Skip to main content

Passeirer Blatt

Page 1

Spedizione in a.p. – 70% – Filiale di Bolzano

S.I.A.P. GR. IV 70%

MITTEILUNGEN UND NACHRICHTEN AUS MOOS, ST. LEONHARD UND ST. MARTIN Nr.1 MITIEILUNGEN UND NACHRICHTEN AUS 15. Jahrgang – Nr. 35 MOOS, ST. LEONHARD UND ST. MARTIN

Mai 1993

September 2002 7. Jahrgang

Das Rotkehlchen - ein Frühlingsbote

Unverkennbar beginnt in den Monaten März und April die Natur aus ihrem Winterschlaf zu erwachen. Überall sprießen und schwellen die Knospen. Haseln, Weiden, Erlen und Seidelbast blühen. Am Boden können Krokus, Huflattich und Frühlingskuhschelle kaum das Schwinden des letzten Schnees abwarten. In diesen beiden Monaten kehren auch zahlreiche Vogelarten aus den Winterquartieren in ihre Brutgebiete zurück. Zu den zuverlässigsten Boten des kommenden Frühlings gehört neben Bachstelze, Singdrossel, Zilpzalp und Felsenschwalbe das Rotkehlchen. Als Kurzzieher hat der Großteil der »Rotkröpfler« die drei bis vier kalten und schneereichen Monate in den milderen Regionen, vorwiegend im westlichen Mittelmeerraum, verbracht. Schon ab März beginnen sie wieder die vertrauten Brutreviere zu besetzen, wo die Rotkehlchenmännchen durch ihren perlenden, verträumten Gesang in den Morgen- und Abendstunden wieder auf sich aufmerksam machen. Kurze Schneeschauer und Temperaturrückgänge machen diesem Vogel nichts aus, solange der Boden zumindest stellenweise nicht zufriert. Brutplätze finden wir von den feuchten Laub- und Mischwäldern der Tallagen bis hinauf zur Waldgrenze. Entscheidend für den Lebensraum dieses Sängers ist die Beschaffenheit und Struktur

des Waldbodens. Dichtes Unterholz und Gestrüpp, naturnahe Hecken und Büsche sind für Tarnung und damit den Bruterfolg dieses Vogels unerläßlich. Zweimal im Jahr legt das Rotkehlchen

4 - 5

Eier in eine Bodenmulde. Ein Großteil der Gelege und Jungvögel fällt Mäusen, Ratten, Wiesel, Eichhörnchen, Eichelhäher, Kuckuck und vor allem dem Sperber zum Opfer. Aber auch Abgase, Ozonloch und das saure Regenwasser (Rotkehlchen baden täglich) setzen diesem Vogel zu. Der Gesang des Rotkehlchen ist sehr vielseitig. Bis zu 275 Motive haben Forscher bei einem Rotkehlchen nachgewiesen. Es mag daher

nicht verwundern, daß dieser Vogel auch als »Flötist mit orangefarbener Brust«, als »kleiner Sänger mit der großen Stirnrne«, oder als »Europas Singvogel mit dem wehmütigsten Gesanq- bezeichnet wird (in: Naturschutz heute 1/92). Der Gesang dient den Rotkehlchen in erster Linie zur Abgrenzung ihrer Reviere. Er ist aber auch die Hauptwaffe, mit der um diesen Besitz gekämpft wird. Vernimmt ein Rotkehlchen an seiner Reviergrenze nicht die vertraute und geduldete Stimme des Nachbarn, sondern von einem fremden Rotkehlchen, reagiert der Revierinhaber mit heftigem Gegengesang. Dieser Sängerkrieg, bei dem die beiden Kontrahenten mitunter beachtliche Lautstärken erreichen, endet meistens damit, daß eines der beiden erzürnten Männchen vorzeitig das Weite sucht. Erst wenn keines von beiden nachgeben will, artet der Sängerkrieg in eine tätliche Auseinandersetzung aus. Die Gegner verkrallen sich ineinander, versuchen den Gegner am Boden festzuhalten und ihm die Augen auszuhacken. Neben dem Gesang löst vor allem auch der Anblick des orangeroten Gefieders Aggressionen bei Revierinhabern aus. (Fortsetzung

auf Seite 2)


Passeirer Blatt / Mai 1993

Seite 2 / Nr. 1

Das Rotkehlchen

(Fortsetzung

- ein Frühlingsbote

von Seite 1)

Dieser Vogel mit seinem stillen, unerschrockenen Wesen, dem runden Kopf mit den großen, schwarzen Kulleraugen und seiner orangeroten Brust spricht die Menschen besonders an. Wahrgenommen wird er auf sehr unterschiedliche Weise. Kinder erfreuen sich an seiner Keckheit und Vertrautheit, Dichter und Maler lassen sich von seinem Wesen inspirieren, Musiker und Sänger sind von seinem Gesang fasziniert, der Urlauber schätzt das »Erlebnis Hotkehlchen«, Dem Obstbauern und dem Gärtner ist er ein willkommener Insektenfresser, dem »ausqehunqerten- Südländer ein unentbehrliches Feinschmeckergericht. Auch in Forscherkreisen ist das Rotkehlchen, vor allem als Zugvogel, zu besonderen Ehren gelangt. An ihm entdeckte Wolfgang Witschko den Magnetkompaß. Dieser ermöglicht es Zugvögeln auch bei bedecktem Nachthimmel, bei schlechtem Wetter und zwischen Wolkenfeldern ans Ziel zu gelangen. Kleinste Magnetkristalle im Kopf helfen Zugvögeln Richtungsänderungen des magnetischen Feldes zu registrieren. Trotzdem können extreme Wetterbedingungen den Zugvögeln einen Strich durch die Rechnung machen und sie zur Zwischenlandung nötigen. Die für den Weiterflug nötige Energie muß aufgetankt werden. Auf der Suche nach Futter dürfte wohl auch jenes Rotkehlchen gewesen sein, das sich Ende September des vergangenen Jahres in das Innere der Stettiner Hütte verirrte und hier für die nötige Aufregung sorgte. »Wir staunten nicht schlecht, als an einem nebelig - trüben Vormittag plötzlich ein Rotkröpfl bei der geöffneten Tür in die Gaststube floq«, erzählte Herr Fontana Leo, Hüttenwirt auf der Stettiner

Hütte. »Nachdem der Vogel eingefangen und von allen bewundert wurde, setzten wir ihn wieder auf freien Fuß. Den darauffolgenden Tag konnte er noch in Hüttennähe beobachtet werden, dann war er verschwunden.« Da Rotkehlchen vorwiegend nachts ziehen, gibt es kaum direkte Beobachtungen ihres Zugverhaltens. Daß über das Pfitscher Jöchl, über Jaufenpaß, Eisjöchl und Vinschgau eine wichtige Rückzugslinie für Zugvögel aus nördlicheren Ländern in Richtung Süden verläuft, wird in Vogelkundlerfachkreisen seit längerer Zeit vermutet. Vögel beobachten - ein lehrreiches Hobby. In unserer hektischen und leistungsorientierten Welt ist das Beobachten von Vögeln eine sinnvolle und vor allem sehr erholsame Freizeitbeschäftigung, die viele Menschen wieder zur Natur hinführt. Bereits eine geringe Kenntnis über Vogel arten oder Vogelstimmen kann die Natur für uns reicher, interessanter, vielfältiger und schöner machen. Wer mehr weiß, sieht mehr, erlebt mehr und erhöht somit die Möglichkeit in eine intensivere Beziehung zur Natur zu treten. Aus der Beobachtung der Zusammenhänge in der z.B. ein Rotkehlchen steht, wird schließlich der Lebensraum als Lebensgemeinschaft erkennbar. Aus diesem Verständnis erwachen Bereitschaft und Fähigkeit zu verantwortungsbewußtem und aktivem Schutzverhalten. Erst wenn ich das Miteinanderleben der Arten begreife, kann das, was man heute so abstarkt als Ökologie bezeichnet, als etwas Faszinierendes, als Reichtum, als etwas Liebenswertes erfahren werden. Nur wozu man eine Bindung hat, eine Zuneigung oder gar ein »heirnatliches Gefühl«, das wird man erhalten, dafür wird man sich einsetzen. Arnold Rinner

Erinnerungen - Teil 2 Im ersten Teil haben wir die Erlebnisse einer Passeirer Auswandererfamilie - erzählt von einer betroffenen Frau - veröffentlicht. Der Teil 2 bringt die Geschichte der Familie im Ausland. Der Teil 3 wird im nächsten Passeirer Blatt veröffentlicht. Es war kurz vor Weihnachten im selben Jahr. Mutter hatte starke Blutungen und mußte sofort ins Krankenhaus. Von den Arbeitsmaiden kam zu dieser Zeit keine mehr ins Haus. So waren wir Kinder fast immer allein. Vater ging jeder Tag in den Wald Holz schlagen, wie er sagte. Ab und zu kamen Nachbarsfrauen und schauten nach uns. So haben wir zwei Großen, so gut es ging, die Geschwister und das Haus versorgt. Therese, die Älteste, kochte uns zu jeder Mahlzeit Milchbrei. Wir sind dann nicht in die Schule gekommen. Es dauerte wie eine Ewigkeit, bis dann endlich unsere ge-

liebte Mutter wieder hier war. Sie hatte vorzeitig und auf eigene Verantwortung das Krankenhaus verlassen, weil sie uns Kinder allein wußte. Später sagte sie oft, daß sie bis an ihr Lebensende diesen Jubelschrei ihrer Kinder nicht vergessen werde, mit dem sie empfangen wurde. Und dann kam eines Tages ein geheimnisvolles Paket. Mutter ließ es sofort verschwinden. Wir konnten uns nicht erklären, weshalb Mutter uns nicht zeigte, was da drinnen war. So kam der heilige Abend. Wir sahen zum ersten Mal einen Gabentisch. In der Mitte thronte ein großes dickes Mär-

chenbuch. Es war das Brüder Grimm Märchenbuch. Obwohl sonst gar nicht soviel dalag, außer Bauklötzchen und für uns Mädchen eine steife Puppe, hat man kaum je einmal so strahlende Kinderaugen gesehen. Diese große Freude lag in jenem Paket, das eine Mitpatientin im Krankenhaus der Mutter versprochen hatte. Und an diesem Abend las uns Vater die Geschichte vom »Hans im Glück- vor. Dieses Buch hat es besonders mir angetan. Jede freie Minute las ich darin. Es hat sich für mich eine schöne Welt aufgetan. Es waren dies die ersten Märchen, die ich vernahm. So verdanken wir unserer geliebten Mutter und diesem Märchenbuch glückliche Kinderstunden. Eines Tages, als wir Kinder bei Mutter in der Stube waren und sie gerade dem kleinen Karl die Flasche gab, kamen mit lautem Gepolter vier Männer bei der Tür herein. Mit ängstlichen Augen blickten wir auf die Fremden. Als Mutter sie nach ihrem Begehren fragte, zeigten sie auf den Christus im Herrgottswinkel und meinten ironisch: »Wenn sie diesen wegtun und den hier stattdessen aufhängen würde- - dabei schälten sie eir Bild von Hitler aus einem Papier »dann, gute Frau, würdet Ihr diesen Hof fast geschenkt bekommen. Schon deswegen, weil sie den Führer fünf Söhne geschenkt haben.« Als unsere Mutter die Fassung allmählich wieder gewann, legte sie das Kind in das Bettchen und ging langsam zur Tür. Sie riß sie auf und schrie wie von Sinnen: »Hinaus mit euchlUnd die Männer suchten tatsächlich das Weite. Allmählich spitzte sich die Kriegslage bedenklich zu. So geschah es, daß uns in der zweiten Märzwoche 1944 mitten in der Nacht die Partisanen überfielen. Sie plünderten Lebensmittel, Wäsche, vom Vater Schuhe und Bekleidung. Doch sonst geschah uns nichts. Aber Vater bekam es trotzdem mit der Angst zu tun. Die Partisanen hätten uns vielleicht nicht mehr belästigt. Jedenfalls sah das unsere Mutter so. Doch Vater plante wieder fortzuziehen. Er fuhr gleich nach Innsbruck zum Umsiedlungsamt, die ihm im Tiroler Unterland einen Pacht zusicherten. Er hat dann diesen Ort nicht weiter in Augenschein genommen, weil es eine schöne Versprechung war. Bald darauf war es auch schon so weit, daß wir packen mußten. Diesmal war es nicht so einfach. Wir waren bereits acht Kinder, hatten mehr Hausrat und das ganze Viehzeug und Lebensmittel und Getreide, das uns später zugute kam. Was unsere Mutter am meisten fürchtete, waren die Bombenangriffe, die es um diese Zeit schon gab. Und so war es auch. Als wir auf der Fahrt nach Tirol waren, mußten wir in Schwarzach - St. Veit kopfüber aus dem Zug in einen Luftschutzkeller flüchten. Ohne die Hilfe der Mitrei-


Seite 3 / Nr. 1

Passeirer Blatt / Mai 1993

senden hätte es Mutter nicht geschafft. Vater war im Viehwagen bei den Tieren. Als wir im Keller waren, fehlte ein Kind, unser ältester Bruder Franz. Aber wie alles vorüber war, wurde er am Bahnhof ausgerufen, und wir waren wieder vollzählig. Nach vielen Stunden kamen wir ohne Zwischenfälle in das Dorf Going am Wilden Kaiser. Da stellte sich heraus, daß unser Vater uns ins Ungewisse getrieben hatte. Es war wohl ein Berghof zugedacht, der war aber tief eingeschneit. Obwohl schon Anfang April war, lag noch über einen Meter Schnee im Ort. So wurden wir notdürftig im Dorf untergebracht. Das Vieh mußten wir verstreut in Futterplätze geben. Heu hatten wir nur soviel mit, wie die Tiere als Reiseproviant benötigten. Da wo wir herkamen, war Frühling, und die Tiere hätten auf die Weide gehen dürfen. Die Enttäuschung war niederschmetternd. Wir dachten sehnsüchtig an das traute Rosental. Vater wollte nicht, daß es uns gut ging. Es kann sich jeder ausmalen, in welche Mißgunst wir hier bei den Leuten geraten sind. Nur wenige hatten Mitleid mit uns. So mußte der Bürgermeister ein Aufgebot von Männern bestellen, die den Weg zum Hof freischaufelten. Es war immerhin eine Strecke von einer Stunde Gehzeit. Doch bald hatten die Leute im Dorf den Urheber dieses Mißgeschickes erkannt. So kam es auch, daß Vater nie Anschluß fand, da keiner ihn mochte. Es war wieder die Mutter, die vieles in die Hände nahm. Sie erreichte bei den Leuten Beistand und Hilfe. Weil ohne Hilfe wäre es nicht gegangen. Als wir dann endlich diesen Hof beziehen konnten, sah es wesentlich freundlicher aus. Die Sonne und der Föhn hatten das ihre dazu beigetragen. Es war trotzdem ein sehr schwerer Anfang. Das Haus war baufällig und viel zu klein für eine so große Familie. Jedoch feucht war es nicht. Die Felder waren ziemlich verwahrlost. Auf dem einzigen Acker wuchs Farnkraut, und die Wiesen waren vermoost. Aber viel Weideland und ein Wald gehörten dazu. Das Schöne war, daß wir Kinder ein Reich für uns hatten. Der nächstliegende Nachbarhof war einige hundert Meter entfernt. Wir mußten auch wieder in die Schule. Hier war es besonders schwer. Wir hatten Mühe, den Faden wiederzufinden, denn dieses Erlebnis war für uns ein Schock. Dazu verfolgten uns die Dorfkinder sehr. Meine Brüder verschafften sich aber bald den nötigen Respekt, überragten sie doch die meisten Gleichaltrigen um Haupteslänge. Und arbeiten machte stark. Mit der Zeit wurden wir so auch bei den Leuten beliebt. Sie sahen in uns brave, ehrliche und arbeitsame Kinder. Unsere Mutter wurde jedoch von allen am meisten bewundert. Dann war endlich der Krieg aus. Es wur-

de Schmalhans Küchenmeister. Die Vorräte aus Kärnten waren trotz sparsamen Umgang geschwunden. Die Felder gaben noch nicht viel her. Milch, Butter und Kartoffeln brauchten wir für uns seiber. Die Eier mußte Mutter als Zahlungsmittel hernehmen, denn Geld war auch nicht viel da. Brot mußte rationiert werden. Schweine konnte Mutter keine mästen, weil kein Getreide da war. Was wir von den Lebensmittelkarten bezogen, reichte bei weitem nicht. Zudem hatte sich wieder ein kleiner Bruder dazugestellt, unser Josef. Aber es ging auch diese schwere Zeit vorüber. Allmählich kam wieder Ordnung ins Gefilde. Vater ging auf Baustellen als Hilfsarbeiter. So konnte er nur noch nebenher auf dem Hof helfen. Mutter hatte nun wieder die meiste Last, und wir Kinder mußten sie fest unterstützen. Einmal stand Vater am Schultor und wartete auf mich. Obwohl er im Dorf war, mußte ich einen Umweg machen, um bei einem Bauern etwas auszurichten. Noch unkundig im Ort habe ich den beschriebenen Weg verfehlt. Ich ging in eine ganz andere Richtung und stand plötzlich in einer Moorlandschaft. Mit Schrecken gewährte ich, daß der Boden unter meinen Füßen nachgab. Ich warf mich auf den Boden und kroch aus der Gefahrenzone heraus. So ging ich wieder dieselbe Richtung zurück, aus der ich glaubte gekommen zu sein. Es war ein heißer Vorsommertag. Ich hatte Durst und wahnsinnige Kopfschmerzen. Da begegneten mir zwei Leute. Sie sprachen mich an und sahen, daß ich weinte. Die Frau kramte aus ihrer Tasche ein Stück Traubenzucker und gab ihn mir. Dann zeigte sie mir den richtigen Weg ins Dorf zurück. Es war schon Abend, als ich zu Hause ankam. Es war Herbst, als unsere Mutter zwei ältere Frauen kennenlernte, die auch aus Südtirol ausgewandert waren. Sie wohnten in Kufstein und luden uns ein, sie einmal zu besuchen. Da aber die Mutter schwer fortkam, mußte ich dieses Versprechen einlösen. Sie packte mir ein paar Eier sorgfältig ein, und ich fuhr in die Stadt. Sogleich fand ich auch die Wohnung der beiden Damen. Ich wurde freundlich empfangen, und sie bewirteten mich mit Keksen und Limonade. Für das Mitbringsel bedankten sie sich sehr. Als ich dann nach einiger Zeit aufbrach, überreichten sie mir eine große Schachtel. Sie befahlen mir, vorsichtig zu sein, denn es wären zerbrechliche Sachen drin. Voller Spannung fuhr ich nach Hause. Als ich auf dem Weg zum Hof war, konnte ich meine Neugierde nicht mehr zügeln. Mitten auf dem Waldweg machte ich die Schachtel auf. Was da zum Vorschein kam, übertraf alle meine Erwartungen. Es war Christbaumschmuck! Am liebsten hätte ich

gleich ein Tannenbäumchen damit geschmückt. Ich hatte aber blitzschnell einen Plan. Zu Hause angekommen, schlich ich mich heimlich auf den Heuboden und versteckte das Geschenk. Viel zu langsam verging die Zeit bis Weihnachten. Schon zuvor suchte ich im nahen Wald eine Tanne aus, die ich dann am heiligen Abend heimlich holte. Irgendwie machte ich sie an einem Gestell fest. In der versperrten Stube schmückte ich unseren ersten Christbaum. Die Überraschung war groß. Noch nie hatten wir Kinder etwas Schöneres gesehen. Neujahr war vorüber, als eines Nachts jemand an die Tür klopfte. Nichtsahnend, wer wohl zu so später Stunde in dieser Einöde und bei Schneesturm Einlaß begehrte, öffnete die Mutter die Tür. Vor ihr stand eine dunkle Gestalt in Soldatenuniform. Die Überraschung war groß. Sie erkannte ihren Bruder Wendelin. Er kam unversehrt aus kurzer Gefangenschaft in Norwegen heim. Da er aber ohne Einreisevisum nicht nach Südtirol konnte, suchte er seine Schwester Filomena. Der Briefwechsel war seit langer Zeit unterbrochen gewesen. So hatten wir wieder Zuwachs bekommen. Unser Onkel war uns herzlich willkommen. Wir verbrachten eine fröhliche Zeit mit ihm. Er gab sich sehr mit uns Kindern ab und war zu jedem Schabernack aufgelegt. Er mußte dann fast ein Jahr lang auf das Visum warten, um nach Südtirol heimzukehren. Im Frühjahr suchte er sich eine Gelegenheitsarbeit, und nach vielen Monaten dann bekam er endlich das Visum. Er übernahm in seiner Heimat den elterlichen Hof. Wieder wurde Frühling. Wir Kinder wuchsen heran. Meine zwei älteren Brüder waren in dem Alter, wo sie als Hüterbuben begehrt waren. Unser Isidor war dann der erste, der das Nest verließ. Er mußte weit fort auf eine Alm. Diese Stelle nahm er mit Freude an, weil er wohl an das erste Geld dachte, das er verdienen würde. Er bekam aber ein trostloses Dienstbotendasein zu spüren. Obwohl er bei einem Großbauern war, geizte die Sennerin, eine Schwester vom Bauern, mit dem Essen. Doch er gewann einen treuen Freund, den Hofhund des Bauern, eine schwarze Schäferhündin. Mit ihr teilte mein Bruder das Essen und sein Lager. Heimlich gab er dem Tier Milch. Als unser Bruder zum Schulanfang heim mußte, bekamen wir am darauffolgenden Tag einen seltenen Besuch. Es war die Schäferhündin, die unserem Bruder auf seinen Spuren gefolgt war. Er mußte ja die ganze Strecke von Jochberg zu Fuß zurücklegen. Freudejaulend umsprang das treue Tier unseren Isidor. Es war klar, daß dieser Freund nicht mehr von uns ging. Es hat auch keiner mehr nach ihm gefragt.


Passeirer Blatt / Mai 1993

Seite 4 / Nr. 1

Bürgerversammlung in St. Leonhard: Informationen aus erster Hand Wie bereits in den letzten Jahren blieb kaum ein Platz frei, als am 26. März im Vereinshaus die alljährliche Bürgerversammlung stattfand. Der Ortsobmann der SVP berichtete über die Tätigkeit der SVP-Ortsgruppe der Jungen Generation und des Sozialausschusses und ersuchte darauf die Gemeindeverwalter um ihre Rückschau auf das abgelaufene Jahr und vor allem um die Vorschau auf das Jahr 1993. Der Bürgermeister äußerte sich in seiner Begrüßung erfreut über das Interesse der vielen Anwesenden und übergab den Gemeindeassessoren das Wort. Dr. Albin Pixner berichtete über Erfolge im Bezirksaltersheim unter Mithilfe des sehr aktiven Leiters und einsatzfreudigen Personals, über erste Erfahrungen in der offenen Altenpflege in Zusammenarbeit mit der KVW-Genossenschaft und dem Essen auf Rädern, über die neue Möglichkeit der Blutuntersuchungen im Altersheim und das geplante Dorfbuch über St. Leonhard. Dieses geht demnächst in Druck und wird im Oktober oder November vorgestellt und ausgeliefert. In nächster Zeit wird allen Familien eine Buchvorstellung zugestellt, und diese können es vorbestellen. Damit wird eine Übersicht über die Geschichte und das Dorfgeschehen heute geboten, wobei beispielsweise die Geschichte der Häuser und Höfe bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt wird. Außerdem dankte er den Vereinen im kulturellen und musikalischen Bereich für ihren Einsatz und ihren wertvollen Beitrag. Vizebürgermeister Josef Gögele schnitt die große Wasserleitung in Gomion an, deren Bau seit einigen Monaten angelaufen ist, die durchgeführten Hoferschließungen im letzten Jahr und die geplanten dieses Jahres, wobei jene von Unteregg-Talbauern und eventuell von Höfen-Unterwald herausragen. Er erwähnte die Asphaltierung von etwa 20 Hofwegen mit Hilfe der Bezirksgemeinschaft und der Gemeinde und die Erweiterung des Musikprobelokals der Musikkapelle Walten. Außerdem soll in diesem Jahr die Sanierung der Volksschule Walten anlaufen, die etwa 1 Milliarde Lire kosten dürfte. Genehmigt sind außerdem der Sanierungsplan für das Waltner Dorf und die Pläne für die Wohnbauzone Walten, wo bereits Projekte genehmigt worden sind und bald die Zuweisung der geförderten Gründe erfolgt. Johann Gilg sprach über den Bau der Trinkwasserleitung Kehrer-Masull und die von Prantach, die ebenfalls bereits im Herbst begonnen wurde, sowie über den Baubeginn jener von Schweinsteg in diesem Jahr. Auch in seinem Zuständigkeitsbereich werden Hofwege as-

phaltiert und das 2. Baulos für Fartleis ausgeführt. In Windegg wurde die Oberflächenentwässerung ab dem Scheiberhof durchgeführt und die Einfahrtsstraße von der Hauptstraße soll verlegt werden, damit eine Übersicht in bei den Richtungen ermöglicht wird. Johann Haller faßte die wichtigsten Bestimmungen der neuen Trinkwasserordnung zusammen und skizzierte den Neubau der Wasserfassung in Pfistrad. Einige Neuerungen wird es in der Müllabfuhr geben. Wie in anderen Gemeinden soll ab 1994 in der Kostenberechnung die Fläche nur mehr zu Hälfte zählen, der Rest nach der Menge. Jeder Bürger bekommt eine eigene Tonne oder einen Sack, jede Leerung wird registriert und die Kosten danach errechnet. Wertstoffe wie Glas, Papier, Altmetall, Plastik, Giftstoffe, Altreifen, Kühlschränke und Karton können auf dem geplanten Recyclinghof in der Mülldeponie oder im Mehrzweckcontainer im Dorf abgegeben werden. Trotzdem sind einige Schwierigkeiten am Anfang zu erwarten. Im Juli des letzten Jahres ist außerdem die Kläranlage in Betrieb gegangen, seither hat es keine größere Pannen gegeben, abgesehen von einigen gefährlichen Jaucheeinleitungen. Karl Winkler berichtete über Neuerungen im Lizenzwesen und Handelsplan sowie über die umfangreiche Tätigkeit der Feuerwehr und des Sportclubs. In diesem Jahr feiert dieser sein 25-jähriges Jubiläum, das im September mit mehreren Veranstaltungen gewürdigt werden soll. Lob zollte er den Vereinen auch für das gelungene Dorftest des letzten Jahres und das geplante diesjährige. Alois Moormair zählte kurz die durchgeführten und noch geplanten Sanierungsarbeiten am Vereinshaus aufgrund der Brandschutzbestimmungen auf, ebenso die Entwicklungen im Kindergarten, der endlich wieder über seine Spielweise verfügt, und erwähnte die Probleme bei Veranstaltungen im Vereinshaus. Besonders die Jugendveranstaltungen sind wichtig und wertvoll, trotz einiger Schwierigkeiten. Bürgermeister Dr. Konrad Pfitscher streifte kurz die wichtigsten Arbeiten des letzten Jahres, wie die gelungene Umgestaltung des Dorfzentrums mit dem neuen Brunnen, des Barbaraweges zur Pfarrkirche und des Weges oberhalb des »Kaserer Eggs«. Neu eingedeckt wurde das Dach der Tennishalle im Gänsboden, eine Gesamtneuerung erfahre die Egg-Hof-Kaser in Timmels, die nun wieder den Jugendgruppen und Familien für Ferienaufenthalte zur Verfügung steht. Diese Arbeit hat der AVS Passeier übernommen, wofür

ihm herzlich gedankt wurde. Weiter vorangeschritten ist der Bau des Zivilschutzzentrums, welches Ende August eingeweiht werden soll. Im Bereich Straßen ist in diesem Jahr vorgesehen, den Bus- und Lastenparkplatz mit Waschanlage im Gänsboden zu bauen, den oberen Gehsteig an der Jaufenstraße fertigzustellen, die Andreas-Hofer-Straße mit Parkplätzen links und einem Gehsteig rechts auszustatten, den Gehsteig am Winkler Egg zu verbreitern, die Erstellung des Projektes für die Umfahrungsstraße durch das Land anzustreben und die öffentliche Beleuchtung in Walten, Prantach und im Gandelenweg durchzuführen. Größere Aufgaben stehen im Bereich der Wasserversorgung und Entsorgungen. Neben dem Bau der drei großen Wasserleitungen Gomion, Prantach und Schweinsteg soll die Fraktion Mörre durch einen Abwasserstrang mit dem Klärwerk verbunden werden, ebenso wie die Fraktion Gomion durch den Abwasserstrang aus Moos. Ebenso anzustreben ist das Projekt des Abwasserstranges von Walten nach St. Leonhard. Weiters warten mehrere Schulen auf ihre Sanierung: in diesem Jahr soll jene von Walten begonnen werden, wobei vor allem der Turnraum zu einem Mehrzweckraum erweitert werden soll. Ebenfalls im Herbst soll mit der Sanierung des Gemeindeschwimmbades ein Anfang gemacht werden, wobei im 1. Baulos vorgesehen ist, den Eingangsbereich mit Kleinwohnung, Umkleideräumen, Parkplatz und Terrasse neben die Tennishalle zu verlegen. Etwas gen au er kam der Sanitätssprengel zur Sache. Am Jahresende waren der Sprengel Passeier, das Raumprogramm und die Finanzierung von der Landesregierung genehmigt worden. Bei den Sprengeldiensten handelt es sich um Dienste, die bereits heute angeboten werden, aber provisorisch untergebracht in verschiedensten Gemeinderäumen, wie der Hauspflegedienst, die offene Altenpflege, die Mütterberatung, die psychologische und soziale Betreuung, die Grundfürsorge usw. Diese Dienste sollen in einem Landesbau an der Kreuzung Mooser- und Jaufenstraße untergebracht werden. Dieser Standort blieb übrig, nachdem 4 andere untersucht worden waren, aber nicht als Alternative in Frage kamen. Das Raumprogramm aber wurde auf das Geringstmögliche verringert, wodurch der Bau auf etwa 50 m Länge gekürzt werden konnte. Nun wird am Ausführungsprojekt gearbeitet. Die Lösung des Wohnungsproblems brennt auf den Nägeln, etwa 50 Ansuchen um Zuweisung von gefördertem Wohnbaugrund liegen in der Gemeinde auf. Es gibt dafür einige Lichtblicke. In Walten können in nächster Zeit Gründe zugewiesen werden. In St. Leonhard ist der Durchführungsplan für die Zone »Stickl 11« genehmigt, der Er-


Seite 5 / Nr. 1

Passeirer Blatt / Mai 1993

schließungsplan muß erarbeitet werden, um die geförderten Gründe hoffentlich im Spätherbst zuweisen zu können. In Gomion und Schweinsteg hat es leider nur kleine Fortschritte bei der Planung der 2 Wohnbauzonen gegeben. Die Bevölkerung der Gemeinde ist wieder um 27 Personen auf 3555 Bürger durch den Geburtenüberschuß und die Zuwanderung angewachsen, die Schülerzahlen sind stabil geblieben, immer mehr Schüler besuchen eine Oberschule. Das Bild der Wirtschaft erscheint etwas unterschiedlich, wobei der Steuerdruck sich immer mehr bemerkbar macht. Der Fremdenverkehr hat etwa 5 Prozent an Nächtigungen verloren, sehr wenig im Vergleich zu Gesamtsüdtirol, bedenklich jedoch, wenn immer mehr Privatzimmervermieter durch die Minimum-Tax zur Aufgabe gezwungen werden. Das Handwerk weist mit Ausnahme des Baugewerbes eine gute Auftragslage auf, der Handel hat stark aufgeholt und das Angebot verbessert, die Landwirtschaft hat sich leicht erholt durch Regionalbeiträge etwa bei Sozialabgaben oder erwartet sich Hilfe durch die Grünlandbeiträge. Abschließend ersuchte der Bürgermeister um Verständnis, wenn die Verwaltung stark durch die verschiedensten Bauarbeiten in Höhe von etwa 7,5 Milliarden in Anspruch genommen wird. Er dankte den Gemeindearbeitern, den Angestellten sowie dem Sekretär für ihren Einsatz und ihre Freundlichkeit, insbesondere aber dem Ausschuß für seinen unermüdlichen Einsatz und die ausgezeichnete Zusammenarbeit und dem Gemeinderat für die Arbeit im Dienste der Bevölkerung. K.P.

Weißes Kreuz Passeier Tätigkeitsbericht 1992 Für das Weiße Kreuz Passeier war 1992 ein sehr einsatzreiches Jahr. Die freiwilligen Helfer/innen und Fixangestellten fuhren insgesamt 1857 Einsätze und machten dabei 156.212 km mit 6 Einsatzfahrzeugen. Der größte Einsatz war im Juli 92 beim Murenabgang bei Moos erforderlich. Innerhalb weniger Minuten waren alle 6 Ambulanzwagen im Einsatz, diese rasche Hilfeleistung verdanken wir unseren Fixangestellten und den einsatzfreudigen Helfer/innen. Das ganze Jahr hindurch, sowohl im Sommer als auch im Winter leisteten die freiwilligen Helfer/innen 50 Bereitschaftsdienste. Die Freiwillige Feuerwehr St. Martin probte 5 mal mit dem Weißen Kreuz Passeier den Ernstfall. Außerdem veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr St. Leonhard eine Großübung, an welcher auch das Weiße Kreuz Passeier teilnahm. Unser Fixangestellter Elmar Tschöll bildete die Freiwilligen in 3 Grundlehrgängen und einem Aufbaulehrgang aus. Weiters besuchten Freiwillige den Bundeskongreß in Köln und einen Kongreß in Garmisch, bei welchen u.a. neueste technische Geräte vorgestellt wurden. Ein großer Wunsch vieler Freiwilliger ging 1992 in Erfüllung: im September letzten Jahres erhielten wir den neuen VW mit Hochdach. Zu ca. 2/3 wurde dieser Rettungswagen von uns finanziert, den Rest spendierte die Raiffeisen kasse St. Martin.

Gruppenfoto RettungsdienstWeißes Kreuz, Sektion Passeier, 24. Oktober 1992.

Inzwischen sind neun neue Flatterpiepsgeräte und ein Pulsoxymeter mit Schreibgerät (Kontrolle des Sauerstoffes im Blut) eingetroffen. Die gesamte Einrichtung der neuen Stelle ist in Auftrag gegen worden. Teilweise können die Ankäufe der neuen Geräte und die vielen anfallenden Spesen mit den Spesen und Beiträgen der Bevölkerung gedeckt werden. An dieser Stelle danken wir allen herzlich dafür. Am 8. Juni veranstaltete das Weiße Kreuz Passeier einen Frühschoppen im Theisgarten und im August beteiligten wir uns mit einem gemeinsamen Stand zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr St. Leonhard am Dorftest. Bei den verschiedenen Veranstaltungen auf Bezirks- und Landesebene sind unsere Freiwilligen immer mit von der Partie: Preiswatten, Landesskirennen u.a. Auch das traditionelle »Prugger-Richard-Gedächtnisturnier« wurde veranstaltet. Bei den Neuwahlen im Februar wurde der bisherige Ausschuß wiedergewählt: Sektionsleiter: Gottlieb Oberprantacher Stellvertreter: Günther Zöschg Schriftführerin Erika Platter

und Kassierin: E.P.


Passeirer Blatt / Mai 1993

Seite 6/ Nr. 1

Freiwillige Feuerwehr St. Martin zieht Bilanz

Am 29. Jänner 93 hielt die Freiwillige Feuerwehr St. Martin ihre 106. Jahreshauptversammlung ab. Kommandant Franz Gufler konnte hierbei die aktiven Wehrmänner sowie den Abschnittsinspektor Anton Platter und den damaligen Bürgermeister Josef Pichier begrüßen. Letzterer bedankte sich für jahrelange, vorbildliche Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr von St. Martin. Er unterstrich vor allem die Kameradschaft . und Geschlossenheit, die in unserer Wehr herrschen und bemerkte mit Genugtuung, daß auf das perfekte Funktionieren der Freiwilligen Feuerwehr St. Martin im Notfall stets Verlaß war. Auch Abschnittinspektor Anton Platter zollte der Freiwilligen Feuerwehr St. Martin Hochachtung für deren guten Zusammenhalt und im technischen Bereich hinsichtlich Bereitschaft zur Weiterbildung. Weiters vermerkte er, daß vor allem die vorbildliche Führung der Feuerwehrhalle ebenfalls ein sehr positives Licht auf die Freiwillige Feuerwehr St. Martin werfe. Kommandant Franz Gufler ging nun detailliert auf die Bilanz des Jahres 92 ein: Einsatzstatistik: - 9x Brandbekämpfung - 34x Technische Nothilfe (größtenteils bei Unfällen im Straßenverkehr) - 1x Katastropheneinsatz - 5x Rettungseinsatz

Insgesamt also 49 Einsatzmeldungen an den Verband, wobei 334 Mann ganze 686 Einsatzstunden leisteten. Hierzu gilt es anzumerken, daß der Brand im alten Schulhaus heuer den größten Einsatz darstellte. Dabei verhinderte schnelles, gezieltes Eingreifen Schlimmeres. Einen unauffälligen, aber zweifelsohne notwendigen Dienst für jede Wehr stellt der Bereitschaftsdienst dar, der sehr gut organisiert war und wobei einigen Kameraden volles Lob für Fleiß und Umsicht gebührt.

Übungen/Schulungen: - 24 Gruppenproben - 4 Zugsproben - 3 Hauptproben - 4 Monatsproben - 1 Talgemeinschaftsübung - 3 Funkübungen - 2 Übungen mit Rüstfahrzeug - 5 Atemschutzübungen - 1 Maschinistenübung - 5 Übungen mit Weißem Kreuz

Lehrgangsteilnehmer Feuerwehrschule: - 6 Mann (2 Gruppen-kdt-LG, 2 techn. LG, 1 Funk-LG, 1 Atemschutz-LG) An Neuinvestitionen wurden getätigt: - 1 Tragkraftspritze, Funkgeräte sowie Ergänzung des Schlauchmaterials Der Zusammenhalt und die Geschlossenheit der Freiwillige Feuerwehr St. Martin zeigte sich erneut, als es an das Organisieren und Durchführen von Veranstaltungen ging. Ein Bombenerfolg in jeder Hinsicht war hierbei wieder das Dorftest. Auf diesem Wege sei insbesondere allen freiwilligen Mithelfern, finanziellen Gönnern und stillen Spendern gedankt, durch deren erfreuliche Unterstützung vieles leichter fiel. Im Hinblick auf Veranstaltungen sei erwähnt, daß sich die Freiwillige Feuerwehr St. Martin auch an sportlichen Wettbewerben beteiligte und des öfteren auch als Kulturträger fungierte. Versammlungen: - 1 Jahreshauptversammlung - 7 Ausschuß-Sitzungen Veranstaltungen: - Kameradschaftsabend - Florianfeier - 1 Wiesenfest - Dorftest (über 2 Tage)

Teilgenommen: - Bezirksfeuerwehrtagung - 3 Prozessionen - 4 Wintersportveranstaltungen Der Kommandant gab weiters klar zum Ausdruck, daß die Freiwillige Feuerwehr St. Martin stets darauf bedacht sei, tüchtige junge Burschen aufzunehmen, da letztendlich sie den Fortbestand der Freiwillige Feuerwehr garantieren würden. Die Vereinsarbeit sei von jedem Feuerwehrmann bewußt wahrzunehmen, wobei Disziplin und besonders Kameradschaft im Vordergrund stehen müßten. Im Anschluß legten drei neue Kameraden nach einem Probejahr das Gelöbnis ab und wurden somit effektiv in die Freiwillige Feuerwehr St. Martin aufgenommen: Christian Theiner, Andreas Gufler und Stefan Ilmer. Abschließend wurden drei verdiente Mitglieder der Freiwillige Feuerwehr St. Martin geehrt: Ernst Pirpamer - 25 Jahre Kommandantsteilvertreter, führte 1 Jahr sogar die Geschicke unseres Vereins; er stellt durch seine humorvolle, umsichtige Art noch heute einen bestimmenden Eckpfeiler der • •Mortiner Wehr« dar. Leonhard Raich - 25 Jahre Feuerwehrmann in unserer Wehr, davon 18 Jahre Zugskommandant; kaum einer investiert soviel Einsatz und Passion in unseren Verein. Helmut Gufler - 15 Jahre bei der Freiwillige Feuerwehr, seit 8 Jahren Gruppenkommandant; wurde bereits mit 17 Jahren als einer der insgesamt jüngsten Mitglieder in den Verein aufgenommen. Mitgliederstand am 31.12.92 - 45 aktive Wehrmänner - 7 Wehrmänner außer Dienst Freiwillige Feuerwehr St. Martin

Brandverhütungsdienst/Ordnungsdienst: - 30x bei diversen Veranstaltungen Unerläßlich und letztendlich entscheidend für die Effizienz einer jeden Feuerwehr sind gezielte Schulungen sowie zielorientierte Weiterbildung. Um den erhöhten Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht werden zu können, legte man Wert auf praxisnahe, vielfältige Übungsformen, damit man für alle Fälle gerüstet ist. In diesem Sinne führte der Kommandant auch ein Informationsgespräch mit der Forstbehörde durch, wo es vor allem um eventuelle Wasserentnahmestellen ging.

Brand Jugendhaus, 20. Februar 1992.

(Foto: Kassian Plangger)


Seite 7 / Nr. 1

Passeirer Blatt / Mai 1993

Freiwillige Feuerwehr Moos Im Dienst des Mitmenschen

Die Freiw. Feuerwehr Moos hat derzeit 60 aktive Mitglieder (davon 41 in Moos und 19 in Stuls) und verfügt über 6 Einsatzfahrzeuge sowie die nötige Ausrüstung und Gerätschaft, um im Brandund Katastrophenfall rasche und wirksame Hilfe leisten zu können. Dabei ist vorallem auch der gute Ausbildungsstand der Wehrmänner, welchen sich dieselben durch Übungen und Lehrgangsbesuche angeeignet haben, hervorzuheben. Bei der Jahreshauptversammlung, am 22. Jänner 1993 wurde Rechenschaft abgelegt über die Tätigkeit des Jahres 1992, wobei eine recht positive Bilanz gezogen werden konnte. - Der Ausschuß der FF Moos hat sich im Jahr 1992 zu insgesamt 5 Sitzungen zusammengefunden. - 8 Veranstaltungen wurden zur Beschaffung von Eigenmitteln durchgeführt, wobei vorallem das Jubiläumswatten um die 25. Südt. Meisterschaft hervorzuheben ist. - Insgesamt 40 Mann haben sich an den verschiedenen sportlichen Veranstaltungen beteiligt und die Wettkampfgruppe hat an 3 Leistungswettbewerben teilgenommen. - 29 Übungen wurden durchgeführt, wobei 389 Mann 469 Stunden geleistet haben. - 4 Mann haben einen Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Vilpian besucht. - 1 Totenbergung, 3 Brandeinsätze, 4 Technische Hilfeleistungen, 1 Katastropheneinsatz und 14 SonntagsBereitschaftsdienste können als Einsätze verzeichnet werden, wobei insgesamt 170 Mann 453 Stunden geleistet haben. Hervorzuheben ist dabei vorallem der Katastropheneinsatz beim Murabgang auf die Staatsstraße am 13. Juli 1992. Wenn auch der Einsatz aller Rettungsorganisationen (Feuerwehr, Weißes Kreuz, Hubschrauber) rasch und effizient war, so ist der wahrlich glimpfliche Ausgang dieses Unglücks doch größtenteils auf ein Wunder zurückzuführen. Waren Einsatzverlauf und Koordination gut und haben sich technische Hilfsmittel, wie hydraulische Schere/ Spreitze, aufs beste bewährt, so mußte man dennoch verschiedene Mängel feststellen, wie etwa die verzögerte Alarmierung, Verständigungsschwierigkeiten im Funkverkehr oder die Absicherung der UnfallsteIle. Der Kassabericht für das Jahr 1992 enthält Einnahmen von ca. 55 Millionen und Ausgaben von ca. 40 Millionen, wobei besonders hervorzuheben ist, daß sich die Feuerwehr durch Veranstaltungen ca. 25 Millionen selbst erwirtschaftet hat. Durch diesen Verwaltungsüberschuß und mit dem Rücklagenfond der Vorjahre sowie mit entsprechender Unterstüt-

zung der öffentlichen Hand dürfte somit dem für das Jahr 1993 geplanten Ankauf (in Erseteines Kleinlöschfahrzeuges zung des alten VW) und neuer Funkgeräte nichts mehr im Wege stehen. Die Freiw. Feuerwehr Moos wurde im Jahr 1953 gegründet. Vier heute noch aktive Gründungsmitglieder wurden daher entsprechend geehrt. Anläßlich des Kameradschaftsabends am 28. Februar

im Kultursaal von Moos erhielten Josef PIoner, Iganz Gufler, Jakob Pöhl und Christian Widmann für ihre 40jährige verdienstvolle Tätigkeit in der FF Moos eine Ehrenurkunde der Gemeinde Moos und beim 38. Bezirksfeuerwehrtag am 28. März in St. Leonhard wurde ihnen durch LFP Christoph von Stern bach das Verdienstkreuz in Gold verliehen. Den Geehrten einen herzlichen Glückwunsch, allen Spendern, Beitraggebern und Gönnern einen herzlichen Dank und allen Feuerwehrkameraden GUT HEIL. J.K.

Am Anfang war die Sehn-SUCHT Unter dem Motto "im Anfang war die sehn SUCHT« hat der Jugenddienst Meran eine breitgefächerte Veranstaltungsreihe zur Suchproblematik organisiert. Als Auftakt hat Prof. Ringel, Wien er Universitätsprofessor und einer der bekanntesten Psychologen im deutschsprachigen Raum, einen Vortrag über »die Psyche des Suchtgefährdeten« gehalten. Darin heißt es: »Wenn Sucht nicht irgend eine Krankheit wie Masern oder Migräne ist, sondern ein Symptom für Mißstände in unserer Lebensgestaltung, dann merken wir, wie abhängig jeder von uns ist von bestimmten Formen zur Steigerung des Wohlbefindens. Zur Sucht kommt es dann, wenn etwas von uns Gewalt ergreift und über uns bestimmt, wenn Selbstbestimmung nicht mehr möglich ist. Wer zu Suchtmitteln greift um die Ängste zu bekämpfen, um die Traurigkeit zu vertreiben oder um Schlafstörungen vorzubeugen, ist süchtig und somit ein kranken Mensch.« Erwin Ringel diskutiert aber nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursachen und als solche empfindet er »eine gestörte Eltern-Kind Beziehung. Denn wenn sich das Kind nicht geliebt und geborgen fühlt und sich nicht respektiert sieht, beginnt es zu protestieren. Zugleich hat es aber auch Schuldgefühle, denn es muß die Eltern ja lieben und darf ihnen keinen Schmerz zufügen. Somit will es sich dafür selbst bestrafen. Bettnässen ist z.B. eine typische Folge

einer gestörten Eltern-Kind Beziehunq«. »Der Suchtgefährdete agiert ähnlich, er protestiert und straft sich zugleich. Suchtmittel sind deshalb ideal, denn sie erfüllen beide Wünsche gleichzeitig. Alkohol ist kein Genußmittel mehr, sondern wird als Medikament mißbraucht, um Ängste und Hemmungen zu überwinden. Der damit zusammenhängende Erfolg täuscht aber über die Folgen der Suchtmittel hinweg, denn Suchtmittel zerstören den Menschen von innen, von der Seele her. Der Süchtige sinkt immer tiefer, verliert die soziale Position, den Rückhalt der Freunde, sein Selbstwertgefühl und wird zur Randfigur. Wenn dies geschieht, ist die Gesellschaft immer mit verantwortlich, denn z.B. beim Trinken wird auf die einzelne Person ein derartiger Druck ausgeübt, daß sie nachgeben muß, falls sie aber zum Alkoholiker wird, wird sie ausgestoßen. Genauso ist es mit Süchtigen, man darf sie nicht kriminalisieren und ausgrenzen, denn sonst verschlimmert man die Lage noch mehr«, Ringel betont nochmals, wie wichtig es ist, »daß Eltern Vorbild sind und ein sinnvolles Leben vorleben. Eltern sollen die Kinder Werte vermitteln, nicht nur materielle, denn diese bedeuten den Kindern nichts, sondern seelische Werte. Die Kinder sollen sich geliebt und verstanden fühlen und im Stande sein sich selbst wertzuschätzen und ein sinnvolles Leben zu leben«. Jugenddienst Meran


Passeirer Blatt / Mai 1993

Seite 8/ Nr. 1

Gute Fahrt mit neuen Gesetzen

Die neue Straßenverkehrsordnung ist am 1. Jänner 1993 in Kraft getreten. Sie setzt sich aus 240 Artikeln zusammen und ist in sieben Titeln unterteilt. Im folgenden soll nur der Artikel 6, der die Straßen betrifft, behandelt und in Form einer Übersicht dargestellt werden. Die übrigen neuen Bestimmungen wurden bereits in den Medien und in einem Sonderdruck der »Dolorniten- ausführlich bekanntgegeben.

TABELLE DER HÄUFIGSTEN VERWALTUNGSSTRAFEN

IM STRASSENVERKEHR

Gegenüberstellung der alten und der am 1. Jänner 1993 in Kraft getretenen Straßenverkehrsordnung nerhalb von 60 Tagen:

im Falle einer Abfindung in-

TILGUNGSBETRAG

ÜBERTRETUNG

1992

von

ab 1. Jänner 1993

50.000

100.000

25.000 25.000 50.000 75.000

50.000/3 30.000/* 100.000/3 100.000/3

Nicht den Straßenverhältnissen angepaßte Geschwindigkeit! Gefährliche Geschwindigkeit z. B. Kurven- und Kreuzungsbereich sonstige Straßenabschnitte

62.500 25.000/50.000

100.000 100.000

Sicherheitsabstand

25.000

50.000

50.000 200.000 200.000

50.000 200.000 500.000/1

Überholen rechts

Strafrecht

50.000

Überholen

Strafrecht

100.000

Gebrauch der Aufblendlichter

Strafrecht

100.000

Deffekt der Lichtanlage

25.000

100.000

Mißachtung

Verkehrszeichen

Anhalte- und Parkverbot z.B. keine Parkscheine Parkscheibe falsch eingestellt Gehsteig, Behindertenparkplatz, Kurven- und Kreuzungsbereich

Geschwindigkeit::

Ladearbeiten

nicht über 10 km/h zwischen 11 und 40 km/h über 40 km/h

vor: Kurven,

Bodenwellen,

Kreuzungen

12.500

100.000

12.500

100.000

Durchfahren einer roten Ampel

75.000

100.000

Lärmbeschränkung:

25.000

50.000

Nichtbenützen

des Blinklicht-, Fahrtrichtungsanzeigers

Fahrrichtungswechsel

vor

Kurven, Kreuzungen, Bodenwellen

Übertretung

12.500/25.000

Mißachtung der Vorfahrt Unvorschriftsmäßiger

Gebrauch der Warnblinkanlage

Fahren unter Einwirkung Gegenhändiges

von

Fahren im Kurvenbereich oder bei schlechter Sicht

Zusätzlicher Personentransport

bei Fahrzeugen

Zusätzlicher Personentransport

bei Leichtmotorrad,

Sicherheitsgurten: Nichtgebrauch

z. B. Anhalten, Parken

Alkohol/Drogen

wenn Fahrer minderjährig

innerhalb geschlossener Ortschaft außerhalb geschlossener Ortschaft

des Sturzhelmes - wenn Fahrer minderjährig

Leichtmotorräder:

50.000

Strafrecht!1

Strafrecht!1

50.000

200.000/1

50.000

50.000

Besohl. Farhz. 30 T.

50.000/2

12.500 25.000

50.000 50.000

125.000 Beschl. Fahrz. 30 T.

50.000 Beschl. Farhz. 30 T.

-

Beschl. Farhz. 30 T. Beschl. Farhz. 30 T.

-

Fahren auf einem Rad Freihändiges Fahren

100.000/4

-

50.000

50.000

Verfallener Führerschein

125.000/1

200.000/1

Nicht mitsichführen

12.500

50.000

-

30.000

Nichtgebrauch

vorgeschriebener

Sehhilfen

des Führerscheines

Fahrräder z.B, Freihändiges Fahren, mitsichführen einer zweiten Person (Ausnahme Kind bis 8 Jahren im eigenen Kindersitz) Für alle anderen Übertretungen wie für die Motorfahrzeuge.

gelten diesselben Verwaltungsstrafen

* bei jeder weiteren Fälligkeit

1 Einzug des Führerscheines

Für weitere Informationen steht Ihnen die Gemeindepolizei

2 Beschlagnahmung des Fahrzeuges/30 Tage 3 Zusatzstrafe: Abschleppen/Blockieren des Fahrzeuges 4 Bei mehr als zwei Übertretungen innerhalb von zwei Jahren Einzug des Führerscheines von 1 bis 3 Monaten.

von

St. Leonhard und St. Martin jederzeit zur Verfügung.

=


Seite 9 / Nr. 1

Passeirer Blatt / Mai 1993

Eine Alternative zur Müllreduzierung Kompostieren: für jedermann leicht gemacht

Liebe Mitbürger! Jetzt ist es höchste Zeit, den Frühjahrsputz in Richtung Kompostplatz zu verlegen. Der Komposthaufen (oder Tonne) sollte jetzt nach der Winterzeit unbedingt umgeschöpft werden. Liebe Männer, krempelt die Ärmel hoch und nehmt die Mistgabel in die Hand und helft euren Frauen! Richtet euch, bitte, ein Durchwurfsieb, wo die fertige, gut verrottete Erde durchgeworfen wird. Aber der Reihe nach ... Zuerst schöpft ihr die oberste, noch unverrottete Schicht ab und legt sie auf die Seite. Die folgenden Schichten sollten erdig und gut verrottet sein, und diese werfen wir durch das Sieb. Ist das nicht der Fall, also der Bioabfall unverrottet, d.h. man kann noch die Bananen - und Orangenschalen erkennen, legen wir dieses Material zur Seite. Beim Durchwerfen sollten Kompost(Regen)würmer, Asseln und andere Insekten zum Vorschein kommen. Stinkige Batzen werden mit der Mistgabel zerhackt (Nase zuhalten, kann fürchterlich stinken!) und gut mit Erde und Häckselmaterial vermischt. Ist der Haufen abgeräumt bzw. die Tonne leer, füllen wir die Tonne oder den leergewordenen Platz mit der beiseite gelegten, unverrotteten Schicht und korrigieren mögliche Fehler. Trockenes Material mischen wir mit feuchtem oder fügen Wasser hinzu. Nasses Material mischen wir mit trockenem oder viel Häckselmaterial. Ein paar Schaufeln frisch gewonnener Komposterde zwischen den Schichten ersparen uns teuren »Kornpoststarter- oder ähnliche Produkte. Und noch einmal das wichtigste für alle Tonnenbesitzer: mischt alle Bioabfälle, die ihr frisch in die Tonne werft, mit einem »Krahler- unter die Oberschicht. Das frische Material muß Kontakt mit Halbverrottetem oder zur Erde haben. Die Schalen oder Nudelreste müssen mit Erde »benetztsein. Für die Anwendung der gewonnenen Komposterde, lest bitte in der letzten Ausgabe des Passeirer Blattes nach und wenn ihr es nicht mehr haben solltet, gilt die Regel: Komposterde auf die Beete gleichmäßig ausbreiten bis ca. 5-8 cm Genach Menge) und auf keinem Fall untergraben, nur mit dem Rechen leicht arbeiten! Ihr könnt im ersten Jahr der Anwendung vom Komposterde im Garten noch keine Wunder erwarten, aber regelmäßige Kompostgaben im Frühjahr und Herbst verbessern die Gartenerde zusehends. Komposterde, die in Blumenkästen

oder zur Aussaat von Pflanzen verwendet werden soll, muß bei uns ungefähr 1 Jahr alt sein. Erde die jünger und frischer als ein Jahr ist, kann im Frühjahr oder Herbst (ohne Frost) im Garten ausgebracht werden. Diese Erde ist sehr

nährstoffreich und das Beste zum »Autrnöbelnder Gartenerde. Wenn ihr euch nicht mehr auskennt oder Zweifel mit eurer Komposterde habt, stehen euch jederzeit die Kompostberaterinnen der Gemeinde St. Leonhard und Moos zur Verfügung. St. Leonhard: Susann Pfitscher (Tel. 86356) oder Moos: Waltraud Lanthaler (Tel. 643610). S.P.

Passeirer Jugend auf Weiterbildung

Bereits zum 5. Mal fand im vergangenen Dezember der Jugendleiterlehrgang der Kath. Jugend von Passeier statt. Vom 5. bis 8. Dezember konnten die 22 Teilnehmer der verschiedenen Dörfer des Tales im »Jäqerhofvon Walten ihre Erfahrungen austauschen bzw. wertvolle Ideen aneignen. Dieser Kurs ist für die Kontinuität der Passeirer Jugend von größter Wichtigkeit. Die Erfahrung hat gezeigt, daß dadurch Gruppenleiter in ihrer Tätigkeit wesentlich motiviert werden und u.a. auch Mittelschulabgänger gut ansprechen und in die Gruppe eingliedern können. Ziel dieser Ausbildung für die Gruppenleiter ist es, die eigene Persönlichkeit zu erkennen und davon ausgehend die Fähigkeit zu entwickeln, besser auf die Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen und sie zu verstehen. Die Gruppenleiter lernen auch, wie Konflikte ausgetragen und Probleme besprochen und gelöst werden können. Ein besonderer Dank gilt der Fam. Augscheller vom »Jäqerhof in Walten, die mit viel Rücksicht und stets guter Bewirtung diese Gruppen aufgenommen hat. Die Kath. Jugend in Passeier hat in allen Dörfern eine Ortsgruppe, die vielfach sehr aktiv ist. Es geht dabei sicherlich um Veranstaltungen, mit denen man versucht, die Gemeinschaft der Jugend-

lichen zu fördern und sinnvolle Freizeitangebote im Ort zu organisieren. Wichtig erscheint auch, sich mit Fragen des Lebens auseinanderzusetzen. Entscheidend für junge Gruppen ist der Rückhalt der Erwachsenen. Man kann sagen, daß Eltern den Veranstaltungen der SKJ gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt sind. Was die Jugendräume in den einzelnen Pfarreien betrifft, konnte in den letzten zwei Jahren ein bestandener Nachholbedarf zum größten Teil aufgeholt werden. Es verfügen doch die meisten Ortsgruppen über einen eigenen Jugendraum. So konnte beispielsweise am 14. März der neue Jugendraum in Rabenstein eingeweiht werden. Neben den zahlreichen Veranstaltungen der einzelnen Ortsgruppen werden auf Talebene unter Zusammenarbeit der Ortsausschüsse verschiedene Aktionen gestartet. So finden u.a. jeden Monat Bezirksjugendmessen statt, die jeweils in einem anderen Dorf organisiert werden. So will man vom starren Dorfdenken abkommen und ein Zusammentreffen der Jugendlichen fördern. Diese Jugendmessen finden stets großen Anklang. Nächste Termine der Bezirksjugend: 08. Mai: Jugendmesse in Rabenstein 22. Mai: Disco-Party in Moos 05. Juni: Dekanatswallfahrt in Pfelders H.P.


Passeirer Blatt / Mai 1993

Seite 10/ Nr. 1

Aus der Gemeindestube

St. Leonhard

Ratssitzung vom 10.02.93 - Die Niederschrift über den Wettbewerb einer Stelle als GemeindepolizistiGemeindediener wird genehmigt und Fri. Flora Ploner als Gewinnerin ernannt. Die Arbeiten zum Bau des Parkplatzes -Passer- beim Sportplatz werden an die Fa. Decobau vergeben (Abgebot 16,17%). Mit der Bauleitung wird das Ingenieurbüro Unterberger beauftragt. - Das Vorprojekt für einen Kanalisierungsstrang Walten - St. Leonhard das Ausgaben in Höhe von 958 Mio. Lire vorsieht, wird genehmigt. - Das Vorprojekt für die Sanierung und den Umbau des öffentlichen Gemeindeschwimmbades wird genehmigt. - Ing. Gamper wird mit der Ausarbeitung eines Vorprojektes für den Bau der Carabinieri-Kaserne am Ortseingang beauftragt. Ratssitzung vom 24.03.93 - Der Haushaltsvoranschlag für das Finanzjahr 1993 wird diskutiert und genehmigt (Einnahmen-Ausgaben in Höhe von 7,5 Mia. Lire). - Ein allgemeines Programm für öffentliche Arbeiten in der Höhe von ca. 4 Milliarden Lire wird gutgeheißen. - Eine Ratskommission zur Ausarbeitung eines Gemeindestatutes wird ernannt: Dr. Konrad Pfitscher, Sepp Gögele, Wolfram Klotz, Karl Righi und AIfred Schiefer. - Die Erdbewegungs- und Baumeisterarbeiten für den Bau der Trinkwasserleitung Schweinsteg werden in Privatversteigerung ausgeschrieben; ebenso die Rohrlieferung.

Aus der Gemeindestube

St. Martin

Am 2. Februar 1993 hat in St. Martin der neue Bürgermeister Hermann Pirpamer mit seinem Ausschuß die Amtsgeschäfte übernommen. Vordringlichste Vorhaben wurden aufgegriffen und notwendige Beschlüsse des Gemeinderates und Gemeindeausschusses gefaßt. - Bau der neuen Mittelschule: Das vorgelegte Projekt wurde am 3. März ohne Abänderung in Bouen positiv begutachtet und von Landesrat Alber die notwendige Finanzierung zugesichert. - Handwerkerzone Lahn: Mit dem Grundeigentümer konnte eine Übe-

-

-

-

-

reinstimmung über die Vorgangsweise und die Grundablöse getroffen werden. Wohnbauzone in der Spinellwiese: Der endgültige Durchführungsplan ist genehmigungsfertig. Gehsteig Feldbauernweg: Der benötigte Grund wird angekauft. Gehsteig von der Kalmtalerbrücke zum Kalbbauer: Ein Techniker wurde mit der Ausarbeitung eines Projektes beauftragt. Neugestaltung des Riederbergweges zwischen Staatsstraße und Feuerwehrhalle: Ein Techniker erarbeitet ein Projekt. Fußgängerbrücke über das Haslertal: Auf der Talseite soll zur bestehenden Straßenbrücke eine 1,5 m breite Fußgängerbrücke errichtet werden. Neugestaltung der Straßenkreuzungen Nord und Süd: Ing. Gretzer wurde mit der Ausarbeitung von Machbarkeitsstudien beauftragt. Neugestaltung des Festplatzes: Ein Ideenwettbewerb wird in nächster Zeit in die Wege geleitet. In der Kalm wurde ein Schülerlotsendienst eingerichtet. Die Tennisanlagen wurden an Herrn Alois Thum vergeben.

Aus der Gemeindestube

Moos

Ratssitzung vom 16.12.1992: - Für die Arbeiten zur Erschließung der Erweiterungszone »C« in Pfelders wurde die Endabrechnung mit Lire 232.750.000 genehmigt. - Die Endabrechnung über das 1. Baulos der Arbeiten zum Ausbau der Straße nach Stuls wurde mit einem Betrag von Lire 144.389.000 genehmigt. Ratssitzung vom 11.02.1993: - Der Haushaltsvoranschlag für das Finanzjahr 1993 wurde mit Einnahmen und Ausgaben von ca. 4,8 Milliarden genehmigt, wobei für Investitionen ca. 2 Milliarden vorgesehen sind. - Der Verwaltungsassistent Franz Brugger wurde nach nunmehr 30 Dienstjahren mit 15.03.1993 in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Ratssitzung vom 22.04.1993: - Der Antrag um Aufnahme eines Darlehens bei der Depositenbank in der Höhe von Lire 519.000.000 zur Finanzierung des Projektes »Bau der Kanalisierung und des Hauptsammlers in Stuls- wird genehmigt. - Weiters wird bei der Depositenbank um ein Darlehen in der Höhe von 1.230.000.000 zur Finanzierung des Projektes zum Bau des Abwasser-

-

-

-

-

sammelkanals Moos - Platt - Stuls St. Leonhard angesucht. Die Ausschreibung der Arbeiten zur Erweiterung der Trink- und Löschwasserleitung in Platt (Prischer- und Pranterhöfe) wird beschlossen. Die Arbeiten zur Elektrifizierung des Lazinshofes werden ausgeschrieben. Auch die Ausschreibung zur Vergabe der Arbeiten zum Hochwasserschutz und zur Rutschhangsicherung in Ulfas wird beschlossen. Das Projekt für Schutzmaßnahmen gegen Steinschlag auf Wohngebiete (Lechn und Mooser-Schmid) und gegen Stein- und Eisschlag in Rabenstein und Stuls wurde mit einem Kostenvoranschlag von Lire 523.000.000 genehmigt. Genehmigt wurden auch die Rechnungslegungen für 1992 und die Haushaltsvoranschläge für 1993 der drei Freiw. Feuerwehren der Gemeinde.

Dem Jagdkameraden Erwin Lanthaler zum Gedanken Am 14. Dezember 1992 kam bei einem Jagdgang auf tragische Weise der 26jährige Jäger Erwin Lanthaler aus Moos in Passeier durch ein Lawinenunglück ums Leben. Erwin war seit zwei Jahren Jagdmitglied des Reviers Moos in Passeier. In diesen beiden Jahren widmete er sich in seiner oft knapp bemessenen Freizeit, er arbeitete als Sprengmeister bei der Wildbachverbauung, mit Leib und Seele dem edlen Waidwerk. Er war ein aufrichtiger und begeisterter Jäger, dem die Pflege des Kameradschaftsgeistes ein vordergründiges Anliegen war. Seine tatkräftige Mithilfe bei der Wiedererrichtung der Jagdhütte auf der Hörndle Wand brachte diesen Sinn für Kameradschaft einmal mehr zum Ausdruck. Die große Anteilnahme an seiner Beerdigung zeigte, wie geschätzt Erwin bei der Bevölkerung war. Sein Einsatz für den Nächsten, er war auch aktives Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Moos, seine Begeisterung für Sport und Jagd und seine Aufgeschlossenheit machten ihn überall beliebt. Mit dem »Großen Helell«, vorgetragen durch die Jagdbläsergruppe Vöran, verabschiedeten sich die Jagdkameraden von ihrem Jagdkollegen. Die Gewißheit, daß ihm die Kameraden von der Jägerschaft Moos in Passeier ein ehrendes Andenken bewahren werden, möge den Familienangehörigen ein wenig Trost geben. Die Jagdkameraden


Seite 11 / Nr. 1

Passeirer Blatt / Mai 1993

Hüttenlager der AVS-Jugend in Pfelders Bereits zur Tradition geworden ist das Hüttenlager der AVS-Jugend in Pfelders. Auch 1992 war dies wieder ein großer Erfolg. Zahlreiche Kinder und Jugendliche verbrachten, abwechselnd in Gruppen, ihre Weihnachtsferien in Pfelders. Dort waren sie in ihrer Selbstversorgerhütte untergebracht. Der Tagesablauf der Urlauber war voll ausgelastet mit Schiunterricht, Schifahren, Rodeln, Eislaufen, Schneeballschiachten und Spaziergängen im Schnee. Am Abend saßen sie gemütlich zusammen, sangen, spielten und erzählten von ihren Erlebnissen. Anschließend kämpften die AVS-Mitglieder um ihre Schlafplätze im Matratzen-

Spaß beim Hüttenlager

lager. Müde und voller Erwartungen, was wohl der nächste Tag alles bringen würde, schliefen sie ein. Viel zu schnell gingen die Ferien vorüber und nur ungern kehrten die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen nach Hause zurück. Doch jeder freut sich schon auf ein nächstes Mal. Bereits im Sommer ist es wieder soweit. Dann werden sie ein paar Tage in der Egg-Hof-Kaser am Schönauer Moos verbringen. Bis dahin dankt die AVS-Jugend allen, die mitgeholfen haben, dieses Hüttenlager so erfolgreich zu gestalten und hofft, daß sie auch das nächste Mal wieder auf die freiwilligen Helfer zählen können. Ch. T.

in Pfelders 1992.

Die AVS-Jugend Passeier Seit dem Jahre 1967 hat die Jugend des AVS, zunächst einzelne, später mehrere Aktivitäten entwickelt. Im Jahre 1974 wurde von acht Personen aus dem AVS-Passeier eine neue Jugendgruppe aufgebaut. Seit dieser Zeit traf man sich im Gasthof »Hubertus- und in langen Diskussionen setzte man sich ein großes Ziel: Kindern und Jugendlichen die Liebe zu den Bergen und zur Natur näherzubringen. Gemeinsam wurden Bergtouren, Zeltund Hüttenlager unternommen und in »Evis Stube- wurde fleißig gebastelt. Immer mehr Jugendliche gesellten sich zur Gruppe. Die Tätigkeit erweiterte sich, und im »Lodenwalcher-Hausbekam die Jugend ihr erstes Vereinslokal. Sie lernten andere Gruppen kennen und so wurden Zelt- und Hüttenlager im Inund Ausland organisiert.

Durch den ständigen Zulauf (1992: ca. 120 Mitglieder) brauchte die AVS-Jugend ein neues Lokal und sie erhielt dies im -alten Gerichtshaus«, Passeirerstraße 1. Heute betreuen 12 Jugendführer die Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren. Sie treffen sich in monatlichen Sitzungen und organisieren das gesamte Tätigkeitsprogramm. Seit 1992 gibt es getrennt einen Kindergruppenausschuß mit 8 Betreuerinnen. Fill" 9- bis 14jährige findet im Herbst und Winter in 4 Gruppen zu ca. 15 Kindern ein wöchentlicher Heimabend statt. Die Tätigkeit reicht vom Umweltschutz über Freizeitgestaltung bis hin zu öffentlichen Veranstaltungen: Aktion »Saubere Berqe«, Berg-, Radl-, Schi- und Wandertouren, Hütten- und Zeltlager, Sternfahrten, Tanzund Kochkurse, Partys, Turnen und Erste-

Hilfe-Kurse. Außerdem bietet die AVSJugend ein reichhaltiges Programm an Kursen und Jugendführerausbildungen (sowohl im alpinen, als auch im sozialen Bereich). Zahlreiche Ausschußmitglieder waren beim Aufbau der Kindergruppen beteiligt und sind jetzt in der Jugendarbeit tätig. Ch.T.

Verbesserungsvorschläge zum Postzustelldienst Damit ein effizienter und schneller Postzustelldienst gewährleistet werden kann, braucht es die Mitarbeit und Hilfe aller Bürger. Gerade in der Vorweihnachtszeit, bei Wahlen oder durch Ausfall eines Briefträgers ist es oft fast unmöglich, die enorme Menge von täglichen Postsendungen zu bewältigen. Es sollen deshalb die nun aufgezählten Anhaltspunkte jedem einzelnen zur Verbesserung des Postzustelldienstes als Stütze dienen: - auf jeder Postsendung soll eine vollständige Adresse, deutlich und gut leserlich, möglichst in Druckschrift, mit Angabe der Postleitzahl und bei Auslandsendungen auch das Ausland angeführt sein; - bei Adressenänderungen (z.B. Umzug) muß die neue Anschrift allen, mit denen eine Briefverbindung besteht (Privatpersonen, Ämtern, Banken, Vereinen, Zeitungsverlegern, Pensionsämtern, »Vestrousw.) mitgeteilt werden; - Anbringung eines Briefkastens am Hause oder Hofgitter (im Inneren des Kondominiums), dessen Größe auch für Zeitungen, Drucksachen und Kataloge ausreicht; darauf deutlich lesbar die Vor- und Nachnamen (Mädchenname bei Frauen) aller Mitbewohner der Familiengemeinschaft; - Anbringung einer Hausnummer, gut sichtbar, möglichst neben der Eingangstür; . - Verbände, Parteien, Clubs, Firmen usw. sollten dafür sorgen, daß ihre Adressenlisten mindestens einmal jährlich überarbeitet werden (besonders wichtig bei Neuwahlen); - bei Versand von Zeitungen, Wahlwerbung oder größerem Mengen von Drucksachen sollte eine vorherige Sortierung des Versandgutes nach Straßen, Dörfern usw. durch den Absender erfolgen; - Hundebesitzer mögen dafür sorgen, daß ein Briefkasten außerhalb der Reichweite des Hundes angebracht wird. LEH


Passeirer Blatt / Mai 1993

Seite 12/ Nr. 1

Die Jungschar von St. Martin

Kinder gerne zurückdenken. In diesem Sinne begleiten wir unsere Gruppen fünf Jahre lang und der Abschied, der zugleich einen neuen Abschnitt für die Kinder selbst bedeutet, fällt nicht immer leicht.

Die Aktivitäten der Jungschar

Am Beginn möchten wir die Jungschar kurz vorstellen. Wir - das sind die Jungscharleiter und -leiterinnen - möchten dafür sorgen, daß jene Kinder, die zur Jungschar kommen, auch außerhalb der Klassengemeinschaft in einer Gruppe zusammenkommen können. Die Kinder können die Jungschar von der 4. Volksschulklasse bis zur 3. Mitteischulklasse besuchen. Fünf Jahre lang besteht jede Gruppe und trifft sich wöchentlich für eine Stunde mit einem oder zwei von uns Jungscharleitern. In diesen Stunden unternehmen wird die unterschiedlichsten Dinge. Wir singen, spielen, beten und basteln miteinander. Auch über aktuelle Themen machen sich unsere Gruppen Gedanken und halten diese auf Plakaten fest. Wir Jungscharleiter wollen vor allem, wenn wir gebraucht werden, stets zur Verfügung stehen. Wir wollen mit den Kindern versuchen, eine Gemeinschaft aufzubauen, sie zu erfahren und Freunde in dieser Gemeinschaft zu finden. Sicherlich geht es nicht immer geradeaus. Es gibt Höhen und Tiefen, die wir gemeinsam bewältigen. Es ist auch nicht möglich, jede Stunde so zu gestalten, daß sich alle angesprochen fühlen. Je-

doch versuchen wir die Jungschar zu einem Erlebnis zu machen, an das die

An alle Kinder, die die Jungschar noch nicht kennen: Hallo Kinder, paßt einmal auf die Jungschar, die ist echt gut drauf besucht sie nur und ihr werdet seh'n dort wird es nicht oft langweilig zugeh'n. Wir treffen uns wöchentlich eine Stunde und sitzen beisammen in recht froher Runde. Ihr könnt mit uns spielen, basteln und lachen und auch mal verrückte Dinge machen.

Also gebt Euch einen Ruck, wenn ihr in die 4. Volksschulklasse geht wir freuen uns über jeden, der die Welt mit uns verdreht. Dann also Tschüß und auch bis bald.

und werdet schnell 9 Jahre alt.

R.H.

Die Schützenkompanie St. Leonhard stellt den derzeitigen Landesmeister im Schießen Zum Tätigkeitsprogramm zählt - nach Jahren der Unterbrechung -längst wieder das Scheibenschießen. Wenn es heutzutage auch nicht mehr mit schweren Schützenbüchsen und auf weite Entfernung durchgeführt wird, wie in alten Zeiten, so freut es viele Burschen und Männer dennoch, mit Luftdruckoder Kleinkalibergewehren im sportlichen Wettkampf sich mit anderen zu messen. Wie es aber bei jeder anderen

Neben den wöchentlichen Stunden, die jede Gruppe unterschiedlich gestaltet, gibt es auch Aktivitäten, die alle Gruppen gemeinsam unternehmen. Sie beginnen im Herbst eines jeden Jahres und enden mit dem Beginn der Schulferien. Oktober: Beginn des Jungscharjahres November: Erntedankmesse Dezember (Advent): Besuch alter und kranker Menschen Jänner: Gaudirennen Februar. Faschingsfeiern März/April (Fastenzeit): Kreuzwegandachten in der Pfarrkiche und Andacht in der HI.-Grab-Kapelle Mai/Juni: Beteiligung an Prozessionen, Kinderfest in Brixen oder Familienfest in St. Martin Juli: Hüttenlager in Schönau/Timmels

Sportart der Fall ist, daß Meisterleistungen nur nach viel Training erbracht werden können, so trifft das beim Schießen im besonderen zu. Das richtige Stehen und Halten der Büchse, das ruhige Atmen und gen aue Zielen, das sich Konzentrieren und im entscheidenden Moment den Abzugshahn drücken und anderes mehr, muß von klein auf gelernt und geübt werden. Ohne Fleiß gibt es auch beim Schießen keinen Preis.

Darüber scheint sich die Schützenkompanie Andreas Hofer, St. Leonhard, unter der umsichtigen Führung von Hauptmann Toni Auer längst schon bewußt zu sein. Sie verfügt nämlich zur Zeit über die beste Zehnermannschaft in Südtirol. Diese setzt sich sowohl aus der Schützen- als auch aus der Jungschützenklasse zusammen. Beim 11. Landesschießen in Goldrain bzw. Neustift im vergangenen Jahr, haben die Leonharder Scharfschützen einmal mehr ihr Können unter Beweis gestellt. Von den 632 Teilnehmern stellte die Kompanie den neuen Landesmeister und brachte


Seite 13/ Nr. 1

Passeirer Blatt / Mai 1993

zudem eine Reihe weiterer Spitzenergebnisse mit nach Hause. Mit 179 Ringen, kombiniert liegend-stehend, mit Kleinkaliber, holte sich Walter Hofer, Tramutz, den Titel Landesmeister 1992. Weitere Ergebnisse in den verschiedenen Kategorien: Schützen klasse liegend: 1. Reinhard Fauner, 97 Ringe von 100 möglichen; 2. Walter Hofer, 97 Ringe; 11. Manfred Pixner, 96 Ringe. Jungschützen: 1. Arnold Pixner, 95 Ringe; 3. Alexander Hofer, 92 Ringe; 4. Christian Dandler, 92

Ringe; 5. Hanspeter Pixner, 91 Ringe; 5. Gregor Fauner, 90 Ringe. Einheitsklasse stehend: 7. Walter Hofer, 85 Ringe; 12. Gregor Fauner, 82 Ringe; 14. Reinhard Fauner, 81 Ringe. Kategorie Tiroler Schützenschnur: (eine einzige, nicht wiederholbare 15er Serie) Gold: Reinhard Fauner, 143 Ringe, liegend; und Luis Pixner, 139 Ringe. Silber: Raimund Auer, 134 Ringe; Walter Hofer, 133 Ringe; Alexander Hofer, 132 Ringe; Manfred Pixner, 136 Ringe;

Mit Firngleitern zum EM- Titel

Siegerfoto von links nach rechts: Martin Schölzhorn, Andreas Fontana, Günther Pöhl. Am 6.-7. März 1993 wurde in Markstein bei Strassbourg in Frankreich die FiglEuropameisterschaft ausgetragen. Die Teilnehmer kamen aus Frankreich, Österreich, Liechtenstein, BRD, Schweiz und Italien, wobei die »italienische Mannschaft- zur Gänze aus Hinterpasseirern bestand. Ausgetragen wurden ein Riesentorlauf und ein Slalom, bei dem ein unerwarteter großer Erfolg erzielt wurde, und sich die Österreichischen Favoriten wie Ignaz Ganahl, Josef Hohenwarter, Arnold Steiner usw. geschlagen geben mußten. Auf Platz 1 landeten zeitgleich Andreas Fontana und Martin Schölzhorn, Platz 3 ging an Günther Pöhl. Dieses tolle Ergebnis entschädigte für die Strapazen der langen Fahrt und die schlechte Organisation der Veranstalter in Frankreich. Ergebnis: 1. Andreas Fontana FG Moos 1.15.90 Martin Schölzhorn FG Moos 1.15.90 FG Moos 1.18.24 3. Günther Pöhl 1.19.50 Aut 4. Ignaz Ganahl 1.19.61 Fra 5. Brice Martin FG Moos 1.28.48 21. Kilian Hofer FG Moos 1.32.75 28. Herbert Pixner 29.Siegfried Brunner FG Moos 1.33.73

33. Markus Raich 39. Werner Kneissl 40. Stefan Schweigl

Andreas Fontana.

FG Moos FG Moos FG Moos

1.35.46 1.43.75 1.45.01

Hansjörg Pixner, 128 Ringe. Grüne Schnur: Anton Auer, 123 Ringe; Christian Dandler, 125 Ringe. Mannschaftswertung - 10 Mann: 1. Rang mit 938 Ringen. Zum großartigen Erfolg sei hiermit den Schützen selbst aber auch der ganzen Kompanie St. Leonhard und besonders dem Bezirksschießreferenten Reinhard Fauner, der die Schützen stets fachlich hervorragend betreut, herzlich gratuliert. Sepp Haller Eine Woche später trug der Firngleitverein Moos bei traumhaftem Skiwetter und hervorragend präparierten Pisten die 3. Südtiroler Landesmeisterschaft im Firngleiten in Pfelders aus. Das Firngleiten wird im Hinterpasseier seit ca. 15 Jahren aktiv ausgeübt und zwar nicht nur im Winter auf den Skipisten, sondern mehr noch im Sommer auf den Gletschern. Mittlerweile begeistern sich an die 100 Figler für die »kurzen Brettler«. Vor einigen Jahren kam durch Zufall der Kontakt mit Pustertaler Firngleitern zustande und seither messen sich die Sportler regelmäßig bei internen Wettkämpfen. Die 3. Südtiroler Meisterschaft zählte heuer erstmals zu den österreich ischen Punkterennen der Firngleiter; dadurch beteiligten sich zahlreiche österreichische und Liechtensteiner Athleten. Ausgetragen wurde die Meisterschaft als Slalom auf zwei Strecken mit insgesamt 110 Teilnehmern. Südtirol-Meister wurde Martin Schölzhorn und Südtirol-Meisterin Brunhilde Brunner, beide aus Moos in Passeier. FG Moos


Seite 14/

Passeirer

Nr. 1

Siegermannschaft der Mittelschule St. Leonhard bei der diesjährigen Landes-Schülermeisterschaft im Volleyballspiel

Blatt / Mai 1993

Wir gratulieren zur Geburt St. Leonhard

Auer Christof, 25.12.1992, Passeirerstraße 9 Haller Kristian, 05.02.1993, Gerichtsweg 12 Hafer Verena, 05.02.1993, A.Hafer-Straße 18 Mirbach Florian Andrea, 03.02.1993, Silbergasse 3 Pixner Franziska, 11.01.1993, Jaufenstr. 15 Pixner Hannes, 12.12.1992, Walten 20 Raffl Michael, 23.01.1993, Raffeisenplatz 2 Steifler Daniel, 21.12.1992, Schweinsteg 24/A Tschöll Helmut, 10.02.1993, Karlegg 10 Widmann Lukas, 17.02.1993, Walten 34

St. Martin

Spieler von links nach rechts, vorne: Manfred Haller, Thomas Niedermair- Stefan Ennemoser, Patrick Königsrainer. Mittlere Reihe: Markus Pfeifer, Patrick Righi, Georg Righi, Jürgen Schwienbacher. Hintere Reihe: Prof. Bert Innerhofer, Patrick Mair, Roman Pfitscher, Mark Hofer, Wolfgang Haller. Foto:AnnemarieNiedermair

Bilderausstellung der Kath. Jungschar Die Katholische Jungschar von St. Leonhard machte sich heuer Gedanken zum Thema »Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfunq«, Dazu stellte sie vom 30.-31. Jänner im kleinen Vereinssaal Bilder vom diözesanen MaIwettbewerb und aus den Ortsgruppen aus. Die Ausstellung fand sehr guten Anklang. Bei der Eröffnung, die musikalisch von Jungscharmädchen, von den Ministranten und vom Kooperator Georg Martin umrahmt wurde, waren neben zahlreichen Eltern auch viele Vereinsvorsteher anwesend. Diese Ausstellung war ein weiterer Schritt der Jungschar, verstärkt an die Öffentlichkeit zu treten. Jugendassessor Dr. Albin Pixner bezeichnete es als ein Erwachen der Jungschar aus dem "Dornröschenschlat«, Dekan P. Dr. Ulrich Gasser OT. würdigte anschließend die freiwillige Arbeit der Jungscharführerinnen und EigentümerundHerausgeber:JosefPichier,TrifterWeg 2/b, SI. Martin/Passeier. Druck:Fliridruck,Meran.Goethestraße93. Verantwortlichfür den Inhaltim Sinnedes Pressegesetzes:Dr. GeraldFleischmann.

Buschwenter Martin, 23.03.93, Angerweg 16/A Fontana Matthias, 28.12.1992, Dorfstr. 38 Hauser Sonja, 08.03.1993, Beda-Weber-Str. 5 IImer Angelika, 16.01.1993, Tritterweg 14 Karlegger Fredi, 06.01.1993, Riederbergstr. 8/A Kaufmann Yvanne, 19.01.93, Feldbauerweg 3/B Kafler Sarah, 02.12.1992, Pseirerstr. 23/A Larch Maria Magdalena, 07.01.1993, Mühlgasse 3 Pabst Simon, 09.01.1993,. Garberweg 2 Pixner Andreas, 13.03.1993, Kalmtalerstraße 9 Pixner Birgit, 13.02.1993, Steinachweg 8 Scandolera Patrizia, 09.01.1993, Dr.-LuisWalinöfer-Straße 3 Scherer Christian, 19.12.92, Feldbauernweg 20

Moos

Brunner Monika, 22.01.1993, Rabenstein 20/A Ennemaser Nadia, 25.12.1992, Pill143 Fischer .Julia, 28.01.1993, Aue 127/A Haller Erwin, 11.02.1993, Platt 132 Kind Debara, 24.02.1993, Platt 53 Pamer Markus, 02.03.1993, Platt 32 Pflug Raffael, 27.01.1993, Stuls 22/B Prinoth Tabias, 29.01.1993, Platt 34 Raich Anita, 25.12.1992, Stuls 28 Ramazzotti Luca, 19.03.1993, Dorf 92 Schweigl Elisabeth, 04.01.1993, Platt 51 Widmann Julian, 27.12.1992, Stuls 7/A

Leseratten aufgepaßt!

des Kooperators als eine wertvolle und sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit und für die heranwachsenden Jugendlichen. Die Katholische Jungschar von St. Leonhard Erscheintdreimonatlich.- Eingetragenbeim Landesgericht Bozenmit DekretNr. 11/87vom 29.05.1987.

Redaktionskomitee:RobertHaniger,Dr.HeinrichHofer, Josef Kofler,Karl Lanthaler,Josef Piehier, Ubald Pichler, Dr.Albin Pixner,Arnold Rinner,Josef Öttl.

Franz gibt seinem Freund ein Rätsel auf: »Im Regal der Bibliothek steht ein zehnbändiges Lexikon. Jeder Band hat 100 Blätter. Nun frißt sich ein Bücherwurm vom ersten Blatt des ersten Bandes bis zum letzten Blatt des zehnten Bandes (jeweils einschließlich) durch. Wie viele Blätter durchbohrt der Wurm insgesamt, wenn die Buchdeckel nicht mitgezählt werden?« Der Freund überlegt kurz und meint dann: -Ist ja logisch: natürlich 1000 Blätter!« »Falsch!« triumphiert Franz. »Es sind viel weniger!« -Das versteh' ich nicht ... « »Stell dir das Ganze doch einmal bildlich vor: Die Bücher zeigen mit den Rücken zu dir, und der Wurm beginnt bei Blatt 1 ... Na, hat's geklingelt?« Alle, die den Durchblick haben, können ihren Lösungsvorschlag in der öffentlichen Bibliothek St. Leonhard einreichen, 31.05.93. Unter und zwar bis spätestens den »Richtiqen« werden Überraschungspreise verlost!! Also, laß dich nicht wurmen und streng dein Köpfchen an! Öffnungszeiten der Bibliothek: Dienstag 15.30 - 18.30 Uhr Donnerstag 17.00 - 18.30 Uhr Freitag 15.30 - 18.30 Uhr Sonntag 9.45 - 10.45 Uhr


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Passeirer Blatt by Passeirer Blatt - Issuu