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MITTEILUNGEN UND NACHRICHTEN AUS MOOS, ST. LEONHARD UND ST. MARTIN Nr.2 MITTEILUNGEN UND NACHRICHTEN AUS

Juni 1988

15. Jahrgang Nr. 35 MOOS, ST. –LEONHARD UND ST. MARTIN

September 2002 2. Jahrgang

25 Jahre Mittelschule Passeier Ein Rückblick von Dr. Siegfried Innerhofer

Die Anfänge

Als am 1. Oktober 1963 die Mittelschule St. Leonhard ihren Betrieb aufnahm, so gingen diesem Tag schon viele Vorgespräche, Lokalaugenscheine und Telefonate zwischen Schulamt, Gemeinde St. Leonhard, den beiden Nachbargemeinden des späteren Mittelschulkonsortiums und anderen Ämtern und Behörden voraus. Eine entscheidende Aussprache über die Errichtung fand am 5. September 1963 in der Mittelschule am Sandplatz in Meran statt, wo Vertreter des Schulamtes, der Gemeinden und der Volksschule über die Errichtung von Mittelschulen und Außensektionen im Burggrafenamt und in Passeier berieten. Daß es überhaupt zur Gründung der Mittelschule in Passeier gekommen ist, geht auf das Gesetz Nr. 1859 vom 31. Dezember 1962 zurück. Dieses Gesetz, auch Mittelschulgesetz genannt, bildete den Schlußpunkt eines zehnjährigen Tauziehens zwischen den Parteien über die Schulreform. Es bildete einen Kompromiß, wobei vor allem die Liberalen und Sozialisten dem Gesetz ihren Stempel aufgedrückt haben. Dies war einer der vielen Gründe, warum die Reform von vielen auch noch lange nach der Einführung abgelehnt oder sogar be-

kämpft wurde. Die Schulreform war notwendig geworden, nachdem einerseits die italienische Nachkriegsverfassung die Garantie gegeben hatte, daß der obligatorische und unentgeltliche Unterricht wenigstens 8 Jahre lang erteilt wird und es anderseits keinen Schultyp für die 6.-8. Schulstufe gab. Die frühere Lateinmittelschule hat ausschließlich auf die Oberschule vorbereitet und konnte nur von wenigen besucht werden. Für die große Mehrheit gab es jedoch nur die 5-klassige Volksschule. In einigen Gegenden wurden zwar Vorbildungsschulen oder Bürgerschulen geführt. In den meisten Schulen hat man in der 2., 4. und 5. Klasse das System der Unterstufe und Oberstufe eingeführt, um irgendwie die 8 Jahre Schulpflicht unterzubringen. Die Mittelschulreform kam also weder über-

raschend noch war sie länger aufschiebbar gewesen. Gleichwohl ist es auch eine Tatsache, daß auf diese längst fällige Entscheidung niemand vorbereitet war; die Improvisation trieb die tollsten Blüten. Das Ministerium konnte überhaupt keine Hilfen anbieten. Es fehlten die Schulhäuser, die Lehrmittel, die ausgebildeten Lehrer; kurz es fehlte an allem, was es zu einer Schule brauchte. Nur die Schüler waren in großer Zahl da und wurden jedes Jahr mehr. So war es auch in der Mittelschule in St. Leonhard. Ein glücklicher Zufall wollte es, daß gerade im Jahre 1963 der Bau der neuen Volksschule seinem Ende entgegen ging und so das Kloster der Deutschordensschwestern für die Mittelschule zur Verfügung stand. Zudem wurde sofort ein Teil (Fortsetzung auf Seite 2)


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25 Jahre Mittelschule

(Fortsetzung von Seite 1)

Passeier

der neuen Volksschule »beschlaqnahmt«, Ansonsten wäre die Errichtung der Mittelschule in Passeier wohl sicherlich um mindestens ein Jahr verschoben worden. So wurden ja auch in anderen Tälern Südtirols die Mittelschulen mit einem oder mehreren Jahren Verspätung eingeführt. Auch in Passeier konnten nicht alle Schüler von Anfang an die Mittelschule besuchen, da viele Fraktionen verkehrsmäßig noch nicht erschlossen waren. Die ständig wachsende Schülerzahl in den Siebziger Jahren ließ Gemeindepolitiker und Direktoren immer neue Notlösungen erfinden. Abstellräume wurden über Nacht zu Schulklassen, Dachböden wurden notdürftig ausgebaut, wichtige Räume der Volksschule wurden zweckentfremdet: so wurden aus dem Ausspeisungssaal mehrere Schulklassen und aus der Küche ein Miniwerkraum. Die Vorräume wurden zu »Turnsälen« umfunktioniert. Im Dachboden der Volksschule mußte der Filmapparat mit viel Geschick montiert werden, damit der Lichtkegel nicht durch das Gehölz unterbrochen wurde. Manchmal hatten alle Bemühungen um Raumbeschaffung keinen Erfolg gezeitigt, und

es mußte zum Turnusunterricht Zuflucht genommen werden: die Bänke bzw. die Schulklassen, die am Vormittag von Fahrschülern aus St. Martin oder Hinterpasseier besetzt waren, wurden am Nachmittag von den Schülern von St. Leonhard belegt. Bürgermeister und Direktor zitterten regelrecht vor jedem 1. Oktober dieser Tag war bis 1977 der alljährliche Schulbeginn. Die Mittelschule war in den ersten Jahren nach 1963 überhaupt in hohem Maße sich selbst überlassen. Das Land hatte damals weder Kompetenzen, noch war es für die Mittelschule irgendwie zu begeistern. Der Staat, bzw. das Ministerium für öffentlichen Unterricht war weit weg und schickte die dringend benötigten Gelder nur zögernd und tröpfchenweise. So blieb nur die Gemeinde; und hier kann man wohl sagen, daß Bürgermeister Josef Tschöll im allgemeinen viel Entgegenkommen zeigte und im Rahmen der bescheidenen Mittel, die eine Gemeinde damals zur Verfügung hatte, die Grundbedürfnisse der Mittelschule einigermaßen zu decken versuchte. Er hatte von Anfang an eine positive Einstellung zur Mittelschule, wenn auch einige Mahnbriefe des Direktors 3 Jahre nach Einführung der Mittelschule dokumentieren, daß der Direktor immer noch keinen Schreibtisch

Die gesamten Schüler des 1. Jahres der Mittelschule 1863/64.

und abschließbaren Schrank hatte. Dies und manche anderen Mängel hingen auch mit der Tatsache zusammen, daß bis zum 1. Oktober des Jahres 1970 die Mittelschule keinen eigenen Direktor hatte, sondern vom Direktor von Algund, Dr. Bias Prieth, mitbetreut wurde und somit seine Anwesenheit in St. Leonhard relativ gering war, zumal er mehrere Jahre hindurch auch noch Direktor der Mittelschule Naturns war. Es gab also nicht nur Lehrermangel, sondern auch Mangel an Direktoren. Die räumliche Entwicklung der Mittelschule ist heute nur mehr schwer zu rekonstruieren. Im Jahre 1963 wurden 3 Klassen im Kloster untergebracht. Noch gerade rechtzeitig türmte sich im Klostergarten am Tag vor Schulbeginn ein Berg von neuen Bänken und Stühlen. Fast anekdotenhaft liest sich das erste Schriftstück nach dem Protokoll über die Eröffnungskonferenz: »Haben vom Hochw. Frühmesser Rottensteiner am 1. Oktober 1963 leihweise erhalten: 1 Stehpult, 1 Tisch.«

Eine Klasse begann ihren Unterricht im alten Mesnerhaus und übersiedelte nach Allerheiligen in das neue Volksschulgebäude. In diesem ersten Jahr war die Schule auch nicht selbständig, sondern eine Sektion von Algund. Am 1. Oktober 1964 wurde

(Foto: E. Niealussi)


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Ein Teil des Lehrkörpers vom 1. Schuljahr 1963/64. Von links nach rechts: Karl Innerhofer, P. Mühlmann, Maria Kofler, Dr. Elias Prieth, Sr. Judith Mairhofer, Eduard Nicolussi, Giuliana Pappalardo, Siegfried Innerhofer, Alois Gruber. Es fehlen: Lundwig Gstrein, Ornella Gazzarata und Dekan Josef Burger. (Foto: E. Niealussi)

die Mittelschule selbständig. In diesem Jahr erhielt die Mittelschule weitere drei Klassen im neuen Volksschulgebäude. Im Jahre 1965 - die Klassenanzahl betrug 10 - mußte zusätzlich wieder das alte, baufällige Mesnerhaus herhalten. Im Herbst 1967, als die Klassenzahl von zehn auf dreizehn angewachsen war, wurde die Raumfrage besonders kritisch. Schon im Frühjahr auf die Situation aufmerksam gemacht, ließ sich die Gemeindeverwaltung Zeit. Sie wies einige Wochen nach Schulbeginn schließlich drei »neue«, sehr unzulängliche Noträume den MitteIschülern zu. Sie entstanden durch die Unterteilung des Ausspeisungssaales mit einfachen Bretterwänden. Es hagelte Protestschreiben an das MitteIschulkonsortium: so von Seiten des Landeshauptmannes, des Vizeschulamtsleiters und des Direktors. Erwähnenswert ist, daß in jedem der Schreiben dem Bürgermeister Anerkennung und Hochachtung für die bis dahin geleistete Arbeit in Sachen Mittelschule gezollt wurde. Und dies schien mir nicht nur eine Roskel gewesen zu sein sondern ernst gemeint. Der Präsident des MitteIschulkonsortiums und Bürgermeister von St. Leonhard antwortete auf alle diesbezüglichen Schreiben mit der Feststellung, daß er ohne staatliche Hilfe und ohne die Hilfe der Gemeinden Moos und St. Martin sich außerstande sehe, weiterhin für die Unterbringung der Schüler, die Ausstattung der Räume und die Ausgaben für den Verwaltungsbetrieb zu garantieren. Zugleich forderte der Bürgermeister das

Schulamt auf, einen Inspektor zu schicken. Von der Schule kamen in regelmäßigen Abständen Ansuchen an die Gemeinde um Beiträge für ordentliche Verwaltungsspesen, für Lehrmittel und jeden Herbst Forderungen nach neuen Schulklassen, Nebenräumen und Spezialklassen. Der Streit um die Rnanzierung der Ausgaben für die Mittelschule zwischen den Gemeinden St. Leonhard und St. Martin bestand schon seit dem 1. Tag der Mittelschule. Den Schülern von St. Martin wurde sogar mit der Aussperrung gedroht, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Frist der zustehende Anteil bezahlt würde. Dem Streit wurde aber angesichts des sowieso nicht immer konfliktfreien Verhältnisses zwischen den beiden Gemeinden von übergeordneter Stelle nicht viel Gewicht beigemessen. Trotz der Gründung des Mittelschulkonsortiums am 9. Juli 1965 zwischen den Gemeinden St. Leonhard, St. Martin und Moos hat sich die finanzielle Regelung noch einige Zeit verzögert. Drei Jahre lang blieb auch die Schülerzahl nahezu unverändert. Es haben sich zwar im Gemeindeamte regelmäßig Briefe der zuständigen Behörden gesammelt mit mehr oder weniger heftigen Protesten, es blieb aber bei den gleichen Noträumen. Zwischenzeitlich kamen zwei Werkräume dazu: 1968 die Ausspeisungsküche, 1969 das Lodenwalkerhaus.

Die Siebziger Jahre

Vor einer ganz neuen Situation stand man im Herbst 1970. Die Schülerzahl

stieg von 307 auf 380, die Anzahl der Klassen von 13 auf 17. Dies bedeutete keinen leichten Einstieg für den neuen Direktor. Am 1. Oktober 1970 trat nämlich erstmals für die Passeirer Mittelschule ein eigener Direktor sein Amt an, Dr. Heinrich Hofer, der bis zum heutigen Tage die Geschicke der Schule in St. Leonhard leitet. Erstmals tauchte auch die Idee auf, einen Klassenzug in St. Martin unterzubringen. Die Pläne zerschlugen sich, da der Vorschlag von keiner Seite aufgegriffen wurde. Im Grunde wären dadurch die Probleme auch nur verlagert aber nicht gelöst worden. Der Direktor sah sich gleich mit einem anderen bis dahin ungelösten Problem konfrontiert: mit dem der Schülerbeförderung. Die Erschließung neuer Weiler und Fraktionen durch Straßen war neben der Tatsache der geburtenstarken Jahrgänge der Hauptgrund der rasanten Entwicklung der Mittelschule. Kaum eine Mittelschule im Lande hatte ein so großes und kompliziertes Netz der Schülerbeförderung wie Passeier. Es gab dabei sehr viele Mängel: so mußten viele Schüler von Hinterpasseier (auch die Pfelderer) in Moos umsteigen. Dies war mit langen Wartezeiten verbunden, die Schüler von Platt und von Stuls hatten den gleichen Bus und mußten aufeinander warten: zudem war der Busdienst von und nach St. Martin über ein Jahrzehnt mit jenem von Walten und Stuls verknüpft. Die Folge davon waren sehr lange Wartezeiten vor Schulbeginn und nach Schulende in St. Leonhard und beim Umsteigen in Moos. Dies war wieder Zündstoff für Konflikte mit Anrainern an den Haltestellen und mit der jeweiligen Dorfbevölkerung. Überhaupt ist die Mittelschule durch die Unzulänglichkeiten der Schülerbeförderung zu Unrecht jahrelang in Mißkredit gekommen. Zurück zum Schulbeginn 1970/71. Das Raumproblem konnte nicht gelöst werden. Der Turnusunterricht mußte wieder her. Die Schüler von drei Klassen traf es, den verhaßten Nachmittagsunterricht zu besuchen. Seit Jänner 1971liefen dann die Bemühungen, das alte Gerichtshaus von der Militärbehörde für die Mittelschule frei zu bekommen. Diese Bemühungen waren ziemlich schnell von Erfolg gekrönt. Mit Schreiben vom 9. April 1971 an die Gemeinde wurde das Haus vom Legionskommando der Rnanzwache freigegeben. Zugleich wurde von der Gemeinde auch eine Eingabe an das Unterrichtsministerium gemacht mit der Forderung des (Fortsetzung auf Seite 4)


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25 Jahre Mittelschule Passeier (Fortsetzung von Seite 3)

schnellstmöglichen Neubaues der Mittelschule. Das Gerichtshaus wurde von Anfang an nur als Übergangslösung betrachtet, auch weil die Statistik der Schülerzahlen immer noch nach oben zeigte; und der Zeitpunkt, an dem auch dieses Haus zu klein werden sollte, konnte schon vorausberechnet werden. Auch sollten die Probleme mit der Schülerbeförderung erst richtig angehen. Die Aufträge an die Busunternehmen wurden damals vom Schulpatronat erteilt. Dieses hatte ursprünglich die Aufgabe, die Ausspeisung zu führen und minderbemittelte Kinder zu unterstützen. Nach Einführung der Mittelschule hatte man diesem Patronat noch dazu die Schülerbeförderung und den Schulbücherankauf aufgehalst. Das sehr schwerfällige Gremium war hoffnungslos überfordert, und die Arbeit blieb dem Direktor und dem Sekretariat. Auf Landesebene gab es als oberste Behörde das Konsortium der Schulpatronate mit seinem Präsidenten. Ein anderes Gremium stand dem Direktor seit dem 18. April 1971 beratend zur Seite: der Elternrat. Dieser war eine vom Ministerium empfohlene Vorstufe des späteren Schulrates. Er blieb im Amt bis zur Errichtung des ersten Schulrates am 8. Dezember 1975. Vorsitzender des Elternrates war zunächst Josef Ennemoser von Moos und seit Mai 1974 Paula Frötscher von St. Martin. Im Laufe des Jahres 1971 gab es parallel zu den Aktivitäten in Sachen Gerichtshaus auch Pläne, im Hof der Volksschule eine Turnhalle zu bauen,

Schulklasse 1964/65.

Seiser Alm Maiausflug 1964/65.

in einem zweiten Plan sogar mit aufgesetztem Anbau an die Volksschule für Mittelschulklassen. Daraus wurde nichts. Man setzte dagegen alles auf eine Karte für den Neubau. Jetzt kann man darüber sagen, daß diese Entscheidung die einzig richtige war. Man konnte im Herbst 1971 auf jeden Fall einmal aufatmen. Im Gerichtshaus wurden acht Klassen eingerichtet. Es bedeutete auch eine Entlastung für die Grundschule. Zugleich wurde auch der Sitz der Schule mit Direktion und Sekretariat vom K10stergebäude in das Gerichtshaus verlegt. Dabei gewann man im Kloster eine Klasse und einen Spezialraum für Naturkunde, wenn auch beide viel zu kleln. Wenn nun mal alle Schüler wenigstens eine Klasse hatten, ist damit nicht gesagt, daß alles in Ordnung war. Die Spezialräume fehlten fast ganz. Vor allem das Fehlen einer Turnhalle wurde bei jeder Gelegen-

(Foto: E. Niealussi)

(Foto: E. Niealussi)

heit den zuständigen Behörden in Erinnerung gerufen. Der Turnunterricht fand im Vorraum der Klassen, oft gleichzeitig mit zwei Gruppen, und in einem Kellervorraum des Volksschulgebäudes statt. Die gegenseitige Störung war unerträglich, und zudem war das Turnen in bei den Räumen sehr gefährlich, was eine Unmenge von Unfallakten belegt. Auch waren die Räume höchst unhygienisch. Doch auch die Einschaltung des Amtsarztes und des Provinzialarztes konnte keine Änderung herbeiführen. Die Turnmisere blieb erhalten bis 1980. Im Herbst 1972 waren wieder zwei Klassen mehr notwendig. Der Rlmraum wurde zu einer Klasse. Der Lateinunterricht wurde im Hausgang erteilt. Angesichts dieser neuen prekären Situation, die durch zahlreiche Briefe dokumentiert ist, forderte der Bürgermeister in einem Schreiben an den Landesausschuß, daß die Mittelschule St. Leonhard an die erste Steile in der Rangordnung für Neubauten gesetzt werde. Die Antwort des Assessor Zeiger folgt postwendend und hätte nicht deprimierender sein können: es gäbe zur Zeit überhaupt kein Staatsgesetz für Schul neubauten und das Land habe noch keine Zuständigkeiten. Wenige Tage später (27. März 1973) wurde von Inspektor Dr. Karl Seebacher ein Lokalaugenschein durchgeführt. Er erkannte alle bisher beklagten Mängel an, wußte aber keinen Rat. Er schlug vor, in St. Martin eine Mittelschule zu errichten. Dieser Vorschlag wurde jedoch von niemandem aufgegriffen, auch nicht von der Gemeinde St. Martin. Im Jahre 1973 spürte die Mittelschule die Abhängigkeit von den Schülerbeförderungsdiensten in besonders negativer Weise. Das ganze Jahr über gab es lange Streiks des SAD-Personals, dazu gab


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es noch viele witterungsbedingte Ausfälle und fast tägliche Verspätungen der Schüler von St. Martin wegen der Koppelung mit anderen Diensten, dies um Personal und Busse einzusparen. Dabei wußte das Konsortium der Schulpatronate, das immer noch dafür zuständig war, keinen besseren Vorschlag, als durch Einführung eines flexiblen Stundenplanes das Problem zu lösen: die Hälfte der Schüler hätte den Unterricht eine Stunde später beginnen und dementsprechend auch eine Stunde später beenden sollen. Es kam aber nicht dazu. Dafür gab es im Schuljahr 1973/74 wieder Nachmittagsunterricht für vier Klassen. Trotzdem die Mittelschule aus allen Nähten platzte, mußte der Direktor im November 1973 pflichtgemäß melden, daß die Kinder folgender Fraktionen zehn Jahre nach Einführung der Mittelschule wegen Fehlens des Zubringerdienstes nicht oder nur teilweise die Mittelschule besuchen konnten: Riederberg, Kalmtal, Matatz und Christi in der Gemeinde St. Martin, Rabenstein, Saltnuß, Schönau, Hütt und Teile von Pill in der Gemeinde Moos, sowie Schweinsteg, die oberen Teile von Prantach, Mörre und Schlattach in der Gemeinde St. Leonhard. Zu den großen Unzulänglichkeiten im Jahre 1973 kamen noch auf dem Höhepunkt der Erdölkrise die Schließung der vier Klassen im Klostergebäude für einen ganzen Monat wegen Heizölmangels. Ein sonderbares Gemisch aus Freude, Verärgerung und Sorge machte sich breit. Die Summe all dieser kleinen und großen Mängel bedeutete immer wieder Wasser auf die Mühlen jener, die von Anfang an der Mittelschule nicht gut gesinnt waren, und diese gab es immer noch. Eine kleine Verbesserung gab es für dieses Schuljahr für den Turnunterricht; die Notklassen im ehemaligen Ausspeisungssaal wurden wieder abgebrochen und daraus ein provisorischer Gymnastikraum gemacht. Der Preis dafür war neuerlich Turnusunterricht. Im Herbst 1974 blieb die Klassenzahl bei 22. Ein kleiner Raum ging an die wiedererrichtete italienische Volksschulklasse, sodaß der Lateinunterricht wieder auf dem Gang sein kümmerliches Dasein fristen mußte. Dagegen gelang es dem Bürgermeister nach Vorgesprächen des Direktors, der Provinzoberin einen weiteren Teil des Klostergebäudes abzuknöpfen. Vier Klassen der Mittelschule gingen im Herbst 1974 in die Klausur in den 1. Stock Man kann sich denken, wieviel Geschick für diese Aktion

Eine aus allen Gemeinden gemischte Bubenklasse von 1965.

notwendig war, bedeutete es doch eine bedrohliche Einengung und Störung des internen Klosterlebens. Auf diesem Wege sei der Verwaltung des Klosters noch ein später Dank übermittelt für die in all den Jahren der Mittelschule gewährte Unterstützung. Seit Herbst 1974 gab es verwaltungsmäßig eine große Neuerung. Das Land hatte die Kompetenzen im Schul bereich vom Staat übernommen und finanzierte nun die Schulen. Die bisher gültige Form der Finanzierung durch die Schul kasse (die Gelder kamen vom Ministerium) wurde im Juni 1975 mit einer letzten Zahlung beendet. Die Durchführung zum neuen Autonomiestatut brachte weitere Neuerungen. Das Verwal-

Zeichenunterricht' im Freien 1967/68.

(Foto: E. Niealussi)

tungspersonal der Schulen ging vom Staat an das Land über und die Landesschulämter wurden errichtet. Für die Mittelschule St. Leonhard bedeutete dies bessere Aussichten für den Neubau. Das Jahr 1975 war besonders gekennzeichnet von Initiativen hinsichtlich des Beförderungsdienstes. Der Erfolg blieb weitgehend aus. Auch der im Dezember 1975 erstmals gewählte Schulrat griff in das Gerangel um die Schülerbeförderung ein, aber selbst dieses Gremium wurde nicht ernst genommen. In die Mitbestimmungsgremien, vor allem in den Schulrat, wurden anfangs große Hoffnungen gesetzt, hinterher folgte bald die erste Ernüchterung. Die (Fortsetzung auf Seite 6)


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(Fortsetzung von Seite 5)

Passeier

Gründe dafür waren vielfältig: die Eltern haben ihre vom Gesetz zugewiesene Rolle nur selten voll wahrgenommen, eine vorbehaltlose Mitarbeit am schulischen Leben war seIten anzutreffen, viele Eltern waren regelrecht überfordert, Lehrer, Direktor und Verwaltungspersonal fühlten sich in ihren Rechten beschnitten und manche gaben sich mißtrauisch. Anstatt echter Partnerschaft entstand oft nur ein farbloses Nebeneinander mit wenig fruchtbaren Ergebnissen. Die Bewältigung der vielfältigen Aufgaben der Schule wurden eher erschwert als erleichtert. Für die weitergehende Erstarrung der Mitbestimmungsgremien ist auch das Gesetz selber schuld. Es hat den Gremien viele Scheinkompetenzen und wenig Geldmittel zur Verfügung gestellt, die einzelnen Schulen haben auch nicht den Hauch einer Selbstverwaltung. Das Gesetz über die Mitbestimmungsgremien einschließlich der Wahlbestimmungen bedarf einer raschen und gründlichen Erneuerung. Die Erschließung der Ortschaften ging weiter. Im Schuljahr 1977/78 wurden erstmals die Rabensteiner Schüler nach St. Leonhard gebracht, nachdem sie bis dahin entweder in Heimen untergebracht waren oder als Gastschüler die Volksschule besuchten. Im ersten Jahr der Schülerbeförderung von Rabenstein gab es noch viele witterungsbedingte Ausfälle: insgesamt neunzehnmal kamen die Schüler nicht zur Schule. Im Sommer 1977 bescherte das Parlament der Mittelschule eine ganze Reihe von Neuerungen, die nicht alle als positiv empfunden wurden: Vorverlegung des Schulbeginns um 10-15 Tage, Abschaffung der Ziffern noten, Abschaffung von Latein als Freifach, Einführung des Schülerbogens mit Worturteilen, Abschaffung der Herbstprüfungen in der 1. und 2. Klasse; für die 3. Klasse wurden sie schon 1969 abgeschafft.

Das bange Warten auf die neue Schule Im Herbst 1978 ging die Schülerzahl neuerdings nach oben und erforderte 24 Schulklassen, nachdem die Anzahl der Klassen sechs Jahre lang zwischen 21 und 22 gelegen hatte. Die Mittelschule bekam ein weiteres »Schulhaus- dazu: das Gebäude des alten Kindergartens. Angesichts der am 20. Mai 1978 bereits erfolgten Grundsteinlegung für die neue Mittel-

schule nahm man diese letzte Notlösung gerne in Kauf. Der Tag, an dem alle Notlösungen ein Ende nehmen sollten, schien schon in greifbarer Nähe. Alle am Schulgeschehen Beteiligten schienen in den letzten beiden Jahren vor dem Einzug ins neue Mittelschulgebäude alle Unzulänglichkeiten leichter zu ertragen als in all den früheren Jahren, wenn auch die Probleme zum Teil noch gewachsen waren. So wollten die Transportprobleme einfach nicht verschwinden, und neue Probleme kamen dazu. Von allen Seiten hagelte es Proteste, als der Landesausschuß 1979 für die Mittelschüler die Anzahl der Schulstunden pro Woche von 30 auf 32 und ein Jahr darauf auf 33 erhöhte. Das Schulende zu Mittag wurde um eine halbe Stunde hinausgeschoben. Im letzten Schuljahr vor dem Einzug in den Neubau war zudem mit 25 die höchste Klassenzahl erreicht worden. Ein Alptraum lastete für kurze Zeit auf den verantwortlichen Schulleuten und Gemeindeplanern. Die neue Mittelschule war nur für 24 Klassen gebaut. Sollte dieser Riesenkomplex etwa noch zu klein sein? Es war nicht so. Die Schülerzahl ist zwar noch einmal um 10 Einheiten gestiegen und erreichte im Schuljahr 1980/81, also im 1. Jahr in der neuen Schule, die höchste Zahl: 563. Die Klassenzahl mußte jedoch auf 24 reduziert werden. Sie war nur deswegen vorher etwas höher gewesen, da in manchen Notklassen weniger als 20 Schüler Platz fanden. Zu einer Notlösung mußte man auch noch bei den Abschlußprüfungen 1979 und 1980 greifen; da keines der Schulhäuser die gesamten Schüler der Abschlußklassen aufnehmen konnte, fanden die schriftlichen Prüfungen im großen Saal des Vereinshauses statt. Am 1. Oktober 1980 war es endlich soweit. 17 Jahre der Provisorien gehörten der Vergangenheit an. Jetzt konnte sich die Mittelschule verstärkt dem Aufbau und Ausbau des internen Schulbetriebes und den erzieherischen Aufgaben widmen. Der Tag der feierlichen Einweihung wurde ein Jahr danach, am 25. Oktober 1981 begangen. Seit dieser Zeit ist in etwa auch die Zusammensetzung des Lehrkörpers viel stabiler. Die Professoren und Direktoren in den Mittelschulen von St. Leonhard und St. Martin mit den meisten Dienstjahren: 25 Jahre Karl Innerhofer 25 Jahre Siegfried Innerhofer 19 Jahre Hans Schwarz 18 Jahre Heinrich Hofer /

Leo Haller P. Ulrich Gasser OT Alois Gruber Franziska Grassl Erika Lanzendörfer Erna Hora Marialuise Christanell Ignaz Eschgfäller Alois Gufler Valeria Volante Valentin Ennemoser Monika Heiss Ernst Pircher Brigitte Schweigl

17 Jahre 16 Jahre 16 Jahre 15 Jahre 15 Jahre 15 Jahre 14 Jahre 14 Jahre 13 Jahre 13 Jahre 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre

Der Mangel an Lehrern Zum Lehrkörper der Mittelschule ist zu sagen, daß er natürlich zahlenmäßig mit den Klassen- und Schülerzahlen kontinuierlich angewachsen ist: beginnend mit 11 Lehrern im Jahre 1963 wuchs die Zahl der MitteIschullehrer im Jahre 1980/81 auf 53 an, heute unterrichten in St. Leonhard 38 in St. Martin 20 Professoren. Wie in ganz Südtirol arbeitete der Direktor auch hier jahrelang ausschließlich mit Lehrern ohne gültigen Studientitel, den Supplenten. Der Anfang konnte gar nicht anders gemacht werden als mit Hilfslehrern. Viele von diesen haben ihre Sache auch relativ gut gemeistert. War am Anfang die Zahl noch überschaubar, stieg der Bedarf an Lehrern aber ab dem Jahre 1970 enorm an, und dem Direktor blieb oft nicht nur keine Auswahl an Lehrern übrig, sondern er mußte sich regelrecht auf Personalsuche machen. Er fand oft nicht nur keine ausgebildeten Lehrer, sondern überhaupt keine. So mußte er nicht selten Leute zum Unterricht überreden, die gar nicht wollten. Bei der Errichtung der Mittelschule war man darauf bedacht, mindestens einen Lehrer einzustellen, der von der Volksschule kam und als Schulleiter eine Art Bindeglied sein sollte zwischen der alten Volksschule und der neuen Mittelschule. Nachdem sich die gebürtigen Passeirer Lehrer für diese Aufgabe nicht sonderlich gerissen hatten, fiel die Wahl auf Eduard Nicolussi, der von der Volksschule Riffian kam und von Anfang an großes Interesse an der Mittelschule zeigte. Er unterrichtete Kunsterziehung und blieb dann über7 Jahre auf diesem Posten. Überhaupt ist auffallend, daß die Passeirer nur äußerst zögernd und sehr spät an »ihrer Mittelschule« zu unterrichten begannen. Vom Jahre 1963 bis 1969 gab es von 80 Professoren lediglich drei, die als gebürtige Passeirer je 1 Jahr


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in der Mittelschule unterrichtet haben: Maria Kofler mit 4 Reststunden für Turnen/Mädchen (1963/64), Valentin Ennemoser für literarische Fächer (1967/68) und Franz Ennemoser für literarische Fächer (1969/70). Alle anderen kamen von auswärts. Um so bemerkenswerter ist, daß von den auswärtigen Professoren des ersten Schuljahres gleich drei sowohl im Schuldienst als auch in Passeier geblieben sind: Alois Gruber (seit 1980 Berufsschullehrer), Karl Innerhofer (Professor für Leibeserziehung), und Dr. Siegfried Innerhofer (seit 1987 Direktor in St. Martin). Erst ab dem Jahre 1970 kamen langsam auch einheimische Lehrer dazu, als erster im Jänner 1970 Dr. Hans Schwarz. Heute kommen noch knapp die Hälfte von auswärts. Ebenso ist die Qualifizierung der Professoren fortgeschritten. Von den 38 heuer in St. Leonhard tätigen Lehrpersonen besitzen 15den vorgeschriebenen Studientitel, in St. Martin sind es 9 von 20; und die Situation wird jedes Jahr besser. Insgesamt haben in den 25 Jahren in St. Leonhard und St. Martin 317 Professoren Dienst geleistet, die Aushilfslehrer mit weniger als 3 Monaten nicht mitgerechnet. Viele davon haben nur wenige Jahre unterrichtet, manche sogar nur ein Jahr. 26 von den 317 haben zwischen 9 und 25 Dienstjahren in Passeier geleistet. Das Verhältnis zwischen Volksschule und Mittelschule war in Passeier von jeher gut. Die Mittelschullehrer wurden gleich im ersten Jahr zu den gesellschaftlichen Veranstaltungen der Volksschule eingeladen. Besondes Lehrer Albin Hofer hat in mehrfacher Hinsicht den MitteIschullehrern Hilfe geleistet. Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß die Volkschullehrer einen großen Schmerz zu überwinden hatten, nahm ihnen doch die Mittelschule mit einem Schlag ihre besten Jahrgänge weg. Vor allem für die männlichen Kollegen war es nicht leicht, plötzlich in die 5., 4., und 3. Jahrgangsstufe zurückversetzt zu werden, wo sie in den Jahren zuvor ihren ganzen Stolz mit den 11-14jährigen hatten.

wobei ein zeitraubendes, kompliziertes und teilweise auch kostspieliges System der Auslese zur Anwendung kam. Viele mußten zweimal zum Bezirkssteueramt nach Meran und zur Gemeinde, um dann für 20.000 bis 30.000 Lire Schulbücher zu erhalten,

Die AChziger Jahre

* Alle 18 Schüler der Arbeitermittelschule

Mit dem Schuljahr 1980/81 schuf ein längst fälliges Landesgesetz für Eltern und Schulverwaltung eine große Erleichterung: die Schulbücher wurden kostenlos übergeben. Bis jetzt gab es nur für Bedürftige Gratisbücher,

Gesamtzahl der Schüler im Laufe der 25 Jahre: 3672 (3340 in St. Leonhard und 332 in St. Martin)

Eine Werkgruppe begutachtet ihr Werk

und dies jedes Jahr neu. Das Zuteilungsverfahren war nämlich an die Steuererklärung gekoppelt und schon allein deswegen sehr fragwürdig. Das gleiche Gesetz hat auch die kostenlose Beförderung eingeführt, sowie (Fortsetzung auf Seite 8)

Statistik über die Entwicklung der Mittelschule von 1963-1988

1963/64 1964/65 1965/66 1966/67 1967/68 1968/69 1969/70 1970/71 1971/72 1972/73 1973/74 1974/75 1975/76 1976/77 1977/78 1978/79 1979/80 1980/81 1981/82 1982/83 1983/84 1984/85 1985/86 1986/87 1987/88

Anzahl der Klassen

Schüler pro Schuljahr

Jährlich neu eingeschriebene Schüler

Anzahl der Professoren pro Schuljahr

4 7 10 10 13 13 13 17 19 21 22 22 21 21 22 24 25 24 23 22 22 23 25 24 23

107 170 245 265 289 308 307 378 392 433 446 469 472 455 464 549 553 563 516 523 517 537 537 511 471

107 95 90 101 102 112 100 151 130 150 159 164 145 146 206 200 175 180 161 161 172 (108+64) 173 (113+60) 167 (109+58) 143 (93+50) 132 (82+50)

11 13 20 21 24 27 27 33 38 42 46 46 45 45 47 51 51 53 50 49 33+19 36+21 36+21 38+20 38+20

(15+7) (15+8) (16+9) (16+8) (15+8)

(339+178) (356+181) (350+187) (331+189) (303+168)

Schulabgänger mit dem Mittelschul diplom

35 48 46 51 52 93 88 108 98 112 149 131 119 129 146 150 145 157 131 149 152 153

(+18)*

(84+47) (101+48) (102+50) (98+55)

haben das Diplom erreicht.

Gesamtzahl der Schüler, die die Mittelschule mit dem Diplom abgeschlossen haben: 2454 (2254 in St. Leonhard und 200 in St. Martin) Ab dem Schuljahr 83/84 bezieht sich die jeweils erste Zahl in Klammern auf St. Leonhard und die zweite auf St. Martin.


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25 Jahre Mittelschule

(Fortsetzung von Seite 7)

Passeier

das Kilometergeld für jene Schüler, für die keine Schülerbeförderung bestand. Ein Jahr nach dem Einzug in das neue Gebäude begann die Schülerzahl wieder leicht zu sinken, obwohl im sei ben Jahr (1981/82) die bisher letzte Fraktion durch den Schülertransportdienst für die Mittelschule erschlossen wurde: die Fraktion Tall der Gemeinde Schenna. Die Achziger Jahre verliefen nun endlich reibungslos: es waren genug Räume, die Einrichtung war zufriedensteIlend, die Spezialräume wurden mit den neuesten Lehrmitteln ausgestattet, und die Bibliothek füllte sich von Jahr zu Jahr mehr mit neuen Büchern. Besonders der Medienraum mit den audiovisuellen Lehrmitteln und das Musikzimmer sind heute der Stolz der Mittelschule, sowie seit einem Jahr auch ein Fotolabor. Auch die zwei Turnhallen sind bestens eingerichtet und bieten die Gewähr für einen optimalen Unterricht. Zudem werden die Hallen für außerschulische Sportveranstaltungen regelrecht belagert. Zu einem Zeitpunkt, als viele nicht mehr die Notwendigkeit einsahen, war in St. Martin der politische Wille gereift, selber eine Mittelschule zu haben. Sie wurde bereits im zweiten Anlaufvom Ministerium im Jahre 1983 genehmigt, zunächst als Sektion der Mittelschule St. Leonhard. Die Schüler von St. Martin besuchten ab Herbst 1983 die Mittelschule im eigenen Dorf. Ihnen stand das erweiterte Grundschulgebäude zur Verfügung. Teilweise wurden und werden heute noch Räume mit der Grundschule zusammen benutzt. Ebenso sind heute drei Klassen in der alten Volksschule. Schüler, Eltern und Professoren warten nun, nachdem die AußensteIle am 14.August 1987 durch

KVW-Bericht

Richtigstellung!

(Betrifft Namensverwechslung in der Ausgabe März 1988)

Zum Stellvertreter des neugewählten KVW-Obmannes wurde ebenfalls mit großer Mehrheit der bisherige Obmann der Gruppe, Herr Hermann Schwarz, gewählt. Als Kassier wurde Herr Helmuth Weiss, anstelle des zurückgetretenen Anton Ennemoser, in den Ausschuß gewählt. Herr Weiss ist Geschäftsführer der Rrma King in St. Martin und bereits seit einiger Zeit im Ausschuß der Ortsgruppe St. Martin.

Gesetz zu einer selbständigen Mittelschule umgewandelt worden war, auf ein eigenes Gebäude. Der politische Wille dazu ist vorhanden und die ersten Vorarbeiten sind bereits angelaufen. Der Schulalltag wurde immer schon, aber besonders in den letzten 10 Jahren, ergänzt, bzw. aufgelockert durch die verschiedensten außerschulischen Veranstaltungen. Vom ersten Jahr an bemühte man sich, durch Ausstellungen von Zeichnungen und Werkarbeiten der Bevölkerung näher zu kommen. Dem gleichen Zweck dienten Elternabende und kleine Feiern, bei denen ab und zu auch der Schülerchor oder eine Instrumentalgruppe mitwirkte. Mit besonderer Sorgfalt werden seit Jahren die Schülergottesdienste am Anfang und Ende des Schuljahres vorbereitet. Manchmal hat sich eine Schulklasse auch an eine Theateraufführung herangewagt und seit 10 Jahren sind auch die Autorenlesungen zu einer festen und bei den Schülern sehr beliebten Einrichtung geworden; erstrangige Jugendbuchautoren verbringen einen Vormittag mit einer oder mehreren Schulklassen. Auch Umweltaktionen und Baumfeste führen die Schüler unter Anleitung der Lehrer durch. Sie sind meist fest in das Programm eingebaut und den allgemeinen Zielsetzungen der Mittelschule dienlich. Jährlich werden mehrere kleine Projekte in Angriff genommen, wobei jedes Fach in kürzeren oder längeren Abständen mal drankommt. Nicht zuletzt sind es die verschiedenen Wettbewerbe, an denen die Schüler teilnehmen und die nicht nur den grauen Schulalltag etwas auflockern, sondern die Schüler nicht selten zu Glanzleistungen anspornen: hier sind besonders, die Zeichen- und Malwettbewerbe und jene auf sportlichem Gebiet zu nennen, aber auch

Schulsporttag 1988.

im Singen und Gedichteschreiben haben Schüler mit zum Teil sehr gutem Erfolg teilgenommen. Zu den außerschulischen Veranstaltungen gehören auch die verschiedenen Formen der Nachholkurse. In den ersten Jahren gab es sie unter dem Namen Freizeitschule. Später wurden nur mehr vereinzelt solche Kurse angeboten. In besonders verstärkter Form werden seit zwei Schuljahren Stützkurse den Schülern angeboten und diese haben auch viel Gebrauch davon gemacht. Diese Kurse haben wesentlich dazu beigetragen, die Zahl der Klassenwiederholungen zu senken. Die Mittelschule hat für unser Tal einen bedeutenden Bildungsfortschritt gebracht. Die Zahl der Oberschüler ist stark angewachsen. Jedes Jahr gibt es mehr Maturanten, wenn auch das Passeiertal in dieser Hinsicht im Vergleich zu anderen Landesteilen noch etwas aufzuholen hat. Auf jeden Fall sind aus der Mittelschule bis heute 2454 Schülerinnen und Schüler mit dem Diplom in der Tasche entlassen worden. Dies ist eine stolze Bilanz.

Naturpark Texelgruppe

Wie bereits in den vergangenen Jahren finden auch in diesem Sommer vom 23. Juni bis 11.Oktober wöchentlich zwei geführte Tageswanderungen im Naturpark Texelgruppe statt. Die Wanderungen werden vom Landesamt für Naturparke, Naturschutz und Landschaftspflege in Zusammenarbeit mit den Verkehrsvereinen des Tales organisiert und von örtlichen Führern (Karl Lanthaler und Harald Haller) geleitet. Dieses Angebot richtet sich nicht nur in erster Linie an

(Foto: K Spergser)

Feriengäste, sondern auch an Einheimische, um so die Natur- und Kulturlandschaft der näheren Heimat besser kennen zu lernen. Die Führungen werden wöchentlich in den Verkehrsbüros ausgeschrieben, wo auch die Anmeldung erfolgen muß, da die Teilnehmerzahl auf 15 Personen beschränkt ist. Die Meldegebühr, die mit einer Versicherung gekoppelt ist, beträgt 4.000 Lire; Kinder unter 14 Jahren gehen frei.


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Fuchsmühl - die neue Partnergemeinde von St. Leonhard Am Samstag, 23. April 1988 haben die Bürgermeister der beiden Marktgemeinden St. Leonhard in Passeier und Fuchsmühl im Steinwald im Rahmen eines Festaktes in St. Leonhard die Partnerschaftsurkunden unterzeichnet. Dieses Ereignis gibt uns Anlaß, die Partnergemeinde Fuchsmühl der Bevölkerung von St. Leonhard und des Passeiertales kurz vorzustellen. Fuchsmühl ist ein Marienwallfahrtsund Erholungsort im Herzen des Naturparks Steinwald im Süden des Rchtelgebirges. Das Dorf liegt zwischen 600 und 700 Meter Meereshöhe in einem kühlen Witterungsstreifen und zählt ungefähr 2000 Einwohner, Weil vom nahen Stift Waldsassen mit seiner herrlichen Barockkirche aus das umliegende Land gerodet und besiedelt worden ist, nennt man dieses Land auch Stiftland, gelegen in der Oberpfalz im Norden des Freistaates Bayern. Im Westen liegt die Richard-Wagner-Stadt Bayreuth und östlich der nahen tschechischen Grenze das von den Liedern her bekannte Egerland (Böhmen). Die gemeindezugehörigen Ortschaften Güttern und Fürstenhof haben überwiegend bäuerlichen Charakter, während der Ortsteil Herzogöd eine kleine Arbeitersiedlung darstellt. In Fuchsmühl fanden wir behagliche Gasthöfe und 50 km ausgebaute Wanderwege durch hügeliges Wald-

Fuchsmühl

land. Die Sportler können in den zahlreichen Barschteichen angeln; ferner kann man kegeln, schießen und reiten. An Sehenswürdigkeiten besitzt Fuchsmühl eine auffallend geräumige barocke Wallfahrtskirche mit einem Maria-Hilf-Gnadenbild, das sehr verehrt und von Patres des angeschlossenen Augustinerklosters betreut wird. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das wildzerklüftete Hackelsteinmassiv, der »Sauerbrunnenund das »steinerne Brünnen- mit Kneipptretbecken. Für das gesellige Leben sorgen zahlreiche Vereine. Was Fuchsmühl so liebenswert macht, sind aber das blitzblanke Dorf und die freundlichen Menschen, die wir dort getroffen haben. Wieso kam es nun zur Partnerschaft zwischen zwei Dörfern, die ungefähr 600 km entfernt liegen? Das zu beantworten, müssen wir einen Blick in die Geschichte von Fuchsmühl werfen. Die Gemeinde Fuchsmühl bildete bis zum Ende des 19. Jahrhunderts herauf den Gutsbezirk des Kronlehens Fuchsmühl. Die Einwohner hatten wegen der Frondienste ihrer Vorfahren seit 400 Jahren Wald-, Holzund Nutzungsrechte gegenüber den jeweiligen Inhabern des Rittergutes. Die Besitzer von 135 Anwesen bezogen ihr Holz aus dem Lehenswald und hatten dafür eine Holzsteuer zu

entrichten. Dieser jährliche Holzverkauf war die einzige regelmäßige Einnahmequelle, bis der Gutsbesitzer Freiherr Ludwig von Zoller in einem komplizierten Rechtsstreit die Fuchsmühler um ihre Holzrechte brachte. Im Oktober 1894 sahen sie sich gezwungen, zur Selbsthilfe zu greifen und das ihnen seit alters zustehende Holz eigenmächtig zu fällen. Etwa 200 Personen zogen in den Lehenswald, um das Holz zu fällen. Daraufhin ließ das Bezirksamt Tirschenreuth den Bürgermeister und zwei Gemeinderäte verhaften. Gleichzeitig forderte der Bezirksamtmann Wall beim Kommandanten des 6. Infanterieregiments in Amberg eine Abteilung Soldaten an, die zum Angriff marschierten und mit aufgepflanztem Bajonett die Rechtier stachen. 3 Tote und 23 Verletzte waren das Ergebnis der »Fuchsrnühler Holzschlacht«, die in der bayerischen Öffentlichkeit ungeheures Aufsehen erregte und die sich in erbitterten Debatten im bayerischen Landtag in München niederschlug. Die Fuchsmühler Holzschlacht wurde von der Literatur und vom Film als beliebtes Motiv aufgegriffen. 1980, anläßlich des Bürgerfestes zur 3Ojährigen Markterhebung, wurde das Mundartspiel »1894 - As Recht ist unsa- von Theo Schaumberger uraufgeführt. Für die mutige Tat der »Holzschlachtsuchten und fanden die Fuchsmühler eine Symbolfigur im Tiroler Volkshelden Andreas Hofer: daher wurde die bald darauf gegründete Schützenkompanie nach Andreas Hofer benannt. Nichts lag nunmehr näher, als mit den Nachfahren Andreas Hofers im Passeiertal Kontakte aufzunehmen, woraus vor ungefähr 15 Jahren eine Freundschaft zwischen den Schützen von Fuchsmühl und St. Leonhard entstand. Die Schützenfreundschaft entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer Freundschaft der beiden Gemeindeverwaltungen, die zur Gründung der Partnerschaft vom 23. April 1988 in St. Leonhard führte. Erklärtes Ziel der beiden Bürgermeister, Gustl Fürst und Matthias Raffl, ist es, die Partnerschaft auszubauen durch dauernde Kontakte der Gemeindeverwaltungen, der Schützen, der Musikkapelle und anderer Vereine, die mit einem Austauschprogramm aufwarten können. Hier noch eine Kontaktadresse in Fuchsmühl: Verkehrsamt Fuchsmühl, Rathausstraße 14, 0-8591 Fuchsmühl, Tel. 09634/1254.


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Das Bergwerk am Schneeberg Zu einer Besonderheit im Passeier gehört das aufgelassene Bergwerk am Schneeberg. Es war in 2355 m Meereshöhe das höchstgelegene Bergwerk Europas, und wegen seiner einstigen Bedeutung nahm es eine hervorragende Stellung in der reichen bergbaulichen Tradition Tirols ein. Es besteht die Annahme, daß es am Schneeberg sogar schon einen vorgeschichtlichen Erzabbau gegeben haben soll. Wenn man von dieser Vermutung absieht, so kann mit dem Abbau von Silber und Blei sicher schon vor 1200 gerechnet werden, denn bereits 1237 wird das Schneeberger Silber als begehrtes Tauschund Zahlungsmittel in einer Urkunde erwähnt. Die größte Bedeutung erreichte der Bergbau am Schneeberg unter Herzog Sigmund (1439-1490). Mit einer Anlage von 70 Stollen und einer Belegschaft von 1000 Knappen hatte dieses Bergwerk um 1486 die höchste Blüte zu verzeichnen. Neben dem Landesfürsten und dem Bischof von Brixen waren mehrere vornehme Gewerken jener Zeit am Erzabbau beteiligt, so die Fugger, Fieger, Herwart, Tänzel u.a. Der Abtransport des aufbereiteten Erzes erfolgte nie ins Passeier, sondern stets übers Joch nach Ridnaun Sterzing. Seit 1479 unterstand daher der Schnee berg dem Berggericht Sterzing und nicht dem an der Etsch. So hat auch Sterzing einen Großteil seiner Kunstschätze dem Passeirer Bergsegen zu verdanken. Anfangs des 17.Jahrhunderts erfolgte ein starker Rückgang der Erzförderung. Schuld daran sollen hauptsäch. lich der Raubbau der Fugger, der teure Transport, steigende Löhne und die Konkurrenz aus Amerika gewesen sein. Die Suche nach neuen reichen Erzlagern und der Bau des 730 m langen Kaindlstollens (17201727) zum kürzeren und schnelleren Erzabtransport konnten keinen Aufschwung bringen. Erst als es gelang, die vorhandenen Zinkvorkommen nutzbar zu machen, belebte sich der Betrieb. Ganze Knappenfamilien »durchkutteten« in den Sommermonaten die alten Halden. Neue Hoffnungen brachte die Fertigstellung der Brennerbahn 1866/67, womit eine schnellere und leichtere Beförderung des Erzes zu den Verhüttungsanlagen im Inntal ermöglicht wurde. Dazu stieg die Nachfrage nach Zink auf dem Weltmarkt stark So war der Schneeberg durch seinen endlich verwert-

baren Reichtum an Zink wiederum eine der bedeutendsten Erzlagerstätten Europas geworden. Ab 1875 hat auch der Staat eingegriffen. Durch ein gut ausgedachtes Beförderungssystem mit sieben Schrägaufzügen an den Steilstufen und zwischengeschalteten Rollbahnen an den Rachstrecken wurde der Erzabtransport sehr erleichtert. Auf Passeirer Seite waren: 1. Seemoos-Wassertonnenaufzug, der auf einer Länge von 405 m 179,5 Höhenmeter überwand (Gefälle 44,32 %) 2. Pferdebahnstrecke vom Seemoosaufzug zum 14-Nothelfer-Aufzug mit einer Länge von 676 m, Höhenunterschied 3,2 m (Gefälle 0,47%). 3. 14-Nothelfer-Wassertonnenaufzug mit einer Länge von 834 mund einem Höhenunterschied von 161,3 m (Gefälle 19,53%). 4. Bahn vom Nothelferaufzug durch den 730 m langen Kaindlstollen zum Lazzacher Bremsberg: 1349 m lang, 28,3 m Höhenunterschied (Gefälle 2,09%).

Schneeberg vor 1967.

Die Erzförderstrecke vom Seemoos bis Sterzing betrug 27.249 m. Sie war die größte Übertage-Förderanlage der Welt und ist ein einmaliges Bodendenkmal der Vermessungs-, Ingenieur- und Bodenkunst, zumal mit den damaligen Hilfsmitteln, ein wahres Glanzstück von Montantechnik

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Schwebeseilbahnen gebaut, die von Schneeberg bis Mareit führten. 1967 brannte die Knappensiedlung am Schneeberg ab, und der Betrieb wurde auf Passeirerseite eingestellt. Im Lazzachtal (Ridnaun) wurde sieben Jahre lang ein Suchstollen getrieben, 4,5 km lang. Die Bohrungen brachten aber nicht den erwarteten Erfolg. Bemühungen zur Arbeitserleichterung für die Knappen und zur Modernisierung des Betriebes nützten nichts, der Erzabbau wurde im Jänner 1980 eingestellt. Kein Bergwerk in den Alpen ist so lange betrieben worden wie der Schneeberg. Was aber die Knappen in dieser Höhe, wo es neun Monate Winter und drei Monate kalt ist, an körperlichen und seelischen Strapazen erduldet haben, können wir uns sicher nicht vorstellen. Für Passeier hatte der Schneeberg durch Jahrhunderte wirtschaftliche Bedeutung. Zwar haben nie viele Passeirer in den Stollen gearbeitet mit der Einstellung »Unter der Erde sind wir nachher noch lange genug«. Durch Lieferungen von landwirtschaftlichen Produkten, besonders Reisch und Milch sowie des Stollenholzes, kam einiges Geld ins Passeier.

(Foto: Stasehitz)

Im Herbst 1985 wurden am Schneeberg auf Anordnung des Bergbauamtes sogenannte Aufräumungsarbeiten durchgeführt. Dabei wurden aber durch zwei »wildgewordene« Bagger kulturhistorische Zeugnisse des einstigen Bergbaues, wie Stolleneingänge, Knappenhäuser, Erzkasten,


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Bremswege u.a. weitgehend zerstört. Im Herbst 1986 wurde in Passeier ein Aktionskomitee für den Schneeberg gegründet, um dort zu retten, was noch zu retten ist. Dieses Komitee besteht aus Vertretern der drei Passeirer Gemeinden, des Heimatpflegevereins, der Verkehrsvereine und des Schneeberger Knappenvereins. Durch Beiträge der Landesregierung und der Gemeinden werden heuer einige Arbeiten durchgeführt. Die verfallene Bergwerkspyramide wird neu errichtet. Der alte Knappensteig vom

Seemoos zum Schneeberg wird begehbar gemacht und weiter der Weg auf der alten Erzförderstrecke bis zur Schneebergscharte instand gesetzt. Der 2,20 m große Christus vom Kreuz am Herrenhaus ist z. Z. zur Restaurierung im Landesdenkmalamt in Bozen. Weiters ist die Errichtung einer Panoramatafel, die die ganze Bergwerksanlage darstellt, gedacht. Wenn das Bergbauamt die Genehmigung erteilt, soll auch ein Stück Stollen begehbar gemacht werden. Ein besonderes Problem ist die Er-

haltung der noch bestehenden Gebäude, wobei beträchtliche Geldmittel erforderlich sind. Dabei ist erst zu klären, wer für die Instandhaltung der Gebäude zuständig ist. Als besonderes Ziel für die Zukunft gilt der Bau des 1954 abgebrannten KirchIeins am Schneeberg. Einen Beitrag zur Wachhaltung der Erinnerung an das Leben und Treiben am Schneeberg leistet auch der Schneeberger Knappenverein, indem er in der alten Knappentracht bei festlichen Anlässen dabei ist.

Fremdenverkehrschronik St. Leonhard in Passeier

1. Teil: Wenn man vom Fremdenverkehr oder Tourismus vor 80 oder 100 Jahren spricht, so muß man die heutigen Formen und auch die Ansprüche unserer Zeit völlig vergessen. Es gab in jener Zeit kaum Medien, die für Tourismuswerbung zur Verfügung standen, und es gab keine Büros, die sich mit der Organisation von Reisen für kleinere oder größere Gruppen befaßten. Die Kenntnisse und das Interesse an fremden Ländern und unbekannten Landschaften und Menschen wurde durch zeitgenössische Maler und Bücher geweckt, in denen wildromantische Ansichten in Stahlstich oder als Meliogravüre, von anderen Landschaften Vorstellungen vermittelten. Auch Trachtenwerke zeigten den Reiz des Fremdländischen und Außergewöhnlichen auf. Kur- und Badereisen gab es bereits zu Beginn des 19.Jahrhunderts. Ihnen folgten dann Bildungsreisen; der Individualreiseverkehr setzte eigentlich erst ein, als durch die Eisenbahn die Möglichkeit geschaffen wurde, größere Strecken schnell und für damalige Verhältnisse recht bequem zu überwinden. Die Ansprüche der Touristen des vorigen Jahrhunderts waren gering. Sie wollten in erster Linie Land und Leute kennenlernen, die Landschaft erwandern oder gefahrvolle Abenteuer bestehen. Das Gebirge war daher für viele dieser Reisenden ein beliebter Anziehungspunkt. Nachdem Meran und einige andere Orte des Burggrafenamtes sich zum Kurort entwickelten, findet man in den Akten der Gemeinde von St. Leonhard schon im Jahre 1883 erstmalig die Bezeichnung »Kurort« als Zusatz zum Ortsnamen. Den Anlaß dafür bot eine Mineralquelle beim Zögg-Bad in Fallenbach,

die nach einer amtlichen Analyse als Heilquelle empfohlen wurde. Sie enthielt unter anderem: Kohlensäure, freies und gebundenes Eisen, Magnesium, Bitter- und Kochsalze, freie Schwefelsäure sowie Kali. Von dem Pächter des Zögg-Bades stammt daher auch die erste statistische Meldung über die Saison des Fremdenverkehrsjahres 1883, die von Juni bis Anfang November reichte. Er konnte im genannten Jahr 190 Gäste zählen, von denen 187 aus dem Kronland Tirol und 3 aus dem fernen England stammten. Zwei Drittel der Gäste waren Frauen und nur ein Drittel Männer. Ein Drittel der Gäste hielt sich mehr als 7 Tage im Ort auf. Im Jahr 1888 wurde von Meran aus der Versuch unternommen, einen Fremdenverkehrsverband zu gründen, dem sich die einzelnen Gemeinden anschließen sollten. Zu diesem Zweck wurde den Gemeinden ein Fragebogen zugeschickt. Nachfolgend sind einige bezeichnende Fragen und ihre Antworten wiedergegeben und man merkt daraus, daß die Gemeindevertreter von St. Leonhard frühzeitig erkannten, welche Bedeutung der Fremdenverkehr für das Tal haben würde, auch wenn die Bewohner bis dahin ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus Viehzucht und Holzvermarktung bestritten hatten.

Fragen und Antworten des Fragebogens, erstellt 1888 (wörtlich zitiert):

Geografische Verhältnisse: St. Leonhard liegt 679 m hoch, nahe an der Einmündung des Waltenbaches, 4112 Stunden nördlich von Meran.

Klimatische Verhältnisse: Das Klima ist ähnlich wie in Meran, aber weniger windig als dort. Es gedeihen noch alle Gattungen Obst, selbst die Weinrebe wird noch an den Häusern gepflanzt. Mittlere Temperaturen: Während des Winters ist es hier beinahe

durchaus um 10 Reaumur weniger kalt als in Meran und während des Sommers um 1-20 weniger warm. Einwohnerzahl und Sprache: Im Dorf und dessen unmittelbarer Nähe 590 Seelen, sonst zählt die ganze Ortschaft St. Leonhard 1450 Seelen; Sprache: Deutsch. Heilquellen: Mineralwasserquelle beim Zöggbad. Trinkwasservehältnisse: Brunnen, die Quellwasser liefern.

Unterkünfte: Stroblwirtschaft mit 12 Zimmern und Theiswirth mit 10 Zimmern. Preis pro Zimmer: durchschnittlich 10 Kreuzer (Tagesverdienst eines Sägearbeiters 70 Kreuzer, eines Briefträgers 1 Gulden täglich).

Pensionen/Privatwohnungen: Pensionen keine vorhanden. Privatwohnungen nur für Personen, die Einfachheit lieben. Arzt/ Apotheke: Allgemeiner Arzt Dr. Neurauther; Apotheke hält Arzt. Post/Telegraph: Täglich Post mit Ausnahme sonntags durch Fußboten nach Meran. Telegraph nicht vorhanden. Ausflüge/Hochtouren: Nach dem Andreas Hoferhaus am Sand, nach Zöggbad, nach Schloß Jaufenburg, nach Pfandlerhütte (A. Hofer Gedenktafel); Hochtouren: Hochwart, Hochkreuz, Kolbenspitze. Personal: Lohndiener und Bergführer. Literatur/Prospekt: Keine.

Der Deutsch-Österreichische Alpenverein, der bereits 1882 eine Spende zur Instandhaltung der Wege an die Gemeinde St. Leonhard überwies, übernahm später selbst den Ausbau von Wanderwegen (1901 Ausbau eines Wanderweges zum Timmelsjoch durch die Sektion Hannover). Dies führte dazu, daß die Zahl der Gäste bis etwa 1890 nur leicht auf etwa 200 Gäste anstieg, von denen jetzt jedoch der Großteil aus Deutschland kam. (Teil 2 folgt)


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20 Jahre Festzeit in St. Martin 20 Jahre hat das Treiben und Geschehen im und um das Festzeit in St. Martin das Vereins- und Dorfleben mitgeprägt und mitgestaltet. Hunderte und Aberhunderte von Veranstaltungen jeglicher Art sind seit 1968 im Widumanger über die Bühne gegangen. Hunderte von Millionen sind in die Vereinskassen geflossen und haben dazu beigetragen, daß die Vereine ihre Ziele verfolgen und ausbauen konnten. Und heute steht es nicht mehr, das von vielen heißgeliebte, von vielen gehaßte Zelt in St. Martin. Der Amtsschimmel (sprich neue Brandschutzbestimmungen) hat ihm den Todesstoß versetzt. Wo das imposante Gebäude über so viele Jahre von der Rührigkeit der Dorfvereine bei Unterhaltungen und Sportveranstaltungen zeugte, erinnern noch Bruchstücke und ruinenhafte Mauern an ein Werk, das in St. Martin Geschichte schrieb. Hierbei möchten wir Ihnen in chronologischer, stichwortartiger Form das Entstehen, Leben und das Ende des Zeltes schildern, wobei der Bericht in keiner Weise Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, da nur teilweise schriftliche Unterlagen vorhanden sind. Auch würde es zu weit führen, all die Männer aufzuzählen, die sich in all den Jahren um die Geschicke des Zeltes verdient gemacht haben, waren es ja die jeweiligen Obmänner und engsten Mitarbeiter der 4 bzw. 5 Erstellervereine (Freiwillige Feuerwehr, Musikkapelle, Verkehrsverein, Ranggelverein und später dazu Sport-

Der »Rohbau«

verein). Namentlich nennen möchten wir stellvertretend für alle Begründer und Promotoren des Unternehmens, voran den damaligen Bürgermeister Ignaz Auer als Verschönerungsvereinspräsident, Anton Fontana als Ranggelobmann, Hugo Raffl als Feuerwehrkommandant, Sepp Scherer als Musikobmann und den nimmermüden und emsigen Schriftführer Simon Schwarz, welche mit ihren Mitarbeitern und Ausschüssen beschlossen hatten, dem Wettergott einen Streich zu spielen und den Wiesenfesten ein Dach über den Kopf zu setzen. Man schaute sich im nahen Ausland Zeltfeste an und in einer sogenannten Nacht- und Nebelaktion wurde innerhalb kürzester Zeit unter der fachmännischen Leitung des Bürgermeisters Auer ein Zelt mit fester Verankerung im Widumanger errichtet, wobei die Vereinsleute in beispielhafter Weise tüchtig mit Hand anlegten. Im Sommer 1968 war es dann soweit: das 1. Zeltfest in Passeier, ja im gesamten Burggrafenamt hielt Einstand, und die große Beteiligung aus nah und fern versprach Gutes für die Zukunft. Im 2. Jahr seines Bestehens wurde dann die Zeltgemeinschaft, bestehend aus den jeweiligen Obmännern und weiteren 2 Vertretern der 4 bzw. 5 Vereine gegründet und es wurden Statuten erstellt, an die sich alle Vereine zu halten hatten. Im Laufe der Zeit wurden Verbesserungen beschlossen. So wurden

(Foto: Walter Pichler)

beispielsweise Sessel für die Musik angekauft, Lautsprecheranlagen und Notbeleuchtung eingebaut, Waschbecken, Spülbecken und verschiedenes mehr, was sich nach und nach als notwendig herausstellte, angekauft. Wie sich in den Jahren die Presentwicklung gestaltet hat, sei am Beispiel einer Preisliste aus dem Jahre 1970 ersichtlich: Eintritt Lire 500, Getränke Lire 150, Säfte Lire 200, Huhn vom Grill Lire 800, Würstchen Lire 250, Schnäpse Lire 150. Die Zeltmiete für den Ranggelverein für ein Ranggeln betrug Lire 30.000. Die Veranstaltungen in all den Jahren verliefen laut protokollarischen Bemerkungen des in seiner Schreibart originalen Schriftführers Simon Schwarz recht unterschiedlich: z. B. über den Reingewinn schrieb er: zufriedenstellend, gering, voller Erfolg, Teilerfolg, Fiasko, sehr gut etc. Die Musikgruppen kamen auch mit unterschiedlichen Bewertungen davon: zu schwach fürs Zelt, weiter empfehlenswert, sehr gut, viel »Hit und Jazz«, die Musig war zwar gut, aber die Mann faul und spielten zu wenig, aller mögliche Krims Krams. Das Publikum war auch nicht immer dasselbe: Besuch gut, flau, mittelmäßig, stänkerisch, ungute Bande, viel Radau und wenig Geld, ohne besondere Vorkommnisse, viel Krawall und Raufereien. Im Jahre 1976 lesen wir: » ... wurde ein richtiges krawallisierendes, raufendes Debakel, es gab zwar keine Tote, aber Verletzte genuq«. Das Wetter hatte ebenfalls großen Einfluß auf den Zustrom und das Verhalten der Besucher: » ... eiskalte Nacht, lauwarme Mondnacht, schwüle, heiße Sommernacht ... « Außer den Tanzveranstaltungen, bunten Abenden, RanggeIveranstaltungen und Konzerten der 5 Vereine haben viele andere Vereine und Körperschaften sowie Firmen im Zelt Treffen veranstaltet. Hier einige Beispiele: Tanzveranstaltungen des Jagdvereines, des Kirchenchores, der Saltauser Feuerwehr, des Sportclub Passeier, des Weißen Kreuzes, des Altersheimes, der Schützenkompanie, der Gastwirte Passeier, Treffen der Blutspender von Meran, der Blutspender von Somma Campagna, der Blutspender von Mirandola, der alten Leute von Bozen, der Handwerker Südtirols, der Rieger von Italien, Boxkampf zwischen Nordtirol und Drei Venetien, Gewichtheben, Fingerhakeln, Bierkonvent der Brauerei Forst, Betriebsfeiern der Rrmen Jägermeister, Hoppe, etc .... Nicht verschont vom Zahn der Zeit blieb auch das Zelt, die Plane war


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Das Festzeit 1987 vor seinem Abbruch.

bereits nach wenigen Jahren morsch und mußte erneuert werden, die Seitenwände mußten mit Brettern

(Foto: H. Holer)

verschalt, das Dach und der Boden mehrmals geflickt werden, außerdem brach das Zelt bei einem heftigen

Bemerkungen zum Passeirer Handwerk Das Passeiertal hatte die Jahrhunderte herauf drei wesentliche Wirtschaftsbereiche: die Berglandwirtschaft, die Betreuung des Bergwerks am Schneeberg sowie den Saumverkehr von Meran über den Jaufenpaß und über das Timmelsjoch im Dienstleistungsbereich. Während die Bergland- und Forstwirtschaft mit ungefähr 650 bis 700 Höfen (früher waren viele Höfe kleiner als heute) bis heute ein beachtenswerter Wirtsc haftszweig geblieben ist, ist die Zulieferung zum Bergwerk Schneeberg infolge der Verlagerung des Erzabbaues in das Ridnauntal gänzlich ausgefallen (Holz, Lebensmittel) und statt des Saumverkehrs hat sich ab dem 20. Jahrhundert der moderne Fremdenverkehr entwickelt: 1912 Eröffnung der Jaufenstraße und 1967 Eröffnung der Timmelsjochstraße. Analog zu diesen Wirtschaftsbereichen hat sich das Handwerk gebildet und entwickelt: Bau von Geräten für die Land- und Forstwirtschaft unter Benützung der heimischen Materialien. So gab es bereits Maurer, Spengler, Zimmerleute, 'Tischler, Gerber, Wollschläger, Schuster, Weber, Wagner und Gerätebauer, gipfelnd in den Berufen des Mühlen- und Sägebaumeisters. Insgesamt gesehen spielte das Handwerk im Passeier bis nach dem 2. Weltkrieg wohl eher eine beschei-

dene Rolle, von einigen Blütezeiten abgesehen. Das Aufblühen der Kurstadt Meran und der daraus resultierende Straßenbau gab auch dem Passeirer Handwerk einen neuen Auftrieb (Automechaniker, Elektriker), wenn auch die beiden Weltkriege mit der unseligen Zwischenkriegszeit für alle Wirtschaftszweige sehr lähmend wirkten. So präsentierte sich das Tal 1951 mit 59 Betrieben und 114 Beschäftigten sehr bescheiden. Von 1951 bis 1966 haben sich die Handwerksbetriebe im Passeiertal von 59 auf 118 verdoppelt und die Zahl der Beschäftigten stieg sogar um 90 Prozent von 114 auf 218 Personen an (vgl. die Studien von Jürgen Gebhardt, S. 51). Das Handwerk des Tales wies eine kleinstbetriebliche Struktur auf. 1966 waren 68% der 118 Betriebe EinMann-Betriebe, in denen der Meister allein arbeitete. 1966 wiesen die Betriebe folgende Berufe auf: Moos: 3 Schuhmacher, 1 Zimmerer, 1 Zeugschmied, 4 Tischler, 2 Reischhauer, 5 Maurer, 1 Maler, 3 Maßschneider, 1 Autotransportunternehmer, 1 Autovermietung. St. Leonhard: 4 Schuhmacher, 1 Wollkämm er, 2 Zimmerer, 2 Wagner, 2 Elektriker, 2 Elektromechaniker, 3 Zeugschmiede, 6 Tischler, 2 Spengler, 2 Stickerinnen, 1Automechaniker, 1 Möbeltischler, 4 Maurer, 1 Uhrma-

Schneefall ein und es sah aus (Originalton Simon Schwarz) als ob die Bomben eingeschlagen hätten, besser wir schenken alles dem Pfarrer, aber der hätte auch nur »s'Gschear«, Die Vereine mußten also des öfteren tief in die Tasche greifen, um die Reparaturen zu bezahlen. Bewundernswert war in all den Jahren auch die Geduld und das Verständnis der Anrainer, wurden sie in der Nacht doch immer wieder um ihren Schlaf gebracht, wobei nicht sosehr der Lärm während der Veranstaltungen störte, sondern der Krawall und das Dröhnen der aufheulenden Motoren nach den Festen. Nun nach 20 Jahren steht das Zelt nicht mehr und die Vereine hoffen, daß baldigst wieder in Form eines Vereinshauses die Möglichkeit zum Abhalten ihrer Veranstaltungen geschaffen wird. Abbruch des Zeltes nach 20 Jahren aufatmen oder Nostalgie? Wohl beides! pu

cher, 2 Bäcker, 1 Riesenleger, 3 Maler, 4 Maßschneider, 1 Tapezierer, 3 Autotransporte, 1 Autovermietung, 1 Pfannenflicker. St. Martin: 1 Friseur, 4 Schuhmacher, 3 Zimmerer, 2 Wagner, 2 Elektriker, 1 Erzeugung orthopädischer Geräte, 8 Tischler, 1 Spengler, 1 Automechaniker, 4 Maurer, 1 Bäcker, 1 Riesenleger, 2 Maler, 6 Maßschneider, 1 Kaminkehrer, 1 Tapezierer, 3 Autotransportunternehmer, 1 Autovermietung, 1 Sagschneider, 2 Emballagen, 1 Pfannenflicker. An der Spitze stand also das Maurerhandwerk mit 34 Personen, gefolgt von den Tischlern mit 29 Beschäftigten. Von 1957 bis 1967 wurden 441 Neu- und Umbauten von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden durchgeführt. Ab 1963 erfolgte die Wohnbautätigkeit fast sprunghaft. 1967 besuchten ganze 62 Lehrlinge die Berufsschule in Meran, an der Spitze die Tischler (11),gefolgt von den Kraftfahrzeugmechanikern (9) und den Schneidern (9). Mit dem Bau der Handels- und Handwerkerzone »Lente- im Jahre 1977 erfuhr das Handwerk im Passeiertal einen neuen Aufschwung. Da für den Juni 1988 eine 10-Jahres-Feier für diese Zone geplant ist, werden wir Gelegenheit haben, in einer der nächsten Ausgaben des »Passeirer Blattes- die Entwicklung des Handwerks der jüngsten Zeit aufzuzeigen. Obige Daten entnahmen wir dem Buch von Gebhardt Jürgen, Das Passeiertal, Bozen 1969.


Passeirer Blatt / Juni 1988

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Atemschutzgemeinschaftsübung der Passeirer Feuerwehren Die Freiwillige Feuerwehr St. Leonhard hatte für den 14. Mai 1988 um 14 Uhr alle Atemschutzträger der Passeirer Wehren zu einer gemeinsamen Übung auf dem Werksgelände der Firma Hoppe in St. Martin eingeladen. Zur Übung, die unter der Leitung von Zugskommandant und Atemschutzbeauftragten Michael Schwarz stand, sind die F.F. St. Leonhard mit 9 Mann und 6 Geräten, die F.F. St. Martin mit 7 Mann und 3 Geräten, die F.F. Walten mit 4 Mann und 3 Geräten, die F.F. Moos mit 7 Mann und 3 Geräten und die F.F. Platt mit 7 Mann und 6 Rltergeräten, also insgesamt 34 Mann mit 15schweren Atemschutz- und 6 Rltergeräten, angetreten, um die Handhabung der Geräte sowie den Ernstfall zu üben. Für diesen Zweck standen außerdem 36 Reserveflaschen, teils aus dem Bezirkslager, zur Verfügung. Mit dabei war außerdem der Rettungsdienst Weißes Kreuz, Sektion Passeier, mit einem Rettungswagen und einigen freiwilligen Helfern, die die Übung mitgestalteten und fachgerechte Anweisungen für die Bergung und Erstversorgung von Verletzten gaben. Allem voran ist aber noch die Anwesenheit von Bezirkspräsidentenstellvertreter und Atemschutzbeauftragten des Bezirkes Meran, Herrn Hubert Eisendie, sowie Abschnittsinspektor Anton Platter zu erwähnen, die mit Rat und Tat dieser Übung beistanden.

Atemschutzübung 1988.

Nach erfolgter Aufstellung der angetretenen Wehrmänner, Meldung und Begrüßung, gab Hubert Eisendie kurz Anweisungen über die vorschriftsmäßige und gewissenhafte Handhabung des Gerätes, über die allerorts und sehr vielfältig lauernden Gefahren und die damit verbundene unbedingte Notwendigkeit des Atemschutzgerätes und dessen Trägers, besonders für die Menschenrettung, und appellierte dabei an alle, sich stets der Ernsthaftigkeit eines Atemschutzeinsatzes bewußt zu sein und dementsprechend oft und gründlich die Handhabung des Gerätes sowie die erforderliche körperliche Verfassung zu trainieren. In diesem Zusammenhang sei hier, besonders im Interesse der Bevölkerung, nochmals auf die heutzutage allerorts und oft unscheinbar auftretenden Gefahren für die Atmung des Menschen hingewiesen. Diese treten sowohl im privaten Wohnbereich und in der Landwirtschaft, als auch besonders in den Gastgewerbsund Handwerksbetrieben durch Brand sowie biologische oder chemische Prozesse und die daraus erfolgenden Rauch- und Giftgasentwicklungen auf. Brand von Kunststoffen wie Teppichoder Plastikböden, Möbeln, Haushaltsgeräten, Lacken usw., austretende Gase, Gärungsgase wie z. B in Futtersilos oder Kellern, Heizungsbränden und dergleichen mehr; überall hier ist äußerste Vorsicht geboten

(Foto: I. Plangger)

und ein Vorgehen ohne schweren Atemschutz lebensgefährlich und somit strengstens untersagt. Der praktische Teil der Übung gestaltete sich sodann in zwei Abschnitten: zuerst mußte jeder Atemschutztrupp, bestehend aus jeweils 3 Mann, sich vorschriftsmäßig ausrüsten und eine Übungsstrecke, mit Ausgangspunkt vor der Kantine, Lauf über den Parkplatz bis zum Trockenkanal, dort Ein- und Ausstieg, Durchkriechen eines Rohres, Überquerung einerwaagrechten Leiter, Übersteigen eines Geländers und Abstieg über eine Leiter, bewältigen. Im zweiten Abschnitt wurde sodann der Ernstfall geprobt. Die angenommene Explosion mit nachfolgendem Brand in der Handschleiferei der Rrma Hoppe machte einen Brandeinsatz mit Menschenrettung notwendig. Dabei wurden den einzelnen Atemschutztrupps verschiedene Aufgaben zugeteilt, wie Freilegung des Zuganges und des Verletzten, Löscheinsatz mit Pulverlöschern, Bergung des Verletzten und Eindämmung des Brandes von verschiedenen Zugängen aus. Zur Überwachung, wie eben bei Bnsätzen mit mehreren Atemschutzträgern vorgesehen, war eine Atemschutzsammelstelle eingerichtet worden, an der sich jeder Atemschutzträger unter Angabe der ihm zur Verfügung stehenden Luftmenge bzw. der verbliebenen Restluft zum Einsatz abmelden bzw. vom Einsatz zurückmelden mußte. Die Sammelstelle hat somit einen genauen Überblick über die sich im Bnsatz befindenden Atemschutzträger, deren Luftreserven und somit höchstmögliche Einsatzdauer, sowie über den verbliebenen Raschen- bzw. Luftbestand. Außerdem kann sie genaue Auskunft über die von jedem einzelnen Atemschutzträger während des Einsatzes verbrauchten Atemluft geben, was wiederum Aufschluß über dessen Kondition und körperliche Verfassung gibt. Ein weiterer Ernstfall wurde unter Annahme eines Autounfalles mit Beschädigung eines Gastankes geübt. Dabei galt es in erster Linie, das Autowrack aus der Gefahrenszone zu entfernen. Zugleich mußte der Gastank eingeschäumt werden, um die durch das austretende Gas entstandene Explosionsgefahr zu bannen. Unter Einsatz der hydraulischen Schere und Spreize der F.F. St. Martin wurde sodann der Verletzte aus dem Autowrack geborgen. Alles in allem war es eine sehr lehrreiche Übung, bei der es vor allem


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auch darum ging, die Zusammenarbeit unter den Wehren zu verbessern. Von sehr großer Wichtigkeit ist aber auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Rettungsorganisationen, wie Feuerwehr und Weißes Kreuz, die viel öfter geübt werden sollte, nachdem sich ihre Hilfsmaßnahmen oft überschneiden bzw. gegenseitig ergänzen. Das jeweilige Fachwissen sollte daher theoretisch und praktisch ausgetauscht werden. Abschließend zeigte Hubert Eisendie

noch kurz die aufgetretenen Mängel und begangenen Fehler auf, unterstrich nochmals die Wichtigkeit der Feuerwehrübungen, insbesondere für die Atemschutzträger, und dankte allen für die Aufopferung dieses freien Samstag-Nachmittages zugunsten dieser über drei Stunden dauernden Übung. Die Bevölkerung möge sich stets der großen Gefahren bewußt sein und auch darüber, daß sie selbst nicht unnötige Risiken eingehen sollte, wo

sie doch im Ernstfall auf gut ausgebildete und gut ausgerüstete Feuerwehrmänner bauen kann, die nicht nur im Brandfalle, sondern auch in jeder anderen Notsituation bereit stehen und somit auch gerufen werden sollten. Die Freiwillige Feuerwehr möchte sich vor allem bei der Rrma Hoppe für die Überlassung des Werksgeländes für diese Übung sowie beim Weißen Kreuz für die Mitgestaltung und die wertvollen Belehrungen bedanken.

Erläuterungen zum Bauleitplan der Gemeinde St. Leonhard Der neue Bauleitplan der Marktgemeinde St. Leonhard wurde am 21. Dezember 1987 von der Landesregierung genehmigt und im März 1988 veröffentlicht. Der erste Bauleitplan war 1970 in Kraft getreten und 1981 überarbeitet worden. Die völlige Verbauung der ausgewiesenen Wohnbauzonen und eine Reihe neuer Erfordernisse bewogen die Gemeindeverwaltung im Jahre 1984 die Überarbeitung des Bauleitplanes in Auftrag zu geben, womit das Ingenieurbüro Unterberger in Meran beauftragt wurde. Ausgangspunkt der Planung bildete die Bevölkerungsentwicklung in der Marktgemeinde. War die Bevölkerungszahl zwischen 1939 und 1951 aufgrund der Option und des zweiten Weltkrieges fast gleich geblieben, stieg sie in der Folge stark an, zwischen 1971 und 1985 um 317 Personen. Ebenso nahm im gleichen Zeitraum die Zahl der Familien von 582 auf 765 zu, also um 183 Familien. Diese Entwicklung ließ für die folgenden 10 Jahre auf eine Bevölkerungszunahme um 240 Personen und auf eine Zunahme der Familien um 120 schließen. Besonders die verhältnismäßig große Zunahme der Familien mag erstaunen. Sie ist damit zu erklären, daß besonders die zweitgeborenen Kinder der Bauern in die Dörfer ziehen und dort Arbeit suchen, andererseits die geburtenstarken Jahrgänge im Dorf Familien gründen. Schließlich setzt sich auch bei uns langsam die Tend/enzzur Kleinfamilie durch. An den genannten Zahlen wurde nun der Bedarf an Wohnungen errechnet. Um wertvollen Kulturgrund zu sparen, entschied man sich dafür, durch einen zweiten Sanierungsplan den Ausbau der Häuser im Bereich untere Kohlstatt, oberes Kaserer Egg, Gerichtsweg, Silbergasse und mittleren Kirchweg bis Werter-Haus zu ermög-

lichen. Trotzdem blieb ein Baugrundbedarf von fast 3 ha. Nun begann die Suche nach verkaufswilligen Grundstückbesitzern, die sich sehr schwierig gestaltete, zumal die Gemeindeverwaltung nicht auf das letzte Mittel der Enteignung zurückgreifen wollte. Nach vielen Verhandlungen und auch heftigen Diskussionen fand man etwa 5300 m2 in der Zone Weingart, 9100 m2 in der Zone Kassier, 2300 m2 in der Zone Schweinsteg und 5000 m2 in der Zone Windegg, insgesamt also etwa eine Räche von 2,1 ha, wobei ein Fehlbedarf von fast einem ha übrig blieb. Um aber den Bauleitplan nicht noch länger hinauszuzögern, beschloß man, den Plan so dem Land zu unterbreiten, weiteren Wohnbaugrund aber erst später zu suchen. Im November 1986 wurde der Bauleitplan vom Gemeinderat genehmigt und wanderte ein Jahr lang in Bozen von Amt zu Amt. Der Landschaftsschutz erhob dabei vor allem gegen die Zone Schweinsteg Einwände, weil zu steil und abgelegen, und gegen die Zone Windegg, weil im Wald liegend. Besonders auf Drängen des Pfarrgemeinderates von Schweinsteg bestand der Gemeinderat auf die Zone Schweinsteg, um die Fraktion nicht zu entvölkern, verzichtete aber notgedrungen auf Windegg, um endlich weiterzukommen. Wie anfangs angegeben, wurde der Bauleitplan im Dezember 1987 von der Landesr.egierung genehmigt. Noch im folgenden Monat beschloß der Gemeinderat, die Ausarbeitung des Sanierungsplanes für den Dorfbereich und des Durchführungsplanes für die Zone Kassier dem Ingenieurbüro Unterberger zu übertragen. Der Besitzer der Zone Stickl beauftragte Herrn Ingenieur Gufler mit der PlanersteIlung, die Besitzer der Zone Schweinsteg können sich

noch entscheiden, selbst zu planen oder dies der Gemeinde zu überlassen. Überall sind die Planungsarbeiten im Gange. Für den Sanierungsplan sind die Vermessungen bereits durchgeführt, bald werden die Hausbesitzer in diesem Bereich von Fachleuten des Planungsbüros befragt werden, ob und wieviel sie ihre Häuser erweitern wollen, wobei aber die Baumassendichte von 3,6 m3 pro m2 in der Sanierungszone nicht überschritten werden darf. Darauf möge der Einzelne bei seinen Wünschen Rücksicht nehmen, seine Grundbesitzfläche auch etwas in Rechnung stellen und nicht zuviel fordern. Er soll sich aber jetzt Gedanken machen, um nicht später mit Rekursen die Genehmigungen hinauszuzögern. Die zwei Wohnbauzonen sind ebenfalls vermessen, die Grobeinteilung und Groberschließung liegt als Vorschlag vor. Nun muß der Durchführungsplan noch in der Gemeinde und im Land genehmigt werden und anschließend der Erschließungsplan. Alle Interessenten am geförderten Wohnbaugrund sollten jetzt ihre Anträge stellen oder notwendige Unterlagen nachreichen. Für viele mag die Prozedur zu langsam gehen, aber zu viele Ämter haben hier Mitspracherecht. Der gesamte Gemeindeausschuß und Gemeinderat tun ihr Möglichstes und werden es auch in Zukunft versuchen. Nicht dieser langwierigen Genehmigung unterliegen die Gebäude außerhalb der Dörfer und alle Bauernhäuser. Anderseits aber müssen Umbaupläne, die diese Gebäude betreffen, vom Landschaftsschutz in Bozen genehmigt werden, was oft viele Monate Verzögerung bedeutet. Gottes Mühlen mahlen langsam, aber die der Bürokratie scheinbar noch langsamer.


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Neuer Sprengelarzt in Moos Wie bereits in der letzten Ausgabe des Passeirer Blattes angekündigt, hat die Gemeinde Moos nun endlich wieder einen eigenen Sprengelarzt. Dr. Josef Kiem, der sich hier nachfolgend selbst kurz vorstellt, hat am 18.April im Ambulatorium im Gemeindehaus Moos seine Tätigkeit aufgenommen: »lch wurde am 17. Oktober 1946 in Algund geboren. Meine Eltern (Adolf, Feigenstaudersohn, Maria Reinthaler, Rustertochter) betrieben ein Lebensmittelgeschäft. Nach Besuch des Humanistischen Lyzeums in Meran studierte ich 1 Jahr Mathematikl Physik und 6 Jahre Medizin in Innsbruck und legte 1973 die Staatsprüfung in Bologna ab. Nach etwa einjähriger Assistenzarzttätigkeit im Zentrallabor des Allgemeinen Krankenhauses in Bozen arbeitete ich als Assistenzarzt am Institut für Medizin (IME) der Kernforschungsanlage (KFA) Jülich, einer 20-Betten-Klinik mit zweijähriger Ausbildungsberech-

Wir gratulieren zur Geburt 1987/88

ST. LEONHARD (Vom 1. November 1987 bis 31. Mai 1988) Auer Manuela, 9. November 1987, Gleiten 10 Buschwenter Petra, 5. Dezember 1987, Kohlstatt 76 Ennemoser Barbara, 18. April 1988, Jaufenstraße 17 Folie Anja, 30. März 1988, Andreas-Hofer-Straße 5 Grassl Marlene, 12. März 1988, Platzberg 13 Gufler Sonja Maria, 20. Februar 1988, In der Kellerlahn 6 Gumpold Daniel, 26. Jänner 1988, Walten 26 Gumpold Erika, 29. Jänner 1988, Im Schaffeid 3 Haller Birgit, 3. April 1988, Schweinsteg 10/A Hofer Achim, 16. November1987, Schloß berg 13 Hofer Angelika, 10. Februar 1988, Schloß weg 25 Hofer Esther, 22. Februar 1988, Kohlstatt 25 IImer Daniel, 29. Februar 1988, Im Schaffeid 15 Kienzl Rene, 1. Februar 1988, Gomion 31 Kofler Stefanie, 8. Februar 1988, Raiffeisenplatz 2 Kuen Magdalena, 3. April 1988, SChweinsteg 12 Lanthaler Karin, 22. April 1988, Mörre 62 Mangger Stefan, 26. Dezember 1987, Kohlstatt 60 Masiello Sabrina, 9. November 1987, Im Steinanger 11 Ötfl Peter, 18. Dezember 1987, Kammerveit 24 Pixner Andreas, 1. Jänner 1988, Gomion 26 Pixner Martin; 29. Februar 1988, Silbergasse 7 Schweigl Laura, 30. Jänner 1988, Holzlände 7 Steifler Michael, 11.Jänner 1988, Stickt 4 Tschöll Stefanie, 19. Februar 1988, Kammerveitstraße 15 Verdorfer Tobias, 3. März 1988, Kohlstatt 87 Waldner Fabian, 11. Februar 1988, Kohlstatt 57 Wilhelm Christoph, 16. Dezember 1987, Thurnfeld 14 Gufler Philipp, 8. November 1987, Prantach 23

tigung in Innerer Medizin und vierjähriger Ausbildungsberechtigung in Nuklearmedizin. Ich erwarb dort 1978 den Facharzt für Nuklearmedizin, lei-

tete ab 1981 das Labor für Spurenelementforschung und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten auf den Ge-

ST. MARTIN (Vom 28. November 1987 bis 1. Mai 1988) Spergser Tobias, 28. November 1987, Feldbauernweg 14 Patisso Francesco, 28. November 1987, Kalmtalerstraße 32 Patisso Micheie, 28. November 1987, Kalmtalerstraße 32 Marth Barbara, 11. Dezember 1987, Garberweg 32 Raich Rorian, 31. Dezember 1987, Pseirerstraße 65 Pichler Melanie, 11.Jänner 1988, Ron-Matatz-Straße 24 Fiegl Anita, 19. Jänner 1988, Kalmtalerstraße 14 Karlegger Hannes, 21. Jänner 1988, Pseirerstraße 61 Haller Josef, 22. Jänner 1988, Dorfstraße 19 Pamer Stefan, 1. Februar 1988, Dorfstraße 52 Raffl Christian, 12. Februar 1988, Breitebnerstraße 18 Ennemoser Benjamin, 14. Februar 1988, Dorfstraße 3 Marth Sarah, 17. Februar 1988, Malerweg 7 Morandell Stephanie, 25. Februar 1988, P.-P.-Theiner-Straße 3 Pfitscher Alexander, 12. März 1988, Wiesenweg 3 Wank Erwin, 13. März 1988, Dorfstraße 10 IImer Josef, 23. März 1988, Dr.-Hillebrandt-Weg 9 Cerqueti Christian Jaky, 13. April 1988, Dorfstraße 13 Pfitscher Manuela, 2. April 1988, Feldbauernweg 17 Staschitz Julia, 16. April 1988, Dornsteinweg 10 Ennemoser Ramona, 19.April 1988, Samerweg 1 Scandolera Pamela, 1. Mai 1988, Dr.-L.-Walinöfer-Straße 3 MOOS (Vom 1. Dezember 1987 bis 31. Mai 1988) Brunner Stefan, 10. Mai 1988, Sattel 122' Fontana Devid, 29. Dezember 1987, Dorf 94 Graf Anna, 7. März 1988, Stuls 33

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bieten Nuklearmedizin, Blutplättchenund Spurenelementforschung. Während der gesamten dreizehnjährigen Tätigkeit im Institut für Medizin nahm ich am Nacht-, Feiertags und Wochenenddienst des IME und des Betriebsärztlichen Dienstes der KFA teil, so daß ich trotz Spezialisierung den Bezug zur Allgemeinmedizin nicht verlor. Die Zeit vom Sommer 1987 bis zur Aufnahme der Sprengelarzttätigkeit in Moos in Pass. im April 1988 nützte ich zum Hospitieren an einigen Abteilungen der Innsbrucker Universitätsklinik: Hals-Nasen-Ohren, Augen, Anästhesie und Wiederbelebung, Unfallchirurgie, Urologie, Pädiatrie und Derrnatoloqie«. Dr. Josef Kiem ordiniert täglich von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und ist telefonisch unter der Nr. 643689 erreichbar. Die Redaktion wünscht Dr. Josef Kiem in der Bewältigung seines neuen Aufgaben bereiches viel Ausdauer, Freude und Erfolg, sowie eine gute Zusammenarbeit mit der gesamten Bevöl keru ng.

Gufler Doris, 6. April 1988, Stuls 3 Gufler Maria, 14. Dezember 1987, Oberprisch 109 Gufler Patrick, 29. Februar 1988, Stuls 11/A Gufler Thomas, 22. April 1988, Dorf 78 Hofer Armin, 27. Februar 1988, Hahnebaum 116 Holzknecht Marcel, 5. Februar 1988, Platt 27 Kofler Benjamin, 11. März 1988, Dorf 66 Lanthaler Albin, 7. März 1988, Platt 149 Lanthaler Karin, 18. März 1988, Gspell 111 Pixner Heinrich, 24. Februar 1988, Pfelders 42 Pöll Marialuisa, 11. Dezember 1987, Ulfas 5 Raffl Katharina, 2. April 1988, Dorf 29 Raffl Stefanie, 3. Jänner 1988, Ulfas 4 Tröger Anna, 3. Februar 1988, Platt 57 Zanella Loris, 7. Jänner 1988, Stuls 41 Zipperle Roland, 13. Jänner 1988, Dorf 51

Wir gratulieren zum Meisterbrief

Eschgfäller Karl, Gomion Nr. 4 Meisterbrief als Installateur von Heizungs- und Sanitären Anlagen Gögele Karl, St. Martin, Feldbauernweg Meisterbrief als Tischler Pöll Alfred, St. Martin, Steinachweg 14 Meisterbrief als Tischler

Hinweis: Wer die Veröffentlichung einer erworbenen Fachprüfung, eines Diploms oder ähnlichem wünscht, soll sich bei einem Redaktionsmitglied melden. Eigentümer und Herausgeber: Joset Pichler, Trifter Weg 2/b, SI. Martin in Passeier. Druck: Airidruck, GoethestraBe 93. Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Pressegesetzes: Dr. Gerhard Aeischmann. Erscheint drei monatlich. - Eingetragen beim landesgericht Bozen mit Dekret Nr. 11/87 vom 29.05.1987. Redaktionskomitee: Robert Haniger, Dr. Heinrich Hoter, Joset Kofter, Karl Lanthaler, Joset Pichler, Ubald Pichler, Dr. Albin Pixner, Arnold Rinner, Joset Öltl.


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