes und leistungsstarkes Plattformsystem KÖMMERLING 76 nun auch um das Schweizer Ländersystem KÖMMERLING 76 SwissLine erweitert werden. Damit bieten wir ein effizientes und marktgerechtes Sortiment, jederzeit erweiterbar durch das breit gefächerte Plattformsystem KÖMMERLING 76, mit technischen

KÖMMERLING 76 SwissLine bietet alle Vorteile moderner Fenster und Türen.

Werten, die bislang nur von bautieferen Systemen erreicht werden konnten.»

DICHTIGKEIT UND WÄRMEDÄMMUNG SCHONEN DIE UMWELT Hightech-Fenster minimieren den CO2Ausstoss durch eine gute Energieeffizienz und hohe Wirtschaftlichkeit. Das funktioniert jedoch nur mit guter Wärmedämmung und bauphysikalisch ausgereifter Profiltechnologie. KÖMMERLING 76 SwissLine besitzt ein hoch isolierendes Sechs-Kammer-System mit integrierten Dämmsegmenten. Drei Dichtungsebenen, Funktionsgläser bis zu einer Dicke von 52 Millimetern und einem U-Wert bis 0.73 Watt pro Quadratmeter sowie Kelvin erfüllen alle Leistungsanforderungen der Schweiz.

PERFEKTE KOMBINATION AUS DESIGN UND FUNKTIONALITÄT Mit der 76-Millimeter-Profilreihe hat die profine ein universelles Fenster- und Türen-


BAUEN

system geschaffen. Dieses System gewährleistet einerseits eine hohe Kompatibilität und Flexibilität im Hinblick auf Gläser, Stähle, Nebenprofile sowie Farbgestaltung und eröffnet gleichzeitig zahlreiche Optionen für designorientierte Features, eine verbesserte Statik und höhere Dämmung.

PROFINE SETZT AUF NACHHALTIGE WERKSTOFFE Die profine verzichtet bei der Herstellung ihrer Fensterprofile der Marke KÖMMERLING auf umweltschädliche Zusatzstoffe wie beispielsweise Blei. Auch bei der Bekämpfung der Verschmutzung der Meere ist die profine Vorreiter und hat als erstes Unternehmen der Fensterbranche das Zertifikat «Null Granulatverlust» erhalten. Und: Aus Alt wird Neu. Durch fachgerechtes Recycling, ressourcensparenden Materialeinsatz und gezielte Verwendung von Recyclingmaterial in unseren Fensterprofilen entsteht ein nachhaltiger Werkstoff-Kreislauf.

KÖMMERLING 76 SwissLine. Das Mehrwertfenster mit vielen Vorteilen.

profine AG | Herblingerstrasse 119 | CH-8207 Schaffhausen | Tel. +41 (0) 52 644 05 45 thomas.serowy@profine-group.com | www.koemmerling.ch

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hautfreundlich feuchtigkeitsregulierend luftreinigend atmungsaktiv schadstoffneutralisierend schalldämmend natürlich und nachwachsend

Ein herrliches Raumklima und einen erholsamen Schlaf erreicht man mit unseren Produkten aus Schweizer Schafwolle, die in Amriswil TG produziert werden. Nebst Dämmplatten für nachhaltiges Bauen und Renovieren stellen wir auch kuschelige Bettwaren her, die ebenfalls atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend sind. Gerne beraten wir Sie persönlich - auch vor Ort. Mehr Infos auf www.fiwo.ch fiwo, Sommeristrasse 37, CH-8580 Amriswil www.fiwo.ch

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KOLUMNE

INNOVATION BRAUCHT KREATIVITÄT UND FREIRÄUME! von Martin Palsa

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nternehmen brüsten sich gerne damit, besonders innovativ zu sein. Schaut man jedoch genauer hin, sind das häufig Weiterentwicklungen bereits bewährter Techniken wie zum Beispiel Mee-too-Produkte. Bei Grundfos hingegen sprechen wir erst dann von einer Innovation, wenn es sich um eine für den Markt komplett neue Produktoder Systemlösung handelt. Gibt es einen Königsweg für Innovationen? Aus unserer Erfahrung muss sich ein Unternehmen dazu organisatorisch, personell wie auch finanziell positionieren. Um mit Letzterem zu beginnen: Unser Haus investiert bis zu fünf Prozent des Umsatzes in die Forschung und Entwicklung, und 2018 lag der bei rund 3.6 Milliarden Euro – da kommt eine beachtliche Summe für die F & E  zusammen! Gespeist werden Innovationen bei uns über mehrere Quellen. Zum einen über das eigene F & E-Team am Hauptsitz in Bjerringbro (Dänemark), mit Experten für die Materialforschung, Produktentwicklung, Produktionstechnologien und Produktionsmethoden. In vielen Entwicklungsprojekten bezieht Grundfos selbstverständlich auch externe Fachleute und Wissenschaftler mit ein. Zudem arbeiten wir intensiv mit Universitäten und öffentlichen Einrichtungen zusammen, sowohl bei der Grundlagenforschung als auch bei der praktischen Anwendung von Technologien. Die zweite Quelle für Innovationen ist nicht minder ertragreich. Es sind die vielen spezifischen Lösungen, die Grundfos zusammen mit Kunden erarbeitet und die anschliessend als «Best Practices» allen Betreibern mit ähnlicher Aufgabenstellung zur Verfügung stehen. Speziell die aktuell so intensiv diskutierte Frage der digitalen Transformation – Grundfos intern und zwischen Partnern und Kunden – verändert die Herangehensweise zu Innovationen in vielfacher Hinsicht. Dafür haben wir ein «Digital Transformation Office» geschaffen, wo in einer dynamischen Start-up-Umgebung bis zu 150 Software-Entwickler und Business-Developer neue Ideen diskutieren und umsetzen.

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Typischerweise läuft die Softwareentwicklung in Sprints – und der längste Sprint endet nach 90 Tagen. Das Team hat die Freiheit, die budgetierten finanziellen Mittel für alles auszugeben, was als notwendig erachtet wird. Es liegt beim Team zu entscheiden, welchen Umfang es liefert. Kreativität braucht Freiräume! Die einzige Einschränkung besteht darin, dass das Ergebnis einen Mehrwert für Kunden schaffen muss. Weil neuartige digital-basierte Geschäftskonzepte heute oft rasend schnell anzupassen sind, erfordert das hohe Flexibilität und den Mut zu 80-Prozent-Lösungen – was Ingenieuren auch in der Schweiz oft sehr schwerfällt! Mut gehört auch dazu, über gänzlich neue Geschäftsmodelle nachzudenken. Was will der Kunde wirklich –  eine Pumpe oder eine Leistung? Kunden möchten Medien in einer bestimmten Temperatur und einem bestimmten Volumen transportieren – Heizungswasser, Trinkwasser, Schwimmbadwasser. Zwar verkaufen wir faktisch Pumpen, aber eigentlich geht es um die Bewegung des Mediums. Denkbar sind Konzepte, bei denen der Kunde das Fördern eines Mediums von A nach B bezahlt– also nicht mehr in die Pumpe selbst investiert. Dem Lieferanten fällt dann die Aufgabe zu, Förderprozesse so effizient wie möglich zu gestalten. Das wäre dann «Pump as a service» – sicher nicht für den privaten Eigenheimbesitzer, aber sehr wohl interessant für kommerzielle Gebäude.

MARTIN PALSA ist Area Manager für Deutschland, die Schweiz und Österreich der Grundfos-Gruppe. www.grundfos.ch


BAUEN

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BAUEN

SMARTE LÖSUNGEN FÜR EINE DEZENTRALISIERTE ENERGIEWELT REGIONAL, NACHHALTIG UND ZUVERLÄSSIG von Andreas Beer

Die Energiestrategie 2050 sieht vor, erneuerbare Energien zu fördern und die Energieeffizienz zu erhöhen. SMARTPOWER, das intelligente Gesamtpaket für ein zukunftsgerichtetes Smart Metering und cleveres Energiemanagement, trägt seinen Teil dazu bei.

Smarte Lösungen, die flexibel einsetzbar sind, haben Zukunft.

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ie Energiestrategie 2050 hat die Weichen für die Energiewende gestellt. Damit diese gelingt, braucht es eine bessere Energieeffizienz, einen Ausbau der erneuerbaren Energien und intelligente Stromnetze. Wie kann in einer nachhaltigen Schweiz das komplexe Wechselspiel von Energie-Angebot und Energie-Nachfrage gemanagt und im Gleichgewicht gehalten werden? Und wie können Energieunternehmen künftig die Vorgaben erfüllen und gleichzeitig kundenfreundlicher werden? Wie können schliesslich in einer erneurbaren Zukunft die Bedürfnisse der Kunden gedeckt und ihr Verhalten an die beschränkt verfügbaren Ressourcen angepasst werden?

ZUKUNFTSGERICHTETES SMART METERING Repower hat sich den kommenden Herausforderungen gestellt und das Energiemanagement auf die neuen Bedürfnisse und Anforderungen ausgerichtet. Es hat mit SMARTPOWER ein intelligentes Gesamtpaket für ein zukunftsgerichtetes Smart Metering geschnürt. In diesem Paket enthalten sind drei Komponenten: Tarife mit Verhaltensanreizen, ein Smart Manager als lokale Intelligenz mit Echtzeitfunktionalität und eine App, welche die Visualisierung sowie Steuerung des Stromverbrauchs erlaubt.

INNOVATIVES TARIFMODELL MIT DEN RICHTIGEN ANREIZEN Die erste Komponente ist die Möglichkeit, innovative Tarifmodelle wie beispielsweise einen Leistungstarif abzubilden. Dabei basieren die Tarife nicht mehr allein auf der bezogenen Strommenge, sondern auch auf der maximalen Tagesleistung. Dies gibt dem Kunden den Anreiz, seine Stromgeräte intelligent einzusetzen oder eben intelligent steuern zu lassen. Für das Gelingen der Energiestrategie muss das Verbrauchsverhalten an die vorhandenen Ressourcen wie Netzkapazität oder lokal erzeugte erneuerbare Energie angepasst werden. Den Netzbetreibern bietet das System die Möglichkeit, entsprechende neue Anreizmodelle und dynamische Tarife einzuführen. Dabei ist das System durch die lokale Intelligenz und Echtzeitfunktionalität offen. So kann es zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden, falls sich die Bedürfnisse und Anforderungen in der Kundeninteraktion ändern.

DATEN ÜBERWACHEN UND VERBRAUCH STEUERN Dank einer praktischen App können die Kunden ihr Verbrauchsverhalten und ihre Energiekosten jederzeit bequem über das Mobiltelefon, das Tablet oder den Com-

puter abrufen und ihren Verbrauch prüfen. Die Kunden werden so aktiv ins Energiemanagement einbezogen. Möglich macht dies der in jedem Haus installierte Smart Manager, der die Messdaten direkt aus dem Zähler liest und überwacht. Über dieses Gerät lässt sich der eigene Verbrauch direkt oder automatisiert steuern. Und weil SMARTPOWER intelligent ist, berücksichtigt die Software auch Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Batterien sowie Ladevorgänge von Elektroautos. Bei Tageszeiten mit hohem Stromverbrauch  – diese treten vor allem am Mittag und frühen Abend auf – schaut sie eigenständig, wie die Geräte effizient gesteuert werden.

ZUSAMMENARBEIT MIT MINERGIE Heute sind Haushalte für knapp einen Drittel des gesamten Strombedarfs in der Schweiz verantwortlich. Darum werden Energiemanagement-Lösungen wie SMARTPOWER immer wichtiger. Diesen Beitrag zur Energieeffizienz und ihr nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen haben dazu geführt, dass Repower seit Januar 2019 Leadingpartner von Minergie ist und den Verein bei unterschiedlichen Energiethemen unterstützt.

Mit SMARTPOWER lässt sich der Energieverbrauch zu Hause in Echtzeit überblicken und steuern.

Repower | Via da Clalt 12 | CH-7742 Poschiavo | Tel. +41 (0) 81 839 71 11 | www.repower.com

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BAUEN

Die gängigen Bauprodukte der Bauwirtschaft genügen nicht immer baubiologischen Ansprüchen.

BAUBIOLOGIE UND LOWTECH NACHHALTIGE KONZEPTE FÜR UNSER BEBAUTES UMFELD von Barbara Jehle

Ressourcenknappheit und Klimaziele erfordern alternative Konzepte für eine nachhaltige Zukunft. Es sind Konzepte, die sich der Natur bedienen, sie aber nicht ausbeuten. An vielen Beispielen zeigt uns die Natur, wie Wachstum und Begrenzung, Qualität und Quantität sich durch evolutionäre Mechanismen weiterentwickeln können.

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ie Baubiologie vereint grundlegende Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung, nämlich Ökologie, Ökonomie und Soziales. Sie ist die umfassende Lehre ganzheitlicher Beziehungen zwischen den Menschen und ihrer gebauten Wohnund Arbeitsumwelt. Nach mehr als 40 Jahren hat sich die Baubiologie neu etabliert und wird heute als selbstverständliches Merkmal unserer gebauten Wohnumwelt gesehen.

ÖKOLOGISCHE BAUSTOFFE FÜR EIN GESUNDES RAUMKLIMA Eine ökologische Bauweise schont die Ressourcen und berücksichtigt die Belange der Natur. Wie die Energieversorgung, müssen

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sich Baustoffe an der Erneuerbarkeit orientieren. Der Einsatz natürlicher und unverfälschter Baustoffe war bereits in den 80er-Jahren Forderung der Baubiologie. Schadstoffe, Entsorgungsprobleme, steigende Rohstoff- und Energiekosten verschaffen diesen Baustoffen heute zunehmende Akzeptanz. Der gesamte Weg der Baustoffe, von der Herstellung über die Verwendung bis zur Entsorgung muss in die Beurteilung mit einbezogen werden. Materialeinsatz, Materialvielfalt und die Anzahl der Bauteilschichten bei energieeffizienten Gebäudehüllen nehmen zu und verursachen bei der Herstellung nicht selten problematischen Abfall. Zu be-

rücksichtigen sind auch Landschaftsverbrauch und die Einträge von Schadstoffen in Luft, Gewässer, Boden und Lebewesen. Nachwachsende und ressourcenschonende Baustoffe wie Holz, Stroh und Lehm sind dem Menschen seit evolutionären Zeiträumen vertraut und strahlen eine hohe Wertigkeit aus. Gebäude aus diesen Baustoffen überdauern oft Jahrhunderte, wie zum Beispiel Lehmbauten aus dem 17. Jahrhundert im Raum Genf oder im Thurgau zeigen. Regionale hochwertige Baustoffe reduzieren den Transportaufwand und stärken die heimische Wirtschaft. Natürliche Baumaterialien besitzen feuchteregulierende Eigenschaften und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Raumluft.


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UMWELTÖKONOMISCHE WERTSCHÖPFUNG Die Baubiologie betrachtet Gebäude über den gesamten Lebenszyklus. Es müssen alle Nachhaltigkeitsansprüche und alle dafür erforderlichen Ressourcen einbezogen werden. Dort, wo Technik dem Menschen dient, gilt es, sie einzusetzen, jedoch nach dem Grundsatz «So viel Technik wie nötig, so wenig wie möglich». Die Grundlage für einen reduzierten Technik- Einsatz wird bereits in einer integralen Bauplanung gelegt. Was in dieser Phase des Bauens vernachlässigt wird, kann später allenfalls korrigiert oder mit entsprechender Technik kompensiert werden. Die Nutzung von Umweltressourcen wie Sonne, natürliche Verschattung, Wind (Druck- und Sogwirkung auf Gebäudehülle) und Wasser reduzieren laufende Betriebskosten. Diese Lowtech-Gebäude nutzen das Potenzial der Bausubstanz. Wirksame Dämmungen und Speichermasse verbessern nicht nur den Wärmeschutz, sondern leisten, mit entsprechender Nachtlüftung,

passive Kühlmassnahmen. Die Fensterflächen sind im Verhältnis zur Aussenhülle entsprechend dem Klima anzuordnen. In Verbindung mit einem optimalen Verschattungssystem ist damit in unseren Breitengraden bereits ein Gebäude mit minimaler Betriebsenergie möglich. Zukünftige Gebäude haben einen minimalen Primärenergiebedarf indem sich Gebäudehülle und Haustechnik ergänzen. Durch das Zusammenfügen von optimal gewählten Materialien entstehen einfache, robuste Konstruktionen. Diese Bauweise zeichnet sich durch geringen Energieaufwand in der Herstellung und durch Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit aus. Weitere Vorteile in der Nutzungsphase sind Wartungsfreundlichkeit und ein geringer Reparaturaufwand. Naturbaustoffe verstehen «in Würde zu altern» und gewinnen im Laufe der Jahre an reizvoller Patina.

sichtspunkten erfüllen Quartiere Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit. Konzepte, die Wohnen, Arbeiten und Leben verbinden, schaffen Lebensqualität. Wohnformen, die generationsübergreifende Kontakte ermöglichen, sind Voraussetzung für ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben einer älter werdenden Gesellschaft. Gebäude der Zukunft passen sich mit wenig Aufwand ändernden Bedürfnissen der Bewohner an. Ziel ist eine elementare Existenzsicherung für alle und ein gerechter Zugang zu Ressourcen. Durch Effizienzsteigerung, Gewinnung neuer Energien, aber auch mit entsprechender Verhaltensänderung, soll die Versorgungssicherheit aufrechterhalten werden. Dazu gehören die Nahrungs- und Wasserversorgung als eigentliche Lebensgrundlage.

BARBARA JEHLE

ASPEKTE SOZIALER NACHHALTIGKEIT

Geschäftsführerin Baubioswiss.

Baubiologische Bauweisen setzen auf Lebensräume. Neben energetischen Ge-

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Station – strukturierte und wandelbare Veloüberdachung www.velopa.ch

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KOLUMNE

NACHHALTIG BAUEN IN ZEITEN DER KLIMAERWÄRMUNG von Dr. Thea Rauch-Schwelger

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ie Klimaerwärmung mit den sommerlichen Temperaturextremen bereitet vor allem den Menschen in urbanen Zentren Probleme, da sich immer häufiger urbane HitzeInseln bilden. Die UNO-Mitgliedstaaten haben sich mit den 17 Zielen (SDGs) der Agenda 2030 verpflichtet, global und lokal dem Klimawandel zu begegnen. Die Schweizer Bauwirtschaft kann dazu mit wirkungsvollen Massnahmen einen Beitrag leisten.

Heute leben in der Schweiz rund drei Viertel der Menschen in Kernstädten und deren Agglomerationen. Mit den Klimaveränderungen spüren sie die heissen und trockenen Sommer mit über 30 Grad besonders stark. Einerseits speichern die versiegelten Flächen die Sonneneinstrahlung stärker als Grünräume. Andererseits fördert die Produktion von Baustoffen die Klimaerwärmung zusätzlich. Die sogenannte graue Energie mit dem entsprechenden CO2-Ausstoss entsteht aus fossilen Brennstoffen. Nachhaltiges Bauen zielt darauf ab, den CO2- Ausstoss zu reduzieren und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf, die neben dem Material- und Energieeinsatz auch gesundheitliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte miteinbezieht. Gemäss Werner Sobek von der Universität Stuttgart, der sich in seinen Forschungen der Frage widmet, wie wir mit weniger Materialien mehr gebaute Umwelt schaffen können, benötigt die Menschheit heute mindestens 115 Tonnen zusätzliche Baustoffe pro Person. Da pro Sekunde knapp drei Menschen geboren werden, bedeutet dies einen zusätzlichen Bedarf an Rohstoffen von zwei weiteren Erden, wenn der heutige Baustandard der Industrieländer (335 Tonnen) erreicht werden soll. Diese Menge ist auf

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die Dauer nicht verfügbar, schon gar nicht unter den heutigen energieintensiven Produktionsbedingungen. Da die graue Energie in Baumaterialien rund 60 Prozent des Energieverbrauchs eines Gebäudes ausmacht, ist die logische Folgerung, dass in Zukunft weniger und energieärmer produzierte Baustoffe verwendet werden müssen. Allerdings sollten auch die Nutzenden für ein emissionsärmeres Verhalten sensibilisiert werden. Sobek zeigt auf, wie mit einem veränderten Verbraucherverhalten ergänzt durch Energiemanagementsysteme und dezentrale Photovoltaikanlagen der CO2-Aus-stoss von Gebäuden ohne eine Komforteinbusse auf null reduziert werden kann. Als weitere Anpassungsmassnahme gegen klimabedingte Gefahren haben die Begrünung von Dächern und Fassaden einen positiven Einfluss. Durch die Wasserverdunstung sinkt die Temperatur in Gebäuden um mehrere Grad, und auch die Beschattung durch Laubbäume mindert den urbanen Hitze-Insel-Effekt. Grünräume sind zudem wichtige Qualitätsmerkmale von Städten, da sie die Luftqualität deutlich verbessern.

DR. THEA RAUCH-SCHWELGER ist Präsidentin und Dozentin beim Bildungszentrum Baubiologie und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Departement Architektur an der ETH Zürich. www.baubio.ch/bildung


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SMART BEGINNT IM KOPF

DAS INTELLIGENTE GESAMTPAKET FÜR EIN ZUKUNFTSGERICHTETES SMART METERING UND ENERGIEMANAGEMENT Repower hat eine innovative und wirtschaftliche Energiemanagement-Lösung entwickelt, die sie auch selbst nutzt. Es gibt starke Gründe, die für SMARTPOWER sprechen: • • • •

Visualisierung des Verbrauchs und der Produktion beim Kunden Rund um die Uhr Zugriff auf Echtzeitdaten des Stromverbrauchs Individuelle Steuerung des Verbrauchs Optimierung des Eigenstromverbrauchs bei PV-Produktion

Daraus resultieren echte Mehrwerte: FLEXIBILITÄT, VOLLE KOSTENKONTROLLE, UNTERSTÜTZUNG VON ERNEUERBAREN ENERGIEQUELLEN

Weitere Informationen finden Sie unter repower.com/smartpower Ausgabe 03/2019 // Seite 57


BAUEN

CHANCEN FÜR DIE SCHWEIZER BAUWIRTSCHAFT von Das Gebäudeprogramm

Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen will den CO2-Ausstoss und den Energieverbrauch des Schweizer Gebäudeparks reduzieren, indem es energetische Sanierungen von Liegenschaften fördert. Dies kommt auch der Schweizer Bauwirtschaft zugute.

Die umfassende Sanierung dieses Hauses nach Minergie-P Standard wurde unter anderem durch Fördergelder des Gebäudeprogramms ermöglicht.

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as Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen unterstützt Hausbesitzerinnen und -besitzer, die ihre Liegenschaft energetisch sanieren, mit Fördergeldern. Dadurch und auch dank Steuererleichterungen sind energetische Sanierungen bereits nach wenigen Jahren wirtschaftlich. Auch die Schweizer Bauwirtschaft zieht einen hohen Nutzen daraus.

WERTSCHÖPFUNG IN DER BAUWIRTSCHAFT Das Gebäudeprogramm hat 2017 knapp 390 Millionen Franken energiebezogene Mehrinvestitionen ausgelöst, die ohne die finanzielle Förderung nicht getätigt worden wären (Das Gebäudeprogramm, Jahresbericht 2017). Diese Mehrinvestitionen bewirken positive Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte in jenen Branchen, die direkt oder indirekt an den geförderten Projekten beteiligt sind – also vorwiegend im Schweizer Baugewerbe, aber auch bei dessen Zulieferern sowie jenen inländischen Unternehmen, die Baumaterial, Heizungskomponenten und Solarkollektoren herstellen.

BERATUNG ALS SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG Die Chancen für die Bauwirtschaft sind nach wie vor beträchtlich. Gemäss Schätzungen des Bundes besteht bei über einer Million Gebäuden in der Schweiz Sanierungsbedarf und rund zwei Drittel aller Gebäude werden immer noch fossil beheizt, obwohl das mittlerweile nicht mehr zeitgemäss ist und bessere und günstigere Alternativen bestehen. Viele Hausbesitzerinnen und -besitzer scheuen jedoch nebst den Kosten auch den Aufwand, den eine Gebäudesanierung mit sich bringt. Das gilt vor allem dann, wenn über eine Pinselsanierung hinaus die Gebäudehülle

energetisch erneuert werden soll. Hier können Bauunternehmer beratend unterstützen und aufzeigen, dass es sich langfristig lohnt, in die Energieeffizienz der Liegenschaft zu investieren.

GEBÄUDE GANZHEITLICH BETRACHTEN Eine Sanierung sollte, wenn immer möglich, mit einer Analyse des Gesamtenergiesystems der Liegenschaft beginnen. Das Bundesamt für Energie rät dazu, einen GEAK Plus (Gebäudeenergieausweis der Kantone mit Empfehlungen) zu erstellen. In einigen Kantonen wird dies auch durch Das Gebäudeprogramm gefördert.

Das Gebäudeprogramm ist ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Klima- und Energiepolitik. Es basiert auf Art. 34 des CO2-Gesetzes. Der Fördertopf wird gespeist aus der vom Bund erhobenen CO2-Lenkungsabgabe auf fossilen Brennstoffen sowie über kantonale Kredite. Das Gebäudeprogramm fördert bauliche Massnahmen, die den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss von Liegenschaften reduzieren. Dazu zählen die Wärmedämmung der Gebäudehülle, der Ersatz fossiler oder elektrischer Heizungen durch Heizsysteme mit erneuerbaren Energien, Anschluss an ein Wärmenetz sowie umfassende energetische Sanierungen und Neubauten im Minergie-P-Standard. Die Kantone legen individuell fest, welche Massnahmen sie zu welchen Bedingungen fördern. Mehr Informationen zum Gebäudeprogramm unter www.dasgebaeudeprogramm.ch © Fluxif (Gerry Nitsch)    / Das Gebäudeprogramm

   

© Fluxif (Gerry Nitsch) / Das Gebäudeprogramm

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Solarkollektoren liefern die Energie für Warmwasser.

Das Gebäudeprogramm | Uetlibergstrasse 132 | Postfach | CH-8036 Zürich Tel. +41 (0)44 457 55 65 | info@dasgebaeudeprogramm | www.dasgebäudeprogramm.ch

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BAUEN

Im Rhônetal eröffnet im Herbst 2019 ein visionärer Spitalbau.

KONZENTRATION DER KOMPETENZEN von Andreas Gurtner

In Rennaz VD hat die Steiner AG mit dem Hôpital Riviera-Chablais einen neuen, visionären Spitalbau realisiert, der fünf bestehende Regionalspitäler ersetzt. Der mehrgliedrige Komplex, der von GD architectes SA aus Neuchâtel und Groupe-6 aus Grenoble entworfen wurde, ermöglicht künftig beste medizinische Versorgung, optimale Prozesse und eine hohe Wirtschaftlichkeit. Seite 60 // bauRUNDSCHAU


BAUEN

die Realisation der Hochbauten des HRCNeubauprojekts die versierte Steiner AG beauftragt: Im medizinischen Bereich blickt Steiner auf über 40 Jahre Erfahrung zurück. Seit 1973 hat Steiner schweizweit über 60 verschiedene Spitalbauten sowie Alters- und Pflegezentren realisiert – so in den vergangenen Jahren beispielsweise das Kantonsspital Münsterlingen, das Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin des Luzerner Kantonsspitals, die Augenklinik Luzern oder die Clinique Romande de Réadaptation der SUVA in Sion. Als Generalunternehmerin zeichnet die Steiner AG derzeit auch für den Neubau «Horizont» beim Kantonsspital Frauenfeld sowie den Umbau und die Erweiterung des bestehenden Hochhauses beim GZO-Spital Wetzikon verantwortlich.

NEUBAU STATT SANIERUNG Das Spitalbauprojekt HRC im waadtländischen Rennaz weist ein Bauvolumen von rund 240 Mio. CHF auf. Der moderne Neubau fasst die bestehenden Akutspitäler von Vevey (Spitäler Samariter und Providence), Montreux, Aigle und Monthey zusammen und ersetzt diese. Mit dem Neubau entgehen die teils renovationsbedürftigen Spitäler einem kostspieligen Umbau und einer umfassenden Sanierung. Durch ihre Zusammenführung in einem Zentrum, das medizinisch und technisch auf dem neusten Stand ist, werden zudem Gesamteinsparungen im Betrieb erwartet. Die höheren Anlagenutzungskosten werden gemäss Planung durch die verbesserte Wirtschaftlichkeit in der täglichen Arbeit wettgemacht. Während sich die Waadt mit 75 Prozent an den künftigen Betriebskosten beteiligt, sind es beim Kanton Wallis 25 Prozent.

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as neue Spital Riviera-Chablais (HRC) wird ab Herbst 2019 die medizinische Grundversorgung für über 180’000 Menschen in den Kantonen Waadt und Wallis sicherstellen. Zuvor herrschte während mehr als viereinhalb Jahren Hochbetrieb auf der weitläufigen Baustelle im Rhônetal. Das Planen, Erstellen und Ausrüsten von Bauten für das Gesundheitswesen sind komplexe Aufgaben, die ein ausgeprägtes Spezialwissen für eine qualitativ einwandfreie, kosten- und termingerechte Ausführung erfordern. Als Generalunternehmerin wurde deshalb für

Das Neubauprojekt entstammt einem Architekturwettbewerb, an dem zehn Schweizer und europäische Architekturbüros teilgenommen hatten. Der erste Preis wurde im April 2011 an das Projekt «Pflege und grossartige Landschaft» der Architektengruppe Geninasca-Delefortrie aus Neuchâtel und Groupe-6 aus Grenoble vergeben. Im Juni 2013 erfolgte eine öffentliche Ausschreibung für dieses umfassende Bauprojekt, in deren Folge insgesamt fünf Unternehmen ein Angebot einreichten. Nebst dem Preis als wichtiges Auswahlkriterium standen für die Auftraggeber Aspekte wie die Organisation der Auftragsausführung, die technische Qualität des Angebots, Referenzprojekte, der Aufbau der Betriebsorganisation des Bewerbers sowie die

Qualifikationen der vorgesehenen Subunternehmer im Fokus. Am 27. Januar 2014 entschied sich die Baukommission, in Absprache mit dem Spitalrat der Klinik Riviera-Chablais, den Auftrag an die Steiner AG zu vergeben.

MAXIMALE NUTZUNGSFLEXIBILITÄT Das Neubauprojekt steht auf einem 86’000 Quadratmeter grossen Grundstück zwischen der Autobahn A9 und der Route du Vieux Séquoia in der weiten Ebene des Rhônetals. Rund 1 300 Pfähle, die in 20 Meter Tiefe reichen, tragen das Gebäudefundament. Das Herzstück des Komplexes ist das 17,6 Meter hohe, dreistöckige Gebäude mit einer Gesamtfläche von 67’000 Quadratmetern. Der Baukörper ist in vier Gebäude gegliedert, die mittels eines zentralen Längstraktes miteinander verbunden sind. Jedes der Gebäude verfügt über einen grossen begrünten Innenhof, der eine optimale Tagesbelichtung und Ruhe garantiert. Das komplette Gebäude erstreckt sich auf einer Fläche von 115 x 215 Metern. Bei der Konzeption stand die flexible Nutzung im Vordergrund. Die Installationen der Gebäudetechnik sowie der Innenausbau werden so umgesetzt, dass für die Endausstattung der Spitalstationen eine möglichst grosse zukünftige Nutzungsflexibilität entsteht. Auf den ersten beiden Etagen des Neubaus sind die Administration, das Ambulatorium, die Logistik, der Mutter-Kind-Bereich sowie die technische Plattform (Notfallmedizin, bildgebende Diagnostik, Intensivstation, OP-Räume) untergebracht. Im obersten, dritten Geschoss befinden sich die Patientenzimmer (Erwachsene / Mutter-Kind). Die Gesamtkapazität umfasst 300 Akutbetten, die auf maximal 360 ausbaubar ist. Bei Vollbetrieb werden im neuen Spital rund 2000 Beschäftigte tätig sein. Das neue HRC erfüllt alle wesentlichen technischen und medizinischen Anforderungen an einen Spitalbau der neuesten Generation. Die moderne und lichtdurchflutete Architektur schafft ein genesungsförderndes Ambiente und trägt zu einem angenehmen Spitalaufenthalt bei. Ärzten und medizinischen Fachkräften bietet das neue Klinikgebäude zudem ein attraktives Arbeitsumfeld und eine zeitgemässe Infrastruktur.

EINDRÜCKLICHE DIMENSIONEN Im neuen Spitalkomplex wurden 50’000 Kubikmeter Beton und 6 000 Tonnen Stahl verbaut. Die technische Ausrüstung des

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BAUEN

Der Baukörper ist in vier Gebäude gegliedert, die mittels eines zentralen Längstraktes miteinander verbunden sind.

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Die lichtdurchflutete Architektur schafft ein genesungsförderndes Ambiente.

Krankenhauses erforderte 500 Tonnen Luftkanäle, 70 Kilometer Verteilungsnetze, 10’000 Leuchten, rund 500 Kilometer Stromkabel und 7 000 Computersteckdosen. Innerhalb des Gebäudes wurden 60’000 m2 verputzte Wände erstellt, 2 600 Türen montiert, 30’000 m2 PVC-Boden und 8 000 m2 Parkett verlegt.

Dank exakter gemeinsamer Planung von Architekt, Spital und der projektleitenden Generalunternehmerin Steiner AG sind die minutiös aufeinander abgestimmten Bauarbeiten am Spital Riviera-Chablais zügig vorangekommen. Im Oktober 2019 wird die technische Infrastruktur des Gebäudes – einschliesslich biomedizini-

scher Geräte – installiert, getestet und in Betrieb genommen sein, womit das Gebäude offiziell an die Bauherrin Consortium HRC übergeben werden kann. Anschliessend können auch die fünf bestehenden Akutspitäler mit ihrem Umzug in die neue, zukunftsorientierte Umgebung beginnen.

Steiner AG | Hagenholzstrasse 56 | CH-8050 Zürich | Tel. +41 (0) 58 445 20 00 | info@steiner.ch | www.steiner.ch

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BAUEN

HOCH HINAUS MIT HOLZ UND BIM DIGITALE ZUKUNFT DES BAUENS von Michael Meuter

Ein Begriff ist heute in aller Munde: Building Information Modeling, kurz BIM. BIM zielt im Zuge der Digitalisierung auf eine Planung unter Einbezug aller Baubeteiligten und über den ganzen Lebenszyklus von Immobilien. Der Holzbau, bereits seit Jahrzehnten in der dreidimensionalen digitalen Welt zu Hause, ist prädestiniert für diese neue Organisationsform des Bauens. In Rotkreuz tritt er den Tatbeweis dafür an: mit hohen Bauten, wie sie der Holzbau hierzulande bisher noch nicht kannte. Mit diesem Beitrag setzen wir unsere kleine Reihe zum Suurstoffi fort. Der Blick in den Innenraum des ersten Holz-Hochhauses der Schweiz «S22» lässt die Holzkonstruktion klar erkennen.

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© Markus Bertschi

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ie Suurstoffi in Rotkreuz hat es in sich. Auf dem rund 100’000 Quadratmeter grossen Areal entsteht seit einigen Jahren Stück für Stück ein durchmischtes, klimaneutrales Quartier, in dem sich Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten durchdringen. Im Endausbau bietet die Suurstoffi Raum für rund 1 500 Bewohner, an die 2 000 Studierende und über 2 500 Arbeitsplätze.

pekte: «Die kürzere Bauzeit reduziert die Zinsen und führt zu früheren Mieteinnahmen», erklärt Achermann. «Die Vorfabrikation sorgt für höhere Qualität, und Holz schafft ein angenehmeres Raumklima. Der hohe Detaillierungsgrad in der Planung verbessert die Kosten- und Terminsicherheit. Und: Der Holzbau ist BIM-tauglich.»

In diesem spannenden Umfeld zeigt der Holzbau Spitzenleistungen: Im letzten Sommer ist mit dem Bürogebäude «S22» das erste Holz-Hybrid-Hochhaus der Schweiz bezogen worden – ein Zehngeschosser. Die nationale Jury des Prix Lignum 2018 hat diese Premiere mit dem Silber-Preis gewürdigt.

Worum geht es bei BIM? «BIM ist eine Planungsmethode, mit der ein Gebäude im Zusammenspiel aller Baubeteiligten digital bis zum fertigen Ebenbild modelliert wird, bevor es gebaut wird – samt vielen Zusatzinformationen, welche im aktuellen Planungsstand ausgewertet werden können», fasst Hansueli Schmid von Lignum Technik den Ansatz zusammen.

ARBEITEN MIT EINEM «DIGITALEN ZWILLING»

Doch damit nicht genug. Auf einem anderen Baufeld in der Suurstoffi entsteht derzeit der neue Informatik- und Finanzcampus der Hochschule Luzern HSLU. Zwei der drei Gebäude werden in Holz-HybridBauweise erstellt. Das eine, wiederum ein Hochhaus, wird nach seiner Fertigstellung dieses Jahr mit 15 Geschossen und 60 Metern Bauhöhe das schweizweit höchste Holzgebäude sein. Der Bau hat einen passenden Namen: Er heisst «Arbo», verkürzt aus dem lateinischen «arbor», was so viel wie «Baum» bedeutet.

Mit BIM, so Schmid, ergäben sich beim Bauen unschätzbare Vorteile. «Planerische Fehler, die früher erst auf der Baustelle ersichtlich wurden, sind heute schon im dreidimensionalen Modell ersichtlich und mit ein paar Klicks einfach und günstig zu korrigieren. Die Planung ist damit zwar aufwendiger – die Ersparnisse durch vermiedene Mängel, Bauunterbrüche und unvorhergesehene Regiearbeiten machen den Mehraufwand aber längstens wett», zeigt sich Schmid überzeugt.

ÖKOLOGIE UND WIRTSCHAFTLICHKEIT

LEBENSZYKLUSDATENMANAGEMENT

Die Einbindung des Holzbaus ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bauherrin Zug Estates. Diese konzipiert, entwickelt und bewirtschaftet Liegenschaften in der Region Zug mit einem Gesamtwert von 1.54  Milliarden Franken per Ende 2018. Auf dem Suurstoffi-Areal ist nicht nur das eingangs erwähnte erste Hybrid-Hochhaus unter Nutzung modernster Holzbautechnologie entstanden, sondern zuvor wurden dort auch bereits neun Wohnhäuser mit 156 Wohnungen in Holz- und HolzHybrid-Bauweise erstellt – die grösste Holzbausiedlung der Zentralschweiz.

«BIM schafft Prozesssicherheit», bekräftigt Holzbauingenieur Thomas Rohner, Vorstandsmitglied von Bauen digital Schweiz und seit 2015 Professor für Holzbau und BIM an der Berner Fachhochschule. «Waren traditionelle Entwurfsmethoden auf zweidimensionale technische Zeichnungen und Schemata beschränkt, hat die 3-DModellierung erst einen vollständigen Prozess ermöglicht›, erläutert der BIM-Fachmann. «Je nach Reifegrad geht BIM sogar noch weiter und bezieht die Zeit als vierte ‚Dimension‘, die Kosten als die fünfte, die Nachhaltigkeit als sechste und das Facility Management als siebte Dimension mit ein.»

«Der Holzbau unterstützt sowohl unsere ökologischen als auch unsere ökonomischen Ziele», sagt Tobias Achermann, CEO der Zug Estates Holding AG. Holz binde CO2 und vermeide zugleich Treibhausgasemissionen aus der Herstellung und dem Transport anderer Baumaterialien. Doch für Holz sprechen aus Sicht von Zug Estates auch handfeste wirtschaftliche As-

Der Holzbau, so Rohner, verfüge unter dieser neuen, von der Digitalisierung getriebenen Arbeitsweise über mehrere Startvorteile. «Zum Ersten hat er eine 30-jährige Erfahrung in der 3-D-Modellierung, zum Zweiten verfügt er über eine ebenso lange Erfahrung in der Vorfertigung, und zum Dritten weiss er, wie man Produktionsdaten

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Das zehngeschossige Holz-Hochhaus «S22» wurde im Sommer 2018 fertiggestellt und ist mittlerweile bezogen.

im 3-D-Modell implementieren kann.» Im Austausch der Informationen mit allen anderen Planenden und Ausführenden gebe es auch im Holzbau durchaus noch Entwicklungspotenzial, sagt Rohner, aber die Produktion ab BIM-Modell habe die Bauweise im Griff.

möglich, dass die Datenbank auch für die Projektkontrolle verwendet werden kann: Denn die Ausführung wird laufend gemessen und mit der Planung abgeglichen.

JUST-IN-TIME-HOLZBAU

Im Zentrum der Planung für den neuen Campus der HSLU steht das BIM-Modell mit Datenbank. Darin werden alle bauteilrelevanten Informationen an einem Ort gesammelt und verwaltet – für etwa 40 verschiedene beteiligte Firmen mit Hunderten von Beschäftigten. Aus dem Modell werden unter anderem Werkpläne, Ausschreibungsdokumente und Mengenauswertungen für die Ausführung erstellt – es gibt auf der Baustelle keinen Prozess, der nicht modellbasiert abläuft.

Damit der Bezug wie geplant im Herbst 2019 erfolgen kann, setzt Zug Estates auf BIM in direkter Verknüpfung mit Lean Construction, einer ausgefeilten Logistikplanung und Holzbau auf der Höhe der Zeit. Zuständig dafür ist Erne Holzbau. Die Laufenburger Firma war bereits beim oben erwähnten ersten Holz-Hybrid-Hochhaus «S22» auf dem SuurstoffiAreal  – ebenfalls ein BIM-Projekt – als Systemgeber, Holzbauingenieur und Realisierungspartner in führender Rolle beteiligt. Erne produziert alle Holzelemente im Werk aus dem dreidimensionalen Modell. Die Anlieferung erfolgt im Just-in-timePrinzip, was die Bauzeit vor Ort erheblich verkürzt. Pirmin Jung, Holzbauingenieur und Brandschutzplaner für «Arbo», lobt den BIM-Prozess auch in der Brandschutzplanung als hoch effizient: Alle Eigenschaften liessen sich im Modell erfassen, woraus die Pläne für den Holzbau generiert wurden.

Projektbeteilige wissen jederzeit genau, wann was auf die Bauteile angeliefert und wann wo welches Bauteil verbaut wird. Der Rückfluss von Informationen macht es

Kein Zweifel: Das Suurstoffi-Areal wird auf Jahre hinaus ein bevorzugter Ort sein, um sich von der Leistungsfähigkeit des heutigen Schweizer Holzbaus ein Bild zu machen.

EIN SPORTLICHER ZEITPLAN Davon profitiert der Bau des neuen HSLUCampus in Rotkreuz. Bis die ersten Studierenden dort ein- und ausgehen können, muss ein enger Terminplan eingehalten werden. Die Baubewilligung kam im Juli  2017; der Grundstein wurde im Februar 2018 gelegt.

Sicht auf die Schmalseite des Holz-Hochhauses «Arbo» auf dem «Suurstoffi» in Rotkreuz.

BIM-DATENBANK FÜR DEN HOLZBAU Lignum stellt mit Lignumdata eine offene Datenbank mit Baulösungen aus Holz bereit und erweitert das Angebot laufend. Bauprodukte und Bauteile können nach Anforderungen wie Schallschutz, Brandschutz, Ökobilanz usw. gefiltert werden. Über die API-Schnittstelle sind die Daten auf verschiedenen Plattformen vernetzt oder können im offenen ifc-Standard direkt in CAD-Programme importiert werden. Lignumdata bietet mit produktneutralen Informationen eine ideale Basis für die Zusammenarbeit in der BIM-Arbeitsmethode. www.lignumdata.ch

MICHAEL MEUTER ist Verantwortlicher Information von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz in Zürich. www.lignum.ch

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ARCHITEKTUR

LICHTBLICKE DER ARCHITEKTUR TAGESLICHT AUS DEM SCHATTENDASEIN BEFREIEN von Swenja Willms

Das Thema Tageslicht ist seit Beginn des Bauens in der Architektur verankert. Doch die Zeiten, in denen ein Augenmerk auf Positionierung und Dimensionierung von Gebäudeöffnungen gelegt wurde, sind seit dem Aufkommen von elektrischem Licht passé. Unsere natürliche Lichtquelleals Gestaltungselement wurde vernachlässigt und verlor mehr und mehr an Bedeutung. Debatten rund um die Energieeffizienz und den Klimawandel befreien das Tageslicht wieder aus seinem Schattendasein. Passend dazu trat im Juni 2019 die Norm «SN EN 17037 – Tageslicht in Gebäuden» in Kraft. Das Anliegen dieser neuen Norm ist eine verbesserte Tageslichtversorgung von Gebäuden. Denn dieses leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Energieversorgung, sondern steigert auch das Wohlbefinden der Menschen.

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ARCHITEKTUR

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ARCHITEKTUR

Tageslicht leistet einen wichtigen Beitrag zum Raumkomfort.

BRENNPUNKT TAGESLICHT FÜR DIE RICHTIGE BALANCE IN GEBÄUDEN von Swenja Willms

Tageslicht ist für Menschen unverzichtbar. Allerdings verbringen wir bis zu 90 Prozent unserer Zeit im Innenraum. Architekten und Gebäudeplaner stehen vor der Herausforderung: Wie bringen wir ausreichend Tageslicht in die Gebäude? In der neuen europäischen Norm EN 17037 gibt es erstmalig europaweit anwendbare Empfehlungen für die Tageslichtversorgung in Gebäuden.

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m Juni 2019 fand auf dem Campus der Hochschule Luzern in Horw das erste Schweizer Tageslicht-Symposium statt. Es war eine Plattform für den Austausch praxis- und anwendungsrelevanter Themen zwischen Architekten, Planern, Industrie, Forschung und Behörden. Das Symposium hatte sich zum Ziel genommen, dem Thema Tageslicht wieder mehr Gewicht in der Fachwelt zu verschaffen und die Kompetenz der Teilnehmenden zu erhöhen. Es erörterte die Bedeutung des Lichtes in unserer Gesellschaft, thematisierte das natürliche Licht als Gestaltungselement in der Architektur und klärte den Beitrag des Tageslichts zur aktuellen Energiediskussion. Praxisrelevante Themen

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wurden diskutiert und der Stand der gewandten Forschung gewürdigt. Der Zeitpunkt war günstig gewählt: Im Juni 2019 trat die Schweizer Norm «SN EN 17037 – Tageslicht in Gebäuden» in Kraft. Sowohl auf europäischer wie auch auf Schweizer Ebene ist sie ein Novum, denn bisher gab es keine Norm für Tageslicht. Das Anliegen dieser neuen Norm ist eine verbesserte Tageslichtversorgung von Gebäuden. Die neu erschienene SN EN 17037:2019 beschreibt den aktuellen Stand der Technik und unterstützt Architekten und Gebäudeplaner dabei, Räume erfolgreich mit Tageslicht zu planen. Dabei wird eine Mindestempfehlung festgelegt, um

in Innenräumen einen hinreichenden Helligkeitseindruck mit Tageslicht zu erzielen und eine ausreichende Sichtverbindung nach aussen herzustellen. Ausserdem werden Richtlinien für die Besonnungsdauer von Wohn- und Aufenthaltsräumen aufgeführt.

EIN GESUNDES ZUHAUSE Tageslicht sollte die wesentliche Beleuchtungsquelle für alle dauernd benutzten Räume sein. In einem gesunden Zuhause sorgen Tageslicht und Frischluft für eine optimale natürliche Belichtung und ein angenehmes Raumklima; zudem werden die Mengen an CO2, Feinstaubpartikeln und Allergenen auf ein Minimum begrenzt. Bei dieser Konzeption werden angenehme


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Temperaturen und Lichtbedingungen über den Tag hinweg mithilfe einfacher und natürlicher Massnahmen aufrechterhalten. Dank dieser Eigenschaften kann ein Zuhause zur Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit seiner Bewohner beitragen. Sie sind weniger anfällig für Atemwegserkrankungen und profitieren von einer besseren Schlafqualität sowie einer höheren Konzentrations-, Lernund Leistungsfähigkeit. Ebenso trägt Tageslicht massgeblich zur Senkung des Energieverbrauchs elektrischer Beleuchtung bei. Da zum Heizen und Kühlen natürliche Ressourcen eingesetzt werden, etwa die Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung im Winter sowie eine natürliche Lüftung und dynamische Beschattung, zeichnet sich das Energieprofil eines gesunden Zuhauses zudem durch eine grössere Nachhaltigkeit aus.

EINE LEISTUNGSFÄHIGE ENERGIEQUELLE Heute fallen gemäss S.A.F.E. (Schweizerische Agentur für Energieeffizienz) circa

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© Foto: Patrick Kälin/nuevo

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Das Tageslicht-Symposium der Hochschule Luzern informierte kompetent rund um das Thema Tageslicht.

zwölf Prozent des Stromverbrauchs auf den Beleuchtungssektor. Dies ist ein wesentlicher Anteil und Grund genug, sich grundsätzliche Gedanken über den Umgang mit künstlicher Beleuchtung zu machen. Die tiefen Stromkosten schaffen jedoch keinen Anreiz für ein Umdenken weg von der künstlichen Beleuchtung und hin zu einer besseren Tageslichtnutzung. Warum sollte das Beleuchten mit Tageslicht während der Tagesstunden dennoch die Zukunft des Umgangs mit Licht sein? Aus einer radikal vereinfachten Konsumentensicht sieht der Vergleich zwischen Kunstlicht und Tageslicht folgendermassen aus: Es steht die LED-Leuchte mit 50’000 Stunden Lebensdauer und circa 20 Rappen pro Kilowatt-Stunde Betriebskosten der Sonne mit zehn Milliarden Jahren Lebensdauer und keinen Betriebskosten gegenüber. Die Wahl sollte eigentlich klar sein. Dass die

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Sonne im Weiteren die nachhaltigste existierende Lichtquelle ist, ist selbstredend.

DYNAMIK DES TAGESLICHTS Tageslicht bietet unterschiedliche Stimmungen durch seinen ständig wechselnden Charakter: als Morgenrot, als diffuses Licht bei bewölktem Himmel oder als tief am Horizont stehendes Sonnenlicht im Winter. All diese Tageslichtstimmungen sorgen in unseren Gebäuden für verschiedene Lichtqualitäten. Entscheidend dabei ist die Anordnung und Grösse der Gebäudeöffnungen. Am wirkungsvollsten ist Tageslichteinfall von oben, da der Zenit wesentlich heller ist als der Horizont. Ein direkter Vergleich zeigt, dass die durch ein Schrägdachfenster einfallende Tageslichtmenge doppelt so gross und die durch ein horizontales Dachfenster einfallende Tageslichtmenge sogar dreimal so gross ist wie bei einem ähnlich

dimensionierten Fassadenfenster. Entscheiden wir uns für ein effizienteres Tageslichtdesign gemäss SN EN 17037:2019, wird dies die Architektur massgeblich verändern. Am Donnerstag, 18. Juni 2020, findet das nächste Schweizer Tageslicht-Symposium statt.

SWENJA WILLMS ist Redaktorin bei bauRUNDSCHAU. www.hslu.ch/licht www.blog.hslu.ch/lichtathslu www.tageslicht-symposium.ch www.velux.com www.snv.ch www.mjh.ch


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©janbitter.de/Kiefer GmbH

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Im neuen Museum M9 in Venedig-Mestre kamen INDUL N Schlitzdurchlässe der Kiefer GmbH Luft- und Klimatechnik zur Anwendung.

ZUSAMMENSPIEL VON ARCHITEKTUR UND KLIMATECHNIK ELEGANTE SCHLITZDURCHLÄSSE FÜR DAS MUSEUM M9 IN VENEDIG-MESTRE von Jörg Kranich

Das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton geniesst internationales Renommee und steht für höchste Ansprüche in Architektur, Städtebau und Design. Seine Entwürfe weisen aufgrund seiner bürospezifischen Handschrift einen hohen Wiedererkennungswert auf. Dies manifestiert sich in der Regel in einer einmaligen und farbigen Fassadengestaltung. So auch im neuen Museum M9 im italienischen Venedig-Mestre. Hier wurden farbige Keramikfliesen mit Sichtbeton kombiniert. Die hochwertige Formensprache der Gebäudehülle setzt sich im Gebäudeinneren konsequent fort – wie eine eindrucksvolle Kaskadentreppe aus rauem Sichtbeton zeigt. Ebenso viel Wert wie bei der Gestaltung des Gebäudes legte Sauerbruch Hutton auf die Luft- und Klimatechnik des Museums – unter anderem mit INDUL N Schlitzdurchlässen von Kiefer GmbH Luft- und Klimatechnik. Sie verbinden eine effiziente Lüftungstechnik ohne Zugluft mit hochwertigem Design: ideal für anspruchsvolle Museumsbauten, in denen die Gebäudetechnik zwar leistungsstark, jedoch optisch nicht wahrnehmbar sein soll.

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m Dezember 2018 war es so weit – das neue Museum M9 für die Geschichte Italiens des 20. Jahrhunderts eröffnete in Venedig-Mestre seine Pforten für die Besucher. Entstanden ist dabei nicht nur ein freistehender Solitär, sondern gleich ein ganzes Museumsquartier. Dieses wertet die bislang gesichtslose Industriestadt Mestre vor den Toren Venedigs städtebaulich und architektonisch auf. Dafür wurde zum Beispiel ein ehemals geschlossener Gebäudeblock durchbrochen und eine diagonal verlaufende neue Wegeverbindung geschaffen, an der sich das neue Museumsquartier befindet.

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Mittelpunkt des neuen Quartiers ist ein kleiner Platz, von dem aus das Museum, ein kleinerer Verwaltungsbau sowie das ehemalige Kloster Convento delle Grazie aus dem 16. Jahrhundert zugänglich sind. Im Zuge der Umgestaltung des Areals erhielt der alte Klosterhof eine filigrane Glasdachkonstruktion, die ohne seitliche Auflagerungen auskommt. Das opake Membrandach bildet einen gelungenen Kontrast zur ehrwürdigen Bausubstanz des alten Konvents. Das Zusammenspiel zwischen Alt und Neu gelang den Architekten auch bei der Gebäudehülle des neuen Museums: Hier wurden die 17 Farbtöne der Keramikfliesen so

gewählt, dass sie die teils erdigen, teils verblassten Farben der umgebenden Altstadt widerspiegeln. Zahlreiche Restaurants und Geschäfte in den Erdgeschosszonen des neuen Quartiers beleben heute den Stadtraum. Aus diesem Grund ist auch das Erdgeschoss des Museums als grosser öffentlicher Raum konzipiert mit Mediathek, Auditorium, Museumsshop und Café. Betritt man das Museum, ist der Weg nach oben durch eine breite Kaskadentreppe aus rauem Sichtbeton eindrucksvoll inszeniert. Ein durchgehendes Fensterband flankiert die Treppe


und begleitet den Besucher mit Ausblick zur Stadt nach oben. Eine edle Holzlamellendecke aus Buchenholz und ein Holzhandlauf sowie ein hochwertiger Steinfussboden verbinden sich mit dem rauen Sichtbeton der Wände zu einer ausdrucksstarken Materialkomposition. Im ersten und zw eiten Obergeschoss wird die Geschichte Italiens des 20. Jahrhunderts präsentiert, das dritte Obergeschoss ist – mit Tageslicht von oben  – Wechselausstellungen vorbehalten.

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ARCHITEKTUR

KOMFORTKLIMA IM EINKLANG MIT DER ARCHITEKTUR Überall dort, wo die Gebäudetechnik den repräsentativen Charakter der Räumlichkeiten nicht beeinträchtigen sollte, kamen für die Luftverteilung ohne Zuglufterscheinungen INDUL N Schlitzdurchlässe von Kiefer zur Anwendung. Die Durchlässe fügen sich in den Räumen der Dauerausstellung zur Geschichte des 20 Jahrhunderts unauffällig in die linear angeordneten Lichtleisten ein. Und auch im Eingangsbereich und im Foyer sowie über der Kaskadentreppe bleiben sie zwischen den fein strukturierten Holzlamellen der abgehängten Zwischendecke für die Augen der Besucher unsichtbar. Des Weiteren sorgen sie auch im Auditorium für eine effiziente Frischluftzufuhr ohne spürbare Zugluft. Insgesamt wurde mehr als die Hälfte der Museumsfläche mit INDUL N Schlitzauslässen von Kiefer ausgestattet.

DURCHLASSPROFILE MIT FREISTRAHL-CHARAKTERISTIK

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INDUL N Schlitzdurchlässe lassen sich aufgrund ihrer geringen Schlitzbreite bereits ab 15 Millimeter in jede gewünschte

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Deckengestaltung einfügen, gleichgültig ob es sich um abgehängte Deckenkonstruktionen aus Holz, Gipskartonplatten oder Metall handelt. Im Museum M9 kamen die Baureihentypen AVI 24-125 N und AVI 45160 N zur Anwendung, die jeweils über eine mineralfaserfreie Luftkammerisolierung verfügen. Die eingesetzten Schlitzdurchlässe weisen Schlitzbreiten von 24 und 45 Millimeter auf und besitzen Bauhöhen von 231 und 266 Millimeter. Die Bauteillänge ist generell zwischen 500 und 2 500 Millimeter frei wählbar, auch Sonderabmessungen sind möglich.

reduziert sich die Austrittsgeschwindigkeit der Zuluft bis zum Aufenthaltsbereich so weit, dass Zuglufterscheinungen erst gar nicht entstehen können. Mit INDUL N Schlitzdurchlässen lassen sich durch eine diffuse, absolut walzfreie Raumluftströmung höchste Komfortansprüche umsetzen. Der Volumenstrom liegt zwischen 20 und 250 m³/hm. Ein weiterer Vorteil der Technik: Decken verschmutzen im Laufe der Zeit nicht, da die von Kiefer entwickelte Freistrahlcharakteristik die Zuluft direkt in den Aufenthaltsbereich verteilt, ohne die Decken dabei zu benetzen.

RAUMLUFTSTRÖMUNG FÜR HÖCHSTEN KOMFORT

Einfach und schnell montiert sind die Schlitzdurchlässe durch das INDUL-Montagezubehör. Dabei handelt es sich um ein System für die Reihen- und Einzelmontage, das sich in der Praxis bereits vielfach bewährt hat.

LUFT- UND KLIMATECHNIK IN MUSEEN Die Luft- und Klimatechnik besitzt im Museumsbau einen sehr hohen Stellungswert, da sie massgeblich für den Erhalt der Kunstschätze verantwortlich ist. Welche Luftfeuchte und Lufttemperatur optimal sind, richtet sich nach den gezeigten

Objekten und wird in der Regel von den zuständigen Konservatoren festgelegt. Die international empfohlenen Standardwerte liegen bei 20 Grad Celsius bei 50 Prozent relativer Luftfeuchte. Noch wichtiger als die Einhaltung solcher Absolutwerte sind jedoch konstante Luftverhältnisse im Raum: Schnelle Temperaturund Luftfeuchteschwankungen setzen den Exponaten extrem zu. Langsamere Veränderungen wie beispielweise zwischen den Jahreszeiten stellen hingegen kein Problem dar. Mit Mischlüftungssystemen wie den INDUL N Schlitzdurchläs-

©janbitter.de/Kiefer GmbH

Neben ihrem filigranen Design überzeugen INDUL N Schlitzdurchlässe insbesondere funktional. Sie bieten in belüfteten Räumen eine Wohlfühlatmosphäre ohne spürbaren Luftzug. Verantwortlich dafür ist eine spezielle Ausblasgeometrie, bei der feine Einzelstrahlen entstehen. Diesen Einzelstrahlen mischt sich Raumluft bei, wodurch sich die Temperaturdifferenz zwischen Zuluft und Raumluft auf kurzem Wege abbaut. Temperaturdifferenzen bis zu –14 K können problemlos ausgeglichen werden. Dazu

Projekt: M9 Museumsquartier, Venedig-Mestre Standort: Via Pascoli 11, 30171 Mestre VE, Italien Bauzeit: 2014-2018 Grösse: 25’600 Quadratmeter BGF Bauherr: Polymnia Venezia S.r.l. (Venedig) Architekten: Sauerbruch Hutton, Berlin, Matthias Sauerbruch, Louisa Hutton, Juan Lucas Young Projektleitung: Bettina Magistretti

INDUL N Schlitzdurchlässe wurden unauffällig in die linear angeordneten Lichtleisten integriert.

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sen von Kiefer ist es möglich, relativ grosse Luftwechselraten und hohe Temperaturdifferenzen umzusetzen – diese sind notwendig, um rasche Temperaturund Luftfeuchteschwankungen durch Besuchergruppen zu vermeiden. Wer als Planer oder Architekt mit einem Museumsbau beauftragt wird, sollte bereits in einer frühen Planungsphase an die Integration der Luft- und Klimatechnik denken. Dann kann sie optimal in die bestehende Architektur eingefügt werden  – ohne Abstriche bei der Gestaltung der Ausstellungsräume in Kauf nehmen zu müssen. Neben bewährten Standardlösungen bietet Kiefer auch Sonderanfertigungen an, jeweils perfekt auf die jeweilige Bauaufgabe zugeschnitten.

JÖRG KRANICH ist Leiter Vertrieb Komponenten bei Kiefer GmbH Luft- und Klimatechnik. Eine imposante Kaskadentreppe aus rauem Sichtbeton führt die Besucher in die Ausstellungräume in den oberen Geschossen.

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DEN PERFEKTEN RAHMEN SETZEN von Keller Zargen

TürV stehen auf den ersten Blick ein wenig im Schatten des Türblattes, sind aber keinesfalls weniger wichtig. Neben ihrer Funktion als Rahmen sind sie ein wichtiges optisches Element im Gesamtbild einer Tür. Die Keller Zargen AG geniesst in der Branche den Ruf eines besonders innovativen Unternehmens, das die Branche immer wieder mit Produktoptimierungen und Neuentwicklungen aufmischt.

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FIRMENPORTRAIT Keller Zargen AG, CH-8353 Elgg Gründungsjahr: 1998 Geschäftsleitung: Massimo Paris CEO Anzahl Mitarbeitende: 85 Kernkompetenz: Herstellung von Stahl- und Chromstahlzargen

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eit Jahrzehnten bürgt der Name Keller Zargen AG für ein führendes Sortiment an hochwertigen Türzargen. Dies ist das Ergebnis einer konsequenten Konzentration auf diesen Produktbereich. Das hohe technische Know-how der Mitarbeitenden und die vollautomatische Produktion auf modernsten Maschinen garantieren eine konstant hochwertige Qualität. Überdies gehört die handwerkliche Fertigung von Spezialausführungen zu den Stärken des Unternehmens.

INNOVATIV UND PRAXISERPROBT Mit einem vollständigen Produkteprogramm gibt es hier für jeden Bedarf die optimale Lösung. Dank der hohen Flexibilität werden auch individuelle Kundenwünsche just-intime realisiert. Die breit gefächerte Kundschaft schätzt die hohe Kompetenz und die unkomplizierte Zusammenarbeit von Fachmann zu Fachmann. Zu den täglich in hoher Anzahl ausgelieferten Zargen gehören unter anderem die Stahltürzargen. Dieses, im Rahmen des klassischen Wohnungsbaus vielfach bewährte, marktführende Keller-Erfolgsprodukt, ist eine innovative Grundlage. In Verbindung mit der patentierten Kombidichtung werden damit hervorragende Dichtungseigenschaften und somit eine hohe Schall- und Wärmedämmung erzielt. Die hausintern angebrachte Pulverbeschichtung optimiert das Produkt zusätzlich. Die Chromstahlzargen überzeugen durch ihre Eleganz und Ästhetik und werden insbesondere bei exklusiven Ausführungen bevorzugt. Neben den optischen Vorzügen heben sie sich vor allem hinsichtlich der chemischen Beständigkeit des Materials ab. Dank Erfüllung der erhöhten Hygieneanforderungen sind Chromstahlzargen besonders für den Einsatz in Küchen, Kliniken, Käsereien und Ähnlichem

prädestiniert. Die Stahlzargen für Schiebetüren sind in vielen Varianten für Holzund Glastürblätter erhältlich. Mit der Umsetzung attraktiver Design-Ideen werden hier neue Horizonte eröffnet. Die Steckzargen– auch als zweiteilige Stahltürzargen bekannt – ermöglichen durch die Trockenbaumontage einen schnellen und sauberen Einbau. Als weiterer Vorteil können die Stahltürzargen, auf Wunsch auch endbeschichtet, gleichzeitig mit den Türen montiert werden. Ein Pluspunkt, der sich bezahlt macht.

ENTSCHEIDENDER MEHRWERT Heutzutage verlangt der Kunde mehr als die blosse Warenlieferung. Nur wer darüber hinaus einen echten Mehrwert bietet, kann seine Marktstellung halten und aus-

bauen. Das Unternehmen aus Elgg setzt mit entsprechendem Engagement auf langfristige Partnerschaften. Die erfolgreiche Zusammenarbeit basiert neben hochwertigen Produkten auf dem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis, kompetenter Beratung, verlässlichem Support und absoluter Termintreue. Wer zudem grossen Wert auf Ästhetik, Thermik und Sonderanfertigungen legt, ist hier ebenfalls genau richtig. Ferner ist die Planung, Entwicklung und Produktion automatisiert und computergestützt, was ausgefallene Wünsche ermöglicht. Einen besonderen Stellenwert nimmt darüber hinaus auch die ständige Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen ein. Mit fortlaufender Entwicklung und Innovation wird hier der perfekte Rahmen für Türen angeboten.

Keller Zargen AG | St. Gallerstrasse 11 | CH-8353 Elgg | Tel. +41 (0) 52 368 56 00 | info@kellerzargen.ch | www.kellerzargen.ch

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ARCHITEKTUR

Brandschutztüren mit Rauchabdichtung verhindern, dass Flammen und Rauch auf weitere Räume übergreifen.

MODERNER SCHUTZ FÜR JEDES ANLIEGEN DIE PASSENDE TÜR von Anna Meister

Ob nun in Sachen Multifunktionalität, Brand- und Rauchschutz oder hohe Sicherheitsstandards – Novoferm bietet moderne, anpassungsfähige und individuell zugeschnittene Lösungen an.

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eit über 60 Jahren steht Novoferm für Erfahrung und Know-how in der Objektausrüstung mit Garagentoren, Türsystemen, Industrietoren und Verladelösungen. Als einer der grössten europäischen Systemanbieter für Türen, Tore, Zargen und Antriebe sowohl für den privaten

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als auch für den gewerblichen und industriellen Einsatz, fungiert die Firma mit Sitz in Kappel SO als Schnittstelle zwischen Bauherren und Kundschaft. Eine der Kernkompetenzen von Novoferm ist Multifunktionalität. Dabei geht es nicht

primär um mannigfache Gebäudeformen, sondern mehr um die Frage der Nutzung. Am Beispieles von Novoferm mit hochwertigen Türen ausgestatten Multisportzentrums Centre Sportif Malley, welches das Eishockeystadion Vaudoise Arena und das Olympia Schwimmbad H2O beherbergt,


© Novoferm Schweiz AG

ARCHITEKTUR

nicht nur diese Anforderungen sind gestiegen, auch in Sachen Form, Material und Struktur wird heute mehr Adaption gewünscht. Als Beispiel sei hier die Tür zu betrachten. Diese ist längst nicht mehr nur schliessbarer Raumtrenner; sie soll Schutz gewähren vor Einbruch, Schall, Rauch und Feuer, doch abseits dieser Kriterien müssen auch die Anforderungen der Architekten und die Baurecht-Normen berücksichtigt werden. Die NovofermStahltüren-Serie NovoPorta Premio mit hochwertigem Dickfalz und die stumpfeinschlagende NovaPorta Plano für flächenbündiges Design, sowie die Stahlrohrrahmentürenserien Fuego, Presto und Unico und die Aluminiumrohrrahmentürenserie Novofire eignen sich die in zahlreichen Designvarianten, Dekoren und Farben erhältlichen Türen für nahezu alle Einsatzbereiche, sei dies als Brandschutz-, Rauchschutz-, Schallschutz-, Mehrzweck- oder Sicherheitstür. Auch was Zubehör betrifft, sind dank hoch flexibler Bausteine die Möglichkeiten schier endlos.

TRANSPARENZ ALS ÖFFNUNG

wird dies klar: Waren solche Bauten früher alleine der sportlichen Unterhaltung zugewiesen, so werden diese heute als Multifunktionsarena für unterschiedliche Nutzungen geplant. Aber auch andere Gebäudetypen erhalten flexible innere Strukturen, die nachträgliche Anpassungen wie auch Umnutzungen ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist der ehemalige Haupstsitz der Schweizerischen Post, Schönburg im Bern, welcher im Moment teilweise zu einem Hotel, teilweise in ein Wohngebäude umgebaut wird; auch hier kommen Novoferm Türen zum Einsatz.

TÜR NICHT NUR ALS RAUMTRENNER Um möglichst viele Aufgaben erfüllen zu können, müssen gewisse Grundstrukturen gegeben sein, welche individuell angepasst und adaptiert werden können. Doch

Betrachtet man die Vergangenheit des transparenten Bauens, so zieht es sich durch die gesamte Architekturgeschichte. Beispielsweise sei hier die Leoh-MingPreis-Pyramide im Innenhof des Louvre genannt. Modernstes Beispiel dafür ist Googles neues Hauptquartier, welches 2020 zwei riesige Glaskuppeln als multifunktionale Arbeitslandschaft eröffnen wird. Dabei beschränken sich die offenen Strukturen mitnichten nur auf Aussenwände. Die Räume zeigen sich offen und zugänglich – von aussen wie von innen, was ihnen Weite und Grenzenlosigkeit verleiht. Novoferm hat ein universelles System geschaffen, das im Bereich von Türen und Verglasungen genau diese Voraussetzungen erfüllt. Profilrahmen-Konstruktionen schaffen Raumerlebnisse aus Glas und Metall, wahlweise in Aluminium oder Stahl. Rohrrahmentüren stehen in den Ausführungen EI 30 und EI 90 mit VKF Zertifikat zur Verfügung und können mit Seitenteilen und Oberlichtern kombiniert werden. Wird dennoch der Wunsch nach Abgrenzung laut, so hat Novoferm innenliegende Jalousien oder Rollos im Angebot und sogar smarte Glassorten, welche auf Knopfdruck zwischen transparent und Opak wechseln können.

RAUCH IST FATALER ALS FEUER Ebenfalls an Bedeutung gewinnt der Brandschutz. Dazu gehört in der Bauplanung der Einsatz von Feuerschutzabschlüssen und Rauchschutztüren zu den zentralen Bausteinen des Konzepts. Denn mit ebendiesen ist es möglich, im Ernstfall gewisse Gebäudebereiche voneinander zu trennen oder Flucht- und Rettungswege freizuhalten. Aus diesem Grund sollen Trenn- oder Brandwände eingesetzt werden. Welche Feuerschutzklasse hierbei eingehalten werden muss und welche Widerstandsklasse vonnöten ist, richtet sich nach zwei Faktoren, namentlich nach der Wand und der Nutzung des Gebäudes. Als Spezialist für Stahltüren und Rohrrahmentüren bietet Novoferm eine breite Palette Brandschutztüren der Klassen EI 30 und E I 90. Die Türen stehen für den Innen- und Ausseneinsatz, als Grundmodell oder mit hochwertigen Sonderausstattungen und Zubehören zur Verfügung. Doch meist ist es nicht das Feuer selbst, welches den grössten Schaden anrichtet, sondern der Rauch, der neben Schäden an Gebäude und Geräten durch Rauchvergiftungen auch Menschenleben fordern kann. Hier bietet Novoferm einen wirksamen Schutz durch Rauchschutzsysteme; selbst schliessende Türen, die das Ausbreiten von Rauchgasen verhindern sollen. Hierfür werden Rauchabschnitte eingerichtet und durch Rauchschutzabschlüsse unterteilt, die den Rauchdurchtritt für eine bestimmte Zeit verhindern sollen. Für die Selbstschliessung sind Türschliesser nach EN 1154 zu verwenden. Wenn die Türen offenbleiben sollen, sind entsprechend vorgesehene Feststellanlagen zuverwenden. Beschläge, Drückergarnituren, Schlösser und Schliessmittel dürfen nur montiert werden, wenn dafür ein Verwendbarkeitsnachweis vorliegt. Die Anforderungen an Rauchschutztüren sind national in der europäischen Prüfnorm EN 1634-3 geregelt. Auch hier bietet Novoferm alles Nötige, um im Ernstfall das Schlimmste verhindern zu können. Die Stahltüren mit Zusatzausstattung können Temperaturen von bis zu 200 Grad Celsius ertragen.

INDIVIDUELLE SICHERHEIT Je länger ein Einbrecher benötigt, um in ein Gebäude zu gelangen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er aufgibt. Gelegenheitstäter verbringen nicht mehr als drei Minuten mit dem Einbruchversuch, erfahrene Täter lassen sich mit bis zu

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© Novoferm Schweiz AG

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Biogen (Pharmaproduktion), Luterbach

Schönburg (Hotel und Wohngebäude), Bern

20 Minuten, je nach Equipment, mehr Zeit. Diese gilt es zu überbrücken. Zwar ist in der Schweiz die Zahl der registrierten Diebstähle (inklusive auch Einbruch- und Einschleichdiebstähle) um fast die Hälfte zum Vergleichsjahr 2012 zurückgegangen, dennoch trägt die allgemeine Gebäudesicherheit, ob nun in Privat- oder Geschäftsgebäuden, einen starken Teil zum allgemeinen Wohlbefinden der Bevölkerung bei. Hier verspricht Novoferm unter anderem mit einbruchhemmenden Garagentoren oder beispielsweise auch speziellen Stahl-, Zellen-/Gewahrsamstüren Abhilfe. Diese sollen dem Eindringling so lange wie möglich Widerstand bieten. Die Türen erfüllen die den EN- 1627-Vorschriften entsprechenden Widerstandsklassen. Besonders wichtig ist dieser Schutz nicht nur bei Haus- und Wohnungseingängen sowie Kellerausgangstüren, sondern auch bei Türen, welche beispielsweise Server mit sensiblen Daten beinhalten, oder Lagerräume, in welchen Medikamente aufbewahrt werden.

LÖSUNG FÜR SCHALLSCHUTZ Das Ohr ist ein empfindliches Organ. Schnell

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Ecoquartier les Vergers (Wohn- und Geschäftsgebäude), Meyrin

Centre Sportif Malley (Multisportzentrum), Lausanne

erleben Menschen akustische Reize als störend. Gewinnen diese Oberhand, können sie sogar zu einer körperlichen Beeinträchtigung führen. Doch bereits unter der Schmerzgrenze von 100 Dezibel können Klänge als unangenehm empfunden werden. Massnahmen zum Schallschutz sind überall dort nötig, wo Lärm von aussen in ein Gebäude eindringen kann oder Geräusche innerhalb eines Gebäudes weitergetragen werden. Bei den Massnahmen des Schallschutzes im Wohnungs- und Objektbau spricht man von Luftschall- und Körperschalldämmung. Dabei handelt es sich bei der Luftschalldämmung um Schutz gegen den Lärm von aussen, während die Körperschalldämmung Schutz innerhalb eines Gebäudes bezeichnet. Luftschall kommt beispielsweise durch Wände oder Fenster in die Wohnung, Körperschall wird durch Heizungsinstallationen oder Waschmaschinen übertragen. Das Hauptaugenmerk von Novoferm liegt auf der Luftschalldämmung. Dies geschieht durch entsprechende Bauelemente wie Türen oder Durchblickfenster. Eine der häufigsten Methoden, diesem

Schall entgegenzuwirken, ist der Einbau einer Schallschutztür. Diese kann zwei Funktionen erfüllen: den Lärm dort halten, wo er entsteht, oder ihn von aussen abschirmen. Welcher Schallschutz letztlich erreicht werden möchte, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben dem Türblatt sind dies vor allem die Dichtungen, der Wandanschluss der Zarge und die Fuge zwischen Türblatt und Bodenbelag.

OBJEKTPARTNER & BIM READY Ob Türen als Brand-, Rauch-, Schall-, Sicht-, Einbruchschutz, Fluchtweg oder Designelement; die Novoferm Schweiz AG ist Ihr kompetenter Partner für intelligente Lösungen im Objektbau und überzeugt mit prestigeträchtigen Referenzen, ein kleiner Auszug von aktuellen Projekten ist oben ersichtlich. Novoferm ist BIM ready! Um die Planung zu vereinfachen, stehen CAD taugliche IFC Dateien inklusive Ausschreibungstexten für alle Türen auf www.buildup.ch zum Download bereit. ANMERKUNG 1) Polizeiliche Kriminalstatistik, Bundesamt für Statistik

Novoferm Schweiz AG | Höchmatt 3 | CH 4616 Kappel (SO) | Tel. +41 (0) 62 209 66 77 | info@novoferm.ch | www.novoferm.ch

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Mängelmanagement –

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Baumängel einfacher verwalten Die Grundlage für eine termin- und vertragsgerechte Projektabwicklung ist die korrekte Mängelerfassung, deren Nachverfolgung und fachgerechte Beseitigung. Die intuitive App erlaubt schnelles Erfassen von Mängeln – auch wenn Sie offline sind. + Mobile Erfassung via Tablet oder Smartphone + Dokumentation der Baumängel direkt vor Ort

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ARCHITEKTUR

Aufgrund des Bevölkerungswachstums werden nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten des Wirtschafts- und Lebensraumes gefordert.

RAUM- UND VERKEHRSPLANUNG NEU DENKEN EIN DIGITALES WERKZEUG FÜR DIE ANALOGE STADT von Athéna Martinez

Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung hiess bislang Ausbau von Infrastruktur und Siedlungsraum. Eine nachhaltige Transformation urbaner Landschaften kann aber nur dann gelingen, wenn sich die Raumentwicklung zukünftig zu einer nutzerzentrierten Vorgehensweise bewegt.

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nfrastruktur und Siedlungsraum werden heute oft angebotsorientiert oder aufgrund politischer Vorgaben geplant und gestaltet. Um urbane Landschaften bedürfnisgerecht zu entwickeln, muss sich Raumentwicklung und Verkehrsplanung stärker auf das tatsächliche räumliche Verhalten von Nutzern stützen. Das Projekt

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«Smart Use» der Metropolitankonferenz Zürich hat eine neuartige Plattform geschaffen, die unterschiedliche Daten zu diesem Verhalten miteinander verknüpft und visualisiert. Dazu gehören auch nutzergenerierte Daten. Damit erhalten Städte, Kantone und Gemeinden ein digitales Arbeitsinstrument für den öffentlichen Raum.

DER MENSCH IM MITTELPUNKT Smart Use stützt die Raumentwicklung stärker auf das tatsächliche Verhalten der Bevölkerung ab und erlaubt ein besseres Verständnis darüber, wie der öffentliche Raum tatsächlich genutzt wird. Grundlage der Plattform sind verschiedene Datenquellen. Die Daten stammen einerseits


ARCHITEKTUR

aus Open-Data-Portalen wie opendata.swiss, andererseits aus nutzergenerierten Daten, wie sie beispielsweise die Swisscom AG oder Google Maps zur Verfügung stellen. Smart Use fördert damit die fakten- und wirkungsorientierte Raumentwicklung. Gemeinden, Städte und Kantone können die anschaulichen Darstellungen der nutzergenerierten Daten für die Planung und Umsetzung konkreter Massnahmen einbeziehen. Damit sparen sie sich kostspielige Befragungen und haben stattdessen eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage. Die Wirkung von Infrastrukturinvestitionen wird so optimiert, öffentliche Gelder werden effizient eingesetzt und erzielen den grösstmöglichen Nutzen. Weiter befähigt Smart Use Menschen im digitalen Zeitalter, gemeinsam den Lebensraum zu gestalten. Es ist ein Werkzeug für Gemeinden, Städte und Kantone, Planungsbüros und die Zivilgesellschaft. Die Projektleiter Joris Van Wezemael und Markus Schäfer sagen über ihr Tool: «Smart Use kann so die effektive, alltägliche Raumnutzung durch die Bevölkerung besser denn je aufzeigen.» Exemplarisch dafür ist die Case Study in Zug. Mit Smart Use wurde die Gemeindegrenze zwischen Zug und Baar auf die Velomobilität hin untersucht mit dem Ziel, Potenziale von Fahrradwegen zu ermitteln. Die Zuger-/Baarerstrasse ist eine typische Situation im Schweizer Mitteland: Zwei Gemeinden wachsen über ihre Ränder hinaus zusammen, was aussen war, wird innen. Die ehemalige Peripherie an der Gemeindegrenze ist meist besetzt mit emissionsstarken Nutzungen oder unliebsamen Typologien wie grosse Hallen. Zudem ist sie oft verkehrsbelastet. Sie bildet durch das Zusammenwachsen der inneren Siedlungsränder in der Agglomeration neue Zentren und muss somit völlig neu gedacht werden. Mittels der digitalen Instrumente von Smart Use wurde die geschilderte Situation auf den Teilaspekt der Velomobilität untersucht. Die Analyse zeigt auf, dass die Wirkung von Infrastrukturinvestitionen mit diesen Smart-Use-Werkzeugen erhöht wird, während Kosten gleichzeitig gesenkt werden können – Grundlage für Infrastrukturprojekte und politische Entscheide. Mit Smart Use erfolgen Investitionen am richtigen Ort, öffentliche Gelder werden effizient eingesetzt und erzielen den grösstmöglichen Nutzen.

NEUES POLITIKVERSTÄNDNIS Carmen Walker Späh, Präsidentin des Zürcher Regierungsrates, Vizepräsidentin der Metropolitankonferenz Zürich und Präsidentin der Regierungskonferenz des Metropolitanraums Zürich, hält fest: «Smart Use ist ein vollkommen neuer, vielversprechender Ansatz für die Raumentwicklung und Ausdruck davon, wie wir uns Industrie und Politik 4.0 vorstellen.» Smart Use trägt zum Dialog mit der Bevölkerung bei und damit zu einem Politikverständnis, das Raumplanung in den Dienst der Menschen und der Wirtschaft stellt. Nur mit einem neuen Blick auf die Art und Weise, wie Politik gemacht wird, kann der Metropolitanraum Zürich seine wirtschaftliche Spitzenposition halten.

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KOLUMNE

RAUMPLANERISCHE KONZEPTE IM FOKUS von Nicole Wirz

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ie Arealstatistiken der Schweiz zeigen eines klar auf: Der Boden wird knapp. Hinzu kommt ein Trend zur Urbanisierung. Mittlerweile leben rund drei Viertel der Wohnbevölkerung in städtischen Räumen. Es ist offensichtlich: Städte und Agglomerationen wachsen und werden dichter. Wir benötigen inskünftig mehr Platz für mehr Menschen. Was bedeutet das aber konkret für das Planen und Bauen? Das Zauberwort heisst «Innenentwicklung». Dabei wird bereits auch bebautes Bauland dichter überbaut. Bekannte Beispiele für Innenentwicklungen sind Transformationen von Industriearealen zu Wohngebieten oder das Füllen von Baulücken. Häufig erlauben es die bestehenden Vorschriften jedoch nicht, die Potenziale dieser Innenentwicklungen voll auszuschöpfen. Die Planungsabsichten von privaten und öffentlichen Bauträgerschaften erfordern neue Regeln. Dafür müssen die Spielräume für künftige Vorhaben untersucht werden. Es braucht raumplanerische Konzepte, die tragfähig sind. Bevor überhaupt geklärt ist, unter welchen Voraussetzungen verdichtet werden kann, gilt es, frühzeitig eine räumliche Strategie zu entwickeln. Die Bedeutung dieser Phase wird jedoch in der Praxis häufig unterschätzt. Divergierende Interessen blockieren dann später den Verfahrensablauf und können langwierige Prozesse mit Einsprachen und Rekursen zur Folge haben. Wir untersuchen in dieser Phase der raumplanerischen Konzeption das Nutzungs- und Entwicklungspotenzial mit den Chancen und Risiken, um zu innovativen Lösungen zu kommen, welche für den Umsetzungsprozess wegweisend sind. Zur Erarbeitung eines erfolgreichen raumplanerischen Konzepts gehört auch der Einbezug von Anspruchsgruppen. Längst haben es Immobilienentwickler und Behörden erkannt, dass Top-down-Prozesse nicht mehr allein tragfähig sind. So hat der Dialog eine zunehmende Bedeutung, um einen Konsens über eine Stossrichtung möglichst breit verankern zu können. Kooperative Planungen erweitern dadurch die Spielräume aller Beteiligten.

Seite 86 // bauRUNDSCHAU

Die Sicherung der Qualität unseres Lebensraumes ist für die Innenentwicklungen eine zentrale Herausforderung. Denn es handelt sich bei diesen Prozessen nicht um das Entwickeln auf der grünen Wiese, sondern um das Transformieren innerhalb bestehender Strukturen. Raumplanerische Konzepte geben eine Antwort auf die Problematik der Verdichtung. Sie zeigen auf, welche städtebaulichen Qualitäten, Freiräume und Nutzungskonzepte notwendig sind, um einen attraktiven Lebensraum zu gestalten. Dabei sind sorgfältige Standort- und Raumanalysen eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung von raumplanerischen Konzepten. Zudem sollen diese Konzepte auch Raum geben für innovative und nachhaltige Lösungen in der Planung, Umsetzung und Realisierung. Der Klimawandel und das Gebot der Nachhaltigkeit erfordern kreative Lösungen für einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt und einen sorgfältigen Einsatz erneuerbarer Energien. Dafür gibt es vielversprechende Ansätze wie jener der 2000-Watt-Gesellschaft. Das Unternehmen «raumplan wirz» legt Wert auf eine lösungsorientierte Erarbeitung von raumplanerischen Konzepten. Raumplanerische Konzepte eröffnen zu einem frühen Zeitpunkt die Chance, Interessen abzuwägen. Gleichzeitig ergibt sich die Möglichkeit, langfristige Perspektiven für die Steuerung eines Prozesses zu entwickeln und die Leitplanken für die Entwicklung künftiger Lebensräume zu setzen.

NICOLE WIRZ ist Raumplanerin und Architektin. Im Jahr 2014 hat sie raumplan wirz gegründet und führt seither das Geschäft mit einem Team von fünf Mitarbeitenden. Zudem unterrichtet sie an der Fachhochschule Raumplanung. www.raumplanwirz.ch


ARCHITEKTUR

GEMEINSAM FÜR LEISTUNGSSTARKE SPITÄLER

Wir verfügen über jahrzehntelange Erfahrung und ausgewiesene Fachkompetenz im Bau von Spitälern und Pflegezentren. Ob Neubau, Umbau oder Renovation – in über 60 Projekten konnten wir unsere Expertise, Zuverlässigkeit und Leidenschaft unter Beweis stellen. Wir bauen Spitäler als Hochleistungsbetriebe mit modernsten HightechEinrichtungen und schaffen damit wichtige Voraussetzungen für effiziente Abläufe, optimale Behandlungsqualität und hohe Wirtschaftlichkeit. Im Interesse der Patientinnen und Patienten, des medizinischen Fachpersonals sowie unserer Auftraggeber.

steiner.ch Ausgabe 03/2019 // Seite 87


KOLUMNE

TAGESLICHT, EIN MAUERBLÜMCHEN? von Florian Landolt

T

ageslicht hat Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden, auf den Energieverbrauch eines Gebäudes und auf die visuelle Wirkung eines Raumes. Doch wie ist sein Stellenwert in modernen Gebäuden?

Das Arbeitsgesetz setzt für Arbeitsplätze eine Helligkeit von 600 Lux voraus. Diese sind primär mit Tageslicht zu erreichen, können aber stets durch Kunstlicht ergänzt werden. Was heisst 600 Lux? Das menschliche Gehirn ist erst ab 1 000 Lux der Meinung, es sei Tag und unterdrückt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Zum Vergleich: An einem bewölkten Tag herrschen in der Schweiz rund 20'000 Lux, an einem sonnigen Tag bis zu 120'000 Lux. In Wohngebäuden gilt in den meisten Kantonen lediglich, dass die Fensterfläche pro Bodenfläche im Verhältnis 1:10 berechnet werden muss. Sprich, in einem Raum mit 20 Quadratmetern Grundfläche müssen zwei Quadratmeter Fensterfläche verbaut werden. Sicht nach aussen, Blendung oder Reflexionsgrad spielen kaum eine Rolle. An heissen Sommertagen wird schnell die Diskussion der Überhitzung von Gebäuden geführt. Gerade dann zeigt sich, dass voll verglaste Fassaden und nicht zu öffnende Fenster schnell zu Problemen führen können. Nebst dem Lichteinfall müssen bei Fenstern auch der aussenliegende Hitzeschutz und der innenliegende Blendschutz berücksichtigt werden. Mit einem ausserhalb des Fensters liegenden Rollladen können 95 Prozent der Hitze draussen gehalten werden, mit dünneren Markisetten rund 75 Prozent. Diese werden gerade bei Dachfenstern oft nicht eingesetzt. Das Öffnen von Dachfenstern in der Nacht bringt pro Raum bis zu fünf Grad Abkühlung. Mittlerweile kann die Steuerung der Fenster und Storen auch per App erfolgen. Weilt man in den Ferien, können die Fenster zu Hause so immer noch bedient werden. Werden auch noch die Fassadenfenster geöffnet, kann das ganze Gebäude passiv gekühlt werden.

Seite 88 // bauRUNDSCHAU

Richtig eingesetzt kann übers Jahr mit Fenstern eine positive Energiebilanz erreicht werden. Eine Studie der Donau-Universität Krems, durchgeführt am Naturfreundehaus Knofeleben bei Wien, hat aufgezeigt, dass pro Quadratmeter Dachflächenfenster die nutzbaren solaren Erträge die Wärmeverluste in der Ganzjahresbetrachtung um 93 Kilowattstunden übersteigen. Es kommt also auf die Planung an! Mit der Erfindung der Glühbirne ist das Wissen um Tageslicht mehr und mehr verschwunden. Grund dafür: Tageslicht kann stets mit Kunstlicht substituiert werden. Der gesunkene Stellenwert des Tageslichts zeigt sich an einfachen Beispielen: So haben etwa Häuser der Gründerzeit oberhalb der normalen Fenster oft noch kleinere Oblichter, die Tageslicht in die Tiefe des Raumes bringen. In älteren Kellern sind zu diesem Zweck vielfach die Fenstersimse abgeschrägt. Mit Atrien werden in älteren Gebäuden oft Innenhöfe mit Tageslicht versorgt, so zum Beispiel in der Lobby der Uni Zürich. Herzog & de Meuron hat dies in seinem Siegerprojekt des FORUM UZH Zürich ebenfalls wieder aufgenommen. Auch in der Politik gibt es Lichtblicke: So hat kürzlich Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Partei, im Nationalrat einen Vorstoss eingereicht, in dem sie einen Bericht zur Förderung der Tageslichtzufuhr in Wohngebäuden fordert. Dies ist der richtige Weg, denn Tageslicht in Gebäuden sollte nicht Luxus, sondern eine Selbstverständlichkeit sein.

FLORIAN LANDOLT ist Public Affairs Manager bei VELUX Schweiz AG. www.velux.com


ARCHITEKTUR

DIE SCHNELLSTE STÃœTZE DER SCHWEIZ MASSGESCHNEIDERTE ANFERTIGUNG UND AUSLIEFERUNG IN NUR 48 STUNDEN

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Ausgabe 03/2019 // Seite 89


© Regine Giesecke/Jansen AG, Oberriet CH

ARCHITEKTUR

Der U-förmige Baukörper schafft jeweils eine eigene Hofsituation.

FUTURE WORKSPACE NEUBAU BÜROKOMPLEX QUADROLITH IN BAAR von Nicola Schröder

Der Quadrolith weist in die Zukunft: Mit einem goldenen Äusseren positioniert sich der neue Bürokomplex inmitten eines pulsierenden Wirtschaftsraums. In zwei markant gestalteten Geschäftshäusern entsteht Raum für rund 1 000 fortschrittliche Arbeitsplätze. Sie profitieren von einer Hightech-Fassade aus Aluminium mit Schüco-Aluminiumfenstern.

F

lexibel, mobil und individuell – so gestaltet sich die Arbeitswelt von morgen. Der Quadrolith in Baar bietet diesen Anforderungen einen zeitgemässen Rahmen. Seine funktionale Architektur zielt auf modernste Bürokonzepte, die den eingemieteten Firmen mit einem modularen Aufbau eine hohe Arbeitsplatz- und Aufenthaltsqualität ermöglichen: Die jeweils U-förmigen Grundrisse der beiden Gebäude bewirken eine geringe Bautiefe. Das gewährleistet für alle Flächen eine optimale Raumeffizienz und sorgt dank raumhoher Befestigungen für hervorragende Lichtverhältnisse. Die U-förmigen Baukörper öffnen sich nach Norden und schaffen hier jeweils eine eigene Hofsituation mit begrünten Pausen- und Begegnungszonen. Während das erste der beiden Ge-

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schäftshäuser von den Mietern bezogen wurde, erfolgte der Aushub für das zweite. In den zwei Etappen entstehen insgesamt 27’000 Quadratmeter Gewerbefläche, davon 15’634 Quadratmeter in der derzeit verwirklichten zweiten Etappe. Der bestehende Gebäudeteil vermittelt bereits anschaulich die Struktur der gleich angelegten Teile: Der sechsgeschossige Gebäudekörper wird auf der Südseite durch einen geschosshohen Absatz in einen dreigeschossigen Sockel und zwei Obergeschosse aufgeteilt. Die zwei Obergeschosse beschränken sich auf die gegenüberliegenden Schenkel des Gebäudes. So erscheinen sie von Süden aus gesehen wie zwei auskragende Riegel, die elegant über dem Rest des Gebäudes schweben. Auf der freiliegenden Dachfläche des dritten Oberge-

schosses befindet sich eine grosszügige Terrasse.

GLÄNZENDE FASSADE Die beiden auskragenden Riegel halten mit ihrer durchgängigen Glasfront der vertikal betonten Rasterung der übrigen Fassade einen horizontalen Akzent entgegen. Die Fassade ist geprägt von eloxierten Metallbändern in Gold. Sie verlaufen vertikal

BAUTAFEL

Bauherr: Alfred Müller AG, Baar Architektur: AXESS Architekten, Zug Metallbau: Aepli Metallbau AG, Baar Fassadenplanung: Emmer Pfenninger Partner AG, Münchenstein


© Regine Giesecke/Jansen AG, Oberriet CH

IP macht mobil … ARCHITEKTUR Türkommunikation über Netzwerk Mobile Türkommunikation erspart den Gang zur Wandsprechstelle. Mit dem Besucher kann bequem via Smartphone oder Tablet kommuniziert werden. Eine TC:Bus Türsprechanlage wird via SIP-Gateway an das IP-Netzwerk angeschlossen. Die Video-IP-Aussensprechstelle VIPPUK mit direktem Netzwerkanschluss präsentiert sich als Stand-alone Lösung. Über die APP sind alle Funktionen, wie bei einer herkömmlichen Videoinnensprechstelle nutzbar: sehen, hören, sprechen.

Die Fassade ist geprägt von eloxierten Metallbändern in Gold.

an der Gebäudehülle und erzeugen eine repetitive Rasterung. Das Rastermass zwischen den vertikalen Bändern beträgt 1 350 Millimeter, während die Fensterbreite bei 1 050 Millimetern liegt. Aepli Metallbau konstruierte die Elementfassade aus raumhohen Fenstern in Aluminium mit Verkleidungen aus Alu-Blech: Die raumhohe Verglasung ist mit Dreifach-Isolierglas ausgeführt  – bei einem Glaslichtmass von 2 514 Millimetern Höhe und 884 Millimetern Breite. Jansen lieferte für die erste Etappe des Baus 1 350 Fensterelemente in AWS 75.SI. Das aus dem Systemprogramm von Schüco gewählte Fenstersystem zeichnet sich durch exzellente Wärmedämmeigenschaften aus. Als Sonnenschutz dienen elektrisch angetriebene Raff-Lamellenstoren mit Perforation, ebenfalls aus Aluminium. Die Prallscheibe der Südseite weist einen g-Wert von 29 Prozent, einen LT-Wert von 21 Prozent und einen Aussenreflexionsgrad von 29 Prozent auf. Drei der Gebäudefronten des Quadrolith sind als Pfosten Riegelfassade in FWS 60.SI ausgeführt – insgesamt 77 Tonnen Aluminiumblech wurden verbaut. Die systemoptimierte Schüco-Fassade ermöglicht eine hohe Flexibilität und attraktive Gestaltungsoptionen für Fassaden und Lichtdachbereiche. Die Qualitäten von Aluminium als Werkstoff für Hightech-Anwendungen bewähren sich im anspruchsvollen Objektbau ebenso wie in Luft- und Raumfahrt oder im Fahrzeug- und Schiffbau. Dazu trägt seine hohe statische Belastbarkeit bei sowie seine Langlebigkeit und die Robustheit bei schmalen Ansichtsbreiten und niedrigen Bautiefen. Als Passivhaus-zertifiziertes SI-System gewährleistet die Fassade zudem beste Wärmedämmwerte.

INNOVATIONSGEIST DURCH OFFENHEIT Das erste der beiden Gebäude erlaubte den Mietern – neben einem Pharmaunternehmen ein Pionierunternehmen im Bereich Neurowissenschaften – bereits, innovative und individuelle Raumlösungen umzusetzen. Mit einem fortschrittlichen und offenen Raumkonzept sollen hier interne Zusammenarbeit und Innovationsgeist gefördert werden. Dafür stehen auf allen Geschossen, neben grosszügigen offenen Bereichen, zahlreiche

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www.kochag.ch


Besprechungs-, Teamwork- und Rückzugsräume zur Verfügung. Markante Blickpunkte setzen in den offenen Raumkonzepten die grossformatigen Glastüren aus dem Schüco-Türsystem ADS HD (Heavy Duty). Insbesondere in öffentlichen Bauten bieten die ADS-Türanlagen Stabilität bei hoher Frequentierung und grossen Öffnungszeiten.

© Regine Giesecke/Jansen AG, Oberriet CH

ARCHITEKTUR

VERWENDETE ALUMINIUM-PROFILSYSTEME Fenster: Schüco AWS 75.SI Türen: Schüco ADS HD Pfosten Riegelfassade: Schüco FWS 60.SI Systemlieferant: Jansen AG, Oberriet CH

NICOLA SCHRÖDER Fachjournalistin bei Conzept-B, Zürich. www.alfred-mueller.ch/de

Zwei auskragende Riegel halten mit ihrer durchgängigen Glasfront der vertikal betonten Rasterung der übrigen Fassade einen horizontalen Akzent entgegen.

Wir entwickeln und produzieren FensterLüfter für ein gesundes und komfortables Raumklima, zur Vorbeugung von Feuchte- und Schimmelschäden.

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ARCHITEKTUR

28.-29. Oktober 2019, Kursaal Bern, Schweiz

INTERNATIONALE PLATTFORM FÜR ARCHITEKTEN, INGENIEURE UND DIE BAUWIRTSCHAFT ÜBER 160 REFERENTEN AUS 30 NATIONEN MIT KEYNOTE VON SHIGERU BAN Auszug aus der Themenliste: • Parametrisches Design und digitale Fertigung • BIM – Nachhaltiges Design mit Building Information Modeling • Adaptive Gebäudehüllen • Dynamische Verglasung für nachhaltige Gebäudehüllen

• Gebäudeintegrierte Photovoltaik • Smarte Materialien für intelligente Gebäudehüllen • Biomimese für die Gebäudehülle • Neue Betonarten für Gebäudehüllen

Ausgabe 03/2019 // Seite 93 Advanced Building Skins GmbH, Luzern, Schweiz • www.abs.green • info@abs.green


KOLUMNE

STICHT ER NOCH, DER SCHWEIZER TRUMPF? von Guido Schilling

D

ie Schweiz ist die innovativste Volkswirtschaft der Welt. Im neunten Jahr in Folge führt sie die Rangliste des Global Innovation Index an. Ihre grosse Innovationskraft verdankt sie auch der attraktiven Ausgestaltung ihres Arbeitsmarkts. Hier hat die Schweiz einen bunten Strauss zu bieten, der im optimalen Zusammenspiel seiner Blüten seine volle Pracht entfaltet. Doch wir müssen stets umsichtig sein, einzelne Blüten nicht zu zerdrücken. Vor diesem Hintergrund beunruhigt die aktuelle Entwicklung der Zuwanderung: Sie war im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zur Vorjahresperiode erneut rückläufig. Und trotz anhaltenden Wirtschaftswachstums wanderten selbst 2018 nur 55'000 Personen mehr in die Schweiz ein, als abwanderten. Im Rekordjahr 2008 waren es mit 100'000 noch fast doppelt so viele. Gleichzeitig sinkt der Anteil der arbeitenden Bevölkerung in der Schweiz wegen der alternden Gesellschaft. Ohne Migration verzeichnet der Arbeitsmarkt mittlerweile mehr Aus- als Eintritte. Die Unternehmen sehen sich mit einem Fachkräftemangel konfrontiert, der sich bald stark akzentuieren wird: In den 2020er-Jahren rollt die Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge. Sie allein führt laut Studien der UBS dazu, dass dem Schweizer Arbeitsmarkt bereits in wenigen Jahren Personal im Umfang von bis zu einer halben Million Vollzeitstellen fehlen wird. Auch der internationale Wettbewerb um Fachkräfte wird intensiver, denn der Trend der demografischen Alterung macht nicht vor Grenzen halt. KMU sind besonders stark betroffen. Sie verfügen meist nicht über die Ressourcen grosser Unternehmen, um etwa bei den Löhnen mithalten zu können. Bei Nischenplayern gestaltet es sich zusätzlich schwierig, im eigenen Marktsegment passende Profile zu finden. Und bei regional verankerten Unternehmen kommt oft der Standortnachteil ausserhalb der Zentren erschwerend hinzu. Laut der KMU-Studie der Credit Suisse hat mehr als die Hälfte der rekrutierenden

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KMU Mühe, geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden. Besonders ausgeprägt ist der Mangel bei Führungspositionen. Immer mehr Manager der Babyboom-Generation gehen in Rente. Das erklärt auch, weshalb die Bedeutung ausländischer Manager in den Geschäftsleitungen von Schweizer Unternehmen zunimmt. Das zeigen Daten aus dem schillingreport: 2015 betrug ihr Anteil unter den Geschäftsleitungsmitgliedern 41 Prozent, inzwischen liegt er bereits bei 45 Prozent. Der steigende Bedarf an ausländischen Führungskräften wird getrieben vom zunehmenden Fachkräftemangel und von der positiven Wirtschaftsentwicklung. Der höhere Anteil ausländischer Topmanager sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch sie nicht mehr so einfach zu rekrutieren sind. Denn mit Weitsicht haben wir einen Grossteil von ihnen in den letzten Jahren bereits auf tieferer Stufe in die Schweiz geholt und sie gezielt intern weiterentwickelt. Wegen der schrumpfenden Verfügbarkeit von hoch qualifizierten Arbeitskräften droht der Schweizer Firmenstandort laut einer Studie der Unternehmensberater von McKinsey  & Company einen grossen Trumpf aus der Hand zu geben. Will sie ihren internationalen Spitzenplatz verteidigen, muss die Schweizer Volkswirtschaft den Zustrom der Besten sichern. Für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist sie, nebst allen Anstrengungen, das inländische Fachkräftepotenzial besser zu nutzen, auf einen barrierefreien Zugang zum europäischen Fachkräftemarkt angewiesen.

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ARCHITEKTUR

FLEXIBLE ARBEITSWELTEN NUTZERORIENTIERTER ANSATZ von Monika Bailer Giuliani

Die auf kommerzielle und nutzerorientierte Architektur spezialisierte Mint Architecture ist nach Zürich West gezogen. An der Förrlibuckstrasse 150 hat das Architekturbüro auf dem Ansatz des «Activity-Based-Working» eine prozessorientierte Arbeitswelt geschaffen, die neue innovative Arbeitsformen ermöglicht und die Marke und die Kultur des Architekturbüros im dreidimensionalen Raum erlebbar macht.

Begegnungszonen für formelle und informelle Besprechungen.

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ARCHITEKTUR

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ie Anforderungen an heutige Arbeitsplätze haben sich in unserer mobilen und vernetzten Gesellschaft stark verändert. In Zeiten von Home Office und Co-Working-Centern überlegen sich auch klassische Arbeitgeber, wie ihre Arbeitswelt gestaltet werden soll. Dabei steht Funktionalität und Flexibilität ganz oben auf der Agenda. Dies wissen auch die Workplace-Spezialisten von Mint Architecture, die bereits seit Jahren in verschiedenen Kundenpro-

jekten neue Arbeitswelten entwickeln. Nun hat das Architekturbüro auf einer Fläche von 900 Quadratmetern für die rund 60 Mitarbeitenden einen eigenen neuen Workplace geschaffen, der den interdisziplinär arbeitenden Teams eine auf die Prozesse abgestimmte Raum- und Möbeltypologie bietet.

PROZESSORIENTIERTE ARBEITSWELT Die Grundlage für das neue Nutzungs- und Gestaltungskonzept lieferten die Mitarbeitenden selbst. Mithilfe der von Mint Architecture entwickelten Tools wurden mit Vertretern der verschiedenen Fachdisziplinen, zusammengesetzt aus Architekten und Innenarchitekten, Designern, Marktanalysten, Immobilienökonomen usw., die funktionalen Rahmenbedingungen an die Arbeitswelt erarbeitet und die gesamte Fläche auf der Basis des «Activity-Based-Working» (tätigkeitsorientiertes Arbeiten) und des «Health and Wellbeing» (gesundheitsfördernde Umgebung) in verschiedene Arbeits- und Rekreationstypologien unterteilt. Diese bieten eine hohe Flexibilität und Transparenz, fördern die Zusammenarbeit in kollaborativen Netzwerken und werden gleichzeitig dem Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre gerecht.

UNTERSCHIEDLICHE RAUMKONZEPTE Die neue Arbeitswelt von Mint Architecture macht Schluss mit fest zugeteilten Arbeitsplätzen und fördert das Arbeiten in kollaborativen Netzwerken und Prozessen. Neu integrierte Typologien eröffnen die Möglichkeit von Co-Working, Begegnung, Austausch und Rückzug. Dafür bietet sich den Mitarbeitenden ein vielseitiges Angebot an Arbeitsplätzen mit ergonomisch verstellbaren Tischhöhen, und die Wahl, ob im Sitzen oder Stehen, in Teams oder möglichst ungestört – wie beispielsweise im abgedunkelten Fokusraum mit warmem Lichtkonzept – gearbeitet werden soll. Eine offene Begegnungszone lädt auf der ganzen Fläche zu formellen und informellen Besprechungen ein und integriert eine Arena für Kunden- und Mitarbeiterpräsentationen. Der multifunktionale «Showroom» bietet eine top-ausgestattete Materialbibliothek sowie eine für Materialbemusterungen erforderliche Lichtsituation und lässt sich für Kundenmeetings situativ abtrennen. Im multisensorischen Garten inmitten von Pflanzen, Naturgeräuschen und -düften entstehen an einem grossen Wand-Whiteboard Ideen und neue Konzepte. Hier finden sich zudem eine physische Fachbibliothek und ein Ruheraum mit Liege.

Desk Sharing - Arbeitsplätze für wechselnde Tätigkeiten.

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ARCHITEKTUR

Die Küche als fast wichtigster Begegnungsort.

KULTUR ERLEBBAR GEMACHT

Showroom mit top-ausgestatteter Materialbibliothek.

Der ganze Prozess sowohl zu den neuen Räumen als auch zu der damit einhergehenden neuen Arbeitsweise wurde mit einem Change-Management-Prozess begleitet. Mithilfe der von Mint Architecture entwickelten Tools haben sich die Workplace-Spezialisten zusammen mit den Mitarbeitenden mit potenziellen emotionalen Vorbehalten auseinandergesetzt und ein allgemeines Veränderungsklima geschaffen. Der Look & Feel ist architektonisch klar und reduziert und widerspiegelt die unkomplizierte, familiäre Kultur und Diversität mithilfe ungewöhnlicher Akzente bei Farben und Materialien. Abschliessend betont Peter Roth, CEO Mint Architecture: «Unser neuer Workplace in Zürich West markiert ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte unseres Architekturbüros und macht den nutzerorientierten Ansatz in der Entwicklung von Architekturprojekten nun auch in unseren eigenen Räumlichkeiten erlebbar.» Getreu dem allgemeinen Projektversprechen des Architekturbüros «love this place» wurde nun auch für die eigenen 60 Mitarbeitenden ein lebendiger und inspirierender Arbeitsort und Treffpunkt geschaffen.

MONIKA BAILER GIULIANI ist die Gründerin der Agentur vademecom.

Im multisensorischen Garten entstehen neue Ideen und Konzepte.

Seite 98 // bauRUNDSCHAU

www.mint-architecture.ch


ARCHITEKTUR

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© Manuela Olgiati

ARCHITEKTUR

KletterMax ist ein ausgeklügeltes System für eine begrünte Fassade.

ES GRÜNT SO GRÜN AM HAUS KLETTERMAX ALS PROFESSIONELLE STÜTZE VON FASSADENPFLANZEN von Manuela Olgiati

Mit dieser Fassadenbegrünung lassen sich vertikale Flächen in der Stadt in lebendige grüne Oasen verwandeln. Die grüne Hausmauer ist ein Blickfang. Sie erfüllt viele weitere Zwecke. Die Pflanze trägt zu einem angenehmen Feuchtigkeitshaushalt bei.Neofas AG entwickelt und produziert den KletterMax und montiert beim Kunden vor Ort.

K

onzentriert und ruhig geht es an diesem Sommermorgen mitten in der Stadt Winterthur zu und her. Hausbesitzer Mirko Marsano nickt zufrieden. «Hier wird präzise gearbeitet.» Sein Blick gleitet an der Südseite der Fassade hoch. Regelmässig verteilt sind einzelne Verankerungen gesetzt. Seit drei Jahren wachsen hier Glyzinien. Die Pflanzen werden nach der Montage hochgebunden. Doch erst geht es um den KletterMax selbst, Das ausgereifte System muss fachgerecht montiert werden.

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«KletterMax lässt Pflanzen ungehindert in die Höhe wachsen», sagt Jean-Philippe Ramseyer von der Neofas AG. Der Geschäftsführer und sein Sohn, Yves Ramseyer, stehen ein paar Meter ab Boden sicher auf dem Gerüst. Das eingespielte Team hält Bohrer und Zubehör bereit. Erst wird abgemessen, dann ein Loch gebohrt. Nun braucht es eine Hülse und die schnell trocknende Dichtmasse. Dann ergänzen das Kopfstück und der Kreuzverbinder die Vorrichtung. Im Nu ist ein Drahtseil als Verbindungselement eingespannt. Eine

Schraube aus rostfreiem Stahl bildet den perfekten Abschluss.

HOCHWERTIG UND EINFACH ZU MONTIEREN Fassadenpflanzen können sehr alt werden und erreichen mit der Zeit auch ein grosses Gewicht. «Kletterhilfen müssen deshalb langlebig und stabil konstruiert sein sowie gut verankert werden», betont Yves Ramseyer. Die Verankerung wird im tragenden Kern des Mauerwerks angelegt. Dabei ist wichtig, Wärmebrücken zu


© Manuela Olgiati

© Manuela Olgiati

ARCHITEKTUR

Yves Ramseyer befestigt den Anker. Dieser ist leicht montierbar und sehr robust.

vermeiden und die Halterungen schubund biegesteif zu montieren, um Rissbildungen und Druckbelastungen auf die Dämmschale zu vermeiden. Zudem benötigen die Pflanzenarten unterschiedliche Befestigungssysteme. Auch der Wandabstand kann variieren. Auf Backstein sind es leichte Verankerungen. Selbstverständlich darf auch kein Wasser eindringen. Deshalb hat Jean-Philippe Ramseyer immer den KletterMax Koffer dabei. Dieses Mal braucht es weitere Elemente an der anliegenden Wand. Schliesslich darf sich die Pflanze auch seitlich weiterentfalten.

TECHNIK TRIFFT AUF HANDWERK Zurück zu den drei Glyzinienstöcken, die der Hausbesitzer beim Einzug ins Haus entlang der Hausmauer, damals noch sehr klein, direkt in die Erde setzte. Mirko Marsano erzählt vom Kauf der Metallschrauben, die er damals selber installierte. Inzwischen sind die Pflanzen kräftig gewachsen, beim letzten Sturm gingen Teile in die Brüche. Der Hausbesitzer verschaffte sich einen Überblick der rostenden Schrauben.

Zudem stand die Sanierung der Hausfassade bereits vor drei Jahren an. Mit der Neofas AG hat Marsano die optimale Anschlusslösung gefunden. Mit einer professionellen Stütze könne er für die kommenden Jahre auf weitere Kosten verzichten. Seit 25 Jahren ist die Neofas AG Expertin für Kletterhilfen mit eigenen Produkteentwicklungen. Das System ist in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gärtnern entwickelt und ganz besonders auf die Bedürfnisse des Gartenbaus ausgerichtet. Es lässt die Pflanzen besonders schön aufblühen.

FLEXIBLE FASSADENBEGRÜNUNG MIT SYSTEM Fassadenbegrünungen in den Städten sind beliebt, sagt Ramseyer. Einerseits als optischer Blickfang, anderseits bilden Grünflächen ein natürliches Reinigungssystem. Die Hausfassade wird geschont vor Wettereinflüssen. Im Gebäude gibt es eine wärmeregulierende Wirkung. Das Fassadengrün

hält Sonneneinstrahlung von der Hauswand ab, sodass sich das Gebäude im Sommer nicht zu stark aufheizt. Es geht auch darum, je nach Pflanze, individuelle Lösungen zu finden. Mit KletterMax erhalten weitere Pflanzen wie Spalierobst, Kletterrosen und Clematis den idealen Abstand zur Fassade. «Bei einer Renovation kann KletterMax beliebig demontiert und wieder zusammengesetzt werden», sagt Ramseyer. Wenige Teile braucht es, und schon eignen sich diese auf Beton, Backstein, Naturstein, Aussenisolation, Holz oder Stahlstützen. Der Fassadenbewuchs könne den Putz und das Mauerwerk kaum angreifen, sagen die Experten. Auch die Befürchtung, das Ungeziefer würde sich in der Fassadenbegrünung besonders gut halten, ist nicht bewiesen. Im Gegenteil: In dem dichten Ranklaub finden Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Käfer Schutz und Nahrung. Auch Vögel gehen darin auf Nahrungssuche und sorgen für ein ökologisches Gleichgewicht.

Neofas AG | Ringstrasse 24 | CH-8317 Tagelswangen | Tel. +41 (0) 52 354 51 00 | info@neofas.ch | www.neofas.ch

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© Lucía de Mosteyrín Muñoz

GARTEN

SPRUNG IN DAS WASSER BADEN IN DER STADT von Georg Lutz

Der Hitzemonat Juli hat die Menschen in das Wasser getrieben, und auch im August waren die Freibäder noch voll. Heute kann man zudem in den Flüssen der Schweizer Städte schwimmen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie der Blick in die Vergangenheit zeigt. Flüssen waren lange Abwasserkanäle und Transportwege. Heute haben sich die Stadtbewohner diesen Wasserraum für ihre Freizeitgestaltung zurückerobert. Schwimmen in fliessenden Gewässern ist nicht ganz ohne Risiko. Aber in der Schweiz traut man seinen Bürgerinnen und Bürgern und hat die Verbotsschilder, wie sie in anderen Ländern üblich sind, abgeräumt. Zudem gibt es eine gute Infrastruktur und Informationsplattformen. Seite 102 // bauRUNDSCHAU


GARTEN

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© Lucía de Mosteyrín Muñoz

GARTEN

EINE VORBILDLICHE MASSENBEWEGUNG SCHWIMMEN IN DER STADT von Georg Lutz

Schweizer Städte haben bei der Entwicklung dieser Massenbewegung in den letzten Jahrzehnten eine Vorreiterrolle gespielt, indem sie den Fluss schrittweise als natürlichen öffentlichen Raum in der gebauten Umwelt erschlossen haben. Er wurde so zum für alle frei zugänglichen Vergnügungsort direkt vor der Haustür.

Fluss-Schwimmen in Zürich

E

gal, ob in Berlin im Badeschiff in der Spree oder vielen anderen Metropolen auf der Welt, die am Wasser liegen. Überall laden Flüsse, Häfen oder Kanäle zum Schwimmen ein. Die Freizeit- und Sozialräume gewinnen eine weitere Attraktivität dazu. Es gilt, Räume zurückzugewinnen, die lange verschlossen waren. Das hat historische Gründe. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es nicht nur in der Schweiz die klassischen Badeanstalten mit ihren charakteristischen hölzernen Umkleidekabinen. Das war aber oft ein gefährliches Baden. Es gab keine Kläranlagen, und die Flüsse mutierten zunehmend zu Abwasserkanälen. Die Industrialisierung, mit den Abwässern aus den Fabriken, verschlimmerte die Situation noch. Im 20. Jahrhundert verschwanden die Badis meist.

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Flüsse waren endgültig begradigt und Transportwege, aber keine Freizeiträume.

RÄUME ZURÜCKEROBERN In den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts veränderte sich das Bild nochmals langsam. Erstens begannen sich die klassischen Industrien aus den Innenstädten zurückzuziehen. Zweitens trafen einige Verschmutzungskatastrophen auf eine wachsende kritische Öffentlichkeit, die ein ökologisches Bewusstsein entwickelte. In Basel erinnern sich noch viele an den 1. November 1986, als bei Basel die Chemiefabrik von Sandoz brannte und das Ökosystem des Rheins vom Löschwasser schwer geschädigt wurde. Tonnenweise tote Fische trieben den Rhein hinunter, und auf einer Länge von 400 Kilometern wurde die gesamte Aalpopula-

tion ausgelöscht. Das ist heute nicht mehr vorstellbar, verdeutlicht aber die Veränderungsmöglichkeiten. Räume zurückzuerobern, ist aber ein Prozess mit vielen Hindernissen. Es gilt immer noch, auf die Wasserqualität zu achten, technokratische Vorschriften zu bearbeiten und eine reservierte Politik zu überzeugen. In der Schweiz sind hier, auch im Vergleich zum europäischen Ausland, viele Fortschritte erreicht worden. Das urbane FlussSchwimmen hat sich hier zu einer sozialen Bewegung entwickelt. In den Schweizer Städten wie Basel, Bern, Zürich oder Genf werden die Flüsse als Erholungsgebiete genutzt. Sie bilden inzwischen einen festen Bestandteil im Alltag ihrer Bewohner. Die Slogans wie «Wir erobern uns die Stadt zurück» oder «Das Recht auf die Stadt» füllt


GARTEN

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Kanister sich hier mit Leben. Schweizer Städte sind hier Vorbild. Was für das Velofahren Kopenhagen ist, ist Basel, Bern und Genf ein praktisches Anschauungsgeschehen zum Nachahmen.

GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE Dabei gibt es regionale Unterschiede. In Zürich ist das Schwimmen in der Limmat oft über Badehäuser mit Duschen und Umkleidekabinen organisiert, wie man sie von Freibädern kennt. In Basel dagegen schwimmt man fast zwei Kilometer lang im offenen Fluss und führt seine Kleider in einem wasserdichten Kleidersack mit sich. In Genf schliesslich hat sich das Schwimmen in der Rhone erst seit kurzer Zeit entwickelt als ein urbanes Echo auf das schon viel länger etablierte Baden im

Genfersee. Der gemeinsame Nenner basiert auf dem Selbstverständnis, dass das Schwimmen im Fluss zum kulturellen Alltag geworden ist. Das SAM Schweizerisches Architekturmuseum zeigt vom 25. Mai bis 29. September 2019 die Ausstellung «Swim City», in deren Zentrum das Phänomen Fluss-Schwimmen im urbanen Raum steht. Zudem erscheint zur Vertiefung des Themas im Christoph Merian Verlag die Publikation «Swim City».

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GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.baurundschau.ch

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GARTEN

SWIM CITY DAS SCHWIMMEN IN ÖFFENTLICHEN GEWÄSSERN von Georg Lutz

Schwimmen in urbanen Gewässern ist ein Megatrend. Flüssen sind Teile des öffentlichen Raums geworden – so auch in Basel am und im Rhein. Jetzt ist in Basel eine Ausstellung zum Thema zu besichtigen und ein Buch auf den Markt gekommen.

Schwimmen im Rhein ist im Hitzsommer eine willkommene Abwechslung.

U

rban Swimming liegt im Trend. Schweizer Städte wie Basel, Zürich oder Bern sind weltweit Vorreiter und viel beachtete Vorbilder in Sachen Flussschwimmen im städtischen Raum. Auch in Metropolen wie London, New York und Berlin fordern immer mehr Menschen das Recht auf ihre Flüsse, Häfen und Kanäle zurück und verweisen auf die Situation in der Schweiz. Hier sind in vielen Städten die Flüsse mit ihren Uferzonen schrittweise als öffentliche Ressource erschlossen worden. Das war keine Selbstverständlichkeit. Noch in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts waren die Flüsse in den Metropolen – auch in Basel – verschmutzte Gewässer. Die Badeanstal-

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ten des 19. Jahrhunderts hatten längst geschlossen. In Basel brauchte es erst die Sandoz-Katastrophe, die den Rhein bunt einfärbte und die Fische sterben liess, um ein Umdenken anzustossen. Heute gönnen sich die Menschen während der Mittagspause einen Sprung ins Wasser. Das Schwimmen im treibenden Fluss ist heute fester Bestandteil in Schweizer Städten. Das Buch und die Ausstellung «Swim City» macht das Erlebnis des Schweizer Flussschwimmens greifbar und zeigt seine historische Entwicklung, seine heutige Ausprägung und seine Relevanz für die Schaffung lebenswerter Städte auf.

SWIM CITY S AM Schweizerisches Architekturmuseum Andreas Ruby, Yuma Shinohara (Hg.) 224 Seiten, Deutsch/Englisch, 2019. Christoph Merian Verlag.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.merianverlag.ch


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INNENARCHITEKTUR

Seite 108 // bauRUNDSCHAU


INNENARCHITEKTUR

KONTRASTE ZIEHEN SICH AN KEINE ANGST VOR GEGENSÄTZEN von Georg Lutz

Küchen haben optisch ein meist einseitiges Ambiente. So strahlt beispielsweise das helle Weiss in den Raum und lässt ihn grösser erscheinen. Alles schön und gut, aber doch etwas schlicht. Jetzt gibt es einen neuen Trend, der Gegensätze aufeinaderprallen lässt. Dabei geht es nicht um Schwarz und Weiss, sondern Yin und Yang. Polar einander entgegengesetzte Kräfte dominieren auf den ersten Blick und beziehen sich dennoch aufeinander. Das ist dann der zweite Blick. So passt heute eine unverputzte Backsteinwand durchaus zu hellen Kacheln. Ausgabe 03/2019 // Seite 109


INNENARCHITEKTUR

GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN REZEPTE UND ZUTATEN FÜR DIE NEUE KÜCHENGENERATION von Rolf Habegger

Die Trendentwicklung beim Schweizer Küchenbau geht in Richtung von Küchen, die Kontraste präsentieren. Dies bestätigen auch die 72 Küchenprojekte, welche dieses Jahr für den Swiss Kitchen Award eingereicht wurden. Lediglich zwölf davon könnten als «weisse» Küchen bezeichnet werden. Dunkle, schwarze und erdige Töne schaffen Kontraste, Spannung und Raumtiefe.

D

er Gestaltungsspielraum bei Bauherren und Architekten für Einzelobjekte ist vielfältig. Entscheidend dabei ist nicht ausschliesslich das Budget, sondern das Gespür für die Gestaltung von Innenräumen. Folgende Trends schälen sich heraus. Lange Zeit machte man einen grossen Bogen um das Thema «Gemütlichkeit»: Schon das Wort hatte etwas Altbackenes an sich. Weiss und Glanz, klare Geradlinigkeit und offene Transparenz galten hingegen als «cool» und prägten respektive prägen noch immer die modernen Wohn- und Küchenlandschaften. Doch dieser Code wird jetzt wuchtig von «cosy» geknackt, um im angelsächsischen Jargon zu bleiben. Es darf wieder stimmungsvoll, geheimnisvoll, gemütlich sein – und farbig. Mood ist angesagt: Die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit ruft nach Wärme, Natürlichkeit und Ursprung. So haben schon seit einiger Zeit Materialien wie Beton, Stein, Holz, Glas und Keramik Vorrang – oder alles, was danach aus-

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sieht. Die perfekten Nachbildungen aus innovativen Hightech-Werkstoffen machen es vor. Warme, auch erdige und sehr dunkle Töne bis hin zu Schwarz setzen neue Akzente: tiefgründiges Blau, Schiefer, Grün, Graphit, Aubergine. Matte und supermatte Oberflächen und deren samtige Haptik verleihen ihnen zusätzliche Sinnlichkeit.

KOCHEN UND GENIESSEN Sie ist und bleibt der Mittelpunkt des Zuhauses: die Küche. Eingebettet in den Wohnbereich zeigt sie sich einladend, wohnlich und offen für Kochbegeisterte und Geniesser, flexibel für kleine Pausen und grosse Einladungen.

Glanz ist nicht out, trägt jedoch in Form warm glänzender Metalle und MetallicLacke wie Gold, Messing, Kupfer oder Bronze dem Trend Rechnung. Dabei spielt bronziertes Glas eine effektvolle Rolle bei Vitrinen, ebenso LED-Leuchtbänder, mit welchen einzelne Küchenpartien betont werden.

Sie präsentiert sich dabei dezent im Hintergrund, um dann mit Furore ihre ganzen Qualitäten zur Schau zu stellen, wenn sie in Aktion tritt. Möglich macht dies einerseits eine neue Gesamtästhetik von Möbeln und Geräten – sei es, dass die verschiedenen Backöfen, Steamer und Kleingeräte als kompletter Funktionsbereich zusammengefasst hinter grosszügigen Falt- und Schiebetüren verschwinden oder sich in harmonischer Symmetrie und Materialität in das Frontbild der Küche integrieren.

Licht ist überhaupt wichtig. Denn erst eine gekonnte und gezielt konzipierte Beleuchtung entlockt dem Gesamtambiente bei Tag und Nacht aussergewöhnliche Stimmungen: Die Küche wird inszeniert. Eine Kunst, für die sich bereits eine neue Kompetenz entwickelt und Kreativität entfaltet wird.

Oder aber sie werden bewusst zur Schau gestellt, allen voran attraktive Weinkühlschränke. Andererseits sind es raffinierte Gestaltungslösungen, die neue Raumarchitekturen definieren. Der Fokus liegt dabei auf Schrankkompositionen, die als Solitäre zum Wohnbereich überleiten: Sideboards, Highboards, offene Regale, Buffets.

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Sie gesellen sich zur Hauptakteurin des Kochgeschehens: der Kücheninsel, die vielfach selbstbewusst auf eigenen Beinen steht und damit ebenfalls zum Möbelstück wird. Diese Insel spielt auch eine Hauptrolle, wenn es um platzsparende Lösungen für Küchen im urbanen Umfeld geht: Für kleine Grundrisse eröffnen sich dabei spannende, modulare Konzepte.

TECHNISCHE PERFEKTION Schnell hat man sich an programmierte Rezepte, Automatikprogramme, Bedienmodi über Tablets und Apps gewöhnt: Moderne Technik nimmt Arbeit ab, schenkt Zeit und garantiert perfektes Gelingen. Die intelligente Vernetzung der Geräte, das Abstimmen und Koordinieren der Funktionen, das möglichst nahe auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers zugeschnittene Gesamtmenü: Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden bis ins Detail eruiert und sinnvoll eingesetzt. Mit smarter IT hat man Haus und Wohnen im Griff – bis hin zum eigenen Kräutergarten in der Küche. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir via Sprachsteuerung mit Backofen und Kühlschrank kommunizieren. Welche der als Top-Trends lancierten

Smart-Functions sich allerdings langfristig durchsetzen werden, liegt im Ermessen und Zuspruch der Nutzer. Nicht alles, was möglich ist, hält einem Kosten-Nutzen-Vergleich stand. Gesunder Menschenverstand wird die Spreu vom Weizen trennen. Sicher ist, dass intelligente, multifunktionale Geräte, leistungsfähige Dunstund Kochfeldabzüge und kundennaher Komfort auf der Zielgeraden liegen. Dass dabei der gute Rat, die Kreativität, die Erfahrung und das persönliche Engagement sowie die Nähe versierter Küchenspezialisten gefragter denn je ist, liegt auf der Hand: Küche Schweiz hält die besten Adressen bereit.

ROLF HABEGGER ist Vorstandsmitglied des Branchenverbands Küche Schweiz und Geschäftsführer der SieMatic Schweiz GmbH. Als Kopf der Arbeitsgruppe Kommunikation ist er massgeblich für die Entwicklung und Austragung des Swiss Kitchen Award verantwortlich. www.kueche-schweiz.ch

Fordern Sie unseren Katalog an. Ausgabe 03/2019 // Seite 111

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KOLUMNE

HAIE IN DIE BRATPFANNE – NICHT AN DEN VERHANDLUNGSTISCH von Rainer Klein

D

er Anlass ist aktuell – das Thema eigentlich nicht. Wenn offensichtlich strukturelle Herausforderungen eines führenden Generalunternehmen in der Schweiz von diesem selbst in den Markt hinausgetragen werden, kriegen dies zuerst die Lieferanten zu spüren: Es steht eine neue Runde von Konditionsverhandlungen an. Versteckte oder explizite Listungsgebühren sind nicht neu. Aber der Ton wird rauer und die Forderungen höher. Ein Ärgernis für viele Schweizer KMU-Verantwortliche. Es ist durchaus an der Zeit, sich wieder einmal mit grundsätzlichen Gedanken auseinanderzusetzen. Um es vorneweg zu nehmen: Der Schreibende dieser ww kommt ursprünglich aus der Konsumgüterindustrie. Listungsgebühren gehören in dieser Branche (leider) zum Alltag. Finanzielle Löcher und Versäumnisse mit dem Geld von Dritten zu stopfen, ist legitim, aber nicht nett. Wenn dieser Dritte dazu noch ein Lieferant ist, wird es verlockend, aber nicht netter. Es ist bedauerlich und gibt Grund zur Sorge, wenn krampfhaft versucht wird, Ansätze aus der Konsumgüterindustrie in die Investitionsgüterbranche zu transferieren. Erträge sind wichtig. Geld auch – aber als Mittel und nicht als Zweck. Mit der Haltung «only money matters» werden keine Werte mehr geschaffen und keine Grundwerte mehr gelebt. Vielmehr wird an der Spirale der Kurzfristigkeit und der Kurzsichtigkeit gedreht. Dies erscheint ein Widerspruch zum Wesen der Baubranche zu sein, welche langfristige Investitionsgüter erstellt und unterhält. Die Protagonisten der Baubranche leben von effektiven Leistungen. In Aussicht gestellte Potenziale als Teaser sind allenfalls nutzbringend für eine Einkaufsabteilung, aber ansonsten von geringer Aussagekraft. Verbrannte Erde ist harter Boden. Sie ist meist da anzutreffen, wo kurzfristige Einzelinteressen den langfristig gewinnbringenden und gemeinsamen Interessen vorgezogen werden. Es lohnt sich, vor den Verhandlungen zu ergründen, welches Wertgerüst ein Verhandlungspartner am gegenüberliegenden Ende des Tisches hat. Handelt es sich um einen Nullsummen-

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oder einen Positivsummenspieler? Mit Ersterem verhandeln Sie vermutlich nicht auf Augenhöhe. Noch wichtiger ist, dass Sie die Geschäftsbeziehung eingehend analysieren. Dazu gehören Ihre eigenen Prämissen, Fakten und Zahlen genauso wie Ihre emotionale Grundstimmung zu dieser Beziehung. Ihr Wunsch nach wachsenden Umsätzen ist verständlich. Wenn der Preis dafür aber ein zu hohes Klumpenrisiko ist, mindert das Ihre Nachtschlafqualität mittel- bis langfristig erheblich. Erfahrungsgemäss und unter vernünftiger Risikoeinschätzung empfiehlt es sich, dass eine Kundenbeziehung monetär nicht mehr als fünf Prozent Ihres Jahresumsatzes ausmacht. Dadurch wahren Sie Ihren unternehmerischen Spielraum und bleiben Herr im eigenen Hause. Kulturell tendieren wir Schweizer dazu, mit Kompromisspositionen in Verhandlungen einzusteigen. Das ist falsch! Der Kompromiss ist das Verhandlungsergebnis. Lassen Sie sich nicht in die Pfanne hauen. In diesem Sinne kann ein wohltuendes «Nein» am Verhandlungstisch auf eine dargelegte – auch hohe oder überzogene – Forderung durchaus der Beginn einer konstruktiven Verhandlung sein, ist diese doch nichts anderes als eine geerdete Ausgangsposition. Es geht um den richtigen Umgangston: C’est le ton qui fait la musique.

RAINER KLEIN ist seit 2014 Geschäftsführer des Branchenverbands Küche Schweiz. Zuvor hatte er verschiedene führende Funktionen in der Schweiz, Skandinavien und Benelux in der Konsumgüterindustrie inne. www.kueche-schweiz.ch


INNENARCHITEKTUR

Effizient transportieren und den Arbeitsalltag erleichtern – mit den Transportgeräten der Kuttex AG. Wer mit Köpfchen agiert, schont seine Gelenke, minimiert das Verletzungsrisiko und kommt schneller ans Ziel. Unser Sortiment umfasst vielseitig einsetzbare Transportgeräte wie Treppensteiger, Sackkarren und Hublifte von führenden Marken. Sie haben spezielle Anforderungen? Kein Problem! Wir bieten Sonderlösungen individuell auf Ihre Bedürfnisse angepasst. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne persönlich und unverbindlich – 052 550 50 80 Kuttex AG Wilerstrasse 3a, 9545 Wängi Tel 052 550 50 80 info@kuttex.ch www.kuttex.ch

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INNENARCHITEKTUR

Design aus ästhetisch hochwertigem Edelstahl und Messing begeistert.

DESIGN MIT STEEL EDELSTAHL- UND MESSING-PRODUKTE IN TOPQUALITÄT ZU FAIREN PREISEN von Georg Lutz

Hochwertiger Edelstahl ist zeitlos schön, robust und äusserst hygienisch. Messing überzeugt durch seine Individualität. Edelstahl- und Messing-High-End-Lösungen, wie sie im folgenden Beitrag präsentiert werden, brauchen professionelle Akteure wie Küchenplaner, Designer oder Küchenschreiner.

D

ie Küche hat in den vergangenen Jahrzehnten eine starke Wandlung erfahren. War sie früher ein Funktionsraum, geht der Trend heute in Richtung einer nahtlos in den Wohnraum integrierten offenen Erlebniswelt-Küche. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich die Küche heute zum Lebensraum und Treffpunkt für die ganze Familie entwickelt. Hier verschmelzen Zubereitung, Genuss und Lifestyle. Gibt es eine Party im Haus, sammeln sich die Gäste vorzugsweise in der Küche.

MULTITALENT AUS EDELSTAHL Edelstahl ist ein unvergleichliches Material, beständig gegen Säuren und nahezu unverwüstlich. Seine natürliche Oberfläche, die sorgfältig gebürstet, geschliffen und poliert wird, erfüllt höchste ästhetische und hygienische Anforderungen. Flüssigkeiten haben keine Chance, in das Material einzudringen. Zudem sind Edelstahlarbeitsplatten geschmacks- und geruchsneutral. Es ist daher völlig unbedenklich, wenn Lebensmittel mit der

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Edelstahloberfläche in Berührung kommen. Eine Edelstahlarbeitsplatte ist materialbedingt sehr langlebig. Der Verwendung von Edelstahl im Innenausbau sind kaum Grenzen gesetzt. Ob Abdeckungen oder Verkleidungen, Theken im Detailhandel, Garderoben im Gastronomiebereich: Edelstahl eignet sich fast immer. Seine sanften Spiegelungseigenschaften nehmen die Umgebungsfarben dezent auf und erleichtern die Kombination mit Baustoffen wie Glas, Aluminium, Beton, Stein oder Holz. Die funktionalen und raumgestalterischen Vorzüge prädestinieren den Edelstahl zur Küchenabdeckung: ästhetisch, langlebig, hitzebeständig, porenfrei und mühelos zu reinigen. Dabei gilt ein wichtiges Augenmerk der finalen Oberflächenbearbeitung: bürsten, schleifen, polieren, verchromen. Unterschiedliche Walzstrukturen verleihen dem Produkt einen individuellen Charakter sowie einzigartige Ästhetik. Zusammengefasst: Edelstahl und Messing sind die erste Wahl für hochwertige Küchen oder Kreationen im Innenausbau.

DIE KÜCHENPROFIS Seit über 100 Jahren plant, designt und produziert die Morath AG in Allschwil High-End-Lösungen aus Edelstahl und Messing für den gehobenen Innenausbau, insbesondere Küchenabdeckungen und Becken, und zählt national zu den Marktführern. Seit der Gründung 1897 strebt die Morath AG nach fortschrittlichen Bauweisen und innovativen Problemlösungen. Die Firmengeschichte ist geprägt durch kreatives Denken, Qualitätsbewusstsein und Kundenorientierung. Dank des Fachwissens, der qualifizierten Mitarbeitenden und der modernen Maschinen ist die Morath AG in der Lage, die vorhandenen Techniken stetig weiterzuentwickeln, neue Produkte zu entwerfen und verschiedenste Materialien zu verarbeiten. Sie finden unter den 140 Mitarbeitenden die besten Spezialisten der Schweiz. In den Werkstätten werden Spül- und Spezialbecken nach Kundenwunsch angefertigt. Sie lassen sich einschweissen,


INNENARCHITEKTUR

als Unterbau montieren oder bündig in Arbeitsflächen einbauen. Jedes Becken wird manuell geschliffen und komplett nachgebürstet.

NEUE TRENDS MORATH DESIGN schafft es immer wieder, ihre Kunden mit neuen Lösungen und ästhetischem Design zu begeistern. So gab es eine Produkterweiterung im Bereich Messing. Die neuen Abdeckungen setzen Akzente und gestalten Küchen zu einem einzigartigen Lebensraum.

zung in der Planung und bei der Montage vor Ort entscheidend. Die Morath AG begleitet die Projekte ihrer Kunden von A bis Z, berät sie im Einzelnen und im Ganzen und steht ihren Kunden zuverlässig zur Seite.

Preis-Leistungs-Verhältnis kann MORATH DESIGN Küchenträume verwirklichen. In diesem Rahmen ist «100 Prozent Swiss Made» ein weiterer Qualitätsnachweis und Kundenversprechen zugleich.

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MORATH DESIGN freut sich auf jede Herausforderung. Sie berät Küchenplaner, Architekten, Designer oder Küchenschreiner mit kompetentem Fachwissen und erfüllt praktisch jeden Kundenwunsch.

Durch das langjährige Know-how, eine ausgeprägte technische Lösungs- und Abwicklungskompetenz sowie einen hohen Design-Anspruch zu einem attraktiven

Für diese individuellen und exklusiven Abdeckungen aus Edelstahl und Messing ist die Morath AG bekannt. Ein schöner Erfolg, der zu Grösserem motivierte. Das Sortiment wurde zusätzlich für das Objektgeschäft optimiert. Im Objektbau sind Preissicherheit und Transparenz, ein starker Preis-LeistungsAusweis und eine kompetente Unterstüt-

Morath AG | Paradiesrain 6 | CH-4123 Allschwil 1 | Tel. +41 (0) 61 481 99 11 | design@morath.ch | www.morathdesign.ch

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INNENARCHITEKTUR

DER ALLESKÖNNER EIN HAHN FÜR WASSER VON KOCHEND ÜBER GEKÜHLT BIS SPRUDELND von Freya Mohr

Im Handumdrehen ein Glas reines, prickelndes Trinkwasser geniessen oder leckere Limonaden und Cocktails machen – und das ohne schwere Wasserflaschen zu schleppen? Mit dem richtigen Wasserhahn ist das längst die Realität. Und das Beste: Aus demselben Hahn kommt auch 100 Grad kochendes Wasser. Wir stellen einen Wasserhahn vor, der alles kann.

Erfrischung für warme Tage: Wassermelone und frische Minze mit sprudelndem Wasser aus dem Hahn aufgiessen.

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INNENARCHITEKTUR

Haus ist immer kochendes Wasser zur Hand. Und das ist besonders praktisch: Nie mehr einen Topf oder Wasserkocher mit Wasser füllen und warten, bis es kocht, sondern einfach den Hahn aufdrehen. Innerhalb einer Sekunde liefert dieser kochendes Wasser. Ob Kartoffeln oder Reis kochen, Spargel garen, Gemüse blanchieren oder Couscous zubereiten, der Quooker ist ein dankbarer Helfer. Natürlich lassen sich mit dem Kochend-Wasserhahn auch Tee aufgiessen, Schnuller sterilisieren, Babynahrung zubereiten, Kerzenwachs entfernen, Pfannen und Töpfe reinigen, Instantsuppen zubereiten, Eier kochen, Tomaten häuten und Wärm­flaschen befüllen. Das Allzweck-Küchenwerkzeug steht immer zur Verfügung.

Pasta zubereiten leicht gemacht: Das kochende Wasser kommt direkt aus dem Hahn.

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in einziger Wasserhahn aus dem sowohl 100 Grad kochendes Wasser als auch gekühltes sprudelndes und stilles Wasser kommt? Das neue Reservoir Quooker CUBE macht das möglich. Der Quooker-Hahn, aus dem kochendes Wasser kommt, ist vielen bekannt. Die neue Funktion kühlt das Wasser zudem und versetzt es bei Bedarf mit Kohlensäure. Das bringt noch mehr Freude in die Küche. Der Quooker CUBE spart nicht nur Zeit, sondern auch Raum, indem er die Verwendung von PET-Flaschen überflüssig macht.

MEHR ALS LEITUNGSWASSER Wer den Quooker bereits benutzt hat, kennt die Drück-Dreh-Bedienung: zwei Mal den Ring am Wasserhahn herunterdrücken, gegen den Uhrzeigersinn drehen und schon kommt kochendes Wasser aus dem Hahn. Um sprudelndes Wasser zu erhalten, reicht einmal drücken und drehen. Der Leuchtring, der bei kochendem Wasser rot wird, färbt sich nun blau: Sprudelwasser ist im Anmarsch. Damit stilles Wasser aus dem Wasserhahn kommt, muss der Knopf beim Drücken ein wenig länger gehalten werden. Es ist also nicht möglich, versehentlich kochendes Wasser

Mit dem Quooker CUBE ist jetzt auch immer kaltes und sprudelndes Wasser zur Hand. Zum Beispiel um Limonaden und Cocktails zuzubereiten oder um einfach nur ein gekühltes Glas Wasser zu geniessen – egal, ob mit oder ohne Kohlensäure.

INTELLIGENTE TECHNIK zu zapfen, obwohl man eigentlich sprudelndes Wasser entnehmen wollte. Das CUBE-Reservoir befindet sich unten im Küchenschrank neben dem QuookerReservoir für das kochende Wasser. Das CUBE-Reservoir hat einen auswechselbaren CO2-Zylinder, mit dem sich aus dem Quooker-Hahn ungefähr 70 Liter kaltes Sprudelwasser geniessen lassen. Wird der Wasserstrahl schwächer und ist weniger Kohlensäure im Wasser, ist der CO2-Zylinder zu ersetzen. Wie gehabt, hat das QuookerSystem einen Filter, der das Wasser reinigt. Daher ist die Wasserqualität vergleichbar mit handelsüblichem Wasser aus Flaschen und immer anti-bakteriell, keimfrei und gefiltert. Chlor, Bakterien, Pestizide und andere Verunreinigungen, die den Geschmack des Wassers negativ beeinflussen können, werden aus dem Wasser gefiltert. Darüber hinaus wird das 100 Grad heisse Wasser abgekocht, da es im Reservoir bei einer Temperatur von 110 Grad gespeichert ist.

DER QUOOKER ALS KÜCHENHILFE Jetzt stellt sich die Frage, warum eigentlich ein Quooker. Mit einem Quooker im

Bei kochend heissem Wasser kommt immer die berechtigte Frage nach der Sicherheit auf. Jedes Jahr verursacht kochendes Wasser in Hunderten von Fällen Verbrennungen. Aber in dieser Hinsicht ist der Quooker zu 100 Prozent sicher: Er erzeugt einen einzigartigen Sprühstrahl, der mit Luft zersetzt ist und an dem man sich nicht verbrühen kann. Alle Quooker-Wasserhähne sind dank eines patentierten Verfahrens besonders isoliert und fest auf der Arbeitsplatte montiert. Zudem hat jeder Quooker eine Kindersicherung mit elektronischer Bedienlogik. Wenn das Wasser sofort kochend heiss aus dem Hahn kommt, könnte man denken, dass der Energieverbrauch enorm hoch ist. Dem ist allerdings nicht so: Was das Quooker-Reservoir für das kochende Wasser angeht, ermöglicht die patentierte Hochvakuum-Isolation einen Energiebedarf, der dem eines WLAN-Routers entspricht. Die Kosten im Standby-Betrieb liegen bei etwa fünf Rappen am Tag. In der Benutzung ist der Quooker etwa 15-mal sparsamer als ein Wasserkocher; die Quooker-Reservoirs COMBI und COMBI+ sind sogar mit dem A-Label ausgestattet und Spitzenreiter im Bereich der Warmwasser-­ erzeugenden Geräte.

QUOOKER SCHWEIZ AG | Kasernenstrasse 1 | CH-8184 Bachenbülach | Tel. +41 (0) 43 411 20 30 | info@quooker.ch | www.quooker.ch

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QUALITÄT SETZT SICH DURCH KÜCHENBAU AUF HÖCHSTEM NIVEAU von Anna Meister

Die Zbären Kreativküchen AG ist seit über 70 Jahren eine zuverlässige Adresse für in Handarbeit gefertigte Küchen aus auserlesenen Materialien. Von einer unscheinbaren Bergschreinerei entwickelte sich ein prosperierendes Unternehmen. Die Grundlage dieser Erfolgsgeschichte ist die Leidenschaft für Küchen und die Liebe zum Detail. Damit wird jede Küche zu einem einzigartigen Kunstwerk. Geliefert und montiert wird weltweit.

Ü

blicherweise entstehen Küchen heute in grossen und modernen Fabrikanlagen. Effizienz und Schnelligkeit ist die immer perfektionierte Zielvorstellung. Das Ergebnis sind gute Küchen von der Stange. Im Simmental bei den Verantwortlichen von Zbären-

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Küchen realisiert man eine andere Unternehmensphilosophie. Auch dort geht es um Effizienz, aber es geht auch um ein traditionelles Handwerk mit seinen Potenzialen. Das Ergebnis ist eine Manufaktur, in deren Rahmen auf die klassischen Werte des Handwerks gesetzt wird.

Gleichzeitig findet man aber dort modernste Werkzeuge und betriebswirtschaftliches Know-how. Gegensätze ziehen sich hier an und befruchten sich gegenseitig. Daraus entstehen massgefertigte Küchen, die in die ganze Welt geliefert werden.


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GRUNDLAGE DES ERFOLGS Wer Qualität in höchster Form liefert, braucht dazu gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte. Aus diesem Grund legen die Verantwortlichen auch viel Wert in die Aus- und Weiterbildung der 30 Mitarbeiter. Alle haben eine anspruchsvolle vierjährige Schweizer Ausbildung zum Schreiner mit ausgezeichneten Qualifikationen abgeschlossen. Traditionelle Handwerkskunst in der Praxis leben und sich stetig weiterentwickeln ist das Erfolgsgeheimnis. Die Meister an den Werkbänken kennen die Möglichkeiten und Grenzen modernster Hightech-Geräte. Deshalb stehen die klassisch solide Handwerkskunst und technische Innovationen gemeinsam im Fokus.

GELEBTE FASZINATION Dass der gute Ruf weit über das Simmental hinausreicht, hat einen weiteren Grund. Die exklusive Machart der ZbärenKüchen trotzt dem schnelllebigen Zeitgeist. Ganz wie die unvergessliche Landschaft der Region, welche die Besucher seit Jahrhunderten in ihren Bann zieht. Die Höhen, Weiten und Traditionen des Berner Oberlandes scheinen im Kontrast zu den urbanen Küchen zu stehen. Im Kontrast? Keinesfalls! Denn Weite und Höhe finden sich auch in Grossstädten. Und wenn es zeitweise nicht den Anschein hat, auch in urbanen Gebieten gibt

Rustikaler Küchenbau mit edlem und dunklem Ambiente.

es gelebte Traditionen. So ist es kein Wunder, dass die Zbären-Küchen das Grossstadtflair ebenso einfangen können wie die Atmosphäre der Berner Alpen. Und mittlerweile gibt es ZbärenKüchen auch in Monaco, London und New York.

LIEBESERKLÄRUNG AN DIE KULINARIK Bei Zbären designt die Familie noch selbst. Und das seit über 70 Jahren. Jede Küche ist ein Unikat und wird komplett von Hand hergestellt. Das ist die auffällige Parallele zu einem Spitzenwein. Auch er braucht Zeit und professionelle Hilfe, um sein Potenzial voll zu entfalten. Menschen, die Reben pflegen und guten Wein zu schätzen wissen, sind auch für kulinarische Genüsse aufgeschlossen. Kosten und Kochen. Zwischen dem Weinbau und einer traditionsbewussten Kunst des Kochens gehen göttliche Symbiosen einher. Designerküchen vereinen den Aspekt der Funktionalität mit Lifestyle. Diese werden mit modernster Technik und persönlichem Engagement kreiert. In den beiden Showrooms in Saanenmöser und Bern können elegante, stilvolle und rustikale Kombinationen bewundert werden. Das Küchenambiente ist eine Liebeserklärung an den guten Geschmack. «A table, s’il vous plaît!»

Küche als moderner Blickfang mit heller Atmosphäre.

Zbären Kreativküchen AG | Bahnhofstrasse 26 | CH-3777 Saanenmöser | Telefon +41 (0) 33 744 33 77 | design@zbaeren.ch | www.zbaeren.ch Zbären Kreativküchen AG | Gerechtigkeitsgasse 29 | CH-3011 Bern | Telefon +41 (0) 31 311 18 80 | design@zbaeren.ch | www.zbaeren.ch

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SMART, KOMMUNIKATIV UND NACHHALTIG WOHNEN IN DER ZUKUNFT – HEUTE REALISIERT Interview mit Ivo Bracher und Andy Zaugg von Georg Lutz

Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren ein schwammiger Begriff geworden. Im folgenden Interview mit Sternekoch Andy Zaugg und Ivo Bracher, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung und Präsidenten des Verwaltungsrats von bonainvest Holding, geht es darum, Nachhaltigkeit wieder eine schärfere Kontur zu geben. Es geht aber um noch viel mehr.

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ir befinden uns hier in einem Smart Living Loft. Das war ja noch vor wenigen Jahren eher was für Technik-Freaks oder Bill Gates, sprich, kompliziert und teuer. Was hat sich denn hier verändert, und ist Smart Living inzwischen in der Schweiz Mainstream? Ivo Bracher: Wir bewegen uns in Richtung Mainstream. Vonseiten der Technik ist heute viel möglich, und auch die Markreife vieler Konzepte und Produkte überzeugt. Trotzdem stellt sich immer die Frage nach dem tatsächlichen Mehrwert. An unserem Konzept Smart Living Loft sind 19 namhafte Firmen beteiligt. Schon das ist ein erster Hinweis, dass wir uns nicht mehr in einem Nischensegment bewegen. Welche Ziele definieren Sie über Smart Living? Für mich ist Smart Living auch zunächst ganz klassisch definiert und hat nichts mit

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technologischen Spielereien zu tun. Es geht beispielsweise ganz praktisch um Schwellen- und Barrierefreiheit, damit Besucher oder Bewohner mit dem Rollstuhl unterwegs sein können. Das Konzept wird durch Komfortelemente wie Licht- oder Storensteuerung unterstützt. Dazu kommen dann auch Lösungen im Sektor Alarm. Das ist ein integriertes System, welches sehr einfach zu bedienen ist. Jüngere Generation steuern hier über eine App, und ältere Generationen können über unterschiedlich farbige Tasten, die in der Höhe von klassischen Lichtschaltern angebracht sind, steuern. Man kann auch mit einem Knopf aus dem Bett die gesamte Wohnung in einen andern Status verwandeln. Sie wollen im Rahmen der demografischen Entwicklung ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildcharakter sein und keine Kathedrale in der Wüste, die keinen Bezug zu ihrer Umgebung hat?

Unser Leuchtturm steht hier in Oensingen im Kanton Solothurn und nicht an der Goldküste bei Zürich. Die Zukunft beginnt hier und nicht auf exklusivem und exorbitant teurem Boden. Es geht um vernetztes Wohnen mit einer nachhaltigen Architektur. Zudem geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Kommunikation und Begegnung. Nicht ohne Grund sitzen wir hier in einem grossen Raum, der neben einer gut ausgestatteten Küche auch viel Platz, sprich, einen Launch-Bereich bietet. Ein zweiter Punkt fällt hier sofort ins Auge. Er lautet «Wohnen mit Services». Was verstehen Sie darunter? Das fängt auf einer sehr trivialen Ebene an. Wenn jemand eine Wohnung bezieht, erkundigen wir uns nach den Bedürfnissen der Bewohnerin oder des Bewohners und legen dementsprechend eine Datenbank an. Das hilft uns, dass sich die Menschen später besser vernetzen können.


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Smart Living Lofts sind integrale Bestandteile der Wohnkonzeption.

Im zweiten Bereich geht es um Dienstleistungsangebote, beispielsweise zum Thema Wäschereinigung. Früher gab es da Links zu externen Firmen, heute sind wir hier selbst tätig. Im Rahmen von Bonacasa gibt es nicht nur einen Wäscheservice, sondern auch Angebote zur Wohnungsreinigung, Feriendienstleitungen oder Notrufservice. Im Rahmen des dritten Bereichs geht es um die Kooperation mit externen Partnern. Und hier kommt Sternekoch Andy Zaugg zum Zug? Exakt. Er bietet zum Beispiel Kochkurse an. Zukünftig werden wir in den grösseren Projekten überall solche sozialen Funktionsräumlichkeiten realisieren. Das erhöht die Lebensqualität immens. Ein weiterer externer Dienstleister ist ein in der Nähe liegendes Pflegeheim. In Ergänzung zu den Spitex-Lösungen werden hier weitere Dienstleistungen angeboten. Wir vernetzen hier unsere Geschäftspartner und Menschen. Von welchen Dimensionen sprechen wir und wie sieht der Altersdurchschnitt aus?

Gemeinsames Kochen hilft, Verbindungen zu knüpfen.

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Wir haben inzwischen 23 Projekte mit über 1 000 Wohnungen, die wir mit dieser Konzeption betreiben. Der Altersdurchschnitt liegt bei 58 Jahren.

«Unser Leuchtturm steht hier in Oensingen im Kanton Solothurn und nicht an der Goldküste bei Zürich.»

Es reicht nicht, einen Blick auf die Technologien und ihre Lösungen zu werfen. Sie müssen in der Praxis testen, was hier Spielerei ist und was wirklichen Mehrwert bringt. Genau das machen wir in unseren Musterwohnungen. Wir entwickeln auch Technologien weiter. Beispielsweise haben wir die Smart-HomeLösung von ABB mit unserem 24/7-Notruf und den Schlüsseltresoren ergänzt oder geholfen, Fenster von 4B barrierefrei zu machen.

Das Konzept spricht nicht nur die Silver-Generation an? Nein, wir bewerben das Konzept sehr deutlich als generationenübergreifende Lösung. Zudem hat Bonacasa über 7 000 Wohnungen von Drittinvestoren unter Vertrag, die vom Smart-Living-Angebot und den Dienstleistungen von bonacasa profitieren.

Wie sieht die finanzielle Seite aus? Immobilien sind gerade heute ein wichtiges Anlageobjekt. So sind bei der bonainvest einige Pensionskassen an Bord. Die Pensionskassen von Migros und Coop sind die beiden grössten Aktionäre dabei. Die Verantwortlichen wollen dort nachhaltige Investitionen sehen. Das fängt bei der Gebäudehülle an, reicht über SmartHome-Komponenten bis hin zu Themen wie Wohnen im Alter. Dort geht es nicht um Eintagsfliegen. Wir haben beim Thema Wohnen ja immer Zeitfenster, die mindestens zehn Jahre halten müssen. Dabei gibt es immer neuere technologische Lösungen zu finden. An den Schnittstellen agieren aber Menschen. Aus diesem Grund gibt es die umfassenden Dienstleistungen von bonacasa.

Ich bin beindruckt von der Vielfalt der Dienstleistungen. Dazu brauchen Sie aber Fachpersonal mit hohem Erfahrungs- und Ausbildungsniveau. Zudem müssen Sie auch die technologischen Entwicklungen im Blick haben.

Im Smart Living Loft kann man ja nicht nur Haustechnikstandards anschauen, sondern es ist auch ein Ort mit einer Küche für kleinere Gruppen, wo regelmässig Kochkurse durchgeführt werden. Sie haben sich für eine Zusammenarbeit mit

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SMART LIVING LOFT Mit dem Smart Living Loft in Oensingen ist die führende Plattform für vernetztes Wohnen entstanden. Eröffnet im Sommer 2018 und ausgestattet mit einer «smarten» Küche ist das Smart Living Loft die perfekte Location für kulinarische Events. Hier kochen Teams, Kunden werden zum Sensorikevent eingeladen oder die Gäste zelebrieren ein Private Dining der besonderen Art. Planung und Umsetzung von Anlässen bis 50 Personen. • Apéro Riche • Sterne-Kochkurse • Sensorikevents • Private Dining • Chefs Table www.smartlivingloft.ch www.andyzaugg.ch/locations

Andy Zaugg, dem Sternekoch, entschieden. Was gab den Ausschlag? Andy Zaugg ist absolut unauffällig im Raum Solothurn unterwegs gewesen (Lachen, die Redaktion). Nein, im Ernst: Er kocht einfach spitze und kann das auch vermitteln. Daher ist er für das Smart Living Loft die richtige Person. Kochen ist ein Beispiel für die vielfältigen sozialen Aktivitäten, die hier möglich sind. Die digitale Vernetzung ist dabei nur ein technisches Hilfsmittel. Aber dies ist wichtig, da die Akteure, beispielsweise beim Thema Pflege, oftmals voneinander gar nichts wissen. Hier wollen wir Brücken bauen. Kommen wir zu Andy Zaugg. Es gibt beim Thema Kochen wie beim Thema Wohnen sehr unterschiedliche Philosophien. Es gibt Köche, die arbeiten mit technologischen Finessen. Nehmen wir nur die Molekularküche als Beispiel. Oder die andere Seite, die das Einfache richtig gut machen will. Als Beispiel kann hier der Kollege aus Stuttgart, Vincent Klink, angeführt werden. Für ihn gehört in eine schwäbische Maultasche nicht unbedingt Lachs. Wie positionieren Sie sich zwischen diesen beiden Polen, Herr Zaugg? Andy Zaugg: Als Koch probiere ich viele Philosophien aus. So ist es auch bei der Molekularküche. Ich habe da einen pragmatischen Ansatz. Da, wo es Sinn macht, setze ich Techniken auch ein. Wenn man sich hier in der Küche umsieht, fallen einige technische Gerätschaften, wie der


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Worin unterscheidet sich das Kochen hier von einem klassischen Restaurantbesuch? Hier muss man sich ja beim gemeinsamen Kochen einbringen. Viele stellen sich Fragen wie, macht dies Sinn? Ich kann doch nicht so schnell eine Zwiebel schneiden wie Andy Zaugg. Wir lassen uns immer Zeit. Es ist wichtig, dass man die Entstehung des Gerichts transparent nachvollziehen kann. Wir machen den Ravioliteig und die Füllung zusammen. Gleichzeitig erkennen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auf was es beim Kochen ankommt. Wo liegen die Stolpersteine und warum wird genau durch diese Zugabe und diesen Handgriff das Ergebnis noch besser? Und wann macht die Zugabe von Olivenöl Sinn?

«Es ist wichtig, dass man die Entstehung des Gerichts transparent nachvollziehen kann.» Es geht wirklich darum, durch dieses gemeinsame Arbeiten auch ein besseres Gruppengefühl entstehen zu lassen? Am Anfang habe ich es hier nur mit einzelnen Persönlichkeiten zu tun, die oft isoliert nur nebeneinander stehen und sitzen. Nach einem solchen Kochevent, wo wir gemeinsam etwas Schaffen, kann

man von einer Gruppe sprechen, die etwas verbindet und stolz ist auf das gemeinsam Geschaffene. Ist es nicht die zentrale Herausforderung, Lösungen zu finden, wie ich nachhaltig leben und trotzdem eine gute Lebensqualität realisieren kann. Ivo Bracher: Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir haben uns von Anfang an, sprich 2009, auf nachhaltige Aspekte, die trotzdem mehr Komfort und Wertsteigerung bedeuten, konzentriert. Das betrifft die grosse Fassade wie den kleinen Lichtschalter. Auch das Thema Heizen steht da auf dem Prüfstand. Bei uns findet man keine einzige Ölheizung, dafür Pelletsheizungen, Fernwärmelösungen und Erdwärmesonden. Gleichzeitig geht es aber nicht um nur wenige Luxussegmente, sondern um bezahlbare Lösungen, aber mit guten Materialien. Andy Zaugg: Und schon sind wir wieder beim Thema Essen. Nachhaltigkeit heisst für mich ganz konkret das Setzen auf interregionale Produkte. Was heisst dies? Beispielsweise gibt es inzwischen frische Shrimps aus der Schweiz. In Rheinfelden sitzt das betreffende Unternehmen. Die Verantwortlichen sind echte Pioniere. Ich durfte davon schon einige probieren und war im positiven Sinne überrascht. Die sehen hell aus und haben einen exzellenten Geschmack.

Das sind nicht die Nordseekrabben, die in Marokko verarbeitet werden und dann in einer minderen Qualität auf unserem Teller landen? Richtig. Wir können inzwischen auch Lachs aus dem Bündnerland geniessen, der ohne den üblichen Antibiotika-Cocktail auskommt. Das macht uns als Gourmets sehr viel Freude. Da kann ich nur guten Appetit wünschen.

UNTERNEHMENSPORTRAIT Die bonainvest Holding gehört 120 Aktionären, darunter 70 Pensionskassen (unter anderem die Pensionskassen von Migros und Coop). Die Unternehmensgruppe hat in acht Jahren 23 generationendurchmischte Überbauungen in der Schweiz mit über 1 000 Wohnungen realisiert. Das Tochterunternehmen bonacasa hat mit seinem Smart-Living-Angebot zusätzlich über 7 000 Wohnungen von Geschäftskunden gewonnen. Das Smart Living Loft in Oensingen zeigt vernetztes Wohnen mit integrierten Lösungen von 19 Firmen. www.bonainvest.ch www.bonacasa.ch

© Georg Lutz

Thermomix oder eine Berkel-Aufschnittmaschine auf. Damit arbeiten wir hier in jedem Kochkurs. Auch einen Dampfgarer will heute niemand mehr in einer guten Küche vermissen. Gleichzeitig gilt es, Speisen möglichst einfach und unter Hervorhebung des Eigengeschmacks des Gemüses, Fleischs, Fischs oder der Früchte zuzubereiten. Kochen darf nicht zu kompliziert werden.

Ivo Bracher (links) präsidiert die Geschäftsleitung der bonainvest Holding AG. Andy Zaugg ist Sternekoch und bietet Catering, Sternekochkurse und Gastro-Coaching an.

ANDY ZAUGG | St. Urbangasse 37 | CH-4500 Solothurn | Tel. +41 (0)79 667 39 61 | andy@andyzaugg.ch | www.andyzaugg.ch bonaivest AG | Weissensteinstrasse 15 | CH-4503 Solothurn | Tel. +41 (0)32 625 95 95 | info@bonaivets.ch | www.bonainvest.ch

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KOLUMNE

MITARBEITERREKRUTIERUNG IM DIGITALEN ZEITALTER von Kim Coombs

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ie Stellensuchenden von heute mit ihrer Affinität für Technologie haben wenig bis nichts mit vergangenen Generationen gemein. Ihnen steht online eine Welt mit einer scheinbar unbegrenzten Fülle an relevanten Informationen zur Verfügung. Sind sie auf Stellensuche, wird diese Welt zum vollsten ausgeschöpft. Die heutige Generation recherchiert ununterbrochen und bis ins letzte Detail – und sie ist äusserst selektiv, welche Arbeitgeber sie überhaupt in Betracht zieht. Bevorzugt werden typischerweise Firmen, die Möglichkeiten für die Karriereentwicklung bieten, durch wettbewerbsfähige Gehälter und Sozialleistungen herausstechen und eine positive Work-Life-Balance und Sinnhaftigkeit im Job sicherstellen. Zunächst ist es zentral, dass man diese Bedürfnisse überhaupt erfüllt. Findige Arbeitgeber gehen jedoch einen Schritt weiter: Sie entwickeln und nutzen einen proaktiven Ansatz, um mit potenziellen Talenten Beziehungen zu knüpfen und mit all dem vertraut zu machen, was die Firma zu bieten hat. Nicht nur, aber gerade die Millennials verlangen nach einem technologiegetriebenen Ansatz bei der Jobsuche. Obschon sie auch Plattformen wie Karrieremessen nutzen, spielt sich ihre Hauptinteraktion mit potenziellen Arbeitgebern in der digitalen Welt ab. Für den Arbeitgeber heisst das, Technologie und relevante Prozesse zu verinnerlichen, sodass Botschaften spannend, stringent und fortlaufend über alle relevanten digitalen Kanäle an die potenziellen Mitarbeitenden getragen werden können. Für den Arbeitgeber ist es entscheidend zu wissen, welche Talente er umwerben will, und welche physischen und digitalen Standorte diese frequentieren. Wettbewerbe können hier Abhilfe schaffen. So kann man beispielsweise in Hackathons oder Programmierungswettbewerben interessierte Bewerber gegeneinander antreten, Ruhm erlangen und Preise gewinnen lassen. Solche Gamification-Ansätze schaffen für die Arbeitgeber die Möglichkeit, mit potenziellen Arbeitnehmenden zu interagieren und sich zu vernetzen. Während Online-Inhalte einen direkten Einfluss auf die Kundenbindung

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haben können, muss beachtet werden, dass zu lange, langweilige oder verkäuferische Inhalte ohne Mehrwert abschreckend sind. Hier können Video-Inhalte helfen. Videos sind eine ideale Methode, um Kandidaten konkret aufzuzeigen, wie ein potenzieller Arbeitgeber ihre Karriereziele erfüllen könnte. So kann ein zweiminütiges Video, das sich auf die Kultur, das Arbeitsumfeld und die bestehenden Mitarbeitenden fokussiert, äusserst effektiv sein. Rekrutierungsvideos werden über alle digitalen Kanäle und Online-Sites gestreut, auf Job-Messen gezeigt und geben potenziellen Talenten einen guten Einblick in die Welt des Arbeitgebers mit allen Vorteilen, die sie in der Firma antreffen würden. Und zu guter Letzt kommen die eigenen Mitarbeitenden ins Spiel – bessere Vertreter und Befürworter des Unternehmens gibt es schlicht nicht. Smarte Firmen setzen deshalb ihre Mitarbeitenden als Marken­ botschafter ein. So gibt es beispielsweise Plattformen, die es Mitarbeitenden ermöglichen, mit nur einem Klick Job-Möglichkeiten und Firmen-News mit ihren Netzwerken zu teilen – sei es auf LinkedIn, Facebook, Twitter oder Instagram. Eine der effektivsten Methoden hingegen, um sich als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren, sind Auszeichnungsprogramme, die Firmen als die besten Arbeitgeber küren. Nur weniges kann einem potenziellen Mitarbeitenden die Attraktivität und Karrieremöglichkeiten eines Unternehmens besser beschreiben. Und ganz nebenher ziehen solche Auszeichnungen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich.

KIM COOMBS ist Director Human Resources EMEA bei Riverbed Technology. www.riverbed.com/de


INNENARCHITEKTUR

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UMWELT & TECHNIK  

NEUES BAUEN ARCHITEKTUR IM ZEICHEN DES KLIMAWANDELS von Georg Lutz

Das Gebäude, das Neue Nationalmuseum von Katar, wirkt wild und zerklüftet. Das kristalline Gebilde wirkt wie eine Sandrose aus der Wüste und passt daher in den geografischen Rahmen. Hinter der Wildheit steht ein komplexer Entwurf des französischen Architekten Jean Nouvel. Planung und Umsetzung erfordern höchste Professionalität – natürlich auch mit BIM-Lösungen. Hier kamen die Ingenieure des Büros von Werner Sobek zum Zug. Aber das perfekte Engineering der Gebäudehülle mit modernster Technologie reicht heute nicht mehr aus. Wenn wir weiterbauen wie bisher, verschärfen wir das globale Ressourcenproblem, und die Baubranche hat zudem einen zentralen Anteil am Klimawandel. Das wissen auch Verantwortliche wie Sobek, die über ihren Tellerrand hinausdenken. Daher setzen Vordenker wie Sobek auf den Leichtbau – die deutliche Reduktion des Materialaufwands ist die Folge. Die Philosophie des recyclinggerechten Bauens gehört aber dazu. SIPs (Structural Insulated Panels) ist hier ein wichtiges Stichwort. Die einzelnen Räume werden als Module – «cartridges» – konstruiert. So erfindet sich das klassische Systemhaus neu.

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© Andreas Keller, Altdorf

UMWELT & TECHNIK


UMWELT & TECHNIK

Das Klima-Profilsystem im Kindergarten – als Klimadecke mit Akustik-Elementen.

KLIMA-PROFILSYSTEM MIT BETONSPEICHERTECHNIK FÜR BODEN, DECKE, DACHSCHRÄGEN, SOCKEL UND WAND von Torsten Küster

Ein neues Profilsystem bietet mit einem einzigen Standardprofil ganz neue Möglichkeiten bei der Verwendung. So können Fussboden, Wand, Decke, Dachschrägen oder auch Wandsockel mit einer extrem reaktionsschnellen, hoch effizienten Flächenheizung und -kühlung ganz flexibel ausgestattet werden. Die Profile inklusive hydraulischer Auslegung sind optional mit bahnbrechender Betonspeichertechnik erhältlich und für Neubau und Modernisierung gleichermassen geeignet. Das System ist bereits in der neuen Wirtschaftsuniversität Wien, zahlreichen Gewerbeobjekten und vielen Einfamilienhäusern im Einsatz.

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as Klima-Profilsystem der Innovationsgemeinschaft Raumklimasysteme e.V. (IGR) ermöglicht aufgrund des sehr einfach gehaltenen Konstruktionsprinzips den blitzschnellen Einbau durch jeden Heizungsinstallateur beziehungsweise Trockenbauer. Es kann ohne Probleme an jeden Grundriss angepasst werden. Dies bietet höchste Gestaltungsflexibilität im Neubau. Bei Modernisierungen und Sanierungen ist von grossem Vorteil, dass dieses Flächenheizsystem jederzeit nachträglich installiert werden kann. Der Aufbau ist mit drei Zentimetern sehr flach, eine Baugenehmigung ist nicht erforderlich. Die Reaktionszeit des Profilsystems ist mit nur fünf Minuten im Unterschied zur konventionellen Fussbodenheizung extrem kurz. Die benötigten Vorlauftemperaturen sind sehr niedrig, das spart viel Energie und schont den Geldbeutel. Je grösser die genutzten Flächen, desto niedriger die Vorlauftemperaturen. Ein besonderer Vorteil des Klima-Profilsystems ist – neben der 100-Prozent-Belegung selbst in kleinsten eckigen oder runden Räumen – natürlich die universelle Anwendbarkeit. Die Profile können als «tragende» und Holzräume überspannende Fussbodenheizung

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genauso eingesetzt werden wie als Wandund Deckenheizung oder als Sockelleistenheizung, je nach persönlichen Vorlieben oder Raumsituation.

EINFACHSTE MONTAGE IN DREI SCHRITTEN Das neu entwickelte Klima-Profilsystem der IGR stellt eine beheizte Unterkonstruktion dar, die in drei ganz einfachen Arbeitsschritten montiert wird. Erstens: zuschneiden und Montage der Profile. Zweitens: einfaches Eindrücken der Rohrleitungen und hydraulische Einbindung in das Heizsystem. Drittens: beplanken, spachteln und endbehandeln (zum Beispiel Farbanstrich oder Putz). Dabei können die Profile – beispielsweise für Produktions-, Lager- oder Verkaufshallen – auch sichtbar, ohne weitere Beplankung, verbaut werden. Dank Lack- oder Pulverbeschichtung und farblich abgestimmter Rohre auch optisch anspruchsvoll. Der Einbau erfolgt in Trockenbauweise, damit wird auch keinerlei Feuchtigkeit in die Wohnräume eingebracht. Die Aufbauhöhe beträgt je nach Anwendungsart nur drei bis vier Zentimeter. Die Installation kann in nur ein bis zwei Tagen abgeschlossen werden.

HEIZ- UND KÜHLQUELLEN FÜR DAS KLIMA-PROFILSYSTEM Als Heizquellen zur Wärmeerzeugung können alle marktgängigen Systeme eingesetzt werden. Besonders gefragt ist die Kombination mit regenerativer Energietechnik. Sole- und Luft-Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit heizungsunterstützenden Solaranlagen können mit dem Flächenheizungssystem der IGR sehr hohe Wirkungsgrade erzielen. Selbst das Kühlen über das Klima-Profilsystem ist ohne Weiteres möglich. Mit dem KlimaProfilsystem kann sogar auf einen Vollwärmeschutz verzichtet werden, insbesondere wenn Betonflächen als kostenloser Energiespeicher genutzt werden – eine weitere bahnbrechende Idee der Innovationsgemeinschaft Raumklimasysteme.

TORSTEN KÜSTER ist von der Pressestelle der Innovations­ gemeinschaft Raumklimasysteme e.V. www.igr-raumklimasysteme.de


UMWELT & TECHNIK

AUS DEM HERZEN DER SCHWEIZER ALPEN Im wunderschönen Simmental ist das Schreinerhandwerk noch ein traditionelles Handwerk. Der Stolz auf unsere Arbeit zeigt sich in jeder von uns individuell angefertigten Küche. Die raue Landschaft, die majestätischen Berge und die unberührte Natur inspirieren dabei unsere Arbeit. Ob Penthouse-Besitzer oder Chalet-Liebhaber, sie alle teilen die Leidenschaft mit uns, die uns dazu motiviert, die exklusiven Küchenträume unserer Kunden wahr werden zu lassen. Die Zbären Küchen werden dabei mit hochwertigsten Materialien in feinster Handarbeit und mit hochmodernen Maschinen gefertigt. Von der kleinen Manufaktur im Herzen der Schweizer Alpen liefern wir die massgefertigten Küchen in die ganze Welt.

Besuchen Sie einen unserer Showrooms in Bern und Saanenmöser www.zbaeren.ch | +41 (0)33 744 33 77 Ausgabe 03/2019 // Seite 129


KOLUMNE

«SIND WOHNGEBÄUDE BEREIT FÜR DEN KLIMAWANDEL?» von Dr. Silvia Domingo Irigoyen und Prof. Dr. Axel Seerig

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ie Anzahl der heissen Sommertage hat auch in unseren Regionen mit einem normalerweise moderaten Klima weiter zugenommen. In diesem Jahr ist die erste Hitzewelle schon in der letzten Woche des Monats Juni eingetroffen  – gemäss MeteoSchweiz mit der intensivsten siebentägigen Hitzeperiode seit Messbeginn vor über 100 Jahren. Dies hat zu einer weiteren wachsenden Nachfrage nach Klimatisierung geführt. Wie ein Detailhändler mitteilte, wurden bereits im Juni 50 Prozent mehr Klimageräte verkauft als im ganzen Sommer des (ebenso heissen) letzten Jahres. Im neusten IEA NewsReport «The future of cooling» (IEA-Report May 2018) werden dezentrale Klimaanlagen als einer der Haupttreiber des zukünftig steigenden Strombedarfs bezeichnet. Dieser wirkt den Anstrengungen der Energiestrategie 2050 weiter entgegen. Was bedeutet das nun für den Stromsektor und wie wird sich der Energiebedarf unserer Wohngebäude in den nächsten Jahren verändern? Die Studie «ClimaBau» der Hochschule Luzern, die kürzlich auf dem ersten Tageslicht-Symposium vorgestellt wurde, zeigt auf, wie sich der Klimawandel auf den Energieverbrauch und die Behaglichkeit in Wohnbauten auswirkt. Der zukünftige Energiebedarf und Behaglichkeit in Wohnbauten wurden auf der Basis von vier realen Beispielgebäuden – zwei Altbauten und zwei Neubauten – mittels thermischer Gebäudesimulationen analysiert. Das künftige Klima wurde für eine 30-jährigen Periode (2045–2074) beim mittleren IPCC-Emissionsszenario A1B am Standort Basel abgebildet und die Ergebnisse der Referenzperiode 1980–2009 gegenübergestellt. Die Simulationsergebnisse zeigen bedeutende Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiebedarf und die Behaglichkeit in allen untersuchten Gebäuden. Reduziert sich der Heizwärmebedarf um 20 und 30 Prozent in Alt- beziehungsweise Neubauten, so steigt der Klimakältebedarf hingegen exponentiell an. Dieser wird in Neubauten im Schweizer Mittelland rund die Hälfte des Heizwärmebedarfs betragen, die notwendige Kälteleistung betrug bis zum Doppelten der Heizleistung. Die Auswirkungen des Klimawandels fielen an Standorten der Südschweiz noch markanter aus. Hier übersteigt der zukünftige Klimakältebedarf den Wärmebedarf und würde im extrem

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wärmsten Jahr mehr als das Zehnfache des Heizwärmebedarfs betragen. Die architektonischen Massnahmen, die den grössten Einfluss auf die Behaglichkeit im Sommer und den Klimakältebedarf haben, sind der Fensteranteil sowie die thermische Speichermasse. In jedem Fall wird die Behaglichkeit in Wohnbauten wesentlich vom Verhalten der Bewohnerschaft abhängig sein: Damit Wohnbauten den Folgen des Klimawandels standhalten können, müssen sie heute so konzipiert werden, dass eine einwandfreie Bedienung des Sonnenschutzes und effiziente Nachtkühlung sichergestellt werden können. Diese Aufgabe kann zum Teil moderne Gebäudeautomation übernehmen, und so lässt sich verhindern, dass Gebäude mit energieintensiven Kühlgeräten, die bei Hitzewellen vielfach individuell installiert werden, nachgerüstet werden. Durch Systeme wie Free Cooling oder Geocooling liesse sich in Zukunft situationsabhängig sowohl die sommerliche Behaglichkeit als auch die Effizienz der Wärmebereitstellung im Winter erhöhen. Weitere laufende Projekte der Hochschule Luzern (zum Beispiel effiziente Kühlsysteme, Handlungsempfehlungen zum bewussten Umgang mit Fenstern und Handlungsanweisung für Bauherren) werden mehr Hinweise darauf geben, wie wir auf die Herausforderungen des Klimawandels und der Dekarbonisierung des Gebäudeparks reagieren sollten.

DR. SILVIA DOMINGO IRIGOYEN ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Luzern.

PROF. DR. AXEL SEERIG ist Dozent am Institut für Gebäudetechnik und Energie der Hochschule Luzern. www.hslu.ch/ige


Das neue BORA Pure

UMWELT & TECHNIK

Ein Kompaktsystem, wie es noch keines gab. Eine Klasse für sich und für jede Küche.

Pure Video

Minimalistisches Design Kochfeld und Abzug sind komplett flächenbündig. Die perfekte Linien­ führung erlaubt eine ebenso unauffällige wie hochelegante Integration in jede moderne Küchenarchitektur. Mit den farbigen Einströmdüsen setzen Sie ganz einfach persönliche Akzente. Neben roségold sind diese in fünf weiteren Farben erhältlich. Weitere Informationen unter www.suter.ch

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UMWELT & TECHNIK

ÜBERZEUGEND UND GUT BERATEN INDUSTRIEGASE ABFÜLLEN AB WERK von Dr. Nils Ladwig

Die Westfalen Gas Schweiz GmbH ist ein 2001 gegründetes Gasunternehmen mit Sitz und eigenem Abfüllwerk in Eiken AG. Das deutsche Mutterhaus Westfalen AG wurde bereits 1923 in Münster gegründet und ist seitdem als familiengeführtes Traditionsunternehmen über die Landesgrenzen hinausgewachsen. Kältemittel wie R-404A oder R-507A aufgrund der neuesten Anforderungen der schweizerischen Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung bald nur noch in stark beschränktem Masse verwendet werden dürfen, wird Ersatz sowohl für Bestands- wie auch Neuanlagen nötig. Westfalen steht mit bewährtem Knowhow für Fragen zu neuen synthetischen HFO/HFKW-Kältemitteln mit niedrigem GWP-Wert, natürlichen Kältemitteln oder aufbereiteten, gebrauchten Kältemitteln zur Verfügung.

SCHWEISSEN & SCHNEIDEN Abfüllwerk in Eiken AG

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ie Westfalen Gas Schweiz GmbH füllt die wichtigen Industriegase Sauerstoff, Stickstoff, Argon und Kohlendioxid in verschiedenen Qualitäten und Gemischen selbst ab und liefert diese an die Kunden und Vertriebspartner aus. Ergänzt wird das Sortiment durch rund 300 weitere Industrie-, Medizinal-, Pharma- und Spezialgase sowie sämtliche gängigen wie auch zukünftigen Kältemittel und Propan. Gerade für Handwerker führt Westfalen handliche Flaschengrössen im Sortiment. Diese können entweder im Werk Eiken und bei einem der über 50 schweizweiten Vertriebspartner abgeholt, oder an die Firmenadresse, beziehungsweise direkt zur Baustelle, geliefert werden. Mit einem fachlich kompetenten Berater vor Ort haben Kunden immer einen direkten Ansprechpartner, der für jegliche Fragen

rund um die Gaseversorgung oder das richtige Gas für eine neue Maschine oder Anwendung zuständig ist.

Im Fokus stehen für Unternehmen der Baubranche folgende Produkte:

PROPAN Unersetzlich für Dachdecker ist Propan. Sowohl zum Aufschmelzen von Bitumen auf der Baustelle, als auch zum Heissverkleben der Bitumenschweissbahnen. Ob in der handlichen 10-Kilogramm Leichtstahlflasche für kleinere Arbeiten oder in der 33-Kilogramm Flasche für grosse Projekte. Die Lieferung erfolgt zuverlässig und zeitnah.

KÄLTEMITTEL Gerade in gewerbliche Neubauten wird heute standardmässig eine Klimaanalage verbaut. Da jedoch viele der altbewährten

Auch für die auf der Baustelle oder die in der Vorarbeit anfallenden Schweissarbeiten bietet Westfalen Gas Schweiz GmbH die passenden Gase. Neben den klassischen Schweissgasen Acetylen und Sauerstoff steht eine grosse Auswahl an Schutzgasen zum WIG-, MIG- oder MAG-Schweissen bereit. Erfahrene Schweissfachexperten unterstützen Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Schutzgase.

CO2 ZUR NEUTRALISATION Zur Neutralisation von Baustellenabwasser kann eine schlüsselfertige Lösung mit Kohlensäure verwendet werden. Zur Auswahl stehen Flaschenbündel mit 450-Kilogramm Inhalt oder 10-Kilogramm Flaschen für den kleinen Bedarf.

PRÜFGASE Für den Funktionstest beziehungsweise für die Kalibration von Gassensoren (Kältemittel und CO in Tiefgaragen) bietet die Westfalen Gas Schweiz GmbH praktische Lösungen mit Prüfgasen in der Druckdose Alumini® 12 oder in der 3-Liter Flasche mit Transportkoffer.

Westfalen Gas Schweiz GmbH I Sisslerstrasse 11 I CH-5074 Eiken I Telefon +41 (0)61 855 25 25 Fax +41 (0)61 855 25 26 I info@westfalen.ch I www.westfalen.ch

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UMWELT & TECHNIK

Alle Gase rund ums Haus. Propan in Leichtstahlflaschen: Für den Dachdecker zum Heissverkleben von Bitumen und zum Kochen und Heizen

Prüfgase in der Druckdose: Für Servicetechniker zur Wartung/Kalibrierung von Gaswarn- und Messgeräten

Kältemittel: Für Kälte-/Klima-Fachbetriebe zum Betreiben und Warten von Anlagen mit allen gängigen Kältemitteln

Acetylen / Sauerstoff: Für Spengler oder Sanitär-Betriebe zum Hartlöten oder Schweissen z. B. von Rohrleitungen

Kohlendioxid: Für Baubetriebe zur Abwasserneutralisation und zum Karbonisieren von Mineralwasser

Westfalen Gas Schweiz GmbH, Sisslerstr. 11, 5074 Eiken AG, Tel. +41 61 855 25 25, Fax +41 61 855 25 26, info@westalen.ch, www.westfalen.ch Ausgabe 03/2019 // Seite 133


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Es geht darum, Werte zu erhalten.

DIE ERNEUERER DIE GESAMTE LEISTUNGSBREITE AUCH IM ERNEUERUNGSBAU von Lone K. Halvorsen

Der Erhalt von Bausubstanz liegt im Interesse der Eigentümer wie auch der Benutzer von Bauwerken. Eine lange Lebensdauer zahlt sich aus: wirtschaftlich wie ästhetisch und nicht zuletzt kulturell, wenn es sich um bedeutende ältere Bauten handelt. Der Immobilienmarkt schätzt modernisierte Bauten.

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NLIKER. Ein Signet, eine Marke, ein Unternehmen. Sie stehen für erfolgreiche Bau- und Immobilienprojekte. Seit Jahrzehnten, mit rund 1 700 Mitarbeitenden und Standorten in weiten Teilen der Deutschschweiz – die Gruppe vereint Bauunternehmung, Generalunternehmung und Immobilien. Die Bauunternehmung bildet das Kerngeschäft der ANLIKER Gruppe. Seine vielfältigen Kompetenzen beweist das Unternehmen nicht nur in Neubauten des Hoch- und Tiefbaus, sondern auch im Erneuerungsbau mit seinen zahlreichen Spezialitäten. Eine dieser Spezialitäten stellt die hier im Folgenden präsentierte Schadstoffsanierung dar, und der Fachbericht über die Sanierung des FeldschlösschenBesucherzentrums verdeutlicht die Kernkompetenz im Erneuern.

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SCHADSTOFFE ALLER ART In der Schweiz wurde bis im Jahr 1991 Asbest verbaut. Der bekannteste asbesthaltige Baustoff aus jener Zeit ist Eternit, aber auch in Fliesenklebern, Verputzen, Farben, Brandschutzanwendungen und vielen anderen Bauprodukten waren diese Fasern enthalten. Einmal verbaut, sind asbesthaltige Baustoffe bei normaler Nutzung unproblematisch. Bei Umbauten oder Beschädigungen hingegen kann sich der Asbest freisetzen, was gesundheitsschädigend ist. ANLIKER hat sich unter anderem auf die fachgerechte Entfernung von Asbest und weiteren Schadstoffen spezialisiert. Das Unternehmen verfügt über ein grosses und geübtes Team, modernstes Inventar sowie Arbeitstechniken, die sich vom üblichen Markt abheben. Daher

ist eine Flexibilität bei Kleinobjekten, aber auch eine Schlagkräftigkeit bei Grossbaustellen mit engem Terminplan gewährleistet. Das kompetente und innovative Handwerk zeichnet sich durch Qualität und Termintreue aus. Die Sanierungen finden in abgegrenzten Zonen im Unterdruck sowie unter Beobachtung der SUVA statt. Gearbeitet wird stets im Ganzkörperanzug und mit einer Vollmaske mit Frischluft, denn Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter haben stets oberste Priorität. Neben dem mengenmässig relevantesten Schadstoff Asbest verfügt das Unternehmen auch über das nötige Wissen für die Sanierung von PCB, PCP, PAK, Schwermetallen, Radon und Schimmel.


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SANIERUNG FELDSCHLÖSSCHEN Die Sanierungskompetenzen verdeutlichen wir hier vertiefend an einem anspruchsvollen Referenzmodell. Die renommierte Bierbrauerei Feldschlösschen hat die Erweiterung ihres Besucherrundgangs auf dem Fabrikationsareal in Rheinfelden begonnen. Für das Projekt in dem Verwaltungsgebäude, welches 1932 erbaut wurde, ging der Auftrag an ANLIKER. Das neue Besucherzentrum im Gebäude Zehn soll den Besuchern als zentraler Sammlungsort und Start des Besichtigungsrundganges dienen. Mit einer Fläche von über 1 000 Quadratmetern soll es Individualgästen oder kleineren Gruppen die Marke Feldschlösschen und die Produktionsprozesse in der Bierbrauerei näherbringen. Zudem knüpft es an die bisher gelebten Traditionen an und präsentiert sich innovativ als schönste und grösste Brauerei der Schweiz. Damit dies alles überhaupt möglich ist, müssen die bestehenden historischen Büroräumlichkeiten umgebaut und verstärkt werden. Erst dann ist eine öffentliche Nutzung und eine moderne Zugänglichkeit möglich. Auf einer Fläche von 1 000 Quadratmetern

Sanierung Besucherzentrum Feldschlösschen.

wurde jetzt im Sommer 2019 ein historisch adäquater Umbau mit dem Erhalt des heutigen Eingangsportals fertiggestellt. Rund 400 Tonnen Baukonstruktion wurden zurückgebaut. Dabei ging es auch um eine statische Verstärkung der bestehenden Tragkonstruktion durch Erdbebenertüchtigung, Betonunterzüge und Betonstützen, Stahlträger und Lamellenverstärkungen. Zudem fand eine Instandsetzung diverser Bereiche wie Toilettenanlagen, Lagerräume und Kühlzelle statt. Hinzu kam der Einbau eines komplett neuen Liftes vom UG bis auf die Dachterrasse, Brandschutzertüchtigungen und eine Schadstoffsanierung. Das Herzstück des neuen Besucherzentrums bildet heute die im Erdgeschoss zentral positionierte Bierzapfanlage mit 32 Zapfhähnen. Die Gäste können hier die Produktepaletten probieren und lernen interessante Details über die unterschiedlichen Philosophien der Bierkultur. Im Untergeschoss und im Erdgeschoss werden nun Teile der nicht tragenden Zwischenwände und die bestehenden Liftwände, inklusive Personenliftanlage, abgebrochen. Dadurch wirkt das neue

Raumkonzept sehr offen und einladend. Zudem entstanden neue Durchgänge respektive Eingänge und Türen, dies bei Mauerstärken von bis zu 80 Zentimetern. Dazu kommt der Rückbau von tragenden Wänden im Untergeschoss und im Erdgeschoss. Die Bodenplatte wird partiell aufgebrochen, um neue Fundamente und die Kanalisationsführung zu erstellen. Sämtliche statische Massnahmen, die zur Tragund Erdbebensicherheit für den geplanten Endzustand des Gebäudes notwendig sind, werden in der ersten Bauetappe über sämtliche Geschosse realisiert. Die Tragfähigkeit der Decken wird durch Fundamentverstärkungen, Betonpfeiler und die darauf liegenden Betonunterzüge für eine Nutzlast von 5.0kN/Quadratmeter ertüchtigt, und somit entsteht ein normgerechtes Sicherheitsniveau für das Besucherzentrum. Mit dem komplett neuen Liftkern und zusätzlichen Stahlbetonwänden erhält das Gebäude neue aussteifende Tragstrukturen, die eine ausreichende Erdbebensicherheit gewährleisten. Für Besucher mit einer Liebe zur Bier- und Baukultur verspricht somit der Besuch auf dem Schlossgelände ein einzigartiges Erlebnis.

Schadstoffsanierung.

Anliker AG Bauunternehmung | Meierhöflistrasse 18 | CH-6021 Emmenbrücke Tel. +41 (0) 41 268 88 88 | info@anliker.ch | www.anliker.ch

Ausgabe 03/2019 // Seite 135


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NEUE ENERGIEWELT TRENDS FÜR INDUSTRIE UND GEBÄUDE von Martin Pfränger

© Solar_Promotion GmbH

Die Energiewende in der Industrie und im Gebäudemanagement nimmt Fahrt auf – dank des Aufschwungs erneuerbarer Energien und smarter Technologien. Aktuelle Trends und Pioniere der Branche präsentierte die EM-Power, die Fachmesse für die intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden.

Solare Mobilitätslösungen rücken zunehmend in den Fokus.

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ie sieht sie aus, die Zukunft der Energie? In jedem Fall ist sie sauber, dezentral und digital. Auch Gewerbetreibende, Akteure der Baubranche, Genossenschaften, Industrie oder Gebäudemanager müssen umdenken, wenn sie die Energiewende für sich nutzen wollen. Wichtig ist dabei, den Überblick zu behalten, welche Entwicklungen derzeit die Branche revolutionieren – und welche Lösungen sich für das eigene Vorhaben am besten eignen. Die aktuellen Trends:

Schon heute ist einiges machbar. Stichwort Solarfassade: Künftig werden gebäudeintegrierte Photovoltaik-Systeme Teile der Gebäudehülle ersetzen. Die neuen Module in individuellen Designs und Ausführungen können die Architektur optisch aufwerten. Und sie punkten, weil sie vor Wind, Wetter und Sonneneinstrahlung schützen. Ein weiterer Vorteil, der sich rechnet: Der erzeugte Strom kann direkt vor Ort verbraucht werden – für weniger Energiekosten und CO2-Emissionen.

TREND 1 – NEUE AKZENTE

TREND 2 – VERNETZT UND DEZENTRAL

Ob Passivhaus- und Plusenergie-Konzepte: Energieeffizienz ist seit Jahren oberstes Gebot bei Neubauten und Sanierungen. Neue Technologien machen den Weg zum klimaneutralen Gebäude spannender denn je. Solarenergie wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Laut einer Studie des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) könnte Photovoltaik bis 2050 zwischen 30 und 50 Prozent der weltweit benötigten Energie liefern. Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, braucht es auch eine neue solare Baukultur, die Solarenergie und Architektur verbindet.

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Wohn- und Gewerbeviertel, die ein einziger Anbieter mit Strom und Wärme versorgt: Dieses Modell hat in Zukunft ausgedient. In den kommenden Jahren gewinnen dezentrale Energiekonzepte für Erzeugung und Verbrauch an Bedeutung. Dieser Trend führt zu einer Dezentralisierung der Energievermarktung. Klassische Eigenversorgungs- und Mieterstrom-Modelle werden durch dezentrale Verteilungsmärkte flankiert. Die Digitalisierung wird dabei zum Innovationsmotor für Newcomer, die digitale und vernetzte Lösungen auf den Markt bringen.

So wie das Unternehmen mondas, ausgezeichnet mit «The smarter E AWARD 2019» in der Kategorie «Outstanding Project»: Mithilfe der Analyse-Software des Start-ups entstand in Freiburg (D) ein intelligentes Wärmenetz mit 38 dezentralen thermischen Solaranlagen, das 525 Haushalte in einem neuen Wohnviertel versorgt. Das Prinzip: Die Wärmeenergie wird in ein Nahwärmenetz eingespeist, das zusätzlich Energie von einem Biomethan-Blockheizkraftwerk bezieht. Die Software von mondas, die auf Künstlicher Intelligenz basiert, erfasste alle Messdaten, Erträge und Bedarfswerte für die Solaranlagen – und sorgt so für das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.

TREND 3 – INNOVATIONSMOTOR SEKTORENKOPPELUNG Der Anteil der erneuerbaren Energien in Europa wächst – zwischen 2005 und 2015 um 71 Prozent, belegt der Energieatlas 2018. Den Schlüssel zur effizienten Nutzung von Solarstrom und Co. in Gebäuden und in der Industrie liefern Power-to-Heat-Technologien. Sie ermöglichen die Verzahnung von Strom, Wärme, Mobilität und Industrieabläufen, senken


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SAVE THE DATE: EM-POWER Wie viel Gründerpotenzial im Bereich der intelligenten in Gebäuden und Industrie steckt, zeigte die EM-Power in München, die Fachmesse für die intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden: 60 Prozent der Start-ups, die sich auf «The smarter E Europe 2019» präsentierten, kamen aus Kategorien der EM-Power. Die EM-Power ist Teil von Europas grösster energiewirtschaftlichen Plattform The smarter E Europe. Sie findet jährlich parallel zu drei weiteren Energiefachmessen statt (Intersolar Europe, ees Europe und Power2Drive Europe). Einer der Kooperationspartner ist die Allianz Bauwerkintegrierte Photovoltaik e.V. (BIPV). Die nächste EM-Power informiert vom 17. bis 19. Juni 2020 über die neusten Branchentrends.

den CO2-Ausstoss und sorgen dafür, dass erneuerbare Energien effizienter und flexibler genutzt werden können. Smarte Steuerlösungen wie Siemens MindSphere vereinfachen die Sektorenkopplung: Das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem verbindet Produkte, Anlagen, Systeme und Maschinen miteinander und macht die Daten aus dem Internet of Things (IoT) nutzbar. Zudem schieben neue Speicherlösungen die Sektorenkopplung an. Axiotherm GmbH, Gewinner von «The smarter E AWARD

2019» in der Kategorie «Smart Renewable Energy», erforscht PhasenwechselMaterialien, die bei der Änderung ihres Aggregatzustands grosse Mengen latenter Wärme aufnehmen und später wieder freisetzen können. Der neue thermische Energiespeicher – die kraftBoxx  – nutzt diese Eigenschaften und verfügt so über eine höhere Speicherkapazität als herkömmliche Wärme- und Kältespeicher. Auch C/sells, ein Verbund von rund 50 Akteuren der süddeutschen Energiewirtschaft, geht neue Wege bei der Sektorenkopplung. Im Projekt «Intelligente Wärme München» etwa testen die Stadtwerke München in 500 Haushalten, welches Potenzial in der Vernetzung von Elektrizität und Wärme steckt. Die Idee: Erzeugen Anlagen mehr erneuerbaren Strom, als gerade verbraucht wird, werden mit dem überschüssigen Strom Elektrospeicher-Heizungen, Wärmepumpen oder Kälteanlagen der Kunden aufgeladen. Die Steuerung übernimmt ein virtuelles Kraftwerk, das viele kleine Erzeugeranlagen und Stromverbraucher vernetzt  – und so eine sichere Stromversorgung garantiert.

TREND 4 – STROMVERMARKTUNG AUF TOUREN Der Verkehrssektor verbraucht ein Drittel der Endenergie in der EU – und gewinnt diese überwiegend aus Öl, so die Europäische Umweltagentur. Viele Quartiersmanager setzen heute bereits darauf, selbst produzierten erneuerbaren Strom auch für Mobilität zu vermarkten. Neue Technologien beschleunigen diese Entwicklung und tragen dazu bei, dass E-

Mobilität auf lange Sicht zur Selbstverständlichkeit in allen Verkehrsbereichen wird. Künftig wird es zum Beispiel möglich sein, Solarenergie vom E-Auto ins Haus zu leiten, sie ins Stromnetz einzuspeisen und über Plattformen mit anderen zu teilen (Vehicle-to-Grid). eCube von Wolf Power Systems setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung. Das Konzept: Strom wird aus Erdgas und Solarenergie dezentral und netzunabhängig erzeugt – und zwar direkt an der Ladestation. Gleichzeitig werden die angrenzenden Gebäude mit Wärme versorgt oder Energie ins Fernwärmenetz eingespeist. Zum eCube-System gehören ein Blockheizkraftwerk mit angeschlossener Hochleistungsbatterie als Zwischenspeicher und einem GlasSolardach sowie ein intelligentes Energiesteuersystem. Auf diese Weise wird Strom klimafreundlich vor Ort erzeugt und verbraucht.

ANMERKUNG 1) https://www.nature.com/articles/nenergy2017140?WT. feed_name=subjects_chemistry 2) Energieatlas 2018, Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Green European Foundation, European Renewable Energies Federation und Le Moned diplomatique, https://www.boell.de/sites/default/files/energieatlas2018.pdf 3) https://www.eea.europa.eu/de/themes/transport/intro

MARTIN PFRÄNGER ist Projektleiter EM-Power bei Solar Promotion GmbH. www.solarpromotion.com

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EMPFIEHLT

GARTEN

ALLES AUS EINER HAND – DOKA ERWEITERT DAS ZUBEHÖRSORTIMENT Doka, als eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und im Vertrieb von Schalungslösungen, erweitert sein Sortiment an Sicherheitsprodukten und Bauzubehör. Ob Grabenbrücke, Bautreppe, Schalungs- und Bewehrungszubehör oder innovative Sicherheitsprodukte – wie die mobile Absturzsicherung FreeFalcon – bei Doka gibt es alles aus einer Hand! Das neue, besonders preiswerte Doka-Seitenschutzgitter 250 SE ergänzt dabei das umfangreiche Sortiment. Es ist mit dem XP-Seitenschutzsystem kompatibel und kann sowohl als Bauzonenabschrankung als auch als Absturzsicherung eingesetzt werden. Doka Schweiz AG | Mandachstrasse 50 | CH-8155 Niederhasli Tel. +41 411 20 52 | doka-schweiz@doka.com | shop.doka.com

DIE E-LINE NEXT LED Wegweisend sind das modulare Baukastensystem mit einer riesigen Auswahl an Optiken, Lichtstrompaketen, Schutzarten und Längen sowie die Energieeffizienz von bis zu 190 lm/W. Über 250’000 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten garantieren massgeschneidertes Licht für alle Applikationen, von Industrie über Office und Education bis hin zu Retail. Mit Human Centric Lighting und Lichtmanagement ist die E-Line Next LED schon heute die erste Wahl für individuelle Lichtlösungen und durch die Cloud-Anbindung fit für die Zukunft. TRILUX AG | Bodenäckerstrasse 1 | CH-8957 Spreitenbach Tel. +41 (0) 56 419 66 01 | info@trilux.ch | www.trilux.ch

DIE EINLOCHARMATUR WIRD 80 JAHRE Vor 80 Jahren waren für Armaturen in Waschtischen noch drei Löcher nötig. Jeweils für die beiden Ventilgriffe und in der Mitte für den Auslauf wurden die Löcher noch von Hand mit einem Spitzhammer in die Keramik geschlagen. Das Problem war aber, dass es natürlich dadurch zu recht viel Bruch kam. Der Firmengründer Gustav Schmiedl hatte die Idee alles in einem Loch zusammenzuführen. So entstand die Einlocharmatur. Heute sind weltweit fast alle Waschtischarmaturen Einlocharmaturen. Gustav Schmiedl Armaturenfabrik GmbH & Co. KG. | Etrichgasse 18a | A-6020 Innsbruck Tel. +43 (0)512 345612 | office@ schmiedl.eu | www.schmiedl.eu

FÜR EIN BESSERES KLIMA IN DEN STÄDTEN – MOOS-FASSADEN Damit die Städte lebenswert bleiben, braucht es neue Konzepte, dazu zählen etwa mehr Grünflächen, die für ein angenehmes Klima sorgen und die Luft sauber halten. Auch die Begrünung von Fassaden spielt eine Rolle. Ein Start-up der Technischen Universität Kaiserslautern hat ein System für grüne Fassaden entwickelt, das wartungsfrei und dank Moos selbst begrünend ist. Artificial Ecosystems | Erwin-Schrödingerstrasse 13/243 | D-67663 Kaiserslautern Tel. +49 (0) 631 205 5521 | info@artificial-ecosystems.com | www.artificial-ecosystems.com

PURISTISCHES DESIGN UND OPTIMIERTE ABLAGEFLÄCHEN Mit der erweiterten DuraSquare Serie präsentiert Duravit die Verschmelzung von puristischem Design und zurückhaltend integrierten Ablageflächen. Hinzugekommen sind neue Waschtischgrössen, ein asymmetrischer Waschtisch und ein Doppelwaschtisch, die sich jeweils mit Möbelunterbau oder Metallkonsole verbinden lassen. Durch unterschiedlichste Kombinationsmöglichkeiten setzt DuraSquare auf Vielseitigkeit und komfortable Ablagemöglichkeiten. Duravit Schweiz AG | Bahnweg 4 | CH- 5504 Othmarsingen Tel. +41 (0) 62 887 25 50 | info@duravit.ch | www.duravit.ch

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MUSSO Cool und praktisch zugleich: bis zu 3 t Anhängelast. Schon ab CHF 29’900.– *

ssangyong.ch * SsangYong Musso Crystal 2.2 l Diesel 4WD, 181 PS. Abgebildetes Modell: Musso Sapphire 2.2 l Diesel 4WD, 181 PS, manuell, metallic, 20” Leichtmetallfelgen, ab CHF 39’540.–. 5 Jahre Werksgarantie bzw. 150’000 km. 6 Jahre gegen Durchrostung. Treibstoff-Normverbrauch kombiniert: ab 7.9 l/100 km, abgb. Modell: 7.9 l/100 km, Benzinäquivalent: ab 8.9 l/100 km, abgb. Modell: 8.9 l/100 km, CO2-Ausstoss kombiniert: ab 211 g/km, abgb. Modell: 211 g/km, CO2-Emissionen aus der Treibstoff- und/oder Strombereitstellung: ab 36 g/km.

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JAHRE GARANTIE


VORSCHAU &  IMPRESSUM

VORSCHAU DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT IM ENDE NOVEMBER 2019 DIE SONDERAUSGABE ZUR SWISSBAU ERSCHEINT ANFANG NOVEMBER 2019 Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda:

Am grossen Rad drehen Sanierung von grossen Infrastrukturgebäuden

Gegensätze ausleben Retrolook mit moderner Technik in Innenräumen

Es geht besser Ökobilanzen von Materialien im Wettbewerb

Wertschöpfungsketten schliessen Logistik am Bau

Grundlage ist klar Sicherheit hat Vorfahrt

Es muss passen Lichtlösungen in der Industrie

Gut bedeckt Auf das Dach kommt es an – passende und moderne Lösungen

Wohlfühlfaktor ermöglichen Der Kamin – viel Atmosphäre und klare Technik

BIM und mehr Digitalisierungslösungen auf der Baustelle

Herausgeber rundschauMEDIEN AG St. Jakob-Strasse 84 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon +41 61 335 60 80 Telefax +41 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch Verleger Francesco J. Ciringione Mitglied der Geschäftsleitung Boris Jaeggi b.jaeggi@rundschaumedien.ch Hasan Dursun h.dursun@rundschaumedien.ch Projektleitung Michele Zito m.zito@rundschaumedien.ch Verkauf & Marketing Alban Mulaj a.mulaj@rundschaumedien.ch

Bora Bike b.bike@rundschaumedien.ch Chefredaktion Georg Lutz g.lutz@rundschaumedien.ch Redaktion Anna Meister

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a.meister@rundchaumedien.ch Swenja Willms s.willms@rundschaumedien.ch

Leitung Produktion & Grafik Sandra Rizzi s.rizzi@rundschaumedien.ch Korrektorat / Lektorat Brigitte Battaglia Aboservice info@rundschaumedien.ch Autoren Monika Bailer Giuliani Stefan Batzli Andreas Beer Kim Coombs Claudia Friedl Andreas Gurtner Rolf Habegger Lone K. Halvorsen Dr. Silvia Domingo Irigoyen Barbara Jehle Rainer Klein Jörg Kranisch Torsten Küster Dr. Nils Ladwig Florian Landolt Athéna Martinez Andreas Meyer Primavesi Michael Meuter Stefan Michel

Freya Mohr Urs Nüesch Manuela Olgiati Martin Palsa Martin Pfränger Dr. Thea Rauch-Schweler Guido Schilling Torsten Schmitz Michael Schwaiger Prof. Dr. Axel Seerig Monika Sommer Nicole Wirz Robert Witte Interview Olivier Aebi Ivo Bracher Hüseyin Pamuk Pirmin Reichmuth Andy Zaugg Titelbild ecocoach AG Bilder Anliker AG Bonainvest AG BRUGG LIFTING dasgebäudeprogramm ecocoach AG Gipsercompany GmbH Gruner

Keller Zargen Kiefer GmbH Küche Schweiz Lignum Losinger Marazzi Minergie Schweiz Mint Architecture Morath AG Novoferm Schweiz GmbH Mauela Olgiati Profine AG Raumklimasysteme e.V. Repower Shutterstock Solar Promotion GmbH Steiner AG Westfalen Gas Schweiz GmbH Zbären Kreativküchen AG Jahresabo Vier Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 5.90 info@rundschaumedien.ch First Consulenza GmbH ISSN 2504-1142 Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von der Redaktion und dem Verlag jede Haftung abgelehnt.


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