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AUSGABE 03 / 2018

DER LEUCHTTURM

HOLZHOCHHAUS AUF DEM SUURSTOFFI AREAL WISMER + PARTNER AG

Innovationen auf dem Baufeld 1

GRÜN AM GEBÄUDE | FENSTER & TÜREN | ARCHITEKTUR DER MODERNE | SMARTE STEUERUNG


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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, Jetzt ist es wieder Herbst. Aus Energie- und Klimagründen gilt es aber einen Blick zurück auf den Sommer zu werfen. Das Trendwort «Endlich Sommer!» löst normalerweise positive Reaktionen aus. Wir haben uns zunächst alle, auch in diesen Sommer, mit all unseren positiven Gefühlen hineingestürzt – wie von einem Fünf-Meter-Turm im Freibad. Aber dieses Jahr schleicht sich langsam eine Botschaft in unser Gehirn hinein, die eigentlich auch seit Jahren bekannt ist. Der Klimawandel zeigt Wirkung. Bilder von knochentrockenen Feldern, Waldbränden, nicht nur wie üblich in Griechenland und Kalifornien, sondern auch in Schweden, lassen sich immer weniger verdrängen. Aber hat es dies alles nicht schon gegeben? Wir erinnern uns an den «Jahrhundertsommer 2003». Auch damals litt die Natur. Aber hat sie sich dann nicht wieder erholt? Und wie war das mit dem Waldsterben und dem Ozonloch, lagen da die Kassandrarufe der Öko-Fundis nicht falsch? Ja, die Natur hat sich wieder erholt, da wir auch gegengesteuert haben.

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Aber jetzt beschäftigen uns diese «singulären Jahrhundertereignisse» fast jedes Jahr und mit massiverer Intensität. Da Klimawandel ist statistisch belegbar. Wir wissen, dass komplexe Systeme wie das Wetter irgendwann in einen Kippeffekt hineinrutschen und dann ein Gegensteuern kaum mehr möglich ist. Daher ist Handeln jetzt und heute nötig. Allerdings ist der Mensch ein Gewohnheitstier, und es gibt mächtige Interessen, die auf einen Status quo setzen. Inzwischen haben aber verantwortungsvolle Akteure aus der Baubranche der Schweiz das Heft des Handelns an sich gezogen. Das Suurstoffi in Rotkreuz ist ein Areal mit einem Gartenhochhaus und dem höchsten Holzhochhaus der Schweiz. Das Ziel lautet hier, klimaneutrale Gebäude zu betreiben. Dazu gehören auch Mobilitätskonzepte, die weitgehend auf Verbrennungsmotoren verzichten. Die Zug Estates Holding AG betreibt hier vorbildliche Arealentwicklung. Das Suurstoffi ist ein echtes Leuchtturmprojekt mit Vorbildcharakter. Wir haben uns unter anderem aus diesem Grund entschlossen, das Suurstoffi in diesem und im nächsten Jahr über mehrere Ausgaben zu begleiten.

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Georg Lutz

g.lutz@rundschaumedien.ch www.baurundschau.ch

Ecknauer+Schoch ASW

Chefredaktor bauRUNDSCHAU


INHALT

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Auf dem ehemaligen Industrie-Areal Suurstoffi in R ­ otkreuz entsteht Einzigartiges. Wir begleiten die Baufortschritte des Baufelds 1 in den kommenden Ausgaben und schauen hinter die Kulissen dieses Zero-Quartiers. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe geht es um die Herausforderungen der Baugrube, um auf tragfähigen Boden zu stossen. Zudem ist der Neubau des Bürogebäudes mit der Hauptmieterin Hochschule Luzern ein Thema. Es handelt sich um das höchste Holzhochhaus der Schweiz.

TÜREN UND FENSTER Ein Gebäude ohne Fenster und Türen wäre undenkbar. Eine Herausforderung sind immer noch die Anschlüsse an die Fassade, besonders wenn es um die Dämmung geht. Türen und Fenster bergen zudem ein gewisses Sicherheitsrisiko wie Einbruch und Glasbruch. Auch hier schreiten die Technik und die Möglichkeiten weiter voran. Der Schwerpunkt zum Thema gibt Einblick in die neuesten Entwicklungen und wie sich diese trotzdem noch mit Ästhetik und Design vereinen lassen.

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KLIMANEUTRALES QUARTIER

VERDICHTETES BAUEN In der flächenmässig kleinen Schweiz wird das Bau­land knapp. Um die Landreserven zu schonen, muss die vorhandene Siedlungsfläche besser genutzt werden. Die Lösung: verdichtetes Bauen und Umnutzen von Industrie- und Gewerbeflächen. In ländlichen Regionen geht es hingegen um die Wiederbelebung der Ortskerne, um Wohnen attraktiver zu machen. Im Interview erklären die Architekten Urs Nüesch und Yves Hohermuth, wie Ver­dich­ tung funktioniert, ohne dass Wohnqualität verloren geht.

DIGITALE BAUSTELLEN BIM (Building Information Modeling) ist heute in aller Munde und in der Theorie schon oft besprochen. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Die Gruner Gruppe setzt bereits auf BIM, um die digitalen Daten und Informationen direkt auf der Baustelle einzusetzen. Der Beitrag beleuchtet, wie das Unternehmen mit seinem Tool «BIM to field» die Qualitätssicherung und die Prozesseffizienz im ganzen Team steigert, zeigt aber auch Hürden auf.

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INHALT

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UMWELTFREUNDLICHE SIEDLUNG Was Eigenverbrauchsgemeinschaften in der Schweiz angeht, ist die Überbauung Ecoviva in Niederlenz (AG) ein Vorzeigeobjekt. Durch Wärmepumpen, Photovoltaik­a nlagen und Schweizer Wasserstrom generiert die Siedlung eine minimale CO2-Belastung. Der Bericht zeigt auf, wie dies durch langfristiges Energiecontracting und smarte Software möglich ist. In einer anschliessenden Kolumne beleuchtet Tobias Stahel, CEO bei Smart Energy Link, warum das die Energiezukunft ist.

BEGRÜNTE GEBÄUDE

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Grauer Beton und trostlose Strassenabschnitte – ein Image, das vielen Städten anhaftet. Dabei ist eine Trend­ wende in Sicht: Dach- und Fassadenbegrünungen prägen immer mehr das Stadtbild. Die Begrünung von Flach­ dächern ist bei uns sogar vorgeschrieben. Aber auch vertikale Gärten kommen langsam in der Schweiz an. Was schön aussieht, braucht aber eine gründliche Planung – der Bericht klärt auf, was zu beachten ist.

WIR SIND VOR ORT Unter anderem sind wir in den nächsten Monaten an folgenden Messen und Veranstaltungen vor Ort. Gerne können Sie im Vorfeld mit uns Termine vereinbaren. Auf Wunsch schauen wir in Ihrem Unternehmen auch persönlich vorbei.

RUBRIKEN Editorial1 Highlight6 Bauen10 Innenarchitektur  46 Architektur58 Umwelt & Technik 86 Garten  116 Kolumnen 18, 112, 128 bauRUNDSCHAU empfiehlt 130 Impressum132

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Bauen & Modernisieren, Zürich, www.bauen-modernisieren.ch Schweizer BIM Kongress, Basel, www.bim-kongress.ch Bau + Energie Messe, Bern, www.bau-energie.ch OLMA, St. Gallen, www.olma.ch

IM WEB Wir halten Sie zwischen den Ausgaben mit aktuellen News, Fotostrecken, Kolumnen und Analysebeiträgen auf dem Laufenden. Sie sind gerne eingeladen, sich crossmedial zu beteiligen. Zum Beispiel mit News: 1 000 Zeichen, Bild und URL. Besuchen Sie www.baurundschau.ch


AUS DEM HERZEN DER SCHWEIZER ALPEN Im wunderschönen Simmental ist das Schreinerhandwerk noch ein traditionelles Handwerk. Der Stolz auf unsere Arbeit zeigt sich in jeder von uns individuell angefertigten Küche. Die raue Landschaft, die majestätischen Berge und die unberührte Natur inspirieren dabei unsere Arbeit. Ob Penthouse-Besitzer oder Chalet-Liebhaber, sie alle teilen die Leidenschaft mit uns, die uns dazu motiviert, die exklusiven Küchenträume unserer Kunden wahr werden zu lassen. Die Zbären Küchen werden dabei mit hochwertigsten Materialien in feinster Handarbeit und mit hochmodernen Maschinen gefertigt. Von der kleinen Manufaktur im Herzen der Schweizer Alpen liefern wir die massgefertigten Küchen in die ganze Welt.

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HIGHLIGHT

Hilfsstützen der Spriessdecke und Schutzgerüst zum SBB-Trassee.

ROTKREUZ SUURSTOFFI BAUFELD 1 EINE GRÜNDUNGSTECHNISCHE HERAUSFORDERUNG MEISTERN von Nadine Sünneke

Suurstoffi Baufeld 1 ist in der Baugrubentechnik eine spezielle Herausforderung, da die gut tragfähigen Böden erst in 18 Metern Tiefe angetroffen werden. Wegen des vorbezeichneten Risikos mit dem SBB-Trassee hat die «Beratende Bauingenieure SIA, Wismer + Partner AG» in Rotkreuz das Spriessdeckenverfahren gewählt. Stolz blickt Bauingenieur Anton Wismer auf die gelungene Ausführung der Baugrube und Fundation sowie die Erstellung der Untergeschosse.

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er Vision und Weitsicht der Zug Estates AG als Besitzerin des Suurstoffi-Areals in Rotkreuz ist es zu verdanken, dass eine der grössten gemeindlichen Gebietsentwicklungen des Kantons Zugs nun an Gestalt gewinnt. Zusammen mit der Gemeinde Risch Rotkreuz, Behörden, Spezialisten, Planern und Baufirmen werden momentan auf dem Areal des Suurstoffi-Quartiers mehrere wegweisende Grossprojekte umgesetzt. Vor zehn Jahren hat die Zug Estates AG bereits mit der Planung und Realisierung einiger Gebäude für Wohnen und Gewerbe begonnen und den Standort Rotkreuz Suurstoffi nicht nur zum Wohnen attraktiv gemacht, sondern auch mit der

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Niederlassung von Pharmafirmen im Suurstoffi-Areal zum Erfolg der gemeindlichen Entwicklung beigetragen. Diese Erfolgsgeschichte wird nun fortgesetzt mit der Bebauung von Baufeld 1. Auf dem Areal des heutigen SuurstoffiQuartiers war von 1926 bis 1968 ein Werk der Sauerstoff- und Wasserstoffwerke Luzern AG angesiedelt, mit sehr guter verkehrstechnischer Anbindung seitens der SBB. Das Areal mit 100’000 Quadratmetern Fläche lag lange brach und wurde von der Metalli Zug AG gekauft, deren frühere Immobilienabteilung, die nun an der Börse kotierte Zug Estates AG ist, die Bauherrin der Suurstoffi.

PROJEKTIERUNG UND PLANUNG Das Grossprojekt, Suurstoffi Baufeld 1, umfasst ein 9 700 Quadratmeter grosses dreieckiges Grundstück mit drei Hauptbauten von 30 – 60 Metern Höhe und einer gesamtflächigen Unterkellerung von zwei bis drei Untergeschossen. Es entstehen rund 26’000 Quadratmeter vermietbare Büro- und Gewerbeflächen mit einem dreistelligen Millioneninvest seitens Zug Estates AG. Hauptmieter ist die Hochschule für Informatik Luzern, welche den Sitz von Luzern nach Rotkreuz verlegt, und das Institut für Finanzdienstleistungen IFZ, welches von Zug nach Rotkreuz umsiedelt. «Baufeld 1 ist bezüglich Baugrubentechnik eine spezielle Herausforderung», so


HIGHLIGHT

Anton Wismer, «da die anstehenden gut tragfähigen Böden erst in 18 Metern Tiefe angetroffen werden, bedingt durch eiszeitliche Verlandungsgebiete». Anton Wismer, Inhaber und Geschäftsführer «Beratende Bauingenieure SIA, Wismer + Partner AG» in Rotkreuz, hat seit 35 Jahren Erfahrung in sämtlichen Bauingenieurbereichen, insbesondere in Baugruben- und Fundationstechnik. «Baufeld 1 ist in der Komplexität ähnlich wie der Neubau des Bahnhofs Luzern zu Beginn meiner Karriere», sagt Anton Wismer.

SETZUNGSFREIHEIT ZWINGEND Grundidee der Fundations- und Gründungstechnik ist eine standfeste und wasserdichte Baugrube von 9 700 Quadratmetern über das gesamte Baufeld 1, mit rund 70’000 Kubikmetern Aushub, mit gleichzeitiger setzungsfreier Umgebung. Die Setzungsfreiheit musste zwingend gegeben sein für sämtliche Nachbargebäude und verkehrstechnischen Anlagen wie Strassen und SBB-Bauten. Augenmerk lag hier besonders auf dem SBB-Trassee der Hauptlinie Luzern–Zug–Gotthard, welche an der Längsseite des dreieckigen Baufeld1-Grundstückes verläuft. Die Baugrube erstreckt sich unmittelbar entlang des Trassees. Zusammen mit den SBB wurden die Auflagen bezüglich Setzungen, Erschütterungen, Einsatz der Arbeiten in der Nacht, Sicherheitsauflagen und Alarmdispositiv

intensiv ausgearbeitet und während der Ausführung permanent überwacht. Dieses stellte auch für das Büro Wismer + ­ artner AG ein hohes Risiko dar, welches P das gesamte Team mit besonderer Sorgfalt bearbeitet hat. Auch wegen des vorbezeichneten Risikos mit dem SBB-Trassee wurde seitens Wismer + Partner AG das Spriessdeckenverfahren gewählt, aber auch weil zu Beginn der Planungsarbeiten nicht genau feststand, wie viele Untergeschosse erstellt werden sollten und somit die grösstmögliche Flexibilität gewährleistet werden konnte. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass aufgrund der Komplexität die SBB einen statischen Prüfbericht eines unabhängigen Prüf­ingenieurs forderten. Mit JG Bauexpert GmbH, konnte die Wismer + Partner AG einen ausgewiesenen, erfahrenen Prüfungsexperten für das Projekt gewinnen.

BAUTECHNIK UND AUSFÜHRUNG 1.  Baugruben- und Fundationstechnik Als allererster Schritt wurden rund 257 Bohrpfähle, davon 105 Zugpfähle, ab gewachsenem Terrain auf den tragfähigen Untergrund in 18 Metern Tiefe eingebaut. Als zweiter Schritt wurden auf zusätzlichen, speziellen Bohrpfählen 141 temporäre Stahlhilfsstützen eingebracht, parallel dazu wurde um die ganze Baugrube von Baufeld 1 eine überschnittene Bohrpfahlwand

mit 376 Bohrpfählen (Durchmesser 900 – 1 200 Millimeter) erstellt. Nach diesen drei Schritten konnte der erste Aushub bis zur Unterkante der zukünftigen Decke über dem ersten Untergeschoss (Spriessdecke) begonnen werden. Die Spriessdecke wurde in zwölf Etappen zu 300 Kubikmeter Beton / Etappe erstellt. Unterhalb dieser Spriessdecke konnte der Aushub geschossweise durchgeführt werden, unterstützt wurde dieser Aushub durch das Wellpointverfahren, welches unmittelbar nach der Erstellung der Bohrpfahlwand eingespült wird. Somit konnte sichergestellt werden, dass das Wasser während der Bauzeit innerhalb der Baugrube kontinuierlich abgesenkt wurde. Die überschnittene Bohrpfahlwand (Baugrubensicherung) wurde gewählt, damit die Baugrube für die weiteren Arbeiten trockengelegt werden konnte, der mittlere Grundwasserspiegel liegt circa zwei Meter unter gewachsenem Terrain. Die Bohrpfahlwand verbleibt im Baugrund und ist Träger der Spritzbetonauflage sowie der thermischen Isolation und der Wasserisolation und stellt zusätzlich die äussere Schalung der Kellerwand der Untergeschosse dar.

PFÄHLE ALS STÜTZE Die Spriessdecke entspricht einer aufgelösten definitiven Decke über dem ersten

Suurstoffi Baufeld 1 mit Baugrube (rot) und drei Gebäuden.

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HIGHLIGHT

Aufgelöste Decke über dem 1. Untergeschoss entspricht der Spriessdecke.

Untergeschoss, welche die Erddruckkräfte bis zu 400 KN / lfm von der einen Seite auf die andere Seite der Baugrube überträgt, somit wird der Einsatz von Ankern hinfällig. «Das Risiko von Ankern in diesem Boden wäre höchst riskant und würde bei Versagen zu Schäden und Zeitverzögerung führen», so Anton Wismer. Die Spriessdecke über Baufeld 1 war dermassen gross, dass sie temporär mit 140 Stahlhilfsstützen auf Pfählen abgestützt werden musste. Der Vorteil des gewählten Deckenverfahrens liegt in der setzungsfreien Ausführung, des flexiblen Aushubs unterhalb der Spriessdecke und dass die Decke als Baupiste, Installationsund Lagerplätze für bis zu 40-Tonnen-­ Fahrzeuge gebraucht werden konnte. Leider konnte man nicht gleichzeitig nach unten und nach oben bauen, weil die Stützenachsen nicht konsequent von den Hochbauten in die Untergeschosse und dann auf die Pfähle geleitet wurden. Mit der seitens der Zug Estates AG beauftragten

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Arbeitsgemeinschaft JMS Risi AG / Implenia AG wurde zusammen mit dem Büro Wismer + Partner AG diese anspruchsvolle Leistung der Baugruben- und Fundationstechnik erbracht. Die Ausführung war für zwölf Monate geplant, die ARGE konnte die Arbeiten erfolgreich nach zehn Monaten abschliessen. «Dieses ist auch der besonders guten Kooperation zwischen Ingenieur-Team und der ARGE zu verdanken sowie der beiderseits hohen Erfahrung», sagt Anton Wismer. 2. Tragkonstruktion und Dichtigkeit der Untergeschosse Neben dem Direktmandat seitens Generalplaner Suurstoffi Baufeld 1 GmbH für die Baugruben- und Fundationstechnik wurde die Wismer + Partner AG seitens des wettbewerbsgewinnenden Bauingenieurbüros Dr. Lüchinger Meyer AG beauftragt für die Planung und Ausführung der Tragkonstruktion der Untergeschosse. Seitens des Bauherren Zug Estates AG war die Massgabe,

eine sogenannte Dichtigkeitsklasse 1 in den Untergeschossen zu erzielen. Dieses musste von Wismer + Partner AG zusammen mit der Tragkonstruktion der Untergeschosse entwickelt werden. Die hohen Belastungen aus Erddruck und Wasserdruck bis zu 100 KN / m2 führten zu einer Bodenplatte im dritten Untergeschoss von teilweise bis zu 70 Zentimetern Stärke, die einerseits die Tragfähigkeit gewährleisten und zum anderen die Gebrauchstauglichkeit einer höchst wasserdichten Unterkonstruktion von Bodenplatte und Kellerwänden erfüllen musste. «Die gewählte Konstruktion wurde mit einer sogenannten gelben Wanne ausgeführt, das bedeutet der Einbau einer wasserdichten Verbundfolie, welche sich beim Betoniervorgang mit der Wand beziehungsweise der Bodenplatte verbindet. Dieses erforderte eine gute Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Abdichtungsfirma, die die Betonier­ etappen und Rissbildungen entsprechend


HIGHLIGHT

Bohrpfahlwand mit Spritzbetonauflage und Isolation.

planen und berücksichtigen, als Partner wurde hier die Firma Drytech AG gewählt», erklärt Anton Wismer weiter.

SCHLUSSBETRACHTUNG Bauingenieur Anton Wismer ist stolz auf die gelungene Ausführung der Baugrube und Fundation sowie der Erstellung der Untergeschosse. «Erfolgsrezept des Projekt Baufeld 1, Suurstoffi Rotkreuz, ist die gute Kommunikation zwischen Bauherr Zug Estates AG, Planern und ausführenden Firmen. Ganz klare Ansagen hinsichtlich der Termine, Qualität und Nutzungs­bestimmtheit führen zu diskutablen Lösungsansätzen und letztendlich zu einem erfolgreichen Ergebnis. «Man muss sagen, was man will, was möglich ist, diskutieren, und dann bekommt man eine gute Lösung», so der Bauingenieur Anton Wismer.

Anton Wismer, Inhaber und Geschäftsführer Wismer + Partner AG.

Wismer + Partner AG I Beratende Ingenieure und Planer SIA I Grundstrasse 3 I CH-6343 Rotkreuz I Tel. +41 (0) 41 799 71 31 Fax +41 (0) 41 799 71 41 I info@wismer-partner.ch I www.wismer-partner.ch

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© Emanuel Ammon / AURA


VORBILD SEIN DAS SUURSTOFFI IN ROTKREUZ von Georg Lutz

In Rotkreuz entsteht auf dem Suurstoffi-Areal etwas Besonderes. Es geht nicht einfach um einen neuen Dorfteil, sondern um ein Quartier mit Ausstrahlungseffekten. Grüne Dichte, Vielfalt sowie verkehrsfreie Räume mit hoher Aufenthaltsqualität sind das Ziel der strategischen Entwicklung für den Aussenraum. Es geht auch nicht um eine der üblichen Schlafstädte am Rande der urbanen Zentren. Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten finden auf Augenhöhe Platz. Schon das Gartenhochhaus Aglaya ist in seiner Form schweizweit einzigartig. Die vertikalen Gärten sind ein optischer Blickfang. Aktuell wird ein Bürogebäude in einer Holz-Beton-Verbundkonstruktion erstellt, das den Abschluss des Areals bildet. Mit fünfzehn Geschossen ist dieser Bau das höchste Bürohochhaus in Holzbauweise in der Schweiz. Der Bau wird den lateinischen Namen Arbo tragen – Arbo bedeutet Baum. Wir begleiten die Bauabschnitte über mehrere Ausgaben mit umfassenden Schwerpunkten.


© Emanuel Ammon / AURA

Ein Areal ohne CO2-Emissionen und möglichst ohne Energiezufuhr von aussen – der strategische Ansatz «Zero-Zero» von Zug Estates.

MODELLCHARAKTER FÜR DIE ZUKUNFT NEUE WEGE AUF DEM SUURSTOFFI-AREAL IN ROTKREUZ Interview mit Jennifer C. Zeltner von Georg Lutz

Auf dem Areal Suurstoffi in Risch Rotkreuz sind seit acht Jahren in gleich mehrfacher Hinsicht Innovationsschübe zu beobachten. Aktuell entsteht dort das höchste Holz-Hochhaus der Schweiz. Im Februar war die Grundsteinlegung des Gebäudes, wo später die Hochschule Luzern einzieht. Festredner sprachen von einem Meilenstein. Wir fragten im folgenden Interview nach den Gründen.

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ie Suurstoffi will ein besonderes Areal sein. Es wird auf den Grundsätzen der Nachhaltigkeit gebaut. Im Zentrum steht der fortschrittliche Strategieansatz «ZeroZero». Können Sie die Besonderheiten präzisieren? Die Ziele, welche Sie ansprechen, haben wir uns bei der Zug Estates AG nicht nur

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für das Areal gesetzt, sondern für unser gesamtes Immobilien-Portfolio. Wir möchten unseren gesamten Gebäudepark ohne CO2-Emissionen und möglichst ohne zusätzliche Energiezufuhr von aussen betreiben. Am Beispiel der Suurstoffi bedeutet dies solare Energienutzung, dynamische Erdspeicher und ein Anergienetz1. Nicht nur neu realisierte Gebäude, sondern alle

Liegenschaften im Bestand sollen hinsichtlich dieses Ziels optimiert werden. Wie weit verbreitet ist dieser Ansatz? Es gibt weitere Beispiele von AnergieNetzen. Nehmen Sie den Campus der ETH am Hönggerberg. Solche Projekte sind ohne Frage noch nicht Standard. Im Privatsektor sind wir eher die Ausnahme.


BAUEN

Sie bauen mit dem höchsten Holzhochhaus einen Leuchtturm mit Ausstrahlung. Die erste Herausforderung eines solchen Projektes betrifft den Baugrund. War er fest genug und wenn nicht, welche Lösungen haben Sie gefunden? Das Baufeld liegt ja direkt an einer SBB-Trasse. Wie haben Sie die Herausforderungen des ersten Bauabschnitts gelöst?

Mit dem dritten Untergeschoss agieren wir zwölf Meter unter der Erdoberfläche. Das gesamte Untergeschoss steht bis Oberkante des Erdgeschosses im Grundwasser. Konstruktiv musste eine Bohrpfahlwand erstellt werden, um bildlich gesprochen eine wasserdichte Wanne im Wasser zu erstellen, in welcher das Bauwerk errichtet werden konnte. Um die Dichtigkeit des Bauwerkes zu gewähr-

leisten, wurde eine sogenannte gelbe Wanne erstellt und eingesetzt. Den Begriff gelbe Wanne müssen Sie uns erläutern. Hierbei wird die Abdichtungsbahn vor der Betonage direkt in die Schalung eingelegt. Nebst der Fugenabdichtung geht es um einen mehrschichtigen Aufbau, bestehend aus einem Vlies und einem

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Brandschutz

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BAUEN

gitternetzförmigen Hinterlaufschutz. Entlang der SBB-Linie haben wir Sensoren installiert, welche mögliche Verschiebungen überwachen und uns bei Bedarf umgehend reagieren lassen. Das sind ja eine ganze Menge an Herausforderungen … Das Gebäude wird mit über 60 Metern das höchste Hochhaus aus Holz sein. Haben Sie ihm schon einen Namen gegeben? Das Haus heisst Arbo, was mit Baum im Lateinischen übersetzt wird.

Auf der Baustelle werden viele Fertigbauteile eingesetzt.



Auf dem Baufeld entstehen total drei Gebäude, zwei davon werden in der Holz-Hybrid-Bauweise erstellt. Was heisst dies? Der Treppenhauskern der Häuser A und C ist in Beton erstellt. Die Stützen sind aus Holz. Die Decken werden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Dabei werden die einzelnen Deckenelemente als Schalung in Holz erstellt, armiert und werkseitig betoniert. Gleichermassen werden auch alle notwendigen Aussparrungen und Einlagen erstellt.


BAUEN

Es geht um Fertigbauteile? Ja. Wobei wir auch schon die Haustechnik in Form von den Eco-Boost-Decken im Werk vormontiert haben. Simpel ausgedrückt müssen die Deckenfelder im Anschluss «nur» noch auf die Stützen abgesetzt und am Kern «eingeklinkt» werden. Das hört sich wie die Beschreibung eines Baukastensystems von Lego an? Ja, nur geht es um eine etwas komplexere Struktur. Im Zusammenhang mit einem Holzhochhaus sind Sie sicher schon oft auf den Brandschutz und andere Sicherheitsherausforderungen angesprochen worden. Warum müssen wir uns an diesem Punkt keine Sorgen machen? Was den Brandschutz betrifft, müssen wir uns im Rahmen des Holzbaus den gleichen Anforderungen wie im Massivbau unterwerfen. Ausschlaggebend sind hierbei die verschiedenen Brennbarkeitsklassen des Materials als auch der Feuerwiderstand der Konstruktion. Konstruktionsholz ist im Wesentlichen Vollholz und Brettschichtholz.

Das Zusammensetzen von unterschiedlichen Modulen funktioniert wie bei Lego – nur etwas komplexer.

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BAUEN

Die erste Herausforderung bei BIM ist es, eine gemeinsame Sprache und eine gemeinsame Denkstruktur zu finden.

Kommen brennbare Materialien, zum Beispiel im Bereich von statisch relevanten Bauteilen oder Fluchtwegen zum Einsatz, sind diese mit nicht brennbare Plattenwerkstoffen zu verkleiden oder normgerecht zu verkapseln. Der Vorteil von Holz liegt in seiner geringen Wärmeleitfähigkeit. Im Fall eines Brandes dehnt sich Holz nicht aus – im Gegensatz zu Stahl. Das heisst, der Temperaturausdehnungskoeffizient ist formstabil. Ihr Unternehmen Zug Estates setzt auch in diesem Projekt auf BIM (Building Information Modeling). Oftmals scheitern solche Projekte an uneinheitlichen Schnittstellen oder daran, dass einige Beteiligten noch gar nicht mit BIM arbeiten können. Wie haben Sie diese Herausforderungen gemeistert?

Grundlage ist eine offene Kommunikation und Kollaboration aller Beteiligten. Zuerst musste eine gemeinsame Sprache, sprich eine gemeinsame Denkstruktur gefunden werden. Anschliessend wurde eine

«Wir richten unsere Ziele auf den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden aus.»

Basis definiert und erarbeitet. Fehlendem Know-how wurde durch Workshops und Schulungen entgegengewirkt. Notwendige Schnittstellen zu Programmen wurden neu entwickelt. Dies waren und sind Leistungen, welche wir im Zuge des Innovationsprozesses als Bauherrschaft getragen haben. Was heisst dies in der Praxis? Ein Beispiel ist hierfür die papierlose Baustelle, welche mehr oder minder bis auf einzelne Gewerke umgesetzt wird. Alle Beteiligten, ob Planer, Bauleiter wie auch Unternehmer, wurden aufgrund einer im Projektstand bereits späten Phase daher alle durch uns mit Tablets ausgerüstet. Des Weiteren werden alle Nutzer in der Anwendung durch uns geschult.

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Das klingt nach einem grossen Aufwand. Wäre das klassische Vorgehen nicht billiger? Da wir uns noch im laufenden Bauprozess befinden, kann dies erst mit Abschluss des Projekts beantwortet werden. Fakt ist jedoch, dass wir dieses Bauprojekt ohne, nennen wir es diese digitalen Massnahmen, sei es BIM, LEANConstruction oder andere digitalen Lösungen niemals in diesem Zeitraum hätten bauen können. Grundsteinlegung war im Februar 2018, Fertigstellung der Häuser A + B ist im Herbst 2019, Haus C Mitte 2020. Mit einer klassischen Vorgehensweise hätten wir gute drei bis vier Jahre gebraucht. Eine reduzierte Bauzeit führt zu früheren Mieteinnahmen und zur schnelleren Rentabilisierung des eingesetzten

Kapitals. Sich bei der Gesamtkosten­ betrachtung ausschliesslich auf die Baukosten zu konzentrieren, greift zu kurz.

ANMERKUNG 1) Anergie-Netze nutzen erneuerbare NiedertemperaturWärme­quellen für die Wärmeversorgung für Quartiere oder Arealüberbauungen. Das ökologische Konzept stellt den Einsatz von Wärmepumpen, oft in Kombination mit Erdwärme­sonden, in das Zentrum der Energielösung. Erste Lösungen zeigen, dass Anergie-Netze auch wirtschaftlicher als die klassischen Alternativen sein können.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.zugestates.ch

Jennifer C. Zeltner ist Bauherrenvertreterin der Zug Estates AG.

Zug Estates entwickelt Areale. Nachhaltig. Smart. Wir entwickeln unsere Areale kontinuierlich weiter. Damit sie den wachsenden Bedürfnissen immer neu gerecht werden – nachhaltig, wertsteigernd und lebenswert. Zudem setzen wir auf smarte Technologien bei Gebäudeplanung, Infrastruktur und Energie. www.zugestates.ch


KOLUMNE

VORFAHRT FÜR ÖKOLOGIE UND WIRTSCHAFTLICHKEIT von Tobias Achermann

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ein, wir sind nicht auf der Jagd nach Rekorden. Der neue Campus der Hochschule Luzern auf dem «Suurstoffi»Areal in Rotkreuz wird nach seiner Fertigstellung 2019 zwar das höchste Holzgebäude der Schweiz sein. Aktueller Rekordhalter ist das Gebäude S22 auf demselben Gelände. Aber das ist nicht der Grund, weshalb wir uns, die Zug Estates Holding AG als Arealentwicklerin, für die Holzbauweise entschieden haben. Holz ist ein Hightech-Material und ein gesunder Baustoff in einem und entspricht damit unserer Vision, die wir mit der «Suurstoffi» verwirklichen wollen: Ökologie und Wirtschaftlichkeit beim Bauen in Einklang zu bringen. Dank neuer Technologien erfüllt Holz heute alle Anforderungen des modernen Bauwesens. Innovationen, insbesondere in der Vorfertigung, haben die Branche belebt und ihr neue Möglichkeiten eröffnet. Und Holz wächst nach, im Überfluss. Zug Estates verfolgt die Vision ZeroZero und hat sich zum Ziel gesetzt, das gesamte Portfolio nur mit erneuerbarer Energie und ohne CO2Emissionen zu betreiben. Auf dem Areal «Suurstoffi» bilden seit Projektstart 2010 die solare Nutzung, mehrere dynamische Erdspeicher und ein Anergienetz1 die Basis zur Erreichung dieses Ziels. Leitplanken für die Realisierung der Vision sind nicht Labels oder Standards, die auf Annahmen oder Planungswerten beruhen, sondern Messungen des tatsächlichen Energieverbrauchs im gesamten Immobilienportfolio. Die wissenschaftliche Auswertung der gemessenen Daten geschieht in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Integrale Gebäudetechnik ZIG der Hochschule Luzern. Die ständige Erhebung von Daten erlaubt es, notwendige Korrekturen vorzunehmen, wenn Ergebnisse nicht mit den Modellrechnungen übereinstimmen. Das kann etwa der Fall sein, wenn das Mieterverhalten nicht den Erwartungen entspricht oder der Erdspeicher im Winter mehr Energie abgibt, als ursprünglich geplant. «Auf dem «Suurstoffi»-Areal ist gelungen, dank dieses dynamischen Konzepts der Nachmessungen den Energie­verbrauch markant zu senken. Der Campus der Hochschule Luzern wird sich nahtlos in dieses Konzept einfügen.

Seite 18 // bauRUNDSCHAU

Im Februar 2018 erfolgte die Grundstein­legung, im Juli wurden die Bauarbeiten aufgenommen. Das ganze Bauvorhaben direkt am Bahnhof Rotkreuz umfasst drei Gebäude mit insgesamt 26’000 Quadratmetern vermietbaren Büro- und Gewerbe­flächen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 185 Millionen Franken. Rund 70 Prozent dieser Fläche sind langfristig an die Hochschule Luzern vermietet. Der Mietvertrag läuft über 30 Jahre. Bis die ersten Studierenden auf dem neuen Campus ihr Studium beginnen können, muss ein enger Terminplan eingehalten werden. Zug Estates setzt wie bei ihren letzten Projekten auf BIM (Building Information Modeling). In Zusammenspiel mit Lean Construction führt diese Methodik zu einer verbesserten Planungs­ sicherheit und Ausführungsqualität. Zwei der drei Gebäude werden in Holz-Hybrid-­Bauweise erstellt. Alle Holz­­elemente werden ab den 3-D-­A rchitekturplänen im Werk der ERNE AG Holzbau produziert. Die Anlieferung erfolgt in Modulen im Just-in-Time-Prinzip, was die Bauzeit vor Ort erheblich verkürzen wird. Zug Estates verfolgt in der «Suurstoffi» eine städtebauliche Vision mit vielfältiger, attraktiver Architektur sowie differenzierter Nutzungs­ palette. Die Entwicklung des Areals erfolgt konsequent entlang strategisch definierter Nachhaltigkeitsgrundsätze in den Bereichen Energie, Emissionen, Materialien, Aussenraumgestaltung und Mobilität. Diese Art der Entwicklung hat schweizweit Modellcharakter.

ANMERKUNG 1) Leitungsnetz für den Transport von Wärme auf niedrigem Temperaturniveau

TOBIAS ACHERMANNN ist CEO der Zug Estates Holding AG. www.zugestates.ch


BAUEN

DEN ZUTRITT VERWALTEN EINE SICHERHEITSLÖSUNG FÜR DIE BAUSTELLE CAMPUS FH LUZERN von Karsten Große

Wo gebaut wird, sind viele Menschen tätig. Der Zutritt zur Baustelle muss sicher und flexibel verwaltet sein. Wie moderne Technologien das heutzutage möglich machen, zeigt folgender Artikel am Beispiel des Baufelds Campus FH Luzern.

Die Drehkreuze mit Badge sichern die Baustelle, damit niemand unbefugtes Zutritt erlangt.

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rehkreuze oder Drehsperren, Sicherheits-Container, Funk-Lösungen, Video- oder mobile Geräte – Sicherheitslösungen für Baustellen gibt es viele. Je nach Anforderung der Baustellen lassen sich die verschiedensten Szenarien einer Absicherung und Zugangskontrolle umsetzen. Seit mehreren Jahren berät die Firma SYMPATRON AG ihre Kunden und bietet komplette Baustellenabsicherungs­ lösungen an. Herzstück ist die PATRONUM® Security Suite Software, die modular und flexibel aufgebaut ist. PATRONUM® unterstützt alle Technologien zur Absicherung von Baustellen, zum Beispiel Fingerprint, Handvenen-Scanner und Badge-Leser. In einem Beratungsgespräch ermittelt die SYMPATRON AG die Zielsetzungen des Kunden, um die passende Lösung zu präsentieren. So ergaben sich für das Baufeld der Campus FH Luzern die Eckpunkte, dass ein Badge-System mit Ausweiserstellung, zwei Zugänge mit Drehkreuzen, eine Parkplatz-Lösung mit Abrech-

nung sowie eine Anbindung an das LogistikTool erforderlich sind. Die Entscheidung fiel auf Zugänge, die mit Drehkreuz-Containern gesichert sind. Das ermöglicht ein Umstellen der Drehkreuze während der Bauphase, denn die Container sind komplette Ein­heiten, die kein Fundament benötigen und sich mit einem Kran einfach umstellen lassen.

MITARBEITER UND PARKPLÄTZE VERWALTEN Kommt ein Mitarbeiter das erste Mal zur Baustelle des Campus FH Luzern, meldet er sich beim Security Container an. Die intuitiv bedienbare und konfigurierbare Oberfläche der PATRONUM ® Software erfasst die Personalien schnell und vergibt die Zutrittsberechtigungen. Über die Ausweiserstellungsfunktion wird ein personalisierter Badge gedruckt. Zu Beginn der Baustelle waren bis zu 300 Bauarbeiter registriert. Inzwischen sind es 1 000 und viele kommen mit Autos. Da Parkflächen in der Umgebung begrenzt sind, steht den Mitarbeitern auf der Baustelle ein kostenpflichtiger

Parkplatz zur Verfügung. Über das Parkplatz-Modul der PATRONUM®-Cloud können Unternehmen über eine Website ihre Fahrzeuge registrieren und Parkzeiten buchen. Mit einem Badge lassen sich die Parkplatzschranken öffnen. Die Abrechnung erfolgt automatisch mit Rechnungsversand per E-Mail an das Unternehmen und an die Buchhaltung der Archobau AG.

FLEXIBLES SYSTEM Als Zusatz stellt PATRONUM® verschiedene Standard-Berichte zur Verfügung wie beispielsweise einen Bericht über alle aktuell anwesenden Personen. Auch lässt sich das Sicherheitssystem neuen Anforderungen oder Änderungen flexibel anpassen. So kann es mit einer Videoüberwachung oder Sprechstellen an den Drehkreuzen nachgerüstet werden. Nach Fertigstellung einer Baustelle lässt sich die Security Suite auf der nächsten Baustelle einsetzen oder kann sogar als universelles Zutrittskontroll-, Alarmund Gebäude-Management-System im Bauprojekt übernommen werden.

SYMPATRON AG | Industriestrasse 8 | CH-6313 Menzingen | Tel. +41 (0) 41 763 1378 | info@sympatron.ch | www.sympatron.ch

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STÄRKEN UND SCHWÄCHEN NEUER FENSTER UND TÜREN ENERGIEEFFIZIENZ IM ZIELKONFLIKT MIT SICHERHEIT UND KOMFORT von Dipl.-Ing. Jürgen Benitz-Wildenburg

Zukunftsorientiertes Bauen mit Fenstern und Glas ist heute ein effizienter Mix aus Dreifachverglasung, sommerlichem Wärmeschutz und Lüftung. Bauelemente müssen aber auch andere Funktionen erfüllen, die manchmal Zielkonflikte verursachen. Wir präsentieren mögliche Lösungen.

Sich mit modernen Fenstern vor Einbrüchen schützen, ohne dass die Wärmedämmung verloren geht.

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ärmeschutz und Sicherheit bei Fenstern und Türen in Einklang zu bringen, kann teilweise eine Herausforderung sein. Gleiches gilt bei Wärmeschutz und Barrierefreiheit. Einbruchhemmende Elemente brauchen verstärkte Fensterflügel, die oft einen schlechteren Wärmedämmwert haben (Uf-Wert), und barrierefreie Schwellen bei Haus- und Terrassentüren können unerwünschte Wärmebrücken verursachen. Auch neue Technologien, mit denen sich die Energie­e ffizienz verbessern lässt, kommen auf den Markt, beispielsweise druckentspanntes Isolierglas (DEMIG).

GUTE U-WERTE TROTZ EINBRUCHHEMMUNG Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es zwar nicht, aber in 43 Prozent der Fälle

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lassen sich Einbrüche durch einbruchhemmende Bauteile verhindern. Die Einbruchhemmung beginnt bereits bei der Gebäudeplanung und mit dem Vermeiden nicht einsehbarer Bereiche wie Keller­ eingänge, Terrassen und Türen in Nischen. Grundsätzlich funktionieren Konstruktion und Montage einbruchhemmender Bauteile als «Sicherheitskette». Das heisst, von der Befestigung in der Wand, geeigneter Fensterprofile, Schlösser und Beschläge inklusive Befestigung bis zur eingesetzten Verglasung muss jedes Detail auf die Forderungen der Einbruchhemmung abgestimmt werden. Die Bewertung der Einbruchhemmung erfolgt nach der Schweizer Norm SN EN 1627 in die Widerstandsklassen (resistance class) RC 1 bis RC 6, die sich am Täterverhalten orientiert. Die Kenngrösse ist die «Ein-

bruchzeit» bei der Prüfung, weil auch der echte Einbrecher Angst vor dem EntdecktWerden hat, mit zunehmender Zeit seine Nervosität zunimmt und dann den Einbruch abbricht. Im Bereich des Fensterflügels und der Verglasung gibt es einen «Spagat» zwischen Einbruch und Wärmeschutz. Aluminiumfenster haben hier Vorteile, weil bereits die Standard-Profile stabil genug sind. Bei Kunststoffprofilen werden die Fensterflügel oft durch zusätzliche Stahlprofile verstärkt, um das Aufhebeln zu erschweren, bei Holzfenster geschieht dies durch den Einsatz von Harthölzern wie Eiche oder auch mit Stahlprofilen. Diese Zusatzmassnahmen verschlechtern aber den Wärmedämmwert des Fensters (U w-Wert). Dennoch gibt es PVC- und


Garagentore und Haustüren

Holzfenster, die Energieeffizienz und Einbruchhemmung bis zur Widerstandsklasse RC 2 ermöglichen, wenn diese ohne zusätzliche Metallverstärkungen auskommen und eine wärmedämmende Dreifachverglasung haben, die gleichzeitig einbruchhemmend ist.

© ift Rosenheim, Fensterbau Frontale, Iconic Skin

Es lassen sich U w-Werte von bis zu 0.8 W / (m²K) erreichen. Moderne Fenster nutzen hierfür moderne Klebetechnik, bei der die Glasscheiben mit dem Glasfalzgrund oder nur mit dem Fensterflügel verklebt werden. Das verbessert die Steifigkeit des Fensters und die Sicherung der Glasanbindung. Gleichzeitig werden die Fensterprofile schlanker und erhöhen damit bei gleicher Fläche den Glasanteil mit besserer Lichtnutzung. Die Klebung ist mit zugelassenen und geprüften Klebstoffen

Druckentspanntes Isolierglas mit innenliegendem Sonnenschutz.

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und mit Klebebändern möglich. Wichtig ist, das Klebesystem im kompletten Fenster zu prüfen, weil sich nur so die komplexe Belastung und konstruktive Zusammenhänge prüfen lassen.

BARRIEREFREIE FENSTER UND TÜREN Barrierefreies Bauen hilft nicht nur Menschen mit Handicap, sondern auch Kindern oder temporär «behinderten» Menschen, die beispielsweise wegen einer Verletzung nur eine Hand gebrauchen können. Fenster und Türen haben aufgrund ihrer Funktionalität dabei eine wichtige Rolle. Relevant sind hier geringe Bedienkräfte für das Öffnen und Schliessen und barrierefreie Schwellen, die man mit einem Rollator oder im Rollstuhl leicht und gefahrlos nutzen kann. Für Menschen mit Sehbehinderungen ist die Gestaltung der Bauelemente mit deutlichem Hell-Dunkel-Kontrast notwendig. Schwellen müssen trittfest unterfüttert werden. Wenn hier keine druckfesten Dämmstoffe oder eine thermische Trennung geplant sind, sondern Metallprofile, Beton oder Mauersteine zum Einsatz kommen, treten massive Wärmebrücken und Tauwasserprobleme auf. Bei der Konstruktion und Planung barrierefreier Schwellen

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BAUEN

Energieeffizientes Kunststoff-Fenster mit Einbruchhemmung RC 2.

muss deshalb der Mindestwärmeschutz beachtet werden. Aber auch die Schlag­ regendichtheit: Ohne zusätzliche bauliche Massnahmen kommt es bei Null-MillimeterSchwellen oft zum raumseitigen Wasser­ eintritt. Zu zusätzlichen konstruktiven Massnahmen zählen beispielsweise ausreichend dimensionierte Wetterschenkel mit Wasserabreissnut, Windstopper, ausreichende räumliche Trennung zwischen Wind- und Regensperre sowie der Einsatz von Schlauchdichtungen. Auch bauliche Massnahmen wie die Vermeidung von direktem Spritzwasser, rückstaufreie und kontrollierte Wasserabführung nach aussen im Schwellenbereich helfen bei

der Entschärfung dieses Interessenkonflikts. Diese muss der Architekt planen und ausschreiben.

DRUCKENTSPANNTES ISOLIERGLAS Die Integration von Verschattung oder Licht­lenkung in den Scheibenzwischenraum (SZR) des Isolierglases ermöglicht einen wirksamen Sonnen- und Witterungsschutz. Ein konventionelles Isolierglas ist hermetisch abgeschlossen. Damit ist die Scheibendicke begrenzt, um das Risiko für Glasbruch und Undichtigkeit wegen der stärkeren Glasverformungen durch steigende Klimalasten nicht zu erhöhen. Das Deutsche Institut für Fenstertechnik ift Rosenheim hat deshalb alternative Konstruktionsprinzipien für Isoliergläser und Glasfassaden in einem Forschungsprojekt untersucht. Hierzu wurde der SZR der Mustergläser zum Aussenklima geöffnet, um die Klimalasten zu neutralisieren und dabei gleichzeitig das Eindringen von Luftfeuchte und Schmutz zu vermeiden. Eine solche Konstruktion wird als druckentspanntes Isolierglas (DEMIG) bezeichnet und bietet folgende Vorteile: • Leichtere Integration von Bauteilen jeglicher Art in den SZR • Isolierglas mit mehr als drei Scheiben und damit besserem U-Wert • Grössere Bautiefe mit verringerten Wärmebrücken • Verbesserung der Luftschalldämmung • Verringerung des Glasbruchrisikos und Verlängerung der Lebensdauer Die Wirkweise der ausgewählten Druck­ ausgleichsverfahren wurde sowohl in Laborals auch in Freilandversuchen nachgewiesen. Je nach Format, Aufbau, Klimabe­lastung und angestrebtem Grad der Druckentspannung sind damit Kapillare Nutzungsdauern von über 20 Jahren, möglich. Auf der Weltleitmesse Fensterbau Frontale wurden 2018 in Nürnberg erste Produkte präsentiert, die für Fensterwände und Fassaden einsetzbar sind

DIPL.-ING. JÜRGEN BENITZ-WILDENBURG leitet im ift Rosenheim den Bereich PR & Marketingkommunikation. Hohe oder schwergängige Griffe sind nicht nur für ältere Menschen ein Problem.

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Die Haustür-Promotion «Swiss Edition» bietet alle Vorteile im Bereich der Sicherheit- und Energieeffizienz.

GESTIEGENE ERWARTUNGEN MODERNE ANSPRÜCHE BEI TÜREN UND TORE Interview mit Andreas Breschan von Georg Lutz

Der Dreiklang bei Hörmann heisst Türen, Zargen und Tore. Früher war dies die Aufgabe von Handwerkern, hier Lösungen zu finden. Heute ist es ein Massenmarkt mit gestiegenen qualitativen Anforderungen. Wie positioniert sich hier ein Familienunternehmen, welches global aufgestellt ist? Wir führten ein Interview mit dem Geschäftsführer der Hörmann Schweiz AG, Andreas Breschan.

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as Kerngeschäft Ihres Hauses bezieht sich auf Türen und Tore. Das klingt zunächst banal. Um zu verdeutlichen, um was es geht und was sich verändert hat, hilft oft ein Blick in die Geschichte. Nehmen wir ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Wie sah die Haustür vor 30 Jahren aus, und was für eine Technik steckte dahinter? Vor 30 Jahren war die Haustür im Normalfall aus Holz. Es gab erste Türen mit einem Aluminiumrahmen und Sandwichpaneelen. Kunststofftüren sind erst in den Neunzigerjahren richtig aufgekommen. Heute befinden sie sich schon wieder auf dem Rückzug. Die Sicherheits­ lösung bestand in einer Einfach-, manchmal auch in einer Zweifach-Verriegelung. Das Türblatt war nicht gerade temperatur-

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und wetterfest aufgestellt. Dazu kamen, die aus heutiger Sicht, sehr schlechten Dämmwerte.

standsklasse ist, desto schwieriger der Einbruch? Richtig.

Da hat sich dann aus qualitativer Sicht einiges getan. Wie sieht denn aus heutiger Sicht eine gute Tür aus? Früher war eine Tür vielleicht vier oder fünf Zentimeter dick. Heute beträgt die Dicke zwischen sieben und zehn Zentimeter. Ein gutes Türblatt hat um die 80 Millimeter Dicke aufzuweisen. Sie hat zudem einen mehrschichtigen Aufbau. Eine FünffachVerriegelung ist heute fast schon Standard. RC3-Anforderungen sollten mindestens erfüllt sein.

Und wie sieht es mit Materialien und Dämmung aus? Unser Haus liefert heute Türen fast nur mit Verbundtechnologien aus. Aluminium, Glas und Kunststoff werden optimal eingesetzt. Die Konstruktion wird mit hoch isolierendem Material ausgeschäumt. Daher haben wir es mit sehr guten Werten zu tun. Das betrifft die Steifigkeit wie auch die Isolationswerte. Wir arbeiten mit Isolationswerten (UD-Wert) um die 0.47 W / (m²·K).

RC1 bis RC6 sind Widerstandsklassen für mechanische und elektronische Sicherungstechnik. Je höher die Wider-

Können Sie diese Zahl mit einem Vergleichsbeispiel verdeutlichen? Stellen Sie sich ein drei- bis vierfachverglastes Fenster vor.


BAUEN

Wir haben heute nicht mehr mit den berüchtigten Wärmebrücken bei Fenstern und Türen zu kämpfen? Jedenfalls in sehr viel geringerem Umfang. Es kommt bei diesem Thema aber auch sehr auf eine fachmännische Montage an. Wie sieht es bei der Bedienungstechnik aus? Die agiert heute sehr viel smarter. Da tut sich sehr viel. In einem Schweizer Einfamilienhaus findet man heute häufig ein Motorenschloss mit Scanner- oder eine Codebedienung. Das einfache Zylinderschloss wird mehr und mehr abgelöst. Dazu kommt die Anbindung an die Gebäudeleittechnik oder Smart-Home-Lösungen. Da hat es dann tatsächlich einige qualitative Sprünge gegeben. Noch vor 15 Jahren waren die Smart-Home-­ Lösungen für Tech-Freaks, aber nicht für den Massenmarkt. Das ändert sich jetzt. Heute will ich meine Haustechnik mit einer App steuern. Ist das wirklich realistisch? Das ist inzwischen nicht nur realistisch, sondern sehr unkompliziert und kostengünstig machbar. Man kann mit seinem Smartphone heute sehr einfach Haus- und Garagentore bedienen. Hörmann hat eigens eine App dazu entwickelt. Gab es bei Garagentoren eine ähnliche Entwicklung? Die markanteste Entwicklung bei Garagentoren bestand darin, dass man sich vom Kipptor in Richtung Sectionaltor entwickelte. Das Sectionaltor bietet Komfort, Sicherheit und Platzersparnis. Das ist ein spannender Dreiklang. Es besteht aus Einzelelementen, sogenannten Sectionen, die durch Scharniere miteinander verbunden sind. So lässt sich das Tor bequem senkrecht unter die Decke schieben beziehungsweise öffnen und schliessen, ohne dass zusätzlicher Schwenkraum vor der Garage benötigt wird. Früher war Wärmedämmung bei Garagen überhaupt kein Thema. Das ist heute völlig anders. Wie sieht es hier mit der Bedienung aus? Vor 30 Jahren war ein motorisiertes Garagentor noch Luxus, heute ist es Standard. Man öffnet eine Garage mit einem Handsender, Codetaster, Fingerscan oder mit dem Handy. Als Schweizer Unternehmen sind Sie sicher mit vielen billigen globalen Wett-

bewerbern konfrontiert. Wie gehen Sie damit um? Wir sind selber ein globaler Player. Hörmann ist ein deutsches Unternehmen aus Ostwestfalen. Vor 34 Jahren hat man in der Schweiz eine eigene Verkaufsniederlassung eröffnet. Heute sind wir Marktführer, was Garagentore betrifft. Daher können wir nicht nur auf Qualität, sondern auch auf Masse setzen. Wir sind durch die Kombination beider Elemente auch deutlich günstiger geworden. Früher wurde am Garagentor noch sehr viel handwerklich gemacht. Heute geht es um industrielle Serienfertigungen. Für Handwerker gibt es heute praktisch nur noch Nischen, beispielsweise für Spezialtore. Sie haben nicht das Problem wie in anderen Branchen, dass Chinesen mit subventionierten Produkten in den Markt drücken. Nein, bei uns sind es nicht die Chinesen, sondern Anbieter aus Osteuropa. Da findet man schon auf den ersten Blick ansprechende Dumpingpreise. Wenn es dann aber um Service und Ersatzteile geht, relativieren sich diese Preise schnell. Bei dem Stichwort Familienunternehmen haben viele noch den klassischen Patron im Hinterkopf mit seinem Silodenken und hierarchischen Strukturen. Sie können solche Bilder und Vorurteile sicher zurechtrücken. Die Unternehmerfamilie Hörmann agiert inzwischen in der vierten Generation. Im Moment sind das drei Herren, ein Vater mit seinen beiden Söhnen, die als persönlich haftende Gesellschafter das Unternehmen leiten. Sie sind Patron in dem Sinne, dass sie Verantwortung übernehmen und in der Firma auch täglich tätig sind. Dem Zerrbild des klassischen Patrons mit Befehls- und Gehorsamsstrukturen entsprechen die Verantwortlichen aber sicherlich nicht. Ganz

«Daher können wir nicht nur auf Qualität, sondern auch auf Masse setzen.»

im Gegenteil. Sie pflegen eine Kultur des Vertrauens. Man bekommt als Mitarbeiter sehr viel Vertrauen geschenkt. Und wenn man das Vertrauen rechtfertig, hat man schnelle und kurze Entscheidungswege vor sich. Die Familie Hörmann ist auch für uns, die Verantwortlichen in der Schweiz, eine zugängliche Unternehmerfamilie. Sie hat Freude am aktiven Unternehmertum und pflegt intensive Kontakte zu den Händlern und Mitarbeitern. Sie interessiert sich stark für die einzelnen Abläufe in der Unternehmung, hat ein offenes Ohr und setzt die Lösungen von Herausforderungen schnell um. Hier kommen bewahrende konservative Elemente mit neuen Innovationen zusammen. Das ist für mich eine spannende Kombination. Als globaler Player bleibt man aber nicht in familiären Strukturen haften. Man hat eine prägnante Corporate Identity, die sich auf unterschiedliche Märkte übersetzen lässt. Das heisst, Sie agieren in der Schweiz in einem vorbestimmten Rahmen? Ja, aber bei der Ausgestaltung innerhalb des vorgegebenen Rahmens können wir hier in der Schweiz sehr frei agieren. So haben wir Produktlinien im Angebot, die speziell auf den Schweizer Markt zugeschnitten sind. Man findet darin den Namen «Swiss Edition». Ich führe die Niederlassung in der Schweiz auch voll verantwortlich. Themenwechsel. Beim Thema Sanierung hat der Schweizer Baubestand noch viel Luft nach oben, was die Energie­effizienz betrifft. Wie bewerten Sie die Situation? Bei Türen sind wir in einer vergleichsweise komfortablen Situation. Wenn man ein Haus saniert, kommt man fast nicht umhin, auch neue Fenster und Türen einzusetzen. Natürlich erlebt man immer noch die Situationen, dass Türen nur abgeschliffen und neu angestrichen werden. Leider geht es da oftmals nur um die billige Variante und die Rendite in den nächsten fünf Jahren. Das ist doch nur auf den ersten Blick die billigere Variante … Richtig. Aber es muss viel Aufklärungs­ arbeit bei den Beteiligten geleistet werden. Oftmals rechnen wir den Bauherren und Architekten vor, ab wann sich die Investitionen lohnen. Das nachhaltige Denken ist aber leider nicht immer vorhanden, die nachhaltige Lösung fällt zu oft dem kurzfristigen Rentabilitätsdenken zum Opfer. Aus meiner Sicht müsste sich auch der 

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BAUEN

Bei Türen hingegen stehen wir auf der Gewinnerseite. Lassen Sie mich hier noch ein Beispiel anführen. Bei Hochhäusern, ein weiterer wichtiger Trend in der Schweiz, sind Brandschutztüren, die erhöhte Ansprüche an Produktion, Beratung und Montage stellen, aber auch optisch ansprechende Wohnraumtüren, ein zentrales Thema. Diese Produkte werden in der verdichteten Bauweise stärker nachgefragt.

Die Aluminium-Haustüren sind serienmässig mit der Sicherheitsklasse RC 3 ausgestattet.

Gesetzgeber deutlicher positionieren. Es sollte selbstverständlich sein, dass nicht nur beim Neubau, sondern auch bei der Sanierung das Thema Energie ganz oben auf der Agenda steht. Der Gebäude-Energie­ ausweis zielt in die richtige Richtung. Aber die staatlichen Mühlen mahlen hier bekanntlich sehr langsam. Verdichtetes Bauen ist ein weiteres wichtiges Thema. Wie spart man in Ihrer Branche Platz? Und was können Sie beitragen? Verdichtetes Bauen ist für den Absatz von Garagentoren schlicht ungünstig. Hier braucht man Fläche. Bildlich steht dafür das klassische Einfamilienhaus mit grossem Garten und Doppelgarage. Heute will man aber im urbanen Raum mehr Wohneinheiten auf weniger Platz realisieren. Es gibt aber andere Produkte aus unserem Hause, die vom Thema verdichtetes Bauen profitieren. Mehr Etagen und mehr Wohneinheiten benötigen auch mehr Türen. Gerade beim Thema Brandschutz zeigt sich das sehr deutlich.

Andreas Breschan ist Geschäftsführer der Hörmann Schweiz AG.

Sie verlieren auf der einen Seite und gewinnen auf der anderen Seite dazu? Verlieren würde ich nicht sagen, aber es ist vor diesem Hintergrund sicher schwieriger geworden, mit Garagentoren zu wachsen.

Wohin geht Ihre Reise in den nächsten Jahren? Es gilt, hier zwei Handlungsstränge im Griff zu haben. Wir müssen immer aufwendigere Lösungen parat haben. Das betrifft Themen wie Sicherheit, aber auch Energie. Intelligentes Wohnen kommt dann noch dazu. Der zweite Blick betrifft die Erwartungen an die Dienstleistungen rund um das Produkt. Auch hier steigen die Anforderungen. Dienstleistungsausbau ist aber auch eine grosse Chance. Die Wertschöpfungskette verlängert sich, und die Anforderungen an zusätzliche Dienstleistungen steigen. Hier braucht es ja Zeit für die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ganz genau. Aus diesem Grund bauen wir ein eigenes Schulungszentrum am Schweizer Hauptsitz. Lassen Sie uns die wettbewerbsentscheidenden Kernkompetenzen zusammenfassen. Wir können ein vergleichsweise komplettes Programm aus eigener Produktion mit den dazugehörenden Dienstleistungen anbieten. Das ist eine grosse Stärke von Hörmann und gleichzeitig ein wichtiger strategischer Ansatz. Der Planer und Bauherr der Zukunft will sich mit möglichst wenigen Schnittstellen befassen. Prozesskosten erhöhen sich immer mehr gegenüber den Materialkosten. Wer hier richtig aufgestellt ist, hat einen wichtigen Erfolgsfaktor auf seiner Seite. Gute Produkte und Preise bieten heute viele. Das alleine genügt aber auf Dauer nicht, um erfolgreich zu sein. Und dann kommen die Dienstleistungen und verlängerte Wertschöpfungskette ins Spiel. Das ist matchentscheidend. Wir sind System­lieferant und nicht nur Lieferant von einzelnen Bauelementen.

Hörmann Schweiz AG | CH-4702 Oensingen | Nordringstrasse 14 | Tel. +41 (0) 84 846 37 62 | info@hoermann.ch | www.hoermann.ch

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Türen sind nicht einfach nur zum Hinein- oder Hinausgehen. Sie sollen auch zum Interieur passen und qualitativ hochwertig sein. JELD-WEN bietet mit seinen vier starken Marken nicht nur ein in der Schweiz einzigartiges Türenangebot, sondern eröffnet auch immer wieder völlig neue Designmöglichkeiten.

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ie Einbettung in einen grossen, internationalen Konzern bringt viele Vorteile mit sich. JELD-WEN Schweiz steht jedoch auch dauerhaft zu seinen starken Schweizer Wurzeln und geht diesen Weg nun schon seit Jahren mit gros­ sem Erfolg. Sichtbares Zeichen ist die Modernisierung des Standortes im aargauischen Bremgarten: Durch die Konzentration von Produktion, Verwaltung und Logistik an einem Ort werden die besten Voraussetzungen geschaffen, um allen Anforderungen noch besser gerecht zu werden und die Zusammenarbeit mit den Handels- und Schreinerpartnern zu optimieren.

INTERNATIONALE MARKENVIELFALT Die vier starken Marken von JELD-WEN decken alle denkbaren Anforderungen an Türen und Zargen ab. Was sie alle eint: Handschlagqualität, Liebe zum Schreiner­ handwerk und Verantwortung für die Natur.

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Die moderne Architektur setzt auf viel Glas – das verlangt nach mehr Sicherheit.

HAUCHDÜNN UND SICHER SPLITTERSCHUTZ- UND SICHERHEITSFOLIEN FÜR GLASSCHEIBEN Interview mit Bernd Kanzinger von Freya Mohr

In der modernen Architektur kommt immer mehr Glas zum Einsatz. Hier ist Sicherheit ein grosses Thema – es geht um gefährlichen Glasbruch, um Einbruchhemmung, aber auch Vandalismus. Wie sich Glasscheiben entsprechend nachrüsten lassen, erklärt Bernd Kanzinger, Senior Sales Representative bei 3M Schweiz, im Interview.

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er sich einmal im Büro oder auf einer Baustelle umschaut, findet es überall: das rote Logo von 3M. Auf Klebebändern und Post-its, auf Schleif­ scheiben und Schutzbrillen. Alleine in der Schweiz sind 15’000 Produkte auf dem Markt, verteilt auf die fünf globalen Geschäftsfelder: Verbraucher, Elektronik und Energie, Medizin und Gesundheit, Industrie, Sicherheit, Werbung und Design. Das MultiTechnologieunternehmen achtet darauf, dass die Produkte genau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. 8 000 Forscher schöpfen aus 25’000 Patenten und dem Know-how aus über 100 Jahren Innovation und Tradition, um kontinuierlich neue Produkte zu erschaffen. Immer mit dem einen Ziel: Probleme zu lösen und das Leben der Menschen ein

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wenig besser zu machen. Denn nur dann sieht 3M ihre Forschungsarbeit als sinnvoll. So verhält es sich auch mit der Folientechnologie. Seit der Entwicklung der ersten Reflexfolie im Jahr 1966 vertrauen Unternehmen auf die Gebäudeglasfolien von 3M. Mit der 1998 entwickelten Mehrschicht­folie und der 2006 eingeführten Extrusionstechnologie erlebte die Fensterfolientechnik ihren Höhepunkt. Heute sichern und schützen 3M-Window-Films Glaselemente an Gebäuden aller Art. Einsatzgebiete gibt es viele: Die Energiesparfolien setzen auf den Trend der Nachhaltigkeit, weil sie die Raumtemperaturen senken und sich so der Wohlfühlfaktor in den Innenräumen deutlich erhöht. Besonders bei klimatisierten Gebäuden erzielt sich so eine sehr

Bernd Kanzinger ist Senior Sales Representative bei 3M Schweiz GmbH.


BAUEN

Management-Firma kommt auf uns zu. Dann evaluiere ich vor Ort mit den verantwortlichen Personen das Projekt, nehme den Ist-Zustand auf und je nach Bedürfnis und Normen empfehle ich eine entsprechende 3M-Folie. Und wenn nötig, kann der 3M-Techniker dem Kunden eine Simulation anbieten und zeigen, was die Folie auf dem verbauten Glas bei extremen Windlasten oder Explosionsdruckwellen bewirkt.

Splitterschutz- und Sicherheitsfolien verringern die Gefahren von Glasbruch massgeblich.

kurze Amortisationszeit. Ein grosses Thema sind Splitterschutz- und Sicherheitsfolien. Diese halten Glassplitter bei Glasbruch zusammen, woduch ein potenzieller Blitz­ einbruch massiv gehemmt wird. Sie schützen vor Vandalismus und mindern sogar die tragischen Folgen von Explosionen. Im Interview lässt Bernd Kanzinger, Senior Sales Representative bei 3M Schweiz, ein bisschen tiefer in die Materie der Schutzund Sicherheitsfolien blicken. Die Schweiz gilt als sicheres Land. Warum sind Sicherheitsfolien da ein Thema? Im internationalen Vergleich ist die kleine, vielseitige Schweiz tatsächlich eines der sichersten Länder der Welt. Da haben Sie recht. Aber ich denke, im Zuge der Globalisierung und der wachsenden interkontinentalen Mobilität bleibt die Schweiz nicht von zunehmenden Gewalt- und Protesthandlungen verschont. Klar ist Glas ein exzellenter Baustoff. Aber Glasbruch stellt nach wie vor eine grosse Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Glassplitter können verletzen und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Weil wir Glas überall finden – zuhause, in öffentlichen Gebäuden, Regierungsgebäuden, Schulen,

Spitälern, Bahnhöfen, Flughäfen, sogar im öffentlichen Verkehr – ist und bleibt der geniale Baustoff Glas nach wie vor ein Risikofaktor. Beim Bau eines Gebäudes oder bei einer späteren Sanierung sind verschiedene Akteure involviert – Bauherren, Bauplaner, Generalunternehmer, Fensterhersteller – da braucht es eine gute Zusammenarbeit. Wie funktioniert da die Kommunikation bei Ihnen? In der Regel beschichten unsere autorisierten Fachverleger zu 90 Prozent bereits verbautes Glas. Der Architekt, der Bauverantwortliche oder eine Facility-

«Aber Glasbruch stellt nach wie vor eine grosse Gefahr für Mensch und Umwelt dar.»

Es gibt verschiedene Anbieter von Splitterschutz- und Sicherheitsfolien auf dem Markt. Wie unterscheiden Sie sich von Ihren Mitbewerbern? (lacht) Grundsätzlich lebt 3M seit über 100 Jahren von Innovationen, welche aus 46 verschiedenen Kerntechnologieplatt­ formen bestehen. Und seit 50 Jahren produziert 3M im Hitzeschutz- und Sicherheitsfolienbereich ihre Filme selbst. Mit unseren eigenen Entwicklungsingenieuren, eigenen Laboren und Produktionsstätten auf der ganzen Welt legen wir dann die Basis für die weitere Vermarktung, den Verkauf und Service unserer Hightech-Produkte. Deshalb sind wir führend sowohl in der metallfreien Multi-Layer-Folien-Technologie als auch in den mehrschichtigen Ultrafolien, die einen extrem hohen Personenschutz gewähren. Wo sehen Sie das Potenzial der Sicherheitsfolien in der Zukunft? Kurz gesagt, überall dort, wo Glas eine potenzielle Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt. In der Architekturwelt wird immer mehr Glas am Bau verwendet, und das erhöht dementsprechend das Risiko eines Glasbruchs und deren Folgen. Weitere potenzielle Kunden sehe ich in Firmen, die bei Glas an ihrem Bau auf Nummer sicher gehen wollen. Einbruchhemmung und Sicherheit der Mitarbeiter gewichten Firmen immer mehr. Weitere Potenziale sehe ich im öffentlichen Verkehr, denn dort nimmt der Vandalismus zu. Auch an Flughäfen, Bahnhöfen, Spitälern, Schulen und überall dort, wo sehr viele Menschen zirkulieren, können unsere Hightech-Folien das Glas im Falle eines Bruchs sicherer machen. Was mich aber in letzter Zeit überrascht hat, sind die Eigenheimbesitzer, die mittlerweile für sich selber zuhause den Sicherheitsgedanken für Glas auch anwenden möchten.

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Implio bietet ein wind- und schlagregensicheres Fensteranschluss-System.

DURCHBLICK BEHALTEN FENSTER UND TÜREN PROBLEMLOS ANSCHLIESSEN von Ulrich Wilms

Optimale Anschlüsse für Kompaktfassaden und vorgehängte hinterlüftete Fassaden zu realisieren, ist eine Herausforderung. Dies gilt am Fenster umso mehr, da hier bis zu fünf Gewerke arbeiten: Fensterbauer, Experten für Sicht- und Sonnenschutz, Holzbauer, Stuckateur oder Putzer sowie Spengler oder Steinmetz. Folgender Beitrag stellt eine Lösung vor.

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esonders einfach wird die Verarbeitung von dauerhaft sicheren Fenster- und Türanschlüssen mit der intelligenten Systemlösung Implio. In verschiedenen Ausführungen für alle relevanten Anschlussdetails verfügbar, verhindert das GUTEX-Anschluss-System effektiv Bauschäden infolge schlechter Koordination der einzelnen Gewerke und spart zugleich Arbeitszeit. Die zwei holzfaserbasierten Systemlösungen Implio F und Implio P garantieren wind- und schlagregensicheren Anschluss an Fenster und Türen und sind gemäss ift-Richtlinie in Rosenheim geprüft. Das gewerkeübergreifende AnschlussSystem beinhaltet als Systemkomponenten kaschierte GUTEX-­D ämmplatten aus Schwarzwälder und Schweizer Holz.

ZWEI VARIANTEN FÜR UNTERSCHIEDLICHE ANFORDERUNGEN Implio P ist die Systemlösung inklusive Rollladen- und Raffstorekästen sowie Laibungsplatten und Keilplatten für die zweite Dichtebene. Implio P ist immer dann die

erste Wahl, wenn im Holz- oder Mauerwerksbau ein sicheres Komplettsystem für Putzfassaden gefordert ist. Zum flexiblen Verkleiden von Rollläden und Raffstoren wird Implio P mit der Verkleidungsplatte Rivestio ergänzt, die im System überputzbar ist. Die kaschierten Oberflächen von Laibungs- und Keilplatten bilden zusammen mit dem Abdichtsystem aus Dichtkleber und Fensterbankdichtband eine feuchteschützende Wanne aus. Dies funktioniert unabhängig von Fensterbank und Bord­ profilen, welche als äussere Ebene nur noch einen zusätzlichen Witterungs- und mechanischen Schutz darstellt. Das heisst, sobald die Dämmung fertig angebracht ist, ist auch der kritische Fensteranschluss so weit abgedichtet, dass beim Übergang von einem zum nächsten Gewerk kein Risiko besteht. Implio F ist die Systemlösung für vorgehängte hinterlüftete Fassaden-Dämmsysteme aller Bauweisen. Das System besteht aus einer keilförmigen Holzfaserdämmung mit einem normgerechten Gefälle von

fünf Grad mit aufkaschierter wasserdichter, Dampfdiffusions-offener Folie, Primer, Implio-F-Klebeband, Hinter­lüftungsprofil sowie selbst­klebenden Fenster- und Fassaden­ ecken, die die Verarbeitung besonders einfach machen. Implio F ist insbesondere auch für geringe Laibungstiefen geeignet.

IMPLIO SICHER AUSGEFÜHRT GUTEX gilt als Pionier der ökologischen Dämmung in Europa. Das Familienunternehmen produziert seit mehr als 85 Jahren Dämmstoffe aus Holz. Mit Implio garantiert das Unternehmen wind- und schlagregensichere Fenster- und Türanschlüsse für eine dauerhafte und einwandfreie Funktion der Fassade. Drei neuen Video-Tutorials geben ausführenden Handwerkern eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand, mit der in der Verarbeitung nichts mehr schiefgehen kann1.

ANMERKUNG 1)

bit.ly/GUTEX-YouTube

GUTEX Holzfaserplattenwerk | H. Henselmann GmbH & Co. KG | Gutenburg 5 | D-79761 Waldshut-Tiengen Tel. +49 (0) 7741 60 990 | info@gutex.ch | www.gutex.ch

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15. – 18. November 2018 BERNEXPO Messe mit Kongress für Fachleute und Private Energieeffizientes Bauen und Modernisieren Erneuerbare Energien, Holzbau Digitales Planen und Bauen Smarte Geräte und Lösungen für Gebäude Gebäudetechnik, Lüftung, Wärmedämmung Gebäudehülle, Fenster und Türen Solarthermie, Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen Beraterstrasse der Kantone Passivhausstrasse


© Martina Cirese

BAUEN

DEN PERFEKTEN SCHATTEN PROGRAMMIERT ETH-STUDENTEN ÜBERZEUGEN MIT DIGITALER FABRIKATION IM HOLZBAU von Peter Rüegg

Am Computer entwickelt und mithilfe von Robotern gebaut: ETH-Studierende des MAS Architektur und Digitale Fabrikation bauten eine Holzpergola, welche die sonnenexponierte Terrasse des Istituto Svizzero in Rom zu einem angenehmen, schattigen Ort macht. Das Projekt beweist das Potenzial der digitalen Fabrikation im Holzbau. Die Gruner Gruppe unterstützt dieses Projekt.

Das Baumaterial Holz, die alte Stadt Rom und neuste Technologie – ein innovativer Spannungsbogen entfaltet sich.

W

ozu digitale Technologien in der Architektur fähig sind, lässt sich seit Kurzem am Istituto Svizzero in Rom zeigen. Auf der Terrasse eines Nebengebäudes des Schweizer Kultur­ instituts steht seit Juni ein aussergewöhnlicher Holzpavillon. Auffallend an der bis zu vier Meter hohen Konstruktion sind die kurzen Holzelemente, die nur durch Holzdübel verbunden sind. Das System aus Holzelementen weitet und verdichtet sich und schafft so je nach Sonnenstand immer neue Schattenplätze. «Wer die

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Struktur der Pergola genauer betrachtet, entdeckt in der Anordnung ein Regelwerk, das auf den digitalen Ursprung der Konstruktion hinweist. Jedes Holzelement ist Teil eines grösseren Systems, und so lassen sich die feinen Übergänge erklären, die dem Pavillon seinen Namen gaben: Gradual Assemblies», betont Hannes Mayer, Programmleiter des MAS Programms und Oberassistent an der Professur für Architektur und Digitale Fabrikation. Im Studiengang Master of Advanced Studies (MAS) «Architektur und

Digitale Fabrikation» werden die Kompetenzen in der digitalen Planung und Fabrikation an eine junge Generation weitergegeben. Im Rahmen der Ausbildung dienen Bauprojekte dazu, den gesamten digitalen Planungs- und Bauprozess ebenso wie das physische Bauen und seine Rahmenbedingungen in der Realität zu verstehen – von der Konzeption bis zur Fertigstellung. Gleichzeitig steht die Fertigung mithilfe von Robotern im Mittelpunkt des Lehrprogramms bei der alle Beteiligten noch viel lernen können.


BAUEN

Zum Bau des Pavillons eingeladen hatte das Istituto Svizzero. Als Bauplatz war den Studierenden die L-förmige, 250 Quadratmeter grosse Travertin-Terrasse auf einem Nebengebäude des Istituto Svizzero vorgegeben. Diese ist den ganzen Tag der sengenden Sonne in Rom ausgesetzt, dadurch trotz schöner Lage kaum zu nutzen. Für die Studierenden war dieses Projekt eine besondere Herausforderung: «Rom war einst eine Stadt der Innovationen in der Architektur, die Kunst und Technik zusammenbrachte. Heute nehmen wir sie vorwiegend als einen historischen Ort wahr», sagt Mayer. «Wir hatten also die Möglichkeit, ein Stück Innovationskraft nach Rom zurückzubringen.» Dies gelang den 17 Studierenden in äusserst kurzer Zeit. Sie entwarfen, entwickelten und bauten den Pavillon innerhalb von nur zehn Wochen. Davon entfielen knapp drei Wochen auf die Herstellung der Elemente in Zürich; eine Woche brauchten sie, um den Bau auf der Terrasse zu errichten. Anfang Juni stand die Konstruktion und wurde feierlich eröffnet.

REIN DIGITALE PROZESSKETTE Die Entwicklung und Fabrikation der Pergola folgten einer rein digitalen Prozesskette. Dabei führten die Studierenden den Entwurf, die Ergebnisse einer Sonnenstand-Simulation zur Positionierung der Holzelemente, die konstruktiven Rahmenbedingungen sowie die Fabrikationsdaten in einem digitalen Modell zusammen. «Mit herkömmlichen Methoden wäre es unmöglich, die 700 Holzelemente und 2 700 Buchenholzdübel in ihrer Position zu definieren, sodass sich ein so dynamisches wie harmonisches Gesamtbild ergibt. Hier braucht es Regeln, die in Algorithmen übersetzt die vielen Einzelelemente zu einem leistungsfähigen schönen Werk vereinen», hebt Mayer die Vorzüge der digitalen Entwicklung hervor. Die Wechselwirkung von Dübeln und Holzlamellen bei dieser Konstruktion hat den Vorteil, dass sich eine offene Struktur bauen lässt. Dies ermöglicht es zudem, dass der Pavillon einer kurvigen Linie folgt und sich die träger­ artigen Bauteile verjüngen oder auffächern. Die Studierenden montierten in Rom elf Träger aus 22 Einzelelementen und fügten sie zu einer scheinbar naht­ losen Gesamtstruktur zusammen.

Hergestellt wurden sämtliche Elemente der Pergola im Robotic Fabrication Laboratory an der ETH Zürich. Über das digitale Modell wurden zwei Roboterarme angesteuert, die an einer beweglichen Brücke von der Decke des Instituts für Technologie in der Architektur auf dem ETH-Campus Hönggerberg installiert sind. Der eine Arm platzierte die Holzlatten millimetergenau, der andere bohrte Löcher für die Holzdübel in unterschiedlichen, gegenläufigen Winkeln, was die festigende Wirkung der Dübel verbesserte. «Für diese Arbeit ist der Roboter ein perfektes Werkzeug, denn er kann die einzelnen Elemente sehr präzise im Raum positionieren. Dank ihm lassen sich komplexe und differenzierte digitale Entwürfe in die physische Welt übertragen», betont Mayer.

KEIN LEIM, KEINE NÄGEL UND SCHRAUBEN Ganz ohne Mensch ging es jedoch nicht. Die Studierenden mussten alle Holzdübel in Handarbeit einschlagen. Diese wurden zuvor in einem Ofen getrocknet. Dadurch schrumpfte das Holz, sodass sich die Dübel in kleinere Bohrlöcher einschlagen liessen. Einmal platziert, wurden sie wieder befeuchtet, sodass sie aufquollen und sich mit den entsprechenden Holzelementen fest verbanden. Abgesehen von der Verbindung der metallenen Bodenplatten mit den Trägern kommt der Pavillon somit gänzlich ohne

FÖRDERUNG DER WISSENSCHAFT Für ein innovatives und führendes Ingenieur- und Bauplanungsunter­ nehmen wie die Gruner Gruppe sind der wissenschaftliche Austausch und ein offenes wissenschaftsfreundliches Klima zentrale Anliegen und Förderschwerpunkte. Gruner unterhält in Forschung und Lehre enge Beziehungen zur ETH in Zürich und der EPFL in Lausanne sowie zu verschiedenen Fachhochschulen in der Schweiz. Gruner verpflichtet sich, Nachwuchskräfte zu fördern und Forschungs­ projekte für technische Innovationen aktiv und gezielt zu unterstützen – ­ so wie aktuell auch in Rom.

Leim, Schrauben oder Nägel aus. «Holz und Feuchtigkeit spielen hier mit den digitalen Entwurfs- und Fabrikationswerkzeugen zusammen, um die Technik der Holz-Holz-Verbindungen weiterzuentwickeln», sagt Mayer. «Die Technik der Holz-Holz-Verbindungen erlebte bereits im Mittelalter eine erste Blüte und wurde später vom industriellen Bauen verdrängt. An der ETH Zürich tritt sie nun wieder aus dem Schatten, um in Rom einen wunderbaren neuen Schatten zu werfen.»

© Martina Cirese

TERRASSE ALS BAUPLATZ

Einzelteile können digitale Unterstützung brauchen, um sich zu einem Gesamtkunstwerk zu entwickeln.

Gruner AG | Gellertstrasse 55 | CH-4020 Basel | Tel. +41 (0) 61 317 61 61 | basel@gruner.ch | www.gruner.ch

Ausgabe 03/2018 // Seite 37


BAUEN

UMDENKEN IST NOTWENDIG PILOTPROJEKT FÜR RESSOURCENARMES BAUEN von Georg Lutz

Die neu eröffnete Experimentaleinheit UMAR auf dem Campus der Empa zeigt auf, dass konsequent ressourcenschonendes Bauen möglich ist. Es ist so ein Ideengeber und Leuchtturm für die gesamte Baubranche.

A

für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart und Gründer der gleichnamigen Firmengruppe. Die Experimentaleinheit UMAR zeigt auf, dass es möglich ist, ressourcenschonend zu bauen und zugleich eine ansprechende Architektur zu schaffen. Der in Stuttgart ansässige Architekt und Ingenieur Werner Sobeck gilt als Pionier des nachhaltigen Bauens und widmet sich

dieser Aufgabe mit zahlreichen Projekten in Forschung und Lehre. Auch sein jüngstes Vorhaben – die neu eröffnete, experimentelle Wohneinheit UMAR – ist von globalem Interesse und mit verschiedenen Institutionen verbunden. Die Experimentaleinheit Urban Mining & Recycling (UMAR) ist Teil des Forschungsgebäudes NEST auf dem Campus der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) im schweizerischen Dübendorf.

© Zooey Braun

uf dem Campus des schweizerischen Forschungsinstituts Empa eröffnete im Frühjahr die Experimentaleinheit «Urban Mining & Recycling» (UMAR): ein sortenrein aus wiederverwendbaren, wiederverwertbaren oder kompostierbaren Materialien konstruiertes Wohnmodul, das aus drei Räumen besteht. Der Entwurf stammt von Werner Sobek mit Dirk Hebel und Felix Heisel. Professor Sobek ist Leiter des Instituts

Auf dem Campus des schweizerischen Forschungsinstituts Empa eröffnete im Frühjahr 2018 die neu eröffnete Experimentaleinheit «Urban Mining & Recycling» (UMAR).

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BAUEN

Sämtliche zur Herstellung eines Gebäudes benötigten Ressourcen müssen vollständig wiederverwendbar, wiederverwertbar oder kompostierbar sein – das ist die dem Entwurf der UMAR zugrundeliegende These. Eine zentrale Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft: Die verwendeten Materialien werden nicht verbraucht und dann entsorgt; sie sind vielmehr für eine bestimmte Zeit aus einem technischen beziehungsweise natürlichen Kreislauf entnommen und werden später wieder in diese Kreisläufe zurückgeführt. Wiederverwendung und Wiederverwertung spielen hierbei eine ebenso grosse Rolle wie Recycling und Upcycling. Dies erfolgt auf systemischer wie auf molekularer beziehungsweise biologischer Ebene, zum Beispiel durch Einschmelzen oder Kompostierung. UMAR ist so zur gleichen Zeit temporäres Materiallager und Materiallabor.

produkte eingesetzt, deren unterschiedliche Materialien rückstandsfrei in ihre unterschiedlichen Stoffkreisläufe zurückgeführt werden können. Unter anderem kommen hier gewachsene Myzeliumplatten (Wurzelgeflecht von Pilzen), innovative Recyclingsteine, wiederverwertete Isolationsmaterialien, geliehene Bodenbedeckungen sowie eine multifunktionale Solarthermieanlage zum Einsatz.

ÖFFENTLICHER INFORMATIONSSPEICHER Die Unit UMAR ist nicht nur ein Materialspeicher, sondern auch ein öffentlicher Informationsspeicher, der als Vorbild und Anregung für andere Bauvorhaben dienen soll. «Wir müssen künftig mit sehr viel weniger Materialien für sehr viel mehr Menschen bauen. UMAR will einen Beitrag

zum fälligen Paradigmenwechsel im Bauwesen leisten. Das Modul dient als Laboratorium und Testlauf für ein Bauprojekt ebenso wie für den damit verbundenen Prozess. Ziel ist es, mit Partnern aus Planung, Verwaltung und Produktion zentrale Fragen des Bauwesens und des Ressourcenverbrauchs zu betrachten und daraus innovative Werkzeuge und Methoden zu entwickeln», formuliert Werner Sobek sein Anliegen.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.empa.ch www.wernersobek.de

© Zooey Braun

WIEDERVERWENDBAR UND WIEDERVERWERTBAR

Die Werkstoffe sind unter anderem unbehandeltes Holz, rezyklierfähige Metalle, Recyclingsteine und wiederverwertete Isolationsmaterialien. Der komplett vorfabrizierte und im Werk getestete Bau ist in Modulbauweise ausgeführt. Das Tragwerk besteht ebenso, wie grosse Teile der Fassade, aus unbehandeltem Holz, das nach dem Rückbau wiederverwendet beziehungsweise kompostiert werden kann. Die Fassade besteht darüber hinaus aus Aluminium und Kupfer. Beide Metallarten können sortenrein eingeschmolzen und rezykliert werden. Im Innenbereich werden verschiedenste, seriell verarbeitete Bau-

Im Innenbereich werden seriell verarbeitete Bauprodukte eingesetzt. Die unterschiedlichen Materialien können rückstandsfrei in ihre unterschiedlichen Stoffkreisläufe zurückgeführt werden.


BAUEN

Die Kollaborationsaspekte in der Baubranche abdecken.

VERNETZT IN DER CLOUD KOMMUNIKATION IN BAUPROJEKTEN von Lone K. Halvorsen

Moderne Bauprojekte werden immer komplexer, und nicht selten sind 30 und mehr Firmen mit noch mehr Projektteilnehmern daran beteiligt. Dieser Umstand generiert viele Schnittstellen und somit einen grossen, unübersichtlichen Informationsfluss. Das Unternehmen BBC Systems aus Rapperswil schafft hier Abhilfe mit der cloudbasierten Applikation smino.

D

ie Plattform smino vernetzt alle beteiligten Akteure in einem Bauprojekt: Behörden, Bauherren, Architekten, Planer, Bauunternehmer bis hin zum einzelnen Arbeiter auf der Baustelle. smino ist eine modulare CloudApplikation, die über die Website smino.ch aufgerufen wird, und verfügt über eine dazugehörige mobile Applikation für Handy und Tablet.

Diskussionen zu Themen. In der Plan- und Dokumentenplattform lassen sich Pläne und Dokumente ablegen, verwalten und teilen. Darüber hinaus können Druckaufträge direkt einer Druckerei in Auftrag gegeben werden. Die Vernetzung der Module untereinander lassen Synergien entstehen. Für Lokalisierungen bei Protokollen oder Aufgaben können direkt Pläne aus der Planplattform genutzt werden.

BASIC MODUL MIT FÜNF FUNKTIONEN

WEITERE MODULE FOLGEN

Das Protokollwesen ermöglicht eine effiziente Erstellung und Verteilung von Protokollen, inklusive automatisch generierten Aufgaben- und Entscheidungslisten. Das Aufgabenmanagement gibt einen Überblick über die eigenen und zugewiesenen Aufgaben inklusive der Möglichkeit, eine Konversation zu führen. Die Funktion Konversation ist als Alternative zum E-Mail-Verkehr gedacht und ermöglicht

Mit nur wenigen Klicks ist ein neues Projekt aufgesetzt. Generell ist die Bedienung sehr einfach und bedarf nur einer sehr kurzen Einarbeitungszeit. Das Team gibt sich mit dem bisherigen Produkt jedoch noch lange nicht zufrieden. Mit smino will BBC Systems alle Kollaborationsaspekte in der Baubranche abdecken und der neue Arbeitsstandard werden. Weitere Module wie Baukontrolle (Mängel-App) und Baujournal sollen noch 2019 bereitstehen.

VERSCHMELZUNG VON KNOW-HOW UND IT Die Co-Founder Sandor Balogh und Georgios Chaitidis bringen das branchenspezifische Wissen für das Projekt smino mit. Als studierte Architekten mit langjähriger Praxis­ erfahrung als Planer, Bau- und Projektleiter wissen sie, wo bei den jeweiligen Projektbeteiligten der Schuh drückt. Für die technische Umsetzung sind der dritte Co-Founder Silvio Büsser, Chefentwickler Mischa Trecco und drei Softwareentwickler verantwortlich. Büsser und Trecco bringen Erfahrungen im Aufbau von Webplattformen mit. «Wir haben die richtigen Leute und die richtigen Ideen, um etwas zu bewegen», sind sich alle einig. Die Resonanz aus dem Markt gibt dem Team recht: «Viele Unternehmen suchen eine Lösung wie smino», betont Balogh. «Damit den Akteuren in der Baubranche viel Arbeit und Ärger erspart bleibt, wartet noch sehr viel Arbeit auf uns. Wir freuen uns aber sehr darauf», lachen die drei Gründer.

BBC Systems AG | Hauptplatz 5 | CH-8640 Rapperswil | Tel. +41 (0) 55 648 07 82 | info@smino.ch | www.smino.ch

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KOMPETENZ IM BEREICH BAU-CHEMIE WIR WISSEN WAS SIE BENÖTIGEN!

Berner bietet Ihnen einfach mehr. Neben unseren hochqualitativen Produkten, bieten wir unseren Kunden in unserem Online-Shop eine perfekte Plattform um Kosten transparent zuhalten und die Sicherheit rund um unsere Chemieprodukte zu gewährleisten. Mit dem Kostenstellenmanagement-Modul und der neuen Chemiedatenbank sind Sie mit uns auf der sicheren Seite.

KURZ GESAGT: MIT UNS SIND SIE RUNDUM BESTENS VERSORGT.

Montagetechnik Berner AG · Kägenstrasse 8 · 4153 Reinach / BL · www.berner-ag.ch


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Mittels 3D-Modeling und Virtual-Reality-Anwendungen können potenzielle Sicherheitsmängel vor Baubeginn identifiziert und beseitigt werden.

EINE FRAGE DER KONSTRUKTION MEHR SICHERHEIT IM BAUGEWERBE von Stefan Brentano

Die Arbeit im Baugewerbe ist sicher wie nie zuvor. Dennoch bleibt die Branche deutlich gefährlicher als viele andere Wirtschaftszweige. Sicher konstruierte Bauteile können die Unfallzahlen allerdings weiter reduzieren.

E

in umfallender Lkw-Container klemmt einen Lastwagenfahrer in Rodewisch ein1, Schieferplatten fallen von einem Lastenaufzug auf einen Strassenbauarbeiter in Solingen 2, und in Singen wird ein Montage­a rbeiter bei Reparaturarbeiten am Hebearm eines Lastwagens von dessen Hydraulik erdrückt3 – im Baugewerbe sind Arbeits­u nfälle besonders schwerwiegend. Im Vergleich zum Durchschnitt der anderen Branchen ereignen sich hier mehr als doppelt so viele Unfälle 4.

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Die DG BAU erfasste im Jahr 2016 über 100’000 Arbeitsunfälle, die eine Arbeits­ unfähigkeit von mehr als drei Tagen oder den Tod zur Folge hatten5. Zu einer der gefährlichsten Berufsgruppen gehört die Metallverarbeitung, darunter die Schweisser mit über 30’000 meldepflichtigen Unfällen im Jahr 20146. In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der Unfälle zwar zurückgegangen, stagniert aber mittler­weile7. Hinter den Unfallzahlen steht das Leid der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Freunde.

Aus diesem Grund müssen weiterführende Massnahmen für den Unfallschutz ergriffen werden. Victaulic untersucht daher, wie eine veränderte Konstruktion die Anwendung der hergestellten Produkte vor, während und nach dem Bau sicherer machen kann.

DIGITALISIERUNG UND VORFERTIGUNG Bauingenieure, Architekten und Bauzeichner können das Unfallrisiko auf dem Bau reduzieren, indem sie mittels Building


© Victaulic

BAUEN

RAUCH- UND FLAMMFREIE VERFAHREN Die Auswahl der sichersten Bauteile und Methoden in der Vorbereitungsphase eines Bauprojekts gewährleistet, dass bei späteren Wartungen und Sanierungen ein möglichst geringes Risiko besteht. Dies ist in einem sensiblen Bauumfeld besonders wichtig wie etwa in Datenzentren, Krankenhäusern und Flughäfen, in denen die Instandhaltungsarbeiten in der Nähe vieler Menschen durchgeführt werden. Insbesondere bei Sanierungen von instabilen Bauwerken oder empfindlichen Materialien sind rauch- und flammfreie Verfahren empfehlenswert.

Das Produktdesign kann die Arbeitssicherheit vor, während und nach dem Bau entscheidend erhöhen.

Information Modeling (BIM) und VirtualReality-­A nwendungen digitale Abbilder ihrer Bau­projekte entwerfen. Viele Konstruktionsfehler und notwendige Änderungen lassen sich dadurch bereits in der Entwurfs­ phase identifizieren und korrigieren. Unternehmen können auf diese Weise nicht nur die Arbeitssicherheit erhöhen, sondern sparen auch Zeit und Geld. Prefabrication, der Einsatz vorgefertigter Bauteile, erhöht die Sicherheit auf den Baustellen zusätzlich. Die Bauteile werden hierbei nicht auf der risikoreichen Baustelle produziert, das ermöglicht eine sorgfältige Planung. Dies gilt insbesondere für gefährliche Bauprojekte, beispielsweise auf schiefem Gelände oder in besonderer Höhe.

NUTEN STATT SCHWEISSEN Ein hohes Sicherheitsrisiko auf dem Bau entsteht durch das Schweissen. Dabei bilden sich häufig giftige Gase, gefährliche Licht- und Wärmeentwicklungen und

flüssige Metallspritzer. Schweisser, Bau­ arbeiter und Installateure können hierdurch kurz- und langfristige gesundheitliche Probleme davontragen wie etwa Übelkeit und Lungen­erkrankungen. Zudem enthält viel Schweiss­rauch krebserregende Stoffe.8 In einigen Bereichen gibt es Alternativen zum Schweissen. Rohre lassen sich beispielsweise durch mechanische Kupplungen schneller, einfacher und sicherer in-stallieren. So entstehen zuverlässige Verbindungen durch die genuteten Rohrkupplungen von Victaulic, die Rohre dreibis viermal schneller verbinden als durch Schweissen oder Flanschen. Ausserdem wird bei der Installation keine offene Flamme eingesetzt. Durch die einteilige Konstruktion der Installation-Ready™-Kupplungen von Victaulic müssen diese Verbindungen nur auf das genutete Rohrende aufgesteckt und die beiden Muttern angezogen werden. Die Anzahl loser Teile, die herunterfallen oder verloren gehen können, reduziert sich dadurch noch mehr.

Ein geeignetes Produktdesign kann somit einen wesentlichen Beitrag leisten, die Menge der Arbeitsunfälle auf dem Bau weiter zu reduzieren. Aufgrund innovativer Technologien, höherer Sicherheitsstandards und noch sensibleren Beschäftigten kann davon ausgegangen werden, dass die Unfälle in der Branche weiter zurückgehen.

ANMERKUNG 1) www.welt.de/regionales/sachsen/article176400300/Lkwkippt-um-Fahrer-schwer-verletzt.html 2) www.solinger-tageblatt.de/solingen/info/arbeitsunfallschiefer­platten-fallen-solinger-9870070.html 3) www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.eingequetscht-vomhebearm-55-jaehriger-stirbt-bei-arbeitsunfall-insingen.86a14b61-ba08-4541-bb7a-6187b4ebf48b.html 4) www.bgbau.de/presse/pressemeldungen/pressemeldungen­2018/klaus-richard-bergmann-messe-dach-und-holz-2018 5) http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/12639neu.pdf 6) https://www.boeckler.de/46007.htm 7) http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/12639neu.pdf 8) https://arbeitsschutz-schweissen.de/gesundheitsgefahrdurch-schweissrauch/

STEFAN BRENTANO ist Regional Sales Manager North West DACH bei Victaulic. www.victaulic.com

Jetzt haben Sie Ihr Bauprojekt in der Tasche


Chemische Produkte gehören zur Produktpalette von Berner – Aufklärung der Kunden ist wichtig.

AUF NUMMER SICHER DIGITALE SERVICELÖSUNG ZUR VERWALTUNG VON GEFAHRSTOFFEN von Andreas Trefz

Ob Arbeits- oder Umweltschutzgesetze, ein stets aktuelles Gefahrstoffverzeichnis oder eine vollständige Produktübersicht: Wenn es um den Umgang mit Gefahrstoffen geht, verliert man im Werkstattalltag leicht den Überblick. Wir präsentieren eine innovative Servicelösung von Berner.

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hemische Produkte sind aus dem Handwerkeralltag nicht mehr wegzudenken. Doch ihr Einsatz birgt auch Gefahren. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, sollte deshalb beim Umgang mit Produkten wie Hochleistungsschmierstoff, Bremsenreiniger oder Markierungsspray grundsätzlich immer die Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität haben. Zwar existiert eine Vielzahl von gesetzlichen Vorschriften, zum Beispiel die Chemikalienverordnung, an der sich Profi-Handwerker orientieren können. Die schweizerische Chemikalienverordnung ist weitgehend mit den europäischen REACH1- und CLP2-Verordnungen harmonisiert. Sämtliche Regel-

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werke, inhaltliche Änderungen oder Ergänzungen jederzeit im Blick zu haben, ist im Arbeitsalltag jedoch für die meisten kaum möglich. Berner setzt genau hier an und schafft mit der neuen Gefahrstoffdatenbank Abhilfe. Mit dieser Datenbank erhalten Betriebe im Bau- und Kfz-Handwerk eine einfache Möglichkeit, alle diese Themen mit nur einer Lösung online zu managen – benutzerfreundlich, aktuell und vor allem sicher. Dank der neuen Onlineplattform gehören veraltete Gefahrstoffdokumente, fehlende Übersicht und enormer Verwaltungsaufwand künftig der Vergangenheit an. Autowerkstätten oder Bauunternehmen sind

so stets bestens informiert und sparen obendrein viel Zeit.

BENUTZERFREUNDLICHE PLATTFORM Einmal angelegt, kann der Nutzer die digitale Servicelösung ganz einfach über den Kundenzugang im Berner-Onlineshop verwalten und individuell an die Organisationsstruktur jedes Unternehmens anpassen. Bei Berner bestellte Gefahrstoffe werden nach dem Kauf automatisch in die eigene Datenbank aufgenommen. Die Möglichkeit, Rollen und Berechtigungen an ausgewählte Mitarbeiter zu vergeben und auch Produkte anderer Anbieter im System zu ergänzen, vereinfacht den


© Berner Trading Holding GmbH

© Berner Trading Holding GmbH

BAUEN

Chemische Produkte im Werkstattalltag schnell erkennen dank der Gefahrstoffdatenbank.

UNTERNEHMENSPROFIL Die Montagetechnik Berner AG zählt zu den führenden Handels­ unternehmen von Verbrauchs­ materialien, Werkzeugen, Zubehör und Services für Profi-Anwender in der Bau- und Kfz-Branche sowie in der Industrie. Als Schweizer Tochter­ gesellschaft gehört sie zum international aufgestellten Berner-Konzern mit Sitz in Künzelsau. Berner steht für ein qualitativ hochwertiges und umfassendes Sortiment aus 75’000 Produkten, durchdachte Servicekonzepte und eine moderne, internationale Logistik. Europaweit sorgen rund 6 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 4 500 im Aussendienst, für einen perfekten Rundum-Service. So verbindet Berner die persönliche Beratung vor Ort mit den Vorzügen digitaler Vertriebskanäle. Vor allem aber die hohe Begeisterung für das Handwerk ist es, was Berner europaweit auszeichnet.

Arbeitsalltag und erhöht die Sicherheit in jedem Betrieb. Mithilfe der Berner Gefahrstoffdatenbank kann ein Unternehmen Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen und andere produktspezifischen Dokumente an einem zentralen Ort verwalten. Damit diese auch immer den aktuellen Sicherheitsstandards und gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, liefert die Online-Datenbank automatisch regelmässige Informationen, wenn sich etwas Wesentliches am Inhalt verändert – entweder per E-Mail oder Benachrichtigungen direkt auf der Datenbank. So ist die Aktualität jederzeit gewährleistet.

SICHERER ARBEITSPLATZ Auch in Sachen Arbeitsschutz liefert die Berner-Gefahrstoffdatenbank nützliche Unterstützung. Wichtige Dokumente wie Gefährdungsbeurteilungen, ein Hautschutzplan oder Mitarbeiterunterweisungen können hochgeladen und hinterlegt werden. Ohne grossen Aufwand lässt sich auf diese Weise beispielsweise herausfinden,

welche Mitarbeiter bereits eine Sicherheitsschulung erhalten haben – und bei wem gegebenenfalls Nachholbedarf besteht. Umweltschutz ist ebenfalls ein Thema: In der Datenbank lassen sich Genehmigungen, Wartungsberichte, Protokolle oder Zertifikate zu Abwasser und Ölabscheidern speichern. Damit sich die Werkstatt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren kann, bietet die Berner-Gefahrstoffdatenbank uneingeschränkten Zugang zum Gefahrstoffverzeichnis des Betriebes. Bau- und Kfz-Profis haben dadurch alle nötigen Produktdaten sofort griffbereit. Lästiges Suchen von bestimmten Nachweisen oder aktuellen Dokumenten von Zertifizierungen und Betriebsüberprüfungen gehören damit der Vergangenheit an.

ANMERKUNG 1) REACH: Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals (Verordnung für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien) 2) CLP: Classification, Labelling and Packaging of substances and mixtures (Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen)

Montagetechnik Berner AG | Kägenstrasse 8 | CH-4153 Reinach | Tel. +41 (0) 800 82 08 07 | info@berner-ag.ch | www.berner-ag.ch

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GESTALTUNGSSPIELRÄUME MATERIAL, LICHT UND FARBE von Georg Lutz

Bekanntlich ist das Gestalten und Einrichten von Innenräumen ein weites Feld. Licht, Material und Farbe prägen die Atmosphäre. Aus diesem Grund ist zum Beispiel das Beleuchtungskonzept von grosser Bedeutung: Licht trägt dazu bei, dass wir uns wohlfühlen, und auch dazu, das Beste aus einem Raum herauszuholen. Überall dort, wo kein oder wenig Tageslicht hinkommt, sorgen künstliche Lichtquellen für Helligkeit und Atmosphäre. Dass diese die Wirkung der Wandfarbe beeinflussen, wissen dabei die wenigsten. Das Unterbewusstsein denkt aber mit. Daher ist es wichtig, bei der Farbauswahl die Lichtverhältnisse im Zimmer zu berücksichtigen. Bei den Materialien ist auch offensichtlich, dass eine Holzküche im Landhausstil einen anderen Eindruck hinterlässt wie eine Küche in gebürstetem Aluminium.


INNENARCHITEKTUR

EINE FRAGE DER WIRKUNG DIE WANDFARBE UND DIE LICHTLÖSUNG KOMMUNIZIEREN MITEINANDER von Georg Lutz

© Alpina

Beim Einrichten eines Hauses ist das Beleuchtungskonzept von grosser Bedeutung: Licht trägt dazu bei, dass wir uns wohlfühlen, und auch dazu, das Beste aus einem Raum herauszuholen. Überall dort, wo kein oder wenig Tageslicht hinkommt, sorgen künstliche Lichtquellen für Helligkeit und Atmosphäre. Dass diese die Wirkung der Wandfarbe beeinflussen, wissen dabei die wenigsten. Das Unterbewusstsein denkt aber mit. Daher ist es wichtig, bei der Farbauswahl die Lichtverhältnisse im Zimmer zu berücksichtigen.

Licht und Farbe kommunizieren auf wundervolle Weise.

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ATMOSPHÄRE SCHAFFEN

Worauf ist zu achten? Im Normalfall gehören Lampen an die Decke. Orientierung und Emotionen können dann gut gesteuert werden. Bei Spots an der Wand besteht die Gefahr von klaustrophobischen Atmosphären. Je heller die Farben eines Raumes sind, desto aktivierender wirkt er. Dunklere

© Alpina

Auf jeden Fall verschafft Licht eine Orientierung im Raum. Licht setzt Zeichen. Zentraler Akteur ist hier das Tageslicht. Farben und der Einsatz von Kunstlicht können und

sollten hier unterstützend wirken. Manchmal geht es aber auch um Räumlichkeiten, die wenig und keine Unterstützung durch Tageslicht haben.

Metallbau Stahlbau

F

arbe absorbiert Licht und verändert sich somit im Auge des Betrachters. Gleichzeitig wirkt sie auf die Stimmung im Raum ein. Gerade bei Kunstlicht kennt man diesen Effekt, beispielsweise vom Shoppen: Die Kleidung sieht bei Tageslicht irgendwie anders aus als noch in der Umkleidekabine.

Offen oder verglast, frei stehend oder mit dem Gebäude verbunden – ein Balkon vermittelt zwischen innen und aussen und steigert das Wohnerlebnis. Wir gestalten Balkone von A bis Z inklusive statischer Berechnung.

A. Lanz AG CH-4950 Huttwil Friedhofweg 40 Ein leidenschaftliches Tiefrot, wie «Tanz der Sehnsucht», wirkt unter gelblichem Licht noch wärmer.

Telefon 062 962 11 44 info@lanz-metallbau.ch lanz-metallbau.ch


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INNENARCHITEKTUR

Grüntönen wie dem Patina-Grün «Hüterin der Freiheit» verleiht es einen gelblichen und Blautönen wiederum einen grünen Schimmer. Am besten passt gelbliches Licht daher zu warmen Farben.

Bevor man sich für einen Farbton entscheidet, wie hier für das elegante Taupe «Dächer von Paris», sollte man die jeweilige Farbkarte bei Tages- und Kunstlicht an die betreffende Wand halten.

PRAKTISCHE TIPPS Und woher weiss man, wie sich ein Farbton bei sich veränderndem Lichteinfall verhält? Der Trick ist, Farbkarten an die betreffende Wand zu halten. Und zwar nicht nur bei Tages-, sondern auch bei künstlichem Licht. Denn die Wirkung hängt vor allem von der Lichtquelle ab. Das gelbliche Licht, das Glühbirnen und Energiesparlampen verbreiten, lässt etwa Rot- und Gelbtöne, wie beispielsweise das Tiefrot «Tanz der Sehnsucht» von Alpina Feine Farben, noch wärmer erscheinen.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.alpina-farben.de

© Alpina

Farben beruhigen eher und bringen die Anwesenden zur Ruhe. Heute weiss man auch, wenn die Lichthelligkeit in einem Raum runtergeht, schwindet auch die Aufmerksamkeit. In Schulen ist dies tagtäglich zu beobachten. Es gibt aber auch umgekehrte Phänomene. Normalerweise ist ein Zimmer in einem Krankenhaus weiss gestrichen – alles soll nüchtern und professionell wirken. In einer Kinderstation sieht das aber schon wieder anders aus. Dort sollte Farbe im Spiel sein, sonst breitet sich schlechte Laune aus.

Wer LED- oder Halogenlampen sein Eigen nennt, kann mit kühlen Wandfarben nichts falsch machen. Denn LEDs spenden bläuliches, kaltes Licht, das Farben am wenigsten verfälscht. Genauso verhält sich die Situation bei klarem und weissem Licht von ungedimmten Halogenlampen. Zu beachten sind übrigens nicht nur die Lichtquellen im Haus, sondern auch die vor dem Fenster. Leuchtet zum Beispiel ein rötliches Licht von draussen auf die tiefblaue Wand, erscheint sie abends lila. Das mag ein Vorteil sein, wenn man die Farbe mag. Ansonsten sollte man sich für einen anderen Ton entscheiden.

Klare und kühle Wandfarben eignen sich gut für Räume, die mit LED- oder Halogenlampen beleuchtet werden.

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Spiegelschrank oder Lichtspiegel ist eine Entscheidung, die von der Grösse der Ablagefläche und des Stauraums abhängt.

HOHER STELLENWERT IM BAD ÜBER DIE VORZÜGE VON SPIEGELSCHRANK UND LICHTSPIEGEL Interview mit Albert Baltensperger von Simon Trümpler

Albert Baltensperger ist Inhaber und Geschäftsführer der Baltensperger Haustechnik AG in Zürich, Winterthur und Watt bei Regensdorf. Das Familienunternehmen in dritter Generation ist spezialisiert auf die Gebiete Sanitär, Heizung sowie Lüftung, Klima und Kälte. Vor wenigen Wochen hat der dreifache Vater im eigenen Heim einen Umbau realisiert. Er stellt sich den Fragen zu den Veränderungen in der Haustechnik und zu den Produkten im Bad.

H

err Baltensperger, beschreiben Sie uns kurz Ihren Kundenstamm. Sind Ihre Kunden überwiegend Privatpersonen oder eher Architekten und Generalunternehmungen? Glücklicherweise sind wir breit aufgestellt, dadurch vergrössert sich das Auftrags­ volumen. Unsere Kunden sind eine gesunde Mischung aus Privaten, Genossenschaften, öffentlichen Institutionen, Verwaltungen sowie kleineren Generalunternehmen. In den letzten Jahren hat sich die Haustechnik stark verändert. Welches sind die wichtigsten Änderungen und die derzeit aktuellen Themen? Die Digitalisierung verändert auch die Haustechnik. So unterstützt uns das «Building Information Modeling», detailgetreue

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Entwürfe zu erstellen. Mithilfe dieser digitalen Modellierung lassen sich gewisse Komponenten für den Einbau vorfabrizieren. Was sich ebenfalls einschneidend geändert hat, ist die Bauzeit. Aufgrund heutiger Rationalisierungsprozesse hat sich diese halbiert. Damit einhergehend ist der Auftragsvorrat kleiner. Es ist somit

«Bei dessen Planung liegt der Fokus klar auf Design und Beleuchtung.»

notwendig, einen vielschichtigen Kundenstamm zu besitzen, um kurzfristig agieren zu können. Nebst dem Zeitdruck werden kleinere Betriebe von staatsnahen Unternehmen übernommen, was für uns einen zusätzlichen Preisdruck zur Folge hat. Vor einigen Wochen haben Sie Ihr Bad umgebaut. Wie zufrieden sind Sie mit dem Resultat? Bei einem Umbau liegt die Herausforderung darin, Neues in die bestehenden Gegebenheiten einzufügen. Es ist uns gelungen, ein modernes Bad in frischer Farbe und in neuem Licht zu gestalten, wir haben uns damit einen Traum erfüllt. Sie haben mir gesagt, dass Sie einen Artikel der Keller Spiegelschränke AG


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besitzen, und zwar den LED-Lichtspiegel «Unique». Weshalb haben Sie sich für dieses Produkt entschieden? Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Keller erstreckt sich schon über viele Jahre. Für den Lichtspiegel waren zwei Gründe ausschlaggebend: In unserem Bad gibt es genügend Stauraum und Ablageflächen, somit benötigten wir keinen Spiegelschrank. Und der Lichtspiegel war der Favorit meiner Frau. Welchen Stellenwert hat der Spiegelschrank bei Ihren Kunden? Ein Spiegelschrank geniesst einen hohen Stellenwert. In Bezug auf die Frage kommt es darauf an, ob der Kunde für sich privat entscheiden kann oder für eine Verwaltung mit Mietwohnungen. In Mietwohnungen ist der Spiegelschrank Bestandteil der Inneneinrichtung. Essenziell ist dabei die Raumausleuchtung, besonders, wenn keine natürliche Lichtquelle vorhanden ist. Sehr beliebt sind in der Wand eingebaute Schränke. Der Spiegelschrank fügt sich dadurch nahtlos in den Raum ein und bewirkt eine Vergrösserung. Ein sehr wichtiges und vor allem praktisches Argument ist die Steckdose, die beim Lichtspiegel nicht vorhanden ist. Bei den Keller-Produkten schätze ich die hochwertigen Scharniere, mir gefällt die Lichtqualität, und sie sind sehr solide. Auch von unseren Kunden hören wir nur Gutes, es gibt keine Beanstandungen – auch nicht nach Ablauf der Garantiefrist. In unserem Bad waren weder Platz noch Steckdose entscheidend, sodass die Vorzüge eines Spiegelschranks keine Rolle spielten. Und so ist es auch bei unseren Privatkunden. Je nach Gegebenheit ist eher ein Schrank oder ein Lichtspiegel passend.

Auch hier unterscheide ich zwischen Privatund Geschäftskunden. Bei einer Baugenossenschaft oder Liegenschaftsverwaltung spielt der Preis eine bedeutende Rolle, was bei den grösseren Mengen verständlich ist. Anders dagegen der Haus- oder Wohnungsbesitzer: Bei dessen Planung liegt der Fokus klar auf Design und Beleuchtung. 80 Prozent der Kunden entscheiden sich für ein schlichtes Produkt mit Stauraum, LED-Beleuchtung und Steckdosen. Interessanterweise bevorzugen Männer eher den Spiegelschrank, Frauen hingegen den Lichtspiegel. Wie alt ist ein Spiegelschrank im Durchschnitt, wenn er ersetzt wird? Das ist abhängig vom Renovationsbedarf. In den rund 40 Jahren habe ich schon alles gesehen. Im Durchschnitt ist er zwischen 15 und 20 Jahre alt. Herr Baltensperger, was war Ihr spektakulärster Auftrag? Das ist noch nicht lange her. Vor rund einem Jahr wurden wir mit einem Komplettumbau in Amden beauftragt. Das liegt an steiler Hanglage, und der Zugang zum Haus war nur über eine Wiese möglich. Logistisch eine Herkulesaufgabe. Wir hatten keine andere Wahl und lieferten schliesslich das Material mit einem

Seit 40 Jahren im Hautechnik-Business tätig: Albert Baltensperger.

Helikopter. Nebst der atemberaubenden Aussicht auf den Walensee bleibt mir dieser Auftrag als logistische Herausforderung noch lange in Erinnerung.

Kommen Ihre Kunden bereits mit konkreten Wünschen oder gar mit einem ausgewählten Modell auf Sie zu? Eher weniger. Vielfach stehen wir ihnen beratend zur Seite und besuchen gemeinsam die Ausstellungen der Sanitärfachhändler. Um einen ersten Eindruck zu vermitteln, haben wir ein Musterbad mit einem Keller-Produkt eingebaut. Das ermöglicht uns, die Kunden zu beraten und auf die Kundenwünsche einzugehen. Achten Ihre Kunden primär aufs Design oder die Funktionalität? Oder ist der Preis zentrales Argument?

Eine durchdachte Lichtgestaltung zeichnet das neue Bad der Familie Baltensperger aus.

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Ausgabe 03/2018 // Seite 53


© Team 7 Natürlich Wohnen GmbH

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Team 7: Die pflegefreundliche Naturholzküche ist alltagstauglich und anspruchslos. Holz unterstützt zudem ein gesundes, angenehmes Raumklima.

LEBENSRAUM KÜCHE DIE RICHTIGEN WERKSTOFFE IN KÜCHEN von Helen Stacher

Die moderne Küche ist nicht mehr nur zum Kochen da. Sie hat ihre soziale Funktion zurückgewonnen. Als zentraler Wohnraum ist sie Treffpunkt für Familie, Freunde und Bekannte. Ausserdem dient sie als feines Kochlabor. Jetzt stellt sich die Frage, welche Werkstoffe am besten zur modernen Küche passen.

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K

üchen bilden den Lebensmittelpunkt eines Zuhauses. Oftmals werden sie mit dem Wohnraum verknüpft, sodass ein zentraler Raum zum Kochen, Treffen und Entspannen entsteht. Diese Entwicklung hat vor allem etwas mit der veränderten Wahrnehmung des Kochens zu tun. War es lange nur ein notwendiges Übel, ist das Kochen inzwischen gesellschaftsfähig geworden. Der Genuss beim Essen und Kochen ist in den Vordergrund gerückt. Heute hat das gemeinsame Kochen mit der Familie oder Freunden einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen Leben eingenommen – dies spiegelt sich auch im Design der Küchen wider. So sind Kochinseln nach wie vor sehr beliebt. Im Premium-Segment ist jede Küche ein Unikat und muss nach den individuellen Bedürfnissen gut geplant werden. Die gewählten Materialen spielen dabei eine grosse Rolle. Im Folgenden stellen wir einige Beispiele vor.

DIE FRAGE NACH STAHL ODER ALUMINIUM Seit Jahren ein Klassiker auf dem Schweizer Küchenmarkt ist die Forster Stahl­ küche. Wo es um Dauerhaftigkeit und Ästhetik geht, bleibt Stahl unerreicht. So sind Forster Küchen auch nach 50 Jahren noch modern. Konzentration auf das Wesentliche ist eine Qualität, die auch morgen noch stimmt. Auch Aluminium eignet sich hervorragend für den Küchenbereich. Es lässt sich mühelos reinigen, ist absolut hygienisch und geruchsneutral. Mit dem Know-how in der Aluminium-Verarbeitung realisiert beispielsweise die Firma Lehni in Zusammenarbeit mit Architekten und Küchengeräteher­ stellern individuelle Aluminiumküchen, die sich aufgrund ihrer klaren Linienführung optisch zurücknehmen und zeitlos sind. Das Aluminium kann entweder farblos oder in einer Wunschfarbe pulverbeschichtet

© Lehni AG

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gewählt werden. Die Arbeitsflächen sind aus rostfreiem Stahl oder nach Wunsch gefertigt. Puristische Eleganz prägt auch den Auftritt der Küchen von Orea aus kühlem Alucobond. Geräucherte Eiche und Aluminium entfalten ihre Wirkung im Wechselspiel mit grosszügigen Flächen und filigranen Materialdimensionen. Sie sorgen für eine zeitlose, warme Atmosphäre, ohne auf Funktionalität zu verzichten.

NATÜRLICHES HOLZ Der Trend zum ökologischen Wohnen hat auch auf dem Gebiet der Küchen Einzug gehalten. Aus Gründen des Raumklimas und der Umweltfreundlichkeit wünschen heute viele eine Küche aus echtem Holz. Durch ihre einzigartigen Muster und Maserungen strahlen Holzküchen Individualität aus. Regelmässig mit Naturöl gepflegt behält Holz seine Schönheit über viele Jahre. Auch «Recycling» und «Upcycling» sind Themen in der Küche. Exklusivität bietet

es ist angerichtet... Stellen Sie sich vor, Sie könnten einfach Ihre Skizze zeigen und der Waschtisch würde nach Ihren Vorstellungen gebaut werden. UNVORSTELLBAR? Wir bieten massgefertigte Lösungen. VARICOR®-Vertrieb Schweiz: • Tafelmaterial, Becken und Formteile • Fertig verarbeitete Waschtische, Abdeckungen Meyer AG • 6373 Ennetbürgen • www.meyer-systeme.ch Telefon: 041 620 16 57 • eMail: info@meyer-systeme.ch

die Altholzküche, die aus antikem Holz gefertigt ist. Holzteile, die oftmals schon mehrere hundert Jahre alt sind, werden so vorbereitet, dass sie bedenkenlos zu Küchenmöbeln verarbeitet werden können, ohne dabei ihre rustikale und authentische Ausstrahlung zu verlieren.

ARBEITSFLÄCHEN AUS NATURSTEIN, QUARZ UND BETON Gestaltungfreiheit besteht auch bei den Arbeitsflächen und Küchenabdeckungen, die aus einem besonders beständigen Material gefertigt sind: Beliebt sind Abdeckungen aus Naturstein wie Granit, Marmor und Schiefer oder Edelstahl und neuerdings auch aus Beton. Arbeitsplatten aus Naturstein sind besonders edel und robust, haben aber auch ihren Preis. Eine gute Alternative bieten Arbeitsplatten aus Quarzkomposit, einem Kunststein. Quarz ist eines der härtesten Mineralien


© Hans Eisenring Küchenbau

Weiss ist in der Beliebtheitsskala ganz oben. Küchen mit weissen Lackfronten – hier in Matt von Hans Eisenring – sind klassisch, zeitlos und modern.

© Boffi Zürich

der Natur mit einer hohen Stabilität und ist besonders kratzfest. Quarzkomposite wie Silestone und Space-Stone oder Mineralwerkstoffe wie HI-Macs oder Staron können in vielen unterschiedlichen Farben und Oberflächen hergestellt werden. Bekannt ist auch der Werkstoff Corian, der zu zwei Dritteln aus mineralischem Füllstoff und zu einem Drittel aus Acrylglas besteht. Die Oberfläche von Kompositwerkstoffen ist nahezu porenfrei, sodass ihr Flecken von Kaffee, Wein, Zitronensaft und anderen Produkten des täglichen Bedarfs kaum etwas anhaben können. Das Material kann auch für die Gestaltung der gesamten Küche eingesetzt werden, inklusive Böden und Wände.

EXKLUSIVE NATURSTEINKÜCHE

Boffi repräsentiert italienisches Design und eine klare elegante Gestaltung in Kombination mit hochwertigen Materialien. Eisenring – sind klassisch, zeitlos und modern.

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Eine besondere Ästhetik, Exklusivität und Langlebigkeit vereint eine Küche ganz aus Naturstein wie beispielsweise der Küchen­m onolith CUBE der Manufaktur sio4. Die schlichte geometrische Form verbindet sich mit der individuellen Maserung des Steins zum Unikat – ob als freistehendes Modul oder als Insellösung. Eine Steinküche entspricht dem Wunsch nach mehr Natürlichkeit und bietet alle


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© Orea AG

Vorteile eines naturrobusten Materials. Die langlebigen Steinoberflächen sind leicht zu reinigen, schnitt- und kratzfest sowie feuchtigkeitsresistent. Durch die Einzigartigkeit des Naturwerkstoffs Stein wird die Küche zum exklusiven Wohnraum und Lebensmittelpunkt, in dem man sich gerne länger aufhält. Egal, ob Naturstein, Mineralwerkstoffe, Holz, Kunstharz oder Metall, die moderne Küche ist nicht mehr nur zum Kochen da. Sie hat ihre soziale Funktion zurückgewonnen und gilt als zentraler Wohnraum.

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Š Daniela Burkhart


DIE FUNKTIONALE MODERNE ARCHITEKTURSPRACHE NACH DEM ERSTEN WELTKRIEG von Georg Lutz

Die Architektur der Moderne nach dem Ersten Weltkrieg fällt nicht weiter auf. Opulentes Barock war out. Man setzte auf klare Linien und nüchterne Funktionalitäten. Die Architektur der 1920erund 1930er-Jahre ist einerseits Ausdruck des kulturellen Aufbruchs und Teil einer internationalen künstlerischen Avantgarde-Bewegung. Das Neue Bauen basiert auf der Bejahung der Moderne und dem Vertrauen in die sozialen und humanen Möglichkeiten von Wissenschaft und Technik als Garanten des gesellschaftlichen Fortschrittes. Andererseits hatten die Architekten und Stadtplaner den Ersten Weltkrieg hinter sich und den Zweiten Weltkrieg vor sich. Beide Zivilisationskatastrophen sollten durch die pure Bescheidenheit konterkariert werden. Auch in der Schweiz prägten die neuen Architekturstile das bauliche Geschehen und waren dabei nicht unumstritten. Wir stellen auf den folgenden Seiten die Beispiele Meilibau, Dula-Schulanlage, St.-Karli-Kirche und MaiHof aus dem Raum Luzern vor.


© Daniela Burkhart

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Der erste Schulhausbau der Moderne im Raum Luzern – das Dula-Schulhaus.

ERHALTEN, NEU GESTALTEN UND NUTZEN ARCHITEKTUR DER MODERNE UND DENKMALPFLEGE von Georg Lutz

Architektur und Moderne spiegeln eine bewegte Geschichte wider. Nach dem Katastrophenerlebnis des Ersten Weltkriegs sehnte sich die Gesellschaft nach einer nüchternen Umsetzung der Versprechungen der Moderne. In der Architektur entstanden damals dementsprechende Stile. Das Bauhaus ist der bekannteste davon. Auch in der Schweiz prägten die neuen Architekturstile das bauliche Geschehen und waren dabei nicht unumstritten. Jetzt gilt es, sie in einem Buch neu zu entdecken. Es stellt die Beispiele Meilibau, Dula-Schulanlage, St. Karl-Kirche und MaiHof aus dem Raum Luzern vor.

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ie Architektur der 1920er- und 1930erJahre ist Ausdruck des kulturellen Aufbruchs und Teil einer internationalen künstlerischen Avantgarde-Bewegung. Das Neue Bauen basiert auf der Bejahung der Moderne und dem Vertrauen in die sozialen und humanen Möglichkeiten von Wissenschaft und Technik als Garanten des gesellschaftlichen Fortschrittes. Nach der Grundvorstellung des Neuen Bauens ist eine Bauaufgabe aus ihrer inneren

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Funktion zu entwickeln beziehungsweise wurde der Gebrauchswert der Architektur zur formbildenden Kraft (Funktionalismus). Das Erscheinungsbild war geprägt durch einfache Kuben, rationelle Grundrisse, asymmetrische Kompositionen, schwebende Baukörper, grosse Öffnungen, Flachdächer, Verwendung neuzeitlicher Konstruktionsweisen, Verzicht auf Ornament und Dekoration und die Vorliebe für vorwiegend helle Farben. Die neuen Materialien Glas, Stahl, Beton und Backstein

wurden dabei konsequent verwendet. Durch den Einsatz der Skelettbauweise waren in der Gestaltung des Grundrisses kaum Grenzen gesetzt, da die Wände nicht mehr tragend waren.

KARGE SCHÖNHEIT IN LUZERN Was haben die Dula-Schulanlage, die Kirche St. Karl, die Kaserne Allmend und der MaiHof gemeinsam? Sie alle sind aussergewöhnliche Gebäude der Moderne aus Luzern. Ihre beispielhafte und


sorgfältige Restaurierung liess sie zu lebendigen Denkmälern werden, die an gegenwärtige Nutzungsanforderungen angepasst wurden. Zwei Bauten erfüllen ihre ursprüngliche Funktion weiterhin, die beiden anderen wurden durch Umnutzung oder Erweiterung ihres Gebrauchs zu neuem Leben erweckt. Die Architekturfotografin Daniela Burkart untersucht in ihrer Publikation «Architektur der Moderne und Denkmalpflege» die Qualitäten dieser Gebäude mit der Sprache der Fotografie. Beschreibungen zur Baugeschichte, Restaurierung und über den oftmals langen Weg zum Denkmal ergänzen ihre eindrücklichen Aufnahmen. Diese kargen Schönheiten aus den Zwischenkriegsjahren sind repräsentativ für die gesamte Schweiz.

DIE MODERNE INS LICHT GESTELLT Was in den 30er-Jahren extrem futuristisch anmutete und den Aufbruch in die von der Technik und Wissenschaft geprägte Moderne symbolisierte, wird heute – fast 90 Jahre später – oftmals übersehen.

Das Projekt MaiHof war früher eine Kirche und bietet heute neue Nutzungsperspektiven.

Dermassen weit waren diese Bauten ihrer Zeit voraus, dass sie sich heute ohne Problem ins moderne Stadtbild einfügen. «Es ist anzunehmen, dass sie heute weniger auffallen als in ihrer Entstehungszeit», betont der Architekt Hansjörg Emmenegger im Vorwort zur Publikation. Ihr Alter und ihre historische Bedeutung sind somit nicht offensichtlich erkennbar – vor allem wenn sie verändert wurden. «Viele Bauten der Moderne in der Schweiz befinden sich

heute nicht mehr im Originalzustand, sondern wurden verändert, mit Anbauten versehen oder vernachlässigt und sind somit in ihrer eigentlichen Qualität kaum noch erkennbar.» Dies im Gegensatz etwa zu den verschnörkelten Bauten des Barocks. Entsprechend wird nicht selten über den Wert von Gebäuden aus der Moderne diskutiert – insbesondere wenn die Frage im Raum steht, ob ein Gebäude dieser Zeit unter Schutz gestellt werden soll. 

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© Daniela Burkhart

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«Das Verständnis und die Anerkennung der Denkmalwürdigkeit dieser eher sachlich-nüchternen Architektur ist noch nicht die Regel», stellt Cony Grünenfelder, Kantonale Denkmalpflegerin Luzern, in ihrem Vorwort fest. «Bei dieser Feststellung setzt die Publikation der Architekturfotografin Daniela Burkart an.»

Die Kaserne auf der Luzerner Allmend ist das grösste öffentliche Bauwerk der frühen Moderne in der Zentralschweiz.

sie richtig gepflegt und erhalten werden, auch heute noch genutzt werden.» Diese Bausubstanz der Moderne ist gebaute Vergangenheit und damit ein Teil unserer Geschichte und Identität. «Es ist

deshalb von wesentlicher Bedeutung, diese Baudenkmäler zu pflegen, zu erhalten, mit unseren heutigen Möglichkeiten qualitätsvoll weiter zu nutzen und auch weiter zu gestalten», ergänzt Grünenfelder. Derzeit ist etwa das um 1933 von Carl Moosdorf

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Daniela Burkart zeigt die genannten Gebäude im besten Lichte und hält so ein Plädoyer für die Wertschätzung der Architektur aus dieser Zeit. «Im Kern dieser Architektur steht eine neue, aufgeräumte und ehrliche Philosophie», sagt Burkart. «Dabei stand nicht primär das Repräsentative im Zentrum, sondern der Mensch und seine Bedürfnisse. Der Mut dieser Architekten, diesen konsequenten Schritt vorwärts zu machen, fasziniert mich». Die vier Gebäude der Moderne zeigen sich im Bildband als Teil der seit damals stark veränderten Umgebung, im täglichen Gebrauch und nicht ästhetisch aufgeräumt. «Diese vier Gebäude stehen symbolisch für andere Bauten aus dieser Zeit», sagt Burkart, welche die Gebäude zwischen 2015 und 2017 zu jeder möglichen Tagesund Jahreszeit ablichtete. «Sie ins ‹rechte Licht zu rücken›, war nicht allzu schwer, da sie sich nach der Restaurierung alle in einem guten Zustand befinden.» Burkart hofft, dass diese Gebäude den Betrachter auch für den Wert anderer Gebäude der Moderne sensibilisieren. «Diese Gebäude haben eine Wertigkeit und können, wenn

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ARCHITEKTUR DER MODERNE UND DENKMALPFLEGE

Die erste Betonkirche als Gesamtkunstwerk – die Kirche St. Karl.

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Erhalten, neu gestalten, nutzen. Beispiele aus Luzern, 2018 Christoph Merian Verlag, Basel ISBN 978-3-85616-866-7 140 Seiten


© Daniela Burkhart

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erbaute Gewerbegebäude im Tribschen in Luzern vom Abbruch bedroht, ein Beispiel des Neuen Bauens, das in seiner Konsequenz ein herausragendes Bauwerk in der Zentralschweiz ist. Gut möglich, dass Daniela Burkart schon in naher Zukunft hier genauer hinschauen wird: «Es wäre eine reizvolle Herausforderung, Bilder von Gebäuden der Moderne zu machen, die noch nicht saniert wurden und deren Wert eben noch nicht erkannt ist.» Nur die stetige Auseinandersetzung mit dem baukulturellen Erbe führt uns zu einem sorgsamen Umgang mit ihm. Die hier vorliegende Publikation von Daniela Burkart ist ein gelungener Beitrag dazu, insbesondere im europäischen Jahr des Kultur­ erbes 2018.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. Die nüchterne Atmosphäre überwiegt – auch im Schulungsraum.

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DIE WEISSE STADT ISRAEL UND SEIN BAUHAUS-ERBE IN TEL AVIV von Georg Lutz

© Israel Ministry of Tourism / Dana Friedlander

Tel Aviv und das Bauhaus pflegen eine intensive Beziehung. Die Architektur- und Designschule prägte nach dem Ersten Weltkrieg das Gesicht der Moderne. In Tel Aviv entstand in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts ein eigenes Stadtquartier. Heute sind die spannenden Bauten wiederzuentdecken.

Das Bauhaus in Tel Aviv prägen funktionale Stilelemente der Moderne.

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as Bauhaus wird 100. Im nächsten Jahr gilt es, eine der stilbildenden Architekturschulen der Moderne zu feiern. 2019 erlebt das Bauhaus in der Kunstschule durch Walter Gropius seine Auferstehung. Die Ausstrahlung ist weltweit und nicht nur auf Deutschland beschränkt. Weniger bekannt ist, dass die weltweit grösste Sammlung an BauhausGebäuden sich in Tel Aviv in Israel befindet. Ab den 1930er-Jahren errichteten jüdische Architekten hier rund 4 000 Bauwerke im Bauhaus-Stil. Dieser Dichte an ikonischen Bauten, die seit 2003 zum Unesco-Welterbe gehören, hat Tel Aviv den Beinamen Weisse Stadt zu verdanken.

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Im Juni 2018 widmete sich das Festival «White Night» dem Bauhaus. Im Jubiläumsjahr 2019 wird mit dem White City Center ein neues Besucherzentrum eröffnet. Grund genug, sich die Geschichte und Gegenwart genauer anzuschauen. Tel Aviv ist der «Hügel des Frühlings». Es ist eine vergleichsweise junge Stadt. 1909 wurde sie als Vorort des verschlafenen Städtchens Jaffa gegründet, einer arabischen Hafenstadt. Die zionistisch geprägten Einwanderer wollten hier ihre städtischen Utopien verwirklichen. Der ländliche Gegenpart war das Kibbuz. In den Dreissigerjahren flohen immer mehr Juden aus Europa vor

den Nazis nach Tel Aviv. Von 1931 bis 1938 stieg die Einwohnerzahl von 46’000 auf 150’000. Heute ist Tel Aviv eine von Startup-Unternehmen und Urlaubern geprägte Mittelmeer-Metropole mit 438’000 Einwohnern. Nicht wenige junge Touristinnen und Touristen sehen in Tel Aviv die zentrale Location für angesagte Clubs und Partys.

TEL AVIV ALS SEHNSUCHTSORT Zunächst war Tel Aviv ein sehr heterotoper Ort mit gegensätzlichen Räumen, die aber zunächst in einem gemeinsamen Rahmen agierten. Die frühen Bauten orientierten sich architektonisch zunächst an den Wohnstandards ihrer arabischen Umgebung. Mit


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der steigenden Einwandererzahl und den hohen Ansprüchen der Einwanderer aus Europa erfüllten sie jedoch bald nicht mehr die dementsprechenden hygienischen und ästhetischen Ansprüche. Mit dem Bauhausstil wurde Tel Aviv bald das Hauptziel der zionistischen Einwanderung – das erste städtisch gebaute Zeugnis des nationalen Aufbruchs des Zionismus. Der funktionale Neubeginn war in das Ideal einer Gartenstadt eingebunden. Viele der Architekten unter den Immigranten in den Dreissigerjahren waren mit der Moderne vertraut. In dieser Phase wurde Architektur charakteristisch für Tel Aviv, und die Stadt erhielt den Namen: die Weisse Stadt. Ze’ev Rechters Haus Engel am Rothschild Boulevard hat klare Bezüge auf Le Corbusier. Der optische Eindruck wird durch schwarze Linien in einer weissen Fläche geprägt. Die Fenster sind aus klimatischen Gründen tiefgelegt. Verschattende Balkone mit schwungvollen runden Ecken helfen dabei. 4 000 Häuser wurden in den Dreissigerjahren nach den Ideen des Modernismus,

zum Beispiel des Dessauer Bauhauses, im Stadtzentrum Tel Avivs errichtet. Einwanderer wie Arieh Sharon, Ze’ev Rechter, Dov Karmi, Richard Kauffmann oder Genia Averbuch brachten die Lehren europäischer Avantgarde-Architekten wie Walter Gropius, Mies van der Rohe, Hannes Meyer, Erich Mendelsohn und Le Corbusier ans Mittelmeer. Kunst und Handwerk sollten eine Einheit bilden. Schluss mit Ornamenten – die Zeit der Sachlichkeit war gekommen. Die Form habe der Funktion zu folgen. Die Häuser sollten Licht und Luft hineinlassen und der Gesundheit dienen. Alles, was das Leben der Bewohner nicht verbessert, sollte weggelassen werden. Symmetrie zum Beispiel galt als überbewertet, denn Symmetrie sah vielleicht gut aus, nutzte einem aber sonst nicht viel. Funktionalität stand ganz oben auf der Agenda. Die Häuser sollten wie Maschinen wirken – mit klaren Formen und auf das Wesentliche reduziert. Das Uniforme passte ins Weltbild der Architektur-Erneuerer in Dessau und in Tel Aviv: Es ging ihnen um die Utopie eines neuen Zusammenlebens, bei dem

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alle gleichberechtigt sind und keiner mit seinem Besitz prahlt.

ZERKLÜFTETE BRUCHLINIEN Dem architektonisch geschulten Betrachter fällt zunächst die Weissenhofsiedlung in Stuttgart ein, bei der Parallelen erkennbar sind. Im Gegensatz zu den Ursprungsländern der Moderne, wo nur einige wenige Siedlungen und Gebäude entstanden, ist Tel Aviv die erste Stadt, die fast komplett im International Style des frühen 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Er hat Symbol­ charakter, sowohl für die Entstehung eines jüdischen Staates als auch für Israels frühen Ausdruck vom Selbstverständnis einer Nation. Dieses schloss damals noch unterschiedlichste Kulturen mit ein, die sich an der Moderne begeisterten. Heute ist davon in der israelischen Gesellschaft wenig zu spüren. Sie ist wild zerklüftet und ideologisch zerrissen. Unterschiedliche Fundamentalismen bearbeiten sich gegenseitig. Wer heute die abgeschotteten jüdischen Siedlungen auf arabischem Gebiet besucht, ist Welten von dem


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Aufbruchsgefühl der Moderne in den Dreissiger- und Vierzigerjahren entfernt. Hier sind leider historische Rückschritte zu konstatieren. Tel Aviv gilt immer noch als eine unfertige Metropole, die vor allem an den Rändern wächst. Die Zersiedelung der Landschaft ist wie in anderen Metropolen ein zentrales Problem. Auch in Tel Aviv ist die Nachfrage nach billigem Wohnraum, wie in Zürich oder München, die zentrale soziale Herausforderung. Die Stadt hat heute einschliesslich der angrenzenden Gemeinden 2.3 Millionen Einwohner, obwohl im Stadtkern nur um die 300’000 Menschen leben. Heute kommen die Zuwanderer aber in erster Linie aus Osteuropa.

ANGESAGTE SANIERUNG

WHITE NIGHT TEL AVIV «Layla Lavan» ist der melodische Name für eines der grössten Festivals in Tel Aviv und bedeutet wörtlich übersetzt «weisse Nacht». Mit dem Event zelebrierte die Stadt seit deren Ernennung zum UnescoWeltkulturerbe das Bauhausviertel rund um den Rothschild Boulevard. Auch bei der diesjährigen «White Night» am 28. Juni waren wieder über 100 Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet zu bewundern: Konzerte, Theater und Partys auf den Strassen, Performances und Lesungen sowie besondere Angebote in Restaurants zogen durch die ganze Nacht hindurch Einheimische wie Touristen an. Viele Geschäfte, Museen und Galerien hatten bis zum Sonnenaufgang geöffnet. Für Besucher aus aller Welt besonders interessant waren und sind die kostenfreien Touren im Rahmen der «White Night». Tel Aviv feiert sich selbst ab.

DAS WHITE CITY CENTER Ab 2019 ist das Liebling-Haus in der Idelson-Strasse die erste Anlaufstelle für Architekturfans: In dem 1936 von Tony und

© Israel Ministry of Tourism / Dana Friedlander

2003 hat die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, die Unesco, den Stadtkern von Tel Aviv mit dem Prädikat Weltkulturerbe gewürdigt. Seitdem trägt das Zentrum, eine Viertelstunde zu Fuss vom Meer entfernt, offiziell den Namen Weisse Stadt. Die Auszeichnung war aber auch als Mahnung gedacht, sich endlich um den Schatz zu kümmern. In den letzten Jahrzehnten

ist auch sprichwörtlich der Putz abgebröckelt, und der salzhaltige Wind frisst an Stahl und Eisen. Ein Problem der Weissen Stadt ist, dass man sie ohne Expertenhilfe nicht sofort als solche erkennt. Tel Aviv ist nicht weiss – eher ockerfarben. Die Weisse Stadt ist auch kein einzelnes Viertel, in dem ausschliesslich BauhausBauten stehen. Zudem sind zwei Drittel der 4 000 Bauhaus-Gebäude noch immer renovierungsbedürftig. Es gibt Fenster, die aussehen, als würden sie Rost weinen. Kaputte Elektrokabel ranken sich an manchen Hauswänden wie Efeu. Um sich vor der Hitze zu schützen, haben viele ihre Balkone aus den Dreissigerjahren mit Lamellenjalousien aus Plastik zugebaut, man könnte auch sagen: verschandelt. Dazwischen finden sich strahlend renovierte Villen und Boutique-Hotels, schliesslich erlebt die Stadt einen Immobilienboom. Das Piepen rangierender Bagger ist ständig zu hören. Doch wer von Tel Aviv schwärmt, spricht wahrscheinlich trotzdem nicht von seiner Schönheit. Eher davon, wie lustig, hektisch, laut, herzlich und chaotisch es hier zugeht – die Partymetropole eben.

Tel Aviv ist heute eine flirrende Metropole am Meer.

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© The White City Center / Yael Schmidt

Max Liebling erbauten und vom Architekten Dov Karmi entworfenen Haus im internationalen Stil operiert künftig das White City Center (WCC). Die Institution wurde von der Stadtverwaltung Tel Aviv zusammen mit der deutschen Bundesregierung ins Leben gerufen, um das Bauhaus-Kulturerbe zu konservieren und zu fördern. Besucher finden hier künftig Informationen und Tour-Angebote zum Unesco-Welterbe Weisse Stadt. Ausserdem sind Ausstellungen, Lesungen und andere Kulturveranstaltungen geplant. Auch der Forschung und Weiterbildung rund um das Bauhaus wird sich das WCC widmen. Damit wird das neue Besucherzentrum zum offiziellen Bauhaus-Informationspunkt der Stadt.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.whitecitycenter.com

Die Weisse Stadt ist heute wieder ein Magnet für Besucher aus aller Welt.

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Das Bauprojekt Wannersmatt in Lyss (BE) ordnet sich harmonisch in die umgebende Landschaft ein.

NEUEN PLATZ SCHAFFEN VERDICHTETES BAUEN UND WERTERHALTUNG Interview mit Urs Nüesch und Yves Hohermuth von Freya Mohr

Die Schweiz ist flächenmässig klein. In den bereits dicht besiedelten Städten heisst es deshalb noch mehr verdichten und umnutzen. Auf dem Land hingegen geht es um Werterhaltung bestehender Strukturen. Im Interview erklären Urs Nüesch von Nüesch Partner Entwicklungen und Yves Hohermuth von Nüesch Partner Architekten, wie sie mit dieser Herausforderung umgehen.

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andreserven schonen und verdichtet bauen – das wünscht sich der Bund. In den Schweizer Agglomerationen, wo Wohnraum immer knapper wird, ist das auch meistens sinnvoll. Ein Architekturbüro, das sich in diesem Bereich auskennt, ist Nüesch Partner Architekten. In Horgen (ZH) hat das Büro einen neuen Gestaltungsplan lanciert, der genau das Thema aufgreift: In einem Areal mit geringer Ausnutzung planen die Architekten Mehrfamilienhäuser in verdichteter Bauweise mit geringem Fussabdruck und mit starkem Bezug zur Natur. Aber auch Umnutzung ist ein Thema, in Lyss (BE) wurde so eine ehemalige Sportin eine Wohnzone umgezont. Hier entstehen zwei niedrige Häuserzeilen, die sich durch ihre abgestufte Form in die Landschaft integrieren. Mit der Nachfolgeregelung und der Übergabe von Nüesch Partner Architekten an

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den Geschäftspartner Yves Hohermuth entstand zeitgleich das Schwesterunternehmen Nüesch Partner Entwicklungen, geführt von Urs Nüesch. Mit klar abgegrenzten Kompetenzen, aber gebündelten Kräften, können sich die beiden Unternehmen nun noch besser der Entwicklung und Planung von Wohn- und Gewerbe­ flächen widmen.

«Das zeigt, dass aufgrund der Lage eine Umnutzung durchaus sinnvoll sein kann.»

In den Städten wird Wohnraum immer knapper, und Miet- und Bodenpreise steigen. Für viele sind sie unbezahlbar. Wie stellen Sie sich als Architekten dieser Herausforderung? Urs Nüesch: Als Architekten haben wir nur begrenzte Möglichkeiten, das Preisniveau entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten. Grundsätzlich ist die Problematik bei den Investoren und was die für die Vermietung als Rendite berechnen. Auf der anderen Seite ist es immer eine Angelegenheit von Angebot und Nachfrage. Yves Hohermuth: Da wir die zurzeit steigenden Landkosten nicht beeinflussen können, müssen wir versuchen, Projekte zu entwickeln, welche mittels gutem architektonischen Konzept in der Attraktivität punkten und sich so von der Masse abheben. Oder man zielt eine verdichtete Bauweise mittels Gestaltungsplan an und wirkt so mittels höherer Renditen den hohen Landkosten entgegen.


ARCHITEKTUR

Verdichtung ist ein Lösungsansatz. Auch die Umnutzung von Industriegebieten in Wohngebiete spielt bei der Entwicklung urbaner Räume eine Rolle. Wie stehen Sie als Experten diesen Konzepten gegenüber? Urs Nüesch: Das verdichtete Bauen ist ein wesentlicher Punkt in den Ballungsgebieten der Schweiz, der unbedingt umgesetzt werden muss. Es ist sehr wichtig, dass die Bebauung nicht weitere Landressourcen um die Stadt belegt. Es ist vom Gesetzgeber gefordert, dies entsprechend umzusetzen. Yves Hohermuth: Aktuell besteht tendenziell ein Überangebot an Geschäftsliegenschaften, weshalb es Sinn macht, einige davon in Wohnraum umzunutzen. Natürlich muss man dabei insbesondere das Umfeld beachten: Ist ein Wohnumfeld vorhanden? Oder befindet sich die Liegenschaft mitten in einer Industriezone, wo eine Umnutzung dadurch weniger Sinn macht. Aber gerade im urbanen Raum, wo sich die Industrie immer weiter nach aussen verlagert, sind heute viele alte Gewerbeliegenschaften im Zentrum für eine Wohnnutzung attraktiv geworden. Können Sie mir hier ein konkretes Beispiel nennen? Im Moment bearbeiten wir zwei Projekte, bei denen eine Transformation im Vordergrund steht. Das eine ist die Umnutzung einer Gewerbeliegenschaft in St. Gallen, bei welcher 54 Studentenwohnungen realisiert

Yves Hohermuth ist Inhaber und Geschäftsführer von Nüesch Partner Architekten.

werden. Eine weitere Umnutzung ist mittels eines Gestaltungsplanes in Lyss realisiert worden. Auf einer ehemaligen Sportzone wurde in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein Richtprojekt ausgearbeitet, auf welchem dann der Gestaltungsplan als Grundlage für die Umzonung in eine Wohnzone erfolgt ist. Das zeigt, dass aufgrund der Lage eine Umnutzung durchaus sinnvoll sein kann. Urs Nüesch: Es ist schliesslich marktgebend, dass diese bestehenden, brachliegenden Ressourcen neu genutzt werden. Eine Umnutzung in Wohnzonen ist sicherlich anzudenken, aber nicht unbedingt die einzige Lösung. Wir brauchen Gewerbeund Industriegebiete damit auch in Zukunft

Urs Nüesch ist Inhaber von Nüesch Partner Entwicklungen und Gründer von Nüesch Partner Architekten.

KMU in der Schweiz einen Platz finden. Alles in Wohnzonen umzuzonen ist also langfristig gesehen kontraproduktiv. Auf der anderen Seite gibt es die ländlichen Regionen, wie Graubünden, die von Landflucht geprägt sind. Können Sie dem als Architekten entgegenwirken und Dörfer mit städtebaulichen Zeichen wiederbeleben? Im grossstädtischen Raum sollte die Verdichtung Vorrang gegenüber übertriebener Heimatschutz-Forderungen haben. Im ländlich-kulturhistorischen Raum ist Denkmal- und Heimatschutz eher angebracht. Dies verkörpert die alten Werte der Vergangenheit besser. Wir müssen dort die schönen, alten Häuser restaurieren und ihnen wieder einen Zweck zuführen – für Wohnen, aber auch für Ferien. Dabei ist es wichtig, dass man in ländlichen Regionen nicht nur Neubauten errichtet, sondern die alte Substanz wieder in den Vordergrund kommt. Schliesslich ist diese ja der Grund, aus dem man in den Ferien in die Berge geht. Können Sie diese Werterhaltung anhand eines Beispiels genauer ausführen? In Tinizong (GR) haben wir das mit alten Stallbauten gemacht. Wir haben diese rückgebaut – also Stück für Stück abgebaut, eine neue Fundation gemacht und dann wieder aufgebaut mit einem neuen Innenraum. Das sind Umbauten, die immer noch den Charakter der damaligen landwirtschaftlichen, ländlichen Gegend haben. Aber das ist natürlich nur machbar, wenn man entsprechende Investoren hat, die nicht die Rendite im Vordergrund sehen, sondern die Substanzerhaltung.

Ausgabe 03/2018 // Seite 69


ARCHITEKTUR

können. Sie hat auch das Netzwerk, um solche Projekte und Objekte zu lancieren.

In Tinizong (GR) entstanden in alten Stallgebäuden neue Wohnräume mit rustikalem Charakter.

Kommen wir zu einem anderen Thema: Infolge der Nachfolgeregelung hat sich das Architekturbüro geteilt in Nüesch Partner Architekten und Nüesch Partner Entwicklungen. Yves Hohermuth: Genau. Urs Nüesch hat Nüesch & Partner Architekten vor 35 Jahren gegründet, und mit der Übergabe gibt es eine Splittung in zwei Schwesterunternehmen. Urs Nüesch hat seine Nach­ folge­regelung schon relativ früh in Angriff genommen und mir nach zehn Jahren Planungszeit dieses Jahr das Architekturbüro übergeben. Mit Nüesch Partner Architekten sind wir überwiegend von der Projektentwicklung über die Baueingabe bis zur Ausführungsplanung tätig. Für die

Ausführung und Bauleitung haben wir kompetente Partner an der Hand. Und wofür ist Nüesch Partner Entwicklungen zuständig? Urs Nüesch: Die neue Ausrichtung von Nüesch Entwicklungen beruht auf meinem grossen Netzwerk und fokussiert die Entwicklung von neuen, grösseren Projekten. Diese basieren sehr viel auf Studienarbeiten, welche allerdings vielfach schlecht oder gar nicht honoriert werden. Für eine junge Unternehmung wie Nüesch Partner Architekten ist das immer eine finanzielle Herausforderung. Die Nüesch Partner Entwicklungen verfügt über die finanziellen Mittel, um über längere Zeit ohne Honorar arbeiten zu

Bei der Wohnbebauung in Horgen (ZH) bleibt der Charakter der vorhandenen Obstwiese bestehen.

Wie sieht in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen Nüesch Partner Architekten und Nüesch Partner Entwicklungen aus? Yves Hohermuth: Natürlich verfolgen wir weiterhin eine starke Zusammenarbeit. Diese ist beidseitig: Urs Nüesch vermittelt uns seine Projektentwicklungen für die Planung. Und umgekehrt ziehe ich Urs Nüesch für grössere und komplexere Entwicklungen von Grundstücken hinzu, bei welchen er seine Erfahrung und grosses Verhandlungsgeschick einsetzen kann. Urs Nüesch: Das ist vielleicht vergleichbar mit einem Vater, der sein Büro seinem Sohn übergibt. Es liegt mir natürlich am Herzen, dass das Architekturbüro weiterhin funktioniert und genügend Aufträge bekommt. In Fragen der Architektur kann ich Yves Hohermuth als Sparringpartner behilflich sein, und aus meinem Netzwerk kann ich ihm direkt Aufträge zuspielen. Gerade die Entwicklung von neuem Wohnraum birgt heute grosses Potenzial. Wie sehen Sie da als Experten in die Zukunft? Bei der Entwicklung von neuem Wohnraum ist es wichtig, dass wir eine gesunde Durchmischung von Wohnen und Arbeiten erreichen. Es kann nicht sein, dass wir nur Wohnsiedlungen bauen, ohne auch die entsprechenden KMU-Betriebe in der Nähe zu haben. Auch der Detailhandel, Schulen und Ärzte müssen vorhanden sein. Es muss eine Kommune entstehen, die für sich selber funktioniert. Wir können nicht nur Wohnsolitäre in die Landschaft setzen. Nachhaltigkeit ist nicht nur in der Bauökologie, sondern auch in der Siedlungsstruktur wichtig. Yves Hohermuth: In letzter Zeit hört man viel wegen Rückgang und Überhitzung. Eine gewisse Überhitzung zeichnet sich ab, auch aufgrund von den zu Beginn angesprochenen Grundstückpreisen, aber auch wegen der rückläufigen Zuwanderung und dem zunehmenden Wohnungsleerstand. Wir spüren tendenziell einen leichten Rückgang der Neubauprojekte, jedoch eine leichte Zunahme von Umbauprojekten. Es ist im Moment schwierig vorherzusehen, in welche Richtung es in Zukunft geht.

Nüesch Partner Architekten | Grabenwisstrasse 1 | CH-8604 Volketswil | Tel.+41 (0) 43 399 30 70 | info@nuesch-arch.ch | www.nuesch-arch.ch Nüesch Partner Entwicklungen | Cantung Bel 60 | CH-7453 Tinizong | Tel. +41 (0) 81 637 18 90 | info@nuesch-ent.ch | www.nuesch-ent.ch

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Von einer Ikone als Wahrzeichen der modernen Mobilität hin zu einem spannenden Beispiel für verdichtetes Wohnen – das Schlotterbeck-Areal.

AUF DIE QUALITÄT KOMMT ES AN VERDICHTUNGSSTRATEGIEN IN DER SCHWEIZ von Georg Lutz

Langsam, aber sicher baut sich der Handlungsdruck auf. Der Flächenfrass der letzten Jahre ist an Grenzen gestossen. Daher stellt sich die Frage nach Verdichtungskonzepten. Im folgenden Beitrag stellen wir drei Beispiele vor.

I

n den urbanen Zentren der Schweiz und ihrem Umfeld wird es enger. Zwischen Mitte der Achtzigerjahre und heute hat die Bevölkerung um weit mehr als eine Million Personen zugenommen. Gleichzeitig verbrauchen Frau und Herr Schweizer auch immer mehr Wohnfläche. Die Menschen wollen einerseits berechtigterweise bequem wohnen, ihre täglichen Bedürfnisse befriedigen und ihre Freizeit gestalten. Die modernen Klötzchen mit Garten und Garage sind andererseits das Sinnbild für den Flächenfrass in der Schweiz. Die Folgen überraschen nicht. Die Siedlungsfläche

Seite 72 // bauRUNDSCHAU

wächst und damit der Verbrauch der Landschaftsfläche. In den letzten Jahrzehnten entstanden Neubauten zu gut 90 Prozent auf Landwirtschaftsland. Die Siedlungsfläche dehnte sich schweizweit um fast 30 Prozent aus. Wie kann man nun beide zunächst sich widersprechenden Aspekte unter einen Hut bringen? Ein Lösungsstichwort könnte Qualität in der Verdichtung lauten. Zunächst strebt verdichtetes Bauen eine höhere Bevölkerungsdichte in einem Siedlungsgebiet an. Das ist zunächst ein rein

quantitatives Argument, welches qualitativ ergänzt werden muss. Es geht nicht um Verzicht, sondern um mehr Lebensqualität. Es braucht Verdichtung, die Lebensqualität erhält oder gar schafft und die soziale und funktionale Aspekte berücksichtigt. Hier gilt es, die Betroffenen und Akteure abzuholen. Daher ist auch die Forderung nach mehr Hochhäusern nur ein Lösungsansatz, der qualitativ gefüllt werden muss. Zudem sollte der Blick geweitet werden. Es geht nicht um eine Gebäudehülle oder ein Haus, sondern um ein ganzes Areal oder Quartier.


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Das reine Bauen auf der grünen Wiese ist aber eine raumplanerische Sackgasse.

Wohnen in den teuren urbanen Zentren wieder zu ermöglichen.

VERDICHTUNG MIT SOZIALEM ANSATZ

DAS SCHLOTTERBECK-AREAL

Das Zwicky-Areal in Zürich ist nicht gerade eine attraktive Fläche. Auf den ersten Blick ist es ein verkehrsumtostes ehemaliges Gewerbeareal. Im Rahmen von Verdichtungsstrategien gilt es aber, genau solche Flächen im Auge zu haben. Zudem kann man sozialpolitische Zeichen setzen. Mit der Wohnsiedlung «Zwicky Süd» stellte die Genossenschaft «Kraftwerk 1» auf dem Gelände der ehemaligen Spinnerei Zwicky am Ufer der Glatt in Dübendorf ZH unter Beweis, dass neben der Energieeffizienz und dem partizipativen Planungsansatz noch mehr möglich ist: Inklusion und Solidarität – über Nationen, Lebensformen und soziale Schichten hinweg. Die Integration der unterschiedlichen Herausforderungen ist hier gelungen. Der genossenschaftliche Ansatz puffert hier die normale Hektik des Wohnungsmarktes weg. Solche Beispiele können zudem dazu dienen, jungen Familien das

Die Garage Schlotterbeck war schon bei ihrer Eröffnung 1951 mehr als nur eine Autowerkstatt. Sie war ein Symbol der Moderne – des mobilen individuellen Lebens­stils. Entworfen von den Basler Architekten Hans Rudolf Suter und Peter Suter, setzte sie dem gerade so richtig in Fahrt kommenden Mobilitätszeitalter ein (heute geschütztes) Denkmal. Und sie schaffte es – ein Novum für eine Garage – in die Bände der «Baukultur in Zürich». Heute wird hier an einer neuen Ära gearbeitet. Es geht nicht um die einfache, aber fantasielose Variante von Abriss und Neubau, sondern um eine spannende Sanierung, in der das Thema Verdichtung eine zentrale Rolle spielt. Wo einst die DesignIkone DS von Citroën, auch «Die Göttin» genannt, im Ausstellungsraum für Furore sorgte, entsteht urbaner Wohnraum, der eine Brücke schlägt zwischen Herkunft und Zukunft.

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ARCHITEKTUR

© Kraftwerk1

Der denkmalgeschützte Bau des Schlotter­ beck-Areals wird von giuliani.hönger architekten mit Sorgfalt in die Gegenwart überführt. Die Architektur spielt dabei bewusst mit den feinen Differenzen zwischen Neubau und Umbau und zitiert die Vergangenheit in vielen raffinierten Details. So nimmt die Beleuchtung der Korridore das Thema der Werkhalle auf – genauso wie die Wahl der Bodenbeläge. Zahlreiche Merkmale der Industriearchitektur werden erhalten wie die variablen Raumhöhen, die roh belassenen Betondecken oder die Pilzstützen. Eine Besonderheit des Gebäudes ist die Rampe, die sich wie eine Doppelhelix emporwindet und zum Abstellen von Velos umgenutzt wird. An diesem Punkt geben sich die Mobilitätskonzepte von gestern und heute die Hand.

VERDICHTUNG IN DER AGGLOMERATION

© Christian Hartmann

Erfolgreiche Verdichtungskonzepte bringen Quantität und Qualität zusammen – auch im Zwicky-Areal.

Auch in der weiteren Umgebung der Zentren denkt man an das Thema Verdichtung. So lautete eine Veranstaltung Ende Mai 2018 in Nidwalden wie folgt: «Nidwalden gestalten. Eine städtebauliche Herausforderung». Es war auch hier unbestritten, dass nur durch bauliche Verdichtung nach innen die drohende Zersiedelung zu stoppen ist. Wie fast überall denken die meisten Nidwaldnerinnen und Nidwaldner beim Thema Wohnen immer noch an das eigene Haus mit Garten. Man schätzt einerseits die urbanen Vorteile der Region, will die Vorstellungen vom ländlichen Kanton aber nicht aufgeben. Diese Spannung zeigt sich zugespitzt, wenn es um Verdichtungsprojekte geht. Die Menschen wollen aber keine Vorschriften, die Bilder von engen Räumen mit vielen Personen in den Köpfen entstehen lassen. Bei der Verdichtung gilt es, die Qualität des Bestehenden zu verbessern. Je höher die Dichte, desto höher entwickelt sich der Anspruch auf qualitative Aspekte.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU.

Nidwalden gestalten – eine städtebauliche Herausforderung. Verdichtetes Bauen im Zentrum von Stans.

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www.schlotterbeck-areal.ch www.kraftwerk1.ch www.nidwaldner-museum.ch


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BIM praxisorientiert einsetzen.

AUF DEM PRรœFSTAND BIM IM PRAXISTEST von Georg Lutz

BIM (Building Information Modeling) ist heute ein Schlagwort, welches auf Fachkonferenzen, Seminaren und Messen nicht fehlen darf. Nur, wie sieht es mit dem Trendwort in der Praxis aus? Kรถnnen die theoretischen Versprechungen in der Praxis auch umgesetzt werden? Wir haben uns bei Projektleitern der Gruner Gruppe umgehรถrt. Seite 76 // bauRUNDSCHAU


ARCHITEKTUR

«BIM to field» beinhaltet folglich nicht nur das Anschauen eines digitalen Plans auf der Baustelle, sondern die korrekte Umsetzung der Pläne mit digitalen Hilfsmitteln. «BIM to field» unter­stützt damit die Qualitätssicherung und steigert die Prozesseffizienz eines gesamten Bauausführungsteams. Heutige Baustellen benötigen immer mehr und schneller Informationen, und mit jedem Tag im Baufortschritt fallen neue Daten an. Das Ziel von «BIM to field» ist, diese strukturiert zu erfassen und allen Beteiligten schnell und in einer hohen Qualität zur Verfügung zu stellen. Dazu kommt in der Gruner Gruppe vor allem das Bauleitungs- oder «BIM 360TM Field»-Tool von Autodesk zum Einsatz. Mittelfristig werden die Daten, die bei «BIM to field» anfallen, mit anderen Datenplattformen, beispielsweise einem Projektmanagement-Tool, synchronisiert.

KONKRETE VORTEILE «BIM to field» wird bei Gruner bereits seit einiger Zeit bei verschiedenen Projekten eingesetzt. Mario Gähwiler, Bauleiter bei Gruner Wepf AG, St. Gallen, ist einer der Projekt­ leiter. Wie hat seine Arbeit sich dadurch verändert und wo sieht er Vor- und Nachteile? Mario Gähwiler arbeitet seit Februar 2018 mit dem Tool «BIM 360TM Field» von Autodesk. Mit dem Tool ist es möglich, Daten zu einem Projekt auf einem Tablet direkt auf der Baustelle zur Verfügung zu haben und zu verwalten. Es unterstützt ihn und seine Kolleginnen und Kollegen folglich in der Bauleitung und im Reporting. Die Akteure können auf die aktuellsten Dokumente und Daten zugreifen. Der Projekt­leiter lädt Daten und Dokumente wie Pläne, Adresslisten oder das Leistungsverzeichnis direkt im Tool hoch. Alle berechtigten Personen erhalten automatisch eine E-Mail, dass eine neue Version verfügbar ist.

W

er bei Gruner nach BIM frägt, stösst auf offene Ohren. Das Thema ist in diesem Unternehmen aus den wissenschaftlichen Fach­ artikeln und Internetplattformen in der Planung und auf der Baustelle angekommen. Bei Gruner wird der Begriff «BIM to field» verwendet, das heisst, dass die Experten die digitalen Informationen und Daten, die bei der Planung erarbeitet wurden, direkt auf der Baustelle nutzen und bearbeiten können.

Das Tool bietet aber weit mehr, als Daten darzustellen. Es ist auch ein zeitsparendes Hilfsmittel. Der jeweilige Polier und Mario Gähwiler nutzen dasselbe Baujournal im Tool, in dem sie auch Personalstunden eintragen können. Die Fotos für das Baujournal werden direkt mit dem Tablet aufgenommen, entsprechend dem Bauteil benannt und im Journal hinterlegt. Die Fotos kann der Projektleiter nach Namen filtern und bekommt so innert Sekunden eine Auflistung aller Fotos zu einem Bauteil. «Das ist schon eine echte Erleichterung», betont Mario Gähwiler.

Wie können die Vorteile in wenigen Sätzen zusammengefasst werden? «Die grössten Vorteile sind, dass man alles schnell, übersichtlich und in aktueller Form zur Hand hat, was auf der Baustelle benötigt wird. Das vereinfacht die Zusammenarbeit spürbar. Zudem reduziert es den administrativen Aufwand, da das zeitraubende Übertragen von Handnotizen wegfällt.»

NOCH BESTEHENDE HÜRDEN Wer die positiven Seiten betont, muss auch die Begrenzungen und Herausforderungen für die Zukunft thematisieren. Hier erwähnt Mario Gähwiler zwei Beispiele.

BIM-RAUM BEI GRUNER Mit dem Projekt «Digitale Entwicklung» und den BIM-Räumen der Gruner Gruneko AG, Gruner Roschi AG und Gruner AG, Sparte Generalplanung, ist die Gruner Gruppe erfolgreich in die Digitalisierung gestartet. Der BIMRaum unterstützt mit seiner modernen technischen Infrastruktur eine optimale Zusammenarbeit im Rahmen von BIM-Projekten. Aktuell bearbeiten die Gruner-Experten mit BIM Projekte wie zum Beispiel Swiss Life KMPG und Ypsomed Novum. Zudem testen Mitarbeitende im BIM-Raum die Software und reichern die Datenbank mit Information an. Von der technischen Infrastruktur profitieren auch traditionelle Besprechungen, gerade was die digitale Präsentation von Dokumenten anbelangt. BIM und der BIM-Raum werden praxisorientiert eingesetzt, um Erfahrungen in unterschiedlichen Projekten und Anforderungen zu sammeln. Die Softwarelandschaft ist sehr dynamisch. Im Fokus stehen die Fragen: Wo sind die kritischen Punkte in der Anwendung? Welches sind die Stärken und Schwächen der Software? In welchen Bereichen ist die Schulung der Mitarbeitenden sinnvoll? Das BIMTeam trifft sich regelmässig zu ICE-Sessions, welche der modell­ basierten, transdisziplinären Koordination im Planungsteam dienen. Die Visualisierung via Wand- und TischTouchscreen ermöglicht den unmittelbaren Informationsaustausch im Team und optimiert so die Zusammenarbeit an BIM-Projekten.

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ARCHITEKTUR

ICE-Sessions bei Gruner in modernen BIM-Räumen.

«Die Checklisten können leider nur für einfache Bauteile verwendet werden. Für komplexere Bauteile mit vielen Details, wie beispielsweise ein Bohrprotokoll, reicht die doch sehr einfach gehaltene Darstellung nicht. Hier arbeiten wir weiterhin mit Excel-

KERNKOMPETENZEN Die Gruner Gruppe verfügt als Ingenieurund Planungsunternehmen über ein Dienstleistungsangebot für private und öffentliche Bauherren. In den Bereichen Generalplanung, Gebäudetechnik, Infrastruktur, Konstruktion, Energie, Brandschutz, Umwelt und Sicherheit berät und unterstützt sie ihre Kunden von der strategischen Planung bis zur Inbetriebnahme von Gebäuden und Infrastruktur. Bei Ingenieurmethoden und der Anwendung digitaler Verfahren setzt die Gruner Gruppe Massstäbe und entwickelt sich stetig weiter. Ihre Erfahrung und Kompetenz setzen die Firmen der Gruner Gruppe bei Projekten in der Schweiz und international ein.

Listen.» Die Schwierigkeiten lauern oft im Detail, haben aber grosse Auswirkungen. «Verschiedene Berechtigungsstufen wären für einzelne User nützlich. Wir verzichten beispielsweise aktuell darauf, die Aufgabenliste im Tool zu führen, obwohl es im Vergleich zur herkömmlichen ExcelListe eine Erleichterung wäre. Da der Bauherr aber auf die Pendenzenliste Zugriff haben muss und diese im Tool nicht separiert für ihn freigegeben werden kann, verzichten wir darauf.» Bis vor Kurzem war die direkte Synchronisation mit den Datenablagen und Systemen auf dem Computer nicht möglich. Inzwischen ist es via Autodesk möglich, Daten lokal oder in die Clouds zu transferieren. Der automatischen Synchronisation der Daten im Gruner-System steht so nichts mehr im Wege. Auf Seiten der Bauherrschaft ist das Interesse unterschiedlich hoch, einige Bauherren haben keine oder nur geringe Kenntnisse über BIM. Es gilt, noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Senkung der Kosten kann hier ein Hebel sein. Es

geht beim Thema BIM weniger um die direkten Kosten. Aller­dings ist absehbar, dass die Effizienz merklich ansteigt, da weniger administrativer Aufwand wie das Übertragen von Handnotizen anfällt. Es ist weniger Abstimmung nötig, da alle Beteiligten immer die aktuellen Daten zur Verfügung haben – das senkt auch das Fehlerrisiko. Schlussendlich wirken sich diese Faktoren sicher positiv auf die Projektkosten aus – wenn nicht direkt, dann zumindest indirekt mit dem Verhindern von Folgekosten.

PROJEKTE IN DER PRAXIS Last but not least stellt sich die Frage, wo «BIM to field» von der Gruner Gruppe schon eingesetzt wurde. Autodesk «BIM 360 TM Field» wird unter anderem in den Sparten Generalplanung beim Neubau Kinderspital in Zürich, im Infrastrukturbau bei St. Gallen West-Ost Brücke Schiessplatz und Wasser­ versorgung Hausen am Albis, in der Gebäudetechnik beim Projekt Ypsomed und SBG Schönburg in Bern zur Anwendung kommen. Der Einsatz von «BIM 360TM Field» nimmt in der Gruner Gruppe stark zu und zeigt den Erfolg des Tools.

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Schweizer BIM Kongress 2018

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8. und 9. November 2018 im Congress Center Basel Highlights • Inspirierende Keynotes zu Disruption, Innovation und Technologie • Hochkarätige Diskussionen mit Meinungsführern aus Wirtschaft und Politik • Arc-Award BIM – Auszeichnung der besten Schweizer BIM-Projekte • Swiss BIM Learnings zu Praxishilfen, Bildung und Innovation • Best Practice Live – Einblick in führende BIM Projekte • Ausstellung mit digitalen Produkten und Lösungen

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Das Symposium am 8. November wird simultan ins Französische übersetzt.

Programm und Anmeldung: www.bim-kongress.ch

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Innovationen an der Messe in Basel – auch beim BIM Kongress.

IM ZEICHEN VON BIM DER KONGRESS ZUR DIGITALISIERUNG DER BAU- UND IMMOBILIENBRANCHE von Dr. Andrea Leu und Fabian Cortesi

Am 8. und 9. November 2018 findet im Congress Center Basel zum dritten Mal der Schweizer BIM Kongress statt. Die Veranstaltung, die von Bauen digital Schweiz und der Swissbau organisiert wird, ist die massgebende Veranstaltung zur digitalen Transformation in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft und der jährliche Treffpunkt aller EntscheidungsträgerInnen, FachexpertInnen und AnwenderInnen.

A

m ersten Tag der zweitägigen Veranstaltung findet das Symposium mit dem Arc-Award BIM statt, wo EntscheidungsträgerInnen aus Wirtschaft und Politik gemeinsam die nächsten Schritte in der Digitalisierung der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft definieren und ihre Visionen darlegen sowie einen exklusiven Einblick in die Geschäftsmodelle der Zukunft gewähren. Die Erkenntnisse werden in hochkarätigen Podiumsdiskussionen mit den Meinungsführern aus Wirtschaft und Politik kontrovers diskutiert. Einige bekannte Personen haben bereits zugesagt: Petra Gössi, Präsidentin FDP; Marianne Janik, CEO Microsoft Schweiz; Alexander Muhm, Leiter Development SBB Immobilien; Markus Weber, Präsident Bauen digital Schweiz; und viele weitere.

menarbeit mit Bauen digital Schweiz im Rahmen des Schweizer BIM-Kongresses vergeben. Man darf gespannt sein! Die Ausschreibung läuft – reichen Sie bis zum 10. August 2018 Ihre Architekturprojekte ein.

ARC-AWARD BIM

EXKLUSIVER EINBLICK IN FÜHRENDE BIM-PROJEKTE

Der Arc-Award BIM prämiert die besten BIM-Projekte der Schweiz. Der Preis wird dieses Jahr zum dritten Mal von der Schweizer Baudokumentation in Zusam-

Seite 80 // bauRUNDSCHAU

DAS BIM CAMP Im BIM Camp am zweiten Tag steht BIM als Anwendungsmethode im Fokus, und die relevanten Fragestellungen werden aus Sicht der Praxis vertieft. Das BIM Camp findet als neuartiges, offenes Veranstaltungsformat statt, das zum Austausch und zur Vernetzung anregt. Das BIM Camp umfasst drei parallele Sessions in drei Räumen – mit Live-Vorführungen, Workshops und Kurzvorträgen. Besucher bewegen sich frei zwischen Veranstaltungsräumen und Ausstellung.

Fachleute führen an realen Projekten live vor, wie sie heute arbeiten, und zeigen den Anwendern die Chancen und Her-

ausforderungen in der Praxis. Dabei steht die Collaboration der Projektpartner in realen Projekten im Vordergrund – mit führenden BIM-Projekten aus Planung, Bau sowie Nutzung & Betrieb. Hier erleben die Besucherinnen und Besucher exklusive Einblicke in führende BIMProjekte.

SWISS BIM LEARNINGS Die Swiss BIM Learnings bieten aktuelle Informationen zu den brennenden Fragen der Anwender. Folgende Themen stehen im Fokus: 1. Welche Instrumente und Prozesse helfen, die digitale Transformation im Alltag erfolgreich umzusetzen? 2. Welche Kompetenzen sind notwendig, um im Zeitalter der Digitalisierung erfolgreich zu sein? 3. Wie gelingt der Change-Prozess im Unternehmen und welches sind die neuen Geschäftsmodelle? 4. Wie schaffen wir es, die Zusammen­ arbeit zu fördern und die Transformation mit Innovationen zu beschleunigen?


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Real Estate, Kaulquappe, Laufen, Leica, Lignatur, Neilsoft, Olmero und revizto. Der Schweizer BIM Kongress 2018 räumt viel Raum für Networking sowie den Besuch der Ausstellung ein und ist der Treffpunkt des «Who’s who» der Schweizer Bau- und Immobilienbranche.

DR. ANDREA LEU Co-Geschäftsführerin von Bauen digital Schweiz. Die Digitalisierung am Bau bringt alte und neue Materialien zusammen.

DIGITALE PRODUKTE UND LÖSUNGEN DER PARTNER In der dritten Session präsentieren die Partner des Schweizer BIM Kongress 2018 in Kurzvorträgen ihre neuen Produkte und Lösungen. Beide Veranstaltungstage werden von einer ganztägigen Ausstellung begleitet. Die Partner des Kongresses präsentieren

aktuelle digitale Technologien, Produkte und Lösungen und beantworten die Fragen der Besucher. Bereits zugesagt haben: Losinger Marazzi als Main Partner sowie Alpiq, Burckhardt + Partner, Mensch + Maschine und SBB als Goldpartner. Weitere Partner sind Amberg Group, Dalux, esri suisse, Hegias, Hochschule Luzern, HRS

www.bim-kongress.ch www.arc-award.ch

FABIAN CORTESI Inhalte und Kommunikation Schweizer BIM Kongress. www.bim-kongress.ch www.ieu.ch

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Ein Haus am See mit bezaubernden Stimmungen.

«DAS FRITZ» – RESTAURANT, BAR UND BÜHNE EINZIGARTIGE LANDSCHAFTS- UND LICHTSZENARIEN von Georg Lutz

Die Aussicht ist atemberaubend, das Licht unterstreicht die Architektursprache der Gürtel aus Schilfgras, Holzsteg und Marina, dahinter Wellen bis zum Horizont… Wasser. Licht und Architektur können einen sehr spannenden Dreiklang sein – insbesondere dann, wenn noch ein stimmungsvoller Sonnenuntergang dazukommt. Das folgende Beispiel am Neusiedlersee in Österreich belegt es.

E

in Grundstück direkt am See. Ein Ort wie gemacht, um den Blick auf das Wasser zu unterschiedlichen Jahresund Tageszeiten zu geniessen. Und zwar von Österreichs neuer Restaurant- und Eventlocation «Das Fritz» in Weiden am Neusiedlersee aus – bestückt mit Leuchten, die sich als spannende Kombination in Landschaft und Architektur integrieren.

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Im Eingangsbereich stimmt eine OutdoorLeuchte die Gäste durch ihren PeriskopLook perfekt auf die maritime Umgebung des Hauses ein. Auf der 500 Quadratmeter grossen Terrassenlandschaft sorgt eine Bodeneinbauleuchte für ein blendfreies, indirektes Licht, das den Besuchern auch abends Privatsphäre bietet. Das 300 Quadratmeter grosse Restaurant wird von mehr

als 60 Innen-Leuchten illuminiert. Diese Aufbau- und Einbauleuchten sind, als eine von den Architekten gewünschte Sonderlösung, verbaut: Die Reflektoren wurden, passend zur Wandfarbe, in einem Goldton lackiert.

ATMOSPHÄRE FÜR SZENARIEN Das Herzstück des «Fritz» ist jedoch ohne Frage der 650 Quadratmeter grosse Event-


© Rainer Schoditsch

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bereich, das sogenannte «Oberdeck». Hier können die Gäste Österreichs erstes «Light over Time»-(LoT)-Projekt erleben. 18 LoTStrahler (Design: Tapio Rosenius) schaffen einen lichttechnischen Erlebnisbereich, der gemäss der Philosophie des Licht­ anbieters «The Human Light» für das Wohlbefinden der Gäste in ganz unterschiedlichen Event-Situationen und Settings sorgt. LoT ist nicht nur das erste Software-Produkt aus dem Hause Artemide, sondern mit seinem Funktionsprinzip eines Strahlers als Universalprojektor

Atmosphärische Erlebnisse durch Licht realisieren.

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ÖKOLOGISCHE UND TECHNISCHE HIGHLIGHTS Innovation und Nachhaltigkeit gehen bei diesem Projekt harmonisch Hand in Hand. Mitten im Naturschutzgebiet liegend, das nebenbei auch Weltkulturerbe ist, knüpfen das begrünte Dach und die Fassade aus Schilf bewusst an regional vorherrschende Baustoffe an. Das vielfältige Leuchtenspektrum mit LoT als lichttechnischem Highlight setzt neue technische Standards in der kreativen Beleuchtung.

© Rainer Schoditsch

© Rainer Schoditsch

bahnbrechend für kreatives Licht. Die intuitiv per Tablet zu bedienende Software schafft einen beispiellos einfachen Zugang zu höchst komplexem Lichtverhalten. Änderungen und Modifikationen der Lichtfarbe, Strahlenintensität, Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit und des Wirkungsgrades können programmiert, gespeichert und in Echtzeit in der Vorschau abgerufen werden. Die Betreiber des «Fritz» haben ihren Anforderungen entsprechend vier Haupt­s zenarien erstellt: Hochzeit, Vortrag, Konzert und Lesung.

Das komplexe Lichtverhalten kann sich auf unterschiedliche Events einstellen.

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So ergänzen sich einzigartige Landschaftsund Lichtszenarien an diesem besonderen Standort zu einem optischen Gesamt­ erlebnis für die Besucher.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.dasfritz.at www.artemide.de


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Gebäudeautomation und Smart-Home-Techniken finden vermehrt Einzug in unsere Gebäude – das gilt genauso für Eigenheime wie auch für grosse Gebäudekomplexe. Heutzutage lassen sich bereits die verschiedensten technischen Geräte untereinander vernetzen und integrieren; das reicht von einer intelligenten Lichtsteuerung bis hin zur automatisierten Heizung. Trotzdem gibt es immer noch Herausforderungen bei der Kompatibilität der einzelnen Systeme und Anbieter. Auf den nächsten Seiten stellen wir Anwendungsfelder für intelligente Steuerungssysteme vor, aber auch den weltweiten Standard BACnet – denn für einen effizienten Betrieb braucht es eine einheitliche Sprache.


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Moderne Gebäude werden immer intelligenter, vernetzter und integrierter. Die Gebäudeautomation dient dabei als zentrale Informationsdrehscheibe zwischen den technischen Ausrüstungen. Zur Gewährleistung eines effizienten Betriebs benötigt es eine einheitliche Sprache und genormte Funktionen. Der weltweite Standard BACnet erfüllt diese Anforderungen.

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UMWELT & TECHNIK

miteinander auf dem gleichen Niveau kommunizieren, Informationen austauschen und voneinander profitieren. Bei vielen historisch gewachsenen Anlagen ist dies jedoch nicht der Fall. Deswegen ist es wichtig, dass Projektverantwortliche sich bewusst werden, wohin der Weg führen soll, sowohl bei der Erneuerung einer Anlage wie auch bei Neubauten.

WARUM BACNET

D

ie Vorteile von Standards sind unbestritten: Sie bringen hohe Investitionssicherheit und garantieren Flexibilität und Unabhängigkeit. Damit die Gebäudeautomation (GA) effizient arbeiten kann, ist sie auf eine einheitliche Sprache für alle Ausrüstungen und genormte Funktionen angewiesen. BACnet (Building Automation and Control Network) ist eine solche Sprache. Dank ihr können heterogene Systeme wie Heizung, Kühlung, Beleuchtung, Storensteuerung und weitere Gewerke

BACnet als GA-Kommunikationsprotokoll empfiehlt sich in erster Linie, weil es herstellerunabhängig ist und weltweit über eine grosse Marktdurchdringung verfügt. Zudem ist es aufgrund seiner Transparenz eine sichere und solide Investition. In der Praxis bietet es den Vorteil, gegenüber anderen Systemen mehr Intelligenz und mehr Informationen auf der Automationsebene anzubieten. Diese Intelligenz steckt in sogenannten Objekten und Funktionen, die durch den Standard vorgegeben sind. Diese erhöhte Komplexität erfordert bei Grossprojekten einen Bauplan, der Vereinbarungen und Vorgaben beinhaltet. Deshalb wird das entsprechende Know-how benötigt, um klare Vorgaben zu erstellen. Ein Beispiel für eine BACnet-Anwendung ist der Flughafen Zürich. Dort stehen 6 000 Anlagen der Gebäudetechnik, die auf 70 Gebäude verteilt sind. Die Anlagen werden 24 Stunden pro Tag und 365 Tage pro Jahr überwacht. Bei derartigen Anforderungen wurde dort für Neubauten wie auch Sanierungsprojekte auf das Netzwerkprotokoll gesetzt. Christoph Bosch, Leiter Engineering Elektro am Flughafen Zürich, nannte als wichtige Vorteile die Interoperabilität des Systems und die Herstellerneutralität.

EIN LEITFADEN FÜR BACNET Jedoch tauchen immer noch viele Fragen und Unsicherheiten im Hinblick auf das BACnet-Protokoll auf, und man muss sich die Frage stellen, warum es noch Aufklärung seitens der Hersteller braucht. BACnet ist komplex, weil es zwar eine einheitliche Sprache ist, diese aber in verschiedenen Dialekten gesprochen wird. Dies führt in der Praxis manchmal zu technischen Schwierigkeiten, insbesondere in komplexen Gebäuden. Deswegen entschieden sich diverse Bauherren und Betreiber von Gebäuden, in Zusammenarbeit mit der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschafts­ organe der öffentlichen Bauherren (KBOB) ein Dokument zur Hilfestellung zu erarbeiten. Daraus entstand im Jahr 2017 die «KBOBEmpfehlung BACnet-Anwendung», eine Unterstützung für Bauherren, die BACnet einsetzen wollen. Es informiert Investoren, Entscheider, Gebäudebetreiber und Spezialisten der Branche über den Nutzen und die Vorteile des Standards BACnet. Jeder Kunde kann selber entscheiden, inwiefern er diese Empfehlungen umsetzen will. Das Dokument ist in erster Linie auf Ausschreibungen von Bauherren ausgerichtet. Technische Erläuterungen und allgemeine Formulierungen sind daher auch entsprechend gestaltet. Zum generellen Verständnis des Dokuments sind aber gewisse BACnet-Kenntnisse zwingend. Ohne diese ist nur schwer nachvollziehbar, warum gewisse Anforderungen formuliert wurden und wie sich diese auswirken. Zudem gibt das Dokument bewusst nur wenig theoretische Erläuterungen zu BACnet.

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60 Teilnehmer besuchten das Einführungsseminar im Mai 2018.

am 30. Mai 2018 ein Einführungsseminar für Bauherren und Spezialisten der Branche organisiert. Massgeblich beteiligt an den GNI-BACnet-Kursen war Ruedi Brunner, Sektionsleiter Systeme und Technischer Support der ETH Zürich.

Ruedi Brunner erklärt das BACnet-Protokoll.

SEMINARE ZUM NETZWERKPROTOKOLL Aus diesem Grund organisierte KBOB zusammen mit der Gebäude Netzwerk Initiative (GNI) eine Schulungsserie zum Thema BACnet. Seit ihrer Gründung vor über 20 Jahren setzt sich die GNI für die Verwendung von Standards in der Gebäude­ automation ein. Im Rahmen der Schulungen will der Verband auf den Standard BACnet aufmerksam und gleichzeitig die im Februar 2017 publizierte KBOB-Empfehlung bekannt machen. Als erster Schritt wurde

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Das Seminar informierte Investoren, Entscheider, Gebäudebetreiber und Spezialisten der Branche über den Nutzen und die Vorteile des Standards BACnet. Ausserdem wurden die wichtigen Inhalte der KBOB-Empfehlung vorgestellt sowie der Leitfaden, der zur Ergänzung dieses Werkes erstellt wurde. Das Publikum bekam eine Erklärung, wie die Dokumente miteinander verknüpft sind und wie man sinnvoll damit arbeiten kann. Sie gewannen neue Einblicke über BACnet und konnten von aufschlussreichen Erläuterungen profitieren, zum Beispiel wie Funktionen der Gebäudeautomation von Grund auf im System hinterlegt sind. Dies erübrigt Programmierungs- oder Parametrierungsaufgaben. Insgesamt begrüssten die Seminarteilnehmer die Initiative, diese Informationstagung zu organisieren. Aufgrund der positiven Reaktionen der Teilnehmer wird das Einführungsseminar nochmals wiederholt. Zuvor aber plant die Gebäude Netzwerk Initiative weitere Kursmodule: einen Kurs für Planer und einen Kurs für Integratoren.

KURS BACNET FÜR PLANER UND BAUHERREN KBOB / BACnet-Vertiefungskurs beschreibt den Ablauf eines BACnetProjektes im Detail, je nach Komplexität des Gebäudes. Als Basis dient die KBOB-Empfehlung. Der Kurs beantwortet für Planer und Bauherr wichtige Fragen, wie: Was mache ich in jeder Projektphase? Welche Tools brauche ich? Die GNI bietet zwei Kursdaten an: Termin: Dienstag, 11. September, 9 bis 17 Uhr Ort: Viscom Engineering, Affoltern am Albis Termin: Donnerstag, 18. Oktober, 9 bis 17 Uhr Ort: Flughafen Zürich Anmeldung: www.g-n-i.ch/de/ seminare-events/gni-seminare

PIERRE SCHOEFFEL ist Leiter der Geschäftsstelle GNI Gebäude Netzwerk Initiative. www.g-n-i.ch


Vier Mythen über Elektroschrott

Mythos 1 Unser E-Schrott landet sowieso in Afrika

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–> Und die ganze Wahrheit

SENS eRecycling ist eine unabhängige, neutrale und nicht gewinnorientierte Stiftung. Sie betreibt erfolgreich ein gesamtschweizerisches Rücknahmesystem für elektrische und elektronische Geräte. Die Leistungen im eRecycling-Kreislauf – das heisst Sammlung, Logistik und Recycling der Elektrogeräte – werden über die vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) finanziert.

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Mythos 3 Sammeln oder nicht – das macht keinen Unterschied

85

%

eines Elektrogeräts sind wiederverwendbar

Mythos 2 Schrott ist Schrott – und als solcher wertlos

kg

Durchschnittliche Menge an Elektroschrott pro Einwohner der Schweiz im Jahr

Mythos 4 Die vRG sichert jede Entsorgung

%

der in der Schweiz gekauften Elektromaterialien werden in der Schweiz recycelt

Wer die vRG umgeht, belastet das System auf Kosten der Allgemeinheit

Sie können etwas tun Sende eine SMS mit dem Text «vRG» an die 488 und zahle fünf Franken vRG. Mehr Informationen unter erecycling.ch


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OPTIMIERUNG DURCH INVERTERTECHNIK DIE NEUESTE GENERATION VON LUFT / WASSER-WÄRMEPUMPEN von Alois Koller

Effizient und leise im Betrieb und dank vielfältigem Zubehör flexibel einsetzbar – das sind die neuen Luft / Wasser-Wärmepumpen alira LWAV. Und die neueste Invertertechnik sorgt zudem für die richtige Heiz- oder Kühlleistung. der alira LWAV bietet alpha innotec ein vielseitiges System, das durch die Aussenaufstellung zusätzlich Platz im Inneren schafft.

STEUERUNG UND KONTROLLE Die alira LWAV sind in den beiden Leistungsstufen 6.1 und 9.5 kW lieferbar (A-7 / W35, EN 14511). Beide Modelle bieten hohe Seasonal Coefficient of Performance-­ (SCOP-)­Werte und erreichen die Energieeffizienzklasse A++. Die tiefe maximale Schallleistung von 48 dB(A) gemäss der Norm EN 12102 kann dank Nachtmodus nochmals merklich gesenkt werden. Eine leistungsstarke Kühlfunktion ist serienmässig integriert.

Richtig kombiniert: das vielfältige Zubehör der alira LWAV.

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ie neuen alpha innotec Luft / WasserWärmepumpen alira LWAV sind die effiziente Lösung zum Heizen, Kühlen und Bereiten von Brauchwarmwasser. Durch die neueste Invertertechnik zeichnen sich die Geräte nicht nur durch einen besonders energiesparenden Betrieb aus, sondern bieten mit einem breiten Leistungsspektrum optimale Planungs­s icherheit

für den Planer und Installateur. Vielfältiges Zubehör und entsprechende Kombinationsmöglichkeiten schaffen eine enorme Flexibilität bei minimalstem Installationsaufwand. Die Invertertechnik passt sich perfekt dem benötigten Bedarf des Gebäudes an und sichert somit zu jeder Zeit die richtige Heiz- oder Kühlleistung. Ob Neubau oder Sanierung: Mit

Die Regelung der Wärmepumpen erfolgt mit der neusten Generation der benutzerfreundlichen Heizungssteuerung Luxtronik 2.1. Dank alpha web und alpha app lässt sich die Wärmepumpe über das Internet per PC oder Smartphone überwachen und regeln. Eine weitere sinnvolle Option ist alpha home, die intelligente Einzelraumregelung, die laufend mit der Wärmepumpe kommuniziert. Das macht das ganze Heizsystem noch effizienter. Die Anbindung des Luxtronik 2.1 an Building Automation and Control Networks (BACnet) ist ebenfalls möglich.

KOMPETENTER PARTNER Als Marktführer konzentriert sich alpha innotec seit Jahren ausschliesslich auf die Beratung und den Verkauf von Wärmepumpen- und Solarsystemen. Erfahrene Fachberater im Verkauf, Technik und Kundendienst stehen umweltbewussten Interessenten mit Rat und Tat zur Seite.

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AUF DEN

PUNKT GEBRACHT www.kmurundschau.ch


© RENÉ KOCH AG

Fast alles ist möglich – Fertigung nach Wunsch.

TÜRSPRECHANLAGEN FÜR JEDES HAUS DIE PASSENDE VISITENKARTE von Tobias Gärtner

Die Aussensprechstelle neben dem Hauseingang ist wie eine Visitenkarte. Sie zeigt die Namen der Bewohner und lässt einen ersten Kontakt herstellen. Die Firma RENÉ KOCH AG mit Hauptsitz in Au ZH am Zürichsee produziert seit über 50 Jahren Türsprechanlagen. Wurden diese anfänglich noch vom findigen Firmengründer alleine am Küchentisch zusammengelötet und geschraubt, sind heute über 80 Mitarbeiter mit Entwicklung, Produktion und Verkauf der schweizweit bekannten Qualitätsanlagen beschäftigt.

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as ursprüngliche KOCH-Sortiment wurde stetig erweitert und über die Jahre kamen die interessanten Bereiche Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und Intercom dazu. Der Vertrieb läuft schweizweit über die Elektrounternehmungen. 30 versierte Mitarbeiter im technischen Innen- und Aussendienst unterstützen den Elektro­fachpartner und leben die tägliche Kundennähe in allen Regionen der Schweiz. Regelmässig finden auch technische Weiterbildungen für die Installateure statt, sowohl am Hauptsitz als auch bei den Kunden vor Ort.

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ALLES AUS EINER HAND Das Unternehmen bietet systemübergreifendes Know-how und Sortiment für die Bereiche Türsprechen und Zutrittskontrolle an, nach Bedarf kombiniert mit Videoüberwachung oder Intercom-Technik, für den Einsatz in Gewerbe und Industrie sowie im öffentlichen als auch privaten Bereich. Die entsprechenden Abteilungen arbeiten eng zusammen und bieten den Kunden einen «one for all»-Support bei der Planung, Projektierung, Inbetriebnahme, Wartung oder Modernisierung. Gerade bei der Vernetzung unterschied-

licher Systeme von verschiedenen Herstellern wird diese Unterstützung hoch geschätzt, da sich sowohl die technischen als auch kommunikativen Schnittstellen durch die Zusammenarbeit mit KOCH angenehm reduzieren lassen.

TC:BUS UND INTERCOM-ANLAGEN Das Türsprechsystem TC:Bus bewährt sich mittlerweile schon seit über 20 Jahren. Diese Bus-Technik verbindet Geräte mehrerer Generationen und lässt sich modular erweitern, wie zum Beispiel per Anbindung an ein IP-Netzwerk oder an die Telefonie.


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Intercom-Anlagen sind Kommunikationssysteme, welche oftmals unter schwierigen Umständen funktionieren müssen: in einem hoch sterilen Labor, in einer rauen Industrieanlage oder bei Minustemperaturen bei einer Bergbahn. Auch bei langen Verbindungsleitungen muss eine solche Anlage störungsresistent und ausfallsicher sein. Nebst Sprachkommunikation sind diese Anlagen oft auch ein Medium für Alarmierung und Steuerung. Dank langjähriger Erfahrung findet die Firma KOCH auch für jede

noch so schwierige Anforderungen die passende Kommunikationslösung.

© RENÉ KOCH AG

Die konsequente Bus-Kompatibilität der KOCH-Geräte ermöglicht den schritt­ weisen Ersatz ausgedienter Geräte, ohne dass eine Anlage komplett ausgetauscht werden muss. Dank der akribischen Langzeitarchivierung aller anlagenspezifischen Unterlagen durch das Unternehmen gehen solche Erneuerungsprojekte administrativ und technisch reibungslos über die Bühne.

QUALITÄT UND NACHHALTIGKEIT In Zusammenarbeit mit hoch spezialisierten Zulieferanten aus der Region stellt die Firma KOCH so ziemlich alles her, was gewünscht wird und möglich ist. Passend zur Architektur werden Metallfronten eloxiert, pulverbeschichtet, verchromt oder vergoldet. Der Qualitätsanspruch ist auch hier sehr hoch. Die Herstellung solcher Spezialanfertigungen erfordert viel Erfahrung und stellt die Produktion immer wieder vor interessante Herausforderungen. Ein strenges Qualitätsmanagement, kombiniert mit weitsichtigem Denken und Handeln sorgt jedoch für die Konstanz, welche gross auf der Unternehmensflagge geschrieben steht. Diese Konstanz bestätigen auch die langjährigen Partnerschaften mit den Kunden und Lieferanten von KOCH.

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DAS SMART HOME OHNE MEHRKOSTEN EINFACH UND KOMFORTABEL LICHT, STOREN UND HEIZUNG STEUERN Interview mit Daniel Portner von Manuela Olgiati

Früher waren Lösungen im Bereich Smart Home den gut betuchten Bauherren vorbehalten. Um dies zu ändern, hat iBricks mit dem Cello ein Produkt auf den Markt gebracht, welches durch mehr Komfort, aber vor allem ohne Zusatzkosten in der Hausautomation besticht. Im Interview spricht Daniel Portner, CEO der iBricks Solutions AG, über den revolutionären Schalter.

So einfach und komfortabel steuert man heute Licht, Storen und Heizung.

D

aniel Portner, was spricht für das von Ihnen entwickelte Produkt, den Cello? Zuerst stand die Idee, ein System zu entwickeln, welches genauso einfach zu installieren und in Betrieb zu setzen ist, wie eine normale Elektroinstallation, und dazu nicht mehr kostet. So entstand der iBricks Cello. Das ist ein moderner und hochwertiger Smart-Home-Schalter, mit welchem sich Licht, Storen und Heizung steuern lassen. Sowohl direkt auf dem Schalter mittels einfacher Touch-Bedienung wie auch komfortabel via Handy, Tablet oder Notebook. Was sind die genauen Vorteile des Schalters? Die wahren Vorteile des Cello offenbaren sich, wenn dieser mit einem WiFi-Netzwerk

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verbunden wird. Dann ergeben sich viele neue Möglichkeiten, welche früher nur Besitzern teurer und aufwendiger SmartHome-Systeme zur Verfügung standen. So können Nutzer durch einfache Wischbewegungen zum Beispiel alle Lichter ausschalten oder die Storen herunterlassen. Das tönt alles sehr gut. Gibt es auch etwas, das der Cello nicht kann? Der Cello kann ganz schön viel. Aber nicht alles, was eine grosse iBricks-Haussteuerung kann. Wir reden hier zum Beispiel von der Integration von Zutrittssystemen, Überwachungskameras, Haushaltgeräten und Audiosystemen. Aber der Cello ist kompatibel zu den grossen iBricks-Serversystemen. Es gibt so gut wie kein System, mit dem der Cello nicht verbunden werden könnte.

VORTEILE DES CELLO • Licht, Jalousie, Heizung über das Handy bedienen, von zuhause oder unterwegs • Zeit sparen und in der ganzen Wohnung alle Lichter ausschalten oder alle Storen rauf- oder runter­ lassen mit nur einem Schalter • Einbruchsprävention durch Anwesenheitssimulation, welche Licht und Storen auch dann bedient, wenn die Hausbesitzer nicht anwesend sind • Vorgänge automatisieren, beispiels­ weise Storen bei Dunkelheit schliessen lassen • Umwelt schonen durch intelligentes, energiesparendes Heizungsthermostat


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Der Cello ist aber schon teurer als ein normaler Schalter … Der Cello kostet 178 Franken. Er ersetzt aber nicht nur einen Schalter, sondern drei: den Lichtschalter, den Storenschalter und das Heizungsthermostat. Diese drei Geräte kosten zusammen etwa so viel wie der Cello. Die Installation wird nicht teurer, da sie wie bisher gemacht wird. Im Gegenteil, denn es braucht weniger Schalterstellen. So entsteht ein Smart Home, welches gleich teuer ist wie eine normale Installation. Können bestehende Häuser und Wohnungen auch vom Cello profitieren? Ja, das ist ein weiterer grosser Vorteil unseres Schalters. Da der Cello wie ein normaler Schalter angeschlossen und eingebaut wird, lässt sich auch jeder Schalter ganz einfach durch einen Cello ersetzen. Ausserdem werden weder Bussystem noch andere zusätzliche Installationskomponenten benötigt, der Cello kommuniziert via WiFi. Der Cello ist eine echte Revolution.

Er macht das qualitativ hochwertige Smart Home für die breite Masse zugänglich. Was zeichnet Ihr Unternehmen besonders aus? Als wir vor zehn Jahren bei iBricks angefangen haben, kannte den Begriff Smart Home noch kaum jemand. Alles war sehr kompliziert und teuer. Wir haben dann begonnen, Systeme zu entwickeln, welche es einfacher machen, verschiedene Komponenten zu einem Ganzen zusammenzuführen und sie mit Smartphones und Tablets zu verbinden. Trotzdem gibt es noch immer Hürden, die eine flächendeckende Ausbreitung des Smart Home

«Der Cello ist eine echte Revolution.»

verhindern. Und genau mit diesen Hürden setzen wir uns auseinander, um ein Smart Home zu schaffen, welches nicht teurer und nicht komplizierter ist als eine herkömmliche Elektroinstallation.

Daniel Portner ist CEO der iBricks Solutions AG und Entwickler des iBricks Cello.

iBricks Solutions AG I Industriestrasse 25a I CH-3178 Bösingen I Tel. +41 (0) 31 511 01 10 I mail@ibricks.ch I www.ibricks.ch

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Die intelligente «Schwarmfunktion» dimmt die benachbarten Leuchten, damit niemand ins Dunkle läuft.

DER QUANTENSPRUNG NACH DER LED-INNOVATION DIE BELEUCHTUNG INTELLIGENT STEUERN von Fabian Bolliger

Die Agrargenossenschaft fenaco ersetzte die bestehende Treppenhausbeleuchtung an ihrem Berner Hauptsitz durch eine intelligente Leuchteninstallation. Einsparungen bei den Energiekosten, reduzierte Lichtemissionen und positive Rückmeldungen von Mitarbeitern und dem technischen Dienst sind das Resultat.

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ir setzen uns in selbstfahrende Autos, sind überall auf der Welt miteinander verbunden, erfinden Roboter, die uns den Alltag und die Arbeit erleichtern und können unsere DNA entschlüsseln. Doch dann fallen uns beim abendlichen Spaziergang menschenleere, hell beleuchtete Treppenhäuser, Einstellhallen oder Büros auf, und wir fragen uns, wo der technische Fortschritt in der Beleuchtung geblieben ist. Die Entwicklung von der Glühbirne zur LED brachte eine Effizienzsteigerung von über 400 Prozent und revolutionierte das

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Leuchtmittel. Ein grosser Schritt, der uns aber im Alltag kaum auffällt, da ein effizienteres Leuchtmittel keinen Einfluss auf die Lichtemissionen hat. Dieses Problem löst nur eine Beleuchtungssteuerung mit präziser Anwesenheitserfassung, korrekter Lichtmessung, bedürfnisgerechter Anwendung und spezifischen Funktionen wie die Konstantlichtregelung. Die vielschichtige Planung und Umsetzung sowie die kostspielige Beschaffung und der aufwendige Unterhalt von ausgefeilten Beleuchtungs­ lösungen wirken jedoch häufig abschreckend und führen zu herkömmlichen Installationen mit Dauerlichtbetrieb.

INTELLIGENTE BELEUCHTUNG Vor diesem Dilemma stand auch die fenaco. Eine Agrargenossenschaft mit über 80 Tochter­firmen, unter anderen Ramseier, Volg und Landi und knapp 10’000 Mitarbeitern. Bei der fenaco Gruppe spielen die Schweizer Bauern eine elementare Rolle. Eine hohe Unternehmensethik und die soziale Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt prägen das Denken und Handeln der Gruppe. Die fenaco hat sich der Nachhaltigkeit und dem sorgsamen Umgang mit der Umwelt verpflichtet – beides Gründe, weshalb sich die Genossenschaft für TRIVALITE® von Swisslux entschieden hat.1


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Nach der Installation können spezifische Einstellungen der Leuchten bequem per App angepasst werden.

Der mit der Modernisierung der Treppenhausbeleuchtung beauftragte Elektriker stiess bei der fenaco auf offene Ohren, als er eine Lösung mit TRIVALITE® vorschlug, um die Treppenhausbeleuchtung am Berner Hauptsitz auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Das Konzept vereint hoch effiziente LED-Leuchten mit intelligenter Beleuchtungssteuerung. Eine Komplettlösung, die den Bauherrn überzeugte.

EINFACHE MONTAGE Der Elektriker ersetzte die bestehende Beleuchtung ohne spezielle Vorkenntnisse und Planung durch TRIVALITE®Leuchten und war beeindruckt von der Montagefreundlichkeit des Systems. Nach der Installation nahm er die Leuchten bequem per App in Betrieb, baute ein Funknetz auf und wies jeder Leuchte den richtigen Platz im Netzwerk zu. TRIVALITE®Leuchten verfügen über eine Intelligenz für Tageslicht-, Präsenz-, Zeit-, Ereignisund Logik-gesteuertes Licht, eine Notlichtfunktion und zwei Eingänge für externe Steuersignale. Dies erleichtert die Planung und Inbetriebnahme bedeutend, da die Installation jederzeit ergänzt, reduziert

oder einzelne Leuchten ausgetauscht werden können. Die Leuchten lassen sich wahlweise per Funk oder Datendraht miteinander verbinden.

BEEINDRUCKENDE TECHNIK Das Ergebnis lässt sich sehen. Die Genossenschaft konnte dank TRIVALITE® die Beleuchtungsdauer um durchschnittlich 60 Prozent reduzieren und spart täglich Kosten. Mit 120 lm / W sind die bei fenaco eingesetzten LED-Leuchten ausserdem hocheffizient. Infolge des neuen Beleuchtungskonzepts brennt immer nur dort Licht, wo es gebraucht wird, und kurze Nachlaufzeiten sorgen für eine maximale Energieeffizienz. Dank der intelligenten «Schwarmfunktion» dimmen die benachbarten Leuchten auf fünf Prozent des Maximalwertes und sorgen dafür, dass niemand ins Dunkle läuft. Ein Angestellter drückte es so aus: «Ich komme mir extrem wichtig vor, weil das Licht so schön mit mir mitläuft!» Damit die Mitarbeiter auch bei einem Stromausfall aus dem Gebäude finden, stand von Anfang an ein Notbeleuchtungs-

konzept im Pflichtenheft. TRIVALITE®Leuchten unterstützen via Gleich- und Wechselstrom- (DC / AC-) Erkennung den Betrieb über eine Notstromanlage oder sind als autonome Lösung mit eigenem Akku und Notstrommodul zu haben. Im Falle eines Stromunterbruches bringen alle Leuchten für mindestens eine Stunde genügend Licht auf den Boden. Auch der der technische Dienst ist beeindruckt vom System. Mit einem langen Taster­druck lässt sich bei Reinigungs- oder Unterhaltsarbeiten die gesamte Beleuchtung für maximal vier Stunden einschalten und jederzeit wieder in den Automatik­ betrieb zurücksetzen. Ein weiteres Highlight: Per App lassen sich Feinjustierungen in der Beleuchtungssteuerung vornehmen und das System mittels Passwort vor ungewollten Zugriffen schützen. Alle Parameter, wie Helligkeit und Nachlaufzeit vom Haupt- und Orientierungslicht, können jederzeit ganz auf die Wünsche der fenaco angepasst werden. ANMERKUNG 1) Mehr Informationen auf www.trivalite.ch

Swisslux AG | Industriestrasse 8 | CH-8618 Oetwil am See | Tel. +41 (0) 43 844 80 80 | info@swisslux.ch | www.swisslux.ch

Ausgabe 03/2018 // Seite 99


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MIT SICHERHEIT ÜBERWACHT DIGITALE ÜBERWACHUNGSKAMERAS FÜR UNTERNEHMEN Interview mit Edwin Roobol von Freya Mohr

Heutzutage ist Sicherheit immer wichtiger. Es geht nicht nur um Einbruchschutz, sondern auch um Verkehrsüberwachung und Personensicherheit. In der Schweiz werden Axis-Lösungen für den Wiederverkauf durch den Fachhandel von der durch Axis als «Best Solution Selling»Distributor ausgezeichneten Alltron AG vertrieben. Im Interview spricht Edwin Roobol, Regional Director bei Axis Communications, über moderne Sicherheitstechnik und ihre Vorteile.

A

xis Communications präsentierte ja 1996 die weltweit erste Netzwerk-Kamera AXIS Neteye 200. Warum eine digitale Technologie? Wo liegt der Unterschied zur analogen Technik? Die digitale Technik bietet gegenüber analogen Produkten deutliche Vorteile. Detailgenauere Aufnahmen, hervorragende Bildqualität auch bei schwierigen Lichtverhältnissen und eine einfache sowie kostengünstige Installation sind nur einige Punkte. Zudem geht der Trend immer mehr in Richtung vernetzter Systeme wie beispielsweise der Videotechnik mit Zutrittskontrolle. Ein weiterer Vorteil von Netzwerk-Kameras sind die intelligenten Funktionen. Was bringt das konkret für den Nutzer? Im Einzelhandel beispielsweise erleichtern Kameras, statistische Daten über das Kundenverhalten zu sammeln und zu analysieren. Dadurch lassen sich Prozesse optimieren und der Kundenservice verbessern. Aber auch der Fernzugriff steigert den Bedienungskomfort. So kann ein Einzelhändler, der mehrere Filialen betreut, mit wenigen Handgriffen am Smart Device sehen, wie der Stand der Dinge ist und ob nachts alles ruhig ist.

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Früher waren Überwachungskameras meist grosse Geräte, die vor allem abschrecken sollten. Wie sieht das heute aus? Die Herausforderung besteht darin, die Bedürfnisse der Kunden nach Sicherheit einerseits und nach Ästhetik andererseits auszubalancieren. Eine gut sichtbare Kamera dient zur Abschreckung und vermittelt ein Sicherheitsgefühl. Gleichzeitig sind durch die hohe Auflösung und Detailgenauigkeit moderner IP-Kameras deutlich weniger Kameras als früher notwendig, um offene Bereiche wie Präsentations- und Verkaufsräume zu überwachen. Wer diskreter vorgehen möchte, nutzt die geschickte Formgebung unserer Kameras. So ähnelt die AXIS M3015 einem Deckenstrahler, während die kleine Panorama­ kamera M3047-P kaum von einem Rauchmelder zu unterscheiden ist. Axis ist bekannt für grosse Sicherheitslösungen für Flughäfen oder öffentliche Verkehrsmittel wie die Matterhorn Gotthard Bahn. Brauchen auch kleine Unternehmen eine Videoüberwachung?

IP-Videoüberwachung als Managed Service ist ein stark wachsender Trend in der Branche. Laut des globalen Markt­ forschungsunternehmens Transparency Market Research (TMR) wird der globale Markt für Video-Surveillance-as-a-Service (VSaaS) bis 2020 auf 48 Milliarden US-­ Dollar anwachsen. Im Jahr 2014 waren es knapp 15 Milliarden US-Dollar. Dieses Konzept bietet vor allem auch für kleine Unternehmen viele Vorteile. Mit AXIS Companion wurde eine eigene Lösung speziell für KMU entwickelt. Wie kann man sich so eine «out of the box»-Videosicherheit vorstellen? In unserer Komplettlösung AXIS Companion sind spezielle Kameras enthalten, die mit den passenden Funktionen ausgestattet sind – einschliesslich einer Videoüberwachung bei Tag und Nacht mit integrierter Infrarotbeleuchtung zur Überwachung von Innen- und Aussenbereichen. Weitere Merkmale sind eine hohe Videoqualität in HDTV bei 1080p Auflösung und Wide Dynamic Range (WDR) zur Bewältigung komplexer Lichtverhältnisse. Ausserdem

Ganz dezent: Ladenüberwachung mit der AXIS Companion Eye mini L.


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Edwin Roobol ist Regional Director Middle Europe bei Axis Communications.

«Dies macht Videosicherheit auch für KMU attraktiver.»

kann. Die Installation der Kameras erfolgt somit unkompliziert und kostengünstig. Zudem ermöglicht der Einsatz von SD-Karten in der Kamera oder einem Speichermedium im Netzwerk kostengünstige Speicherlösungen. Digitale Systeme reduzieren die Investitionskosten deutlich. Dies macht Videosicherheit auch für KMU attraktiver.

wurden sie für minimale Bandbreite und geringen Speicherbedarf optimiert. Dazu kommt der AXIS Companion Recorder. Die ganze Videolösung ist extrem einfach aufgebaut und hat alles, was man braucht, bereits integriert. Zudem ist sie unkompliziert zu implementieren und zu bedienen. Das System ist skalierbar auf bis zu 16 Kameras.

Aus Ihrer Sicht, warum ist für ein KMU eine Videoüberwachung wichtig und von Vorteil? Die Investition von kleinen Unternehmen in ein professionelles Videoüberwachungssystem ist aus mehreren Gründen sinnvoll: Abschreckung und Prävention, Verkürzung der Reaktionszeit dank intelligenter Analysen sowie Nachverfolgung von begangenen Diebstählen. Unser Ziel ist es, kleinen Unternehmen eine Gesamtlösung an die Hand zu geben, mit der sie sich, ihre Mitarbeiter und Produkte kompetent schützen können und wohlfühlen.

Wie einfach ist die Installation? In diesem Bereich bieten IP-Kameras Vorteile, da auf die bereits vorhandene IP-Infrastruktur zurückgegriffen werden

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Wo landet der Schweizer Elektro- und Elektronikschrott?

IMMER NOCH WERTVOLL ELEKTROSCHROTT – EIN VERKANNTER WERTSTOFF von Sabrina Bjöörn

Elektrogeräte sind wertvoll. Nicht nur während, sondern auch am Ende ihres Lebenszyklus. Dank des effizienten Schweizer Elektrogeräte-Rücknahmesystems lassen sich wichtige Wertstoffe in den Stoffkreislauf zurückführen und die Umwelt schonen.

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chrott ist nicht wertlos, er war es noch nie. Seit Urzeiten trennen Menschen Wertstoffe und Abfälle und bemühen sich dabei, Rohstoffe zu schonen und sie wiederzuverwerten. Genau dies tut SENS eRecycling mit alten Elektro- und Elektronikgeräten. Bis zu 85 Prozent der Bestandteile von elektrischen und elektronischen Geräten sind nämlich wiederverwendbar. Dazu gehören vor allem Metalle wie Kupfer, Aluminium, Zink, Messing und Eisen, aber auch Kunststoffe und Glas. In der Schweiz konnten 2017 allein aus dem SENS-eRecycling-Netz 1 800 Tonnen Aluminium, 50’000 Tonnen Eisen und 2 500 Tonnen Kupfer in den Stoffkreislauf integriert werden.

EWASTE – EIN WACHSENDES PROBLEM Elektroschrott ist ein wachsender Problemberg – und dies leider durchaus im wörtlichen Sinne: Gemäss Berechnungen

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des Europäischen Forum WEEE (Waste Electronical and Electric Equipment) lässt Schrott aus elektrischen und elektronischen Altgeräten die Müllberge weltweit am stärksten anwachsen. Diese – meist offenen Halden – sind in mehrfacher Weise problematisch. Wenn Elektrogeräte achtlos offen deponiert werden, können giftige Stoffe aus ihren Batterien, Kondensatoren, Akkus und Kühlaggregaten in die Umwelt gelangen. Das entzieht die in ihnen noch vorhandenen Wertstoffe dem Stoffkreislauf. Und wenn die Geräte doch rezykliert werden, geschieht dies meist unter schwierigen Arbeitsbedingungen, die Entsorgung wird nicht fachmännisch durchgeführt oder ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Vor diesem Hintergrund muss nachdenklich stimmen, dass alleine aus den EULändern rund zwei Drittel des Elektroschrotts entweder in Drittländer exportiert,

UMGANG MIT ELEKTROUND ELEKTRONIKGERÄTEN • Elektro- und Elektronikgeräte von guter Qualität kaufen

• Anschaffungen planen und deren Notwendigkeit überdenken

• Fachhändler wählen, der dem SENSRücknahmesystem angeschlossen ist

• beim Ausland- oder Onlinekauf ist oft keine vRG inbegriffen, deswegen freiwillig eine vRG von 5.00 Franken über das Handy zahlen (SMS: «vRG» an die Nummer 488) • ausgediente Elektrogeräte gratis zum Fachhändler oder in eine SENS-­Sammelstelle zurückbringen, die nächstgelegene Rückgabestelle steht auf www.erecycling.ch/recycle • alte Geräte nicht im Keller lagern, sondern in den Wertstoffkreislauf zurückgeben


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nicht fachmännisch rezykliert oder gar einfach in den Haushaltkehricht geworfen werden. Die Schweiz dagegen verarbeitet seit über 25 Jahren mehr als 95 Prozent der Elektro- und Elektronik-Altgeräte im Inland fachgerecht. Gewisse Materialien – wie zum Beispiel Photovoltaikmodule – werden im europäischen Raum weiterverarbeitet, weil es bei der anfallenden Menge nicht rentabel wäre, in der Schweiz dafür eine entsprechende Technologie aufzubauen. Die Schweiz darf ruhig ein wenig

stolz sein auf ihre erfolgreichen Sammelsysteme, denn das Land profitiert davon gleich mehrfach: Der Import von Rohstoffen in die Schweiz sinkt, Transportkosten und -emissionen sinken und es entstehen im Recycling­bereich neue Berufsprofile.

schonenden Stoffkreislauf zu leisten und die Recyclinggebühr zu erheben. SENS führt auf ihrer Website eine Liste von NichtSystem-Teilnehmern, die dem freiwilligen System schaden – umgangssprachlich «Trittbrettfahrer» genannt.

SCHWEIZER SAMMELSYSTEM UNTER DRUCK

Wer das System nutzt, ohne dafür zu bezahlen, belastet es auf Kosten der Allgemeinheit. Denn selbstverständlich entsorgt SENS sämtliche Geräte, die ins Rücknahmesystem gelangen – auch diejenigen der Trittbrettfahrer – fachgerecht. Das Schweizer Parlament hat richtig erkannt, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Gegenwärtig steht eine Anpassung des Systems zur Diskussion.

16 Kilogramm – so viel Elektroschrott produziert jeder Schweizer durchschnittlich pro Jahr. Zehn Kilogramm davon sind SENS-Geräte wie Haushaltsgross- und -kleingeräte, Kühlgeräte, Leuchten und Photovoltaikmodule. Rund 720 Akteure des Schweizer Fachhandels – Hersteller, Importeure und Händler – haben sich dem SENS-Rücknahmesystem angeschlossen und tragen zu dessen Erfolg bei. Am Anfang sicherte die vorgezogene Recycling­ gebühr (vRG) die Entsorgung aller Elektrogeräte. Allerdings ist die Teilnahme am Rücknahmesystem für Hersteller, Händler und Importeure von Elektro- und Elektronikgeräten freiwillig. Es stützt sich auf die jahrzehntelang verfolgte Idee der Solidarität zugunsten einer guten Sache. Leider gelangten in den letzten Jahren immer mehr Geräte ins System, für die beim Kauf keine Recyclinggebühr erhoben wurde. Einerseits, weil die Käufer diese direkt im Ausland gekauft und importiert haben. Andererseits, weil nicht alle in der Schweiz tätigen Hersteller, Importeure und Händler bereit sind, ihren Beitrag zum ressourcen-

WAS SCHWEIZER KONSUMENTEN TUN KÖNNEN Über 720 Schweizer Fachhändler, Hersteller und Importeure von Elektro- und Elektronikgeräten sind heute dem freiwilligen SENSRücknahmesystem angeschlossen. Wer bei ihnen ein neues Gerät kauft, bezahlt dafür eine vorgezogene Recyclinggebühr. Diese ist Garantie dafür, dass das Gerät an seinem Lebensende fachgerecht rezykliert wird. Konsumenten, die ihr Gerät im Ausland oder online kaufen und sich trotzdem für den Schweizer eRecycling-Kreislauf engagieren möchten, können eine freiwillige Gebühr von 5.00 Franken über ihr Handy zahlen. Das geht ganz einfach mit einer SMS mit Kennwort «vRG» an die Nummer 488.

DIE STIFTUNG FÜR RECYCLING

SENS eRecycling widerlegt fünf Mythen über Elektroschrott.

Die Stiftung SENS eRecycling ist eine unabhängige, neutrale und nicht gewinnorientierte Stiftung. Sie betreibt erfolgreich ein gesamtschweizerisches Rücknahmesystem für elektrische und elektronische Geräte aus den Bereichen Haus­ haltsgross- und -kleingeräte, Kühl-, Gefrier- und Klimageräte, Bau-, Garten- und Hobbygeräte, Spiel­ waren, Photovoltaik sowie für Leuchten und Leuchtmittel. Die Leistungen im eRecycling-Kreislauf – das heisst die Sammlung, Logistik und das Recycling der Elektrogeräte – werden über die vorgezogene Recycling­ gebühr (vRG) finanziert.

SENS eRecycling | Obstgartenstrasse 28 | CH-8006 Zürich | Tel. +41 (0) 43 255 20 00 | info@erecycling.ch | www.erecycling.ch

Ausgabe 03/2018 // Seite 103


UMWELT & TECHNIK

Passend zur Tragkonstruktion des Gebäudes aus roh belassenem Schwarzstahl haben die Leuchten einen umlaufenden Stahlrahmen.

LEHRPLAN FOLGT LEIDENSCHAFT LICHTLÖSUNGEN FÜR EINE LERNUMGEBUNG SCHAFFEN von Freya Mohr

Personalisierte, massgeschneiderte Bildung für alle von drei bis 25 ist die Passion der privaten Schule SBW – Haus des Lernens. Als einer von 16 SBW-Standorten bietet der Neubau des Talent-Campus Bodensee in Kreuzlingen beste Voraussetzungen für dieses flexible, individualisierte Konzept. Und dazu benötigt es auch die passende Lichtlösung.

D

ie Idee, dass jeder Mensch etwas ganz besonders gut kann und dass es Zeit und Raum braucht, dieses Talent oder auch diese Leidenschaft zu fördern, ist Ausgangspunkt des pädagogischen Konzeptes von SBW. Deshalb gibt es hier auch keine festen Klassen, starre Stundenpläne und Frontalunterricht, sondern einen massgeschneiderten Lehrplan, altersübergreifende Lerngruppen und einen Coach für jeden. Die ganz besondere Infrastruktur des Neubaus unterstreicht dieses Konzept. Auffallend an dem vielseitigen Raumprogramm ist seine Durchlässigkeit. Grosse Glasflächen bringen viel Tageslicht bis in die Gebäudetiefe, geben aber auch Ein- und Durchblicke frei, sowohl in benachbarte Räume als auch in die grüne Umgebung.

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Die Flure sind im Talent-Campus nicht nur Verkehrs-, sondern auch Begegnungs­ zonen. Bei der Materialwahl für das Gebäude entschieden sich die Architekten für pure, einfache Werkstoffe.

LICHTFELDER MIT PRÄZISER ABSTRAHLUNG Mit dieser Ästhetik sollte auch die Lichtlösung harmonieren. Die Architekten wünschten sich eine klare, puristische Formensprache für die Leuchten und fanden im Typ ArimoS von TRILUX ein Produkt, das dieses Anliegen konsequent erfüllt. Die hier als Pendelversion installierte Leuchte koppelt das von hochwertigen LEDs generierte Licht über eine mikrostrukturierte PMMA-Platte aus. Die besonders flachen ArimoS treten somit

schnörkellos als rechteckige leuchtende Flächen in Erscheinung. Winzige, mit speziellen numerischen Algorithmen berechnete Prismen in der Leuchtenabdeckung sorgen für eine wirksame Entblendung und gleichmässige Lichtverteilung. Diese

SBW TALENT-­CAMPUS BODENSEE Bauherr: SBW Haus des Lernens AG Objekt: SBW Talent-Campus Bodensee, Kreuzlingen (TG) Architekten: Andy Senn Architekt BSA SIA TRILUX-Baureihe: ArimoS Pendelleuchte in Sonderausführung


präzise Abstrahlung eröffnet grosse planerische Freiheit, denn die Leuchten können ganz nach Bedarf ausgerichtet werden. Im Talent-Campus entschieden sich die Architekten für eine regelmässig wechselnde Längs- und Queranordnung.

ANGEPASSTE DIMENSIONEN IM STAHLRAHMEN Um die Leuchte noch besser in die Architektur zu integrieren, hat TRILUX die Serienausführung in eine projektspezifische Sonderlösung überführt und im engen Dialog mit den Architekten und dem Bauherren sämtliche Modifikationen erarbeitet. Die augenfälligste Anpassung ist sicherlich der Stahlrahmen, der jede einzelne Leuchte umspannt. Er greift die Materialität des Gebäudetragwerks auf. Neben dem Design wurden auch die Abmessungen der ArimoS auf die bauseitigen Vorgaben abgestimmt, damit sie mit den Dimensionen der Deckenfelder zwischen den Stahlbalken korrespondieren. Ausserdem wurde der Indirekt-Lichtanteil, der die Deckenflächen aufhellt, hier im Vergleich zur Standardausführung etwas reduziert und gibt jetzt sanftes Streulicht auf die hellen Holzlamellen.

PASSENDE LÖSUNGEN FINDEN Mit der ArimoS hat TRILUX für den Talent-Campus Bodensee eine Lichtlösung geliefert, die dank LED-Technik besonders effizient, wartungsarm und langlebig ist. Die MikroprismenOptik der Leuchte vermeidet Direktblendung, reduziert aber auch Reflexblendungen auf den Displays von Computern, Laptops und mobilen Geräten. Die Leuchte erfüllt also bestens die Anforderungen einer modernen Lernumgebung. Mit Kreativität und technischem Know-how hat TRILUX zudem die kundenspezifischen Anpassungen der über 400 Leuchten in hoher Qualität und termingerecht realisiert und damit ein weiteres Mal grosse Lösungskompetenz in der Zusammenarbeit mit Architekten, Planern und Bauherren bewiesen.

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TRIVALITE Leuchten sind die perfekte Lösung für intelligentes Licht in Verkehrszonen, Gewerbeflächen und Büros. Vorauseilendes Licht dank Schwarmverhalten der energieeffizienten Leuchten: Beleuchtung nur dort wo sie gebraucht wird und so lange wie nötig. Schnell installiert und in Minutenschnelle betriebsbereit. Ideal für Renovation und Neubau dank Funkoder Drahtkommunikation. Hocheffiziente LED´s mit mehr als 125 lm/Watt Inbetriebnahme und spezifische Einstellungen via App Rund- und Langleuchten mit homogenen Lichtaustrittsflächen

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UMWELT & TECHNIK

TECHNIK UND ELEKTRONIK VON A BIS Z SERVICEDENKEN MIT KOMPATIBLEN PRODUKTEN Interview mit Riccardo Bonetti von Manuela Olgiati

Die Welt der Technik dreht sich immer schneller. Conrad Electronic unterstützt Ideen und setzt diese in die Realität um. Über 600’000 Produkte stehen im Sortiment des Onlineshops. Kunden profitieren von der Beratung und dem «Pick and Collect Service». Im Interview spricht Riccardo Bonetti, Director Marketing and Sales, über die neusten Trends der Smart-Home-Produkte, die wahre Alleskönner sind.

Das persönliche Smart Home lässt sich nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen.

W

ie schätzen Sie den Trend von Smart Home ein? Es sind die kleinen Dinge, die den Alltag angenehmer machen. Ein Schalter neben der Tür, der beim Verlassen der Wohnung alle Lampen im ganzen Haus löscht. Videokameras, die eine Nachricht auf das Smartphone schicken, wenn sie etwas Ungewöhnliches entdecken. Oder aber auch das einfache Vergleichen von Sportdaten mit seinem Laufpartner. Ein innovatives Leistungspaket schliesst Lücken zwischen dem Wunsch nach mehr Heimautomatisierung und gelebtem Smart Home. Nicht einzelne Produkte stehen im Vordergrund, sondern die Anwendungen. Das persönliche Smart Home lässt sich nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen. Und dann braucht es auch die richtige Planung, Installation und Wartung rund um das Thema Hausautomatisierung.

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Wie lassen sich die Geräte vernetzen? Das Service-Tool in Sachen Smart Home ist die innovative Online-Plattform conradconnect.de. Dort können auf frei konfigurierbaren Dashboards Internet-of-Things(IoT-)Produkte über Herstellergrenzen hinweg vernetzt und gesteuert werden. Die Geräte kommunizieren online miteinander

und vervielfachen dadurch ihre Einsatzmöglichkeiten. Selbst Online-Wetterdienste oder Kalenderfunktionen lassen sich einbinden. Der künftigen Erweiterung sind kaum Grenzen gesetzt. Mit extrem viel Flexibilität bei der Konfiguration geht man so über die vorgefertigten Steuerrezepte anderer Lösungen weit hinaus. Aktuell gibt es bereits mehrere hundert kompatible Produkte.

«Passgenaue Lösungen stehen dabei für verschiedene Kundengruppen im Zentrum.»

Umschlüsselungsservice wozu? Wer bisher Produkte über einen anderen Anbieter bezogen hat, kann dies problemlos über unseren Service tun. Dazu brauchen wir eine Liste mit den gewünschten Artikeln. So ist für jeden Techniker und Handwerker das passende Produkt dabei. Mit eProcurement profitieren Partner zudem auch bei der Beschaffung von den Vorteilen elektronischer Kataloge sowie deren Anbindung. Damit kann man viel Zeit und Kosten sparen und profitiert zusätzlich


UMWELT & TECHNIK

von einem ständig aktuellen Produkte­ angebot und einer Verfügbarkeitsanzeige. Was bedeutet Ihnen guter Kundenservice? Bei Conrad Business Supplies kann die Kundschaft aus über 600’000 Produkten für das eigene Unternehmen über den Onlineshop die passenden Artikel auswählen. Zudem bieten zwei Filialen in Dietlikon (ZH) und Emmenbrücke (LU) Beratung an. Vom 3-D-Druck-Service bis zum Launch an 3-D-Print-Hubs gibt es in den Filialen starke Eigenmarken zu entdecken. Online ist das gesamte Sortiment übersichtlich alphabetisch sortiert. Egal, welche Branche eine Firma als Zielgruppe hat, in den einzelnen Kategorien findet sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Produkten. Neben der Produktevielfalt können Serviceleistungen wie ein Printed Circuit Board (PCB-)­ Service, Beschaffungsservice, Terminaufträge oder der zertifizierte Kalibrierservice für Messgeräte genutzt werden.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern elektronischer Geräte? Wir verstehen uns nicht nur als Filial- und Versandhändler. Was uns von anderen Anbietern unterscheidet, sind zum einen unsere kreativen Produktentwicklungen und zum anderen unser Servicedenken. Passgenaue Lösungen stehen dabei für verschiedene Kundengruppen im Zentrum. Wohin geht Ihre weitere Entwicklung? Seit mehreren Jahrzehnten ist Conrad auf dem Markt und hat sich stark weiterentwickelt. Als Komplettanbieter technischer und elektronischer Bauteile und Gesamtanlagen bieten wir speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), elektromechanische Bauteile, Installationsmaterial, Messgeräte und Verbrauchsmaterial für den Unterhalt, Alarm- und Überwachungsanlagen sowie Smart Devices für in und um das Gebäude. Auswählen, installieren und vernetzen – so funktioniert der Full Service Support der Zukunft auch mit Smart Home.

Riccardo Bonetti, Director Marketing and Sales, Conrad Electronic AG Wollerau.

Conrad Electronic AG I Roosstrasse 53 I CH-8832 Wollerau I Tel. +41 (0) 44 787 78 70 I business@conrad.ch I www.biz-conrad.ch

Conrad – Ihr Partner und Berater für Lösungen in den Bereichen Bauelemente, Gebäudetechnik, Werkzeug, Messtechnik, Computertechnik u. v. m. Angebotsservice eProcurement Lösungen Beschaffungsservice Starke Exklusiv- und Eigenmarken 3D-Druckservice Kalibrierservice Termingeschäft

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UMWELT & TECHNIK

Ökologischer Fortschritt: Die Mehrfamilienhäuser des Ecoviva produzieren ihren Strom selbst.

SELBST IST DER STROMPRODUZENT DAS EIGENVERBRAUCHSKONZEPT DER ÜBERBAUUNG ECOVIVA von Michael Staub

Das Modell der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) wird von Eigenverbrauchsgemeinschaften abgelöst. Die Siedlung Ecoviva in Niederlenz nutzt deren Potenzial und verknüpft die bisher getrennten Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Möglich ist dies dank einem langfristigen Energiecontracting und einer ausgeklügelten Software.

I

n Niederlenz, nur wenige Minuten vom Bahnhof Lenzburg entfernt, steht die kürzlich fertiggestellte Überbauung Ecoviva. Die beiden Mehrfamilienhäuser produzieren Strom, der für einen «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» (früher: Eigenverbrauchsgemeinschaft) Verwendung findet. Für die Heizwärmeversorgung und Warmwasseraufbereitung kommen stufenlose Erdsonden-Wärmepumpen zum Einsatz.

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Die Produktion von Strom, Heizwärme und Warmwasser wurde als Gesamtpaket an die Energie 360° AG als Contractor vergeben.

MAXIMIERTER EIGENVERBRAUCH Auf den Dächern der zwei Gebäude sind Photovoltaik-(PV-)Anlagen mit einer Leistung von knapp 22 respektive zwölf kW(p) installiert. Zum Einsatz kommen MegasolIndachelemente mit einer Gesamtfläche

von etwa 200 Quadratmetern. Der erwartete Jahresertrag der Anlage liegt bei ungefähr 30’000 kWh. Das Elektrotableau im Technikraum ist überschaubar. Denn hier zeigen sich die konkreten Folgen des Eigenverbrauchskonzepts: «Anstelle von 13 Zählern für die einzelnen Wohnungen und zwei weiteren für den Allgemeinstrom haben wir nur einen einzigen Zähler für das Energieversorgungsunternehmen (EVU)


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die Bezugspeak-Reduktion und verschiedene Gebäude­automations-Funktionen wie etwa die präsenzorientierte Steuerung von Beleuchtung, das gezielte Verhindern von «Betrieb ohne Nutzen» und die passive Sonnenenergie-Nutzung durch intelligente Beschattung. Die Software ist modulartig aufgebaut, je nach Projekt lassen sich einzelne oder alle Bausteine verwenden.

installiert», sagt Tobias Meier, zuständiger Projektleiter bei der Energie 360° AG. Alle Strombezüge und Rückspeisungen ins Netz laufen über diesen zentralen Zähler. Im technischen Sinn ist das zweite Mehrfamilienhaus gar nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. In einem zweiten Schritt soll die Anlage mit einem Batteriespeicher ergänzt werden. «Diesen dimensionieren wir aufgrund der empirischen Verbrauchsdaten», sagt Meier. In der Schweiz gebe es zwar zahlreiche Simulationen, aber nur wenig effektive Daten zu Eigenverbrauchsprojekten im Wohnungsbau. Kein Wunder: PV-Anlagen für den Wohnbau wurden meist als KEVProjekte umgesetzt, grössere Anlagen sind hingegen meistens auf Gewerbeoder Industriebauten installiert. In Niederlenz prüfen die Verantwortlichen nun unter anderem, wie viel Effizienzpotenzial sich mit der Optimierung der Lasten, in diesem Fall also primär der Wärmepumpe, erschliessen lässt. «Wenn man das System gut kennt, ist diese Arbeit einfacher», sagt Meier, «man weiss dann genauer, welche

Massnahme welchen Nutzen bringt. Das macht es einfacher, die wirksamen Elemente einer Lösung für das nächste Projekt zu verwenden.»

KLUGE VERNETZUNG Die Vernetzung und bedarfsgerechte Steuerung aller Komponenten übernimmt die Steuerung von Smart Energy Link (SEL). Hauptaktionär der gleichnamigen Firma ist die Energie 360° AG. Jürg Grossen sowie die Elektrolink AG sind ebenfalls an SEL beteiligt. Der technische Kern von SEL geht auf das von Grossen mitentwickelte «Smart Grid ready»-Gebäude in Frutigen zurück, welches 2016 den Watt d’or in der Kategorie Energietechnologien gewann. Vom damals verbauten KNXSystem hat man sich inzwischen gelöst. «Dies ergab eine deutliche Vereinfachung. Wir verwenden nun einen Industrie-PC, den wir in die Hausverteilung einbauen. Die Kommunikation läuft dann zum Beispiel via Modbus, TCP / IP oder M-Bus», sagt Tobias Stahel, Geschäftsführer von SEL. Die aktuelle SEL-Steuerung beherrscht die Eigenverbrauchsoptimierung,

In Niederlenz steht vor allem die Eigenverbrauchsoptimierung im Fokus. SEL analysiert die PV-Produktion. «Je nach Verfügbarkeit steuern wir dann die beiden Wärmepumpen an. Die ersten 50 Prozent der Leistung sind fix, diese tasten wir nicht an. Die zweiten 50 Prozent können wir hingegen stufenlos ansteuern, so ist ein optimaler Abgleich möglich», erläutert Stahel. Während die Siedlung Ecoviva erst das dritte SEL-Objekt überhaupt ist, spielt das vierte öffentlich kommunizierte Projekt der Firma in einer anderen Liga: Das Energie­q uartier Hohlen in Huttwil (BE) umfasst bereits 96 Wohneinheiten. Laut Tobias Stahel gibt es keine Systemgrenze: «Wir haben offene Projektangebote mit mehreren hundert Einheiten.» SEL passe ideal zum neuen Energie­ gesetz, sagt der Geschäftsführer: «Mit Eigenverbrauchsgemeinschaften (EVG) sollen die lokalen Verbraucher möglichst intelligent zusammengeschaltet werden. Mit solchen Clustern kann man die Netzbelastung reduzieren und den ansonsten notwendigen Netzausbau zu grossen Teilen vermeiden.»

SMART ENERGY LINK KURZ ERKLÄRT Smart Energy Link (SEL) vernetzt Produzenten und Bezüger. Die Software ist modulartig aufgebaut und kann zum Beispiel eine PV-Anlage mit einer Wärmepumpe oder einer Ladestation für Elektrofahrzeuge verbinden. Ebenso sind Funktionen für die Abrechnung der Strombezüge, die Gebäudeautomation oder die Sicherheit eingebaut. Die Software ist beliebig skalierbar und eignet sich auch für Projekte mit mehreren hundert Einheiten. Derzeit grösstes Projekt ist das Energiequartier Hohlen in Huttwil (BE) mit 96 Wohneinheiten. www.smartenergylink.ch

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UMWELT & TECHNIK

ECOVIVA NIEDERLENZ Bauherrschaft: Reichmuth International AG, Zürich Architektur: AD Architektur Design GmbH, Zürich Generalunternehmung: Rhomberg Bau AG, Aarau Baumeisterarbeiten: Obrist Bau­ unternehmung AG, Wallenbach PV-Anlage, Energiecontracting: Energie 360° AG, Zürich Planung & Umsetzung Eigenverbrauchsoptimierung: SEL Smart Energy Link AG, Bern Elektroplanung: Bhen d Elektroplan GmbH, Suhr Elektroarbeiten: Hunkeler Elektro AG, Schönenwerd Gebäudetechnik-Planung, HLS-Arbeiten: Husi Sanitär Heizung GmbH, Wangen b. Olten Wärmepumpen: Cadena Systems AG, Frauenkappelen

RENTABLER TATBEWEIS Bauherr der beiden Mehrfamilienhäuser ist Tobias Reichmuth, Geschäftsführer der SUSI Partners AG. Die Unternehmung bietet eine vollständige Vorfinanzierung von Investitionen in energieeffiziente Infrastrukturen, erneuerbare Energien und dezentrale Energiespeicher. Allerdings investiert SUSI erst ab einem Projektvolumen von zehn Millionen, weshalb in Niederlenz die Reichmuth International AG als Bauherrin auftritt. «Der Klimawandel ist ein wichtiges Thema in der Immobilienentwicklung. Deshalb wollte ich einen Showcase bauen, der die Wirtschaftlichkeit dieser Lösung beweist», führt Tobias Reichmuth aus. Obwohl die beiden Häuser zu grossen Teilen energieautark seien, habe man das Projekt ohne Mehrkosten umsetzen können. «Das Gesamtpaket kostet nicht mehr als ein normales Steildach und eine Gasheizung», sagt Reichmuth. Aus wirtschaftlicher Sicht sei die Energielösung zwar ein Nullsummenspiel. Doch mit dem Contracting könne man als Bauherr die Anlagebetreuung

Ein zentraler Zähler für alle Wohnungen macht Stromablesen einfach.

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abgeben und sich auf das Kern­geschäft, also auf die Vermietung, konzentrieren: «Nachhaltige Gebäude sind gefragt, das haben wir rasch gemerkt. Vor allem ging es aber um den Beweis: Auch Renditeobjekte lassen sich dank schlauem Contracting mit erneuerbaren Energien realisieren», erklärt Reichmuth. Die Umsetzung dieses Anspruchs wäre vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen. «Wir hätten eine perfekte Ausrichtung der Grundrisse und einen Dachneigungswinkel von 25 Grad benötigt», sagt Architekt Paul Tirziu. Ganz so steil konnten die Pultdächer der beiden Häuser wegen der Vorschriften im Gestaltungsplan nicht gebaut werden. Doch dank der tiefen Modulpreise rechnet sich die Anlage trotzdem. «Den Solarstrom-Eigenverbrauch ohne Steuerung schätzen wir auf 30 bis 40 Prozent. Mit der Steuerung von SEL bringen wir diesen auf etwa 60 Prozent, mit dem Batteriespeicher sollten wir den Sprung auf 80 Prozent schaffen», sagt Tirziu. Wie bei vielen Aktivhaus-Konzepten ist auch in Niederlenz die Mobilität


UMWELT & TECHNIK

mitgedacht worden. Jeder Garagenplatz verfügt über eine mit 16 Ampère abgesicherte Steckdose, damit soll den Miet­ parteien der Umstieg auf ein Elektrofahrzeug so einfach wie möglich gemacht werden.

INNOVATIVE WEITERENTWICKLUNGEN Das Gesamtpaket aus Wärmepumpenheizung, eigenem Solarstrom, transparenter Abrechnung und E-Mobilität scheint anzukommen: Bis auf eine Dachwohnung waren alle Wohneinheiten in kürzester Zeit vermietet. «Wenn sich Nachhaltigkeit wirtschaftlich lohnt, hat niemand mehr Probleme damit. Wir waren in der Region die Ersten mit einem derartigen Konzept, doch institutionelle Investoren dürften jetzt rasch nachziehen», resümiert Tobias Reichmuth. Den nächsten Schritt hat er bereits vor Augen: «Es gibt immer mehr Produkte für Hybrid­ lösungen mit Photovoltaik und Solarthermie (PVT). Ein Dach mit PVT-Kollektoren müsste auch für Investoren interessant sein.»

Bauherr Tobias Reichmuth und Projektleiter Tobias Meier vor der Überbauung Ecoviva (v. l. n. r.).

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KOLUMNE

KLIMASÜNDERIN SCHWEIZ: DIE ZUKUNFT IST HIER von Tobias Stahel

I

m Bereich Gebäude und Verkehr ist die Schweiz eine Klimasünderin. Nur ein Beispiel: Die CO2-Bilanz unserer Gebäude ist viermal schlechter als jene in Schweden. Deswegen braucht es einen Gegenentwurf, der eine sinnhafte und motivierende Vision der komplett erneuerbaren Schweiz etabliert. Dazu gehören auch strenge CO2-Reduktionsvorgaben. Nur so fördert diese Vision das kreative und unkonventionelle Denken, und es entstehen spannende TechnologieInnovationen. Und genau diese neuen Produkte, Patente und Lösungen braucht es, um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken. Ein gutes Beispiel ist die Überbauung Ecoviva in Niederlenz (AG) mit der Smart-Energy-Link-Steuerung – dort wurde eine der ersten umfassenden Eigenverbrauchs-Energie­ lösungen für Wohnüberbauungen in der Schweiz umgesetzt. Hier produzieren die Liegenschaften eine minimale CO2-Belastung. Die Wärmeversorgung erfolgt durch zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen, der Strom für die Haushalte, Wärme und Elektroautos kommt von Photovoltaikanlagen auf dem Dach, und den Restverbrauch deckt 100-prozentiger Schweizer Wasserstrom. Wieso hält man an überholten und nicht mehr zeitgemässen Lösungen wie Ölheizungen fest, wenn man sieht, dass so etwas funktioniert? Das ist unverständlich. Mich begeistert unsere menschliche Fähigkeit zu lernen, uns zu entwickeln, mutig auszuprobieren und die begangenen Fehler in neue trag­ fähige Lösungen zu überführen. Neugier, Innovationskraft und Agilität treiben mich an. Allerdings ist es frustrierend zu sehen, dass im weit verbreiteten «Gärtchendenken» die Suche nach sinnvollen Synergien verloren geht. Anstatt sich zu vernetzen, grenzen die Fachbereiche Heizung, Sanitär, Elektroplanung, Solartechnik und Mobilität sich immer weiter ab. Dabei ist gerade eine Vernetzung der Schlüssel zum sinnhaften und wirtschaftlichen Energiesystem. Und der intelligente Eigenverbrauch das Herz der Lösung.

stimmt waren: Ecoviva verbindet auf intelligente Weise die Stromversorgung mit der Wärmeversorgung und der Elektromobilität. Gemeinsam mit dem Energieunternehmen Energie 360° und dem Wärmepumpenhersteller Cadena integrierten wir eine neu entwickelte Wärmepumpe. Diese lässt sich mit variabler Leistung ansteuern und kann so den Stromverbrauch optimal an den verfügbaren Solarstrom anpassen. Das optimiert den Eigenverbrauchsgrad der beiden Ecoviva-Gebäude. Ein Paradebeispiel, dem möglichst bald andere folgen werden. Egoistische Denkfehler sind jedoch immer noch die Regel. Es verärgert mich, wenn kurzfristige Mehr­investitionen stärker gewichtet werden als langfristige Kosteneinsparungen und Mehrbelastungen der Umwelt. Daher muss gemeinwohlorientiertes Unternehmertum der Leitstern sein: Innovative, pragmatische und langfristige Lösungen, die Nutzen stiften, sind gefragt. Dazu gehören das Rentabel-Machen von Investitionen in Eigenverbrauchslösungen und das Unterstützen von Bauherren, damit sie ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Ecoviva zum Beispiel entstand auch durch den Mut und Pioniergeist des Investors Tobias Reichmut. Mit seinem sozialen und nachhaltigen Mindset machte er dieses zukunftsweisende Projekt möglich. Und genau mit solchen Projekten, bei denen Energie intelligent gesteuert und verbraucht wird, geht die Schweiz einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Es ist Zeit, Hand anzulegen! Gemeinsam schaffen wir die Entwicklung von der Klimasünderin zum weltweiten Umweltvorbild.

TOBIAS STAHEL ist CEO bei Smart Energy Link (SEL) AG.

Deswegen ist Smart Energy Link mit dem Willen vorausgegangen, Dinge zusammenzubringen, die bisher nicht aufeinander abge-

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UMWELT & TECHNIK

NEUER SCHUB FÜR DIE SONNE GEWERBLICHE SOLARANLAGEN MIT NEUEN LÖSUNGEN von Lior Handelsman

Es öffnen sich neue Dimensionen durch geringeren Investitionsaufwand bei Gewerbeanlagen dank längerer Stränge. Es gibt aber einige Herausforderungen und eine Lösung.

Der optimierte Dreiklang: Leistungsoptimierer, Wechselrichter und Monitoring Portal.

M

it der zunehmenden Verbreitung gewerblicher Photovoltaikanlagen nimmt auch der Wettbewerb in puncto Anlagenrentabilität zu. Eine Möglichkeit für eine bessere Anlagenrentabilität ist dabei die Reduzierung des Investitionsaufwands beziehungsweise der Kosten im Vorfeld. Da Module und Wechselrichter bereits im Preis gesunken sind, gilt die Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit der Reduzierung des Investitionsaufwands nun den Systemtechnikkosten, die etwa zehn Prozent der Kosten von gewerblichen Aufdachanlagen ausmachen. Eine Anlage mit beispielsweise 120 Modulen wird typischerweise in vier Strängen mit jeweils 30 Modulen installiert; die dazugehörigen Kabel sind pro Anlage etwa 102 Meter lang. Zudem wird ein gesicherter Anschlusskasten benötigt, um alle Stränge miteinander zu verbinden. Mit der Installation von doppelt so langen Strängen würden weniger Stränge und damit auch weniger Kabel und kein gesicherter Anschlusskasten benötigt.

Auch wenn längere Stränge für Gewerbe­ anlagen einen wichtigen Vorteil bieten, so weist dieser Ansatz doch eine Reihe von Nachteilen und Begrenzungen auf. Dazu gehören höhere Bauteilkosten, eine schwierigere Beschaffung, Sicherheitsbedenken, elektrische Normen, die Verfügbarkeit von Geräten sowie unbekannte Auswirkungen auf die Module wie die potenzialinduzierte Degradation (PID). Darüber hinaus erfordert ein Anlagenbetrieb bei 1500 V eine spezielle, über den normalen Standard hinausgehende Prüfausrüstung, wie Isolationsmessgeräte, Multimeter oder Strom-SpannungskennlinienMessgeräte, die ebenfalls wesentlich teurer und schwieriger zu beschaffen sind als eine Standardausrüstung.

KOMPLEXER BETRIEBSMODUS Ein gänzlich anderer Weg zum Erzielen längerer Stränge ist das SolarEdge-System mit fester Strangspannung. Beim Festspannungsprinzip handelt es sich

um einen komplexen Betriebsmodus für Strangwechselrichter. Hierbei sind Leistungsoptimierer zur Anpassung des vom Wechselrichter kommenden Stroms erforderlich, während der Wechselrichter wiederum dafür sorgt, dass sich die Strangspannung auf einem für die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom optimalen Spannungsniveau bewegt – unabhängig von Stranglänge und Temperatur. Das bedeutet, dass die Stranglänge nicht mehr von der Spannung, sondern von der Leistung bestimmt wird. Dabei sind 100 Prozent längere Stränge als bei einem Einsatz von üblichen Strangwechselrichtern möglich, wobei die Spannung gleichzeitig unter 1000 V bleibt. Das Wechselrichtersystem von SolarEdge mit fester Strangspannung stellt deshalb im Vergleich der Alternativen die beste Wahl dar: Es bietet längere Stränge sowie Management und Überwachung auf Modul­ ebene. Dies hilft nicht nur bei der Reduzierung der Betriebs- und Wartungskosten, sondern erhöht auch die Anlagenbetriebszeit und den Energieertrag und sorgt damit für einen höheren Gewinn. Auch wenn 1500-V-Anlagen eine neue Technologie darstellen, auf die der Markt zum Erzielen längerer Stränge aktuell setzt – die intelligentere Wahl sind Wechsel­ richtersysteme mit fester Strangspannung, da diese sich bereits in der Praxis bewährt haben und zusätzlich helfen, die Systemkosten zu reduzieren.

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BEGRÜNTE GEBÄUDE DAS POTENZIAL VON VERTIKAL- UND DACHBEGRÜNUNGEN von Freya Mohr

Dachgärten sind schon länger ein Thema in der Architektur. Was im Stadtbild ausserdem immer mehr zu sehen ist, sind grüne Hauswände. Vertikale Gärten sind im Trend. Aber egal, ob auf dem Dach oder an der Fassade – das Grün hat einen positiven Effekt auf Klima, Umwelt und auf das Gebäude selbst. Pflanzen wirken beispielsweise temperaturausgleichend und filtern die Luft. Zudem werten sie das Stadtbild optisch auf. Bei der Begrünung mit Kletterpflanzen oder Pflanzgefässen an den Hauswänden ist jedoch einiges zu beachten. Auch wer ein Dach begrünen möchte, muss einige statische Grundlagen einberechnen. Worauf es ankommt, zeigen wir im Schwerpunkt Dach- und Fassadenbegrünung.


Begehbare Rankkonstruktion im MFO-Park mit bodengebundenen Gerüstkletterpflanzen.

HÄNGENDE GÄRTEN DACH- UND FASSADENBEGRÜNUNGEN FÜR EINE GRÜNE STADT von Bettina Tschander

Es sieht toll aus, wenn die ganze Fassade hinter einem grünen Blättermeer verschwindet und auf Dächern kleine Stadt-Dschungel entstehen. Aber für eine fachgerechte Dach- und Fassadenbegrünung gibt es einiges zu beachten.

G

ebäudebegrünungen können ein Puzzleteil für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung sein. Und sie können sich sowohl aus Sicht des Gebäudeeigentümers wie auch der Stadt lohnen. Denn wasserspeichernde Substratschichten und transpirierende Pflanzen wirken temperaturausgleichend und vermeiden so Strahlungsextreme auf das Gebäude. Als verhüllende Schicht reduzieren sie die Belastung der Bausubstanz durch Niederschläge und Luftschadstoffe. Das schützt die Gebäudematerialien vor mechanischer Überlastung und vorzeitiger chemischer Alterung. Sie können damit Kosten für Retentionsmassnahmen mindern. Gebäudebegrünungen

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haben auch einen Dämmeffekt, die Wirkung ist allerdings sowohl an der Fassade wie auf dem Dach stark systemabhängig. Ein klar positiver Effekt bezüglich der Einsparung von Kühlenergie lässt sich im Sommer verzeichnen, indem Begrünungen Gebäude im Sommer verschatten und als aktiv wasserverdunstende Fläche zur Kühlung beitragen. Alle diese Aspekte wirken sich langfristig auch ökonomisch günstig aus. Gebäudebegrünungen reduzieren also die Erwärmung der Bauten tagsüber und damit auch ihre nächtliche Wärmeabstrahlung. Dies ist von besonderer Bedeutung in stark versiegelten Flächen wie

in Verdichtungsgebieten oder im Innenstadtbereich, wo die Temperaturen deutlich erhöht und die Durchlüftung geringer ist. Gebäudebegrünungen reduzieren damit den Effekt der sommerlichen Wärme­ insel in der Stadt. Mit der baulichen Verdichtung geht auch ein kontinuierlicher Anstieg der Gebäudenutzflächen einher. Der Grün- und Freiraum wird infolgedessen knapper. Hier sind Freiräume auf begrünten Dachflächen oder Vertikalbegrünungen eine Ergänzung zum Freiraum am Boden. Vertikale Begrünungen erhöhen die Aufenthaltsqualität im unmittelbaren Umfeld des Gebäudes durch ihre Beschattung und Luftbefeuchtung, aber auch durch ihren optisch-ästhetischen Ausdruck.


© Grün Stadt Zürich

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Zudem filtern die Pflanzen Staub aus der Luft, absorbieren Gerüche, binden Feinstaub auf der Blattoberfläche und mindern den Stadtlärm. Nicht zuletzt sind Gebäudebegrünungen Ersatzlebensräume für Tiere und Pflanzen.

BEGRÜNUNG MIT KLETTERPFLANZEN Fassadenbegrünungen unterscheiden sich in bodengebundene Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen und wandgebundene Begrünungssysteme. Zudem gibt es Mischformen aus beiden Bauweisen. Bodengebundene Begrünungen erfolgen entweder durch Selbstklimmer, die sich direkt auf dem Mauerwerk mit Kletterorganen festhalten, oder durch einen leitbaren Bewuchs von Gerüstkletterpflanzen an einer separaten Kletterkonstruktion. Alle derartigen Begrünungen brauchen eine genügend grosse Bodenfläche für tiefe Wurzeln, denn in der Regel erfolgen sowohl Wasser- als auch Nährstoffversorgung über den Bodenanschluss mit Regenwasser und ohne weitere Massnahmen. Die Dauer bis zum vollständigen

Bewuchs ist von der Wuchsleistung der Pflanze abhängig, braucht aber etwa fünf bis 20 Jahre. Selbstklimmer eignen sich vor allem für intakte, riss- und fugenlose Massivwände. Bei gegebenen Voraussetzungen ist die Investition gering, und der Unterhalt beschränkt sich vor allem auf das Freihalten von Bauteilen, die nicht überwachsen werden dürfen. Begrünungen mit Gerüstkletterpflanzen ermöglichen hingegen eine grössere Artenvielfalt, und die Flächenwirkung ist bereits in etwa drei bis zwölf Jahren erzielt. Die separate Pflanzebene an der Rankhilfe gewährleistet den Zugang zur Mauer, was eine Begrünung von praktisch allen Bauweisen erlaubt. Das Klettergerüst ermöglicht auch die Leitung des Pflanzenwachstums, jedoch muss die Art des Gerüsts, der Durchmesser der Kletterhilfe, der Wandabstand oder die Distanz zwischen den Elementen auf die Kletterstrategie und die Wuchsstärke der gewählten Pflanzen abgestimmt werden. Im Idealfall sind Kletterhilfe, Pflanze und Gebäudestandort 

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gestalterisch und konstruktiv so gut aufeinander abgestimmt, dass eine langfristige, artgerechte Entwicklung der Pflanze ohne Schäden gewährleistet ist.

WANDGEBUNDENE BEGRÜNUNG

© Grün Stadt Zürich

Wandgebundene Begrünung mit Pflanzgefässen an einem Schweizer Einkaufszentrum.

Bei der wandgebundenen Begrünung gibt es Pflanzen in senkrechten Vegetationsflächen oder in horizontalen Vegetationsflächen, das sogenannte Regalsystem. Beide Varianten sind bodenfrei und brauchen darum eine gut angepasste Nährstoff- und Wasserzufuhr. Im Vergleich zu bodengebundenen Systemen sind der Gestaltungsspielraum und die Pflanzenauswahl gross und der vollständige Bewuchs wird in kurzer Zeit oder sofort erreicht. Jedoch ist diese Begrünung in der Regel mit einem mittleren bis hohen Investitions- und Pflegeaufwand verbunden. Ausserdem braucht es viel Detailwissen aus Statik, Gebäudekonstruktion und Garten- und Landschaftsbau. Sie sind komplexer als eine vorgespannte Kletterkonstruktion und deshalb weniger verbreitet. Regalsysteme bestehen aus übereinander angeordneten linearen Gefässen oder

Ökologisch wertvolles Dach: Sandinseln, Steinhaufen und Totholz dienen als Strukturelemente für Kleintiere.

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Töpfen, die auf einer Vorkonstruktion angebracht sind. Neben Kletterpflanzen können auch andere Lebensformen zum Einsatz kommen. Vertikale Vegetations­ flächen können modular oder flächig aufgebaut sein. Senkrecht stehende, substrathaltende Elementeinheiten – beispielsweise Gitterkörbe aus Metall oder Kunststoff, Kassetten oder Matten – montiert auf eine Unterkonstruktion haben Vorteile bei der Montage und beim Ersatz ausgefallener Elemente oder beim Weiterbau. Sie sind aber oft eher schwer. Flächige Systeme sind häufig aus Geotextilien aufgebaut und halten die Pflanzen in Schlitzen beziehungsweise aufgedoppelten Taschen mit Substrat. Diese Bauweise ist sehr leicht und erzielt ganzflächige, homogene Fassadenbilder.

DACHBEGRÜNUNGEN UND DACHGÄRTEN Bei einer Dachbegrünung sieht die Bauweise natürlich anders aus. Es lassen sich sowohl geneigte wie flache Dächer begrünen, wobei geneigte begrünte Dächer in unserer Region eine Sonderform sind. Bei Flachdächern gibt es zwei Arten der Begrü-

nung: extensiv und intensiv. Extensive Begrünungen sind kostengünstige und unterhaltsarme Begrünungen, meist mit Substratschüttungen bis etwa 15 Zentimetern Schichtdicke über einer auf der Abdichtung liegenden Schutzschicht. Die Drainfunktion kann als eigene Schicht oder über das Substrat gelöst werden. Das Substrat übernimmt die Wasser- und Nährstoffspeicherung für die Pflanzen und ermöglicht die Verwurzelung. Es gibt auch andere Formen mit vorkultivierten Textil-Substratsystemen oder mit Moosen bewachsene Stein- oder Ziegelplatten. Diese ermöglichen eine kurzfristige Flächenwirkung, sind aber mit höheren Investitionskosten verbunden. Extensive Dachbegrünungen sind Extremstandorte, die infolge des fehlenden Bodenanschlusses von länger andauernder Trockenheit, Extremtemperaturen, starken Windbewegungen, kurzzeitigen Überflutungen geprägt sind. Dies schränkt die Pflanzenwahl ein. Trotzdem erbringen auch Extensivbegrünungen verschiedene Ökosystemleistungen. Intensivbegrünungen versuchen, die Qualitäten des gewachsenen Bodens nachzu-

FACHTAGUNG «VERTIKALUND DACHBEGRÜNUNG» Im Rahmen der Ausstellung «Grün am Bau» präsentieren Fachleute die Bedeutung von Dach- und Vertikalgrün für die Kühlung von Gebäuden und das Stadtklima, wie Gebäudebegrünung und Energie­ gewinnung kombiniert werden können, wie sich Biodiversität mit Gebäudebegrünungen fördern lässt und zeigen Gestaltungsmöglichkeiten anhand realisierter Beispiele. Termin: Fachtagung am 20. September mit gefolgtem Exkursionshalbtag am 21. September 2018 Ort: Stadtgärtnerei Zürich Anmeldung: www.stadt-zuerich.ch/ gsz-fachtagung

bilden, wodurch die Pflanzenwahl stark erweitert wird. Höhere Substratschichten von 20 bis 50 Zentimetern ermöglichen vielfältige Gestaltungen mit Stauden, 

Unser Versprechen: MEHR ZUHAUSE.

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auch höhere Ansprüche an Wasserzufuhr, Entwässerung und Nährstoffversorgung und brauchen kontinuierliche Versorgungsund Pflegemassnahmen.

RECHTLICHE GRUNDLAGEN Die Bau- und Zonenordnung BZO der Stadt Zürich schreibt bei Flachdachbauten seit 1991 die Begrünung der Dachflächen vor. Seit April 2015 muss diese ökologisch wertvoll sein und auch dort erstellt werden, wo Solaranlagen installiert sind. Im Gegensatz zu Dachbegrünungen existiert weder im Planungs- und Baugesetz des Kantons Zürich (PBG) noch in der Bauordnung der Stadt Zürich (BZO) eine grundeigentümerverbindliche Bestimmung betreffend Vertikalbegrünung. Die

Ausgangslage ist also für Dachbegrünungen und Vertikalbegrünungen ziemlich verschieden. Deswegen bietet beispielsweise Grün Stadt Zürich Beratungen für die Umsetzung von Gebäudebegrünungen an, stellt verschiedene Checklisten, Beispiele und Informationen zur Verfügung, vermittelt Fachpersonen und ermöglicht eine kostenlose Umsetzungsbegleitung.

BETTINA TSCHANDER ist Projektleiterin Fachbereich Naturschutz bei Grün Stadt Zürich. www.stadt-zuerich.ch/gsz

© Grün Stadt Zürich

Kräutern, Gräsern, Geophyten, Rasen­ flächen bis zu mittleren Sträuchern. Für Grosssträucher und Kleinbäume ist die Substratschicht punktuell auf 60 bis 80 Zentimeter zu erhöhen. Es kommen nicht einzelne Pflanzkübel zum Einsatz, sondern es werden flächige Vegetationstragschichten mit integrierten Terrassenflächen geschaffen. Das ermöglicht nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten für Dachgärten. Hier bestehen vielfältige Wechselbeziehungen zwischen Architektur, Vegetation und Nutzung, welche die Planung beeinflussen. Für Dachgärten ist mit Lasten ab 300 kg / m2 bis 1 000 kg / m2 zu rechnen. Zum Gewicht der Bepflanzung kommt je nach Nutzung die sogenannte Nutz- und Verkehrslast hinzu. Sie stellen

Oase über den Dächern: intensiv und extensiv begrünter Dachgarten mit Bäumen, Gehölzen und Ruderalvegetation.

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Fassadenbegrünung umsetzen – von der Idee über das Engineering bis zur Ausführung.

FEDERFÜHREND IM FASSADENBAU FASSADENBEGRÜNUNG EINFACH GEMACHT von Anastasia Ruckelshausen

Heutzutage wächst der Garten immer öfters auch vertikal am Haus entlang. Das sieht nicht nur schön aus, sondern schützt auch die Fassade und verbessert das Raumklima. Damit die Begrünung an der Fassade hält, unterstützt Thür + Co. als Spezialist für technische Federn von der Idee bis zum Engineering.

G

rüne Fassaden sind im Trend. Sie bringen auch bei knappen Platzverhältnissen grosse Grünflächen in Quartiere und Siedlungen, filtern Staubpartikel aus der Luft, wirken schalldämpfend und wärmedämmend. Eine dichte Blätterwand kann ausserdem die Lebensdauer der Fassade verlängern, denn sie schützt vor Nässe und UV-Strahlen. Damit die grüne Wand jedoch hält, benötigt es die richtige Technik.

gewährleisten und um das enorme Potenzial von grünen Fassaden auszuschöpfen, braucht es erfahrene Federspezialisten. Als Berater, Konstrukteur und Ausführer unterstützt die Thür + Co. AG Federnfabrik ihre Kunden tatkräftig bei Projekten zur Fassadenbegrünung. Das Unternehmen begleitet die Kunden von der Idee über das Engineering bis hin zur definitiven Ausführung und Anwendung.

Gerade in den Neunzigerjahren hat sich im Bausektor die Fassadentechnik enorm weiterentwickelt. Die moderne Gebäudehülle muss heute sowohl Gebäudetechnik, Bauphysik und Tragwerk als auch Architektur in Einklang bringen. Um dies zu

Thür + Co. ist Spezialist für technische Federn in allen Bereichen der Bauwirtschaft. Das 1947 gegründete Traditionsunternehmen im Bereich Federn, Draht- und Stanzartikel hat seit Anbeginn nicht nur konventionelle Federn hergestellt, sondern sich auf

HINTER DER FASSADE

Nischenmärkte konzentriert. Das Angebot reicht von individuellen, massgeschneiderten Produkten bis hin zu Grossserien. Der hohe Automationsgrad erlaubt es der Firma, einfache wie auch komplexe Federn und Drahtbiegeteile zu fertigen – kostengünstig und genau. Der Spezialist für technische Federn steht seinen Kunden auch bei Grossprojekten mit Rat und Tat zur Seite. Von Federclips über Montagebügel zu Spann- und Verbindungselementen fertigt das Unternehmen für den Bausektor so ziemlich alles an, was es zu realisieren gibt. Thür + Co. kann jeden Auftrag professionell «abfedern» oder «zurechtbiegen», denn es gehört zum Kundenservice, technische Herausforderungen anzunehmen.

Thür + Co. AG Federnfabrik | Riedwiesenstrasse 16-18 | CH-8305 Dietlikon | Tel. +41 (0) 44 807 44 11 | info@thuer-co.ch | www.thuer-co.ch

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Grün an der Fassade kann nicht nur optisch glänzen. Es hilft auch bei Themen wie Klima, Energie und Schall.

BEGRÜNUNG MIT SYSTEM DIE HERAUSFORDERUNGEN AN DER FASSADE Interview mit Yves Ramseyer von Georg Lutz

Nachhaltiges Grün an der Fassade muss heute verschiedene Herausforderungen unter einen Hut platzieren können. Es ist schnell montierbar, robust und lässt die ganze Welt der grünen Lösungen aufblühen. Die Pflanzen erhalten einen optimalen Abstand zur Fassade und tragen mit ihrer Blätterpracht zu einer angenehmen Wärmedämmung der eigenen vier Wände bei. Voilà: Im folgenden Interview präsentieren wir den KletterMax.

W

elches Fassadengrün bevorzugen Frau und Herr Schweizer? Grundsätzlich gewinnt die Kombination der Themen Fassade und Grün an Bedeutung. Das hat aber nicht nur optische Gründe. Es gibt heute mehr Vorgaben von den Gemeinden und Kantonen, die dem Thema Grünflächen stärkere Bedeutung zukommen lassen. Daher denken Käufer und Verkäufer zunehmend in Szenarien, bei denen das Thema Grün an der Fassade in der Agenda etwas weiter nach oben rutscht. Um welche Grünpflanzen geht es da? Nicht nur ich habe da vermutlich immer noch das Thema Efeu im Hinterkopf. Ja, weil früher Efeu der grösste Horror für die Fassade und damit den Eigentümer war. Man zog den Efeu direkt auf die Fassade. Wenn er nach zehn Jahren entfernt wurde, riss er Farbe und Putz der Fassade gleich mit weg. Bei dem Produkt Ihres Hauses, dem KletterMax und anderen modernen Lösungen, ist das nicht mehr der Fall?

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Nein, man arbeitet heute immer mit einem gewissen Abstand zur Fassade. Dann geht es auch darum, je nach Pflanze, individuelle Lösungen zu finden. Wir besprechen mit dem Kunden in der Planungsphase die unterschiedlichen Möglichkeiten. Warum? Da man zu passenden Lösungen kommen will. Es macht keinen Sinn, Hopfen auf der Südseite einzusetzen, denn er verkümmert unter der prallen Sonneneinstrahlung. Viele Kunden kaufen auch eine Kletter­ lösung und setzen dann Pflanzen ein, die auf den ersten Blick gut aussehen, aber nicht zur Fassade passen oder sie legen einen zu weiten oder zu nahen Abstand.

«Unser Motto heisst: Geht nicht, gibt’s nicht!»

Auch das verwendete Material kann von minderer Qualität sein. Hier kann es böse Überraschungen geben. Expertinnen und Experten müssen an Bord. Jetzt wollen wir aber die positiven Botschaften hören. Es gibt viele spannende Möglichkeiten. Manchmal passen Spalierpflanzen, vielleicht eine Aprikose oder Glyzine, sprich Blauregen. Vielleicht wollen Sie auch eine tropische Trompetenblume oder ein Rosenspalier … … Ja, ich sehe schon viele schöne grüne Fassaden vor mir. Kommen wir konkret zum KletterMax. Aus welchem Material ist er? Da sind wir auf der nachhaltigen Seite. Wir arbeiten hier seit über 25 Jahren mit witterungsbeständigem Chromstahl. So gibt es keine Rostprobleme. Auch im Bereich der Befestigung verwenden wir nur Chromstahl. Wie wird der KletterMax befestigt? Es gibt ja sicher unterschiedliche Untergründe und Techniken.


Genau, wir arbeiten auf allen Untergründen. Unser Motto heisst: Geht nicht, gibt’s nicht! Bei Betonfassaden kann man direkt mit Chromstahldübel injizieren und verwendet dazu einen ZweikomponentenLeim. Dieser kommt übrigens auch aus unserem Hause. Auf Backstein können wir mit leichteren Verankerungen arbeiten. Hier kommen auch Nylonnetze und Zweikomponenten-Leim zum Einsatz. Bei einem Rosenspalier reichen oft normale Nylondübel. Jetzt haben Sie es heute oft mit einer zusätzlichen Aussenisolation zu tun. Wärmedämmung ist ein wichtiges Thema. Für Sie ist das vermutlich aber eine besondere Herausforderung? Hier arbeiten wir natürlich auch mit Chromstahl und verlängerten Ankern. Gleichzeitig achten wir auf das Thema Feuchtigkeit, damit schlussendlich kein Wasser eindringen kann. Wir injizieren Material, um das Thema Feuchtigkeitsdruck zu bearbeiten. Da gilt es, sich immer im Vorfeld mit dem Bauherren oder Architekten auszutauschen. Der KletterMax steht und fällt mit der richtigen Montage. Brauchen nicht unterschiedliche Pflanzen auch unterschiedliche Befestigungssysteme? Da liegen Sie richtig. Daher verfügt der KletterMax auch über eine leichtere und günstigere Version, zum Beispiel bei der Montage der Clematis ist das eine sehr gute Lösung. Diese Montage ist viel einfacher und nicht gleich zeitaufwendig. Fassaden sind heute, was die Fläche betrifft, sehr unterschiedlich. Wie gehen Sie mit dieser Herausforderung um? Bei grossflächigen Fassaden arbeiten wir zusätzlich mit Chromstahlnetzen. Es geht beim Thema Grün an der Fassade um optische Kriterien. Um was geht es noch? Wie sieht es beispielsweise mit Schallschutz aus? Der KletterMax kann ein Sichtschutz sein und, wenn das Grün möglichst vollständig die Fläche abdeckt, auch Schall abdämpfen. Mit der Begrünung erreicht man ein besseres Wohnklima und einen besseren Luftfeuchtigkeitshaushalt, dies gilt vor allem auch für das Raumklima in einem Grossraumbüro.

Die Wahl des richtigen Grüns und der richtigen Verankerung steht auf der Agenda.

Gibt es neben Outdoor- auch IndoorLösungen? Ja, das ist klar auf das jeweilige Objekt bezogen. Sie können mit dem KletterMax verschiedenste Formen fahren, je nach Pflanze, gibt es viele Möglichkeiten. Da kann auch die Kommunikation der Aussen­ architektur mit der der Innenarchitektur ein Thema sein. Es geht ja auch immer um einen Eye Catcher. Begrünung im Büro ist auch immer mehr ein Thema.

Qualität. Unsere Montagen haben auf Jahre hinaus Bestand. Dafür geben wir dem Kunden auch eine Garantie ab. Wer heute einen KletterMax anschaut, welcher vor 20 Jahren montiert wurde, sieht eigentlich eine neue Lösung vor sich und kein altes Modell.

Wie sieht der Markt in der Schweiz aus und wie positionieren Sie sich da? Tendenz zurzeit klar steigend, da die Begrünung der Fassaden an Bedeutung gewonnen hat. Zudem wird heute mehr Wert auf gute Qualität und Beratung gelegt. Wir betreuen die Kunden im Vorfeld und auch später nach der Aufrichtung mit Servicedienstleistungen. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Gärtnern wichtig. Wir kennen im Gegensatz zum Gärtner nicht jede Pflanze. Das ist ein Unterschied zu einigen Billig­ anbietern, die es ja auch in Ihrer Branche gibt. Worauf legen Sie bei diesem Thema Ihren Fokus? Wir sind ein vergleichsweises kleines Unternehmen und setzen auf kompromisslose

Yves Ramseyer ist Verkaufsberater und arbeitet im Aussendienst der Neofas AG.

Neofas AG | Ringstrasse 24 | CH-8317 Tagelswangen | Tel. +41 (0) 52 354 51 00 | info@neofas.ch | www.neofas.ch

Ausgabe 03/2018 // Seite 127


KOLUMNE

BEGRÜNUNG IN DER DRITTEN DIMENSION von Anna Pletscher

D

ie Rede ist von der weltweit steigenden Zahl städtischer Bauprojekte, die Vertikalbegrünung in grösserem Umfang in ihre Planung integrieren. Die Fassadenbegrünung spielt dabei neben der ökologischen zunehmend auch eine ökonomische Rolle. Möglicherweise dem eigenen hohen Leidensdruck geschuldet, hat sich Asien bereits auf den Weg gemacht, diese Potenziale als innovativer Vorreiter für sich zu nutzen. So begegnet China seinem unerträglichen Smog mit sogenannten «Waldstädten». Sämtliche Gebäude sind komplett mit Pflanzen bedeckt und dienen sowohl als leistungsstarke CO2-Filter wie auch grüner Lebensraum für Mensch, Flora und Fauna. Darüber hinaus fungieren die begrünten Fassaden bei Hitze als natürliches Kühlsystem, bei Kälte als Isolation. Das spart wertvolle Ressourcen. Bis zu 200 Hochhäuser sind geplant, die ersten sollen bereits 2020 fertiggestellt sein. Ein weiteres, gern und viel zitiertes Beispiel ist Singapur. Dort ist der Dschungel schon deutlich sichtbar in die Stadt zurückgekehrt und erhöht damit die gebotene Lebensqualität erheblich. Zusätzlich gewinnt die «Glitzermetropole» weitere Attraktivität als lebenswerte Wirtschaftsmetropole. Die Vorteile des senkrechten Grüns liegen klar auf der Hand. Doch bisher zeigt sich Europa, insbesondere die D-A-CH Region, zurückhaltend in der Realisierung zukunftsweisender Fassadenbegrünung in urbanen Arbeits- und Lebensräumen. Worauf und vor allem wie lang wollen wir noch warten? Insbesondere angesichts der auch hier klimatisch und ökologisch auf einen «Infarkt» zusteuernden Städte. Dieser Sommer zeigt es deutlich. Immerhin – erste Projekte mit begrünten Wohnhausfassaden in Wien machen von sich reden. In Zürich steht die erste begrünte Fassade eines Geschäftshauses in einer Schweizer Innenstadt kurz vor der Bewilligungsphase. Was spricht ausserdem dafür, die (noch) Ausnahmeerscheinung der Vertikalbegrünung zum «Normalfall» zu machen? Ist sie nicht

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einfach logische Konsequenz? Ist es nicht völlig nachvollziehbar, dass Menschen zum eigenen Wohl die grüne Natur mindestens ebenso gerne auf Augenhöhe und damit vertikal wie horizontal geniessen – also förmlich in Grün «baden»? Dies beweist unter anderem das bereits 1982 von den japanischen Forstbehörden angeregte Waldbaden «Shirinyoku». Es ist längst als wirksame Stress-Management-Methode anerkannt und jetzt bei uns angekommen. Vertikalbegrünung ist sowohl hinsichtlich ihrer Wirksamkeit als auch ihrer Einsatzmöglichkeiten ein Multitalent. Sie hat viele Ausprägungen, die sich für eine lebensgerechte Landschafts- und Städteplanung geradezu anbieten. Dazu zählen begrünte Lärm- und Sichtschutzwände. Ergänzend zu ihrem vorrangigen Zweck tragen sie zu besserer Luft bei und gewähren zusätzlichen Lebensraum für Flora und Fauna. Auch Dachbegrünungen gehören zu diesen «hidden champions». Mittels vertikaler Installationen ermöglichen sie, den grünen Lebensraum auf dem Dach weiter nach oben auszudehnen. Zu guter Letzt empfiehlt sich das Hochbeet als Bestandteil der Dachbegrünung. Bisher hauptsächlich als komfortabel erhöhte horizontale Anbaufläche genutzt, erweitert sich durch vertikale Ausrichtung ebenso der Einsatzort wie die Nutzfläche. Der Moment, auch hier richtig «loszulegen», freie vertikale Flächen in Städten als Grünraum zu gestalten, ist jetzt – wann sonst? Die Zeit ist längst reif für Begrünung in der dritten Dimension.

ANNA PLETSCHER ist Expertin für begrünbare Lärm- / Schallschutzwände sowie Vertikalbegrünung und Inhaberin der Naturawall Schweiz GmbH. www.naturawall.ch


Sie möchten Ihre Fassade begrünen und suchen dafür die optimale Lösung? Mit KletterMax bieten wir Ihnen ein ausgeklügeltes System für Ihr Fassadengrün. KletterMax ist leicht und auf allen Unterlagen montierbar, rostet nicht und lässt sich beliebig neu zusammenbauen. So dass Ihr Spalierobst, Ihre Kletterrosen und Clematis wunderschön aufblühen und nicht durch die abgestrahlte Wärme der Wand verbrannt werden. Fassadenbegrünungen sehen nicht nur schön aus, ihr Schattenwurf fungiert auch als Wärmedämmung und trägt zu einem angenehmen Wohnklima bei. Setzen Sie auf KletterMax und lassen Sie Ihre Pflanzen in den Himmel wachsen. Neofas AG Ringstrasse 24 CH-8317 Tagelswangen Telefon +41 52 354 51 00 www.neofas.ch


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VORSCHAU &  IMPRESSUM

VORSCHAU DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT IM NOVEMBER 2018 Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda:

Gefahren minimieren Sicherheit im Türen- und Fensterbau

Höhenunterschiede erschliessen Zwischen den Welten – Neue Treppengenerationen

Urbane Lebensqualität Nutzung und Gestaltung öffentlicher Räume

Komfortabel wohnen Passende Lösungen – Wohnen im Alter

Heimische Materialien Bauen mit Schweizer Holz

Gute Luft Prima Klima im Innenraum

Herausgeber rundschauMEDIEN AG St. Jakob-Strasse 110 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon +41 61 335 60 80 Telefax +41 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch Verleger Francesco J. Ciringione Verlagsleitung Hasan Dursun h.dursun@rundschaumedien.ch Mitglied der Geschäftsleitung Boris Jaeggi b.jaeggi@rundschaumedien.ch Serhat Tok s.tok@rundschaumedien.ch Projektleitung Carmen Helde c.helde@rundschaumedien.ch Verkauf & Marketing Michele Zito m.zito@rundschaumedien.ch Chefredaktion Georg Lutz g.lutz@rundschaumedien.ch

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Redaktion Freya Mohr f.mohr@rundschaumedien.ch Leitung Produktion & Grafik Lorena Saum l.saum@rundschaumedien.ch Korrektorat / Lektorat Brigitte Battaglia Aboservice info@rundschaumedien.ch Autoren Tobias Achermann Sabrina Bjöörn Fabian Bolliger Stefan Brentano Fabian Cortesi Tobias Gärtner Karsten Große Lone K. Halvorsen Lior Handelsman Alois Koller Dr. Andrea Leu Manuela Olgiati Anna Pletscher Anastasia Ruckelshausen Peter Rüegg Pierre Schoeffel Nadine Sünneke Helen Stacher

Saubere Umwelt Umgang mit neuen Schadstoffen Atmosphärisch Beleuchtet Licht im Garten Umgebungswärme nutzen Einbringen von Wärmepumpen in das Energienetz

Tobias Stahel Michael Staub Thomas Staub Andreas Trefz Simon Trümpler Bettina Tschander Dipl.-Ing. Jürgen Benitz-Wildenburg Ulrich Wilms Interviews Albert Baltensperger Riccardo Bonetti Andreas Breschan Yves Hohermuth Bernd Kanzinger Urs Nüesch Daniel Portner Yves Ramseyer Edwin Roobol Jennifer C. Zeltner Titelbild Zug Estates AG Bilder 3M (Schweiz) GmbH Alltron AG alpha innotec Argolite Axis Communications Conrad Electronic AG Daniel Hager Energie 360° AG

GNI Gebäude Netzwerk Initiative Gruner AG Hörmann Schweiz AG iBricks Solutions AG ift Rosenheim JELD-WEN Schweiz AG Keller Spiegelschränke AG Neofas AG NOX-LICHT® Nüesch Partner Architekten Nüesch Partner Entwicklungen SENS eRecycling Shutterstock Solarmarkt GmbH Swisslux AG SYMPATRON AG Thür + Co. AG Federnfabrik TRILUX AG Wismer + Partner AG Zug Estates AG Jahresabo Vier Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 5.90 info@rundschaumedien.ch ISSN 2504-1142 Wiedergabe von Artikeln und Bildern auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von der Redaktion und dem Verlag jede Haftung abgelehnt.


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Gruner – Und der Plan geht auf.

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