Issuu on Google+

Spedizione Spedizione in in a.p. a.p. –- 70% 70% –- Filiale Filiale di di Bolzano Bolzano

MITTEILUNGEN MITIEILUNGEN UND UND NACHRICHTEN NACHRICHTEN AUS AUS MOOS, MOOS, ST. ST. LEONHARD LEONHARD UND UND ST. ST. MARTIN MARTIN 15. 11. Jahrgang Jahrgang –- Nr. Nr. 35 17

.

September März 2002 1998

Das "HEILIGE GRAB" In Moos Dieses großartige Werk stammt von Josef Haller, dem bedeutendsten Künstler der Passeirer Malerschule. Seine Arbeiten zählen zu den wichtigsten Werken tirolischen und österreichischen Rokokos.

Das "Heilige Grab" in Moos hat Haller 1771 begonnen. Im Frühjahr 1773 wollte er es vollenden, erkrankte aber in Moos und starb am 3. Mai desselben Jahres, erst 36 jährig, in St. Martin. Dieses wunderbare Kunstwerk wird in der Literatur nur von Beda Weber erwähnt, blieb sonst also

völlig unbekannt. Erst Barbara Zingerle hat es 1978 bei ihrer Dissertation über .Joset Haller - Ein Beitrag zur Erforschung der Tiroler Rokokomalerei" am Dachboden des Mooser Widums aufgestöbert. Sie schreibt: "Ich konnte im

Besitz der Pfarre von Moos zwei Leinwandrollen ausfindig machen, die sich als Überreste des unvollendet gebliebenen Heiligen Grabes entpuppten. Die Leinwandteile befinden sich, seit fast zwei Jahrhunderten zusammengerollt und schutzlos aufbewahrt, in sehr schlechtem Zustand. Nur ein Detail ist

noch auf den orginalen Rahmen gespannt und dementsprechend besser erhalten ..... Insgesamt sind noch 22 Leinwandstücke erhalten, die sich zu vier Kulissen zusammensetzen lassen. Davon sind die erste und die vierte fertig bemalt, die beiden Zwischenstücke blieben unvollendet ..... Es fehlt vor allem die ganze Sockelzone, die möglicherweise beim Ableben Hallers noch nicht hergestellt war." Inzwischen wurde dieses Kunstwerk mit beträchtlichem finanziellem Aufwand vom Kunstrestaurator Hubert Mayr aus Percha restauriert und auf Rahmen aufgezogen. In der Karwoche 1997 wurde es zum erstenmal in der Kirche von Moos aufgestellt. Es füllt fast den ganzen Altarraum, da die erste Kulisse ein Ausmaß von 4 x 3,25 m hat und die vier Kulissen in einem bestimmten Abstand stehen müssen um Raum- und Tiefenwirkung zu vermitteln. Der interessanteste Teil des großen Werkes ist natürlich die erste Kulisse als Schauseite. Sie weist eine Säulen- und Bogenarchitektur mit Verzierungen im Rokokostil auf, die durch den Kontrast der kräftigen Farben eine großartige Wirkung erzielt. Belebt wird der gewaltige Aufbau durch vier Figuren, unten die Evangelisten Lukas und Johannes und über dem Mittelbogen zwei Figuren, die wahrscheinlich das Alte und das Neue Testament versinnbiiden. Die zweite und die dritte Kulisse (3,25 m bzw. 3 m hoch) weisen dieselben


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 2 / Nr. 17

Architektur- und Ornamentteile auf wie die erste und dienen als malerisches Füllwerk für eine tiefere Raumvortäuschung. Die vierte Kulisse (3 x 1,05 m) schließt den Hintergrund ab. Auf ihr ist unten ein Ziergarten mit einem Springbrunnen zu sehen, darüber der blaue Himmel mit einem leuchtenden Strahlenkranz. Vor dieses Bild wird am Karsamstag die Statue des ins Grab gelegten Christus hingelegt, am Ostersonntag steht die Statue des Auferstandenen vor dem Strahlenkranz. Das "Heilige Grab" in Moos wird auch heuer wieder vom Gründonnerstag bis zum Osterdienstag in der Kirche aufgestellt sein, nicht nur zum Bewundern der großen künstlerischen Leistung von Josef Haller sondern auch zur besinnlichen Betrachtung des Ostergeheimnisses. K.L.

Grundlehrgang für Holz und Metall in Gomion Seit Jahren gibt es in Passeier Bestrebungen, für Mittelschüler, die keine Lehrstelle finden oder sich nicht für einen bestimmten Berufszweig entscheiden können, einen Grundlehrgang anzubieten, welcher sie in die Berufswelt einführt und ihnen mehrere Berufszweige näher bringt. Mit Beginn des Schuljahres 98/99 wird es in Gomion einen

Grundlehrgang für Holz und Metall geben. Nach diesem Jahr im Grundlehrgang kann ein Schüler in die Fachschule für Holz oder jene für Metall weitergehen, oder eine Lehrstelle auch während des Schuljahres annehmen und die Berufsschule besuchen. Der Grundlehrgang wird dabei als Lehrjahr anerkannt. Bisher waren alle Versuche einer Berufsschule in Passeier an

mangelnden Schulräumen gescheitert. Als in diesem Jahr bekannt wurde, daß die Grundschule in Gomion auf Grund zu geringer Schülerzahlen aufgelassen würde, haben die Gemeindeverwalter von St. Leonhard die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sind bei der Landesberufschule Meran vorstellig geworden. Der zuständige Direktor, Dr. Albert Ganterer, hat für das Vorhaben sofort Interesse gezeigt, da viele Passeirer in Meran solche Grundlehrgänge besuchen und gerade für den Bereich Holz und Metall Engpässe bestehen, weil in Meran nicht genügend Plätze zur Verfügung stehen. Nach mehreren Besichtigungen in Gomion und Aussprachen hat man sich auf folgendes Konzept geeinigt, welches auch die Unterstützung des zuständigen Abteilungsdirektors Dr. Andergassen gefunden hat. Der theoretische Unterricht sowie der praktische Unterricht im Bereich Holz wird in Gomion an 4 Tagen in der Woche durchgeführt, der praktische Unterricht für Metall am 5. Tag in der Berufschule in Meran. Die Unterrichtszeit geht wie an Landesberufsschulen üblich von 8.00 bis 18.00 Uhr, wobei das Mittagessen in der Mittagspause in einem Gasthaus in St.

Leonhard bei einem Unkostenbeitrag des Schülers eingenommen wird. Der Schülertransport erfolgt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wobei Gomion problemlos mit dem Bus sowohl von St. Leonhard / St. Martin wie von Moos aus erreichbar ist. Es stehen Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Einschreibungen erfolgen beginnend mit dem 2. Mai in der Landesberufsschule Meran, welche auch im Falle von Fragen Auskunft gibt. Sie hat ihren Sitz in der Galileistraße 55 und ist unter der Telefonnummer 237609 erreichbar. Die Gemeindeverwaltung von St. Leonhard wird die notwendigen Umbauarbeiten in die Wege leiten, die sich aber in Grenzen halten. Sie hofft, daß sie mit diesem Grundlehrgang für Holz und Metall einen Beitrag sowohl für unser Handwerk leisten kann, welches wertvolle Arbeitsplätze zur Verfügung stellt und Facharbeiter braucht, als auch für unsere Jugendlichen, welche sich oft nach der Mittelschule schwer für einen Beruf entscheiden können. Wer eine Berufsausbildung vorweisen kann, tut sich im Leben leichter, auch wenn man sich in Zukunft auf einen häufigeren Berufswechsel einstellen muß. Konrad Pfitscher


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 3 / Nr. 17

Moos: Haushalt 1998 genehmigt! In der letzten Gemeinderatssitzung wurde der Haushalt für das Jahr 1998 mit einem Gesamtumfang von 7,6 Miliarden Lire genehmigt. Davon entfallen 2,8 Milliarden auf die laufenden Ausgaben, 1 Milliarde auf die Entlohnung der Angestellten und Verwalter und 3,5 Milliarden auf Investitionen. Diese wiederum setzen sich aus folgenden wichtigsten Posten zusammen:

500.000.000

Ankauf eines Arztambulatoriums Errichtung

eines Festplatzes

30.000.000

in der neuen Sportzone

40.000.000

Beitrag an die Skilift Pfelders GmbH (letzte Rate)

15.000.000

Beiträge an die Pfarreien

Beitrag an die FF Platt für den Ankauf eines neuen Fahrzeuges Außerordentliche

Instandhaltung

der Grundschulen

Zivilschutzbauten

(Stein-, Eisschlag-

und Rutschhangverbauungen

sowie Wasserlaufregulierungen) Erweiterung

des Friedhofes

Quellfassung

"Sticklberg"

Kanalisierung

"Grünboden"

Umgestaltung Instandhaltung Verschiedene

und Trinkwasserleitung

157.000.000 50.000.000

in Moos

für die Erschließung

Anschaffungen

1.000.000.000 300.000.000

Hahnebaum

100.000.000

der Straßen und Plätze

Ausführungsprojekt

25.000.000

700.000.000

in Pfelders

des Schulhofes

25.000.000

40.000.000

der Handwerkerzone

80.000.000

für das E-Werk

Außerdem sollen für den Jugendraum in Stuls die Einrichtung angekauft sowie für den Neubau einer Feuerwehrhalle in Platt und von Vereinslokalen in Rabenstein die Voraussetzungen geschaffen werden. Der Grundankauf und die Projektierung für den Neubau eines Kindergartens in Moos soll durch den Verkauf der Obstwiesen (ex EGA) in Gargazon finanziert werden. J.K.

Eine Behindertenwerkstatt Endlich ist es soweit, die Behindertenwerkstatt in St. Leonhard steht. Viele Jahre lang haben vor allem die Eltern Behinderter versucht, in Passeier eine Werkstatt zu bekommen, um ihren Kindern den weiten Weg nach Meran und den oft beschwerlichen Transport zu ersparen. Unzählige Treffen fanden statt, viele Standorte wurden vorgeschlagen und wieder verworfen oder abgelehnt. Als man fast schon die Hoffnung aufgab, schlug die Gemeindeverwaltung von St. Leonhard das Erdgeschoß der Grundschule als Standort vor. Dieser weist viele Vorteile auf, denn er ist zentral gelegen, die Einbindung der Betreuten in die Schul- und Dorfgemeinschaft ist garantiert und leichter, Behinderte können ohne weiteres zu Fuß dorthin kommen. Wie aber die Zustimmung aller bekommen? Aber weit gefehlt! Die Schulverwaltung und die Lehrer erklärten sich mit dieser Lösung einverstanden, der zuständige Landesassessor Dr. Otto Saurer sagte der Gemeinde die Finanzierung zu und beauftragte sie mit dem Bau. Zugleich mit der Grundschule wurde auch der Be-

für Passeier

reich der Werkstatt saniert und von unseren Handwerkern mustergültig ausgebaut, wobei der Arch. Gamper Paul aus Meran die Planung und Bauleitung inne hatte. Die Einrichtung und Ausstattung der Werkstatt aber führte die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt durch, in Absprache mit den Betreuern und Betreuten, welche hier unterkommen sollten. Viele haben zum guten Gelingen beigetragen, deshalb werden bei der Einweihung auch neben Landesrat Dr. Otto Saurer, dem unser besonderer Dank gebührt, für die Gemeinde der Bürgermeister Dr. Konrad Pfitscher und der Sozialassessor Dr. Albin Pixner das Wort ergreifen und für die Bezirksgemeinschaft der Präsident Ignaz Ladurner und Assessor Walter Schönweger. Es bleibt zu hoffen, daß der Segen Gottes, den unser Pfarrer Pater Theo Neuking spenden wird, lange auf dieser Struktur liegen möge, daß die Behinderten und ihre Betreuer sich hier wohlfühlen und unser Dorf die Behinderten voll integrieren möge. Man er-

kennt eine Gesellschaft daran, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. Es liegt an jedem von uns, seinen Beitrag zu leisten. Die ersten Erfahrungen aber sind mehr als positiv verlaufen. Konrad Pfitscher

Erscheint dreimonatlich. - Eingetragen beim Landesgericht Bozen mit Dekret Nr. 11/87 vom 29.05.1987. Eigentümer und Herausgeber: Gemeinden Moos. St. Leonhard und St. Martin in Passeier. Vertreten durch den Bürgermeister von St. l.eonhard, Dr. Konrad Pfitscher. Redaktionskomitee: Kurt Gufler (K.G.). Robert Haniger (R.H.). Tanja Pamer (T.P). Josel Koller (J.K.). Karl Lanthaler (K.L.). Dr. Albin Pixner (A.P). Dr. Karl Spergser (K.S.).Sepp Öttl (S.O.).Gottfried Zagler (G.Z.). Druck: Hauger-Fritz, Schlanders-Meran Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Pressegesetzes: Oswald Waldner


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 4 / Nr. 17

Werkstatt für Behinderte stellt sich vor: Liebe Passeirer! Am 7. Jänner 1998 hat die neue Werkstatt für Behinderte mit ihrer Tätigkeit begonnen. Derzeit besuchen 5 Betreute aus dem Tal die Einrichtung, und sie werden von 3 Betreuern unterstützt. Sie finden uns in der Zeit von 8.00 bis 15.00 Uhr (freitags von 8.00 bis 13.00 Uhr) im Untergeschoß der Volksschule St. Leonhard/Pass. Wir sind eine offene Behinderteneinrichtung und streben einen intensiven Kontakt zu unserer Umgebung an. Wir werden in folgenden Bereichen arbeiten: • Serienfertigung und Montagearbeiten im Auftrag der Fa. Hoppe AG, St. Martini Pass. • Papierherstellung und -gestaltung, Naturfaserverarbeitung und textiles Gestalten Gerne nehmen wir Aufträge an, freuen uns über Ideen und Anregungen, Euren Besuch und Euer Interesse. Kleine Feste, Verkaufstage und gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Vereinen, sollen dazu beitragen, daß wir ins Dorfgeschehen "hineinwachsen". Wenn wir Veranstaltungen planen, Informationen oder Bitten haben, werden wir uns über die Mitteilungsblätter der Talgemeinden zu Wort melden. Garbi Ploner

"Weschpn trazzn {{ Viel Weschpn - viel Wind und voll Pinggl d,r Grind Viel Weschpn - viel Schnea ooh - de Teifl tian weah Viel Feind - viel Ehr und gschwolln nou mear iatz hobn de Viechler va mier obr a Ruah weil mi sauf! geimpft hobn, as kluaner Bua

Wildbachverbauung in 5t. Leonhard Droht ein Wolkenbruch oder lassen die Schneeschmelze oder andauernde Regenfälle die Passer anschwellen, besinnt man sich der Wildbachverbauung und hofft, daß ihre Arbeit dem Ansturm standhält. Fast ist es wie mit den Heiligen, die man auch im Himmel werkeln läßt, aber wehe man ruft sie an, und sie sind nicht sofort helfend zur Stelle. Manchmal wird die Wildbachverbauung kritisiert, weil eigener. Grund besetzt wird oder eine Naturlandschaft verschwindet. Dabei bemüht sich die Wildbachverbauung in letzter Zeit verstärkt darum, nur einzugreifen, wo es notwendig ist und dort so naturnah wie möglich vorzugehen. So ist die verbaute Passer kein Kanal, sondern einem Wildbach nachempfunden, und durch das Biotop in den "Gandellen" soll ein kleines Stück alte Aulandschaft und Überschwemmungsgebiet wiederhergestellt werden. Auch versucht sie, offene Wunden in der Landschaft zu schließen, wie etwa den Hangbruch bei den Bunkern in Saltaus. Das Militär hat sich geweigert, den Bunker zu entfernen und den Hang zu sichern. Nicht so die Wildbachverbauung, obwohl das Militär verantwortlich war. Nun kann der Hang wieder verwachsen, und auch die Gefahr ist beseitigt, daß der Bunker in die Passer rutschen könnte. Ebenso ist vor wenigen Jahren ein Teil der Anbrüche im Kelderertal mit dem Schönbichlbach gesichert worden, im heurigen Jahr sollen weitere Sicherungsarbeiten folgen. Die größte Gefahr aber geht weiterhin von der Passer aus, welche der frühere Wildbachchef Watschinger einmal als "schlimme Bestie" bezeichnet hat, weil sie ein riesiges und verhältnismäßig steiles Einzugsgebiet hat und so schnell anwachsen kann, wie kein anderer Fluß in Südtirol. Wurde in den letzten Jahren die Passer vor allem auf der Höhe Schwarzsäge verbaut, ist heuer der Bereich hinter der Handwerkerzone Holzlände dran, wo die Ufermauer erhöht wird, und der Bereich der "Hölle", wo im letzten Jahr vollkommen überraschend die Staumauer in sich zusammengebrochen ist. Dabei hat sich gezeigt, daß solche Mauern früher weniger mit Eisen bewehrt wurden und weniger in den Seitenfelsen verankert waren. Da das Rückhaltebecken hinter der alten Staumauer zu klein war und ist, wird die Staumauer nicht mehr errichtet, dafür aber mehrere Quersohlen, um die Passer im Lauf zu halten und daran zu

hindern, ihr Bett zu vertiefen und die Seiten mauern zu untergraben. Schon öfters wurde auch der Waltner- und Pfistradbach St. Leonhard gefährlich und bereits in der Vergangenheit hat man vieles unternommen. Die Absicht dabei ist es, durch Stufen am Oberlauf die Vermurung zu verhindern und durch Rückhaltebecken hinter dem Dorf das trotzdem mitgeführte Material zurückzuhalten, Jeder, der die gefährlichsten Augenblicke durch den Waltnerbach miterlebt hat, erinnert sich, daß das Bachbett wohl für das Wasser, nicht aber für das mitgeschwemmte Material und die Bäume gereicht hat. Aus diesem Grunde sind bei - und unterhalb von Walten Stufen errichtet worden, und ebenso in Pfistrad bei der E-Werksfassung und bei der Trinkwasserfassung. Hinter St. Leonhard aber wurde das bestehende Rückhaltebekken um ein vielfaches vergrößert. Dafür hat man auf ein zweites Rückhaltebecken bei dem Winnebacher Brunnen verzichtet, weil die Gefahr bestand, daß die labilen Seiten hänge angefressen würden. Ebenfalls gesichert wurde der Glaitenbach auf der Höhe von Bad Fallenbach und vom Unterzegg, wo ein Rückhaltebecken errichtet wurde. Wie man sieht, hat die Wildbachverbauung in den letzten Jahren viel für unsere Sicherheit unternommen und beabsichtigt dies auch in Zukunft. Viele Passeirer haben dabei Arbeit gefunden, und fuhren diese in zwei Gruppen, unter der Leitung von Gottfried Gufler und Manfred Tschöll, geduldig und erfolgreich durch. Der bisherige Leiter des Raumes Burggrafenamt-Vinschgau, Ing. Rudolf Pollinger, ist zum Gesamtleiter des Sonderbetriebes für die Wildbachverbauung berufen worden und zur Zeit leitet Ing. Mauro Spagnolo die Arbeiten im Burggrafenamt und im Vinschgau. Der zuständige Geometer, Herr Mair Kurt, hat leider einen schweren Verkehrsunfall erlitten und kann sein Haus im Happergweg in St. Leonhard nicht verlassen. An seine Stelle ist Frl. Silvia Pichler getreten. Zusammenfassend kann man feststellen, daß die Wildbachverbauung stets ein offenes Ohr für unsere Sorgen gehabt hat, besonders seit Dr. Michl Laimer aus Riffian als Landesrat dafür zuständig ist. Gegen Jahrhundertereignisse ist man nie gefeit, aber vielleicht kann das Ärgste abgewendet werden. Wie tief die Ängste vor den Gefahren des Wassers in unserer Bevölkerung


Seite 5 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

sitzen, zeigen die alten Traditionen, etwa die Peter-Ketten-Feier am 1. Juli jeden Jahres, die in der Kohlstatt gefeiert wird, der Bachsegen bei den Prozessionen und das Fest des Johan-

(

nes des Täufers in Walten am 24. Juni. Der Feiertag wird inzwischen auf den Sonntag verlegt; eine Prozession zieht mit einer geschnitzten Johannesfigur zum Waltnerbach, dort wird die Heili-

genfigur symbolisch aus dem Wasser gezogen. Anschließend wird bei der Wanser Kapelle eine Messe gefeiert. Konrad Ptitscher

lius vergangenen Xeiten

~

"Ach, wie schießt ihr schlecht!"

Ein altes Schriftstück belegt die Worte aus dem Munde unseres Freiheitshelden Zur Zeit Kaiser Napoleons 1., als der Rhein deutschfranzösische Grenze war, waren die Bewohner des heutigen Luxemburg und der Gebiete an der Mosel französische Staatsbürger. Die jungen Männer mußten daher in der französischen Armee Militärdienste leisten. Auch ein Jean (Johann) Lehnerts vom Lehnertshof in Seimerich (heute Kreis Bitburg/Eifel) diente in der französischen Armee. Unter dem Befehl des Feldwebels Eiffes aus Beaufort (im heutigen Großherzogtum Luxemburg) wurde er 1810, während seiner Stationierung in Mantua, zur Exekution von Andreas Hofer abkommandiert. Er entzog sich jedoch diesem grausigen Befehl durch "Krankmeldung". Er wußte aber von luxemburgischen Kameraden, die wie er zum Exekutionskommando gehörten, daß sie bei der Hinrichtung von Andreas Hofer bewußt vorbeigeschossen oder keine tödlich wirkenden Schüsse abgegeben hatten. Die Text-

bezeile im .Andrsas-Hoter-Lied" schreibt also sehr zutreffend jene tragische Szene: "Gebt Feuer! Ach, wie schießt ihr schlecht!" Freilich - wie sehr die Soldaten doch noch auf Begnadigung hofften -, dieses Verhalten konnte den Tod des Verurteilten nicht verhindern; es verlängerte nur sein Sterben um wenige Augenblicke. Der Feldwebel Eiffes mußte dem nicht tödlich getroffenen Andreas Hofer mit der Pistole den "Gnadenschuß" geben. Dieser Feldwebel Eiffes und Johann (Jean) Lehnerts lebten später in Beaufort bei Echternach (Luxemburg) als Nachbarn. Dieser schriftliche Beleg ist Bestandteil einer Familiengeschichte. Herr Werner Böer aus Bernkastel-Kues (D) verbrachte im vergangenen Jahr einige Tage Urlaub in unserem Land. Dabei erzählte er, daß seine Frau Agnes

Steinlbau

eine geb. Molitor sei. Ihr Großvater Johann habe eine umfangreiche Familiengeschichte angelegt, die unter anderem auch zwei interessante Aufzeichnungen aus der Zeit um 1810 aufzuweisen hat. Die Urgroßmutter jenes Johann Molitor war Barbara Lehnerts, die den Lehnertshof in Seimerich geerbt und einen Johann Zeyen geheiratet hatte. Diese Barbara hatte neun Geschwister. Ein Bruder war der oben erwähnte Johann Oean), der im Sommer oder Herbst des Jahres 1810 in englische Gefangenschaft geraten war. Dazu gibt es noch einen recht merkwürdigen Brief (19. Oktober 1810) an den Schwager Johann Zeyen. Johann Lehnerts, der vom absichtlichen Vorbeischießen erzählt hat, heiratete später in einen Bauernhof im luxemburg ischen Beaufort ein und wurde somit Nachbar des Feldwebels Eiffes, der Andreas Hofer am 20. Februar 1810 endgültig vom Leiden erlöst hat.

G lffilllbJHI

Handwerkerzone 75 - 39010 St. Martin/Passeier - Tel. (0473)64 1509 - Funktelefon0336/45

1869


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 6 / Nr. 17

20jähriges Wiedergründungsjubiläum des Schützenbataillon Passeier Das Bataillon Passeier setzt sich aus den fünf Kompanien der drei Passeirer Gemeinden, Schützen kompanie "St. Martin", Schützen kompanie .Andreas Hofer" , Schützenkompanie "Major Georg Klotz" Walten, Schützenkompanie "Moos" und Kompanie" Platt" zusammen. Die größte Persönlichkeit

des Tales

Der bekannteste Passeirer und Schütze in aller Welt ist sicherlich der Oberkommandant von Tirol im Befreiungsjahr 1809, der Sandwirt Andreas Hofers. Er ist eines der wichtigsten "Bindeglieder" Gesamttirols. Seine Wiege und sein Besitz waren im Passeiertal, seine Mutter stammte aus Matrei am Brenner. Als Vieh- und Weinhändler war er im ganzen Land, Nord-, Süd- und Welschtirol, unterwegs. Die geschichtliche Entwicklung des Tales im "Zusammenhang" mit den Schützen Das Passeiertal war Teil eines Lebensraumes, der von rätischen Volksstämmen einige Jahrhunderte v. Chr. bis ca. 600 n. Chr. bewohnt wurde. Aus dieser Zeit stammen auch viele Orts- und Flurnamen: Matatz, Ulfas, Fartleis, Walten, Passer, u.v.a.). Die Zeit der Römerherrschaft von ca. Christi Geburt bis zum Untergang Westroms um 500 war für das Tal eher unbedeutend, da der Jaufen und das Timmelsjoch nur für den regionalen Handel genutzt wurden. Die wichtigen Militärund Wirtschaftswege führten über Bozen, Ritten zum Brenner oder in den Vinschgau. Durch die Völkerwanderung kam vom Norden der germanische Volksstamm der Bajuwaren ins Passeiertal, der sich mit der rätischen Urbevölkerung vermischte. In dieser Zeit begann eine intensive Rodungstätigkeit, und es wurden viele Bergbauernhöfe neu errichtet. Viele Flurnamen gehen auf diese Zeit zurück: Prünst, Prantach, St. Leonhard, St. Martin, Moos u. v. a. Tirol nimmt Gestalt an: Die Passeirer hatten von Anfang an ein Nahverhältnis zu den

Foto der Bataillonsfahne und Fahnenpatin (Rosa Ennemoser v.i.B.M.) anläßlich der Fahnenweihe

Grafen von Tirol, da sie besondere Rechte und Pflichten hatten. z.B. Jagdund Fischereirechte, aber auch die Pflicht zur Schloßwache. Kaiser Maximilian schuf 1511 im Landlibell eine Wehrverfassung für Tirol. Die Kompanien unter den selbstgewählten Hauptleuten rückten aber schon viel früher aus, wenn dem Land Gefahr von außen drohte. So gibt es bereits schriftliche Belege von einem Ausrücken um 1140 zur Erstürmung der Stadt Mailand und einem von 1487 unter Erzherzog Sigmund, wo die Tiroler die Venezianer bei Calliano südlich von Triest besiegten, worauf Kaiser Maximilian 1496 dem Passeirer Aufgebot, das sich besonders bewährt hatte, ein eigenes Talschaftswappen Adler mit Uhu auf weißem Grund - verlieh und alte Privilegien bestätigte. 1763 stellten die Passeirer die Leibwache für den Landeshauptmann Graf Wolkenstein, als dieser gegen die aufständischen Maiser Bauern in Meran vorgehen mußte. Ebenso stellten sich Passeirer Schützen im Gelöbnisjahr 1796 am Tonalepaß und im südlichen Etschtal den Franzosen entgegen. Im Heldenjahr 1809 stellten sie unter Andreas Hofer im Burggrafenamt, Passeier, Sterzing, am Berg Isel und bei Pi 1-

cante bei Ala die Kerntruppe. Bekannte Helden von Anno 1809 waren der damalige Hauptmann von St. Martin, Georg Laner ("Salztrager Jörgl"), der 1863 in Tumpen (Ötztal) starb und dort begraben ist und nicht zuletzt Dr. Joseph Ennemoser aus Schönau/Rabenstein, der Hofers Adjutant war. Auch 1848, 1859 und 1866 halfen Passeirer Schützen die Bedrohung Tirols durch die italienischen Freischärler abzuwehren. Die großen Feiern an den Schießständen des Tales fanden im 19. Jh. und bis zum Ersten Weltkrieg statt. Schießstände gab es in St. Leonhard, St. Martin, Moos, Platt, Pfelders, Stuls, Rabenstein und am Schneeberg. 1899 anläßlich der Einweihung der Gedächtniskirche zum "Heiligsten Herz Jesu" und der Eröffnung der neuen Taistraße fand sich am Sandhof sogar Kaiser Franz Josef I. ein, um anschließend am k.u.k. Bezirksschießstand in St. Leonhard dem Landesschießen die Ehre zu erweisen. Im August 1914 wurde in Bozen in Anwesenheit einiger Passeirer beim Landesschützenmeister die Bildung des Standschützenbataillons Nr. VII Passeier, mit vier Kompanien beschlossen: St. Martin, St. Leonhard, Moos und PlattPfelders.


Seite 7/ Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

vier Kompanien: St. Leonhard, St. Martin, Platt und Walten; die wiedergegründete Kompanie Moos wird dann ein Jahr später aufgenommen. Die Bataillonskommandanten:

seit

1978 - 1990 Wolfram Klotz 1990 - 1996 Siegfried Pfitscher 1996 Manfred Tschöll

1983/84

Wiederaufbau der Pfandleralm Hütte. Die Einweihung der Hütte findet am 17. Juni 1984 statt. In dieser Hütte war Andreas Hofer einst am 28. Jänner 1810 um 4 Uhr morgens verhaftet worden. Sie war am 23. November 1919 abgebrannt. 1984 Einige Passeirer Schützen beteiligen sich bei den Volksschauspielen in Meran und Algund.

Passeirer Schützenkompanie Vorfahren

1863 - Söhne und Enkel der Kämpfer

Am 13. Mai 1915 wurde die Bataillonsfahne am Sandhof feierlich geweiht. Diese Fahne ist heute im Besitz der Kompanie Andreas Hofer St. Leonhard und wird bei Ausrückungen dem Battaillon geliehen. Als Italien am 23.05.1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärte, zogen auch viele Passeirer Standschützen zur Verteidigung der Heimat aus und kamen an den verschiedenen Abschnitten der Dolomitenfront (Valparola, Borcolapaß) im Westen am Monte Vior, Montozzo und schließlich am Tonalepaß zum Einsatz.

von 1809 und unsere

Und 1995 waren es wiederum einige Passeirer Schützen, die bei der Gründungsfeier des Gesamttiroler Schützenbundes in Innsbruck in der Ehrenkompanie mitmarschierten und Salut schossen. Die wichtigsten Ereignisse aus den 20 Jahren des Schützenbataillons Passeier Gründungsfeier am 7. April 1978 im Gasthaus Hubertus in St. Leonhard mit

Landesfest ,,175 Jahre Anno Neun und 66 Jahre Zerreißung Tirols" mit Festumzug und Dornenkrone. Passeirer Schützen marschieren an der Spitze aller Südtiroler Schützen. 1986 bei der 34. Landesversammlung der SVP stören rund 50 Schützen die Versammlung mit lauten Sprechchören. 1988 Einweihung der Gedenktafel für Joseph Ennemoser, 1991 Pfingstmontag: Passeirer Schützen demonstrieren gegen das Siegesdenkmal in Bozen und marschieren trotz Bespuckens durch fanatische italienische Jugendliche diszipliniert weiter.

Anton von Mörl, ein österreichischer Offizier, schrieb in seinem Werk "Die Standschützen verteidigen Tirol 1915 18" folgendes über die Schützen aus dem Passeiertal: " ... Ebenfalls im Coldi-Lana-Gebiet kämpfte das Bataillon Passeier. Die Passeirer sind bekannt als biedere, ehrliche Leute, die immer gerade heraussagen, was sie denken, wenn es auch nicht immer höflich klingt." (S. 213-214) Durch die Zerreißung Tirols 1918 und die Machtergreifung der Faschisten 1923 kam das Schützenwesen zum Erliegen. Erst anfangs der 50er Jahre rückten einige Passeirer wieder zusammen aus. Am 4. Dezember 1955 fand am Sandhof die Neugründung der Schützenvereinigung von Passeier statt. Im Jahr 1958 waren es auch Passeirer Schützen um Major Georg Klotz, die maßgebend an der Gründung des Südtiroler Schützen bundes beteiligt waren.

Schützen aller 5 Kompanien am 20. Februar 1997 in Mantua, mit den Bürgermeistern Martin sowie Moos und Pater Theo, der die Feldmesse zelebrierte.

von St.


Passeirer Blatt I März 1998

Seite 8 I Nr. 17

1996 Gedenkfeier für Franz Innerhofer am 24. April mit anschließendem Protestmarsch gegen das Siegesdenkmal in Bozen. Feier anläßlich "500 Jahre Wappen der Talschaft Passeier" mit Errichtung eines Gedenksteines in Saltaus zusammen mit dem Heimatpflegeverein Passeier. Der Stein wird am 19. Mai 1996 enthüllt und gesegnet. Sommer 1997 Feierliche Segnung einer Schützen- und Tirolerfahne auf der Pfandleralm.

Die Passeirer Schützen marschieren alljährlich bei der Andreas-Hofer-Feier am Sand hof auf. Das Bataillon veranstaltet seit 1995 jährlich ein Bataillonsschießen. Zusammenarbeit sowie Zusammenhalt mit anderen Passeirer Vereinen und Verbänden wird bei den Schützen großgeschrieben, was sich immer wieder bei touristischen und kulturellen Veranstaltungen zeigt. Es ist mittlerweile auch zur Tradition geworden, daß die Passeirer jährlich zum Ötztaler Bataillonsfest über das Timmelsjoch fahren und dort Kontakte knüpfen. Mit dem Ötztal ist das Passeier seit altersher eng verbunden. Einst reichte das Passeier

bis Obergurgl. In der Faschistenzeit kamen viele deutsche Bücher über das Timmelsjoch für die Katakombenschulen ins Passeier. Außerdem wurde zwischen den Tälern heftig geschmuggelt (Feuerstein, Zacherin, Schnaps, Wein, ...) Die Passeirer Schützen pflegen auch regen Austausch mit den bayrischen Gebirgsschützen. In Bayern liegt nämlich der berühmte Passeirer Dr. Joseph Ennemoser begraben. Unvergessen ist aber auch die Hilfe, die das bayrische Alpenkorps den Tiroler Standschützen 1915 leistete.

* Feldgottesdienst

Ehrenkompanie: Schützenkompanie Längenfeld - Ötztal Ehrenschutz: Bürgermeister von St. MartiniPass., Hermann Pirpamer

Manfred

Tschöll

Festprogramm: Samstag,

27. Juni 1998

18.00 Uhr * Beginn Jubiläums-Zeltfest Sonntag, 28. Juni 1998 8.45 Uhr * Eintreffen der Teilnehmer in St. Martini Pass. 9.30 Uhr * Meldung an die ranghöchsten Offiziere * Einmarsch

*

*

* *

mit Dekan von Pass eier Hochw.Michael Pirpamer Totengedenken Ansprache der Landesabgeordneten Eva Klotz und des Landesabgeordneten sowie Bürgermeister von Sölden Ernst Schöpf Festumzug zum Festplatz mit Defilierung Konzert mit den Musikkapellen

14.30 Uhr * Tanzunterhaltung

Hinweis: ..... Für die Anmeldung und weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an den Bataillonskommandanten Manfred Tschöll Kammerveiterstraße 7 39015 St. Leonhard in Pass. - Südtirol Telefon 0473 - 641156

Passeirer Musikantenstadl zugunsten der Behindertenverbände Es ist bereits nach Mitternacht, als das große Finale mit dem Südtiroler Heimatlied, angeführt von der Saltauser Böhmischen und über ein weiteres Dutzend

Weihnachtsfeier

verschiedener Passeirer Tanzmusikgruppen, begleitet vom begeistertem

Klatschen des Publikums, durch den großen Saal des Kulturhauses von St. Leonhard klingt. Spätestens hier fällt dem aufmerksamen Besucher das ein-

malige Zusammengehörigkeitsgefühl der Passeirer Musikanten auf.

Passeier

Dieses Finale leitet auf den zweiten Teil des Abends über. Jede Gruppe gibt einige Stücke zum Besten und läßt so manches Musikantenherz höher schlagen. Der 2. Teil gehört den Tänzern. Karl Pichler (Ebioner Karl) und Luis Hofer verstehen es hervorragend alle zu mobilisieren und zum Mittun zu begeistern. Die Kollegialität der Musikgruppen ist vorbildlich, das gute Gelingen des Abends vorprogrammiert. Durch die gute Zusammenarbeit der Passeirer Behindertenverbände (Arbeitskreis Eltern Behinderter und Arbeitsgemeinschaft für Behinderte, beides Selbsthilfegruppen mit verschiedenen Schwerpunkten) wird das Fest auch ein großer "finanzieller Erfolg". Dies nicht zuletzt, weil alle Musikgruppen ehrenamtlich spielen. Dank gebührt allen freiwilligen Helfern, vom Küchenpersonal bis zur Bedienung. Es ist für uns eine enorme Ermu-


Seite 9 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

tigung, wenn wir spüren, mit welcher Bereitwilligkeit uns die Menschen entgegenkommen. Das Ganze aber wäre zum Scheitern verurteilt, käme nicht das Publikum so zahlreich. Allen sagen wir deshalb ein großes "Vergeits Gott" für ihre Freigiebigkeit. Mit dem Erlös können wir das ganze Jahr hindurch Feiern und Ausflüge für die Behinderten organisieren. Wer sich für einen dieser Verbände persönlich interessiert, kann sich an Frau Johanna Burgmann, St. Leonhard (Arbeitskreis Eltern Behinderter), oder an Franz Platter, Saltaus (Arbeitsgemeinschaft für Behinderte), wenden. Franz Platter

AVS St. Martin Erfolgreiches Tätigkeitsjahr 1997 Am 16. Jänner 1998 hielt die AVS-Sektion von St. Martin ihre 40. Jahreshauptversammlung ab. Dazu konnte der 1. Vorsitzende Raffl Vigil über 70 Mitglieder begrüßen. Anwesend waren auch der Bürgermeister Pirpamer Hermann, sowie zwei Männer der ersten Stunde, Sepp Haller und Wendelin Pichler, die am 3. März 1958 die AVS-Sektion von St. Martin mitgegründet hatten. Die AVS-Sektion zählt derzeit 240 Mitglieder. Elf neue Mitglieder konnten 1997 hinzugewonnen werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt auch heuer Lit. 30.000.- und beinhaltet zusätzlich eine Bergungskostenversicherung. Das Tätigkeitsprogramm konnte 1997 nahezu zur Gänze durchgezogen werden. Es waren dies 4 Skitouren, 2 Frühlingswanderungen, 2 Bergwanderungen, das Herz-Jesu-Feuer, 2 Hochtouren und 2 Herbstwanderungen. Die Hochtouren führten heuer auf die Weißkugel und auf das Zuckerhütl. Leider fiel die Tour auf das Zuckerhütl einem Schlechtwettereinbruch zum Opfer, sodaß man sich mit der Besteigung der Sonklarspitze und des Wilder Freigers bescheiden mußte. Mit eindrucksvollen Dia-Aufnahmen ließ Tourenleiter Isidor Plangger das Bergsteigerjahr Revue passieren. Anschließend zeigte Vizevorstand Hans Tschöll interessante Dias aus der Tätigkeit der Jugend-Abteilung. Besonders das Klettern fand bei der Jugend großen Anklang, sodaß 4 Kletternachmittage in Kletterhallen und Klettergärten, sowie je ein Kletterausflug zum Gardasee und in die Dolomiten durchgeführt wurden. Zudem wurde auch ein Zeltlager bei der Timmelsalm organisiert. Anschließend stellte Plangger Isidor das

Tourenprogramm 1998 vor, das schöne und interessante Programmpunkte be-

und BRD St. Martin in Wort und Bild festhält. Voraussichtlich am 2. Juli er-

AVS - Weiskugl 3739 am 26.07.1997

inhaltet. Im Bereich der Markierung und Wegeinstandhaltung wurde verstärkt mit der Nachbarsektion von St. Leonhard zusammengearbeitet. Mehrere Beschilderungen wurden vorgenommen und wichtige Wegabschnitte und Markierungen wurden erneuert, wobei sich Kassian Plangger durch Fleiß und Einsatz auszeichnete. Wie schon anfangs erwähnt, ist die AVS-Sektion von St. Martin 40 Jahre alt. Dieses Jubiläum soll natürlich gebührend gefeiert werden: im Mai soll eine Broschüre erscheinen, die 40 Jahre AVS

folgt eine Multivisionsschau eines bekannten Bergsteigers auf der Festwiese von St. Martin. Für den 5. Juli ist die 40-Jahrfeier mit einer Messe auf der Pfandler Alm vorgesehen. Der AVS St. Martin dankt allen, die die Sektion tatkräftig unterstützt haben, besonders der Raiffeisenkasse und der Gemeindeverwaltung von St. Martin. Ein besonderer Dank aber gilt den Bergrettungsmännern, die viele Freizeitstunden für ihre Ausbildung "opfern", um Menschen in der Not zu helfen. K.G.


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 10/ Nr. 17

Programm 1998

AVS St. Martin

Skitouren:

Sonntag, 22. März Köllkuppe - Martelltal

Berg- und Gletschertouren:

18. und 19. Juli Jubiläumstour 40 Jahre AVS auf den Piz Palü 3905 m in der Berninagruppe Schweiz - Touren/eiter: /sidor P/angger Gletschertour

22. und 23. August auf den Seelenkogel 3.474 m vom Ötztal aus Touren/eiter: /sidor P/angger

Wanderungen für Jedermann: Frühlingswanderung

25. April bei Tramin - Beg/eiter: /sidor P/angger 17. Mai

Hohe Reisch (Stoanerne Mandler) - Mölten - Beg/eiter: /sidor P/angger Leichte Bergwanderung

28. Juni auf das Trudner Weishorn - Beg/eiter: /sidor P/angger

12. Juli Rotwand und Masare Klettersteig in den Dolomiten Beg/eiter: Oswa/d Pinggera Alpenvereinsjugend

6. September - Sternfahrt - Beg/eiter:

TscMII Hans

20. September Rundwanderung-Altensteinerhöhenweg in Sexten - Beg/eiter: /sidor P/angger Rundwanderung

11. Oktober am Vernagt-Stausee - Beg/eiter: /sidor P/angger 8. November Herbstwanderung

Dr. Langis Er isch nou nit kemmin obr es taurt niamr /ong er setzt schun sain Fuarwerch voll Fraide in Gong. Er p/oudrt zi die P/iandr untrn Boudn dinnin zuachn und sogg zinaniadn Wirz/ Tua daine Zwespn zommsuachn. Und nor wed/tr in Wintr a woachs Lift/ in Gsicht daß dr Aisk/umpn muaß k/iabn und die Schneadecke bricht.

Rege Tätigkeit des KVW Seniorenklubs St. Leonhard Dank der Zuschüsse von Land, Gemeinde, Bildungsausschuß, Raiffeisen und Volksbank von St. Leonhard, war es wieder möglich, Abwechslung und Freude in den Alltag der Klubrunden zu bringen. Es wurden 36 Treffen, 3 Vorträge, 4 Fahrten, 7 verschiedene Feiern, sowie 10 Stunden Seniorentanz durchgeführt. Besonders die Fahrten bereicherten und verschönerten das Seniorenleben. Die Selbständigkeit der Blinden im Bozner Blindenzentrum hat uns sehr beein-

druckt und bewußt gemacht, .wieviel man kann, wenn man will". Auch die Wallfahrt nach Absam, sowie die Besichtigung des Rundgemäldes in Innsbruck faszinierten alle. Trens und Jaufental standen auf dem Programm, da die wenigsten dieses Orte kannten. Bei traumhaftem Wetter fuhren wir ins Sarntal. Dekan P. Paul Lantschner, unser ehemaliger Koperator, feierte mit uns die hl. Messe und fand außerdem noch viel Zeit für uns. Die Besichtigung der Lat-

schenölbrennerei in Unterreinswald in Sarntal war für uns ein weiteres Erlebnis. Uns wurde anschaulich gezeigt, wieviel Zeit, Fleiß und Mühe notwendig sind, um das Latschenöl herzustellen. Neu angeboten wurde letztes Jahr der Seniorentanz. Viele Senioren waren erst einmal skeptisch, doch die Referentin Agnes Höllrigl schaffte es in kurzer Zeit, Begeisterung und Freude zu wecken, So machten bald alle gerne mit. Am Nikolaustag gaben Krampus und Nikoluas dem Klub die Ehre und beschenkten die Senioren, Es ging dabei sehr lebhaft und lustig zu. Auch die Weihnachtsfeier machte viel Freude, da der Ausschuß für jeden Teilnehmer ein schönes Geschenk gebastelt hatte, Der KVW-Seniorenclub möchte all jenen herzlich gedanken, die uns im Laufe des Jahres unterstützt haben, Nicht zuletzt gilt der Dank allen Senioren im Klub für ihr "Mittun" und den Zusammenhalt. KVW Seniorenclub - Maria Prugger


Seite 11 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

FF St. Martin Jahresschlußbericht Am 24.01.98 hielt die FF St. Martin im gemeindeeigenen Vereinssaal ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab, zu der Kommandant Franz Gufler 42 Wehrmänner und als Ehrengäste Bürgermeister Hermann Pirpamer und Abschnittsinspektor Anton Platter begrüßen konnte.

Zu Beginn der Sitzung wurde in einer Gedenkminute der Verstorbenen gedacht. Dabei standen die schmerzlichen Verluste des Schriftführers Hugo Ciatti und der Fahrzeugpatin Pirpamer Schenk Edeltraud im Vordergrund. Im Anschluß daran ging Kommandant Franz Gufler zur Tagesordnung über. Das Jahr 1997 war für die FF St. Martin vor allem durch besonders prägnante Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Zu den Tiefen gehören wohl das Ableben unserer erwähnten Verstorbenen, aber auch bei Einsätzen mußten Feuerwehrmänner oft ohnmächtig mitansehen, wie das Schicksal seinen Lauf nimmt. Vor allem bei Verkehrsunfällen war heuer eine sehr negative Bilanz zu verzeichnen, wobei es bei 11 Einsätzen 2 Tote und 10 Verletzte zu beklagen gab. Dabei scheint es müßig zu erwähnen,

1997

daß vor allem schwere Unfälle oft an die psychischen Belastungsgrenzen eines jeden Feuerwehrmannes gehen. Weiters waren zwei aufsehenerregende Brände zu verzeichnen. Große Aufregung herrschte beim Brand auf der Festwiese, und auch der Waldbrand bei

Stauden wirkte sehr bedrohlich, konnte aber durch gezieltes Eingreifen und gute Zusammenarbeit zwischen 6 Wehren im Keim erstickt werden. Von großer Bedeutung für die Feuerwehr war letztes Jahr die Fertigstellung der neuen Feuerwehrhalle und der Umzug in das Gerätehaus im August. Die moderne, funktionelle Feuerwehrhalle stellt für unsere Wehr einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte dar. Die Einweihung ist für den 26. April 1998 vorgesehen. Als wichtigste Neuerung für das Jahr 1998 ist der Ankauf von neuen Einsatzmänteln vorgesehen, da die alten Mäntel nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen entsprechen und zum Teil deutliche Verschleißerscheinungen aufweisen. Sehr auffällig ist auch, daß es heutzutage für eine Feuerwehr schon lange nicht mehr ausreicht, nur die Na-

turelemente Feuer und Wasser zu bekämpfen. Die Einsätze waren auch im vergangenen Jahr sehr vielfältig: Brände, Verkehrsunfälle, Gasbekämpfung, Heuwehr, Suchaktionen, Wasserversorgungsdienst, Kanalreinigung, Türen öffnen usw. Nachstehend die wichtigsten Punkte aus dem Tätigkeitsbericht 1997: 9 Brandbekämpfungen, 27 technische Nothilfen verschiedenster Art, 1 Katastropheneinsatz, 2 Rettungseinsätze, insgesamt waren es 41 Einsätze. Weiters 12 Brandverhütungsdienste bei verschiedenen Veranstaltungen, 59 Übungen verschiedenster Art. Insgesamt wurden 1779 Arbeitsstunden geleistet. Bürgermeister Hermann Pirpamer lobte in seiner Dankesrede den großen Einsatz der Feuerwehr. Ausdrücklich dankte er auch dem Kommandanten Franz Gufler, der sich unermüdlich für den Wiederaufbau der Festanlage einsetzte, die durch einen plötzlichen Brand komplett zerstört worden war. Mit Genugtuung vermerkte er den gelungenen Feuerwehrhausbau, ein Werk an dem sich Gemeinde, aber auch das Land finanziell beteiligt hatten. Auch Abschnittsinspektor Anton Platter erwähnte wohlwollend die 59 Übungen des Jahres 1997. Er betonte, daß häufige Übungen und Weiterbildung bei der Feuerwehr unumgänglich seien, da sich der Einsatzbereich ständig ändert und Geräte erneuert werden. Auch dieses Jahr konnten wieder einige Feuerwehrmänner für ihre langjährige Treue geehrt werden. Für 25 Dienstjahre wurden geehrt: Theiner Hans, Pichler Günther, Pöhl Luis und Lahner Karl Für 15 Jahre Vereinstreue wurden ausgezeichnet: Pirpamer Erwin, Gufler Kurt, Fontana Florian, Gufler Klaus, Platter Siegbert, Frötscher Thomas. Neu in unsere Wehr aufgenommen wurden Marth Christian, Pichler Konrad, Ennemoser Michael, Pichler Harald. Die Freiwillige Feuerwehr von St. Martin möchte auf diesem Wege allen Gönnern und , Mithelfern recht herzlich danken. K.G.

Rep. und Änderungen aus eigener SCHNEIDEREI

LODEN HOSEN ab 128.000.-

8t. Leonhard - Tel. 65 62 45


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 12 / Nr. 17

Dritter Stafettenlauf der Feuerwehren Zum dritten Male trafen sich am 7. Februar 1998 Feuerwehrmänner und Patinnen aus allen Wehren des Passeiertales in Pfelders zum traditionellen Stafettenlauf. Organisiert wurde dieser von der FF Platt. Wie im Vorjahr meinte es der Wettergott wieder gut mit den Teilnehmern. Im Vordergrund stand nicht nur der sportliche Wettkampf, sondern auch Unterhaltung und Erfahrungsaustausch. Bis spät in die Nacht wurde, als Ausgleich für die vielen Übungen und Einsätze während des ganzen Jahres, gefeiert. Ein Dank gilt allen Sponsoren, den freiwilligen Helferinnen, aber auch der Liftgesellschaft Pfelders und hier insbesonders den beiden Zeitnehmern, welche eine einwandfreie Austragung dieses Wettbewerbes ermöglicht haben. Viele Teilnehmer verabschiedeten sich mit dem Wunsch, daß dieses sportliche Sich-Messen in lustiger und gemütlicher Atmosphäre auch im kommenden Jahr nicht fehlen möge.

Die Erstplazierten

des Stafettenlaufes:

Ski

Rodeln

1. Marth Norbert FF. St Leonhard

1. Oberprantacher

2. Gufler Thomas FF Platt

2. Hofer Josef FF Moos

3. Pixner Reinhard FF Platt

3. Öttl Manfred FF Platt

Die Sieger (v.l.n.r.) Thomas Gufler, Josef Hofer, Florian Oberprantacher, Norbert Marth, Reinhard Pixner, Manfred Öttl

Florian FF. Walten

Der älteste Teilnehmer Johann Hofer (Steiner Hans) mit dem Organisator und Kommandanten der FF Platt, Franz Hofer

Cäcilienfeier des Kirchenchores St. Martin in Passeier Am Cäciliensonntag ehrte der Kirchenchor St. Martin in Passeier seine langjährigen treuen Mitglieder, und verlieh

Ausdauer zum Wohle des Chores. Pater Urban Stillhard, Pfarrer Michael Pirpamer und der Bürgermeister der Gemein-

25 Jahre: Pixner Pfitscher Resi, Walder Hermann 20 Jahre: Brugger Braunhofer Kriemhild, Pichler Gufler Ida, Schiefer Anton, Pircher Marth Erna Das gemütliche Beisammensein klang nach einem erlesenen Essen und bei stimmungsvoller Musik, dargeboten von den "Geigern der Berge," am späten Abend aus. Angerer H.

KLEINANZEIGER: Zu verkaufen: die Ehrenmitgliedschaft an Herrn Johann Schwarz senior, Mitglied seit fast 75 Jahren, sowie Rosa Schwarz senior, Mitglied seit fast 50 Jahren. Nachdem der Obmann des Kirchenchores, Hans Angerer, einige Episoden aus der Chorgeschichte dargebracht hatte, dankte er jedem Chormitglied herzlich für den Fleiß, den Einsatz und für die

de St. Martin, Hermann Pirpamer, sprachen über die wichtige Aufgabe des Kirchenchores in der Pfarrgemeinde. Geehrt wurden weiters folgende Mitglieder:

35 Jahre: Lamprecht Zöschg Oorothea,

Ennemoser Patricolo Elisabeth 30 Jahre: Angerer Franz

Heuladerwagen Melkmaschine 2 Melkeimer Melkmaschine 1 Melkeimer Tauchkühler für die Milch 1 Wasserkühler 3 Milchkannen (1 zu 50 Liter, 2 zu 30 Liter) Tel. 64 1654


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 13 / Nr. 17

Moos - Jüngster LVH-Ortsausschuß Südtirols Die Handwerker von Moos i. P. haben kürzlich einen neuen LVH-Ortsausschuß gewählt. Mit Markus Volgger als neuem LVH-Ortsobmann an der Spitze, Andreas Fontana, Klaus Pfitscher, Roland Graf und Dietmar Reinstadler ist damit der jüngste Ortsausschuß Südtirols ernannt worden. Das jüngste Ortsausschußmitglied zählt 21 Jahre, das älteste 33.

kampagnen des LVH und auf dessen politische Erfolge auf Gemeinde- und Landesebene zurück. Als solche nannte er das neue Urbanistikgesetz und das Gesetz zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge sowie die ersten Erfolge im

Bürokratieabbau. Bei der gegenwärtigen Diskussion um das neue Wohnbauförderungsgesetz wolle sich der LVH für die Förderung einer zweiten Dienstwohnung für Handwerker stark machen, so Fritz.

Markus Volgger übernimmt sein Amt vom scheidenden Obmann Franz Raich, der als Bürgermeister gemeinsam mit Gemeindeassessor Luis Pichler, ebenfalls ein Handwerker, den Handwerkern auch weiterhin unterstützend beistehen wird. Begeistert zeigten sich die mehr als 25 anwesenden Handwerker von der Rede des LVH-Präsidenten Herbert Fritz. Fritz hob die gestiegene Bedeutung des Handwerks in Südtirol hervor. "Das Handwerk ist keine Sackgasse mehr", betonte Fritz. Er führte dies unter anderem auf die verschiedenen Image-

(v.l.n.r.) Andreas

Fontana, Dietmar Reinstaller, Markus Volgger, Roland Graf, Klaus Pfitscher

Wahl der Ortsobmänner des Verbandes für Kaufleute und Dienstleister St. Martin:

Der langjährige Ortsobmann des Verbandes für Kaufleute und Dienstleister in St. Martin in Passeier, Johann Georg Götsch, wurde in seinem Amt wiederbestätigt. Wiedergewählt wurde auch der Ortsausschuß, welcher sich aus Anna Elisabeth Pichler und Roman Raffl zusammensetzt.

bedankte sich beim Ortsobmann und seinem Ausschuß für die gute Zusammenarbeit zum Wohl der einheimischen

Als Delegierter zur Hauptversammlung des Verbandes ging Erich Kofler hervor. Zukünftige Ziele des Ausschusses werden Überlegungen zur "Überbrückung der Monate außerhalb der Fremdenverkehrssaison", sowie das Ortsmarketing sein. Bürgermeister Hermann Pirpamer betonte bei der Ortsversammlung, daß die heimische Wirtschaft sich im Umbruch befindet. Früher habe es im Dorf Zeiten mit Monopolstellungen im Handel gegeben, nun regelt dies allein der Markt. Der Wirtschaftsassessor Johann Theiner

Johann Georg Götsch, in St. Martin

Ortsobmann

Unternehmerschaft und im Interesse des gesamten Dorfes. Der Bezirksleiter des Verbandes, Peter Kirchlechner, erläuterte in einem Situationsbericht die Grundausrichtung der Handelspolitik zur Erhaltung der Nahversorgung und Entwicklung der Klein- und Mittelbetriebe.


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 14/ Nr. 17

Moos:

Anton Platter, langjähriger Ortsobmann des Verbandes für Kaufleute und Dienstleister in Moos in Passeier, wurde in seinem Amt wiederbestätigt. In seinem Resümee sprach er in erster Linie die Geschäftsöffnungszeiten der Gemeinde Moos an. Diese sind sehr unterschiedlich, zumal das Gemeindegebiet aus mehreren Fraktionen besteht und dort unterschiedliche Bedürfnisse und Kaufgewohnheiten vorherrschen. Der Bürgermeister Franz Raich hob das gute Verteilungsnetz in der Gemeinde hervor. Die Nahversorgung ist in allen Fraktionen gegeben, Qualität und Angebot stimmen. Wichtig ist die kontinuierliche Kooperation zwischen den Wirt-

St. Leonhard:

Lothar Delucca heißt der neue Ortsobmann des Verbandes für Kaufleute und Dienstleister von St. Leonhard. Bei der letzten Ortsversammlung wurde auch der Ortsausschuß gewählt. Diesem gehören Arnold Marth, Sonya Kobler, Günther Staschitz, Franz Haller und Erika Tschöll an. Die Delegierten zur Hauptversammlung heißen Günther

schaftstreibenden verwaltung.

Die Gemeinde wird im Frühjahr in Zusammenarbeit mit dem Verband die Kaufleute einladen, um über das Problem Geschäftszeiten und Kooperation zu diskutieren. Aufgrund der Größe des Einzugsgebietes der Gemeinde, unterstrich der Wirtschaftsassessor Luis Pichler, ist die gute Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftstreibenden und den Verbänden unerläßlich. Der Bezirksleiter des Verbandes, Peter Kirchlechner, erläuterte in einem Situationsbericht die Grundausrichtung der Handelspolitik zur Erhaltung der Nahversorgung und Entwicklung der Klein- und Mittelbetriebe.

Stasehitz und Arnold Marth. In seinem Rückblick wies der scheidende Ortsobmann Martin Gufler auf die rege Tätigkeit der Kaufleute im Ort hin. So wurde anläßlich des Andreas-Hofer-Jahres ein Schaufensterwettbewerb veranstaltet. Während der Weihnachtszeit haben eine schöne Beleuchtung sowie Sänger und eine Bläsergruppe zur festlichen Stimmung beigetragen. Diese Aktionen

~

ner, Ortsobmann A/fred Schiefer.

und der Gemeinde-

von St. Leonhard in Passeier mit dem Verbandsdirektor Lothar Delucca, Bürgermeister Konrad Schiefer und Handelsassessor

Anton Platter, Ortsobmann

in Moos

sollen auch in Zukunft stattfinden, und eine Werbebroschüre soll dafür sorgen, daß sich die Gäste im Ort besser zurechtfinden. Verbandsdirektor Walter Baumgartner nahm die Situation des Handels in Südtirol kritisch unter die Lupe. "Der Handel" - so Baumgartner in seinen Ausführungen - "hat gesellschaftspolitische und kulturelle Aufgaben. Die bestehenden Strukturen sollen aufgebaut werden. Dies ist in erster Linie durch eine gezielte Raumordnungspolitik möglich, welche restriktiv und ohne Kompromisse einzugehen, geführt werden muß." Bürgermeister Konrad Pfitscher unterstrich, daß die im Ort geführte Handelspolitik die richtige sei. Es soll eine gesunde Konkurrenz betrieben werden, um keine MonopolsteIlungen zum Schaden aller zu erwirken. Handeisassessor Alfred Schiefer lobte die gute Zusammenarbeit der Kaufleute mit der Gemeindeverwaltung. Pressemittei/ung Kaufleute und Dienst/eister

Autüwerkstätte St. Leonhard passeirerstraße 53 Tel. (0473) 65 63 78

ROVER VERTRETU~G _ U~D ~EUAUTO


Passeirer Blatt I März 1998

Seite 15 I Nr. 17

Faschingszaubereien Die Bibliotheken St. Leonhard und St. Martin haben heuer unter dem Motto "Faschingszaubereien" ein gemeinsames Faschingsfest organisiert. Am Mittwoch, 18. Februar 1998 füllte sich der Vereinssaal von St. Leonhard mit Kindern und EItern, die gespannt dem Nachmittag entgegenfieberten. Sie wurden nicht enttäuscht. Der erste Teil des Nachmittags war für die Kleinen reserviert. Zauberer und Clown Tino brachte mit seinen Sketchen und Tricks die kleinen Zuschauer zum I ::Ir.hpn.

Viele Kinder ließen sich die Möglichkeit nicht entgehen, in der Schminkecke von flinken Frauenhänden schminken zu lassen. Bei der anschließenden MiniPlayback-Show zeigten rund 40 Teilnehmer aus St. Martin, St. Leonhard und aus dem Hinterpasseier ihr ShowTalent. Nach zwei Stunden wurden die glücklichen Sieger ermittelt. Der große Erfolg dieser Veranstaltung wird uns Bibliothekare sicher motivieren, auch im kommenden Fasching eine ähnliche Veranstaltung zu organisieren. G.z.IT.P


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 16/ Nr. 17

Am Büchertisch

Buchrekorde

Sagen und Geschichten aus dem Otztal

Buchhandlungen und Bibliotheken sind nicht nicht nur wichtige Kulturträger sondern auch bedeutende Wirtschaftsunternehmen. So wurden im Jahre 1996 weltweit für 120.000 Milliarden Lire Bücher verkauft und einige tausend Milliarden Lire für die Einrichtung und Ankauf von Bücher/Medien der großen Bibliotheken der Welt ausgegeben. Die größten dieser Bibliotheken sind alles wissenschaftliche Bibliotheken mit unvorstellbar großem Bestand an Büchern. Hier nun die Liste der

Kürzlich ist im Verlag Edition Löwenzahn in Innsbruck ein grenzübergreifendes Sagenbuch erschienen, das neben zahlreichen Sagen und Begebenheiten aus dem Ötztal auch solche aus dem Schnals - und Passeiertal vorstellt.

10 größten

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Bibliotheken

der Welt:

Anzahl Bücher Bibliothek 28,0 Mio. Kongreßbibliothek, Washington, USA 18,0 Mio. Britische Bibliothek, London 12,9 Mio. Universitätsbibliothek von Harvard 11,8 Mio. Russische Staatsbibliothek, Moskau 11,3 Mio. New York Public Library 11,1 Mio. Deutsche Bibliothek, Frankfurt und Leipzig 9,5 Mio. Universitätsbibliothek von Yale 9,4 Mio. Biblioteca Academiei Romane, Bukarest 9,0 Mio. Nationalbibliothek, Paris 8,7 Mio. Staatsbibliothek preußischer Kulturbesitz, Berlin

}

]

Bestsellerlisten Die in vielen Zeitschriften abgedruckten Bestsellerlisten sind sicherlich kein Kriterium für Qualität und Rang eines literarischen Werkes. Für viele Leser sind solche Listen jedoch eine Orientierungshilfe. Für den Buchhandel sind sie unverzichtbar und überdies ein wichtiges Werbeinstrument. Nachfolgend zwei Listen, DIE TOP TEN DER SPIEGEL BELLETRISTIK BESTSELLERLISTE 1970-1994 und zum Vergleich die Liste der Ausleihrenner der Bibliothek St. Martin. Die Top Ten der Spiegel Belletristik

Neben bereits einer breiteren Leserschaft bekanntem und einschlägig veröffentlichem Sagengut, konnte Hans Haid auch weniger bekannte Texte in das übersichtlich gestaltete, handliche Bändchen einbinden. Aus dem Passeiertal sind etwa 50 Volkserzählungen enthalten, wobei sich besonders im .Totenstein" im Timmelstal mit seinen Unglücken und merkwürdigen Vorgängen ein tälerverbindender Anhaltspunkt ergibt. Dieser grenzübergreifende Gedanke, der Gemeinsames in den drei genannten Tälern der Ötztaler Alpen herausstreicht und verbindend wirken, aber auch die lokale Identität stärken soll, wurde durch Finanzierungen im Rahmen der EU Projekte "Leader", "Sall Wöll" und "Interreg" unterstützt. Diese lesenswerte Publikation liegt in den Bibliotheken auf und ist über alle Buchhandlungen erhältlich. Sagen und Geschichten aus den Ötztaler Alpen, Ötztal-Archiv Band 1, Edition Löwenzahn Innsbruck 1997. A.p.

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Bestellerliste

1970-1994

Wochen auf der Liste 470 358 346 332 326 319 303 286 265 202

Patrick Süskind: Das Parfum (1985) Noah Gordon: Der Medicus (1987) John R. Tolkien: Der Herr der Ringe (1976) Michael Ende: Die unendliche Geschichte (1979) Michael Ende: Momo (1973) Kristiane Allert-Wybranietz: Trotz alledem (1980) Heinz Kömer: Johannes (1978) Isabel Allende: Das Geisterhaus (1984) Umberto Eco: Der Name der Rose (1982) Rosamunde Pilcher. Die Muschelsucher (1990)

Die zehn am häufigsten ausgeliehenen Romane der Bibliothek St. Martin (vom 1.1.1995 bis 31.12.1997) Unterhaltungsliteratur 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Romane

Gordon, Noah: Der Medicus Tamaro, Susanna: Geh wohin dein Herz dich trägt Hellmann, Diana: Zwei Frauen Hoeg, Peter: Fräulein Smilas Gespür für Schnee Gordon, Noah: Der Schamane Hellmann, Diana: Laras Geschichte Pilcher, Rosemund: Das blaue Zimmer Hayden, Torey: Jadie Noll, Ingrid: Die Häupter meiner Lieben Follet, Ken: Die Säulen der Erde

i

!


Seite 17 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

( lIllgemeines und KUltur) P'seirer Volksmusiktage 30.4. bis 3.5.98 Walten, Passeier Ort: Pension Jägerhof *** Walten Beginn: Donnerstag, 30.04., Anreise 18.00 - 19.00 Uhr + Abendessen Ende: Sonntag 03.05. - Abreise nach Mittagessen Leitung: Pixner Herbert, Walten Eingeladen sind zu diesem Wochenendlehrgang alle Musikanten und Sängerinnen, gleich ob jung oder alt, Einzelpersonen, Familien oder bereits bestehende Gruppen. Folgende Referenten

Raiffeisenkasse St. Martin unterstützt Vereine im Dorf Die Raiffeisenkasse St. Martin hat heuer den Weltspartag kostengünstig gestaltet. Trotzdem haben sich die Mitglieder und Kunden bei Getränken, verschiedenen Käsesorten sowie typischen Südtiroler Brotprodukten wohl gefühlt. Die eingesparten Kosten von 1 Million Lire wurden kürzlich dem Obmann des

sind mit dabei:

Moser Peter, Alpbach / Tirol Flügelhorn, Tanzlmusig, Weisenblasen, Gruppenspiel (ORF-Mitarbeiter, Leiter der Tiroler Kirchtagsmusig, Alpbacher Bläser... Posch Franz, Hall / Tirol - Steirische, Trompete, Gruppenspiel (Moderator der MEI LlABSTE WEIS, Leiter der Haller Innbrüggler ... Röck Hanspeter, Neukirchen / Pinzgau - Hackbrett, Gitarre, Stubenmusig, Gruppenspiel (Mitglied der Salzburger Brauchtumsmusig ...) Hasler Georg, Latzfons - Steirische, Posaune, Gruppenspiel (Volksmusikpfleger am Institut für Volksmusik, Mitglied der 6er Musig ... Pircher Karl, St.Pauls - Klarinette, Gruppenspiel (Mitglied der Paulsner Tanzlmusig ... Thoma Ernst, Mals - Singen, 2-3 und 4gsang (Leiter des Malser Viergsangs ...) Pixner Heidi, Walten - Harfe, Zither Pixner Herbert, Walten - Steirische, Klarinette, Gruppenspiel (Volksmusikstudium Klagenfurt, Mitglied der Hoamstanzer ... Seminarprogrammablauf wird bei Beginn bekannt gegeben (Informationen bei Pixner Herbert). Kursbeitrag für Teilnehmer mit Unterkunft und Verpflegung: • Kursbeitrag Kursbeitrag inkl. Frühstück)

inkl.

Vollpension

280.000.- Lit.

Mittag- und Abendessen: 170.000.- Lit. (ohne Nächtigung und

Die Teilnehmer werden gebeten bei Anmeldung darauf zu achten am gesamten Seminar teilzunehmen. Der Kursbeitrag wird bei Kursbeginn (Anreise) eingehoben. Die Anmeldung bitte sobald als möglich, spätestens aber bis 10.04.1998, mittels Anmeldeschein an: Herbert Pixner Jaufenstr.

I_~_

22 - 39010 Walten I Tel (0473) 65 65 12

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt (max. 50 Personen). Sollte nach getätigter Anmeldung eine Teilnahme nicht mehr möglich sein, bitte sofort melden. Für Notenmaterial ist gesorgt. Auf ein interessantes und unterhaltsames Wochenende freuen ~C~d~

~f~~~

s~~a~i~~~

Anmeldeformular

~

_:_ä~r~f:rt~~

für P'seirer Volksmusiktage

Vor- und Zuname Geburtsdatum

PLZ

Übergabe der Schürzen: (v.l.n.r. Senioren-Obmann Hans Pichler, Anna Mairginter Pinggera, RaikaObmannstellvertreter Anton Pircher

örtlichen bäuerlichen Notstandsfonds, Herrn Michael Verdorfer, als Spendenbeitrag überreicht. Der im Vorjahr überdachte Festplatz von St. Martin ist beim ersten Fest im Sommer abgebrannt. Die Vereinsgemeinschaft, bestehend aus 13 örtlichen Vereinen (Freiwillige Feuerwehr von St. Martin und Saltaus, ~~k~~

:~~M~rt~

~~c~

a5

30.04. - 03.05.1998 Wohnort

Adresse

_ Tel.

o alleine

o

Datum:

in Pension:

o Ja

Cl

.c

o

.~ C

o

Familie

(Singen wird nur für kleine Gruppen angeboten,

Nächtigunq

~<D

C u

Ich bringe folgende Instrumente mit: Ich musiziere:

_

<D U ,tU

Gruppe (bei Gruppen für jedes Gruppenmitgl. Anmeldef. ausfüllen)

bitte dies mit ausfüllen des Anmeldeformulars

o

Unterschrift:

Nein

~

beachten).

eventuelle persönliche Wünsche:

_ ;::;

l.L.

~


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 18/ Nr. 17

St. Martin-Fußball, Jagdverein, Kirchenchor, Goaslschnöllerclub, Goaszuchtverein Passeier, Schützen, Bildungsausschuß, Kegelclub, Tourismusverein, Bauernvereinigung) war bemüht, den

,

Jahresversamm/ung Vereinsgemeinschaft: ka-Obmannstellvertreter Anton Pircher

stützung der Mitglieder aller beteiligten Vereine und der Gemeindeverwaltung ist die Anlage in kurzer Zeit wieder neu entstanden. Bei der kürzlich abgehaltenen Vollversammlung konnte der Ob-

(v.r.n./. Bürgermeister

Wiederaufbau schnellstens in die Wege zu leiten. Dank der tatkräftigen Unter-

Hermann Pirpamer und Rai-

mann der Vereinsgemeinschaft, Herr Franz Gufler, mit großer Genugtuung

eine positive Bilanz ziehen. Er bedankte sich bei der Gemeindeverwaltung und bei der Raiffeisenkasse St. Martin für die prompte Unterstützung. Die Raika St. Martin hat durch die Übernahme der Anzahlung für die Überdachung des Festplatzes in Höhe von 35,7 Mil!. Lire ermöglicht, daß mit den Arbeiten schnellstens begonnen werden konnte. Die Tätigkeit der Südtiroler Seniorenvereinigung, Ortsgruppe St. Martin in Passeier, wird seit Jahren von der Raiffeisen kasse St. Martin in Passeier unterstützt. Die Vereinigung zählt 112 Mitglieder, davon sind mehr als ein Drittel Frauen. Die Mitglieder treffen sich wöchentlich im Vereinssaa!. Die Aktivitäten des Vereins sind vielfältig. Kartenspiel, Faschingsfeier, Wallfahrt, Lichtbildervortrag, Törggelepartie, Ausflug usw. wechseln einander ab. Dem Verein steht Herr Hans Pichler, Holzerhof, als Obmann vor. Frau Mairginter Pinggera Anna ist die Seele des Vereins. Monatlich werden die Geburtstagskinder beglückwünscht, im heurigen Jahr wird jedem eine Schürze überreicht werden. Eine größere Anzahl dieser "Geburtstagsschürzen" ließ die Raiffeisenkasse St. Martin dem Verein als Geschenk "zukommen".

Raiffeisenkasse St. Martin fördert Schulen Das Schuljahr 1997/98 begann in St. Martin mit einer Überraschung. Dem

beginn folgte dann der Paukenschlag: die Schulleute trauten ihren Augen

Gesuch der Schuldirektion an die Raika St. Martin um einen Beitrag für den computergestützten Unterricht folgte nach einigen Monaten Warten im Spätsommer eine Zusage. Kurz nach Schul-

nicht, als sie mit 11 PCs überrascht wurden. Der Raiffeisenkasse war es möglich, im Zuge einer EDV-Umstellung im eigenen Betrieb, diese noch fast neuen Geräte den Schulen zu überlas-

sen. Die Schuldirektion konnte ihrerseits mit Mitteln aus dem eigenen Haushalt und mit Hilfe der Gemeinde die notwendigen Ergänzungen und Adaptierungen leisten, so daß Lehrer und Schüler nun Instrumente in der Hand haben, die einen optimalen Einsatz ermöglichen. Die Zeiten, in denen ein Computer in der Schulklasse noch den Hauch von etwas Exotischem hatte, sind in St.Martin dank dieser Initiative Vergangenheit. Der PC gehört inzwischen in den Grundschulen von St.Martin, Abi und Saltaus sowie in der Mittelschule von St.Martin zum alltäglichen Arbeitsinstrument. Die schuleigenen Betreuer der EDVAnlagen, Josef Ennemoser in der Grundschule und Stefan Oberprantacher in der Mittelschule wachen über den bestmöglichen Einsatz des "PCParks", der mit dieser Spende verdoppelt wurde. Der Direktor der Pflichtschuldirektion von St.Martin Dr.Siegfried Innerhafer bedankte sich bei der Übergabe der Geräte beim Obmann Albert Pichler und dem Direktor Walter Pichler für die wertvolle Sachspende.


Seite 19 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

Die Feldlerche

Vogel des Jahres 1998

Den vielfältigen und geheimnisvollen Wundern der Natur kann man während des ganzen Jahres begegnen. Der Frühling bildet jedoch eine Ausnahme. Er zählt zu jenem Abschnitt im Jahreslauf, der seine Schönheit in besonderem Überfluß verstreut. Bäche, Wälder, Blumen und Tiere erwachen aus dem winterlichen Schweigen. Ein Frühlingsbote besonderer Art ist die Feldlerche. Diese eher selten anzutreffende Vogelart kehrt mitunter bereits im März in ihr Brutgebiet zurück und macht durch ihre tirilierenden Gesangsstrophen auf den noch braunen Matten auf sich aufmerksam.

grenze brütet die Feldlerche regelmäßig zwischen 1900 mund 2300 m Höhe. Unüberhörbar sind während der Fortpflanzungszeit die trilierenden Gesangsstropfen dieses Vogels. In den Wochen der Balzzeit laufen alle Lebensvorgänge auf Hochtouren. Um den Weibchen zu imponieren, zieht das Lerchenmännchen alle Register. Dabei fliegt der Sänger stumm vom Boden auf, beginnt in einer bestimmten Höhe mit seinen Liedstrophen und fliegt dann ununterbrochen singend, steil "himmelwärts". Mehrere Minuten können die Männchen jubilierend in großer Höhe bleiben. Ein

Ursprünglich war die Feldlerche ein Steppenvogel und verlangte kurzwüchsiges Kraut - und Grasfluren in offenem Gelände mit weitgehend freiem Horizont. Dementsprechend findet dieser gefiederte Freund seine Hauptverbreitung in weiten Feldern, Wiesen, Weiden und Ödflächen. Als eine Besonderheit kann das Vorkommen dieser Vogelart auf den sonnigen Bergmähdern über Stuls bezeichnet werden. Hier in der offenen Landschaft oberhalb der Wald-

unglaublicher Kraftaufwand für die kleinen Gesellen. Gegen Ende des Balzfluges läßt sich die Feldlerche mit angelegten Flügeln wie ein Stein zu Boden fallen. Das außergewöhnliche musikalische Talent dieser Vogelart imponiert aber nicht nur den Vogelweibchen, sondern hat auch viele Dichter wie z.B. Goethe, Schiller bis hin zu Eugen Roth poetisch inspiriert. So heißt es in Schillers "Frühling": "Mit freudig melodisch gewirbel

tem Lied, begrüßten erwachende Lerchen die Sonne.". Der unscheinbar, braune, schwarzgestreifte Wiesenvogel ist ca. 18 cm groß. Die Unterseite ist rahmweiß mit kräftiger Bruststreifung. Recht zuverlässige Bestimmungsmerkmale dieser Vogelart sind der längliche Schwanz mit den auffallend weißen Außenkanten und die kurze oft aufgerichtete Kopfhaube. Auf der Speisekarte des Vogels stehen vorwiegend Sämereien, frische Grasspitzen, zarte Pflanzenteile und besonders zur Brutzeit auch kleine Insekten. Die Feldlerche ist ein Bodenbrüter. In einem mit feinen Halmen geflochtenen Nest brütet das Weibchen ca. 14 Tag lang 3 bis 5 grau- und grünweiße Eier aus. Die Jungvögel werden von den Vogeleltern gemeinsam gefüttert und sind nach etwa 20 Tagen flügge. Im Jahr 1998 wurde die Feldlerche vom Deutschen Naturschutzbund zum Vogel des Jahres gewählt. Begründet wurde diese Entscheidung mit einer dramatischen Bestandsabnahme dieses Vogels in den letzten Jahren. "Für den typischen Wiesenvogel wurde in den letzten Jahrzehnten der Lebensraum mehr und mehr verkleinert und eingeschränkt. Einst freie Wiesen wurden in Obstkulturen umgewandelt, die für die Feldlerche als Lebensraum ungeeignet sind. Aus dem Talboden des Etschtales von Meran südwärts ist die Feldlerche verschwunden." (aus: Atlas der Vogelwelt Südtirols 1996). Am Beispiel der Lerche wird deutlich, wie sensibel diese Tierart reagiert, wenn an die Stelle eines vielfältigen, kleinstrukturierten Lebensraumes immer häufiger eine großräumig auf- und ausgeräumte Landschaft tritt. Noch können wir uns freuen, wenn die anmutige Feldlerche regelmäßig im Tale den Frühling verkündet und unser Gemüt nach trüben Wintertagen wieder erfreut. Noch liegt diese bunte und lebendige Welt vor uns, eine Welt in der uns stets bewußt sein soll, in welch einzigartiger Gesellschaft wir uns befinden. Rinner Arnold

Alkoholkonsum Was können wir vorbeugend tun? In letzter Zeit hat der Konsum von alkoholischen Getränken und anderen "leichten Drogen", besonders auch unter Jugendlichen, in unserem Tal zugenommen. Aufgrund dieser Entwicklung haben sich Vertreter der Jugendvereine, der Kirche und der Gemeindever-

waltungen des Tales mit Experten von der Suchtpräventionsstelle Focus in Linz (Oberösterreich) eingehend mit diesem Thema befaßt. In erster Linie muß demzufolge auf eine Stärkung der Persönlichkeit der Jugendlichen hingearbeitet werden.

Abschreckung

falsch

Früher hat man vor allem eine Aufklärung über die Arten von Drogen und abschreckende Methoden in der Vorbeugung für sinnvoll gehalten. Sicherlich ist es wichtig, daß Jugendliche über


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 20 / Nr. 17

Tankstellen

Seelentank

Familie

Schule Beruf

etc. die Wirkung und Folgen Bescheid wissen, dennoch bringt dies relativ wenig: jeder Erwachsene weiß über die gesundheitlichen Schäden des Rauchens und Alkoholtrinkens Bescheid, und trotzdem gibt es immer mehr Raucher und Trinker. Was Verbot und Abschreckung betrifft, haben Untersuchungen in Holland gezeigt, daß dieser Weg die Jugendlichen noch mehr zum Probieren anleitet: wenn etwas verboten ist, wird es für viele (besonders Jugendliche) eben erst richtig interessant. Ursachen bekämpfen Der einzig richtige Weg ist es, die Ursachen zu ergründen und zu beeinflussen .Weil die Ursachen aber so vielfältig und verschieden sein können, ist dies aber auch der schwierigste und langwierigste Weg. Neben der Persönlichkeit eines jeden Menschen spielen nämlich noch sein Umfeld(die Gesellschaft) sowie die Verfügbarkeit von Suchtmitteln eine Rolle. Bei der Entstehung von Sucht spielen immer mehrere Faktoren zusammen , daher sind einseitige Schuldzuweisungen (z. B. Freundeskreis, Familie .. ) nicht richtig. Verlügbarkeit

von Suchtmitteln

Wir haben uns hierbei besonders auf das Suchtmittel Alkohol konzentriert. Wichtig ist, daß besonders Jugendlichen unter 16 Jahren der Zugang zum Alkohol erschwert wird. Wir haben bereits Kaufleute und Gastbetriebe des Tales angeschrieben und sie ersucht, die gesetzlichen Vorschriften (Verbot des Ausschankes an Jugendliche unter 16 Jahren)genauer einzuhalten. Eingehende Gespräche mit Vereinen sind in nächster Zeit geplant. Hier müssen aber

auch die Eltern mithelfen, mit ihren Kindern über den Sinn dieser strengeren Regelung reden, ihre Vorbild rolle erkennen und Kinder sowie Jugendliche beispielsweise nicht zum Einkaufen alkoholischer Getränke oder Zigaretten schicken. Stärkung der Persönlichkeit modell"

- " Tank-

Herr Christoph Lagemann, ein europaweit anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Suchtvorbeugung ist überzeugt, daß das Hauptaugenmerk auf eine Stärkung der Persönlichkeit unserer Kinder und Jugendlichen gelegt werden muß und stellt dies im sogenannten Tankmodell dar: Jeder Mensch hat einen persönlichen "Seelentank", in dem die "Treibstoffe" für unser Wohlbefinden enthalten sind. Seelen tank Wenn wir unser Leben betrachten, bemerken wir, daß unser Tank nicht immer gleich voll ist. Wenn der Tank fast leer ist, geht es uns schlecht. Das Leben ist jedoch ein ständiges Auf und Ab, und Krisen und Traurigkeit sind genauso ein Teil wie Erfolg und Freude. Häufig schämen sich die Menschen, wenn es ihnen einmal nicht so gut geht und versuchen, ihre Probleme vor der Außenwelt zu verstecken, das heißt, den Tank, in dem es stinkt und modert, mit einem Stopsel abzudichten. Ein solcher Stopsel ist bei uns sehr oft der Alkohol. Besser, als einfach alle Probleme mit einem Stopsel zu verschließen ist es, sich möglichst viele Tankstellen zu öffnen und offen zu halten. Für manche Menschen kann der Beruf eine Tankstelle sein, für andere der Sport, die Familie, das Hobby usw.

Tankstellen Eine wichtige Aufgabe der Eltern und Vereine in der Suchtvorbeugung liegt also darin, den Kindern und Jugendlichen den Weg zu möglichst vielen "Tankstellen" zu zeigen. Neben dem Elternhaus muß es auch in der Schule eine Hauptaufgabe sein, die Jugendlichen in ihrem Selbstbewußtsein zu stärken und mit ihnen den Umgang mit Krisen und Konflikten zu üben (Erlebnisfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Umgang mit Gefühlen, Verhalten in Krisensituationen ...). Man muß ihnen zeigen, wie man mit einem fast leeren Tank umgehen kann, wie man ihn wieder mit Inhalten füllen und wie man sich auch ohne Stopsel wohl fühlen kann. Da viele Jugendliche angeben, nur deshalb übermäßig zu trinken, um "dazuzugehören" sollen sie auch verstärkt lernen, eine eigene Meinung zu vertreten und nicht immer das zu tun, was alle tun. Dazu werden in den Schulen in nächster Zeit Unterrichtsmodelle erarbeitet und vorgestellt. Natürlich spielt in diesbezüglich die Vorbildfunktion vonseiten der Erwachsenen eine große Rolle. Füreinander

Tankstelle sein

Abschließend ein weiterer Gedanke: Jeder von uns hat viele Möglichkeiten, für den Mitmenschen Tankstelle zu sein: den anderen beachten, ihn grüßen, Verständnis füreinander aufbringen, eigene Schwächen zugeben, genießen können, zärtlich sein, gemeinsam spielen usw .. Damit tragen wir wesentlich zur Suchtvorbeugung bei. Wir werden auch mit Plakaten für diese scheinbaren Kleinigkeiten werben. Sucht hat nämlich viele Ursachen. A.P.


Seite 21 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

.

Der Tourismus Im Passeiertal Der Tourismus scheint seinen Höhepunkt "erreicht" zu haben und man bewegt sich auf eine rasende Talfahrt zu. So und ähnlich, beschrieben gar manche in- und ausländische Zeitungen die Entwicklung der letzten drei Jahre und sagten dem Fremdenverkehr keine rosige Zukunft voraus. In der Tat, im Jahr 1996 und 1997 mußten bei den Ankünften und Nächtigungen beträchtliche Einbußen hingenommen werden. Trotzdem scheint die Entwicklung nicht ganz so besorgniserregend zu sein. Bedenkt man nämlich den Umstand, daß einige Betten nicht

ITALIEN

mehr vermietet und weniger Ankünfte verzeichnet wurden, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von fast 7 Tagen dennoch wieder erreicht worden ist, ist die Bilanz doch nicht so negativ. Das Betriebsergebnis gastgewerblicher bezw. nicht-gastgewerbliche Betriebe ist recht unterschiedlich. Die gehobene Kategorien der privaten Zimmer und Wohnungen haben 1997 einen geringeren Verlust hinnehmen müssen, als die Hotels, Gasthöfe und Pensionen.

Val Passiria

Der Rückgang bei den italienischen Gästen war sehr groß. Auch die übrigen europäischen Gäste haben das


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 22 / Nr. 17

Passeiertal nicht so häufig zu ihrem Urlaubsziel erkoren und sich weniger lange aufgehalten. Ein konstanter Zuwachs war hingegen bei außereuropäischen Gästen und solchen aus den osteuropäischen Ländern zu beobachten. Betriebe mit einer Kapazität von über 20 Betten müssen sich, wollen sie weiterhin ausgebucht sein, ein Werbekonzept erarbeiten und sich in den verschiedensten Medien anbieten. Die Mundwerbung zufriedener Hausgäste ist eine unverzichtbare und weitaus die beste Werbung. Sie wird jedoch nicht mehr ausreichen, um die üblichen Stornierungen wettzumachen und die Betten optimal auszulasten. Die Tourismusvereine hatten in Zusammenarbeit mit der Bergführervereinigung von Passeier wöchentlich zwei geführte Wanderungen und abends sehr viele Veranstaltungen angeboten. Die Besucherzahlen bei den Veranstaltungen waren nur zum Teil zufriedensteilend. Der Imagekatalog von Passeier ist neu erschienen und zusammen mit der Werbegemeinschaft "Im Herzen Südtirols" sind zwei neue Angebotskataloge für Pauschal- bzw. Gruppenreisen gedruckt worden.

Tourismusverein St. Leonhard: Präsident:

Sigi Augscheller

- Hotel Jägerhof

Vizepräsident:

Leo Hofer

- Wiesenhof

Gemeindevertreter: HGV Vertreter:

Alfred Schiefer Elmar Holzknecht

- Schotterwerk - Passeirer Weinstube

Vorstand:

Günter Staschitz Christi Moosmair Andreas Gufler Paula Pichler Manfred Gufler Alois Mair

-

Aufsichtsrat:

Franz Haller Andreas Hofer Karl Hofer

- S'Spinnradl - Gasthof Felseneck - Tischlerei Hofer

Tourismusverein St. Martin: Präsident:

Erwin Pichler

- Hotel Martinerhof

Vizepräsident:

Erich Pircher

- Pension Sonnegg

Gemeindevertreter:

Hans Theiner

- Busunternehmer

HGV Vertreter:

Heinrich Dorfer

- Sporthotels

Herbert Ramoser

- Eisdiele Herbert - Garni Sonnenschein - Gasthof Jager Hans - Videotechnik Lanthaler - Gasthof Forellenbach - Hotel Weißes Kreuz

Vorstand:

Komplette, attraktive Angebote in jeder verfügbaren Kategorie und im gesunden Preis-Leistungs-Verhältnis werden immer mehr verlangt. Die Freundlichkeit und Aufmerksamkeit der Mitarbeiter im Betrieb und der ganzen Talbevölkerung ist ein Werbeinstrument ersten Grades und soll ein Markenzeichen des Passeiertales werden, denn der Urlaub wird immer noch mit "Menschen kennen lernen" sowie "Freundschaften aufbauen" und "Sich rundum wohl fühlen" verbunden. Natur pur, unbegrenztes Wandern in abwechslungsreicher, intakter Umgebung und zeitgemäße Aktivitäten wie Tennis, Golf, Reiten, Radfahren im Sommer, Skifahren, Langlaufen und Rodeln im Winter, sollen verstärkt angeboten und genutzt werden. In allen drei Tourismusvereinen von Passeier sind die Gremien neu gewählt worden, die mit Hilfe aller Beteiligten und in einvernehmlicher Zusammenarbeit untereinander, alles daran setzen werden, damit der unverzichtbare Fremdenverkehr im Tal "auf goldenem Boden" weitergedeihen kann. R.H.

Foto & Juwelier Pens. Christophorus Garni Gufler Pension Brunhilde Pension Talblick Gasth. Bad Fallenbach

AIois Gufler

Robert Ennemoser Herbert Lanthaler Marlies Pichler Ubald Pichler

Aufsichtsrat:

Walter Aeischmann Arthur Pabst Rudolf Pircher

Quellenhof

- Martellerhof

- Garni Zentral - Hotel Hirzer

Tourismusverein Hinterpasseier: Präsident:

Vigil Kuprian

- Pension Panorama

Vizepräsident:

Johann Lanthaler

- Gasthof

Gemeindevertreter:

Heinrich Ennemoser

- Gosterbauer

HGV Vertreter:

Alois Kuprian

- Hotel Alpenland

Vorstand:

Gotthard Hofer Marlene Gufler Friedrich Gufler Robert Pöhl MPeter Pflug Anna Pöhl

-

Aufsichtsrat:

Christi ne Gufler Franz Hofer Josef Rinner

- Pension Gufler - Metzgerei Hofer - Gemeindebed. LR.

Lanthaler

Gasthof Platterwirt Hotel Pfeldererhof Gasthof Trausberg Gasthof Stullerhof Egger Grub Alm Gasthof Pöhl


Seite 23 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

Modenschau Endlich ist es wieder soweit. Die Kaufleute von St. Leonhard läuten den Modefrühling ein. Mit ihrer dritten Modenschau wollen Dirndlstube Praxmarer, Juwelier-Foto Staschitz, Wäscheladen Winkler, Haller's Spinnradi, Textil Gufler, Spielparadies, Schuhe Pfitscher, Electronic-

studio und Sportland wieder neue Akzente und Ideen setzen. Am 3. April 1998 un 20.30 Uhr öffnet das Vereinshaus von St. Leonhard für alle Interessierten und Modebegeisterten die Tore. Ein unterhaltsamer und informativer Abend, den sich sicherlich niemand entgehen lassen will.

dopda6f~

J!W~J!

~~~.

DIE WUNDERBLUME Es war einmal eine Frau, die hatte 12 Kinder. Als sie der geliebte Mann und Vater der Kinder verließ und in den Himmel vorausging, war das sehr schwer für die Familie. Doch die große Liebe, die alle verband, half ihnen, mutig ihren Weg weiter zu gehen. Für Frau Marta, so hieß die Mutter, war es, als ob die Liebe zu ihren Kindern nun doppelt so groß geworden wäre. Sie war immer für ihre Kinder da, nie dachte sie an sich selbst. Dafür, daß alle ihre Kinder gesund waren und zu guten, tüchtigen Menschen heranwuchsen, konnte sie Gott nie genug danken.

Nur ein Sohn, er hieß Markus, schien aus der Reihe zu tanzen. Während seine Geschwister schon tüchtige Handwerker oder Lehrer geworden waren und selbst eine Familie gründeten, konnte sich Markus zu nichts entscheiden. Er suchte nach etwas, wußte aber nicht genau was und wo er suchen sollte. Aber eines war für ihn sicher, er wollte anders als die anderen leben; sich das ganze Leben abrakkern, sich um alle möglichen Dinge Sorgen machen, ein paar oberflächliche, vergängliche Freuden erleben, das war ihm zuwenig. Da er wie seine

Mutter ein mitfühlendes Herz hatte, sah er auch das vielfältige Leiden in seiner Umgebung. Wie viele Menschen, auch junge, waren krank und unglücklich, aber kein Arzt konnte richtig helfen. Das Elend der Welt bedrückte ihn sehr. Oft dachte er: Ach wenn ich nur etwas fände, womit ich die kranken, unglücklichen Menschen wieder gesund und glücklich machen könnte! Dann hätte mein Leben zumindest einen Sinn! Seine Verwandten schalten ihn einen Träumer und Tagedieb und sagten, er solle endlich einen ordentlichen Beruf


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 24 / Nr. 17

erlernen. Die Mutter aber machte Markus nie Vorwürfe. Sie verstand ihn wohl und betete zu Gott, er möge ihrem Sohn den richtigen Weg zeigen. Die Gebete der frommen, liebenden Mütter müssen wohl sehr mächtig sein und Gott wohlgefällig, denn Markus fand schließlich, was er so sehnlichst suchte. Und das kam so: Auf einer seiner ziellos erscheinenden Reisen traf er einmal in einer großen Stadt eine weise Frau. Die berichtete ihm von einer Wunderblume, die jede Krankheit heilen könnte. Diese seltene, aber wunderschöne Blume, wachse in den tiefen noch fast unberührten Wäldern in einer Gebirgsgegend im Norden des Landes. Sie sollte nur nachts blühen und ein sanftes Licht ausstrahlen. Mehr konnte Markus nicht in Erfahrung bringen, aber es war genug für ihn, daß er wußte, diese Blume suchen zu müssen. Seine Verwandten und Bekannten, denen er von dieser Wunderblume berichtete, belächelten ihn als einen Träumer und sagten, das sei doch nur ein Märchen, diese Blume gebe es in Wirklichkeit doch gar nicht. Seine Mutter aber hörte ihm geduldig zu und zeigte ihm ihr liebendes Verstehen. Da sie spürte, wie wichtig es für Markus war, diese Blume zu finden, bestürmte sie wieder Gott in ihren Gebeten, Markus möge finden, was er so sehnlichst suchte. Als Markus schließlich aufbrach, um die Blume zu suchen, segnete sie ihn und gab ihm ihre letzten Ersparnisse mit, damit er auf seiner Reise nicht Not leiden müsse. Markus reiste in den Norden des Landes, wo sich ein gewaltiges Gebirge erhob und wo es noch ausgedehnte dichte Wälder gab. In den Dörfern, die am Fuße des Gebirges lagen, fragte er überall nach der Blume, aber keiner kannte eine solche Wunderblume. Er war schon ganz mutlos, da erfuhr er, daß ein, in einem einsamen Tal lebender Mönch, alle Kräuter dieser Erde kenne. Die Leute erzählten sich, daß er nur durch den Anblick einer Pflanze gleich wisse, gegen welches Übel sie helfe. Markus sagte sich, wenn, dann konnte nur noch dieser Einsiedler ihm helfen. Auf langen beschwerlichen Wegen gelang es ihm, diesen endlich zu finden. Er wohnte mitten im Wald in einer Höhle. Er trug einen langen weißen Bart, aber sein Gesicht war erstaunlicherweise ganz jung und seine Augen schauten gütig auf den jungen Sucher. Nach langem Schweigen sagte der Einsiedler mit feierlicher Stimme: "Ja diese Wunderblume kenne ich wohl, aber kaum jemand weiß von ihr. Finden kann sie

nur, wer ein reines, ehrliches Herz hat und sie sucht, um anderen zu helfen. Da du diese Voraussetzung hast, will ich dir behilflich sein." Der Einsiedler sagte ihm dann die Richtung an, die er einschlagen mußte und gab ihm seinen Segen. Markus zog wieder gestärkt durch neue Hoffnung weiter und ging immer in dieselbe Richtung nach Norden. Er erklomm hohe Pässe und stieg in tiefe Täler. Schließlich war er nach langem Wandern ganz erschöpft und ließ sich eines Abends in einer Lichtung unter einem Baum nieder. Er war so müde, daß er sofort in einen tiefen Schlaf fiel. Mitten in der Nacht erwachte er und sah ein mattes Licht zwischen den Baumstämmen. Er glaubte zu träumen, rieb sich die Augen und ging dem Licht entgegen, das ihn zu sich hinzuziehen schien. Dann stand er plötzlich vor einer wunderschönen Blume, deren strahlend weiße und hellgelbe Blüten dieses feine, silberne Licht ausstrahlten. Nun war er auch umgeben von einem herrlichen Duft, den diese Blume verströmte. Die Gewißheit, daß er am Ziel seines Suchens war, erfüllte ihn mit großer Freude, und beglückt saß er lange Zeit vor der Wunderblume. All die Müdigkeit war wie weggeblasen. Er fühlte sich herrlich frisch und hellwach. Wenn er in das Innere des Kelches der Wunderblume hineinschaute, leuchtete es so herrlich silberblau, daß ihm vorkam, direkt in den Himmel hinein zu schauen. Es war ihm, als ob sein Herz und Kopf sich unendlich ausdehnten in grenzenloser Glückseligkeit. Markus hatte jedes Zeitgefühl verloren, doch irgendeinmal fielen ihm wieder seine Mutter und all die leidenden Menschen ein. Er fragte sich, wie den Kranken geholfen werden könne, denn es war ihm klar, daß es unmöglich war, sie diesen beschwerlichen, langen Weg hierher zu bringen. Anderseits konnte er es einfach nicht übers Herz bringen, die Blume abzubrechen. Wie er darüber nachdachte, fiel er in einen tiefen Schlaf und im Traum sah er ein wunderschönes Wesen, mit einen Kleid und Flügeln, die gleich weiß schimmerten und leuchtend waren, wie die Blütenblätter der Wunderblume. Erstaunt schaute er es an. Da fing es zu reden an, mit einer Stimme, die sich wie sanfter Glockenklang anhörte: "Ich bin der Schutzengel dieser Blume. Du hast sie gefunden, weil die reine selbstlose Liebe und der Wunsch, den Menschen zu helfen, dich hierher geführt haben. Du bist reichlich belohnt dafür. Daß du es nicht zustande bringst, die Blume abzupflücken, um sie als dein Besitz an dich zu nehmen, ist ein Zeichen deines reinen Herzens. Auch dafür sollst du belohnt sein. Nun paß gut auf: Die

Pflanze bekommt jeden Tag ein neues Blatt, bis es Vollmond ist. Bei abnehmendem Mond wirft sie jeden Tag je ein Blatt ab bis zum Neumond, dann wachsen wieder die Blätter. Sammle diese abgefallenen Blätter und nimm sie mit dir, damit wirst du viele kranke Menschen heilen." Als Markus wieder von seinem Traum erwachte, war es gerade Vollmond und nachher konnte er tatsächlich beobachten, wie jeden Tag sich ein Blatt vom Stengel löste. Da wußte er, daß sein Traum kein Trugbild war. Er sammelte sorgsam jedes Blatt bis es Neumond war, dann verließ er die Blume. Die Rückreise schaffte er mit großer Leichtigkeit. Doch · er vergaß nicht, beim Einsiedler einzukehren, um sich bei ihm zu bedanken und ihn an seiner großen Freude teilhaben zu lassen. Der Einsiedler erklärte ihm, daß er je ein Blatt der Wunderblume in der Milch kochen sollte; wenn die Kranken von dieser Milch trinken, würden sie sofort geheilt sein. Als Markus endlich wieder heim kehrte, waren viele Jahre vergangen. Seine Mutter lebte allein in der Wohnung, denn alle Geschwister waren ausgezogen, da sie eigene Familien gegründet hatten. Überglücklich umarmte Frau Marta ihren Sohn. Sie hatte immer gewußt, daß er einmal zurückkehren würde. Wie viel hatte sie in all den Jahren für ihn gebetet! Markus war ein stattlicher Mann geworden und was der Mutter gleich auffiel, er sah sehr glücklich aus. Von seinen sanften Augen ging ein Strahlen aus, da wußte die Mutter sofort, daß er die Wunderblume gefunden haben mußte. Auch Markus betrachtete seine Mutter voll Liebe. Sie war dieselbe geblieben und sie klagte nicht. Aber dann erfuhr er doch, daß sie allerlei Gebrechen hatte, die die Ärzte einfach als altersbedingte Abnützungserscheinungen abtaten, und wogegen sie auch nichts tun konnten. Mit großer Freude ging nun Markus daran, seinem geliebten Mütterlein als erste die Wundermedizin zu bereiten. Er legte eines der kostbaren welken Blätter in die kochende Milch und gar bald erhielt das Blatt wieder seine ursprüngliche Farbe und Form. Nun hieß er die Mutter, ein paar Schlucke von dieser warmen Milch zu trinken und siehe, es ging ihr zusehends besser. Wie weggeblasen waren auch die lästigen Knieschmerzen, die sie so sehr geplagt hatten. Frau Marta fühlte sich bald vollkommen gesund und auf wunderbare Weise erfrischt. Gewohnt, immer nur an die anderen zu denken, lief sie mit der restlichen Milch zu den Nachbarn, von denen sie wußte, daß sie krank waren. Sie wußte


Passeirer Blatt / März 1998

genau, wo es überall kranke Menschen gab. Ihre übergroße mütterliche Liebe war längst über ihre große Familie hinausgewachsen. So war sie nicht nur den eigenen Kindern, Schwieger- und zahlreichen Enkelkindern eine stets liebende fürsorgliche Mutter, sondern in ihrem weiten Herzen hatten alle Platz, die ihr begegneten. Mit besonderer Liebe und Sorge nahm sie sich der Kranken und alten Menschen an. Und so war es für Frau Marta eine tiefe Freude zu erleben, wie diese Medizin die leidenden Menschen von ihren verschiedensten Krankheiten heilte. Sie half Markus unermüdlich, wo immer sie konnte. Natürlich haben sich die ersten Heilerfolge herumgesprochen, und viele kranke Menschen kamen zu Markus und seiner Mutter. Wie oft war ihre kleine Wohnung von hilfesuchenden oder dankbaren genesenen Menschen überfüllt. Aber Frau Marta klagte nie. Sie war stets für alle da, wie eine Mutter für ihre Kinder. Immer wenn der Vorrat an Blättern verbraucht war, machte sich Markus auf den Weg zur Wunderblume, um neue Blätter zu holen. Er ging sehr gern zu ihr hin und wartete jedesmal geduldig, bis er einen genügend großen Vorrat an Blättern hatte. Markus aber genoß die Zeit des Wartens sehr, betrachtete die Blüte, die ihre hellstrahlenden goldenen Blütenblätter nur während der Nacht öffnete und aus ihrem Kelch einen herrlichen Duft und ein wunderbares Licht aussandte. Er wurde so frisch und wach, daß er weder Schlafen, Essen noch Trank brauchte. Es war so, daß er jede Nahrung und Kraft vom Anblick dieser Wunderblume bekam. Wenn er dann wieder mit den Blättern zu den leidenden Menschen zurückkehrte, war er jedesmal wie verjüngt und das Glück und die Kraft, die er bei der Blume getankt hatte, hielten lange an. Während seine Freunde, Verwand-

lhe:iner

TAXI

Seite 25 / Nr. 17

ten und Bekannten älter wurden und schließlich starben, blieb er immer gleich jung. Doch auch seine Mutter schien die gleichen Wirkungen zu spüren wie Markus. Trotz der vielen Arbeit blieb sie immer gleich frisch und gesund. Die Rückreise schaffte er mit großer Leichtigkeit. Doch er vergaß nicht, beim Einsiedler einzukehren, um sich bei ihm zu bedanken und ihn an seiner großen Freude teilhaben zu lassen. Der Einsiedler erklärte ihm, daß er je ein Blatt der Wunderblume in der Milch kochen sollte; wenn die Kranken von dieser Milch trinken, würden sie sofort geheilt sein. Als Markus endlich wieder heimkehrte, waren viele Jahre vergangen. Seine Mutter lebte allein in der Wohnung, denn alle Geschwister waren ausgezogen, da sie eigene Familien gegründet hatten. Überglücklich umarmte Frau Marta ihren Sohn. Sie hatte immer gewußt, daß er einmal zurückkehren würde. Wie viel hatte sie in all den Jahren für ihn gebetet! Markus war ein stattlicher Mann geworden und was der Mutter gleich auffiel, er sah sehr glücklich aus. Von seinen sanften Augen ging ein Strahlen aus, da wußte die Mutter sofort, daß er die Wunderblume gefunden haben mußte. Auch Markus betrachtete seine Mutter voll Liebe. Sie ist dieselbe geblieben und sie klagte nicht. Aber dann erfuhr er doch, daß sie allerlei Gebrechen hatte, die die Ärzte einfach als altersbedingte Abnützungserscheinungen abtaten und wogegen sie auch nichts tun konnten. Mit großer Freude ging nun Markus daran, seinem geliebten Mütterlein als erste die Wundermedizin zu bereiten. Er legte eines der kostbaren welken Blätter in die kochende Milch und gar bald erhielt das Blatt wieder seine ursprüngliche Farbe und Form. Nun hieß er die Mutter, ein paar Schlucke von dieser warmen Milch trinken und siehe, es ging ihr zusehends besser. Wie weggeblasen waren auch die lästigen Knie-

Gewohnt, immer nur an die anderen zu denken, lief sie mit der restlichen Milch zu den Nachbarn, von denen sie wußte, daß sie krank waren. Sie wußte genau, wo es überall kranke Menschen gab. Ihre übergroße mütterliche Liebe ist längst über ihre große Familie hinausgewachsen. So war sie nicht nur den eigenen Kindern, Schwieger- und zahlreichen Enkelkindern eine stets liebende fürsorgliche Mutter, sondern in ihrem weiten Herzen hatten alle Platz, die ihr begegneten. Mit besonderer Liebe und Sorge nahm sie sich der kranken und alten Menschen an. Und so war es für Frau Marta eine tiefe Freude zu erleben, wie diese Medizin die leidenden Menschen von ihren verschiedensten Krankheiten heilte. Sie half Markus unermüdlich, wo immer sie konnte. Natürlich haben sich die ersten Heilerfolge herumgesprochen und viele kranke Menschen kamen zu Markus und seiner Mutter. Wie oft war ihre kleine Wohnung von hilfesuchenden oder dankbaren genesenen Menschen überfüllt. Aber Frau Marta klagte nie. Sie war stets für alle da, wie eine Mutter für ihre Kinder. Immer wenn der Vorrat an Blättern verbraucht war, machte sich Markus auf den Weg zur Wunderblume, um neue Blätter zu holen. Er ging sehr gern zu ihr hin und wartete jedesmal geduldig, bis er einen genügend großen Vorrat an Blättern hatte. Markus aber genoß die Zeit des Wartens sehr, betrachtete die Blüte, die ihre hellstrahlenden goldenen Blütenblätter nur während der Nacht öffnete und aus ihrem Kelch einen herrlichen Duft und ein wunderbares Licht aussandte. Er wurde so frisch und wach, so daß er weder Schlafen, Essen noch Trank brauchte. Es war so, daß

Reisen

UND BUSUNTERNEHMEN

Tel. 0473 - 64 12 83 - Fax 0473 - 64 10 21

St. Leonhard i. P. • • •

schmerzen, die sie so sehr geplagt hatten. Frau Marta fühlte sich bald vollkommen gesund und auf wunderbare Weise erfrischt.

UND SERVICE UND ZUBEHÖR


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 26 / Nr. 17

er jede Nahrung und Kraft vom Anblick dieser Wunderblume bekam. Wenn er dann wieder mit den Blättern zu den "leidenden Menschen zurückkehrte, war er jedesmal wie verjüngt und das Glück und die Kraft, die er bei der Blume getankt hatte, hielten lange an. Während seine Freunde, Verwandten und Bekannten älter wurden und schließlich starben, blieb er immer gleich jung. Doch auch seine Mutter schien die gleichen Wirkungen zu spüren wie Markus. Trotz der vielen Arbeit blieb sie immer gleich frisch und gesund.

werden, daß die materiellen Güter allein nicht das wahre Glück bringen, ist in ihnen eine große Sehnsucht nach dem echten unveränderlichen Glück erwacht. Da es heißt "wer suchet, der findet, wer anklopfet, dem wird aufgetan werden" und da du schon lange den Wunsch hattest, den Menschen zu helfen, so sollst du ihnen den Weg weisen. Markus war sehr beglückt über diese Worte des Engels, da sie ihm aus dem Herzen sprachen. Und er fragte: "Wie soll das geschehen?" Da sagte der Engel mit feierlicher Stimme: "Alle 1000 Jahre reifen auf dieser Wunderblume in einer goldenen Kapsel unzählige winzige kleine Samen heran. Nun nähert sich dieses Ereignis wieder. Warte hier darauf, dann wirst du die kostbaren Samen dieser Blume zu den leidenden und suchenden Menschen bringen.

Manchmal bemerkte Markus ein Leuchten, das von ihr ausging, wie er es nur bei seiner Wunderblume gesehen hatte. Ihn und seine Mutter aber bedrückte immer mehr die Tatsache, daß die Menschen, obwohl von den Krankheiten geheilt, doch nie vollkommen gesund und glücklich sein konnten. Markus wünschte sich immer sehnlicher, den Menschen mehr geben zu können als sie nur von den Krankheiten zu heilen, denn er wollte, daß auch sie glücklich und immer jung blieben. Viele Menschen, die ihn kannten, sprachen auch den Wunsch aus, so zu sein wie er und fragten, weshalb er so sei: Bisher hatte er das Geheimnis der Wunderblume strengstens gehütet. Denn so ist es ihm vom Schutzengel der Blume aufgetragen worden. Als er wieder einmal bei der Blume weilte, erschien ihm wieder ihr Schutzengel und dieser sagte mit seiner sanften, lieblichen Stimme: "Ich weiß, daß du traurig bist, weil du den Menschen den Schlüssel zu dem wahren Glück geben willst, das du gefunden hast. Aber du weißt nicht, wie das geschehen soll. Da nun die Zeit gekommen ist, in der viele Menschen sich bewußt

CUJitr

Markus verbrachte 7 Jahre lang bei der Blume, doch die Zeit, die er in vollkommener Glückseligkeit verbrachte, schien ihm so kurz wie 7 Tage. Voll Staunen und freudiger Erregung entdeckte Markus schließlich am Stengel eine goldene Kapsel, die die Form eines kostbaren Kelches hatte.

Mit diesen Blättern konnten die Menschen all ihre Krankheiten heilen. Doch Frau Marta erlebte sehr bald, wie eine kleine Knospe wuchs, und bald öffnete sich in der Vollmond nacht der herrliche goldgelbe Blütenkelch, er leuchtete in der Nacht und verströmte einen wunderbaren Duft.

Er berührte sie leicht mit einem Finger, dann löste sich die Kapsel von der Pflanze und fiel in seine geöffnete Hand. Wie Markus dieses kostbare Gut in Händen hielt, durchrieselten ihn Schauer des Glücks und er vernahm eine wunderbare Melodie, als ob unzählige kleine Glöckchen läuten würden. Er schaute sich um, aber er konnte nirgends eine Glocke sehen. Dann verstummte die herrliche Musik. Er war erfüllt von Dankbarkeit und Freude.

Markus wußte, daß die Menschen, die in ihrem stillen Kämmerlein ihre Blüte ansehen konnten, nicht nur geheilt waren von jeder Krankheit sondern sie blieben immer glücklich, vollkommen gesund, frisch und alterten nicht mehr. Daß seine Mutter die erste war, die ihre Pflanze zum Blühen gebracht hatte, erfüllte ihn mit großer Glückseligkeit.

Da hatte er wieder den starken Wunsch bei den Menschen zu sein, um ihnen

tredelfl~ tredelfl~

tredelfl~ tredelfl vieQ

DU

alfleilflalfldetr

die Samen zu schenken. Dieser Wunsch beflügelte ihn so sehr, daß er augenblicklich in seiner Heimatstadt war. Wieder war sein geliebtes Mütterlein die erste, die von ihm einen kostbaren Samen erhielt. Oh, mit welcher Freude legte sie den Samen in die Erde, mit welcher Hingabe bewässerte sie täglich 2 Mal den Blumentopf in ihrem stillen Kämmerlein, wie Markus ihr geraten hatte! Dann teilte Markus die Samen an all jene aus, die ihn darum baten und gab ihnen dieselben Anweisungen wie seiner Mutter. Die Menschen verspürten bereits von Anfang an, daß es ihnen besser ging, sobald sie den Samen in Empfang nahmen. Es dauerte nicht lange, da begann der Samen zu sprießen und es wurde ein kleines Pflänzchen. Wenn fleißig 2 Mal täglich bewässert wurde, bekam es auch die Blätter, jeden Tag eines, bei Vollmond ließ die Pflanze wieder jeden Tag eines abfallen.

Obt

votrbed

Immer mehr Menschen wollten diesen Samen haben und immer mehr konnten sich nach fleißigem Begießen am Erblühen ihrer Blüte erfreuen. Markus gab allen, die danach fragten, von den kostbaren Samen, und der Vorrat in der goldenen Samenkapsel ging nie zu Ende. Die Kapsel blieb immer gefüllt. So kam es, daß bald sehr viele Menschen ganz gesund und glücklich waren und sie steckten mit ihrer Freude und dem inneren Frieden auch jene an, die nicht an die Wunderblume glauben wollten und sich nicht die Zeit nahmen, einen eigenen Samen zu begießen. Bald war die ganze Welt erfüllt von dauerhaftem Glück, Frieden und Harmonie und es wurde so schön auf der Welt, daß man glauben konnte, es sei nun der Himmel auf die Erde herabgekommen. Berta Gufler

/


Seite 27 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

5 Generationen in einem Bild Einen seltenen Schnappschuß hat Herr Aldo Sartori der Redaktion zur Verfügung gestellt. Auf dem Foto sind 5 Generationen abgelichtet, wobei Frau Irma Sartori, die im Juni 94 Jahre vollenden wird, den Mittelpunkt bildet. Sie hält ihr Ur-Ur-Enkelkind Jakobo liebevoll in den Armen. Rechts neben ihr steht ihre Tocher Maria, rechts vorne sitzt deren Tochter Graziella. Links stehend ist die Schwiegertochter von Graziella, Christina, abgelichtet (ihr gehört Söhnchen Jakobo). Frau Irma Sartori ("nonna" genannt) lebt mit ihrem Sohn Aldo in der Kohlstatt in St. Leonhard und wird von ihm und seiner Schwester mit Unterstützung der Altenpfleger gepflegt und umsorgt. Trotz ihres hohen Alters ist sie noch bei vollem Verstand und kann in der Wohnung herumgehen. Die Redaktion des Passeirerblattes wünscht Frau Sartori und ihrer "Großfamilie" noch viele gemeinsame Jahre. A.P.

Tischlerlehre mit Auszeichnung abgeschlossen Daß die Passeirer im Tischlerhandwerk den Kollegen aus dem restlichen Einzugsgebiet der Berufsschule Meran kei-

ständnis und die Unterstützung für die Vorbereitung des Gesellenstückes, einem Stehschrank in einheimischer Kirsche massiv, gefunden. Die Ausführung der Arbeit, insbesondere auch die abgebildete Einlegearbeit zeugen von Ideenreichtum, Fleiß und

neswegs hintanstehen, hat Wilfried Pfitscher vom Wendlhof in Platt bewiesen. Er hat bei der Gesellenprüfung im Dezember 97 mit der Bewertung 9,4 das beste Ergebnis erzielt. Sicherlich getragen, bereits in auch der führt.

hat dazu der Umstand beidaß ihm einiges an Können die Wiege gelegt wurde, da Vater eine eigene Tischlerei

Auch im Lehrbetrieb, der Tischlerei HolzIdee des Hans Georg Oberprantacher in St. Martin, hat er das nötige Ver-

Können des jungen Passeirers. Mit einer fast ebenso hervorragenden Bewertung hat auch Daniel Reinstadler aus Platt die Ehre der Passeirer bestens vertreten. Wir wünschen den jungen Tischlergesellen weiterhin viel Erfolg auf ihrer beruflichen Laufbahn. A.P.


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 28 / Nr. 17

Der Egger Franz ein Achziger Wer glaubte, den Jubilar zu seinem Geburtstag am Eggerhof anzutreffen, der täuschte sich, denn der Franz hat es wieder vorgezogen, den Winter auf der Eggergrub Alm zu verbringen. Franz Pflug wurde am 7. März 1918 auf dem Eggerhof in Stuls als ältestes von sechs Kindern geboren. Der Humor wurde ihm als Erbstück von seinem Vater in die Wiege gelegt, auch die Lust und Leidenschaft zur Jagd bekam er von ihm vererbt. Schon in jungen Jahren durfte er seinen Vater auf manchem Jagdgang begleiten.

man bei seinem Sohn, dem jetzigen Eggergrub Almwirt, jederzeit ausleihen kann. Auch als Korbflechter hat sich der Franz betätigt. Einsam fühlte sich der Franz nie. Mit den Schneewehen hatte er oft seine liebe Not. Er mußte damals die Tiere zum Brunnen übers Eck treiben und auf dem Rückweg war oft alles so verweht, daß er die größte Mühe hatte, die Tiere noch in den Stall zu bringen. Indessen sind 19 Winter verweht und 19 Frühlinge gekommen. Seine 24 Militärkollegen hat der Franz alle überlebt, ein Zeichen, daß das Eg-

Wir.gratulieren zur (jeburt gemeinde

}Vloos

,. 12. 1991- 3. 3. 1998

Moos. - Dort"]reitag Eddie

platt:

guf/er Sirnon

Hoier Iisa

Lanihaler Dantela Raffl Maria Reich Nathalie

IAltas: ,

garber ')enl1lfer Poil Mkhaela

Stuls:

Hofer Karolin

teabenstein: Pfandler Michael

St. }Vlartin 1. 12. 1991- 28. 2. 1998

Saltaus:

Raich Mare Zipperte ')ulia

Als er beim Militär nach Pisa kam, zeigte er kein Interesse für den schiefen Turm, da hätte schon eine Gemse droben stehen müssen. 1947 schloß der Franz den Bund fürs Leben mit Maria GraßI von Hochegg. Der Ehe entsprossen dreizehn Kinder, von denen eins im Kindesalter starb. Die anderen wurden zu arbeitsamen Menschen erzogen. Vom Sparsinn geprägt, war es dem Franz möglich, den Eggerhof zu vergrößern. Er kaufte da und dort ein Waldstück, baute eine Säge und eine Seilbahn. Auf den Bergwiesen kaufte er das Matt dazu, das an die Eggergrub Wiesen grenzt. Die alte Egger Kaser riß er nieder, baute sie neu auf und wurde Wirt. Der Franz war immer ein geselliger Wirt, ein Wirt, dem es vor allem um das Wohlergehen der Gäste ging. In den vielen Wintern, in denen er mit einem Pferd, ein paar Kühen, dem Jagdhund und einer Katze auf der Alm hauste, hat er nebenbei Rodeln gemacht, von denen einige noch oben stehen und die

gergrub-Lüftl ein gutes ist. Den Tod seiner Frau ertrug er durch Gebet und Gottvertrauen. Voriges Jahr mußte sich der Jubilar einer Operation unterziehen, aber dank der guten Pflege seiner Schwiegertochter Maria und dank seines ungebeugten Humors hat er es geschafft, wieder auf die Alm zu kommen. Wenn er aber in jägerischer Hinsicht etwas kürzer treten muß, so kommt das Jägerlatein doch nicht zu kurz. Seine Jagderlebnisse würden ein ganzes Buch füllen. Seine Urtümlichkeit hat der Franz sich bewahrt. Die Freude an all den Dingen, die Gott ihm geschenkt hat, kennt kein Alter. Mögen ihm die Glückwünsche, die ihm anläßlich seines Wiegenfestes entboten wurden, alle in Erfüllung gehen, damit er zur Unterhaltung der Einheimischen und Gäste auf der Eggergrub Alm noch lange beitragen und noch viele Winter dem Frühling entgegen sehen kann. Anna Lantha/er

Dort

Ennemoser Katnarina Pfitscher Sanära

St. CeonhaYd 1. 12. 1991 - 3. 3. 1998

Dort

f:3uchschwenter Christion Hofer pa trick pichler 'lulia Kofler ')ulian

(jlaiten:

Auer Dantela

Schweins te{j: uuen Iukas

Walten:

pixner Regina


Seite 29 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

2. Raiffeisen- Golfturnier Im Oktober luden die Raiffeisenkassen Südtirols alle Golfer zum 2. RaiffeisenGolfturnier auf dem sehr schön angelegten Golfplatz von Passeier ein. 70 Teilnehmer bestritten das Turnier an einem wunderbaren Tag. Abends fand in einem bekannten Gasthof in St. Martin die Preisverteilung statt.

be besser bewältigte als Solderer. Das Loch 3 ist nach "Raiffeisen" benannt, da dasselbe die Raiffeisenkassen des

Burggrafenamtes gesponsert haben und damit Weitblick bewiesen für eine Sportart, welche in unserem Lande immer mehr Fuß faßt. Golfclub-Präsident Karl Pichler, sowie der Obmann des Raiffeisenverbandes Baron Carl Eyerl, und Raika-Obmann Albert Pichler übergaben die Preise. Der Raika-Verbandsobmann sprach in seiner Rede den Wunsch aus, daß dieses RaiffeisenGolfturnier eine ständige Einrichtung werde. Dank gebührt dem Golfclub-Team, welches das Turnier hervorragend organisiert hat.

Den Teilnehmern winkten wertvolle Sachpreise. Tagessieger wurde Moreno Tresorio vom Golf-Club Dolomiti mit 73 Schlägen. Christian Solderer vom Golfclub Petersberg bewältigte den Platz ebenfalls mit 73 Schlägen, jedoch für den Tagessieg war das Ergebnis am Loch 3 ausschlaggebend, bei welchem Tresorio dassel-

Neu in St. Leonhard

4 Kegelbahnen stehen allen Keglern oder jenen, die es gerne werden wollen, täglich von 16 bis 24 Uhr zur Verfügung. Öffnung Ende März bis Anfang April Info und Reservierung Tel. 0473/656945

Lust auf eine Pizza .... Wenn Sie Lust auf eine schmackhafte

Pizza haben, würden wir uns freuen Sie bei uns zu begrüßen .... Tischreservierung Tel. 0473/656890


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 30 / Nr. 17

.

ein beliebter Fischen . Passeiertal Freizeitsport Im Im Laufe der letzten Jahre erfuhr das Fischen im Passeiertal einen deutlichen Aufwärtstrend und immer mehr einhei-

hütt und Gasthof Edelweiß in Pfelders) können Tages- und Jahreskarten erstanden werden. Die Gebirgsseen des

schaftliches Wettfischen. Als Höhepunkt der Saison wird alljährlich von den am letzten Samstag im Schildhöflern August das Preisfischen um den "Pseirer-Cup" organisiert. Das Einzelfischen am 30.08.97 gewann Forellenbach Luis vor Pirpamer Erwin (beide aus St. Martin) und Ghiotti Christian (Meran). Die Mannschaftswertung entschieden Haller Florian, Kofler Arnold, Pixner Ulrich und Platter Josef (alle aus St. Leonhard) für sich, während Rottensteiner Luis mit 1680 gr. den schwersten Fisch zur Strecke brachte. Stetig wachsenden Zuspruch verzeichnete letzthin die sogenannte "Königsdisziplin" des Angelns, nämlich das Fliegenfischen. Zu diesem Zwecke wurde der Abschnitt von der Brücke bei der Kläranlage bis zur Saltauser Brücke als Fliegenstrecke deklariert und ein Verein der .Pseirer Fliegenfischer" gegründet. Für Interessierte wird am Sonntag, den 17.05.98 um 14.00 Uhr mit Treffpunkt beim Saltauser Sportplatz, ein Grundkurs für Fliegenfischer (sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene) in den Bereichen Gerätekunde und Wurftechnik angeboten.

mische Angelbegeisterte verbringen ihre Freizeit entlang der Passer und an deren Nebenbächen. Dafür dürften mehrere Gründe ausschlaggebend sein: Freude an der Natur, sowie die Faszination bzw. der beruhigende Effekt, der vom Wasser gemeinhin ausgeht. Beim Fischen kann man beruflichen Streß abbauen und für einige Zeit "abschalten", der Kampf Fischer gegen Fisch bereitet außerdem viel Spaß und Spannung. Daß die Passer ein wunderschönes Fischereigebiet darstellt, wird schon alleine dadurch klar, daß etliche Angelbegeisterte mehrere 100 km Fahrt auf sich nehmen, um in unserem Heimatbach fischen zu können. Mittlerweile verfügen über 300 Fischer im Passeiertal über die Fischereilizenz und jährlich treten ca. 25 angehende Petrijünger zur Prüfung in Bozen an. Die 13 Fischereirechte vom Ursprung der Passer bis Saltaus obliegen bereits seit dem 12 Jh. den Schildhofbauern. Seit nunmehr 19 Jahren ist Egger Siegfried Obmann der Schildhöfler und somit verantwortlich für die Bewirtschaftung der Passer. Alljährlich werden 4000 kg Fische im Zeitraum von Februar bis September "praktisch monatlich eingesetzt". An diversen Verkaufsstellen des Tales (Tourismusbüros von St. Martin und St. Leonhard, Volksbank St. Leonhard, Raiffeisen kasse St. Martin, Hotel Saltauserhof, Hotel Quellenhof, Gasthaus Pfandler Alm, Hotel Tirolerhof, Gasthof Inner-

Passeiertales gehören dem Land und werden von den Vereinen von St. Leonhard (Seewersee) und von Moos (beide Schwarzseen) bewirtschaftet. Sämtliche Nebenbäche der Passer wurden an Privatvereine verpachtet (z. B. an die Kalmbach- Fischer, Fartleiser-Fischer, Mösel-Fischer, Long Lake- Fischer usw.). Nahezu alle diese Vereine veranstalten untereinander ein kamerad-

Angesichts der Tatsache, daß die Fischereisaison am 08. Februar eröffnet wurde und die meist milden Temperaturen geradezu zum Fischen einladen, bleibt nichts mehr weiter übrig, als den Angelbegeisterten des Passeiertales bei der Jagd nach Marmorierten Forellen, Bachforellen, Regenbogen-Forellen, Saiblingen usw. ein kräftiges "Petri Heil" zu wünschen! K.G./ES.


Seite 31 / Nr. 17

Passeirer Blatt / März 1998

2. Auflage des Raiffeisen- Tennis-Turniers in St. Leonhard Bereits ein Jahr ist nunmehr vergangen, seit das Raiffeisen- Tennis-Turnier für nichtklassifizierte Spieler und Spielerinnen nach mehrjähriger Pause zum erstenmal wieder zur Austragung gelangte. In der Woche vom 7. bis 15. 2. 1998 war es soweit! Die zweite Auflage konnte beginnen. Obwohl die Anzahl der gemeldeten Akteure im Vergleich zum letzten Jahr ein wenig gesunken war, konnte man dennoch auf ein illustres und niveauvoIles Teilnehmerfeld verweisen. Insgesamt 36 Herren, 11 Damen und 10 Doppelpaarungen aus folgenden Clubs hatten ihr Antreten zugesichert: TC. Algund, Brixner TV, TC. Brixen, TC. Dorf Tirol, SV Kaltern, TC. Lana, Pol. Libertas Bozen, TC. Meran, SSV Naturns, SV Partschins, Pol. Comina Meran, TC. Prad, TC. Rungg, TC. St. Martin, TC. St. Leonhard und TV Terlan. Am Start waren auch die beiden Sieger des bisher einzigen Turniers des Jahres 1998, welches eine Woche früher in St. Ulrich Gröden stattgefunden hatte, nämlich der 18-jährige Brixner Alexander Hornof und die 13jährige Linda Mair aus St. Martin. Man durfte also gespannt sein, ob es den beiden vielversprechenden und talentierten Jugendspielern gelingen würde, ihre Siegesserie in der Tennishalle von St. Leonhard fortzusetzen. Obwohl nur an Nr. 42 gesetzt, gelang es Alexander Hornof tatsächlich, auch das zweite Turnier des Jahres für sich zu entscheiden. Er zeigte dabei auf eindrucksvolle Weise, daß er zum Besten gehört, was Südtirol in dieser Leistungsklasse aufzubieten hat. Nichts wird wahrscheinlich seiner Aufnahme in die C-Klasse am Ende der Saison 1998 im Wege stehen. Ein großes Lob gebührt auch Christian Kofler, (TC. St. Martin) Vorjahressieger und Aushängeschild des Tennissports im Passeiertal. Aufgrund seiner großen und langjährigen Erfahrung an Nr. 1 gesetzt, gelang es ihm erneut ins Finale vorzudringen und dort dem späteren Sieger Hornof einen harten Kampf abzuverlangen. Er unterlag dem 18-jährigen Brixner nach drei umkämpften, spannenden Sätzen mit 3/6 7/5 2/6. Auch Christian Koflers Bruder Erich konnte sich bis ins Halbfinale vorkämpfen. Auf dem Weg dorthin besiegte er u. a. den Vorjahresfinalisten Rainer Hilpold aus Meran. Leider konnte Erich zum Semifinale gegen den

späteren Sieger aus zeitlichen Gründen nicht mehr antreten. Ein Sieg wäre ihm durchaus zuzutrauen gewesen. Im Damenwettbewerb traten einige der stärksten Spielerinnen Südtirols gegeneinander an. Mit Spannung warteten wir natürlich auf das Abschneiden der starken Passeirer Damen. Mair Linda (TC St. Martin) konnte ihren Erfolg von St. Ulrich nicht wiederholen und scheiterte nach hartem Kampf im Halbfinale an der 15-jährigen Sandra Geyr (TC. Brixen) Daß der Damentitel nicht wie bei den Herren an Brixen ging, sondern im Tal blieb, dafür sorgte wie schon im Vorjahr Claudia Klotz (TC. St. Martin), die sich in einem spannenden und teilweise hochklassigen Endspiel gegen Sandra Geyr aufgrund ihrer Erfahrung mit 7/5 6/2 durchzusetzen vermochte.

Damit blieb sie wie schon im vergangenen Jahr ohne Satzverlust. Damit gingen alle seit Jahresbeginn in Südtirol ausgetragenen Turniere bei den Damen an den TC. St. Martin. Für den im April beginnenden Italienpokal-Bewerb, wo der TC. St. Martin sowohl bei den Damen als auch bei den Herren in der 1. Liga spielt, kann man einiges erwarten. Den Sieg im Herren-Doppel sicherten sich Christian und Erich Kofler mit einem Finalerfolg über Markus Siebenförcher und Haller Klaus (beide SV Dorf Tirol). Ein großes Dankeschön für die freundliche Unterstützung gebührt der Raiffeisen kasse Passeier, mit deren Hilfe auch die 2. Auflage dieses Tennis-Turnieres ein voller Erfolg wurde.

VorAt1k\i"~(,\i", flipa,AUCA"'f '" St. MArU" Der S. C. St. Martin veranstaltet auch im kommenden Sommer, und zwar vom 6. bis 11. Juli 98 das bereits zur Tradition gewordene FaßbalIcamp für Jugendliche von 6 bis 14 Jahren, in Zusammenarbeit mit der Fußballschule ..Desolati" aus Florenz.

Näheres darüber und die Einschreibemodalitäten werden den Fußballvereinen zu einem späteren Zeitpunkt direkt mitgeteilt. Die Eltern werden gebeten, die Einschreibungen fristgerecht zu tätigen, um ihren Sprößlingen eine sichere Teilnahme zu ermöglichen. Pichler Ubold Hoordinotor für dos Jugendcamp 98


Passeirer Blatt / März 1998

Seite 32 / Nr. 17

Die Jugendarbeit des S.C. PASSEIER FUSSBALL zeigt Früchte Gleich zwei Ehrungen konnte der S.G.Passeier Fußball am 30.01.98 bei der Verbandsjahreshauptversammlung in Trient entgegennehmen: die erste für

platz abgehalten werden. Zwischendurch haben sich die Jugendmannschaften an verschiedenen Hallenturnieren beteiligt. So die gesamten Ju-

des Blitzturnieres im Freien, an dem sich der F.G.Tirol Innsbruck, Virtus Don Bosco Bozen und der S.G.Passeier beteiligt haben. Die A-Mannschaft hat sich mit dem gutbesuchten Turnier um die Raiffeisentrophäe das Trainingslager finanziert. Besonders lebhaft ging es beim Raiffeisen-Jugendturnier in der Halle von St. Leonhard her. Nicht weniger als 16 Gund 16 D-Jugendmannschaften aus den verschiedensten Ortschaften Südtirols, ja sogar aus Gartenstadt (Deutschland) haben mitgekämpft und sich an jedem geschossenen Tor erfreut. Dabei konnten Jugendtrainer und Betreuer, Dank der freizügigen Unterstützung der Raiffeisenkasse Passeier, erstmals einheitlich im neuen Trainingsanzug auftreten.

den Einsatz von Jugendspielern bei der A-Mannschaft und die zweite für den Gewinn des Fairplaypokales der Junioren in der Saison 1996/97. Zeugnis von der hervorragenden Jugendarbeit des Vereins gibt auch die Berufung von verschiedenen Jugendspielern in "Landesund Regionalauswahlen". Sogar in den Wintermonaten wurde keine Pause eingelegt. Von November bis Februar wurde in St. Leonhard und Moos das Hallentraining fleißig besucht. Dank der Erlaubnis der Gemeinde St. Leonhard konnten ca. 30 Trainingseinheiten auch im Freien und zwar auf dem "roten Platz" und auf dem Kinderspiel-

gendmannschaften in Terlan, die D-Jugend in Tscherms und, anläßlich der 40Jahrfeier von "Stella Azzurra", wurde, neben Lana und Virtus Don Bosco, auch der S.G. Passeier eingeladen. Die G-Jugend hat sogar bei einem internationalen Turnier mit 16 Mannschaften in Innsbruck den 2. Platz belegt. Eine Passeirer-Jugendauswahl hat sich weiters bei den Hallenturnieren in Linz (Österreich) und in Meran ausgezeichnet. Die Auswahl ist sogar zu einem Freundschaftsspiel am 4. März nach Verona eingeladen worden. Höhepunkt der Arbeit in den Wintermonaten war die Abhaltung der Hallenturniere und

Der S. G. Passeier Fußball hat wieder Pläne für die Zukunft. In Walten möchte er bei Bedarf eine' wöchentliche Trainingseinheit organisieren. Am 6. Juni findet die erste Dorffußbalimeisterschaft auf Kleinfeld statt, zu der der S.G.Passeier alle Vereine, Vereinigungen, Gesellschaften, Firmen, Verwaltungen und Unternehmen jetzt schon herzlich einladen möchte. Beonders freuen wir uns auf den neuen Fußball platz und das neue Umkleidegebäude. Das erste Baulos kann, dank des unermüdlichen Einsatzes der Gemeindeverwaltung und inbesonders des Bürgermeisters Dr.Konrad Pfitscher, wahrscheinlich schon heuer begonnen werden. Pfitscher Luis

PtJrffHßbAIIJtfelfterf(/tAft AJtf

~.

)HHI I~~I

IH ft.LetJH/tAr«

I!!


Passeirer Blatt